Nr. 70. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftrirter Sonntags= Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1897 unter Br. 7437. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Norwärts Berliner Volksblatt. 14. Jahrg. Die Insertions- Gebühe beträgt für die sechsgespaltene Kolonelzcile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, en Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Amt I, nr. 1508. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Parteigenossen! Mittwoch, den 24. März 1897. In den Grund gebohrt, Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. M denklich, daß das Schriftstück- angeblich auf Wunsch desKaisers der Kommission ohne vorherige Besprechung mit dem Reichskanzler und dem Reichs Schatsekretär vorgelegt wurde. Man fonnte e3 dem Reichskanzler nicht verargen, daß er trotz seines warmen Ein um ein Lieblingswort unserer Wasser- Chauvinisten zu ge- tretens für die Forderungen des Etats das von einem ihm unters Zum achten Mal begeht die klaffenbewußte Arbeiterschaft aller brauchen, ist die deutsche Zukunftsflotte, die jahrelang in dem stellten Staatssekretär so plößlich produzirte Schriftstück fühl Kulturländer am kommenden 1. Mai das Weltfest der Arbeit, gewidmet den Klassenforderungen des Proletariats, der internationalen Verbrüderung, dem Weltfrieden. An einzelnen Orten haben die Genossen die einleitenden Vor bereitungen bereits getroffen. Unsere Aufgabe muß es sein, die Feier zu einer einheitlichen und würdigen zu gestalten. Die Art und Form der Feier muß eine der Stärke der deutschen organifirten Arbeiterschaft entsprechende sein, muß die Klassenerkenntniß, welche dieselbe beseelt, zum Ausdruck bringen. Mit Riesenschritten eilt die kapitalistische Produktion der Bollendung ihres Siegeszuges um die Erde entgegen, die geschichtliche Mission der Bourgeoisie damit erfüllend. Wegen der Auftheilung der letzten Absatzgebiete droht ständig der Ausbruch des Weltkriegs. Außer von den Machtmitteln des Staates, erhofft die Bourgeoisie die Fortdauer ihrer Macht und ihrer Ausbeutungsfreiheit von der Zwietracht der Arbeiter, deren Verbrüderung sie um jeden Preis zu verhindern sucht. Somit ist die Aufrechterhaltung der Klassenherr schaft mittelbar auch eine stetige Gefahr des Weltfriedens. Weder aus Gerechtigkeit noch der besseren Einsicht nachgebend ist die Bourgeoisie gewillt, das geringste Zugeständniß an die Klassenforderungen der Arbeiter zu machen. Ein Greuel ist ihr die gesetzliche Regelung der Arbeitszeit. Jedes Zugeständniß erscheint ihr als eine Untergrabung ihrer Machtstellung. Am 4., 11. und 19. Februar d. J. verhandelte der Reichstag über den von unserer Fraktion gestellten Antrag auf Einführung des achtstündigen Arbeitstages für alle im Lohn-, Arbeits- oder Dienstverhältniß in Gewerbe, Industrie, Handels- und Verkehrswesen beschäftigten Personen. Das Fazit der Verhandlungen war, unter Führung des Zentrums, die Annahme einer schwächlichen Resolution, abzielend auf Erhebungen, in welchen gewerblichen Betrieben durch übermäßige Dauer der täglichen Arbeitszeit die Gesundheit der Arbeiter gefährdet wird. uferlosen Wolkenkukuksheim der christlich- germanischen Welt- behandelte und daß er dieselbe kühle Behandlung jenem und Nebelpolitik herumschwamm. Der Reichstag hat mit| Gesetzentwurfe über die Errichtung einer Gebenthalle zit großer Mehrheit ein kategorisches Nein! gesagt. Und wir theil werden ließ, der sicherlich weder seiner Initiative noch der des dürfen überzeugt sein, kein deutscher Reichstag wird Ja sagen Bundesraths zuzuschreiben war. Indessen nicht nur der Reichskanzler wird durch diese Art, in zu diesen Plänen, die den nationalen Interessen ebenso schroff die Geschäfte einzugreifen, berührt, sondern ebenso das Parla. widersprechen wie dem nationalen Empfinden. ment. Man kann es nicht unrichtig finden, wenn der„ Figaro" in befürwortet wurde. Das ist ein Konflikt; und wenn wir die begleitenden Umstände nebst den dazu gehörenden persönlichen Momenten ins Auge fassen, können wir uns der Wahrheit nicht ver schließen: es ist ein Konflikt um die Grundlagen unferes politischen Lebens. Das Votum des Deutschen Reichstags vom 20. März einem übrigens sehr fachlich gehaltenen Artikel, den er" Der Kaiser dieses Jahres ist von größter Tragweite; es bildet einen und der Reichstag" überschreibt, u. a. fagt, die deutschen Wendepunkt in der Geschichte des deutschen Verfassungs- Abgeordneten seien durch derartige Vorfälle noch mehr überwesens. Daß die deutsche Volksvertretung eine terascht, als Europa, und die ausschlaggebenden Parteien gierungsvorlage zurückwvies, ist schon öfters dagewesen müßten sich unangenehm berührt fühlen dadurch, daß man sich nicht eine jetzt aber hat der Reichstag die geringste Mühe gebe, mit der Meinung des Reichstages Regierungsvorlage zurückgewiesen, die aus der Initiative des deutschen wenn das französische Blatt behauptet, daß dieser Gegensatz zwischen Fühlung zu nehmen. Es ist ferner leider nicht unrichtig, Kaisers hervorgegangen ist, mit äußerster Energie von diesem Krone und Parlament sich seit einiger Zeit recht oft wiederhole. Derartige Vorkommnisse wirken nun natürlich nicht nur auf die Rathgeber der Krone und auf das Parlament, sondern auf das Bolt selbst ein. Auf dieses macht auch noch ein anderes einen verstimmenden Eindruck, nämlich die Art, soll. Gerade große Nationalfest begangen werden bie in dieser Zeit sich unwillkürlich regende Erinnerung an die unerfreuliche Vorgeschichte des NationalDie Flottenpläne find nicht Pläne des Reichskanzlers und bentma 13 hätte es geboten erscheinen laffen sollen, daß der verantwortlichen Regierung, sondern des Kaisers, der, wenigstens das Fest selbst, daß der Enthüllung des Denkmals gilt, obgleich er die Abneigung des Reichstags kennt, unzweifel in eine recht vollsthümliche Form gekleidet worden wäre. Statt haft entschlossen ist, diese Pläne in einer oder der anderen dessen ist das Fest, wenn man fo sagen darf, Form zu verwirklichen. militarisirt worden. Die Enthüllungsfeier des Denkmals Wir lassen hier den Schwarm der umherschwirrenden Ge- felbst ist so gut wie ausschließlich militärischer Art, rüchte, die jedoch der symptomatischen Bedeutung nicht ent- und man muß doch wohl sagen, daß dadurch das Andenken an behren, bei seite und halten uns einfach an die Thatsache, einen Herrscher, der nicht nur Skriegsheld, sondern auch Friedensdie nicht zu sehen Blindheit, nicht sehen zu wollen fürst war, nicht völlig erschöpft ist. Nun hätte wenigstens der für den 23. geplante Bürgerfestzug eine durchaus freie Form haben müssen. Feigheit wäre. Auch er aber ist in militärische Formen gebracht worden. Auf ein gegebenes Zeichen foll nicht, och", sondern, Hurrah" gerufen werden, ein dem Manne im Bürgerrock fremder Ausdruck der Begeisterung; der Vorbeimarsch soll mit Augen links" ges nommen werden, also auch in einer fpezifisch militärischen Weise, wozu noch kommt, daß bei diesem Augen links" der Blick der Borbeimarschirenden von dem Denkmale abgewendet ist; der Vorbeimarsch foll ferner binnen einer Stunde, einer bei der so großen Ausdehnung des Zuges sehr kurzen Zeit, vollendet sein. les das sind, einzeln genommen, Kleinigkeiten, aber sie vers türzen doch die Freude an dem Huldigungstage, der für patriotische Männer eine monatelange Arbeit bedeutet. zu Der Wille des Kaisers steht gegen den Ein endgiltiges ZurückWillen des Reichstages. weichen des Kaisers ist bei deſſen Charaktereigenschaften nicht erwarten. Ein Zurückweichen des Reichstages ist gleichfalls nicht zu erwarten. Nicht daß wir den Mannesmuth der einzelnen Abgeordneten sehr hoch anschlagen wir kennen unsere Pappenwir fennen unsere Pappenheimer; allein hinter den Gewählten haben wir die Wähler, hinter der Volksvertretung das Volt. Und in den Wählern und im Volt ist der Marinismus verhaßt, und die Art und Weise, wie man ihn uns hat aufdrängen wollen und will, läßt den Haß nur noch wachsen. Das hat sogar Herr Bennigsen zugeben müssen. Also hier wie bort keine Aussicht auf ein Einlenken. So muß der Konflikt denn wohl oder übel zum Austrag gebracht werden. Trotz dieses negativen Resultats waren die Verhandlungen ein Triumph der Arbeiterfache. Drei Tage opferte der Reichstag dem Achtstundentage, den man vor einem Jahrzehnt noch eine Utopie nannte und mit einer abwehrenden Handbewegung für immer verscheucht zu haben glaubte. Die diesmaligen Verhandlungen sind in der Die Scharfmacher", die sich der persönlichen FreundAgitation für den Achtstundentag von unschätzbarem Vortheil. Auch schaft des Kaisers rühmten, sind emsig an der Arbeit. Bis dem Blödesten muß nunmehr flar werden, daß die Befreiung der jetzt ist der„ Kladderadatsch" ausgeblieben; und vorläufig hat Arbeiterklasse nur das Werk der Arbeiterklasse selbst sein kann. Parteigenossen! Am 1. Mai, dem Arbeiter- Weltfeiertag, bietet sich Euch Gelegenheit, flammenden Proteft zu erheben gegen die tapitalistische Ausbeutung, dieser Grundursache des Elends, der Knechtschaft und der Klassen- und Völkerverheßung. Die nachdrücklichste und wirkungsvollste Form des Proteftes besteht in dem Ruhenlassen der Arbeit. Je umfassender und einmüthiger die Arbeitsruhe durchgeführt werden kann, um so würdiger gelangt die Demonstration zum Ausdruck. Jeder organisirte Arbeiter hat deshalb die Pflicht, da, wo die Möglichkeit vorhanden ist, das heißt, wo es ohne nachtheilige Folgen geschehen kann, die Arbeit am 1. Mai ruhen zu lassen und demgemäß unter seinen Klaffengenoffen für die Maidemonstration zu werben. Da, wo es die lokalen Verhältnisse gestatten, fordern wir die Parteigenoffen, denen die Möglichkeit geboten ist, Arbeitsruhe eintreten zu laffen, auf, am Morgen Versamm lungen abzuhalten mit dem Thema: der König der Scharfmacher" mit seiner Scharfmacherei nichts weiter bewirkt, als die Niederlage der Regierung zu verschärfen. Doch darum sind die Pläne nicht aufgegeben. Und da der Appell an das Volt für die Vertheidiger des uferlosen Flottenplanes hoffnungslos ist, so regt sich in ihren Reihen naturgemäß das Gelüfte nach einem Appell an die Gewalt. Die Zuschrift schließt: Wichtigeres, als die Marineforderungen, die doch nur ein einzelnes sind, steht auf dem Spiele; es gilt, einen stillen, aber sich mehr und mehr vertiefen. den Gegensatz zwischen dem Träger der deutsche u Kaiserkrone und einem namhaften Theile des Boltes zu beseitigen. Hier können nur zwei Faktoren helfen: die Rathgeber der Krone, indem sie den höchsten Herrn offen auf die Stimmung, wie sie ist, aufmerksam machen, und der Träger der Krone selbst, indem er die offene Aussprache nicht verübelt. Bis jetzt ist noch nicht ein einziger Beweis dafür geliefert, daß Kaiser Wilhelm II. offene Aussprache nicht liebe. Bei den großent Zumuthungen, die er an sich selbst stellt, um das von ihm mit so glühender Liebe umfaßte Reich zu einer immer höheren Stufe der macht und des Glückes zu erheben, muß man vielmehr von ihm voraussetzen, daß ihm nicht nur die Wahrheit, sondern auch ihre Verkünder stets willkommen seien. Er wird es also auch an geeigneten Mitteln zur Beseitigung einer bedenklichen Ver So greifbare Gestalt haben diese Gelüfte schon an- ftimmung nicht fehlen lassen, wenn feine Rathgeber ihm zeigen, nommen, daß Bennigsen im Reichstage vor Staatsstreich wo der Grund dieser Berstimmung liegt und wie erfolgreich sie von und Dittatur zu warnen für nöthig hielt. An welche Adresse den klugen Gegnern seiner Pläne und seiner Regierung genährt und diese Warnung sich richtete, bas tann für niemanden ein Ge- ausgebeutet wird. So das nationalliberale Leipziger Blatt. heimniß sein. Es ist eine schwüle Luft, wie vor dem Sturm. Von einer Stimmungsfrise" schreibt ein Mit- Wenn reichstreueste Mannesseelen so schreiben, dann muß arbeiter des in der Wolle nationalliberal gefärbten Leipziger es schon weit gekommen sein. Kein Zweifel, es stehen uns ernſte Tageblatts" in dessen gestriger Nummer. Es heißt da der Ereignisse bevor. Die Kämpfe, welche in England und Frankreich Brief ist aus Verlin batirt-: bereits im 17. und 18. Jahrhundert durchgekämpft wurden, Man verfährt nicht ganz richtig, wenn man einseitig von einer tönnen uns langsamen" Deutschen nicht erspart werden. Und in Marinetrisis spricht. Diese ist vielmehr nur ein Theil, ja Deutschland ist es nicht das Bürgerthum, das den Kampf zu bis zu einem gewissen Grade ein Ausfluß einer allgemeinen führen hat und führen kann, wie weiland in England und Stimmungskrise. Noch vor vier Wochen schienen die Aussichten der Frankreich in Deutschland ist es das Proletariat, ist es Marineforderungen keineswegs ungünstig, in der letzten Zeit aber die Sozialdemokratie, welcher der Vorkampf zufällt. hat sich in weiten Kreisen des Volkes eine gewisse a II- Die deutsche Sozialdemokratie kennt ihre Pflicht, gemeine Mißstimmung geltend gemacht, die von den ursprünglichen Gegnern der Marineforderungen für ihre speziellen und wird sie thun. Zwecke erfolgreich ausgenutzt wurde. Eine erste Veranlassung zu dieser Mißstimmung gaben gewisse Aeußerungen, die bei einem Diner des preußischen Finanzministers ges fallen sein sollten. Da indeß diese Aeußerungen nicht init aller Bestimmtheit als richtig festgestellt werden konnten, so wäre die dadurch hervorgerufene Mißstimmung rasch verwischt worden, wenn nicht bald darauf jene Rede bei dem& eft mahle des Brandenburgischen Provinzial- Land tags gehalten worden wäre, die gerade in den Kreisen, auf die eine Regierung sich stützen muß, lebhaftes Unbehagen erregte und natürlich von radikaler Seite nach Kräften ausgebeutet wurde. Ein Beispiel für diese Ausbeutung führt die Straßburger Post" an, in3war besonnen, dem sie erzählt, daß der demokratische Profeffor Quidde durch die kühl erwägend und abwägend, aber tampfesfroh im Ver| Anführung gewisser Worte aus dieser Rede in einer Volksversamm lung stürmischen Beifall bei Leuten fand, die nur zum geringsten trauen auf den Sieg der gerechten Sache. Theile demokratisch gesinnt waren. Die Bedeutung des 1. Mai. Die weiteren, für den Abend vorgesehenen Arrangements bleiben dem Ermessen der Genossen vorbehalten. Wie seither, so auch in diesem Jahr, erscheint im Verlag der Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW., Beuthstr. 2, die Maifeft- Beitung. bie wir den Parteigenossen angelegentlichst zur Verbreitung empfehlen, um die Jdee der Maidemonstration in alle Hütten der Armen und Elenden zu tragen und diese mit neuer Hoffnung und neuem Rampfesmuth zu erfüllen. Die Bestellungen wollen die Genossen rechtzeitig an die vorstehende Adresse aufgeben. Und nun, Genossen, frisch ans Werk! Mit sozialdemokratischem Gruß! Hamburg- Eimsbüttel, den 21. März 1897, Eichenstr. 4, I. Die Marineforderungen selbst betras dann jene von dem Admiral Hollmann urplöglich vorgelegte" Denkschrift". War es schon sehr fraglich, ob es sich aus taktischen Gründen rechtfertigen laffe, durch die Denkschrift den Gegnern Gelegenheit zu geben, die Der geschäftsführende Ausschuß. überraschten und Erschreckten zu spielen, so war es zweifellos be " Politische Uebersicht. Berlin, 23. März 1897. unseres Blattes in die Hände der Leser gelangt, nichts übrig, Von der Hundertjahrfeier ist, wenn diese Nummer als der Katzenjammer, der jedem Feste zu folgen pflegt, und die zahllosen Ballen bedruckten Papiers, auf welchem der Festjubel sich herumtummelte, und seine Gedanken und Gefühle ablagerte. Gedanken und Gefühle? " Nun, die Gefühle" der Festtage lassen sich allenfalls feststellen.„ Gefühle" der Bewunderung eines Fürsten;„ Ges fühle" der Bewunderung für alles, was ein Fürst gethan hat; Gefühle" der Anbetung fürstlicher Allmacht und Allgüte; Gefühle" der überschwenglichsten Vaterlandsliebe, soweit das Vaterland" mit dem angebeteten Fürsten eins ist- bas sind die„ Gefühle". Neu sind sie nicht. Vor 1000 Jahren schon waren diese„ Gefühle" in einem großen Reiche zu solcher Treibhauskultur gebracht worden, daß sie zum ganzen Inhalt " deS Reiches wurden, diesem Reich seinen Charakter gaben und unter dem Namen dieses Reiches die UnsterbUchkeit de? Ruhmes erlangt haben, als: Byzantinismus. Wir haben sämmtliche Berliner Zeitungen durchgesehen — mit alleiniger Ausnahme des„Vorwärts" hat sich während der Festtage und schon vorher in ihren Spalten ein Byzan- tinismus geltend gemacht, der dem Original- Byzantinismus des Lag Lmpirs— des niedrigen Kaiserreichs, wie es auf französisch heißt— an Qualität vollständig gleich ist. Doch die Gedanken? Wir haben keinen gefunden, der nicht Gemeinplatz wäre oder„Gefühl". Und die Gemein- Plätze wie die Gefühle ausnahmslos byzantinisch. Die anßerberlinische Presse ist nicht viel anders wie die berlinische; selbst den sogenannten„demokratischen" Blättern ist der Byzantinismus tief ins Mark eingedrungen. Und wo kein Byzantinismns ist, wagt der Protest sich nur schüchtern und vorsichtig hervor, und nicht ohne Grund,— denn wir sind bis zu jener tiefsten Tiefe des Byzantinismns gesunken, wo der Nicht-Byzantinismns dem Byzantinerthum Majestätsbeleidigung wird.— Auch ein Beitrag zur Zenteuarfeier. Zu den Be- geistertsten unter den Begeisterten bei der nun glücklich über- standenen Jubelfeier gehören die Nationalliberalen und ihre Presse. Angesichts dieser Ueberschwenglichkeit, welche sich in tranter Eintracht mit der schnödesten Dennnziationssucht gegen alle, welche dem Jnbelkoller nicht verfallen sind, befindet, erscheint es nicht unangebracht, gerade diese Nationalliberalen an eine Zeit zu erinnern, in der sie über den hente so maßlos ver- ehrten Kaiser und seinen damaligen Minister, den späteren Kanzler von Bismark etwas anders dachten. Vor uns liegt die Nummer 174 der„Wochenschrift des Nationalvereins" vom 27. August 1863, des offiziellen Organs desselben National- Vereins, an dessen Spitze Herr v. Bennigsen als Präsident stand und aus dem die nationalliberale Partei herausgewachsen ist. In dieser Nummer des offiziellen Partei-Organs befindet ich in einem Artikel, der sich mit der fünfzigjährigen Gedenk- eier der Volkserhebung von 1813 befaßt, folgendes Urtheil iber König Wilhelm und seinen Minister v. Bismarck: „Das Jubeljahr der Erhebung des preußischen Volkes ist wahrlich nicht dazu angethan, in Preußen als F e st z e i t ge- feiert zu werden. Während uns ein Blick auf die Geschichte des Jahres 1813 einen König zeigt, der von der Macht der das ganze Volk bewegenden Ideen selbst mit fortgerissen, sich wenigstens auf einige Zeit rückhaltlos seinem Volke hingab; am Ruder des Staates geistvolle und von aufopfernder Liebe zum Vaterlande erfüllte Staatsmänner, die großes geschaffen hatten und großes wollte», endlich ein Volk, das opserinuchig und freiheitsdurstig freudig Gut und Blut einsetzte für König und Vaterland, bietet sich uns jetzt das entgegen- gesetzte Schauspiel. Der König ist seinein Volke— dank de» Rathschlägen seiner Höflinge— völlig entfremdet, mehr, als vor ihm ein preußischer Fürst, ja, er hat, um seinen Eigen- willen gegen den gesetzlich kund gegebenen Willen deS Volkes durchzusetzen, sich nicht gescheut, gegen die klaren Be- stimmungen der Verfassung mit seiner persönlichen Verantwortlichkeit für gewisse folgenschwere Staatsakte einzutreten und weist jetzt jede Bitte, jede Mahnung»»gehört ab. Am Ruder deS Staates sitzen Männer, die den Namen „Staatsmann" in Verruf bringen würde», wenn sie ihn für sich in Anspruch nehmen könnten, theilweise Maschinen, die sich ohne eigenen Willen so bewegen, wie ihnen das vorgeschrieben wird, theil- weise politische Abendeurer, die ohne ein Verständniß für das, was ihnen obliegt, von der Hand in den Mund leben, und deren Größe höchstens in ihrer Gewissenlosigkeit und ihrer Keckheit beruht. Und diesen steht das Volk gegenüber, nicht zur Seite und sieht, die Hände in den Taschen, den Rock zugeknöpft, theils mit stillem Hohn, theils mit bitterem Schmerz, zu, wie ein Staat ruinirt wird, der noch vor kurzer Zeit ein beneideter war; sieht dem Walten der zerstörende» Mächte zu mit demselben Gefühl, niit dem seine Väter de» französischen Eroberer betrachteten, dessen gewaltige Faust riesenschwer auf ihrem Nacken lag. Haust doch die jetzt mächtige Partei wie eine Horde fremder Eroberer im preußischen Lande und führt, ohnmächtig, neues zu schaffen. Schlag auf Schlag gegen Gesetz. Verfassung, öffentliche Moral, persönliche Freiheit und Privateigenthum, und setzt, die Freiheit im eigenen Lande vernichtend, nach außen hin sich Blöße auf Blöße gebend, alles auf das Spiel, wofür sich 1813 das Volk erhoben hatte, selbst die Existenz des preußischen Staates."— Zur Erinnerung für die Theilnehmer an der hiesigen offizielle» Zenteuarfeier wurde vom Kaiser eine Broncemedaille, die an orangegelbem Bande zu tragen ist, gestiftet. Die„Freisinnige Zeitung" schreibt hierzu: Die neue Denkmünze findet in militärischen Kreisen und insbesondere unter de» Offizieren eine sehr getheilte Aufnahme. Man hörte vielfach die Aeußerung, daß durch Einführung eines Ehren- zeichens, dessen Verleihung nicht durch besonderes persönliches Ver- dienst, sondern nur durch Theilnahme an bestimmten Festlichkeiten " bedingt sei, der Werth der übrigen Ehrenzeichen, die zusammen mit der Denkmünze die Brust zieren, sicherlich nicht erhöht werden würde. Heute meldet der„Reichs-Anzeiger". daß der Kaiser den Veteranen der Feldzüge von 1664, 1866 und 1870/71 die Erinnerungs- Medaille verliehen. Die Kosten der Herstellung der Medaille will der Kaiser aus privaten Mitteln bestreiten. Der Trinkspruch des Kaisers beim gestrigen Festmahl« hatte folgenden Wortlaut: Ein Geist tief empfundener und hoher Festesfreude zieht durch das deutsche Volk, und ihm entsprechend haben sich die Fürsten zu- sammengesunden, um das Andenken des großen verewigten Kaisers zu feiern. Ich spreche meinen erlauchten Vettern, Oheimen und Verbündeten meinen tiefgefühltesten, innigsten Dank aus bewegtem Herzen aus; desgleichen allen Vertretern fremder Souveräne, die nicht haben zurückbleibe», sonder» theilnehmen wollen an unserer Feier, von neuem uns dadurch einen Beweis gebend, daß Europas Fürsten- Häuser ein gemeinsames großes Familienband umschlingt und daß Freude und Leid in dem einen Hause von allen anderen mit ge- lheilt wird. Es ist nicht meines Amtes, hier meines großen Vorfahren, meines Herrn Großvaters Verdienste zu feiern. Was wir eben er- lebt, und wie unser Volk sich benommen, kündet, wie lebendig alle seine Werke, wie lebendig die gesammte Persönlichkeit des Ver- ewigten vor aller Augen steht. Ich denke, sein Geist schreitet hente durch sein Volk hin- durch und gewiß hat er heute bei seinen Fahnen einen Besuch ge- macht. Wir gedenken seiner in seiner Demuth. schlichten Ein- sachheit und Pflichttreue; wir gedenken feiner als des Sohnes der herrlichen lieblichen Königin, wir gedenken seiner als desjenigen, der gesagt hat. daß er mehr durch seine Demüthigungen, als wie durch alle seine Erfolge gelernt hat. Für uns, Ihr hohen Fürsten und Verwandte», soll das An- denken an ihn ein erneuter Ansporn sein, für unsere Völker zu leben und zu arbeiten, wie er, zum gemeinsamen Ziel der fortschreitenden Kultur und zur Aufrechterhaltung des Friedens. Wir aber, indem wir uns von neuem zu innigem Bunde fester Freundschaft und Waffenbrüderschaft versprechen, wollen unsere Gläser erheben, und mit dem Ruf auf das Wohl des deutschen Vaterlandes und des deutschen Volkes ihm und unseren Fürsten unseren Gruß entbieten: Das deutsche Volk, sein Vaterland und seine Fürsten hurrah! hnrrah! hurrah!— Die Durchführung der Blockade Kreta's wurde nun auch vou den italienischen und russischen Amtsblättern pnblizirt. Mehr hat man von ihrer Wirkung noch nicht in Erfahrung gebracht. Auf Kreta dauert leider das Blut- vergießen fort. Hierüber liegen folgende Meldungen vor: Kanea, 23. März.(„Franks. Ztg.") Die Ausständischen machten gestern wiederum den Versuch, das Fort Malaka zu erobern, um insbesondere die Verproviantirung desselben zu ver- hindern. Die Beschießung seitens der türkischen Kriegsschiffe blieb erfolglos. Letztere suchten für den Vorfall die Unterstützung der Mächte nach, ivelche ihnen auch zugesagt wurde. Athen, 23. März.(„Agence Havas".) Mittwoch und Donnerstag haben bei iltetimo Gefechte stattgefunden, bei denen der Prior eines Klosters getödtet und zwei Anführer der Aufständische» sowie mehrere Aufständische verwundet wurden. Sonnabend fand bei Herakleion ei» Gefecht statt. Der griechische Konsul in Herakleion ist von. den Geschwaderkommandanten auf- gefordert worden, die Stadt zu verlassen und ist dieser Aufforderung nachgekonunen. Aus Athen wird ferner telegraphirt: Das Amtsblatt veröffentlicht eine Verordnung, nach welcher 10 neue Bataillone Infanterie, 2 Eozonen Jäger-Bataillone, 14 Batterien Artillerie, 1 Bataillon Pioniere und 6 Kompagnien Train errichtet werde». Die Regierung hat die Einträgung aller Bürger von 32 Jahren und darüber in die Aushebungsrollen angeordnet, um eine Miliz zu bilde», welche mit dem Schutz der Städte betraut werden soll. Eine amtliche recht diplomatisch abgefaßte türkische Kund- gebung besagt: Die durch die Truppensendung nach Kreta bekundete Haltung Griechenlands sei eine völkerrechtswidrige. Die Mächte, welche die Integrität der Türkei sicherten, hätten die gestern begonnene Blockade Kretas im Interesse der Türkei beschlossen, und dieser Beschluß fei eine Folge des Verhaltens des Sultans. Die Freund- schaft und Fürsorge der Mächte gegenüber der Pforte verdiene de» Dank der letzteren. Im englischen Parlamente erklärte der Parlaments- Unterstaatssekretär des Innern, die Mächte hätten die Ver- antwortlichkeit für die Wahl eines Herrschers und die Form der Verfassung auf Kreta übernommen. Aus London wird der„Köln. Ztg." folgende sehr be- achtenswerthe Mittheilung gemacht: Das Gerücht erhält und krästigl sich, in dem am Sonnabend unter Vorsitz des Herzogs von Devonshire abgehaltenen Kabinets- rath sei ei» Beschluß von entscheidender Bedeutung gefaßt, der Beitritt zu der Blockade griechischer Häfen ab- gelehnt, hiermit ein Rückschritt von der bisher behanptete» Stellung Lord Salisburys gegenüber dem europäischen Konzert gethan und das Konzert selbst erschüttert worden. Gut unterrichtete Beobachter glauben, die philhellenische Strömung habe neuerdings l urch einen starke» Ausbruch von Argwohn gegen L�hland das Ueberaewicht erhalten. Dieser Argwohn die Abneigung Englands sowohl gegen eine Blockade der griechischen Häfen, als auch gegen den angeblichen Vorschlag über die Zurückziehung der griechische» und türkischen Truppen von der Grenze veranlaßt habe». Der Vertreter des„Daily Chronicle" in Athen meldet, der S u l t a n habe jüngst durch den Minister des Auswärtigen dem griechischen Gesandten seinen Wunsch zu einem gütliche» Austrage der kretischen Frage durch eine unmittelbare Verständigung mit dem König von Griechenland mittheilen lassen. Der König habe freundlichst in gleichem Sinne geantwortet und sich niit dem Vorschlage des Sultans einverstanden erklärt. Der Sultan habe nicht ge- wagt, sofort einen Schritt i» dieser Richtung zu unternehmen, sondern habe Nelidow ersucht, dem Zaren die Bitte um seine Vermittelung zivischen ihm und dem König von Griechenland zu übermitteln. Murawiew habe darauf sofort telegraphirt, er werde nie eine» so perfiden(!) Vorschlag u» t e r st ü tz e n. Darauf folgte angeblich ein russisches Drängen auf energische türkische Schritte. Derselbe Gewährsmann erklärt, Griechenland würde die kretische Autonomie unter der Suzeränität der Pforte und unter dem Prinzen Georg als Fürsten annehmen.— « •» Deutsches Reich. — Eigenartig« Agitation für die verunglückte Marine-Vorlage. Der Korrespondenz-Sekretär der kaiser- lichen Schatull-Verwaltung, Geh. Regiernngsrath Mießner hat, wie die„Frankfurter Zeitung" mittheilt, an die Magistrale der Städte unter dem 18. März er. nachstehendes Schreiben gerichtet: „Seine Majestät der Kaiser und König haben, um eine lieber- ficht über die Floltenvcrhältnisse, insbesondere über die Neubauten von Kriegsschiffen in verschiedenen Länder» zu gewinnen, mehrere Marine-Tabellen ausgearbeitet und dieselben nach de» Aller- höchsteigenen Aufzeichnungen vervielfältigen lassen. In der Voraus- setzung, daß der Magistrat gleichwie die Bürgerschaft an der E»t- Wickelung unserer deutschen Marine ein reges Interesse nimmt. beehre ich mich im Allerhöchsten Austrage, dem Magistrat zwei Exemplare dieser Tabellen beifolgend ergebenst zu übersenden." Die Tabellen bilden eine verkleinerte Facsimile-Stachbildung der kaiserlichen Originale, sie sind mit einem„Viäeairb ccmsulss" überschriebenen Begleitwort des Schriftstellers A. Oskar Klaußman» versehen, das für die Vermehrung der deutschen Kriegsflotte eintritt, dem Reichstage vorwirft, daß er die unumgänglich nothwendige Vermehrung unserer Kreuzer und Schlachtschiffe ver- weigere, und die Möglichkeit einer Katastrophe zur See sowie einer feindlichen Invasion von der Küste her ausmalt, wobei er an das Zentenarium der Schlacht von Jena erinnert. Die„Berliner Zeitung" bemerkt hierzu: I» wessen Austrage hat wohl der kaiserliche Kabinetssekretär diese höchst sonderbare Stimmungsmache unternommen? Das ganz unzweideutig hierin enthaltene Ansinnen an die Magistrate, hier zu gunsten der Marinepläne Stellung zu nehme», koutrastirt eigenartig zu der sonst üblichen Disziplinirung von Kommunal- behörden und Selbstverivaltungs- Organen, sobald diese als solche zu politischen Fragen Stellung nehmen; wir erinnern nur an das Vorgehen gegen den Berliner Stadtverordneten-Vorfteher, als das Umsturzgesetz auf der Tagesordnung stand."— — Ueber den Frhrn. v. Stumm bricht nun auch die „Nat-Lib. Corr." den Stab, indem sie über die Stumm'sche Rede vom Sonnabend in, Reichstage Nachfolgendes bemerkt:„Aus der Haltung des Hauses war sichtlich zu empfinde», daß Frhr. v. Stumm der allerungeeignetste war, im letzten Augenblick für die Flotten- forderungen in die Bresche zn springen.... Man erwartete, daß er durch einige bündige Erklärungen den schädlichen Gerüchten den Boden entziehen würde, die über seine Unterhaltung mit dem Kaiser von ihm ausgegangen waren. Und diese Erklärung kam nicht, und so verhallte die Rede schließlich in einem unwilligen Gemurmel. Wer als Privatmann das Ohr des Kaisers hat, soll auch ei» getreuer Ver- walter der Worte des Kaisers sein. Frhr. v. Stumm hat hierin versagt, und eZ steht fest, daß gerade hierdurch die Gegner der Kreuzer den gefährlichsten Vorwand für die endgiltige Ablehnung fanden."— Die Gegner der Kreuzer stützten sich nicht auf einen Vorwand. Aber die sonderbare Thätigkeit des Frhrn. v. Stumm war allerdings geeignet, in der Ueberzeugung zu bestärken, es stehe viel mehr auf dem Spiel als ein paar hundert Millionen.~ — Der Zentral- Ausschuß der Freifinnigen Volksparter hielt am Sonnabend Nachmittag und am Sonntag Vormittag in Berlin im Reichstagsgebäude seine Jahresversamm- lung ab. Nach dem Organisationsstatut der Freisinnigen Volks- parte! besteht dieser Zentral-Ausschuß aus den parlamentarischen Mitgliedern der Partei und aus den Vorsitzenden und Haupt- geschäftsführern der Bezirksparteitage. Nachdem Abg. Richter einen politischen Jahresbericht erstattet, wurde das Verhältniß zu anderen Parteien, insbesondere zur Freisinnigen Vereinigung, ein- gehend erörtert. Daran schloß sich der Geschäftsbericht durch den ?lbg. F i s ch b e ck und die Kassenprüfung. Dem geschäftsführenden Ausschüsse wurde einstimmig der Dank des Zentral-Ausschuffes für seine Thätigkeit ausgesprochen. Die Mehrheit des Ausschusses eut- schied sich für die Abhaltung des Parteitages in Nürnberg, und zwar im Monat September. Alle näheren Bestimmungen über Zeit und Tagesordnung für den Parteitag wurden dem geschästssührenden Ausschuß überlasse».— — Das Reichsgericht verwarf die Revision deS verantwortlichen Redakteurs der„Staatsbürger Zeitung", Georg Berg er, und des Gerichtsberichterstatters Oskar Foellmer, welche in dem Prozesse L e ck e r t- L ü tz o w vom Landgericht I Berlin am 7. Dezember v. I. verurtheilt wurden.— — Zwei schleswig-holsteinische Reichstags- Abgeordnete, der Vertreter des Wahlkreises Dithmarschen, Thomsen(wild), und der Vertreter des Wahlkreises Flensburg- Apenrade, Jebfen(natl.) haben erklärt, bei der kommenden Reichstags- wähl nicht kandidiren zu wollen.— Tangerhausen, 21. März. Der Evangelische Ober-Kirchenrath hat die vom Kaiser ihm übergebene Petition um Aushebung der Strafversetzung des Pastors Kötzschke abgelehnt.— — Aus dem Reiche des Herrn von Polenz. Die Naturheilvereine werden sich nicht schlecht wundern, daß sie zu Vereinen, die sich mit öffentlichen An- gelegenheiten beschäftigen, gestempelt worden sind. Visher glaubten diese, daß Herz, Lunge, Niere und andere Organe des Körpers— worüber diese Vereine zumeist reden— sich der politischen Kognition entziehen können, doch nein, in Sachsen ist alles„öffentlich", auch ein Vortrag über„Leben und Sterben". In Mylau sollte am 23. März eine Versammlung der Zwickaner Vor- tragsgruppe der Naturheilvercine tagen, diese umfaßt 40 Vereine, welche sich auf das ganze Erzgebirge und Vogtland vertheilen. Auf der Tagesordnung standen interne Vereinsangelegenheiten, sowie ein Bortrag des Ortskrankenkassen-Kassirers Genosse» Kleeis-Mylau über„Leben und Sterben." Die Versammlung ist jetzt verboten worden. Die Naturheilvereine(wie auch die fragliche Versammlung), so heißt es in dem Verbot, beschäftigen sich mit öffentlichen Angelegenheiten, gehören so- mit unter das Vereins- und Versamn, lunySgesetz und dürfen daher untereinander nicht in Ver- b i n d u» g treten. Die bisherigen Versammlungen der Gruppe haben in Greiz, Glauchau, Werdan u. s. w. unbeanstandet stattgefunden, jetzt auf einmal ist ihr öffentlicher Charakter entdeckt worden und aus ist's. Beschwerde soll bis zur höchsten Instanz geführt werden. — Ein lichter Augenblick, schreibt die„Echwäb. Tag» wacht", ist dem„N. Albb." gekomme», der bekanntlich in d en letzten Jahren von seinem demokratischen Renommee ganz beträchtlich ein- gebüßt hat. Er schreibt: „Ebingen. 19. März. Im Trubel der bevorstehenden Zentenar- feier für Kaiser Wilhelm I. will es scheinen. alS ob man Heuer der Märzgefallenen nicht gedenken wollte. Der hiesige soztakdeinokratisch« Arbeiterverein hat zwar gestern eine Märzfeier in bescheidenem Rahmen abgehalten, aber im allgemeinen sieht es aus, als ob unser Volk anfange, das Jahr 1843 zu vergessen. Hätten beispielsweise nicht gerade unsere Bauern alle Veranlassung dazu, sich zn erinnern, daß ihnen das Jahr 1343 die Befreiung von Frohnden und Zehnten gebracht hat, sie, die da- mals noch„Nnterthanen" der Gutsherren waren, während sie jetzt freie Staatsbürger sind? Gewiß hätten sie eS, aber es ist schon so lange her; fünfzig Jahre find seither ins Land gegangen und wer wird da noch zurückdenken wollen!... Und die Bürger, denken die daran, wie viel wackere Männer zu selbiger Zeit ihr Herzblut an die grobe Idee der Befreiung und Einigung Deutschlands hingaben? Fällt es»mserer heutigen Studentenschaft ei», sich für diese große Zeit noch zu begeistern? Nun ja, einzelne Bürger und Studenten wohl, soiveit sie demokratisch oder auch sozialdemokratisch angehaucht sind, gedenken dieser Zeit niit heißem Danke, aber die Mehrzahl leider nicht. Und doch be» ruhen alle unsere politischen Einrichtungen ans den Grundlagen, die in jenem Jahre entstanden sind." Wen tresse» dies« Vorhalte: die bürgerliche Demokratie, die in undankbarster Weise die Grundsätze ihrer Vorfahren aus dem Jahre 1848 in den Wind geschlagen hat.„Unsere heutigen Demokraten riechen etivas nach Pomade," sagte der alte ehrliche Demokrat Ludwig Pfau.— Oesterreich. — Die Wahlen sind bis auf die Erledigung der morgen stattfindenden Besetzung der acht zur Verfügung des nieder- österreichischen Großgrundbesitzes stehenden acht Parlamentssitze er- ledigt. Ans Wien wird telegraphirt: Nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses der gestern vor- genommenen Stichwahl in der Leopoldstadl versuchte eine Menge von Angehörigen der christlich-sozialen Partei, unter Kundgebungen vor die Wohnung des gewählten Kandidaten Kareis)u ziehen. Als die Polizei sie daran hinderte, schlug die Menge mit Steinen und Stöcken zahlreiche Anslagescheiben und Fenster ein. Der Polizei gelang es schließlich, nachdem die betreffenden Straßen abgesperrt waren, die Ordnung wiederherzustellen. Es wurden 10 Verhaftungen vorgenommen. Auch im Laufe des Tages waren mehrere Personen wegen Wahlumtriebe verhaftet worden. Der Wiener Korrespondent der„Köln. Ztg." schreibt über die Zusammensetzung des neuen Abgeordnetenhauses: Da nur noch die Grundbesitzerwahle» und Stichwahlen ausstehen, läßt sich die Zusammenstellung des neuen Reichsraths berechnen. Er zählt 80 Deutfchliberale, einschließlich des Großgrundbesitzes, 43 Deulschvolkliche, 32 Christlich-Soziale, 35 Deutsch-Klerikale, von letzteren 10 bischöfliche und 25 Angehörige der katholischen Volks- partei, 5 Schönererianer. Das Czccheulhum zählt. abgesehenZvon 3 czechischen Sozialdenlvkraten. 57 Jungczechen, 2 Radikale. 13 Feudale, die in nationalen Fragen mit den Jungczechen gehen. zusammen also 80 Czeche». Der Polenklub zählt 60 Mitglieder, die polenfreundlichen Ruthenen außerdem 8, die polnischen Radikalen 6, die ruthenischen Radikalen 3 und die Sozialdemokraten 14. Italiener 13. darunter 5 Klerikale. Rumänen 6, Südslaweu 27, davon 17 Klerikale. Zusammen 425 Abgeordnete.— — Ueber die parlamentarischen Aufgaben des neuen Abgeordnetenhauses schreiben die jungczechischen„Narodni Listy": Die Ansgleichsvorlage» werden beiden Parlamenten am 30. d. M. unterbreitet und unverzüglich in Beralhung gezogen werden. Die neue Biersteuer wird eine progressive sein: für Brauereien mit einer Produktion bis zu 2000 Hektolitern ist sie am niedrigsten; sie steigt bei einer Produktion bis zu 3000 Hoktoliteru, erhöht sich bei einer Produktion bis zu 15 000 Hektoliter; erst bei ei»er Produktion über diese Ziffer wird die volle Steuer gezahlt werden. Aus dem Mehrerträgniß der indirekten Steuern wird der Betrag von jährlich 10 Millionen Gnlde» zur Verlheilung an die einzelnen Bänder angewiesen werden; hiervon entfallen auf Böhmen allein 3 Millionen. Demfelben Blatte zufolge wird die Thronrede auch einen Paffus über die auswärtige Lage enthalten. Ungarn. Budapest, 22. März. Im fiebenten Bezirk wurde Morszanyi, welcher infolge der Angelegenheit der Ausstellungskarten das Mandat niedergelegt hatte, zum Abgeordneten wiedergewählt. Am Abend arrangirten, wie das Bureau Herold" meldet, die Sozialdemokraten auf dem Elisabethring eine große Demonstration. Hierbei kam es zum Handgemenge mit der Polizei, welche eine rothe Fahne beschlagnahmte und viele Verhaftungen vornahm.Frankreich. Von der Preßpolizei. Der Einzelverkauf der Zeitung Morgen" ift gestattet und die Zeitung„ Deffentlichkeit" ist verboten worden. Afien. Indische Finanzen. Im englischen Unterhause erflärte der Hilfsfinanzsekretär Harnitten, das Defizit für Indien in folge der Hungersnoth sei für das laufende Finanzjahr auf 13/4 Mile lionen und für das kommende Finanzjahr auf 21/2 Millionen Pfund Eine Anleihe von vier Crores( je 10 Millionen veranschlagt. Rupien( nach dem jetzigen Silberwerth ist die Rupie nicht mehr als eine Mark werth), soll in Indien und eine fernere Anleihe von 31/2 Millionen Pfund in England, außer einer zeitweiligen Schuld von einer Million Pfund, aufgenommen werden. Afrika. Lifte 6773, istenmacher b. 2fch.-, 80. Liften 2,65. Weißenfee 4869, Listen 8875, 4866, 4867, Schleicher, 17. State 8, 4870, 4868, Droichtentutscher D. Schulz 17,75. Stften 4498, 6309, 3006, 6311, 2934, 2927, opf von ben der 27,65. Arbeiter Brauern d. Preuß Firma Schuchardt u. Komp., Köpnickerstr. 145 6,75. Für den Kampf der Gerechtigteit, 3. Rate 11,-. Gesammelt bei Bachstein, Salzwedelerstr. 15, 2,50. Listen S. Gräschte, 1005, 3186, 3192, 3223, 3255, 3263, 4388, 4416, 4417, 5406, 5420, 5422, 5428, 5451, 5453: 109,90. Siste 6186 Krziwnagti, Tischler 3,-. Tischleret von G. Klug, Fruchtstr. 82, 26, Ghrte, Saffirer, 7. Rate,( Darunter am Biertisch bei Edelweiß u. Artona je 1,-) 8 Crimmitschau durch A. F. Colditz, 5. Rate,( darunter ungenannt i, Latt 1,-, S. Sch., Färberetarbeiter 1,75, G. bei M. Sch. 1,30, Stammtisch Neft. Conf. Ver. durch M. 1,62, Waldmänner 5,30, B. Wag. 4,-): 300,-. befferliche Rothe, Brauerei Pichelsdorf, 8. Rate, 13,- Krause u. Komp., Berlin, Charlottenburger. Börse, 4- Grpedition der Solinger Freien Preffe" 30,-. Gewertschafts- Kommission, 11. Rate,( barunter Tischlerei Jahnte, Charlotten bunga Cifte 157 Bimmerplag Riege durch M. 7,45): 60, Eiften 6680 und 6679 von den Stellmachern durch F. 14,95. Liste 6074, Kupferschmied Husch 6,-. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgebung. Unver= Etften 5086, 5097, 6140, S. Werner 12,20. Berichtigung: In Nr. 62 des Vorwärts" vom 16. März muß es heißen: Arbeiter- Gesangverein Ginig, 3. Rate, 5,-. Paris, 22. März. Deputirtentammer. Argeliès richtete Weitere Beiträge nimmt das Berliner Gewerkschaftsbureau -Von den südafrikanischen Republiten. Aus eine Anfrage an die Regierung über die gerichtliche Unter fuchung in der Angelegenheit Arton und sagte, es Kapstadt wird telegraphirt: Die Konferenz zur Herbeiführung eines( R. Millarg, Berlin S., Annenftr. 16, vorn part.) in der Zeit müsse prompte Gerechtigkeit geübt werden( Beifall auf allen Seiten.) engeren Zusammenschlusses zwischen der Südafrikanischen Republit von 9-1 Uhr vormittags und 6-8 1hr abends entgegen. Juftizminifter Darlan erklärte, der Untersuchungsrichter sei bestrebt, und dem Oranje Freistaat nahm die Prinzipien des Botschefftromdie Untersuchung prompt zu Ende zu führen; der Untersuchungs- Bertrages an. Man ist überein gekommen, daß die Burghers des richter gehe in voller Freiheit vor.( Beifall.) Auf jeden Fall sei die einen Staates und ihre Nachkommen unter gewissen Bedingungen Ehre des Parlaments über jeden Angriff erhaben.( Beifall.)- vollständiges Bürger- und Wahlrecht im anderen Staate haben Paris, 23. März. Mehrere Blätter melden, in der Arton- follen. Das Nebereinkommen unterliegt noch der Bestätigung der Affäre feien 12 Parlamentarier, nämlich 10 Deputirte und 2 Senatoren, tompromittirt, deren Auslieferung am nächsten Sonnabend verlangt werde. Einzelne Blätter meinen, es werde faum zum Prozesse kommen, da die wichtigsten Zeugen Charles Lesseps und Cottu jede Aussage verweigern dürften. Der Intransigeant" behauptet, die Regierung gehe parteiisch vor, beschüße die opportunistischen Chequards und wolle nur die Radikalen ausliefern. Arton nannte, wie der Magd. 3tg." aus Paris telegraphirt wird, 51 bestochene Parlamentarier, wovon 30 nicht mehr Abgeordnete und 10 gestorben sind; somit verbleiben 11, darunter zehn Abgeordnete und ein Senator, schwer fompromittirt. Das Auslieferungsbegehren für die 11 Parlamentarier wird am Mittwoch dem Parlamente zugehen. Italien. beiden Volksraads. -W Der revidirte Vertrag zwischen Transvaal und dem Orange: Freistaat enthält die Bestimmungen, daß beide Staaten zusammen stehen, wenn sie angegriffen werden, und daß, wie bereits gemeldet, bie Bürger des einen Staates auch in dem anderen Staate volles Bürgerrecht genießen. Amerika. Für die Orts- Krankenkasse der Hutmacher, Hutfournt. turen und Filzwaaren Werfertiger findet am 28. März, vormittags 10 Uhr, in dem Ausschant der Brauerei von Böhow die Neuwahl der Delegirten statt, die infolge der Ungiltigkeitserklärung der letzten Wahl nothwendig wurde. Die Mitglieder werden ersucht, fich recht rege an der Wahl zu betheiligen. Im Verein der graphischen Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands, Filiale Berlin, wurde bekannt gegeben, daß Washington, 22. März. Das Repräsentantenhau 3 noch 17 Kollegen mit 32 Kindern ausgesperrt und zu unterbegann die Berathung der Tarif Bill. Dingley trat für eine stüßen find. schnelle Erledigung ein und äußerte die Ansicht, der neue Tarif werde schon im zweiten Jahre seines Bestehens ein Wachsen der Staatseinkünfte um 100 Millionen Dollars herbeiführen.— Partei- Machrichten. Ueber die Wahlen berichtet Wolff's Bureau aus Rom: Unser Parteigenosse v. Vollmar unterzog sich am Dienstag Bisher find 320 Ministerielle gewählt einschließlich der Gruppen in Berlin einer Operation, wobei es sich um die Entfernung der Zanardelli's und Giolitti's, ferner 75 Angehörige der konstitutionellen Kugel handelte, die er feit 26 Jahren mit sich herumtrug und deren Oppofition, 17 Rabitale und 18 Sozialisten( nach unserer Privat- Sig erft durch die Anwendung der Röntgen'schen X- Strahlen Depesche blos 15). Es sind 63 Stichwahlen erforderlich, 15 Ergebermittelt werden konnte. Das Ausschneiden der Kugel, die in dem nisse stehen noch aus. Lohnbewegungen der Töpfer sind beim Vorstand der Zentralorganisation bis jetzt aus acht Orten Deutschlands angemeldet. Es tommen dabei rund 350 Mitglieder der Organisation in betracht. Der Zentralvorstand erwartet, daß zunächst alles versucht wird, um die Differenzen ohne Arbeitseinstellung zu beseitigen. Deutsches Reich. Der Vorstand des Zentralvereins deutscher Former, sowie aller in Eisen- und Metallgießereien beschäftigten Arbeiter nimmt eine statistische Erhebung darüber vor, inwieweit die einzelnen Branchen an der Unterstützung von Streitenden anderer Berufe betheiligt sind. einen Fuße stat, ist schwieriger gewefen als vorher angenommen Der Verband aller in der Lederfabrikation beschäftigten Uns geht die folgende Privat- Depesche zu: worden war, weil das Geschoß mehrfach verbogen und gezähnt war Arbeiter Deutschlands hat die Gegenseitigkeit mit den Vereinen Rom, den 23. März, 4 Uhr 52 Min. Die 15 gewählten und schon infolge dessen sehr fest saß. Die 15 gewählten und schon infolge dessen sehr fest saß. Dr. Hermes, Oberarzt Standinaviens aufgehoben, weil wie die Leberarbeiter am Moabiter Krankenhaus, führte indeffen die Operation glücklich Beitung" mittheilt diese Vereine fich durch Rongreßbeschluß die Genossen sind: Turati( Mailand), Nofri( Turin), Agnini burch. Die Heilung der ziemlich großen Wunde wird einige Zeit Pflicht auferlegt haben, nur diejenigen deutschen Kollegen zu unter ( Mirandola), Bertesi( Capri), Sichel( Guastalla), Ferri beanspruchen, indeffen hofft Genoffe v. Bollmar, bald wieder im flügen, die sich darüber legitimiren können, daß sie weißgerber ( Gonzaga), Pescetti( Florenz), Prampolini( Reggio Reichstag erscheinen zu können. find, während die übrigen Mitglieder des deutschen Verbandes sehen Emilia), Baboloni( Badia Polesina), Bissolati( Cesena), Ju Würzburg ist die Redaktion der, Unterfränkischen mögen, wo sie etwas herbekommen". Gatti( Ostiglia), Costa( Jmola), Berenini( Borgo San Boltstribüne" von dem Parteigen offen Ronrad Beiß. Domino), de Marinis( Salerno), Morgari( Bubrio).wanger aus Nürnberg übernommen worden. Die von den Würzburger Parteigenossen errichtete Druckerei wird verkauft und die In die Stichwahl gelangen: Ciccotti( Mailand), Cerruti" Unterfränkische Volfstribüne" vom 1. April an in der Druckerei Ju Lübeck hatten zwei Arbeiter Strafmandate über je 5 Tage ( Turin), Maironi( Bergamo), Podrecca( Albani), Rossi von Mörlein u. Co. in Nürnberg hergestellt. Haft erhalten, weil sie in der Nähe der Lübecker Maschinenbau( Porto Maurizio), Vigna( Vignale) und Berboglio in Ueber den Gemeinderath des Kleinen industriellen Ortes Attiengesellschaft beim Streit Poften standen und dadurch Alessandria. Die Stimmenzahl übersteigt 100 000. Lambrecht in der Rheinpfalz turfirt in der Presse eine Mit- groben Unfug begangen haben sollten. Sie erhoben gegen das theilung, worin behauptet ist, daß dieser Gemeinderath, der u. a. Strafmandat Einspruch und erreichten vorm Schöffengericht ihre Bismarck zum Ehrenbürger ernannt hat, in seiner über- reisprechung, weil in dem Postenstehen allein grober Unfug großen Mehrheit aus Sozialdemokraten bestehe. nicht zu erblicken, eine direkte Belästigung des Publikums aber nicht Das ist natürlich falsch. In der Pfälzischen Post" wird darüber erwiesen sei. Die italienische Regierung ist über die Wahlfiege und die hohe Stimmenzahl unserer Partei gauz niedergeschlagen und weiß darauf teine Antwort als die berühmite bismarckische: Ausnahmegesetze gegen die Sozialdemokratie." Auch unsere italienischen Genossen haben bewiesen, daß diese Regierungsweisheit nur das raschere Wachsthum des Sozialismus garantirt. Die Leitung der deutschen sozialdemokratischen Partei hat an die italienische Bunderpartei folgende Depesche abgesandt: Genossen, italienische Brüder! Namens des sozialistischen Deutschlands senden wir Euch herzliche Anerkennung und Glück wünsche. Wir wußten, daß Ihr Eure Pflicht thun würdet, aber was Ihr leistetet, übersteigt unsere Erwartungen. Der Sozialismus, der unsere Brüder in Desterreich in Kampf und Sieg führte, verdoppelte Eure Kräfte und er wird Guch weiter führen von Erfolg zu Erfolg bis zum endlichen sicheren Siege. Hoch der internationale Sozialismus! Auer. Bebel. Liebknecht. Meister. Singer. Spanien. " Aus Forft berichtet die Märkische Boltsstimme", daß der Ausstand der Schneider durch Einigung mit den Meistern beendet ist. folgendes nähere mitgetheilt: Der Lambrechter Stadtrath besteht In Ottensen ist der Streit in der Schuhfabrik von inklusive Bürgermeister aus 23 Mitgliedern, darunter sind J. A. F. Tieck zu ungunsten der Arbeiter beendet. Zu unterstützen höchstens 5 Mann, die als Sozialdemokraten gewählt wurden. Be- bleibt eine Anzahl gemaßregelter Familienväter. merft sei, daß die vom Sozialdemokratischen Verein afzeptirte Liste Eine öffentliche Bergarbeiter- Versammlung in Dortmund siegte; diese Liste tam aber durch einen Kompromiß zu stande. Den faßte am Sonntag nach einem Vortrag Sue's eine Resolution, hiesigen Parteigenoffen standen damals nicht mehr geeignete Kräfte worin von der auf nächsten Sonntag nach Boch um einberufenen. aur Verfügung, weshalb bie Fabrikanten mit ihrem Anhang doch großen Versammlung der Bergarbeiter des Ruhrreviers verlangt wird, daß sie Einreichung der Lohnforderung bei den einzelnen Bechenverwaltungen beschließen und, falls diese ablehnen, das Berg- Gewerbegericht als Ginigungsamt an= zurufen empfehlen möge. wieder die Mehrheit bildeten. Unsere Genoffen im Lambrechter Gemeinderath haben ebenso gegen die Ehrenbürgerschaft Bismarck's, wie gegen die Bewilligung einer Geldsumme für die Zentenarfeier Wilhelms I. gestimmt. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Auf grund der hannoverschen Sabbathordnung aus dem Jahre 1825 hatte der Parteigenoffe Weiß in Springe ein auf 1 M. lautendes polizeiliches Strafmandat empfangen, weil er durch Verbreitung der Rundschau" an einem Sonntag die Sonntagsruhe gestört haben sollte. Das Schöffengericht sprach ihn frei, ba die Berbreitung nicht während der Kirchzeit und in den Wohnungen erfolgt ist, während die Sabbathordnung von öffentlichen Wegen 2c. spricht, wo Druckschriften während der Kirchzeit nicht verbreitet werden dürfen. werden. Die Tage in Hamburg. In Münder am Deister in Hannover streifen gegen 180 Ar beiter der Stuhlfabrik von Gebr. Jörns wegen Lohnabzügen, die, wie angegeben wird, 10-60 pt. betragen sollen. Wenn die Arbeiter sich die Abzüge gefallen ließen, so würde selbst der tüchtigste kaum noch 12 m. verdienen können. Die Holzarbeiter Magdeburgs haben den Unternehmern durch die Lohnkommission folgende Forderungen unterbreiten laffen: Neunstundentag, 21 M. Minimallohn wöchentlich, Freigabe des 1. Mai als Feiertag. Ein Putsch in Manila. Man schreibt aus Madrid: Tag für Tag laufen hier Siegesbotschaften von den Philippinen ein, und wenn man ihnen Glauben schenken dürfte, müßte der AufAns Kattowitz wurde über den Bergarbeiterstreit am ftand auf der rebellischen Infelgruppe schon längst erstickt sein. Die Dienstag telegraphirt: Auf der Wolfganggrube ist die Beleg offiziösen Schönfärbereien tönnen aber nicht über die Thatsache schaft heute fast vollständig erschienen. Der Bergverwalter N uchten hinwegtäuschen, daß es den Spaniern auf den Philippinen ebenso verhandelte mit den Schleppern und Arbeitern und wollte, daß die schlecht geht, wie auf Ruba. Ein bedenklicher Aufstandsversuch, der Unser Korrespondent berichtet unter dem 23. März: Arbeiter in die Grube einfahren, um dann mit ihnen über die Lohnam 18. b. M. in Manila stattfand, zeigt, daß die Spanier nicht einVon 16 Kohlenschiffen ruhten heute 5 gänzlich, während an drei bedingungen in der Grube zu verhandeln. Die Arbeiter lehnten mal mehr Herren der start befestigten Inselhauptstadt sind. Am Morgen mit alten Leuten gearbeitet wurde. Einige Importeure ließen diese Forderung ab und zogen dann ruhig nach Hause. des genannten Tages stürzten sich 24 eingeborene Verschwörer, die in heute Morgen durch die Vizen erklären, daß sie bei ben englischen In Dessau beschlossen die Tischler, den Meistern, die die bem Stadtmauer Gefängniß internirt waren, auf ihre Wächter und Rhedern anfragen wollten, ob sie die Forderungen der Kohlenschauer- beantragte zehnprozentige Lohnerhöhung abgelehnt haben, eine letzte, entwaffneten fie. Darauf tödteten sie einen Unteroffizier und den leute bewilligen fönnten. Auf den Bermittelungsvorschlag zehntägige Frist zu stellen, nach deren Ablauf die Arbeit niederSchließer des Gefängnisses, nahmen alle erreichbaren Waffen und des Senators D'Swald ist auch heute noch keine Antwort seitens gelegt werden soll. Bei der 1895er Lohnbewegung hatten die Geeilten auf die Straße. Hier erschossen sie einen Soldaten, der ihnen der Importeure erfolgt. Man sieht daraus, welchen praktischen fellen die zehnftündige Arbeitszeit errungen, jezt haben sie nun begefolgt war. Die Schüsse verursachten in ganz Manila eine ungeheure Werth die Erhebungen der Senatskommission für die Arbeiter haben schlossen, an der zehnprozentigen Lohnerhöhung festzuhalten und Aufregung, Artillerie und Zivilgarde nahmen die Verfolgung der gleichzeitig einen Mindestlohn von 30 Pf. pro Stunde, sowie beffere Flüchtlinge auf, die ungehindert nach einer der Vorstädte von Manila Es geht das Gerücht, daß in sämmtlichen Hafenbetrieben Spar- Bezahlung der Ueberzeitarbeit zu fordern. Die ersten beiden Uebermarschirt waren. Die Insurgenten standen unter der Führung des und Unterstützungstassen nach dem Muster der von den Kohlen- tunden sollen um 331/ s pet. und die weiteren Ueberstunden und die alten Rebellenführers Wienza, der mit ihnen gefangen war. Bei dem Importeuren beabsichtigten, eingerichtet werden sollen. Die Hamburg- Feiertagsarbeit um 50 pet. höher bezahlt werden. Auf die von den Kugelwechsel auf den Straßen von Manila wurden Mienza und Amerika- Linie will am 1. April damit beginnen. Der Hafen- Meistern gewünschte Einführung der Akkordarbeit sind die Gehilfen fünf von den Aufständischen getödtet. Zwölf Rebellen wurden in arbeiter hat sich darüber eine große Erregung bemächtigt. Heute, nicht eingegangen. einer Borstadt wieder eingefangen; einige fand man in den Gräben Mittwoch und Donnerstag finden 11 Bersammlungen sämmtlicher der Festungsmauer. Die Spanier haben also diesmal noch den Branchen der Hafenarbeiter statt, in denen zur Aussperrung der Innung in Unterhandlung wegen Einführung eines giltigen Tarifs Die Böttcher Dresdens stehen seit Mitte Juni v. J. mit der. Butsch im Reime erstickt; aber daß er überhaupt mit Aussicht auf Kohlenschauerleute Stellung genommen und darüber Beschluß gefaßt mit jährlicher Kündigung und Einführung eines gemeinschaftlichen Erfolg unternommen werden konnte, ist ein Beweis dafür, daß werden soll, wie man den Ausgesperrten helfen will. Die wichtigsten Arbeitsnachweises. In der Innungs- Versammlung vom 6. Januar auch auf den Philippinen die Tage der spanischen Herrschaft ge Versammlungen, nämlich die der Gwerführer und die der sämmtlichen waren die Forderungen der Gehilfen definitiv abgelehnt worden; zählt sind. Kategorien der Schauerleute finden heute Abend statt. die Gehilfen wandten fich deshalb nicht mehr au die Rußland. sondern am 14. März direkt an die Besitzer Für die Hamburger Hafenarbeiter gingen bei Immung, - Eine wichtige Sozialreform. Anfangs Februar der sechs Faßfabriken und an die Brauereien. hat die Durchsicht des„ Reformerlaffes über die Stellung der Bauern" der Berliner Gewerkschaftskommiffion folgende Beiträge ein: gefordert: Einführung nur eines Arbeitsnachweises, der Gefangverein Männerchor Süd- Ost 10,-. Bom Teufel 0,50. Personal der gefordert: ( Gesetz vom Jahre 1862) ihren Anfang genommen. Der Vorsitzende: Buchdruckerei W. 1. G. Locwenthal, 9. Rate 21,55. Badewannenfabrit von Meistern und Gehilfen mit gleichen Rechten und Pflichten ges der betreffenden Kommission ist der Minister des Innern. Mit: E. Schiegnis, Staligerstraße, 10. Nate 7,30. Siten 6244, 6558, 6559, 6560, 6561, führt und verwaltet werden foll; 2. Einführung eines Lohnes von glieder sind: der erste Gehilfe, der Kanzleiverwalter des Ministeriums 6562, 6564, 6565, Zentralverein deutscher Former, Zahlstelle Berlin 77.65. Bom mindestens 21 M., für eingerichtete Arbeiter bis 24 M. pro Woche, armen Bast. 1,50. Gesangverein Setmathtlänge, Röpenick 2, Lifte 5067 SchonDes Junern und der Stellvertreter des Verwalters der Semiftwo- heim 3,25. Buchbruceret Reinbolo Strauß, 14. Rate 6,20. Lifte 6497 Schimmel- ohne Abzug der gesetzlichen Festtage; Akkordarbeiten, wobei dieser LohnAngelegenheiten. Außerdem sind 4 Personen eingeladen, die durch mann 50. Kranzüberschuß vom 18. März von Arbeitern bet Schwarzkopff, faß nicht überstiegen werden kann, find im Wochenlohn zu machen; im ihr Amt in enge Berührung mit dem Volksleben kommen. Von den Neues Wert, 16,65. Kranzüberschuß vom 18. März von ben Arbeitern der elet- übrigen sind alle Affordarbeiten um 15 pSt. aufzubeffern; 3. die trischen Abtheilung Ludwig Löwe 52,15. Maschinenfabrit F. u. 8., BlumenMaterialien, die der Kommission vorliegen, sind die wichtigsten# traße 70, 6,10. tfie 5563, Ullrich 9,95, Lifte 3697, bering 1,72, ifte 3694, Arbeitszeit darf 10 Stunden täglich nicht überschreiten, an Sonn die Mittheilungen der Gouvernementsregierungen auf die Fragen, siging-, 50, Lifte 6894, Jafob 5,60. Sausvoigtetplay- Buchdrucker, 11. Rate 3,80. und Festtagen darf nicht gearbeitet werden; Ueberstunden sind nur die ihnen vom Ministerium in bezug auf das Reformgesetz betreffend Klara Kramer 1,- Amerikanische Auktion, Sparverein Humanität, bet senke in ganz dringenden Fällen zulässig und mit 60 Pf. pro Stunde zu d. Ferger 10,-. Anstatt der Kranzfammlung zum 18. März vom Verein der die Bauern gestellt wurden. Es wurden im ganzen 66 Fragen ge- gintgießer und Stürzer 15,-. Schwahn 8,-. Listen d. Thielte 4246, bezahlen. Als letzter Termin war für die Faßfabriken der 20. März 6148, 4536, 4550, 5806, 6147, 6149, 6151, 6152, 6158, stellt, die man in 8 Kategorien theilen kann: 1. die Fragen be- 4535, daraufhin legten 6167, vorgesehen. Es erfolgte Ablehnung und ( darunter Werkstatt 54 Böttcher die Arbeit nieder. Davon find 22 verheirathet, die treffend die Autonomie der Dorfgemeinden; 2. betreffend die Auf- 6223, 6225, 6234, 6717, 6722, 6785, 7071, 6178, 6179 von Kerschat 9,15, d. Großmann 3,60) 73,50. Listen 3045, 3046, 3050, 3047, 5272, nahme und den Ausschluß von Gemeindemitgliedern; 3. Fragen 3048, Frete Bereinigung der Kaufleute 35,72. F. Serbig- 60. Biften b. Brint 46 Kinder haben. Die Böttcher in Brauereien( für die die gleichen betreffend die Grundbesig- Bertheilung innerhalb der Familien; 4. Bormann, 6790, 6789, 6788, 6786, 8842, 6792, 3888, 6794, 6793: 30,65. Ueberschuß der Forderungen gelten, nur ist der Normallohn für eingerichtete Arbeiter auf mundschaftsfragen; 5. die gemeinnützigen Einrichtungen; 6. die Ge- Kranzfpende, Wertzeug- Maschinenfabrit Gentter, Müllerstraße, 30,-. Liſte 6849, 27 M. angefeßt) stellten erst am 20. März ihre Forderungen; sie werden, Zapezirer d. Fb. 2. Liste 6204, Droschtenkutscher d. Dittmann 2,-, Listen meinde- Einkünfte und Kapitalien; 7. die Ausnutzung des Bodens; Erbe, 3620, 7116, 7117, 7115, 6847, 6846, 6844, 6304, 5477, 6480, 5738, 4128, 4119, wenn erforderlich, am 29. März in den Streit eintreten. Adresse 8. der notarielle Theil der Gemeinden. 3158, 441, 2335, 3631, 7102: 91,10. tften 2386 und 3481, Börsch, Sattler 4,10. bes Streitfomitees: E. Schmidt, Dresden- A., Jagdweg 13, III. Liste 6950, Rixdorfer Gewerkschafts- Kartell( Textil- lints. Hauptsächlich dreht sich die Enquete um die Fragen der Berliner Studenten 4-. arbeiter 2,75) 3,85. Liste 6262, Steinindustrie- Arbetter 1,50. Lifte 3739, PorzellanAutonomie und der Bodenausnutzung. arbeiter 1,-. Liste 6120, Maschinenbau Arbeiter bei Ludw. Löwe, HollmannEinführung des metrischen Maaßes? ist eine Kommission ernannt worden zur Revision der bestehenden Gesetze über die Maaße und Gewichte. Diefelbe hat ihre Arbeiten Mitte Februar begonnen. Es dürfte vorerst fakultativ das metrische System eingeführt werden. Es werden' Die Tapezirer Leipzigs haben ihre Forderungen bis jetzt von Straße, 6,-. Ueberschuß vom Märztranz von den Arbeitern der Firma Euroig 20 Firmen bewilligt erhalten. In vielen Werkstellen wird noch mit Löwe, Hollmannstraße, 68,55. Lifte 5693, Schönemann 3,-. Listen durch Klose, 3764, 3795, 5495, 5504, 5509, 6320, 6328, 6331, 6332, 6336, 6338, 7035: 49,75. den Meistern verhandelt, weshalb bisher nur wenige Arbeiter ausAnftatt des Märztranzes von den Arbeitern von Zubro. Lowe, Gitschinerstraße, 25,30. ständig geworden sind. Da eine Anzahl Meister nur zum theil oder Weberschuß be transfpende von Giemena u haste, went in 4,95. Bere bedingungsweise bewilligen wollten, so hat eine am Montag Abend Meyer u. Etchler 2,-. Landtags Sezer von W. Möser 7,50. Listen 6478 und 6481. Gidmann u. Groß. Echraubenfabrit 18,50. Bildhauer der Firma abgehaltene Versammlung beschlossen, an den Forderungen festzus Saiten u»d überall dort,>vo diese nicht bewilligt worden sind, die Arbeit einzustellen. Zuzug von Tapezirern ist deshalb unbedingt zu vermeiden. I» Plauen i. V. legten auf den Bauten des Baumeisters Beltzuge aus Leipzig sammtliche Maurer und Haudarbeiter am Sonnabend die Arbeit wegen Lohndiffereuzen nieder. Aus Mainz wird uns geschrieben: Seit etwa acht Wochen be- fanden sich die hiesigen Tünch er. Maler- und L a ck i r e r- gehilfen in der Lohnbewegung, und wen» eine Brauche Regelung und Aufbesserung ihrer Verhältnisse verlangen konnte, so waren es gerade diese. Der bestehende Lokalverein der Tüucher wnrde anfgelsst und der Anschluß an den Zentralverband beschlossen und an die Unternehmer folgende Forderungen gestellt: Zehnstündige Arbeitszeit, Erhöhung des Stundenlohns um lt)Pf., Mehrbezahlung der Ueberstunden mit 1 0 Pf., der Sonntags- und Nachtarbeit um 20 Pf. Abschaffung der Akkorv- arbeit. Nach längeren Verhandlungen, auch von dem Vorsitzenden des Gewerbegerichts, ist jetzt ein Vergleich zu stände gekommen. Sämmtliche Forderungen wurde» bewilligt bis auf eine Lohn- erhöhung, wobei man sich aus eine Erhöhung von 3 Pfennige» pro Stunde einigle. In einer öffentlichen Tüncher- und Malerversammlung am Sonntag wurde den Abmachungen der Lohn- kommission mit den vereinigten Unternehmern zugestimmt. Die Zimmerer befinden sich in Differenzen mit den Unter- nehmer». Die Forderungen sind ebenfalls zehnstündige Arbeitszeit, Bezahlung der Ueberstunden, der Sonntags- und Nachtarbeit und Abschaffung der Akkordarbeit, ferner Lohnerhöhung um 7 Pf. pro Stunde. Die Unternehmer sind bereit, 2 Pf. zu bezahlen. Die Ver- Handlungen darüber schwebe»»och. In Pasing- Miiiichcn ist der Streik der V e r g o l d e r und P o I i t u r- A r b e i t e r bei der Firma G e r st o r f u. Branden- b n r g beendet. Die Fabrikanten haben die geplante Lohnreduktion zurückgezogen, weiter erklärten sie sich zur Anerkennung der Organisation bereit. Dem bayerische» Gantag des Verbandes deutscher Bnch- druckcr, der zu Ostern abgehallen wird, liegt folgender Antrag aus Laudshut vor:„In aubetracht, daß die S e tz m a s ch i u e in allernächster Zeit, wenn auch nur vorerst vereinzelt und zum Ver- such in Bayern ihren Einzug halten dürfte, wolle der Gautag der Setzuiaschiuen-Frage etwas näher treten. Auf jeden Fall müßte am Sitze des Gaues ein Komitee gebildet werden, welches ähnlich wie unsere österreichischen Kollegen die geeigneten Schritte siuden dürste und sich zur Hauptaufgabe macht, daß die für die Maschinen be- uöthigten Arbeitskräfte aus unseren Reihen genommen werden, ehe andere intelligente Elemente(Nichtbuchdrncker) sich dieses Arbeitsfeldes bemächtigen." I» Karlsruhe kündigten, wie die„Franks. Ztg." mittheilt, über 300 Holzarbeiter und Glaser, weil die Unternehmer die 9>,'sstündige Arbeitszeil und die Forderung auf 35 Pf. Miuimal- Stundenlohn nicht bewilligen wollen. Die geplante Lohnbewegung der Schneider Mannheims hat bereits die Wirkung gehabl, daß, wie die„Volksstimme" mit- ihcilt, ein großer Theil der Unternehmer selber die Löhne erhöht haben, während ein anderer Theil sich bereit erklärt hat, mit den Arbeitern gütlich zu unterhandeln. Aus Strasburg i. E. wird uns von der Abwehrkommission der ausgesperrten Stein Hauer mitgetheilt: Ausgesperrt sind noch 117 Mann, darunter 61 Verheirathete mit 140 Kindern unter 14 Jahren. Wegen Mangels au fertiger Arbeit hat bereits ein ziemlicher Theil der Maurer entlassen werden müssen. Zuzug ist noch fernzuhalten, auch ist Unterstützung dringend nothweudig. Eine Zentral-Hcrbcrge wird am 1. April in Straßburg im Elsaß im Gasthaus zum Goldenen Fässel, Gerbergrabenplatz 9, eröffnet. Das Schlafgeld beträgt 40 Pf., soll aber bei genügendem Besuche der Herberge herabgesetzt werden. Ausland. Der schweizerische Typographcnbund hatte im Jahre 1896 eine Gesammteiunahme von 79S2S Franks und eine Ausgabe von 54 394 Franks, somit Ueberschuß von 24 420 Franks; die Einzel- ausgaben sind: Viatikum 5434, Arbeilslosen-Unterstütznng 3594, Umzug und Reisegeld 550, Krankengeld 28 233, Jnvalideu-Uuler- slützung 12 335 und Sterbegeld 4750 Franks. Aus Klansonburg in Ungarn berichtet die„Frankfurter Zeitung": Etwa 900 Arbeiterinnen der hiesigen Tabak- f a b r i k traten in Streik ein und zwangen auch die übrigen Arbeiter zur Einstellung ihrer Thätigkeit. Zahlreiche Abtheilungen der Fabrik wurden arg verwüstet. Der Polizei gelang es jedoch, die Ruhe wieder herzustellen. Die Arbeiterinnen verlangen Herabsetzung der Steuern.(In Ungarn ist die Tabaksabrikatiou wie in Oesterreich Monopol des Staales. Demgemäß sind dem Fiskus die Löhne der Tabakarbeiter genau bekannt, weshalb diese vermulhlich mehr Steuer leisten müssen, als die Arbeiter der Privatindustrie, deren Löhne von den Steuerbehörden nicht mit derselben Zuverlässigkeit ermittelt werden können.)_ Sr»ziAle-s. Kennzeichnend für de» Stumm'schen Kurs in der Sozial- Politik ist, daß die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" einer Zuschrift wohlwollend Raum giebt, worin gegen den Stadtrath von Dresden Stellung genommen wird, weil er einem Schinncksedern- und Blumenfabrikanten, der am Sonntag eine Dekoration feiner Geschäsislokalitäten vornehmen lassen wollte, die dazu erbetene Erlaubniß verweigerte. Der Dresdener Stadtrath hat aber lediglich seine Schuldigkeit geihan. Abgesehen von allem anderen, was hinderte denn den patriotischen Fabrikanten, sein Geschäftslokal am Sonnabend dekoriren zu lassen? Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" aber nimmt sich des „Patrioten", dessen Angestellte sich angeblich„freiwillig" und ohne Entgelt(!) zu beanspruchen für die in Rede stehende Sonntags- arbeit angeboten haben, mit dem interessanten Eingeständniß an. „weil ans anderen Orten berichtet wird, daß in ähnlichen, aus 'Anlaß der Jahrhundertfeier entstandenen Fällen die Polizeibehörden das weitestgehende Entgegenkommen walten ließen." „Weitestgehendes Entgegenkommen" ist unserem Vermuthen nach in diesem Falle wohl meist identisch mit Verletzung des Gesetzes über die Sonntagsruhe. Und damit ist das offiziöse Blatt ein- verstanden? Wo bleibt denn da die Achtung vor dem Gesetz, die man den Arbeitern so gern predigt? Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" ist offenbar der Meinung, daß die Unternehmer sich um die Gesetze nicht zu kümmern brauchen, wenn sie ihnen nicht passen, denn i» der von ihr wohlwollend mitgelheilteu Zuschrift aus Dresden wird klipp und'klar erklärt, daß der patriotische Fabrikant seine Geschäftslokalitäten trotz der verweigerten Erlaubniß dennoch am Sonntag hat dekoriren lassen. Der ortsübliche Tagclohu ist für Mainz jetzt wie folgt festgesetzt: Für erwachsene Arbeiter auf 2,50 M.(seither 2,20 M.); für jugendliche Arbeiter auf 1,40 M.(seither 1,20 M); für Ar- beiterinnen auf 1,40 M.(seither 1,20 M.) und für jugendliche Ar- beiterinnen auf 1,— M.(seither 90 Pf.). Arbeitskammer in Zürich. Nach Genf ist Zürich die zweite schweizerische Stadt, welche eine Arbeitskammer erhalten wird. Am 18. d.?N. konstitnirte sich zu diesem Zweck aus 42 Gewcrk- schafteu mit 5874 Mitgliedern eine besondere Organisation. Als Ausgaben bezeichnet das Statut: umfassende berufliche Organisation der Arbeiter und Arbeiterinnen. Organisation der Arbeitsvermittlung und der Neise-Uutcrstütznng der Gewerkschaften. Errichtung eines Ailskunstsbureaus und Veranstaltung sozialer Erhebungen. Die Leitung besorgt ein 21gliedriger Verwaltungsrath und ein aus seiner Mitte gewählter Vorstand. Ständige Beamte mit fester Besoldung wählt die Generalversammlung auf Vorschlag des Verwaltungs- rathes, welch letzterer auch die ständige Aussicht führt. Die Kosten der Arbeitskammer werden aufgebracht durch obligatorische, auf den Namen der Mitglieder lautende und nur persönlich verwendbare Beranlworllicher Nedakteur: Nugnst Jacoben in Berlin. Für den Ins Jahreskarten, deren Preis für 1397 auf 50 Cts. festgesetzt wurde', serner, wenn nöthig, durch Beiträge der zugehörigen Vereine. Der Besitz der Karte berechtigt zu unentgeltlicher Ausknnftserlheilung. Auskunftssuchende, die keinem in der Arbeitskammer vertretenen Verein angehören, haben ebenfalls eine Karte zu lösen. Die G e n f e r Arbeitskammer erhält unentgeltlich Lokalitäten und 3000 Fr. Jahressubvention von der Stadt. Ter Arbeitsmarkt i» Frankreich ist dem„Parti Ouvrier" zufolge i» diesem Jahre weit»ngünstiger als um dieselbe Zeit des vorigen Jahres. Namentlich ist die Arbeitslosigkeit in den Bau- ge wer den sehr groß, wogegen 40 pCt. der Arbeiter zu feiern gezwungen sind. Die Arbeiten zur Ausstellung seien nicht erheblich genug, um einen Ausgleich herbeizuführen. Zum theil sei au der geringen Bauthäligkeit das in ganz Frankreich bis jetzt vorherrschend gewesene nasse Wetter schuld, zum theil seien es auch Ursachen zoll« politischer Art, die hier, wie überhaupt, aus die Industrie lahmend wirken. Der„Parti Ouvrier" führt dann noch als Ursachen des „Niederganges" der französischen Industrie an, daß die Produktion von Luxusartikeln, die größteutheils noch in Kleinbetrieben vor sich gehe, durch die Massenartikel des Auslandes überflügelt würde. Der Geuter„Booruit" veröffentlicht soeben seinen Bericht auf das Jahr 1396. Danach ist die Mitgliederzahl seit dem Jahre 1895 von 5340 auf 5720 gestiegen. Im Jahre 1395 wurden 4 479 767 Brode gebacken, im letzte» Jahre 4 549 103. In der Fleischerei der Genossenschaft betrug die Einnahme 420 000 Franken, in der Abtheilung Konfektion 457 000 Franken, während in den 6 Magazinen, wo K o l o n i a l w a a r e n verkaust werden, 130 000 Frauken eingenommen wurde». Die Gesammt- einnähme aller Abtheilungen einschließlich der der S ch u h w a a r e n, Kohlen, Arzneimittel betrug 1 236 171 Frauken. Von dieser Summe erhielten die Genossenschafter 222 000 Fr. Dividende, 73 000 Fr. werden zu Verbesserungen und Vergrößerungen des Betriebes verwandt. Ein verurtheiltcr BergwcrkS-Direktor. Vor der Straf- kammer zu M o u s(Belgien) wurde vor einigen Tagen ein Prozeß zu Ende geführt, der mit der Verurtheilung des technischen Direktors der Schächte von C i p l y, des Jngenieues Gramme; zu vier Monaten G e f ä u g n i ß und 400 Franks Geldstrafe endete. Außerdem hat G r a»i in e die Kosten des Verfahrens zu tragen. Dem Bergingenieur wurde zur Last gelegt und die VerHand- lungen bestätigten es, daß er entgegen den Bestimmungen des Berggesetzes an gefährlichen Orten Explosivstoffe hat au- wenden lassen, wodurch schlagende Wetter hervorgerufen worden sind, die den Tod von sieben Bergleuten und die Verstümmelung einer Anzahl anderer herbei- geführt haben. Auch waren die gesetzlichen Vorschriften über die Größe, Anzahl und Beschaffenheit der Bohrlöcher nicht innegehalten worden. Die Bergwerks-Gesellschast von Möns ist zum Schadenersatz an die Hinterbliebenen der Verunglückten beziehentlich zur Unterstützung der überlebenden, erwerbsunfähig gewordenen Bergleute verurtheilt. Tie letzte» Streiks in Rnffland und das Wachsthum der dortigen Slrbeilerbeweguug haben die Regierung des Zaren in solche Sorge versetzt, daß sie sich beeilt, die Zlrbeitszeit sogar dort zu ver- kürzen, wo eine Verkürzung noch nicht gefordert wurde. In den Petersburger E i s e u b a h n- W e r k st ä t t e n erreichten die Arbeiter, daß am Sonnabend die Arbeitszeit um 2 Uhr nachmittags schließt. Das Ministerium der Verkehrswege telegraphirte nun sofort an alle Staatseisenbahn- Werkstätten, daß diese Maßregel auch dort eingeführt werden solle. Den Eisenbahn- Telegraphisten wurde die Arbeitszeil auf 12 Stunden— und wo es viel zu thun giebt, sogar aus 8 Stunden beschränkt; bisher arbeiteten die Tele- graphisten mitunter 24 Stunden hintereinander. Ferner erhalten die Bahnwärter die achtstündige Arbeitszeit. Versttmmlungen. Vierter Verbandstag des Zcutralverbandes der Manrer Teutschlands. M a g d e v u r g, 19. März. Z e h u t e Sitzung. Den Vorsitz führt B ö m e l b n r g. Eingangs der Sitzung gelangt die von der Fünfer- Kommission ausgearbeitete Resolution über die Aufbringung der Streikfondsgelder zur Verlesung und Annahme. Die Resolution lautet:„In Erwägung, daß der 4.Verbaudstag des Zentral- Verbandes der Maurer Deutschlands es zur Zeit nicht sür� thunlich erachtet, die statutarisch aus dem 3. Verbandstag festgelegten Wochenbeiträge zu erhöhen; in fernerer Erwägung. daß zur Unterstützung und Förderung der Lohnbewegungen erhebliche Geldmittel nothweudig sind, die nicht durch die regelmäßigen wöchent- lichen Beiträge aufgebracht werden können, umfoweuiger, da bei fast allen Lohnkämpfen eine große Zahl unorganisirter Kollegen mit unterstützt werden muß; in endlicher Erwägung, daß auch die der Organisation noch nicht angehörenden Kollegen zur Aufbringung der Gelder herangezogen werden müssen, beschließt der 4. Verbandslag: 1. Die freiwilligen Sammlungen für den Zentral-Streikfonds werden auch ferner vorgenommen. 2. Um diese Sammlungen zu fördern. und um auch jedem Kollegen Gelegenheit zu gebe», sich über die von ihm geleisteten Beiträge answeisen zu können, wird der Borstand beauftragt, Marken in vier verschiedenen Preislagen zu 10. 20, 30 und 50 Pf. anfertigen zu lassen. Auf gleichfalls zur Ausgabe gelangenden Karten werden die gezahlten Beiträge quiltirt." Fenier gelangt eine von Päplow gestellte Resolution zur Annahme, in welcher den größeren Städten die Gründung eines lokalen Unterstützuiigssonds empfohlen wird. Damit ist der 6. Punkt der Tagesordnung erledigt. Der Antrag, nach welchem der Vorstand beauftragt wird, mit den andern Berufsgruppen des Baugewerbes in Unterhandlung zu treten, zwecks Gründung eines Judustrie-Verbandes, wird abgelehnt. Es folgt dann dieBerathüng derAnträge, dieeineAenderungdesSlatuts bezwecken. Die zu de» i;§ 1—4 gestellten Anträge werden, mit Aus- nähme eines vom Vorstande gestellten, der die Beitragszahlung vom März bis inkl. November vorschreibt, anstatt wie bisher April bis inkl. Dezember, abgelehnt. Ucber s 4 g. entwickelt sich eine lebhafte Debatte. Beschlossen wird: Mitglieder, die länger als einen Monat krank sind, sind vom Beitrag befreit. Bezüglich der Ehrenmitglieder wird die Bestimmung getroffen, daß dieselben nur dann vom Bei- trage befreit sind, wenn die Zahlstelle auf Antrag des betreffenden Mitgliedes einen diesbezüglichen Beschluß gefaßt hat. Von der Gesammteiunahme der Zahlstellen müssen 75pCt. der Hauptkasse ein- gesandt werden. Zur R e i s e- U n t e r st ü tz u n g wird beschlossen, für die Monate Dezember bis inkl. März Reise-Unterstühiing zu zahlen; die Auszahlung derselben wird aber durch verschiedene Klauseln be- schränkt. Besonders wird hervorgehoben, daß nur solche Mitglieder Neisc-Uiiterstützung erhalten, die mindestens 2 M. zum Streikfonds gesteuert haben. 11. Sitzung(Nachmittags). In der Beralhung des Statuts wird fortgefahren. Eine scharfe Auseinandersetzung findet statt bei Fest- setzuug der Höhe der Streikunterstützung; es wird beschlossen, daß nur d i e Unterstützung gezahlt werden darf, die vom Vorstande festgesetzt worden ist. Scharfe Worte werden auch ge- wechselt bei Festsetzung der Unterstützungen der besoldeten Vorstandsmitglieder in Fällen von Krankheit oder Jnbaflirung. Beschlossen wird, das volle Gehalt ohne Einschränkung auf die Dauer von drei Monaten zu zahlen. Befinden sich Vorstands- Mitglieder in Hast, so sollen sie ebenfalls das Gehalt weiter be- ziehen; auch sollen die Kosten der Selbstbeköstigung, wenn diese bewilligt, bezahlt werden. Die Beamtengehälter werden in der bis- herigen Höhe belassen. Der Sitz des Verbandes verbleibt für die nächsten zwei Jahre in Hamburg; die Ausschußmitglieder werden durch die beiden Berliner Zahlstellen gewählt. Wo der nächste Verbandstag abgehalten werden soll, bestimmen Ausschuß und Vor- stand, es wird jedoch gewünscht, daß den Kollegen Süddeutschlands Rechnung getragen wird. Das Protokoll über die Verhandlungen des Verbandstages soll mit dem Vorstandsbericht in Broschüren- wtenthcil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von S form herausgegeben werden; die Höhe der Auflage wird auf im- gefähr 15 000 normirl. Hierauf macht B ö m e l b ur g bekannt, daß es nothweudig ist, den Vorstand um zwei Personen zu erweitern, ebenso auch den Ausschuß. Es wird demgemäß beschlossen. Das abgeänderte Statut tritt mit dem 1. Mai d. I. in kraft. Hierauf werden die Wahlen zum Vorstande vorgenommen. Vorgeschlagen zum I. Vor- sitzenden wird nur B ö m e l b u r g; derselbe wird auch mit 90 Stimmen gewählt, 2 Stimmen erhält I a c o b-Leipzig. Als 2. Vorsitzender, der für die Folge gleichfalls besoldet wird, sind vor- geschlagen: B e e ck-Hamburg, E s s t i n g e-Wandsbek,� P a ul- Hannover, T ö n n i e s-Hannover, F r i t s ch-Berlin, fe> i l b e r- s ch m i d t-Berlin, Beyer-Leipzig und Jacob-Leipzig. Die An- »ahme der Wahl lehnen alle Vorgeschlagenen ab, bis auf Efftinge und Tönnies; die beiden Berliner Delegirten motivirten ihre Ab- lehnnng, sie hätten Rücksicht auf die Berliner Bewegung zu nehmen. Gewählt wurde Efftinge mit 43 Stimmen; Tönnics erhielt 41 Stimmen, einige Stimmen waren zersplittert. Als erster Kassirer wurde Köster, als zweiler Hermann K o b e r, als Schriftführer H. Beeck und als Beisitzer Aug. Nichte r und C.Schwarz gewählt. Zu Revisoren ernennt der Verbandstag Marks-Altona, P r e ß l e r- Harburg und Th. Hartwig- Hamburg. Damit sind die Verhandlungen des Verbandstages zum Schluß gelangt. B ö in e l b n r g giebt eine Uebersicht über die Verhaud- lungen. Große Arbeiten seien noch zu leisten, denn die wirthschast- liche Lage der Maurer Deutschlands lasse noch viel zu wünschen übrig. Der Verbandslag Hahe, wie noch keiner seiner Vorgänger, bewiesen, daß es ihm ernst sei, eine Besserung herbeizuführen. Dem Unlernehmerthum müsse immer von neuem bewiesen werden, daß die Maurer nicht gewillt seien, noch länger die seit Jahren erduldete Unbill zu tragen. Der neue Vorstand werde seine Schuldigkeit thun, und das hoffe er auch von den Delegirten. In der Hoffnung, daß auf dem nächsten Verbaudstag konstatirt werden könne, der Zentral- verband sei zu einer Achtung gebietenden Stärke angewachsen, ersucht er die Delegirten, ein Hoch auf den Verband auszubringen. In be- geisterter Stimmung wird diesem Ersuchen durch die Delegirten Folge gegeben und daraus der Verbandslag geschloffen. Tie chirurgische Brauche tagte am Dienstag den 16. Marz in Gründel's Salon, Brunnenstraße 188. Genosse W a l d e k M a n a s s e hielt einen sehr interessanten Vortrag über„Krieg dem Kriege", welcher allgemeinen Beifall fand. Hierauf kam die Maß- regcluug des Kollegen R ä u s ch e r bei der Firma Frommholz, Brunnenstraße, zur Sprache, woran sich verschiedene Kollegen be- theiligten. Dem Kollegen wurden 15 M. Unterstützung ans der Vereinskasse bewilligt. Kollege Heller machte noch auf die Ver- sammlung mit Damen aufmerksam, welche im Englischen Garten am Sonntag den 23. März statisindet. Zum Schluß wurden dem Kollegen Heller 20 M. zur Agitation überwiesen. In Friedvichsbeeg tagte am 21. d. M. eine Mitglieder- Ver sammlung der Zahlstelle II des Deutschen Maurerverbandes. Kollege G r ö p p l e r referirte über„Die Gewerkschaftsbewegung und deren Bedeutung". An der Diskussion betheiligten sich die Kollegen W o r m, Schinkel, M e w s und Rabe in zustimmendem Sinne. Dem Kollegen Thomas mußte zweimal das Wort entzogen werden und wurde schließlich auch durch das Verhalten desselben die Ver- sammlung ausgelöst. Für Pankow nnd Nieder-Tchönhanse» wurde am Sonutag im Störrischen Lokal zu Pankow eine gut besuchte Volksversammlung abgehalten. Genosse Stadthagen hielt einen beifällig aus- genommenen Vortrag über die politische Lage. Darauf fand eine Besprechung der Lokalfrage statt, wobei von verschiedenen Seiten auf die Schwierigkeiten hingewiesen wurde, die den Genossen am Orte seitens der Wirthe gemacht werden, weshalb die Parteigenossen die dringende Pflicht hätten, nur solche Lokale zu besuchen, die als uns zur Verfügung stehende bekannt gegeben werden. Bezüglich der Maifeier beschloß die Versaininlung, daß, wie im vorigen Jahre. auch diesmal am Vormittag des 4. Mai eine Versammlung nnd Abends eine Familienfeier stattfinden wird. Steglitz. Am 13. März fand hier eine öffentliche Volksversammlung mit dem Thema:„Die Bedeutung des 13. März für das Proletariat" statt. Genossin Baader halte das Referat übernommen. Die Ausführungen derselben wurden begeistert aufgenommen. Aus die am 1. April ins Leben tretende Parteispedition werden die Genossen besonders ansmerksam gemacht. Listen liegen aus in Steglitz bei Herrn. Mohr, Alb. Ost, den Restauratcuren Schellhase und Nähring; in Friedenau beim Restaurateur Weinert. DepesÄzen und letzte Mucheichken. Frankfurt a. M., 23. März.(B. H.) Die„Franks. Zeitung" meldet aus Dresden: Die Böttcher sämintlicher Dresdener Fabriken legten die Arbeit wegen Lohnforderungen nieder. Frankfurt a. M., 23. März.(V. H.) Die„Franks. Ztg." meldet ans Innsbruck: Der Tiroler Großgrundbesitz wählte heule die Deutschliberalen Grabmayr und Terlago und die Italiener Campi und Panizza zu Kompromiß-Kaudidateii. Die Klerikalen und die Italiener blieben in der Minorität. Weimar, 23. März.(W. T. B.) Die Großherzogin ist heute Abend 3>/» Uhr plötzlich am Herzschlage gestorben. Wilhelmshaven, 23. März. Am 20. März nachmittags wurden bei einem Aukermauöver des Schulschiffes„Mollke" drei Schiffs« jungen schwer und sieben Schiffsjungen sowie zwei Matrosen leicht verletzt. Wie», 23. März.(B. H.) Hiesige politische Kreise versichern, daß England nicht direkt die Betheiligung an derBlockade Griechenlands ablehnen werde, sondern sich lediglich von der Ansicht leiten lasse, daß es in Berücksichtigung der griechenfreundlichen Stimmung in England solange nicht der Blockade zustimmen dürfe, bis sie sich nicht darauf stützen könne, daß den griechischen Truppen in Thessalien volle Sicherheit gegen die türkische Uebermacht geboten ist. Wien, 23. März.(B. H.) In Jvanilsch in Kroatien ist eine Bauerurevolte gegen den Gemeindevorsteher ausgebrochen. Beim Znsammenstoß mit der Gendarmerie wurden zwei Bauern getödtet und 16 verwundet. Wien, 23. März.(W. T. B.) Bei den heute stattgehabten 13 Iteichsralhsivahlen wurden gewählt: vom steierischen Groß- grundbesitz vier Deutsch-Liderale, vom tiroler Großgrundbesitz zwei Dentsch-Liberale und zwei Italienisch-Liberale, von der Wiener Handelskammer zwei Deutsch-Fortschrittliche, bei den Stichwahlen in den Städten Böhmens ein Mitglied der deutschen Volkspartei, ein Jungczeche und zwei Deutsch-Fortschrittliche in der Stichwahl in Bregenz ein Deutsch-Forlschrittler in Trautenau unterlag Hallwich gegen Wolf, einen Anhänger Schönerer's, mit 19 Stimme»; in Lemberg sind zwei Stichwahlen erforderlich. Das Ergebniß einer Wahl der Höchstbestenerten in Dalmatien steht noch aus. Brüssel, 23. März.(B. H.) Sechzig Arbeiter der belgischen Glasfabriken sind nach Rußland abgereist, einige mit Engagement bis zu 3 Jahren. Die Glasbläser erhalten ein Gehalt von monat« lich 600 Fr. Bajano(Prov. Avellino, Italien), 22, März.(W. T. B.) Au- läßlich der Wahlen zum Parlamente entstand heute hier zwischen den gegnerischen Parteien ein Streit, bei dem eine Person getödtet wurde und mehrere Verletzungen erlitten. London, 23. März.(W. T. B.) Die vereinigten Maschinen- bauer beschlossen, mit allen ihrer Vereinigung angehörenden Mit- gliedern am nächsten Sonnabend in den Ausstand zu treten, falls die Arbeitgeber ihren Beschluß, einige Leute zu entlassen, ausführen sollten. In diesem Falle würden 12 000 Mann ausstehen. Kanca, 23. März.(B. H.) Die französischen Truppen find heule Vormittag um 7 Uhr an Land gestiegen. Während des Transportes vom Schiffe zum Land spielte das russische AdmiralS- schiff die Marseillaise. Um 10 Uhr vormittags hielt ein sranzösischcs Delachement seinen Einzug in Kanea, geführt von einem Hanpt» mann. Das zweite Delachement wird heute Abend einziehen. lax Babing in Berlin. Hierzu 4 Beilage n. Unterhaltiinasblatt. Nr. 70. 14. Jahrgang. Die Lage Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. der Bureau- Angeffellfen. Aus den Kreisen dieser Berufsangehörigen erhalten wir folgende Zuschrift: Der Vorwärts" berichtete bereits mehrfach über die elenden Lohn- und Arbeitsverhältnisse in dem Schreiberberufe und ins besondere auch darüber, welche Aufnahme die Bestrebungen der Berliner Bureau- Angestellten nach Verbesserung ihrer Lage bei den Anwälten gefunden haben. gelegenheit der Kinder, wie zu erwarten, immer noch viel besser war als bei den Armen. Es schliefen aus den betreffenden Klaffen der drei Schulen: Nr. I. 14 Schüler in Räumen mit 31 Schläfern, 31 Betten, 515,78 cbm " " " 29 " " " 45 135 II. 15 III. 33 Danach kamen durchschnittlich bei 40 96 " " " 538,64 1244,45 # Mittwoch, 24. März 1897. Welche patriotischen Unternehmer zahlen den Arbeitern nicht den schuldigen Lohn für die ihnen aufgezwungenen Feiertage? Die Firma Held& Franke führt am Dombau die 3immererarbeiten aus. Am Freitag Abend trat der Polier Richter an die fünfzig Zimmerer, die am Bau beschäftigt sind, mit der Botschaft heran, daß die Geschäftsleitung befohlen habe, aut Montag und Dienstag die Arbeit auszusetzen. Nr. I. auf das Bett 1,00 Schläfer, auf den Schläfer 16,63 cbm 2ohn gäbe es nicht für die Feiertage; wer nicht damit eine II. " III. " " " " " " 1,12 1,40 11,97 " " " " " " " " " 9,21 " " 1 Das Minimum an Raum pro Kopf war bei Nr. I. 8,59 cbm( 2 Schläfer, 2 Betten, 17,17 cbm) " II, 6,29 III. 3,50 " 5 9 3 " " 6 31,12 31,50 " " " " " " verstanden sei, daß er aus eigener Tasche dem Patriotismus dies Opfer bringe, möge es nur sagen, damit er dann gleich am Sonnabend entlassen werden könne. Es giebt unwissende Leute im bürgerlichen Publikum, die ants nehmen, daß wenigstens solche Unternehmer, die an Staats. bauten ihren flotten Verdienst einheimsen, ein gewisses äußerliches anders aussieht? Besser wohl kaum. Ein Kommentar hierzu ist wohl überflüssig. Ob's in Berlin Schicklichkeitsgefühl zur 72stündigen Jubelzeit bekunden würden. Wir empfehlen namentlich diesen Sanguinifern den vorstehenden Beitrag zur Charakteristik des preußisch deutschen Patriotismus zur ganz besonderen Beachtung. Nach der Ablehnung ihrer sehr bescheidenen Forderungen hat die Agitationstommission nochmals den Versuch unternommen, auf friedlichem Wege eine Verständigung zu suchen und zwar hat sie sich an die Anwaltskammer des Kammergerichts, d. i. die Instanz, welche Disziplinargewalt über die Rechtsanwälte im Bezirke des Kammergerichts ausübt, gewendet. Ob sich hieraus jedoch irgend ein Erfolg ergeben wird, bleibt abzuwarten, jedenfalls aber soll alsdann event. Wohnungsverhältnisse und Gesundheit sind in ihrer Ab der breiten Deffentlichkeit durch ein Flugblatt von den tieftraurigen hängigkeit von der Wohlhabenheit unter anderem auch durch Zuständen in unserem Berufe Kenntniß gegeben werden. eine Wohnungsaufnahme nachgewiesen, die 1894 in Lausanne, Wie sehr die so oft gerügten Zustände einer schleunigen der Hauptstadt des schweizerischen Kantons Waadt, stattgefunden Aenderung bedürfen, und wie einzelne Rechtsanwälte ihre Angestellten hat. Die Ausnahme erstreckte sich auf 34 252 Bewohner, deren entlohnen, dafür folgendes Beispiel: Wohnungen nach ihrer Beschaffenheit in 5 Gruppen( I- V) ein: geordnet wurden. Die durchschnittliche Jahresmiethe in Frants betrug -OW Noch pro Wohnraum: pro Rubikmeter: pro Bewohner: I II III IV V 463 351 311 288 247 10,61 8,81 8,65 8,24 7,36 551 363 317 273 199 Auf jeden Bewohner kamen durchschnittlich: Wohnräume: 1,10 1,03 1,02 0,95 0,81 Rubikmeter: 52,00 41,20 36,60 33,10 27,20 Auf 1000 Lebende kamen im Jahre 1894: Gestorbene: 11,64 14,35 17,28 22,34 27,81 V Den Hoflieferanten war es am vorgeftrigen Jlluminations durften. Sie agitirten auch zum theil in ihrer Nachbarschaft für tage nicht genug damit, daß sie ihr eigenes Geschäft beleuchten möglichst zahlreichen Verbrauch von Stearinkerzen. So sandten die Soflieferanten Gebrüder A. u. D. Suff, welche im Hause Blücherstr. 14 wohnen, an sämmtliche Bewohner des Vorderhauses ein Rundschreiben, in dem die verehrtesten Hausgenossen" gebeten wurden, zu Ehren unseres unvergeßlichen verehrten und geliebten hochseligen Kaisers Wilhelm I." sämmtliche Frontfester zu illuminiren. Sie fanden nicht überall freundliches Entgegenkommen. Herr S., der meistbeschäftigte Anwalt beim Landgericht II erzielt aus seiner Praxis intl. Notariat eine Jahreseinnahme von etiva 120 000 Mark. vor einem Jahre zahlte er d. i. ein Angestellter, der das Liquidiren der seinem Liquidator Gebühren zu besorgen hat, mithin ein besonders befähigter Arbeiter sein muß 90 M.; engagirte sich dann an dessen Stelle einen jüngeren Mann, dem er zunächst 55 und jetzt 65 M. pro Monat Jufolge der Illumination hatte Montag Abend die Feuers giebt. Aehnlich verhält es sich mit seinen Expedienten, denen er mehr viel Arbeit. Sie wurde einige dreißig Male alarmirt in der vor 1/2 Jahren 75 M. und mehr, dann aber 55 resp. 65 M. zahlte. Zeit von 61/ 2-11 Uhr. In der Leipzigerstr. 42 brannte das Schan Ueberarbeit wird mit 25 Pf. pro Stunde vergütet. So engagirte fenster der Firma W. Spindler. Nach der Voktoriaftr. 18 wurde diefer Anwalt vor furzem einen verheiratheten Gehilfen gegen ein die Wehr zweimal gerufen. Um 8 Uhr brannten Gardinen und um Gehalt von 65 M. Da, wie leicht erklärlich, der GeSelbst wenn man in betracht zieht, daß bei der ärmeren Be- 11 Uhr Fensterbekleidungen. In der Naunyn, Stalizer, Barnim, hilfe mit einem solchen Einkommen feine Bedürfnisse völkerung der Kinderfegen größer ist, also die wenig widerstands- Großbeeren- und anderen Straßen hatte man sich das Ver. nicht bestreiten konnte, inußte er fast allnächtlich einen guten fähige jüngste Altersklasse ftärter vertreten ist als bei den Wohl- gnügen gemacht, die Anschlagfäulen anzuzünden. Theil seiner Ruhe opfern, um das Fehlende in seinem Haushalt habenden, so muß der Unterschied zwischen der Sterblichkeitsziffer Gestern früh um 2/4 Uhr entstand ein größerer Brand in der auszugleichen. Sehr bald stellte sich bei ihm hochgradige Nerven- der ersten und der letzten Gruppe immer noch erschreckend groß Liebenwalderstr. 23. Hier brannte die Schmiede, wobei leider noch schwäche ein und der Arzt verbot ihm die Arbeit während der genannt werden. Die Sterblichkeitsziffer wächst hier vor Ankunft der Feuerwehr ein Pferd im Qualm erstickte. In der Nacht. Als nun der Gehilfe Herrn S. am 1. März darauf hinwies ungefähr in demselben Maße, wie das auf den Lizmannstr. 28 brannten um 43/4 Uhr Bodenverschläge mit Juhalt. und um Gehaltszulage ersuchte, speiste ihn dieser mit den Worten Bewohner kommende Quantum an Wohnraum Um 9 Uhr gestern früh wurde die Wehr mehrere Male nach der ab:" Ihre Arbeitskraft ist mir nicht nicht mehr werth, als und Luft abnimmt. Die schlechte Beschaffenheit der Wohnung Havelbergerstr. 13 gerufen. Hier hatten sich Feuerwerksförper ent die der Anderen!" und auf den Einwand, daß man es bei ist dabei jedoch nicht die einzige, die Gesundheit herabmindernde zündet. Das gefährliche Feuer konnte in verhältnißmäßig kurzer einer neunstündigen Arbeit doch nicht nöthig haben sollte mit und schädigende Ursache. Neben ihr wirken noch manche andere Beit gelöscht werden. Das Anzünden von Anschlagfäulen hat dem feiner Familie zu hungern, erhielt er die Antwort:" Ich bin der Ursachen( lange und schwere Arbeit, unzureichende Ernährung, Janhagel bekanntlich auch bei der Sedan- Illumination 1895 außer= Ansicht, daß 65 M. ausreichend find, ich stelle Ihnen anheim, zu Sorge ut. f. w.), die zusammen mit der schlechten Beschaffenheit der ordentlichen Spaß gemacht. fündigen, wenn es Ihnen nicht paßt." Der Schreiber quittirte Wohnung auf die ungünstige wirthschaftliche 2age als Nach einer Bekanntmachung des Polizeipräsidiums wird die seinen Dienst und der Herr Rechtsanwalt engagirte einen anderen letzte und eigentliche Ursache zurückgehen. Schloßfreiheit heute für den Fußgängerverkehr geöffnet sein, abends Kuli für 60 M. Der in Rede stehende Angestellte wurde nun aber Städtisches Fortbildungsschulwesen. Im Jahre 1895/96 aber durch einen Bauzaun abgeschlossen werden, so lange, bis die, schon drei Tage vor Ablauf der Kündigungsfrist infolge der großen( in Klammern für 1894/95) wurden die 5 Fortbildungs- dort erbauten Tribünen abgebrochen sind. Der Fahrverkehr über Anstrengung arbeitsunfähig, fein Arbeitgeber stützte sich auf sein Anstalten für reifere Personen im Sommer von 738 den Luftgarten und den Schloßplay wird heute, sofern es angängig " gutes" Recht und zog ihm für diese drei Tage auch noch 6 M. 50 Pig.( 713), im Winter von 984( 928) Theilnehmern besucht, die im ist, freigegeben werden und mit der im Bedarfsfalle eintretenden vom Gehalt ab. Damit nun aber nicht genug, und weil ihm Sommer 975( 991), im Winter 1306( 1261) Unterrichtskurse belegt Beschränkung, daß im Lustgarten Fuhrwerke nur von der Kaiser wahrscheinlich eine so bodenlose" Frechheit", daß ihn ein hungernder hatten. Die 12 Fortbildungsschulen für Jünglinge Wilhelm- Brücke nach der Schloßbrücke hin und auf dem Schloßplake Schreiber an seine Pflicht gemahnt hätte, noch nicht vorgekommen wurden im Sommer von 6673( 6950), im Winter von 7468( 7369) Fuhrwerke nur von der Schleusenbrücke( bezw. nach der Breiten- und war, stellte er ihm wörtlich folgendes Zeugniß aus: Theilnehmern besucht. Kurse waren von ihnen im Sommer 11 106 Brüderstraße hin) fahren dürfen. ( 12 013), im Winter 12 689( 12 589) belegt. Zur Prüfung des Umfangs der wirklichen Betheiligung am Unterricht wird alljährlich im Zwei Duellanten begnadigt. Das Publikum war bekanntlich Sommer und im Winter je I Woche lang ermittelt, wie viele allgemein erstaunt, als am vorgestrigen Tage die erwartete Amnestie Theilnehmer erschienen sind. Anwesend waren in sämmtlichen ausblieb. Es scheint, daß ihr wie schon ähnlich bei früheren Ges also 74( 76) pt., in der Winterwoche 10 092( 9805) statt 12 689 Ueber Personen, die u. a. des Glückes, begnadigt zu werden, theilKursen in der Sommerwoche 8245( 9114) statt 11 106( 12 013), legenheiten, die Form der Begnadigung vorgezogen worden ist., ( 12 589) also 80( 78) pCt. Die 13( im Vorjahr 12) Fort bildungsschulen für Mädchen wurden im Sommer haftig geworden sind, meldet eine Korrespondenz: von 4309( 4366), im Winter von 5082( 4539) Theil- ,, Der Zeremonienmeister a. D. Freiherr v. Roze, nehmerinnen besucht, die im Sommer 13 541( 12 970), im ber bekanntlich den Zeremonienmeister Freiherrn v. Schrader im Winter 16 167( 14 638) Surfe belegt hatten. Der Umfang der wirk Duell erschoß und dieserhalb zu drei Jahren Festungshaft verurtheilt lichen Betheiligung am Unterricht wird hier nicht geprüft. Die Erhebung von Schulgeld( nur Elementarfächer find frei, außerdem wurde, ist vom Kaiser begnadigt worden. Ferner wurde begnadigt Theilnehmer Freistellen bewilligt werden) hat, nach der alljährlich Börsenmastenballes in Königsberg i. Pr. ein Pistolenönnen für die übrigen Fächer bis zu einem Behntel der zahlenden der Gerichtsassessor Borchart, der anläßlich des lekten wiederkehrenden Versicherung der Verwaltungsberichte, auf die duell mit dem Premierlieutenant Seidenstider gehabt Die Schwierigkeiten, die viele Arbeitgeber ihrem Personal und wegen dieses Zweikampfes mit tödtlichem Ausgange Frequenz teinen nachtheiligen Einfluß ausgeübt. Zu der Frage, ob hinsichtlich des Besuches von Fortbildungsschulen in den Weg legen, feinerzeit zu zwei Jahren Festung verurtheilt worden war." einen ungünstigen Einfluß auf die Frequenz ausgeübt haben fönnen, pflegen die Berichte sich nicht zu äußern. Erfahrungen in dieser Beziehung sind in den städtischen Anstalten ohne Zweifel ebenso ge fammelt worden, wie in den nichtstädtischen, und wahrscheinlich ebenso ungünstige, wie in diesen. " Ich habe den Eindruck, daß Herr N. N. tüchtiges leisten fanu; Flüchtigkeit und eine augenscheinlich nicht geringe Inanspruchnahme durch Vereinsthätigkeit beeinflussen seine Leistungen. Herr N. N. verläßt mein Bureau, weil ihm das bei mir bezogene Gehalt zu geringfei"(?)." Jeder weitere Kommentar hierzu hieße die Wirkung dieser Unternehmerleistung nur abschwächen. So liegen die Verhältnisse in unserem Beruf faft allgemein. Ja Lokal- Anzeiger" werden täglich Dutzende von Schreiber lehrlingen gesucht, so daß der Bedarf schon nicht mehr gedeckt werden kann, und diese jungen Geschöpfe sind es, die man mit Vorliebe und nach Herzenslust ausbeutet, mit denen man die älteren Arbeiter verdrängt, Lohndrückerei verübt, um sie selbst nach wenigen Jahren auf die Straße zu sehen. Wie die Soziale Praxis" erfährt, werden auf Veranlassung Wie die Soziale Praxis" erfährt, werden auf Beranlassung des Reichskanzlers Erhebungen über die Lohnverhältnisse der Schreiber gehilfen angestellt. Wir können nur den Wunsch hegen, daß bei diesen Erhebungen auch die Angestellten Berücksichtigung erfahren. bekannt. Lokales. Arbeiter, Parteigenossen! Diese zwei Begnadigungen werden ihre Wirkungen auf das Empfinden des deutschen Boltes ganz gewiß nicht verfehlen. Noch eine Begnadigung. Der Kaifer hat einem hiesigen Am ersten Sonntage des April wird die Freie BoltsViehkommissionär, welcher vor Jahresfrist bei einer Schlägerei in bühne mit ihren Vorstellungen bereits beginnen. Der Blau dieser Troddelhaft. Das Publikationsorgan des Königs Stumm, die einem Bierlokale am Alexanderplay im angetrunkenen Zustande sich die alten Traditionen wieder aufnehmenden Boltsbühne ist Guch arbeiterfeindliche" Post", veröffentlicht folgende, vom 18. März einer schweren Körperverlegung schuldig gemacht hatte und deshalb datirte Zuschrift eines alten Lesers": zu einer neunmonatigen Gefängnißstrafe verurtheilt war, die Frei Gegenüber dem fapitalistischen Theatergeschäft, dessen Eine Herausforderung. Zu welchen nichtswürdigen beitsstrafe in eine Geldbuße von 500 M. umgewandelt. Aus Spielplan und Eintrittspreise, wie es fapitalistischen Unternehmungen Provokationen sozialdemokratische Rädelsführer sich versteigen, Dresden wird berichtet: Transport- Direttor Wintler und Bahnhofs ziemt, nach dem erhabenen Zweck höchstmöglichen Baargewinnstes zeigt wieder einmal recht deutlich ein Aufzug" Unter den Linden". Inspektor Göße, welche wegen des Unfalls vom 12. September bei geregelt werden, will das Berliner Proletariat in demokratischer in einer Droschte erster Klasse mit zwei Kränzen, deren rothe Landgericht Baußen zu Gefängnißstrafen verurtheilt worden waren, geregelt werden, will das Berliner Proletariat in demokratischer Mit frecher Stirn paffirten heute Vormittag zwei Genoffen" der Abfahrt des Kaisers Wilhelm auf dem Löbauer Bahnhof vom Organisation der dramatischen Kunst wiederum eine Freistatt be- Schleifen leicht ihre Bestimmung errathen ließen, die im Ent- wurden begnadigt; beide treten in den Ruhestand. reiten, wo sie unmittelbar zu dem arbeitenden, aufstrebenden stehen begriffene Feststraße. Daß es sich hier nur um Zur Entwicklungsgeschichte deutscher Künstler. Reinhold Volte selbst zu sprechen vermag. Vorstand und Ausschuß haben Demonstration gegen die Zentenarfeier handelte, liegt sehr Begas, der Schöpfer des vorgestern enthüllten Wilhelmdenkmals daß in der alten Freien nahe, sonst hätten die" Genoffen" ia leicht die von ihnen an der Schloßfreiheit, ist für seine Kunstleistung mit dem Großkreuz getagt; in Erinnerung daran, ja sonst so sehr gemiebenen" patriotischen Plätze umgehen des Hohenzollernordens belohnt worden. Nicht immer hat Begas Boltsbühne Shakespeares gewaltige Dichterkraft noch nicht zum tönnen. Recht bedauerlich war es, daß die Schu sich in patriotischen Thaten ausgelebt. Jedermann kennt seinen Wort gekommen ist, wurde zur ersten Aufführung Der Kaufmannschaft diesem Aergerniß erregenden Treiben prächtigen Neptunsbrunnen, der erst durch die Ansprache, von Venedig" eine Komödie nennt Shakespeare nicht Einhalt gebieten konnte. derartige Rücksicht die der Kaiser am 27. Oktober 1888 an die städtischen dieses farbenprächtige, packende Schauspiel- bestimmt. Borläufig Gedächtniß unseres unvergeßlichen Raisers Wilhelm I. zu Bedeutung gelangt ist. In seiner Sünden Maienblüthe hat nahme gegen Elemente, die jede Gelgegenheit benutzen, das Behörden gehalten hat, zu so wunderlicher politischer finden die Vorstellungen im Belle Alliance heater statt, schmähen, ist nicht mehr am Plaze, sobald sie in so offenkundiger der Künstler auch dereinst eine Lassalle büfte gemeißelt, die die Regie liegt in den Händen von Julius Türk; erste künstlerische Weise ihre provokatorische Absicht erkennen lassen. Vielleicht sich jetzt im Befiz eines bekannten parteigenössischen Schrifts Kräfte sollen zur Mitwirkung herangezogen werden. Der Vorstand tragen auch diese zeilen zu ernſten Erwägungen über die unserem ftellers befindet. Bei Erwähnung von Begas wird man an den Ein alter Lefer. hat beschlossen, vier Abtheilungen einzurichten, deren Mitgliederzahl Bolt von jener Seite drohende Gefahr bei. genialen Hans von Bülow erinnert, der 1863 das Herwegh'sche Der alte Leser" tann seinem Schöpfer danken, wenn ihm auf Arbeiter- Bundeslied Bet und arbeit" komponirte und auf seine sich wegen der Raumverhältnisse des Belle- Alliance- Theaters, zumal dem Rest seiner Tage nichts unangenehmeres passirt, als daß sozial alten Tage zum wüthenden Bismarck- Schwärmer wurde. da Stehplätze überhaupt nicht zur Verlosung kommen, ziemlich knapp demokratische Steuerzahler gleich anderen Leuten das Straßenpflaster Dem Nordpolfahrer Fritjof Nansen wird nun doch von bemessen werden muß. Eine Sicherheit, in die erste oder zweite Abs in Anspruch nehmen, das auch mit ihrem Gelde hergestellt worden den städtischen Behörden ein offizieller Empfang bereitet. Allerdings theilung zu gelangen, ist nur bei rechtzeitiger Anmeldung bei und will er weiteren Fatalitäten sicher entgehen, so kann er ja zu bend eintrifft. Die Berliner Stadtverwaltung hat ihm einen ist. Ist ihm der Anblick rother Schleifen aber gar so widerwärtig Paris, wo der fühne Pionier am Donnerstag. geschieht dies in einer Bahlstelle gegeben. feiner eigenen Beruhigung lieber heute wie morgen den Berliner Im Auftrage des Vorstandes: Staub von seinen Pantoffeln schütteln. offiziellen Empfang versagt, und zwar aus Sparsamkeitsrücksichten, Conrad Schmidt. die sich allerdings nach der Ausgabe von 160 000 m. für die Wilhelms- Feier sich außerordentlich plausibel ausnehmen. mann " Der Wahlverein des 3. Kreises hält heute, Mittwoch, abends 81/2 Uhr, im Meßpalast, Alexandrinenstr. 110, eine Versammlung ab; das Referat hat Stadtverordneter Dupont übernommen. Gäste sehr willkommen, Eine Zum Polizeikampf gegen die Anarchisten. Hiesige Blätter berichten: Polizeilich verboten wurde die für Montag Abend von den Anarchisten einberufene Boltsversammlung, in welcher das Thema„ Der 18. und der 22. März" behandelt werden sollte. Einen flotten Handel mit Menschen hat, wie die„ Leipziger Volkszeitung" mittheilt, ein Herr Riebenstahl in Berlin, Große Hamburgerstr. 16, organisirt. Er versendet an die deutschen Ziegeleien eine gedruckte Postkarte folgenden Wortlauts: leien eine gedruckte Postkarte folgenden Wortlauts: boten. Der Feftzug zur Zentenarfeier ist gestern unter dem durch die polizeiliche Absperrung bedingten Ausschluß der Oeffentlichkeit Hierdurch mache ich Sie ergebenst darauf aufmerksam, daß ich Zur Hygiene der Schüler in der elterlichen Wohnung programmmäßig verlaufen. Die freien Bürger haben den aller zu jeder Zeit im stande bin, Ihnen kräftige Ziegelei. bringt Herr 3 w. Meyrich, Lehrer an der 3. Bezirksschule in höchsten Befehl", der ihnen zur genauesten Nachachtung rechtzeitig arbeiter sowie tüchtige Streicher, Abtragsjungen und Pferde= Leipzig, in der Zeitschr. f. Schulgesundheitspflege"( 1897, Märzheft) durch den Minister des Innern zugestellt wurde, pünktlich befolgt nechte zu mäßigen öhnen und unter billigen Bes einen neuen Beitrag auf grund von Ermittelungen, die die Herren und sind in genau einer Stunde mit Augen links" am Raiserzelt bingungen zu senden. Dr. R. Schulze, Dr. Spigner und E. Beyer in Leipzig in je vorbei marfchirt. Achtungsvoll Riebenstahl, Sie haben weiter in genauer Befolgung des Vermittelungsbureau für Ziegelei- Arbeiter und ländliche Dienst einer Klasse der dortigen ersten höheren Bürgerschule, der höheren taiserlichen Befehls jede äußere Kundgebung unterlassen und genau Bürgerschule in Leipzig- Gohlis und der sechsten Bezirksschule( Bolts: nach Borschrift nicht Hoch, sondern Hurrah geschrien. Nach dem schule) vorgenommen haben. Bon den drei Schulen wird Nr. 1 pünktlichen Verlaufe der Dinge hat fich der Kaiser, wie die Blätter diesen Menschenschacher zu verbieten. Die auch„ nothleidenden" Jm gelobten Lande der Sozialreform denkt kein. Mensch daran, vorwiegend von Kindern der Bestfituirten, Nr. II der Gutfituirten, melden, durchaus anerkennend über den Festzug geänßert und die Nr. III der Armen besucht. Die Ermittelungen betrafen die Herren vom Komitee beauftragt, sie möchten der Bürgerschaft Biegeleibesitzer kämen ja sonst um ihre billigen Ausbeutungsobjekte. Schlafräume, wobei die von den Schülern selber gemachten mittheilen, daß er hochentzückt sei über das Gefehene. Der Ein Heim für britische und amerikanische Gonvernanten Messungen als Material dienten. Es ergab sich, daß das Ver: Bug habe auf ihn einen Eindruck gemacht, den er nie vergessen in Berlin wurde im Jahre 1887 gegründet. Es war dies ein löb ständniß für die Nothwendigkeit guter Schlafräume zwar auch bei werde; auf eine derart wundervolle Rundgebung der Berliner liches Beginnen, dem jeder Menschenfreund nur besten Erfolg manchen Wohlhabenden fehlte, daß aber bei diesen die Schlaf- Bürgerschaft sei er nicht vorbereitet gewesen. wünschen kann. Das 2003 der deutschen Gouvernanten in # T Wetter- Prognose für Mittwoch, den 24. März 1897. Ziemlich warm, zeitweise heiter, vielfach wolkig, mit etwas Regen und frischen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beifung. geklagte in Geldverlegenheit und versette das Piano auf einige Monate für 200 Mart. Darauf erfolgte obige Anklage und Verurtheilung. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Dstar Gabriel, führte in seiner Revisionsschrift aus, daß im vorliegenden Falle der Ans getlagten hätte nachgewiesen werden müssen, daß sie nicht die Abficht gehabt habe, das Pianino wieder einzulösen und daß fie Wenn dieser auch nicht dazu in der Lage gewesen sei. Versammlungen. = ondon ist sprichwörtlich bie Zahlung erbärmlich, der Verbienst möglichst unsicher, so daß viele der Unglücklichen, die nach England gegangen sind, um ihr Glück zu machen, dem Elend und nur zu häufig dem Hungertod oder der Prostitution verfallen. Das Loos der englisch redenden Gouvernanten und Lehrerinnen in Berlin ist tein besseres. Und es ist jedenfalls von großem Nuzen, daß es ein Heim giebt, wo diese Mädchen und Frauen einen Sammelpunkt haben und Rath und Hilfe finden können; die Mittel find leider sehr spärlich. Und deshalb soll heute den 24. März Die Frage der Rechtsgiltigkeit der neuen Verordnung be. Nachweis nicht erbracht sei, sei der gefeßliche Begriff der Unterim englischen Gesandtschafts Hotel, Wilhelmstraße 70, von treffend die äußere Heilighaltung des Sonntags wurde am Sonn- schlagung nicht erfüllt, wie das Reichsgericht wiederholt entschieden morgens 10 bis abends 10 Uhr ein Bazar zum besten des abend in zweiter Instanz vor der achten Straffammer des Land- habe. Das Kammergericht gab dem Revisionsantrage statt, worauf British and American Governess Home stattfinden. Eintrittspreis gerichts I erörtert. Nach der vom Polizeipräsidium von Berlin gestern die zweite Strafkammer des Landgerichts I. die Sache nachder Angeklagten aus, das Urtheil lautete wiederum auf 14 Tage 3 M. Für die Masse unserer Leser ist die Betheiligung selbst erlaffenen Verordnung sollen bekanntlich die Schaufenster auch in der zuprüfen hatte. Die erneute Beweisaufnahme fiel nicht zu gunsten Dies hat bei verständlich ausgeschloffen, allein in anbetracht des guten Zweckes Beit von 12 bis 2 Uhr mittags verhängt bleiben. Gefängniß. den Gewerbetreibenden eine große Erregung hervorgerufen. haben wir es doch für unsere Pflicht gehalten, auf den Bazar aufDer Bigarrenfabrikant Kaphun hatte nach einer merksam zu machen, für den die eine oder andere der Leserinnen einbarung mit anderen Interessenten derselben Branche eine Ver fich intereffirt. Das englisch- amerikanische Gouvernanten Heim Uebertretung gegen die erwähnte Verordnung herbeigeführt, um befindet sich Kleinbeerenstr. 22, SW. Die Bretter träger nahmen in ihrer legten Versammlung den die Frage der Giltigkeit derselben in allen Instanzen zur EntEin plöglich vom Jerfinn befallener Mann, der am vor- scheidung zu bringen. Kaphun erhielt denn auch ein Strafmandat Rassenbericht entgegen; auf Antrag der Revisoren wurde der geftrigen Tage die Nachbarschaft durch seine wirren Reden be- in Höhe von zwei Mart. Das Schöffengericht hatte den Einspruch Kassirer entlastet. Die Beschlußfaffung über die Resolution des unruhigt hatte, wurde gestern in seiner Wohnung. Gneisenauftr. 59, verworfen. Vor der zweiten Instanz machte der Bertheidiger des Gewerkschafts Ausschusses wurde bis zur nächsten Versammlung erhängt aufgefunden. Es ist der 47 Jahre alte Ingenieur und Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. Flatau, folgende Ausführungen: vertagt. Der Antrag auf Anschluß an den Holzarbeiter Verband Mühlenbauer August Claus. Daß er irrfinnig war, wird aus dem Die Rechtsgiltigkeit der neuen Sonntagsruhe- Verordnung sei eben- wurde abgelehnt. Nachdem noch beschlossen war, die Versammlungen Umstande geschlossen, daß er vom Fenster seiner Wohnung aus den falls feitens der städtischen Behörden angefochten worden. Nach während der Sommermonate wieder des Sonntags abzuhalten, schloß Kaiser und die Sozialdemokratie gleichzeitig hat hochleben lassen. dem Landesverwaltungsgesetz sei der Polizeipräsident überhaupt nicht der Vorsitzende die Versammlung. befugt gewesen, ohne Zustimmung oder Anhörung der Berliner In einer öffentlichen Versammlung der Handlungs: Selbstmordverfuch aus Hunger. Ein hiesiges Blatt berichtet: Gemeindebehörde die Verordnung, welche sich als eine Ortspolizei gehilfen und Gehilfinnen, die am 22. cr. in den Arminhallen Um den Tod in den Wellen zu suchen, sprang der seit längerer Zeit verordnung kennzeichne, zu erlassen. Nur Ortspolizei- Berordnungen, tagte, beschäftigte man sich mit dem Antrag der Leipziger und Hamobdachlose Schreiber B. vom Luisen- User in den Spreekanal. Ein welche im Interesse der öffentlichen Sicherheit ergingen, burger Gehilfen auf Einberufung eines Kongreſſes zu Ostern 1897. vorübergehender Arbeiter bemerkte den mit den Wellen Ringenden, bedürften der Zustimmung der Gemeindebehörden nicht. Wenn in Rollege Simmel gab das einleitende Referat und sprach sich an warf rasch seinen Rock ab und sprang, ohne sich lange zu befinnen, ins Wasser. Er hatte aber nicht mit der Hartnäckigkeit des Selbst der Einleitung zu der Verordnung die Paragraphen des Landes der Hand reichhaltigen Materials gegen die Abhaltung des Nonmordkandidaten gerechnet, der in der Ausführung seines Vorhabens verwaltungs- Gefeßes angezogen feien, wonach für Berlin in gewiffen gresses aus und ersuchte um Annahme folgender Resolution: in 22. März in den Arminhallen öffentlicher Beziehungen der Polizeipräsident an stelle des Regierungspräsidenten nicht gestört sein wollte und sich gegen seinen Retter ernstlich zur trele, so sei dies für die Rechtsgiltigkeit der Sonntagsruhe- Bersammlung tagenden Handlungsgehilfen Berlins erklären, Wehr sehte. Es tam zu einem regelrechten Kampf und beide drohten unterzugehen, als im letzten Augenblick Schiffer herbeieilten und die Verordnung nicht maßgebend, denn durch diese Bestimmung werde daß nach wie vor eine Befferung der Lage der Handlungs. beiden in Sicherheit brachten. der Polizeipräsident nicht etwa zum Regierungspräsidenten gehilfen nur zu erwarten ist durch die Beeinflussung der Gesetzvon Berlin, sondern übe nur in gewissen Beziehungen gebung im Anschluß an die Sozialdemokratie. Die auf dem Boden modernen Arbeiterbewegung stehenden Handlungsgehilfendeffen Nechte aus, soweit nicht andere Gefeßesbestimmungen ent- der modernen gegenständen. Dies set aber hier der Fall. Auch sei Berlin nach der Organisationen müssen daher an Hand der Berufsfragen Propaganda Gesetzessprache niemals ein Regierungsbezirt, sondern werde als Stabt für die sozialdemokratische Partei treiben, sie sind demnach politische und Stadtkreis bezeichnet, während auch ein Regierungspräsident Vereine. Da solche laut Vereinsgesetz mit einander nicht in Verzum Erlaß solcher Verordnungen ausdrücklich nur für mehrere bindung treten dürfen, bleibt den Hanglungsgehilfen vorläufig nur Kreise oder für den Umfang eines ganzen Regierungsbezirks auto die Form der Lokalorganisation. Eine Diskussion der Frage der risirt werde. Im Gegenfab hierzu sei die Verordnung ausdrücklich Bentralorganisation ist daher zur Zeit überflüssig. für einen, nämlich den Stadtkreis Berlin, erlassen. Die Be Presse anlangt, so erttären die Versammelten, daß der Handelsimmung, daß die Schaufenster auch während der gefeßlich zulässigen Angestellte" genau nach den für die Agitation festgelegten Prinzipien Drdnung, also ein Reichsgesetz. Schließlich sei es doch ein Unding, nicht eintreten kann, ist eine Diskussion über die Haltung der Zeitung Berkaufszeit verhängt bleiben sollten, verstoße gegen die Gewerbe- geleitet wird. Da in diesen Prinzipien zur Zeit eine Aendernng Die Versammelten erklären sich daß man Waaren, die man verkaufen dürfe, den Blicken des in prinzipieller Hinsicht zwecklos. Publikums nicht solle preisgeben dürfen. Aus allen diesen aus diesen Gründen gegen den Antrag der Leipziger und Gründen beantrage er Aufhebung des ersten Urtheils und Frei- Hamburger Kollegen, da der Kongreß nur Roften machen, aber keinen sprechung des Angeklagten. Der Gerichtshof hielt manche Ein- Nußen schaffen würde." In der sehr lebhaften Diskussion sprechen wendungen des Vertheidigers für zutreffend, hielt dieselben aber sich sämmtliche Redner, Hinge, Lissauer, Walter, doch nicht für so ausschlaggebend, daß daraufhin eine Aufhebung Rohn, Snienty und Maaß im Sinne der Resolution aus. des schöffengerichtlichen Erkenntnisses sich rechtfertigen laffe. Die Be- Dieselbe wurde mit allen gegen 2 Stimmen angenommen. rufung wurde verworfen. Jetzt wird das Kammergericht diese Frage zu entscheiden haben. Durch mehrere Messerstiche ist vorgestern in einer der ersten Morgenstunden ein unbekannter Mann vor dem Hause Tauben straße 17 derart schwer verletzt worden, daß er in ein Krankenhaus gebracht werden mußte. Die Thäter, drei Buhälter und eine Dirne, sprangen in eine Droschte und entkamen. Der Thäter wurde entlassen. tobt war. werden. feine Raution zurückverlangte, der Restaurateur die 1500 M. für sich verbraucht hatte und außer stande " Die am Bei einer Schlägerei, welche am Montag Abend in der Brauerei Pazenhofer, Landsberger Allee 27/28, zwischen zwei Arbeitern der Flaschenfellerei entstand, schlug der Angreifer R. seinen Gegner derart gefährlich mit einer Bierflasche über den Kopf, daß die Hilfe der Unfallstation in Anspruch genommen werden mußte. Ein eigenartiger Todesfall, der wohl auch die medizinische Welt noch beschäftigen wird, hat sich in der vergangenen Nacht in der Ackerstraße zugetragen. Der 33 Jahre alte Schloffer Reymund Schlüter, der bei seinen Eltern in der Ackerstraße Nr. 59 wohnte, litt feit einem Jahre an einer Schlafsucht, die an den schlafenden Ulanen und andere medizinische Wunder erinnert. Die Krankheit steigerte sich nach und nach zu einem so hohen Kaltberge- Rüdersdorf. Die Maurer und Zimmerer beschlossen Grade, daß der Mann beim Effen oder während einer Unter am Sonntag in einer stark besuchten Versammlung, am Montag bei haltung oder auch, wenn er Karten spielte, oft plöglich einschlief Für die große Zahl von Kautionsbestellern ist der nach den Arbeitgebern, welche einen Stundenlohn von 40 Pf. nicht zahlen, und wiederholt auch dabei umfiel. Gestern Nachmittag hatte Schlüter die Arbeit einzustellen. Von den in Frage kommenden acht Arbeit bis 6 Uhr gearbeitet. Abends um 11 Uhr fam er noch zu Rühle folgende Straffall sehr lehrreich: Ein hiesiger Restaurateur hatte gebern haben vier den neuen Tarif schon unterschrieben. Buzug ist und betheiligte sich an der allgemeinen Unterhaltung. Getrunken einen gewissen Pagels nach Empfang einer Baarkaution von hatte er wenig. Um 12 Uhr schlief er plöglich wieder ein und 1500 m., die nach 14 tägiger Kündigung zurückgezahlt werden sollte, vorläufig fernzuhalten. Zuſchriften find zu richten an Wilhelm Christoph, Bergbrück bei Raltberge- Rüdersdorf. fant vom Stuble. Als man ihn, wie es sonst auch geschehen war, als Buffetier angestellt. Als P. im September v. J. nach voraufArbeiter Bildungsschule. Mittwoch Abend von 9-10% Uhr: Südost= aufheben und wieder auf den Stuhl sezen wollte, sah man, daß er gegangener 14 tägiger Kündigung seine Stellung aufgab und schule, Walbemaritr. 14: Geschichte( Aite Geschichte. Urzeit. Entstehung der ſtellte es sich heraus, daß Religionen. Orientalische Bölter. Griechen und Römer). Herr Dr. C. Pinn. Die Ursache des Todes konnte vorläufig nicht festgestellt Nordschule, Brunnenstr. 25: Deutsch( Die deutsche Literatur des neunzehnten Auffazlehre). Herr Heinrich Schulz. Geld war, das Er Jahrhunderts. zurückzuzahlen. Die Lesehalle der Arbeiter- Bildungsschule, Brunnenftr. 25, tft wochenhatte fich daher vor dem Landgericht I wegen Unter- tags von 6-9 Uhr, Sonntags von 4-9 Uhr, unentgeltlich für jedermann geöffnet; schlagung zu verantworten. Bagels beschwor, daß bei seiner die Gefchäftsstelle der Schule N., Brunnenstraße 25, die den Bereinss Anstellung der Angeklagte ihm ausdrücklich zugefagt habe, die vorständen zur Bermittelung von Vorträgen wissenschaftlichen Charakters zur Raution für sich nicht verwenden zu wollen. Demgegenüber bot erfügung ſieht, ist ebenfalls von 6-9 Uhr nachmittags geöffnet. Lese- und Diskutirklubs. Mittwoch. Johann Jacoby, bet Frib Rechtsanwalt Leopold Meyer einen umfangreichen Zeugen und Siekte, Echwedterstraße 33. Gesundbrunnen, abends 8% Uhr, bet Sachverständigen- Beweis auf, der zu dem Ergebniß führte, daß der Saferland, Bellermannftr. 87.- Gleichheit, abends 8% Uhr bei Stramm, Angeklagte von seiner mehrfach geäußerten Absicht, sein immer Bitterstraße 123.- Seine, Rirdorf, abends 8% Uhr, Prinz- Sandjeryfir. 60, parterre. Ginigteit, abends 8% ühr bei Beige, Triftstr. 1.- Theater und mehr zurück gehendes Restaurant aufzulösen, gerade von P., Lefetlub morgenroth, abends 9 Uhr, im Restaurant Diete, Lothringerstr. 67. Sozialdemokratischer Agitationsklub Dsten, abends 8% uhr, bei Jauer, der ihm wiederholt größere Baarmittel vorschoß und diese dann Fruchtstr. 52. Freigeist Arton a, abends 8 Uhr, Artonaplay 3 bei nach und nach von den Biereinnahmen fürzte, abgebracht wurde, weſener. Friedrich Engels Nor ben" alle Mittwoch 9 Uhr bei Obiglo, daß im übrigen aber auch ortsüblich die Restaurateure Kautionen Suffitenstr. 26. in baarem Gelde im Geschäfte zu verwenden und nach Auflösung Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borfizender Adolf Neumann, Pafewalterstr. 3. Alle Aenderungen im Vereinstalender find zu des Dienstverhältnisses nicht gerade die empfangenen Münzen, richten an Fried. Kortum, Manteuffelfir. 49, v. 2 Tr. Mittwoch. UebungsStedesfreiheit 1, sondern nur einen gleich hohen Betrag zurückzuzahlen pflegen. fiunde abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. Norddeutsche Schleife, Melchiorftr. 15 bei Gefängniß Andreasstr. 26 bei Wilfe. Während der Staatsanwalt zwei Wochen Freya I,( Gemischter Chor), Rosenthalerstr. 57 bei Babiel. in Antrag brachte, nahm der Gerichtshof mit dem Ver- Stehmann. Lorbeerkranz, Weinsir. 28 bei Späth. Liederlust, Adalbertstr. 21 bei an, daß der Angeklagte in gutem Glauben Roll. Spandau, in Spandau, Neumeisterstr. 5 bet R. Rabite.- Deutsche Alliance, KommandantenAus Rummelsburg- Boghagen wird uns berichtet: Daß die theidiger Intereffen der Proletarier auch in unserer Gemeinde hintan stehen gehandelt habe. Da P. zur Erhaltung des Geschäfts wiederholt Eiche 1, Große Frankfurterstr. 183 bei Gold. Sangesblüthen, Stralauer Blag 10-11 bei Poppe. Bruderherz, Stralsunderstraße 50 bei Bürger. Echo1, müssen, bewies wiederum die leßte Gemeinderathssigung. Auf der Baarmittel hergegeben, da ferner die Kaution in baarem Gelde be- ftraße 15, Knoblauch's Bierhallen. Tagesordnung stand die Errichtung einer höheren Schule. Unser stand und gleich einem Darlehn vor der Rückzahlung erst auf- Bantow, Wollantiraße.- Treue, Mariannen- Ufer a im Zurhof. Allegro, WrangelParteigenoffe Bahl hatte einen Antrag gestellt, nach welchem nicht gekündigt werden sollte, konnte nach Anficht des Gerichts der An- teit I( Butmacher), Rosenthalerstr. 11-12 bei Röllig. ftraße 141 bei Schmidt.- Freiheit I, Bülowftr 65 bei W. Richter. Stein= begabte Geldbeutel, fondern begabte Schüler befördert werden sollten, geklagte sich für berechtigt halten, das Geld für eigene Zwecke zu Kreuzberger armon te, Momiralstraße 18c bei möhring. Waldes luft, Oppelnerstr. 34. er beantragte Errichtung einer höheren Klasse in der Gemeindeschule, verwenden. Sieraus ergebe sich aber seine Freisprechung. Bornelfe, Bafewalterfir. 3 bei Ab. Neumann. Gleichheit 1, beffere Besoldung der Lehrer, sowie unentgeltliche Lieferung der Lehr stehender Fall lehrt, daß die Kautionsbesteller am sichersten gehen, Freter Männerchor Nord- West, Puttligfir. 10 bei Pfarr.- GefangSchönhaufer Allee 135 bei Ramlow. Appolonta, Klosterstr. bei Moll. mittel. Natürlich vergebens. Als Genoffe Pahl nachher aber gar wenn sie die Raution in Werthpapieren ohne Koupons und Zalon Berein der Kupferschmiede, Weinfir. 11 bei Feindt. Frohe Stunde, Rottbufer Ufer 57 bet Ringel.. Freiheitsgruß, im Etat eine beffere Berücksichtigung der Nachtwächter festgesetzt hinterlegen. Brunnenstraße 150 bet Schulze. Schneeglödchen I, Rigdorf Hermanns wissen wollte, da schlugen die Wellen der Aufregung meterhoch zuund Karlsgartenstraßen- Ede bet köpte.- offnung III, Brandenburg a. H., Arbeiter- Gesangverein Briz in Briz, sammen. Der Amtsvorsteher sprach das vernichtende Wort, daß Wilhelmsdorferstraße,„ Concordia". Bürgerstraße 4 bei Dorn. Seeger'scher Männerchor, Landsberger man bald eine Berliner Stadtverordneten- Versammlung vor sich allee 156 bet Göbel. Einig, Blumenstraße 32 bei Reich Gefang habe! Die Wogen glätteten sich erst, als der Amtsvorsteher die GeBerein der Buchdrucker u. Schriftgießer Mirdorf u. Briz, Nixdorf, Frohsinn II, Friedrichsberg, Wartenbergstr. 67 treuen schließlich zur möglichst zahlreichen Betheiligung an der Bergstr. 162 bei Thomas. bet Lange. Arion III, Rirdorf, Herrmann- u. Herrfurth itraßen- Ecte bei -Bentenarfeier aufgefordert hatte. Geschuhn. Matengruß II, Charlottenburg, Straße 6a, Parzelle I, bet Wacht Bartsch. Seimathtlänge, Röpenid, Rosenstr. 101 bet Troppens. Borwärts X, Nauen, Marttstr. 16 bet leiften auf Wörtherstr. 15 bet Bul precht. Hobusch. Schneeglöc chen II, Potsdam, Brandenburger Kommunikation 16 Wald= Treu und Fest, Koppenstr. 17 bet Lohmann. beter. Bruderbund, Usedomstr. 22 bet fapelle, Seibelstraße 30 bei strüger. Freie Sänger, Heegermühle bei Eberswalde, Dorfstr. 12, Rest. Fidinger. Jagdschlößchen. Sängerlust, Werder a./S., Kugelweg im Lokal.- Ost und Westpreußen, Alexanderstr. 27c, Englischer Garten. Rienzt, aldenfteinftr. 38 bet Nachtwey. Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Aus den Nachbarorten. Achtung, Rigdorf! Parteigenossinnen und Genoffen! Am Donnerstag, den 25. März, abends 8 Uhr, findet in den" Viktoria Sälen", Hermannstr. 48-50, eine Boltsversammlung statt, in welcher der Statutenbericht zwecks Gründung eines Frauen und MädchenBildungsvereins erstattet wird. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet Die Einberuferin. Charlottenburg! Wir machen die Mitglieder des Wahl vereins auf den am Mittwoch stattfindenden Diskutirabend auf merksam. Derselbe findet abends 8 Uhr in Bismarckshöhe" statt. Der Vorstand. A. Röttger, Leibnißstr. 3. Achtung, Rummelsburg! Heute, Mittwoch, findet eine Bolts versammlung statt, auf die nochmals aufmerksam gemacht wird. Näheres im Inferat. Der Vertrauensmann. der " Die Vertrauensseligkeit eines Gläubigers hat der Schloffer meister Otto Denede ich in einer Weise zu nutze gemacht, die ihm eine Unklage wegen Urkundenfälschung zugezogen hat. Gestern stand Denecke vor der zweiten Straftammer des Landgerichts I. Der Schneidermeister Liesegang hatte dem Angeklagten Kleidungsstücke zum Gesammtbetrage von 117. geliefert. Als er mit der Waare die quittirte Rechnung überlieferte, überlieferte, erklärte der Angeklagte, nur 20 M. eine Abschlagszahlung von 1 Einig= ( Buf chriften sind zu richten an B. Gent, Dresdener Straße Nr. 107/8. littwoch: Geselliger Verein Brüderlich feit, Georgentirchstr. 65 bei Späth. Gegen den Lehrer Agahd in Rigdorf, welcher zum Merger der dortigen Hausbesitzer eine streng wahrheitsgemäße Schilderung des Elends, unter welchem seine Gemeindeschüler leben, in einem zu können. Liesegang war damit einverstanden und setzte an den Fachblatte veröffentlicht hatte, ist nunmehr richtig von seiten unteren Rand der Rechnung die Worte:" 20 M. auf Abschlag erhalten", ohne aber den darüber stehenden Quittungsvermert zu Behörde eingeschritten worden. Der Komunal- ReformAls Liesegang später den Rest einziehen wollte, beRes durchstreichen. Verein hatte sich bekanntlich bei der föniglichen gierung zu Potsdam, Abtheilung für Kirchen- und Schul- hauptete der Angeklagte, daß die ganze Rechnung bereits bezahlt sei und hielt ihm das mit der Generalquittung versehene Papier entgegen. angelegenheiten, beschwert. Ihm ist nunmehr folgende Nachricht zu Liesegang behauptete, daß der am Fuße befindlich gewefene Abzahlungsgegangen: Wir haben wegen der Veröffentlichung des dortigen Lehrers Agahd, welche wir bedauern, das Geeignete ver- vermerk abgeschnitten worden sei, im Zivilprozeß- Verfahren legte er fügt. Heidfeld." Der Borsigende bemerkt dazu, daß man hoffentlich einen diesbezüglichen Eid ab und erzielte auch ein obfiegendes Ertariat, töpniderstr.'68 bei Schöning. in Lehrerkreisen in Zukunft mit derartigen Veröffentlichungen vor- fenntniß. Dadurch kam das Verhalten des Angeklagten zur Kenntniß sichtiger sein werde. Diese hohnvolle Aeußerung wird selbstver- der Staatsanwaltschaft. Er bestritt im Termine seine Schuld und an, daß er gegen das zivilgerichtliche Erkenntniß Theaterverein ständlich keinem hungernden Schulkinde eine Schrippe verschaffen, gab deswegen teine Berufung eingelegt habe, weil aber die Profitwuth der Hauspaschas hat vorläufig gefiegt. Es ist nur weitere Umstände und Kosten vermeiden wollte. Während bedauerlich, daß dieser symptomatische Fall nicht die Beachtung in der Staatsanwalt den Angeklagten durch die Beweisaufnahme für der Presse gefunden hat, die er verdient. überführt erachtete und gegen ihn eine Gefängnißstrafe von fünf Monaten beantragte, erhob der Vertheidiger, Hechtsanwalt Caffel rechtliche Bedenken darüber, ob die That des Angeklagten, wenn sie als geschehen erachtet werde, als eine Urkundenfälschung anzusehen sei. Der Gerichtshof hatte keinen Zweifel an der Schuld des Angeklagten, der zu einer Gefängnißstrafe von drei Monaten verurtheilt Witterungsübersicht vom 23. März 1897. Stationen. Swinemünde Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. GSD ៩២០២២៩៩ Windrichtung Windstärke 12222222228( Stala 1-12) Wetter Temperatur O nach Celsius ( 50.= 4º R.) 755 Regen 2 Hamburg 755 woltig Berlin 755 3 Regen Wiesbaden. 760 woltig 10 München 763 Wien. 763 bedeckt Nebel 11 7 761 759 NW halb bedeckt woltenlos -20 -11 Nebel 9 Aberdeen. Paris. 748 woltig • 764 WNW Dunst Haparanda. Petersburg Sort 760 98 wurde. er fteinftr. 5 bei Gonell.- Gefelliger Berein Freundschaft, Bring' Albrecht bei Grothe. Mundharmonita- Verein Borwärts, Kreuzbergstr. 13 bei diothe ftraße 3 bei Schulz bei Prog.. 1 Verein Rhetorit, Brandenburgstr. 54 bei Poniz. Theaterverein Prole= Rauchflub Rothe Fahne, FalckenGeselliger Berein Deutsche Eiche, Fürbringerstraße 7 Verein Nora, Admiralstr. 18c, Märkischer Hof. Geselliger Bund, jeden 2. Mittwoch im Monat, bei Sommer, Grünstraße 21.Verein Gefellige Brüber, Balltfadenstr. 20 bei Schäffer. Musikverein Baufenschwengel, Fürstenstraße 18b bei Bernfig.- Stattlub Borwärts, Schwedte ritraße 28 bet Muchow. Statklub u stige Brüder, Theater- Berein Spree Athen, Annenstr. Barnimftr. 18 bei Büschel. TurnGefang-, Stattlub und gesellige Vereine. Mittwody. Revolution, Grünauerstr. 8 bei Golz. Gefelliger Verein Hoffnung, Artisten- und Ringsportverein jetzt alle 14 Tage, Lebuserstr. 5 bei Dieseler. Bereinte raft tagt Mitiwochs abends und Sonntags vormittags Planner 92 a. bet 3epte. Atletenverein Atlas, Brunnenstr. 152 bet Dafe. Geselliger Berein ürtische Pfeife, Danzigerstr. 93 bet W. Hansen. Tambour- Verein Froh Frei, uebungsstunde Mittwoch und Sonnabends, Wiesenstr. 27 bet Bolz. Arbeiter- Schachtlub Norden, Geeftr. 25 bei Mandel. Pfropfenverein Mufitverein naatsch, Rolbergersir. 2 bet Steffens. Nord Oft, Etbingerstr. 9 bei Vogel. Rauchflub Schmote's Werte, Krautftr. 39 bet Segner. Rauchtlub Alter ufftt, Hussitenstr. 59 bei Bringmann. Gefangverein Sangestreue, Spreeterraffe an der JannowigArbeiter. Gesangverein Lerche, Schönhauser- Allee bei G. Gerber. Radfahrer- Berein Vorwärts tagt jeben Mittwoch nach dem 1. und 15. Vereinigung der Turn= im Monat, Beusselstr. 9( Moabiter Klubhaus). Zurnverein Often, Turnhalle Blumenftr. 63a, 8%-10 Uhr abends. Auf grund einer bemerkenswerthen Entscheidung des Kammer- freunde von 8-10% Uhr abends, Demminerstr. 56/57. gerichts war das Urtheil der Straftammer, wonach die Wittwe Arbeiter- Turnerbund. Mittwody: Turnverein Fichte, Berlin. Wurst zu einer Gefängnißstrate von 14 Tagen wegen Unter- Abends von 8-10 Uhr: 1. Männer- Abtheilung Friedenstraße 37. 3. Männer2. Lehrlings- Abtheilung Staligerstr. 55-56. 4. Lehrlings- Abtheilung Stephanstr. 3. Freie Turnerschaft Rigdorf- Briz, schlagung verurtheilt worden war, wieder aufgehoben worden. Die Abtheilung Böchftr. 21. Angeklagte hatte von einem Fabrikanten ein Pianino auf Ab- 1. Schülerinnen- Abth. von 7-8% uyi, 1. Frauen- Abtheilung von 8%-10% Uhr bet zahlung entnommen mit der üblichen Bedingung, daß es erst nach Birsing, nesebeckstraße; 2. Lehrlings- Abth. von 8-10% Uhr, Bris, Chauffeestraße bei Lange. erfolgter Begleichung des ganzen Raufpreises in ihren Befih übergehen Arbeiter Raucherbund Serlins und Umgegend. Aenderungen im sollte. Als etwas über 200 m. bezahlt waren, gerieth die An- Bereinstalender sind zu richten an Hermann Braunschweig, Dresdenerstr. 80, 2. Hof. Prügelnder Schuhmann. Die Straffammer in Wiesbaden verurtheilte der„ Frants. 3tg." zufolge den Schuhmann Karl Roth, der zwei junge Männer auf der Straße mißhandelt und einen auch beleidigt hat, zu 200 Mart Geldstrafe oder 40 Tagen Gebrüde. fängniß. Mittwoch: Arfona, Staligerftr. 41 bet Richter. GemüthItch fett I, I Admiralstr. 18 b. Bergemann. Sumatra Süd- Ost, Siegnigerftr. 18 b.Mane gold. Wald esgrün, Forsterftr. 22 b. Kunze. Virginia, Admiralitr. 21 bei Schnieber. Frei Weg, Schöneberg, Marstr. 7 bei Müller. Fidele Raucher, Fichteftraße 30 bet Krause. Edelweiß, Rirdorf, Urbanftraße 33 bei Peters. Granate, Forsterstr. 40 bet Tujuntte. Fidele Brüder, Friedrichsfelde, Luifenftr. 20 bei Lobse.- Morgenroth, Landsberger Allee 44 bei Roland. Frohsinns Heimath, Stromstr. 28. Deutscher Michel, Pantow, Kaiser Friedrichstr. 15 bei Griffel. Kairo, Pantstr. 32d bei 2öhrich. Frisch Gewagt, Pofenerstr. 5 bei Rodendorf. Dhlauer, Gräfeftr. 18 bei Präter.- Abguß I, Markusstr. 23 bei Gorn. -Die Dampfenden, Langeftr. 24 bei Jeratsch. Weiße Nelte, Forsterftr. 17 bei Dierberg. Sufriedenhett, Rirdorf. Prinz Handjernftraße 66/67 bet Maresche. Glühlicht, Neu- Weißensee, Göblerftr. 50 b. Schulz. Apfelblüthe, Pantstr. 3b bet Schmidt. Fliederduft, Pallisadenstraße 66 bet Geier. Weichselduft, Pappel- Allee 44 bet 8ibell. Alter Hussit, Hussitenstr. 59b bet Bergmann. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. . Mittwoch, den 24. März. Opernhaus. 9. Symphonie Abend ber fgl. Kapelle. Schauspielhaus. 1812. Deutsches. Der Sohn des Stalifen. Berliner. Renaissance. Leffing. Madame Sans- Gêne. Nenes. Marcelle. Westen. Die berühmte Frau. Residenz. Affociés. Linden. Der Karneval in Rom. Thalia. Frau Lieutenant. Schiller. Maria Stuart. Zentral. Ein fideler Abend. Volks. Signor Piffarello. Friedrich Wilhelmstädtisches. % Der Veilchenfresser. Alexanderplatz. Die Tanzfrieda. Ostend. Kurmärker und Picarde. Chassepot und Zündnadel. Nach 56 Jahren oder: Kaiser Wilhelm der Große. .American. Lumpe- Gastspiel: Die Räuber auf Maria- Culm. Passage Panoptikum. 32 Mädchen aus Samoa. Apollo. Spezialitäten. Belle- Alliance- Theater Volks- Vorstellung unter Regie bont Julius Türk. Sonntag, den 28. März, nacht. 3 Uhr: Gastspiel der Damen Martha Frey und Therese Freyburg; der Herren Heinrich Schulz und Wilhelm Nuff. Zum letzten Male: Die Jungfrau von Orleans. Romantische Tragödie von Fr. Schiller. Johanna: Martha Frey. Agnes Sorel: Therese Freyburg. König: Richard Jürgas. Dunois: Heinrich Frey. Burgund: Wilhelm Nuff. Lionel: Heinrich Schulz. Talbot: Julius Türk. Die Kostüme, Requisiten, Waffen sind aus den tunstgewerblichen Werk stätten von P. Hildebrand. Eintrittskarten à 60 Pf. find in den bekannten Geschäften zu haben. = Urania, Tauben Strasse No. 48-49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet von 10 Uhr vorm. ab. Eintritt 50 Pf. Wissenschaftl. Theater abends 8 Uhr. Invalidenstr. 57/62 Sternwarte ehrter Stadtbahnhof. Täglich von 71/2 Uhr abends ab 50 Pf. Im Theater: Saale täglich 8 Uhr abends Vorträge, mit Experi menten u. gr. Lichtbildern ausgestattet. Näheres die Tagesanschläge. PassagePanopticum. 32 Mädchen aus Samoa. Castan's Panopticum. Pygmäen Die beiden indischen die kleinsten Menschen der Welt! Damen- Wettschwimmen. Thalia- Theater. ( vormals Adolph Ernst Theater). Letzte Woche! Frau Lieutenant." Vaudeville in drei Aften von Baut Ferrier und Antony Mars. Deutsch von Hermann Hirschel Musit von G. Serpette und B. Roger. Anfang 7 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Ostend- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Dir. C. Weiß. Auf allgem. Wunsch: Wiederholung der Fest- Vorstellung. Kurmärker und Bitarde. Chaffepot und Zündnadel. Nach 56 Jahren und Kaiser Wilhelm Schiller- Theater ber Große. Tongemälde von Eilen( Wallner- Theater). Weittwoch, abends 8 Uhr: Maria Stuart. Donnerstag, abends 8 Uhr: Die ge rechte Welt. berg. Sang an Aegir, gesungen vom ganzen Personal. Anfang 8 Uhr. Central- Theater. Alte 1 Arbeiter- Stenographenverein Eintracht, Unterricht und Uebungsstunden abends 8 Uhr in den Restaurants Owczaret, Langeftr. 65 und Seidler, Ratiborftraße 16. Roller'scher Stenographenverein ionir, Hussitenstr. 9, Restaurant Rausch, abends 8 Uhr, Unterricht und Fortbildung. German- American Klub„ Uncle Sam"( established 1892). 9 o'clock p. m Wallstrasse 57.- Ladies und Gentlemen welcome. German American Society. Berlin C., Münzstr. 17, at Frieboes Restaurant, 9 o'clock p. m. Topic: Relations of women to crime. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner. Heute, abends 8% Uhr: Bersammlung in Feuerstein's Festsälen, Alte Jakobstr. 75. Aufnahme neuer Mitglieder. Piep. Ja. . R. 25. 1. und 2. Uns unbekannt. 3. Ja. 4. Die Urkundenklage: bei Objeften unter 300 M. besteht kein Anwaltszwang. 118. A. S. Sie A. R. 100. 1. u. 2. Nein.- Feier. Nein. müssen zahlen.- O. W. 1/10 pct. R. 100. 1. Nein. 2. Falls Sie inzwischen keine Unterstützung erhält. 3. Nein. 4. Ja. Heinrich? Herischdorf. Eine Abzugsberechtigung besteht nicht, falls die Fabrikordnung nicht das Gegentheil besagt. Die Dar legungen, wann für Feiertage, haben wir wiederholt ausführlich an dieser Stelle gegeben. Sie finden dieselben S. 94/95 und 145 des Arbeiterrechts. Die dort gemachten Ausführungen stimmen mit der Praxis der Gerichte überein. J. in W. Der Nachbar haftet leider nicht. N. P. 117. 1. Das Kündigungsrecht besteht. 2. Den ganzen Tag hindurch. J. B. J. M. Sie halten es nicht für nöthig, Ihren Namen zu nennen und 1. Bom Ablauf des zweiten Jahres nach Ihrem Austritt ab haben Sie Kirchensteuern nicht mehr zu zahlen. 2. Für die verschiedenen Sprengel verschieden. meinen, die Redaktion soll sich Ihnen gegenüber rechtfertigen. Briefkasten der Redaktion. Buchhandlung Vorwärts Beuthstraße Nr. 2 Berlin SW. Beuthstraße Nr. 2. Soeben ist bei uns erschienen: Handbuch 234/1 für Vereins- und Versammlungsleiter Bugleich ein Wegweiser für Reichstagswahlen. Mit ausführlichem achregister und einem Anhang, enthaltend die für die Agitation hauptsächlich in Frage kommenden Strafgesekparagraphen. 72 Seiten. Mart 0,30. Porto 3 Pfennig. In handlichem Taschenformat giebt das Büchlein nicht blos für Anfänger, sondern auch für erfahrenere Vereins- und Bersammlungsletter über alle Vorkommniffe im Vereins- und Bersammlungs: mie Gewertschaftswesen bündige Austunft, Belehrung und Rath für die Mitglieder sowohl der Gewertschaften als auch der politischen Bereine, enthält Formulare für Beschwerden und Eingaben, Reben und Musterstatuten. Im Hinblick auf die tommenden Reichstagswahlen ist auch das Reichstags- Wahlgesen und-Reglement in seinen Hauptbestimmungen aufgenommen, und durch die Einverleibung der Strafgesegparagraphen und des Sachregisters dürfte der Nachschlagewerth des Büchleins noch gehoben sein. Volks: Theater 34. Reichenberger: Straße 34. Pferdebahnstation: Kottbuser Thor. Signor Piffarello. Bosse mit Gefang in 6 Bildern von H. Willen und S. Haber. Musik von G. Michaelis. Die neuen und Dot R. Brobet, fomp. von R. Thiele Wochentags 8 Uhr. Anfang: Sonntags 7 Uhr. Concordia Variété-Theater Brunnenstr. 154. Täglich: Grosse Theater- und Spezialitäten- Vorstellung Das beste Programm d. Nordens. Neu! Troupe Richardt( 1 Herr, 1 Dame, 1 Kind) Akrobaten. Neu! Kathi Richter, Tyrolienne. Neu Long and little Adolfi, Tanzduettisten. Neu! Ein geplagter Dichter. Poffe. Anfang Wochentags 72 Uhr. Sonntags Uhr. Umtausch Billets haben Giltigkeit. Jakobfſtr. 30. Dir. Rich. Schuls. Der Krieg auf Kreta Zum 48. Male: Friedrich Wilhelmst. Theater. Ein fideler Abend. Heut und die folgenden Tage: Der Veilchenfreffer. Lustspiel in 4 Atten von G. von Moser. Anfang 8 Uhr. Billets find schon drei Tage vorher ohne Vorbestellgebühr an der Theater: Burleske dramatische Revue in einem Vorspiel und 3 Bildern v. J. Freund und W. Mannstädt. Musik von Julius Einödshofer. Anfang 28 Uhr. Neuester Schlager von Siegwart Genthes in Kaufmann's Variété als Morgen und bie folgenden Tage: Sultan der Türkei. kaffe zu haben. Außerdem im In- Ein fideler Abend. validendant, Unter den Linden 24, bei Baul Romeid, Leipzigerstraße 6, und Julius Lengenfeld, Warlgrafenftr. 50. Feen- Palast, Burg Zur Centenar- Feier: Sonntag, nachmittags 4 Uhr, zu Direktion Winkler& Fröbel. fleinen Breifen( Abonnement):" Der Trompeter von Säktingen." Rom. Schauspiel mit Gefang in 3 Atten ( 7 Bildern) von Julius Keller und Emil Hildebrandt. Alexanderplatz- Theater. Kleine Preise. Heute und die folgenden Tage: Gastspiel des Frl. Stöder: Gol und des urtomischen Bendix. Die Tanzfrieda. Berliner Bosse mit Ge fang und Tanz in 3 Aften( 4 Bildern) von Heinrich Wilter. Mufit v. Alb. Wicher. Anfang 8 Uhr. Sonntag, nachm. 4 Uhr, zu kleinen Preisen: Die sieben Raben. Großes Zaubermärchen in 6 Aften v. Bolten: Bäckers. Billets sind ohne Vorbestellgebühr schon drei Tage vorher an der Theater: = Gr. Feft Vorftellung. Georgette Duval mit ihrer Damen- Schönheits- Gallerie. Die allbeliebten Duettisten Dähn it. Walde. Inda's Jagd Abenteuer. Alcazar Variété- Theater I. Ranges. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage) Annenstraße 42/43. Achtung! Die Zimmerer Th. Rieguer, Invalidenstr. 6, E. Grienių, Annenstr. 48, K. Wittstock, Thaerstr. 38, G. Hoffmann, Steglit, K. Richter, Jahnstr. 5, sind ihren Verpflichtungen nachgekommen. 277/2 Die Lohnkommission. Erklärung. Bezüglich der Differenzen bei der Firma A. Jaffe bin ich nicht der Beschenkte, sondern habe geschenkt und werde noch jetzt 4 m. schenken. 11076 Erich Haacke. Moabiter Stadt- Theater Alt- Moabit 48. Heute, sowie jeden Mittwoch: Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro. Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader). Steidl mit feiner neuesten Sensationsnummer Deffentliche national- soziale Versammlung am Donnerstag, den 25. März, abends 72 Uhr, in den Oranienhallen", Oranien: straße 51, nahe dem Oranienplag. Tagesordnung: 1. Die Bäckerei- Verordnung und der Reichstag. Berichterstatter: Redakteur v. Gerlach. 2. Freie Diskussion. Männer und Frauen aller Partei: richtungen sind eingeladen. 265/4 Der Vertrauensmann. Invaliden- Unterstüßungkasse der Steindrucker u. Lithographen. Am Donnerstag, den 1. April, abends 8 Uhr, findet im Vereinshause Bauverein Berliner Bildhauer Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Holzbildhauer Gustav Opitz, im Alter von 32 Jahren an der Lungen: 21/10 schwindsucht verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donners: tag, den 25. 68. Mts., nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Begräbniß-. plazes der Thomas- Gemeinde in Brig. statt. Um rege Betheiligung ersucht Der Vorstand. Todes- Anzeige. Sophienstr. 15, die ordentliche Parteigen. Charlottenburgs! General Versammlung pro 1897 statt, zu welcher die Herren Vertreter hiermit eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Jahresbericht pro 1896 und Abnahme der Jahresrechnung. 2. Neuwahl für den Vorstand(§ 10). 3. Wahl des Ausschusses zur Prüfung der Rechnung des laufenden Jahres(§ 20). 4. Antrag des Vorstandes auf Ab: änderung der§§ 6 u. 33 des Statuts. 5. Verschiedenes. Berlin, den 22. März 1897. Der Vorstand. A. Schütz, 1. Vorsteher. 10956 Am Montag, den 22. d. M., ver: starb unser tapferer Mitkämpfer, der Maurer Friedrich Thiem. 11056 Die Beerdigung findet am Donners: tag, den 25. d. W., nachm. 42 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Louisen: Kirchhofs aus statt. Um zahlreiche Betheiligung wird ersucht. Treffpunkt 31/2 Uhr bei Leder, Bismarckstr. 74. Der Vertrauensmann. Todes- Anzeige. Allen Kollegen und Freunden die nach langem, schwerem Leiden unser Orts- Krankenkaffe traurige Nachricht, daß am 22. März Boxhagen- Rummelsburg langtabriges Mitglieb, der Maurer Mittwoch, den 7. April, abends 82 Uhr, im Brewes'schen Lokale, Ecke der Goethe und Kantstraße: Friedr. Thiem, im Alter von 50 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donners General- Versammlung tag, den 25. März, nachm. 4½ Uhr, der Delegirten. Tagesordnung: 1. Rechnungs: Kirchhofes aus statt. Treffpunkt 31 Uhr legung der Jahresrechnung pro 1896. 2. Verschiedenes. Rummelsburg, den 21. März 1897. Der Kaffen- Vorstand. gez. Th. Ritter. Restaurateure [ 265/6 erhalten die neuesten Musikautomaten billig bei Aug. Kessler, 10966 Laufikerstraße Nr. 52. Cigarrengeschäft, passend für Cigarrenmacher, billig zu verkaufen. Winkelmann, Ackerstr. 154. 10976 SteppdeckenFabrik, Berlin C., Wallstraße 72. Vorzügliche Handarbeit. Staunend billig. Alte Decken werden aufgearbeitet. Verkauf von Pflanzen- Daunen zum Kissenstopfen. 11778* August Heyne, NO., Kaiserstr. 38, empfiehlt sein reichhaltiges Lager von Nohtabaken aller Gattungen zu den billigsten Preisen. 3506* Milchgeschäfts- Einrichtungen Gntaille- Wildfitbel, Stannet, 1306 Tafelwagen, Gemüsewagen, 11066 von der Leichenhalle des Louisen bei Leder, Bismarckstr. 74. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung Charlottenburg 3entral- Krankenkasse der Maurer ( Grundstein zur Ginigkeit) W. Strahl. Puker! Den Mitgliedern der Zahlstelle Berlin I des Zentralverbandes deutscher Maurer, sowie den Mitgliedern des Gesangvereins Gemüthlichkeit" zur Nachricht, daß das Mitglied Aug. Wosch am Sonntag, den 14. d. Mts., verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 25. d. Mts., nachm. 4 Uhr, vom HedwigsKrankenhause, Gr. Hamburgerstraße, nach dem Zionskirchhofe ( Weißensee) statt. Um recht zahlreiche Betheiligung bittet Der Bevollmächtigte. Aug. Krauses. Wit Blumen- Geschäft Jordan, Kl. Markusstr. 28. 11. Kranzbinderei. Vereins: Monatl. 10 M: fränze mit Widmung in bester Aus: Theilzahlung. fet enzüge und Paletots nach Maß Tempo: Lebenslauf einer Sängerin. rowsti, Schneidermſtr., Jüdenſtr. 37, Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Bf.( siehe Plakate). Donnerstag: Konzerthaus Sanssouci. Neue Bilber ber fenfationellen Läglich: Großes Konzert Apollo- Theater. Lebenden Photographien. Anfang 7 Uhr. Sonntags 612 Uhr. Entree 30 Pf. bis 1 Mart 50 Pf. und Extra- Vorstellung. Nur Täglich Auftreten der 5 Sisters Lorrison Berliner Possen- Theater Künstler erften Ranges. Bibb u. Bobb Münzstrasse 17. ( Eingang Königsgraben.) Direktion: Joseph Aschinger und Leonhardy Haskel. faffe zu haben. Bormittags 11-1 uhr Baruch und Sohn. und abends von 127 Uhr an. Circus Renz Karlstrasse. ( Jubiläums Saison 1896/97.) Mittwoch, den 24. März 1897, abends 7 Uhr: Wiederholung der Gala- Fest- Vorstellung, arrangirt vom Direktor Fr. Renz, dargestellt vom gesammten Damen: und Herren Personal, unter Mit: wirkung zweier Musik- Kapellen. Durchschlagender Erfolg. Aus der Mappe eines Riesengebirgs- Phantasten. Außerdem die hervorrag. Nummern bes Repertoirs. Bagdad, arab. Vollblutschimmel: hengst, dress. und vorgef. vom Dir. Franz Renz. Frühlingsreigen, ge ritten von 5 Damen. Auftreten des Schulreiters Mr. Gaberel mit dem Schulpferde Albarac. Morgen: Aus der Mappe eines Riesengebirgs: Phantasten. Der Lumpenball. Anfang der Borstellung Uhr. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Entree 30 Pf. Avis! 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Stellungnahme zum 1. Mai. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer: Klinger. Belle Alliance- Theater. Sonntag, den 28. März, nachmittags 3 Uhr: Letzte Volks- Vorstellung unter Regie von Julius Türk. 3um legten Male: Die Jungfrau von Orleans. Die Inhaber von Eintrittskarten zu den 87/20 Voltsvorstellungen werden gebeten, die angekünMaler und Berufsgenossen! bite este Vorstellung zu besuchen, da die Donnerstag, den 25. März, abends 8 Uhr, in den ,, Armin: Hallen", Kommandantenstr. 20: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vertrauensmannes und der Revisoren. 2. Neuwahl derselben. 3. Bericht des Delegirten aus der Gewerkschafts- Kommission. 4. Vortrag des Genossen Wagner über unsere fernere Taftit mit bezug auf den Hamburger Hafenarbeiter- Streif." 5. Diskussion. 126/1 Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vertrauensmann. 2. Jakobeit, jetzt Friedrichsberg, Gürtelstr. 32, II. Karten sonst ihre Giltigkeit verlieren. Neue freie Volksbühne. 230/12 Sonntag, den 4. April, nachmittags 22 Uhr, im FriedrichWilhelmstädt. Theater, Chauffeeftr. 25.- Zur Aufführung kommt: S'Jungferngift. Bauernkomödie mit Gesang in 5 Abtheilungen von 2. Anzengruber. Neue Mitglieder können noch in den Zahlstellen( siehe Säulenanschlag am Freitag) aufgenommen werden. 150/10 Deutscher Metallarbeiter- Verband. Sonnabend, 27. März, im Engliſchen Garten, Verwaltungsstelle Berlin. Am Donnerstag, den 25. März, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Pfarr, Puttligstraße 10, Ecke Stromstraße: Bezirks- Versammlung für Moabit. 1. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Faber. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste willkommen. Zahlreiches Erscheinen erwartet 121/9 Die Ortsverwaltung. Metallarbeiter! Mittwoch, den 24. März, abends 8 Uhr, in Ahrend's Brauerei, Thurmstrasse 26: Alexanderstr. 27e: 265/13 Grosser Familien- Abend bestehend in Konzert, Vorträgen und Tanz arrangirt von Mitgliedern der Dr. Thompson's Seifenpulver ( Schußmarte ,, Schwan") hat sich besser bewährt, wie jedes andere Waschmittel. Dasselbe ist von jeder praktischen Hausfrau als das beste, billigste und bequemite Waschmittel längst anerkannt worden. Man erspart bei seiner Anwendung viel Mühe, Zeit und Geld und schont die Gewebe dabei mehr, als bei jeder anderen Waschmethode. Jeder Versuch überzeugt! Zu haben in den meisten Seifen. Droguen- und Kolonialwaaren- Handlungen. LINOLEUM- RESTE Linoleum: Teppiche, auch etwas fehlerhafte, Wachstuchrefte, Gummi: Tischdecken sehr billig Grüner Weg 102, part. Gratis vers. Katalog m. 500 Abbildgen. von Taschenuhren, Ketten, Weckern, Regulateurs und Schmucksachen jeder Art: Remontoir Silber von 10 an Nickel Weckeruhren la. Qual. leucht. 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Achtung! Töpfer. Donnerstag, den 25. März, abends 6 Uhr, bei Herrn Hensel, Invalidenstr. 1: Oeffentl. Versammlung der Töpfer Berlins u. Umg. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission und unsere fernere Thätigkeit. 2. Gewerkschaftliches. Um recht zahlreichen Besuch ersucht 193/14 Die Kommiffion. Compl.Wohnungseinrichtungen Reelle Waare, empfiehlt Tischlermeister, Nichtpassendes w. umgetauscht oder der Betrag zurückbezahlt. Eug. Karecker, Taschenuhrenfabrik u. Versandgeschäft Lindau 1. B. M 198. Deutsch. Porter Möbel- Verkauf Schübenr. 2, paffendste Gelegenheit für Brautleute. Bertaufe ganze Wohnungseins richtungen v. 100 bis 600 Mt., hochfeine bis 2000 Mt. Speziell verkaufe ich gebrauchte, durch Gelegenheit angetaufte, herrschaftl.'" Möbel u. Polsterwaaren zu ganz billigen Preisen, auch gebe ganze Wohnungs- Einrichtungen auf Abzahlung, Kleiderspind, Bettstellen mit Matraßen 18, Küchenspind, Kommode 10, Waschtoilette 18, Nußb. u. 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Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Badina in Berlin.