Swzîge nnabhSngîge deuische Tageszeitung Nummer 155— 1. Jahrgang Saarbrücken- Donnerstag, 21. Dezemb. 1933| Chefredakteur: M. Braun Ans dem Inhalt Dee!Bisch<4 int Stampf. Seite 2 QäcUtgs Weifutachtsamnestie Seite 3 Statistische. Wandet Seite 4 Tliedeccheinischec J&cief. Seite 7 Jasecatenteit beachten! Frankreich lehnt ah! Der deutsche Weihnachtsgruß nach Paris Frostige Aufnahme- Diplomatengespräche ohne Ziel Aufrüstung MIS!!! Am Montan. dem lt. Dezember, hat Reichskanzler Hitler dem französischen Botschafter Francois Poncet in einer schriftlichen Note die deutschen Aufrüstungssorderungen über- reicht. Ein französischer Botschaftsrat ist am Dienstag mit diesem Dokument in Paris eingetroffen. Das deutsche Auf- rüstungsprogramm steht nun schon im Mittelpunkt der inter- nationalen Diskussion. Sein wesentlicher Inhalt ist: t. Das Deutsche Reich erhält ein Heer von 81)0 000 Mann mit einjähriger Dienstzeit. Das deutsche Heer wird mit Desensivwaffen in uube- schränkt» Zahl ausgestattet, soweit der Defenstvcharakter dieser Waffen in Gens anerkannt worden ist. ?. Das Deutsche Reich erklärt sich damit einverstanden, daß nicht nur das Heer, sondern auch die militär- ähnlichen deutschen Organisationen, also auch SA. und SS., der Rüstungskontrolle nnterworsen werden, wenn diese sich auch ans das Heer»nd entsprechende Organisationen aller übrigen an der Ab- rüstungskonvention beteiligten Länder erstreckt. 8. Das Deutsche Reich fordert die Rückgabe des Saargebietes ohne Volksabstimmung, jedoch soll das gegenwärtige Statut des Saarkohlenbcckens vor I98Ä nicht abgeändert werden. 4. Das Deutsche Reich bietet der französischen Republik einen Nichtangriffspakt auf 10 Jahre an. * Die deutschen Forderunge» haben unter den Ratschlägen Englands zwar ein" gewisse Mäßigung erfahren, bleiben aber in einem Rahmen, der die Ablehnung Frankreichs für die drei ersten Punkte so gut wie siche» macht. Gegen einen Nicht- angrifsspakt zwischen den beiden Staaten bestehen natürlich keine grundsätzlichen Einwände, aber es bleibt nur ein wert- loses beschriebenes Stück Papier, wenn nicht vorher eine wirkliche Entspannung durch den tatsächlichen Ausgleich der großen Differenzen eintritt Eine solche Entspannung ist auch nach deii neuen deutschen Borschlägen noch nicht abzu- sehen. Die bisherigen Veröffentlichungen über die deutsche Note sagen nichts davon, ob das Reich bereit ist, aus eine Reihe von Jahren in eine Bewährungsfrist einzuwilligen, in deren Verlauf auch in der Rllstungssrage noch der Ber- sailler Vertrag mit seinen Kontrollmöglichkeiten gilt, che der deutschen Aufrüstung zugestimmt wird. Dieser Fragen- komplex war bisher ein unüberstcigbares Hindernis. SA., SS und Stahlhelm sind von dem zuständigen Aus- schuß der Abrüstungskonferenz mit Stimmenmehrheit a l S militärische Organisation festgestellt worden, d i e in die deutsche>l Effektivstärken einzube- ziehen sind. Nach dem bisherigen Stand der Verhandlungen würde also Frankreich darauf bestehen, daß SA. und SS. und wohl auch der Stahlhelm auf das Heer von 800 000 Mann angerechnet werden. Es ist schwer zu glauben, daß die Reichsregierung sich darauf einläßt. Ebensoivenig ist anzu- nehmen, daß Frankreich zugibt, daß die großen deutschen Milizorganisationen so harmlos betrachtet werden, wie irgendwelche Jugend- oder Militärvereine ohne so ausge- prägten disziplinierten und durch dauernde Uebungen aus- gebildeten militärischen Charakter. Die Kontrolle der Rüstung ist zwar auch eine französische Forderung, aber ihre Verwirklichung wird in Frankreich kaum als eine Vermehrung der französischen Sicherheits- garantie» empfunden werden. Die Rüstungskontrolle ist eine Liebltngsidee aller Abrststungssreunde. aber sie ist einst- weilen in der Praxis leider ebensowenig wirksam, wie die Abrüstung selbst. Das gilt nicht nur für Deutschland, sondern für alle Länder. Die Lage von Abrüstungskontrolleuren ist sehr prekär: sie sind den Irreführungen der zu kontrollieren- den Militärs in einem Maße ausgesetzt, daß diese bös- willigen Täuschungen Rüstungskontrollen zu einer Illusion machen. Als Napoleon I. Preußen gewaltsam abrüstete und daS Land einer französischen Militärkontrolle unterwarf, hielt er große preußische Gebietsteile besetzt. Seine gewa g« Seeresmacht hatte ein ichwachbesiedeltes verarmtes und ver- jchuldetes Land unterworfen, das kaum wehr Widerstandsfähig schien und dennoch von ISNS bis ISIS durch Scharnhorst fein Heer von Grund auf erneuerte und vermehrte. Die Erfahrungen, die General Rollet als Präsident der internationalen Kontrollkommission in Deutschland in seinen: Erinnerungsbuche niedergelegt hat, fassen das Ergebnis seiner fünfjährigen Tätigkeit dahin zusammen, daß keine Rüstungskontrolle ein Land, das rüsten will, am Rüsten verhindern kann. Einige Sätze aus dem Buche beleuchten die Situation: Ein großer Teil der Untersuchungen nach Wassenlagern mußte an dem Widerstand, de« man ihm entgegensetzte, scheitern. Unter 800 Untersuchungen führten nur 80 zu einem Resultat. Ueber die militärähnlichen Organisationen wird gesagt: Alle diese Organisationen behaupten, mit dem Reichs- wehrministcrium nichts zu tun zu haben. Es gab kein Mittel, eine Verbindung zu beweisen. Die Kommission konnte durch keinerlei Tatsachen den militäri- scheu Charakter dieser verdächtigen Organisationen nach- weisen... Maßnahmen, die interessante Tatsachen hätten zutage bringen können, wie zum Beispiel Musterung des Truppenbestandes, unangemeldete Besuche«nd dergleichen, waren undurchführbar. Von Zeit zu Zeit durchgesetzte Verbote erwiesen sich als unzulänglich... Man konnte wohl den obligatorische» Militärdienst untersagen, doch konnte man eS nicht hindern, daß die jungen Leute Sonntags auf dem Schießplatz oder auf freiem Felde zusammenkamen und Schieß- und Marschübungeu unternahmen. Von der chemischen Industrie, die einen entscheidenden Faktor der Rüstung bedeutet, sagt General Rollet: Die Gesamtzahl der chemischen Fabriken wurde anf 8100 geschätzt. Die Kommisston ließ 850 dieser Betriebe abändern, die Kriegslieferungen geleistet hatten. Der Rüstnngskontrolleur General Rollet fügt resigniert hinzu: ES gehörte nicht zn den Aufträgen der Kommission, die Zielrichtung der deutschen Wissenschaft«nd die Versuche in ihren Laboratorien zu beurteilen. So konnte denn die internationale Kontrollkommission nur erreichen, daß die Rüstungen getarnt und zum Teil aus- geschoben wurden. Es wäre lächerlich anzunehme», daß jetzt, zehn Jahre nach Rollets Mißerfolgen, die Rüstungskoutrolle wirksamer sein könnte, und an eine wirkliche Rüstungs- kontrolle über die hochgerttsteten Staaten ist bei ber mate- riellen und moralischen Schwäche des Völkerbundsapparates erst recht nicht zu denken. Die Aussichten einer dcutsch-französischcn Rüstungs- Verständigung sind einstweilen so ungünstig: wie der Aus- blick auf die Abrüstungskonferenz, wenn man von ihr er- wartet, daß sie Beschlüsse faßt und durchführt, die auch nur mit den Ansängen einer internationalen Abrüstung etwas zu tun haben. In Deutschland wird illegal ausgerüstet. Diese Fest- stellung wird uns illegalen Politikern wohl erlaubt sein, zu- mal sie allgemein bekannt ist. In Frankreich wird vom Obersten KriegSrat die Rückkehr zur zweijährigen Dienstzeit und gleichzeitig die Möglichkeit für eine freiwillige Dienst- zeit von S— S Jahren erwogen. Dadurch würde die Friedens- stärke der französischen Armee, um etwa 40 000 erhöht werden. Außerdem würden die zahlreichen Freiwilligen mit 3—sijähriger Dienstzeit die Zahl der besonders gut geschulten Berusssoldaten vermehren. In E n g l a n d ist sicher, daß britische Luftflotte im kommenden Jahr um 4 Geschwader mit insgesamt 60 Flugzeugen verstärkt wird. Diese Ber- mehrung soll nur die Einleitung einer umfassenden britischen Aufrüstung in der Lust sein. Im Januar werden britische Marinekührcr in Singapore zusammenkommen, um die Rüstungen Englands im Paztfic und im Indischen Ozean nachzuprüfen. Ueber Weihnachten aber wird Sir John Simon nach Paris fahren, um dort Gespräche über Abrüstung and Re- form des Völkerbundes zu führen. Nachher wird er in der milden Luft von Capri über all das nachdenken und nach der Rückkehr seiner Regierung in London Vorschläge für die Fortführung der europäischen Gespräche mach u. Leider dürsten der RüstungSwille sowohl in Berlin wie in Paris und in London entscheidender sein als Sir John Simons WeihnachtSträume auf Capri. Siehe zweite Seite. Ignotus 8 Europäische Gedanken Suvich in Berlin— Benesch in Paris—• Hochpolitische Reisen■ Benesch und Titulescu König Boris in Belgrad Der Besuch Litwinows in Rom hat eine Reihe von hoch- politischest Reisen eingeleitet. Es wäre falsch anzunehmen, daß diese Reisen lm direkten Zusammenhang mit der Zu- sammenkunft in Rom stehen, zumal die meisten von ihnen schon früher verabredet wurden. Die neue außenpolitische Initiative Italiens hat aber allen Reisen einen besonderen Sinn und eine besondere Bedeutung gegeben. Die euro- päische Politik wird durch die Entwicklung in Deutschland beherrscht. Diese Tatsache bleibt bestehen, auch wenn vorübergehend ein anderes Problem(wie heute das von Italien gestellte Problem des Völkerbundes) stark in den Vordergrund tritt. Der italienischen Aktivität gelingt es aber auch, die Art, wie sich das deutsche Problem für die anderen Staaten darstellt, in starkem Maße zu beein- slußen. Insofern hat diese Aktivität in der letzten Zeit große Erfolge gezeitigt. Sehr zweifelhaft ist jedoch ob Italien Grund hat, von diesen seinen Erfolgen sehr be- friedigt zu sein. Mussolini hat manche Enttäuschungen erleben müssen. Die Haltung Litwinows gehört zu diesen Enttäuschungen. Es läßt sich heute schon sagen, daß Litwinow keine Neigung gezeigt hat, irgendwelche politische Aktion mitzn- machen oder zu unterstützen, die die Stellung Deutsch- lands stärken würde Ablehnend steht Sowjet-Rußland auch allen Versuchen Mussolinis gegenüber, zwischen Sowjet-Rußland und Deutschland eine vermittelnde Rolle zu spielen. Man darf noch weiter gehen und sagen, daß die russische Politik heute noch stärker auf die Freund- schaft und aus das Zusammenwirken mit Frankreich orientiert ist. als das bisher war. Die deutschen Be- strebungen, Polen für eine Aufteilung der Ukraine oder für den Tausch des polnischen Korridors um die russische Ukraine zu gewinnen, bringen erst recht Sowjet-Rußland und Frankreich noch enger zusammen. » Auf der anderen Seite ist Mussolini auch mit der Hal- tung Deutschlands alles andere als zufrieden. Mussolini steht, was die deutsche Aufrüstung anbelangt, auf dem Standpunkt, daß sich diese Aufrüstung schon in einem nicht unbeträchtlichen Matze vollzogen hat und daß man sie durch eine internationale Vereinbarung legitimieren soll. Er will aber die weitere Aufrllstrung aufhalten. Auch Italien hat kein Interesse daran, daß wieder ein voll auf- gerüstetes Deutschland entsteht, das imstande wäre, seine Eroberungspläne zu verwirklichen. Die deutschen Forde- rungen, wie sie von Hitler in seiner Unterredung mit dem französischen Botschafter formuliert wurden, gehen auch für Mussolini viel zu weit. Es wurde in Rom zu verstehen gegeben, daß die Mitteilungen des deutschen Botschafters Musiolinie nicht gefreut haben. Der faschistische Diktator erinnerte sich dann an die Erfordernisse der internatio- nalen Höflichkeit und schickte seinen Staatssekretär Suvich zum„Gegenbesuch" nach Berlin. Eine reine Höflichkeit?- angelegenheit! In der Tat aber zweifelsohne ein Versuch, die deutsche Politik zu einer Mäßigung ihrer Forderungen zu bringen. Es wäre verfehlt, die Frage nach dem Erfolg dieser einen Mission von Suvich zu stellen, die an sich nur ein Glied einer bestimmten politischen Aktion ist und man muß sich vorläufig mit der Feststellung des Sinnes dieser Aktion begnügen. * Der Gegenstoß gegen die politische Aktivität Mussolinis wird geführt von der Kleinen Entente. Es ist keine Ueber- roschung, daß dieser Bund der„kleineren" Staaten mit aller Scharfe Stellung gegen die von Italien verlangte Reform des Volkerbundes nimmt. Während sich Mussolini früher anschickte, ein Hüter der Rechte der kleineren Staaten gegen die Großmächte zu sein und in der vom 2. Juli 1930 datierten Antwort der italienischen Regierung Frankreich lehn! wie Berlin es sieh! Zwischen Paris und London Berlin, 2(1. Dez. In der französischen Presse sind die Meinungen sehr geteilt darüber, ob aus dieser Grundlage verhandelt werden soll. Die rechtsstehenden Kreis« suchen nach wie vor aus dem Gang der Abrüstungsbesprechungcn Kapital für die Wiedereinführung der zweijährigen Dienstzeit in Frankreich zu schlagen. Andere sprechen von deutschen»Höchslforderungen", die durch Verhandlungen herabgesetzt ivcrden könnten. Sehr vorsichtig ist man in der Frage der militäräbnlichcn Organisationen geworden, weil man erkannt hat, daß sich jeder derartige Vorstoß auch gegen gewisse Verbündete Frankreichs, vor allem die Tschechow sloivakei und Jugoslawien, richten würde. In der englischen Preste tritt beute wieder stärker das Streben nach Vermittlung zwischen der deutschen und er sranzösi'chen Auffassung hervor. Die„Times", d'.e in den letzten Tagen volles Verständnis für den deutschen Tlund- pilnkt an den Tag gelegt und den Franzosen zug.'"edel hatte, sich gleichfalls auf den Voden der Tat>ael»en zu stellen, sucht heute offenbar eine günstige Stimmung kür den Pariser Besuch Sir.stob» Simons zu schassen. Taâ Blatt tritt jetzt wieder Mr die möglichst baldige Wiederaufnahme der Genfer Arbeiten, gegebenenfalls auch ohne Deutschland. e,„. Kühl „Nur eine Mitteilung" Paris, 2». Dez. flu der von dem französischen Botschafts- rat Arnal nach Paris überbrachten schriftlichen flnsammcn- sanuug der deutschen Forderungen erklärt der»Wattn*, die französische Regierung brauche ank diese nunmehr schrkst- lich festgelegten Vorschläge nicht durch eine Note zu ant- wortcn: denn es bandele sich nur um eine Mitteilung des französischen Botschafter». Also werde die französische R:- gicrung sich darauf beschränken, dem Botschafter in Berlin ad? ihre Ansichten über den Inhalt dieser Mitteilungen zur Kenntnis zu bringen. Ter„Petit Pari sien* erklärt, daß die schriftliche flusammeniassung der Anregungen sehr nützlich sei, da diese Präzisionen bei dem Besuch des englischen Außenministers Sir John Simon den Hauplgegenstand der englisch-'ran- zösischen Verhandlungen abgeben würden Nach dem Blatt dürften die Unterredungen Boucour—Simon am Frettng und Samstag stattfinden. vie Saarfrage Furcht vor der Volksabstimmung# Auch jn den neuen Vorschlägen will der Reichskanzler durchaus ans den angeblich sicheren Triumph einer Volks- abstimmung im Saargebiet verzichten. Er weiß sehr«enau, wie labil die politischen Stimmungen im Saargebiet sind und wie sehr sich die Aussichten einer Volksabstimmung in den langen Monaten ändern können, die uns noch von ihr trennen. Wird doch auch die Neigung der Katholiken, sich unter das heidnisch-barbarisch« Joch deS Wotansreichs zu begeben, von Tag zu Tag geringer. Wie vorauszusehen war, will der Reichskanzler w i r t- Ich a it lich den Franzosen weit entgegenkommen, wenn er nur die politische Gewalt über das Saargebiet erlangt. Einst- iveilen bietet er den Franzosen die iveitere Ausbeutung der Gruben an, uud man geht wohl nicht lebl, wenn man an- nimmt, dast die deutsche Reichsregicrung bereit ist die Gruben auch noch nach 1085 de» Franzosen zu überlassen. Dies schon deshalb, weil das Reich nicht die hunderte Gold- Millionen besitzt, die es zum Rückkauf der Grnben aufbringen must. So harmlos wird aber Frankreich nicht sein, dast es die französischen Gruben dem Terror eines politisch unbc- hinderten Hitlerregimes überlästt und Sicherheiten gibt es gegen dieses Regime schon deshalb nicht, weil es sich an Ver- träge nicht hält. Darüber könnte neben Herrn Hugcnberg auch Herr Franz von Papcn sachkundig Auskunft erteilen. auf das Memorandum von Briond(über die„europäische Union") sogar direkt und wörtlich der Gedanke der „hierarchischen" internationalen Organisation verworfen wurde, verlangt jetzt Italien eben die internationale „Hierarchie", die organisatorische Verankerung der Vor- Machtstellung der Großmächte, denen die höhere„Verantwortung" obliege und das weitgehende Ausschalten des Einflusses der kleineren Staaten im Völkerbund. In den Staaten der kleinen Entente begreift man sehr gut, daß Mussolini letzt einen energischen Versuch macht, die Staaten, die nach der Revision der Verträge verlangen, mit Deutschland an der Spitze um Italien zu gruppieren. Der rumänische Außenminister Titulescu, der mit seiner starken Begabung die Eigenschaft verbindet, manchmal sehr offen zu werden, hat anläßlich seiner Zusammenkunft mit Benesch über die Dinge völlig eindeutig gesprochen und hat erklärt: die Revision bedeute dtn Krieg. Er Hat sogar betont, Jmjj Rumänien nicht nur seine Grenzen, sondern auch„Slonnrkien wie sein eigenes Land" verteidigen werde. Von der Zusammenkunft mit Tttnlesrn fuhr Benesch nach Paris, und zwar nicht nur als Leiter der tschechischen Außenpolitik, sondern als Wortführer der Kleinen Entente, zweifelsohne mit Vollmacht, im Namen des ge- samten Bundes zu sprechen. Schon die Tatsache seines Besuches in Paris ist eine Demonstration— eine Kund- gebung gegen italienische Pläne, sowie gegen jede Nach- giebigkeit den deutschen Forderungen gegenüber. Während Frankreich durch die italienische Aktivität und durch den englischen Umfall unter starken Druck gesetzt wird, will die kleine Entente den französischen Widerstand gegen die deutsche Aufrüstung und gegen alle Reoifionspläne unterstützen und stärken. In diesem gonzen Zusammenhang gewinnt auch die Eni- wicklung der jugoslawisch-bulgarischen Beziehungen, die im Besuch des bulgarischen Königs in Belgrad ihren Aus- druck nach außen gefunden haben, eine besondere Bedeu- tung. Es kommt auf dem Balkan etwas zustande, was nahezu wie ein Wunder anmutet. Unter dem Druck der gemeinsamen wirtschaftlichen Not, unwillig, weiter in der Rolle der Bälle im Spiel der Großmächte zu bleiben, in der Angst vor der Verwicklung in eine neue Katastrophe, finden die beiden Todfeinde, Jugoslawien und Bulgarien, den Weg zur Verständigung. Freilich stehen wir noch nicht am Ende der Entwicklung. Sie ist aber schon stark fort- geschritten, und alle Berichte sprechen dafür, daß sich der denkbar schärfste und unversöhnlichste Gegensatz, der bis- her zwischen den beiden Ländern bestand, in einem er» staunlich starken Maße gemildert hat. Das ist eine Eni- wicklung von großer historischer Bedeutung, zumal es sich nicht nur um die Aussöhnung zwischen Jugoslawien und Bulgarien, sondern auch um die gegenseitige Annäherung zwischen allen Balkanstaaten handelt. Sollen'wir wirk- lich das Wunder erleben, daß diese gefährlichste Ecke zu einem Musterbeispiel der zwischenstaatlichen Organisation wird? Bedeutsam ist es auf jeden Fall, daß schon dit An- sähe zu solcher Verwandlung vorhanden sind. Nun ist diese erfreuliche Entwicklung zugleich ein Schlag gegen die italienische und auch gegen die heutige deutsche Politik. Bulgarien gehört zu den desiegten Ländern. es hat bis jetzt um die Revision seiner Grenzen, namentlich um Mazedonien gegen Jugoslawien, gerungen. Das Aus- spielen Bulgariens gegen Jugoslawien war ein sehr wesentlicher Bestandteil im System der italieniscken Politik, die gegen Jugoslawien besonders scharf gerichtet ist. Zugleich war die Bedrohung von dulporiscker Seite eine Schwächung der Kleinen Entente. Jetzt ist Bulgarien im Begriff, sich mit Jugoslawien zu verbünden und oamit die revisionistische Front zu verlassen, zu der dann nur Deutschland und Ungarn gehören würden. Jugoslawien wird aber in der schärfsten Kampfstellung gegen den „Revisionismus" bleiben, mich wenn es seine Querellen mit Bulgarien bereinigt hat. da es sich nicht nur von Bulgarien, sondern auch vor allem von Italien dedroht fühlt. Aus diesem Grunde wird auch die französische Orientierung der jugoslawischen Politik unveränder- lich bleiben, während die italienische Orientierung Bul- gariens jetzt in Frage gestellt ist. Diktatur der Bürokratie Das preußische Staatsminijtcrinm hat ein Gesetz über die Neuordnung der gesamten inneren Verwaltung erlassen. ES bedeutet das Ende jeder Selbstverwaltung und die Degradte- rung der Bürger zu willenlosen Untertanen der zentralen Bürokratie, die ihrerseits wieder den Befehlen der Nazi- Bonze.« v n:cr steht. Alle Gemeinde- und Provinzparlamente verschwinden. Die gesamte Verwaltungsführung wird a u t o ri« tär in die Hand des Oberpräsidenten oder Führers der Gemeinden gelegt. Jn der Provinz entscheidet der Oberpräsident, in der Gemeinde der Bürger- meister. Die für die Geschästsgebarnng notwendige Eni l a st n n g, die bisher von den jeweiligen Kvmmnnalparla- mentcn ericilt wurde, wird in flukunst von den kommu- ii« 1 c Ii Aufsichtsbehörden in Preußen gegeben. Die im neuen Gesetz vorgesehenen Provlnzialrät« und Ge meinderäte erhalten damit nach dem Vorbild de? preußischen Staatsrats in seinem Verhältnis zur preußischen Staats- regierung und zum Ministerpräsidenten rein beratenden Charakter, Von gleicher Redentang bleibt die Be stimmiing des neuen Gesetzes, daß in flnknnit die Be ru sun g der Bürger m ei st er ebenkalls dem Staat zusteht, wobei den Städten ein bestimmtes Bor- schlagsrecht eingeräumt wird, ohne daß damit irgendwelche Bindungen für die oberste StaatSiührung eingegangen werden. Diese ganze Verwaltungsordnung ist nach dem korrum piercndcn Grundsatz ausgestellt: eine Hand der Bürokratie wäscht die ander«, Da» preußische Botk wird in der S'fent- lichci Verwaltung weit hinter den Freiherrn vom Stein etwa in die lriderizianilche fleit zurückgeworkrn. D'e naiionalsozialistiichc Presse meldet noch: Dir Ge-- meinderäte werden entsprechend der Bedeutung ihres Am- les im Einvernehmen zwischen Aufsichtsbehörde und Gau- ieiter berufen Zwecks engster Verbindung mit der national- sozial'siifchen Bewegung sind lerne, als Gemeinderäte stets der oberste örtliche Leiter der NSDAP und der ranoälteste Führer der Sturmabteilungen oder der Schutzstaffeln der NSDAP, su berufen. »er Bischof im I Das»dritte Reich* sucht die Einrichtungen der katholischen Kirche trotz Konkordats und trotz aller Garantien des Glau- bcnsbruder» Papcn weiter abzubauen. Auch die katholische Caritas soll den Ansprüchen des»totalen* Staates, der da» Wohltun als weltliche Angelegenheit für sich allein bean- spracht, zum Opser fallen. AuS zahlreichen Orlen kommen immer dringendere Klagen zu Ohren der Kirchcnsürsten über Untcrdrückungsvcrsuchc gegen die kirchliche Caritas und über andere Repressalien. Gegen die Bestrebungen wendet sich jetzt der Trier Biichos Dr. B o r n e w a s s e r in Ausführungen, die die ganze Spannung zwischen dem Hitlcr-Rcich und der katholische» Kirche offenbar machen. Jn Trier sand jüngst eine Fc'er des VInzenz-Vercins statt, zu deren Abschluß der Bischof folgende Worte hielt:, »Solange die Kirch« besteht, werde auch dt« Caritas- der Kirche bestehe». Wer da glaube, sie könne zerschlagen oder entbehrt werden, der sei befangen in einem gcfährl'chen Irrtum. Wer die Caritas der Kirche zerschlage» wolle, müsse zuerst die Kirch« selbst zerschlagen. Denn sie gehöre zum Wesen der Kirche. Der Bilchof dankte dem Reichskanzler für die Einrichtung de» gewaltigen W'nierhilfswerk. Er ireuc sich von ganzem Herzen, daß den Armen in großzügigster Weise geholfen werden soll. Aber er hone, daß die vier Verbände lNS.-Volks- wvhlfahrt, Kathol. Eartlasverbaiid, Evangelische Innere Mission Rotes Kreuz», wie e? der Wille des Führers sei. einträchtig zusammenarbeite» und daß man sich die großen Erfahrungen der Verbände, die mit viel geringeren Mitteln Großes in der Winierhiifr früherer Jahr« geleistet hätten, gerne zunutze mache. Er Hoffe auch gerne, daß die reichen Gaben, die von allen Seiten kl'eßen, ohne Ansehen der Per- son in Gerechtigkeit und Liebe verteilt würden. Der pri- vaien Caritas wirb die Welt nie entbehren können. Auf keinem«Gebiete. Der Bischof wandte sich mit tiefem Ernste aeaen eine jüngst in Köln gehaltene Red«, ans de» eine Unkenntnis vom Rechte, vom Umiang»nd vom Geiste ber Caritas der Kirche sprach, die in den weiteste» Kreise» des kathol scheu Deutsch- vie fOrsllidien Mensctientftfrranfen Frisch auf ihr Brüder—'s geht nach Amerika! In diesem Monat jährt sich zum hnndertsünfzigstenmal der Tag an dem die letzten der deuiichen Söldner, die der Köng von England gekaust hat, um sie gegen dir für ihre Freiheit und ihre Menichenivürde ringende» Anicri- tauet loszulassen, in Aeunork au Bord gegangen kind, um beimivärls zu segeln. Es waren die hessischen Jäger, Die Heimfahrt der deutschen Söldlinge begann eigentlich schon im Sommer 17S3. fluletzt kamen b e Truppen von Hessen- Kassel daran. Acht Jahre lang, von 1775, bis l7vî>. wehrîen sich die Amerikaner in heldenhafte» Kämvfrn gegen ihre Unterjochung durch den König, durch die Aristokraten und durch die Kausleut« des Muiterlandes England, das die Heimat ihrer Väter war. Die Kämpfer und Sieger jener fleil schufen d'e Vereinigten Staaten, die damals Ihren Weg zu ihrer heutige» Höhe angetreten haben. Das englische Volk verabscheute den Krieg— er war frei- lich auch ein Ge-chäftSunternehmen. das die Knechtung des überseeischen Brndervoltes zum Ziele halte. Jn England tourne man»ichi genügend Soldaten für den Krieg werden, man mufttc sie alto tm Ausland kaufen. Und wer wärest die Verkäufer? Die deutschen Landessürst en von Anhalt-flerbst, Ansbach- Bavreuth. Braun- schweig H esse»-Hanau, H essen-Kassel und W a l d c ck. Elina dreißigtauiend ihrer Untertanen ver- kauften sie an den englischen König»nd erhielten dafür viel« Millionen lind ivaren die Landeskinder nichi willig, io brauchten die Landesvätcr Gewalt. D-e lllrstlichen Menschenlteseranten boten ihre Ware gn, wie da« GelchäftSleule zu tun pflegen. Jeder pries iein gut assortiertes Lager an Generalen, O'fl- zieren»nd Mannschaften und schwärzten sogar die Ware d"? andern an. Sic konnten freilich dem Agenien England», dem Obersten F a>» c i t I der die Käufe abschloß, nicht» vormachen Der verstand le»n Geschäft gut und schaute sich genau d'e Ware an ebe er sie kaufte, Der größte Menichenlieferant unter den deutschen Lav- dessüriten war Friedrich u., der Landgras von Hessen-Kassel. ein Ahne des Prinzen Philipp von Hessen, de» Naziführers »»d Neffen des gewesenen deutschen Kaisers Wilhelm it. lands großes Befremde» hervorrief. In dieser Rede wurde bei Sem Punkte»Erbgesunöc und Erbkranke* das Wort gc- sprachen:»D'e Caritas der Kirche soll sich ber Erbkranken annehmen Damit erfüllt sie ihre Ausgab«. Nur auf diesem Boden hat sie Existcnzberechtlgung.*—»Dt« Kirche*, sagte der Bischof»hat sich immer, wie all«r Kranken, so auch der Erbkranken angenommen. Sie tut es und wird es auch weiter in». Aber ich lege Bermahrnng dagegen«in, daß da- m't ihre Aufgabe erfüllt ici und daß sie nur auf diesem Boden Ertstenzberechtignng lmbe. Für die katholische Kirche gibt es keine Grenz« in»er Arbeit für all«, die ittrer Liebe bedürfen E» werden auch in der flukunst Hunderttausende von Erbgeiunden dteiben— ich denke alle'n an die erbgeiun- den. kinderreiche» Familien—, di« der christliche Caritas sticht entbehren können. Ter AusgabenkrelS der christlichen Caritas umschl'eßt jede Ari von Not und Seid und Hilss- bedllxftigkri«, wo immer sie sich linde», Ihr« Sristenzb«rech- tignng hat die SarKad der Kirche vav keiner weltlichen Macht Sie hat sie von Gort»elber, der der jungen Kirche den Befehl mit aus den Wcltiveg gab:»Tut Gnies allen! L'e- bet einander! Darum loll ma» erkennen, daß ihr meine Jün- gcr seid daß ihr einander liebt!* Von dieser Liebe darf niemand ausgeschlossen bleiben* » Aus dieier Rede ist ersichtlich, daß der Konflikt um da» Ktcritijierungsgesev tm Hinlergrund dieser Aus- einander ctzung steht. Der Staat will zn>«cks Rassenertüchti- gung sterilisieren, die Kirche soll die Operierten und Erb- kranken nachher pflegen dürfen: diese Arbeitsteilung stößt ans den Widerspruch der Kirche. Bald sind, mit Ausnahm« deS gleichgeschalteten Freiburger Bischofs Dr. Gröber, alle Bischöt« d-r katholische Instanz in Anfrnhr«nd t« Opposition. Tic wissen, daß die nächste Etappe des braunen Trachtkampfes gegen die Kirche gerichtet ist. Trotz aller Bedrohungen und Verhaftungen wächst der Widerstand auch in ber niederen Geistlichkeit, weil die iicuen Anträge des Konkordats nirgendwo innegrhcklten werden. ES gelang ihm, Asiosi Lanbcskinder zu verkaufen: er erbtet« dafür al» Kaufpreis mehr als B Mill'onen Taler. Mirabeau, einer der führenden Männer der Französischen Revo- lution. wendete sich damals in einer Flugschrist gegen den fürstlichen Menschenhandel und auch die Liberalen im^Parla- ment von London verschwiegen nichi. ivlc si? über die Schande Englands dachten, das Kämpfer gegen d'e Freiheit kaufte. Man versuchte sogar damal». den an England verkauften Menschen einzureden, dast sie einer guten Sache dienen. Der soldatische Drill sorderic von ihnen nichi nur strastimeS Ererbteren, sondern auch Geiano in dem sie den Fluch der bösen Tat noch verherrlichen mußt«». Damals entstand sol- gendes Lied: Fr'sch aus. ihr Brüder, ins Gewehr, s' geht nach Amerika! Versammelt sich schon«nier Heer. V'vat. Viktoria! Das rote Gold, das rote Gold. Das kommt man nur so hergcrollt. Da gibt's auch, da gibt's auch, da gibt» auch besseren Sold. Das Leben hätten wir hier satt. Wir wollen in das Feld, Weil man ja kaum zu fressen hat, Dazu îo wenig Geld Und einen Tag und alle Tag' Dieselbe Plag. dieselbe Klag'. Spießruten, Sp'eßrnten, Spießruten, daß eS kracht. Adchö mein Hessènland. adchö? Jetzt kommt Amerika. Und unser Glück aehi in dir Höh'— isoldderge sind allda! Dazu, dazu in Feindesland. Was einem fehlt, da» nimmt die Hand, Das ist ein. das ist ei», das ist ein andrer Stand. Nur iven'gc» deutschen Söldnern ging drüben ivirtlich ihr Glück ans Nicht Goldbelg«, sondern Grabbügel fanden viele drüben. 12 0 0 sind i n den Kämpfen gefallen, stü 0 l> kind an Krankheiten mährend beb Krieges gestorben Nach Deutschland zurückgekehrt sind nur etwa 17 800. Sie haben wahrtcheinlich wenig Lust mehr ge- habt,„Blvat, Viktoria!" zu schrei««, fleitgemäft für sie blieb nur dieselbe Plag' und dieselbe Klag' alle Taa'' An die Mörder! Bon John Henry Mackay Es ist geschehen!— Und schaudernd wendet sich Bon euch, den Mördern, eine Menschheit ab: Nicht jene Menschheit, die in Nacht und Irrsinn Begraben liegt am Morgen eines Tages. Der schon die Erbe segnend überleuchtet— Nein. jene, welche durstigen Herzens schon Di« ersten seiner Strahlen in sich trank! Schaudernd von euch, den blutbefleckten Mördern. Bergebens waren alle jene Rufe, Die Menschlichkeit!— nichts mehr— von euch verlanute«. Rur Menschlichkeit!— Daß nie Gerechtigkeit Bon euch uns werden würde, wußten wir. Nur Menschlichkeit!— Doch ihr— verlachtet sie! Es ist geschehn!— Bon Furcht und Qual bedroht, Bon des Gewissens scharfem Biß gefoltert. Habt ihr— die feigen Knechte feiger Räuber— Durch eure Henker sie erwürgen lasten! Es ist geschehn!— Hört unfern Fluch! den Fluch Bon Millionen, die in dieser Stunde Sich schaudernd ab von euch den Mördern wandten. Es breite über jeden eurer Tag« Der Schatten sich des Sterbens, bis der Tod — Derselbe Tod, den ihr zu meistern wagtet— Euch einzig noch Erlösung scheint vom Leben, Und dann— verlaste euch der Tod! Dann— lebt! Euch rühre jede Nacht in jeder Stunde Die kalte Hand des Rächers an und reiße Euch auf vom Lager!— Das sei euer Leben!— Und euer Sterben dies: verlosten, freundloS. Gehaßt von euren Kindern, und verabscheut Bon allen, die ihr liebt, verflucht, verachtet, Erhebe sich vor euren starren Blicken In letzter Stunde einmal noch das Bild, Das eure Tage nie versöhnter Schatten Und eurer Nächte dräuend Schreckbild war! Dies unser Fluch! Vernehmt ihn! Lebt! und sterbet! Es ist geschehen!— Wohl starben unsre Brüder. Jedoch sie werden leben in uns allen! Sie sind die ersten Opfer nicht der Zukunft. Und werden nicht die letzten sein— uns oll« Berührt der Fittich unsrer dunklen Tage. Wenn einst die Menschen nach unzähligen Kämpfen Gelernt, was„Mensch sein" heißt, und„menschlich handeln". Dann werden sie— wie wir in diesen Tagen— Mit Abscheu sich von jenen Mördern wenden Und eS versteh«, warum in unfern Herzen Die Liebe starb und Haß erstehen mußte. 13. November 1887. Nazibonze gestürzt Der Kreisleiter der nationalsozialistischen Betriebszellen- organisationen des Bezirkes Lörrach, Hub«, aus Haagen. ist unter dem Verdachte des Betruges und der Beruntreunug von Geldern verhaftet worden. Seine vor kurzem erfolgte Entlassung von seinem Amte habe in allen Bevölkerungs- kreisen Aufsehen hervorgerufen. Es schwell in Ostpreußen Eine Reise des„Stellvertreters" Amtlich wird mitgeteilt: Der Stellvertreter des Führers unternahm eine zweitägige Reise nach Ostpreußen, die ihn auch nach Königsberg führte. Es war der Zweck der Fahrt, den Kontakt der o st preußischen National- sozialisten mit denen des Reiches jenseits des Korridors zum Ausdruck zu bringen und Uber Sorgen und Hoffnungen besonders mit den alten Partei- genossen im Geiste der alten Kameradschaft Aussprache zu pflegen. Der Stellvertreter des Führers betonte bei seinem Abschied, daß er Adolf Hitler als Kanzler und Führer der nationalsozialistischen Bewegung die treue Gesolg- s ch a s t der deutschen Borpostenprovinz im Osten mitteilen werde * Die Reise von Rudolf Heß wurde notwendig, weil in den ostpreußischen Formationen eine Rebcllenstimmung gegen die tunkerfreundliche Parteiführung gewachsen ist. Ob Heß eine tiefere Beruhigung gebracht hat. darf man bezweifeln vie Ermordung Ottos Nähere Einzelheiten Wir berichteten, daß der Schauspieler Hans Otto von SA. in Berlin ermordet worden iei. Jetzt erfahren wir weiter, daß Hans Otto, der am 24. November im Berliner Braunen Haus von TA.-Männern ermordet wurde, vom dritten oder vierten Stockwerk aus aus das Hofpflaster geworfen wurde. Die Schauspieler der Ttaatstheater, deren Mitglied Hans Otto bis zum Frühjahr 1988 war. haben vor einigen Tagen eine Delegation zum Minister Göbbels ent- sandt, um Ausklärung über das Schicksal ihres früheren Kollegen zu verlangen. Man antwortete ihnen. HanS Otto habe sich aus Furcht vor Strafe im Gefängnis das Leben ge- nommen. Zugleich wurde angeordnet, daß über den Tod des beliebten Künstlers strengstes Stillschweigen zu bewahren sei, weil die Öffentlichkeit nicht beunruhtgt werden dürfte. Hans Otto befand sich wegen seiner kommunistischen Ge- sinnuna und keiner führenden Arbeit in der RGO. bereits zum zweiten Mal in Hast. Todesstrafe! Streik: ttodiverrot In der Denkschrift des preußischen Justizministeriums zur Strafrechtsresorm wird der Borschlag gemacht. Aussperrung, Stillegung und Streiks bei lebenswichtigen Betrieben als Hochverratsdel'kt unter Strafe zu stellen Im letzten Heft der„Deutschen Justiz", dem amtsichen Organ des Reichs- justizministers wird eine solche-trafbestimmung für n'cht weitgehend genug erklärt. Es komme nicht auf das Ob,«« d«s Streiks ober der Aussperrung, den Betrieb, an. sondern auf die Gesinnung, d'e sich in solchen Fällen immer gegen die Staatsgewalt und die Volkswirtschaft wendet. Für Streiks und Aussperrungen sei daher heut« überhaupt Ken Raum mehr Jeder Sireik und jede Aussperrung, sowie jede passive Resistenz auch Aufforderung und.^re'zungl ollen als Hochv-rrat bestraft werden. Todesstrafe kör die»Anret- zung" zum Streik— gibt es etwas, was dem Charakter des dritten Rfrf-e-" ähnlicher wäre» Görings Weihnachtsamnestie y 1 1' vT 1**. 1 1'i*'j. 1'■*!* I* 1 1 1 1 1 1 1 1 1« I I 1»' 1 1«' 1 V',''.»»>»,«, i!»«»> I» 1» ij.i.i.i.'.i. >.i!! Aus Berlin wird gemeldet: In de» Konzentrationslagern Brandenburg und Oranienburg erfolgte die an. gekündigte Entlastung von Schutzhäftlingen aus Grund des Gnadenerlasses deS preußischen Ministerpräsidenten Göring. Es handelt sich um solche Schutzhäftlinge, die auf Grund ihrer bisherigen Führung die Gewähr dafür bieten, daß sie sich voraussichtlich i» Zukunft politisch einwandfrei bewegen werden. Der Inspekteur des Geheimen Ttaatspolizeiamtcs, Ministerialrat Dr. T i e l s und der Staatskommissa Dr. Lippert hielten Ansprachen an die Entlassenen, in denen sie darauf hinwiesen, es werde nicht damit gerechnet, drß nun sofort alle überzeugte Nationalsozialisten seien. N.a verlange aber, daß sie sich in die jetzige staatliche Ordnung gehörig einfügten. Sie müßten aus unnachsichtige Strenge rechnen, wenn sie erneut wegen staatsfeindlicher Umtriebe mit den Behörden in Konflikt kämen. Was in der Meldung nicht steht, ist die Tatsache, daß die Konzentrationslager durch neue Verhaftungen gleich w eder ausgefüllt wurde». Wird Leipzig hören? 3 von SOO Professoren aller französischen Universitäten Auf Anregung des Hilfskomitees für die Opfer des Hitler- Faschismus in Frankreich, haben einige bekannte Professoren an französischen Universitäten die Initiative ergrissen und die Professoren aller französischen Universitäten zn einer ?ro test k u n dg e b u n g gegen das beantragte odesurteil gegen Torgler ausgerufen. Dieser Schritt hat zu einem nie dagewesenen Widerhall ge- führt. Bereits in wenigen Tagen haben über 80(1 der hervorragendsten französischen Gelehrten ihre Zustimmung z« einem Protest-Telegramm an das Reichsgericht gegeben, das am 15. Dezember aus telegrafischem Wege dem Reichsgericht übermittelt wurde. Das Dokument trägt u. a. die Unterschriften von: Georges Ascoli, Victor Auger, Bachelard, Paul Bastid, Emile Bcnvenistc,.Bienvenue, Dr. Ebarlcs Blondel, I. Bouryade, Bouzard, P. Bugnon. Buisson, H. Eardot, Cbampy, Jacques Ehapelon, I. Chevalier. Edouard Clapa- rede, L. Collomp, E. Corncc, Dejardin, Jean Dottin. E. Dubois, Jean Louis Favre, Guiglielme Ferrero, C. Posten, E. Fournier, Gay. M. Godechot, Rene Gonnard, Eh. Gravier- B. Guignard. I. Haag. Hadamard. H. Hesse, Maurice Javil- lier, E. Köhler. I. M. Lahy, Pierre Lamvne, Langevin, Bernard Lavergne, Le Fur. Fernand Lemaitrc. Lepointc. Paul Le Rolland. E. Leroux, I. Le Roux, H. Longchambon, Maresquelle, Pierre Maria. Louis Massignon. Ed. Meynial, F. Negre, Oualid, Paul Parmentier. Andre Pezard. Dr. C. G. Picavet. Andre Philip. Roger Picard. Henri Picron, Pigeon, Jean Pommier, Georges Poncr, Prenant, E. Raymond, A. Renaudet, I. Repelin, Pierre Ronzn, Louis Roussel, Saanac, C. Toussaint, Turpain, Emile Turriere, Georges Urbain. P. Baillant, R. BalloiS, S. Verlaine, Jean Wahl, Wallon, Rene Waltz, Georges Weill, A. Weil, L. 'Goretti. Neue Morddrohnug gegen Oimlfrotf Die Tatsache, daß unter dem Druck der in allen Ländern mobilisierten Massen und der öffentlichen Meinung der Welt, der Oberreichsanwalt in Leipzig für Dimitroff, Popofi und Tanesf Freispruch beantragen mußte, hat die national- lozialistische Presse— die unter dem direkte» Kommando des Reichspropagandaministers Göbbels steht— in hellste Raserei versetzt. Unvergessen noch sind in der Welt die furchtbaren Drohworte G ö r i n g s bei seiner Vernehmung im Leipziger Prozeß:„Warten Sie. Dimitroff, bis ich Sie außerhalb des Machtbereichs dieses Gerichts habe!" Diese offene Morddrohung eines Ministers des„dritten Reiches" vor den Augen der ganzen Welt wird jetzt durck einen Artikel von Dr. Otto Kriegk, der am 17. De- zcmber in der gleichgeschalteten Zeitung„Der Tag" ver- öfsentlicht ist, und der durch die ganze deutsche Presse geht, nochmals unterstrichen. Es heißt dort unter anderem: „Man verurteile sie jDimitroff, Popoff und Taneff. An«, d. Rcd.j oder spreche sie frei. Das ist Sache des Gerichts und das weitere wieder Sache der staatlichen Gewalt." „Die staatliche Gewalt?" Das ist Herr Göring— ihm sollen Dimitroff, Popoff und Taneff ausgeliefert werden! Ueberall muß der Ruf aufgenommen werden: Sofortige Haftentlassung für Dimitroff, Popoff und Taneff. Gegen ihre Auslieferung an Bulgarien! Garantie für ihre Sicher- hcit! Freie Wahl der Grenze, aus der sie aus Deutschland auszureisen wünschen. Die öffentliche Meinung der Welt macht die Hitler-Regierung für das Leben der unschuldig an, geklagten Bulgaren und Torglers verantwortlich! Rnssisdie Stimme Polizisten, Diebe, Irrsinnige, Göring und Göbbels Moska«, 19. Dez. Die„Prawda" schreibt in ihrem Artikel „Skandalöses Finale der Leipziger Gerichtsverhandlung": „... Unter den Anklagezeugen marschieren aus: 20 Schutzleute des Außendienstes der Kriminalpolizei, Polizeikommistare und Inspektoren, S Lockspitzel, 2 Spitzel, 2 Diebe. 8 Staatsbeamte, darunter der Verwalter des Präsidenten palais, 3 Nazi-Abgeordnete, 7 Nazi-Funktionäre, ein Irr- sinniger sowie Göring und Göbbels. Auf den Aussagen dieser„Zeugen" ruht dasganzeLügengebäudedes Staatsanwalts Werner hält das Braunbuch für„widerlegt". Wovon, von wem? Der Staatsanwalt gibt keine Antwort, überhaupt zieht er es vor, keine Beweise zu bringen. Was konnten die Staatsanwälte, diese Verteidiger der wahren Brandstifter, machen, nachdem die Nazi-Richter im Verlauf dreier Monate es nicht vermochten, ihre Brotgebcr auch nur um ein Jota reinzuwaschen.. Die„Prawda" schreibt weiter: Eines der Hauptargumente d": Anklage sei, daß di- Kuriere, die die Direktiven der Zentrale für den Aufstand überbringen sollten, abgesangen wurden.„Jedoch sonderbar." fährt das Blatt fort,„wenu Kuriers abgefangen wurden, wer sind sie, wann und wo wurden sie ebgefangen? Welche Direktiven wurden bei ihnen gesunden? Wo sind sie jetzt? Warum führt Werner sie nicht an? Wieso ist es möglich, daß diese wichtigen Dokumente in den Akten fehlen? Wo find diese Kuriere, ivarum werden sie nicht vor Gericht verhört?" Baumwollweberei hofft.... Der G e s a m t v c r b a n d Deutscher B a il m w o l l- iv e b e r e i e n e. P., Berlin, berichtet: Mit dem Eintritt der Wintersaison verstärkten sich in der Gesamtlage der Baumwollwcbcrct die ivirtschaktlichen Widerstände. Der Austragseingang hat erneut nachgelassen. Nachdem schon das Herbstgeschäft nicht den Erwartungen entsprach und auch das Wintergeichäit bis jetzt nur schwache An- iätzc zu einer Auftragserhölning in bestimmte» Artikeln zeigte, muh von einem Ausfall der Nachfrage im letzten Monat berichtet werden, der zwar bis jetzt noch zu keinen RetriebSeiiischränkuiigen geführt hat. we'l die OrdreS aus triiheren Monaten immer noch einen beachtensiverten Be- schättigungsgrad sicherten. infolgedessen erscheint der Monat November hinsichtlich der Beschäftigung der Werke in keinem so unsreundlichcn Lichte wie hinsichtlich des Auf- tragscingangs. Aus verschiedenen Anzeichen und Anhalts- punkte« darf man schlieft?», daft ein wesentlicher ungedeckter Bedarf a» Baumwollerzeuguineu vorliegt, der die Aussichten für den Absatz vvn Baumwollsabrikaten für die nächste Zeit verhältnismäßig günstig erscheinen läßt. Dicreiporf schwach „Aussichten zurückhaltend'' Nach Angabe» in der Mitgliederversammlung belies sich der R ii ck g a» g der deutschen BicrauSfiihr im Jahre 1932 gcgeiiiibcr 1981 nur 89,1 Prozent. Die deutsche Bier- ausfuhr sei von den bekannten Bieraussuhrländcru relativ am stärksten zurück"—"»gen. Diese Entwicklung sei aus den erschwerten Wettbeiverb mit den Ländern mit abgewerteter Währ»,o-uriickzuilihren. Gegen tand län">-rer Er?-''ftp' t d"s Währungs- nnd Nreisd'onv'na>>-» hie j," fast allen oft- asiatischen Märkten einen starken Ausschwung ihres Bier- absatzco zu verzeichnen Ü'-'efit der japanischen Konkurrenz in Niedcrländiich-Zndieu angekün- digte amtliche Kontingentberuna der Biereinfuhr sei mit Wirkung vom 1:'^«-»-mb-r 1988 in Krait gesetzt ivordcn. In den letzten Monaten des Berichtsjahres zeigte sich eine gewisse Besser» i" er Bieraus'nbr. Bon besonder, c Bedeutung sei die Milderung bzw. Aufhebung der Prvhi- lntion in USA. E^ie~ Av>l z j«« rast getrct-i>e sog. Cullen-Beer Bill, die eine Einfuhr von Bier mit einem Alkoholgehalt bis zu 8.2 itzewichtsvrozent zuließ, habe eine BiereinfuHr in die Bereinigten Staa'en in den Monaten Avril bis Scntcw^-r z^ v^n 2''99972 O'-llonen gleich 80 079 Hektoliter zur Josse gehabt. Hiervon sei Deutschland mit 401 87ö Gallonen gleich 18.">98 Hektoliter beteiligt. Es solaen Kanada, Jana» Meriko. Kuba, Grobbriraiinien die T'^'^chstîlowakci und Dänemark. ? ie Aussichten kür die künftige BDranssuhr nach den Bereinigten Staaten iv e r d c n zurückhaltend be- urteilt. Oie Löhne tief! Ans einer Gewcrkschaktsvcrsginmkung des Metallarbe'ter- 2'erbandcs in Frankfurt a. Ai. kam der„Geschäftsführer" J l i ck aus die„derzeitige Tchmutzkonkurrenz" zu sprechen, „die sich an einzelne» Orten sehr stark bemerkbar gemacht hat und schildert ftälle. wo z. B. Arbeitgeber Arbeitnehmer einstellen die tagelang beschäftigt werden und ihnen statt Lohn ein getragener Anzog gegeben wird, ferner wo Ar- beitgcbcr Arbeitnehmer einstellen, die noch zum Teil vom Wohlfahrtsamt unterstützt iverden". Oer Umfang der gewerblichen Kartellierung Nach dem Wochenbericht des Instituts sür.Konjunktur- sorschung»Nr. 89» gab es um die Jahrhundertwende rund 899 Indnstrickartclle, 1925 rund 1590 und gegenwärtig mehr als 2199. 49 Prozent aller Waren sind gering gerechnet prcisgebunden...Außerdem kann diese Schätzung bestimmte ^Zweige der Industrieivirtschait. vor allem Teile der Nah- rungs- und Gcnnßmittelindustrie. nicht einbeziehen, weil diese Branchen in der Inderzn'fer der Großhandelspreise nicht entsprechend erfaßt und." Der Bericht nimmt daher an. daß„bei über der Hälfte der industriellen Produktion die Bcrkausspreise gebunden sind. Dabei ist in diesem Anteil nicht einmal berücksichtigt, wie sich z. B. die Bindungen der Grundstoiipreise für die Abnchmcrindustrien auSivirlcn uiiv." Wunder der ArbeMslosenstattstlh Der FUhrer hat Redit" Die Holzarbeiter Im Märdienland Mit welchen Mitteln die amtliche deutsche Statistik die Arbeitslosigkeit beseitigt, ist hinlänglich bekannt. Daß die Statistik der gleichgeschalteten G e w e r k s ch a t t e n an Ttrupellosigkett dahinter zurückbleiben könnte, wird nie- mand vermuten. Nur daß sie die Spuren ihrer Fälschungen noch nicht so gut zu verdecken gelernt haben, wie die amt- lichen Spezialisten, wie nachfolgende Zahlen zeigen, die wir der gleichgeschalteten„Holzarbeiter-Zeitung" ent- nehmen. Der deutsche Holzarbcitervcrband verzeichnete als letzte Meldung unter dem alten Regime sür Ende März 1933 eine Arbeitslosigkeit von 09,6 Prozent. Tie Aprilzisser wurde schon unter Nazileilung, aber augenscheinlich ohne besondere Anivcisung, verarbeitet, denn das Ergebnis ivar 09,7 Pro- zent. Ja, auch der folgende Monat brachte noch keine Ver- änderung. Treu und brav'meldete die Berbandsstatistik für Ende Mai wieder ihre 08,9 Prozent Arbeitslose, obivohl doch nun nicht nur die Zeit der ionst üblichen Taisonkoniunklnr gekommen war, sondern auch die Hitlersche Arbcitsschlacht bereits einen Tieg nach de», anderen publizierte. Welches Donnerwetter die Schuldigen dieses nnbcgreil- lichen Negieiehlers ereilte, wissen nur die Beteiligten selbst und es ist möglich, daß mit aus diesem Grunde der Ber- bandSkührer zum Teufel gejagt und ein anderer schneidiger SA.-5korporaI an seinen Platz kommandiert ivnrde. Das wäre doch gelacht, wenn nicht einmal aus den Nazisiltalen die statistische Greuelpropaganda auszutreiben wäre. So ging es denn nun auch— nach einer kleinen Berlcgcn- hcitspanse des Stillschweigens— mit Riesenschritten vorwärts. Schon Ende August waren es nur noch 45,9 Prozent, im nächsten Monat 39,8 und Ende Oktober 88.8 Prozent. Diese Leistung ist um so bewundernswerter, als sie ohne jede Mit- ivirkung einer.Koniunktnrbciserung vollbracht iverden mußte. Alle Wirtschaftsberichte ans der Holzindustrie lassen keinen Zweifel darüber, daß selbst die fällige Taisonkoniunktur nach Hitler-Deutschland sich so recht nicht hineingetrautc. Aber trotzdem sank die Arbeitslosigkeit in wenigen Monaten von 79 aus 84 Prozent. Auch wen» von den rund 181 999 arbeitslosen Berbanbsmitgliedcrn. die Ende April registriert waren, mehrere zehntausend durch Arbeitsdienst und anderen Wehrsport zwar nicht in Arbeit, aber aus der VcrbandSstatistik gekommen waren, konnte der Rückgang nicht annähernd so groß sein. Tatsächlich— und hier findet man, daß die Regie immer noch mangelhast ist- ist die absolute Zahl der Arbeits- lösen auch in der Berbandsstatistik nur in einem sehr bc- scheidenen Maße zurückgegangen, nämlich von 189 988 im April aus 11-1 545 im Oktober. Das starke Tinken der Pro- zcntzjsscr erklärt sich aus nichts anderem als— der Erhöhung der Mitglieder,iner^ Selbst wenn man die Zahlen, die darüber von den Nazigewerkschaften veröffentlicht wer- den, als richtia unterstellen wollte, würde das doch nichts anderes bedeuten, als daß die in Arbeit Stehenden in die Verbände hineingepreßt werd-n und daß allein dadurch der Prozentsatz der arbeitslosen Mitglieder herabgedrückt wird, ohne daß ihre Zahl wirklich geringer geworden ist. Neben der Arbcitslosenstatistik führte der Holzarbeiter- verband auch eine fortlaufende Statistik des Bc- s ch ä f t i g u n g S st a n d e s. in die etwa 799 größere Be- triebe einbezogen ssnd. Muß der Teufel die Nazis reiten, dag sie auch diese Statistik fortführen, obwohl ihnen hätte aus- dämmern müssen, daß sie nicht mit denselben Methoden frisiert werden kann, wie die Arbcitslosenstatistik. Was dabei herausgekommen ist, zeigt sich in folgenden Zahlen, die wir in der„Holzarbeiter-Zeitung" finden: Beschäftigte Insgesamt Neucinstellungen Entlassungen Unbesetzte Plätze August 01.',28 42.'>94 September 08 828 2 327 8 024 34 978 Oktober 07.',02 1 814 790 32 797 In den beiden Monaten September und Oktober also ivurden in diesen Betrieben 5971 Einstellungen und 2929 Ent- lassungen vorgenommen, ivas nach Adam Riese einen Zu- wachs von 3931 Beschäftigten ergibt. Eine Vermehrung von nur 0 Prozent der Beschäftigten in dieser Jahreszeit bedeutet aber kür die Berhältnisse in der Holzindustrie eine glatte Pleite. Nicht einmal der normale Taisonzugang ist damit erreicht, und wo bleiben nun gar erst die Erfolge der großen Arbeitsschlacht? Solche Gedanken dürften auch den braunen Statistiker bewegt haben, als er die Gesamtzahl der Be- schäitigten nicht nur um die nachgewiesenen 8999 Zuqänge, sondern um 0999 ansteigen lieft. Mehr als 2999 sind darin enthalten, die eigentlich aar nicht da sein können, aber wenn man bedenkt, daß eine BeschästiaungSzunabme von 19 Pro- zent der Sehnsucht unserer Zeit doch immerhin näher kommt, als eine von 0 Prozent, wird man es dankbar begrüßen müssen, daß hier im kleinen, wie auch sonst im großen des totalen Staate? die„traurige und aride Wirtschaft der Zahlen" durch eine gefällige Iantassc verschönert wird. freilich, dürftig bleibt das Ergebnis immer noch, aber zum Glück steht ja auch noch der Nachweis ber unbesetzten Arbeitsplätze iiir die Aufhellung des Resultats zur Verfügung. Hier sehen wir denn auch mit großer Genug- tuung, daß es immer besser und besser wirb, j-e weiter ivir im Zahlengartcn umherwanderu: Die Zahl der unbesetzten Arbeitsplätze hat in der Berrchtszelt um 19 999 abgenommen.. Vielleicht könnte ein Widerspruch darin aciunden werden, daß bei einem Zuaana von 8999 die Beschäktiatenzahl um 099»> gestiegen und die Zahl der unbesetzten Arbeitsplätze um 19 999 gesunken sein soll Aber wer solche Zweifel hätte, be- wiese nur. daß er einer Erziehungskur im Konzcntratious- lagcr dringend bedürftig ist. Niemand kann den braunen Wanzen, die sich in den ge- werkichaftlichen Büros cir> nistet haben, den guten Willen absprechen, die Resultate ihrer Statistiken den Bedürfnissen des Hitler-Regimes..anzupassen". Aber ivenn ste es nicht bald mit weniger Tölpelhaftigkeit zniveae bringen, wird ihnen der Leu in einer schnavskatcrischen Stunde doch wohl »och einmal zu einer Instruktion mit der Hundepeitsche er- scheinen. E. Sinkende Kaufkraft « Unter diesem Titel schreibt die«Deutsche Metallarbeiter- Zeitung" lNr. 59», nach einem Hiniveis auf Mussolini, wörtlich:„Soll sich das deutsche Volk von dem italienischen bc- schämen lassen? Müssen auch wir nicht sagen: Adoli Hitler har recht!? Wir haben sicherlich allen Grund, die Blaß- nahmen unteres Führers bedingungslos hinzunehmen, denn irir wissen, daß ste reiflichen Erivägiingcn und heiligstem BerantivortuugSgcfühl cutiprinigen sind. Warum wollen wir unS Gedanken machen über Dinge, die der Führer be- fiehlt und erläßt? Unier Führer hat recht! Wenn wir uns diesen Satz zu eigen machen, ssnd wir erst das glückliche Volk, welches die ganze Welt beneidet. Wir haben die Ber- antwortung für unser Schicksal am 12. November dem Iührcr in die Hand gegeben, wir und mit ihm aus Gedeih und Verderb verbunden. Was haben mir noch mehr zu tun als z» sagen: Der Iührcr hat recht«n allem, was er tut!... Blindes Vertrauen in den Iührcr. gläubige Hin- gäbe: Er macht es recht, wir brauchen keine Angst zu haben! To betet ei» Kind gläubig zu seinem Gott; ko ichaut ein Volk von 09 Millionen zu seinem Iührer und weiß, daß sein Geschick in guten Händen liegt. ES muß eine Selbstverständ- lichkeit kür jeden Deutschen sein, ssch zu diesem Satz zu be- kennen. Warum wollen Ivir darüber nachgrübeln, ob diese oder jene Maßnahme auch gut ist. ob nicht vielleicht doch etwas daran zu bemängeln wäre? Wir haben keinen Grund dazu, denn der Führer ist unier Gewissen und ist unser Anwalt, er ist eben: der Iührcr... und das ivird auch uns Deutsche groß machen- Das rückhaltlose Bekennt- vis im Herzen- Unser Führer A doli Hitler hat recht! Dann kennen N'ir rubia unserem Tagewerk nachgehen können in Ruhe schlafen, denn wir wissen: Es ist einer da. der kür un? denkt kür uns handelt, kür unS ssch sorgt und müht, wie wir es niemals besser oder nur annähernd gleich machen könnten. Dann werden wir erst wirklich, wie es Dr. GöbbelS gesagt hat. das glücklichste Volk der Erde kein. Hermano."— Hatten wir bisber schon immer das Gefühl, wesentliche Teile der..GewerkschgftSpresse" der Lev-Leute seien nur für U"S geschrieben, gewissermaßen als Vorabdrucke aus der „D. J". müssen ivir uns neiderfüllt sagen: So viel K-iecherei hss'ten wir. die wir daS Gesindel zu kennen glauben, diesen „Arbeiterführern" nicht zugetraut. übertreten alle Erwartungen. sse ssnd restlos Tan u„d Nacht damit beschäftigt, das Ma'erial kür de» kü"ltiaen Pknchigter berznstellen, der einmal daS Urteil über die Nazi-Psuchoie kä'llen wird. Wieder ein neues Amt Mit der Leitung dcS Amtes für Kricglgeichichtc uno Wehrsraqen wurde Staatsrat Professor Dr. Paul Schmitt- hen ne r beaustragt. Oie Lohn- und Einkommensteuer beweisen es Der in der Hauptversammlung der Düsseldorfer Börse durch den Landessiiianzpräsidentcn Dr. H o p s erstattete Be- r relit aus dem Arbeitsbereich des Landcssinanzamts Tüsscl- dorf besagte u. a. folgendes: „Ein guter Gradmesser kür die Belebung der Wirtschaft ist vornehmlich die Umsatzsteuer, weil sie den Kurven der Koniunktur verhältnismäßig schnell folgt. Im Bereich des LandcSfinnnzamtS Düsseldorf ist der Umsatz von 1929 aus 1989 um 10 v. H., im nächsten Jahr um weitere 18. v. H. und dann um 29 v. H. zurückgegangen. Im ersten Vicrtcl- iahr 1988 ist noch kein Umschwung z» verzeichnen, im zweiten Vierteljahr stieg dagegen der Umsatz gegenüber dem Borjabr um 6.15 p. H. und im dritten Bicrtcliahr um 28,8 v. H. Auch die Börfenumsatzsseuer hat ssch wieder gehoben, im ersten Halbiabr 1938 wurde schon das ganze Auskommen oes vorhergehenden Jahres erreicht Dagegen ist die Lohn- steuer nicht entsprechend der Umsatzsteuer gestiegen: erst im November findet ssch eine leichte Erhöhung um 100 990 Mark gegenüber dem Berglclchsmonat beS Vorjahres, obschon es in den Winter geht. Die Beiveaung der Lohnsteuer wird n. a. durch die Elnführnna der 49-Stundcn-Wochc beeinflußt, ferner durch den Gehästcrabbau bei den Gemeinden und Verbänden. Eine große Stadtverwaltung lieferte früber 170 000 Mark Lobnstcuer monatlich ab. beute noch 129 999 Mark. Auch die K ö r v c r s ch a» t s st e n e r. die von 0t Mil» Jonen Mark in 1928 ans 8.4 Mill. Mark Im Vorjahr ge- sunken ist. zeigt eine starke Steigerung, so daß mit einem Auskommen von rund 15 Mill. Mark in diesem Jahre zu rechnen ist. Dagegen wird bei der E i n k o m m e n- steuer, die von 197 Mill. Mark in 1928 ans 34 Mill. Mark zurückgefallen ist. im Düsseldorfer Bezirk kaum mit einer Erhöhung zu rechnen sein." Trotz der vermehrten Einstellung von angeblich Millionen Arbeitskrästen erböht sich die Lohnsteuer nicht und die Ein- kommensteucr geht zurück. Die„Wirtschaftsbelebung" ist also Schwindel. Oie Preise hoch! Tie„Soziale Praxis"(49) führt a us, daß die Innungen vielfach wie ein Kartell wirken,„das in der Krise spät die Preise senkt und bei steigender Nachfrage schnell Preis- erbühungen ins Auge laßt, ein Verhalten, das durch die in Ivetten Kreisen des Handwerks mangelhaften Kalkulattons- Methoden noch begünstigt wird. Gerade daS Handiverk als eine besonders konsumnahc Schicht des Gewerbes müßte sich wegen der wirtschaftlichen und psiichologischen Wirkungen seiner Preispolitik besonderer Vorsicht befleißigen. Die lang- jährige Krise hat die wirtschaftlichen Reserven der breiten Schichten großenteils aufgezehrt, die angesichts der Lage der Betriebe offensichtliche Unmöglichkeit von nennenswerten Lvhnsteiaerungcn steckt dem EinkommcnSspiclraum enge Grenzen." Rcnteiiraiib Im„dritten Reich" Beitragserhöhung und Rentenktlrzung in der Invalidenversicherung Bor zwel Wochen hat die Propagandastelle ber Arbeits- front noch triumphierend vvn den ansteigenden Bcitragscin- nahmen der Invalidenversicherung berichtet, um damit wieder einmal den Sieg in der„Arbeiisschlacht" vorzutäuschen. Jetzt dagegen sieht sich die Reichsregicrung gezwungen, ein„Gesetz zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit de? sozialen Berstche- rangen" zn verordnen. Es geht nämlich der Sozialversichc- rung m„dritten Reich" derart gul. daß in der Knappichafts- Versicherung im Jahre 1988 einer Einnahme von 72.0 Mtllio- neu Mark 108.1 Millionen Mark Ausgaben gegenüberstehen, während in der llniallversicherung die Einnahmen mit 295 Millionen Mark hinter den Ausgaben von 882 Millionen Mark zurückbleiben und in der Invalidenversicherung in diesem Jahre nicht weniger als 155 M'llione,, Mark Defizit vorhanden ist. All die großspurigen Ankündigungen vom Gesamtumdau der Sozialversicherung aber enden in dem neuen Gesetz vom 1 Dezember mit dem alten Scharsmacherrezept des Leistuugs- abbaues! Die neuen Renten der Invalbcnversicherung sollen„eine mäßige Verminderung" erfahren. Das AuSmaß des Lei- stungsabbaues wird zunächst verschwiegen. Da die In- valibenrenten heute schon teils unter den Sätzen der Wohl- fahrtsuiiterstützung liegen, so bedeutet die„mäßige Minde- rung" das Sinke» der Invalidenrente auf das Niveau d«. s Alm o se n s Angesichts des R'esciidcfizitS werden aber gleichzeitig die Beiträge um eineinhalb Prozent erhöht! Da der prozentuale Beitragssatz für jede Lohnklassc jeweils vom Endbctrag jeder Klasse errechnet wird, so beträgt die Bei- tragserhöhung für die unter dem Höchstlohniatz der Klasse liegenden Löhne eine Beitragserhöhung von mehr als ein- einhalb Prozent! Die Lohnklassen der Jnvalidenversscherung, die heute bei 42 Mark Wochcnlvhn abschließen, sollen aufgestockt iverden. Mit ungewollter Offenheit bemerkt dazu die Nazipressc: „Die Aufstockung bringt für die Wirtschast zur Zeit kein« übergroße Mehrbelastung, weil die Löhn« geiunkea ssnd." Der Tozialabbau soll abei nicht nur die neu zn bewilligen- den Renten betreffen. Die Hitlerregterung bringt es sogar fertig, den längst aus der Berufstätigkeit ausgeschiedenen Rcniciicmpfängcrn der Invaliden- und Angcstclllenverssche- rung ihre bisherigen Renten wieder zu rauben. Unter ber skandalösen Kennzeichnung„Einziehung zu Unrecht bewilligter Renten" wird eine Nachprüfung ange- ordne»,„in welchem Umfang Renten zu Unrecht bewilligt worden sind". Da in der Angestellten- und Invalidenversicherung die In- validitätö- und Altersrente» noch absolut eindeutigen zwin- gerben VersicherungSgrnndsätzen erworben werden, so bc- deutet die nachträgliche Entziehung wohl erworbener Ren- tenanipriiche einen Rechtsbruch schlimmster Art. Oder ver- birgt sich etwa auch sür die Invaliden- und Alterdrenrner in dieser Bestimmung die Absicht,„die Marxisten" auszu- rotten? Beruhigend wird in der Gesetzbegrünbung bemerkt:„Allen Beteiligten werden Opfer auferlegt." Man hat nur de» Nach- satz vergessen: svivcit sie nicht am Nazluntcrnehmcn beteiligt sind! Austro-raschismus anf dem Marsch Scheingefecht mit Ultimatum Das Ultimatum, das die Hcimwchrführer unter Beteiligung des Fürsten Starhemberg dem Bundeskanzler Tollsuß unlerbreitelen. will nichts mehr und nichts weniger, als die Unterdrückung der Sozialdcmvkra- tischen Partei und die Uebcrtragung der wichtigsten Posten des österreichischen Kabinetts an die Führer der Heimwehren. Das Ultimatum ist gleichzeitig mit schweren Drohungen begleitet: Wenn man die Forderung nicht er fülle, so würden die Heimivchrcn Verbindungslinien zu den heute in Oesterreich verbotenen Nazis suchen und sin- den. Unzweifelhaft spielen dabei Hitlercmissarc eine Rolle, inner denen sich der bekannte Major von Pabst befindet. Man wird freilich den Eindruck nicht loS. dast es sich bei diesem Ultimatum um bestellte Arbeit handelt. Zu Wien tagte die Kampfgemeinschaft z iv i i ch e u Heimwehren und o st märkischen« t» r ni s ch a r c n. Die oberste Führung dieser Organisation, die eng hinter der Regierung steht, hat Dolliust übernommen. Es handelt sich um junge Katholiken, die eine vollkommene Wehraus- bildung erhalten. Wenn die Führer der Sturmscharen be- rcits mit den Führern der Hcimwehren über eine Kampf- gemeinschaft verhandeln und ihre„volle U c b e r c i n- st i m m u n g" feststellen, so kann man nicht mehr daran zweifeln, daß die scheinbar noch feindlichen Brüder aus dem schnellsten Wege zur vollen Verständigung sind. Das beweisen auch die jüngsten politischen Ma st- nahmen, die den Austrosaschismus bereits verfassungsmäßig sichern sollen. Ein Ausichnst aus Unternehmern, Arbeit- nehmern und Beamten soll den Uebergang zur standi- s ch e n B e r s a s s n n g vorbereiten. Tektionsches We l c e'. einer der führenden Beamten der Alpinen Montangesellschaft, wird das Amt eines RegierungSkommissars für samt- liche Arbcitcrlammern»n Oesterreich übernehmen. Tie gegenwärtige Mandate der Arbeiterkammern gelten als erloschen und werden nicht mehr erneuert. In sozialdemokratischen Kreisen glaubt man, dast diese Ernennung ein Vorspiel sei zu der bereits vor längerer Zeit angekündigten Einsetzung von R c g i e r u n g s k o m m i s s a r e n in die G c w c r k s ch a f t e n. * Alle diese Tatsachen beweisen, dast sich der Austrosaschismus zum Endkampf rüstet, langsam sucht er die Machtposition der österreichischen Arbeiterschaft auszuhöhlen und ihre Bc- schützen«, die Sozialdemokratie, abzudrängen. Die Kämpfe unter den Trägern des Austrosaschismus, die sich jetzt noch mit Ultimaten bombardieren, dürfen nicht darüber hinweg' täuschen, dast die politische und soziale Reaktion Oesterreichs in allen entscheidenden Fragen einig ist. Estland Legen die denisdien Nazi! Antifaschistische Parlamentsbeschlüsse Das estnische Parlament hat nach einer fünfstündigen Debatte einstimmig bei Stimmenthaltung der deutschen Abgeordneten folgende sozialistische Anträge zum Beschlust erhoben: 1. Alle nationalsozialistischen Organisationen und Zeitungen müssen sofort geschlossen werden. 2. Alle Hitler-Agenten sind ans Estland auszuweisen. ». Alle Rationalsozialisten und ihr« aktiven Mitläufer sind ans der Polizei, de* Armee und dem Staatsdienst so- fort zu entfernen. 4. Die ttnltnrorganisationen der Minoritäten sind von allen Nationalsozialisten zu säubern. Auch der Antrag des Generals SootS, die Regierung müsse >nit düsterster Strenge gegen die Nationalsozialisten vor- gehen, ist angenommen worden sowie der Antrag des Bauernbündlers Tcmant, der die Aufmerksamkeit der Rc- gierung auf die kulturelle Autonomie der deutschen Mino- rilät lenkt und unterstreicht, dast diese Autonomie absichtlich mistbraucht worden ist, und verlangt, daß sie eingeschränkt werde. Namens der Sozialdemokraten richtete Oinas die Frage an die Regierung, ob es wahr sei, dast die„Erneuerer" deutsche Valuta aus der estnischen Staatsbank erhalten haben, um damit eine große Notationsmaschine aus Deutsch- land einführen zu können. Der Finanzminister antwortete aus diese Frage, dast den„Erneuerern" keine deutsche Valuta ausgehändigt worden ist. Tic Einfuhr der Maschine ist ihnen erlaubt worden, weil sie nur ein Zwanzigstel des Wertes in estnischer Valuta dafür bezahlen mußten. sDie Rotations- Maschine stammt aus der von den Nazis geraubten Bcr- liner„V o r w ä r t S" d r u ck e r e i, wie das estnische sozialdemokratische Zentralorgan nachgewiesen hat.) Eine Konserenz des estnischen Bauernverbandes, die in Werrow tagte, nahm einen sehr stürmischen Verlauf und beschlob, mit allen Mitteln gegen die„Erneuerer" anzn» kämpfen.— Eines der einflußreichsten bürgerlichen Blätter in Estland„Päcwalent" berichtet, dast die parlamentarische Kommission für auswärtige Angelegenheiten eine außer- ordentliche Sitzung abgehalten habe, uni die Lage im Sande zu besprechen. Nach eingebender Diskussion wurde beschlossen, dast die estnischen Bürger, die nachgewiesenermaßen im Dienste eines fremden Staates stehen und die Befehle dieses Staates in Estland vollziehen, als Verbrecher behandelt werden. Die Beschllikîe des estnischen Parlamentes sind von der Re- gierung auch vollzogen worden. Die zwei Hanpträdelsfsthrer d-r Nationalsozialisten von Zur mühlen und ïiit wann sind verhaftet worden und die deutsche autonome Kulturoraanisation ist ausgelöst und must neu organisiert werben. In einer Reihe von Städten sind Haussuchungen bei den deutschen Organisationen vorgenommen worden. Londoner Demonstranten w*r Oerimt Soudan, IS. Dez. Die Personen, die heute n.ichmtUrg vor dem Gebäude der deutschen Botschaft demonstrierten, wu-dci unter der Anklage, g r o b e n U n s u g gestiftet m.laben, dem Polizeiaericht vorgeführt. Drei, die faschistisch organisier sind und geaen die kommunistischen Ruhestörer BiifaeiTV*-" waren, wurden zu te sechs Monaten G' ängnts vnt Be- walirunasirist verurteilt, der vierte wurde n.it einer Geld strafe von 10 Schillina beleat. Botschafter v. Hoeich bat ein Mitglied der Botschaft nach Scotland Bard enkianàt.>. in>»n Poltzeibeamtcn, die Verletzungen erlitten hüten, sem Be- danern aussprechen zu lassen. Frei die Saar! Eine Entschließung des sozialdemokratischen Landes vor Standes gegen Hetze und Terror! Der Landesvorstand der Sozialdemokratischen Partei des Saargebietes hat ein-' stimmig folgende Erklärung beschlossen: „In der Presse der sogenannten„deutschen Front" und in den Reden ihrer Agitatoren wird behauptet, die Soztaldcmo- kratische Partei des Saargebictcs trete für„französische Interessen", für einen„französischen Imperialismus nnd Kapttalismno" und sür angebliche„Annettionsgeliiste Frankreichs auf das Saargcbict" ein. Der Freiheitskamps der Partei und ihrer Presse wird als„Separatismus" bc- zeichnet. Der Landesvorstand der Sozialdemokratischen Partei des Saargebtctes stellt gegenüber diesen wider besseres Wissen erhobenen absolut unwahren Vchauptungen einstimmig fest: Unser Freiheitskampf hat weder mit „Separatismus" noch mit irgendwelchen Vorspanndicnstcn sür einen französischen oder anderen Imperialismus oder Kapitalismus auch nur das allergeringste zu tun. Wir weisen diese Unterstellung auf das allcrcntschiedenste zurück. Die nnsären Anschuldigungen unserer politische» Gcg- ncr sind dem absichtlich disia m irrenden politischen Verleumdungsbedürsnis gegenüber der Sozialdemokratie entsprungen, dessen Folgen sich i» dem bis zu Spreng- stossattcntatcn gesteigerten Terror zeigen, gegen den die Sozialdemokratische Partei des Saargeb'ctcö vor aller Welt den schärfsten Protest erhebt und der das erste und vordringlichste Recht der Saarbevölternng. über ihr Schickial selbst zu bestimmen, verfälscht und«n- wirksam machen muß. Die Sozialdemokratische Partei kämpst aus Grund ihrer politischen Ueberzeugung sür Frei- dcit.Gleichberechtigung. Menschenrechte« nd Sozialismus. Sie bclämpst jeden Terror und j e d e Unterdrückung, ganz gl ch, von welcher Seite her die Grund- rechte der Kultur und Menschlichkeit verletzt werden. Einzig und allein diese Einstellung kennzeichnet auch ihren Kamps gegen den hitlcrdcntschen Faschismus, der k c>» Kamps gegen Deutschland nnd sein vergewaltigtes Volt ist. sondern nur e'nc unerbittliche Abwehr gegenüber dem un- freien Hitlerregime uvd der nationalsozialistischen Staats- sklaverei. An alle Parteigenossen und Kämpfer für die Freiheit ergeht die Mahnung, im Interesse einer besseren Zukunft des Saargebictcs die deutsche Freihettssront mit allen Mittel» zu stärken und zu unterstützen und nicht zu erlahmen, bevor wir uns das höchste menschliche Gut erobert und gesichert haben: Nur der verdient die F r c i h e i t wie das Leben, der täglich sie erobern muß!" » Die„Volksstimme" schreibt dazu: Es ist nicht anzunehmen und widerspricht aller b'is- herigen Erfahrung, dab der Nationalsozialismus jemals Lüge und Verleumdung, die sein innerstes Wesen aus- machen, ausgeben konnte, ohne sich selbst preiszugeben. Aber wer nach dieser klipp und klaren Erklärung der Sozialdemokratischen Partei des Saargebietes auch weiterhin mit den Diffamierungen von„Landesverrat' und„Separatismus".irebfen geht, der soll als ein Brunnenvergifter und Volksverderber angeprangert und der soll der verdiente:' Strafe überliefert werden. Es lebe der Freiheitskampf der Saar- deutschen gegen den u n d e ut s ch e n und a u l>' deutschen Hitler sa schism us! Flir Frieden und Freiheit e Massenaktien der britischen Arbeinerbewegung Dennoch ist heute all dieses kostbare E-rbe von der Zer- störung bedroht. Zu vielen Ländern werde» die geistige Freiheit und die Menschenrechte durch Foltern und Ver- folgnngcn, wie sie die Geschichte kaum jemals so grausam gekannt hat. unterdrückt. Die so schwer erkämpften Volks- Vertretungen werden durch die Herrschaft der Maschinen- gewehre gesetzloser Diktatoren ersetzt. Die Massen in den von der Furcht erfaßten Ländern sollen sich neuerdings den alten Göttern des tollen Nationalismus und des Hab- gierigen Imperialismus der Vergangenheit, Krieg und Mammon, beugen. Die KriegSgcivinnlcr sind wieder an ihrer teuflische« Arbeit, verbreiten Po k uuter de» Völkern, damit ihre verbrecherischen Profite machsr».«ricgsvorbereituiigen in noch größerem Ilmfang als vor 11)14 find im Gang, mit weit schrecklicheren Waffen, als damals bekannt waren. Tie Wissenschaft im Dienste des Wahnsinns droht die Me»ich- heit zu zerstören. Gegen diese verbrecherischen Umtriebe, gegen jegliche schwächliche und schwankende Politik' muß unsere Bewegung inii iller.urast protestieren. Wir verwerfen aufs schärfste die Auffassung, dast der Krieg unvermeidlich ist und daß Großbritannien alle Kräfte daran setzen solle, seine Landesverteidigung zn stärke». Wir glauben, daß die Völker der Erde leidenschaftlicher denn je kür den Frieden sind. Wir glaube»,, dast unter der mutigen Führung Groß britanniens die sittlichen Kräfte der Welt unwiderstehlich wären. Wir glauben, dast gerade die Schwierigkeiten, die jetzt bestehen, Großbritannien die letzte Möglichkeit bieten, Gerechtigkeit, Frieden und demokratische Rechte zum Triumph zu führen Wir rufen alle Bürge' von Grobbritannien auf, an dem Feldzug gegen die ZwillingSiibel der Diktatur und des Krieges teilzunehmen. Wir rufen sie anf, den Faschismus in allen feinen Formen zu bekämpfen und den Sieg des Völkerbundes zn sichern. Wir verlange» von allen Männer« und Frauen zn er- kennen, dast bloß durch konstruktive Friedensmastnahmcn und die offene Anerkennung der höheren Trencpflicht zur Weltgemeinickaft der Menschheit die beispiellosen Kala- strophe» eines neuen z.cieges abgewendet werden können." Die britische Arbeiterpartei, der Gewerkschaftskongreß und die Genossenschaftsbewegung führen gemeinsam eine große Massenaktion unter der Parole„Für Frieden und Freiheit" durch. Die Kampagne beginnt mit einer Massen- demonstration in der Albert Hall in London am 1st. Te- zember, bei der Arthur Henderson den Vorsitz führen wrid. I mAnschluß an diese Versammlung werden Kund- gedungen in einer Anzahl der großen Provinzstädte Jtatt* finden. In diesem Zusanfmenhang veröffentlicht die Labour Party, die Parlamentsfraktion der Labour Party, der Gewerkschaftskongreß nnd die Genosfenfchaftsunian folgenden Aufruf an das Volk: „Wie selten vorher stehen die Völker der Welt heute on einem Scheideweg ihres Schicksals. Die Triumphe der Wissenschaft haben ihnen Aussicht auf Reichtum, Glück und Fortschritt eröffnet, die für frühere Generationen nur ein Traum waren. Wenn die Völker zusainmcnarheite», nicht für den Vorteil des einzelnen oder auch blost einzelner Nationen, sondern sür das Gemeinwohl, kann dieser Traum in einer kurzen Zeitspanne zur Wirklichkeit werden. Der Krieg kann beendet, die Armut beseitigt, die goldene Regel der Brüderlichkeit und der Zusammenarbeit kann zur festen Grundlage der„großen Gemeinschaft der Menschheit" werden. Wenn das geschehen soll, müssen die Völker kühn und so- fort handeln. Denn nicht blost die Honuung an» und künftiges Glück, sondern die Grundlage der Zivilisation selbst ist in Gefahr. Die persönliche und die geistige ivi das parlamentarische System, der Völkerbund und die neuen Völkerrechtsgesetzc, auf denen er begründet ist, sie sind alle bedroht. Viele Generationen von Männer» nnd Frauen haben ge- kämpft und Folter und Verfolgung ertragen für die Frei- heit der Gedanken und der Meinung. Jahrhundertelang bc- ruhte der politische und der soziale Fortschritt in unserem Land und in anderen Ländern auf dem Fortschritt des Rechtes jedes Staatsbürgers, die Regierung seines Landes durch die freie Wahl eines Parlaments zu kontrollieren. Zn unseren Tagen noch starben mehr als zehn Million?» Menschen in dem Glauben, dast durch ihr Opfer dem Verbrechen des VölkcrkriegcS für immer ein Ende gesetzt werde. 9eutschland macht sich beliebt„FW aller Sa ide.. Geheime Staatspolizei überfällt einen Schnellzug Der Schnellzug Z ü r l ch- S ch a s s h a u s e n, der Zü- rich um 7 40 Uhr verläßt und zivisäien Rasz und Nciihaiiscn über deutsches Gebiet fährt, wurde heute morgen von denk- scheu Funktionären kurz vor der deutschen Station Je- st e t t c n ans offenem Felde angehalten. Der Lokomviiv- iiihrer stoppte, als er die hochgehobene rote Fahne erb ickte den Zug sofort ab in der Meinung der Bahnkörper könnte irotz des offenen Signals nicht frei oder gar defekt sein. Sofort erkundigte er sich nach dem Grund des Aufhaltenö. worauf ihm mitgeteilt wurde, es müsse eine Z u g s k o n- trolle durchgeführt werden. Das Ersuchen des Zugführers. die Kontrolle zur Vermeidung von Störungen im Bahnbetrieb in der Station Jestetten durchzuführen, wurde schroff abgewiesen. Hierauf wurde der Zug von den deutschen Zollorganen nach verbotenen Druckschriften durchsucht. Pro- testierenden Reisenden schweizerischer Staatsangehörigkeit soll dabei mit Abführung ins Konzentrationslager gedroht morden fein. Nach einem 20 Minuten dauernden Aufenthalt konnte der Zug feine Fahrt wieder fortsetzen. Die Nachricht über diesen Zivisäjenfall verbrettete sich in Schasshausen sehr asch and wurde mit größter Entrüstung aufgenommen. Wie vir noch erfahren, ist dieser Eingriff der deutschen Zoll- und Polizeiorgane darauf zurückzuführen, daß von den direkten Zügen Zürich-Schaffhausen auf deutschem Gebiet mehrfach verbotene T r n ck s ch r i i f c n abgeworfen worden sein solle«. Wenn jemand auci, die Gegenseite hören will Der Polizeipräsident von Köln teilt mit: Wiederholt wurde in der letzten Zeit festgestellt, dast die in Schanklvkäle» nnd ähnlichen Privatränmen ausgestellten Radingeräten mit Lautsprechern aus ausländische Stationen ein geschaltet wer- den, die Hetznackrichtc» gegen die Reichsrcgierung, das Deutsche Reick, und die national eingestellten Organisationen verbreiten. Hierdurch rd die staatsfeindliche Werbetätig- cit unterstützt und gefördert. Zur Unterbindung dieser Agitation wirb kür die Folge gegen die Gcrätcbesitzcr nnd tie zum Abhören dieser»etznachrichten zusanimengeksintnenen Personen mit aller Schärfe vorgegangen. Dieses trifft.nick, auf diejenigen Personen zn. die sich z» gleichen''.weck.'»'» Privatraume» zu Hörge metusch a ften zusammenfinden. * Zn der deutschen Nelchsverfassiing, dem schönen Märchen- buch, das guck dieser Polizeipräsident beschworen hnt, t.ht noch immer:„Die Wohnung ist unverletzlich..." ,, Nationalzeitung" beschlagnahmt Das So» ntagSbl'tt der BaSlcr„Nationasijcitung* ist heute wegen eines Artikels„Deutsche Perspektiven", der die Werbemethoden nationalsozialistischer Zeitungen mißbilligte und an der auswärtigen Politik des Reiches Kritik übte, polizeilich beschlagnahmt worden. Es handelt sich um einen Aufsatz, der die Erfolge der Hit- lcrschcn Außenpolitik se.Z. positiv würdigte. ***mvneneu*s don 11» PeioiwQ» 1933 ^Bischof tBucMecger' 7HU JCacdinaC Juulhabec gegen die getmanischen Tleuheiden Von dem Münchener Kardinal-Erzbischof Dr. Faul- h a b e r ist bekannt, mit welch unerschrockener Energie er gegen das neugermanische Heidentum hinter der Haken- kreuzkulisse ankämpft. Die neuen bayrischen Machthaber hätten ihn längst nach Dachau gebracht, hätte sich nicht der Reichsstatthalter Ritter von Epp in besserer Kenntnis der bayrischen Volksseele für ihn eingesetzt. Aber Faulhaber steht keineswegs allein im katholischen Bezirk seines Landes. Zu seinen Gesinnungsfreunden gehört der Regensburger Bischof Dr. Michael Buchberger. Am 30. November sprach er, wie wir heute auf Grund eines zugegangenen Berichtes erfahren, in einer„Feierstunde deutscher Kultur" über„Was haben Wagner, Bruckner und Reger der heutigen deutschen Kunst zu sagen". Die Rede des Regensburger Bischofs war eine bemerkenswerte Auseinandersetzung mit Hitlers sogenannter Kultur- Rede auf dem Nürnberger Parteitag der NSDAP. Hitler hat es, so sagte Buchberger, als Pflicht der Nation bezeichnet, „den Menschen die nötige Ehrfurcht beizubringen vor dem Großen der Vergangenheit". Das ist, erklärte der Bischof, „ein sehr zeitgemäßes Wort in einer Zeit der Irrungen und Wirrungen, der Gleichmacherei und konstruktiven Neu- tönerei, wo viele das Schaffen einer früheren Zeit nur benörgeln und herabsetzen, weil sie es nicht kennen und weil sie mit herber Kritik über andere die eigene Hohlheit verschleiern wollen. Phrase und Seichtigkeit Ii abenzurZeitHochkonjunktur, namentlich auf dem Gebiete des Religiöse n." Dem Demagogen Hitler, der sich so gerne als Wagnerverehrer dem Volke vorstellt, sagt der Regensburger Bischof:„Große Männer und Meister haben sich durch ernste und gründliche Studien in die Werke ihrer Vorgänger vertieft. Das Wort Wagners:„Verachtet mir die Meister nicht und ehrt mir ihre Kunst", war ihm nicht bloß eine gelegentliche Bemerkung, sondern ein Programm." Ja Buchberger wird noch deutlicher, auch wenn er sich anscheinend nur mit Wagner beschäftigt.„Wagner fragt einmal"— sagt Buchberger—: „Woran geht unsere ganze Zivilisation zugrunde?" Und er antwortet:„A n dem Mangel an Lieb e."„Das ist ein Von Theodor Fanta. Es muß für den Buchverlag Ullstein sehr schwer gewesen sein, die„Weihnachtsbücher 1933" auszuwählen. Man gab sich die redlichste Mühe: Richthofens Kampffliegerbuch mit einer Einleitung von Göring usw. Aber bei aller Vorsicht und dem feinen Einfühlungsvermögen ist ein schrecklicher Irrtum„unterlaufen". Braun angelaufen wird der Nazi- Zellen-Obmann zum Verlagsdirektor laufen, mit Recht fragen, wie so etwas im Deutschland von heute möglich ist: Ehm Welk, der in einer anderen Zeit linksgerichtete Theaterstücke schrieb, Redakteur der„Morgenpost" ist, hatte seinem Verlagsdirektor ein Buch„Die schwarze Sonne" vorgelegt. „Die schwarze Sonne." Ein herrlicher Titel. Die SS. als Sonne—? Nein.„Die schwarze Sonne" behandelt das Leben Emin Paschas. Der Verlagsdirektor ließ das Buch drucken und ein Redaktionskollege von Ehm Welk bespricht „Die schwarze Sonne"(„Morgenpost" vom 3. 12.),„das" deutsche Weihnachtsbuch: Elim Welks Werk sei erfüllt von ..der Tragik der deutschen Seele, von dem Zwiespalt deutschen Kampfes und von dem künftigen Morgenrot endlichen deutschen Sieges". Warum sah der gute Referent nicht in einem Lexikon nach— er hätte die schwarze Schmach der„schwarzen Sonne" so leicht erkennen können, selbst im„Knaur" ist ein„sprechendes" Bild von Emin Pascha, er hätte sich nur dieses Bild ansehen müssen aber es ist doch zu nett, daß er das Bild nicht sah, daß er den Text nicht las, denn der Mann, dessen Leben erfüllt ist von der„Tragik der deutschen Seele, von dem Zwiespalt deutschen Kampfes und von dem künftigen Morgenrot endlichen deutschen Sieges", war Arzt in Oppeln, ein jüdischer Arzt, hieß, bevor er den Titel Emin Pascha erhielt: Dr. Isaak Eduard S di n i tz e r.^ Einen fast ebenso großen Schnitzer leistete sich Dr. D u i s- berg-Achaz. Der IG.-Farben-Sohn will wieder Direktor im Berliner Deutschen Theater spielen. Selbst die„Wilhelm Teil" Aufführung der vergangenen Saison, die Hitler, mit seinem Besuche auszeichnete, konnte Achaz nicht vor der P eile retten.— Jetzt glaubte Achaz eine ausgezeichnete Idee zu haben, alles war vorbereitet, das Geld von Papa und auch die Zusicherungen von nationalsozialistischen„Beil Überorganisationen" lagen bereit— die„BZ." schrieb S''n gediehen ist! rief er aus. Der Herr Vortragende hört auf den urdeutschen Namen Wawrzinek, Dr. phil., Braunschweig. Bie mefitacischen cJCömec EinVergleich. Professor Dr. J. von U e x k ü 11 schreibt in einem Büchlein:„S t a a t s b i o 1 o g i e":„Wenn in einem gemischten Orchester die Hörner so zahlreich geworden sind, daß sie die Streichinstrumente übertönen, wird der Kapellmeister energisch durchgreifen, uro das Gleichgewicht wieder herzustellen. Niemand wird es daher einem Staatsleiter verübeln, wenn er der Ueberfremdung der Staatsorgane durch eine fremde Rasse Einhalt gebietet." * Dieser Vergleich hat einen Haken. Ein sorgfältiger Dirigent würde die überzähligen Hörner schonen. Er würde sie sich zum gelegentlichen Einsatz gut aufbeben und nicht dulden, daß sie unbrauchbar gemacht und zerbrochen werden. Kapellmeister à la Uexküll haben das große deutsche Staatsorchester in eine Kombination von Blasinstrumenten verwandelt, in dem ein paar„Hörner" Labsal wären. Jesus mat Wotan Im„Börsenblatt für den deutschen Buchhandel" findet man folgende Ankündigung: Widar Wälsung: War jesusein Jude? (Eine deutsche Antwort.) Die Schrift hat längere Zeit gefehlt. Sie wird gerade heute größtem Interesse begegnen, behandelt sie doch ein Thema, das heute Millionen Deutsche beschäftigt. Wälsung führt eine grundlegende Aenderung der bisherigen Anschauungen herbei. Die Schrift bedeutet eine EhrenrettungdeshöchstenAriers. Jesus wurde bekanntlich gekreuzigt, weil er ein Nationalsozialist war, eigentlich Wotan hieß und für das„dritte Reich" agitierte; alle anders lautenden Berichte sind jüdische Verleumdungen und Ehrabschneidungen Aber Gott sei Dank hat, nach beinahe zwei tausendjähriger Fälschung des rassischen Tatbestandes, Herr Widar Wälsung die Ehre des höchsten Ariers gerettet. Relclts-Pollzelgencral? Der Reichsführer der SS. Himmler Sem Retchsführcr der 22., Himmler, der seinen Sitz in München beim«tabe RVhms hat und gleichzeitig die Poli- 'V"* Pothet von Rayern kommand'ert. ist in letzter Zeit auch ?»^ cr^°'"lid)Cn Polizei von vier anderen beut- ichen Ländern und Freistädten übertragen morden. Nacheinander haben Hamburg. Ptecklendnrg. Lübeck und Wttrt, temberg die genannten Koinmandostellen an Himmler Uber- geben. Diese von den Reichsstatthaltern sanktionierte, also im Einverständnis mit Hitler vorgenommen« personelle Gleichschaltung hat ihre besondere Bedeutung als Borspiel ntx»er früher oder später kommenden Bereinhettlichung der Polttiichen Polizei, die mit der Reichsresorm und der Zen- tralisierung Schritt halten wird. Tie Konstellation, die durch die Betrauung Himmler» im 2iidcn und im Norden deß Reiches entsteht, deutet daraus hin. day die Preußische Gc- Heime Staatspolizei Dörings nicht ohne iveitercs dazu berufen ist- sich aus das gauze Reichsgebiet auszudehnen. Wenn Himmler von München aus polizeiliche Funktionen in den weit abgelegenen norddeutschen Gebteten ausübt, so entspringt das offenkundig ,veniger einem praktischen Be- düriniS als der Tendenz, im Hinblick au'die spätere General- rcgelung einen Anwärter in den Vordergrund zu stellen. Himmler scheint Göring aus der Macht verdrängen zu sollen. Lebensversicherungszwang Durch eine Verordnung beS Rcichswchrmlnisti rinniS wtrd angeordnet, dab alle vom 1. Auaust 1098 ab zum Oiitzier, Sanitätsoffizier, Vetcrinärosfizier, Ingcnieurofsizier und Otkizier IWI beiärderten Heere?-'nd Marine,tngehärig.'n zum Abichiuß einer Lebensversicherung über mindestens iC¥*) Reichsmark bei der Deutschen Beamten-Versicherung ver- pflichtet sind. 57, RUE DE CLiCHY TEL TRINI1 E 15-75 | Allgemeine■ DEUTSCHE POLIKLINIK naefi deufscficm Sesefimaefi Ambassadeurs...Fr. 150,—, Kiste 25 Stück Patriotas..... Fr. 56,25, Kiste 25 Stück Entracte..... Fr. 18,75, Kiste 25 Stück Obige mit feinem Sumatra und Brasil angefertigte Zigarren sind in te de m Ta b a k b U ro erhältlich Alle Sendungen für Verlag u. Redaktion der Deutschen Freiheit" rr KHMiMma sind zu adressieren: Saarbrücken 3 Schützenstr. S%:: Postschließfach 776 "5 1 18 Kommunisten als Gelsein Weil ein SS.-Mann verletzt wurde In Duisburg wurde ein 2 2.- M a n n von einem Un- bekannten unter dem Borwand, einem andern 22.- Mann beizustehen, nach dem 2ladiongetändc vor der 2iadt gelockt. Dort angekommen, erschien plötzlich aus dem Wald heraus ein zweiter Unbekannter, der nach kurzem Wort- wechsel an> den 22.-Mann mehrere Schüsse abgab, durch die dieser schwer verletzt wurde. Die Polizei hat daraus- hin iin Lause deS Tages 18 kommunistische Funktionäre als Geiseln festgesetzt, obioohl nicht der geringste Anhaltspunkt dafür besteht, daß die Täter Kommunisten sind. Kundgebung in Paris Eine gewaltige Demonstration gegen Leipzig Im Parlier Lunapark fand bei gewaltiger polizel- lichcr Absperrung eine riesige Versammlung für die Frei- sprcchung von Torgler und den Bulgaren statt. Tausende sgnden leinen Eintritt mehr. Es waren mindesten» 15 000 Menschen anwesend Ans der Tribüne hatte u. a. der junge 2ohn TorglerS Platz genommen, neben ihm u. a. Far- Niel von der Föderation der Gewerkschaften. H e n r» Bar- Süss« führte den Vorsitz, U a, sprachen Vertreter der Liga stir Men,chenrcchtc.£ie mu-ige Ansprache der Dimi- trowa. der Schwester Dimitross», vor der sehr erregten Versammlung, lourde stürmiich beklatscht. Zum 2chluft der Versammlung die bis in die Nacht dau- erte, sprach u. a. beivegend der katholische Friedenskämpfer Marc 2 a n g n i e r. In eintr Entschließung wurde unter leidenschaftlicher Zustimmung der Veriammluna die Freilassung der Unschuldigen gefordert. Dann schloß die Kund- gebung unter dem Gesang der Intgrnauonale. „Der Blutdurst Görings" London, 19. Dez.„New Statesman and Nation" schreibt in einer längeren Betrachtung über den Reichstagsbrandprozeß: „Derjenige Mensch außerhalb Deutschlands, der an die schuld der vier Kommunisten glaubt muß unS noch gezeigt werden. Die deutsche Regierung muß stch entscheiden, ob sie angesichts der ncnc» Forderung Görings einer Ver- urteilung der Welt beweisen will, daß sie»nichiildige Menschen verurteilt, um den Blutdurst Görings und seiner Sturmtruppcn zu stillen." Mißhandlung gefangener SA.-Leute tFnvreß.l Augenzeugen, die aus dem Berliner Polizei- prändium entlassen wurden berichten, dan dort immer iioch eine größere Anzahl von SA-Leuten eingeiperrt ist. sie wurden wegen Meuterei verbaue!. Es bctindei»ch unter ihnc» auch ein früherer Ztandarten'ührer. Die gefangenen TA-Leute sind in bewnderS abgeteilten Räumen ant 2totio» 8 untergebracht? sie werden noch mehr und schlimmer mißhandelt als die übrigen Gefangenen- »Ergo, CLICHY UND TRINITE Cb«r«rzi t'rowisor VTENSTES I) ORDINATION DURCH SPEZI MXRZ I E ittr Inner«, Chyrurguche. Freuen, und Kmdtrkrankheitrn Hau', und 0 ,r.chlrchukr«nkhritrn Augen-, Ohren Na,en. und Hetiierankheiren. Geburtihilte. 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November, wurden morgens 4 Uhr mit zwei großen Uebcrsallwagen etwa 50—60 Männer aus den Betten geholt, Marr-iste»,.livmmiinistcn und Zcntrumslcutc in Mors, die angeblich mit„Nein" gestimmt oder nicht ge- wählt haben sollte». ES ivaren Arbeiter. Geschäftsleute. Gninnasial- und Bolksschullehrcr. Mit 2chrubber und Eimer mußten die Leute— den ganzen Tag ohne Essen— die Wablplakate von den Häusern und Zäunen abwaschen, bis 7 Uhr. Nachts um Uhr wurden die Leute entlassen. Dieser Terror geschah unter Wissen und mit Willen des Laudrats Bollman». Mittwoch, den 15., geschah mit Wissen und Willen des Leiters der Vollzngspotizci Kommissar Eschhold in Homberg- Hochheid« folgendes: Etwa 100 Männer und Frauen wurden ans den Häusern geholt, darunter kranke Frauen und 75jährige Männer. Z. B. eine jüdische Geschästsirau, die Frau eines katholischen Tchulrektors, Kriegs- und Arbcitsinvalidcn. Mit Eimer und Besen wurden sie zu in SA.-Hcim geführt. Dort mußten die Männer und Frauen Tische. Bänke und Körbe bürsten und das Hei,m rcinmachen. Die jü! jche Geschäftsfrau war krank und verlangte einen Arzt. 2ie wurde ausgelacht und be- schimpft. Z. B. sagte man zu ibr: 2ie solle sich ihre Zunge in de» Hinter» stecken usw. Die Männer mußten Motorräder, Fahrräber und Autos piiven, Keller ordnen. Nachdem die Männer die Plakate in der 2tadt abgewaschen hatten, mußten sie in einem 2aal über dem Heim exerziere», längere Zeit in der Kntehock bleiben, sich hinlegen und wieder ausspringen. Dann mußten sie— noch immer ohne Essen— antreten zum Zug durch die 2tabt mit Pcchiackeln. Viele mußten Transparente tragen. Einige mußten zählen, und die ander» mußten schreien: Wir sind die Verräter am deutsche» Volk. Diejenige», die nicht schrien, wurde» ge- schlagen, mißhandelt, oder die 2A,-Leute riefen:„Wer nicht singt, ivird erschossen." Während des Umzuges mußten die Männer, die vor dem Abmarsch schon eine Stunde in der Kälte gestanden hatten, Dauerlauf macken. 2ie mußten Lieder singen mährend des Umzuges: Deutschlandlied, Es braust ei» Ruf wie Tonnerhnll. siegreich wollen wir Frankreich schlagen, Alle Vögel sind schon da, Das Wandern ist deS Müllers Lust usw. Nach dem Umzug wurden sie entlassen und mußten Donnerstag, den 16.» um 3 Uhr, an der 2chachtanlaae U Rheinpreußen wieder antreten. Der Stnrmfübrer riet d i c über 5U Fahre alten Männer zusammen und sagte, sie könnten nach Hagle geben. Die andern mußten wieder abwaschen und die Transparente, die über den Straßen gehangen hatten, abnehmen. Betin Abliefern der Trans- pa-ente wurde ein invalide mißbandclt. In Homberg passierte am II. 11. folgendes' Ein jüdischer Geschäftsinhaber namens Neustädter(«anihans Brandl verbat es sich, daß feine Schaufenster mit Plakaten voll- ständig beklebt wurden. Daraus wurde von der Hitlerjugend I vrelisikriöe«na vierjährige .Stillgestanden! Fm Gleichschritt marsch' Augen rechts! Ein Vierjähriger kommandiert. Zwei Dreijährige bilden den Sturmtrupp, Führer und Rekruten sind eriüll! von der Wichtigkeit ihrer Ausgabe. Feder in Straffheit und Stolz der künftige SA Mann Noch nicht ganz sicher ist der Schritt. Ab?'- dir runden Fäustchen suchen vor- schrittsmäßiq die H o s.e n n a h t. Der Rucken wird so weit znrückgebogcn. doß das Gleichgewicht ins Schwanken gerät... So kann man es heute beobachten in den Aalaaen, in den Hôien. in den Gärten. au> den Fußsteigen in allen Vierteln der Stadt. Das ist im Spiel das Spiegelbild der Wirklichkeit. U n d w c r e s I! e h t. f r c u t s i ch d a r a n... Fm deutschen Fnngcn ist der Soldat erwacht, der immer in ihm steckte. Er fiebert, vom Hoicnmatz an, aui den Augen- blick, da er in der Reihe stehen kann, gehorchen lernen muß und einmal vielleicht beichten dari.. Was ist das? Ein Alptraum? Nein. Wirklichkeit, ein Stimmungsbild aas dem heutigen Deutschland, erschienen in den»Frankfurter Nachrichten" vom 30. Oktober. Drill für den Bürgerkrieg Aus die Bnrgcrkricgs-Taktik-Nufgaben der Fachzeitschritt „Die Polizei" wiesen wir bereits hin. Nun bemächtigt sich der Verlag„Offene Worte", der durch leine Militär- und Waiien'ibeln lehr bekannt ist. des gew nnvcrspre>henden Themas. Ein Polizeioberleutiiant Demoll hat e i, Bum v» scheinen lassen:..Poiizeitau ickie Anigaben in.t fi itouiifi tu Hintergrund". Von dem mit zahlreichen>Iart."iikizzen per- icbenen Buch wird aerssbmt:„Dies? flitfgttp'r sind rein ans der Praris. an Hand des mitteldeutschen An'standes'021, entstanden und gerade heute von beivnd.rcm Werte, denn die hier deickirtelienen Vorgänge haben cm» hohes Erfahr» nos- und Ausl'ildungSintercsse für jeden Angehörigen der Polizei." Pas Neueste Der Philosoph B a i h i n g er ist 82 Fahre alt, einem Herzsckilag erlegen. Hans Vathinger, ei» Württemberger, war viele Fahre Professor der Philosophie in Halle, bis ihn ein schweres Augenleiden zwana. feine Lehrtätigkeit„»f. »»geben V»n>dm kommt die„Philosophie des Ais-Od", die 1011 erschienen ist: sie behauptet, daß das gesamte Denken liktin, die Vorstellnngsweit nar eine„AlS-Ob-Welt" sei. Vathinger gründete 189(5 die Zeitichrist„Uantstndicn"»nd 1901 die hantaesellschait. Der LA.-Mann Ewald Zeitz in Gelsenkirchen wurde Dienstag abend aui einem Feldwege überfalle»»nd durch mehrere Schüsse lebensgefährlich verletzt. Die polizeilichen ein Schaufenster eingetreten und der Fnhaber vor den Leib getreten. Die Därme, Banchscll zerrissen dadurch. Der Mann ivurdc ins Krankenhaus geschafft. Die SA. ließ einen Professor aus Berlin komme». Er kam umsonst. Ter Mann starb. » Der Brief eines andern zuverlässigen Gewährsmannes lautet: Fn einer Reihe niederrheinischer Orte hat man die Per- svnen verhastet, die mit„Nein" gestimmt baden. Fn den Orten MörS, Homberg und Neukirchen habe ich einzelne Geschehnisse als Augenzeuge erlebt. Die Personen sind zu einem großen Teil bereits am Montagmorgen kurz nach 4 Uhr verhaftet worden. Die Verhaftung ist vonrchenregier«»g berufen. Die sranzitfiiche Kammer da« mit 449 gegen 147 Stimmen das neue RckrutierungSgeietz anaenommen. General O Duffo, der Fübrer der irischen Blauhemden, wurde am Dienstag un'cr schwerer polizeilicher Bedeckung nach dem Militärgcsängnio i» Dublin gebracht Einige hundert Perionen versuchten vordem deutschen Konsulat i n Boston eine Kundgebung zu veranstalten. Die Polizei nahm lll Vorhaltungen vor. Havas berichtet an» Fez: Fn der Umgcbona ist reichlich Schnee gefalle». E>n 26 Kilometer von Fez entferntes Dorf mit keinen 50 Einwohner» Ist irit fünf Tage« von jedem Verkehr abge°ch»>tten Ein Militärflugzeug hat über dem s» 1.590 Meter Höh- nelegenr» Dorf nunmehr 190 Kilogramm Zlrot. kondensierte Milch und»onscrnrn abgeworfen. Bei einem Wirbelst», m in Bomban, der Ende voriger Woche eln-n Kreis der Präsid-nUchait Madras heimsuchte, sollen«9» Personen getötet woide» sein. Bflro 4 qroRe Zimmer Carrffotir Richelieu Drouoi ubtzatrrlen. Sehr schön eingerichtet. Miete P500' r.. Zentralheizung. Pas iend für BanL Galanterie. Sipffhan d I u n$. Telefonieren: Centrale 20-21. Paris Deinste jüdische SeCchuuuen= und Wiener fBäcftecei Qescfiäite Vatis 58, AVENUE WAGRAM, ,»!. Comoi 27.63 58, RUE OE PAI1Y, i^. Au oui! 33 61 *>A.Kl^-fcTOiLr RIE l) AKMAiUl Ein um uff eriihnv(fürCh me de l'Amiral Cloué('6; ^ahe Mon'p., St Miel I. «ehr Rr. sonn g.. vornehm, möbt. Zim.nc? M't A koven zu verni eten. Sehr'uh äuss. pa Dr. Spécialiste 4ö, rue de Ri vol«— Mélro Ctiaieie RADIKALE HEILUNG von BLUT., HAUT, and FRAUENKRANKHEITEN Heilang von Krampfadern and offenen Beinwanden Neueste Behandlungsmethoden Elektri zität Imptungsvertahren Trypafle vine* Einspritzungen Blut» und Ham»Untersuchungen Sper» makuitur. Salvarsan Wismut usw Sprechstunden täglich von 10— 12 und von 4—8 Uhr Sonntags von 9— 12 Uhr Konsultationen von 25 Fr. ah. Man spricht deutsch Wilhelm Herzog Per Kampf einer Republik Dia Affaira Drayfu. 1000 Saltan, 150 Abbil- dungan, Lainan Fr. 9,50 Dieses Buch geschrieben zu haben— nach langem, eingehenden Quellenstudium— ist ein großes Verdienst um die Menschlichkeit und vor allem um das Recht, das von den Menschen gehütet werden muß... Volksrecht, Zürich Europa-Verlaq Zürich An- und Verkauf zentralauropä>»chei und sQdamerikam- achar Devisen Effekten und REICHSMARK durch das Bankhaus Georges Perles& P. Miche; 34 RUE LAFFITTE. PARIS IX TEßEPON ra TBOUT 0 8-40 BIS 48 Walfher Rode Deutschland ill Caliban Strait.dirlftan und Pamphlafa Kartoniert Fr. J,-• Lainan Fr. 4,— So treffend und einzigartig verblüffend kann nur der meistgefürchtete und meistgesuchte Verteidiger Wiens schreiben. Europa-Verlaq Zürich