Sinzige unabhängige Tageszeitung Ventfchiands wer 131— 1. Jahrgang Saarbrücken, Mittwoch, 22. November 1933 Chefredakteur: M. B r a u n Aus dem Inhalt Saccauts JCampf Seite 2 QiMels als Qteuel Seite 3 9Camêucç im 9Cmtectcef(eH Seite 4 Ulussolini und TJlacx Seite 4 J-HsecateHteU beachten! Kriegsgeist! Moralische Au»rUs»un9- Kriegerische verhetxung a er deutschen lugend Charakteristikum Kin besonderes Lockmittel hat die S tadt W n pper° tel stir ihreWerbewoche, zugleich auch als Ein- «ahmegnclle für die Winterhilfe, ausgedacht. Eine ^jinnsoldatenausstellung, in dernichtwcnigerals «OOOOZinnsoI&atcn vereinigt werde», soll im Rahme» der Werbewoche sämtliche Truppengattungen ehemaligen deutschen Armee in Friedcnsunisorm Mr allem der schaulustigen Jugend vor Augen führe. Nicht weniger als 80 Zentner Blei sind in M^rzehnjähriger Tätigkeit von de« Schöpfer dieser Schau, Herrn Wilhelm Wolfs aus Godesberg, ver- arbeitet worden. Rund 380 Regimenter wird diese Sammlung umfassen, die». a. auch in Form eines 10 0 Quadratmeter großen Reliefs«in Stück Kriegsschauplatz mit allen Einzel, heilen im Blei nachgeahmt bringt und die «ach den Mitteilungen des Städtischen Presseamts d«e llrößte Zinnsoldatensammlung der Welt darstelle« wird. Meldung der„Kölnischen Zeitung". Krieg als Lehrfach ®'n deutscher Dottsschullehrer schreibt unS: ki, i^ irgendwie tauglichen Lehrer müssen zu Wehrsport- »ii«, einrücken Sie bekommen als Handbuch der neuen ».^"enschaft eine Schrift:„Die neue Gruppe", in der nur Ge- ."liSaufmärsche und Stellungen, Feuerwirkungen, neue »MmandoS besprochen werden. Zum Wehrsport, der «ach Hitler— keinerlei militärische Aus- ^ idung bezweckt, gehört Schießen mit dem ewehr 08, in einzelnen Fällen Bekannt- j^tdung mit dem neue st en MG.- Modell, ^ mer aber Handgranatenwerfen. ft.« 1 Turnunterricht der Schule ist gänzlich umge- ^llt auf Wehrsport. Auf den Schulhöfen sieht man die «mi?^ebungSgranaten werfen. Da werden ihnen Gas- j*® Brandbomben erklärt und vorgeführt, wird ihnen zur ."«ergäbe an skeptische Eltern mitgeteilt, daß ein Gaskrieg «ar nicht schlimm sei. eS gäbe Schutz genug. Militärische ^«mandos beherrschen das Spiel und Märsche. Ii*"bänger der Hitlerjugend kommen laut amt- ülem Bericht des Preußischen Kultusministeriums vielfach ç 11 Pistole und Messer in die Schule. Im Streit mit «weraden und Lehrern haben die nachahmungsfähigen ihre Waffen bezogen. Lehrer wurden mit Waffen- l»w aI' 0U8 bcn Schulstuben gejagt. Diese„Unzuträglich- îtten" sollen nun dadurch behoben werden, daß die Hitler- ugend„verzichtet" auf Mitführung von Schuß- und Stich- °"en in den Unterricht— immer nach dem amtlichen Be» 'cht. Tatsächlich behalten die Knaben ihre Waffen. Die Stahlhelmnachrichtenblätter sz. B. das von Kassel) er- "»ntern weiter zur Teilnahme an den kostenlosen— aus hosten der Reichswehr erfolgenden— monatelangcn ?ürsen. Die SS. in Stahlhelm, mit Karabinern und "Molen wird„nur für Polizeizwecke" ausgebildet geschliffen, besoldet und kaserniert. . Für die Wehrwissenschast de? Kriegsdrückebergers Banse, A selber keinen Schuß gehört hat, wird in den Lehrer- ,!°ttern große Reklame gemacht. Im Sinne dieser„Wissen- Ichaft" sollen Lehrer und Studenten wirken, sollen die schulen Zellen der Wehrhaftwerdung sein. Vor unS liegen z. B. Heft 1 bis 20„Schriften zu Deutschend« Erneuerung", herausgegeben von Breslauer Nazi- ^brern erschienen in Heinrich Handelsverlag. DaS !»l> ganz billige Hefte mit enormen Auflagen, insgesamt "cher Millionen Exemplaren, bestimmt für die Hand der "im«» Schulkinder der braunen Barbarei. Man müßte eigentlich seitenweise abdrucken, um bis zum Ueberdruß das Maß dieses Tiesstandes zu beweisen. Jedes Hefl i st krtegsfreundlich, fast alle Lieder sind Waffenlieder, die Jugend wird gelehrt, zu rüsten und anzugreisen, zu hassen und blind zu gehorchen. Niemals wurde Wilhelm II. so knechtisch gepriesen, wie in diesen Lehr- heften Adolf Hitler«• Nicht zu vergessen, auch von Frieden redet die Serie. Aber in welchem Ton:„Die Welt mußte begreifen, daß Adolf Hitler der Welt etwas zu sagen hat... DaS Toben gegen Deutschland verstummte, Adolf HitlerS Stimme drang über die Welt.. als er für Teutschland Gerechtigkeit forderte." An diesem Tage konnten wir wieder stolz sein, Deutsche zu heißen.. Jeder versteht nun was gemeint ist, wenn er in deutschen Städten die zahllosen Plakate, die Bombenmodclle und un- ablässsgen RllstungSsorderungcn sieht und vernimmt. Im zweiten Heft, Seite 7, wird Elsaß-Lothringen als „uns geraubt bezeichnet. Ein„M u st e r g a u n e r st ü A" wird der„Raub O b e r s ch l e s i e n s" genannt, gedeckt von dem französischen Oberbefehlshaber. „„So hoffen wir der Stunde Und denken an den Tag, Wo wir die verlorenen Land« vom Feinde fordern zurück, Und wo wir rächen die Schande.. „Der Elsässer fühlt und bleibt deutsch.... Je mehr die alten Tugenden in Deutschland wieder erwachen, dcstomehr wird sich der Elsaß-Lothringer nach Deutschland zurück- sehnen!"—„Bleiben die abgetretenen Gebiete fauch Elsaß- Lothringen) für immer verloren, dann geht auch Deutsch- land zugrunde... Möge eS der neuen nationalen Regie- rung gelingen, ein starkes Deutsches Reich zu schaffen! Dann wird auch der Tag nicht mehr fern sein, an dem sich die blutenden Wunden an den deutschen Gren- zcn wieder schließen werden!" Heft 3, S. 13. Heft 8 behandelt die Schlageterlegenbe und schließt mit den friedfertigen Worten: „Und von Helden wird dann melden wieder ein erstarktes Heer! Junges Deutschland, greis zur Wehr!" Eine Zeile aus Heft 7: „Und haben die Götter«nS alle»erlasse«, es ist nns doch einer geblieben... Der Gott, der Eisen wachsen ließ!" Nr. 8 ist wie Heft 7 eine Sammlung von Nazi-Lyrik, Schwertgeklirr und Büchsenknall: „Wir brechen die Ketten, wir machen«n» frei! Ausdämmert ein Tag«nâ der Rache.. « „WaS ist«nS Lebe« und Sterben wert; Deutsche Jugend, greis zum Schwert. Deutschland erwache, Deutschland steh ans, Kamps um die Freiheit, nimm deine« Laus!" Bekannt ist das millionenfach gesungene, zum Rundfunk- zeichen erhobene:„Volk, ans Gewehr!", das kaum pazifistisch gewürdigt werden kann. Ein kleiner Trost:„Die Ausrottung oder Bertreibung des FrcmdvolkeS der Juden beabsichtigt der Kanzler nicht." Nr. 14 klagt über die der«fremden Willkür preisgegebenen Volksgenossen" in Elsaß, Oberschlesien, Schleswig, und schließt mit der bemerkenswerten Forderung des„Wir wollen mit allen Deutschen zur Nation aufwachsen und for- dcrn. baß alle Fragen unseres staatlichen Daseins in der Ausdehnung und Auswirkung unseres ganzen Überstaat- lichen VolkskörperS gesehen werden." Die nächsten Hefte behandeln Theodor Körner, den in einem Zuhälterstreit umS Leben gekommenen Horst Wessel, FriderieuS, Blücher usw. Die Hefte sind eine Fundgrube zur Erforschung der braunen Schulkinder- auch zur Be- urteilung der„Friedensliebe" Hitlers und seiner Freunde! Sterbende Abrüstungskonferenz Reorganisierter Völkerbund? l^enf. 21. Nov. Der Präsident der Abrüstungskonferenz Anderson hat nach de» ergebnislosen Besprechungen des Sonntag am gestrigen DienStag Verhandlungen mit dem ^chechifchen Außenminister Bcnesch, mit dem Russen Dovgalewskn und dem Amerikaner Wilson gehabt. ES schloß "ch am Nachmittag eine weitere Besprechung mit den Ver- "ttern der Großmächte an und eS wurde für Mittwoch "achmittag das Konferenzbüro einberufen. In dieser Sitzung N>ird beschlossen werden, den HauptauSschuß der Konferenz "'cht am 4. Dezember, sondern erst am IS. Januar einzu- Brufen. Paris ai Nov. Nach Meldungen aus Genf soll in Völker- bundSkr'cisen der Gedanke, den Völkerbund zu reogarni- sieren Fortschritte machen. Der Generalsekretär be» Völkerbundes habe mit einem belgischen Juristen verhandelt, der einen neuen Bölkerbunbplan ausgearbeitet habe. Ob Avenol die Revisionspläne Mussolinis annehmen werde, habe noch nicht festgestellt werden können. Doch hielten die italienischen Kreise eS nicht für unmöglich. Der belgische Plan sehe die LoSlösung de? Bölkerbund-PakteS vom Ver- lailler Vertrag vor. wobei der Bölkerbund-Pakt so geän- dert werden soll, daß auch die Vereinigten Staaten. Rußland, Teutschland und Japan ihm beitreten könnten. Dt. Riehard Kern: Destehlt dos Deich! Natlonalkapita tstlsdies Drama In drei Akten Eben hat der Staatsrat Thyssen den großen Raub« zug beendet und das Reich ohne Aufwand eines Pfennigs aus dem Beherrscher der Montanindustrie zu einem ein- flußlosen Partner des Stahlvereins gemacht, und schon geht die großkapitalistische Clique zum zweiten' und viel- leicht noch bedeutungsvolleren Angriff vor. Der Reprivati- sierung der Schwerindustrie soll die Reprivatisie- rung der Banken folgen. Die rund eine Milliarde Goldmark, die das Reich nach der Bankenkrise 1931 zur Erhaltung des deutschen Zahlungs- und Kreditmechanis- mus aufgewandt hat, mit der es die Mehrheit der Kom- merz- und Privatbank und der mit der Darmstädter Bank fusionierten Dresdner Bank, sowie die Beteiligung an der Leipziger Adca und der Hamburger Schröderbank erwor- den hat, diese Milliarde und die mit ihr errungene Herr- schaft über das deutsche Bankkapital soll e n t s ch ä d i- gungslos, ja mit Hilfe desselben Reiches, das man zu expropriieren gedenkt, wieder der Der- fügungsgewalt des Privatkapitals überantwortet werden. Seit der Eröffnung der Berliner Bankenquete wird um dieses Ziel ein heftiger Streit geführt. Dabei gehören so die Vertreter des Reichs selbst zu den„Normalisiereren", weil der Reichsbankpräsident Schacht und der Wirt- schaftsminister Schmitt keine Vertreter der Interessen des Reichs, sondern eingefleischte Privatkapitalisten sind. Der Streit geht also weniger um das Ziel, als um den Weg. Zu den Leuten, die durch den Anschluß an Hitler zu Einfluß und Bedeutung gelangt sind, gehört ein gewisser Kurt Freiherr von Schröder, der früher als Bankier in der Kölner Firma I. H. Stein ein nicht allzu- sehr bekanntes Dasein führte. Er ist bei der Gleichschaltung Präsident der Kölner Handelskammer geworden und seit- dem Vorsitzender des Kreditausschusses des Industrie- und Handelstags, aber auch Mitglied des General- r a t e s d e r W i r t s ch aft, Mitglied des Verwaltung?- rats der Bank für Internationale Zahlungen, der Reichs- bahn, sowie des Zentralausschusses der Reichsbank, also ein Mann von vielen Graden und dazu ein politischer Wegbereiter Hitlers. Dieser Mann entwickelt im „Deutschen Volkswirt" den Enteignungsplan gegendenReichsbesitz. Man kann dabei der Schlauheit und dem Raffinement, mit dem der Anschlag vorbereitet wird, eine gewisse An- erkennung nicht versagen. Von der Expropriation ist natürlich nicht die Rede. Umso geschickter wird auf gewisse antikapitalistische Instinkte und nationalsozialistische- Schlagworte spekuliert. Der brave Schröder will natllr- lich nichts als eine„bodenständige Kreditversorgung, namentlich der mittleren und kleineren Betriebe". Dazu- bedarf es aber als gesunder Grundlage des künftigen. nationalsozialistischen Banksystems„mit dem Wirtschaft- leben des Bezirks eng verwachsene Banken"^ Deshalb müssen die großen Berliner Banken aufge- t e i l t, die scheußlichste kapitalistische Konzentration rück-' gängig gemacht werden. Die mittelständlerischen Kinder hören es gerne. Billige Kredite sollen die Kleinen kriegen und recht viel. Wie der Bauer mit der Scholle, so werden auch die Banken künf- tig mit dem Boden verbunden sein: Blut und Boden, Heil Hitler! Und jetzt kann Herr Schröder an die Arbeit gehen. Natürlich läßt er die großen noch existierenden Privat- institute wie die Berliner Handelsgesellschaft oder Häuser wie Mendelsohn und Bleichröder strotz der jüdischen Großmutter) in Ruhe. Nur die ja nur scheinbar noch selbständige DeutscheBankundDis- Kontogesellschaft scheint seinen Appetit zu reizen. Aber die will er sich offenbar für den zweiten Gang refer- vieren. Ihm geht e» um die im Reichsbesitz befindlichen, also dem Zugriff des privaten Kapitals bereits entzogenen Banken, die Dresdner und die Kommerzbank. Die Filialen dieser Danken sollen zusammengelegt wer- den. Die so an den Hauptorten, sagen wir z. B. in Köln oder Stuttgart entstehenden Doppelfilialen werden mit den sonst in der Provinz vorhandenen zu der neuen „bodenständigen" Bank zusammengelegt, den Berliner Instituten ihr ganzes Provinzgeschäft genommen. Sie sollen nämlich gezwungen werden, ihre Kunden, sowohl die Schuldner als die Gläubiger den neu entstandenen Banken abzutreten. Dabei soll es aber diesen freistehen — Herr Schröder ist schrecklich solide— nur die guten R i s i k e n zu übernehmen. Schröder gibt, ohne die Miene zu verziehen, ein Beispiel. Die neue Bank, die in Köln entsteht, würde sich von den Berliner Banken 100 Milli- ahnen gute Schulden übertragen lassen und SO Millionen Einlagen. 40 Millionen hätte sie dann den Berliner Jen- tralbanken als Kaufpreis zu erstatten. Also doch Kauf, nicht Enteignung? Wir werden gleich sehen! Zunächst nimmt der Herr Schröder ja den dem Reich ge- hörenden Banken die guten Schuldner weg und läßt ihnen die schlechten. Erster Akt der Enteignung! Zweiter Akt: Schröder fordert die kostenlose Uebertragung der Bankgebäude, da sie ja kaum verwertbar sind und nur Steuern fressen, was un- leugbar zutrifft, sobald ihnen das Gescbäst genommen ist. Dabei handelt es sich um keine Kleinigkeit, denn das Ge- bäudekonto der Dresdner und der Kommerzbank beträgt je kl) Millionen, das der Deutschen sogar 105 Millionen, worin allerdings die Berliner Gebäude inbegriffen sind. Das ist aber nichts gegen den dritten Akt, in dem das Drama den Höhepunkt erreicht. Die neuen Banken erhalten eine„selbständige und unbe- einflutzte Leitung", die wahrscheinlich nach dem famosen Führerprinzip ernannt wird.„Selbständig und unbeein- flicht" natürlich gegenüber dem bisherigen Eigentümer, dem Reich. Aber woher das Kapital nehmen? Die Schröder haben es ja nicht, und wenn sie es hätten, würden sie sich hüten, es In der deutschen Bankwirtschaft festzulegen. Herr Thyssen hat bereits die Antwort gegeben, er hat das dem Reich gehörende Kapital sich einfach angeeignet. Da- mit gibt sich Schröder nicht mehr zufrieden: er braucht neues flüssiges Kapital. Und jetzt kommt die dramatische Wendung! Zu den guten Risiken, zu den Bankgebäuden, die aus dem Reichseigentum abgetreten werden, kommt jetzt noch die Hergabe des Kapitals durch das Reich! Für die Kölner Regionalbank, die als Beispiel gewählt ist, soll das Reich 25 Millionen als Aktienkapital übernehmen und 50 Millionen soll die„Oeffa", die be« kanntlich für öffentliche Arbeitsbeschaffung gegründet ist. selbst kein echtes Kapital hat und nur vom Reich garan- tierte Wechsel schreibt, als langfristiges Darlehen zur Ver- fügung stellen. Das Aktienkapital soll allmählich p r i• a- tisiert werden. Dazu mutz ihm auch im Rahmen der Parole„Gemeinnutz geht vor Eigennutz" eine angemessene Verzinsung zugestanden werden. Auch das langfristige Darlehen soll allmählich aus dem Reingewinn getilgt werden. Ueber die dazu erforderlichen Zeiträume braucht sich der Herr Baron weiter kein Kopfzerbrechen zu machen. Das Reich hat nichts mehr hineinzureden. Es hat nur neben seinem alten Eigentum noch neues Kapital zu liefern. Es ist ein klassisches Kapitel aus der Geschichte der ursprünglichen Akkumulation des Kapitals, der entschädigungs- losen Aneignung fremden Eigentums. Herr Schröder scheint an etwa ein Dutzend solcher Regio- nalbanken zu denken. Das würde für das Reich die Be- schassung von Mitteln im Ausmatz von einer halben bis dreiviertel Milliarde bedeuten, die natür- lich wieder nur auf dem Weg der Notenpresse auf- zubringen wäre. Aber auch die Milliarde, die bisher für die Bankensanierung aufgewandt wurde, wäre grötzten- teils verloren, da ja die neuen Banken die guten Geschäfte bekommen sollen und die schlechten bei den Zentralen blieben! Dazu käme noch der völlige Perlust der Wirt- schaftsmacht des Reiches. Und das soll das Reich selbst finanzieren! Der Plan ist in dieser Form so grotesk, datz die be- drohten Banken schüchterne Protestversuche machen. Ob sie Erfolg haben werden, ist aber die Frage. Denn die matz- gebenden Leute des nationalkapitalistischen Snstems wollen die Reprivatisierung und wo ein Wille, da ist auch ein Weg. Aber wie auch das Ziel schlietzlich erreicht werden wird, es ist eine scheutzliche Mischung von kapitalistischer Raffsucht und politisch- wirtschaftlicherKorruption, dassichimmer mehr als Wesen des Nationalsozialismus enthüllt. Pas Mcwesti Der erst vor kurzem in fein Amt getretene amerikanische Botschafter in Paris, M. Jesse Strauß, dürfte demnächst seinen Posten verlassen. Nach einer Meldung des„Journal" wird er durch den Senator C o p e l a n d ersetzt werden. In Tourcoing brannte eine große Wollfabrik b>s ans die Grundmauern nieder- 300 0W kg. Rohwolle und 200 000 Kg. gekämmter Molle sind vernichtet worden. Der Schade« beträgt lv Millionen Frauken. Die Brandursachc ist noch nicht festgestellt worden. Der Führer der Bewegung der Kriegsdienstverweigerer, Leretonr, der der Deroulede-Statue den Kops abgeschlagen hat, wurde in Paris zu einem Jahre GesLnguis, seine Hel, serShclser zu sechs Monaten Gcsängnis verurteilt In Holzheim sMürttembergi erschlug der 21 Jahre alte Weber Otto Straub seinen 50 Jahre alten Bater. Der Sohn wurde festgenommen. Der in Akron jOhiof gelandete Stratosphärenballon mit Marinelentnant Settle und Major Fordney an Bord hat um 1.85 HHr Ostnormalzeit eine Hohe von 18 000 Meter erreicht. Der Etratosphärenrekord bleibt ungeschlagen, da der Sowsetballon 19 000 Meter erreicht hat. Der sowjetrnssiiche Bundespräsident Kalinin hielt im Rundsunk eine Ansprache an das amerikanische Volk.__,.„„ Der Polize ivi, e p r S s ident Dr. MoSle in Berlin ist unter Gewährung des gesetzlichen Wartegeldes mit so- »ortiger Wirkung einstweilen in de« Ruhestand»ersetzt. Mit der oertretnngsweisen Wahrnehmung der Stelle des Polize'nizepräsidenten in«erlin ist der bisherige Leiter des Geh. Staatspolizeiamtes Min.-Rt. Diels beanstragt werden. Der Deutsche Anwaltsverein hat seinen Mit- gliedern, soweit diele nichtarischer Abstammung s!-d gekündigt. Zu diesem Schritt wird erklärt, daß eine ent'prechenbe Satzungsbestimmung schon auf dem Zi'r.sten^g in Leivftg be'chlosscn worden sei. Der amerikanische Stratosphärenballon ist Montag abend bei Allowaq sRew Jerseys glatt gelandet. (St ist also während seines Fluges ungefähr SSV Kilometer in östlicher Richtung über das Land getrieben worden. Die erreichte Höhe wird nach einer neueren Meldung ans 17 500 Meter geschätzt. Damit wäre der Rekord von Pros. Piccard geschlagen, nicht aber der 19 000-Meter-Rekord »es G»w!«tballons. îime«" aib««in- Me'dnna-ns Aman wieder wonach General^ 1a-«v-.-ifSV-r da 10. Arme? n.:\.' Provinz Fît i e»-„"! r' teê Attst.l'■.... Ör•• rn ist ein? Armee sei er ge nötigt, die Gr, nahmen der Provin, und die Zweigstelle der Zentralbau» ,n tibernehmen. In Amoy sei der Belagerung», zustand erklärt worden. Doch herrsche allgemein Ruhe. Sorranls Kampf in der Kammer 18 Redner in front Paris, 21. Nov. DaS Plenum der Kammer beginnt heute nachmittag die Beratung der F i n a n z v o r l a g e der Ne- gierung, die vom Finanzausschuß weitgehend abgeändert worden ist. Für die allgemeine Aussprache haben sich 18 Redner gemeldet, so daß der Kamps um die Einzelartikel der Vorlage nicht vor Donnerstag einsetzen dürfte. ES geht um den Finanzplan, den die Finanzkom- mission sehr stark umgeändert hat. Es wurde ein Projekt angenommen, das eine Abschwächung der Sparmaßnahmen gegenüber den Beamten enthält, und die Stimmen der Neusoztaltsten, aber nicht die Stimmen der Fraktion Blum auf sich vereinigt. Statt der gleichförmigen Herabsetzung der Einkommen über 9000 Franken um 4 Prozent wurde die untere Grenze auf 10 000 Franken angesetzt. Die Kür- zung der Bcamtengehälter beginnt mit 2 Prozent und steigt dann allmählich. Für die Pensionen ist eine ähnliche Skala vorgesehen Dieser Plan würde 350 Millionen Franken statt 374 Millionen einbringen. Der ziffermäßige Unter- schied ist also nicht groß. Die Ftnanzkommisston hat aber gleichzeitig, die Sistierung der Gehaltserhöhungen und die Verminderung der Beamtenstellen verworfen, die von der Regierung und von der Mehrheit des Senats verlangt wird. Außerdem hat sich die Finanzkommission gegen dl« Kompetenz der Regierung ausgesprochen, auf dem Ver- ordnungsivege die Beamte über 50 Jahre in den Ruht' stand zu oersetzen. I» dem Bericht der Kommission wird unter anderem 0*» sagt:, „Die Dparkommisston studiert eine Berwaltungs- reform, welche bis zum Dezember 1934 beendet sei» soll. Die Ressortminister im Verein mit dem Budget- minister können durch Dekret die für die Reform not- wendige Verminderung der Anstellungen vornehmen. Dienstzweige können nur durch Gesetz abgeschafft werden." Ministerpräsident Sarraut ist nicht bereit, die©*' schlüsse der Kommission hinzunehmen. Er behauptet, baß«in Beamtenübersluß bestehe und beharrt auch auf der von ihm geforderten Höhe der Gehalts- und Pensionskürzungen. Für den Plan der Finanzkommission werden in der Kammer nur die Radikalen und die Neusoztaltsten, nicht aber die Sozialdemokraten stimmen. Die Regierung-st also in der Minderheit. Man muß deshalb den Stur» Sarrauts für sehr wahrscheinlich halten. Sien der Redifen In Spanien Zahlreiche iwelle Wählende wtb.Paris, 21. Nov Nach einer Meldung des„Petit Pa- eisten" aus Madrid haben aus Grund der bisher vorliegen- den Wahlergebnisse die Rechtsparteien mehr als die Hälfte aller abgegebenen Stimmen aus sich vereinigt. Der Oessent- lichkett soll sich nach diesem Blatt eine große Erregung be- mächtigt haben Der Innenminister teilte, wie„Havas" be- richtet, mit, daß in Madrid-Stadt, wo sechs Sozialisten,— darunter der Präsident der CorteS, Besteiro— an der Spitze stehen, und in vielen Provinzen ein zweiter Wahlgang not» wendig sein wird. Die Initiative, für diesen zweiten Wahl- gang eine Koalition der Linksparteien zustanbezubringen, die der Rechten den Weg versperren soll, geht nicht, wie ur- sprttnglich verlautete, auf den Führer der Radikalen, Ler- roux, sondern auf die Regierung selbst zurück. Wie das„Journal" aus Madrid meldet, sind vier Ne- gierungsmitglteder wiedergewählt worden, nämlich Innen- minister Avello, Justtzminister Asenst, Berkehrsminister Pa- lomo und Marineminister Remero. Die Wahl des früheren Ministerpräsidenten Azana bleibe noch zweifelhaft. Zu be- sonders schweren Wahlunruhen ist eS nach diesem Blatt t» Paradela lProv. Lugo) gekommen, wo zwischen gegnerischen Gruppen 800 Schüsse gewech>elt wurden, denen viele Personen zum Opfer gefallen sein sollen. Der Führer der Radikalen, Alexander Lerroux, bestätigte einem Mitarbeiter des„Journal" daß die Wahle» unbe- streitbar einen unerwartet starken Ruck nach rechtS gebracht hätten. Dies sei in der Hauptsache aus die starke Beteiligung der weiblichen Wähler zurückzuführen, denen man etwas überstürzt das Wahlrecht verliehen habe, wie überhaupt unter dem Einskuß der Sozialisten voreilig eine Reihe sozialer Reformen durchgeführt worden seien Jetzt heiße es, auf dem Gebiete des sozialen Fortschritts einige Pflöcke zu- rückzustccken und vorsichtig vorzugehen. Lerroux scheint zu erwarten, daß der Präsident der Republik ihm die B'ldung der neuen Regierung übertrage und kündigt deshalb an, daß er sich auf die Rechte stützen müsse, da eine andere Kombi- nation angesichts des Wahlergebnisses nicht in Frage komme. Lerroux ist sich der Schwierigkeiten, die die neue Regierung erwarten, durchaus bewußt, erklärt aber, daß ein energischer Wille und die Liebe zum Vaterlande alle Hindernisse zu übte winden verstünden. f Olsen des Frauen Wahlrechts? Die Wahlen haben einen Sieg der Rechtsparteien gebracht, die nach den vorläufigen Schätzungen rund 15° Sitze gewonnen haben dürften. Von den gewonnenen Sitze» entfallen 120 auf die extremen konservativen Pak- t e i e n. der Ziest auf die gemäßigten Radikale» unter Lerroux, die konservativen Republikaner unter Maura und die katalanischen Konser- vativen unter Combo. Die Sozialisten, die bisher in den gesetzgebenden Cortes 110 Sitze tnne hatten, scheine» etwa 60 Mandate verloren zu haben. Ungefähr ebenso viel Verluste bat die republikanische Aktion Azanas zu ver- zeichnen. Auch die Gruppe des katalanischen Präsidenten M acta dürste rund 20 Sitze einbüßen. Nach einer Mitteilung des Innenministers wird in 30 Wahlbezirken ei» zweiter Wahlgang stattfinden müssen, der auf de» 3. Dezember festgesetzt worden ist. a livrer Segen kl n'ser Attentat auf den ehemaligen japanischen Ministerpräsidenten' t Tokio, 21. Nov. Ans de» ehemaligen Ministerpräsident«« .Wakatsntt wurde heute vormittag et» erfolgloser Anschlag verübt. Als Baron Wakatsuki bei der Rückkehr von einer Reise in Tokio de» Zng oerließ, drängte sich ein junger Mann durch die Menge und versuchte, Baron Wakatsuki»« erdolchen. Er wnrde aber im letzten Augenblick von Polt« ziften entwaffnet. Der Angreiser ist ein japanischer Boxer. Ein anderer junger Manu, der gleichzeitig den vormalige« Ministerpräsidenten auzngreifen suchte, entkam. Ma» glaubt, daß der Beweggrund zu diesem Anschlag in der Verstimmung gewisser japanischer Kreise«ber den Londoner Flottcnvertrag zu suchen ist, an dessen Zustandekommen Wakatsuki alS japanischer Hanptdelegierter in London her- vorragenden Anteil hatte. „Wir wollen Keine stammen Hönde sein" 3000 Plarrer In Opposition zu hohen htrdilKhen Würdenträgern Die für den Luther-Sonntag angekündigte Protest- kundgebung der in Opposition zu den„Deutschen Christen" stehenden Pfarrer ist wahrgcmacht worden. Etwa 3 000 evangelische Pfarrer des Psarrernotbundes haben aus ihren Kanzeln in ganz Deutschland eine Kundgebung verlesen, in der es heißt:„Zu Beginn dieser Woche ist in der Berliner General- Mitgliederversammlung der Deutschen Christen vor vielen Tausenden von Gliedern unserer Kirche ein Vortrag gehalten worden, der uns Pfarrer, die wir zu Bibel und Bekenntnis stehen, zu einer Erklärung nötigt." Diese Erklärung nimmt zunächst Bezug auf die Ausführungen des Studienassessors Dr. Krause als des Berliner Gauleiters der Deutschen Christen im Berliner Sportpalast und fährt dann fort, die Zuhörerschaft habe kräftig dazu Beifall gegeben und ihre Zustimmung zu einer Entschließung desselben Inhalts ac- geben. Keiner der anwesenden Inhaber hoher kirchlicher Acmter habe dagegen Einspruch erhoben, der auf Grund unseres christlichen Glaubens unerläßliche Pflicht gewesen wäre. Sie seien heute noch in Amt und Würden. Der Erlaß beS Herrn ReichSbischofs be- stätige diese Lage deutlich. Denn dieses Geschehen dürfe, unter keinen Umständen alS einmalige Entgleisung einiger Stür- mcr und Dränger gewertet werden. Heidentum sei in den Raum unserer Kirche eingedrungen und fordere in ihr DcseinSrecht. Die Erklärung verwahrt sich weiter gegen eine Behinderung von Pfarrern bei der Verkündung des freien und unverfälschten Evangeliums und sagt dann:„Wir Prediger beS Evangeliums wollen nicht den Vorwurf deS Propheten auf uns ziehen, stumme Sunde zu setn, sondern sind eS unseren Ge- mcinben und unserem Volke schuldig, der Verfälschung der Wahrheit entgegenzutreten. Wir bekennen uns darum nach- drücklich zur Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments als einziger Regel und Richtschnur unseres Glaubens und Lebens und zu den Bekenntnissen der Väter als ihrer reformatorischen Auslegung." « st'b'. da? evangelisch^euftchkand: mitt'n V chenka.upf„Da» Heid en'um ist in die Kirche ein edruugen"— diese Erklärung von 3000 Pfarrern, die von den Kanzeln verlesen wurde, ist keineswegs nur gegen die Leute vom WotanSkult gerichtet, gegen die offen kirch««- feindlichen Tendenzen, wie sie in den Schriften von Rcvcntlow und anderer zum Ausdruck kommen. Diese 8000 Pfarrer stehen vielmehr in offener Opposition z» dem radikalen Flügel der.Deutsche» Christen" selber, ber von der sogenannten„deutsch" gläubigen Bewegung" stark infiziert ist. Die Bemerkung, daß in Berlin sogar hohe kirchliche Würdenträger„cheid- nischen" Bekenntnissen Beifall geklatscht hätten, ist gegen keine» geringeren als gegen den Landesbischof Hoffe«» selber gerichtet. So steht ber ReichSbischof Müller, der die„Einigung" deS KtrchenvolkS proklamierte, heute im Zwetfronten» kämpf. Jetzt»eigen sich die verheerenden Folgen des Miß- brauchs der Kirchen für die Zwecke der Hitler-Politik. De* ReichSbischof hat unter dem Druck der Opposition zunächst einmal die Richtlinien.für die Verfassung der Landeskirche» zurückgestellt, was allgemein alS das Begräbnis deS Arier- paragrafen gedeutet wird. Die Haltung dieser 8000 Geistlichen ist ein Labsal in diese* Aera feiger und liebedienerischer Gleichschaltung vor der totalen Macht. Hier ist ein Stück rebellischen Luthertums lebendig. Die Gerechtigkeit und die Wahrheit gebieten die Feststellung, daß sich im Lager des Katholizismus augeublick- lich solch mutige Stimmen nicht bemerkbar machen. Anrsen'setzung eines Piarrers Berlin, 20. Nov. In dem S t e t t t n e r Vorort Stolze«» Hagen hat der dort amtierende Pfarrer Wilde am DonmH sich geweigert, einen Gottesdienst abzuhalten, hat anstellt! dessen eine Gemeindeversammlung einberufen und eine Er- klärung verlesen, in der er den Reichsbischos Müllle« und den LandcSbischof von Berlin-Brandenburg Holsen- selber und die Deutschen Christen insgesamt anklagte, Frrlehrc und Gewalt in der Kirche geduldet und Me früheren Ksrchen'iihrcr verunglimpft«j haben,"andes- 'ischol Thom hat daraufhin den Pfarrer Wilde am Sonn- t a g nachmittag no chseine» Amte? enthoben und daS HauS de» Pfarrers, ber sich auf die Zu st im- m un».seiner Gemeinde stützt, unter K«»j trotte einer Abteilung TA. gesetzt. Was isi Sozialismus? Achttägige Kündigungsfrist »Sozialismus der Tat!" Diese stolze Ueberschrift Nnden wir im„Völkischen Beobachter" vom 12. November. Also hat Hitler doch seine Versprechungen eingelöst, ist der Sozialismus in Deutschland da?— Ja. er ist da! Und wer's tucht glaubt, der lese den Text: Ein vorbildliches Beispiel für die«rtverbun- denheit zwischen Unternehmertum und Arbeiterschaft Uefert eine Thüringer Firma, die nach der großen Rede Adolf Hitlers an die Arbeiterschaft folgende Bekannt- wachung erlieg: »Volksgemeinschaft und Werkverbunden» heit zwischen Unternehmern und Arbeitnehmern sind im neuen Deutschland keine inhaltlosen, leeren Wegrisse. Der Arbeiter soll seine Arbeit nicht als lästige Lohntätigkett betrachten, die nur dazu dient, ihm die notwendige Existenzgrundlage zu verschaffen. Er soll mit Freude im Werk schaffen und wissen, daß nicht die Ma- schine, sondern er der wichtigste Faktor eines Betriebes ist. Das bedingt, daß er die Sicherheit hat. nicht von heute aus morgen seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Mit sofortiger Wirk««« wird deshalb im Benehme» mit »er Betriebsvertretung»nd dem Bezirksleiter der D«ut- lchen Arbeitsfront für all- Arbeiter der Simsou.»ud Co.»Werke Suhl angeordnet? Arbeiter, die«ehr als ein Fahr ununterbrochen im Betried« tätig f>nb, haben Anspruch aus eine einwöchentliche Kündigungsfrist. Für Arbeiter, die m«hr als s ü u f Jahr« un, »nterbrochen im Betriebe tätig s'ud, beträgt die Kün- diguugsfrift zwei Wochen. Berge kreisen— ein lächerliches Mäuslein wird geboren. Wenn der Arbeiter die Sicherheit hat, nicht von„heute auf morgen" seinen Arbeitsplatz zu verlieren, sondern wenn eine Kündigungsfrist von ganzen ein oder zwei Wochen voraus- Seht, ehe er im Meer der Dauererwerbslosigkeit ertrinkt, dann ist für ihn die soziale Frage gelöst! Halt, doch nicht so einfach: Dieser„Segnungen", nicht sofort aufs Pflaster zu fliegen, sind durchaus nicht alle Arbeiter des Betriebes teil- haftig. Erst nach einjähriger Dauerarbeit erreichen sie die be- scheidene achttägige, erst nach fünfjähriger die vierzehntägige Galgenfrist- Vielleicht aber sieht die Sache noch ganz anders auS: die Suhler Massenfabrikation dürste zu den wenigen Industriezweigen in Deutschland gehören, die zur Zeit in- folge der Hitlerschen„Friedens-"politik Hochkonjunktur haben. Will man einfach den Stamm der Arbeiter verhindern, durch Streik diese Konjunktur für sich auszunützen, indem wan Kündigungsfristen nicht für, sondern gegen die Arbeiter einschiebt?" Was doch alles im„dritten Reich" unter dem Deckmantel des„Sozialismus" möglich ist. Konzen an die Kandare Nur beamtete Bonzen dürfen das Volk schröpfen! ^.München, 20. Nov. Der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß veröffentlicht im„Völkischen Beobachter" fol- Sende Verfügung: Parteigenossen, die ein staatliches Amt bekleiden sowie Parteidienststellen dürfen auf eigene Faust keine Verord- nungen herausgeben, die 1. ein Höchsteinkommen der Be- völkerung oder einzelner Bevölkerungsschichten sestlegen, 2. das Doppelverdienertum regeln sollen, 8. der Bevölke- rung zwangsweise Abgaben allgemeiner Art über die offizielle» Steuern hinaus auferlegen. Das Recht, derartige Verordnungen zu erlassen, steht lediglich den zuständigen Behörden zu. tidbbcls als„Greuel" Die höilldien Drllen und die droben Debergcrmanen Höflich, wie die Engländer nun einmal sind, wenn es sich um politische Dinge handelt, hat nun der Heraus- geber des„Saturday Review" Herrn Göbbels. der über die Veröffentlichung seiner Schreibereien zur national- sozialistischen deutschen Außenpolitik sich so entrüstet hat. eine Antwort zukommen lassen. Dieser hat Herrn Göbbels folgendes telegrafiert: „Wir haben Ihnen für Ihr Kabel zu danken. Er- hielten den Artikel unter Umständen, die uns keine ver- nünftigen Gründe zurückliehen, die Echtheit anzuzweifeln. Waren der Meinung, daß es von Ihnen in einem einige Monate zurückliegenden Interview gegeben wurde. Be- dauern, außerstande zu sein, die Verbreitung dieser Aus- gäbe der..Saturday Review" zu stoppen, die bereits über Britannien verstreut ist. Würden aber einen Bericht von Ihnen nächste Woche begrüßen." Unterschrift: Wendworth. Day-Editore Saturday Review London. Das ist doch ganz anständig und nett. Man will so- gar Herrn Göbbels Gelegenheit geben, sich selbst auf seinen ohne sein Wissen in der Auslandspresse veröffent- lichten Artikel zu antworten. Mehr kann man doch nicht von Höflichkeit verlangen. Aber das paßt nun wieder Herrn Göbbels nicht. Er, der nicht wagt, seine Urheberschaft an den veröffent- lichten Dokumenten über die deutsche Außenpolitik ab- zuleugnen, der nur behauptet, die Veröffentlichung durch die Presse nicht gewollt zu haben, läßt nun seine ganze gleichgeschaltete Pressemeute folgendes froschmäulige, krötenquakige Geschimpfe loslegen: „Man kann nur sagen, daß der Herausgeber der „Saturday Review" seiner Verleumdung mit dieser Ant- wort noch die Unverschämtheit hinzufügt, Dr. Göbbels möge sich in der nächsten Nummer des Blattes äußern. Von Bedeutung ist an dieser ganz üblen Brunnen- Vergiftung der„Saturday Review" eigentlich nur die Tatsache, daß es jetzt endlich einmal gelungen ist. einen der Drahtzieher der gemeinen antideutschen Hetze auf frischer Tat zu ertappen. Hoffentlich erkennen die ehr- lich und anständig denkenden Kreise in der Welt an diesem üblen Beispiel, auf welche Quellen die Propa- gierung der antideutschen Stimmung zurückgeht." * Man wird wohl noch erfahren, wann und für wen Herr Dr. Göbbels das, was Saturday veröffentlicht, als Interview oder als Aufsatz oder als Denkschrift verfaßt hat. Man darf der Auslandspresse nicht so verübeln, wenn sie in der Wandlungsfähigkeit der deutschen Naziführer nicht so rasch mitkommt. Die gleichgeschaltete Presse an der Saar leistet sich die Bosheit in diesem Falle, von„Greuelpropaganda" zu schreiben. Wir haben gegen diese Charakteristik der Gödbelsschen Propagandamethoden nichts einzuwenden. Gleldigesdioilete Moral So wird das deutsche Volk informiert Im Anschluß an die sensationellen Enthüllungen de? „Petit Parisien" und der„Saturday Reviews" hat die ge- samte gleichgeschaltete Presse das von Herrn Göbbels be- fohlene Dementi veröffentlicht. Sie hat darüber hinaus mit entrüsteten Kommentaren versehene ausländische Presscstim- men zitiert, die die Verlogenheit der veröffentlichten Doku- mente beweisen sollten Dabei wurde auch die französische sozialistische Zeitung„Le Populaire" angeführt und festgestellt lSaarbrücker Zeitung vom 18. Novembers: „Die Fälschung ist so offensichtlich, daß sie sogar einem Blatt wie dem sozialistischen„Populaire", der sicher nicht der Deutschfreundlichkeit verdächtigt werden kann, auf- gefallen ist." Die„Neunkircher Volkszeitung" vom 18. November fügt hinzu, selbst der„Populaire" habe zugeben müssen, daß die Dokumente den Eindruck einer an die Welt gerichteten Bot- schaft machten und nicht geschrieben seien für die ausländischen Diplomaten. Um seinen Agenten Instruktionen zu geben, habe Herr Göbbels eS nicht nötig, so ausführliche Details mitzuteilen, wie das in den Dokumenten des„Petit Parisien" geschehen sei. Die braven Leser schlucken das mit Behagen. Wenn selbst eine sozialistische Zeitung schreibt, wie rein und unschuldig steht dann Herr Göbbels da. Die guten Leute können ja nicht wissen, daß sich die„Verantwortlichen" nur die paar Sätze herausgepickt haben, die ihnen gefallen haben und daS übrige in den Papierkorb wandern ließen. Wir halten es trotzdem der Beachtung für wert und drucken deshalb nach- stehend die Sätze ab, die den gleichgeschalteten Herren nicht gefallen haben. Der Berichterstatter des„Populaire" schreibt unter dem 18. November: „Ich habe gewisse Borbehalte gemacht, was die Authentizi. tät der Dokumente betraf. Trotz aller Anerkennung des guten Glaubens meines Kollegen hielt ich es für unwahr» scheinlich, daß der deutsch« Minister dieses Dokument ver« faßt haben sollte- Ich bin jedoch gezwungen festzustellen, daß die Mitteilungen, die mir aus absolut zuverlässiger Quelle— die ich begreiflicherwei'e geheimhalten muß— zugegangen sind, die absolute Echtheit der fraglichen Doku, ment? bestätigen. Also nicht nur die Hintergründe der ganzen Angelegenheit- die deutsche Doppelzüngigkeit— sondern auch die Echtheit des Göbb-ls'schen Rundschreibens stud damit festgestellt." Der„Populaire" hat also in Wirklichkeit das Gegenteil von dem geschrieben, was die Presse-Kulis des Herrn Göbbels behaupten. So werden die gleichgeschalteten Leser be- schwindelt. Einfansend Bilder Deutsche Velfcsgemeli über den faschistischen Terror, über mißhandelte und gefol« terte Arbeiter, von ermordeten Antifaschisten, von der Bücher- Verbrennung, von Ueberfällen aus Arbeiterheime, von der Zertrümmerung und Vernichtung höchster Kulturgüter, aber auch Bilder von dem heldenmütigen, heroischen Abwehrkampf der deutschen Arbeiter und Antifaschisten gegen den Hitler- terror sind ein Teil des Grundstocks des Internationalen Antisaschistischen Archivs. Der erste Aufruf des Weltkomitees für die Opfer des Hitlerfaschismus, der Ausruf zur Unter- siützung eines internationalen Archivs hat den weitesten und stärksten Widerhall gefunden. Täglich werden Zeitungen, Ausschnitte, Photos, Zeichnungen usw. eingesandt. Indem das Sekretariat des Weltkomitees für die rege Anteilnahme breitester Kreise und für die Unterstützung des Jnternatio- valen Archivs dankt, verbindet es damit den dringlichen Appell an alle Antifaschisten, zu helfen durch Nachfragen bei ihren Freunden und Bekannten, um alles erreichbare Mate- rial der Vergangenheit zu entreißen und einzusenden an daS Internationale Antifaschistische Archiv. Zuschriften und Ein- sendungen sind zu richten an: Placard Nr. 18, 22 rue St. Augustin, Paris 2. Nazispiel iflr Kinder! Eltern, laßt Eure Kleinen Bomben herstellen! Aus Graz wird gemeldet: Der 12jährige Schüler Nesselbeck, ein Angehörtger der Hitlerjugend, fertigte in de, Wohnung des Bäckermeisters Vogelhuber eine Bombe an. die er auS- probieren wollte. Die Bombe explodierte vor- zeitig und riß dem Hitlerjungen alle Finger der rechten Hand ab. Ein ähnlicher Fall ereignete sich in der FnnSbrucker Vor- stadt P r a d l. Ein ISjähriger Knabe stellte in A n- Wesenheit seiner Eltern Schwarzpulver her. Die von ihm hergestellte Mischung explodierte plötzlich. Der Knabe erlitt schwere Verbrennungen am Auge, die seine Erblindung zur Folge haben werden. Der Kulturfortschritt eines zum rassischen Selbstbewußtsein erwachten Heldenzeilalters zeigt sich nunmehr auch in der Jugenderziehung. Eine Schuljugend, die exerziert und zu Felddienstübungen abgerichtet wird, muß natürlich auch Bomben und Schießbebari in Natura herstellen können. Gottlob sind die libcralistisch-humanitären Zeiten endgültig dahin, in denen sich ein deutscher Junge durch Laubsägen oder Modellieren dem ihm allein zukommenden Heldcnberuf ent- fremdete. Der Hitlerjunge fertigt keine Schnitzarbeiten, vein, er fertigt Bomben und Explosivstoffe an. Und die Eltern stehen dabei... Daß so etwas mitunter ein paar. Glieder kostet, schadet nichts: der Heldentod kann gar nicht T? riHsNnI^lll früh genug geübt werden.■■■ VW'.'■' I' H*.' i'i' i'rri' ,'■'■'T T à BIRî „Melde gehorsamst! 1127 Mann— 1128 Ja!" Sozialdemokratischer Emigrant verhaftet In Kreield-Uerdingen wurde von der Staatspolizei der fozialdcmokratische Parteisekretär und Geschäftsführer der SPD. in Gelsenkirchen. Jean Brüntink. verhastet. Brün- ttnk hielt sich seit einigen Monaten in Holland auf und wurde bei einer illegalen Fahrt ins Rheinland ergriffen.- Allzuviel Opponenten sJnpreß.j Der„Tag" de» Hugenbergschen Scherlverlage fordert unverhüllt zu verschärftem Terror in den Gebieten mit hohen Netn-Sttmmcnzahlen auf, wenn er schreibt: „Die Nein-Stimmen sind in den Kreisen, die eine radikal, oder unvölkische Bewohnerschaft ausweisen, naturgemäß dichter gesät. Man kann also grade bei dieser Entscheidung über die deutsche Ehre die Zersetzungsherde feststellen, und da stehen Berlin mit 10,5 Prozent Nein- und 10,4 Prozent ungültigen Stimmen und Hamburg mit 12,0 Prozent Nein- und 10,1 Prozent ungültigen Stimmen weit an der Spitze. ES folgen Leipzig mit 9,8 Nein- und 18 Prozent un- gültigen Stimmen, dann aber überraschenderweise die agrarischen Bezirke Ostpreußen. Schleswig. Holstein und Mecklenburg mit je 8.8 Prozent Neinstimmen ihier sind die ungültigen Stimmen mit 2.7 Prozent bzw. 10,2 Prozent und 10,8 Prozent angegeben. Diesen S y m p- tomen muß unbedingt nachgegangen werde»/ Das neue Horsf-Wessel-Lled Die Preise hoch. Kartelle fest geschlossen. Das Kapital marschiert mit leisem Schritt Dte Börsianer sind Parteigenossen Und für den Sozialismus sorgt Herr Schmitt. Propaganda und Realität Nach dem Bericht des Instituts für Konjunkturforschung sind im nationalsozialistischen Arbeitsbeschassungsprogramm rund vier Milliarden Reichsmark vorgesehen. Bewilligt wurden davon bisher: 1485 und ausgezahlt nur— 250 Mil- lionen Reichsmark. Die Statistik stellt sich wie folgt: In Millionen Mark vorgesehen bewilligt ausgezahlt: „Sofort"-Programm 600 535 280 Reinhardt-Programm 1000 650 20 Für Haudreparaturen 500 800— Neichsautobahnen 1400—2000 60—80— Hamburg im nmtertreiiai Antwerpen und Rotterdam profitieren 8500-4100 1545—1565 250 I ttig c f a m t: field wie neu yfm Zeitungen zu schmieren Der deutsche Botschafter Dr. Luther in Washington Wrach gestern beim Staatssekretär Hull vor. um sich„gegen Presseverleumdungen durch den jüdischen Advokaten Samuel Untermeyer" zu verwahren. Dr. Luther erklärte dte «unqualifizterbaren Beschuldigungen als unwahr" Ein amerikanisches Blatt, das in Cleveland im Staate Ohio erscheint, stellt fest, das; die deutsche Regierung eine Summe von zehn Millionen Mark für die Propaganda der Hitler-Idee in den Bereinigten Staaten von Nordamerika bereitgestellt habe. Diese Mitteilung wurde durch den ame- rikanischen Anwalt Samuel Untermeuer, der an der Enquete über die nationalsozialistische Propaganda in den Ver- einigten Staaten teilgenommen hat, bestätigt. Die Neisdier und die fieseilen Die„Fleischer-Verbanbs-Zeitung"(Nr. 252s schreibt: „Leider ist auch im deutschen Fleischerhandwerk noch vieles zu beanstanden. Die Fachschaft Fleischer im Deutschen Arbeiterverband für baS Nahrungsmittclgewerbe wird rock) häufig mit dem früheren..roten Zentralvcrband" ver- wechselt, und zwar lediglich auS dem Grund, weil der gut eingespielte Verbandsapparat von der heutigen national- sozialistischen Führung übernommen wurde. Uns sind Fälle bekannt geworden, wo eine ausgesprochen feindselige Ein- stellnng gegen die lokalen Führer der Fachschast anzutreffen war. Diese unfreundliche Haltung mancher Obermeister gegen die neue Gesellenorganisation hatte zum Teil ihren Grund in der manchmal etwas zu scharfen Tonart, mit der die Gescllenvertrcter die Abschaffung von Misiständen sozialer Natur forderten, und sehr häufig auch in der Be- sorgniS der Obermeister, aus ihrer Bequemlichkeit und Zu- sriebenheit durch das stürmische Drängen der Arbeitnehmer- sührer herausgerissen zu werben. Hier müssen wir schon sagen, daß es die Pflicht eines jeden Obermeisters ist, Be- schwerden der Arbeitnchmervertreter wegen Neberschreitung der Arbeitszeit, ungewöhnlich niedriger Löhne und be- anstandenswerter NnterkunitS- und Schlafverhältnisse nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, sondern diesen Dingen nachzugehen und für Abhilfe zu sorgen. Wenn wir schon daran arbeiten, das Vertrauen unserer Gesellen zn erringen, dann müssen wir auch die Wege beschreiten, die uns dieses Vertrauen beschaffen sollen." Da scheint noch lange nicht alles zu klappen! Abwanderung nach unten Der Absah von Zigarren und Zigaretten ist in den letzten Monaten gestiegen. Bezeichnend ist dabei, daß am Gesamt- absatz die 3'/--Pfg.-Preislage allein mit fast 66 Prozent be- teiligt ist und baß auch die billigste Zigarette zn 2'/, RPsg. mit 15 btS 18 Prozent Anteil am Gesamtabsatz immer stärker vordringt, während im Rechnungsjahr 1981-32 diese beiden Preislagen noch nicht ein Drittel de? Gesamtabsatzes bestritten. Achnlich ist die Abwanderung zn der billigen Zigarre fortgeschritten. Kurzarbeit Der.„Korrespondent für daS graphische Gewerbe" sNr. 611 veröffentlicht folgende Verjügung des VcrbandSkreiSleilers von Sachsen. Leipzig, die infolge der Einführung der 5-Tage- Woche bzw. der 40-Stunden-Woche notwendig geworden ist: „Erreichen die Mitglieder bei der 5-Tage- bzw. 40-Stunden- Woche noch Wochenverdicnstc in Höhe des Tariflohnes der Handsetzer ihrer Altersklasse oder mehr, so zahlen sie den vollen Beilraa von 2.60 RM sowie die Sonderbeiträge rnt- sprechend ihrem Verdienst. Sinkt jedoch der Lohn unter den örtlichen Tariflohn der Hand» setzcr ihrer Altersklasse, dann sind keine Sonderbeiträge, vielmehr nur der Wochenbeitrag von 2.60 RM. und der Spartenbeitrag zu zahlen. Der Beitrag in der jeweilig oben angeführten Höhe ist jede W o ch c zu zahlen. Die 6. Woche bleibt alio nicht beitragssrei. DieS macht sich notwendig, um de» erwerbslosen Mitgliedern weiterhin die bisherige Gaukrisenunlerstiitzung zahlen zu können." Alles in allem: Abwärts! Oer geheime Reichshaushaltsplan Die gleichgeschaltete Zeitichrist„Reich und Länder" lHest III nimmt in einem Artikel von Professor Dr. Friedrich Raab, Dresden Stellung zum Reichshaushaltsplan 1938-84. Raab, der durchaus nazijch gesinnt ist, stellt fest:„Im Reichsge etz- blatt ist... nur der Gesamtplan veröffentlicht worden. Dieser enthält bekanntlich lediglich die Abschlußziiiern der einzelnen Kapitel, nicht aber die Z w e ck b e stim m u n- gen. die angesetzten Beträge und d I t E r- läuterungen der einzelnen Titel. Diese finden sich vielmehr lediglich in den für jede oberste Reichsbebörbe und deren unterstellten Behörden ausgestellten Einzel- Plänen. Diese Einzelplänr waren bislang der Oesfentlichkeit dadurch zugänglich, daß sie als Reichsdrucksache bezogen w»r- den konnten Da der Entwurf zum ReichshanShaltsplan fiir 1938 dein ReichStaq aber überhaupt nicht vorgelegt worden ist. unterblieb auch die Drucklegung der Einzelpläne des Entwurfs Die endgültig festgestellten Einzelpläne werden lediglich für de» Dienstgebrauch hergestellt und sind der Oesfentlichkeit nicht zugänglich. Es ist also eine vollständige Unterrichtung über den geltenden Reichshaushaltsplan leider auch der Wissenschaft nicht mehr zugänglich." Von der Arbeitslosenversicherung befreit sind auch die landwiriichastlichen Nebenbetriebt wie Molkc- reien. Brennereien Gewinnung von Kraft für die eigene Landwirtschast. Also: ein klares Geschenk für den Groß- grundbesitz. Die„DAZ." schreibt: Zu den Stiefkindern der Wirtschaftsbelebung gehört im Augenblick wenigstens noch die deutsche Seeschiffahrt. Die Be- anspruchung der Tonnage wächst nur langsam und der Krach- tenmarkt liegt ungünstig, so daß noch keine rentable Aus- Nutzung des modernen deutschen Schissparks möglich ist. Der Gesamtinbex der Seefrachten im deutschen Verkehr ist im September wieder um 2,3 Prozent gegenüber dem Vor- monat und um 8,4 Prozent gegen September 1932 zurück- gegangen Die Indexziffer für den September 1988 mit 59,6 Prozent der Frachtsätze von 1913 genügt fast, um sich die schwierige Lage der deutschen Seeschiffahrt vorzustellen. Buch die Entwicklung in den deutschen Seehäfen zeigt trotz der ab- soluten Erhöhung der Europa-Einfuhr aufde m Seewege einen Rückgang. Dadurch oerschiebt sich die Vormachtstellung, die früher Hamburg z. B. in der Nordsee gehabt hat, zugunsten der aus- ländtschen Häfen. Ganz deutlich zeigt sich diese Tendenz seit der Mitte dieses Jahres. Die VerkchrSbelebung der Monate August und September brachte für Antwerpen und Rotterdam eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahrs st and, während die auch in Hamburg steigenden Ziffern leider nicht gentigten, um die Borjahrs- ziffern zu erreichen. Diese Entwicklung hat sich im Oktober sortgesetzt, und Antwerpen kam mit 14 465 Mill NRT. für Januar bis Oktober fast auf den Stand von Hamburg, dessen Gesamttonnageverkehr sich auf 14 908 Mill. NRT stellte. Da im Gesamtjahr 1932 Hamburg mit 18,25 Mill. Tonnen mit rund 1,5 Mill. Tonnen vor Ant- werpen lag, muß man leider feststellen, daß die Verkehrs- belebung im Seegcschäft die deutschen Häsen nicht im gleichen Maße befruchtet hat wie die Konkurrenzhäfen des AuS- landes. Im Oktober allein hatte HamburgeinenVer- kehrsverlust von 0,29 Mill. NRT. gegenüber Oktober Walter Sturmi 1932 zu verzeichnen, während für den gleichen Monat Ant« werpen und Rotterdam insgesamt 0,82 Mill. NRT. g e- wannen. Mit dieser bedauerlichen Entwicklung läuft der Rückgang des deutschen Flaggenanteils in den deutschen Häfen parallel. Als Beispiel wollen wir nur die Zahlen von Bremen anführen, in dessen Gesamtverkehr sich der prozentuale Anteil der deutschen Flagge in den Monaten Juli. August und September ganz gleichmäßig von 58,8 aus 56,9 Prozent verringert hat. Der prozentuale Anteil der deutschen Flagge im Oktober fiel sogar um 4 Prozent, wäh- rend gleichzeitig die englische Flagge ihren Anteil um»in Prozent und die skandinavische um ein halbes Prozent vcr- mehren konnte. Die Tendenz, die sich in diesen Zahlen zeigt- ist um so unerfreulicher, als Deutschland in langen Jahre» zäher Arbeit feine Handelsflotte nach den Verlusten des Weltkrieges und den Ablieserungen auf Grund des Ver- sailler Diktats in ausgezeichneter Weise wieder aufgebaut hat. Von 320 000 Brutto-Register-Tonnen im Jahre 1920 stieg die deutsche Handelsflotte im Jahre 1924 aus 3,008 Mill. BRT. und weiter aus ihren bisher höchsten Stand nach dem Kriege im Jahre 1981. Die 1931 erreichte Tonnage von 4-864 BRT. machte ungefähr 83 Prozent der BorkriegSilotte aus. Der Bestand senkte sich dann infolge von Abverkäufen und Berlangsamung des Ersatzes im Zusammenhang mit der un- günstigen Beschäftigung^ und Frachtlage auf 3,957 Mill. BRT. am 1. Januar 1933. Die Zugänge in der Zeit seit 1924 bestehen zumeist aus Neubauten, die zu 95 Prozent auf deutschen Wersten errichtet wurden. 72 Prozent deS Brutto- raumgehalteS der deutschen Schisse stammen aus der Nack- kriegszeit. Damit hat Deutschland den prozentual höchsten jungen Bestand an Schiffen sogar noch vor Holland, das 70 Prozent, und vor Großbritannien und USA., die nur 66 Prozent des Schiffbestandes in den letzten 15 Jahren gebaut haben. Mussolini und Marx Mussolinis Rede über die Korporationen lgehalten am 15. November 1933) ist ein, wenn auch ungewolltes Ein- geständnis des faschistischen Bankrotts. Erinnern wir uns: Nach der Niederknüpplung der Marxisten im Jahre 1922 bekam Mussolini von Großindustriellen und Bank- Kapitalisten 20 Mistionen Lire. Damit sollte der Marsch nach Rom finanziert werden.(Pietro Nenni" Todeskampf der Freiheit.) Mussolini, der noch 1921 die Mon- archie als einen parasitären Auswuchs ohne Wurzel in der Volksseele verlästert hatte, bot nun, ein Jahr später, auch dem König, der Armee und der Bürokratie seine guten Dienste an. Der König und die Armee waren nicht geneigt, darauf einzugehen. Der Chef des Generalstabes, General Bodoglio. meinte:„Fünf Minuten Feuer, und man hört nie mehr vom Faschismus reden." Mussolini sah sein Spiel verloren. Denn gegen die Armee waren seine Banden machtlos. In dieser Situation fiel der König um. Sein Vetter, der faschistische Herzog von Aosta, hatte ihn erfolgreich bearbeitet. Der König betraute Mussolini mit der Bil- dung einer neuen Regierung. Beglückt und gehorsam „marschierte" Mussolini in der Nacht zum 39. Oktober 1922 im Schlafwagen von Mailand nach Rom. So wurde dem Faschismus durch einen monarchistischen Verrat die Macht in die Hand gespielt. Zwei große Aufgaben sollte Mussolini erfüllen: die Rettung des Kapitalismus und die Wiedergeburt des römischen Weltreichs. Durch die Vernichtung der sozialistischen Organisatio- nen wurden die Arbeiter den Kapitalisten als wehrlos gemachte Ausbeutungsobjekte ausgeliefert. Oeffentlicke Betriebe wurden dem Privatkapitalismus zugeführt. Im Gegensatz zu den völlig rechtlos gewordenen Arbeitern konnten die Unternehmer hemmungslos schalten und walten. Systematisch wurden, offiziös und offiziell, Nach- richten von einem niedagewesenen wirtschaftlichen Auf- schwung in die Welt geschickt. Leichtgläubige und ober- flächliche Reisende berichteten Wunderdinge aus Italien. Nun, im Jahre 1933, zwingen die harten Tatsachen Mussolini, die faschistischen Legenden eigenhändig zu zer- stören. Er mutz bekennen, daß er nicht imstande ist, den Niedergang des Kapitalismus aufzuhalten, geschweige ihn zu verhindern. Ohne staatliche Hilfe wäre in 24 Stunden die Katastrophe da! Der Staatskapitalismus sei eine Notwendigkeit geworden. Die Produktion, die Konsum- tion, das Bankkapital, die ganze Wirtschaft müsse staat- lick diszipliniert werden. Nach einer Wanderung durch eine Wüste faschistischer Experimente sind die Mussolinis dort angelangt, wo die Marxisten schon lange vor ihm waren. Es Ist eine alte marxistische Forderung: An die Stelle der Beherrschung der konzentrierten Produktion durch die grotzen Kapital- mächte ihre Beherrschung durch die Staaten und durch die Gemeinschaft der Notionen zu setzen. Mit welcher Wut peitschte Mussolini die nationalist!- sehen Leidenschaften auf. Wie rasend hetzte er gegen die Krise im Deutschen Buchdruckerverein Es ist bisher nickt gelungen, die Arbeilgeber-Organisa:.o- nen im Deutschen Bnchdruckgeiverbe out' ein wirtschaftliches Programm zu einigen. Kollektivverträge. Preistarise usw werden ständig durchbrochen. Die Klein- und Mittelbetriebe werfen den Großbetrieben Preisunterbietung vor. Nun hat man einen Herrn Franz Nutzen als Diktator im Buchdrucker- verein gesetzt Nutzen jMainz) gilt als Vertreter der Mittel» betriebe Der Wirrwarr unter den Arbeitgebern wird da- mit kein Ende finden: denn das Snsiem trifft die Buch- druckeret beionders hart und die Passivität der sogenannten Gewerkschaften läßt es selbstverständlich den Arbeitgebern möglich erscheinen, den Arbeitern jede Bedingung auszu- zwingen. übersatten Siegerstaaten, die Italien um seinen vosten Anteil an der Kriegsbeute geprellt hätten. Kriegs- drohungen wurden ausgestoßen. Aufdringlich drängte Mussolini sich an die Seite Deutschlands, um Gegensätze zu Frankreich auszureißen, um Deutschland gegen Frank- reich auszuspielen. Mit großem Wortschwast wurde die kriegerische Auferstehung des alten römifcyen Weltreichs verkündet. Im Sinne der Aufrüstung wurde die faschistische Bevölkerungspolitik betrieben, wirkten Schule und Presse. Und auf einmal, im Jahre 1933. sagt Mussolini: das politische Problem sei die Einheit Europas. Er muß den Traum aufgeben, daß ein faschistisches Italien im- stände wäre. Europa zu beherrschen und zu dem Kon- tinent zu machen, von dem aus die menschliche Kultur nach faschistischen Ideen geleitet werde. Die europäischen Demokratien-sind dem faschistischen Italien mehr als ge- wachsen. Außerdem haben sich inzwischen in Deutschland faschistische Arier als Konkurrenten etabliert, die Hitleristischen Fantasien die römischen Faschisten über- trumpfen und die ganze Erde direkt unter das arische Schwert stellen wollen. Die beiden faschistischen Mächte Italien und Deutschland'stehen einander im Wege. Denn beide haben imperialistische Kapitalisten im Nacken sitzen, die ihre wirts-^aftlicken Konkurrenzkämpfe unter natio- nalen Parolen führen und die. wenn sonst nichts helfen will, gewaltsame Entscheidungen suchen. Im Gegensatz dazu ist die Verständigung ein demokratisch-sozialistisches Grundprinzip. Lange bevor Mussolini ein Licht aufgegangen ist. er- strebten die Marxisten die aus wirtschaftlichen Ursachen zwingend gewordene Bildung eines Bundes der euro- päischen Staaten. Die faschistischen Ideen hat Mussolini preisgeben müssen. Praktisch möchte er nun demokratisch-sozialistische Lösungen der ökonomischen und politischen Probleme, unter Aufrechterhaltung der faschistischen StaatsforM finden. Auf dem Wege von Korporationen. Er wird auch praktisch scheitern. Denn der Staatskapitalismus ist ein wichtiger Schritt vom Prioatkapitalismus zur Sozialisie- rung. Die weitere zwingende Folge wäre die Vergesell- schaftung der Produktionsmittel als Grundlage einer werdenden sozialistischen Gesellschaft. Es ist zu naiv, anzunehmen, daß von Kapitalisten be- herrschte Korporationen sozialistische Lösungen durch- 'ühren werden. Das kann nur das Werk der Arbeiter ein, die heute noch faschistisch terrorisiert und versklavt ind, die aber bald wieder ihren Befreiungskampf in vollster Oesfentlichkeit führen werden. Dieser Kampf wird dafür sorgen, daß die Nationen an die Stelle der kapitalistischen Monopole und die Gemeinschaft der Na- tionen an die Stelle der kapitalistischen Weltkonzerne treten. Die faschistischen Experimente und Abenteuer sind qual- volle Unterbrechungen der Entwicklung zum Sozialismus. Das hat auch Mussolini, ob bewußt oder nicht, bestätigen müssen. Buhen Beuten von Schutzhäftlingen? Die deutsche Rechtswissenschaft zerbricht sich augcnblick lich den Kopf darüber, ob die Renten von Perioncn, die 9™ in Schutzhaft oder Konzentrationslager befinden, ruhe«. Das Reichsverstcherungsamt„neigt der Ansicht zu", daß du Renten nicht zu ruhen haben, doch steht d'eler Meinung di» Erklärung mehrerer Juristen entgegen. Die Frage soll ein» gesetzliche Regelung finden. Drucksachenversendung erschwert Vervielfältigungen, die als Drucksachen versendet werden, bedürfen in Hinkunst einer besonderen Erlaubnis, die an die Vorlage eines Pflicht st ü ck s gebunden ist. Es ist die Furcht vor illegalen Flugschriften. "«pen gegen vdikerbond Für direkte deutsch-französische Verständigung Paris. 21. Nov. Die Wochenzeitschrist„1933" veröffentlicht Interview eines Mitarbeiters mit Vizekanzler von ?^pen. der sich mit dem deutsch-französischen Problem be- ichaftigt, zu dem er ausführt: Zweifellos steht ganz Deutich- wnb hinter Reichskanzler Hitler in dem Wunsch nach einer Verständigung mit Frankreich Man kann sogar sagen, dan diesem Punkte Deutschland sich von Frankreich durch seine Einmütigkeit unterscheidet. Dt« führenden Kreise Frank- reichs sind nicht einig über das Mittel, zu einem endgültigen Und soliden Frieden zu gelangen. In Deutschland sind wir alle derselben Ansicht: Zwischen Frankreich und Deutschland ist kein Friede möglich durch Vermittlung des Völkerbundes. Auch die Massen in Frankreich wünschen den Frieden und «ragen nicht danach, ob aus doktrinären innerpolitischen Er- wägungen der Weg nach Berlin über Genf oder London langer oder kürzer ist als der direkte Weg von Paris nach Berlin. Der Völkerbund ist nur eine ephemere Nebensache. Was zählt oder vielmehr zählen sollte, ist der Friedens- wünsch, der in den sranzösischen Massen ebenso stark ist wie ln den deutschen. à Diese Papensche Politik hat keine Aussicht aus Erfolg, da Frankreich durch seine führenden Staatsmänner immer wieder erklärt hat, dag e» keine isolierte Verständigung mit Deutschland will, sondern einen Frieden in großem internationalen Rahmen. Hlflerlke In Nenyorh Zu aufsehenerregenden Skandalszenen kam es. wie die »Chicago Tribune" ans Neuyork meldet, in der letzten Ver- Handlung vor dem Bundesgerichtshof, der die Untersuchung in der Angelegenheit der Nazipropaganda führt. Vor der Jury erschien die Frau des Vorsitzenden des Vereins «Freunde des neuen Deutschland" Marie G r i b l, um über oje Tätigkeit dieses Nazivereins auszusagen. Auf die erste Frage de» Distrtktsanwalts George Z. Me d a l i e vcr- weigerte Frau Gribl die Antwort mit der Begründung, daß Mcdalie Jude sei. Frau Gribl weigerte sich auch, zur Em- vörung des Richterkollegiums, den Zeugeneid aus die ihr vorgehaltene Bibel abzulegen, denn, meinte sie. die Bibel «enthalte auch das Alte Testament, und daS sei ein jüdisches Buch". Sie verlangte, den Zeugeneid auf die amerikanische Flagge ablegen zu dürfen, da sie amerikanische Staats- vürgerin sei. Der Gerichtshof erteilte der nationalsozia- Wischen Deutschamerikanertn einen strengen Beweis. Frau Gribl wurde, bei Androhung einer Arreststrate. verhalten, den Eid auf die Bibel abzulegen und aus alle Fragen des Staatsanwalt» Medalte Rede und Antwort zu stehen. Scbwelzerdenfech Ein Brief nach Berlin Die Gesellschaft für Organisation EB. hat ihre Mitglieder, auch die im Auslande, ein Rundschreiben auf Erstattung eines Sonderbettrages gerichtet. Taraus hat sie von einem angeschlossenen Wcrbesachmann in Zürich folgendes Schreiben erhalten: Zürich, den 17. November 1933. An die Gesellschaft für Organisation EB. Motzstraße 7V. Berlin W 3V. Unterm 13. November 1983 haben Sic mir als Mitglied *Ihm Organisation durch Ihren Nachrichtendienst ein Mit- teilungSblatt zugestellt, welches betitelt ist: Aufruf an unsere Mitglieder Diesem Aufruf beigeschlossen war der Auszug aus dem Protokoll der außerordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft für Organisation vom 28. Oktober>933 in Berlin. Als aufrechter Antisafchist und glühender Hasser des gegen- wältigen Regimes in Deutschland kann ich eine weitere Mitgliedschaft bei Ihrer Organisation nicht mehr oerein- baren. Ich erkläre hiermit meinen Austritt aus der Gesell- schalt für Organisation und bitte Sie. von demselben Bor- merkung zn nehmen. In einer Gesellschaft, die an den Herrn„BolkS"-Kanzler, welcher die Mörder von unzähligen Arbeitern und sort- schrittlichen Intellektuellen alS ieine Kameradcn feiert, der 'm Reichstagsbrandprozeß von Leipzig de,, ungeheuerlichsten Iustizskandal des Jahrhunderts vorbereitet, der jede frei- heitliche Regung in einem Meer von Blut und einem Berg von Stacheldraht erdrückt. Ergebenheitsadressen richtet, ist für mich und hoffentlich noch für recht viele Werbesach- leute, außerhalb Hitler-Deutschland kein Platz mehr. Auf den Eingang der Tondergebiihren brauchen Tie nicht zu rechnen. Ich sehe nicht ein. warum ich eine Gesellschaft unterstützen soll, welche oor einem Regime kuscht und schar- wenzelt, das der deutschen Arbeiterschaft für Millionen und Abcrmillionen Mark Kulturgüter entwendet und verschandelt hat, und vor der gesamten Kulturöffcntlichkeit al» Ber- brccher dasteht. Freiheit! Kopie geht an die„Deutsch« Freiheit", Saarbrücken. Der Feind muß her „Um das verantwortungsvolle Eintreten für das vffent- "che Wohl, für das große Ganze handelt es sich: um den Kamps nicht gegen den politischen Gegner, sondern gege- bcnrnsalls gegen den Feind... Wir müssen de» Fetndbegrtff rvteder in unseren Wortschatz aufnehmen nnb einsehen, daß ein Grundverhältnis im Felde der Politik mit dem FeindveryältniS gegeben ist..." fUniversitätSdozent W. Hehlmann in„Politische Pädagogik".! — Warum nicht Feind? Da doch Hitler die Blutrache längst predigt und praktiziert. kin Dtkfatorasplranf Raub und Mißhandlung kann er schon Das„Neue Wiener Journal" berichtet aus St. Pölten: Bor dem Iugendschöisrngerichl des Kreisgerichleo stand der jugendliche Johann K. unter der Anklage deS Raubes und des fünffache» Diebstahls. Der Junge haï eine 77sährrge Frau i» ihrem Geichäs' überfallen, zu Bode» geworfen, ge- würg, und durch kräftige Faustschläge auf den Kopf zu be- täube» versucht. Tie Überfallene Greisin schrie aber so laut um Hilfe daß der jugendliche Räuber Angst bekam und davonlief. Nack seiner Verhaftung stellte sich heraus, daß er vorher fünf Diebstähle begange» hat: unter anderem hat er einen Revolver gestohlen.. m Auf die Frage des Vorsitzenden warum er den Raub- Überfall begangen habe, antwortete ber Junge:„Ich bin Nationalsozialist, wollte nach Deutschland und habe deshalb Geld gebraucht." Und zu welchem Zweck er den Revolver gebraucht habe?-„Damit ich m ch verteidigen kann, wen» jch die Grenze überschreite" Johann bekam eine Rahmenstrase von 1 bis°„» Iahren Arrest. Neuer sozialistischer Wahlsieg Audi in der französischen Schweiz I n der Waadt fanden am Sonntag die Gc- m einde wählen statt, die nnter außerordent- l i ch starker Beteiligung vor sich gingen. Ob- gleich die Wahl immer noch nach Mehrheitssystem vor sich geht, haben die Schweizer Sozialisten gestern wieder einen große» Wahlsieg errungen. Der größte Jndnstrieort des Waadtgebietes, R e n e n s, hat eine sozialistische Mehrheit gegenüber der bisherigen bürgerlichen erhalten. In Lausanne eroberte die Sozialdemokratie 18 Prozent aller abgegebenen Stim- men und verfügt nun mit den kommunistischen und einer unabhängigen Stimme über die Mehrheit. In Vrve» eroberten Sozialdemokraten und Radikalsozialisten die Mehrheit. In Montreux wurde kein einziger bürger, licher Kandidat gewählt, sondern alle Kandidaten kommen dort iu die Stichwahl. In Bverdon und Aigle hat die Sozialdemokratie ausgezeichnete Fortschritte gemacht. An einer zahlreichen Reihe von anderen Orten müssen in dieser Woche Stichwahlen stattfinden, welche bereits beweisen, daß die bisherigen bürgerlichen Mehrheiten gebrochen sind. Besonders bezeichnend ist, daß die s a s ch i st i s ch c n F r o n t t st e n nud die saschiftenfreundlichen so- genannten Mittel st andsliften überall schwere Verloste zu verzeichnen haben, und größtenteils gehen die Frontisten ohne jedes Mandat auS dem Wahlkampf hervor Das ist eine neue, schwere Niederlage deS Faschismus, für die er sich bei Herrn Hitler bedanken kann, die aber um so schwe- rer wiegt, als sie in unmittelbarer Nähe der i t a l i e n i s ch- s a s ch i st i s ch e n Grenze erfolgt. HolländischeStimmen Ernst und Spott Terror an der Saar Aus ber„Post Scripta" der Haagschen Post ent- nehmen wir die folgenden Abschnitte: „Wir find noch nicht am Ende mit unseren Klagen. Die Völkerbundskommiffion für das Saargebict hat in Genf einiges über das Benehmen der deutschen Nazis im Saar- decken an» Licht gebracht. Sie hat sich wiederholt gezwungen gesehen, neue Maßregeln zu ergreifen, um Sicherhett und Ordnung zu wahren, und das schon seit Mai dieses Jahres. Es hat nichls geholfen: der Zustand hat sich stets vcr- schlimmere Die Kommission beschreibt den Terror, den die nationalsozialistische Partei im Lande walten läßt. Diese versucht sich nebe» der gesetzlichen Regierung Macht zu vcr- schassen, indem sie Boykotts und andere Zwangsmittel ein- führt. Sie droht den Gegnern, in der Zeit Rache zu nehmen, wenn das Gebiet unter deutsche Herrschast gekommen sei, was im Anfang de» Jahres 1935 eintreffen würde. Nicht alle unterwerfen sich diesem Zwang: dadurch entsteht der ge- wältige Terror. Der Diuck wird nicht allein auf Personen ausgeübt, sondern auch auf Sport- und Kunstvereinigungen und sogar auf die Kirche. Auch hohe Regierungspersonen stehen unter diesem Zwang. Die Kommission ist sich voll- kommen bewußt, daß sie eine schwere Aufgabe haben wirb, wenn sie dafür Sorge tragen will, daß die Abstimmung über dieses Gebiet in ausreichender Freiheit stattfinden kann." * Ein würdiger Vertreter Deutschlands Wir entnehmen aus„De Nteuwe Rotterdam s che Courant": „Der Berliner Prozeß hat sehr viel düstere Seiten, aber so wie bei jeder großen Tragödie, hat er auch seine sati- rischen Momente. Die sind sogar Manchmal recht farbig und ins Auge fallend. Da» Auftreten G ö r i n g« glich einer Verspottung gewisser Führer des allerneucsten Deutsch- lands und leider auch des„Bürgertums" höherer Beamten der Gerechtigkeit. Er gab ein Beispiel, das für sich allein? sprach. Da brauchte man als Berichterstatter und Beurteiler nur mehr wenig hinzuzufügen." * Machtmißbrauch und Machtwollust Wir lesen in„D e N t c u w e P e r S": „Wir sahen in der vergangenen Woche eine theatralische Geste, die ein Sechzig-Millionen-Volk zu einem Referendum trieb, von dem ganz Europa schon im voraus m°t mathema- tischer Sicherheit muhte, wie eS verlaufen würde. Macht- mißbrauch und Machtwollust! Kennt das sich so stolz ge- bürdende„dritte Reich" die Geschichte so schlecht, daß es nicht weiß, daß schon größere Reiche an einem solchen Uebcl zer- krochen und gescheitert sind?" * Der merkwürdigste Wahltag der Welt L. Catz van Aalten schreibt u. a. im„Kort Eommcu» taar" von„De R i e u w« Per s": „Mit wieviel Zwang und Furchteinjagung gearbeitet wurde sbei der dentschen Wahll. ergibt sich wohl am beut- lichsten aus den Stimmziffern in den Konzentrationslagern. Dorthin hat man Zehntausende von Deutschen geschleppt, ohne daß so etwas wie ein Prozeß vorangegangen wäre, und dort find sie willenlos und ohne Rechte ihren häufig sadistischen und widernatürlichen Henkersknechten ausgeliefert. Man hätte sicher erivartct, baß hier eine starke Opposition laut geworden wäre. Aber diese Unglückseligen waren außer- gewöhnlich„hitlergesinnt". sEay van Aalten belegt das mit einigen Zahlen und fährt dann fort.) Man sieht also: in den Konzentrationslagern war die Stimmung noch viel hitlertanischer als nnter dem freien Bürgertum oder jeden- falls, was man in Deutschland heute so nennt.... Es war in der Tat ein sehr merkwürdiger Wahltag!" * Ein Regiefehler von Göbbels P oli t i c u S schreibt u. a. in der„H a a g s ch e P o st": „Wir wissen doch nun zur Genüge, daß daS Hitlcrregime den deutschen Juden Ehre und Baterland, die Existenz- Möglichkeit und das Recht zu leben und oft genug auch die Gesundheit und daS Leben genommen hat. Nnb die selben Juden sollen ganz freiwillig für ihre Todfeinde gestimmt haben? Der deutsche Propaganbaminister ist zweifellos ein genialer Regisseur. Aber ein Ding muß er noch lernen: daß nämlich ein Regisseur auch den Eindruck des prächtigsten Bühnengewitters verdirbt, wenn er die Gewittermaschine hinter de» Kulissen nicht hinreichend vor dem Auge des Zu- schauers verbirgt." » Mißtrauen auf der ganzen Linie Wir lesen im„H a n d c l s b l a d" sAmsterbam!: „Das Mißtrauen Hitler-Deutschland gegenüber über» herrscht hier noch alle anderen Gefühle. Das beruht einer- seits daraus, daß man weiß, daß die deutsche Regierung alle alten militaristischen Instinkte wieder aufweckt und darauf, daß die Aufrüstung bereits wieder in vollem Gange ist." Van der Lobbe im holändisdien Parlament Der Abgeordnete der zweiten Kammer. Schalter, hat an die Regierung folgende Anfrage gerichtet: „1 Ist es dem Minister bekannt, daß in dem Prozeß vor dem deutschen Reichsgericht, in dem neben vier andere» An- geklagten an» der holländische SiaatSangehör'ge van ber Lübbe angeklagt ist. verschiedene Zeugenerklärungen über van der Lübbe» Verbleib im Jahre 133 abgelegt worden sind und zwar durch den Zeugen Organitzka hinsichtlich seines Aufenthaltes in Konstanz, einige Tage vor dem 15. Oktober 1933 und durch den Zeugen Helmer über ieine An- Wesenheit in Berlin im Sommer und im Oktober 1933? 2 Ist es dem Minister bekannt, daß van der Lübbe die Zeit von 31 Juni bis 2. Okiober 1933 in verschiedenen hollän- diiche» Gefängnissen zugebracht hat? 3 Ist es dem Minister bekannt, daß der erwähnte van der Lübbe bewiesen durch seine eigenhändige Unterschrift beim Empfang seiner Invalidenrente— z» finden in den Akten der holländischen Reichsversichcrungsbank— an folgenden Daten sich in Holland aufgehalten hat: 4., 11., 19. und 25. Oktober: 1 lö-, 22. und 29. November: 0., 13., 20. und 27. Dezember 1932? 4. Hat der Minister diese Tatsachen über van der Lübbes Aufenthalt im Gefängnis, über das persönliche Jnempsang- nehmen seiner Invalidenrente, ergänzt durch die Daten seines Anfcnihaltes im Krankenhaus zu Leiden, bereits an das deutsche Reichsgericht mitgeteilt? 5. Falls das noch nicht oder nur teilweise geschehen ist, will dann der Minister jetzt noch dazu übergehen, schon in Anbetracht der Tatsache, daß holländische Advokaten zu dem betreffenden Prozeß keinen Zutritt haben?" Df monsfra*loncii In Südafrika Immer wieder wehmiiie Nach einer von dem Komitee zur Untersuchung der Opfer des deutschen Faschismus einberufenen Versammlung in Pretoria, aus de, die Freilassung der vier unschuldig ange- klagten Kommunisten im Reichstagsbrandprozeß gefordert wurde, kam es zu einer Straßenkundgebung. Die Demon- ftranten stürmten das Gebäude der faschistisch gewordenen „Deutschen Afrika-Post". Abwehr gegen Zeitungsverbote Unter den paar Dutzend Tageszeitungen und Zeitschristen im Lesesaal der S t u d e n t e n s ch a s t Basels waren bis vor kurzem auch die folgenden deutschen Blätter ausgelegt: „Frankfurter Zeitung",„Deutsche Allgemeine Zeitung". „Völkische, Beobachter".„Berliner Illustrierte Zeitung". „Lepztgcr Illustrierte". Nun ziert solgendeSPlakat die lecer Stelle, wo sie ausgehängt waren:„Es werden keine reichs- deutschen Zeitungen und Zeitschriften mehr ausgehängt, so- lange schweizerische Zeitungen in Deutschland verboten find" Bearbeitet von zwei ReichSwehrofsizieren. die sich nicht nennen, ist ein„Wehr-Kalcnder" erschienen, der in Wahrheit aber ein Handbuch für Zugskommandantcn ist. Der merk- würdige„Kalender" tVerlag Stalling, Oldenburg! behandelt in übersichtlicher Darstellung u. a. folgende Gegenstände: Gliederung der Wehrmacht, Rang und Gradabzeichen von Reichswehr. SA.. TS., Stahlhelm: das Gewehr 98: das leichte Maschinengewehr 08/15: die Handgranate 24,° die Gasmaske: Luftmasse: gepanzerte Kampsfahrzeuge: Excr- zierdienst, Gruppe und Zug: Gefechtsdienst: Formales, Marschsicherung, Vorposten. Bereitstellung, Angriff, nach- haltige Verteidigung, hinhaltender Kampf, Tarnung, Luft- schütz. Sperren, Schanzen. Patrouillen, Späher, Feuerbe- fehle. Feuerwirkung, Morsezeichcn.— Der Wehrkalender wirb an Angehörige der SA.. ST.. Reichswehr, Stahlhelm, der Lustsportverbände ill. Führerschulen(!) und Arbeits- dienstlager(!) ausgegeben. ^Deutsche Stimmen• föeflage ra*..Deutstfken&weitkeit"• Ircignisse und QeêMdkten mm liiiiii | pas WWWNW»MM WflH Donnerstag, 23. November 1933 Abschied von dec Die Ztuce(Babylon // ftlit 22 Jahcett uxicd meut„(DicefUoc Der„Westdeutsche Beobachter", das Kölner Nazi-Blatt, berichtet am 19. November: „Das Kuratorium der Kölner Universität berief im Zuge der Gesamtneuformung des Hochschulwesens den Hauptschriftleiter Martin Schwaebe, Mitglied der Gauleitung der NSDAP., zum Direktor des Forschungsinstituts für internationales Pressewesen. Direktor Schwaebe gehört nicht allein zur alten Garde der NSDAP., sondern hat vor allem auch den gesamten journalistischen Kampf des Nationalsozialismus von Anfang an führend mitgemacht. Er trat 1927 als erster journalistischer Mitarbeiter der Gründer und Führer des„Westdeutschen Beobachters", Dr. Ley und Gauleiter Grobe, in die Redaktion des Gauverlags der NSDAP, ein und ist heute Hauptschriftleiter einer Reihe der vom„Westdeutschen Beobachter" heraus- "gegebenen Tageszeitungen. Zu seinem Amt als Leiter des zeitungskundlichen Forschungsinstitutes befähigen ihn neben seiner grundlegenden Kenntnis der gesamten nationalsozialistischen Publizistik, langjährige Studien der bürgerlichen und marxistischen Parteien." Dieser Direktor, der ein mit vielem Material ausgerüstetes Forschungsinstitut in die Hände bekommt, hat vor kurzem seinen 22. Geburtstag gefeiert. Wir haben nichts gegen die Jugend und gönnen ihr das Beste. Hier aber wird kraft Beschlusses einer Behörde ein Knabe in ein verantwortliches Hochschulamt eingesetzt, der sich seit einigen Jahren auf dem Gebiet publizistischer Schimpffreiheit betätigt hat. Seine ..langjährigen" Studien der bürgerlichen und marxistischen Parteien haben ihm ein paar Schlagworte eingetragen, mit denen er eine ebenso herzhafte wie von Unkenntnis strotzende Polemik bestreitet. Die Herren Professoren wissen genau, daß Martin Schwaebe nie etwas Ernsthaftes studierte außer den Rangordnungen von SA. und SS.; daß er nie ein Buch im Zusammenhang gelesen hat. Trotzdem beugen sie die Rücken vor dem Beschluß des Kuratoriums, das überwiegend aus Braunhemden besteht, und drücken dem„Herrn Kollegen" Martin Schwache die Hand. Es ist die Abenddämmerung der deutschen Universitas, die sie in tausend Varianten vollzieht. Eine solche Ernennung wie die des Herrn Schwaebe ist eines der vielen Dokumente über das Ende der Wissenschaft, die nur noch eine Aufgabe hat, die Zielsetzung der(nationalsozialistischen) Politik zu bestätigen. Folgendermaßen wird eine Schrift von dem Philosophienazi Heidegger, des Freiburger Universitätsrektors, angepriesen: JCCeine CcUuiecunç „Juden, eilt freiwillig zu den Fahnen!" Beim Durchblättern alter Zeitungsbände entdeckte einer unserer Freunde in der„Saar-Post", der Vorläuferin der „Saarhrücker Landeszeitung", vom 8. August 1914 folgenden Aufruf: An die deutschen Juden! Der Verband deutscher Juden sowie der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens erlassen folgenden Aufruf: In schicksalsschwerer Stunde ruft das Vaterland seine Söhne unter die Fahnen. Daß jeder deutsche Jude zu den Opfern an Gut und Blut bereit ist, die die Pflicht erheischt, ist selbstverständlich. Glaubensgenossen! Wir rufen Euch auf, über das Maß der Pflicht hinaus Eure Kräfte dem Vaterland zu widmen! Eilet freiwillig zu den Fahnen! Ihr alle, Männer und Frauen, stellet Euch durch persönliche Hilfeleistung jeder Art und durch Hergabe von Geld und Gut in den Dienst des Vaterlandes. « Das ist nicht das einzige Dokument aus jener Zeit. Der erste deutsche Reichstagsabgeordnete, der sich freiwillig unter die Fahnen begab und bald in Frankreich fiel, war der Jude und Sozialdemokrat Ludwig Frank. Seine Frontkollegen und Rassegenossen— der Fall Heilmann ist einer unter vielen— müssen heut erdulden, daß ihre Kriegsnarben von jungen Sadisten aufgeschlagen werden. Und es gibt noch Juden, wie das Exempel des jüdischen Frontkämpferbundes beweist, die trotz Schmach und Erniedrigung sich einem herzhaften„Heil Hitler" nicht versagen, um der jüdischen Sache unter Barbaren zu nutzen. (Rittet von(Baeyec „Zwischen Wissenschaft und dem politischen Leben klaffte ein Abgrund. Die deutsche Revolution muß auch ihn überwinden. Diese entscheidende Wendung in unserer Stellung zur Wissenschaft tritt nirgends klarer hervor als in dieser Schrift. Die neue Fragestellung, die Heidegger der Wissenschaft gibt, bedeutet das Ende der humanistischen Illusion, das Ende der Wissenschaft an sich." Die„humanistische Illusion" beruhte darauf, daß Wissenschaft etwas mit Wissen zu tun hat. Wer erkannt hat, daß wir diese Illusion hinter uns haben, wird den jungen Direktor freudigen Herzens beglückwünschen dürfen. Lxempet „Rassisch defekt." Der Reichsstatthalter von Baden hat den ordentlichen Professor für Orthopädie und Direktor der orthopädischen Klinik Dr. Hans Ritter von Baeyer der Universität Heidelberg wegen seiner jüdischen Abstammung in den Ruhestand versetzt. Baeyer, der als einer der bedeutendsten Vertreter auf seinem Spezialgebiet gilt, 1st der Sohn des Chemikers und Nobelpreisträgers Adolf von Baeyer, der u. a. das Eosin und den künstlichen Indigo entdeckte. Sein Großvater war preußischer Generalleutnant und hat die europäischen Gradvermessungen durchgeführt. Cine Wirtschaft mied empfehlen Zwei Gedenktafeln In einem„historischen Nebenzimmer" des Sterneckerbräu in München wurde die NSDAP, gegründet.„In der Ecke links saß Adolf Hitler am 24. Februar 1920. An der Rückwand, die das Bild Adolf Hitlers, gekrönt mit dem Hoheitszeichen, schmückt, befindet sich links vom Bilde die Inschrift: In dieser Ecke gründete am 24. Februar 1920 unser Volkskanzler Adolf Hitler die NSDAP.— Rechts: Die ersten ••eben Kämpen(!) legten hier den Grundstein zur deutschen Freiheitsbewegung. Die Wirtschaftsführung liegt seit mehreren Jahren in den Händen de Pg. Toni Gröbner und dessen rühriger Gemahlin, ein Wirtschaftsehepaar von altem Münchner Schlag."(Aus einem Reklame-Artikel von Geofo, der durch die deutsche Gewerkschaftspresse(!) geht.) Der Rektor der Berliner Universität Eugen Fischer sagt:„Was der Darwinismus nicht fertig gebracht hatte, die Lehre von der Gleichheit der Menschen zu zerstören, das gelang der neuen Erblehre. Wo die Geisteswissenschaften den Darwinismus, die Lehre, daß der Mensch vom Affen abstammt, als dem Menschengeist unwürdig abtun konnten, wo die Vorstellung von der alles überragenden Bedeutung des Geistes und der Nichtigkeit des Leibes herrschte, geboren aus der christlichen Idee der Sündhaftigkeit des Fleisches und aus dem humanistischen und nachher offensichtlich marxistischen Bildungsideal, da siegte jetzt nach und nach die Lehre von der Vererbung, wie der körperlichen so auch der geistigen Anlagen."(„Der völkische Staat, biologisch gesehen.") Die Juristen der Zukunft „Der Staat will als Juristen nicht hochgezüchtete Nur- Intellektuelle, er will kernige deutsche Männer!"(Roland Freisler in der Schrift„Das Werden des Juristen im dritten Reich".) Narziss Auf dem 13. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Psychologie hielt ein Mann namens Narziss Ach ein Referat „Ueber die Determinationspsychologie und ihre Bedeutung für das Führerproblem", welcher Unsinn der wissenschaftlichen Welt eben gedruckt vorgelegt wird.(J. A. Barth, Leipzig.) Narziss Ach sagt:„Die Determinationspsychologie selbst steht in schärfstem Gegensatz zu der individualistisch- liberalistischen Auffassung des seelischen Geschehens, wie wir sie bei den Vertretern der sogenannten Psychoanalyse finden, wo einem unbewußten„Es", wo einem Triebleben des„Unterbewußtseins" die Leitung des Seelischen zugewiesen wird. Nein! Die Führung hat das bewußte Sein, die Verantwortung ist es, welcher die Führung zukommt und zukommen muß. Die Verantwortung gegenüber dem uns anvertrauten Gut, gegenüber dem Volksganzen, die Verpflichtung gegenüber der Gemeinschaft. Und so stimmen wir aus tollem Herzen dem zu, was unser oberster Führer, Adolf Hitler, sagt: Der Wille ist alles!" Die deutschen Scfmellmalet Sehr beliebt beim deutschen Publikum sind die komischen Schnellmaler. Eins, zwei, drei und das„neue Antlitz" ist fertig.„Das Reichskartell bildender Künstler veranstaltet in den Räumen der Ku'nstgemeinschaft im Schloß eine Bildnisausstellung von Führern der nationalsozialistischen Bewegung:„DasneueAntlit z."(DAZ. vom 22. 10. 33) Der Referent der DAZ., der über das„neue Antlitz" belichtet, windet und schlängelt sich über eine Spalte, er vergleicht das Deutschland von heute mit dem von gestern und kommt zu der Feststellung:„Gewiß, wir hatten auch in früheren Jahrzehnten führende Persönlichkeiten, Kommer- zienräte, Generäle, Bürgermeister. Aber sie waren doch immer nur Vertreter einer ganz bestimmten Berufsklasse und Gesellschaftsschicht." Das ist nicht komisch. Nein. Die Furcht vor Hunger ist erschreckend, der Referent hat lange, lange nachdenken müssen, bis er es sich erlaubte, zu schreiben:„Gewiß, wir hatten auch in früheren Jahrzehnten Persönlichkeiten, Kommerzienräte" Dann findet der Referent entscheidende Worte:„Demgemäß ist hier ein ganz neuer Bildnisstil erforderlich. Alles Private und Intime im Führerbildnis muß verschwinden." Ja, es wäre peinlich, würde ein wahrer, ehrlicher Künstler diese Gesichter dem deutschen Volke zeigen wie sie sind: den größenwahnsinnigen Kleinbürger, die Stabsmamselle, die Mörder, den Morphinisten, die Sadisten——. Der DAZ.- Referent bekennt:„Der neue Bildnismaler wird wieder das Typische und Gebundene im Menschen zu erfassen streben und wird dabei von selbst zu einem monumental dekorativen Stil gelangen." Selbstverständlich„von selbst", denn er gehl herrlichen Aufträgen entgegen. Aber die Schnellmaler werden schlecht zensiert, denn sie hatten es sich nicht abgewöhnt, ihre Modelle halbwegs„ähnlich" wiederzugeben.„Freilich," wahrhaftig, in der DAZ. schreibt man so,„freilich, die Lösung geschieht nicht von heute auf morgen. Die Kunst des Nationalsozialismus dürfte noch Jahrzehnte auf sich warten lassen. Solche tiefen geistigen und seelischen Umwälzungen wollen langsam verarbeitet werden." Na freilich.(Der Referent scheint ein Sachse zu sein.) „Es wäre darum verkehrt, wollte man schon in dieser Ausstellung den neuen Bildnisstil erwarten. Im Gegenteil, hier ist das Führertum noch sehr bürgerlich gestaltet. Das zeigen am besten die Bildnisse von Adolf Hitler." Größenwahnsinnige Kleinbürger monumental und dekorativ darzustellen, ist scheinbar keinem der Schnellmaler gelungen:„Keiner der ausstellenden Künstler wird der Bedeutung dieser Erscheinung(Hitlers) auch nur einigermaßen gerecht." Für die nächste Ausstellung müssen die Führer der nationalsozialistischen Bewegung nicht mehr unbewegt Modell stehen, dem deutschen Publikum wird ein neues Rätselspiel zur Zerstreuung geboten werden: Wer ist dieser hellblonde, blauäugige, kurznasige, muskelstarke Recke von zwei Meter Größe? Preisgekrönte Antwort: Das Glanzstürk der Ausstellung, die repräsentativ für den neuen Bildnisstil ist. zeigt Herrn Minister Göbbels, monumental und dekorativ von der Hand eines nationalsozialistischen Bildnismalers gestaltet. F—ta. Fort mit dem Fluch verlogener Friedentsänge! Die Bestie singt, als war' es einst im Mai—- und beißt indes das innerste Gestänge des Menschtums mit entmenschtem Biß entzwei! Ihr Auge trieft vor trüber Wollust Tränen—• ihr aber, blinde Opfer, eilt herbei, als wär' das Hungerwehlied der Hyänen des jüngsten Tages froher Hahnenschrei! 0 deutsches Volk, verführtes und verlornes— welch wildes Wesen hebst du auf den Thron! Wann endlich kommt der Tag des großen Zornes für diese neue Hure Babylon? Hans Mühlesteuu ZeitsTlatizen Gegen die„Hutloten" Die Bergische Industrie- und Handelskammer hat alle Behörden des hiesigen Kammerbezirks ersucht, auf ihre Beamten„einzuwirken", daß sie... Hüte tragen. Mit der bullösen Mode müsse im Interesse der vom„Führer" prokla* mierten Wirtschaftsbelebung Schluß gemacht werden. Verdummung—„in erster Linie" Vor 25 Jahren wurden nach langen Kämpfen auch dis Frauen zum Studium an den preußischen Universitäten W gelassen. Die„Rheinisch-Westfälische Zeitung" feiert dieses Jubiläum wie folgt:„Heute, nach einem Vierteljahrhundert deutschen Frauenstudiums, steht die Fran wieder am Beginn einer neuen Epoche, deren Bestreben in erster Linie darauf gerichtet ist, sie vom Hochschulstudium wegzuführen. Das ist keineswegs als Rückschritt für die Frauenbewegung zu bewerten..." Propaganda mit einer Toten Der Verlag Martin Warneck, Berlin, kündigt an:„Cari* Göring, ein Lebensbild von Fanny, Gräfin Wilamowitz-Möllen- dorff. Die Ausgabe hat sich leider aus besonderen Gründen verzögert. Jetzt glaube ich das Erscheinen für Ende November bestimmt in Aussicht stellen zu können... Die erste Auflage beträgt infolge der zahlreichen Vorbestellungen 20 000 Exemplare." Auch das gehört zur Krankengeschichte der Nazi-Psychose. Beschlagnahmerecht Die Geschäftsstelle des Buchhändler-Börsenvereins tut kund:„Auf Grund von Mitteilungen aus Sortimentèrkreisen besteht Veranlassung auf die Bestimmungen des( 26 der Verkehrsordnung hinzuweisen, wonach der Verleger den» Sortimenter den Schaden zu ersetzen hat, der durch Beschlagnahme fest oder bedingt gelieferter Druckschriften entstanden ist. Voraussetzung dabei ist, daß es sich um Ordnung*" gemäße Beschlagnahme durch Staatsorgane auf Grund gesetzlicher Vorschriften handelt." Also kommen immer noch „Beschlagnahmen" nicht ordnungsmäßig und nicht auf Grund gesetzlicher Vorschriften vor. Em Vergleich „Der russische Bauer ist gegen den Juden mit dem gleiche* Instinkt eingestellt wie der Hund des Kosacken gegen den Steppenwolf."(Dr. Hermann von Raumer in„Deutsche Volkswirtschaft", Nr. 15.) Auch das wird gedruckt „Nur wenn Deutschland die ihm offenbar vom Schicksal zugewiesene Sendung als Erneuerer der Staats- und Wirtschaftsform in der abendländischen Welt auszufüllen geeignet ist, wird eine neue„nationale Weltwirtschaft" zu neuen Ufern der weltwirtschaftlichen Harmonie und des Fortschritts der Menschenkultur führen."(Aus der Schrift „Nationale Weltwirtschaft?" von Otto Christian Fischer.) Was sie ailes oecèietet t Verboten wurden folgende Druckschriften:„Marianne" (Paris),„De groene Amsterdamer Weekblad voor Nederland" (Amsterdam),„Sozialistische Revolution"(Prag);(Kriminal- polizeiblatt, 1695). F. W. Heinz, Sprengstoff, Frundsberg- Verlag, Geh. Staatspolizei II D 224/199. Dieses Verbot ist eine Tarnung, denn die kriegshetzerische Schrift wird genau so wie der verbotene Banse weiterverkauft. Bis heute i»* übrigens das Verbot der Banse-Schrift nicht offiziell kund gemacht worden, so daß das Buchhändlerbörsenblatt folgende Warnung an seine Mitglieder ergehen läßt(Nr. 261):„Nach Meldungen in der Tagespresse ist das Buch von E. Banse „Raum und Volk im Weltkrieg" beschlagnahmt worden." Sonst werden Verbote regelmäßig im Kriminalpolizeiblatt oder im„Reichsanzeiger" kundgemacht.—» Nach Kriminalpolizeiblatt 1698 wurden verboten:„Die junge Garde, Jahrgang 1933,„Karstadt-Magazin" vom 1. November 1933, Heft 3,„National-Zeitung"(Basel) bis 10. Dezember,„Welser Zeitung"(Wels. Oberösterreich, christlichsozial),„Der Saarkumpel"(Saarbrücken),„Der Oberländer"(Imst, Tirol, christlichsozial),„Cechoslovak"(Prag), Victor Margueritte: Dein Körper gehört dir! Verlag Erich Reiß, Berlin, Victor Margueritte: Die Junggesellin, Renaissance-Verlag, Wien, Alexej Kuprin: Jama, die Lastergrube, Renaissance-Verlag, Wien, Reinhold Wulle: Die deutsche Revolution, Verlag: Deutsche Nachrichten. Geh. Staatspolizei A 200 II D/224. Nach Kriminalpolizeiblatt 1699 und 1700 wurden verboten: Reichsminister Gröner: Das Vaterland in Gefahr, Albert Grzesinski: Schutz der Weimarer Verfassung, Karl Severing: Kampfausbildung der Schutzpolizei und ihrer Führer; das Flugblatt„Manöverzeit— fröhliche Zeit",„Ruch Slowianski" (Lemberg),„Wiener Wirtschaftswoche"(Wien),„Informa- tionsbulletins des Internationalen Komitees der Bergarbeiter"(Brüssel), NS.-Funk vom 5.—11. November 1933, Verlag Eher Nacfaf., Zweigniederlassung, Berlin.(Geh. Staatspolizei II D 17/33.) Eine Nazizeitschrift aus Hitlers eigenem Verlag! Was geht da vor? Weiter wurden verboten: (Kriminalpolizeiblatt 1702.) Edmond de Concourt:„Di» Dirne Elisa"; Casanova:„Die Nonnen von Murano"(mit Zeichnungen von Rudolf Großmann). Pariser Berichte Pariser Sfraßenkaiender ,#ettrg Berenger, der Borsitzende der Senafskommisston !-xî auswärtige Angelegenheiten, der in Gens die sranzö» !.!. î?uisaff»ng über das Raffenproblem vor dem Völker« barlegte, sprach im Theatre des Abaffadeurs in einem O^n Bortrage über„Hitler and Israel: die Schlacht der Dianen. Berenger lehnte schars die Bersolgnng der Inden » .»îl« Grüvmal des unbekannten Soldaten sind von setzt an ^ Ansprachen verboten. Stille Andacht soll das Wort ersetze«. » Die Affäre des früheren Pariser Anwalts Bonnet. der in °fr Lyoner Gegend Frauen umgebracht haben soll, erregt «'s„zweite Affäre Sarret" großes Aussehen. Das Opser «arie Moulin soll 10 000 Franken bei sich getragen habe«. * fcjf n« et Porte de Clignanconrt«»d am„Flohmarkt" ist diese Woche Marktfeft. * Biolette NoziereS wurde bei einem Ortstermin in der Rue de Madagascar mit„Zum Tode!"-Rufen empfangen. Mutter und Tochter gaben verschiedene Darstellungen der «runden nach der Vergiftung. Violette leugnete erneut, Mit« 'à z» haben. Jdiiqs Sfreldier fuhrt Krieg Segen Paris Die Gleichschaltung des Zirkus Gleich »•Dî'r Zirkus Gleich ist viele Monate durch Frankreich Mögen und hat dabei das Geld der Franzosen für seine Farven- und Clown-Kunststücke nicht verschmäht. In der veimat eingetroffen, ist man wieder in Anbetracht der Fest- mark für die„nationalsozialistische Revolution". Einer der »unstler des Zirkus Gleich hat dem„Stürme r", dem mevolverblatt des Httlerschxn Boykott-Adjutanten Julius die ihm anscheinend der Löwenbändiger mitgebracht hat. und liest da folgendermaßen: „Deutschland ist auf dem Wege, wieder Macht und Ansehen in der Welt zu erringen. DaS ganze französische Volk empfindet heute, daß Europa einer neuen Mächtekonstella- tion entgegengeht." Das Weitere ist klar. Julius Streicher und die Löwen des Zirkus Gleich werden die Welt erobern. Der in die Manege getretene„Stürmer" schließt mit den Worten: „Die Wahrheit bricht sich Bahn. Es kommt der Tag. da peitscht das französische Volk die jüdischen Kriegshetzer und ihre marxistischen Kriegshetzer mit der Hundepeitsche aus seinem Lande." Der Boykott-Adjutant Hitlers will also seine Kultur- bräuche, Juden mit dem Schilde„Ich bin ein Jude" durch die Straßen zu führen, Mädchen die Haare abzuschneiden und Politiker mit der Hundepeitsche zu jagen, auch im Lande der Akademie Française einführen. Selten ist die Hitlersche Gewaltmethode in Ansehung Europas so deutlich geworben, wie an diesem frechen Zirkus-Beispiel. Baptiste. Befrag bei Mediziner Prolongea Die Prüfungen für das Externat an der m e d t z t- Nischen Fakultät von Marseille wurden ab- gebrochen, nachdem ungefähr 20 Beschwerben über Betrug einliefen. Der Betrug wurde durch Kandidaten aufgedeckt, die gegen derlei Dinge Einspruch erhoben. Ob die Examina nach dem Abbruch der Prüfungen für ungültig erklärt iver- den, steht noch nicht fest. Oie Fenster von Fecamp Die Abteikirche von Fecamp, am Aermelkanal, hat alte Fenster. Diese Fenster sollen jetzt, als sie neu hergerichtet wurden, an einen reichen Amerikaner, eine sehr bekannte Persönlichkeit, verhökert worden sein. Dafür habe man Nach- ahmungen eingesetzt. Auch sollen Nachahmungen, un- berechtigt vom Orginal gezogen, verkauft worden sein. Die Untersuchung bei einem Pariser Antiquariat scheint ziemlich b e l a st e n d gewesen zu sein,— und wenn auch der Glaser, der die Scheiben einsetzte, der Antiquarin das beste Zeugnis ausstellt, die Geschichte der Kunstfälschungen scheint immer- hin um einen„schönen" Fall reicher I II» möbliert oder liebt m&Miert w mieten Um Grondtfnck»dar Baiititam ta kaalea Die am betten orientierte Agentschaft 31. Boulevard Malesberbee, Paria(8) . Einkaut und Auslösung vom Versatzamt BRILLANTEN. GOLD SILBERWAREN. UHREN _•: tSgliche Gelegenheit*»Verkaufe BETTER. 49, FAUBOURG MONTMARTRE ■ni iititi k ii~iiit h fi'««'iii« i ni in' Gold» Platin• Brillanten Kauf# ,U" Dl CHAIf AUOU« rVätlTT Tel Trud 5(Ma Meiro Cadet ALEXANDRE WILLK feinste jüdische Setdiwacau und Wiener Ohäckeeei Qeschäfte Jfaris 58, AVENUE WAORAM, Tal. Camot 27-63 58, RUE DE PASSY, Toi. Autaull 33-61 '* Studio Cts. Elys. 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Seit »t o o I f Hitler Kanzler des deutschen Volkes ist, genießt «er Deutsche in Frankreich, besonders in den Kreisen deS klnfache» Volkes, wieder Ansehen und Ächtung. Ich habe fast «le beobachtet, daß das schaffende französische Volk Deutsch- fand haßt oder gär einem Krieg gegen Deutschland daS Wort redet. Die Kriegs- und Greuelhetze? sind in der überwiegen- den Mehrzahl gar keine-Französen. Es sind aus Deutschland Reflüchtctr-Zsuden und Marxisten, die in den großen Kaffees von Pariffiibre Lügen ausbrüten. Aus dem Munde französischer Bauern, Arbeiter und Beamten kann man oft die Mage hören, wer denn eigentlich letzten Endes der Sieger des Weltkrieges sei. Das von Juden beherrschte Frankreich wit seinen immer neuen Steuererhöhungen, Lohn- und 'Gehaltsabzügen, mit.seinem Hausen streitender Parteien oder das Deutschland der Einigkeit, das Land ohne Parteien- «êZànhexrschaft." AM'diesem Zitat sieht Frankreich und der in Frankreich Abende Deutsche mit aller Deutlichkeit, w i e das„dritte .strich" belogen svird. Die„Glcichschaltuüg" des Zirkus bleich ist da eine sehr lehrreiche Geschichte. . Dsr wackere Nürnberger nimmt sich aber auch noch eine Nummer der„Depcche de Toulouse" vom 28. Oktober her, Wie Hai Reinhardt Pariser Restle führt Max Reinhardt ist in Paris von einem Empfangs- komitee feierlich empsangen worden, nachdem nunmehr die „Fledermaus" am 24., vielleicht wirds auch einige Tage später, starten soll. Tristan B e r n a r d, Edouard B o u r d e t, Jacques Copeau und andere haben gesprochen. Zum Schluß erhob sich Max Reinhardt. Sein Dank wurde ver- lesen. Das offene Geheimnis ist nämlich, daß Max Reinhardt, der in Paris Regie führt, kein Französisch spricht. Wie er sich aus diesen Schwierigkeiten ziehen wirb, erfährt man aus einem Gespräch des Meisters, das Andre Frank verössent- licht. Dieser Pariser, der ein bißchen Tirolertsch vom Inn Buchhandlung Stock 755, Rae St-Honori, Place da Theatre Français Metro Palais-Royal, Central 36-70 Alle deutschen Bücher. Verlangen Sie unseren Spezialkatalog 20 fahre Weltgeschichte in 700 Bildern! ßalethmg von Fr. Sieburg egenheitf Angebot rtätt 29.30 Fr. jetrt nur 3 55 Fr. Sofort zu beziehen durch: B uchhandlung der „Volksstimme" Surfe«*«., fefefefetr.U PAIUS-ETOILE| O, RUE D'ARMAILLE MllMÜM Berühmt durch seine vortreffliche Küche u. sein« Spezialitäten. Stärk besucht von deutschen Gästen | Téléphone Ftoilc 52-49 I ff, r Y)E TAYLOR, PARIS(10) (Oares Nord et Bs/) Telephone Botzarts 17-83 Schöne Zimmer, massige Preise. Wenn Sie gemütlich und rahig vohaen»ollen, so steigen Sie im HA tel„TAYLOR" ab. nach deutschem Sescfhnacß Voltigeurs.^ Fr. 0,65 Voltigeurs extra Fr„ 0,75 Flor anas... Fr ,25 Diplomates.. Fr 2,— Patriotas... Fr. 2,25 Caropeones.. Fr. 2,25 Magnat.... Fr. 4,— Amoassadeurs. Fr. 6,—' Obige mit feinem Sumatra und Brasil angefertigte Zjgarren sind in jedem Tabakbüro erhältlich und aus Salzburg kann, hat Reinhardt am Boulevard Elichy beim Ausgang von einem Proberaum nach den Proben der „Fledermaus" getroffen. Bald begleitete Reinhardt seine Worte mit weiten Gesten, bald legte er goethisch oder napoleontsch die Hand aufs Herz. Seine sehr klaren Augen beobachteten immer das Ans und Ab der Wagen aus der Straße. „Meine Truppe ist französisch, und ich verstehe bloß Deutsch. Und doch, sie verstehen mich. Ich mache bloß Gesten. Ich berühre sie am Rande des Textes, und alles wird ver- ständlich. Warum? Weil sie und ich einen besonderen Sinn besitzen, den theatralischen Sinn, und eine gemeinsame Krakt: die Hingebung." In einer Bar fuhr Reinhardt kort:„Wenn ich meinen Geburtsort hätte wählen können, Wien, die alte Festftadt, härte mich betört. Aber Paris hätte ich vorgezogen. Es ist die wahre Theaterstadt. Wunderbare Schauspieler, Sänger, Musiker. Was Teufel hat man nicht daran gedacht, das Spiel der Schauspieler und die Gabe der Musiker zu ver- einen? Ihr habt so viel Konzerte und Theatcrspicle. Der Pariser Geschmack wirb mich führen." Mar Reinhardt lächelte:„Ja, ich zögere nicht, mich auf französischen Geschmack und mcditerraneeischen Geist zu berufen in diesem Parts. daS mich heute empfängt, wie ich mich darauf berufen werde dort unten in Italien, dort unten in Venedig, wohin ich bald gehe." Von der„Fledermaus" sagte Reinhardt, es sei eine Volks- mufik, eine allgemeine, sie binde alle Seelen.„Zuerst hatte ich an den„Kaufmann von Venedig" oder„Sömmernachts träum" gedacht. Rein, aber Musik tat mir not. Und snm- bolisch fast fand es sich, daß das Textbuch meines Werkes von den Franzosen Metlhac und Halevy ist und die Musik von Johann Strauß. SU irhalin In d«r Cißra'ric du furemfiurq. Rayon étranger TS. BKS.»t-Mlehol, Od Aon SO-SO deutsch« Bücher'n reicher Auswahl. G«l*ge a hefl«. k¥ofe• leaezirltel.- Auskunft ie dsr Bwehheitdhieg Poulet'Konzerte Sonntag, 26. November 1933, 17.30 UKr, unter Mitwirkung von MAGDA TAG- LIAFERRO und REYNALDO HAHN 1. Pastecaglia, J. S. Bacb• 2. Das Krönungskonzert, für Klavier und Orchester, Mozart(Magda TegliaWrro)• 3. Die Römische Springbrunnen, Respighi 4. Concerto(für Klavier und Orcheste r) r Reynaldo Hahn(Magda Tagliaferro), un er der Lei ung des Verlassers 5.„Esca es", Imbart, Leitung: EMILE COOPER, Klavier Gaveau Concerts Pasfleloup Theater des Ch. Elysées. Sonnabend 25, und Sonntag 26. November um 16.30 Uhr zwei vollständige Aufführungen von RHEIN-GOLD • 0 MMs Lapeyrette. Montfort. Ruhlmann, Cernay, Tessandra. MM. franz. Duclos, Laskin, Narçon, Gilles, Mr dus, Serrane, unter der Leitung von FR. RUHLMANN. Das Werk wird ohne Unterbrechung vorgeführt. Nicht möbliert zu vermieten Mir Unuar. Kleine und grosse Wohn« ungen und Studios. Aller Komfort, ab 3 500 Fr. 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In der von uns gestern bereits berichteten Angelegenheit des Bolkshausübersalles der Nazis in Püttlingen und des Attentatsversnchs aus Max Braun ist inzwischen, nachdem die Polizei ll Berhastungen vorgenommen und sich eine Reihe von Zeugen gemeldet hat, solgendes sestgestellt: Bereits mehrere Tage vorher haben sich die National- sozialisteu in Püttlingen in Anbetracht der sttr den bewußten Sonntag vorgesehenen Kundgebung der Sozialdemokratie folgendermaßen geäußert: „WennniemandanderSaaressertigbringt, diesen Landesverräter um die Ecke zu brin» gen, werden wir in Püttlingen ihm daS Lebenslicht ausblasen!" Bereits gegen 7 Uhr abends wurde an dem vergangenen Sonntag sestgestellt, daß die Bölklinger SA. und SS. unter der Leitung ihres Sturmsührers Fritz Leber in einer Stärke von etwa SO Mann in Püttlingen eingctrossen war. Der Polizeioberinspektor Weiler erklärt, daß ihm gegen 7.SO Uhr gemeldet worden ist, daß Fritz Leber ans Völklingen mit seinen Lenten angekommen sei und daß man beab- sichtige, das Bolkshans aus zu heben. Bon 7.SO Uhr ab wurde im Volkshause selbst am Büfett des Restau- rants ein Nationalsozialist, befleck Namen feststeht, de« obachtet, der als Horchposten dorthin geschickt worden war» um die Situation im Bolkshans anszuspioniere« und der sich solange dort aufhielt, bis der Rescrent des Abends. Max Braun, erschien. Der wohldurchdachte und gut organisierte Plan war der bereits geschilderte: B r a n n sollte beim Verlassen deS Lokals, während das übrige Programm der Veranstaltung weiterlief, von drei Seiten zugleich umstellt werden, wäh« rend der in de« Toiletten des Hauses versteckte Teil der Nazis die Treppe und das im l. Stock gelegene Bersamm» lungslokal abriegelten, um Zuzug von Hilse für Braun verhindern. Im Notsall sollten die in der Nebenstraße postierten Püttlinger Nazis noch herangeholt werden. Es ist lediglich der Wachsamkeit einiger Kameraden des sozial«- stisäjcn Schutzbundes, die rechtzeitig die Polizei informiertem zu verdanken gewesen, baß die Nazis ausgehoben, zum Teil verhaftet wurden, zum anderen Teil die Flocht ergrissen, bevor das Referat Brauns zn Ende war. Dieser Borsall kennzeichnet wie kaum ei« anderer den Umfang nnd die Gefährlichkeit des terroristischen Borgehens der Ratio» nalsozialisten im Saargebiet. Dr. Spécialiste 96, rue de Rivoli— Métro: Chalelei RADIKALE HE'LUNG von BLUT., HAUT, und FRAUENKRANKHEITEN Heilung von Krampladern nnd offenen Beinwanden Neueste Behandlungsmethoden Elektro zität Imolungsvertahren Trypafle vine. Einspritzungen Blut, und Harn.Untersuchungen. 8per» makunur, Salvarsan Wismut u.w, Sprechstunden täglich von 10-12 und von 4—8 Uhr: Sonntags von 9—12 Uhr Konsultationen von 21 Fr. ab. Man spricht deutsch Opfer von Köpenick Man schreibt uns: Vor einigen Monaten erregte ein blutiges Drama in Köpenick allgemeines Aufsehen. SA-Leute drangen in die Wohnung des Gewerkschaftssekrctärs Schmaus ein. Der Sohn verteidigte die Familie. Er schoß bekanntlich 2 bei angreisenben Nazis nieder und verletzte einen schwer. Die Nazis richteten darauf ein Blutbad unter allen als linksgerichtete Personen bekannten Arbeitern in Köpenick an. Der Vater des jungen Schmaus wurde erhängt— der junge Schmaus wurde niedergeschossen- Er wurde in Berlin und auch in einem Teil der Auslandspresse als tot ge- meldet. Der Schreiber dieser Zeilen lag vor etwa 2 Mo- naten selbst schwerverletzt im Staatskrankenhaus Schorn- Horststraße, Berlin Dort wurde von Mitgefangenen gesagt, daß der sunge Schmaus in meinem Zimmer gelegen hat— mit einem Schuß im Rücken. Die Kugel sollte noch in der Wirbelsäule stecken bzw die Wirbelsäule verletzt haben. Der junge Schmaus ich nicht tot— aber der ganze Unter- körper vom Leib an ist gelähmt Er lag dann zu meiner Zeit im sogenannten Wachsaal, der Schwerkranken- abteilung. Der junge Schmaus, der ja nach der Verletzung zu urteilen, unrettbar ist. wird trotz seines Zustandes dauernd vpn Beamten der Geheimen Staatspolizei vernommen und sehr frech behandelt. ,Selbstverstümmelung" Im geplanten neuen Strafrccht Preußens wird sich eine ganze Reihe von Paragrasen mit der„Selbstverstümmelung" befassen. Dieser Begriff, der sonst nur dem Militärstrasrecht angehört, soll neu in das Strafrccht eingeführt werden: „Wer es unternimmt, sich selbst zu verstümmeln, um seine Arbeitskraft der Volksgemeinschaft zu entziehen, macht sich der Selbstverstümmelung schuldig. Ein besonders schwerer Fall liegt dann vor. wenn die Tat begangen wird, um in den Genuß öffentlicher Unterstützung zu gelangen oder um die Milbtätigkeit der Ocffentlichkeit in Anspruch zu nehmen." Daß es sich bei der„Selbstverstümmelung" um eine militär- politische Maßnahme handelt, zeigt ein Kommentar, den wir in einem gleichgeschalteten juristischen Blatt finden. Er lautet:„Die Denkschrift erwähnt häufig Wehrkraft Arbeits- kraft und Mutterkrast zusammenhängend. Dadurch drängt sich dem Leser der Gebanke auf, daß es bcrufsgenossenschaft- liche Aufgabe ist, nicht nur die Arbeitskraft, sondern auch die Wehr- und Mutterkraft zu erhalten und wiederzuge- Winnen." Nach Begeisterung für daS„dritte Reich" klingt das nicht. Radie für Nein-Sllmmfeeilrhc Der„T a g" des Sugenbergschen Scherlverlages fordert unverhüllt zu verschärftem Terror in den Gebieten mit hohen Nein-Stimmzahlen auf, wenn er schreibt: „Die Rein-Stimmen sind in den Kreisen, die eine radi» Allgemeine kale oder««völkische Bewohnerschaft answeisen, natur- gemäß dichter gesät. Man kann also gerade bei dieser Ent- scheidung über die deutsche Ehre die Zersctzungsherde fest, stellen, und da stehen Berlin mit 10 ,5 Prozent Nein- Stimmen und mit 14,4 Prozent ungültige« Stimmen nnd Hamburg mit 12,6 Prozent Nein-Stimmen nnd 16,l Prozent ungültigen Stimmen weit an die Spitze. Es folgen Leipzig mit 9,8 Prozent Nein- und 16 Prozent ungültigen Stimmen« dann aber überraschenderweise die agrarische» Bezirke Ostpreußen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg mit je 8,8 Prozent Neinstimme« shier sind die ungültige» Stimmen mit 2,7 Prozent bzw. 10,2 und 10, S Prozent angegeben.) Diesen Sqmptomen muß un» bedingt nachgegangen werden." Doktor Wachtel Harn», Blnt» nnd Hautkrankheiten 123, Bd. Sébastopol.— Sprechstunden v. 9—12 u. 2—8 Uhr; Sonntags vormittags Nase, Hals, Ohren: Sprechstunden täglich von Η 7 Uhr. Dr. med. îfiilippe Csacjftes SPRICHT DEUTSCH 8, Av d'Eylau,(Trocadéro), Tel. Passy 47.J7 Sprechstunden täglich von 1.30 bis 3.30 Uhr tSr innere, krauen, nnd allgemeine Krankheiten Jenaer Gelehrter verhallet Weimar, 21. Nov. Wie die„Allgemeine Thüringische Landeszeitung Deutschland" aus Jena meldet, ist dort der wissenschaftliche Mitarbeiter der Firma Carl Zeiß, Prof. Dr. Ritter von Gruber aus politischen Gründen in Schutz- hast genommen worden. Prof. v. Gruber ist ein Sohn des bekannten verstorbenen Münchener Hygienikers Prof. Dr. Gruber. ; Damenstftneidei J. Mastchenko f. Ru« du Marché St. Honoré.« Tal. Opéra 72-79 Kleider, Mäntel, Pelze. Umarbaitg., Rapariaruno îîiiiiiiiminiiiiimiiiiniiiMiiiiiiiiiiiiiriinnniiniinimminimnimiiiminmfmmntmiBinirmainnmimnTiiinnninnnw BBEFICflSTEM H. R. Paris. Leider fehlt uns Ihre genau« Adresse. Ihr Brief bat uns gefreut, auch Ffjr Gedicht. Sie haben Humor genug, unseren Stogseufzcr zu begreifen: Mit soviel VerSsügcn ritten wir die „Deutsche Freiheit" allmählich z»schänden. Darum bitten wir Sie, auf den Abdruck Ihres Gedichts zu verzichten, ohne uns zu grollen. Thomas Seifensieder. Die Geschichte von Adolf Wullewau ist hübsch, aber doch nicht so originell, wie Sie glauben. So etwa« passiert täglich nicht nur in der Fantasie, sondern in der rauhen Wirklichkeit. Senden Sie uns Ihre genaue Adresse. Dann erhalten Sic Ihre Arbeit zurück. W. St., Berlin Brief und Aufsatz erhalten. Herzliche Grüße. F. D. D. Zch. Wir danken Ihnen für die Einsendung und hoffen, daß mir Raum finden, die Schilderung dieser Frage zu bringen Markgräsler Tagblatt. Dem undekannten Tinsender daNNn wir für die Uebersendung der Nummer 273. Die Nachricht haben wir schon au» zweiter Hand. Es freut uns aber, die Orginalnummer zu haben. Wenn es nötig ist, werden wir sie den gleichgeschalteten Preisekulis, die den Wahlterror drüben bestreiten, um die Ohren schlagen. Mehrere in Paris. Wir haben von dem Dortenfchen Bortrag kurz Notiz genommen, aber weder mit Torten noch mit anderen früheren rheinischen Separatisten wollen wir uns näher beschäftigen. Wir halten sie seit langem für abgetan. Torten würde heute bestimmt bei den Nationalsozialisten sein, wenn er sich lütü nicht so bloß- gestellt hätte, und er würde im„dritten Reich" durchaus eine gute Figur machen. London. Unsere Expedition wird dafür Sorge tragen, daß in Zukunft auch in England die„Deutsche Freiheit" beiser zu haben ist als bisher Sie schreiben u. a.:„Die„black shirts", Schwarz- Hemden, haben an ihren Häusern große Plakate:„Shall Jews drag Britain into war?" ISollen die Juden England in den Krieg zerren?! Auf denselben Ton ist auch die Zeitung der Bewegung gestimmt." Mit den faschistischen Strömungen in England haben wir uns wiederholt eingehend befaßt. Für den Gelamtinhalt verantwortlich: Johann PI tz In Dub- weiler: für Inserate: Otto Kuhn in Saarbrücken. 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