Preis: 60 1. cts. 19 Fretkell Einzige unabhängige Tageszeitung Deutschlands Saarbrücken, Samstag, den 8. Juli 1933 Chefredakteur: M. Braun Nummer 16-1. Jahrgang Deutschland ist Hamlet! Ernst und stumm, In seinen Toren jede Nacht Geht die begrabene Freiheit um Und winkt den Männern auf der Wacht. Freiligrath. $ 16 13 neue Minister- 60000 Mk. Einkommen Die Verschleuderung von Reichsmitteln für Nazibonzen Zu den vielen hohen Minister und Präsidentenposten, die wir in Deutschland haben, sind vor kurzem im Zeichen der Sparsamkeit und des Massenelends 13 nene hinzuge= tommen: die Reichsstatthalter. Ganz überflüssige Versorgungsposten für Freunde des Reichskanzlers Adolf Hitler! Neben den Reichsstatthaltern bleiben die bisherigen Ministerpräsidenten und Minister der Länder. Von Einheitsstaat kann also keine Rede sein. Es sind nur Aufpasser der nationalsozialistischen Partei über die Länderregierun gen gesezt worden. Die zu Reichsstatthaltern" beförderten nationalsozialis ftischen Gauleiter erhalten sämtlich Reichsministers gehälter. Zunächst war gemeldet worden, fie amtieren ihren Abgeordnetendiäten und ihrem Gauleitergehalt 1. das Gehalt eines Reichsministers, 2. die Ortszulagen hiezu, 3. evtl. Kinderzulagen, 4. Wohnungsgeld, 5. außerdem eine Dienstaufwandsentschädigung, die auf 25000 Reichsmart festgelegt werden soll. Die Gesamts bezüge aus der Reichstaffe werden demnach über 60000 Reichsmark brutto pro Kopf betragen. Parole:„ Nichts für uns, alles für das Volk!" Es ist dieselbe Geschichte wie mit dem„ Gehaltsverzicht" des Reichskanzlers. Die guten Nazis freuen sich über seis nen Jdealismus. Sie wissen aber nicht, daß im Reichshaushalt neben dem„ Gehalt" noch an die 200000 Mart nur ehrenamtlich. Jetzt beziehen diese 13 Herren jeder neben Aufwandsentschädigung und Dispositions Frankreich wird aktiv Mißglücktes Luftmanöver Drohende Sprache des ,, Temps" gegen deutsche Luftpolizei Deutschland bekommt keine Luftpolizei Paris, 7. Juft Der offiziöse„ Temps" beschäftigt sich in seinem heuti gen Leitartikel ausführlich mit der akut gewordenen Frage der deutschen Luftpolizei. Er erinnert daran, daß Herr Göring am Tage nach dem angeblichen FlugzeugUeberfall auf Berlin„ öffentlich die Schaffung einer aus reichenden deutschen Luftpolizei gefordert habe. Der " Temps" erklärt hierzu wörtlich: Die deutsche Regierung täuscht sich, wenn sie glaubt, mit der harmlosen Bezeichnung Luftpolizei irgendwelche betrügerische Geschäfte betreiben zu können; denn in Wahrheit ist jede Luftpolizei gleichbedeutend mit Mili: tärfliegerei. Schon deshalb hat das deutsche Argument, der Versailler Vertrag würde angeblich über die Frage der Luftpolizei schweigen, feine Berechtigung. Aber wir wollen die Berliner Regierung daran erinnern, daß es noch so etwas gibt, wie das internationale Luftfahrtab: fommen vom Jahre 1926; diefes Abkommen hat die deutsche Regierung feierlich unterschrieben am Tage nach dem Abschluß des Vertrages von Locarno. Und durch dieses Abkommen verpflichtete sich Deutschland, jede militärische Fliegerei, sogar jede theoretische Ausbildung, die als Vorstufe hierzu gelten könnte, zu unterlassen. Aber nicht nur das: Im Anhang 2 zum inters nationalen Luftfahrtabkommen erklärt Deutschland zu allem Ueberfluß, daß das Verbot der bewaffneten Fliegerei figh auch für die Polizei und für Polizei. 3wede erftreden foll! Ausdrücklich wird an einer anderen Stelle noch einmal wie: derholt, daß für Deutschland jede Art der Flugpolizei verboten ist. Der„ Temps" stellt hierzu fest, daß schon der Versuch einer Schaffung der Luftpolizei durch Herrn Göring eine gewollte Verlegung der Friedensverträge und der internationalen Abkommen darstelle, und betont, daß die angrenzenden Staaten bestimmt nicht passiv bleiben würden, wenn Deutschland es wagen sollte, von der Propaganda zur Tat zu schreiten. Abschließend verweist der ,, Temps" auf die vorgestrige Debatte im englischen Unterhaus und glaubt, daß auch die britische Regierung keineswegs bereit sein wird, sich irgendwelchen vollendeten Tatsachen zu beugen. Der geheimnisvolle Flug über Berlin hat sich aber gegen Deutschland ausgewirkt. Hitlers ganze Außenpolitik ist eine einzige Niederlage Deutschganze Außenpolitik ist eine einzige Niederlage Deutsch lands. Dänemark beunruhigt Nicht Abrüstung, sondern verschärfter Grenzschutz Der Kopenhagener„ Sozial- Demokraten" bringt einen Artikel des Oberst- Leutnant E. Solten- Nielsen unter dem Titel„ Der Friedenswille Deutschlands". Oberst- Vents nant Solten- Nielsen ist Mitarbeiter des„ Sozial- Demokras ten" in militärischen und ähnlichen Fragen. Sein Artikel enthält Gedankengänge, die in einem gewissen Maße in der dänischen Sozialdemokratie verbreitet sind. Es heißt darin: Der Ministerpräsident hat nun das Landesverteidigungsminifterium übernommen. Es hätte angesichts der gegenwärtigen beunruhigenden Lage in keine besseren Sände gelegt werden können. Seine Aufgabe wird nicht leicht sein, denn obwohl die Sozialdemokratie grundfäßlich für die Abrüstung ist, kann niemand, der mit offenen Augen die Welt sieht, sich darüber hinwegtäuschen, daß ge genwärtig eine Abrüstung Dänemarts night vertretbar ist. Andererseits ist es wichtig, den Lenten mit leicht entflammbarer Phantasie Schranken zu setzen, die von Dänemark als einer Großmacht am Eingang in die baltische See träumen. Die Meinung der Führer unserer Flotte in dieser Ginficht ist klar. Eine entsprechende Klarheit über unsere Armee ist leider gegenwärtig bei den Führern unserer Armee nicht vorhanden. Es wird nun die Aufgabe Staunings als Minister der Landesverteidigung sein, das Heeresgesetz von 1982 inners halb seines finanziellen Rahmens für die von den Süds fütländern gewünschte Grenssicherung so ausannügen, daß diese ihre tägliche Arbeit verrichten tönnen, ohne fleis nere Juvafionen irregulärer militärischer Organisationen vom Süden der Grenze her fürchten zu müssen. Es ist ferner zu hoffen, daß Stauning das Heeresgeset benußen wird, um die Heimstätten und die Sivilbevölte rung gegen ausländische Flugzeuge zu vertei digen, die die Bevölkerung überall au terrorifieren vers zu möchten. Metternich wacht Hakenkreuzblätter getarnt nach Oesterreich geschmuggelt Die in Desterreich verbotenen Münchener Neuesten Nachrichten" wurden mit einem neuen Kopf als„ Münchner Telegramm- Zeitung" nach Desterreich gesandt und geschmuggelt. Die österreichische Polizei, die über alle Wandlungen der Zeit hinweg die alten Metternischen Traditionen gepflegt hat, bemerkte den Schwindel und fündigt an, es werde teine Nazizeitung nach Desterreich hereintommen fonds für den Reichskanzler stehen, ein Sümmchen, das für einen Junggesellen wie Hitler auch noch genügen dürfte. Daneben hat Hitler, wie er sich selber rühmt, hohe Einkünfte aus seinem Zeitungs- und Büchergeschäft. Rein Reichskanzler der Republik hatte ein so hohes Einkommen wie der Nazikanzler. Der sozialdemokratische Reichskanz= ler Hermann Müller ist ohne Vermögen gestorben. Das selbe gilt für den sozialdemokratischen Reichspräsidenten Friedrich Ebert. ,, Gemeinnuß geht vor Eigennut" ist die natio nalsozialistische Parole. Wie sie durchgeführt wird, zeigt das 60 000- Mart- Brutto- Einkommen der nationalsozialistis schen Reichsstatthalter. Severings Schicksal Weder mißhandelt, noch gelsteskrank Nach einer Meldung aus Wien, die in der kommunistischen Presse verbreitet wird, soll Severing am 19. Mai auf der Fahrt zur Reichstagsfizung zwischen Bielefeld und Berlin von SA.- Leuten aus dem Zuge geholt und mißhandelt wors den sein. Er habe einen totalen Nervenzusammenbruch ers litten und sei in eine Frrenanstalt gebracht worden. Diese Angaben find falsch. Severing ist nicht von der SA. mißhandelt worden. Er wurde auch nicht in eine Frrenanstalt gebracht. Richtig ist, daß er auf der Reise nach Berlin, die er in sehr geschwächter Gesundheit antrat, eine Nervenkrise hatte und sich infolgedessen für kurze Zeit ins Krankenhaus begab. Severing wohnt jezt wieder in Bielefeld. Rückgrat gebrochen! Nun dürfen sie weiter ,, leben" Bei der Saarbrüder 3entrale des katholischen Jungmännerverbandes ist folgendes Telegramm des Generalpräses Wolfer eingelaufen: " Verfügung Staatspolizei aufgehoben. Weiterarbeit in Verband und Vereinen in alter Form." Von der Geheimen Staatspolizei des preußischen Innenministerium ging der Reichsleitung des Katholischen Jungmännerverbandes Deutschlands und der Deutschen Jugendfraft in Düsseldorf die amtliche Mitteilung zu, daß die unter dem 1. Juli ergangene Verfügung über Schließung der Geschäftsstelle und Sicherstellung der Akten und des Vermögens der Verbände und der Vereine aufgehoben worden ist. Das Jugendhaus in Düsseldorf hat seine Diensträume wieder geöffnet. Die polizeilich vollzogenen Maßnahmen in Stadt und Land sind damit im ganzen Gebiet des Staates Preußen aufgehoben. Den Vereinen ist die Freiheit der Betätigung im bisherigen Umfange zurückgegeben. Nähere Anweisungen der Reichsleitung der beiden Verbände erfolgen in kürzester Frist. Und Brüning? Ein Nachrichtenbüro will wissen, daß Dr. Brüning die Absicht habe, sich aus dem politischen Leben zurückzuziehen. Dazu ist zu sagen, daß diese Meldung zu pofitive Form hat. Irgend eine feststehende Absicht liegt bei Herrn Dr. Brüning noch nicht vor. Man kann um Brünings willen nur wünschen, daß er sich einstweilen zurückzieht. Es fehlte noch, daß er sich unter dieser Regierung politisch„ betätigt". Wieder einer Infolge von Miẞhandlungen gestorben Der bekannte Nürnberger Rechtsanwalt Dr. Rosenfelder, einer der bedeutendsten Strafrechtsverteidiger Deutschlands, ist infolge der vichischen SA.- Behandlung gestorben. Rosens felder wurde in den Zeiten der Schnellgerichte von Sozia liften und Kommunisten bevorzugt und fast in ganz Deutsch land in Anspruch genommen.( Der Obernazi Streicher und sein Adlatus Holz haben Rosenfelder schon lange vor dem März 1988 in vielen Artikeln ihres berüchtigten„ Stürmer", den Martertod angekündigt. Die Todesnachricht dieses über= zeugten Vertreters eines ungebeugten Rechtsgedankens, dem nun die längst prophezeiten Segnungen„ Dachaus" zutet! wurden, wird in allen Kreisen aufrechter Menschen weit über die Parteigrenzen hinaus tiefste Erschütterung auss lösen. Sie lügen, Hitler! Die Reichsregierung lügt das Ausland über den Judenboykott an London, den 7. Juli 1983.( Eig. Meld.) Die Sympathien des Auslandes wenden sich von Tag zu Tag mehr von Deutschland ab. Auch der englische Staatssekretär Sir John Simon hielt eine scharfe Protestrede gegen den brutalen Terror des Faschismus in Deutschland. Er schilderte auf Grund authentischer Informationen die Rechtlosigkeit aller Minderheiten in Deutschland und stellte fest, daß die unter dem Hakenkreuz verübten Bestialitäten das gesamte britische Volk aufs Tieffte empören. Es sei tragisch, daß der deutsche Reichskanzler Adolf Hitler gerade bei den Leuten, deren Stimmung gegen Deutschland immer freundlich war, alle Sympathien für das heutige Deutschland zerstört habe, Sympathien, die Deutschland dringend brauche. Es sei ernstlich zu wünschen, daß die Zeit klarlege, wo Großbritannien mit gutem Gewissen an einer Lösung der Probleme Europas mithelfen könne; dies wäre aber nur möglich, wenn Großbritannien vollstes Vertrauen hinsichtlich der Behandlung der Minderheiten in allen Teilen der Welt hätte. Was heute in Deutschland vorgehe, könne unmöglich zur Befriedung Europas beitragen. Bon offizieller deutscher Regierungsseite wird zu der Auf- Bis jeder dran kommt fehen erregenden Rede des englischen Staatssekretärs feftgestellt, daß England sich besser nicht in deutsche innerpolitische Verhältnisse einmische, denn in Deutschland set ,, Der letzte Jude muß dran glauben" gar nichts Böses passiert. Auch den Juden passiere nichts. Ein Teil der Juden würde nur im Verhältnis zur Bevölkerungszusammensetzung aus dem Amt entfernt werden. Die Hitler- Regierung hat also nicht einmal den Mut, dem Auslande gegenüber die Judenheze und verfolgung zuzugeben. Zum Beweis für die feige Verlogenheit, die nicht zugtbt, baß in Deutschland der Judenboykott fortgesetzt wird, bruden wir folgenden Handzettel ab, der uns im Original vorliegt: Willst Du ein reines Gewissen behaften Dann kaufe nicht beim Juden-Du wirst gefilmt und veröffentlicht. Diefer Bettel wird massenhaft in Köln verteilt. München, den 7. Juli 1983. Gestern abend wurde durch den Hitler- Rundfunk die Rede des Naziführers Oberleutnant J. Bosch in München vers breitet. Diese Rede, die vor der SA. und SS. gehalten wurde, war eine solch infame Hetze gegen Juden, Marristen, über: haupt Republikaner, daß das gesamte Ausland durch diesen Vortrag aus erster Quelle von einem nationalsozialistischen Führer den brutalen Terror des deutschen Faschismus fennen lernte, Oberleutnant Bosch erklärte offen, daß die faschistische Revolution noch längst nicht zu Ende sei, daß auch der letzte Jude dran glauben müsse. Die unglaublich zynischen Ausführungen diefes promis nenten Naziführers endeten mit dem Sage:„ Wir werden die Revolution bis ins Letzte durchführen. Man sagt uns, wir seien radikal. Nein, wir find viel zu liberal. Wenn auch die Juden fluchtartig das Land verlassen, wir müssen anders mit ihnen abrechnen. Meine lieben Zuhörer, wir verstehen uns doch. Wir brauchen doch bloß mit den Augen zu zwinkern: Wir werden nicht eher ruhen, bis jeder drankommt. Bis alles das, was andern gehörte, unser ist." Auf den Spuren Stalins Die Zwangsanleihe, die dem kargen Lohn der deutschen Arbeiter und Beamten entnommen wird, ist da... Genau wie in Rußland- Wer nicht pariert, der... Berlin, 6. Juli. Der Staatssekretär im Reichs finanzministerium Frig Reinhardt hat am 6. Juli 1933 durch Rundfunk an alle Volksgenossen und Volksgenossinnen den folgenden Aufruf gerichtet: Dem Aufruf, den ich im Auftrage der Reichsregierung hente vor einer Woche an alle Volksgenoffen und Volks genoffinnen durch Rundfunk gerichtet habe, ist zahlreich Folge geleistet worden. Unzählige Beamte und Angestellte haben einen Teil ihres am 30. Juni fällig gewesenen Gehaltes und unzählige Arbeiter einen Teil ihres am 1. Juli fällig gewesenen Lohnes als freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit geleistet. Sie haben darüber hinaus ihren Arbeitgeber ersucht, ihnen bis auf Widerruf von ihrem Gehalt oder Lohn einen bestimmten Hundertsag einzubehalten und den Betrag als freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit für sie an das Finanzamt abzuführen. Wo ein solches Ersuchen gestellt worden ist, behält der Arbeits geber bis auf weiteres den vom Arbeitnehmer bestimmten Teil des Lohnes ein, um diesen für den Arbeitnehmer als freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit an bas Finanzamt abzuführen. Bei der Berechnung des Ab= anges der Lohnstener vom Arbeitslohn ist in dem Falle nicht vom rohen Arbeitslohn, sondern von dem um den Spendenbetrag gekürzten Lohnbetrag auszugehen. Auf diese Weise ermäßigt sich jedesmal der Betrag der vom Arbeitgeber eins zubehaltenden Lohnsteuer. Ein Beamter, Angestellter oder Arbeiter, der ein ErJuchen der bezeichneten Art an seinen Arbeitgeber gerichtet hat, kann dieses Ersuchen jederzeit widerrufen. Er ist also nicht verpflichtet, sich einen bestimmten Hundertsag auf eine beftimmte Zeit abziehen zu lassen, sondern es steht ihm volltommen frei, wie lange er sich an dem großen Werk der freiwilligen Spende zur Förderung der nationalen Arbeit beteiligen will. Jeber Beamte, Angestellte oder Arbeiter, der ein Ersuchen ber bezeichneten Art an seine Arbeitgeber noch nicht ge= richtet hat, holt das so schnell wie möglich nach, wenn er auch zum Ausdruck zu bringen wünscht, daß er sich denjenigen Volksgenossen gegenüber, die ohne Arbeit und ohne natürliche Einkommen sind, verbunden fühlt. Das ist nicht mehr und nicht weniger, als eine 3 wange. anleihe nach russisch bolschewistischem Must er. Genau wie unter Stalin die russischen, so müssen unter Hitler die deutschen Arbeiter und Angestellten auf einen bestimmten Lohnanteil verzichten und sich damit einer Wie die Einschränkung ihres Lebensstandards fügen. braucht kaum etwas gesagt zu werden. Wer nicht mittut, Freiwilligkeit" im dritten Reiche aussieht, darüber fliegt auf Diktat der NEBO. bei nächster Gelegenheit aus dem Betrieb. Er ist dem Terror ausgeliefert und hat nicht die geringste Möglichkeit, sich zu wehren. Sein Lohn wird getürzt für 3wecke, die die Unterdrückung der Arbeiter und Angestellten noch verschärfen sollen. ..... und bist du nicht willig" Deutschlands Einkreisung Das Dritte Reich hat es geschafft: Französischrussiche Freundschaft gegen Deutschland wtb. Paris, 6. Juli. Der französische Außenminister Paul Boncour hatte mit dem russischen Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten Litwinow heute vormittag eine Unterredung, die dreiviertel Stunden dauerte. In dem Bericht der Havasagentur darüber wird erklärt, die beiden Minister hätten die politische Lage durchgesprochen und mit Befriedigung die gemeinsame Stellung festgestellt, die hin fichtlich einer gewissen Anzahl von Problemen Frankreich Nichtangriffspattes eingenommen hätten. Außenminister und Rußland seit der Ratifikation des französisch- russischen Paul Boncour beglückwünschte Litwinow zu der bedeutsamen Anteilnahme, die dieser an der Vorbereitung und an dem Abschluß des Abkommens über die Definierung des Angreifers genommen habe, das in London die Bemühungen kröne, die er selbst in Genf verfolgte, und denen der Bericht Politis seine endgültige Form gab. Der Ton gegenüber Sowjetrußland, der hier gewechselt hat und seit der Unterzeichnung des neuen Nichtangriffspaktes der Ostmächte immer wärmer geworden ist, wird also in dem offiziellen Communique über die heutige französisch- russische Begegnung zu einer wahren Freundschaftskundgebung. * Sie kommen sich immer näher wtb. Paris, 7. Juli. Der„ Petit Parifien" will über die Unterredungen, die Litwinow gestern mit Ministerpräsident Daladier und Außenminister Paul Boncour hatte, berichten können, daß Litwinow die französisch- russische Annäherung so weit als nur irgend möglich fördere und sie sogar auf die Verbündeten Frankreichs, also auf die Kleine Entente und Polen, ausdehnen wolle; außerdem hätten sich die gestrigen Berhandlungen Litwinows auf die Entwicklung und den Ausbau der französisch- russischen Wirtschaftsbeziehungen erftredt. Verhaftet! Zwei frühere bayrische Minister München, 6. Juli. Die bayerische politische Polizei hat im Auftrag des Innenministeriums den früheren Kultusminister Dr. Goldenberger( Bayerische Volkspartei) in Schubhaft genommen. Er wurde in die Gefängnisanstalt Stadelheim gebracht. Auch der frühere Innenminister Dr. Schweyer( Bay. Vpt.) wurde festgenommen, und zwar wegen eines Briefes an den früheren Ministerpräsidenten Dr. Held, in dem er sich über die neue Regierung und die heutigen Zustände im Reich abfällig geäußert habe. Bei seiner polizeilichen Vernehmung beleidigte er, wie mitgeteilt, den Reichskanzler abermals in gröblichster Weise. Schweyer wurde dem Gericht übergeben. In dem Brief Schweyers an Held heißt es sehr zutreffend, daß heute von Recht und Gerechtigkeit, von Gesetz und Ordnung keine Spur mehr vorhanden sei. Gött liches und menschliches Recht werden mit Füßen getreten, entartete Menschen geben vor, die sittlichen Erneuerer des deutschen Volkes zu sein, während sie doch nur ihren Mitmenschen mit Gewalt ihren Willen aufdrängen und wie Raubtiere ihre egoistischen Instinkte befriedigen. Empörend sei daher besonders, daß allenthalben Lüge, Verdrehung und Heuchelei bis in die obersten Stellen hinein herrschen. Es müsse einem das Herz bluten, wenn man sehe, wie heute unsere Jugend systematisch verdorben und zur Ungefeßlichkeit ermuntert werde. Weiter wird der Vorwurf er hoben, daß sich der„ derzeitige Machthaber" unbefugte Ein griffe in das Justizwesen erlaubt habe. Jedes Wort dieses Briefes ist zu unterschreiben. Fast alle führenden Leute der Bayerischen Volkspartei und des Zens trums feligen Angedenkens haben die gleiche Auffassung. Dr. Schwener hebt sich aus ihnen heraus, weil er den Mut hat, es auch zu sagen und zu schreiben. Den Brief an Held hat man, wie wir erfahren, bei einer Hausfuchung in der Wohnung Helds gefunden. Jetzt folgt die Rache... In den Mitteilungen des Staatssekretärs im Finanzamt, Das Neueste Reinhard, heißt es: Die freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit kann geleistet werden: 1. In bar, durch Zahlkarte, durch Postschecküberweisung oder durch Banküberweisung oder 2. Durch das Ersuchen an den Arbeitgeber, einen bestimmten Hundertsaß des Lohnes oder Gehaltes als freiwillige Spende einzubehalten und an das Fis nanzamt abzuführen oder 8. Durch das Ersuchen an das Finanzamt, einen zuviel gezahlten Sienerbetrag als freiwillige Spende zu verwenden oder 4. Durch das Ersuchen an die Kapitalgesells schaft, einen beiftmmten Hundertsaz der Aufsichtsrats: Bergütung als freiwillige Spende einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen. Jeder Betrag, der, einerlei in welcher Form, als freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit gegeben wird, tommt einem Sondervermögen des Reiches zu. * Man macht es den„ Spendern" bequem. Aber wehe ihnen, wenn sie nicht spenden. Es wird vermerkt, notiert, und eines Tages als„ Mangel an vaterländischer Gefinnung" festgestellt. ,, In wenigen Tagen Ein Auto aus dem Reiche- Drohung mit Gewaltmaßnahmen gegen ,, Deutsche Freiheit" und » Volksstimme" In den Nachmittagsstunden des Donnerstag erschien vor ber Buchhandlung der„ Voltsstimme" ein Personenauto mit der Erkennungsnummer I X 105 575 D. Jufaffen des Wagens waren einige junge Leute, die mit drohenden Gesten und Schimpfworten auf das Haus wiesen. Einer von ihnen stieg bann aus und betrat den Laben und verlangte je ein Erem: plar der„ Boltsstimme" und der Deutschen Freiheit". Beide Zeitungen wurden ihm anstandslos gegeben, da die Leute vom Geschäftsraum aus vorher nicht beobachtet worden waren. Kaum hatte der junge Mann die Zeitungen im Befig, stürzte er zur Tür hinans und schrie laut zurüd: seid Sprang, daß schleunigst davon fuhr. Immerhin war es noch möglich, die Nummer des Wagens festzustellen. Man kann nicht daran zweifeln, daß diese Burschen zu den Spigeln gehören, die jetzt in großen Scharen das Saargebiet bevölkern. Bei der Gesinnung dieser Leute und den Terrorproben, die sie im Reiche wie in Oesterreich in hin reichender Anzahl abgelegt haben, muß man die Drohung dieser jungen Burschen durchaus ernst nehmen. Die Polizeis direktion in Saarbrüden wurde sofort benachrichtigt. Berlaßt Euch brauf, in wenigen Tagen feib Im Saargebiet verboten Ihr erledigt, dann ist es aus mit den beiden Blättchen„ Boltsstimme" und der Deutschen Freiheit". Ein Verfuch, ben Burschen festzuhalten und zu ermitteln, mißglückte, da er in rasender Eile in sein Auto Die„ Kölnische Zeitung" und die„ Südwestdeutsche Bauerns Zeitung" find von der Regierungskommission für das Saars Zeitung" find von der Regierungskommission für das Saar gebiet verboten worden. In einer Maffenversammlung von Seeleuten, Docks arbeitern und Fuhrleuten wurde am Donnerstagabend für den heutigen Freitag ein Generalstreik im Hafen von Dublin beschlossen. Es soll versucht werden, eine völlige Arbeitsstillegung zustandezubringen. Der Staatsanwalt in Madrid hat gestern gegen die in dem Aufstandsversuch vom 10. August v. J. verwickelten Personen folgende Strafen beantragt: Todesstrafe für General Cas valcanti, lebenslängliches Zuchthaus für 18 Angeklagte, darunter einen General, 18 Jahre Gefängnis für zwei Anges flagte, 8 bis 15 Jahre Gefängnis für sechs Angeklagte. Bei 28 Angeklagten hat der Staatsanwalt die Anklage fallen lafen. Wie Havas aus Buenos Aires berichtet, kam es bei der Beisezung der Leiche des früheren Präsidenten Irigoyen zu Zwischenfällen zwischen Anhängern der Nichtung Frigoyen und Gegnern. Der Offizier, der die milis tärischen Ehrenbegleitung des Leichenzuges befehligte, gab seinen Soldaten Befehl, gegen die Menge einzuschreiten, die die Tribüne mit dem Radiomikrophon umlegte. Pater Franziskus Strathmann, der Führer des aufs gelösten Friedensbundes deutscher Katholiken, wurde vers haftet. Das österreichische Justizministerium hat eine Anweisung zum verschärften Vorgehen gegen politische Häftlinge erlassen. Bei Zusammenstößen zwischen Teilnehmern an einer Rundgebung der Baterländischen Front" und Nationals fozialisten, wurden 10 Personen verlegt. " Wie Havas aus Oran berichtet, haben sich in Tlemcen zahlreiche Eingeborene mit Totschlägern bewaffnet an einem Umzug durch die Stadt zusammengefchloffen und Läden ges plündert. Die Gendarmerie nahm fünf Personen feft. Der Superintendent hungert zu Breslau Der Superintendent Bronisch, der eines Artikels gegen die„ bentschen Chriften" wegen in Schughaft genommen worden ist, ist im Breslauer Gefängnis in den Hungers streit getreten. Lawine Vier Todesopfer Gofan( Steiermark), 7. Juli. Der Behuslav Feierabend Kindern am Linzer Weg im Dachsteingebiet durch eine Las aus Prag wurde am 6. Juli mit seiner Frau und seinen zwet wine getötet. Eine Bergungsexpedition bringt die nach Gosan. Zwei Kinder beim Segeln ertrunken ichen Warnemünde, 7. Juli. Gestern nachmittag ereignete fich hier auf dem Breitling ein schweres Segelbootsunglüd, bei dem zwei Kinder ertranten. Der sofort an die Unfalls stelle beorderte Taucher konnte die Kinder nur als Leichen bergen. * 19 Zum Scheitern der Weltwirtschaftskonferenz 2003 M 200 Pfund- Dollar- Sowjetrussland Die wachsende Krise des Weltkapitalismus Kampf um die Währung Die Konferenz scheitert an der Währungsfrage. Die Staaten, die bei der Goldwährung geblieben sind, haben erklärt: keine Vereinbarungen über den Abbau von Zöllen und Einfuhrverboten ohne Stabilisierung des Dollars und des Pfund Sterling! England hat hinzuge. fügt: wir sind bereit, das Pfund Sterling zu stabilisieren, wenn auch der Dollar stabilisiert wird. Der Präsident Roosevelt aber hat die Stabilisierung des Dollars abgelehnt. Aus drei Gründen: er will erstens den Wert des Dollars senken, um die überschuldeten amerikanischen Landwirte zu entlasten. Er will zweitens durch eine Politik der Inflation die Krise der amerikanischen Industrie bekämpfen. Er will drittens den amerikanischen Außenhandel dadurch stärken, daß er den Dollarkurs solange senken will, bis das alte Verhältnis zwischen dem Dollar und dem Pfund, wie es vor der Entwertung des Pfund Sterlings bestanden hat, wiederhergestellt wird. Auf Roosevelts Ablehnung antwortet England: Senkt ihr den Dollar noch weiter, dann werden wir auch den Kurs des Pfund Sterlings noch weiter herunterdrücken. Denn wir wollen den Vorteil nicht entbehren, den unser Außenhandel daraus zieht, daß das Pfund im Verhältnis zum Dollar entwertet ist. So droht ein erbitterter Kampf zwischen dem Pfund und dem Dollar- ein Kampf darum, welche der beiden Währungen tiefer herunter gedrückt wird, ein Wettbewerb in der Entwertung! Die Goldländer, Frankreich an der Spize, erklären dazu: eine solche Entwertung der Währungen der mit uns konkurrierenden Länder können wird nur mit der Erhöhung von Zöllen, Einfuhrverboten, Exportprämien beantworten also kann von einem Abbau der Handels beschränkungen keine Rede sein! So drohen alle Bera tungen der Konferenz an dem Kampfe zwischen Pfund und Dollar zu scheitern. Der Welsheit Ende So scheint der letzte Versuch, die zerbrechende Weltwirtschaft des Rapitalismus zu retten, nur mit einer Verschärfung der Weltwirtschaftskrise zu enden. Denn ein Wettbewerb Englands und der Vereinigten Staaten in der Entwertung ihres Geldes würde unzweifelhaft bedeuten: weiteren Druck auf die Goldpreise der Rohstoffe, daher Verschärfung der internationalen Agrarkrise; weis tere Verschärfung der Konkurrenzkämpfe auf dem Welt markt, daher immer höhere Zölle und immer durch greifendere Einfuhrbeschränkungen, also geradezu den Zerfall der Weltwirtschaft; weitere Verschärfung der Gegensätze zwischen den europäischen Staaten und Ame rika, daher Unlösbarkeit des Problems der politischen Schulden! All das aber bedeutet: weitere Verschärfung der Weltwirtschaftskrise und des Massenelends! Das iſt das letzte Wort der Weisheit von fünfundsechzig kapitadas letzte Wort der Weisheit von fünfundsechzig kapitalistischen Regierungen! Rußlands Erfolg Es klingt wie ein Witz und ist doch buchstäblich wahr, daß aus der Londoner Konferenz, die die Weltkrise des Rapitalismus überwinden sollte, nur ein einziger Staat mit greifbarem Erfolg nach Hause kommen wird und dieser Staat dieser Staat- Sowjetrußland ist! Litwinow hat die Londoner Beratungen sehr geschickt ausgenützt. Er bringt aus London drei wesentliche Erfolge für die Sowjetrepu aus London drei wesentliche Erfolge für die Sowjetrepu blick nach Hause. Erstens hat er sich in London mit der blick nach Hause. Erstens hat er sich in London mit der englischen Regierung über die Beendigung des Handelskrieges zwischen England und Sowjetrußland verständigt. Rußland hat die beiden in Moskau wegen Sabotage ver urteilten englischen Ingenieure freigegeben; dafür hat England das Einfuhrverbot für russische Waren aufEngland das Einfuhrverbot für russische Waren auf gehoben und Verhandlungen mit Rußland über einen neuen Handelsvertrag eingeleitet. 3mpeitens hat Litwinow in London die Verhandlungen mit Polen und der Kleinen Entente über den Ausbau der Nichtangriffspakte im Osten ein wesentliches Stück vorwärtsgebracht. Im Osten entsteht da ein neues, Sowjetrußland auf der einen, Polen und die Kleine Entente auf der anderen Seite umfassendes Vertragssystem, das den französisch- russischen Nichtangriffspakt sehr wertvoll ergänzt, Rußland für absehbare Zeit den Frieden an seiner Westgrenze sichert und ihm dadurch Zeit gibt, seine großen inneren wirtschaftlichen Schwierigkeiten allmählich zu überwinden. Drit lichen Schwierigkeiten allmählich zu überwinden. Drittens hat Litwinow in London einen für die russische Roh ölproduktion sehr wichtigen Dellieferungsvertrag mit ölproduktion sehr wichtigen Dellieferungsvertrag mit einer englisch- kontinentalen Kapitalistengruppe abgeschlossen. Zu diesem dreifachen praktischen Erfolg der russischen Politik in London dürfte aber noch ein weiterer kommen, der dort gleichfalls vorbereitet worden ist. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß die Sowjetregierung dank den Londoner Verhandlungen ihre förmliche polittsche Anerkennung durch die Vereinigten Staaten von Amerika erreichen wird, was die Voraussetzung für eine Verdichtung der russisch- amerikanischen Handels- und Kreditbeziehungen wäre. Karl Marx lebt Seit dem Siege des Faschismus in Deutschland glauben die Spießbürger aller Länden den Margismus besiegt. Jst er es wirklich? Auf der einen Seite erweist sich der Weltkapitalismus abermals außerstande, seine eigenen Probleme zu fösen, seine Betriebe wieder in Gang zu sezen, seine Lohnsklaven wieder zu beschäftigen, seine Profite wieder herzustellen, das Leben unter seiner Herrschaft den Völkern erträglich zu machen. Auf der anderen Seite aber zieht aus den Interessengegensätzen zwischen den kapitalistischen Mächten, an denen alle Versuche gemeinsamer Tat zur Ueberwindung der Weltkrise scheitern, der einzige Staat Nugen, in dem, wie fern er immer noch von dem Ziel einer wirklich sozialistischen Gesellschaftsordnung auch ist, do chdie Kapitalisten und die Grundherren enteignet sind, die Produktionsstätten nicht mehr Kapitalisten gehören, sondern dem Staat, und in unerhörtem Ringen der Versuch unternommen wird, auf einem Sechstel der Erdoberfläche an die Stelle kapitalistischer Anarchie sozialistische Planwirtschaft zu setzen. Gewiß, wenn der Kapitalismus wirtschaftlich unhaltbar geworden ist, so mag brutale Gewalt ihm trotzdem noch seine Lebensfrist verlängern. Gewiß, wenn die Sowjetunion ihre Positionen nach außen stärkt, so ringt sie doch im Innern noch mit ungeheuren, gefahrenschwangeren wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Und dennoch ist es eine eindrucksvolle Tatsache, daß aus diesem Zusammenbruch der Weltwirtschaftskonferenz, die die Weltkr e des Rapitalismus überwinden sollte, nur das rote Rußland allein Erfolge heimbringt. Sieht das Weltereignis dieses Ausganges der Londoner Konferenz wirklich danach aus, daß man sagen dürfte, der Marxismus sei besiegt? Jüdische Abschied von London sche Jugend Gescheitert am Widerstand der Goldstandart- Länder und an den Isolierungsarbeiten Amerikas einschließlich Indiens, Japans und der skandinavischen Länder machten mehr als das Doppelte der Interessen sämtlicher Goldstandardländer ans. Die Erörterungen in den verschiedenen Kommissionen und Ausschüssen der Konferenz hätten sogar den Eindruck ers weckt, daß die Länder, deren Währung nicht mehr an Gold gebunden ist, leichter zu einer Verständigung kommen dürften, wenn sie unter sich blieben. Freilich handele es sich bei solcher Teilverständigung natürlich nur um die zweits beste Lösung. Neue Instruktionen Roosevelts Die Vertagung der Londoner Konferenz ist beschlossene Sache. Niemand kann hente sagen, wann und ob sie wieder aufgenommen wird. Sie ist gescheitert an den Interessengegenfäßen der hochfapitalistischen Länder, was nicht ausschließt, daß jedes von ihnen den andern die Schuld gibt. Die„ Londoner Financial News" schreibt, wahrschein lich werde keiner der Hauptdelegierten in London bleiben und ganz neue Verhandlungen über Hauptfragen seien nicht mehr zu erwarten. Die einzige Rechtfertigung für die Forts jegung der Konferenz sei möglicherweise, daß die Anwesenheit von fachverständigen Vertretern zahlreicher Nationen in einer Stadt zur Ausarbeitung vorteilhafter Handelsvereinbarungen zwischen zwei und mehr Staaten führen Aehnliche Gedanken äußert„ Times" in einem Leitartikel ,,, Höhere Preise!" der durch seinen fühlen Ton gegen die Goldstandardländer bemerkenswert ist. Das Blatt sagt, die fünftigen Erörte rungen würden vielleicht besser zwischen Gruppen von Ländern geführt werden, die wegen ihrer geographischen Lage oder ihrer Handelsintereffen durch natürliche Bedingungen aufeinander angewiesen seien. Als Bei= spiel solcher Gruppen nennt das Blatt die großen Weizenausfuhrländer, die soeben eine zeitweilige Vereinbarung erreicht haben und die Mitglieder des Britischen Reiches, deren Interessen immer einheitlicher würden. Wenn die Goldländer abseits bleiben wollten, so werde dies für die anderen Länder keineswegs bedenten, daß sie die Hände in den Schoß legten. Die gemeinsamen Interessen Großbritanniens, der Berlin streitet ab Durch die Presse, übrigens auch im Dritten Reich, ging dieser Tage die Meldung, irgendein Sonderkommissar von Merseburg habe verboten, daß mehr als drei Personen zusammenstehen. Der Straßburger Sender übernahm diese Meldung. Darauf haben die deutschen Sender erwidert, die Nachricht sei falsch. Erstens gebe es keinen Sonderkommissar, und zweitens sei nirgendwo in Deutschland das Zusammenstehen von Personengruppen verboten. Da der deutsche Rundfunk grundsätzlich niemals lügt, befindet er sich in einem bedauerlichen Frrtum. Wieviel Sonderkommissare es in Deutschland gibt, kann er natürlich ebensowenig wiffen wie wir. Solche Sonderkommissare werden von der SA. ernannt und manche ernennen sich wohl auch selbst. Wir empfehlen dem deutschen Rundfunk, sich beispielsweise in Ludwigshafen, Kaiserslautern und Pirmasens zu erfundigen. Dort ist verboten, daß sich, wie das in Arbeiterstädten bisher allgemein üblich war, Gruppen zu gemeinsamer Unterhaltung an den Straßenecken zusammenfinden. Ausdrücklich wird dieses Verbot mit der Furcht vor Marristen begründet, die solche kleinen Ansamm lungen zur Agitation benützten. Wiederholt sind besondere Streifen der Polizei und der Hilfspolizei gegen solches " Eckenstehen" unternommen worden. Dabei wurde auch nach verbotenen Zeitungen gesucht. In mehreren Orten der Pfalz ist polizeilich angeordnet, daß die Arbeitslosen nach dem Stempeln sofort ihre Wohnung aufNeuyork, 7. Juli. Präsident Roosevelt hat der amertfanischen Delegation auf der Weltwirtschaftskonferenz neue Jüdische Blauhemden organisieren den Boykott deutscher Waren London, 5. Juli( Inpreß.) Jüdische Jugendorganisationen, die sich selbst Blauhemden nennen, organisieren eine große Kampagne zum Boykott deutscher Waren. Blauhemden durcheilen die Stadt, suchen die Geschäfte auf, klären die Kaufleute über Hitlers mittelalterliche und barbarische Verfolgungsmethoden auf, verteilen Flugschriften und bereiten eine Petition mit einer Million Unterschriften als Protest gegen die deutschen Judenverfolgungen vor. Die jüdischen Jugendorganisationen sind mit der bisher zurückhaltenden Taktik der großen englischen jüdischen Orga nisationen Deutschland gegenüber unzufrieden und fordern schärfere Maßnahmen. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß Hitler über eine halbe Million Menschen ein virtuelles Todesurteil ausgesprochen habe. Unter diesen Umständen sei Zurückhaltung nur schädlich. Instruktionen übermitteln lassen. Nach Informationen der Der Hunger wächst Newyork Herald Tribune" soll Präsident Roosevelt die Delegation inständig gebeten haben, sich in London für die Annahme eines internationalen Programmes zur Erhöhung des Preisniveaus auf dem Weltmarkt einzuseßen, ein Programm, das den Plan Roosevelts über den Wiederaufbau der amerikanischen Wirtschaft zur Richtschnur hat. In offiziellen Kreisen indessen gibt man zu, daß eine internationale Aktion wohl kaum möglich sei, solange Roosevelt sein Programm über eine Erhöhung des inneramerikanischen Preisniveaus unbeugsam durchzuführen gedenke. suchen mit fenund nichtinGruppen zusammenstehen dürfen. Der Straßburger Sender war also wieder einmal besser unterrichtet als der deutsche Rundfunk. Schmählicher Erlaß Der Kirchenfürst, der beide Augen zudrückt Freiburg, 6. Juli. Erzbischof Dr. Gröber in Freis burg i. Br. hat an die Geistlichkeit seiner Diözese folgenden Erlaß gerichtet: „ Die Ausübung der Predigt und des katechetischen Amtes stellt an die Seelsorger in Zeiten, wie wir fie jetzt durchleben, erhöhte Anforderungen. Sie werden zwar auch jetzt die katholische Lehre in ihrer vollen Jntegrität vortragen, dabei aber diejenigen Wahrheiten besonders betonen, welche zur Erhaltung des Friedens und der Einigkeit, zur Stärkung der staatlichen Autorität und zur seelischen Aufrichtung unseres Boltes geeignet sind. Im Interesse der Seelsorger selbst und der Kirche sehen wir uns weiter zu der Mahnung und Weifung veranlaßt, in Predigt, Christenlehre und Religionsunterricht sowie in der Vereins: tätigkeit und privaten Aussprache alles zu vermeiden, was als Kritik der leitenden Per= sönlichkeiten des Staates oder der Gemeinde oder der von ihnen vertretenen staatspoliti: schen Anschauungen ausgelegt werden könnte. schen Anschauungen ausgelegt werden könnte, Das heißt also, die Kirche schweigt zu allem, was an Schändlichkeit im Dritten Reich geschieht. Das sind die Nachfahren dessen, der am Kreuze für seine Predigt litt und starb. Sinken des Fleischverbrauchs Das Preußische Statistische Landesamt givi joigendes betannt: Die Zahl der Schlachtungen ist nach den Mitteilungen des Preußischen Statistischen Landesamts bei allen Vicharten zurückgegangen. Der Fleischausfall aus Inlandsschlach= tungen ist im ersten Vierteljahr 1933 um 3,5% kleiner als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Auch die Fleischeinfuhr und die Grenzschlachtungen haben sich verringert. Statt 13,93 Kilogramm im ersten Vierteljahr 1932 entfallen im ersten Vierteljahr 1983 auf den Kopf der Bevölkerung nur 13,36 Kilogramm Fleisch. Das bedeutet eine Abnahme um 4%, die im wesentlichen durch die allgemeine Rauftraftschrump fung verursacht sein dürfte. Wie sich aus den hohen Viehbeständen ergibt der Rindviehbestand ist nach der letzten Zählung rund 1% größer als ein Jahr vorher, rund 4,5% größer als zwei Jahre früher, der Bestand an Schlachtschweinen hat sich seit Jahren bis in wäre die Landwirtschaft in der die jüngste Zeit vermehrt Lage, einen weit größeren Bedarf zu befriedigen. Verhaftet die Junker! Krach in Pommern In der Vorstandssitzung des pommerschen Landbundes versuchten die Großgrundbesizer gegen die Gleichschaltung und gegen den überwiegenden Einfluß von Nationalsozia= liften Opposition zu machen und forderten die Widerwahl des alten, ihnen genehmen Vorstandes. Nach der verschleier: ten Darstellung des Reichslandbundes wurde durch dieses Verfahren der pommersche Landbund gesprengt. Die pom mersche Gauleitung der Nationalsozialisten fordert die sos fortige Verhaftung der pommerschen Großgrundbesitzer und die entschädigungslose Enteignung ihrer Ländereien. Das preußische Innenministerium läßt die pommersche Parteiorganisation beschwichtigen, während der Propag aminis fter Göbbels sie durch Spezialemissäre zu noch radikales ren Forderungen aufzuputschen versucht. Gustav Möller. Sozialminister Schwedens: Marxismus beseitigt Arbeitslosigkeit Wie Schwedens Arbeiterregierung Arbeit schafft ( J.J.) Aus einem Gespräch mit Gustav Möller, dem schwedischen Sozialminister, mit einem Vertreter der Wiener Arbeiter- Zeitung": Für die schwedische Arbeiterregierung war es vom ersten Tag ihrer Regierungstätigkeit an klar, daß ihre vornehmste Aufgabe die Bekämpfung der Not der arbeitenden Klassen in Schweden sein müsse. Als die Regierung das Arbeitsbeschaffungsprogramm aufstellte, mußte sie für das folgende Jahr mit durch schnittlich 150 000 Arbeitslosen rechnen. Das Problem war also: Wie kann man die Möglichkeit schaffen, diesen Menschen wieder Arbeit zu bringen? ' Arbeit für alle Arbeitslosen! Das Programm wurde nun so errechnet, daß für die Summen, die die Regierung bereitstellt, 100 000 Arbeiter neu eingestellt werden. Der englische Nationalökonom Rennes sagt, daß für je zwei beschäftigte Arbeiter noch ein Mann zu rechnen ist, der durch die gehobene Kaufkraft dieser beiden Arbeit findet. Demnach ist es sicher, daß mit den Mitteln des Arbeitsbeschaffungsprogramms tatsächlich beinahe die ganze Arbeitslosigkeit in Schweden behoben werden kann. Freilich darf nicht vergessen wer den, daß Vorbereitung und Durchführung des Programms einige Zeit in Anspruch nehmen und sich daher die ersten Wirkungen erst im September dieses Jahres zeigen werden. Die Agrarkrise Es ist selbstverständlich, daß in dem Programm Weg. und Straßenbau, Brücken- und Tiefbau eine große Rolle spielen. Es begnügt sich aber keineswegs mit„ Gandkarren". Jm Gegenteil, ein wesentliches Merkmal des Programms ist seine Vielseitigkeit in allen Formen der Arbeitsbeschaffung. Es gewährt den Gemeinden Beiträge von erheblicher Höhe, die den kleinen Industrieorten, die ja von der Arbeitslosigkeit besonders betroffen werden, eine außerordentliche Hilfe sind. Bei der starken Dezentralisation der schwedischen Industrie bedeutet dies beträchtliche Beträge werden der Verbesserung der länd geradezu eine Sanierung der Industriebezirke. Ganz lichen Wohnverhältnisse der Kleinbauern und der Landarbeiter dienen. Selbstverständlich spielt auch in den Städten das Bauprogramm die allergrößte Rolle. Bauen ist nicht eine Privatangelegenheit, sondern eine Angeles grund der Wohnbautätigkeit vor allem die Bauleistung genheit der Gesellschaft. In Schweden steht im Vorderder Genossenschaften; diese Bautätigkeit zu fördern, be trachtet die Regierung als ihre besondere Pflicht. Sie hat übrigens die feste Absicht, wenn irgend möglich, dem nächsten Reichstag ein neues Programm vorzulegen. Das nächste Jahr soll ein Jahr der allgemeinen Sanierung sein, und gute Wohnungen sind das beste Fundament einer gesunden Wirtschaft. Kein Lohndruck! im Reichstag um das Programm entspann, spielte natürlich die Frage der Arbeitslöhne eine große Rolle. Es war ja stets der bürgerlichen Weisheit letzter Schluß, der Krise mit Lohnsenkungen begegnen zu wollen und ein Arbeitsbeschaffungsprogramm mit einem Lohnsenkungsprogramm zu verbinden. Nach zwei Seiten hin hat die Arbeiterschaft hier einen großen realen und moralischen Erfolg zu verzeichnen. Lohnsenkungen wurden restlos verhindert. Etwas mehr als die Hälfte der bereitgestellten Summen wird für Arbeiten verwendet, die den Bes dingungen des offenen Arbeitsmarktes unterliegen, also unter dem Einfluß der sehr starken schwedischen Gewerf= schaften stehen. Aber auch jene Lohnsummen, die nicht dem freien Arbeitsmarkt zugeführt werden, können die Löhne nicht drücken. Denn es ist vorgesehen, daß für diese Arbeiten, vor allem Notstandsarbeiten, die allgemeinen Hilfsarbeiterlöhne gelten. Um vorzubeugen, daß etwa nur schon beschäftigte Arbeitskräfte ausgenügt werden, hat die Regierung bindende Vorschriften für die Industrie erlassen, die die Einstellung neuer Arbeiter unbedingt er. zwingen. Die Finanzierung eines solchen Programms bedeutete naturgemäß einige Schwierigkeiten. Die Regierung konnte eine Summe von 180 Millionen Kronen nicht einfach aus Steuergeldern nehmen. Sie mußte 150 Millionen Kredite aufnehmen. Aber diese Kredite sind kurzfristig und eine neue Erbschaftssteuer verbürgt die AmorIn der Diskussion, die sich in der Deffentlichkeit und tisierung von 125 Millionen innerhalb von fünf Jahren. Geld wie Heu Zur Finanzierung ausländischer NationalNeue Wege der dänischen Agrarpolitik Ab 1. Juni wird die dänische Landwirtschaftskommission sozialisten als Planwirtschaftskörper für eine Neuverteilung der landwirtschaftlichen Produktion in Dänemark tätig sein. In dieser Session wird sich die Kommission mit Butter, Fleisch und der Schweinezucht beschäftigen. Die Kommis sion besteht aus 21 Mitgliedern, darunter 3 Mitglieder aus jeder der großen politischen Parteien, Bertretern der landwirtschaftlichen Organisationen und des Ministeriums für Landwirtschaft sowie aus wirtschaftlichen Sachverständigen. Es ist möglich, daß die Tagung der Rommission erst Ende Juli beendigt werden wird. In diesem Fall wird die Kommission auch die Frage der Verschuldung in der Landwirtschaft behandeln. Der sozialdemokratische Minister für Landwirtschaft, Bording, hat in der letzten Session des dänischen Unterhauses 20 Vorlagen durchgebracht, die sich mit den verschiedenen Problemen der Landwirtschaftskrise beschäftigen, die nun auch Dänemark erfaßt hat. Damit ist es gelungen, das gesamte Regierungsprogramm auf die sem Gebiet zu verwirklichen. Die Vorlagen beschäftigten fich mit der Frage der Meliorationen, der Verschuldung, Neuaufteilung des Bodens, einer gleitenden Skala für die Entrichtung der Steuern auf Grund der Preisbewegung, mit der Unterstützung der Siedlungsbewegung für Arbeitslose, der Kontrolle des landwirtschaftlichen Erports und der Schweinezucht. Wieder Revolution in Slam Von Dr. T'ang Leang Li Der Monat Juli scheint für das Land der weißen Elefanten, Siam, der Monat der Revolutionen werden zu wollen. Nachdem im Juni vergangenen Jahres ein unblutiger Militärputsch des General Phya Bahol die unbeschränkte Monarchie des Königs von Siam beseitigt hatte, wurde nunmehr vor wenigen Tagen der im April erfolgte Versuch des siamesischen Hofes, die Errungenschaften der Revolution wieder zurückzuschrauben, durch eine neue militärische Revolte forrigiert und die politische Macht bis auf weiteres in die Hände der Armee gelegt. Wie im vergangenen Jahr war auch diesmal König Prajadhipok in seiner Sommerresidenz, dem Seebad Hua Hin, und wurde durch sein Offizierkorps vor vollendete Tatsachen gestellt. Phya Bahol Der gegenwärtige Machthaber über Siam ist dessen militärischer Führer, der Generalstabschef, dessen voller Name folgendermaßen lautet: Phya Bahol Bolabayuha. General Bahol hat in der letzten Woche seinen Rücktritt als OberTommandierender und Generalstabschef der siamesischen Armee erklärt, da er die Bestrebungen der siamesischen Hofpartei, die staatsrechtlichen Ergebnisse des Umsturzes vom vergangenen Jahr, dessen Urheber Bahol bekanntlich war, zu annullieren, nicht mehr decken zu können glaubte. Im April dieses Jahres hatte ein Defret des Königs den Ausnahmeaustand über Siam erklärt, die Verfassung außer Kraft ge= setzt und die Wahl einer Nationalversammlung in Aussicht gestellt. Anstatt der bisher durch die letzte Junirevolution eingesetzten verfassungsmäßigen Organe, wurde vom König ein sogenannter Staatsrat" gebildet und dem Großwürdenträger Phya Manopakaratoa unterstellt. Während die Armee zunächst mit Gewehr bei Fuß diesem trockenen Staatsstreich zusah, hielt deren Führer es nun für an der Zeit, dem Präsidenten des Staatsrats mit seinen beiden Ministern zu verhaften und zum Rücktritt zu zwingen. Phya Bahol, der im vergangenen Jahr zusammen mit seinen beiden Kommandierenden Generalen Phya Sang Suradef und Phya Riddi die Junirevolte der Armee ge= leitet hatte, ist also augenblicklich der Herr über die Kanonen und Bajonette des siamesischen Reiches und damit der Besitzer der öffentlichen Gewalt. Die Armee Es hat sich in den letzten Jahren in Siam ähnlich wie in Japan eine Bewegung aus der Armee herausentwickelt, deren Stel die Mitbestimmung des Offizierkorps an dem politischen, ökonomischen und sozialen Schicksal des Landes Bukarest, 6. Juli. In den hiesigen politischen Kreisen erregen die Enthüllungen des stellvertretenden Innenministers, Petre Anrei, über die Finanzierung der rumäni schen faschistischen Gruppierungen großes Aufsehen. Andrej beschuldigt öffentlich die rumänische faschistische Eiserne Garde", die Antisemitische Liga", die„ Christlich- nationale Abwehr" sowie andere rechte Organisationen, daß sie mit der deutschen Regierung in enger Fühlung stünden und von ihr große Subventionen erhielten. In Bessarabien erschie nen in der letzten Zeit deutsche Naziagenten, die unter Leitung des ehemaligen Senators Tatarescu eine demagogische Agitation besonders unter den deutschen Kolonisten entfal ten. In Bendery wurden vor einigen Tagen nachts nationalsozialistische Aufrufe in rumänischer und deutscher Sprache angeschlagen. In der Stadt und im Kreis Adermann wurden bei den Deutschen große Mengen nationalsozialistischer Agitationsliteratur gefunden. Aehnliche Nachrichten kommen auch aus anderen bessarabischen Bezirken. Die bessarabische Zeitung Bessarabskoje Slovo" verweist darauf, daß in Rischinow die dort erscheinenden nationalsozialistischen Zeitungen Westressenije" und" Bessarawskiy Telegraph" vom Kischinewer deutschen Vizekonsulat subventioniert werden. ist. Während der Glanz des Mikado in Japan und des Königs in Siam immer mehr erlischt, hat sich hier wie dort, in Japan unter General Arati, in Siam unter General Bahol eine Gruppe von jungen Offizieren gebildet, die energisch die politische Mitbestimmung verlangt. Vor allem sind es in Siam die jungen Kadetten und Offiziersschüler, die ihren Lehrern, den auf europäischen Akademien ausgebildeten, besonders intelligenten Offizieren, Gefolgschaft leisten. Die Armee hat in Siam schon immer eine sehr große Rolle gespielt. Sie hat seit Jahrzehnten jährlich etwa 150 Millionen Mark verschlungen, eine ungeheure Belastung für den recht schmalen Staatssädel des asiatischen Königreichs. Während die Kulimassen am flachen Land von Reis- und Kautschukbau schlecht und recht lebten und nur wenig mit der europäischen Kultur in Verbindung kamen, haben die siamesischen Könige schon sehr früh ihre Offiziere zur technischen und wissenschaftlichen Schulung nach Europa geschickt. Rönig Chulalongkorn, der Vater des heutigen Herrschers, war ein ziemlich aufgeklärter Monarch, der sein Land nach Möglichkeit der europäischen Zivilisation zu erschließen versuchte. Er war seinerzeit der Gast Bismards in Friedrichsruh und hatte ständig einige junge Offiziere zur Ausbildung auf der preußischen Kadettenanstalt von Lichterfelde und am Generalstab in Berlin. Gerade diese Maßnahme hat sich zweifellos bitter gerächt; denn der geistige Motor der heutigen Revolution in Siam ist zweifellos die von wenigen in Europa gedienten Instruktoren geschulte Radettenanstalt. Der König Ob es König Pradschapipok noch gelingen wird, den Weg zurück zu einer Konstitution und zu einer organischen Reform feines Staatsapparates zu finden, ist im Augenblick recht zweifelhaft. Der König selbst ist ein erft 81jähriger junger Mann, der in Oxford studiert und sich gewisse Kenntnisse auf anderen europäischen Universitäten verschafft hat. Ob er allerdings in der Lage ist, den Zusammenprall der militärischen und politischen Hoffamarilla mit dem augenblicklichen Militärdiktator Phya Bahol durch seine Autorität aufzuhalten, erscheint immerhin höchst zweifelhaft. Auch im letzten Juni kehrte König Pradschapipot nach erfolgtem Militärputsch im Sonderzug aus seiner Sommerresidenz nach Bankogk zurück. Damals wurde das geistige Haupt der reaktionären Offiziers- und Diplomatengruppe um den König, Prinz Baribatra, zusammen mit 40 anderen Prinzen und Offizieren verhaftet und von Kadettenschülerr abgeführt. Dem König blieb nichts anderes übrig, als sich Phya Bahol und seinen schwerbewaffneten Begleitern der„ Peoples Party" zu fügen und die von ihnen verlangte Verfassung anzunehmen. Schimpfbold verurteilt In Oesterreich Oberndorf, 4. Juli. In Oberndorf an der Salzach, gegenüber dem bayerischen Zuchthaus Laufen, hat der bayerische Beamte Karl Wolschütz vor kurzem nach einer sehr lebhaften politischen Auseinanderseßung im Gemeindegasthaus in wütester Weise über Desterreich und die österreichische Regierung und insbesondere über den Bundeskanzler geschimpft. Der bayerische Beamte und Schimpfbold wurde von der Gendarmerie noch festgenommen, bevor er über den Grenzfluß fam. Er wurde im Verwaltungsstrafverfahren zu einer Woche Arrest verurteilt, muß die Strafe sofort absitzen und wird dann über die Grenze( Salzach) abge= schoben. Der anstößige Titel Ein edler Generalmusikdirektor Der Generalmusikdirektor Reichwein, ein im Industriegebiet bekannter mittelmäßiger Kapellmeister, hat im Einvernehmen mit der Parteileitung der dortigen Nazis ſetnen pompösen Titel abgelegt und bekanntgegeben, daß er sich fortan nur noch städtischer Kapellmeister nenne. Diese Geste der Bescheidenheit ist in dem stark radikalisierten Gebiet notwendig geworden, da immer wieder die Frage gestellt wurde, wie hoch wohl das Gehalt eines Generalmusitdirektors sei. Ueber diese Frage hat auch der Herr Kapellmeister nichts zu sagen beliebt. Von diesem Tage an aber sette die Gegenaktion des Prinzen Baribatra ein, dessen Sohn Chumpoi den Teil des Offiziersforps zu führen scheint, der der königlichen Familie angehört oder ihr nahesteht und der Nußnießer aller wichtigen und gutbezahlten Posten in der Armee und in der Diplomatie ist. Während in der sogenannten„ Thronhalle" der parlamen tarische Kampf zwischen den Konservativen und den Liberalen hin und her wogte, organisierte die revolutionäre Peoples Party in der Armee und im Volk weiter den Gegenstoß gegen die Aprilverordnung des Königs. Reis und Kautschuk Selbstverständlich sind die tieferen Hintergründe auch dieser neuen siamesischen Revolution ökonomischer Art und gehen auf die Weltwirtschaftskrise und auf die Finanznot des siamesischen Staates zurück. Ohne Geldsorgen und Geldnöte konnte der Vater des heutigen Königs von seinem zinnengekrönten Palast in Bankogt aus sein Volk regieren, das am Reisbau gut verdiente und mit einem Hauptteil an der Welterzeugung des Kautschuk betiligt war. Durch die Preisgestaltung auf dem Weltmarkt drang die Katastrophe der Weltkrise in die letzte Palmblatt- Hütte in die siamesischen Dschungeln und drückte die Lebenshaltung der Kulis an die Grenze des Existenzminimums herab. Ja selbst die hohen Offiziere bekamen den Finanzdruck von oben zu spüren. Vor etwa zwei Jahren mußte der Finanzminister die Staatsausgaben, die damals etwa 107 Millionen Tikals be trugen, um etwa 25 Millionen verkürzen. Es war not wendig durch Dekret des Königs die Beamtenschaft und vol allem das aufgeschwemmte Offiziersforps zu verkürzen, eine Maßnahme, die zweifellos wesentlich mit zur Revolutio= nierung der Armee beigetragen hat. Dazu drang mit der Not der Zeit das chinesische Element aus dem Süden des Reichs der Mitte, der seit Jahren besonders revolutionär sich entwickelt hat, nach Siam ein. Die Kaufleute, die Handwerker, die Techniker, sie sind fast alle Chinesen und haben ihre Staatsidee und ihre kommunistische Propagandaschriften mit über die Grenze gebracht. Sie fragen den siamesischen Kuli vergebens, wozu der König eine Zivilliste von 50 Millionen Mark und eine Armee von 150 Millionen braucht. So ist also in dieser letzten absoluten Monarchie das Staatsvolk in Bewegung geraten. Die Revolution in Siam geht andere Wege als die in China oder in Britisch- Indien. Sie hat auch nichts zu tun mit der halbfaschistischen Entwicklung, die sich in Japan anzubahnen scheint. Sie wird zunächst geführt von der geistigen Spize der Armee und wird zweifellos das Halbmittelalterliche Gewand des altsiamesischen Staates abzuftreifen verstehen. t t e e t e 0 1 e it e e ie e e 10 It It e Deutsche Stimmen Feuilletonbeilage der ,, Deutschen Freiheit"* Karl Bröger im Konzentrationslager " 1 Daß Dein äcmster Sohn auch dein Getreuester war" Das Wort zitiert jeder Nazi- Der Dichter aber wird schwer mißhandelt.. Als die deutschen Arbeiter in den Schüßengräben des Weltkrieges lagen, erschien folgendes Gedicht: Immer schon haben wir eine Liebe zu dir gekannt, Bloß haben wir sie nie mit einem Namen genannt. Als man uns rief, da zogen wir freudig fort, Auf den Lippen nicht, aber im Herzen das Wort Deutschland! Unsere Liebe war schweigsam; fie brütet tief versteckt, Nun ihre Zeit gekommen, hat fie fich hochgerect, Schon seit Monden schirmt sie in Oft und Weft dein Haus, Und sie schreitet gelassen durch Sturm und Wettergrans, Deutschland! Daß kein Fremder Fuß betrete den heimischen Grund, Stirbt ein Bruder in Polen, liegt einer in Flandern wund. Alle schützen wir deiner Grenze heiligen Saum. Unser blühendes Leben für deinen dürrsten Baum, Deutschland! Immer schon haben wir eine Liebe zu dir gekannt, Bloß haben wir sie nie bei ihrem Namen genannt. Herrlich zeigte es aber deine größte Gefahr, Daß dein ärmster Sohn auch dein ges trenester war, Herrlich zeigte es aber deine größte Gefahr, Dent es, o Deutschland! Wie ist es dem Dichter Karl Bröger im Dritten Reich ergangen? Seinen Gedichten außergewöhnlich gut. Jeder Naziredner hat bei jeder Gelegenheit das Wort von„ ärmsten und getreuesten Sohn" bei der Hand, um sich vor Arbeitern als echter Volksmann zu produzieren. Wie aber geht es Karl Bröger selber, dem Kriegsteilnehmer, dem Dichter, dem Gestalter proletarischen Erlebens? Das Deutschland Hindenburgs denkt es und dankt es. Am Sonntag wurde er in seiner Vaterstadt Nürnberg aus dem Bett heraus verhaftet. Die SA.- Leute, die zu ihm gesandt wurden, mißhandelten ihn derart, daß er eine schwere Verlegung an den Augen davontrug. Er mußte zum Augenarzt gebracht werden, wurde aber nach der ersten ärztlichen Hilfe sofort auf ein Schnellauto verladen Ereignisse und Geschichten Die Konzentrierten Vier führende Berliner Nationalsozialisten wurden ihrer Aemter enthoben und in Konzentrationslager gebracht. Der Fall hat ungeheures Aufsehen erregt. Jetzt muß man schon die eignen Recken In konzentrierten Mengen strecken, Der braune Cäsar ist nicht faul, Beim allgemeinen Volkserweden Kriegt jeglicher eins übers Maul! Sie sind sich schon" total" im Reinen, Das ganze Bolt an Hundeleinen, Von Kopf bis Fuß in Stacheldraht, Das ist, im Großen, wie im Kleinen, Der ganz totale Zuchthausstaat. Wann wird Göbbels konzentrieren? Wann Göring gegen IHN marschieren? Wer ist, und darauf kommt es an, Bei allem Durcheinander- Führen Unkonzentriert der letzte Mann-? und in das Konzentrationslager nach Dachau Theaterklatsch gebracht. Karl Bröger wollte nicht mit den Barthel und anderen Schuften zum Verräter werden. So wird er jetzt in einem Konzentrationaslager von einem braunen Burschen zur Liebe für Deutschland angelernt werden, zusammen mit den Brüdern derer, die in Polen und Flandern liegen und ihr blühendes Leben für die dürrsten Neste am Stamme Deutschlands hingaben. Die deutsche Kinderstube Kleine Anzeigen aus großer Zeit Es ist interessant, den politischen und den feuilletonistischen Teil der nationalsozialistischen Blätter zu lesen. Noch interessanter aber ist manchmal ein Blick in den Anzeigenteil. Hier geben sich Hitlers Untertanen gänglich unbeschwert, und mit schöner Herzlichkeit lassen sie Blicke tun in die Winkel und Falten ihrer Seelen. Ein Möbelhänder bietet an: Gemeinnuh geht vor Eigennut! Schlafzimmer, schwer eichen, mit reicher Nußbaum- Abießung, 285,-; Reforms füche, 160 br., Schrank, Tisch, 2 Stühle, elfenbein, 165; Speisezimmer, mit reicher Nußbaum- Abseßung, Ausziehtisch, 4 Stühle, 325, Polstermöbel fonkurrenzlos billig. Möbelfabrik- Niederlage und Lagerverkauf, Mühlenbach 24. Auf Wunsch Zahlungserleichterung. Man weiß aus der Praxis, was von solchen Möbelangeboten, die mit dem Lockruf„ Fabrikniederlage" auf Kundenfang gehen, in sehr häufigen Fällen zu halten ist. Dieser Mann aber ist kristallklar! Er beschenkt seine Kunden! Er ist mit der Schußmarke„ Gemeinnng geht vor Eigennut" versehen und fühlt sich hinter dieser Deckung sozusagen partetamtlich vor schnödem Verdacht geschützt. Wir verlassen die Welt der Geschäfte und wenden uns der Liebe zu. Sie wuchert auf dem Heiratsmarkt der nationalsozialistischen Zeitungen in wilder Schönheit und führt die Paare nach den Prinzipien der Arterhaltung unter den mit dem Hakenkreuz geschmückten Brauthimmel. Etwa so: Welcher ideale Herr, kath., allein., unabhängig, bis 70 Jahre, erit. Kreise und durch Vermögen in der Lage, reicht einer hübschen, jugendlich. Witwe, 57erin, alleinsteh. Parteigenossin, natürliche unverfälschte Rheinländerin aus hochangesehenem Hause, gebildet, liebevolles, heiteres Gemüt, die Hand zum Ehebunde? Selbiger würde evtl. durch Tatkraft helfen, ein auf ungerechte Art verlorengegangenes Vermögen wieders anerhalten. Großzügige Serren mit edlem, feft. Charakter finden Berücksichtigung. Strengste Diskretion. Bermittler ausgeschlossen. Ang. u. F. 2. 2187 an 2. B., Köln, Salomonsgasse 12. Die hübsche, jugendliche Witwe, von den Sechzig nicht mehr weit entfernt, ist bereit, den erotischen Freuden dieser Welt bereits zu entsagen. Sie sucht einen Siebziger Eest S.A. Das sind die ,, Volksverbundenen" dann Lehrer Das Staatsministerium in Oldenburg hat eine Verfügung erlaffen, in der es heißt:„ Um die unbedingt erforderliche Berbundenheit der Volksschullehrer mit der Volksgesamtheit zu fördern, halte ich es für richtig, daß sich die Lehrer vor ihrer Anstellung und auch später wenigstens ein Jahr in einer Organisation betätigen, die diese Bolksverbundenheit pflegt. Als solche Orga nisationen kommen besonders die SA. und die Hitler- Jugend in Betracht, weil sie, wie keine anderen Verbände, Volksge. nossen aus allen Berufen und Ständen umfassen. In Zukunft wird vor der Anstellung und Beförderung von Volks schullehrern in jedem Einzelfalle geprüft werden, ob der Lehrer im Volf verwurzelt ist." Nicht die richtigen" 4 .. Welche deutschen Bücher werden im Ausland überfest? Die Deutsche Allgemeine Zeitung" bringt in einem Beitartikel eine bewegliche Klage darüber, daß die Amerikaner nicht die richtigen deutschen Bücher übersehen. Die Zeitung stellt fest„ daß die amerikanischen Schriftsteller ,, bie sich mit Uebersetzungen abgeben, die entscheidenden Gestalten der wirklichen deutschen Dichtung nicht kannten." Diese neuen Originalgenies sind allerdings selbst hier im vorausgefeßt, daß er ihr zu ihrem Vermögen verhilft. Wir wünschen ihr Glück und Segen und ein Sofatissen mit einem Hitler- Porträt aus Glasperlen. Die dritte Anzeige i weniger moralisch. Sie lautet: Wer teilt mit alleinstehend, Dame aus guten Kreisen ihre abgeschlossene herrschaftliche Wohnung( 4 3im., R., B., Ma.), möbl. oder unmöbliert, in bester Lage, Riehler Straße? Ang. u. 3. 35 an Agtr. Schillingstraße 28. Da die neuen Machthaber das deutsche Volk aus den Klauen der Sittenlosigkeit befreien wollen, so sollten sie dieses Teilungsangebot gut im Auge behalten. unentbehrlich Gips. Mit welchem Eifer der Nationalsozialismus selbst Randerscheinungen des tulturellen Lebens behandelt, beweist ein Leitartikel der„ DAZ.". Es geht hier in einer Diskussion zwischen dem Preußischen Staatskommissar Hans Hinkel und dem Thaterkritiker Paul Fechter um das Für und Wider dès „ Theater flatsches. Fechter möchte ihn nicht missen: In der Provinz gehört der Theaterklatsch zu der lebendigen Beziehung des Publikums zu seinem Theater; er schafft mit an der unmittelbaren Verbindung zwischen Stadt- und Bühnenwelt..." Fechter fordert: Den Städten, die ein eigenes Haus besitzen, gewähre man auch ein eigenes Theater samt klatsch". An dem wird es in der Provinz mit eigenem Ensemble nicht fehlen. Wenngleich sich Staatskommissar Hinkel gegen den Theaterklatsch in der Presse wendet und Verantwortung bei der Erörterung von personalen Fragen fordert, gibt er doch andererseits zu, daß wir den Theaterklatsch in der Provinz bis zu einem gewissen Grade brauchen, denn er ist nicht selten ein Beweis für die lebendige Verbindung der Künstler mit ihrem Publikum. Der preußische Theaterausschuß geht darin mit Ihnen( ge= meint ist Paul Fechter) vollkommen einig. Somit wäre der Theaterklatsch, zumindest der mündliche, in Preußen amtlich zugelassen und bei der Gleichschaltung wird er wohl bald im ganzen Deutschen Reich seine theaterfördernde Wirkung entfalten. Dies tut bei dem allgemein beklagten Besucherrückgang auch bitter not; ohne eine gewiffe Leichtigkeit und Heiterkeit mangelt der Theateratmosphäre die typische Anziehungskraft. Neben dem künstlerischen Element wird im Theater stets der Zauber des Per= sönlichen wirken, und der drückt sich darin scheinen sich die Kulturpolitiker einig zu sein auch im Theaterklatsch aus. Alle drei Anzeigen stammen aus dem in Köln erscheinenden„ Westdeutschen Beobachter". Er hat sich auf Teilerei nicht erst eingelassen. Er hat das ganze August- Bebel- Haus, in dem früher die sozialdemokratische Rheinische Zeitung" ge= druckt wurde, für sich annektiert brudt wurde, für sich annektiert mit Möbeln, in„ bester Es wird weiter ,, beurlaubt" Lage". Rassezüchter untereinander In der nationalsozialistischen Presse lesen wir unter der Ueberschrift„ Dant des Führers" diesen Brief: Adolf Hitler Berlin, 22. Juni 1988. Kanzlei: München 2, Brienner Straße 45 Fernsprecher 54 9 01- 58 3 48 Bo./St. Herrn Johann Johnen, Köln Mülheim Deuz- Mülheimer Straße 224 Sehr geehrter Herr Johnen! Mit der Uebersendung der Ranarienvögel aus Ihrer Zucht haben Sie dem Führer eine große Freude bereitet. Er läßt Ihnen seinen herzlichsten Dank dafür übermitteln. Mit deutschem Gruß! Piep! Piep! J. A.: Bormann. Bande nur wenigen bekannt..Vielleicht organisiert das ehemalige Blatt der deutschen Schwerindustrie den Export dieser nenen Originalliteratur, um den Exportausfall an nüz licheren Produkten auszugleichen. Wode wühlt wohllustvoll In der nationalsozialistischen Presse stürmt und wettert es iezt. Die Götter Walhalls sind losgelaffen, rumoren oberhaupt und unterhalb der Gehirne, die sich in treuer Gefolaschaft unterstellt haben. Etwa so: Wode von Richard Schiedel. Die wilde Jagd raft rufend durchs Gelände, Da sieht man Kerle reiten ohne Stopf, Der Anecht betreuzigt fich: Der Himmel wende Solch Schrednis stets von mir und jebem Tropf! Wir aber jauchzen: Wode, ohne Ende, Sturmfingrig wühl uns, wolluftvoll, im Schopf! Ift's Irrtum, daß ich denk', ich hör' sein Lachen Und sah sein Auge flammend auf uns ruhu? Es gibt noch wilde wunderbare Sachen Und großes grenzenloses Tatentun, Und besser klingt's, wenn Kiefernwipfel frachen, Als wenn im Stalle fromm die Kühe muhn! Dieses grenzenlose Tatentun", wörtlich aus dem„ Völfischen Beobachter" vom 4. Juli, zeigt uns, welch wilde, wunderbare Sachen jetzt im Gange find. Wie der amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat Staatsminister Rust den Ministerialrat Steinbicker und den Ministerialrat Geheimen Regierungsrat Dr. Schellberg im Preußischen Kultusministerium auf Grund des§ 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums beurlaubt. Was man sich zuflüstert Jm Bezirk- Halle- Merseburg verbot die Behörde zur Vermeidung von Zusammenrottungen, daß mehr als dret Personen auf der Straße zusammenstehen. Aus dem gleichen Grunde ist auch das Kiebigen beim Stat nicht mehr gestattet. Ferner wurde den Straßenpassanten verboten, die Hände in den Taschen zu haben. Natürlich, damit die SA. die ihren um so bequemer hineinbekommt!. In Mainz erging der Befehl des dortigen Kommissars, daß die hinter der Hakenkreuzfahne marschierenden SA. von allen Straßenpassanten durch Handaufheben zu grüßen set. Ganz Vorsichtige heben beim Erscheinen der brauner Horde gleich beide H- ä- n- d- e hoch. * Der Staatssekretär Frizz Reinhardt erläßt einen Aufruf, freiwillige Spenden zur Förderung der nationalen Arbeit zu leisten. Arbeiter und Angestellte können ihren Arbeitgeber bitten, bei der nächsten Lohn- und Gehaltszahlung einen bestimmten Betrag einzuhalten und an das Finanzamt abzuführen. In den Kreisen der Betroffenen ist man von abzuführen. dieser Idee ganz entzückt und hofft, daß sie sich zu einer ständigen und regelmäßigen Einrichtung gestalten wird. Als erster Spender übersandte der bekannte Freiherr von Münchhausen an Staatssekretär Reinhard persönlich ienen 3opf, mit dem er sich f. 3t. selbst aus dem Sumpfe gezogen hat. * Alle preußischen Schank-, Gaft- und Speisewirtschaften, Benfionen, Bäckereien usw., die nicht reine Butter verwenden, müssen fünftig ein Schild anbringen: Hier wird Margarine verwendet". Es wäre praktisch. bei dieser Gelegenheit auch an den Regierungsgebäuden der Wilhelmstraße Plakate mit der Inschrift anzubeften: Hier wird nur mit Wasser Joe. gekocht." Die Freiheit wohnt am Don und Belt, Sie trinkt aus unserem Rhein, Die Freiheit schläft im Wüstenzelt Und glänzt im Sternenschein; Doch muß man um sie werben, Wo's immer sei, Doch muß man für sie sterben, Dann wird man frei! Servegh DAS BUNTE BLATT Die Grosse Von Martin Murner Es konnte wirklich kein Mensch vorübergehen, ohne seinen besten Blick auf Käthi zu werfen, wenn sie auf der Stufe vor dem Hause saß. Um die Taille hatte sie einen Strick gebunden und daran hing seitlich etwas, aber es war fein Dolch, es war ein Säckchen mit Glaskugeln, welche ihr ein Gefühl ungeheurer Wichtigkeit gaben. Am liebsten hatte ste die blauen Kugeln, vielleicht, weil sie wie ihre Augen aussahen. Sie schob die Kugeln im Schmuß hin und her, wischte sie dann am Höschen ab, steckte sie an ihrer Dolchseite ein und sah aus wie ein ungezogener Engel. Denn in der winzigen Schürzentasche hatte sie überdies noch einen Fisch an einem Holzstäbchen stecken, an dem schleckte sie von Zeit zu Zeit und stellte jedesmal befriedigt fest, daß der Zuckerfisch noch lange nicht aus der Form ging. Den Fisch hatte sie natürlich geschenkt bekommen und es war wirklich das Mindeste, das Käthi an einem Tage geschenkt bekam. Darum saß sie auch so vergnügt auf der Hausstufe und lachte die Leute aus, die über ihren Anblick so verwundert waren. Gingen zwei auf einmal vorüber und waren es Frauen, dann blieben sie stehen, blickten auf das Kind mit den braunen Haarlocken, blickten auf die beseelten Augen, die Puppenwangen, sahen sich gegenseitig an und schlugen die Hände zusammen. Nein!" riefen sie, so laut es ging. Nein, so ein schönes Kind!" Und vielleicht war Käthi deshalb so heiter, weil sie von allen Leuten den besten Blick bekam, den Blick, für den ihre Mutter so wenig Zeit hette; sie war Bedienerin. Das wußte die Kätht freilich nicht, sie hatte damals noch keine Ahnung, daß eine Mutter außer dieser hohen Funktion in ihren Streisen immer auch noch eine sehr niedrige haben muß, will sie es sich leisten können, Mutter zu sein. Am ersten Schultag sah die Käthi vorn Kinder in neuen Lüsterschürzen ſizen. Sie selbst hatte nur eine alte aus Cloth an und über den Riß bei der Tasche hatte die Mutter einen großen Flicken genäht, der stach grell ab von dem verwaschenen Zeug. Und so setzte sie sich nach hinten zu den Kindern, die keine neuen Lüsterschürzen hatten. Die Käthi war sofort beliebt. Die hinten, mit den gelben, mageren Gesichtern, freuten sich, daß ein so schönes Kind unter ihnen saß, und die Musterschülerinnen vorn waren ihr nicht neidisch, weil sie keine Musterschülerin war. Bald entwickelte sich ein herrliches Tauschgeschäft unter den Bänken, und als die Käthi schon alle Kugeln eingetauscht hatte, überdies ein filbernes Kleeblatt, einen grünen Bleistift, ein Stehaufmännchen und einen halben Bogen Abziehbilder, brachte sie eines Tages einen Buschen roter Papiernelfen mit. Die Nelken hatte sie bekommen, als sie am 1. Mai vor dem Haustor saß und entzückt auf jeden Vorübergehenden schaute, der eine Nelfe trug. Sie hatte bald so viele Nelken beisammen, daß Kurti Schleier, ein Jahr älter als sie und Sohn des Banfiers Schleier, ihr antrug, die Nelken für sie weiterzuverfaufen, mit zwanzig Prozent Rabatt und fünfzig Prozent Provision für die Arbeit. Sie gab die Nelfen aber nicht her, und erst heute entschloß sie sich, sie zu opfern. Leider erwischte die Lehrerin sie dabei, wie sie gerade mit der Hedi, ihrer Nachbarin, die Nelken gegen eine Federschachtel mit Radierstaub eintauschen wollte. Die Lehrerin hieß Bürger, und weil es zwei Lehrerinnen des gleichen Namens in der Schule gab, wurde sie die, Große Bürger" genannt. Sie kam in die letzte Bant, sah mißbilligend auf die roten Nelken, nahm sie in die Hand, als wären sie fotig, und betrachtete den Radierstaub der Hedi mit ehrlicher Verwunderung, offenbar über das ungelöste Rätsel brütend, was denn Radierstaub in dem Hirn eines kleinen Mädchens für eine Bedeutung haben mochte. TAGLICHE UNTERHALTUNGS- BEILAGE Durst applewoitoxinamo) i An diesem Tage geschah es, daß die Lehrerin eine Uebelfen befiel, und es mußte ihre Kollegin, die Kleine Bürger", aushelfen. Die Mädchen saßen mäuschenstill, das war ihnen streng aufgetragen, die in den hinteren Bänken preßten die Lippen zusammen, aber gerade das kam ihnen plößlich komisch vor, und als die Käthi sah, wie vorn die Frank, eine Musterschülerin, mit einem Lachkrampf fämpfte, platzte sie heraus und steckte alle mit einem Lachkrampf an. Da stand die Lehrerin vor ihr, die Kleine Bürger", und suchte mit den Blicken die Missetäterinnen ab. Sofort wurden alle Gesichter ernst, nur eines fonnte seinen Glanz nicht verbergen, nicht die Hiße der Wangen und die hellen Augen. Dich werden wir strafen müssen“, sagte die Lehrerin nicht ungut und wies der Käthi einen Plaz hinter der Tafel an. Die Käthi wollte Tränen fließen lassen, geriet aber auf den selbständigen Gedanken, daß kein Grund zu Tränen vorhanden war, wenn man geborgen hinter der Tafel stand, während vorn die Kinder topfrechnen mußten. Sie begann auch ein bißchen durch einen Spalt zu gucken auf die Musterschülerinnen, die schafsmäßig brav auf die Gnade lauerten, geprüft zu Aus Gründen brechend, ein erlöfter Bach, Ein dunkler Klang, in allen Wind gehängt, Beb' ich vor Leben, stürmend und bedrängt, Und immer seid ihr Väter in mir wach: Ihr großen Geier, rauschend über Schluchten, Ihr rauhen Jäger auf Gebirg' und Grat, Ihr spielenden Delphine in den Buchten, Du brauner Kerl, du singender Soldat. Ich bin die Härte längst vermorschter Stirnen, Verhalltes Stöhnen aus beklomm'ner Brust, Berfall'ner Städte hingelohte Luft, Bergess'ner Alltag, grau und abgemüht, Ich bin die Pracht von Mördern oder Dirnen, Die aus den alten Gräbern flammend sprüht. May Straßberg. Was es affes gibt " Quadratmeterweise" Behandlung werden, und dann sah sie ihre Freundinnen in der Testen Viefiweide mit Staubsauger Bank an, die unruhig hin und her rückten, denn bald kam an fie die Reihe. Darüber vergaß die Käthi achtzugeben, so daß die Lehrerin sie wieder erwischte, sie aber merkwürdigerweise mit einem unterdrückten Lächeln in die Bank zurückschickte. Die„ Große Bürger" hatte sich mittlerweile erholt und trat in ihrer ganzen Länge ein. Ihrer Länge schienen aber die vielen kleinen Mädchen wie Fliegen, lästige Fliegen heute, denn sie war nicht gut gelaunt. " Komm heraus", hieß es plöglich. Die Räthi wußte gar nicht, daß es ihr galt.„ du wirst um Verzeihung bitten gehen!" Die„ Große Bürger" sah mit strengen Augen auf die roten Nelken, die noch mahnend vor ihr auf der Theke lagen, jah mit demselben Blick auf die Käthi und blieb dann mit ihrem Erforschungsblick auf ihrem Flicken haften. Bitte, die Frank hat auch gelacht", rief die Hedi und sah herausfordernd die Frank an, die in ihrer glänzenden Lüfterschürze dasaß und ein tugendhaftes Gesicht machte. Aber die„ Große Bürger" schaute die Hedi nicht einmal an. ,, Du kommst mit", sagte sie streng zur Käthi,„ und ihr werdet die größte Ruhe halten!" Sie gingen durch zwei lange Gänge und drei Stockmerke hinauf und traten in die B- Klasse ein. Da saßen lauter kleine Mädchen, wie die Käthi, die sie alle vom Turnen her kannten. Die Kollegin der„ Großen Bürger" war etwas erstaunt, als diese mit dem Kinde angerückt kam. ,, Bitte sofort um Verzeihung", sagte die Große" und fah an der Käthi wieder herunter. Aber die brachte kein Wort heraus. Das Haar klebte ihr zwar an den Schläfen, die Wangen glühten, aber sie rührte sich nicht. " Du hast es am wenigsten notwendig, dich aufzutun, wart Eine Reihe nordamerikanischer Viehzüchter hat den intereffanten Versuch gemacht, das stark von Ungeziefer heimgesuchte Vieh einfach mit dem Staubsauger zu behandeln. Man soll dabei hervorragende Erfolge erzielt haben. Sämtliche Milben und Larven wurden radikal abgesaugt. Zum Zwecke dieser ganzen Kur wurden die Tiere zusammengetrieben und dann„, quadratmeterweise" behandelt. Die neuesten Sompeji- Funde Die Wissenschaftler sind augenblicklich mit Eifer bei den Arbeiten zur Freilegung der Reste des Hafens von Pompejt. Ans Tageslicht fam iezt auch u. a. die Matrosenkneipe von Pompeji. Diese römische Osteria" mag der Treffpunkt aller Hafenangestellten gewesen sein. Ein großes Weinfaß deutet darauf hin, daß hier ganz ansehnliche Mengen von Alkohol konsumiert wurden. Auch den Schmuck des Kneipwirts und seiner Gattin hat man gefunden: Ringe, Ohrringe und Spangen aus reinem Gold. Rätselhafte Zerstreutfieit Was alles verloren werden kann: Im Städtischen Fundbüro ist ein zweischläfriges Bett samt Matraßen, Bezug, Kissen und Decken abgegeben worden, das rätselhaft wiefo in einer der Hauptstraßen der Stadt vergessen wurde. Man hofft, vom Eigentümer dieses originellen Fundgegenstandes, falls er sich meldet, zu erfahren, welches Rätsel hinter dieser Zerstreutheit wohl gesteckt hat. nur, bis du in den Dienst gehen mußt wie deine Mutter, Selbstverstümmelung bei Tieren dann wirst du schon Demut erlernen!" Da sahen auf einmal alle die kleinen Mädchen die Kätht an, als wäre sie nicht ihresgleichen. Die Kleine Bürger" schien aber gar nicht entzückt von dem Schauspiel und schob die Käthi freundlich zur Tür hinaus. Die hatte noch immer den mutigen Troß im Gesicht, aber die Locken um die Schläfen tanzten nicht mehr, die Augen sahen ganz dunkel aus, langsam schlich sie durch zwei lange Gänge und drei Stockwerke hinunter denn zum ersten Male hatte sie erfahren, daß es einen Unterschied gab. Röntgenbild ermittelt den Täter Die verschluckte Waffe des Brudermörders Der seltsame Fall, daß durch eine Röntgenaufnahme ein Mord entdeckt und gleichzeitig der Mörder gefunden werden konnte, hat sich dieser Tage in Lille ereignet. Von, zwei Artisten, den Brüdern Jean und Andre Farelle, war der eine, Andre, seit Tagen spurlos verschwunden, und obgleich die Brüder bisher äußerlich in bestem Einvernehmen gelebt hatten, mehrten sich die Stimmen, die Jean des Brudermordes bezichtigten. Jean leugnete entrüstet, zeigte sich sogar tief Verschüttert über das Verschwinden seines Bruders und gab der Hoffnung Ausdruck, daß Andre doch noch eines Tages auftauchen würde. Scheinbar gaben sich die Beamten mit dieser Auskunft zu frieden. Insgeheim wurde aber das Haus, in dem die Wohnung von Jean Parelle lag, streng bewacht. Allerdings merkte der Artist bald die Ueberwachung und die Gänge, die er unternahm, waren so harmloser Natur, daß die Polizei schon glaubte, auf falscher Fährte zu sein. Dennoch entschloß man sich nach einigen Tagen, als Andre noch immer verschwunden blieb, Jean Parelle zu verhaften. Ueberraschend wurde auch gleichzeitig eine Haussuchung bei ihm durchgeführt, um irgendeine Waffe, die er zu der Mordtat möglicherweise benutzt worden sein konnte, zu entdecken. Die Haussuchung blieb jedoch ergebnislos, und auch bei der Vernehmung, die im Polizeigefängnis durchgeführt wurde, bestritt Jean Parelle nach wie vor energisch, etwas über das Verschwinden seines Bruders zu wissen. Die Polizei forschte weiter, Jean Parelle sollte noch am Tage seiner Verhaftung abends entlassen werden. Der Schatten im Röntgenbild Durch einen bisher aber ungeklärten Zufall verzögerte sich die Entlassung, und Jean Parelle verbrachte auch noch die Nacht im polizeilichen Gewahrsam. Gegen Morgen wurde. aber der Wächter aufmerksam, da aus der Zelle des Artisten ein schwaches Wimmern klang, das mit den gewohnten Verzweiflungsausbrüchen der Häftlinge keine Aehnlichkeit hatte. Bestürzt öffnete der Wärter die Zellentür: Da lag der Artist auf seinem Lager, zusammengekrümmt, er konnte kaum sprechen und deutete immerzu auf seinen Leib, der stark geschwollen war. Gift? Der Gefängnisarzt wurde gerufen, der sofort den Magen auspumpen ließ ohne Erfolg! Die Schmerzen schienen sich immer mehr zu verschlimmern, schließlich wurde Parelle ohnmächtig, man brachte ihn in die Klinik, ließ noch in den frühen Morgenstunden eine Röntgenaufnahme herstellen, das Ergebnis war einzigartig: Im Röntgenbild erschien ein dunkler, scharf begrenzter Schatten, der die Form eines Revolvers hatte! Sofort wurde, da höchste Lebensgefahr bestand, eine Operation vorgenommen. Tatsächlich gelang es auch, den Patienten zu retten, nachdem man ihm einen richtiggehenden Revolver aus dem Bauche geholt hatte. Nach acht Tagen war Jean Parelle wieder soweit, daß er sprechen und ein Geständnis ablegen konnte. Das Geständnis. Vor drei Wochen hatte er seinen Bruder in den Stadtwald gelockt, ihn hinterrücks erschossen und an einer einsamen Stelle tief eingescharrt. Er hatte Angst gehabt, die Mord waffe fortzuwerfen, da man sie als sein Eigentum erkennen könnte. Allerdings hatte er beabsichtigt, sie später ins Wasser zu werfen aber sein Haus wurde dann so streng bewacht, daß dies eine Unmöglichkeit war. Und als die plößliche Haussuchung kam, da blieb ihm nichts anderes übrig, für ihn, den Artisten, als den Revolver zu verschlucken, eine Kleinigkeit! Jean Parelle hatte gehofft, noch in der ersten Nacht entlassen zu werden, und er hatte vor, sich dann sofort zu einem Arzt zu begeben. Durch die Verzögerung der Ent laffung wurde aber sein Plan vereitelt.c In wenigen Wochen wird die Gerichtsverhandlung gegen Jean Parelle stattfinden. Da Zeugen der Tat nicht vorhanden sind, werden Beweismittel sein: Der Leichnam von Andre, das Geständnis des Angeklagten, ein Revolver und die Röntgenphotographie von einem Magen. Spruch Die Welt ist nicht aus Brei und Mus geschaffen, Deswegen haltet euch nicht wie Schlaraffen; Harte Bissen gibt es zu fauen: Wir müssen erwürgen oder sie verdauen. Goethe. In zoologischen Gärten hat man öfters beobachtet, daß Raubtiere sich Extremitäten und Schwänze ohne äußerlich erkennbaren Grund abfressen. Diese Selbstverstümmelung, der man lange verständnislos gegenüberstand, hat wahrscheinlich, wie verschiedene Untersuchungen gezeigt haben, ihren Grund in Juckreizen, die durch Hautkrankheiten oder Hautschmaroßer hervorgerufen werden. In einzelnen Fällen mögen auch Störungen im Zentralnervensystem vorgelegen haben. Sonnenstrafilen für das Körperinnere Eine besondere Erfindung in der medizinischen Technik machte der Arzt Dr. West mann. Seine Ultraviolettlampe läßt sich in das Innere des menschlichen Leibes einführen, um dort auf erkrankte Stellen direkt ihre Heilsonnenstrahlen zu senden. Die Lampe ist mit Instrumenten kombiniert, die dem Arzt gleichzeitig die Beobachtung des Körperinnern gestattet. 3300 Grad im Siegefofen Eine solche Temperatur, höher als die des kochenden Eisens, hat man in einem gut isolierten Graphittiegel erzielt, der von einer elektrischen Spule umschlossen ist. Wird in die Spule ein starker elektrischer Strom geleitet, so entstehen in dem Graphittiegel Induktionsströme, die den Tiegel auf Weißgluthize bringen. Die Temperatur könnte auf diese Weise sogar noch weiter gesteigert werden, aber der Graphit verdampft dabei. Humor Von Jo Hanns Rösler. Eines Tages beklagte sich der Herzog von Roquelaure bet Voltaire, daß es fein Mittel gäbe, üblen Nachreden in allev Gesellschaften zu entgehen, in denen man verkehre. " Doch. Es gibt ein Mittel", meinte Voltaire. „ Welches?" Kommen Sie in jede Gesellschaft als Erster und gehen Sie als Letzter." Eines Tages empfing Voltaire auf seinem Landsiz Fernen den Besuch eines Bürgers, den er nach den Sitten seiner Zeit föstlich bewirtete.'s ist einfach wunderschön bei Ihnen", rief der Bürger schon am ersten Abend begeistert aus, am liebsten bliebe ich vier Wochen hier. Da lächelte Voltaire und sagte:„ Don Quichote nahm die Wirtshäuser für Schlösser. Sie, mein Herr, scheinen die Schlösser für Wirtshäuser zu nehmen." Am Berliner Hofe widerfuhr es dem damals schon sieb zigjährigen Dichter, daß er den entfallenen Fächer einer jungen und hübschen Dame aufhob, die ihn nachlässig und ohne Dank zurücknahm.„ Madame", meinte Voltaire höflich, „ Sie verschwenden Ihre Kälte an einen Unwürdigen." * Ein junger Autor las Voltaire ein Stück vor. Endlich war es zu Ende. ,, Wie finden Sie es?" " Junger Mann", sagte Voltaire, so etwas dürfen Sie erst schreiben, wenn Sie berühmt sind. Bis dahin müssen Ihre Stücke gut sein." t t e e e e et te en it It te ie Бе er nd ch, st re Keine Belebung der deutschen Wirtschaft Tatsachen gegen Phrasen Die Nazipresse behauptet, daß durch Neueinstellungen und die Verhinderung von Lohnsenkungen die Kaufkraft der deutschen Arbeitnehmerschaft gegen 1982 beträchtlich gestiegen fei. Die amtlichen Zahlen der deutschen Finanzstatistik beweisen aber, daß diese Behauptungen unrichtig sind und im Gegenteil die Kauftraft der Lohn- und Gehaltsempfänger im laufenden Jahr weiter ge= junten ist. Denn die Einnahmen des Reiches aus der Lohnsteuer find gegen 1932 beträchtlich zurückgegangen. Eingehendes Studium der Finanzstatistik läßt erkennen, daß die deutschen Löhne allein im Mai 1983 um rund achtzig Millionen Mark gegen den Mai des vergangenen Jahres gesunken find. Diese eine Zahl beweist bereits, wie schwindelhaft die Behauptung der Nazi von einer Anturbelung der deutschen Wirtschaft ist! Wie groß die Senkung der Lebenshaltung der deutschen Bevölkerung im Dritten Reich ist, erkennt man am besten aus einer Rede, die der Reichsinnenminister Dr. Frick im Beirat für Bevölkerungs- und Rassenpolitik gehalten hat. Er mußte bei der Gelegenheit zugeben, daß das Einkommen der deutschen Arbeiterschaft in den legten Monaten eine ungeheure Senkung erfahren hat. Während nämlich, so mußte Frick zugeben, das Deutsche Reich für jeden Gefängnisinfaffen insgesamt 3,50 Mart pro Tag und Unterbringung, Wartung und Verpflegung aufbringt, hat es der Nationalfaschismus zuwege gebracht, daß dem größten Teil der deutschen Arbeiterschaft für sich und seine Familie im Tag nur noch der Betrag von nur 2,51 Mart zur Verfügung steht. Wer ist Balbo? Zu dem italienischen Reklameflug Die italienische sozialistische Föderation in den Bereinigs ten Staaten veröffentlicht anläßlich des italienischen Res flameflugs nach den Vereinigten Staaten folgende Charak teristik des italienischen Luftschiffahrtministers Balbo, der das Flugzeuggeschwader kommandiert: Balbo war an der Ermordung Giacomo Mat= teottis beteiligt. Matteotti wurde bekantlich ermordet, weil er es wagte, gegen die Hinmegelung und die Unters drückung der italienischen Arbeiter durch Mussolini zu pros testieren. Matteotti ist ebenso in das Herz der Italiener Herz rikaner. Kennzeichnenderweise zog allerdings Herr Dr. Frick aus diesem Zahlenvergleich nicht den Schluß, daß die Löhne und Gehälter zu niedrig sind, sondern er hält nur den deutschen Strafvollzug für allzu menschlich! Da die Kaufkraft ständig sinkt, geht in einer ganzen Reihe von Industrien der Beschäftigungsgrad zurück oder ist mindestens in dem Jahre weniger gestiegen, als es der Saisonentwicklung entspricht. Gibt es nicht zu denken, wenn die bayrischen Brauereien einen Absaßrüdgang um dreißig bis vierzig Prozent( gegenüber dem vorigen Jahre) melden und wenn die sächsischen Brauereien berichten, daß in den ihnen gehörenden Gaststätten der Umsatz gegenüber dem vorigen Jahre um rund vierzig Prozent zurückgegangen ist? Ist es nicht für die wirtschaftliche Entwicklung kennzeichnend, wenn die Personenbeförderung der Frankfurter Straßenbahn in den letzten Monaten um etwa ein Fünftel gegen 1982 zurüdgegangen ist? Die Vereinigten Oberschlesischen Hüttenwerke, einer der größten deutschen Industriebetriebe, machen in ihrem Geschäftsbericht auch Angaben über das laufende Jahr. Daraus ist zu ersehen, daß die Roheisenproduktion um mehr als die Hälfte, die Rohstahlerzeugung um fast ein Drittel und die Drahther: stellung um fast ein Fünftel zurückgegangen ist und daß sich die Absatzverhältnisse weiter verschlechtern. Wiegt eine solche Mitteilung nicht mehr als ein Duzend hysterisch- lügnerischer Propagandareden der Führer des Dritten Reiches? Wie steht es mit den Auswirkungen des Arbeitsbeschaffungsprogramms? Eine der größten deutEs ist eine Schande, daß dieser Mörder und Terrorist vom demokratischen Amerika als offizieller Vertreter des italienischen Voltes empfangen werden soll. Er vertritt das italienische Bolt nicht mehr als Kaiser Wilhelm das deutsche vertrat. In einem freien Lande sollte für solche Tyrannen fein Raum sein. Der Terrorismus dauert bis auf den heutigen Tag fort. Wir amerikanischen Arbeiter, die in Italien geboren wur den, protestieren gegen diese Schmach im Namen Matteots tis und aller unserer ermordeten Genossen. Wir rufen die amerikanischen Arbeiter, aus welcher Nation sie auch stam men mögen, auf, gegen den Empfang dieses Mörders zu protestieren! eingeſchreint wie Abraham Lincoln in das sera der Ames 32 Redakteure entlassen! Balbo beglückwünschte und schützte die Mörber Don Mins zonis, des katholischen Priesters von Argenta. Der Batis fan war über das Verbrechen von Argenta" empört, aber feither hat er mit Mussolini Frieden geschlossen und Kar: dinal Mundelein wird für den Schirmherrn der Mörder eine Meffe lejen. Balbo war der Führer bei einer ganzen Reihe von Mordtaten in der Provinz Ferrara. Sein Ruf als Terrorist war zeitweise so schlecht, daß er als General der faschistischen Miliz abgefegt wurde. Als Balbo die„ Voce Republicana" flagte, weil sie Details über einige seiner Mordtaten vers öffentlichte, verlor er den Prozeß- sogar im faschistischen sogar im faschistischen Italien! Wolf und Schaf Von Ludwig Nagy Die Wölfe zottelten am Waldessaum. Sie wurden von Durst gequält; fie fluchten und schimpften auch über irgendein Verbrechergesindel, als der eine den flinken Bach erblickte. Sie stürzten zu dem Bach, beugten sich über ihn und begannen gierig zu trinken. Die einen schöpften mit kleinen Blechgefäßen, die andern mit der Hand das klare Wasser. Plößlich warf der eine Wolf den Kopf zurück, seine Augen traten aus den Höhlen, seine Nüstern weiteten sich rund, wie das geschieht, wenn ein Wolf ein Schaf wittert; nicht weit von dem braunen Rudel trank ein frommes Schaf aus dem Bach. Der Wolf, der das Schaf erblickt hatte, machte auf dieses seine Gefährten aufmerksam und erstattete auch sofort dem Oberwolf Bericht. Alle richteten sich gerade auf, wandten den Blick dem Schaf zu, und ihre Fragen glänzten. Der eine der Wölfe rief: " De!" Wie das Pfeifen eines Speeres sauste seine Stimme vorbei an dem Ohr des Schafes. Das armselige Schaf fuhr zusammen. Wohl verstand es das Wort, rührte sich aber nicht, tat so, als hätte es das Wort nicht gehört oder zumindest nicht auf sich bezogen. Allerdings fiel ihm nicht schwer, reglos zu verharren, hatte doch der jähe Schreck es erstarren laffen. Se!" gellte abermals die schrille Stimme. He, Du Ducmäuser!" Das Schaf richtete sich jetzt mit mechanischem Gehorsam, wie es sich dies im Laufe seines Lebens angeeignet hatte, gerade auf und und blickte in die Richtung der Wölfe. Bring Dein Fell näher!" " Bu mir!" Das Schaf hatte keine rechte Lust, sich vom Fleck zu rühren. Wahrlich, es wäre für das Schaf besser gewesen, im Basser des Baches zu versinken und nie mehr aufzutauchen. Es war ihm schwer ums Herz. Nun sprach der Oberwolf zu ihm, leutselig, beinahe freundschaftlich: " Na, fommen' doch her!" Das Schaf setzte sich in Bewegung, eine leise Hoffnung im Herzen, hatte doch die Stimme beinahe wohlwollend geflungen. Es setzte sich in Bewegung und näherte sich langfam den Wölfen. Die Wölfe schluckten ihren Speichel und ihre Augen funkelten. Als das Schaf folgsam und manierlich vor dem Oberwolf stehen blieb, fragte dieser lächelnd: Warum trüben Sie das Wasser, während wir trinken?" Das drohende Unheil vergeffend, antwortete das Schaf beinahe mutig: " Ich trübe das Waffer? Das ist ja gar nicht möglich, da doch Sie oben stehen und ich unten." „ Ach so! Superior stabat lupus. Sehr richtig." Bei Ullstein- Niedergang der Gleichgeschalteten Niedergang der Gleichgeschalteten Schon bevor der Nationalsozialist Stadtler mit der politischen Leitung sämlticher im ullstein- Verlag erscheinenden Druckschriften betraut worden war, hatte die freiwillige Gleichschaltung begonnen. Das Haupt dieser Bestrebungen ist der Generaldirektor Richard Müller. Er ist im Amte verblieben, meil auch das zuständige Reichslügenministerium eine starke Faust anerkennt, mit der er den Verlag rücksichtslos dem neuen„ Geiste" dienstbar gemacht hat. Besonderen Wert hat man allerdings darauf gelegt, diese Wandlung so geschickt durchzuführen, daß die Deffentlichkeit sie kaum Und der Oberwolf lachte auf. Sein Lachen wurde von einem heiser grölenden Chor begleitet. Aber Sie haben uns voriges Jahr verleumdet." Das Schaf verteidigte sich eifrig. „ Gott bewahre! Wie hätte ich Sie verleumden können, da Sie doch voriges Jahr noch gar nicht da waren." Der Oberwolf lachte abermals, schallend, unbarmherzig. ,, Stimmt. Voriges Jahr waren wir tatsächlich noch irgendwo beim Kuckuck. Aber... hol's der Teufel! Hast Du uns nicht voriges Jahr verleumdet, so hast Du es heuer getan. Heu- er! Und warst nicht Du es, so war's Dein Vater. Oder Deine Mutter, oder Dein Bruder, oder irgendwer von Deiner Sippschaft. Du, oder ihr, Deine Spießgesellen, es tommt auf dasselbe heraus." Das Gesicht des Oberwolfs wurde nunmehr blaß, seine Augen funfelten, seine helle, natürliche Stimme überschlug sich. Das Schaf, das schon so viele Geschichten über diese braunen Tiere gehört hatte, hätte am liebsten aufgeschrien, sich auf die Knie geworfen und schluchzend und wehklagend zu flehen begonnen. Aber es verharrte reglos und stumm. Die Wölfe rückten näher, schlossen es in einem engen Kreis ein, mancher röchelte auf unter den Peitschenhieben seiner Begierden, ihre Muskeln zuckten, der eine fletschte die Zähne, und durch Mund und Nase aller schlug gründlicher, nach Schwefel riechender Atem. Das Schaf schwieg erstarrt. Der eine Wolf brüllte es an: Bist Du stumm geworden? Wir werden Dir schon die Bunge lösen!" " Wir werden Dir schon die Zunge lösen!" trommelte es gegen das Gehirn des Schafes, und seine Tränen begannen zu fließen und rannen ihm strömend über die Wangen. Mit vom Weinen erstickter Stimme meckerte es: " Ich habe gar keinen Va- a- ater. Bin ein Wa- ai- senfind. Meine Mutter ist schon la- an- ge tot. Mein einziger Br- u- der ist im Kriege gefallen." „ Gefallen," wiederholte einer der Wölfe mit höllischem Spott. Also: Du hast das Waffer nicht getrübt, haft keinen Vater, feine Mutter, keinen Bruder, hast überhaupt nichts und niemand, hast nichts getan, bist unschuldig wie ein neugebornes Lamm." " Jawohl, küff' die Hände," medkerte das Schaf mit erwachender Hoffnung. „ Hm. Also nicht. Du warst es nicht. Und auch sonst niemand von Euch. Du leugnest. Aber dann bin ja ich es, der ligt!" Das Schaf wurde bestürzt. Der eine Wolf schlug ihm jest mit aller Wucht ins Gesicht. Das linke Auge des Schafes schwoll sofort an. Der Wolf brüllte vor Entzücken. „ Also: der Hauptmann lügt?" Ein neuer Fauftschlag: das Auge platzt. Die Wölfe heulen im Chor. „ Er lügt nicht," teuchte das Schaf schen Bauunternehmungen teilt mit, es sei möglich, daß sich die augenblickliche katastrophale Beschäftigungslage beffere, wenn das Arbeitsbeschaffungsprogramm für das Jahr 1988 noch im Jahre 1983 zur Durchführung gelangen werde. Die ser Pessimismus zeigt sehr deutlich, wie sehr man in den Kreisen der Wirtschaft bereits den Ankündigungen des Reichskanzlers zu mißtrauen beginnt. Unter diesen Umständen ist es durchaus bezeichnend, wenn eines der größten Schamottewerke Deutschlands mitteilt: Jufolge des völligen Daniederliegens der von der Ges sellschaft belieferten Industriezweige sowie infolge der Zers rüttung des Baumarktes und der geschwächten Raufkraft der landwirtschaftlichen Abnehmer, hat der Gesamtumsag einen noch nicht gekannten Tiefstand erreicht. Dabei übt die Reichsregierung auf die einzelnen Unternehmungen den stärksten Druck aus, um die gegenwärtigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten auch unter Vorwegnahme zukünftiger Absatzmöglichkeiten zu überwinden. So berichtete fürzlich das Ruhrkohlensyndikat über eine leichte Absatzbelebung, fügte aber gleich hinzu: Die jetzige Belebung ist eine Vorwegnahme des Winters bedarfes, aber kaum schon ein Ausdruck kons junktureller Besserung. Der als Barometer hiers für brauchbare Absatz von Industriekohlen hat sich wenig verändert; Gas- und Elektrizitätswerke halten wegen Abs fagrüdganges in Strom und Gas mit ihren Kohlens bestellungen zurück. Zusammenfassend läßt sich sagen: Was die Nazis vont einer merkbaren Konjunkturbelebung in Deutschland faseln, ist ein dreister Schwindel und nur für die bestimmt, die nicht wissen, was in der deutschen Wirtschaft wirklich vorgeht. bemerkt. Aber man braucht sich nur einmal den Ullsteinschen Buchverlag anzusehen, um den Unterschied zwischen früher und jetzt zu begreifen. Seine letzte große Propaganda galt Feuchtwangers Jüdischem Krieg". Heute stehen auf den Titeln der Ullsteinbücher die Namen Richthofen, Marneschlacht, Skagerrak! Göring oder der Polizeipräsident von Levezom schreiben die Bor morte. Die Bossische Zeitung" hat ihre Auflage gesteigert. Ihre größere Anziehungsfähigkeit verdankte fie einem umfangreichen Nachrichtendienst und einer kritischen, wenn auch immer sehr vorsichtigen Stellungnahme zu der politischen Umwälzung. Die hohe Obrigkeit ge stattete dies bißchen Kritik, meil sowohl der rapide Niebergang des gleichgeschalteten„ Berliner Tageblatts", als auch der Rückgang der Auflage der„ B. 3." und des „ Tempo" sonst die Gefahr eines Zusammenbruches des üllsteinverlages hervorgerufen hätte. Natürlich hat es im Ullsteinverlag auch umfangreiche Veränderungen im Personal gegeben. Jm ganzen sind 32 Redakteure, darunter viele, die sich um die Entwicklung des Unternehmens sehr verdient gemacht haben, ausgeschieden. Die Juden werden selbstverständ lich vollständig entfernt. Von der Entfernung der jüdischen Geldgeber hat man bisher nichts gehört. Verantwortlich: für die Redaktion Joh. Piz; Inserate Hubert Jüttner, beide in Saarbrücken. Druck und Verlag: ..Volksstimme" G. m. b S., Saarbrücken, Schüßenstraße 5. „ Er lügt nicht? Dann sagt er ja die Wahrheit!" brüllt ein andrer Wolf und schlägt dem Schaf auf den Kopf. Der Schädelknochen birst. „ Er sagt die Wahrheit." ,, Dann lügst doch Du! Schlag. Der Schädel birst. ,, Lügst Du oder lügst Du nicht? Schlag. Die Haut plaßt, der Knochen splittert. " Ich lüge." So- o? Du ligft, Hund? Wag st zu lügen?" Stich. Blut. " Du hast also gelogen, Hundsfott? Gelt, Du hast einen Bater?" Sieb. „ Ich habe einen Vater." Geltu, Du hast zwei Väter?" Fußtritt. „ O weh, ich habe zwei Väter." Knochenbruch. ,, Gelt, Du hast zwei Väter?" Brennen. , weh, ich habe drei Väter." Schlag. ,, Belt, Du hast so viele Väter, wie wir wollen?" Würgen. " Oweh, o web, ich habe hundert Väter?" Schlag. " Gelt, Du hast gemordet?" „ Ja, ich habe gemordet." Fußtritt. Gelt, Du hast geplündert?" Viele, viele Schläge, Knochenbrüche. " Ja, ich habe geplündert." Stich. „ Na, und Du hast doch auch verleumbet?" Brennen. Ja." Knochenbruch. Und, nicht wahr, Du hast auch das Waffer getrübt, als wir tranfen?" Niedersausende Schläge. „ Ich habe es getrübt." Schläge, Fußtritte, Stiche, Brandwunden. Das Schaf liegt bereits reglos, atmet kaum noch. Die Wölfe heulen im Chor. Der Oberwolf steht düster daneben. Er zündet sich eine Zigarette an, seine Hände sind weiß, seine Nägel glänzen. Und im Sonnenschein funkeln seine Ladstiefel. Die Wölfe umringen ihn und heulen vor ungeduldiger Erwartung. Er winkt. Die braune Meute schleppt das Schaf in den Wald. Der Wind rauscht. Es rauschen und stöhnen die Bäume und die starken Aeste heben und senken sich unter ihren vielen, vielen schweren Lasten. ( Uebertragung aus dem Ungarischen von St. J. Klein.) Bilder aus westdeutschen Großstädten Reisende, die aus Hitler- Deutschland kommen, geben wir ab. Wir haben die einfachen Säße des Schreibens Dortmund Ein furchtbarer Anblick war es in der letzten Woche, durch die Hauptgeschäftsstraßen in Dortmund zu gehen. Vor jedem jüdischen Geschäft SA.- Posten mit großen Plakaten an Holzleisten angenagelt mit folgendem Inhalt: Jeder national gesinnte Deutsche tauft nicht bei diesem Juden." Die Fenster, mit gleichen Plakaten beklebt, außerdem noch an sehr vielen mit Hafenfreuzen verzierte Platate mit nur einem Wort„ Jude".( Was jeder rechtlich denkende Deutsche beim Anblick dieser Plakate empfindet, ist Entsetzen darüber, wie weit es in Deutschland gekommen ist.) Außer oben ge= nannten Plakaten sieht man auch wieder Plakate:„ Schwarz mit großen gelben Punkten", das frühere Peftzeichen. Das Geschäftsleben stodt fast vollständig; und wenn es doch jemand wagen wollte, ein jüdisches Geschäft zu betreten, so wird er von den SA.- Posten in handgreiflicher Weise daran gehindert. Aber trotzdem gelingt es ab und zu jemand, einen solch verfemten Laden zu betreten, sei es nun, daß der SA.- Mann sich eben mit seinem Kumpan vom Nebengeschäft unterhält und dadurch zufällig nicht be= merkt, daß ein Kunde den Geschäftsraum zu betreten wagt. Meistens sind es Frauen des guten Bürgerstandes, die dort ihren Einkauf tätigen. Sie werden dann durch eine kleine Nebentüre herausgelassen und die gekaufte Ware muß durch Boten, in Papier ohne Firmenaufdruck, ins Haus gebracht werden. Oder aber es fommt vor, daß eine Arbeiterfrau sich den Zutritt erzwingt, dann sind die Ausdrücke, die ihr nachgerufen werden, nicht wiederzugeben. An einem großen Geschäft war ein Plakat mit dem benannten Text von einem Schaufenster entfernt worden. Dieses sogenannte Verbrechen wurde bemerkt, und der Seniorchef, ein über siebzig Jahre alter, flei ner, schwächlicher Mann, wurde von der SA. zur Rede gestellt. Seine Angaben, daß er nicht wisse, wer das Plakat entfernt habe, fanden feinen Glauben, er wurde aus seinem Geschäftslokal gezerrt und auf der Straße fürchterlich mit dem Gummiknüppel mißhandelt und weggeschleppt. Eine große Menschenmenge sah diesem entießlichen Schauspiel zu, ohne daß auch nur einer den Mut fand, dagegen anzugehen.... Düsseldorf Kommt man in diese Stadt, die früher zu den schönsten, ruhigsten und vornehmsten Städten Deutschlands gehörte, so tennt man sich nicht mehr aus vor lauter Uniformen. Und nun erst noch Samstag, beim Treffen der Kavalleristen! Friedensuniformen sehr vielere Kavallerieregimenter, Ulanen, Husaren, Küraffiere! Oft wirkte es beinahe komisch, mit welcher Würde, welchem Ernst ehe= malige Unteroffiziere und Feldwebel ihre Friedensuniform Spazieren führten. Man glaubt sich in die Welt einer Operette versett, Sterbende Warenhäuser Weiterer Absatzrückgang Die verhältnismäßig ungünstige Gestaltung der Warenhausumfäße hat, wie das Institut für Konjunkturforschung in dem verbandsoffiztösen Ueberblick mitteilt, im Mai wei ter angehalten. Die Gesamtumsäge betrugen wertmäßig nur 80,3 der Umsätze vom gleichen Monat des Vorjahres. Daß diese Entwicklung nicht mehr als typisch für das gesamte Einzelhandelsgeschäft angesehen werden kann, daß also die Warenhausumsäbe weiterhin unter dem Drud besonderer Verhältnisse stehen, zeigt die fortschreitende Differenzierung der Umsatzbewegung von Warenhaus und Fachgeschäft. So lagen im Mai die Umsätze der Fachge= schäfte für Textil- und Manufakturwaren nur um 4 Prozent, die der entsprechenden Warenhausabteilungen( Bekleidung und Textilien) dagegen um 18,8 Prozent( im April um 16,6) niedriger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Besonders groß war der Abstand gegenüber 1982 bei Schuhen, besonders gering bei Schnittwaren. uns Bericht über ihre Eindrücke. Einen von ihnen drucken mit Absicht unverändert gelassen. mit schlechten Statisten. Geht man aber durch die großen Geschäftshäuser, so sieht man die Kehrseite der Medaille. Während der Hauptgeschäftsstunden sind fast feine Käufer in den Läden zu finden, die Verfäufe rinnen stehen gelangweilt umher und wissen nicht, was be= ginnen. Die großen Geschäfte können nicht einmal die Spesen verdienen, und wenn dann unausbleiblich die große Pleite kommt, sind Tausende und aber Tausende von Angestellten brotlos. Geht man abends durch die Straßen dieser großen Stadt, glaubt man, in einer Kleinstadt zu sein. Wenig Leute auf den Straßen und die großen Lokale fast leer.... Köln Sonntag nachmittag großer Betrieb: Köln steht im Zeichen einer Begrüßung für den Helden von Genf", den Säulenheiligen Dr. Robert Len. Im Messegelände soll er eine Rede an sein Volt, die NSBO., halten! Großer strahlenförmiger Aufmarsch der SA. mit Fahnen und Musikfapellen. Hinter acht SA.- Leuten marschieren Leute in Zivil mit Hakenkreuzarmbinden, Arbeiter, die gezwungen wurden, mitzumachen. Denn wehe dem, der heute nicht mitmarschiert: unweigerlich holt er sich am nächsten Tag seine Entlassung. So setzt er eben die Füße in militärischem Gleichtaft, Faust in der Tasche, und denkt.... Was er denkt, kann ihm feiner vorschreiben. Während dieses stundenlangen Aufmarsches ruht aller Verkehr in den Straßen vollständig. Wer seine Wohnung innerhalb dere Ringe hat, kann nur mit Mühe den Bahnhof auf großen Umwegen erreichen. Mit welchem Geist die heutige Jugend„ beseelt" wird, war demonstrativ in einer Seitenstraße nahe dem Opernhaus zu beabachten Auf der Straße hatten sich fünf Schulkinder von 7 bis 9 Jahren hintereinander aufgestellt, davon eines von etwa zehn Jahren, die die anderen eindrillte:" Stillgestanden! Rechtsum! Links um fehrt! Vorwärts marsch!" Richtig wie auf dem Kasernenhof war es, auch die Ausdrücke fehlten nicht, wenn etwa ein Fehler begangen wurde. Auf meine erstaunte Frage, was Hindenburg Er kann noch stehen 31105 Der deutsche Reichspräsident, Herr v. Hindenburg, hat einen Schlaganfall erlitten; während seiner Ohnmacht zeigte sich auch die Ohnmacht der Deutschnationalen. Als Hindenburg wieder erwachte, war Hugen berg nicht mehr zu retten: die Verkörperung politischer Ereignisse durch einzelne Menschen, jeder faschistischen Diktatur eigentümlich, hat sich diesmal bis zur Groteske gesteigert. Aber Hitler braucht zwar einen ohnmächtigen Hindenburg, wünscht jedoch nicht, daß die ganze Welt erfälligen Großpapas der deutschen Konterrevolution spielt. fährt, welche Spiele man hinter dem Rücken des hin Und so wird denn amtlich gemeldet: Berlin, 3. Juli. Zu den Nachrichten, wonach Reichss präsident von Hindenburg einen Schlaganfall erlitten habe, wird von zuständiger Stelle mit Bestimmts heit erklärt, daß es sich bei dieser Meldung um eine böswillige Erfindung handle. Der Reichspräsident ers freut sich befter Gesundheit. Der beste Beweis für die Unrichtigkeit der von gewissen Blättern aufgestell ten Behauptung sei, daß Hindenburg noch vor wenigen Tagen den englischen Botschafter anläßlich seines Scheis dens aus Berlin empfangen habe. Auch der Umstand, daß er den Reichskanzler Hitler nach Neudeck berief, um mit ihm wichtige politische Unterhaltungen zu pflegen, sei ein unwiderlegbares Zeichen dafür, daß Hindenburg nach wie vor den gewohnten Geschäften nachgehe. Ueber das letzte Zusammentreffen Hindenburgs mit Hitler seien so= gar photographische Aufnahmen veröffentlicht worden, die den Reichspräsidenten neben dem Reichsfanzler aufrecht stehend zeigen. So wird in der Diktatur der Gesundheitszustand eines alten Herrn zur politischen Angelegenheit; nachdem Hugenberg gefallen ist, muß Hindenburg justament„ aufrecht stehen", um den Herrn Hitler zu decken. Der Schlag hat nicht ihn, er hat nur seine Partei getroffen, er steht aufrecht und wird photographiert. Der Propagandaminister kann darauf nicht verzichten. das da denn bedeute, wurde mir geantwortet: Greise in die Front lernen wir doch alles in der Schule, in der Wehrsportst unde!" Aber das sei doch noch gar nichts. Wenn nämlich die Jungens übten, dann hätten sie sogar ein Schilderhaus. Wer wundert sich über dieses traurige Kinderspiel in Hitlerdeutschland! Wenn SA. und SS. eben, wie in Dortmund von Augenzeugen berichtet wurde, feld= marschmäßig mit Gewehren zu Führerkursen nach Neheim ausrückt, dann dürfen auch die Kinder dieser Leute den Eltern nicht nachstehen. Ganz Deutschland spielt Soldat! ,, Miesmacher" Göbbels Vom Vierjahres- zum Zehnjahresplan Ein Sondergesetz für den Oberbürgermeister von Essen Sherige Bestimmung über die Altersgrenze für die BeamIn feinem viel kommentierten Vortrag über den Faschismus machte Göbbels ein Geständnis; während Hitler vier Jahre braucht, um seinen Plan durchzuführen, verlangt Göbbels bereits 10:„ Wir werden in 10 Jahren ein einiDurch eine besondere ler Reismann- Grone ist die ends gültige Austellung des Oberbürgermeisters Dr. Reismann: Grone in Essen gesichert. Mit der endgültigen Wahl dürfte nunmehr nach Beseitigung der gesetzlichen Hindernisse bald zu rechnen sein. Durch eine Verfügung vom 15. Juli ist für die endgültige Anstellung von Reismann- Grone die biss ten außer Kraft gesetzt worden. Der preußische Innenmis nister hat bereits seine 3 ustimmung erteilt. Dr. Reis: mann- Grone ist am 30. September 1863 in Meppen geboren, wird also im September ds. JB. 70 Jahre alt. Seit 1891 lebt er in Essen, zuerst als Generalsekretär des Bergbaulichen Vereins, später als Berleger der Rheinisch- Westfälischen Zeitung". ges Deutschland darstellen. Wir werden in diesen 10 Jab Herunter, die Mörderfahne ren auch wieder die Kraft gewinnen, mit allen Schwierigfeiten fertig zu werden." Dieser Abschnitt seiner Rede ist dem Propagandaminister als ein unglücklicher Zungenschlag sehr übel genommen worden. Insbesondere hat Göring, der jeden Schritt des Dr. Göbbels eifersüchtig überwacht, bei Hitler gegen die Göbbelsche„ Miesmacherei" scharfen Protest erhoben. Die Lebensmittelabteilungen, die bei den großen Unter Lothringen nehmungen etwa ein Fünftel der Gesamtumfäße bestreiten, find mit 74,1( 78,7) v. 5. der Vorjahresumsäze wertmäßig auf den Stand von 1927( d. i. die Zeit vor dem durchgreifenden Ausbau dieses Geschäftszweiges) herabgedrückt wor den. Mengenmäßig dürften die Umsätze jedoch noch wesent lich größer sein, als 1927. Daß der Rückgang der Umsaßwerte gegenüber dem Vorjahr teilweise auf eine Abnahme der Umsaßmengen hindeutet, zeigt die Zahl der Kaffenzettel, die um 12,5( 12,2) Prozent unter dem Vorjahrsstand lag. Troß der Umsatzschrumpfung hat sich die Einkaufstätigkeit der Warenhäuser günstiger gestafelt als in den vergange= nen Monaten. Der Wareneingang lag nur noch um 9,5( im April um 27,5) Prozent unter der Vorjahrsziffer. und Der Präsident des Reichsverbandes der MittelGroßbetriebe des Deutschen Einzelhandels hat an die Mitglieder der Fachgruppe Warenhaus nachstehendes Schreiben gerichtet: Auf Grund einer Prüfung der Frage der Lebensmittelabteilungen der Warenhäuser hatte ich ursprünglich die Absicht, die einzelnen Firmen darum zu ersuchen, von nun ab Preisinserate für Lebensmittel vollständig zu unterlassen. Es ist mit Recht vom Lebensmitteleinzelhan= de! geäußert worden, daß, solange einheitliche Qualitätspreisinferate in zahlreichen Fällen zu einem ungerechtfertigten Vergleich der Preise führen müssen. Dankend abgelehnt Falsche kommunistische Zeitung von Nazis herausgegeben Die Gauleitung der Nationalsozialisten hat die größte Berliner Abendzeitung, die Welt am Abend", die vor dem Umsturz eine Auflage von etwa 200 000 besaß, in gleicher Aufmachung und unter weitgehender Anpassung an die frühere Schreibweise herausgegeben, um den Berliner Arbeitern vorzutäuschen, daß die alte kommunistische Zeitung nach wie vor legal erscheint. Begünstigt wurde dieses Vorhaben durch das Ueberlaufen des Geschäftsführers, eines gewissen Pfeiffer, der offenbar schon vorher als Nazispizel im Verlag tätig war und Geschäftsführer auch bei der falschen„ Welt am Abend" blieb. Außer dieser Zeitung wurde auch die sehr populäre Arbeiter Illustrierte Zeitung" von den Nazis plump nachgemacht. Da die Berliner Arbeiter auf beide Provokationen nicht hereinfielen, stehen beide Unternehmungen vor dem Bankrott. Der Spizel Pfeiffer wurde von seinen Parteigenossen nicht geschützt, als Kommunisten, troß der mit dieser Handlung verbundenen Gefahr, diesen Ueberläufer gründlich verprügelten. Mitten im lothr. Indu striegebiet gel. Eisen werk( Eisenkonstruk tion u Blechschmiede) mit Bahnanschluß zu verkaufen Schöner Besitz( Schloß, 19 ha Park und Garten) Straße Metz Saar brücken, u mehrere schöne Wohnhäuser zu verkaufen. Ausk. ert. C. Gresset, Courcelles Chauss Telefon 6 23 Alle Ausgaben Klassiker empfiehlt Buchhandlung Volksstimme Bahnhofstr. 32 Seriöser Kaufmann wünscht zwecks weiterer Vervollkommnung seiner französischen Sprachkenntnissen Konversation mit gebildeter Französin. Strengste Dis kretion zugesichert und erwünscht Offerten unter Nummer 22 an die Geschäftsstelle dieses Blattes erbeten Das Schandkreuz In der dänischen Hafenstadt Odense kam es zu einer Maffendemonstration gegen ein deutsches Schiff, das die Hakenkreuzfahne gehißt hatte. Nach langen Verhandlungen sah sich der Kapitän gezwungen, die Fahne herunterholen zu lassen, erst dann wurden die Löscharbeiten angefangen. Deutsche lassen ihre Möbel und sonstigen Stückgüter nach Frankreich einzig und allein befördern durch STERN- EXPRESS 31, Rue de Pétrograd- PARIS 8° ( Nähe Place Clichy) Téléphon: Europe 60.10. Kabeladresse: Sternex- Paris Sammelwaggons aus den wichtigsten Städten Deutschlands. 1-3 mal wöchentlich nach Paris- Riviera und den tranz. 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