Sinzig« unabhängige Tageszeitung Veutfchlands Nümmer 2— 2. Jahrgang Saarbrücken, Donnerstag, 4. Januar 1934 Chefredakteur: M. B r a u n Ans dem Inha lt An decsqtäuUqe wehten sich Seite 2.^ Dec qekäpfce 7leumehn{ähciqe Seite 3 Ohecpcäsident und Wahlfahctsemp^änqec Seite 4 TlatUxnalsaziaÜstische Weltanschauung Seite 5 Europa MlcKt aut Berlin Der Traum einer Verständigung zwischen üilierdeutsdiiand und Frankreich Neri in, 3. Januar. Die französische Antwort in der Abrüstungssrage hat die deutsche Außenpolitik in eine gc- wisse Verlegenheit geseht, weil sie in der Lache unnachgiebig ist, in der Kor« aber so entgegenkommend und geschickt wei- tcre Verhandlungen ermöglicht, daß die deutsche Erwiderung sehr schwierig zu formulieren sein wird. Ein Zeichen der Verlegenheit ist das Verschieben der Reichssührertagnng, die am Z. Januar mit einer grossen Siede des Sieichskanzlers aus dem Obersalzberg stattfinden sollte, bis Ende Januar. Die deutsche Sieichsregierung wird die delikate Lage mit der größten Vorsicht und Zurückhaltung behandeln, um nicht die Verantwortung sllr einen etwaigen Abbruch der Verband- lnngen ubernehmen zu müssen. Vian hosst, troh der sachlich einstweilen unüberbrückbaren Spannung Zeit gewinnen zu können, zumal sowohl Italien wie England ihre Vermittler- rolle sortsehcn, allerdings keine Vorschläge erkennen lassen, die sür Deutschland annehmbar sind. Da beabsichtigt ist, die ans den ZI. Januar einberufene Abrüstungskonferenz wieder Ä« verschieben, wenn die Vorverhandlungen noch nicht weit genug gediehen sind, glaubt man, dass sich eine län- gere Aussprache zwischen Deutschland und Frankreich ermöglichen lassen wird. Die ganze Anlage der sehr ausführlichen französischen Denkschrift lasse solche Möglichkeiten zu. Schon die genaue Prüfung und das Durchdenken der französischen Darlegungen erfordere eine sorgfältige nicht in einigen Tagen zu bewältigende Arbeit. Daher habe die Absicht, den Reichskanzler schon aus der Reichssührertagung durch eine grosse Erwiderung an Frank- reich und an Europa spreche« zu lassen, ausgegeben werden müssen. Die Wahrheit ist, dass die Sieichsregierung sachlich keinen Ausweg zu einer B e r st ä n- dignng mit Frankreich sieht. Sie hat sich aus ihre Forderung 000 000 Mann Sieichswehr-Miliz und keine Rückkehr nach Genf ebenso festgelegt wie Frankreich aus die Ablehnung beider deutschen Forderungen. Deutschland be- handelt praktisch die Artikel des Versailles Vertrages, die Deutschland' einseitig abrüsten, als nicht mehr vorhanden und erstrebt die Gleichberechtigung durch Aufrüstung minde- stenô bis zu der Grenze, die Frankreich für sich ausrecht- erhalte« will. Frankreich aber lehnt eine mathematische Gleichstellung ab, weil eS in einem gleichgerttsteten Deutsch- land bei der Neberlegcnheit Deutschlands an Vevölkernng, an Jndustriemittel» und der Militarisierung der gesamten deutsche« Jugend einen Nachbarn mit erdrückender Ueber- mach« fürchtet. Das war übrigens der Gegensatz zwischen den beiden Völkern in der Nachkriegszeit, ganz gleich unter welchen Regierungen verhandelt wurde. Er ist naturgemäß, seitdem in Deutschland eine Regierung mit klarem Ausrüstungswillen und betontem Wehrgeist am Ruder ist. noch grösser geworden. Zwar reden olle verantwortlichen Staatsmänner nm diese Ulnst herum, aber sie wird sich nicht durch Illusionen überbrücken lassen, auch nicht durch direkte Verhandlungen zwischen Paris und Verlin. Diese Aussprache ist. ganz abgesehen von der macht- politisch besessenen Anssenpolitik der deutschen Reichsregie- rung, schon deshalb fruchtlos, weil Frankreich solche einsei- tigen Verhandlungen gar nicht führen kann. Es darf und wird sich nicht von seine« Verbündeten trennen und wird daher stets Rückversicherung gegen Hitlerdeutschland suchen. Ein w e h r s r e u d i g e S und kriegsbereites Deutschland unter Abenteurern und Lands- knechtsführern, die keinerlei Hemmungen durch Parlamente und eine freie öffentliche Meinung haben, macht, eine vertrauensvolle internationale Zusammenarbeit un- möglich. Das ist die einfache und klare Tatsache, an der die europäische Politik nicht vorüberkommen wird, so sehr sie das verschleiern will. Die Abrüstungskonferenz ist nicht einmal als Kulisse noch stark genug, um das Wettrüsten und de« Aufbau von gegnerischen Mächtegruppierungen leidlich zu verbergen. Selbst wenn der Traum gelänge, das laichi- stische Deutschland mit der FriedenSpalme über einer Reichs- wehrmiliz mit allen Verteidigungswaffen und erlaubten militärähnliche« Jugendorganisationen nach Gens zurück- zulocke«. und wenn Italien gleichzeitig darauf verzichtete, eine Diktatur der Grossen im Völkerbund' anzurichten, bliebe das friedliche t»,.r«na nur ein Traum. Man kann nicht mit allaeme>„en,^uis-»rauen und einer moralischen Aufrüstung, wie sie bis bobin erlebt;si, ehrliche Friedenspolitik treiben. Die Frage ijt c»ge»»liH nur noch, wie lange es den traurigen und von jeher triegs- gefährlichen Künsten der Diplomatie gelingt, den Tat- bestand zu verb-rgen. u M Der Frieden Aber man glaubt nicht daran Paris, 3. Januar. In gut unterrichteten Kreisen weift man »och einmal daraus hin, dass die etwas übereilte Ueber- reichung der französischen Denkschrift in Verlin deshalb er- folgt sei, weil die Vertreter einer„befreundeten Macht, die in dieser Frage mehrfach Zögern gezeigt habe und die nach ihren bisherigen Gewohnheiten an Vergleichslösungen denke", am Samstagnachinittag am Quai d'Orsay vorstellig geworden seien, uin geivisse tatsächliche Abänderungen und wenn möglich eine leichte Lockerung der Haltung Frankreichs vorzuschlagen. In den gleichen Kreisen betont man die höfliche Form der französischen Denkschrift, die sogar von der deutschen Presse anerkannt worden sei und die mithin nicht die geringste Reizbarkeit hervorrufen könne. Die französische Regierung weist in dieser Denkschrift nicht jeden Ge- danken unmittelbarer Verhandlungen mit Deutschland zu- rück, sondern weist daraus hin, dass diese Verhandlungen sich nicht aus die Ausrüstung Deutschlands, sonder« eine all- gemeine Abrüstung beziehen müssten, wobei festzustellen sei, inwieweit und unter welchen Bedingungen Deutschland be- reit sei, seinerseits diesen Weg zu beschreiten. In der radikalsozialistischen„République" erklärt Bayet, es sei gut, dass man sich in Verlin darüber im Klaren sei, daß sich alle französische» Republikaner in dem Willen zur Abrüstung und zur Verständigung einig seien. Die äugen- blickliche Lage sei selten klar. Der Reichskanzler habe sich bereit erklärt, bis auf das letzte Gewehr abzurüsten, voraus- gesetzt, dass man Deutschland die Gleichberechtigung znq:- stehe. Frankreich babe biete Erklärung entgegengenommen und schlage deshalb für beide Länder zwei herabgesetzte und gleiche Armeen vor. Wenn das Reich dem Worte die Hand- lung folgen lasie, so werde es nicht umhin können, den sran- Zöllschen Vorschlag anzunehmen. Der sozialistische„P o p u l a i r e" fordert noch einmal de- schlennigte Veröffentlichung der französischen Denschrist, um alle» in Vorbereitung befindlichen Manövern die Spitze ab- zubrechen. Mussolini und Macdonald, so betont das Vlatt. hätten noch nicht abgerüstet. Wenn die Gerüchte zuträfen wonach von einer befreundeten Macht in Paris Schritte unternommen worden seien, die Denkschrift in einigen Punk- ten abzuändern, so könne es sich nur um England handeln. Diese Annahme werde ausserdem durch die merkliche Zurück- Haltung der englischen volitiichen Kreise bestärkt. Der Ehefrcdaktcur des Jour, Leon B a i l b y, stellt lest, dass die Politik der ReichSregierung sehr viel kouti- nuicrlicher sei als die französische und dass Teutschland des- halb ein sehr viel besseres Spiel spielen könne. Der Führer habe Frankreich den Frieden erklärt, und es sei dabei vor die Alternative gestellt worden, diesen Frieden anzunehmen oder abzulehnen. Wenn Frankreich annehme, fühle Tch Deutschland mit dem europäischen Protokoll in Ordnung und «verde bei sich in bezug aus die Rüstungen tun und lassen was es wolle. Lehne Frankreich ab, so werde das Reich sich eben nehmen, was man ihm nicht ftabe geben wolle», und Frankreich vor den Auaen der Welt als ein schwer zufriedenzustellendes Volk hinstellen. „Alle flächte beteiligt" Deutschlands Verantwortung Ter„Petit Parisien" schreibt: „Frankreich ist der Ansicht, daß die Deutschen sich auf fa l- s ch e m Wege befinden, wenn sie glauben, dass die Ab- rüstung auf alle Fälle endgültig scheitern muss. Es glaubt vielmehr, dass es für Europa verhängnisvoll sein würde, zu einer Politik des bewaffneten Friedens wie li)14 zurückzukehren, die z n in Kriege führ t. Die Deutschen meinen, inan solle von niemand mehr die Abrüstung verlangen, und sie wollen die Gleichberechtigung nach oben verivirklichen. während Frankreich im Gegenteil die Gleichberechtigung nach unten sticht. Die beiden entgegengesetzten Theorien sind jetzt dem Ur- teil all im>'iiierteit Länder«»tennorfen, da das fran- zö'i'che Memorandum den»eyvrv• v neu Kanzleien übermittelt worden ist. Es wandelt sich also nicht um eine isolierte deutsch-sranzösische Verhandlung. Die anderen Grobmächte werden ihrerseits ihre't»rantwortung zu wählen und zu ubernehmen habe«. Deutschland steht nicht einer Einheils- iront von Staaten gegenüber, die ihm eine Lösitna>,»s- zivingen wollen, sondern es ist in eine gn"°>'>">>,>> ion c Debatte, über eine prinzipielle Frage und über eine even- tuelle Rückkehr zum Macdonald-.Plan verwickelt, Die Hitlerregierung hat jetzt alle wünschenswerten Möglichkeiten. die Ausrichtigkeit ihrer friedliche» Absichten zu beweisen, indem sie an der Ausstellung eines.reduzierten und vertraglichen Militärstatntes in Europa mitarbeitet. Wenn sie diese Mitarbeit ablehnt, würde sie allem d»e Berant- wortung sür jene Rückkehr zum bewaffneten Frieden und zum Wettrüsten tragen, das alle anderen Machte der Ver- gangenheit angehören zu lassen wünschen." Dosheif gegen England „Hannemann geh' du voran!" Paris, 8, Januar. Das„Oeuvre" veröffentlicht einen World-Eopuright-Artikel des ehemaligen italienischen Außen- ministers Gras Sforza, der einige bittere Wahrheiten, vor allem an die Adresse Englands, enthält. Grat«lorza stellt fest, dass angesichts des allgemeinen Vcrstcckspielens m Gens der Beschluß des Führers, Genf zu verlassen, eine der wenigen ausrichtigen Gesten dieser Zeit sei. Die schwerste Verantivortung für die verworrene Lage treffe England. England habe 1 i»S:{ zuerst den Gedanken eines Direktoriums der Großmächte begünstigt, dessen kaum verhüllter Zweck gêwesen sei, gewisse Mächte auf Kosten der kleinen Ratio- neu zufriedenzustellen. Wer aber habe jemals gehört, daß von irgendeiner offiziellen englischen Stelle aus die Rück- gäbe der unter englischem Mandat stehenden Kolonien zur Befriedigung der deutschen Forderungen verlangt worden sei? Und doch rcchtsertige nicht ein einziges Wort in den kl Punkte» Wilsons die völlige Vernichtung des deutschen Kolonialsystems. Italienisdie Vorsdiläge? London, 3. Januar. Der römische.Korrespondent der „Morning Post" gibt folgenden Bericht über die italienischen Absichten: In der Abrüstungskonferenz muß eine englisch- italienische Zusammenarbeit ein Wettrüsten verhindern. Von einer Renauflage der Vorschläge Simons!gc::, selbst wenn man Deutsch- laud in der Abrüstungsfl^,e Ko.lz-l sinnen machen müßte. " fl 11& e r V ü l k e r o un d S s r a g e scheine «;;l cn îevt weniger k u t» S, risch zu sein, -lngesichts des enaltscheu Wiàri-stnnêeK habe eS seinen Vor» Ichlag einer rabila.en Ilaibestaltnug des Genfer Instituts gemildert. Man spreche jeyt von der R-.oision des Artikels bezüglich der Sanktionen und ganz allgemein aller Bestim- niungen, die eine Verbindung zwischen Völkerbundspakt und Versailler Vertrag barstellen. Der italienische Plan scheine ferner die Schaffung eines leitenden auf die Groß- machte beschränkten Komitees vorzusehen. Saaranssdino in Paris Die Bedeutung der Saarabstimmung Parte, 3. Jan. Auf Veranlassung des Zentral-Propa- ganda-Ausschusses für die„Französische Vereinigung des l-aaraebietes" wurde am DieuStag in Versailles ein regio- »aler Ausschuß gebildet, der unter dem Ehrenvorsitz des Bürgermeisters der Stadt steht und dessen effektiver Vor- sitzender General Eon wurde. Ziel und Aufgabe dieses Aus- schusses sollen darin bestehen, die französische Oeffentiichkeit über die Bedeutung aufzuklären, die die im Jahre 1035 stattfindende Abstimmung im Saargcbiet für Frankreich haben wird. vi«„Eiserne Garde" n Massenverhaftungen in Rumänien DNV. Bukarest, 3. Jan. Im Laufe der vergangenen Nacht sind in Bukarest und in der Provinz zahlreiche neue Ver- Haftungen von Mitgliedern der Eiserne» Garde erfolgt. ' 3,cbe". ber Geheimen Staatspolizei entfalten vor allem die Militärbehörde» eine fieberhafte Tätigkeit, um die eigein- lichen Hintergründe und Zusammenhänge des Attentats auf- zudecken. Einige Blätter behaupten, daß die drei Attentäter den Mord im Austrag der Führung der Eisernen Garde ausgeführt hätten. Viel wahrscheinlicher ist jedoch die bis- hcrige Lesart, daß es sich um einen Einzelakt einer kleinen terroristischen Gruppe innerhalb der Eisernen Garde ge- handelt hat. die selbständig vorgegangen ist und damit der Bewegung als solcher den denkbar schlechtesten Dienst er- wiesen hat. „Steuersenkung geplant" Aber einstweilen Steuervermehrung Berlin,*3. Januar. Amtlich wird mitgeteilt: Auf dem Gebiete der Einkommensbesteuerung ist für die Zukunft im Nahmen der Steuerreform eine grundlegende Umgestaltung der geschlichen Vorschriften, insbesondere der Tarifvorschris- ten, mit dem Ziel einer Steuersenkung geplant. Das kom- wende Einkommensteuergesetz kann aber bei den veranlag- ten Steuerpflichtigen aus Steuerschulden, die im Kalender- jähr 1038 enden, noch keine Anwendung finden, weil die Lohnsteuer im Jahre 1083 bereits nach dem gelten- den Tarifsähen erhoben worden ist. Es muß daher für die bevorstehende Veranlagung für 1V83 eine besondere Reglung getroffen werben. Diesem Zweck dient das im Neichsgesehblatt Teil 1 Nr. 1 verkündete Geseh über die Einkommensbesteuerung für 1083 vom 31. Dezember 11)38, das sich in den Tarifsätzen und In den Grundztiaen im wesentlichen an die Reglung anschließt, die für die Einkommensteuerveranlagung für 1882 galt. Bei Inkrafttreten des kommenden Einkommensteuergesetzes wird die Negierung prüfen, ob und in welchem Umfang die erstrebte allgemeine Tteuercntlastung noch im Lause des Jahres 1834 durch Senkung der Einkommensteuer-VorauS- zahlungcn und in sonstiger Weise verwirklicht werden. vas Attentat Kellermann verhaftet Das DNV. meldet: Der stellungslose Artist Kellermann, der seiner Zeit das Sprengstoffpakct an die Arbeiterwohl- fahrt in Saarbrücken vorbereitet hatte und dann ins Reich geflüchtet war, ist jetzt bort verhastet worden. Gegen ihn wurde angeblich ein Verfahren wegeii Vergehens gegen das Sprcngstoffgesetz eingeleitet. Priester im Gefängnis Dar Direktor des Freisinger Priesterseminars wird wegen„regierungsfeindlicher*" Aeuüerungen su acht Monaten Gefängnis verurteilt Man weiß, daß vor allem in Bayern zahlreiche katho- lische Priester und angesehene katholische Politiker sich teils tn Schutzhast, teils im Konzentrationslager befinden. Die amtlichen Stetten Nazibayerns schweigen darüber. Niemals wagen sie, die zahlreichen Meldungen des Auslandes über die entwürdigende Behandlung von Geistlichen, von Ucber- fällen auf die Pfarrhäuser und von Mißhandlungen der Priester zu dementieren. Nur gelegentlich sickert etwas durch, wenn die braunen Machthaber die weithin bekannten Tat- fachen nicht länger unterdrücken können. Niemand hat gewußt, daß sich der Direktor des katholischen P r i e st e r s e m i n a r s von F r e i s i n g, Dr. Josef R o ß b e r g e r, schon seit Monaten in Schutz- Haft befand. DaS wurde erst bekannt auf Grund einer Verhandlung vor dem Münchener Sondergericht, wo sich der Direktor wegen angeblicher regierungsfeindlicher Aeuße- rung verantworten mußte. Darüber meldet das offiziöse Deutsche Nachrichtenbüro: Dem Angeklagten, der aus der Schutzhaft vorgeführt wurde, wird zur Last gelegt, am SO. Oktober und an einigen anderen Tagen im Kreise des Lehrerkollegiums sich die Brauubnchlllge über die Entstehung des Reichstags- brandcS zu eigen gemacht und auch zur Nichtbefolgung an dem Winterhilfswerk der Regierung aufgefordert zu haben, damit die neue Regierung zusammenbreche. Der Angeklagte bestritt mit aller Entschiedenheit, jemals derartige oder auch nur ähnliche Aeußerungen geniachr zu haben. Ex be- hanptete, daß er polltisch auf dem Boden der Regierung stehe und bezeichnete alle ihm zur Last gelegten Aeußerungen als Lüge und Verleumdung. Der Angeklagte betonte, baß er für das WInterhilfSwerk und alle sozialen Sammlungen Stif- tungen gemacht und durch Vornahme von baulichen Ver- änderungen am Priestersennnar in Freising, die sich auf 100 000 RM. stellten, die ArbeitSbcschaffungsmaßnahmen der Regierung unterstützt habe. Ans die Nachricht von dem Reichstagsbrand habe er sofort die Kommunisten als Täter bezeichnet. Später sei er in seiner Ansicht wieder etwas schwankend geworden, als die Zeitungen berichteten, daß im Ausland den Nationalsozialiften die Schuld in die Schuhe geschoben wurde. Er habe aber niemals die National- sozialisier! als Täter oder Anstifter bezeichnet... Demgegenüber hielt der Hauptbclastungszcuge, Präfckt Hartl, seine früheren belastenden Aussagen in jeder Beziehung aufrecht und behauptete, daß Roßberger sich auch sonst über die nationalsozialistische Partei und ihre Führer abfällig geäußert habe. Dr. Roßberger wnrde zu acht Monaten Gefängnis und zur Tragung der Kosten verurteilt. Strafmildernd wnrde seine bisherige Unbestraftheit, straserschwerend die Schwere seiner Verleumdungen bewertet... Dieses ungeheuerliche Urteil wird dadurch nicht gemildert, daß Dr. Roßberger von einem Mitglied seines eigenen Lehrerkollegiums, der selbst zum Kreise der katholischen Priester gehört, denunziert wurde. Welche Intrigen hier eine Rolle spielten, ist schwer zu durchschauen. Die sich täglich verschärfende Katholtkenhetze erhält natürlich dop- pelte Nahrung, wenn die katholische Geistlichkeit selbst die Solidarität gegenüber dem harten Gegner des KatholiziS- mus vermissen läßt. Inzwischen werden die Sorgen des Vatikans wegen der Entwicklung in Deutschland immer größer. Die dem Vatikan zugänglichen Blätter, an der Spitze der„Osservatore Romano", verhehlen das nicht. Man verzeichnet alle Prozesse gegen frühere katholische Führer, die wachsende Behnidc- rung des katholischen Bereinslcbcns und die VerHaltung katholischre Priester sehr genau: von der Rasicnlehre und rem Sterilisationögescy ganz zu schweigen. Auch in Nom fühlt man, daß der Kulturkampt in Hitler» Deutschland nahezu unvermeidlich ist... Zwei römische Stimmen „Osservatore Romano" begegnet de» Angriffen der deutschen Presse aus den Hirtenbrief der österreichische»«>- schüfe mit dem Hinweis aus die Notwendigkeit einiger Klar- stellungen. Wie so oft verwechsle man politische Gedanken und politische Aktionen mit Parteigcdanken und Parteiaktio- neu. An letzteren„habe die Kirche und ihre Hierarchie nie- mats teilgenommen. Au? das elftere, als einen Ausdruck des kollektiven Lebens, bei dem man vom Moralgesetz nicht av- sehen könne, habe sie niemals verzichtet. Leo XI". habe in der„Eonstanti Hunaarorum" geschrieben, die Prie- stcr mögen sich nicht über ein billiges Maß hinaus siaats- bürgerlichen und politischen Fragen widmen. Diese Billig- kcit seit umschrieben durch die Verteidigung der Religion und die Forderung des Gemeinwohles. Pius X. habe erwähnt, daß die heutigen Verfassungen allen ohne Unterschied die Einflußnahme auf die öffentlichen Angelegenheiten er- mögltchten, wovon auch die Katholikcn gewtssen- hast Gebrauch machen kö unten. Mit diesen Zitierungen scheine nicht nur erklärt, im Na- men welcher Politik oder, besser, welcher religiösen und mora- lischeu Grundsätze des öffentlichen Lebens die österreichischen Bischöfe das Wort ergriffe« hätten, sondern auch warum sie ourch ihren Hirtenbrief für die gegenwärtige österreichische Regierung erfolgreich ei"'"ten, weil sie von religiösen und moralischen Prinzipien ihres Volke? ausgehe, wie keine andre Regierung vor ihr. Man müsse daher dem„Völki- s ch e n Beobachter" dasselbe vorwerfen, was er dem österreichischen Episkopat vorwerie, nämlich Einmischung tn innere Angelegenheiten Oesterreichs. ■* Das führende Organ der katholischen Aktion,„S'Jtalia", schreibt unter anderem:„In Italien hat der lateinische Geist des Tuce Zusammenstöße zu vermeiden gewußt. Durch den Mangel an Maß und Wirklichkeitssinn, der sich in der deut- scheu Geschichte wiederholt beobachten läßt, steuert man in Deutschland auf einen Gegensatz zwischen Religion und Vaterland hin, der ebenso unsinnig wie tragisch ist. Die ersten, die darunter leiden, sind die Katholiken. Der fremde Beobachter versteht es nicht, was das Regime, das doch alle Kraft der Nation zusammenfassen will, an einer solchen Ent- Wicklung sür ein Interesse haben kann." Ausföndsgläubiger wehren shh Englische und amerikanische Regierung drohen mit Gegenmaßnahmen Zu allen seinen außenpolitischen Sorgen bekommt Hitler- deutschland eine finanzpolitische dazu. Die vom Reichstags- Präsidium unter Führung von Schacht vorgenommene Tranöferregelung, die von allen ausländischen Gläubigern Deutschlands als schwere Schädigung empfunden wirb, ist jetzt der Gegenstand ernsthafter Vorstellungen der englischen und der amerikanischen Regierung tn Berlin. Bisher konnten die ausländischen Gläubiger Deutschlands Sl) Prozent ihres fälligen Guthabens transferieren, daö heißt: ihre Forderung zu so Prozent einziehen. Jetzt ist dieser Transfer ans 30 Prozent herabgesetzt worden. Man begründet diese Maßnahme mit dem starken Sinken des Außenhandels und der ungünstigen Devisenlage. Die ausländischen Gläubiger haben die volle Unterstützung ihrer Regier» nggefun- den. Die Proteste der englischen und amerikanischen Gläu- bigerkomitees haben erreicht, daß Deutschland von England her die Einführung eines Zwangsclcrings angedroht wurde. Das wäre mit einer weiteren Einschränkung des Güteraustausches zum Nachteile Deutschlands und mit eurer erneuten Schwächung des Außenhandels gleichbedeutend. Soeben hat auch der amerikanische Botschafter in Berlin von seiner Regierung die Anweisung erhalten, wegen der deutschen Maßnahmen in der Transferfrage vor- stellt« zu werden. Wahrscheinlich wird sich auch die amerikanische Regierung nicht auf bloße Proteste beschränken, son- dern scharfe Gegenmaßnahmen androhen. Abschied von Jakob Wassermann Wahrhaftig, Cr hat unsere Jugend begleitet und die Früh- zeit des Mannesalters. Man ging mit dem„Gänsemädchen", mit„den Juden von Zirndorf", mit dem„Kaspar Hauser" und mit dem„Ehristian Wahnschasfe" am Sonntag morgen aus eine Bank im Grünen und las und träumte. Wir maßen das eigene Leben und unsere eigenen Gedanken an den Ge- stalten des Dichters. Wir nahmen aus ihnen, was wir da- mais erbachten, erhofften und besser machen wollten. „Sieh' die Leidenden! Steh' die Verstrickten und schuldig Gewordenen! Lerne, wie du ehrlicher und wie du gütiger werden kannst, damit du bestehst vor dem ewigen Richter- stuhl! Wenn wir schrieben, im Jahrzehnt vor dem Kriege, dann schrieben wir selber wie Jakob Wassermann. Wir fühlten uns als Ringende und Entsagende. Auf die Jakobs- lciter der höheren Wahrheit kletterten wir ins Reich der Erlösung. Wir grübelten wie Wassermann, Psychologen und Seelenauispürer mit dem Erbe des neunzehnten Jahrhun- dcrts im Blute und im Kopie, Wissende um alle Geheimnisse beb Lebens und des Leidens. Das blieb auch später noch eine Weile so, fast bis zur Schwelle deS„dritten Reiches". Zuletzt lasen wir den Noman, der auS dem„Fall Mauritius" erwuchs, die Ge- schichte vom jungen Etzel Andergast, der von Wahrheit und vom RechtSgefühl besessen war. Die Sätze waren schwer, lang und verschachtelt. War das noch unsere Welt? War Wassermann noch ein Zeuge der politischen und sozialen Gegenwart, wie wir sie brennend erlebten? Wassermann war noch Immer der„bürgerliche" Schriftsteller, als die bürgerliche Welt schon sichtbar er- schlittert war. ES schien uns auf einmal, alS seien die ge- pflegten und behüteten Menschen der guten Kinderstube, die die Peitsche der Verantwortung gegenüber ihren leidenden Mitmenschen spürten, von der Fantasie und der Sehnsucht konstruiert Dennoch: wir hielten zu Jakob Wassermann. In seine Bücher war in tausendfältigen Gestalten unser eigener Besitz an Bildung eingcfangen. Mit keinem der deutschen Schriftsteller, die im vergangenen Jahre aus ihrem Deutsch- land flohen und deren Bücher züngelnden Klammen über- antwortet wurden, haben wir die Tragik einer solchen Flucht so mitempfunden wie hier.„Mein Weg als Deutscher und als Jude"— so hieß eine seiner Schriften, und diesen Weg des Zwiespalts und der Widerstände ist er bis zu seinem Tode gegangen Mau hat versucht, ihn zu einer Unter- redung in der Fremde zu bewegen. Aber er schwieg. ES mar bei ihm nicht die Rücksicht auf jene ichmale Lücke, die Hitlerdeutschland noch einigen seiner Bücher gelassen hatte. Er ist in Schmerzen verstummt und im Kummer gestorben, dieser jüdische Sohn der fränkischen Landschaft. Ein Bild aus jüngeren Jahren liegt vor uns. Dunkle Schatten um die Augen, weich und verträumt der Mund mit der vollen Unterlippe. Aber seine Rechte umspannt ein Buch. Dieses Buch, ein Sinnbild seines Schaffens, hat man ihm aus der Hand geschlagen, ehe noch der Tob es tat. In seinem 1010 erschienen Roman:„Die Masken Erwin Ret nerS" heißt es iiber seinen Helden:«Er, der immer Jäger mar, ist zum Wild geworden, gejagt, zum Tobe g»iagt durch eine höhere, ihm ganz und gar unbegreifliche M«ht." Der Dichter, zum Tobe gejagt vom Unbegietilichen, ausgetrieben aus dem Reiche seines Glaubens, wurde von ein-m Herz- schlag getroffen, als der Schlag seines Herzen? in fe'nem ge- liebten und gelobten deutschen Lande befehlsgemäß nicht mehr gehört werden durfte. Andreas How aid. Ans Wassermanns literarisch theoretischen Schrillen „Ich will Gestatten geben, deren Seele das reinste und empfindlichste Instrument ist für das unbegreifliche Spiel des Schicksals.— Ich will meine eigene Furcht, mein eigen- stes Entzücken, meine eigenen Vorstellungen vom Leben, Gott und Tod zum Vild machend, Wesen darstellen, die unter dem DLuck und Anhauch solcher Gefühle unvermittelter, vielfacher tönend, reagieren: die das Erstaunen des Kindes noch in stch tragen, vereint mit der Erfahrenheit des weisen Zuschauers und die unter dem Kleid des Alltags dennoch wandeln wie alle wandeln, unwissend wober, unwissend wohin. Ich will den einen zum Schatten machen, denn sein Dasein, seine Leidenschaften, seine Triebe, seine Taten sind ihm und anderen unbewußt, dunkel und nichtig wie Schatten, jenem aber, der zur Seite steht, nichts will, nichts gibt, nichts vermag, nichts bedeutet, zur charakteristischen Gestalt ver- helfen. Ich will nicht die Verknüpfung äußerer Erlebnisse geben, sondern die Wirrnis der inneren, ich setze keinen Ehr- geiz darein, Fäden zu knllpien und zu lösen. Ich möchte keine Gewitter geben, sondern die Entwicklung des Ge- witters, die schwüle Luft des ahnungsvollen Tages, alles, wa» vorher geht, was schuldvoll ist. was Verantwortung trägt. Ich will keine prahlerischen Ereignisse, sondern ich suche den kleinen Schmerz, der in taiii-ns'echen Bildungen die Seele dem Verderben entgegensck>f-opt und dies alle» will ich wieder einer großen Harmonie ,>-tlhren. die man- nigiach geteilten Motive zur nnei>!>li-b«n Melodie ver- mähten." AuS„Die Kunst der Erzählung", erschienen 1004. „Psychologie ist Naturalismus. Wie sie sich auch gebärden mag. ist sie der Fe>"S uno d»r Gegensatz der Schonung» der Tckwm, der der A»>>»»»«ng, der Deutung, der Ahnung, d»r Sehnsucht, der Religion. Sie ist immer ein irdisch E-^-ieS, r»"onalistisch Fertiges: sie ist das Wört- licke, nicht d-te Bildliche, das Allegorische, nicht das Sym- bolische, der Weg und nicht das Ziel." Aus„Der Literat als Pltzcholog". „Nidif vergessen" P fe Das ist das Schlimmste: wenn der Mensch vergißt, satt wird und sich die Ohren stopft, am eignen Leid sich müde frißt und sein Gewissen schwacher klopft. Mein Freund, der du von Deutschland ser. die bangen Tage leben mußt, vergiß es nicht den Mörderherrn, daß sie dir nahmen Freud und Lust. Vergiß es nicht, daß Schuß um Schuß die Besten tückisch abgeknallt, daß Frauen, Greise, Kinder man auf Folterbänke dort geschnallt. Vergiß die tausend Opfer nicht, die qualvoll starben in der Nacht, vergib der Tausend Marter nicht, die langsam man zu Tod gebracht. Vergiß nicht Freund das deutsche Land von feigen Räubern frech verhöhnt, vergiß nicht, daß ein ganzes Reich geknebelt nach der Freiheit stöhnt. Denn wenn du einmal daö vergißt, so sei Vergessen auch dein Lohn, bewahr' die Flamme, Emigrant, und deine Waffen für den Sohn. Dein Sohn wird einst im Kampfe stehn und rächen diese braune Schand. Du wirst die Heimat wiedersehn. Bewahr' die Flamme, Emigrant! I g n o t« s. So ist es Weh, daß wir scheiden müssen... st. b. Die Greuellügner sind endgültig entlarvt. Wenn es auch dieses Mal nicht die Sonne war. die es an den Tag brachte, so ist es doch der milde Schein des Sternes von Bethlehem, dem wir die herrliche Offenbarung des deutschen Lonzentrationslageridylls zu danken haben. Außerdem war der verehrungsmürdige preußische Ministerpräsident, der sein außerordentlich hohes kriminalistisches Geschick in jüngster Zeit mehrfach unter Beweis gestellt hat, nennenswert an den Enthüllungen be- teiligt. Bekanntlich sah sich der hochmögende Herr ge- zwangen, im Interesse einer reibungslosen Neuaufnahme von Schutzhäftlingen während der Weihnachtsfeiertage einen Teil der alten Konzentrationslogerinfassen vor- läufig zu beurlauben. Die vom Schicksal so hart be- trosfenen Entlassenen haben versucht, ihr Unglück mit Anstand zu tragen. Wir lesen darüber in der gleich- geschalteten Presse: „In Oranienburg, in Sonnenburg, in den Konzentra- tionslagern Sachsens. Lübecks und Thüringens, ja in allen Lagern, die zur Abwehr der bolschewistischen Gefahr errichtet werden mußten, werden die Schutzhästlinge ent- lassen, denen man aus Grund ihrer bisherigen Führung zutrauen darf, daß sie sich in Zukunft einwandfrei be- wegen iverden. Und diese Entlassungen gestalten sich oft zu Feiern, auS denen deutlich zu erkennen ist, wie schamlos die Meute der„Emigranten" gelogen hat. So standen vor dem Eingang zum Sammellager in Sonnenburg zwei brennende Weihnachtsbäume, und unter fröhlichem Gesang zogen die Entlassenen zum Bahnhof. Aus dem Zuge heraus schüttelten sie ihren Wachtmannschaften immer wieder die Hand und winkten noch lange Zeit zurück, als sie der Heimat, der Familie, der Freiheit entgegenfuhren. Der Groll, der ohne Frage jeden von ihnen bei der Ver- Haftung und Einlieferung beseelt hatte, war verflogen in diesen Wochen und Monaten, in denen sie wohl als Gegner, aber auch als Menschen behandelt wurden. Die Großmut des Siegers, der auch in ihnen Volksgenossen sah, die sich lediglich hatten verführen lassen, wird ihren seelischen Widerstand überwunden haben... So und nicht anders entpuppen sich die„Greuel", die vor gar nicht langer Zeit die Welt empörten. Wir freuen uns. freuen uns von ganzem Herzen dieses Weihnachtsgeschenkes, das der nationalsozialistische Staat den Schutzhästlinge» macht. Nicht nur des Auslandes wegen!... usw." Demnach kann man also annehmen, daß die armen Entlassenen ihr trauriges Weihnachtsschicksal, das sie mit fröhlichen Liedern und dankbaren Händedrücken an ihre braununisormierten Beschützer feierten wenn man den gleichgeschalteten Zeitungen glauben darf!-- nur dem ununterbrochenen Wirken der..Emigrantenpresse zu ver- danken haben. Ohne dieses säßen sie sicherlich auch über die Feiertage in Sicherheit._ Der gehöpffc Neunzehnjährige »Ich bin doch unschuldig" k. b. Durch Mittelsmänner wurden uns die Einzelheiten MlS Ä?" 6«Ä ÎU-u«-in,»««-,. fahriger Genosse, der angeklagt war,'wvorgenJahre (1982) an einem politischen Zusammenstoß- betetltgt gewesen SU sein, bei dem ein SA.-Mann ums Leben kam. Als das Todesurteil gegen ihn gefällt wurde, rtef er entsetzt.„Fch bin aber ganz gewiß unschuldig!" Dann brach er zusammen. Später, als er in seiner Zelle saß, erlaubte man tll m, nam Hause an seine alten Eltern zu^'ben. In jcd^m dieser Briese stand:„Ich bin unschuldig. Ick schwöre es. Man muß Seine Eltern waren verzweifelt. Sie liefen und schrieben und machten Gesuche, um ihren Sohn zu retten Die Mutter rennt von einer Behörde, von einer Parterdtenststelle zur anderen Ueberall weist man sie mit nichtssagenden Worten ab. An einer Stelle sagt ein SA.-Bonze kaltschnäuzig zu ihr: »Ihr Marristenpack habt doch nichts anderes verdient. Ihr wolltet es ja so haben!"... Ein Bruder des Verurteilten der einige Jahre alter ,st. macht die gleichen Wege. Schließlich erhalt er einen«-sihi'd des preußischen Ministerpräsidenten:„Ich lehne d,e«e- ^Der^^Tag"der^Hinrichtung naht. Die Mutter will ihren Sohn noch einmal sehen. Sie erhalt ke,ne Besuchserlaubnis mehr. Kurze Zeit darauf erhalten die Eltern rmd der Bruder ie eine Nacbricht Die kamen an demselben Tage. Die eine kam aus dem Gefängnis Darin stand:„Liebe Eltern, lieber Bruder! Soeben teilt man mir mit. daß mein Urtet(morgen vollstreckt werden wird. Das darf man dock nicht. Ich bin à°Ae""zwà Nachricht aber stand w d-r Zeitung: Gestern morgen wurde der... durch Handbeil vtngeriäilet Statt SilvcstersdiicOen- Bombenanschläge ... WandS des grafischen Gewerbes" war die Einführung von Irauenschwimmabenden Diese Abende waren so gut, daß >ie große Schwimmhalle zu Berlin ausgegeben werde» mußte. Es ist fraglich, ob die Abende überhaupt noch zu Stande kommen iverden. Viel Liebe scheint die„Gewerk schaft" bei ihren Mitgliedern nicht zu finden. Die TeiiiKKonjunhfur" Geringe Produktionssteigerung— stockender Absatz Das Institut i Ü r K o» j n» k t» r f o r s ch n n g gibt in icinem eben erschienenen Bierteliahrsbericht einen üciner- kensiverten Ueberblick über den Geschäftsgang der Tcxtil- tnouitrte in den letzte» Monaten. der bis zum Tpät- Y e r b» eine weitere« t c i n c r n» g v o» P r o d u k- tlo» it n d üi e f di& f t( n u n a zeigt, so daß der Inder der ^extilerzeugung< î«)28- luo) im Oktober mit 90.4' den Prozents, iveil die îrrtilinbustrie im Hin- blick aut ihr vielfältiges Sortiment und die Gefahr der Ab- Wanderung von Facharbeitern in der Krise mehr als andere .Industrien zur Kurzarbeit greisen»inßte. also auch jetzt mehr zur Erhöhung der Arbeitszeit als zu Neueinstellungen, .loch starker als die Arbeitszeit ist die Maschinenleistung ge- ivachsrn. Der Absatz von Textilien blieb wesentlich hinter der Erzeugung zurück: er war im Einzel- Handel in den Monaten Juli bis Oktober nur um 4. 2. 5 und 1 Prozent hoher als in den entsprechenden Vorjahrs- monaten..Allerdings hat sich bei unveränderter Ein'iihr die Aus'uhr etwas gehoben. Nach einer Schätzung des Instituts wurden von der Mehrerzeugung 2S Prozent durch die Ver- brauchszunahme und 10 Prozent durch die Ausfuhrsteige- rung neu aufgenommen, io dast sich 65 Prozent der Mehrerzeugung im Lageranban auswirkten. Wenn die um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöhte Erzeugung der Monate Juli biS Oktober im Weist- n a ch t s g e i ch ä' t. ilir das ste in erste» Linijj bestimmt ist. abgesetzt werden sollte, so müstte dieses etwa drei- bis viermal so viel über Vorjahrs höhe liegen »vir das Geschäft der letzten Monate. Da kaum anzunehmen ist. dast die konjunkturelle Belelning>o rasch fortschreitet, ist mit einem w e' t c r e n Lageranb a» zu rechnen. Dieser Vagerauba» bedenket nach Auslassung des Instituts gegenwärtig noch keine k o» i» n k t» r e l l e G e f a h r, wenn er nich- einen Um'an g annimmt, der die Liquidität des Handels bedroht. Sorgen der Gewer Hstüiafsspresse Der„Leiter des Presseamtes der TAI.", ein Herr mit dem urgermanischen Namen ViallaS, und der„Leiter deS Ver- lags der DAI" Horst Siobbe verlautbarcn:„Durch irre- rührende P r c j s c n a ch r i ch t e n iivaS jagt«Röbbels dazu?! ist der Eindruck im Lande entstanden, als würde» die Verbände der Arbeiter und Angestellten mit sofortiger Wirkung ausgelöst. DaS ist nicht der I a I l. Deshalb besteht» Ü r die Inserenten der Verbands^ blatter der TAI. keine Veranlassung, nun mit. I n s e r a t e n a u t t r ctg e n z u r Ü ck z» st a l t e n. Die Ver- bandsblätter sind nach ivie vor die amtlichen Organe der Verbände und die Wrrbewiikling ihrer Anzeige» ist durch nichts beeinträchtigt." Zu dieser Verlautbarung der zwei Ehrenmänner ist zu sagen: lieber die Auslösung der Verbände waren nicht„Pressenachrichten" verbreitet, sondern„Anordnungen" der Herren Le.» und«elzner. Die Herren Bial'as und Tiobbe wenden sich also an die lalsche Adresse.- Ter Herr Zrobbe ist übrigens ein bankrotter Asikiaà oit S München. Dort hatte er die Bücherstube am Siegestor: söinc Tvezialität ivar der Vertrieb der Schritten des reuolutio 'nären Dichters Oskar Ponizza. die im regulären Buchhandel nicht zu haben waren Er hat nach dem Tod PanirznS auch mit Manuskripten des unglücklichen Dichters gehandelt. Van 6er Arftelkssclilackt Die„Soziale PrariS" berichtet in Heft 50:„Ein eigen- artiger Vorgang hat sich in Westfalen abgespielt. Duich s.init- liche Zeitungen, auch den nichtamtlichen Teil des Reichs anzcigers, ging die Meldung. der Svnderbeau'tragie des Treuhänders der Arbeit. Dr. Klein, habe nach Vcrhand Hungen mit allen beteiligten Organisationen entschieden, dast auf dem Weistblechwcrk der Vereinigten Stahlwerke in Wissen iSiegl die 40-H'ihnben-Woche ohne Lohnausgleich nicht eingeführt werden dürfe. Hierzu hat der Treuhänder folgende Richtigstellung veröffentlicht: Mein Sonderbeauftragter Hal in der Angelegenheit überhaupt keine Entschei- dvna aetgstt. Er hat lediglich feststellen können, dast sich sämtliche Vetciligte darüber einig waren, in dem Werk könne ans ganz besondere» Gründen eine Verkürzung an«' 40 Stunden zwecks Nciieinsiellung von Arbeitern nicht ein- treten. Die Irage eines Lohnausgleichs ist überhaupt nicht berührt worden, weil ein iolcker daS bestehende Lohnniveau verschieben würde was nach Anwetiung der Reichsreaieruna zu vermeiden ist Aus dem gleichen Grund ivarcn sich auch sämtliche Beteiligten darüber einig, dast jedenfalls zur Zeit die Neber'ragung eines anderen Tarifs aus daS Werk nicht möglich ist" Hinter dieser Tache steckt etwas. Herr Klei»»Nüst einen Grund tlir seine Schweigsamkeit haben der ihn hindert anzugeben, warum das Weistblechiverk Wissen eine Ausnahme- behandln»,» erfährt. Denn was er von einer Weisung der R'ichsregierung redet, das stimmt einfach nickt. Die„D. I." berichtete über Lohnsenkungen in Hamburg, die mit der Arbeitszeitbeschränkung verbunden»varen. Aber abgesehen davon zeigt eine neueste Weisung über die Arbeitözeitvor- schritten ganz deutlich, ivie die Retcks-Marne Tcklacht steht: wenn nämlich bei 4»st«ndiger Arbeitszeit das Lohneiiikom- nien geringer ist als die Arbeitslosenhilfe, bann>oll länger gearbeitet ivcrden Es müsie» alio in Wisien andere Gründe mastgebend geiveien sein, die den Treuhänder so zurück- haltend machten. * Wie ma» a n S dem„Deutschen Volkswirt"(Nr. Hl erfährt.'orderte„eine westdeutsche Arbeitsbeschanungsstelle d 4er Taqe vvn den ltnternebmern ihres Bezirkes die Vornahme krelivilliger Neueinstellungen von ArbcitSkräk- ten" Die Löhne der Neiie'ngrstellten sollen mährend der ersten drei Monate z«r Hälfte von Arbeitgebern, zur Hälfte von de» icil einem Iabr Beickâtligten getragen werden. Die Iordernng entspricht einer Oprozentigcn Vermehrung der Belegschaften.- Der Volesivirt" wendet sich aeae» dicte Art der Arbeits- Veichaitviw weil sie erstens der Initiative des Unternehmers vvrare'-e und zweitens weil sie den betri-blichen Notwendig keilen nick' Rechnung traae..Schließlich auch widerspricht ie»e Politik der s-siematiichcn Erhöhung der Beleg'chaits zit-ern. maa sie auch dein Itel der Arheitsbeschattnna dienen s„llen den AM-hten und Plänen der zentralen Instanzen »inwat bat vor menine» Monaten die Mittel IN lw die dann tost'e- von»»signblaer T'elle als nich' zntrenev, rf Yttrrhrtî îH erregt. in einen» bestimmten Bezirk eine vrozentmästiae Erhöhung der Beleg- schaftsstärken angeordnet worden sei." vie Wolilfolirlseinpfänaer and der O&erprösident Hunger im»dritten Reich'* Nach den Berichte» deS„Deutschen Gemeinbetagcs", der kommunale» Tpiyenorganisation, beträgt die ivöckentliche Unterstützung der anerkannten WohltahrtScrwerbslosen im Durchschnitt 10,78 lit Pl.. der nichtanerkannten Wobl'ahrrs- erwerbslose» 6,51 RM. pro Woche cinichließlich der Iamilienbeihilfe. Nach einer Verfügung der Reichs- regier»»,» sind notleidende Gemeinde» berechtigt, die Unter- stiitzung weiter z» kürze». In Berlin z. B. erhalten neu zuziehende iugciibliche Erwerbslose pro Dag 0 ,80 RM. Unterstützung. * Der Treuhänder der Arbeit für den Wirtschaftsbezirk Schlesien teilt mit:„Die Prüfung der Lohnverhältnisie im Tietbaugeiverbe Oberschlcsiens hat ergebe», dast der äugen- blicklich bestehende Tarif dem Arbeiter nicht einmal das Eristeiizminiinnm garantiert. In den meiste» Orten Ober- schlesiens liegt der Wochenloh» sogar unter der Wohlfahrts- Unterstützung. «- Der Bezirksleitcr der„deutschen Arbeitsfront" kür West- falen erklärt:„Durch die dauernde» freiivtllige» Abzüge und Spenden»nd durch.Kurzarbeit ist das Einkommen des deutschen Arbeiters fast an den Satz des Wohlfahrts- empfängers herabgesetzt worden." * Der Nazigniileiter und Oberpräsident für Schlesien B r ii ck n e r erklärte am 0. Juli 1 983: „Das Verhallen der Wirtschafisiührer unseren NTBO.- Iührer» gegenüber Hai es mir verboten, den Industrie- Herren die Ehre eines Einpsanges zuteil werden z» lassen." Mitte Dezember wird über den Enipiang der schlesischen Industriellen durch Brückner amtlich berichtet: „Zwischen dem Oberprändeiiteii Brückner und den Ver- tretern der oberschlesischen Industrie lourde volle Ein- . mütigkeit erzielt." vie Guie-nolfniings-Hilfte sagt in ihrem Geschäftsbericht 1932/83:„DaS Recht der poli- tischen Iührung, die obersten Richtlinien auch'ür das wirt- (chaitliche und soziale Geschehen festzulegen nnd ihre Ein- Haltung mit starker Hand sicherzustellen, erkennen wir rück- haltlos an. Ebenso nachdrücklich bekennen wir uns zu der Nötivendigkeit. dast innerhalb dieser grasten grundsätzlichen Richtlinie» drin deutschen Unternehmer dir Möglichkeit einer freien Betätigung seiner Initiative unter allen Umständen erhalte» bleiben must, wenn nicht zum Schade» von Volk, Staat und Wirtschast die Entwicklung zu einer Erstarrung der gesunden uniernehinerischen Kräfte des deutschen Volkes 'übrcn soll." Das Naziblatt die„Deutsche Volkswirt'chail"(17) sagt, dast diese Mahnung der Gute Hossmanns-Hülte„die straffe Disziplin diirchbriv'i". aber sie sei auch überflüssig, denn da» NKitüm„anerkennt ei» vorbildlich schassendes Unternehmer- tum." Da» ist wirklich nichts Neues. Die zyuitche Offenheit, mit der das Naziblait versichert, dast den Industriekapitänen ohnehin nichts geschieht, sei festgehalten. Uebrigens versichert das Blatt:„Die hier zitierte Entaleisung eine« Geschäfts- berichte« ist durchaus kein Einzelfall." Erneuerte Reklame Zu der Irage, wir die„Werbung" iReklainet sich im„drit- ten Reich" gestalten iverde, sagt ein Oberwerbcr oder Werbe- iührer namens Ehristiand Adt, Klipirrberg-Mainz:„Wie nach 14 Jahre» politische» Dunkels durch das Erwachen des neuen Deutschlands plötzlich Sie Sonne über unserem Vaterlande ausging und alle Kreise der deutsche» Bevölke- rung im Vertraue» ans die neue Reichsreglerung neuen Lebensmut iastten. so ist auch im deutschen Werbewescn ein neuer Tag angebrochen, dessen Helles Licht alle die seit Iah- rcn gegen die unschöne» Begleiterscheinungen der Werbung getämpit haben, mit groster Irende und Zuversicht erfüllt. Der Vertreter der Reichsregierung im Reklameschutzverbgnd ist ein Mann namens E l s n e r v o n G r o n o w. Der Präsi- fem des..Werberntes der deutschen Wirtschatt" ist Mini- sterialdirektvr i. c. R. Ernst R c i cl) n r d. Sein Königs- gedankt ist die neue Stellung des.Anzrigenmlttlers iAnnoli- een-Eppeditionen). Das waren bisher zum Teil unsaubere Elemente, die das Werben zu einer»nur wenig lohnenden Sacke" machten„Daher behält sich von jetzt ab der Werberat out der einen Seite vor, den Werbungsmittler in jedem ein- '.einen Ialle znzulasien a»t der anderrn Seite aber dem Werbnnasmittler eine besonders hervorragende, zudem in sick a fichrete Stellung innerhalb der Werbung zu geben. Der Werbunasmittler hat den Anspruch daraus, dast die vvn ihm vermittelte» Anzeiaen. die bestimmte Voraussetzungen erfülle»»mit dein Verleger angenommen wefvett müssen und hg> de» weiteren Ansvrnch a»t eine VergÜ'ung in be- stiinm'er Höhn.. ,« Do ist der Ver'iirh. ein Inserat out- zugeben, allmählich eine?luigabc der Wisienichatt grivorbe». deren Kompliziertheit man nickt unterschätzen soll. Gleichzeitig wird berichtet: „Der KreiSbetriebSzellenleiter der NTBO. Breslau- Ttadl und der sticchtsschutzberater der Breslau« NTBO. wurden auf direkten Befehl de« Oberpräsidenten Brückner verhaftet." Herr Brückner bezieht als Oberpräsident, Mitglied des prcustischen Staatsrate« und des Reichstages jährlich 41409 Mark Gehalt. Das Erholungsheim Kochel in den Bäuerischen Alpen des früheren Gesamtverbnndes der Arbeitnehmer der öffentlichen Betriebe des Personen-»nd Warenverkehrs iit^ in eine nationalsozialistische Kaserne iimgeivaiidelt worden. Das nationalsozialistische Motorkorps richtete hier die 22. Motor- TA.-Tchule für den Gebirgsmotorsturin der TA. ein. Die Autofabriken Daimler, Benz und Bäuerische Motorwerke stellten dieser Tchnlc die benötigte» Iahrzeuge gratis zur Beifügung. Tie Kurse, in denen die TA.-Männer im Kraft- fahr-Wehrsport ausgebildet werden, dgnern 5 Woche». Bekanntlich erhalten Arbeiterinnen, die aus ihren Arbeits» platz verzichten nnd sich verheiraten. Ehestandsdarlchn bis zur Höhe von 10t«»,- Mark. Die Auszahlung erfolgt nach den Grundsätzen echter Volksgenieinschait. Wie der Ntagistrat Berlin mitteilt,«verde» in den Arbeitervierteln Wedding und Neukölln Ehestandsdarlehn nur in durchschnittlicher Höhe von 2—300 Mark beivilligt, im vornehmen Villen- bezirk Zehleudorf in durchschnittlicher Höhe von 300-iniH) Mark. Die Mittel für die Ebestandsbilse werden alS de- sondere Steuer in Höhe von 220 Millionen RM. jährlich aufgebracht. 160 Millionen dienen zur Iiuniizierung der Ehestandsdarlehn. 00 Millionen fliesten der Kasse des Reiches zu. Die Steuer wird schon bei Einkommen von inonartich 75 RM. erhoben. diese? Lande?" sei und teilt über die künftigen Pläne der Japaner folgendes mit:„Ans einer Konferenz in Osaka, Ivo sämtliche Haiidelskaiiimcrn vrrtreleii waren, wurde toi- gende« beschlossen: Zur weitere» Belebung des iapanischen Erporthandels ist es unmöglich, das Suitem der Bezuichui- sung ivelter auszubauen. Darüber hinaus sollen, um auf den, Weltmarkt auch aualltativ konlurrenzsähig z» sein, sämt- liche Ei'portarttkel einer Reglerungskontrolle unterworfen werde», die nur hochqualifizierte Ware dem Austenhandel übergeben dart. Um in den einzelnen Ländern aktiver für japanische Ware werben zu können, werden neue javanische Niederlassungen gegründet, wo sie noch nicht bestehen: in de» übrigen Ländern wird die Zahl der bestehende» ver- mehrt. Bei jeder Beurteilung des iveltivirischaftlichen Vor- maricheS von Japan must man beachten: de» Erkolg dankt Java» dem entschlosicne» Zusammenstehen de? ganzen Vol- keS, insbesondere dem Zuiainmenspiel einer ans das Wohl des Volksganzen stärker als«H den eigenen Nutzen einge- stellten Gemeinschaft von Industrie»nd Erporthandel Mit der Austenpolitik. In Japan ist die Wirtschaki ein meiste»'- hakt benutztes Instrument zur Mehrung de? Reiches."— Die Hitlerlente möchten das alles gerne nachmachen. Auch ste reden von Gemeinschaft»nd haben die gleiche Gemeinschgit vor Auge» wie Japan. In Wahrheit kann Japan sein Dumping nur durchführen, weil der Arbeiter dort so rechtlos ist wie der deutsche. Die an sich nledr'ge» Löhne sind in dein von den Geopolitlkern gerühinte» Iaschisnins, obwohl der Lebens- standard von Tag zu Taa stieg, noch»in 10 Prozent gefallen: das üb« Beschlust der Wathingtoner Internationalen Ar- beitskonierenz in alle» Ländern durchgeführte Verbot nächt- sicher Iabriksarbelt ist vvn Japan nicht ratifiziert worden; erst nach allen»löallchen Interventionell englischer und tn- bischer Industrieller hat liiail das Verbot zum Schein ratifiziert. Der Achtstundentag ist in Japan unbekannt. Durchschnittliche Arbeitszeit 00 Stunden. So sieht Japan? Tckivert aus, so möchten die Hitlerleiite aus dem deutschen Arbeiter einen Kuli machen. Auch das hat Japan Hitlers Sympathie gebracht. HsttiaMfoninicii mil Polen Besprechungen zwischen der deutsche» und polnischen Eisen- industrie haben z» dem Ergebnis geführt, dast die pol- nische Eisenindustrie zur Lieirrung nach Deutschland ein Kontingent der deutschen Industrie in bestimmten Erzeug- uisien erhält. Das Kontingent beträgt>'ür die Dan« des Genfer Abkommens, das ist bis Mai 1937 0,7 Prozent de? Inlandsab'atzcs der deutschen Industrie, später 0,5 Prozent. Vole» bai das Recht, die Kontingente ganz oder teilweise im gteredeliingspcrkehr auszunutzen. Die deutsche Industrie bat das siieckt, alle Walzivcrkserzeugnisic in Torten, Profilen und Qualitäten nach Polen aiiszutlll're». soweit sie bort Vicht erzeugt ivcrden Um diese deutsche Ezportmenge er- höht sich da? polnische Beteltlguiigssoniingenl am dent- icke» Iiilandabsatz. AufterbeM wurden Lieferungen polnischen Edelstahls nach Deutschland und deutschen Schrotts nach Po- !en vereinbart. ver Krieg gegen die Frauen c,!. ,!r r,c,,l,äfn. Z€" Wir lese» tn der„Sozialen PrartS":„Es fehlt nicht a» geivichtigen Stimmen des Verständnisses fitr die Schicksal- ha'tigkeit der Iraueneriverbsarbeit. Lelder hält die Praris damit nicht Tchritt. lMan lese die erschütternden Beispiele, die„Tie Handels- nnd Büroangestelltc" verötientlicht.« Auck in der Propaganda wird noch allzuoft über der vcrständ lichen und ganz gewiß dringlichen Sorg«, durch bevorzugte Männerbeichäftigung Iamilien zu»rhallen und zu Iami Uengründuugen beizutragen, vergessen, daß auch die Frauen ganz gewiß die ledigen— auf den Bern' angewiesen sind »onz abgesehen davon, daß in der modernen Wirtschast un 1* den mannigfachen Ausgaben des modernen Staates ihre 'libeitSkrait benötigt ivlrd" fapans zweites Sdiwcrf fnnt Walter Ilemmig in der„Zeitschrift für Geopàlk ,n? japanische Dumping. Der gut unterrichtete'Vertgsser weist darauf»in, daß„die Besetzung der Mandschurei dnrch Japan ein Ausschnitt aus dem weltwirtschaftliche» Vormarsch Der„Deutsche Volkswirt" listr. 11» findet, daß die Baseler Rebe des Rotenbank-Schacht zur„richtigen Zeit" gekommen ist, weil sich die maßgebende» Staatsmänner nnd breite »reife ihrer Völker immer noch nich» entschließ«, können, einen Strich unter die Periode der reinen Ticherungspolitik zu ziehe» und sich endlich energiich aii'zliraiteii zu einer Politik der Zusammenarbeit und der schöpferischen Neu- gestaltung im Leben der einzelnen Nation wir der Nationen untereinander, in der Wirtschaft wie in der Politik" Diese ein'venia undeutlich;-», weil allzu philosophischen Tatze wer- den durch den„Volkswirt" klar« gemacht:.Die Volkswirt- 'chg't>v:rd nie ivied« rich in Gang koiiimen. wenn nicht dir Gläubige-, daraus verzichten, eben«'' wie die».»„lici'ee arwiffc. Länder, einseitig bloß ans die Sicherheiten z„ star. Rack Tckach's Rede dsin'en ta die Glänbta« ichon deshalb nicht mehr aut die Sicherheiten ihrer Gelder star» rcn, weil diese einfach nicht mehr vorhanden ist Sorgen, die man hat Die Metallarbeiter haben bei Ihrem Eintritt in die„Ar- d.itsfront" ans einem eigenen Bogen zu bestätigen:„Ich bin arischer Abstammung, frei von südischem Äiasseneinschlag und gehöre keinem Geheimbund an." Nationalsozialismus als Welfcrsdieinung }'• B-— Der General Haushofer, der seit Iahren in seiner geopalitischen Zeitschrift die wissenschaftlich schei- nende Ideologie des neudeutschen Imperialismus»er- fertigt, Hot eine Broschüre(„Der nationalsozialistische Ge- danke in der Welt". Verlag Callwey, München) erscheinen lassen, die die größte Aufmerksamkeit verdient. Wir er» leben immer wieder das gleiche Schauspiel: Friedensgesten und Friedensreden nach außen, denen man draußen ylaubt, weil man vor der Wirklichkeit Angst hat: im Innern aber das offene Aussprechen der imperialistischen Wunsch- und Revancheträume. Da die Verkünder des neuen Imperialismus vieler Künste fähig sind, nur nicht der Kunst des Schweigens, hatten wir Gelegenheit, schon auf so manches Buch hinweisen zu können, das dem außenpolitischen Irrsinn des Hitlerismus übereifrig diente. Haushofers Büchlein verdient defalk Aufmerksamkeit. weil er die Zielgleichheit Deutschlands, Japans und Italiens mit aller Schärfe, die man nur wünschen kann, feststellt. Ihm ist der Faschismus eine„weltumspan- nende Bewegung". Er verhehlt nicht, daß es Minder- Helten find, die diese Bewegung entsacht haben oder entfachen? herrschend werden sie erst„durch Einbannen der echten Wandervögel und Soldatennaturen auf un- mögliche Enge", die so„erst den Sauerteig zu der dann in unberechenbaren Formen aufgehenden Niasse" zu bil- den befähigt sind. Diese Hefe also der wirtschaflslosen Elemente, der Beutemachrr und Plünderer erhält vom General Haushofer die ideologische Weihe. Diese neuen Herren sind weder vertrage- noch verhaudlungssähig, sie dreschen mit den Fäusten auf die grünen Tische und rennen ihre Köpfe an den Wänden kühler Diplomatie ein. Mit den Worten der neuen Wissenschaft sagt man das so:„Das(die Hefe, die dann unberechenbar aufgeht) hat eine vorgealterte Weltorganisation von unmöglicher Dynamik wie die von Genf— auf der Statik einmaliger Gewaltverträge beruhend— nun von einer Entwicklung zur anderen erlebt, ohne jemals mit ihnen Schritt halten zu können: nicht in Lausanne und seither mit dem Italien Mussolinis: nicht in Genf und London mit dem Japan der Araki und Hiranuma. und nicht in Genf und London mit dem Deutschland Adolf Hitlers. Sie rächte sick dann durch umfangreiches Schreibwerk, das niemand las, so wenig wie die verschiedenen Weißbücher die eine wirkliche Volksbewegung so wenig aufzuhalten ver- mögen, wie man in der physischen Erdkunde einen Vulkanausbruch oder Eisgang durch die Tätigkeit eines Radiermessers oder eine Verbotstafel a» einer Landes- grenze aushalten kann." In Japan, in Italien, in Deutsch- land empfindet die von Haushofer geschilderte Hefe das „Sakrale des Bodens", ansonsten aber besteht die Mission der Osas» aller Länder darin, die„Ueberbttonung des Sozialen" abzuschaffen, die zum„Fallachentum" führt,— als ob die Fellachen jemals allzusehr an Sozialpolitik und Fürsorge gelitten hätten. Doch— ein General weiß von solchen Dingen selten etwas und hat auf dem Gebiet kaum was zu sagen. Wichtiger ist, was Haushofer auf seinem eigenen, dem militärischen, geopolitisch verkleideten, Gebiet zu sagen bat. Der Hinweis auf die faschistischen Bewegungen in Finnland, Lettland. Polen usw. ist deutlich genug. All diese Hinweise haben vor Haushofer auch andere neu- deutsche Imperialisten gebraucht: Haushofer greift kräftig über Europa hinaus, ist Japan doch der Verbündete des Hitlerismu». To kann er für die Zukunft des neuen Ehina wenig Hoffnung haben,„so rassenstark das alte war". so rassenschwach ist das neue. Aber„in Indien und China.... liegen noch fast unerschöpfliche Arbeit»- Ziele und in Jahrtausenden erprobter Beweisstoff sür die Gedankenwelt und Forschung des Nationalsozialismus griffbereit". Zwar läßt einen„der reine Arierbegrifs im Stich", wenn man die indische Frage zu lösen versucht, aber da sie eine Frage ist. die England und nicht Hiller Zu beantworten hat. gibt Haushofer gern den sogenannten Kolonlalvälkern das„Selbstbestlmmungsrecht". das er ja leicht verschenken kann, da es seit Hitler kein Deutscher nicht einmal im winzigsten Dorf besitzt.„Kolonialmächte alten Stiles— je mehr ihnen selbst der alte Herrschasts- wille entgleitet(lost dominion!), desto mehr— haben selbstverständlich Interesse daran, die kräftige, ver- jungende Bewegung des Rationalsozialismus als Wasser auf ihre Mühlen zu leiten, und vermögen das, indem sie die von ihnen unterworfenen und ausgebeuteten alten Kulturrassen, wie in Indien, Indochina. Indonesien, auch bei den Anläufen auf Persien und Aethiopien, als minderwertig im Sinne des Nationalsozialismus be- zeichnen." So hätte denn Hitler seine Bundesgenossen, aber darüber hinaus hat er sie auch in den Vereinigten Staaten von Amerika: habe doch Roosevelt in seiner Rede von, 4. März 1933„eine Fülle nationalsozialistischer Ge- danken" geäußert., Gegen den neuen und originellen Nationalsozialismus Ziehen die Pan-Ideen zu Felde: die Internationalen usw. Kurz die dekannten Menschen. die das Weiterleben dem Krepieren im Giftgas oder der durch Diktatur verschärften Krise vorziehen. Nicht eben vornehm werden diese Leute charakterisiert. Brinnd z. B. als ein Fremden- fang treibender französischer Minister. Die Flugleistungen Bnlbos(den Mussolini in die Kalo- nien fliegen ließ, damit er dort verschwinde) über den Ozean, oder der Flug einer Iunkers-Maschine, die die 6000 Kilometer Berlin-Utumchi in 48 Stunden flog, beweisen. daß„großräumige Zusammenschlüsse" Ihren prak- tischen Sinn haben. Und wer diesen Wlnk mit dem Doinbenflugzeug nicht versteht, dem wird er noch beut sicher gemacht:»Gewiß ist nach dem Wortlaut vieler Pakte das Wort von Repington verwerflich: Bomben auf die Regierungssitze, so bald und so lange als möglich'. Aber glauben die Wirtschaftszentralen. namentlich der kriegsnotwendigen Betriebe, daß e» auf sie aus Grün- den der Rücksicht auf ehemalige weltwirtschaftliche Theorie nicht angewendet werden wird?" Deutlicher kann nicht gesprochen werden. Kein Emi- grant, kein Marxist, kein irgendwie Verdächtiger stellt Europa vor die Wahl: Hitlers Bedingungen annehmen oder »Bomben auf die Regiernugssitze". Ein Eazi-General ist es, Kleine Juden-Chronik Es geschieht ihnen nichts... Die arische Textilmanufaktur- und Tchuhivarengcsellichast in T r e x t v iv hat eine Wurfsendung an alle Hanshaltungen versenden lassen, in der folgendes gesagt wird:„Deutsche Volksgenossen! Jüdische Ränke sind wieder einmal am Werke. Ein hiesiges Kaufhaus dieser Niasse verteilt zur Zeit Flug- blatter mii einem angeblichen Ministererlatz, der beim Pub- likum den Eindruck erwecke» soll, als ob die jüdischen Ge- schärte neuerdings mit rein arischen Betrieben gleich zu achte» sind. Deutscher M a n u und deutsche F r a u. fallt auk diese» G i in p e l s a n g nicht herein. Der K a m p f gegen das Judentum geht u Kent iv c g t weiter. Unsere jetzige Regierung hat für diese„Vollsbe- glücker" im neuen Nieich keinen Raum. Trägst T» doch Dein sauerverdientes Geld zum Juden bin, so verleugnest Du nicht allein selbst Dein eigenes Deutschtum, sondern irittst sogar als offener Feind der heutigen Negierung ans. Die Kamps- Methode Judas ist heimtückisch und hinterlistig. Düste Reden und schöne Angebote sind seine Lockmittel, falle auf diese nicht herein. Für ihn gibt es nur die Macht de? Geldes, aber kein deutsches Vaterland. Darum, deutsche Fran, deutscher Ar- better, deutscher Bauer und Bürger, besinne Dich endlich ein- mal ans Dich selbst und denke deutsch und lause nur in deutschen Geschäften!" -i- Der neue LandcSbischof von Dachsen, Friedrich Euch, veröffentlicht in der soeben herausgekommenen ersten Nummer seiner„Zchitlnngsbricsr" die Dteiinngnahme der Sächsischen Landeskirche zum„Nasseproblcin". „Die Volkskirchc bekennt sich zu Blut und Rasse", hcitzt es in den..Tchnliingsbriefen",„ivcll das Boll eine Bluts- und Weiensgemcinschtst ist. Mitglied der Volkskirche kann daher nur sein, wer nach dem Rechte des Diaates Bolls- genösse ist... Weil die deutsche Volkskirche-die Rasse als Schöpfung Gottes achtet, erkennt sie die Forderung, die Rasse rein und gesund zu erhalte», als Gottes Gebot,-ic empfindet die Ehe zwischen Anaehörig--» verschiedener Raise» als Verstotz gegen Gottes Willen.. Das alte Testament hat nicht den gleichen Wert imie das neue Testament). Die ipezi- s i s ch jüdische V o l k s s I l t l i ch k c i t und Bolls- religion ist ü b e r iv u n d c». Wichtig bleibt das alte Testament, iveil es die«beschichte und den Zerfall eines Volkes überliefert, das trotz Gottes'Offcnbarung sich immer wieder von ihm trennte." Ob Jesus Christus Jude oder Arier ivar. entscheidet der christliche Bischof ans d'e einfachste Art von der Welt:„Der Streit" saat er,„ob I e l u S Jude oder Arier iv a r, erreicht das Wesen Jesu Überhaupt nicht. Jesus ist nichl der Träger menschlicher Art, sondern enthüllt unS in seiner Person Gottes Art." * Die Zeitung„Fränkisches Volk" enthält nachstehende Ans- siihrliitgeii:„In seiner letzte» Ausgabe bringt der„Frän- tische Kurier" eine Notiz unter dem Motto:„Als deutsche Volksgenossen haben geopfert..." eine Aufstellung von Stiftern für die Winterhilfe. I n dieser Ausstellung befinden sich die Nomen einer ganzen NI e i h e Inden. Wir protestieren dagegen, batz die Juden unsere deutschen Volksgenossen lein sollen, und beruft»»ns dabei auf zahlreiche Aussprüche führender Männer der Partei, datz ein Jude niemals Volksgenosse sei» kann. Wir verweisen dabei auch aui den Arierparagrafen. Wen» ein Jude gern etwas giht. vielleicht ans einem ge- wissen Nteucgcsühl heraus über das von seinen Ntassegenonen uns angetane Unrecht in den langen Jahren, da das Judentum bei uns dominierend ivar, oder aus der Ursache, datz er meint, es würden ihm vielleicht g e iv i s s e Dinge n i ch t s o arg g e m esse n, dann ist das eine Sache siir sich und es steht uns nicht zu. darüber zu urteilen. Das bleibt den zuständigen Stellen überlassen. Aber wenn m a n n n s die Inden als deutsch e V vlk s- g c» o s s e n v o r s.c tz t, S a n n i st das et» c G c m c i n- h c i t." * ^ Tie Zeitung„Heidelberger S t u d e n t", die von der Studentenschaft der Heidelberger Universität herausgegeben ivird, veröffentlicht in ihrer Beilage„Politische Umschau" einen Artikel von Otto Heinrich, betitelt„Der Inde ivird iv i e d c r frech!" Darin hcitzt es»nicr anderem wörtlich:„Schon steigen wieder parfümierte Jndenjiinglinge den deutsche» Mädels nach und versuchen ihr Glück. Bei Veranstaltungen. bei heiteren Abenden m't BarS und Songs sieht man ichon ivieder die fetten Plattfiitzler hernmwatscheln und mit Sträutzchcn und Vriesche». die sie hinter die Bühne schicken ans ihre Art der Kunst huldigen. Vor allem aber im Geschgftsleben zeigt sich der Jude>v t c d c r ganz in seinem alte n. uns nur zu gut b c k a n n t c» F or- m g t Schon versucht der jüdische Kauf»,an» die Bevölkerung abermals zu beschwatze» und zu gewinnen, und zwar in einer Weise, die wir uns in jeder Beziehung verbeten haben wollen. Wir werde« ih>u nicht die Schaufenster einschlagen, ivas er so sehnlich ivünscht, um endlich etwas Wahres als Greuelpropaganda zu bringen, sondern wir werden nichts unversucht lassen, um das deutsche Volk aufzuklären, ivas der Jude mit seinen VasarS, Kaushöfen und Warenhäusern eigentlich ist." Wir wollen noch immer hoffen tft ei l ine Denkschrift der religiösen Sozialisten Tie Vertreter de? Bundes der religiösen Sozialisten besuchte» vor kurzem den Wiener Kardinal Dr. I n» l tz e r und überreichten ihm eine Denkschtist über die gegenwärtigen politischen und sozialen Verhältnisse. Diese Drnkschrlst wurde auch den übrigen Bischöfen Übermittelt. In Ihr heißt cS unter anderm: In die seul Augenblick mochte» wir mit Ernst und Nachdruck ans Möglichkeiten iozialer und politischer Zlisauimenarbeit hi.iiw.esie.Ii die sich zwischen einem entschiedenen So- z i a l k a t h o 11 z i s m n s und der s o z t a l t st i s ch e n R e iv e g u» a trotz der Verschiedenheiten der beiden geschicht- lichen Faktorei, ergeben können und die, realljiert,»ach unie- rer Meinung erst den wirksame» Damm gegen die faschisti- scheu Tendenzen bilden ivlirdcn, dte in gleicher Weise der christlichen Gesellschaftsausiassung wie der sozialistischen widerstrebe». Diese Möglichkeiten eines positiven Zusammenwirkens des S o z i a l k a t h o l i z t s m u S knit der vorhandenen, geschieht- lich legitimen Arbeiterbewegung werben allerdings dann i»,i»«r ivieder verschüttet, wenn man versucht, die kirch- lichen S o z i a l l c h r c n für s a s ch i st i s ch e Unter- n e h m n» g c n zu g c b r a» ch c n. Eben darum wende» wir Uns an d'e Bischöse Oesterreichs, die sich wirdcrhvlt vor atter Oeffentlichkeit als die berufenen Wahrer und Hüter der kirch- lichen Soziallehren legitimierten, in der Ueberzeugung, datz eine ernstliche Verwahrung der hierzu autorisierte» kirch- lichen Stellen gegen den M'tzbranch der kirchlichen Sozial- lehren und des christlichen GlaubcnSgutcs sür heidnisch- faschistische Zwecke i» ihren Folgen erst Jene Kräsir entbinden würde, die ans katholischer Seite sür zeitnah mid volksnah realisierbar bcrnfsständischr Bestrcbunaen wirksam würden. Andernfalls aber entsteht die Gefahr, datz die kirchliche« Soziallehren von sakchisti che» Politikern und deren Hintermännern als Wandschirm benutz« werden, hinter dem sich politische Ablichten verbergen, die mit de» Ab- sichten der kirchlichen Soziallehre,, sehr wenig zu tun haben. In der Tat Ist es stir die christliche Sacke im öfsentltchen Leben außerordentlich gefährlich, wenn von unbelehrbaren Menschen den vernntlvortlichen Männern im Katholizismus und den aktiven Gruppen des Sozialkatholizismus einzu- der Europa, der die Welt vor diese Alternative stellt. Die Welt hat die Pflicht, den Herrn zu hören. Wae er sagt, ist nichts Neues. Es sind die um ein paar Fremd- warte vermehrten Sätze der Alldeutschen aus dem Weltkrieg: was Haushofer als weltumspannenden Bewegung von erschütternder Neuheit den Menschen aufschwatzen will, da« steht(und darüber hinaus noch so mancher Grundsatz des Hitlerismus) in den Schriften des All- deutschen Heinrich Claß, des bekannten Siegfriediers („Zum deutschen Kriegsziel", geschrieben 1914 und 1917: München 1917,„Wider den Strom", Leipzig, 1932, darin historische Dokumente aus der Kriegszeit.) Aue diesen Büchern stammt übrigens auch mancher Gedanke des Banse. Diese Identität der Zielsetzung Hitlers mit der der All- deutschen aus dem Weltkrieg ist von größter Wichtigkeit. Ts ist nichts Neues, was der Osaf der Welt bietet, es sind die alten Grundsätze Größenwahnsinniger, die alten Leitlinien der Imperialisten, es ist die Legende von der Bagdadbahn, die sich zum Iunkcre-Flugzeug gewandelt hat. Das zu übersehen, wäre Selbstmord. Es ist gefährlich, Nur aus Büchern Völker und ihre Politiker beurteilen zu wollen: noch gefährlicher aber ist es, an diesen Zeugnissen vorüberzugehen. Hier sind die Dokumente der Alldeutschen, hier die Bücher der Banse, Haushofer, Marinux, Giselher Wirsing usw.) Europa hat die Chance, aus ihnen zu lernen) reden versucht wird, der Weg zu einer Neuordnung der Gesellschaft führe über dir Z e r s ch t a g n n g der sozio- l i st i s ch e n A r b e i t c r b e w e g n n g. was nur durch reit- lose Preisgabe des Rechtsstaates ermöglicht würde. Niemals kann darum eine ernsthafte Bestrebung zur geielljchastlichen Neugestaltung mit Aussicht aus Erfolg einsetzen, ivcnn sie in unseliger Verblendung vorher die Auslösung und Dcsorgani- sat'vn des stärksten gesellschaftliche» Willens zur Neuordnung betreibt, denn sie würde dadurch den hierzu erforderlichen Wirkbode» in seinem Kern zerstören. Berufsständige Bestrebungen, die von einem criistzn- nehmenden christlichen und sozialen Geist getragen sind, haben es nichi nötig, sich in einer saschistiichen Sackgasse zu verlieren. Tie Gliederung und Gestaltung der Gesellschaft ans der Idee der Arbeit ist dem modernen Sozialismus nicht fremd. Das sozialistische Ideal der klassenlos en G c- feilsch« st erstreben, hcitzt eben keinesfalls, ein unser- schiedslol"? Dnkchc'iiander der einzelnen verewigen, das Chaos der Geieillchafl z» ihrem dauernden Urbild erheben zu wollen. In der ernstlichen Anstrebiing dieses Zieles liegt allein die Garantie, datz bernsdständige Bestrebungen nicht für r c a k t i o n ä r- h e r r s ch a s t l i ch e B e st r e b u n g c n und Ziele mißbraucht werden. Bcriissstänbiac Bestrebungen Iiandel» allerd'itgs bgnn gegen ihre eigenen Interessen, wenn sie dir Errungenschaften des modernen Arbeits- und Koa- titionsrechtes der Arbeiter, das ivieder von de» päpstlichen Tozialrundichreiben mit Entschiedenheit verfochten ivird, ja, wenn sie die politischen Frciheitsrrchtc ignoriere» oder ah- schasse», weil sie damit die geschichtlich gegebenen Voraus- ietzungcb zu einem von tinte» her einsetzenden Ausbau einer bentfsmätzig gegliederte» Geiellschast über Bord merken, ohne datz ihre politische J«U'»s'iät onSlaitgie. neue Voraussetzungen schassen zu können. Abermals minien«vir darauf verweise», daß sie solcherart zur Beute des Faschis- in n s werden müssen, der die Klassengegensätze der heutig«» Gesellschaft verewigt, indem er sie verhüllt und übertüncht. Tie Denkschrift der religiösen Sozialisten schließt: Wir wollen»och immer nicht die Hoffnung als verschüttet erachten, die damit rechnet, datz die Worte der Besinnung nicht allein auf sozialistischer Seite Verständnis finden. Ganz Deutschland uniformiert Der Militärverlag„Offene Worte" hat eine Unifvrmfibel herausgebracht, in der die Uniformen von„Polizei atter Län- der, Reichsbahn, Rcichspost, uniformierte» Beamten über- Haupt, SA., SS., Hitlerjugend, VerkehrSslieger. Dpvrtslie- ger, Technische Nothilfe, Notes Kreuz" usw. zu finden sind. Die„bewaffnete Wehrmacht" hat eine eigene Abteilung. Ans der Gegenüberstellung ist also zu sehen, datz SA. und. als noch nicht bewaffnete Wehrmacht gelten, aber als Wehrmacht immerhin! Da« Fahrtenmesser der HJ. wird in der„deutschen MetallarVcltcr-Jugcnd" gepriesen: „Ein mehr ideeller Gedanke ist im Griff des neuen Fahrten- messers verkörpert. Letzterer wurde in Anlehnung an die Form des SeitengcivclirgrisfeS unseres Reichsheeres geschai- sen. In kurzer Mctallschcidc am Koppel getragen, ivird durch diese äutzere Forin der Sinn für Wehrhafttgkeil, Berantivor- tunasbeivutztsein und ehrenhaften Lebenswandel geweckt". Und das alles macht der Hitler durch eine» Messergriff. Auf der Klinge dieses Seitengewehrs steht übrigens:„Blut und Ehre". Fin„Dienstkontrollbuch" siir Scharführer der SA., SS., SA.-Rescrve, HJ., Mod et« schaftSsührcrinneN im BdM. und für Truppiührer der SA., SS., SA.-Rescrve ist soeben erschienen. Tas Buch ist 112 Sei« ten stark,— ^ eU' S<^ c Stimmen• fOeilage fin...Dei ttsefken Freiheit"• Ereignisse und Gesdfkicftten Donnerstag, den 4. Januar 1934. Ate Juden Von Mfeed JCea i Die Kr.,e kreist in Nord und Süd; Wer hat die Schuld? d.e hat der Jüd. n t ,t J wird lis,'g eingelullt "urch die Weisen von Zion und koscheren Kult IT, Jnnen»od schuld. Der Nazi rülpst vom Rednerpult: „Die Juden sind schuld!" II Was taten die Juden in neueren Zeiten? Sie schlugen schlimm mit dem Flederwisch Und mit der gepanzerten Faust auf den Tisch (Anno Wilhelms des Zweiten). Dann haben die Juden mit blankem Schwer' Kußland und Frankreich den Krieg erklärt III Die Juden hielten die Welt im Garne, Die Juden schwelgten im Schlachtenerj c- en verloren die Schlacht an der Mari, Sie rückten nach Doorn in Holland aus. D°hen(ein Jammer für jeden) Mit einer blauen Brille nach Schweden. Der deutsche Wohlstand war genullt— Die Juden sind schuld. IV Sie batten Jen Erdball verheert und verpeste Dunkle Banditen und Duckemäuser, Sie selber blieben fett gemästet Und bauten sich braune Häuser. Dort schworen die Juden früh und spät Den Meineid auf die Legalität. Die Juden ließen sich(in der sozialen Revolution) von Thvssen bezahlen— So hintertiirkisch-hundsgemein Kann nie ein Arier sein. Der Jude fordert., ein keusches Geschlecht, Doch hält er sich heimlich ans Röhim-che Recht Das ist jüdisch echt! VI Die Juden haben mit Haar und Haut Einsteins Geld auf der Bank geklaut. Einbrecher! Sie verehren im Kern Als ihren..Führer" den Dietrich(von Bern). Und wenn die Sorge gut geriet, Singen sie das Horst-Wessel-Lied— So ist der Semit! VII. Was machen die Juden für Weihrauchdampf Um ihr kitschiges Buch„Mein Kampf"! Davon kauft jede Volksbücherei Durch Amtsverordnung Stücker zwei. Engros wird so der Absatz stark. Der Itzig erbt pro Stück zwei Mark, Der Judenschacher wird perfekt, Millionenrebbach eingesteckt! Dabei betont er sein teutsches Gemüt— Ein echter Jüd! VIII Heut hat der Jud* durch den widerlichen Reichstagsbrand die Macht erschlichen. Seit diesem Tage hats getagt: Marxistenmord und Menschenjagd. Da wird gekillt, auf der Flucht von hinten, Da wird gefoltert mit tierischen Finten. Sie knacken die Knochen. Sie knallen die Knüppel Auf lebende Leichen, auf blutende Krüppel. Sie hauen Gefangene lahm und siech; Sie schlagen Wunden, die nie genesen, Es rast das kannibalische Viech— Sind das nicht die Juden gewesen? IX Drum, was man in Zukunft die Kinder le'- Das ist: der jüdische Minderwert. Doch daß ichs nun zusammenfasse (Lassalle riet„festzustellen, was ist"): Hier lebt ein Trio der Zukunftsrasse: Ein Irrer, ein Krüppel und ein Sadist. Die glauben, es sei Bedarf in der Welt, Daß just ihr Dreck sich als Rasse erhält Die deutsche Zukunft sei dann gesichert Man kichert. XI Der Nazi(sonnig, goldig, treu) Krankt chronisch an der Wahrheitsschee, Kriegsfolgenpest in Nord und Süd, Schuld hat der Jüd. Und bebt die Erde, gottbehüt. Von heißem Aschenregen verbrüht— Dann lügt der Lump auf dem Rednerpult: „Die Juden sind schuld. Die Juden sind schuld!" Chcoui fiic das eeste dCatbiahc Wir entnehmen der englischen Zeitschrift„New Statesman" die folgenden Teile einer mit britischem Humor verfaßten, witzigen und kuriosen Vorschau auf das erste Halbjahr 1934: I. bis 7. Januar. Forderung der„Deutschen Christen" nach einer religiösen Volksabstimmung, um ein für allemal festzustellen, daß Jesus keinen nichtarischen Vorfahren hatte. In Anbetracht kritischer Bemerkungen in der Auslandspresse ist die Abstimmung vollkommen frei: alle Wähler erhalten blaue Karten, um mit Ja zu stimmen; diejenigen, die mit Nein stimmen wollen, erhalten auf ihr Verlangen rosa Karten. Bei der Zählung gilt jede rosa Karte als blau, da dies wahrscheinlich bei näherer Ueberleguug der Wille der rosa Wähler wäre. Faul Boncour erklärt in einer feurigen Rede, daß„Frankreich. der Soldat der Menschheit, unbeirrbar und unerschütterlich den Weg..."(Sturz der französischen Regierung.) Macdonald fordert alle patriotischen Engländer auf. Grundlegendes aufzubauen und Aufbauendes zugrunde zu legen und der nationalen Regierung zu vertrauen. Chamberlain bedauert den Ueberfluß an Nahrungsmitteln, deutet aber mit Befriedigung auf die Steigerung des Speckpreises. In wenigen Jahren, erklärt er, können wir auf wirklichen Mangel hoffen. 10. Januar. Präsident Roosevelt erklärt, daß die Ueber- Produktion gedrosselt werden muß. Es gibt viel zu viele Schuhe, Mieder und Autos. Die Regierung wird alle diese Gegenstände(inklusive Kaugummi) zu einem Preis einkaufen, der fünf Prozent über dem Marktpreis liegt, bis die Ueberproduktion gedrosselt ist. Großer Aufschwung des Wirtschaftslebens. Wachsendes Schwanken des Dollars. 15. Januar. Riesiger Erfolg der Volksabstimmung der „Deutschen Christen"— fünfzig Millionen gegen Null. 20. Januar. Hitler erklärt in einer tiefempfundenen Aussprache, daß das deutsche Volk nichts anderes will als Frieden und Gleichberechtigung. Aber wie kann das deutsche Volk ruhen, wenn es sieht, daß echt deutsche Städte wie Wien, Warschau, Kiew und Prag in den Klauen der Tschechen, Juden. Polen und Kommunisten schmachten? Henderson kehrt zur Abrüstungskonferenz zurück. 25. Januar. Sir John Simon erklärt auf eine Anfrage, daß er Hitlers Rede gelesen habe, zwar nicht mit vollkommener Zustimmung, aber doch mit Interesse und Hochachtung. 26. Januar. Eine Deputation, geführt vom Erzbischof von Canterbury, erscheint beim Premierminister, um ihn zu fragen, ob seine Rede richtig wiedergegeben worden sei und ob er nicht gemeint habe, man solle Grundlegendes zugrunde legen und Aufbauendes aufbauen. Der Premierminister er klärt kategorisch, man dürfe sich nicht täuschen. Er weiche nicht davor zurück, zu zögern, ohne Ehrlichkeit oder Umschweife die vollständige Bestätigung und Zurückweisung aller derjenigen Behauptungen zu verweigern, die er noch nicht vollkommen klar erläutert habe. Der Erzbischof verspricht, über diese Antwort nachzudenken. 1. Februar. Deutsche Volksabstimmung entscheidet mit 51 Millionen gegen null Stimmen, daß Wien, Warschau, Kiew und Prag deutsches Gebiet sind. Die„Deutschen Christen" verlangen die Hinzufügung von„und Galiläa". Forderung bewilligt. 1. bis 14. Februar. Allgemeiner Aufschwung in der Schuh-, Auto- und Miedererzeugung. Amerikanische Arbeitslose zur Erzeugung dieser Gegenstände in Dienst gestellt. Präsident Roosevelt macht aufmerksam, daß die Regierung alle(aber nur diejenigen) kaufen wird, die zu hundert Prozent amerikanisches Erzeugnis sind Alle noch übrigen amerikanischen Arbeitslosen werden zu Spezialpolizisten ernannt, um das gesetzwidrige Einschmuggeln von Schuhen, Autos und Miedern aus Europa zu verhindern. 20. Februar. Neue französische Regierung gebildet. Paul- Boncour setzt seine Rede fort:„.•. verfolgen wird, der Frankreich durch seine ganze glorreiche Geschichte hindurch geleitet hat auf einem..."(Sturz der französischen Regierung.) Henderson kehrt zur Abrüstungskonferenz zurück. 1. Marx. Die Universität Berlin veröffentlicht Ergebnisse einer kollektiven Untersuchung der biblischen Abstammungslehre. Es erscheint klar bewiesen, daß die jüdischen Namen Fälschungen sind. Der Name Josef ist zu ersetzen durch Germanus Sanguinolentus Horridus, Centurio, der damals in Galiläa stationierten, aus Germanen bestehenden Legion. 3. März. Ergebnis der Volksabstimmung, Galiläa als deutsches Gebiet erklärt.(Ruhe in Galiläa.) 10. März. Die Masse der in amerikanischem Regierungsbesitz befindlichen Schuhe, Autos und Mieder wird zu einer nationalen Verlegenheit. Sie überflutet die Grenzen des Kolumbiadistrikts. Die Nachbarstaaten Maryland und Virginia klagen gegen den Kolumbiadistrikt beim Bundesgerichtshof wegen Verkehrsstörung. Die Masse wächst. 16. bit 31. März. Alle Leute namens Josef werden als„Geheimjuden" aus Deutschland verbannt. Wenn sie nach sieben Tagen im Lande angetroffen werden, sind sie zu enthaupten. General Göring erklärt, das sei alles ganz schön, aber an Geheimjuden würden keine Pässe zum Verlassen Preußens ausgegeben werden; sonst würden diese nur in der Auslandspresse Lügen verbreiten und behaupten, sie seien verbannt worden. Warum solle man sie nicht gleich enthaupten? Göring marschiert durch Preußen mit seiner Leibgarde und enthauptet sie. 25. März. Hitler erklärt bei einer Feier zu Ehren der Rathenau-Mörder, daß Deutschland seine Seele entdeckt habe Deutschland brauche nur Frieden; dieser aber könne nicht bestehen, solange ein neidisches und haßerfülltes Frankreich daneben läge. Das deutsche Volk wolle eine Volksabstimmung darüber, daß die Franzosen Europa zu räumen haben. Henderson kehrt zur Abrüstungskonferenz zurück. 1. April. Kühner Schritt Roosevelts. Da infolge des Aulhörens des Außenhandels die amerikanische Schiffahrt daniederliegt. gleichzeitig aber der Schuhberg bereits zu groß ist, um im Distrikt Kolumbia Platz zu finden, sollen die Arbeitslosen die Schuhe, Autos und Mieder einsammeln, auf Schiffe verladen und in den Stillen Ozean versenken. Großer Aufschwung des Transportgewerbes und der Schiffahrt, j Schwanken des Dollars wird unberechenbar. Professor Einstein wird angestellt, um das Schwanken beiläufig abzuschätzen. 2. April. Ergebnis der Volksabstimmung: Frankreich wird erpflichtet, Europa zu räumen. Keine Veränderung in "rankreich, wo die Regierung wie gewöhnlich weiter stürzt. 4. April. Hitler verlangt Auskunft, warum die andern Völker zwar ihren eigenen Volksabstimmungen gehorchen, aber nicht denen Deutschlands. 5. April. Göring beißt seine Leibgarde. Diese läuft bellend davon. Panik in Europa. Tschechische und polnische Grenzen werden gesperrt. 6. April. Beunruhigung in England. Macdonald sagt:„Ach, meine Freunde... Weisheit... Geduld... Was ist der Mensch..." 8. April. Der Schuhberg im Stillen Ozean erreicht die Oberfläche und bildet eine Insel, die rapid wächst. 20. April. Paul-Boncour setzt seine Rede fort: ,,.... auf einem Piedestal, nicht des Stolzes oder der Hoffart, sondern des Mutes, der Großzügigkeit und der unerschütterlichen Festigkeit..."(Sturz der französischen Regierung.) 1. Mai. Der Premierminister erklärt, es sei eine gemeine «ige, daß die nationale Regierung irgend etwas getan oder icht getan habe, was sie hätte tun oder nicht tun sollen oder imgekehrt. Henderson kehrt zur Abrüstungskonferenz zurück. 2. Mai. Der Schuhberg, verstärkt durch Mieder, Kaugummi ud andere von der amerikanischen Regierung gekaufte Ar- 'tel, wird„Schuhgut-Insel" getauft und soll als amerika- -ches Gebiet erklärt werden, da... 5. Mai.... annektiert die japanische Flotte die Schuhgut- nsel. 6. Mai. Macdonald erklärt(mit schottischem Akzent):'. ■"•chrrecklich, die Errde ist voller Sorrrgen!" 7. Mai Der japanische Kriegsminister, General Araki, er- I ärt. Japan habe lang genug gelitten, es verlange seinen 'latz an der Sonne. Kriegserklärung gegen Rußland, Amerika, hina und das Britische Reich. Einmarsch in Rußland. 12. Mai. Paul-Boncour beendet seinen Satz mit der Ver- icherung, Frankreich werde mit erhobenem Kopf in die Zukunft warschieren.(Beifall.) Die französische Regierung hört zu fallen auf. 14. Mai. Sir John Simon erklärt, die Lage gebe Anlaß zu einiger Besorgnis. Die Kriegserklärung Japans an England sei offenbar ein Mißverständnis(die Japaner erobern aus Versehen Hongkong), das von Seite eines so vielbeschäftigten Staatsmannes, wie es unser Freund und ehemalige Bundesgenosse Araki ist, verzeihlich erscheine; im übrigen werde er erst in der Lage sein, Erklärungen abzugeben, bis die Lage geprüft und geklärt sei. 16. Mai. Vernichtung der japanischen Flotte durch sechs Millionen amerikanische Arbeitslose bei der Schuhgut-Insel, wo der Kaugummi und die Mieder in die Maschinerie der Schiffe eingedrungen sind und die Maschinen und Kanonen verstopft haben. I. Juni. Henderson teilt mit, daß die Abrüstungskonferenz sich geeinigt hat, die Abrüstung zu gegebener Zeit in einem späteren Zeitpunkt zu erwägen. Utt JCampf um das Ecfiudeepateut Rosenberg ist gekränkt und schreibt im„Völkischen Beobachter", von wo es sofort das„Buchhändler-Börsenblatt" nimmt:„Gelehrte aus verschiedenen Lagern, Professoren libe- raier Tendenz und ehemalige weltanschauliche Führer des Zentrums halten nunmehr serienweise Vorträge über die neue Wirtschaft, über deutsche Geschichtsauffassung, über den Einbau der NS.-Weltanschauung in das deutsche Werden, über Neugeburt des deutschen Idealismus usw. Diese Vorträge erscheinen dann in unheimlicher Anzahl Schriften, in denen die Verfasser dann die genannten Professoren zitieren. Auf diese Weise entsteht seit einigen Monaten eine sogenannte ns. wissenschaftliche Weltanschauungsliteratur, in der die geistigen Vorkämpfer und Führer des NS. überhaupt nicht mehr erwähnt werden. Man räumt hier und da gerade noch dem Werke des Führers etwas Raum ein, im übrigen tauchen unter den Zitaten dann die alten bekannten Namen der früheren Zeit auf, alte Ratgeber Dr. Brünings, Vorkämpfer der Weimarer Verfassung usw.... Wir haben nicht 14 Jahre lang gekämpft, um überlebten Gestalten erneut Möglichkeiten für ihre weltfremden Lehren zu schaffen... Der NS. soll nicht zerredet, sondern er muß erlebt und gestaltet werden." So bleibt denn den biederen Gelehrten als Rettung vor Rosenbergs Fuchtel nur übrig, auch ihn zu zitieren. Entfesseltet O&ettehcec Helden zur Deutschheit! Studiendirektor Fritz Radtke hat ein Buch geschrieben: „Wir wollen deutscher werden. Der Deutschunterricht als Fürsprech des„dritten Reiches". Der Herr Studiendirektor schwätzt:„Aus Blut, Boden und Geist wächst die ersehnte Einheit: die Deutschheit: deutsches Fühlen, deutsches Denken, deutsches Wollen. So kann der Geist nie heimatlos werden, er weiß woher er kommt, und er weiß daher auch, wohin er zu gehen hat: die Wurzeln eingesenkt in die heilige Heimaterde und den Wipfel emporgereckt in die Welt der Ewigkeit! Das Entscheidende ist die Grundlegung der Weltanschauung, die uns geschlossen entgegentritt: am An fane steht der Held!" Die deutschen Oberlehrer sind entfesselt. Pariser Beridilc Pariser Straßenhalender In der Salle de l'Entraide européenne fand ein Freund- schaftstee der französischen Liga für Menscheivechte und ihrer deutschen Freunde mit Familien statt. Die dankenswerte Anregung zu dieser Réunion amicale ging von Victor Bäsch, dem verdienten französischen Friedensfreunde, aus. * Die französische Academic führte das Wörterbuch bis zum Worte„ranimer" welter. Aufgenommen wurde„rançonner le fisc"(von rançon; Lösegeld zahlen) in der Bedeutung „prellen". * Wir machen erneut aufmerksam, daß die 5- und 10- Fränken-Scheine nur his Silvester gelten. Im neuen Jahre löst sie nur die Bank von Frankreich ein. Das neue 5 Francs- Nirkelstüdv an Stelle des kürzlich herausgegebenen, das kein Meisterwerk war und leicht mit dem Franc verwechselt werden konnte, ist eine Arbeit des Médailleur Lavrillier und gelangt im Januar in Umlauf. » Die deutsche Verkehrswerbung in der avenue de l'Opéra hat Laden»nd Schaufenster neu dekoriert, aber abermals jede Anspielung auf Hitler und Hakenkreuz unterlassen. Offenbar erscheinen diese Reklameartikel dem Propagandadienst für die Fremdenwerbung uneeignet. » Die Errichtung eines Denkmals für den großen spanischen Schriftsteller Blaso Ihanez, aus der Hand des Bildhauers La Monaca, auf dem Montparnasse steht bevor. « Der internationale Universitäten-Kongreß für den Völkerhund behandelte in einer Kommission unter dem Vorsitz des Tschechen Zoctrik die akademische Arbeitslosigkeit. Eine Kommission für den geistigen Austausch behandelte den internationalen Verkehr der Bibiliotheken. * Der Pariser Stadtrat bewilligte 2.14 Millionen Franken als Theatersub/ention aber 740 000 Franken von dieser Summe sollen nur unter gewissen Voraussetzungen, die die Stadttheater betreffen, an die Nationalbühnen ausgeteilt werden. * Das Schauspiel„Otage" von Paul Claudel, dem berühmten Dichter und Diplomaten, wurde ins Reperlpir der Comédie Française übernommen. FRANZOSISCH KURSUS It Individuelle RAPtD-Ausbildung für die verschiedenen Berate(50 Lekt.). KURSUS 2/ Abt: a) Einführungslehre für AntiInger. Abt. b) Denken, Reden u. Schreiben in fr. Spracht Abt. c) Hochschul- und Partaments-Per/ektion literarischer Feinschliff. Prof- Spirgatis 7, rue Travemere BRÜSSEL Tel. 17.9IUC I nwerfrenndlidie Vorfrage In ganz frankreldi Der Franzose Louis Thoma macht Stimmung für das dritte Reich Von einer besonders unterrichteten Seite erfahren wir, daß die Propaganda im Sinne des Dr. G ö b b e 1 s, die sich seit einiger Zeit neben Saar, Belgien und Luxemburg insbesondere T rankreich ausersehen hat, zu einem großen Schlage ausholt. Der französische Publizist Ludwig Thoma, der alt Mitarbeiter des neuen Talleyrand-Blattes„Midi" in Paris sowie als Herausforderer und Volksredner von sich reden macht, will demnächst eine Propaganda- und Vortragsreise durch ganz Frankreich unternehmen, um Stimmung für eine Verständigung von Hitler- Deutschland und Frankreich zu machen. Die- Reise soll im Laufe des Januars vor sich gehen. Die Dispositionen sind bereits getroffen. Wer hinter dieser Tournée steht,— das ist nur den— Eingeweihten bekannt. Von diesem Louis Thoma hat kürzlich die Straßburger „Freie Presse" deutlich geredet, indem sie mitteilte, Harriot habe ihn als„Lump" bezeichnet. Indessen ist die Liebersetzung des yon dem großen französischen Politiker gebrauchten Wortes wohl noch redit milde. Der zur Freude des schlimmsten Preußentums von Göring bis Krupp Propaganda machende M. Thoma hat kürzlich in „Notre Temps" einen„offenen Brief" gegen Herrn von Gerlach gerichtet, dem ein großer Teil des Verdienstes gebührt, in diese dunklen Machenschaften hineingeleuchtet zu bähen. An dieser Stelle steht er wieder in Verbindung mit Jean Lu haire, einem Manne, der im April dieses Jahres eine erste französisch-hitlerdeutsche Jugendkonferenz in Paris veranstaltete, die jetzt in Berlin ihre Fortsetzung Luden so». Es ist bezeichnend, daß kürzlich, als„Notre Temps" aus einem Wochenblatt in eine Tageszeitung verwandelt wurde, weil ja Geld genug da ist,— der Direktor Edouard Pfeiffer, der als codirecteur von Jean Luchaire das Blatt bis dahin geleitet hatte, austrat. Offenbar, weil ihm die hitlerfreundliche Tendenz nicht paßte. Man wird auf die weitere Betätigung des„die Wahrheit dher Deutschland" in Frankreich verkündenden Herrn Louis Thoma ein wachsames Äuge haben müssen, Allgemeine 57, RUE DE CL1CHÏ TEL, TRINtTE 15-75 DEUTSCHE POLIKLINIK METRO: GLICH Y UND TRINITE Chefatzt Protessoi WENSTEN I) ORDINATION DURCH SPEZIAIARZTE für Innere. Chirurgische Frauen, und Kinderkrankhellen. Haul, und Geschlechtskrankheiten. Augen.. Ohren*, Nasen,«nd Hal.kr.nkheiten. Geburtshilfe, i) INNERE Klinik- 5) CHIRURGISCHE Klinik. 1) GEBURTSHILFLICHE und GYNÄKOLOGISCHE Klinik Sanatoriums'Gebäude mit der allermodemsten Einrichtung ■ i m ORDINATION-(auch*tir Pnvaikranke; täglich von 1 bis 8 Uhr. Sonne und Feiertags von I') bis 12 Uhr „Der ewige lüde" mit Conrad Venn Anläßlich der Premiere von„Le Juif errant" im Studio. Jerusalem, am Tage vor dem Opfertode von Jesus.— Matathias, ein reicher Jude, hat die Judith von Bethel verführt. Sie verläßt Mann und Kind um ihn. Judith wird schwer krank. Der Liebhaber geht zu Jesus und bittet ihn:„Tu ein Wunder!" Aber Jesus spricht:„Gib dies Weib ihrem Mann zurück und ihrem Kind.— und sie wird gesunden." Da wendet sich der Verliebte im Zorn ab. Matathias sieht Jesus das Kreuz tragen und spuckt hinter ihm her. Jesus aber spricht:„Du wirst harren bis zum Tage, da ich auf die Erde zurückkehre." Da geht Matathias in sein Heim, und Judith ist tot. Matathias nimmt einen Dolch, sich zu erstechen, aber die Klinge bricht. Die Verwünschung gilt..» ♦ Zweiter Kreuzzug. Ein Turnier wird gegeben bei Antiochia. Ein unbekannter Ritter besiegt alle seine Gegner, dann geht er von dannen. ohne seinen Namen zu enthüllen. Am Ufer des Flusses, bei seinem Zelt, wäscht er sich das Gesicht. Ein Weib kommt, um sein Gesicht zu sehen, aber er will es ihr nur enthüllen, wenn sie diese Nacht zu ihm kommt. Seinem Diener befiehlt er, jeden zu töten, der das Geheimnis seiner Existenz entschleiern will. Nur diese Frau soll kommen. Als sie da ist, fühlt er ein Kruzifix an ihrem Halse. Das Kreuz entlockt ihm ein nervöses Lachen. Die Frau sieht ihn an— eine alte Legende von dem irrenden ewigen Juden, der den Jesus beleidigte, ergreift sie. Da entreißt sie sich der unreinen Umarmung und flieht, ein Unglück fürchtend. Zu Hause findet sie ihren Mann tot. Ein Schwerthieb des Dieners des ewigen Juden hat ihn getötet * 1290, in Palermo, ist der ewige Jude Kaufmann. Die Verwünschung trifft ihn schwer auch in dem neuen Ërwerb. Das Kind des Ewigen wird durch Schlangenbiß vernichtet, sein Weib verzweifelt, nimmt den Schleier. Der Ewige zieht weiter durch die Welt..• * Dreihundert Jahre später. Spanische Judenverfolgung Der Ewige ist großer Arzt zu Sevilla. Er wird als Gotteslästerer angezeigt, und zum Scheiterhaufen verurteilt. Aber diesmal kommt Christus und verzeiht dem Verwünschten, der endlich sterben kann, nachdem ihm das Leben gerettet ist. Ea ist klar, daß diese Allegorie, im englischen Film des E. Temple Thurston, mit dem großen Conrad Veidt in der Ahaaver-Rolle, bis tief in die Tage des Hitler hineinreicht, auch wenn dieser nicht genannt wird. Denn der Scheiterhausen zu Sevilla, das ist der zu Berlin. Und der ewige Jude ist noch nicht erlöst... Das ist das Ueberwelt- liche an diesem Filmwerk, im Studio, rue du Colisée... ♦ Firmin G é m i e r, der tote Mann des Volkstheaters und des Odéon, fand in„M i r a c 1 e s" einen posthnmen Triumph in dem Sahara- und Abenteuer-Film„L e Simon o",. In„O 1 y m p i a" wird der„Barbier von Sevilla" nach der historischen Revolutions-Komödie von Bean marchiii mit der Musik Mozarts und R o s s i n i s gegeben. Die Titelrolle des berühmten Barbiers spielt Andre B a n g é. Die Wellenlänge auf den französischen Sendern Vom 15. Januar ab ist nach einer Bekanntgabe im„Journal Officiel" die Länge der Wellen auf französischen Privatsendern die folgende: Radio-Toulouse, 335,2 Meter; Poste Parisien, 312,8 Meter; Juan-les-Pinsi 222;6 Meter; Radio-Vitus, 222,6 Meter; Radio- Lyon, 215,4 Meter; Radio L. L., 209,9 Meter; Radio Beziers, 209,9 Meter; Bordeaux-Sud-Ouest, 201.1 Meter; Radio-Nimes, 201.1 Meter; Radio-Normandie, 200,0 Meter; Agen, 200,0 Meter. Diese neue Wellenverteilung. die in Verbindung mit der Luzerner Festlegung der laugen Wellen steht, gestattet es, die Privatsender ohne Störung der staatlichen und ausländischen Sender zu benutzen. Der Eiffelturm wird nach Mitteilung des Postministers ab 15. Januar 1933 seine 1445 Meter aufgebeil, aber mit mittlere r Wellenlänge weiter funken. Oh der neue Staatssender Radio-Paris einen Generaldirektor erhält, steht noch nicht fest. rranhreicii „MCtSCl VUl WäriS wird in Paris jeden Sonntag in allen großen Zeitungskiosken und in den Bahnhofs- u. Untergrund- bahnbuchhandlungen verkauft. Er ist in den bedeutendsten übrigen französischen Städten erhältlich(Lille, Marseille, Lyon, Nice, Cannes, Juan- les- Pins, Mcntone usw.). Auch in Monaco, Marokko(Casablanca) und Algerien(Alger). Wegen der Aufnahme von Inseraten und von Abonnements in Frankreich wende man sich schriftlich an BORIS SKOMROSKY— 141 rue Broca— P'ris(13e). Postscheckkonto(Chèque postaux): Paris 1260 98. Das Abonnement kostet: 12 Monate 65 Fr., 6 Monate 35 Fr., 3 Monate 18 Fr. An- und Verkauf zentralem opäischai una südamerikanischer Devisen Etfekten und REICHSMARK lurch da* Bankhaus Georges Perles& P. Michel 34 RUE LAFFITTE PARIS IX TELEFON TAI.TBOUN 88-40 BIS 45 Ü Zum 100. Geburtstag des Erfinders des Telefons Der Deutsche Philipp Reis bei seinen ersten versuchen. Er spricht von jetneut Arbeitsraum aus mit seiner Wohnung. Am 7. Januar führt stch zum 100. Male der Tag, an dem in Gelnhausen Philipp Reis geboren wurde, der 1801 iaA Telefon erfand, und der damit eine der Grundlagen unjereS Zeitalters schuf. Pas Neacste h.^5uZ il*?.'ic'tunn" berichtet aus Saarburg, dass in „!! I«2 f n Firma Mabilon u.(5o. in Sastburg die »Hake,,Ere uzglocke" für das Snargehict fertiggestellt worden fc«. Die(»locke Ist für die evangelische Kirchen- acme>nde^anive'lcr bei Saargemünd bestimm« und trägt die !..^«alte jn Gnaden da» bald tue kund- vie Rückkehr zu Deutschland— dein eherner Mund". Ein schwerer Slutobuozusauinienstost ereignete sich aus der großen Landstrabe von St. E t i c n n e n ach Fi r m i„». >iwei Autobusse, die in entgegengesetzter lttichtung fuhren, ltie»cn zusammen und einer der beide» Wagen wurde gegen einen eisernen Mast geschleudert. Alle fünfzehn Insassen wurden verletzt, einige von ihnen so schwer, dast man an ihrem Auskommen zweifelt. Ein anderer Autobuounsall, bei dem acht Personen zum Teil sehr schwer verletzt wurden, er- eignete sich in den Abendstunden des Dienstags bei Mon- thelon in der Nähe von Äntnn. Ein voll besetzter Autobus geriet infolge des Glatteises ins Rutschen und fuhr in voller Fahrt gegen eine Mauer, wo er zertrümmert wurde. Um Mitternacht zum Mittwoch brach im.'î o o l o g i s ch e n «»arten von Ni» renn es bei Paris, der von der .rirma Hagenbeck gelegentlich der Pariser«olonialansstel- «,ng angelegt worden war, ei» Brand aus, der von der Pariier Feuerwehr rasch gelöscht werden konnte! jedoch ge- lang es nicht, eine» Schuppen mit fünf Elefanten zu retten. Die Tiere verbrannten bei lebendigem Leibe. Die Ursache des Brandes konnte no* nicht festgestellt werden. Neun Insasse,, des Strasgefängnisses von Eoimbra in Portugal haben einen gefährlichen Ausbruchsversuch unter- nommen, der vollkommen gelungen zu sein scheint. Sie durchbohrten den Fussbodcn ihrer telle, liesten sich aus vier Meter Höhe herabfallen, brachen die Schlösser von vier Türen aus und durchbrachen alsdann eine Mauer, um ins Freie zu gelangen. Porte OiomiMrrei (loici tiriii-Paom Derthlei 173. Öd. Kerthicr. tel. Carooi 72-4? Möbliert« Wohnungen- Aller Komfort Badezimnu'i Kiiche u5w Monatlich und wöchentlich. Nach Wunsch Pension Mäßige Preise. Métro Champerret. Aut. S C. ß. 9- bis. CA. BY. 53 X. ! pakiü-lIüiL, o. RUE D'ARMAlLLt CIEZJ8IIOÎFF Berühmt durch seine vortreffliche Küche u semt Spezialitäten Stark besucht von deutschen Gäster- ! Téléphone htoile 52-49| Am:1. Januar trat der amerikanische Kon g rest nach langer Pause wieder zu einer ordentlichen Tagung zu- lammen. Präsident Roosevelt hat ihm seinen grossen Kinanzplan vorgelegt. Die„Bremer Nachrichten" sind wegen ihres ersten Artikels zum Ausgang des Lahn sc»-Prozesses aus drei Tage verboten worden. Bei einem Brande im Hause d«s Kunstsammlers John Gl-Aon in Ottawa wurde das Gemälde ,.Ehor der Engel" von van Duck zerstört. Der Alert des Kunstwerkes wird aus IZllOlt» Dollar geschätzt. R e i ch s b i s ch o f Mülle» hat den Pfarrer Hahn aus Aachen zum I u g e« d p s a r r e r der deutschen evangelischen Kirche berufen. Unter de» etwa((Mill Kilometer neuen R c i ch S a u t o- bahn st recken befindet sich auch das Teilstück der grosse» West-Qst-Linie Pfalz—Stuttgari München- Salzburg über die Schwäbische Alb nach Ulm. wo ans verhältnismässig kurzer Strecke ein erheblicher Höhenunterschied überwunden werden und die Alb in zwei Döppeltuuuels durchflössen wer, den wird. In einer Kellerwohnung in Lemberg wurde eine aus vier Personen bestehende Familie tot aufgefunden. Es wird angenommen. dass sie infolge des Genusses von verdorbenem Speck an Vergiftung gestorben ist. DNB Paris,-'!. Jan. Der Krach von Banonnc zieht wei- tere Kreise. Der Direktor der grossen Pariser Singipielhallc Theatre Emp rc war mit dem Russen SlpHviikn. der die ge- fälschten Bonds des Ercdit Municipal von Bayonnc in lim lauf gebracht hat. eng befreundet und scheint einen grossen Teil der(»elder, die ans Betrügereien stammen, an fein Unternehmen gebracht zu haben. Als seine(»eldauelle zu versagen drohte, hielt der Thegterdirektvr Hanvtte es für geraten, das Wette zu suchen. Das Theater hat seine Pforte» schlichen müssen. An rückständigen>»agcn haben die Schau- spieler 1BOOÛO Franken zu beanspruchen. Die Deulsciien in Belgien Auch in Belgien, sowohl in Eupcn-Malmedy als auch in Aubel beginnt die Antwort ani die Naziagitativ» tür die Deutschen überhaupt sehr unangenehm zu werden. Aul dem Kongress der„Federation Eatholigue" in Dinant wandte sich der Vorsitzende, der ehemalige belgische Senator SegerS. scharf gegen diejenige», die„unter dem Deckmantel des Hei- matbundcs die Bevölkerung in unseren erlösten(»ebiete» herausfordern, um sich gegen die Sicherheit des Staates zu verschwöre» und das Vaterland zu zerrcissen." Es ist so den Nazi gelungen, wieder die Sprache anszuwecken, die man unmittelbar nach dem Krieg gegen das Reich geführt hat. Die katholische Zeitung„Metropole" lAntwerpenl spricht ebenfalls überaus schar« gegen die durch die Nazi provo- zierte Stimmung der Deutschen. Nicht nur Nazi identikl zieren sich mit den Deutschen,«andern auch Für die Belgier in den strittige»(»cbieten ist Nazitum und Deutschtum seh« zum Schaden des Volks identisch geworden. Deufsclienverfolgnngen in Polen Auch in Polen hat die Naziagitation zur Folge, dass die Deutschen verfolgt werden.„Nation und Staat"«assi die Silage der Nazi in den Satz zusamt» n:„Sie wurden damit au» eine Stufe mit den polnischen Spposilivnspartcien gestellt, die aus de», Staatslebcn möglichst radikal auszuschalten sich die Regierunaspartei bemühte." Man sieht: die Nazi beklagen sich genau über das, was sie ihren eigenen Volks- genossen und den nationalen Minderheiten in Deutschland antun. Dazu muss man leider noch sagen, dass die ärgsten Dinge, die man den Deutsche» in Polen antut bei Weitem nicht an das f'i"i«n r-iib-«« was in den deutschen Konzen trationslaaern und(»eian»«'w'>i ,,o««irfi gebt Das Blatt bemerkt zu de» d utich-polnüchen'Verhandlungen:„Die Deutschen in Pole» Fühlen sich in allen ihren staatSbürger- lichen und kulturellen Lebensbeziehungen noch auF jedem Gebiete angegriffen. Und selbst am Ausgang deS Monats Tnruie 43-13 Méiro P i g o I) e Deutsche Poliklinik Paris, öS, Rue de la Rocheloucouid ,1 r:„»„„t.b;lUk-li. Klinik Aerre. a KruUchok.Arba.en lung be. Blut*. Harn. u. Ge.chletht.krankheiten gie. Die aller»odem.teEipnchtunt ammen und i uperat.on.sa Ordination täglich von 9-12 und 2-S; Sonntags und Feiertags von IQ—1 2 und Z 4 «m (Dezembers ivar noch keinerlei Entlastung im Nationall- tälenkampf spürbar." Eine Tache hat Kattowiy übrigens vor dem Berliner Ttaatstheater voraus: die„Propheten" von Johst durften aufgeführt werden. vie Verfassung von Mondsdiukuo wird in Heft R/7 der Zeitschrift für Politik mit grosser Tum- pathie bcgrüsst. Mit besonderer Betonung wird der Klugheit der Japaner gedacht:„In der Proklamation vom 1. Marz 1V32 nimmt die Verkttndnng des Prinzips der T o^l e- ranz eine prominente Stellung ein: es soll keinerlei Dis- krtmination gegen die im Territorium des neuen Staates wohnhafte Bevölkerung auf Grund der Rasse oder Kaste stattfinden." Wonach Deutschland hinter Mandschukuo steht. Soweit hats Hitler gebracht. vie Nazis im Ausland Im„Christlichen Ständestaat" stellt der deutsche Senator Dr. Eduard Pant-Kattoivitz fest, dass der Nationalsozialis- mus die Ausländsdeutschen aus das Schwerste schädigt. Er sagt«. a.:„Diejenigen, die heute den totalen Staat forder» oder verwirklichen wollen, wissen nicht, welches Unheil damit über das deutsche Volk herabbeschworcn wird. Denn diese Ideen lassen sich nicht auf eine» Staat beschränken oder in bestimmte gewollte Grenzen einschliessen. Und wenn diejeni- ge» Staaten, in denen deutsche Minderheiten wohnen, sich diesen TotalitätSgedankc» zu eigen machen, dann ist mit Sicherheit anzunehmen, dass dieser Gedanke auch die deutschen Minderheiten als ein Opfer verlangen wird... In gleicher Weise wie der moderne Staat in seinem AllmachtSdünkel ein Hindernis ist aus dem Wege zur'Neuordnung der Ver- Hältnisse und zur Verständigung der Völker, ist es auch die Haerefie des Nationalsozialismus... So trostlos an und für sich die Lage der deutschen Minderheiten angesichts der politische» Entwicklung i» den letzten Monaten ist, sie braucht nicht hossnungSloö zu sei», wenn die Minderheit aus der bisherigen Entwicklung der Dinge zu lernen und die richtigen Schlüsse Für sich zu ziehen versteht." Diese Aeusserung des kalholifchen Führers der deutschen Minderheit in Polen ist zum erstenmal eine klare Absage eines verantwortlichen Vertrauensmannes einer deutschen Minderheit. ES ist nickt anzunehmen, dass die Nazi-Agitatoren in Stuttgart, die unter dem Vorwand, die Minderheiten zu schützen, Nazi- Politik treiben, diese Meinungen Pants zur Kenntnis neh- men werden. Der Amer:ha Johann Bauernroman aus Schwede». von Felir M o c! ch l! n, erschienen im Montana Verlag Horm ltzuzcrnl»nd Leipzig. Preis in Ganzleinen gebunden v Mark. Der bekannte Schweizer Dichter gestaltet in diesem Stenn im Wesen .nil) Wirkungen des in einem jchwcdischen Tors einbrechenden Kapitalismus. Dieser wird verkörpert durch den Helden des Romans, ten A m e r i k a- I o h a n n. Er batte drüben in Amerika„business" gelernt und versucht nun. in sein Heimatsdors Acppelvik heim- kehrend. Feine Kcnntnige hier in(tzeld umzusetzen. Da ist es der Wald, der ihm zuerst ei» grosses Wcfdwft verspricht und den er den Bauern abkaust, nach Deutschland, England und Frankreich versendet und somit zu>»cld macht. Die Bauern werden ihrer bis- herigen Tätigkeit cntsremdct und Geschäftemacher im«Meinen. Der Amerika Johann macht noch eine ganze Reibe geschäftlicher Manipu- lationcn, begaunert und betrügt sie, wo er nur kann. Schliesslich wird er wieder begaunert von den grossen kapitalistischen Unter- nehmungcn, die, seinen Fussspurcn folgend, ebenfalls Wälder an- lausten und den Handel in noch grösserem Umfange und noch geschickter als der Amerika-Johann betrieben. Das Bauerndors wird langsam prolctarificr«. Die Söhne werden Arbeiter, einige rossen sich zuletzt aus und bekehren sich wieder zum Bauerntum: allerdings zu einem modernen, das Hecht, sie haben gelernt, ihre Alfter maschinell und aus wigenschafilichcr(»rundlagc zu bebauen, tï i n neues Bauerntum, geschickter im Kamps ums tzeben, ersteht aus diesem Prozess, den der Amerita-Iohann mit seineu kapitalistischen Stümpereien einleitete. Zuvor aber wendet sich aller Hass und alle Wut der enttäuschten alten Baucrngcncralion gegen den Amcrika-Iobann. Er. wird erschlagen und Acppelvik kehrt zu seiner alten Traditio» zurück, wieder arbeiten die Bauern aus ihrer freien Scholle. Der„Amerika-Johann" ist ein sozialer Ro- man, der in ernster Iiclsetznng sich mit den Problemen de« Bauerntums beschäftigt. Die Gestalten de»- Romans sind wirklich erschaut, lebensvoll und innerlich gesund Rur der Amerika-Johann ist trank, wie alles krank ivird, was vom Kapitalismus crsasst ist. Sinnliche(im guten, sauberen Sinne! Liebesgeschichlen, etwas an Biörnio» erinnernd, spielen in dir stark realistischen Darstellungen hinein und tragen wesentlich zu der spannenden Wirkung des Romans bei. Wer den„Amerika-Johann" beginnt, der liest ihn auch in einem Juge. So stark wirkt er auf jeden. BBIEFKASTEH „Revolutionärer junger Sozialist." Wenn es Ihnen mit der Rcvolutionicrung Deutschlands zu langsam voran geht, raten wir Ihnen dringend, Ihren Wohnsitz von Paris sofort nach Berlin zu verlegen. Dort habe» Sie tS-legenheit.„Taten gegen den H>"er- Terror" zu tun. die wirklich mehr sein können als die von Ihnen kritisierten Interviews sozialdemokratischer Führer. H. M. Tie Frage, ob die Rückkehr nach Deutschland ratsam ist, m»ss sich jeder selbst beantworten. Mancher mag cs unbebelligt tun können. Sicherheit ist für niemanden gegeben, der si» semais politisch gegen die Rationalsozialisten betätigt hat. Tie Eniichei- dnngen sind zu willkürlich und auch die Berichte aus dem Reiche zu widerspruchsvoll In einem Orte lebt man relativ unbehelligt, in andern Lrten steht das Denunziantentum In Blüte. A» mehrere. Immer wieder mutet Ihr uns zu, wir sollen dir diverse» Parlcivorstände in der immigration stürzen. Ihr üb-rschätzi uns seht. Selbst wenn wir wollten iwir wollen nichti würden wir es nicht fertig bringen. Minister sind schon durch«jritungsaussäye gestürzt worden, Parlcivorstände nie. Tic leben in allen Lagern na» besonderen noch unerforschten biologischen(besetzen. Das begreift Ihr jungen Dachse noch nicht, aber cS ist so. Ihr tut auch den Partei- vorständen unrecht, und ichlieb'i*«" uo» lange»ich, aelna», b-e Rackilolgcr cs besser machen würden. Richtet mal Euer» heran- wachsenden Männcrzorn mehr gegen Hitler als gegen die emigrierten Parteivorständc. Wenn Tuch diese Antwort nicht vassl. dann schimpft mal kräftig aus uns. Wir halten cs aus und übelnehmerisch sind wir schon gar nicht. W. Innsbruck Rein, über den literarischen Nobelpreis ist noch nichts Räbcrcs bekannt. Jedenfalls hat Deutschland mil Bemühungen für die Nobelpreise I«« bereits begonnen. DoS Bemühen gcvl dahin, ansiandsdeuische vorschlagsbcrcchiigtc«örperschasien und nicht reichsdeutschc die Borschläge machen zu lassen.(Im naturwissen ickmiilichc Borschläge soll man die Prager deutsche Universität bemüht hc.be»: bisher waren in dieser Richtung aber Erfolge nicht zu vcr- zeichnen. Hingegen liegt ein Borschlag aus Oesterreich vor. den Ljlcratiir-Nobespreis für 1S31 dem Dichter des Spinoza-Romans „Amor del" Erwin ltziiido Kolbenhcocr zu verleiben. Doss der Bor- schlag gerade aus Oesterreich kam, bat grosse Berwiindcrung erregt. Denn«olbcnhcoer gehört zu den„bisher nicht realisierten" poetischen Hvssniingen Hitler-Teutschlands. „In Besuch im Anstand." Bon einer kurzen Auslandsreise über- mitteltcn Tie uns eine gedruckte Postkarte, laut der jedes Mitglied der Fachvcrbände folgende Fragen beantworten mntz: Ich bin Mitglied: l. des Stahlhelm seit Dienstgrad; 2. des Deutschen Luftsportverbandes Dienstgrat; g. Ich bin offiziell unterstützendes Mitglied der RTDAP. seit t. Ich iinde als..... beim Stahlhelm— gegen Honorar— unentgeltlich— bei Formation dienstlich« Verwendung. Stempel Unterschrift Tic wundern st», wesbalb sogar bei w i r I s ch a s t l i ch c n Per- einen solche Fragen gestellt werden, wenn Hitler nur den Frieden will. Warten Tie noch eine Weile, und dann„Gib acht, du sollst dein Wunder schauen" „Aus Nürnberg." Eine der von Ihnen eingesandten Ieitungen enthält ein Bild„Ein Schmetterling mit dem Hakenkreuz". Der Te^t lautet: Ein Schmetterling mit dem Hakenkreuz Der„Brau»««Bär", ein deutscher Schmetterling, tragt aus der oberen Seite seiner Bvrderslügel ein deutlich ficht- bares Hakenkreuz. Wir konnten zwar beim besten Willen kein Hakenkreuz aus dem Schmetterling erkennen ober wir iürchicn, bass die Denunziation des armen Kcrlchcn durch die Nazipress« im Sommer Schmetterlings- schlachten verursachen wird, weil die Hitlerjungen unbedingt„Braune «Bären" haben wollen. „Dentsch-Oefterreicher." Sie machen uns ans einen Aufruf der „Dcutsch-Oestcrrcicher im Reich, München, Sopftienstraßc 6" aus- mcrkiam. Da beisst es: Ihr könnt reden, wo sechs Millionen Eurer Brüdrr schweigen müssen! Ihr könnt i» Freihrit arbeiten, iuo Sausende der Besten drüben in Kerkern schmachten! Ihr könnt Helsen, wo im Gefolge des Kampfes drüben Rot und Elend entstehen! Schön. Wer darf in Deutschland reden»nd in Freiheit arbeiten? Es ist genau wie tn Oesterreich: Rur wer sich der herrschenden Eliane»nterwirst. Für„Zausende der Besten" ist nur der Kerker da. Hüben und drüben. Mehrere Anfrage». Ob zu Weihnachten auch führende Sozialdcmo- kraten und Kommunisten entlassen worden sind? Wir wissen es nicht, nehmen aber an. dass Görlng und Konsorte» die Name» vcr- öffentlich« babcn würden, wenn etwa Heitmann, Ebcrt und andere an» den Foltcrhöhlcn freigelassen worden wären. Für den««»esamiinbalt verantwortlich: Johann Pitz s» Dud- weiter: iür Inserate: Otto.ff n h n in Saarbrücken. Rotationsdruck »nd Berlag: Verlag der Bolksftimme GmbH., Saarbrücken 3, Zchützenstrahe 5. Doktor Wachtel Harn-, Blot, and Hautkrankheiten 123, Bd. Sébastopol.— Sprechstunden v. 9—12 u. 2—8 Uhr; Sonntags vormittags Kaue, Hals, Ohren Sprechstunden taglich von 5— 7 Uhr. Deutsches Zahnärztliches Institut U, tUt, DÉ OOLAi iHétroi BU sc I m, PIl'aL Trialté SÜ»l? Sortcblnidt« Wl Uhr /ahn»«. Mundkrankh. Röntgen. Elektrotherapie. Protheten. Kronen, Brücken in Gold. Platin n. Porzellan NEUHEIT: PORZEI.LA.N-KRONEN UND BRUCKBV Umarbeitung tchlechttitaender GebiiH mit»oller Uarantle Iii guten Sita. Reparaturen btnneo 5 Stunder SCHON ENDSTE BEHANDLUNG FÜR NERVÖSE UND HERZKRANKE «BISSIGE PREISE. UNTERSUCHUNG U. BERI1UNG KOSTENLOS Dr. Spécialiste M), rue de Rivoi— Métro Chaiei« RADIKAL* HEILUNG von BLUT. HAUT u»d FRAUENKRANKHEITEN Heilang von Krampfadern jod of leiten Beinwanden Neueste Behandlungsmethoden Elektro :ität, Imptungsvertahren Trypafle vine* Einspritzungen Blut* und Harn-Untersuchungen bper» makuitur Salvarsan Wismut usw »prechstunüen täglich von 10— 12 uno on 4— 8 Uhr>onniags von 9— 12 Utv Konsultationen von 25 Fr. ab. Man spricht deutsch ftinste iüdische Setdmacen> umi IDienec jßäckecei Qe scfiäfte jUui. SS. AVENUE WAGRAM, 1.1. Um>< 27.6. 58. 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