Einzige unabhängige Tageszeitung Veutschkands Kummer 3— 2. Jahrgang[Saarbrücken, Sonntag Montag, 7. 8. Januar 19341 Chefredakteur: M. B r a u n Aus dem Inhalt Jxankceich zufrieden— ^Berlin enttäuscht Seite 2 %efecendac heim Wehrsport Seite 3 ïBcaune Jtressemoral Seite 4 ^Bloßgestellter JColonialministec Seite 7 Dalles hei der JKeichshahn Seite 8 Zur Gegenrevolution in Gslerrehh Sum Staatsstreich reif? London, 6. Inn. Die wachsende Zuspitzung der Vage in Oesterreich nimm« in der englischen Presse einen breiten Raum ein. Der Wiener Berichterstatter des„D a i l» Telegraf" meldet, unparteiische Beobachter berichteten, vag die Unzufriedenheit in den österreichische,, Provinzen ^ hauptsächlich infolge des Daniederliegen«« der Fremden- îî'àmstrie sich einem Höhepunkt nähere. Der Bericht- erstattet will wissen, daß eine für den heutigen Samstag geplante große nationalsozialistische Kundgebung in Wien «ni letzten Augenblick abgesagt worden sei, und folgert daraus, van die Nationalsozialiften e«ne wichtige Acnderung in der Haltung der österreichischen Regierung erwarteten. In großer Ausmachnng berichtet der sozialistische„Daily Herald" seine» Lesern, daß Dollfuß insgeheim die gleich- zeitige Unterdrückung sämtlicher Parteien mit Ausnahme der patriotischen Front und die Ausschreibung einer Wahl vor- bereite, an der nur die Kandidaten der patriotischen Front teilnehmen dürsten. * Tie politischen Verhältnisse in Oesterreich sind ebenso ge- spannt wie unklar. Die Auseinandersetzungen zwischen den beiden Regierungsparteien der Christlich-soziale» und den Heimwehren ssnd noch nicht ausgetragen. Das Ultimatum, das die Heimmehren vor nun S Wochen an den Bundeskanzler Dollfuß gerichtet haben, ist wirkungslos geblieben. Die Heim- Wehrführung forderte damals die faschistische Gleichschaltung der Länder, die Demission der beiden Staatssekretäre der „nationalständischen Front", die Auslieferung der Befehls- gemalt über Polizei und Bundeshecr an die Heimwehr und personelle Acndcrungen im Kabinett. Der Bundeskanzler hat diese Forderungen einfach znr Kenntnis genommen und die Heimmehren haben sich äußer- Itch damit zufrieden gegeben. Ob inzwischen ein Ausgleich zwischen den beiden Regierungstrnppen erfolgt ist, läßt sich nicht beurteilen. Die strenge Pressezensur unterdrückt jede öffentliche Aeuberung. Einig sind die streitenden Gruppen in dem Willen, die große Sozialdemokratische Arbeiterpartei zn unterdrücken. Gegensätzlich sind sie in den geplanten Staats- und Wirtschaftsformen. Die Heimwehrführer wollen einen„österreichischen Faschismus", der sich stark an das itrlienische Vorbild anlehnt. Die Vertreter der Bauernschaft dagegen denken an eine autoritäre Demokratie. Gerade in diesen Tagen der Spannung wird der italienische Staats- sekrctär des Aeußern Suvich in Wien eintreffen und groß- artig gefeiert werden. Man verheimlicht nicht, daß sein Be- such hochpolitischen Charakter trag«. Der österreichische Minister Dr. Ender. hat den neuen Verfassungsentwurf ausgearbeitet. Cr sieht zwei Kammern und einen Staatsrat vor, der eine Art Oberhaus sein soll. Tie Stellung der Regierung soll gegenüber diesen drei Kor- perschaften viel stärker sein, als gegenüber dem fetzigen Nationalrat. Das Wahlrecht soll bedeutend eingeschränkt werden, wahrscheinlich durch Erhöhung des Wahlalters und durch Mehrstimmen, die an die längere Seßhaftigkeit, an höhere Steuerleistungen und an gewisse Stellungen im öffentlichen Leben gebunden sein soll. Neben der politischen Umwälzung soll ein Umbau der Wirtschaftsverfassung auf ständischer Grundlage erfolgen. Ebenso ivie auf dem politischen Gebiete ist auch hier eine iv e i t g e h e n b e Entrechtung der besitzlosen Schichten geplant. Allcrd.ngs scheint man noch nicht den Schlüssel gesunden zu haben, der dies ermöglicht, ohne daß auch die christlichen Arbeiter ebenso rebellieren wie die sozialdemokratischen. Neuerdings besteht die Absicht, den vor- herrschenden Einfluß der sozialdemokratischen Gewerkschaften dadurch zu brechen, daß man iu den geplanten ständischen Ber- tretung allen politischen Fraktionen der Arbeiterschaft ohne Rücksicht ans die hinter ihnen stehende Mitgliederzahl die gleiche Anzahl von Vertretern zugesteht. Da die sozialistischen Gewerkschaften alle andern Gruppen turmhoch überragen, würde die geplante schematiche Reglung eine unerträgliche Entrechtung der sozialistischen Arbeiter bedeuten. An eine verfassungsmäßige parlamentarische Verabschie- dung solcher Pläne ist natürlich nicht zu denken. Die Regie- rung Dollfuß will sie dem Volke aufzwingen. Der jüngst veröffentlichte Hirtenbrief der österreichischen Bischöse war nicht nur als Stoß gegen die Nationalsozialisten gedacht, son- dern auch als erhöhte Stärkung der Rcgierungsautorität gegen Links. Der österreichische Katholizismus erblickt in Dollfuß einen Vorkämpfer zum christlichen Ständestaat im Geiste der im Jahre 1932 erlassenen päpstlichen Enzyklika „Ouadragesimo anno". Der Austrosaschismus geht weniger dramatisch vor, als sein wilder deutscher Bruder, aber er verfolgt seine Ziele mit Schlauheit und Zähigkeit. »I* Janatisicrte, bösartige Sfaatsficlnâe Katholische Priester Kommen wegen einer heiligen liesse für hingerichtete Kommunisten in Schnfzhait-- Nationalsozialistische „Teuiclsbewegung" Das Deutsche Nachrichtenbüro meldet: Stuttgart, 5. Januar. sEig. Drahtm.l Die politische Polizei hat zwei katholische Geistliche fest- genommen und in das Tchutzhastlager Kuhberg gebracht. 29 Schutzhäftlinge, die als Opfer gewissenloser Versührer anzusehen sind, wurden gleichzeitig entlassen. Zu der Verhaftung der Geistlichen wird von zuständiger Seite mitgeteilt, baß ssch die Politische Polizei infolge der wach- senden Erregung in einzelnen Orten über die poli- tische Betätigung der G e i st li ch e n habe zu G e g c n m a ß n a h m e n entschließen müssen. Bei den Festgenommenen handelt es ssch um den Stadt- piarrer Tengelmaier aus Metzingen und Pfarrer Sturm aus Waldheim. Besonders interessant ist an dieser Meldung, daß für die Verhaftung von zwei katholischen Priestern 2g„Marxisten" freigelassen wurden. In einer ausführlichen Erklärung heißt es, daß i n einem Umfang, der alluiählich besorgniserregend anwachse, untergeordnete Angehö- rige des katholischen Klerus den unmißverständ lichen Richtlinien ivider besseres Wissen ihre eigene Aus- l e g u u g anzupassen versuchten. Die zuständigen verant- wortlichen staatlichen Behörden hätten im Einvernehmen mit den führenden kirchlichen Stellen dieser Entwicklung nunmehr seit Monaten aufmerksam abwartend gegen- übergestanden. Nach sorgfältiger Prüfung der durch d i e wachsende Betriebsamkeit ber Schuldigen allmählich unerträglich gewordenen Lage sei jedoch ein längeres Zuwarten im Interesse des innerpolitischen und kon- fcsfionellen Friedens nicht mehr zu verantworte». Nach Er- schöpfung aller Versuche, beruhigend auf die Oessentlichkeit und ermahnend und warnend ans die Schuldigen einzu- wirken, scheine es nunmehr höchste Zeit, von Staats >ve g en einzuschreiten. Es könne keinesfalls länger geduldet werden, daß einige wenige verantwortungslose, sanatisierte und bösartige Staatsfeinde das in sie gesetzte Vertrauen gegen den Willen ihrer kirchlichen Oberen und der staatlichen Führung weiter mißbrauche». Es werden dann drei charakteristische Fälle angeführt. In einem von ihnen hatte ein Geistlicher aus den Abend, wo der Reich s- k a n z l e r zum deutschen Volke sprach, eine Versammlung des Katholischen Gesellenvereins anberaumt und den im Versammlungslokal vorhandenen Lautsprecher e r st nach ber Beendigung der Rebe des Führers eingeschaltet. Im ziveiten Falle war in einer ivürttem- bergischen Kleinstadt anläßlich der Hinrichtung der sechs Kommunisten in Köln die Lesung und Verkündung einer Hl. Messe für die Hingerichteten vorgenommen worden. Im dritten Falle hatte ein Geistlicher von der Kanzel herab erklärt, daß die n a t i o n a l i st i s ch e Bewegung nicht von Gott, sondern vom Teufel geschassen und somit eine Teufelsbe>vegung sei. (Fortsetzung stehe 2. Seite!) Ein sozialistischer Plan Belgiens Arbeiterpartei greift an Von Joicph Saxe(Brüssel) Die belgische Arbeiterpartei hat in den Weihnachtstagen im Brüsseler Bolkshaus einen Kongreß abgehalten, dessen Bedeutung weit über die eines gewöhnlichen Parteitages hinausreicht. Was dort beabsichtigt und beschlossen wurde, ist nichts mehr und nichts weniger als eine völlige Neu> Orientierung der Politik und der A ktions- Methoden der belgischen Arbeiterpartei, ein entschlossener Versuch, aus den gewaltigen Ereignissen des letzten Jahres die.richtigen Schlüsse für die politische Aktion zu ziehen und mit einem Schlage sowohl die moralische Krise des Sozialismus wie auch die allgemeine Wirtschaftskrise, die ihre tiefste Ursache ist. im Rahmen und innerhalb der Grenzen des belgischen Staates zu überwinden. Oie Partei beschließt Der Kongreß endete mit der fast einstimmigen und be» geisterten Annahme der folgenden Entschließung: Der in Brüssel zu Weihnachten 1933 tagende Parteitag der Belgischen Arbeiterpartei beschließt: in Erwägung, daß mit Rücksicht auf die andauernde Wirt- schaflskrise der Kampf der Arbeiterbewegung für die Er- Weiterung der bisher errungenen Freiheiten und Reformen und selbst für die Aufrcchterhaltung einer erträglichen Lebenshaltung nur dann zum Ziele führen kann, wenn er den Weg einer tiesgehende» Umgestaltung des gesamten Wirtschaftsau s baucs des Landes ein- schlägt: i» Erwägung, daß diese Umgestaltung, wenn sie erfolg- reich sein soll, die Beseitigung der A r b c s t s l o s i g- feit ermöglichen muß, indem die Produktiv« und der Um- laus der Güter im Sinne einer Erhöhung der Kau s krast der Bevölkerung gelenkt werden, die der Entwicklung der Produktionssähigkeit entspricht: in Erwägung, daß das hauptsächlichste Hindernis dieser Entwicklung das private Monopol des Kredit- w e s e n s ist, das die gesamte Wirtschaftstätigkeit dem Einzclprofit unterordnet, anstatt der Befriedigung der Be diirinisse der Gesamtheit dienen: iu Erwägung, daß die Abhängigkeit, zu welcher diese Monopolmacht den Staat herabwürdigt, jede Bemühung hindert, die politische Demokratie in eine wirkliche, s v- ziale und wirtschaftliche Demokratie zu ver- wandeln: beschließt: ber Aktion der belgischen Arbeiterpartei als Ziel zu setzen, die Verwirklichung eines Planes der wirtschaftlichen Umgestaltung, die gegründet ist auf die Sozialisier»«« des Kredits als ent- scheidendes Mittel einer im Sinne der Erweiterung der Kauikraft der Massen planmäßig geregelten Wirt- schalt, die allen Arbeit schaffen und den allgemeinen Wohlstand erhöhen soll. Der Parteitag macht sich die Richtlinien dieses Planes zu eigen, die in dem ihm vorgelegten Dokument, genannt „Plan der Arbeit", niedergelegt sind. Der Parteitag beauftragt die Soziale Forschungsstelle, im Einvernehmen mit den leitenden Körperschaften der Partei, der Gewerkschaften, Genossenschaften und Kranken- lassen mit der Ausarbeitung der Einzelmaßnahmen, die die Verwirklichung des Planes erfordert. Der Parteitag appelliert nicht allein an die Arbeiterklasse, sondern an alle Klassen der Bevölkerung, die unter der gegenwärtigen Wirtschaftsnot leiden, und an alle, die guten Willens sind, ohne Unterschied der Partei und des Glaubens, sich einer gemeinsamen Aktion in diesem Siiine anzuschließen.. Der Parteitag beschließt, daß die Partei sogleich mit allen verfassungsmäßigen Mitteln den Kamps für die Er- ober» n g der Macht mit dem Ziel der Verwirk- l i ch u n g dieses Planes aufnimmt. Der Parteitag erklärt, daß die Partei keinerlei Bete«- ligung a n einer Regierung in Aussicht nehme» wird, die nicht den Plan der Arbeit als unmittelbar buräi- zuführendes Programm annimmt, daß sie jedoch bereit ist, für die Eroberung und die Ausübung der Regierungsmawk die Unterstützung aller Gruppen anzunehmen, die sich dem Plan anschließen. Hendrik de Man Das Streben der belgischen Arbeiterpartei nach Samm. lung und Neuorientierung wurde durch einen glücklichen Zufall persönlicher Art begünstigt. Der bekannte sozio- Ii,tische Theoretiker Hendrik de Man, der schon in !» n$ en Iahren in der belgischen Partei eine bedeutende Rolle gespielt hatte, mußte nach dem Siege Hitlers seinen Lehrstuhl an der Frankfurter Universität verlassen und kehrte in seine Heimat zurück. Niemand schien geeig- neter. die Selbstkritik und die Neuorientierung der Partei fruchtbar vorzubereiten, als dieser bewährte sozio- listische Kämpfer und Gelehrte, der außer seinen erfolg- reichen Spezialstuöien gerade auf dem Gebiete der Krise des Sozialismus noch den Vorteil eines genauen Beobachters der deutschen Ereignisse aus nächster Nähe mit- brachte. Beides gelang Vandervelde in unerhofftem Maße Unter der Leitung de Mans wurde eine„Soziale For- fchungsstelle" geschaffen, deren ausschließliche Aufgabe in der Ausarbeitung eines großzügigen wirtschaftlichen und politischen Aktionsplanes in der unter Einsetzung aller Kräfte geführten Propaganda für den Plan und schließlich in dem Kampfe für die praktische Verwirk- lichung dieses Planes besteht. Tatsächlich ist nach kaum sechsmonatiger Vorarbeit der Plan unter Mitwirkung von zahlreichen Vertretern aller großen Organisationen der belgischen Arbeiterbewegung in seinen Grundzügen fertiggestellt, in den maßgebenden Parteikörperschaften durchberaten, schließlich dem Parteitag unterbreitet und von diesem mit fast beispielloser Begeisterung angenom- men worden. Sozialistisches Machtstreben Der Plan enthält selbstverständlich keine neue wirt- schaftswissenschaftliche oder politische Entdeckung. Es handelt sich vielmehr um eine Zusammenfassung der in den letzten Iahren von den sozialistischen Parteien aller Länder mit immer stärkerem Nachdruck aufgestellten Forderungen zur Ueberwindung der Krise durch die plan» mäßige Einleitung des Ueberganges zu einem sozialistischen System. Die Kernpunkte dieses Systems sind die Sozialisierung des Kreditwesens, der Ausbau und die Ausweitung des kollektiven Sektors der Wirtschaft, sowie die weitgehende öffentliche Einfluß- nähme auf den noch privat bleibenden Wirtschaftssektor. Das Neue an dem belgischen Plan ist aber nicht nur die ganz systematische und präzise Zusammenfassung dieser Forderungen in einem praktischen Aktionsplan, sondern vor allem der weit hinaus ins Land und allen Schichten der Bevölkerung verkündete Wille, diesen Aktionsplan, also die systematische Umformung des ganzen Wirtschafts- leb°ns, methodisch und in ganz bestimmten kurzen Zeit- abständen durchzuführen. In dem Plan wird ausdrücklich ausgesprochen, daß seine Verwirklichung nur möglich ist durch eine Regie- rung, die von den Wählern den festen Austrag dazu bekommen hat. Der Plan soll also aus rein legalem, demokratischem Wege zum Sieg geführt werden, obschon sich die Partei natürlich nach wie vor das Recht vorbehält und ihre Entschlossenheit zum Ausdruck bringt, etwaige illegale und antidemokratische Widerstände mit allen Mitteln abzuwehren. Die belgische Arbeiterpartei erklärt sich öffentlich dazu bereit, zur Durchführung dieses Planes die Regierung zu übernehmen und zu diesem Zwecke gegebenenfalls auch mit allen nichtsozialistischen Elementen zusammenzuarbeiten, die an der Verwirk- lichung des Planes mitwirken wollen. Gleichzeitig er- klärt die Partei aber auch schon jetzt, daß für sie keinerlei Beteiligung an irgendeiner Regierung mehr in Betracht kommt, die nicht die Durchführung des Planes zur Auf- gäbe hat. Das weithin sichtbare Ergebnis des Gesamt- komplexes der im Plan angeführten wirtschaftlichen, Kredit- und geldpolitischen, sozialen und schließlich auch rein politischen Maßnahmen soll die völlige Ueber- Windung der Krise und namentlich bet Sit- bettslosigkeit in einem Zeitraum von etwa drei bis fünf Iahren sein. Mobilisierung des Willens Völlig neu an dem Unternehmen der belgischen Ar- beiterpartei ist daher vor allem die intensivste Mobilisie- rung des gesamten Willens der Arbeiterbewegung zur Durchführung einer gewalkigen, inhaltlich und zeitlich ganz genau umgrenzten Aufgabe. Gerade darin zeigt sich, daß de Man manche der Methoden, die dem Nationalsozialismus in Deutschland zum Siege verholfen haben, im Interesse des Sozialis- mus zur Anwendung bringen will. De Man behauptet nicht, daß der Plan, der ja übrigens gar nicht ausschließ- lich sein Werk, sondern Ergebnis einer intensiven Kollek- tivarbeit ist, keine Mängel oder Fehler hätte. Aber nickt darauf kommt es ihm in der Hauptsache an, sondern auf den konzentrischen Kampf um dieses Objekt. Tie in den letzten Iahren so vie! gebrauchten Begriffe der politischen „Mystik" und des„Dynamismus" der Bewegung spielen bei dem Plane zweifellos eine sehr große Rolle. Die Arbeiterklasse zuerst, und in weiterer Folge die Mehrheit des gesamten Volkes sollen in eine gewaltige Kampf- beweguna für diesen Plan geführt und in einer Auf- einanoerfolge von vorher festgelegten Propagandawellen mitgerissen werden, bis die Aktion unwiderstehlich wird und der Sieg gesichert ist. Allergrößte Aufmerksamkeit wird sowohl in den praktischen Vorschlägen des Planes als auch bei der Durchführung des Propagandafeldzuges den Interessen und der geistigen Einstellung der M i t t e l» schichten zugewendet, gerade derer also, die sonst leicht der faschistischen Demagogie unterliegen. Kampf dem Faschismus ist einer der stärksten Beweggründe und eines der nächsten Ziele des ganzen Unternehmens. Die neue Anziehungskraft Wie sind nun die Erfolgsausstchten der neuen Aktion? Darüber wird man wohl erst nach einigen Monaten mit einiger Zuversicht urteilen können. Nur das«ine kann schon heute gesagt werden: auf die Arbeiterbewegung hat der Feldzug bereits eine ganz unverhofft gewaltige Wir- kung Im günstigen Sinne ausgeübt. Der Albdruck, der sich infolge der Ereignisse in Deutschland aus die belgische Arbeiterbewegung gelegt und sich manchmal in einem gewissen Pessimismus oder in unfruchtbaren Richtung»- slreitigkeiten geäußert hat, ist zur Stunde völlig gewichen Die Feststellung, daß die Einigkeit und die Disziplin in der Partei noch nie so vollkommen war wie heute, ent- spricht der Wahrheit, aber sie reicht bei weitem nicht aus. um das Gefühl der Befreiung auszudrücken, das die Ge- Frankreich zufrieden! Berlin enttäuscht— Völkerbuntisreform in zweiter Linie Paris, 8. Januar. I« gntunierrichteten franzöfifchen Kreisen in Rom vcrlantet, dab der englische Außenminister Tir John Simon vor seiner Abreise nach London eine Unterredung mit dem französischen Botschafter beim Oniri- nal de Chambrun hatte, den er über seine Besprechungen mit Mussolini unterrichtete. I« französische« Kreisen zeige man sich mit dem Ergebnis dieser Be- fprechunge« zufrieden und unterstreiche vor allem den»erträglichen Geist, de« der Dnce an de» Tag gelegt habe, indem er stch mit der Vertagung der Reform des Böl- kerbuudes bis nach einer Reglnng der Abrüstnngsfroge ein- verstanden erklärte. In den gleichen Kreisen sei man serner der Ansicht, dab in der Rsistungssrage ein wesentlicher Fort, schritt aus dem Wege der Abrüstung erzielt worden sei in dem Sinne, wie Frankreich ihn in leiner letzten Denk- schrtst an die Reichoregierung dargelegt habe. '„Die Lage Lrankreldis gestärkt' Paris, 6. Januar. Das Ergebnis der römischen Be- sprcchungen wird von der Pariser Morgenpresi« noch ein- mal eingehend behandelt. Tie Blätter zeigen sich nach wie vor reckt optimistisch und glauben, aus diesen Besprechungen die Schlußfolgerung ziehen zu können, daß die französische Auffassung, wie sie in der letzten Denkschrift niedergelegt ist, eine wesentliche Stärkung erfahren hat. „M a t i n* schreibt u. a., daß diese französische Denkschrift im Augenblick die einzige Berhandlungsgrundlagc darstellt, nachdem aus den römischen Besprechungen hervorgegangen sei. daß die deutschen Forderungen wenig Aussicht hätten, in ihrer augenblicklichen Form in nähere Erwägung gezogen zu werden. Selbst England scheint der Ansicht zu sein, daß die französischen Borschläge sehr wobl den Ausgangspunkt für künstige Besprechungen darstellen könnten. Die römischen Besprechungen hätten also die Lage Frankreichs noch gc- stärkt. „Excelsior" zieht anS der amtlichen Verlautbarung, die im Anschluß an die Besprechungen veröffentlicht wurde, die Folgerung, daß noch keine Uebergangsformeln gesunden sei, die es England und Italien ermögliche, zwischen der deutschen Gleichbercchtiqungssorderunq und den französischen Gegenvorschlägen die Vermittlerrolle zu spielen. Die Frage, die man deshalb stellen müsse, sei die, ob überhaupt noch eine Aussicht vorhanden sei, Deutschland dem Völkerbund wieder zuzuführen, ohne ihm seinen Willen zu tun. Die bit- teren Vorwürfe, die man in Deutschland Mussolini und Simon mache, weil sie von einer„Begrenzung und Herab- sctzung der Rüstungen" gesprochen hätten, ließen starke Zwei- scl an dieser Möglichkeit auskommen. Die radikal-sozialistische„République" erklärt, man habe den Eindruck, daß Rom Berlin zu fürchten beginne und endlich die Gefahr erkannt habe, die für Italien in einer deutschen Ausrüstung bestehe. Man müsse in der Tat immer wieder feststellen, daß das nationalsozialistische Deutschland Frankreich und England viel weniger bedrohe, als Italien, das es bisher stets unterstützt habe. Der„Petit Parisien" stellt mit Genugtuung fest, daß das Wort„Abrüstung", das in den letzten Tagen vollkom- men auS der italienischen Presse verschwunden gewesen sei, in der amtlichen Verlautbarung wiederaufgenommen wor- den sei und man zur Formel des Art. g deS Völkerbund- vackteS zurückgekehrt sei. Man müsse stch fragen, ob diese Aenderung nicht auf den Einfluß Sir John Simons zurück- zuführen sei, weil die englische Auffassung ebenso wie die französische Denkschrift einer Aufrüstung ablehnend gegen- überstünde. Der„Figaro" betont, daß der Ducc mit seinen Vor- schlügen zu einer Völkerbundreform wenig Erfolg gehabt habe. Das Blatt nimmt aber anch gegen die Auffassung Sir John Simons Stellung, wonach diese Frage nach der Reg- lung deS Rttstungöproblems ausgenommen werden könne. Die Geiahr, die dann für Frankreich bestehe, sei sehr viel größer, weil Frankreich dann vielleicht nicht mehr die Mittel haben werde, dem Druck standzuhalten, der sicherlich aus- geübt werde, um e? zu einer Aenderung der Territorial- klauseln des Versailler Vertrags zu bewegen. Es sei daher besser, über die italienischen Absichten unterrichtet zu wer- den, bevor man irgendwelche Beschlüsse in der Nüstungsfrage treffe. Pertinar schreibt im„Echo de Paris", daß die VSlkcrbundreiorm so, wie sie Mussolini vorschlüge, nn- weigèrlich den Austritt Polens und der Kleinen Entente nach sich ziehen würde. UntcrstaatSsekretär Suvich habe sich außerdem gelegentlich seiner letzten Berliner Reise davon überzeugen können, daß Deutschland nicht zum Völkerbund zurückkehren werde, selbst wenn seine Satzung im Sinne Mussolinis abgeändert werbe, lknter diesen Umständen müsse man sich fragen, ob eS zweckmäßig sei, die Risiken einzu- gehen, die ein solches Unternehmen nach sich ziehen würden. Probezelt und Luftflotte London, 6. Januar. Zu dem laut Pressemeldungen in dem französischen Aide memoire enthaltenen Borschlag, die französischen Luftstreitkräfte um 50 Prozent zu vermindern, meldet der diplomatische Mitarbeiter deS„Daily Telegraph": wißheit, eine gewaltige Aufgabe mit höchstem Ziel und besten Siegesaussichten unternommen zu haben, in den Massen der Partei ausgelöst hat. Sollte dies der einzige Erfolg der Aktion bleiben, er wäre fürwahr nicht gering zu schätzen. Tatsächlich ist aber die Wirkung auch außerhalb der Partei bereits eine unerwartet starke. Aus den Mittelschichten und aus den Intellek- tuellenkreifen Kommen massenhaft Zu« st immun gserklärungen. Die Kreise um die christlichen Demokraten und die katholischen Gewerk- schaften sind sichtlich beunruhigt ob der Anziehungskraft, die die Aktion der Arbeiterpartei auf ihre Mitglieder ausübt. Die bürgerlichen Gegner, die kapitalistischen Wirtschaftskreise und die Organe der Hochfinanz, gegen deren Uebermacht der Angriff ganz besonders Konzen- triert wird, sind augenblicklich offenbar stark desorien- tiert und überlegen, ob die Taktik des Stillschweigens Erfolg verspricht oder ob zum Gegenangriff übergegangen werden soll. Fast über Rächt ist der Aktionsplan der Ar» beiterpartei zum Mittelpunkt, ja fast zum einzigen Gegen- stand des politischen Interesses geworden. Die Sozial- demokratie, die man bereits überwunden wähnte, die man als„erledigt" zu erklären wagte, ist plötzlich wieder die einzige bewegende Kraft im politischen Leben des Landes geworden, der Feind, den die Nutznießer der kapi- talistischen Anarchie wieder am meisten fürchten. Und das ist ein gutes Zeichens Wie verlautet, sollen die auf diese Weise aus dem aktive« Dienst zurückgezogenen Flugzeuge nicht zerstört, sondern lediglich in Reserve gestellt werden. Sie würden daher alS Reservemaschinen zur Verfügung bleiben. Außerdem ist das französische Angebot anscheinend von der Annahme des gegenwärtigen französischen Abrüstungsplanes durch die andorn Mächte abhängig. Dieser Plan sieht die Schaffung einer internationalen Luftmacht vor, ein Gedanke, der von Macdonald und Simon bereits als undurchführbar ab- gelehnt wurde. Ein anderer französischer Borschlag bietet eine„Konvention gegen die Lustbombardierung" auf der Grundlage der Gegenseitigkeit an. Dieser Vorschlag würde den Ländern mit Kolonialgebieten die Beibehaltung von „Poltzeislugzeugen" für Bombordierungszwccke, aber nur für den Gebrauch innerhalb ihrer eigenen Grenzen gestatten. Ter französische Plan, so fährt der diplomatische Mit- arbeiter dann fort, beseitigt die sogenannten„Probe- z e i t e n" für einleitende deutsche Rüstungsmaßnahmen nicht, sondern„mildert" sie nur. Paris hält seine Fordernug nach einer Probezeit— wenn diese auch nicht mehr vier, sondern drei oder zwei Jahre betragen würde— aufrecht, während Deutschland der Besitz von lö-Zentimeter-Ge- schützen. 1«-Tonnen-Tanks und Jagdflugzeugen nicht ge- stattet werden soll. In der nächsten Woche englische Kabinettssitzung über die Besprechungen m Rom. Dem diplomatischen Mitarbeiter des„Daily Telegraph" zufolge werde in englischen Kreisen eine große Befriedigung über die Ergebnisse der Besprechungen Si- mo»s mit Mussolini geäußert. Die beiden Staatsmänner hätten sich als die beiden„Vermittlermächte" zwischen Deutschland und Frankreich in beinahe völliger Ueberein- einstimmung über die Ansichten einer befriedigenden Ab- rüstungsregtung befunden, und Simon habe sich die Zustimmung des Duce zu der britischen Ansicht gesichert, daß das Abrüstiingsproblem dringender sei, als die Frage der Völ- kerbundsreform. Es sei wahrscheinlich, baß Italien nicht vor dem Sommer öffentlich Reformvorschläge über die Völker- bundsfrage formulieren werde. Berlin erwartet. In einer halbamtlichen Berliner Verlautbarung heißt eS: Wenn man also aus den römischen Gesprächen zur Zeit auch noch keine positiven Ergebnisse sich abzeichnen sieht, so erwartet das politische Deutschland um so dringlicher, daß die englischen Bemühungen in Paris baldigst zur Tatsache werden. Die Londoner Presse versucht zwar im gleichen Atemzuge heute morgen die französische Denkschrift als eine brauchbare Basis der neuen Verhandlungen hinzustellen. Demgegenüber können wir nur immer wieder daraus hin- weisen, baß sich die Reichsregieruna keinesfalls mit einem „Sichtwechsel auf vier Jahre" abspeisen lassen wird, wie er in der französischen Denkschrift angeboten wird. Deutsch- land verlangt die praktische und sofortige Abrüstung, verlangt ein klares Ja oder Nein, ob man dieser im Versailler Bertrag verbrieften Forderung nachzukommen gedenkt. Wir sind bereit, die gleichen Pflichten wie die übrigen Staaten zu übernehmen, verlangen aber die gleichen Rechte und gleichen Sicherheiten. Mit der deutschen Sicher» heitssrage schneiden stch sämtliche zur Debatte stehende« Pro» bleme. Diese Sicherheit Deutschlands ist aber nicht gewähr- leistet, wenn man uns weiter wehrlos zu halten versucht, während die anderen auk Jahre hinaus in Hochrüstung ver- harren. Wir lehnen darum eine Polizeitruppe, wie sie«nS Frankreich fast höhnisch zugestehen will, ab und überlassen es zur Stunde den Staaten, einen Ausweg aus dem Di- lemma zu finden, in das sie sich durch hartnäckiges Fest- halten am imperialistischen Standpunkt hineinmanövrierten. Wenn die römischen Gespräche einer Vertiefung dieser Er- kenntnis gedient haben, so werden sie auch deutscherseits als nutzbringend bewertet werden. Nunmehr ist die Weltöfscnt- lichkeit auf die wirklichen Ergebnisse des römischen Gesprächs gespannt. Der vorliegende amtliche Bericht war in dieser Hinsicht nichtssagend. Was ist los? Dnb. R«rli«, 6. Jan. Die Presseabteilung des ReichSnähr- standes te'lt mit: Der RetchSbauerniührer R. Walter Darr« hat mit sofortiger Wirkung de« Landesobmann Metz der Landesbauernschaft Hessen von seinen sämtlichen Aemtern beurlaubt. Herunter mit dem Hakenkreuz s Mainz, 5. Jan. sEigenbericht). Nach einer Mitteilung von zuständiger kirchlicher Seite im„M ainzer Journal" haben Bischof und Domkapitel in Mainz be- schlössen, an kirchlichen Gebäuden und Kirchen fortan nur kirchliche Fahnen zu hissen, und zwar die päpstliche Fahne gelb-wciß und die des Domkapitels rot-weiß-rol. So sei es auch vor dem Kriege der Fall gewesen und in einem Flaggencrlaß des preußischen Staatsministeriums vom 2. März v. Is. sei das Recht der Neligionsgesellschalten zum Zeichen eigener Kirchenflaggen ausdrücklich gewahrt worden. Ls wird kastriert Görlitz, 0. Jan. lDRB.) Die Bestimmungen de? neuen, am 1. Januar in Kraft getretenen Gesetzes über Maßnah- men der Sicherung und Besserung fanden am Freitag vor der Ersten Großen Strafkammer in Görlitz Anwendung. Auf der Anklagebank saß der 54jährige Arbeiter Georg P. wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen an Personen unter 14 Jahren. Der Angeklagte, der schon wegen ähnlicher Delikte mit hohen Gefängnis- strafen vorbestraft, hatte sich trotzdem wiederum an einem Knaben sittlich schwer vergangen. In der Verband- lung, die unter Ausschluß der Oefsentlichkeit stattfand, er- hielt der An--klagte eine Gefängnisstrafe von einem Jahr. Außerdem ordnete das Gericht die Entmannung»es Verbrechers wegen Gemeingesährltchkeit au. Bandenkdmpfe in China Chardin, 5. Jan. Chinesische Banditen griffen eine in der Nähe der Ostchinestschc» Eisenbahn gelegene Forstkon. z esst on bei Kondo an. Zwölf russischen Arbeitern, dt« mit einem Maschinengewehr ausgerüstet waren, gelang e«, die Banditen in die Flucht»u schlagen. Sie Ließe» 00 Tote zurück. Was ist das? Ein Regiment im Manöver? Nein: das sind hitleramtliche Bilder aus dem ersten Gemeinschaftstage fur Referendar«,„in dem die jungen In- risten künftig fern von allem Formel- und Wissenskram eine Erziehung zu volksgcmeinfchaftlichen Denken und wahrer nationalsozialistischer Gesinnung erhalten sollen". Justizminister Kerrl nimmt die Parade seiner Untertanen ab. In Jüterbog gibt eS ein R e s e r e n d a r l a g e r. Hier wird gedrillt. Wehrsport geübt, etwas mit Maschinengcweh- ren und Handgranaten hantiert, für den Ernstsall... 300 " bis 400 junge Juristen werden hier acht Wochen heroisch ^gestählt. Aber schon reicht das Lager nicht mehr aus. Es muh e r- wettert werden. Jetzt droht den juristischen Reseren- daren ein gewaltiger Zustrom von Studien- und G e- werbereferendaren. Die Räume— eine Kaserne, die von der Reichswehr bereitwilligst zur Verfügung gestellt worden war— wurden zu klein. Minister Kerrl hat es sich nicht nehmen lassen, den ersten Spatenstisch zur Erweiterung seines Werkes selbst zu tun. Sämtliche Referendare, SA.-, SS.» und Arbeitsdienst- manner waren den Klängen einer ReichSwehrkapelle aus dem Baufeld ausmarschiert, als nach dem Bürgermeister von Jüterbog und dem Lagcrsiihrer, Oberstaatsanwalt Spie- l e r, der von Offizieren und SA.-Fttbrern umgebene Mini- ster das Wort ergriff. Er hob eindringlich den Sinn dieses Lagers hervor und gab der Hoffnung und Zuversicht Ausdruck, daß ein neueS Richtergeschlccht aus ihm her- vorgehen möge. ♦ Also die„Bossische Zeitung". Aber dieses Blatt erzählt noch mehr. Das Reserendarlager ist ist kein Arbeits- la g er. Es kann und soll nicht die grosse Idee der Volks- gemeinschaft im kleinen verwirklichen. Es ist ein S t a n d e s- lager. Man ist unter sich: unter Akademikern und— vor- läufig— unter Juristen. Das Examen lässt diese Leute auch hier nicht los. Am Schwarzen Brett hängt eine Liste der P r ü s u n g s t e r- mine. Die„Klausuren" werden im Lager geschrieben, kurz nach der Ankunft. Man bleibt rund acht Wochen hier. Auf die Ladung ins Lager haben die meisten sechs bis sieben Wochen gewartet. DaS macht zusammen ein Vierteljahr zwischen Abgabe der schriftlichen Arbeit und dem Tag des Mündlichen. Ueber das Lagcrleben klagt keiner. Sagt die„Vossische Zeitung". tWtr möchten den sehen, der es wagte. Red. der D. F.f. Mit 28 anderen zusammen zu schlafen, ist nicht jeder- manns Sache: aber man lernt es. Jeder hat— bei zwei Mark„voller Pension"— ein richtiges Bett und ein ver- schließbares Spind. Das Essen ist gut und quantitativ unbe- grenzt: Eintopfgericht. Der Dienst— bisher Sport, jetzt auch Arbeit— ist anstrengend, aber, wie a lle ver- sichern,„so. dass man es aushält." Okt gibt es„WeltanschauungS Unterricht". Meist ist von Konkretem die Rede: von Luftschutz. Rassesràge. römi- schem und deutschem Recht— manchmal auch von etwas anderem. Vortragende von auswärts werden dank- bar begrübt. Nach geistiger Nahkung ist doch immer noch Rachsrage. * Trotz alledem, trotz Sport, Marsch, Skitsch und Eintopf: nach geistiger Nahrung ist immer noch Nachfrage. Das tröstet uns. Nazifahnen dankend verbeten h b In dem dänischen Grenzort Bau brachten deutsche Nationalsozialisten bei der Beerdigung eines Pg.'S ihre Sakenkreuzfahne mit in die Kirche. Ter Btschok Ammundsen nimmt den Standpunkt ein dass ein derartiges Vorgehen un- statthaft sei. Er ha» das Mitbringen solcher Fahnen verboten und die Angelegenheit dem Sirchenminister zur endgültigen Klärung unterbreitet. Grandios verhallet Köln, 5. Jan. Im Zusammenhang mit den Veruntreuungen bei der Kölner ilniverfitätszahnklinik waren bekanntlich der Leiter de» Instituts, Professor Dr. Z i l k e n s, und Stadt- fchulzahnarzt Dr. Ernst verhaftet worden. Auf Grund des HaftprüsungsterminS wurden jetzt Professor Dr. Ztlkens und Dr. Ernst wieder freigelassen, da Gründe, die eine Auirechterhaltnnq des Hastbcfehls rechtfertigen konnten, nicht vorliegen. Lin wahre» Wort Die„Nationalsozialistische Landpost"(51) sagt:„Sinn, Wesen und Ausgabe eines Erbhosbauern sind über die Bauernschaft hinaus bisher wohl nur wenigen Deutschen k l ar geworden". Verlassenes Klrdienmlnlsterlnm Ein Rückblick ohne Kommentar Der jetzt von seinem Amt als Kirchenminister hervor» gerufene Direktor Weber gehörte als Vertreter der Re° »ormierten schon dem ersten Geistlichen Ministerium au, da»- Reichsbischos Müller aus der Rationalsynodc in Wittenberg am 27. September berufen hatte. In diesem Ministerium vertrat Hosscnselder, damals Sandesbischof von Branden- bürg und Reichsleiter der Glaubensbcwegung Deutsche Ehrl- sten— beide Aemter legte er im Dezcmbre nieder--. die Uniierten und der Landesbischof von Hamburg, Schönel, die Lutherischen: Dr. Werner fungierte als rechtskundiges Mitglied. Am l3. November mar dann jene bekannte Ver- sammlung des Gaues Gross-Bcrlin der Glaubensbewegung Deutsche Christen, die lebhafte Unruhe in die evangelische Kirche trug und auch auf die Zusammensetzung der Kirchen- regierung nicht ohne Einfluß blieb. Am 25. November legte Landesbischof Schösse! sein Amt als Kirchenminister nieder. Am 29. November folgten die übrigen Mitglieder des Geist- lichen Ministeriums. Am 2. Dezember berief der Reichs- bischof ein neues Ministerium, in dem Rektor Lauerer die Lutherischen, Professor Bever die Uniierten und Direktor Weber wieder die Reformierten vertrat. Die Berufung des rechtskundigen Mitglieds, die im Einvernehmen mit der evangelischen Kirche der altpreussischen Union zu erfolgen hat wurde hinausgeschoben und ist bis heute nicht erfolgt. Das Geistliche Ministerium besteht zur Zeit also nur noch aus den beiden Mitgliedern Lauerer und Beyer. Besdilagnahml Kontrollexcmplare in Hessen-Nassau Weimar, 3. Jan. Für das Land Thüringen is, die im „Nationalen Verlag" in Berlin Wilmersdorf erschienene Broschüre„Gerechtigkeit! Zur Lösung der Ju- denkrage!" von Dr. v. Oppeln-Bronikowski, fer ner das im Verlag von Jakob Keyner in Leipzig erschienene Buch„Entlarvte Geschichte" von Werner Hege- mann polizeilich beschlagnahmt und eingezogen worden. Das Gaupresseamt von Hessen-Nassau bittet die Heraus geber von Zeitschriften und Mitteilung»- blättern jeglicher Art. von der ersten nach 5. Januar erscheinenden Ausgabe zwei Belegstücke an das Gaupresse- amt(Gauarchiv), Frankfurt a. M., Adolf Hitler-Haus, ein- zureichen. vas Zeifungssterben Die fünf zum Konzern der Mitteldeutschen Ver- lags AG gehörigen Blätter„S a a l e- Z e i t u n g" in Halle.„Merseburger Tageblatt" in Merseburg. Mitteldeutsche Zeitung" in Erfurt...W e i m a- r i i ch e Z e i t u n g" in Weimar,„E t s c» a ch e r Z c i t u n g" in Eisenach erscheinen jetzt sämtlich unter dem gemeinsamen Titel„Mitteldeutschland" und tragen nur noch im Untertitel ihren früheren Namen. Die Brandstifter Historisch beispiellos London, 4. Jan.(Jnpreft.) Unter dem Titel„Tic Nazis steckten den Reichstag i» Brand" schreibt in„Reynolds Illustrated Nems" H. N Brailssord einen grossen Artikel, in dein er die wahren Brandstifter auf das heftigste anklagt: „... Die Nazis selbst zündeten den Reichstag an und be- nutzten den schwachsinnigen van der Lübbe, um d'e Schuld aus die Kommunistische Partei zu werfen.. Sie haben mit den abscheulichsten Beschuldigungen, die gegen eine politische Partei vorzubringen möglich sind, sich reinzuwaschen ver- sucht. Sie hatten Mißerfolg. Und jetzt, mehr als jemals, glaubt die Welt, daß sie selbst den Reichstag ansteckten, um für Verhaftung. Tortvuren und Morden an ihren Gegnern eine Entschuldigung zu finden. Einen gemeineren Akt kenn! die Geschichte nicht." 120 Bergleute im Nelsonsdiadit verloren Eine neue Exolosion Brüx, 5. Jan. Die Rettnngsarbeuen auf den Nelson- ichächten sind eingestellt worden. Die noch in der Grube befindlichen etwa l20 Bergleute sind alle als verloren zn betrachten. Diese Massnahmen der Grnbenlcitnng decken sich mit dem Beschluß der amtlichen Untersnchungskommisfion. Beim Vordringen gegen die Arbeitsstelle im Relson-Schacht S find die Rettungsmannschaften am Donnerstagabend auf zwei Brandherde gestoßen. Mau versuchte vergeblich da» Feuer mit Fenerlöschapparaten zu ersticken. Offenbar brennt das ganze Kohlenflöz des Reviers. Das Feuer breitete sich so rasch an», daß die Arbeiten schliesslich eingestellt«erden muhten. Wegen zu starker Vergasung de» Strecke konnte nicht weitergearbeitet werden. Man hat sich daher entschlossen, den MannschastSschacht und den durch die Erploston z«r- störten Förderschacht, die 50 Meter voneinander entfernt liegen, von der Sohle ans gegen die übrigen Teile der Grube abzusperren. Während der Nacht wurden die Sperr- mauern ausgeführt. Es bleib« somit nichts anderes übrig, als die Grube ihrem Schicksal zu überlassen. Heute früh gegen S Uhr erfolgte i« Ostteil der Grub« Nelson S eine mit starken Erschütterungen verbundene neue Erploston. Aus dem Wasserschacht, der bisher als Zugang für die Rettungsmannschaften diente, steigt mit Rauch ver- mischter Wasserdamps aus. Starke Erregung der öevö Herwig Dux, 5. Jan. Die Erregung der Bevölkerung über das Bergwerksnnglück ist ausserordentlich gewachsen, vor allem, nachdem die Wahrscheinlichkeit besteht, dass man nicht einmal die Leichen der Opfer wird bergen können. Die Bevölkerung ist de» Ansicht, daß das Unglück vor allem ans die Spar- maßnahmen zurückzuführen ist. Ju Dux find starke Gendarmerieabteilungen zusammen- gezogen. Alle Hotels find mit Gendarmerie belegt. Die Ab« fperruugsmaßnahmen ans dem Schacht Nelson 8 find im Lause des Tageö ausserordentlich verstärkt worden. £>i« Hoffnung, in absehbarer Zeit die noch eingeschlossene,, 125 Toten bergen zu können, ha» mau aufgegeben. Es kann Wochen oder Monate dauern, bis hinter den heute nach! errichteten Mauern die Brände erloschen sei» werden. Dn Kapitel brame Floral Verleumdung des politischen Gegners unter allen Umständen Maxiattacke gegen die„FrankfurterZeliung" und ihre Hintergründe fast keine Worte zur Kommentierung dieser Tatfache findet! Hier ist noch etwas nachzuholen!" Die„Volksstimme" In Saarbrücken schreibt: Saarbrücken, 5. Januar 1989. Die führende Nazipresse Westdeutschlands, der„W e st- denlfche Beobachter" in Köln und der„Gene- ratanzeigerNote Erde" in Dortmund, haben jetzt den Schleier von der jüngsten und in- famsten Hetze gegen Max Braun selbst ge- iüitet! In ihrer maßlosen Wut über die sachliche Richtig- stellung der„Frankfurter Zeitung", die mir gestern unseren Lesern unterbreiteten, haben die beiden Blätter in ihrer Freitagnummcr einen gleichlautenden unglaublichen Artikel veröffentlicht, der das Einschreiten entweder der SA. und SS. oder aber der Geheimen Staatspolizei gegen die „Frankwrter Zeitung" deshalb fordert, weil sie der Wahrheit die Ehre gegeben hat. Sie bcîchimpicn die „Frankfurter Zeitung" als„Tachlichkeitsfanatiker", nennen deren Wahrheitsliebe„schamloses Verhalten" und fordern zum Schlüsse ganz deutlich das Einschreiten verantwortlicher oder unverantwortlicher Elemente gegen diese ehemals an- gesehenste Zeitung Deutschlands. Mit einem Zynismus, der nicht mehr überboten wer- den kann und der die abgrundtiefe Verlogenheit uni) Skrupellofigkeit des ganzen Nazisystems enthüllt, sagen diese beiden Blätter mit platten und dürren Worten nichts anderes, als>ah gegenüber einem„Halunken, Separatisten und Landesverräter" wie Max Braun Wahrheit, Sachlichkeit und Objektivität fehl am Platze sind, und daß man ihn mit jedem Mittel, auch dem unehrlichsten und verlogen st en, rücksichtslos bekämpfen muh. Wir danken den beiden grossen westdeutschen Naziblättern für dieses offene Eingeständnis— a b e r wir rufen die gesamteSaarbevölkerung zum Zeugen eines unerhörten Verleumdungsversuches auf, bei dem die schmutzigen 91 urschen. die diese Verleumdung lancieren, selber zugeben, dass es ihnen nur darum zu tun ist, zu diffamieren und nicht der Wahrheit zu dienen' Wir haben es vom Nationalsozialismus nicht anders erwartet und nie anders gekann«. Aber trotzdem ist uns dieses eigeneEingeständnis und dieses starke Stück von Selbstentlarvung äusserst wertvoll. Wir lassen nunmehr die gravierendsten Stellen a»S dem gleichlautenden Artikel der beiden Nazizeitungcn hier folgen. Ter„Westdeutsche Beobachter", das beriichiigtc Blatt von Ehren-Len, dein GewerkschastSräuber und schweren Säuker. dem das Internationale Arbeitsamt in Gent für seine ungualifizierbare Beschimpfung der südamerikanischen Nationen und der Geiverkschaiten und sein unglaublich Hegel- haktes Benehmen de» Stuhl vor die Türe setzte, überschreibt den Artikel bczeichnenderioeise solgendermassen:„Wer Sepa- ratistcn verteidigt... Tie„Frankfurter Zeitung" und ihr unwürdiger Schützling Niai; Braun. Ein Toichstoss tn den Nücke» der deutschen Saar-Front!" Der Artikel beginnt dann in beiden Blättern wie iolgt: „ES scheint in Teutschland auch heult nuch Mensche» zu geben, an denen die Zeichen der Zelt spurlos vorübergegangen find. Ticsc Zeitgenoge» gefallen sich immer noch in der Rolle von Lachllchkeitssaiiaiitcrn und Menschen,„die kein Vaterland kennen, das Teutschland hcissl". Tab es solche Kreaturen beute talsächlich noch gibt, und das, es sich bei ihnen sogar um Zournalilitn hau- delt. die ihr verantivortiingsvolles Ann Noch immer ausübe» konnten, lehrt ein Blick in die„Frankfurter Zeitung". Dann geht es in Fettdruck also weiter: „Während das deutsche Laarvolk gerade angesichts der bevor- stehenden Abstimmung»n Laargcb'et einen herolschen und schweren Kamps um seine Rechte und um den Bestand seiner kulturelle,, und wirtschaftlichen Stüter zu führen hat, ist es die „Frankfurter Zeüuug", die sür de» Man» eine Lanze bricht, der es i« den legten Fahre« als seine einzige Ausgabe betrachtete, diesen heroischen und»pseroolleu Kamps des deutsche« Taarvoiks durch gemeinsten Verrat uud durch die niedrigste» Teuunztationeu in den Rücken zu fallen: Max Brau«." Aber die Herren werden noch deutlicher in der Erklärung der neuen Moral des„dritten Reiches" und seiner Schmierfinken. Ebensalls in Fettdruck hetsst es im vierten Absatz des Artikels wörtlich: Man sollte meinen, daß für jeden Deutschen der Tat- bestand klarliegt und die Situation deutlich genug umrissen ist, als dost man diesem Burs 6) en noch„Sachlichkeit und Neutralität" entgegenbringt. Der Schaden, den dieser Mann als einer der gewissenlosesten SPD.- Führer und die ihm verbliebene Gefolgschaft angerichtet hat, ist sogroh und der Geist, der diese zer- sehende Tätigkeit bestimmte, so widerwärtig, bah man diesen Radikalismus der Gemeinheit mit nichts anderem beantworten kann als mit einem R a d i k a- lis m us in der Beurteilung." Jetzt wissen wir es also ganz genau: Nach der Moral des„dritten Reiches" ist gegenüber einem politischen Gagner, je aufrechter dieser seine Meinung vertritt, ein um so größerer „Radikalismus in der Beurteilung" erlaubt, d. h. mit anderen Worten: ein um so größeres Maß von Lüge,Ehrabschneidung, Verleumdung undHetze! Es kommt nicht mehr darauf an, ob dieser Mann, der als politischer Gegner von dem ihm zustehenden Rechte der Meinungsfreiheit Gebrauch macht, nun tatsächlich getan hat, was man ihm vorwirft, sondern es genügt, daß er ein politischer Gegner ist, um ihn von vornherein mit jeder Schandtat und jedem Verbrechen zu belasten. Für dieses zynische Eingeständnis muß man den Herren Dank wissen. Und nun geht es über Sit„Frankfurter Zeitung" her, die sich auS besseren Tagen noch jenes Mass iournalistischcn An- standcs und journalistischer Wahrheitsliebe hinttberzuretten versuchte, das den neuen Barbaren als der schlimmste aller Fehler erscheint und der weniger verziehen werden kann, als die grösste Gesinnungslumperei. Eharaktcrlostgkeit und Kri- minalität. Infolgedessen wird ihr wie folgt übel mitgespielt: „Waö aber tut bie„Frankfurter Zeitung"? L!» fällt bcr kämpfende« Front der gesamten deutschen Presse und darüber hinaus der schwer ringenden Front de« deutscheu Saaroolkeo in alle» feinen Ständen und Schichten und de« zu dieser Front gehiircnden s-ardrutschen Gewerkschaften»« den Rücken«nd «»«ernimmt den ebenso hoffnungslose» wie verräterischen Versuch einer Ehrenrettung dieses»aterlandslosen Subjektes. Sie bringt eine Meldung mit dem Untertitel „Eine unbegründete Beschuldigung gegen Mar Vrann" und»ersuch«, in deren Tee« die d»«iem Marxists, scheu Halunken vorgeworfenen llntcrschlagunge« als unwahr zu bezeichnen." Und dann gchtS in Fettdruck weiter: „Sie bricht also offen sür diesen deutschfeindlichen SPD.- Bonzen, der übrigens augenblicklich in Paris wieder neue Befehle in Empfang nimmt, offensichtlich eine Lanze! Dieses schamlose Verhalten eines im Deutschen Reiche in deutscher Sprache erscheinen- den Blattes ist so ungeheuerlich, datz man findet! WfÊ Diese«„Nachholen" wird jetzt cntioedcr der»ationalsozia- listischc Mob oder aber dessen Werkzeug, die Geheime Staats- polizci, besorgen. Wer W a h r h e i t. R e ch t und S a ch- l i ch k r i t i ni„dritten R e t ch e" v e r t r i t t. i st e b e n ein„Vaterlandsverräter" und muß deshalb mundtot gemacht iv e r d e n. Das kennen ivir seit nun- mehr zwöli Monaten Naziherrschait über das vergewaltigte Deutschland. Aber was auch der Redaktion der„Frankfurter Zeitung" passieren mag: Jede sür die Wahrheitsliebe er- littene Unbill ivird ein Nuhmesblatt in ihrer Geschichte und ein Stück Wiedergutmachung iür io manches oberfaule Kirchner- oder Sieburgei sein. Am Tage unserer Rückkehr nach Teutschland und des Sieges der Linken und der Marxisten brauchen wir wenigstens nicht eine absolute Fehlanzeige von Manncömut unter der Despotie im bürger- lichen Blätterwald zu registrieren. Interessant ist in diesem Zusammenhange noch die Haltung des einzigen Nazi-BlatteS an der Saar, das dicier Schmntzsinkcrei und Sudelei gegen den ebensosehr gefllrch- tetcn wie mass los gehaßten Max Braun, wenn auch unter dreifacher Rückendeckung für ssch selbst, Aufnahme gewährt hatte. TieseS Blatt wagt nicht, in den Ton der inner- deutschen Naziprrssc einzustimmen und die„Frankfurter" anzugreifen, sondern es bringt in seiner gestrigen Nummer folgendes kleinlaute Gewimmer: „Tie„Frankfurter Zeitung" oom t. Januar dementiert, ihre Meldung über die angeblich« Unterschlagung des tzhesredakienrs der„Volksftimme" Mast Braun. Tas Blatt ist gestern noch nicht in unseren Händen gewesenare Sätje gegen das nahe Gehölz, zwei, drei der andern Hunde folgen hellend; eh wir uns redit besinnen, ertönt ein gräßlicher Schrei; wir laufen hinüber; da liegt ein Mann; das Tier hat ihn zu Boden gerissen und bereits Schulter und Oberarm zerfleischt. Wir waren vor Schrecken gelähmt. Ich war die erste, die den Hund packte und zurückzerrte; die jüngste Kusine läuft ans Wasser und näßt ihr Taschentuch; die andere versucht, das strömende Blut mit Moos zu stillen; die dritte eilt ins Päditerhaus, um Hilfe zu holen, denn der Mann ist ohne Besinnung. Es kommen Knechte mit der Tragbahre; der Verletzte wird zu den Pächtersleuten geschafft; man ruft den Arzt, der die Dogge zur Untersuchung verweist und den übel zugerichteten Menschen verbindet. Die Wunde sei nicht lebensgefährlich, ist sein Urteil, aber zur Heilung seien Wochen erforderlich, vorausgesetzt immer, daß der Hund nicht an der Wut leide. Das war nicht anzunehmen; es zeigt sich auch später, daß die Dogge gesund war. Den Verletzten in die Stadt zu transportieren, war schwierig, und ficht ratsam; bei den Pächtersleuten fehlte es an aller Bequemlichkeit. so wurde er auf Geheiß des Onkels am andern Tage ins Herrenhaus gebracht, um dort verpflegt und pasteurisiert zu werden. Die Kusinen und ich, wir besuchen ihn abwechselnd, fühlten wir uns doch ihm gegenüber schuldig, ich noch mehr al» die andern; wir erfuhren, daß er Kapruner hieß und Privatgelehrter sei, seit einigen Monaten in der nahen Stadt ansäßig; es war ein Mann Mitte der Dreißig, und als ich ihn zum erstenmal sah und sein durchdringender Blick auf mir ruhte, während er unbefangen und freundlich ein paar tragen an midi richtete, fühlte ich mich sonderbar verwirrt und muß mich wie ein redit dummes Ding benommen haben, denn er lächelte fortwährend, trotzdem er große Schmerzen litt, wie ich wußte.. Ich meinte nicht anders, als daß der durch unsern Leicht- sinn beinahe zu Tod verblutete Mann im Gutshaus bleiben c d gepflegt werden würde, bis er einigermaßen hergestellt vir; so wars auch gesagt und beschlossen worden. Da kam ab«r am dritten Tag gegen Abend das Lazarettautomobil aus tier Stadt, und der noch schwer Fiebernde wurde fortge- f üafft. Ich war sehr verwundert darüber; ich frage nach dem (•rund der veränderten Verfügung; die Kusinen zucken die Achseln, ebenso verwundert wie ich; die Tante antwortet aus- v eichend und verlegen; ich wende mich an den Onkel; in seinem Gesicht ist eine eigentümliche Erbitterung. Er will mir nicht Rede stehen; ich beharre aber; da erklärt er uiir unwillig und widerstrebend, er habe erst heute in Er- 'uhrung gebracht, daß Kapruner ein Individium von üblem Ruf sei. Inwiefern? frage ich erschrocken. Er will mir keine weiteren Aufschlüsse geben. Ich beharre. Solche Hartnäckigkeit war mir selber neu an mir. Endlich setzt er mir auseinander, Kapruner befasse sich seit Jahren mit der Produktion und Verbreitung umstürzlerischer S ch r i f t e n, er sei ein Jugendverderber und Geistvergifter, ein Feind der Gesellschaft und des Staates, und jemand, der auf sich halte, könne einen Menschen von der Art nicht einen einzigen Tag in seinem Haus und im Umkreis seiner Familie dulden. Es klang sehr aufgeregt, das alles, und eigentlich mit einem Unterton von Feigheit, der mir nicht entging. Später habe ich diese Art Feigheit bei ähnlichen Gelegenheiten noch oft bemerkt. Mein Nachdenken über das Gehörte halte keinen Zweck, da ich keinen Begriff damit verband. Doch zwei Dinge erschienen mir als Gewißheit: erstens daß Gesicht und Wesen jenes Mannes nicht mit der Vorstellung schlechter Handlungen vereinbar war; zweitens, daß es eine durch nichts zu rechtfertigende Grausamkeit war, einen Menschen in so gefährdetem Zustand vor die Türe zu setzen. Je länger ich beides hei mir erwog, je unruhiger wurde ich. Mein Onkel hatte sogar strenge verboten, daß man Erkundigungen nach Kapxunera Befinden einziehe: er hätte sich nicht anders gebärden können, wenn ein Pestkranker in seinem Haus gelegen wäre. Es fügte sich, daß ein Universitätsprofessor aus der Stadt Besuch bei den Verwandten abstattete; ich konnte ihn in einem günstigen Moment allein sprechen und fragte ihn nach Kapruner, dieselbe Verlegenheit; dieselbe Feigheit. Nachdem das Erstaunen über meine Frage verwunden war. kaui etwa folgendes, hastig gestottert: ein Mann, der vielleicht von den besten Absichten beseelt sei; das wolle er nicht bestreiten: aber ein unverantwortlicher Draufgänger jedenfalls und Bedr»her geheiligter Ordnungen, einer jener zahlreichen modernen Wühler, die in Wort und Schrift den mühsam gefestigten Bau des Reiches ins Wanken brächten und die darum vom allgemeinen Bannstrahl nicht nachhaltig genug getroffen werden könnten; er wolle doch um Himmels willen nicht hoffen, daß ich einer Erscheinung wie dieser irgendwelche Teilnahme zugewendet hätte. Ich beschwichtigte ihn, aber ich wollte mich nun nicht mehr auf Gesagtes und Gehörtes verlassen: beim ersten Gang in die Stadt kaufte ich mir in einer Buchhandlung eine der Schriften Kapruners und las sie heimlich in der Nacht. Es war eine sozialpolitische Broschüre, viel zu hoch für mein Verständnis, aus der ich aber doch dunkel herausfühlte, und bei öfterer Lektüre immer überzeugter inne wurde, daß da ein feuriger und redlicher Geist mit Ideen von gewaltiger Bedeutung rang und das Los seiner Mitmenschen zu erleichtern mit allen Kräften und Gaben am Werke tear. Plötzlich erwachte ein Zorn über die Handlungsweise meiner Verwandten in mir, der von Stunde zu Stunde anwuchs. Gana mit einemmal geschah das. Ich erschien mir wie mitschuldig an einem Verbrechen, oder ärger noch, an einer Unverständigkeit und Unehrlichkeit. Ich wünsche nicht, daß Kapruner glauben sollte, ich sei eines Sinnes mit ihnen und hätte mich gedankenlos über das Vorgefallene getröstet. So schrieb ich ihm, teilte ihm dieses mit, bat ihn um einige Zeilen und gab die Adresse des Pächters an, dem ich vorher sagte, daß ich möglicherweise einen Brief bei ihm abholen würde. Kapruner antwortete, freundlich— gelassen, doch nicht ohne bittere Resignation. Zum Schluß forderte er mich auf, ihm über mich selbst zu schreiben; meine Worte hätten ihn bewegt; mein Unternehmen sei, gemessen an der Gesinnung meiner Umgebung, so ungewöhnlich, daß er fast Mitleid mit mir empfinde. So kamen wir in Korrespondenz. Jeder neue Brief von ihm schob etwas Verhärtetes von mir ab; jeder war einen Lichtstrahl in meine Herzensfinsternis: in jedem war ein Wort, das mich um und um kehrte. Ich hatte gar nicht geahnt, daß es solche Worte gibt, daß mau die Welt so betrachteq könne, daß ein Mensch dem andern so viel aufschließen könne. Ich sah meinen Kerker; ich konnte mit den Händen das Gitter fassen; ich erinnere mich, daß ich fast nicht mehr schlief und nicht mehr aß, so durch und durch ging mir alles. Und wie erst, als wir uns dann sahen und einander trafen, immer heimlich, an heimlichen Orten in der Landschaft. Denn daß wir uns begegnen mußten, war ja notwendig; er war inzwischen völlig hergestellt und die Wunde vernarbt, doch war eine Lähmung am linken Arm verblieben. Er sagte, daß er seiner Mutter den lästigen Unglücksfall habe verschweigen können, da sie während der ganzen Zeit in ihrer Heimat geweilt habe; vor wenigen Tagen erst sei sie zurückgekehrt; er lebe mit ihr in gemeinsamem Haushalt: er habe ihr vor mir bereits erzählt. Das hatte alles viel Gewicht, was er von seiner Mutter sagte; es fiel mir aber nicht weiter auf; ich war zu begierig, von ihm be- üuepuene Jahnen Ich liege sicher wie im Mutterschoß; all meine Glieder sind mir zugetan, und meine Seele, wie ein großer Schwan, umspielt mich erdenlos und himmellos. Purpurne Fahnen in der Tiefe wehn, Unschuld und Lust sind wahlgeeinter Brand; so wollen wir, Hand in geliebter Hand, den Silberpfad am Tag der Gleiche gehn. Mensch ist der Welt entschlüpft, und Welt ist Schaum, die Sphären rauschen sanit einander zu; sogar den Tod verschönt kristallner Saum: die ganze Schöpfung ist ein Ich und Du. Aus dieser heiligen Verwirrung weben des Schicksals Finger leuchtenderes Leben. Jakob Wassermann lehrt zu werden, mein unentschiedenes, schales Leben vor ihm aufzutun, wie man bei der Beichte seinen sündhaften Wandel bekennt. Dabei war die Furcht vor Entdeckung groß, obwohl Kriegserklärungen und Kriegslärm in eben diesen Tagen die Welt erfüllten und argwöhnische Augen von mir ablenkten. Mein Vater kam für vierundzwanzig Stunden; er so wenig wie die andern merkte, wies um mich stand und so zog ich Nutzen aus der allgemeinen Verwirrung. Der wilde Rausch und die Kampflust um midi her, die Begeisterung vom Höchstgestellten bis zum Niedersten zogen mich mit in den Wirbel; aber Kapruner wollte mich so nicht haben. Er war ruhig und kalt, er allein, und einmal gegen Abend, als wir durch den Wald gingen, den Tag und die Stunde werd ich nicht vergessen, es war der fünfte September, die ganze Landschaft war in blutige Sonnenröte getaucht, sprach er mit mir darüber. Er sagte, es gäbe nur eines, was er mit allen seinen Sinnen und Gedanken und bis ins Mark seiner urde am Freitag mit ungeheurem Beisall auf der F a h r e s- >ersamml«ng der englischen Lehrerinnen in tlackpool angenommen. Ferner wurde die englische Regie- ung aufgefordert, der Welt bei der Abschaffung der privaten Massenherstellung führend voranzugehen. 18 008 organisierte Farmer in einem Umkreis von 150 Kilo- meter von Ehikago sind plötzlich in eine» Milchliesernugss streik getreten. Sie verlangen höhere Preise. Ersaßmilchliese» rungcn für Ehikago wurden von Lieferanten versprochen, die nicht organisiert find. Wildwest in Dasei Banditen überfallen Bankgebäude Basel, 5. Jan. Am Freitagmorgen wurde aus die Bank Weber in der Elisabethenftraße ein frecher Bankübersall ausgeführt. Zwei Männex fuhren in einem Krastwage» bei der Bant vor. drangen in das Gebäude ein und gäbe« mehrere Schüsse ans dix beiden Schalterbeamten ab. Die Beamten stürzten blutüberströmt zu Boden? ein Lehrling konnte entkommen. Den beiden Gaunern gelang es. eine Geldkassette mit etwa 4500 Schweizer Frauke« in Silber sowie einen Notenbetrag in noch nicht bekannter Höh« zu entwenden und das Weite zu suchen. ♦ Basel, 5. Jan. Bei dem Raubüberfall auf die Privatbank Weber u. Co. haben die Einbrecher— wie ergänzend mit- geteilt wird— einen Angestellten, der sich zur Wehr setzt«, erschossen und einen zweiten schwer verletzt. i Pariser Deridife Pariser SfraOenhalender Der Ueberfail auf einen Kassierer des Deutschen Bergarbeiterverbandes durch zwanzig Nationalsozialisten im Saar- gebiet wird in der Pariser Presse an sichtbarer Stelle wieder- gegeben und macht großen Eindruck. * Henry Lichtenberger, der berühmte Germanist der Sorbonne, las kürzlich in der Journalisten-Hochschule über «L'Allemagne".. * Dem Vernehmen nach ist die deutsche Abteilung der Librairie du Luxembourg im lateinischen Viertel erheblich ausgebaut worden. * «Richard III." im Théâtre l'Atelier wird am 12. Januar für die französische sozialistische Jugend zum herabgesetzten Preise von 9 Francs gegeben. Einschreiben vor 9. Januar bei Mireille Osmin, 12, rue Feydeau. * Am Boulevard de la Villette hat sich wieder eine der vielen Flüchtlingstragödien abgespielt, an denen die Hitlerei direkt oder indirekt schul« 1 ist. Ein polnischer Flüchtling namens Muztatat, der in Chemnitz gewohnt und in Paris als Flücht ling einen kleinen Mittagstisch aufgemacht hatte, griff nach dem Rasiermesser und brachte sich eine sehr schwere Wunde bei. Der Bedauernswerte wurde nach dem Krankenhaus gebracht. StavtskQ audi miller-Agent? Dunkle Dinge um ein Pariser Mittagsblatt Der..Populaire" spricht in der Affäre der 200 Millionen falschen Bons von Rayonne, die jetzt angeblich schon auf 300 Millionen, nach anderen gar auf 500 anwachsen, die Vermutung aus, daß der Abenteurer S t a v i s k y auch im Hitler-Solde stand. Stavisky, ein vorbestrafter Hochstapler, reiste im Herbst 1932 nach Ungarn mit dem Empfehlungsbrief eines bekannten Politikers. In Budapest spielte er den großen Herrn in den faschistischen Kreisen. Im Frühjahr 1933 soll er sich gerühmt haben, in vertrautem Kreise, daß er Geheimagent für Ungarn sei, und daß ihm die publizistische Vertretung in Frankreich anvertraut sei, insbesondere die Propaganda für '\ die Abänderung des Vertrags von Trianon. Einmal soll er ein Riesengeschäften durch Aufkauf der Bons von Optanten gemacht haben. Nach seiner Rückkehr von Budapest soll der Abenteurer das Pariser Blatt„L o Volonté" gekauft haben. Zu gleicher Zeit mietete er das Pariser Operettentheater «E m p i r e", das jetzt, wie wir meldeten, infolge des Ver Schwindens des modernen Manoleseu, krachen gegangen ist. In diesem Theater machte Stavisky ungarische Propaganda. Er gab eine ungarische Operette mit der bekannten Rita Georg. Der jetzt geflüchtete Direktor dieses Empire Unternehmens war ein alter Freund Staviskys. Er hieß Henry Hayotte und war mit Stavisky 1926 wegen der falschen Stücke der Defence Nationale angeklagt. Damals hieß er Alliott. Der«Populaire" macht weiter Andeutungen, daß«Monsieur Alexandre", nämlich Stavisky, sich gleichermaßen an einem gewissen Pariser Mittagsblatt beteiligt habe, dessen Chefredakteur zum Stabe der„Volonté" gehört habe. Wenn diese Angabe zutrifft, so wird hier in eins der k.dunkelsten Kapitel des Pariser Asphalt-Hitlertums hineingeleuchtet. Der„Populaire" erklärt es jedenfalls nach Auffassung gut unterrichtetre Kreise für fast sicher, daß es nicht ungarisches Geld, sondern hitlerdeutsches war. das die Unternehmen und die Propaganda Staviskys finanzierte, wie gegenwärtig in London Hitler-Geld die sogenannten ungarischen Agenten versorge. In Rayonne im Crédit Municipal sind inzwischen in Gegenwart des verhafteten T i s s i e r, dem Opfer Staviskys, der den Riesenschwindel mit den falschen Bons des Instituts ermöglichte, die Siegel entfernt worden. Man fand in den zwei Geldschränken versetzte Schmuckstücke. In dem einen lagen 35 Kistchen, drei wurden geöffnet und enthielten jede für 600 000 Franken Edelsteine und Schmuck. Der Prüfung wohnte auch der Schätzer der Kasse Sam Cohen bei. ein naturalisierter Franzose, der ein hohes Einkommen mit Prozenten vom Wert hatte. Dieser Mann sagte aus, daß Stavisky ihn zu faulen Geschäften habe überreden wollen, daß er dies aber abgelehnt habe. Nach anderen Mitteilungen aus Rayonne, die der Havas- Korrespondent weitergibt, hat Stavisky sogar die Absicht gehabt. das Kasino von Biarritz zu pachten, was daran gescheitert ist, daß Mme. veuve B o u I a n, die Kasinoinhaberin, nichts von einer Verpachtung, sondern nur von einem Verkauf wissen wollte. Am alarmierendsten sind von all diesen Nachrichten offenbar die der Stavisky- und Hitler Beziehungen zu einem Pariser Mittagsblatt. Wir haben kürzlich auf Grund eigener Information gemeldet, daß M. Louis Thoma, der Apostel der Verständigung Frankreichs mit Hitler-Deutschland, auf eine große Tour durch ganz Frankreich geht, um überall für die Freundschaft mit den Lenkern des„dritten Reichs" in deren Geiste Propaganda zu machen. Wir fragten damals nach der Herkunft des Geldes. Im Zeichen von Rayonne und der vom„Populaire" angedeuteten Beziehungen wieder- holen wir diese I rage. Die Anklage von lagnu Die französische Justiz arbeitet anders als die deutsche. Sie sucht, immerhin, geprüft durch langet Rechtsbewußtsein. die wahren Schuldigen.., Als man nach dem furchtbaren Lisenbahnunglu-k von Laguv die armen Zugbeamten verhaftete, forderte die öffent- liche Meinung stürm.sch ihre Freilassung. Diese waren n.cht die wahren Schuldigen. Der wahre Schuldige war der fur die S i ch e r h e i t verantwortliche große Mann. as nutzt es. schrieb damals ein französisches Blatt,..«»'»««ne««ne Bahnwärterfrau zu verhaften, wenn sie nicht am Bahnuber. Allgemetne Aiiy cmcinc» DEUTSCHE POLIKLINIK METRO: CLICHY UND TRINITE 57, RUE DE CLICHY TEL. TRINITE 15-7J— Chefarn Professor SPENSTEN I) ORDINATION DURCH SPEZ1ALXRZTE Mr là». Ounsr«i.chr Friutn. und Kmdrrkrunlrhortrn. H lut- und^,chlMh«.kr.nlM«tra. Ojà Nism. und Halskrinkheit«.. Obumhilfs. 2) INNERE Klinik. J) CHIRURGISCHE Klinik. 4) GEBURTSHILFLICHE und GYNÄKOLOGISCHE Klinik Sänatonurot*Gebüude mit der allermodermten Einrichtung. ORDINATION:(auch'«r Pnv«tkr*nke) täglich ▼<*> 1 bi« 8 Uht. Sonne und F«i«rt»g« von 10 hi« 12 Uhr-■■■ Der blosgesleilte Eiolonialmlnlslcr Tellhrtse des Kabinetts Chanfemps Paris, 8. Jan. Ter französische Kolonialminister Dali- m i e r ist entgegen den im i'auie des Freitag verbreiteten Gerüchten noch nicht von seinem Posten zurückgetreten. Talimier. der im Zusammenhang mit dem B a- vonner Finanzskandal angegriffen wird, weil er angeblich die V e r s i cherungSgesells chasten aufgefordert hatte, die von der Savonner städtischen Kreditanstalt herausgegebenen Bonds anzukaufen, hatte am Freitag zwei lange Unterredungen mit dem Ministerpräsidenten. Ter Kolonial- minister überreichte Ehautemps die beiden Briefe, die in der französischen Preste veröffentlicht worden waren und die von einer seinem damaligen Ministerium unterstellten Ab Teilung geschrieben worden sind. Er erklärte dem Minister- prässt einen dast einer setner damaligen Bilrvdireftoren zu- gegeben habe, die Briete aus eigene Verantwortung ge- schrieben zu haben. Talimier konnte aber nicht leugnen, daß beide Briese seine Unterschrift trugen. Im Anschluß an die letzte Unterredung des Kolonial- ministers mit dem Ministerpräsidenten, der inzwischen den Staatspräsidenten ausgesucht hatte, wurde eine Verlautbarung veröffentlicht, in der daraus hingewiesen wird, daß Talimier bewiesen habe, in gutem Glauben gehandelt zu haben. In parlamentarischen und politischen Kreisen rechnet man aber nichtsdestoweniger mit dem Rücktritt mög kicherweise noch vor Wiederzusammentritt der Kammer am kommenden Dienstag. Man erklärt in diesem Ausammen- hang daß der Rücktritt des Kolonialministers dem Minister- Präsidenten die Möglichkeit geben würde, bei Wieder- zusammentritt der Kammer in aller Unabhängigkeit den Standpunkt der Regierung zu dem Skandal darzulegen. Es sei außerdem sehr wahrscheinlich, daß die Gerichte möglicher weise noch heute gegen den Bürgermeister von Banonne und Abgeordneten Garat einschreiten, besten Mitverantwortlich- fett an dem Krach außer Zweifel zu stehen scheine. Ter Finanzminister veröffentlicht im Zusammen- bang mit dem Baponner Skandal eine amtliche Verlaut- barnng, in der darauf hingewiesen wird, daß das Finanz- Ministerium sich von jeher sehr zurückhaltend gegen die Ab- sichten des Schwindlers Slavijku verkalken habe. Es habe 'owohl im Einvernehmen mit dem Außrnministerium die Unterbringung der ungarischen Titel in Frankreich ver- hindert wie auch die Einführung dieser Titel in das Aktiv der Sozialveriicherungsgeiellschasten unterlagt. Tie Ueber- ivachung der städtischen Kreditanstalten wie die von Ba- nonne werde alljährlich von einem oberen Finanzbeamten durchgeführt. In Vaponne hätten im Tezetuber INI. Sep- lember 1932 und Dezember 1933 solche Revisionen stattgefunden. Tie beiden ersten Male habe man keinerlei Ver- fehlungen festgestellt. Erst bei der letzten RevlUon seien auS der Buchführung nur für 450 000 Franken rückzahlbarer Bonds hervorgegangen, obgleich der Revisor wußte, daß für über neun Millionen fällig waren. Aus dieser Feststellung heraus entwickelte sich bann der Krach. Tie Polizei hat am Freitag in der Pariser Wohnung Staviskvo eine Haussuchung vorgenommen und für 40 900 Franken Bargeld und 600 Kilogramm Gepäck gesunden. Die Gattin des Betrügers, die in der Pariser Gesellschaft eine große Rolle spielte, hat Paris noch nicht verlosten, nseiß aber angeblich nicht, wobin ihr Mann geflüchtet ist. Tie Rechte unter Führung T a r d i e u S hat zu einer großen Offensive gegen die Linksregierung Ebau temps eingesetzt. Am Dienstag tritt die Kammer wieder zusammen. Fünf Interpellationen liegen bereits vor. und zwar von sozialistischer und nationalistischer Seite. Falls die Regierung am Freitag, wenn die Inter- pellationen zur Debatte kommen, keine reine Weste vor w eisen kann, dann dürfte ihr Schicksal besiegelt sein. Nenn Personen del KoSmor ertrunken Die Katastrophe im Wasscrkratfwerk Paris, 5. Fan. Wie zu dem lleberschwemmongsunglück bei Urbeis sOrbeyj in der Nähe von Kolmar ergänzend verlautet, sind neun Personen in den Fluten umgekommen, darunter der Direktor und der leitende Ingenieur des Wasserkraftwerkes. Nur zwei Arbeiter konnten noch im letzten Augenblick gerettet werde«. Da Gefahr besteht, daß im Tal gelegene Gehöfte ebenfalls von den Wastermaffen erreicht worden, hat der Präsekt die sofortige Räumung angeordnet. Trotz der Schnelligkeit der Hilssarbeiten befürchtet man eine« Bruch der Teiche. Die Arbeiten deS Militärs und der Feuerwehr werden durch den Schnee erschwert, der etwa ein Meter hoch liegt. Ter durch die Ueberschwemmung der Krastwerksanlage« angerichtete Sachschaden soll stch auf mehrere Millionen belaufen. Die Leichen der bei dem Ueberschwemmungsunglllck bei Urbets Verunglückten konnten bisher noch nicht geborgen werden. Es handelt sich um drei Franzosen, drei Schweizer und drei Italiener. Das Dach des Kraftwerkes wurde ein- gedrückt und das ganze Gebäude ist überschwemmt worden. Tie beiden Arbeiter, die sich in Sicherheit bringen konnten, haben bei dieser Gelegenheit auch die Mutter eines Ber- unglückten Vorarbeiters gerettet, die erst am Tage vorher zum Besuche ihres SoftneS eingetroffen und im obersten Stock des WasterkraitwerkeS untergebracht worden war. Infolge deS starken Nebels war es bisher noch nicht möglich, die Ursache des Unglücks festzustellen. Augenzeugen beruhten Augenzeugen berichten von den herzzerreißenden Szenen, die sich im Augenblick deS Unglücks abgespielt haben. Im Maschinenraum befanden sich ein Monteur und zwei junge gang«»land? Vi«l wichtiger iat«s, die gefährlichen Bahnübergänge zu beseitigen." Jetzt hat der Untersuchungsrichter die erste Entscheidung getroffen. Eine Reihe leitender Ingenieure und technische Kontrollkräfte, sechs Mann, werden neben dem Zugführer und dem Heizer vor Gericht gestellt. Zwar erklären die Arbeiterblätter diese Anklagen für ungenügend und fordern die Anklageerhehung gegen die Verwaltung selbst. Aber uns Deutschen erscheint auch diese Form der Justiz schon als erheblicher Vorzug gegenüber dem, was wir in Deutschland ala Justiz zu erleben gewohnt waren. Die ronlfrasikensdieine gellen nodi Nach einer Verfügung des französischen Finanzministeriums gelten die Fünffrankenseheine, obwohl aie ab Neujahr nicht mehr gesetzliches Zahlungsmittel sind, bis auf weiteres noch, da die Zahl der neuen Nickelstücke noch nicht ausreicht. Die Zehn- und Zwanzigfranke n- scheine bleiben dagegen aus dem Verkehr gezogen. Neuordnung der Sdtâfie des Louvre Die Ausgrabungen von Jericho Besucher des Louvre, der einzigartigen Unterkunft der berühmtesten Bildwerke der Welt, bemerkten seit längerer Zeit die großen Umbauten, die sich vor der großen Siegesgöttin von Samothrace vollzogen. Elfäffer. Als das Waster wie ein Sturzbach in den Ma- schinenraui» eindrang, gelang es dem Monteur, sich an einem Kabel bis zum Fenster gleiten zu lassen, um von dort in den See zu springen und schwimmend das User zu erreichen. Tie beiden jungen Elsässer wollten es ihm nach- tun, aber neu einem gelang die kühne Tal. Ter andere erlitt einen Herzschlag und ging in den Fluten unter. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht geklärt. Man zieht zwei Möglichkeiten in nähere Erwägung. Entweder han- belt es sich um einen.Konstruktionsfehler in dem Zu- lettungskanal. oder aber um ein falsches Manöver während der Zuleitung des Wassers zum Kraftwerk. Ter Bauwerk des Kraftwerkes betrug 100 Millionen Franken. Die Ursache Paris, 5. Jan. Eine genaue Untersuchung deS Ueber- schwemmungsunglücks am Kraftwerk UrbeiS Hat ergeben, daß das Unglück durch den Bruch einesZulettungs- rohres vom Weißen See zu dem 123 Meter tiefer gelegenen Schwarzen See, an dem sich das Kraklwerk befindet verursacht worden ist. Mit einer Geschwindigkeit von 37.3 Meter in der Sekunde stürzten die Fluten den Abhang hinab und prallten gegen die Mauern deS KraitwertS. Ter nördliche Teil des Gebäudes, in dem sich die Arbeiter be- fanden, wurde vollständig vernichtet. Tie neun Verunglückten sind trotz stundenlangem Suchen mit Tauchern noch nicht gefunden worden. Während man tn den Vormittagstunden des Freitag noch mit der Möglichkeit rechnete, daß auch der Staudamm brechen würde, gilt diese Gefabr jetzt als überstanden. Ter Tamm hat dem ungeheuren Truck der stundenlang heranbrausendeu Wassermassen standgehalten. Diese Umbauten vollzogen sich nach einem bedenkende Plan des wissenschaltlichen Direktors der nationalen Musee M. Henry Verne. Vor allem ist die Skulptur dr Mittelalters, der Renaissance und der Neuzeit in da Erdgeschoß des Südfliigels der Tuilerien von der Porte de 1 Trémoillr bis zum Flora-Pavillon gebracht worden. Di 1 reppe Daru mit der Sirgesgöttin wirkt prachtvoll. Dr Sphynx-Hof ist ebentalls umgebaut worden. Von dort fäll der Blick auf den berühmten Fries des Meander Tempels, di zwei mächtigen Säulenschäfte des Apollo-Tempels von Mile und andere Kostbarkeiten, u. a. eine neu bei den Au« grabungen von Antiochia entdeckte Mosaik. Die Antiken Sammlungen haben einen neuen Eingang Ii Schalter des Pavillon des Arts erhalten. Das ganze Erdgeschoß im Norden der Cour Carrée br decken die Antiken aus dem Orient, u. a. die assyrischen bettitischen und syrischen Funde. Zwei Säle mit j u diseben Altertümern zeigen die Ausgrabungen voi Jericho und die Töpferarbeit von Byblos um Sidon. Von dort geht es nach Zypern, Phönizien und dei Prachtstatuen von Babyion. In der Bilderabteilung wurden Veränderungen il den sieben Sälen des zweiten Stockwerks vorgenommen. Ii den drei Sälen neben der Grande Galerie wurden die frühen Italiener, die Fresken von Boticelli une Luini und die Frühwerke der Renaissance placiert.— Der Louvre und die übrigen Pariser Museen sind be kanntlich Sonntags bis 5 Uhr nachmittags umsonst geöffnet. Es stimmt niait Von der Arbeitsschlacht 3litä der soeben veröffentlichten Uebersicht über die Be- rutskrankheiten ist, wenn man nicht annimmt, daß im Reich eine Gcsundheilsepidemie ausgebrochen ist. zu ersehen, dan -^»^îuelbetcn BeschäTtigtenzifsern nicht stimmen. Sehr schüchtern lagt das auch der Berichterstatter:„An dem er- neuten Rückgang der Berufskrankheiten im Jahre 1932 ist zum Teil der Beschäftigungsgrad in der Industrie, wie auch tu den letzten Jahren festzustellen ivar, inabgebend." Hier die>ehr interessante allgemeine Uebersicht: >,ahr Gemeldete Berufskrankheiten Tntschädigte Berufskrankheiten 1929 22 253 1924 1939 15 999 8 255 1931 9 691 2 290 1932 6 493 1 711 Auch die Zahlen der versicherten Personen sind zurück- gegangen: diese werden bezeichnenderweise nur„rund" ange- geben. In der„Industrie der Steine und Erden" ist die Zahl um rund 19 Prozent gefallen. In der Metallindustrie hat die Zahl um 23 Prozent abgenommen. Die Uebersicht über die Berufskrankheiten in dieser Industrie ist defenders auischlnbreich: Jahr Gemeldet Entschädigt 1929 2 997 nicht mitgeteilt 1939 2 996 493 1931 2134 347 1932 1 279 294 In der Tertil-, BekleidungS- und Lederindustrie ist die Zahl der Versicherten um 13 Prozent zurückgegangen: in der chemischen Industrie um 12.4 Prozent: im Buchdruck- und Papiergewerbc:„Die Zahl der Bollarbeiter ist um 19,9 Pro- zent gesunken, gegen 1931 um 19.8 Prozent". Uebcr die Oolz- industrie werden nähere Zahlen nicht mitgeteilt. Im Bau- gewcrbc ist die Zahl der Versicherten um„29-39 Prozent" gefallen. Uebcr daS NahrnnaSmittelgeiverbe fehlen nähere Zahlen: bei den Gas- nnd Wasserwerken ist die Zahl der Versicherten um 5 Prozent zurückgegangen. HOhcre Beiträge- weniger Leistungen Die Rentenversicherungen werden so saniert, dab man die Beiträge erhöht und die Leistungen mindert. Die„Soziale Praxis" bemerkt zu dieser „Sanierung":„Die Versicherten iverden in dem neuen Ge- setz zuerst die Leistungsminderungen sehen und schmerzlich empfinden. DaS ivird sich noch verschärfen, wenn durch Si- Erhöhung der Beiträge daS Berhältnis zwischen Buttrigen und Leistungen individuell noch ungünstiger wird, Sine schl. Trinité 43-13 Méiro P i g a 11 e Deutsche Poliklinik Paria, G2,, Rue de la Rochefoucauld d) Zahnärztliche* Kabine« a) Allgemeine Konsultationen mit 9 Spezialisten. t>) Chirurgie c) Geliui(»HilHiche Klinik Innere Medizin. Augen.. Ohren». Nasen, und Kehlkoptkrank /weistäckige^Sanatoriumsgebünde. Vierstöckiges Gebäude. 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UNTERSUCHUNG U. BERIIUMG KOSTENLOS Dalles bei der Reichsbahn Rückgang des Verkehrs Serge um buchmäßigen Ausgleich Die Reichsbahn gibt ihren vorläufigen Jahres- r tt ck b l i ck bekannt. Dieser wird den deutschen Lesern„o e r- dünnt" und mit dem übligen Propagandaschmus s e r- viert. Einstmals wurden Zahlen mitgeteilt und der Leser konnte sich davon überzeugen, wieviel Ueberschub für die Staatskasse herauskam. Jetzt herrscht nicht nur bei den Steuereinnahmen der Talles und es müssen neue Tricks zur Schröpfung der Steuerzahler erfunden iverden. Die Post hat jetzt auch nichts mehr übrig, hat sogar ein gröberes Test- zit. Bei der Reichsbahn ist es nicht viel besser, obgleich man erklärt, wie es in dem durch die Propagandaleitung zurccht- gestutzten Bericht für die Presse heißt: „Die Reichsbahn wird ihre ganze Sorge darauf richten müssen, wenigsten einen buchmäßigen Rech- nungsausgleich zu finden." Das muß schon schlimm stehen, wenn man sogar Sorge um einen„buchmäßigen Rechnungsausgleich" haben muß. Diese Kunststückchen fallen den Nazis doch sonst gar nicht I SEROKLINIK VON PARIS 71, Boulevard de Cilchv Metro Blanche Harnleiden chronischer und irischer Tripper, Militärjjicht, Cystitis, Prostat*. FRAUENLEIDEN Blutkrankheiten, Venenentznnd'ing Hj^'-'-ThoH-n Syphilis, Haut» und Kopthauterkrankunsen Ausschlag, Psoriasis.— Neue h«n»n^> rrsinefhode au»•, flt*ifch*m Wege una durch ultraviolette Strahlen. Serotherapie und Auto»H»mo.Therapie— Massiges Honorar. Konsalutionen von 9—12 und 14—20 Uhr. Sonntags von 9—12 Uhr. 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Ü9im mé Ukfttv Xcaduits Jifmid 78, Boulovarf da Strasbourg, I, rat St laaeaai JldJCis,—«ara«. rim Talefan 4 Linien vereinigt«inter BOTCIfWf ft-U Mehrbelastung der Verdienenden soll aber durch die Bei- tragscrhöhung nicht entstehen, weil sse durch*»ic Zenkunq der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung kompensiert werden soll." In Hitlers Reich heißt man also eine„San e.una" das Verstopfen eines Loches durch Aufreißen eines anderen. Fürsorgerinnen hinausgeworfen Wie die Bonzenwirtschaft wütet Der preußische Minister des Innern hat an die Kommunalaussichtsbehördcn, Gemeinden und Gemeinde- verbände, einen R u n d e r l a ß gerichtet, der sich mit dem Abbau von Fürsorgerinnen in der öffentlichen WohlfahrtS- pflege beschältigt. In diesem Erlaß heißt eS u. a.: „Der in den letzten Monaten von verschiedenen Bezirks- sttrsorgcverbäiiden durckiqenihrte Abbau von I ü r s o r g e- rinnen lW o h l f a h r t s p s l e g e r i n n e ni ist stellen- weise über das gebotene Maß hinausgegangen. ES liegt nicht im Sinn des nationalsozialistischen Staates, grundsätzlich alle weiblichen Beamten und Angestellten ihreS Geschlechts wegen aus dem öffentlichen Dienst zu entfernen. Des ferneren ist zu beachten, daß die öffentliche Wohliahrts- pflege zu einer sachgemäßen und sparsamen Durch- sührung ihrer fürsorgcrischcn Ausgaben die Mitwirkung von fachlich vorgebildeten Fürsorgerinnen nicht entbehren kann. Ich halte daher die häufig vertretene Auslassung, daß die beamteten und angestellten weiblichen Fürsorgekräfte durchweg durch ehrenamtliche, meist nicht hinreichend vorgebildete Kräfte ersetzt werden in ihrer?i->r-