cv àzîge unabhängige Tageszeîiung Deuischiands Nummer 10— 2. Jahrgang Saarbrücken, Samstag, den 13. Januar 1934 Chefredakteur: M. B r a u n Aas dem Inhalt ^DeeuecsinkeadeJUuhséischaf. Seite 2 JCammecdeèaite und Stcaßenkämpfe Seite 2 VazifiihcecstmiçcatU spcicht Seite 3 Van dec£uMes 9CincicfUmq. Seite 4 Reichsgericht rühmt die Sozialdemokratie Hohes lob für ihre heldenhafte illegale Arbeit Sti6. Berlin, 11. Jan. Im Rahmen des Abwehr, kampscs gegen die ausländische Greuelpropaganda hat das Reichsgericht heute eine wichtige, grundsätzliche Entscheidung gefällt. Aus Anlaß des Strasversahrens gegen einen tichecho- slowakischen Händler aus Hof i. Bayern, der mehrere Exem- plare der Miniaturausgabe der»n Karlsbad erscheinenden üblen Hetz- und Wochenschrist De» neue Bouvärts" ein- geschmuggelt und hier verteil« harte, wurde»om höchsten deutsche« Gericht nun auch der neue, von politischen Flücht- fingen im Ausland bestimmte deniichfeindlichc Kurs der SPD. als hochverräterisch erklärt. Ausserdem wurde bei dem Angeklagten eiu Verstoß gegen die die Aafrechterhaltung des Znsammenhanges unter den früheren Parteien verbietende Verordnung gegen die Neubildung von Parteien vom 11. Juli 1983 angenommen und auf eine Gefängnisstrafe von »wei Jahren erkannt. Ter Vorsitzende betonte in seiner Urteilsbegründung, daß sich nun auch die SPD. durch Ü>re im Ausland betriebene Greuelhetze in die Iront der siaats- feindlichen marxistischen Parteien eingereiht habe mit dem eindeutigen Ziel des gewaltsamen Umsturzes der Hitler- Regierung. Nach der Machtübernahme durch die National, sozialisten habe der frühere legale Surs der Partei eine völlige Aenderung erfahren und sei nun zur unverhülltcu Illegalität übergegangen. Die Parteileitung habe sich, wie sich aus ihren Kampfschriften ergebe, aus neue revolutionäre Methoden umgestellt und versuche nun, durch hochverräterische Umtriebe von jenseits der Reichsgrenzen, insbesondere durch Greuelpropaganda, das Ansehen des Deutschen Reiches und die Autorität seiner Regierung zu schädigen. * D. F. In diesem Urteil mischt sich Wahrheit mit niedrigster Verlogenheit. Nie hat die Sozialdemokratie das Ansehen des Deutschen Reiches herabgewürdigt und nie wird es ein Sozialdemo- krat tun. Die Tatsache, daß im Reiche und außerhalb seiner Grenzen immer wieder deutsche Sozialdemokraten zeigen, daß wichtige Volksteile sich voll Abscheu von den Schandtaten diktatorisch herrschender Banden abwenden, ist ein starker Gewinn für die in der ganzen Welt bedrohte Ehre Teutschlands. Das Urteil bewegt sich in sonderbaren Widersprüchen. In einem Tatze erhebt es den Vorwurf, daß die Tozialdemo- kratie„zur unverhüllten Illegalität" übergegangen sei, während es vorher schon festgestellt hat, daß durch die Ver- ordnung vom 14. Juli 1083 alle Parteien verboten worden sind, die Reichsregierung also selbst jeden Deutschen zur Jlle- galität treibt, der ausrecht nach seiner politischen Ueber- zeugung handeln will. Der Vorwurf des Hochverrats wirkt in solchem politischen Kampfe leicht. Außerhalb einer wirklichen Demokratie sind arohe, für die innere Entwicklung eines Volkes notwendige Ziele so gut wie nur durch Hochverrat zu erreichen, durch den Masiensturm des Volkes gegen die herrschenden Cliquen, die durch Waffengewalt das Volk niederhalten. Richtig gesehen ist nicht die Tozialdemokratie illegal, son- der» die jetzige Reichsregierung. Ihr ist der Weg gebahnt worden durch eine vom Reichspräsidenten geübte AuNegnng der Reichsverfassung, die mit deren Inhalt und Geist nicht zu vereinbaren ist. Das war Verfassungsbruch und Jllcgali- tat von oben. Der Reichskanzler Hitler hat vom ersten Tage seiner Amtstätigkeit trotz seinem Eide die ReichSvcrfasinng wie einen Fetzen Papier behandelt. Er bat das Vertrauensvotum eines frei gewählten Parlaments, wie es die noch beute gültige Reichsversassung vorschreibt, und.,«ch nie das Vertrauensvotum eines freien Volksentscheids erlangt. Die sehr knappe Mehrheit der sogenannten„nationalen Parteien" bei der Rcichstagswahl am S. März 1933 wurde nur durch Verfassungsbruch erreicht. Nur dadurch, daß der Reichskanzler entgegen seinem Vcrfassungseid die Opposition ihrer verfasiungsmäßigen Rechte beraubte. Dadurch auch, daß der Reichspräsident die von ihm beschworene Ruchsverfassung tagtäglich durch die Reichsregiernng und durch die Länder- regierungen verletzen ließ. Eine Zweidrittelmehrheit für das verfassungsändernde Ermächtigungsgesetz kam in diesem verfassungswidrig gewählten Reichstage nur durch einen neuen Verfassungsbruch zustande. Der Reichspräsident und die Reichsregierung beraubten aie kommunistischen Volksvertreter ihrer Mandate, obwohl für diesen Gewaltakt, der in der deutschen Geschichte ohne Beispiel ist. keinerlei Begründung aus der Reichsverfassung genommen werden kann Nur durch dieses Staatsverbrechen war die Annahme des Ermächtigungsgesetzes im Reichstage möglich. Dieses Gesetz und alle Verordnungen aui Grund dieses Gesetzes sind Vriasiungsbruch. Rein staatsrechtlich betrachtet. ist kein Deutscher dieser eidbrüchigen Gesetzgebung gehorsamspflichtig. Daß die regierende Partei und ihre Kreaturen in den deutschen Gerichten einstweilen die Gewalt haben, aus Grund dieser verfassungswidrigen Gesetzgebung Strafen zu verhängen und durchzuführen, ändert an der Rechtswidrigkeit nichts. Die Sozialdemokratie hält es für ihre deutsche Volkspslicht, die verfassungsbrüchigen Reichsgewalten zu stürzen, und zwar mit allen, aber auch allen zweckdienlichen Mitteln. Diese Reichsgeivalten haben sich außerhalb der in der Repu- blik von Weimar gültigen Gesetze gestellt. Diese Reichs- gewalten haben alle ihnen, wenn auch nur geistig, widerstre- bcnöen Volksgenossen geächtet. Eine solche Herrschaft darf nicht erwanen, daß ihre Gegner lebenslang die Festeiu tragen wollen, die sie ihnen auferlegt hat Die vielen Sozialdemokraten, die im Reiche der harten und übermächtigen Gewaltregierung durch die Tat trotzen, wagen und leisten viel. Wir, die wir ihnen nur die geistigen Waffen reichen können, nehmen uns nicht heraus, unsere Leistung mit der ihrigen zu vergleichen. Das Urteil von Leipzig aber wird die ganze illegale Sozialdemokratie sich als ein Ehrenzeugnis an die Fahnen ihres Kampfes hosten. Die Sozialdcmokrat'.e geht den Weg, der ihr durch die hochkapitalistische Gegenrevolution vorgeschrieben worden ist. Ter Weg friedlicher Evolution ist verbaut. Die Sozialdemokratie'annnelt und schult und führt zur deutschen sozialistische»Revolution. Zudifliouskiflel als Ehrenkleid Die schände deutscher Parlementer In der ganzen zivilisierte» Welt wird geistiger poli- tischcr Kamps nicht mit ehrenrührigen Strafen belegt. Der deutschen Schandjustiz bleibt es vorbehalten, für die Verteilung von oppositionellen Flugschriften-- Zuchthaus und Ehrverlust zu verhängen. Freilich wud dadurch nicht den Verurteilten die Ehre genommen, sondern der Regierung, die schändliche Verordnungen erläßt und den Richtern, die sich zu schändlichen Urteilen hergeben. Vor dem Sondcrgericht in Frankenthal standen sechS Angeklagte, die sich wegen Verbreitung verbotener Druckschriften zu verantworten hatten. Es handelt sich um den 8« Jahre alten Arbeiter Wilhelm O'son bach? r aus Berg, den 45. Jahre alten Maurer Jakob Bretten- meier aus Halenbach, den 37 Jahre alten Arbeiter VÜ010 Schneider aus Psorz, den 87 Jahre alte» Arbeiter Otto Reis ch aus Psorz. die 83 Jahre alte Ehefrau.« a r o( i u c Offenbacher aus Berg und die 41 Jahre alte Ehesran A n n a Reisch aus Psorz. Das Tondergericht verurteilte Schneider zu zwei Jahren sechs Monaten Zuchthaus und fünf Jahren E h r v e r 1 u st, Reisch zu zwei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehr ver last. Osfenbacher, unter Einrcchnung einer vom Amtsgericht Kandel gegen ihn ausgesprochenen Gesängnisstrase von einem Monat, zu einem Jahr, sechs Monaten, 14 Tagen Zuchthaus und zioei Jahren Ehr- v e r I u st, Brettenmeier zu einem Jahr Zuchthaus und zwei Jahren Ehrverlust. Die beiden Ehefrauen erhielten je sechs Monate Gefängnis. Die Angeklagten sind frühere TPD.-Anhänger» die seit September 1988 im Austrage des früheren TPT.-Ttadt- rates Weik in Karlsruhe nach einem wohldurchdachten Plan niedrere Pakete m a r x i st i s ch e r D r n ck s ch r i s t e n, z. B. „Neuer Vorwärts",„Sozialistische Aktion" usw. über die Grenze bei Lauterburg aus dem Elsaß hergebracht und an den Weik abgeliefert hatte», der sie in Tausenden von Ercmplaren nach ganz Deutschland weiterverbreitete. Die Hereinbringung der Druckschriften aus Frankreich über die elsässtsche Grenze ging in der Weise vor sich, daß der Au- geklagte Oüenbacher die Druckschriften i» Lauterbnrg in der Wirtschaft zum Schivan abholte und in seine Wohnung »ach Berg brachte. Dort wurden sie von Brettenmeier ab- geholt und nach Hagenbach gebracht, von Ivo sie wieder Schneider und Reiich nach Psorz holten und von dorr aus wurden sie durch Mittelsmänner des Weik nach Karlsruhe gebracht. Weik wurde ebenfalls verhaftet und siebt seiner Aburteilung entgegen. Es war also eine förmliche Kette gebildet von Frankreich bis Karlsruhe, von wo aus dann daS übrige Deutschland mit dieser marxistischen Hetzliteratur überschwemmt wurde. In der Urteilsbegründung betonte der Vorsitzende, Land- ,crichtsdirektor Göpkcr, daß das Vorgehen der Angeklagten nahe an Hochverrat grenze und daß deshalb schwere Strafen gegen die Angeklagten ansgesprochon werden mußten Abwärts Das Rätsel der Lohnsteuer Dr. N. N. Durch eine Anzahl deutscher Zeitungen tief in der letzten Zeit eine Veröffentlichung der„Telegrafen- Union" unter obigem Titel, worin versucht wurde, die Tatsache zu erklären, daß in Deutschland trotz der angeblich stark gesunkenen Arbeitslosenzahl die Lohnsteuer weniger einbringt. Aus drei Gründen wurde diese Erklärung ver- sucht: 1. Aenderungen der Lohnsteuer-Gesetzgebung, 2. soll das Lohnsteuerauskommen überhaupt kein Maßstab für das Lohneinkommen, und erst recht nicht für die Zahl der Beschäftigten sein, und 3. sei aus verschiedenen Gründen das Lohneinkommen des Volkes gegenüber dem Vorjahre weniger gestiegen als die Zahl der Beschäftigten. Zum ersten Punkte wird in der Erklärung der „Telegrafen-Union" bemerkt, daß die gesetzlichen Aenderungen der Lohnsteuer-Gesetzgebung im Jahre 1933 den Ertrag der Lohnsteuer verminderten. Jeder, der das deutsche.Lohnsteuergesetz von früher und von diesem Jahre kennt, weiß, daß diese Behauptung der Telegrafen-Union falsch ist: es werden deshalb auch nur einige Zahlen an- gegeben, ohne den Schatten eines Beweises zu liefern. Das gilt noch mehr für den zweiten Punkt: soziale Gestaltung der Lohnsteuer. Gerade auf diesem Gebiete haben die Aenderungen der Lohnsteuer-Gesetzgebung im Jahre 1933 einschneidende Verschlechterungen gebracht. D i eBe- freiungssätze haben schon immer be st an- den: darüber hinaus konnten früher die Lohnsteuer- Pflichtigen durch Antrag bei den Finanzämtern eine Er- höhung durch Werbekosten, Kulturanfwand usw. erzielen, so daß früher Steuerfreisätze von 159, 189 Mk. und noch mehr sehr wohl möglich waren. Dieses ist durch die Aende- rungen der Lohnsteuer-Gesetzgebung heute unmöglich ge- macht. Sosollen Gewerkschaftsbeiträge usw. jetzt nicht mehr abgezogen werden. Die Basis für die Erfassung der Lohnsteuer ist also nach unten erweitert worden, und sehr viele Arbeiter und Angestellte, die früher keine oder nur wenig Lohnsteuer zahlten, werden heute viel höher be- steuert. Das beweisen die Lohnrechnungen von früher und heute. Ganz verschämt heißt es ja auch in der Erklärung der T.-U., daß das Lohnsteueraufkommen sehr empfindlich gegen die Kürzung der höheren Gehälter sei, wie sie die neue Zeit vielfach mit sich gebracht hat. Damit rührt man an dem wunden Punkt: man hat eine Anzahl schlecht be- zahlter Arbeitskräfte in die Betriebe gebracht und dafür den Besserbezahlten das Einkommen gekürzt..Der durch die Ardeitsbeschaffungspläne und die Einstellung vom Arbeitskräften gewünschte Erfolg wurde also nicht erzielt: weder wurde weitere Arbeit geschaffen und selbstver- ständlich auch kein weiteres Einkommen. Das Volks- einkommen sank weiter und damit auch das Lohnsteuer- aufkommen. Auch im dritten Punkt ist die Darstellung der T.-U. nur teilweise richtig. Wenn es darin heißt, daß eine Kanjunk- turbesserung nicht vorzeitig durch Lohn- und Preissteige- rung aufgefressen, sondern weitergetrieben werden soll, so ist dazu zu bemerken, daß die Preise für die lebensnotwendigsten Produkte im Jahre 1933 ganz erheblich gestiegen, die Löhne aber ebenso enorm gefallen sind. Alle über den Tariflöhnen liegenden Einkommen sind fast restlos auf die reinen Tariflöhne zurückgeschraubt, ganze Kate- gorien von Arbeitern, die früher durch Leistung?- oder Akkordzulagen und dergl. besseres Einkommen hotten, werden heute mit dem nackten Tariflohn abgespeist. Man sehe sich z. B. die Verhältnisse in den grafischen Betrieben an! Maschinensetzer, Rotationsdrucker. Akzidenzsetzer und sonstige besonders qualifizierte Berufsangchörige, die früher 79, 89 Mark und mehr Durchschnitlswochenlohn hatten, gehen heute im besten Falle mit 59 bis 69 Mark nach Hause. So ist es auch in allen anderen Berufen und Gewerben, und auf diese Art und Weise wurden die Löhne und Gehälter seit dem Frühjahr 1933„stabil" gemacht! Ueber eine ganz einschneidende Aenderung der Lohnsteuer-Gesetzgebung gleitet die Darstellung der T.-U. ele- gant hinweg: die Aufhebung der Rückerstattung zuviel gezahlter Lohnsteuer. Früher war es jedem Lohnsteuer- Pflichtigen möglich, am Ende des Jahres eine Aufstellung seines Gesamtjahreseinkommens au machen und die Rückzahlung der von ihm zuviel gezahlten Lohnsteuer zu ver- hingen. E» konnte also die Zeit der Arbeitslosigkeit odee Krankheit in Abzug gebracht werden. Jedes Jahr wurden in den drei ersten Monaten Tausende Anträge an die Finanzämter gerichtet und mehrere Millionen Mark Lohnsteuer zurückgezahlt. Jetzt mutz jeder, der in Arbeit steht, und wenn es auch nur kurze Zeit dauert und er die übrige Zeit arbeitslos ist, in zutreffendem Fall Lohn- [teuer zahlen. Rückerstattung gibt es nicht mehr, gezahlt ist gezahlt. Das wird sich allerdings erst beim Gesamt- jahresergebnis der Lohnsteuer auswirken. Aber vielleicht kommt man dann und behauptet, datz die Lohnsteuer im Jahre 1933 gestiegen sei. Vielleicht kann die deutsche Reichsregierung— denn von ihr stammt zweifellos die Darstellung der T.-U.— auch einmal erklären, wie es kommt, datz nicht nur die Lohnsteuer, sondern auch andere Steuern und Einnahmen zurückgehen. So sind nach den eigenen Veröffentlichungen der Reichs- finanzverwaltung die Steuereinnahmen im Monat November 1933 gegenüber dem Oktober von 591,9 Mill. Mark auf 542,7 Mill. Mark, also um 49,2 Mill. Mark— 8,3 Prozent zurückgegangen. Sind daranauchAenderungenderGesetzgebung schuld? Oder äutzert sich darin das auf- blühende Wirtschaftsleben des neuen Deutschland? Da es leider unmöglich ist, in Deutschland selbst die vor- stehenden auf genauer Kenntnis der Tatsachen beruhenden Darlegungen zu veröffentlichen, bitten diejenigen Arbeiter.. und Angestellten, die auch heute noch Wahrheit und Klar- heit lieben, die ausländische Presse um Beachtung vor- stehender Ausführungen. Professor Radbrudi Berlin, 11. Jan. Zu der Meldung aus Koivno über seine Berufung an die dortige Universität teilt Professor Rad- b r u ch mit, dah erselb st zudieserFragenoch nicht Stellung genommen babe. Er habe seinen Wohnsitz nicht ins Ausland verlegt, sondern befinde sich seit der natio- nale»Revolution ununterbrochen in Deutschland. htammerdebaflcn, Slraßcnkämpfe Heerführer verfemt Prinz Albert von Württemberg Prinz Albert von Württemberg, der im Alter von 08 Iah- ren steht und während des Krieges eine Armee befehligte, ist aus dem Stahlhelm und aus verschiedenen OfsizierSver- bänden, denen er angehörte, ausgeschlossen worden, weil er am 12. November sich der Wahl enthielt. Vater anü Sohn sJnpreßs Der Sohn des Arbeiters Thornseifer in Berlin- Moabit wurde verhastet und beim„Verhör" schwer miß- handelt. Die Eltern erhielten über den Verbleib des Sohnes keine Auskunft. Erst später fanden sie ihren Sohn im Schau- hauS als Leiche wieder. Die Nazis erklärten, dah der Tote auf der Straße gefunden worden sei. Der Vater erwiderte erregt, das kennen wir schon, und wurde daraufhin kurzer- Hand ebenfalls verhaftet. Zelfungsverbote Saarbrücken, 11. JanUar. Auf Grund der Ziffer 4 des in Artikel 15 der Verordnung vom 28. November 1933 sAmtsblatt 1933 Nr. 000s enthaltenen Zusätze zu Artikel 12, Abs. 1 der Verordnung vom 20. Mai 1933 zur Aufrechterhaltnng der öffentlichen Ruhe«nb Sicher- heit wird in Erwägung, dah die Nr. 8 des 12. Jahrganges der„Homburger Neuesten Nachrichten" vom 10. Januar 1934 unter der Uebcrschrift„Die Saarkommission und der st eckbrieflich gesucht Oberregierungsrat Ritz le r" einen Artikel enthält, der den Tatbestand der vor- erwähnten Gesetzesbestimmung erfüllt, folgendes verfügt: Die Tageszeitung„Homburger Neueste Nachrichten" und jede angeblich neue Druckschrift, die sich sachlich als die von dem Verbot betroffene Tageszeitung„Homburger Neueste Nach- richten" darstellt, wirb für die Tauer einer Woche verboten. Dcr Direktor des Innern wirb mit der Ausführung dieser Beringung beauftragt. Das Mitglied der Negierungskommission für die Angelegenheit des Innern: gez. G. G. K n o x. * Auch da»„Saarbrücker Abendblatt" ist für eine Woche verboten worden. erstes Todesurteil In Oesterreldi vollstreckt Wien, 11. Jan. Am Donnerstag um 15.23 Uhr wurde da? Todesurteil des Standgerichtes in Graz an dem 33jährigen vorbestraften Landstreicher Peter Strauh voll-ogen. Strauß hatte aus Rache den Besitz eines Bauern angezündet, da ihm einem von diesem gegebene Unterstützung zu gering erschien. Vom Bundespräsidenten konnte keine Gnadenver- sügung getroffen werden, da die Bundesregierung zu der Gnadenbitte der Verteidigung keinen Antrag gestellt hatte. Diesen Antrag schreibt Art. 07 des BundeSversassungsge- setze» vor. Um 15 Uhr hatte der Gerichtshof dem Strauß die bevorstehende Vollstreckung des Urteils mitgeteilt. Es ist das erste Todesurteil, das in der Republik voll- streckt morden ist. * Einer amtlichen Mitteilung zufolge hat der Vorsitzende der Abrüstungskonferenz Henderson am Donnerstag Sir John Simon den Inhalt von Mitteilungen bekannt« gegeben, die er bezüglich der Frage angemessener Garantien für die loyale Durchführung des Abrüstungsabkommens emp- fangen hat. Ueber diele Mitteilungen wird Henderson der Abrüstungskonferenz Bericht erstatten. Der„Times" zufolge verlautet, dah diese Mitteilungen sich ans das System der internationalen Untersuchung beziehen, das in dem geplanten Abrüstungsabkommen vorgesehen werden soll. Mndenburg HD' den Heldishlsdiof lallen Das Reuterbür-> meldet aus Berlin: Der Reichsbischos Dr. Müller hat vom Reichspräsidenten Hindenburg einen offiziellen Bermels erhalten wegen feiner diktatorischen Handlungen in der deutschen protestantischen Kirche und wegen seines Versuche», die evangelische Jugendbewegung mit der Hitler-Jogenb zu »erschmelzen. Die politische Erregung in Paris Der Präsident appelliert dnb. Paris» IL Jan. Die seit Tagen mit Spannung er- wartete Kammersitzung, die dem Stavisky-Skandal gewidmet ist, begann heute um 15.30 Uhr im Zeichen der allgemeinen Nervosität. Der zum zehntenmal wiedergewählte Kammer- Präsident B o u t s s o n eröffnete die Sitzung. Er führte u. a. aus: Die Kammer ist ungeduldig. Sie will ohne Verzöge- rung in die vom ganzen Land erwartete Aussprache ein- treten. Wollen wir zulassen, daß noch länger die Unruhe an« dauert gegenüber dem trotz aller mutige« Anstrengungen weiterbestehenden Fehlbetrag im Haushaltplan, die Unruhe gegenüber der außenpolitischen Lage, die unbestimmt zu sein schien, obwohl die französische Politik in ihrer Beständigkeit und in ihrem Festhalten am Frieden in den Augen aller klar ist! Wird die Abrüstungskonferenz durch ein unh ut- bares Paradoxon, durch eine grausame Ironie Auftakt ei t.S neuen Wettrüstens sein? Weiter die Unruhe gegenüber Vr Unstabilität der Regierung, ist es für die Autorität der Regierung nicht außerordentlich abträglich, daß in einem Jahr« vier Kabinette aufeinander gefolgt sind? Sodann die Un- ruhe gegenüber der tragischen Eisenbahnkatastrophe von Lagny! Und nun wirst ein neuer Skandal die schwerst- wiegende Frage auf: Wirb das Privatkapital, an das der Staat appelliert, um seine schwebende Schuld zu konso.i» dieren, immer wieder von den Frechsten ausgebeutet wer- den? Die öffentliche Meinung ist alarmiert. Man imrd sie nur durch eine klare Sprache beruhigen können. Nach Verlesung der langen Reihe der Interpellationen erklärte Ministerpräsident ChautempS, daß er>dr die Behandlung der Interpellationen über das Eisenbahnunglück von Lagny Freitag, den 19. Januar, vorschlage, und kür die Aussprache über die Stavisky-Jnterpellationen die heutige Sitzung annehme. Die Interpellanten Als erster Interpellant bestieg der Sozialist Lagrange die Tribüne. Er stellte die Behauptung auf, daß der Selbst- mord Staviskys in Wirklichkeit ein Polizeimoc' sei. (Große Erregung.! Der Ministerpräsident protestiert gegen diese Worte. Im weiteren Verlaus seiner Rede zählt Lagrange die Persönlichkeiten auf, die Stavisky zu Mit- gliedern der Aussichtsräte seiner Unternehmungen gewählt hatte. Es sind Diplomaten. Generäle, Präfekten uiw. Unter allgemeinem Lärm fordert der Redner zum Schluß sofortige Maßnahmen und strenge Sanktionen. Der nächste Interpellant, der Sozialist M e n n e t, geht von dem Oustric-Tkandal aus und zieht Parallele zum Stavisky- Skandal. Er stellt fest, daß zwei Abgeordnete kompromtt- tiert sind, G a r a t und B o n n a u s e. Er verlangt, daß volles Licht in diese dunkle Affäre gebracht und ein natio- nales Presseamt geschaffen wird. Die Justiz müsse schneller arbeiten. Der Rebner erklärt, er wolle keine Re- gierungskrise heraufbeschwören, aber die sozialistische Patei werde dem Ministerpräsidenten nur da» Vertrauen schenken, wenn er sich als unerbittlicher Richter erweise.' Der Nächste Redner, der Nationalist Dommange, greift besonders den bisherigen Kolonialminister Dalimier an, der sich in derselben Weise wie im Kabincttsrat verteidigt. Unter großem Lärm kommt der Redner zu der Schlußfolge- rung, daß die von der jetzigen Regierung eingeleiteten_ Untersuchungen die öffentliche Meinung nicht beruhigen könnten, da die Untersuchungsleiter selber Gegenstand von Untersuchungen sein müßten. Säuberung treffen. Denn stets treffe man hier verdäch- tige Journalisten.^««., m. Der Ministerpräsident kommt dann auf die Ge- rüchte zu sprechen, wonach Stavisky gar nicht selbst- mord begangen habe. Er erklärt dazu, daß er noch heute einen Gesetzentwurf einbringen werde, der d,e Ber- leumder zwingt» sofort ihre Angaben unter Beweis zu stellen. toh und Tadel Die Presse über den Ministerpräsidenten DNB. Paris, 12. Dez. Nach ber Stellungnahme des Mini- sterpräfidenten Chautemps in der Jnterpellationsdcvatle über die Stavisty-Astäre neigt man der Auffassung zu, baß die Regierung sich durchsetzen wird. C h a u t e m p S hat sich seiner Aufgabe meisterhaft entledigt, schreibt„Io u r n a l, und wenn bei Fortsetzung der Aussprache nichts neues ctn- tritt, darf man, ohne voreilig zu sein, behaupten, daß er ge- wonnenes Spiel hat. Der„Matin" hebt den starken Beifall hervor, den die Ausführungen des Ministerpräsidenten uu, fast allen Bänken des Hauses ausgelöst haben, seine Jnber- vention habe den Boden bereits weitgehend geebnet.. J Unzufriedenheit der Opposition über eine günstige Wendung, die etwa die Aussprache für die Regierung nehmen könnte, kommt in den Kommentaren ihrer Blatter zum Ausdruck. So schreibt„Echo de Paris": Was Chautemps sagte, waren Worte, nichts als Worte. Wir wollen abwarten, wie sein Reinigungswille sich auswirken wird Er wird sich vor allem in seiner eigenen Partei betätigen können. Die Sozialisten wollen versuchen, anläßlich dieser Au«- spräche bestimmte Forderungen ihres Programms durchzu- drücken. Wir verlangen, schreibt ihr Führer Blum im„P o» p U l a i r e", in Erwartung der endgültigen Nationallsierung s»on jetzt, baß die Reservefonds der Bersicherungsgesell- schaffen und Kreditanstalten der öffentlichen Verwaltung unterstellt werden. Wir wollen den Kampf auf diesem Gebiet führen und ausfechtcn. Sfraßenhundgebungen 700 Verhaftungen DNB. Paris, 12. Jan. Der starke polizeiliche Ordnungs- dienst, der am Donnerstag wegen der Kundgebungen vor dem Kaminergebäude eingesetzt worden war, konnte um Mnter- nacht wieder aufgehoben werben. Die Manifestanten yfltteu mehrmals versucht, in Kolonnen gegen das Kammergebaude anzurücken und auch ins Arbeitsministerium einzudringen. Andere Abteilungen zogen in den späten Abendstunden lar- mend und singend über die großen Boulevards. Ueberall behielt die Polizei die Oberhand, aber nirgends ging es ohne Zusammenstöße ab. die auf dem Boulevard Raspail und aus dem Boulevard St. Germain in regelrechte„Straßen- schlachten" ausarteten. Hier bombardierte die Menge mit Flaschen. Gläsern, Stühlen. Tischbeinen und herausgerissenen Gittern usw. die UebersallkommandoS. Die Terrassen der um- liegenden Cafes glichen nach Wieberherstellung der Ordnung einem wüsten Trümmerfeld. Nicht weniger als 700 Ber- Haftungen sind im Lause des Abends vorgenommen worden. Einige hundert Manifestanten und Polizisten sind mehr oder weniger schwer verletzt worden. Das Opter seine? Berufes wurde ein französischer Journalist, ber in dem Augenblick, als er die Straßenszenen zu Papier bringen wollte, tn einen Znsammenstoß hineingeriet und niedergetreien wurde. Er ist mit nicht unerheblichen Verletzungen ins Krankenhaus ein- geliefert worden. Nach Feststellung der Personalien sind sämt- liche Verhaftete kurz nach Mitternacht wieder freigelassen worden. Sirgßenknndgebungen haben gestern auch, wie die Blätter melden, in Lyon stattgesunden. Ministerpräsident Chautemps N 0 di mehr Skandal? betont, daß er öaS Verfahren streng und be- schleunigt durchführen lassen werde, ohne Ansehen der Person und ohne Rücksicht auf die Familie ber Bc- treffenden und ihre Freundschaften. Er spricht über die Neformbedürktigkett des Gefängniswesens und bittet den Justizminister, Schritte zu unternehmen, da- mit selbst kranke Häftlinge in einer Art Gcfängnishospital untergebracht werden können. Er gibt zu, daß ernste Fehler begangen worden sind, weist aber energisch die Be- Häuptling zurück, baß dies auf Mittäterschaft an den Be- trügeretcn zurückgehe. Man werfe der P o l t z e i vor, daß sie nicht genügend unterrichtet gewesen sei: aber sei Staviski denn nicht von Persönlichkeiten vorgestellt worden, die für leine Ehrlichkeit bürgten? Der Ministerpräsident erklärt weiter, er beabsichtige eine vollständige Reform der Gerichts- und Sicherheit?- polizei. Er wolle selbst die Autorität über beide haben. Auch die Pressevereinigungen müßten Maßnahmen zur Paris, 12. Jan. Der nach Bayonne entsandte Sonder- berichterstatter des„Echo de Paris" erklärt: Wir stehen erst am Ansang ber Anklageerhebung. Man flüstert Namen und sogar Namen von Personen, die sehr hoch stehen und noch gestern den Titel Exzellenz führten. Wir haben darauf hin- gewiesen, baß wir am Vorabend eines politischen Skandals stehen, der wahrscheinlich den Panamaskandal weit hinter sich läßt. Diese Voraussage scheint sich zu bestätigen, aber viel schlimmer wird es werden, wenn nach ber Liquidierung der Bayonner Bonds die Hauptfrage, die der ungarischen Agrarbonds, in Angriff genommen werden wird. » Sämtliche Blätter in Budapest bringen die amtlich« Meldung daß der Architekt Materna, der Leiter der Gruppe österreichischer Nationalsozialisten, die vorgestern tue Grenze nach Ungarn überschritten haben, den AuS» weisungsbesehl erhalten hat. ElQllers Stern erlischt Bodelschwingh in Berlin Hitler läßt den Reic'.sbischof fallen? Berlin» 11. Jan. Der Reichsbischos Müller, der gestern in der Reichskanzlei um eine Unterredung mit Hitler nach- suchte, ist nicht empfangen worden. Er hat in Hannover den erste« Reichsbischos, von Bodelschwingh, getroffen, der be- kanntlich aus Nazidruck Mitte des vorigen Jahres zurück- trat. Die Aussprache hat kein positives Resultat ergebe» Man erfährt, daß Müller seit einigen Tagen Be, sprechungen mit dem Inspektor ber Geheimen Staatspolizei, Dr. D i e h l s, führt. Es ist wahrschein- lich, daß der Reichsbischos versucht bat, eine staatliche Inter, vention im Kirchenstreit durchzudrücken, die ans das Verbot des Piarrer-Natbnndes und damit aus die Erstickung der Opposition abzielt. Für den Augenblick ha» er mit seinem Vorhaben einen Ersola nicht gehabt: die t',90 Pfarrer, die von der Kanzel den Protest gegen den Reichsbischos ver- kündet haben und dix entsprechend eines früheren Erlasses hätten suspendiert werden müssen, zeigen sich nicht im mindesten beunruhigt. Inzwischen sind der frühere Reichs- bilchof, Dr. von Bodelschwingh, und der baneris«he Bischof Meiser. die als geistige Führer der Opposition gelten, in Berlin eingetrosfen. Kampf! Legen den Reichsbischof dnb. Nürnberg, 11. Jan. Zu der Verordnung des Reichs- bischosS vom 4. Januar 1934 betreffend„Wiederherstellung geordneter Zustände in der deutM.evangelijchen Kirche" teilt der Evangelische Presseverband für Bayern mit. daß die Kirchenleitungeu der evangelischen Landeskirchen von Bayern und Württemberg den Bollzug dieser Verordnung abgelehnt und Rechtsverwahrung gegen sie eingelegt haben. Verlassenes Klrehenmlnl sterium Der letzte Kirchenminister tritt zurück dnb. Berlin, 11. Jan. Amtlich wirb durch den Evan- gelischen Pressedienst mitgeteilt: Prof. Dr. D. Beyer bat sein Amt als Kirchenniinister in die Hände des Reichs- bifchofs zurückgegeben Der Reichsbischof' hat die Kirchen- führer auf Samstag, den 13. Januar, nach Berlin eingeladen, um ihre Vorschläge zur Neubildung des geistliche« Ministe» riums entgegenzunehmen. Der Reichsbischos hat Pro»'. Beyer, ebenso wie die bisher ihre Aemler kommissarisch weiter ver- walkenden Herren. Pfarrer Weber, Pfarrer Klein und D. Werner, gebeten, die Geschäfte bis zur Neubildung des geistlichen Ministeriums weiterzuführen. Die Schwiegermutter als Hindernis Berlin. Der Superintendent Gerandt aus Potsdam, der seines Amtes entsetzt wurde, weil seine Schwiegermutter nicht„rein-arischen" Ursprungs ist, hat sich mit einer Emp- fehlung der Ex-Kronprinzessin Cecilie an die Protestantische Kirche von Stockholm gewandt, um eine Stellung in Schweden zu«halle«. Letztes Bollwerk des Deutschtums Von einem Naziführer s Emigranten Hier spricht ein Mann, der 12 Jahre an führender Stelle In der deutschen nationalsozialistischen Bewegung tätig war. Redaktion der„Deutschen Freiheit". Wer nach so dreiviertel Jahr..Schutzhaft" die Reichs- grenze hinter sich bringen konnte, betrachtet die Vorgänge im Reiche vom Saargebiet aus mit ganz anderen Augen, als dies im allgemeinen hüben und drüben geschieht. Wenn ich nachfolgend darüber spreche, so ist mir im vor- aus klar, daß die liebenswürdige gleichgeschaltete Presse dieser Betrachtung persönliche Motive unterschieben wird. Doch das darf uns nicht abhalten, einmal offen über die Lage zu reden. Hitlerdeutschland hat jeden Kamps gegen den Bol- schewismus verboten, der nicht nach seinen e i g e- nen Grundsätzen und mit seinen eigenen Methoden durch NSDAP.-Stellen geführt wird. Die jüngste Anordnung seines Reichsbischofs beschränkt sogar das Predigtamt der evangelischen Kirche auf die nackte Verkündigung des Evangeliums. Es wird keinem Pfarrer mehr ohne Gefahr für feine Freiheit möglich fern, zu den Problemen der deutschen Wirklichkeit Stellung zu nehmen. Ter Totalitätsanspruch des Hitlerismus hat also nur noch zwei ganz klare Fronten im Reiche übrig ge- lassen: die bolschewistische und die hitleristische. Bezüglich der b o l s ch e w i st i s ch e n Front haben wir festzustellen, dah rein theoretisch ihre unter gewissen Um- ständen bestehende Existenzfähigkeit in Ruhland unter Beweis steht. Bezüglich der h i t I e r i st i s ch e n Front können wir big zu dieser Stunde noch nirgendwo den Beweis einer Existenzfähigkeit finden: der„Führer" füllt nach wie vor seine Reden und seine Blätter mit Zu- kunftsträumen und linienlosen Anordnungen auf den ver- schiedensten beschlagnahmten Lebensgebieten und mit Vor- liebe auf dem Gebiete des„ständischen Aufbaues" aus. Dennoch Kommt es für die bezeichnete Zweifrontenlage im Reiche auf die subjektive Unfehlbarkeit des Hitlerismus an. Versagt er, so präsentiert der Bolschewismus die Rechnung. Der Bericht der Saar-Regierungskommisfion an den Völkerbund hat. wie es nötig war, einmal mit schonungs- loser Deutlichkeit wenigstens ausschniltweise den Nazi- terror entlarvt, der sich seit Monaten immer weiter an- schwellend im Saargebiet breit macht. Aber dieser Terror ist nur ein höchstens als schwachen Schatten anzusprechen- des Nachbild der Zustände in Reichsdeutschland. Wo zwei gut bekannte Menschen einander begegnen, haben sie sich zunächst zuzuflüstern:„Man darf nichts sagen!" Die schonungslos vollstreckenden Beamten der Finanzämter, die aus dem zweiten Reiche übernommenen Polizei- und Gerichlsbeamten trösten ihre klagenden„Kunden" mit: „Maulhalten, aushalten! Ihr habts ja nicht besser ge- wolli!" Die von amtlichen Bettlern belagerte Geschäfts- weit klagt:„Wir sind bald ausgegeben, können die Rech- nungen schon lange nicht mehr bezahlen, aber wenn man nichts gibt, ist der Teufel los!" Die Arbeitermasse, die heute ihre Lebensmittel teurer bezahlen muh denn je, und die dazu unter dem ungeheuersten Druck einer heuchleri- schen amtlichen Propaganda zwar keine neuen Ein- kommensteuern, wohl aber„freiwillige, vom Arbeitgeber durch Lohneinbehaltung abzuführende Spenden zur natio- nalen Arbeitsbeschaffung" übernehmen muhte, die ihre Kameraden zu einem auherordentlich grohen Teile ent- weder an Strahenbau-Zwangsarbeit(genannt„Arbeits- beschaffung") oder in Konzertlägern sieht, die den ganze» Monat hindurch von Eintopfgerichten lebt und zum Hohne der Menschheit am ersten Sonntag im Monat das fett- und fleischdurchsetzte„Eintopfgericht" der besser gestellten „Volksgenossen" ansehen darf, diese Arbeiterschaft sagt: „Das Frühjahr muh es zeigen!" Der aufmerksame, durch 12jährigen nationalsozialistischen Kampf geschulte Beobachter aber erkennt ein reges Wachstum unter dieser Zwangsjacke der„Einheitlichkeit von Volk und Führer". Es ist dort etwas im Werden, in täglich stärkerem Werden, was uns nationale Sozia- listen erschauern läht ob der Zukunft unseres Volkes. Mit wenigen Worten kann man diese Vorgänge nicht be- zeichnen. Man muh ihr Bild malen. » Seit der Machtübernahme ist die ehemals vorwiegend aus Mittelständlern, aus vom Mittelstand abhängigen und aus sogenannten„besseren Arbeitern" zusammengesetzte SA.-Truppe immer mehr zu einer ausgesprochenen Ar- beitertruppe angewachsen, die Gewehr bei Fuß steht und der innenpolitischen, namentlich der sozialistisch-wirt- schaftlichen Entwicklung abwartend zusieht. Grundlage ist die Auffassung, dah zwischen Hitler und dem deutschen Volke ein besonderer Vertrag zustande gekommen sei, demzufolge Hitler Anspruch auf die gesamte Macht und die Verpflichtung habe, das sozialistische dritte Reich zu schaffen. Diesen„Vertrag" will die Truppe nicht sabo- tieren.„Der Führer fand einen aus deutscher Sentimen- talität und aus alter Militärtradition aufnahmefähigen Boden für seine Lehre, die Nationalisierung der Arbeiter» schaft sei die unerlähliche Vorbedingung zur sozialen Be- freiung der Arbeiterschaft(im Gegensatze zu der Meinung Gregor S t r a s s e r s und seiner Leute, welche die soziale Befreiung als notwendigen Weg zur nationalen Einigung des Volkes erkannt hatten). Indem also die SA-Arbeiterschaft den militärischen Dienst und Drill mitmacht, ver- meint sie, das Nötige zu tun. wofür der Führer ihr die soziale Befreiung versprochen hat. Dabei ist diese jetzige SA.-Truppe auch bildungsmähig nicht mehr zu vergleichen mit derjenigen der vorausgegangenen Zeit. Damals waren durchweg nur die mittleren und einige der oberen Führer wirtschaftspolitisch geschult und von sozialistischem Wollen beseelt, während die Truppe ihrer damaligen Herkunft nach viel lieber vaterländische Redevbrasen hörte und blind gehorchte, wenns gegen die verhahte„Kommune" gehen sollte, als dah sie sich mit sozialen oder gar sozial- wirtschaftlichen Fragen befahl hätte. Die heutige SA.-Truppe iß in iàlêk überwiegenden Mehrheit früher gewerkschaftlich geschult worden und daher zu Kritik und Urteil fähig. Es ist nun völlig abwegig, anzunehmen, erst dann könne von einem Umschwünge in der Stimmung gesprochen wer- den, wenn die Truppe ortsweise Abgänge oder Meuterer zu verzeichnen hätte und in ihr eine klare Opposition laut werden würde. Richtig ist vielmehr, dah schon dann der Gefahrenpunkt erreicht sein wird, wenn die Truppe sich in ihren Erwartungen getäuscht sieht und t e i l n a h m s- l o s wird. Diese Teilnahmslosigkeit(Neutralität) der SA.-Truppe wird den die Zahl der Truppe um ein Viel- saches überbietenden Massen der nicht in der Truppe organisierten Arbeitern ein Luftschnappen, eine Besinnung auf ihre Lage ermöglichen, und das ist dann der Anfang der hemmungslosen Bolschewisierung der Massen. Dieser Moment ist heute in Reichsdeutschland schon erreicht. Am klarsten erwies sich dies mir an dem bei weitem unterschiedlichen Verhalten der Behörden, der hitlerhörigen SS. und der SA. gegenüber den Schutzhäft- lingen. Man kann sagen, ab September 1933 begann die SA.-Truppe sich darauf zu besinnen, dah diese Schutzhäft- linge doch eigentlich gar nicht die„unverantwortlichen" Staatsverbrecher" des„verflossenen Marxistenregimentes" sind, sondern bloß arme Arbeiter, also ihresgleichen, die im Grunde um das gleiche Ziel wie sie selber gekämpft haben. Diese Gesinnung dringt immer deutlicher durch, je mehr die Nachjanuar-Truppe die alte Truppe verdrängt. Göbbels hat diesen Vorgang, der eine, ja d i e Gefahr für seine„Macht" bedeutet, sehr bald erkannt und darauf das Lied von der alten Garde gedichtet, das er aber gar nicht mehr so recht in die Tat umsetzen kann, denn die ge- schulten, selbst denkenden, von sozialistischem Wollen be- seelten Köpfe der alten Garde, die ehemals aktivsten, sind längst nicht mehr bei der Hitlerpartei. * Als besonders schwerwiegendes Moment Kommt die Wirkung der früheren komm uni st ischen Propaganda in Betracht, Immer und immer wieoer hat die KPD. den Massen eingehämmert, dah der Faschis- mus die Herrschaft der Gewalt und der Heuchelei bedeuten werde. Nun sehen heute die SA.-Leute tagtäglich mit ihren eigenen Augen das Märtyrertum, aber auch das Heldentum, welches die Arbeiterschaft in den Konzentra- tionslügern und seit einigen Monaten vermehrt in den Gefängnissen(die Hitlergerichle urteilen heute viel, rasch und brutal) leben. Man könnte Bände darüber schreiben. Dazu kommt noch die Wirkung und Verbreitung der seelischen und leiblichen Qualen der Angehörigen dieser ohne Urteil„auf unbestimmte Zeit" Inhaftierten. Alle- dem steht bisher nicht nur nichts Positives, sondern nur Negatives aus hitlerscher Wirtschaftspolitik gegenüber, so dah die breite Arbeiterschaft schon jetzt ratlos vor dem „Warum?" steht. Diese Zustände sind der Nährboden des Bolschewismus. Man beachte weiter, dah das Bollwerk, welches der her- gebrachte Bauernstand und der Mittelstand dagegen bil- deten, ebenfalls begonnen hat. neutral zu werden. Ihnen ist eine Frist von vier Vertragsjahren für die Hilfe ebenso unerträglich wie der Versuch einer Hilfe durch Zwangs- weise Preiserhöhung Zu alledem kommt ein letztes, sehr wichtiges Moment. Ungezählte deutsche Arbeiter lehnten die KPD. ab wegen der Kampfmethoden, der brutalen Absichten und des Ter- rors, der ihr mit mehr oder minder Recht beigemessen wurde. Vieles von diesen Bedenken ist durch die grohen Prozehvorgänge des ersten Faschistenjahres ausgeräumt worden. Tatsächlich wichtiger aber ist, dah Hitler den Skrupel, welchen die breite deutsche Arbeiterschaft und Jugend vor jeder Brutalität hatte, ganz gründlich aus- geräumt hat und im Begriffe ist, die gesamte, die mann- liche und die weibliche Jugend völlig skrupellos zu machen, zu„heroischen Menschen zu erziehen", wie er heuchlerisch sagt. Die Voraussetzungen für eine Terror-Revolution. welche in der deutschen Arbeiterschaft und in der deutschen Jugend nicht vorhanden gewesen sind, entstehen unter Hitlers Regiment restlos. Gregor S t r a s s e r hat gerade auf diese Gefahren der Richtung Röhm-Göbbels-Göring immer und immer wieder mit allem Nachdruck hin- gewiesen und in den entscheidenden Auseinandersetzungen mit Hitler es ausdrücklich abgelehnt, das Mittel der „brachialen Gewalt" gegen insbesondere die gewerkschafl- sich organisierte Arbeiterschaft zuzulassen. Er hat auch insbesondere klar die Folgen einer solchen Methode vorausgesagt. die jetzt auch tatsächlich eingetreten sind. * Es bleibt demnach nur die Erkenntnis, dah in Deutsch- land der Bolschewismus in einem unerhörten Wachstum begriffen ist, weniger allerdings äuherlich erkennbar, son- dern, Ivos aber gefährlicher ist, in den Gesinnungen der breiten Masse ehemals anderer politischer Richtungen. Es wäre abwegig, zu leugnen, dah Hitler seine SA. und be- sonders die SS. auchausdemGrund möglichst ver- mehren und möglichst schnell und gut drillen läht. um sie für die bevorstehende Endauseinandersetzung mit dem „Marxismus" bereit zu haben. Ganz klar leuchtet diese Sachlage ein durch ein zwei- bis dreitägiges Studium der reichsdeutschen Zeitungsberichte über Verhängung von Schutz- und Strafhaft wegen kommunistischer Propaganda und wegen„Sabolageäuherungen", wiewohl nicht ver- gessen werden darf, dah nur ein Bruchteil solcher Vor- Kommnisse durch die Presse zur Kenntnis der Bevölke- rung gelangt. Man wird begreifen, dah ich keinesfalls in Deutschland befindliche mittlere und obere SA-Führer kompromittieren möchte und deswegen von der Anfüh- rung bestimmter Vorgänge leider Abstand nehmen muh. Nur auf einen Umstand, der auch durch die Nazipresse all- gemein bekannt geworden ist. möchte ich hinweisen: Seit zwei, drei Monaten ist eine Umgruppierung namentlich der Kommandostellen der SA im Gange, die sich dadurch von allen früheren unterscheidet, dah diesmal allenthalben g o I i t i j ch ç Parteifunktionäre, die bisher mit der SA. gar nichts zu tun hatten, in hohe, teils neugeschaffene Kommandostellen eingeschoben worden sind und noch ein- geschoben werden. Der Zweck ist ganz offenbar, mittels dieser durchaus hitlerhdrigen politischen Parteifunktio- näre(Gauleitern, Kreisleitern. Reichstagsabgeordneten) die SA.-Truppe zuverlässiger in die Hand zü bekommen und sie vor allem dem wirtschaftlichen Wollen der Hitler- Hochkapitaldiener gleichzuschalten. Auf der anderen Seite nehmen naturgemäß die Mahnahmen gegen Angehörige der Truppe zu, Bestrafungen sowohl als Schutzhaft, und das unlängst verkündete Gesetz zur Gleichschaltung von Partei und Staat, das die Truppe einer besonderen Diszi- plinargewalt unterstellt, ist durchaus nicht von ungefähr erst jetzt herausgekommen. Kein Geringerer als„der große Führer" selber hat immer und immer wieder in seinen Reden und in seinem Buche„Mein Kampf" betont, dah eine durch Zeitumstände groß gewordene Idee niemals mit Gewalt ausgerottet, sondern nur durch geistige Ueberwindung mit einer besseren Idee ausgeschaltet werden könne. Wie aus fast allen anderen Gebieten, so tut„der große Führer" auch hier selber genau das, wovor er fein Volk so sehr gewarnt hat: er selbst führt den Kampf gegen den Marxismus, besser und wahrheitsgemäßer gesagt, den Kamps gegen den Sozialismus mit brutaler Gewalt und verbietet streng jeden Kampf mit geistigen Waffen auherhalb seines Phrasendrusches gegen den Bolschewismus. Nach den von Hitler selbst ausgesprochenen und niedergeschriebenen Grundsätzen muh daher der Bolschewismus Hitler gegenüber Sieger bleiben. Nie und nirgendwo find die Bol- schtwisten so lang und so enge und in solchen Massen zu- sammengeschweiht worden wie in den deutschen Schutz- Haftzellen und Konzertlägern: nie und nirgendwo hatten sie diese Gelegenheit zur Schulung ihrer Leute. Darin erblicke ich die Erklärung für die unableugbare Tatsache, dah auch der einfachste kommunistische Schutzhäflling zwar verspricht, draußen den Mund zu halten und sich nicht propagandistisch zu betätigen, aber im gleichen Atem- zuge zusetzt, daß die bolschewistische Idee doch siegen werde! Von Deutschland selbst aus kann der Bolschewismus im Reiche nicht mehr bekämpft— kann nicht mehr die zahlenmäßige Zunahme und ideelle Stärkung seiner An- Hänger verhindert werden. Vom Osten her wird diesem Bolschewismus lediglich Unterstützung zuteil. Der Austro- faschismus scheidet auch aus. Die übrigen Grenzländer greifen jedenfalls nicht antibolschewistisch in Teutschland ein. Es bleibt also nur noch das Saargebiet als einzige Möglichkeit, dah die dort asylierenden nationalen Sozia- listen den Grundstock legen, die dem Reiche die Freiheit, die Menschlichkeit und den Sozialismus bringen, also alles das, was Hitler im September bis November 1932 so vollkommen und so rücksichtslos weggeworfen hat. um vor dem Großkapital(Hilgenberg. Großgrundbesitzern. Stinnes. Thyssen, Dr. Schacht) die Reichskanzler-Tauglich- keitsprüfung zu bestehen. Wir, die wir die soziale uno nationale Freiheit unseres deutschen Vaterlandes und gar nichts anderes wollen, wir erblicken in dem Stückchen deutscher Heimaterde an der Saar jetzt, da wir dort noch deutsch sein dürfen, auch ein„Geschenk des Allmächtigen", um einmal mit Hitlers Worten zu reden. Der Einwand, daß wir aus undeutschem Egoismus so denken würden, zieht nicht, denn wer will uns denn bestreiten, dah wir in fremder Herren Länder uns weit vorteilhafter, weit frei# bewegen können würden, als in diesem auch schon genug terrorisierten Stückchen Heimatland? Aber von diesem deutschen Lande aus wollen wir sür die deutsche Freiheit weiter kämpfen und daher setzen wir uns dafür ein, dah dieses letzte Stück freier deutscher Erde so lange frei bleibe, bis es sich mit einem wahrhaft freien, sozial geordneten Teutschland wird vereinigen können. ..veml!" Die Parteijustiz Der im übrigen richtige Artikel„213 NM Gefangene" ver- anlaßt mich zu folgender, auf eigenen Feststellungen be- ruhenden Bemerkung: Richtig ist, daß nur sebr wenige Schutzhaitlinge zu Weih- nachten entlassen und mindestens doppelt so viele neu ver- haftet wurden. Ich habe erlebt, daß aus achl Entlassungen an einem Tage einundsünfzig Neusestnahmne sielen. Zu beachten ist aber eine Aenderung. die seit Oktober- November in der Taktik eingetreten ist und die früher noch nicht durchführbar war. Diese Aenderung war erst möglich, als nach und nach die Staatsanwaltschaften istehc Plädover im Maikowski-Prozeßl und die unteren Strafgerichte istehe tägliche Notizen über deren laufende„Rechtsprechung"), namentlich die Einzelrichrer vollkommen in die Hände des Hitler-Regimentes gebracht worden waren. Seit diesem Zeit- punkte herrscht in allen Festnahmensällen das Bestrebe», die Leute in gerichtliche Untersuchungshaft zu bringen und erst dort, wo wirklich keine Mühe zur Auffindung eines anwend baren Straiparagraphen führt, schreitet man dann„aus er- zieherischen Gründen" zur Schutzhaft. Die Richter sind natür- lich trotz der schnellen Urteile mit Verfahren überladen, und so sitzen die Häftlinge jedenfalls erst einmal eine Anzahl Monate in Untersuchungshast, bevor das Urteil kommt. In ungezählten Fällen, in denen kein schlüssiger Beweis vorliegt, sitzen die Leute auis Geratewohl schon seit vielen Monaten, derweil die Kriminalpolizei„mit den Ermittlungen besaßt ist", wie der amtliche Ausdruck lautet. Schließlich ist zu betonen. daß eine ungezählte Anzahl von Leuten erst i» Schutz hast überführt werden, sobald sie ihre»rtcilsmäßigen Strafen abgebüßt habe». Das geschieht täglich und die Außenwelt er- fährt wenig oder gar nichts davon,>veil sie nicht anders weiß, als daß die betreffende» eine bestimmte Strafe absitzen. Höchstens die armen Angehörigen erfahren davon, wenn sie den Ihrigen am letzten Straftage abholen wollen und ihn nicht mitbekommen. Naziführer-Emigrant. » AuS Oppeln wirb gemeldet: Zu der Bluttat an dem SA.-Scharführer Wqftub hat der in Haft befindliche Knecht Zeller im Lause des Mittwochvormittag ein Geständnis ob- gelegt. Sr habe sich mit einem Knüppel verteidigt und in Notwehr gehaudett abbes Hinriditung daß es sldi bel der Auswahl der Todesart um keine Strafmilderung gehandelt habe!" Von besonderer Seite wird uns geschrieben: Ueber den Märtyrertod des holländischen Arbeiters van der Lübbe in Hitlerien(Germanien) verbreitete die gleich- geschaltete Presse einen kurzen Bericht, der wieder ein- mal besonders klar die Heuchelpropaganda der Hitleristen beweist. Jedermann hat wohl noch in Erinnerung, daß die Notverordnung des Reichspräsidenten vom 28. Februar I9Z3 und das Gesetz der Hitlerregierung vom 29. Ltörz 1 ,933 dem deutschen Volke 1. die berühmte.„Schutzhaft" und Aufhebung des ver- fassungsmäßigen Schutzes der Person, der Wohnung und des Eigentums, 2. die Zulässigkeit der Todesstrafe für„politische Ber- brecher", 3. die Zulässigkeit der Vollziehung der Todesstrafe durch Hängen beschert hat. Erstmalig in der ganzen Kultivierten Welt sind die beiden zuletzt genannten Bestimmungen dieser Notverordnung für rückwirkend, das heißt ihre An- wendbarkeit auf Taten, die vor dem Erlasse der Verordnung begangen worden waren, ist für zulässig erklärt worden. Van der Lübbe ist unter Berufung aus diese Not- Verordnung zum Tode verurteilt worden, obschon: »1 feststeht, daß der Reichstag nicht durch die paar ab- gefallenen Läppchen des brennenden Vorhanges, mit dem van der Lübbe herumlief, sondern durch die b e f- seien Maßnahmen einer zweiten V r a n d- legergruppc abgebrannt ist, denn die Sachverstän- digen haben glaubhast dargelegt, däft die Brandlappe» van der Lübbes den Brand gar nicht cnzünden konnten,' b) durch das Schwelgen van der Lübbes, auch vor dem Schafotte noch, feststeht, daß er die eigentliche Brand st iftergrnppe gar nichtgekannt hat und nur aus historischem Zufalle kam, als jene Brand« chcmikalien kurz vor dem Ausslammcn standen,' e) im deutschen Strafgesetze die Brandlegung nur mit Zuchthaus bedroht war. Hitlerien hot zuerst die niederländische Regierung?- intervention brüskiert. Tos pnßt natürlich zu Ministern, die auf der Suche nach der Erfindung einer Verhütung des Eindringens fremdländischer Rodiowellen in Deutsch- land sind, und zu deren Chef, der in seinem politischen Glaubensbekenntnisse„Mein Kampf" den„Segen des All- mächtigen" auf die Waffen herabfleht, sogar in Sperr- schrlst. Mit politischer, geschweige mit menschlicher Moral haben solche Dinge nichts zu tun. Nun aber kommt der große Reklametrick! Göbbels be- fiehlt, beiden Lagern gerecht zu werden, dem eigenen und dem gegnerischen:„Schreiben Sie": „Bei van der Lübbe handle es sich trotz seiner gemeinen Tat immerhin um lleberzeugunstäterschaf». Selbstver- stündlich sei, daß es sich bei der Auswahl der Todesart um keine»lei Strafmilderung gehandelt habe!" Dieser Schreibebefehl ist völlig auf massenpsychologische Wirkung, auf Irreführung abgestellt. Am Tage nach dem Brande wurde in ganz Deutschland die Notverordnung ausdrücklich als„Lex van der Lübbe" mit dem Zusätze proklamiert, van der Lübbe werde bestimmt gehängt werden. Das hitlerhörige Volk erwartete nun natürlich das Hängen. Die gesamte kultivierte Welt stemmt sich schon gegen die Hinrichtung, geschweige gegen das Hängen van der Lübbes. Also läßt Göbbels seinen hitleristischen Lesern etwas von Ueberzeugungstäterschaft vorsetzen, deretwegen man den Lübbe doch nicht habe hängen kön- nen, und damit beseitigt er den schwersten Angriff der Weltmeinung. Er beruhigt dann aber seine aufgepeitschten Anhänger wieder mit der Versicherung, daß eine Straf- Milderung nicht in Frage gekommen sei: als ob es für den Verurteilten nicht beim Hängen genau so und endgültig ukn sein Leben ginge als beim Hand- b e i l oder beim Schafott2 Aber in diesen amtlichen Notizen liegt noch eine weit schwerere, heuchlerische Ge- meinheit! Tie breite Masse namentlich im Auslande soll in den Glauben versetzt werden, nur das Hängegesetz sei ein solches mit rückwirkender Kraft und dies habe man ja auf van der Lübbe nun doch nicht angewendet! Dem Schreiber aber gibt die ganze heuchlerische Geschichte An- laß, nachstehend die niederträchtigen Richtlinien, nach denen Hitler in dieser Beziehung handelt und die bloß eine von ihm aufgegriffene fremde fixe Idee bilden, wörtlich zu zitieren: „Die Staatskunst hat mit dem Tittengesetze nichts ge- mein— Wer regieren will, muß mit List und Heuchelei arbeiten.— In der Staatskunst muß man fremdes Eigentum ohne Zögern nehmen, wenn hierdurch nur Unterwürfigkeit und Macht erlangt werden. Unsere Re- gierung, die den Weg friedlicher Eroberung geht, darf die Schrecken des Krieges durch weniger bemerkbare, aber um so wirksamere Hinrichtungen ersetzen, mit denen die Schreckensherrschaft ani'rechterhalten werden muß, um blinden und unbedingten Gehorsam zu erzivingen. Nicht alleine des Vorteiles wegen, sondern auch vor allem int Namen der Pflicht, des Sieges halber, müssen wir fest- halten an ber Anwendung von Gewalt und Heuchelei Für uns ist die Kenntnis dieses Umstandes von aller- größter Bedeutung. Tie wird uns zustatten kommen bei de» Verhandlungen über die Verteilung der Staatsgewalt, die Freiheit des Wortes, der Presse und des Glaubens, das Recht des Zusammenschlusses, die Gleichheit vor dem Gesetz, die Unvcrlctzlichkeit des Eigentums und der Wohnung, die indirekte Besteuerung und die rückwirkende Kraft der Gesetze. Ueber alle diese Frage» darf man mit dem Volke niemals offen und rückhaltlos sprechen. Ist es unumgänglich notwendig, sie zu berühre», so dürfen wir uns nicht aus Einzelheiten einlassen, sondern nur in all- gemeinen Redensarten die Grundsätze einer neuzeitigen Gesetzgebung anerkennen Wir werden jeden unbarm- herzig hinrichten lassen, der sich mit der Waffe in der Hand gege nuns und unsere Herrschaft auslehnt."(WvZ. 2311, 24-VI, 25-1, 39-VI und 51-1.) Tie Tatsache, daß ich imstande bin, diese deutlichen, nach der eigenen Behauptung Hitlers aus dem Jahre 1897 stammenden fremden Regierungsrichtlinien, die Hitlers fixe Idee geworden find, hier zu veröffentlichen, beweist zugleich die größte Lüge, welche je geschicht- I i et) c Wirkung gehabt hat, denn ganz Hitlerien (Hitler-Germanien) glaubt, daß alle Regierungsideen und Regierungsmaßnahmen persönlich-geistiges Gut des„Füh- rers" und seiner Mitarbeiter seien, während diese „Herrenmenschen" gar nichts Einfacheres und gar nichts anderes versuchen, als ein Schreckensregiment nach diesen utopischen, tausendfach überlebten alten„Plänen" auf- zurichten. Man schreibe:„Der große Weltbetrug!" und treffe so das Richtige! fan der Lobbe von Goring beseitigt Cr bat die Hinrichtung erzwungen Paris, 12. Fan. lInprcß!. Das Sekretariat des Unter- suchungsausschnsses zur Aufklärung des Reichstagsbrandes nimmt in einem ausführlichen Kommunique zu der voll- streckten Hinrichtung van der Lübbes Stellung. Der Unter- suchungsausschuß erklärt, baß diese überhastete Hinrichtung nur durch einen unmittelbaren Druck von feiten Görings zu erklären ist. M i t der Hinrichtung van der Lübbes hofft Göring, einen der iv ich tig st en Zeugen zur endlichen A u s k l ä r u n g und F e st st e l l u n g der ivahren Brand st i f t c r für eioig stumm ge- macht zu haben. Göring befürchtete, daß die immer stär- ker einsetzende Internationale Protestbewegung, die besonders stark in Holland»var und stürmisch die Erhaltung des Lebens van der Lübbes forderte, seine Konkurrenten im Hitler- Ministerium hätte bewegen können, aus außenpolitischen Gründen Lübbe am Leben zu lassen. Um das zu verhindern, hat Göring alle Minen springen lassen und den äußersten Druck eingesetzt, um die für die breite Oesfentlichkeit Plötz- liche Hinrichtung Lübbes zu erzwingen. Ter Untersuchung»- ansschüß hat sofort nach dem Urteil die Aufhebung der Todesstrafe für van der Lübbe gefordert und festgestellt, daß nur die Mittäter ein Interesse an seinem Tobe haben können. Der Untersuchungsausschuß erklärt, daß er trotz dieses Ver-' schwinden» eines der wichtigsten Zeugen unerschütterlich sei- nen Plan durchführen wird und nicht ruhen und rasten wird, bis die wahren Brandstifter und damit die Mitverschworene» von Lübbe festgestellt sind. ver Clndnuk in Holland Au» Amsterdam schreibt uns ein Mitarbeiter: Die Anteilnahme an dem Schicksal van der Lübbes war kn Holland, seinem Heimatland, naturgemäß stärker als anderswo. Nicht etwa, daß irgendwelche eriistziinchmeiiden politischen Kreise die Tat van der Lübbe» gebilligt hätten. Noch einige Tage vor der Hinrichtung ließ sich da» feststellen, als die Gruppe der Räle Kommunisten, der van der Lübbe angehört baite, Zettel anklebte, in denen van der Lübbe der Arbeiierschasl als leuchlcndes Beispiel zur Nacheiferung hin- gestellt wurde Die Zettel wurden kaum beachtet, und wer sie las. schüttelte den Kopf. Auf einem völlig anderen Blatt steht jedoch die mensch licheAnteilnahme mit dem verführten und mißleiteten jugendlichen Wirrkopf Sie geht bis breit inS Bürgertum hinein. Die geistige„Abhärtung" llies: Verrohung!, auf die der Hitler-Deutsche so stolz ist. hat in den Niederlanden noch nicht allzuviel(wenn auch einige) Freunde gesunden. Man muß bedenken, daß in den Niederlanden seit mehr a l s einemIahrhundcrtkcinTodesurteil mehr voll- streckt worden ist söhne daß deswegen schwere Verbrechen hier irgend häusiger wären als sonst in der Welt, im Gegenteil!). Und nun soll dieses Volk, das den Mord von Gesetzes wegen für seinen Bereich abgeschafft hat, es hinnehmen, daß einer aus seiner Mitte wegen einer Tat hingerichtet wird, bei der kein einziger Mensch getötet, ja nur in Geiahr gekommen ist! lind nicht nur, daß wegen einer bloßen Brand- st i s t u n g der Scharfrichter in Tätigkeit gesetzt wird,— es kommt noch der jedem Rechtsgeiübl Hohn sprechende weitere Umstand hinzu, daß diese Tat zur Zeit ihrer Begehung nicht nrit der Todesstrafe bedroht war, sondern daß diese erst nachträglich— einen vollen Monat später— auf die Handlung van der Lübbes zugcpaßt wurde.?aS findet kaum ein einziger Niederländer gerecht und in Ordnung. So hat denn die ganz unerwartet liier eintreffende Nach- richt von der H.nrichtung van der Lübbes g r o ß e K o n st e r- nation hervorgerufen. Ueberallversammelten sich vor den Aushängen der Zeitungen und den in der ganzen Stadt ver- breiteten Anschlägen der Arbeiterpresse die Menschen und besprachen erregt und entrüstet da» Ereignis. Namentlich erregte allgemeine Enttäuschung und Empörung, daß die Hitler-Regierung über das von der holländischen Regierung für van der Lübbe eingereichte Gnadengesuch glatt zur Tagesordnung übergegangen war. lieber diese unfreundliche Haltung gegen die Regierung eines Nachbar- lande», die ihrerseits wirklich jede Brüskierung de«„dritten Reiches" sorgfältig, ja übertrieben sorgfältig vermieden hat. gab es nur eine Stimme im Publikum: Van der Lübbe mußte zum ewigen Schweigen gebracht werden, er wußte zu viel! Bezeichnend ist. daß die Amsterdamer Polizei sich veranlaßt sah, sofort nach Bekanntwerden der Hinrichtung daS deutsche Konsulat an der Weteringschans unter ver- st ä r k t e n S ch n tz zu stellen. Die Niederländer sind ein sehr rußiges Volk, ihre äußere Haltung läßt sie oit phlegmatisch erscheinen. Aber darunter verbirgt sich ein sehr subtiles und eindrucksfähiges Emp- finden. Sie werden sich iür die Hinrichiung van der Lübbes nicht an Fensterscheiben rächen. Aber dieser Eindruck von deutscher„Gerechtigkeit" sitzt und ist u n v e r l ö s ch l i ch. Recht und Gerechtigkeit nach Hitler „Der nationalsozialistische Staat ist ein gerechter Staat. Ob er ein„Rechtsstaat" ist, hängt davon ab, welchen beton- deren Inhalt man diesem vieldeutigen Wort gibt und wie- weit man den Rechtsstaat zu einem gerechten Staat in®e» gcnsatz bringen will." sProf. E. Schmitt in der„Juristische» Wochenschrift".» Ist lemnria entdeckt? Verschollenes Land auf dem Meeresboden Die englische Sir• John-Murray- Expedition, die gegenwärtig unter Leitung von Professor Stanley Gardiner ozeanograpliische Vermessungen im Arabischen Meer, dem nordwestlichen 1 eil des Indischen Ozeans, vornimmt, glaubt, dort das Land L e m u r i a entdeckt zu haben. Der Name L e m u r i a, der an die Lemuren sHalbafscn) erinnert, ist als geographische Bezeichnung noch recht neu. Ter englische Geograph P. L. S c l a t c r hat ihn 1374 in die Wissenschaft eingeführt. Um die gegenwärtige Verbreitung der Halbaffen zu erklären, nahm er an, daß früher einmal im westlichen Indischen Ozean eine große zusammenhängende Landmasse bestanden habe, die auch Madagaskar und Vorder- indien umfaßte. Die Tiergeographie ist von dieser Erklä- rungsweisc heute schon abgekommen,' aber daß eine wiche Landmasse von ber Jurazcit bis in das ältere Tertiär existiert haben muß, ist aus geologischen und anderen Befunden sicher erschlossen worden.„ Die Paläogeographie ist eine aufregende Wiyen- schalt: sie muß arbeiten wie der Detektiv im Kriminalroman, der durch genaueste Analysen der„Spuren" und ,on,t durch bloßes Schließen den Täter ausfindig macht. Wie hat es früher einmal auf der Erde ausgesehen? Welche Gebiete waren vergletschert? Wo zogen sich die Gebirge hin, wo lagen die Meere? In welchen Gegenden waren Vulkane am Werk? All diese Fragen sollen aus den spärlichen lieber- blcibscln, au» den Mecresablagernngen, aus Versteinc- Hingen von Tieren und Pflanzen usw. beantwortet werden. In den letzten Fahren wurde die von Alfred Wegener ausgestellte Verschiebungsthcorie der Kontinente in weiten Kreisen bekannt, derzusolgc alle Landmanen der Erde ur- sprünglich aus einem Gebiet vereint waren, dann aber unter der Wirkung der„P o l f I n ch t" und der„W e st d r i f t" sich teilten und in Kontinente aufspalteten. Andere Auffassungen vertritt die L a n d b r u ck c n- theo rie, die zwischen einzelnen Erdteilen in der geo- logischen Vergangenheit auch Verbindungen, Landbrucken, vermutet. To etwa zwischen Italien und Tunis,«panirn und Marokko: zwischen den nördlichen Teilen von Amerika, Europa und Asien,' so auch zwischen Arabien und Vorder- indien, eben unser„Lemurien". Lcmurien ist aber nur ein Teil einer noch weit größeren Landbrückc, nämlich des God- wanalandes. Dieses große Erdstück soll im Jung Paläozoikum nicht nur Madagaskar und Vorderindien, sondern dazu noch Mittel- und Südafrika und auf der anderen Seite Ostindien umfaßt haben. Einige Forscher bezeichnen mit Godwanaland sogar den riesigen S si d k o n t i n e n t, der in den geo- logischen Zeiten vom Devon bis zum Iura vom östlichen Südamerika über Afrika nach Indien und Australien reichte. Neben Godwanaland hat es in der Aussasiung dieser Forscher nur noch die beiden Kontinente AngaralandA> jede Gewähr für pünktlichste Ausführung aller hereinkommenden Aufträge besteht. Zweifellos hat Sachse» an de» gesamtdeutschen Erfolgen der ArbeitSschlacht des Jahres 1088 einen sehr erheblichen Anteil. So konnte die erschreckend hohe Zahl der Erwerbs- lofen in Sachsen von einem Höchststand von 7ISOOO im Jahre 1033 aus 450 000 im Dezember 1033 heruntergedrückt werden. Trotzdem übersteigt aber die sächsische Arbeitslosen- zisser den Reichodurchjchnitt noch immer um mchr als 5» Prozent." Man sollte mithin die Schwindler als„Wirtschaftssabo- teure" hochnehmen und einsperren, die frech und hitlersnrchtig die Arbeitslosen-Statistik fälschen. «IIa hosplialis glcidigcsdialiei Zimmervermieten an Studenten„einheitlich" geregelt Tie Unterkunft der Studenten der Technischen Hochschule in Braunschweig außerhalb der.KaineradschastShänser ivird in Zukunft einheitlich geregelt. Vom Beginn de? Sommer- semesters l084 an dürfen sämtliche Studenten ihre Wohnung nur noch bei einem der vom Akademischen Wohnungsamt zugelassene» Vermieter mieten. Alle Vermieter, die zur Zeit zwar an Studenten Zimmer abgegeben haben, aber keinen, Antrag auf Zulassung zur Vermietung stelle», könne» vom Anfang des Somuierfeniesters au stickt mehr an Studenten vermiete». Die Zentralisierung geschieht im wesemlichen. um nach der Einrichtung der Kameradschaftshänier de» noch verbleibenden Rest der Studenten bedürftigen Familien zu- weisen zu können. ver ludcnhoijhotl Geschäftsruin In der Rcgensburger„Bayerischen Volksmacht" wurde die Frage gestellt:„Wer macht in Neumarck das beste Weih Nachts- geichäft?" und die Antwort durch eine Tcrrordrvhnng er- leichtert:„.... Kannst Du die Iudeiigcschäste nickt melden, dann bist du kein Deutscher und noch viel weniger ein Ratio- nalsozialist.. Das„Eschweger Tageblatt" veröffentlicht in der Rubrik „Braunes Brett" die Bekanntmachung des dortigen Kreis- letters der NSDAP.:„Wer als Mitglied unserer Bewegung in südischen Geschäften kaust oder mit Juden handelt, ivird wegen parteischädigende» Verhaltens aus der Bewegung gnsgeschlossen. Nationalsozialisten kaufen nur in deutschen Geschäften." Lindau. 10. Jan. lFnpreßi. Der Hauptausschuß des Lin- daucr Stadtrats hat beschlossen, Iudenfirmcn zu den Lindauer Jahrmärkten in Zukunft nicht mehr zuzulassen. vie„Unsidilbaren" „Löhne wie nicht seit 50 Jahren" tInpreßi:„Manchester Guardian" schreibt, daß die Zahl der Arbeitslosen in Teutschland weit höher angenommen werden müsse, als die offiziellen Stellen angeben. Die un- sichtbaren Arbeitslosen würden ans 1500 000 geschätzt: sie waren wenig mehr bei Beginn des letzten Jahres, als die Saclwcrständiaen die Gesamtzahl der eingetragenen»nd unsichtbaren Arbeitslosen ans acht Millioner schätzten. Das Nachlassen der Arbeitslosigkeit beruhe nicht zuletzt aus der Tatsache, baß viele Zehntauiende in Konzentrativnslaaern untergebracht seien, 60 000 Indische und politische Flüchtlinge im Ausland seien»nd auf der Tatsackc, daß verheirateten Frauen eine Beschäftiaung untersagt sei. Die Zahl dieser Personen komme in keiner Ziffer zum Ausdruck: sie wird vom Institut für Konjunktursorscbuna ans 250 000 geschätzt. Ein wichtiges Kriterium bei der Beurteil«»» dieser Ziffern seien nicht die Arbeitslosen, sondern gerade die arbeitenden Persoven, die zur Krankenversicherung angemeldet feien. Ende Oktober zum Beispiel aab man die Ziffer von 1 304 000 als neu eingestellt an: zur Krankenversicherung waren jedoch nur 1148 000 angemeldet. Die Arbeitslöhne, stellt das Blatt fest, sind augenblicklich 3>euisdke Stimmen• Beilage sur„Deuiseften&reifhcit"• freienisse und Qesdkiffkten ■HHffiiilHps WWWWWMWW■: M» Samstag, den 13.Januar 1934 „7le(knkcieg&sctiauirfätür Pnvatkrankei tlglich eon I bis S Uhr. Sonn* und Feiertags eon 10 bis 12 Uhr————— Schließlich: wenn gewisse Herren täglich„enthüllen", warum enthüllten sie dann weder den Oustric- noch den Staviskv- Skandal? Recht hat er, der Jarjaille. Und das einzig Heitere an der ganzen Geschichte ist der Reinfall des schönen Adolf, der auf dem Wege über den schönen Alexander in Paris mit käuflichen Journalisten getechtelmechtelt hat,— und der das nächste Mal vorsichtiger sein muß, damit er nicht wieder in die Nähe eines neuen Stavisky kommt.— Der Baumgärtner Der vielseitige Stavisky hat sich auch als Baumgärtner betätigt, und zwar in Orleans. Und das ging so zu: Der schöne Alexander wollte auch in der Loirestadt seine Bons unterbringen, stieß aber auf den harten Widerstand des Senators T u r b a t, des Maire der Stadt. Monsieur Tur- bat ist nun ein großer Baumgärtner vor dem Herrn, einer der bedeutendsten von Frankreich, und das will etwas heißen, denn nirgendwo steht die Obstzucht so in Ehren, wie in dem Lande, das den wunderbarsten Apfelsorten den Namen gegeben hat. Auch zu Stavisky drang dieser Ruhm,— und was tat der smarte Rumäne? Er verwandelte sich sofort in einen begeisterten Obstzüchter und mehrfachen Schloßbesitzer und ließ sich in dieser Eigenschaft bei einem Essen dem Senator vorstellen, indem er ihn um Rat wegen der Verschönerung seiner Parks bat. Der Maire mißtraute dem Apfelfreunde anfangs auch kaum, da er ihm unter dem Namen„Alexandre" vorgestellt war, und hörte geduldig die Reden des Wurmstichigen über Veredeln und Blattläuse und echte Butterbirnen an. Da aber ließ der bei Alexander so nebenbei die Worte fallen:„Ach, Herr Maire, seien Sie doch Der Leiter der Untersuchung im Stavisky-Skandal Lapayre wurde zum Untersuchungsleiter in der Affäre deS Bank- krachs von Bayvune gemacht. nicht gar so streng wegen der Sachen der Sparkasse. Da haben Sie mir wirklich bitter Unrecht getan." Na, darauf wurde der Maire hellhörig, und Stavisky erreichte seine Früchte nicht. In diesem Falle waren sie ihm Frankreich, oder das Glück des Mittelstandes Es ist bekannt, daß Frankreich auch heute noch mit etwa 34 Prozent seiner Einwohner das Land der Bauern ist, und daß die große Revolution von 1789 durch Besitzwechsel auf ewig einen leistungsfähigen Mittelstand geschaffen hat. Der Krämer, der Schuster, der Handwerker beherrscht auch heute noch Paris. Nicht zu vergessen auch die Concierge, die allerdings soeben in einer scharfen Epistel gegen die „provinziellen" Auswüchse des schönen Paris den Zorn des großen Amerikaners Theodor Dreiser hervorgerufen hat. Daß Frankreich das Land des Mittelstandes ist, ergibt sich auch aus seiner neueingeführten Lotterie, aus dem Zufall des Fallens der großen Lose. Der erste 5-Millionen. Franken-Gewinner war Bonhoure, der Bader aus Tarascon. Der zweite der Kohlenmann Ribiére aus Avignon. Der dritte, der Müller Rochetaillade, hat soeben 60 000 Franken seines neuen Reichtums für die sechs Waisenkinder gestiftet, die den Gewinn im Trocadéro gezogen haben. Der neueste fünffache Millionär, frisch im Trocadéro gebacken, ist der Bäcker Felix R e y n a u d, wohnhaft wieder im schönen Süden, zu Cavaillon im Vaucluse. Reynaud ist 35 Jahre alt, hat eine Witwe geheiratet, hat den ganzen Krieg mitgemacht, wurde bei Vpern verwundet und teilt heute noch die „Baguette" und die„Croissants" aus, ein Normalfranzoso. Der Pariser Taxenpreis Nach einer Verfügung des Präfekten der Seine ist den Autotaxen freigestellt worden, den Preis der Nachttaxe nach Gutdünken zu bestimmen, d. h. nicht etwa nach oben, sondern vom gesetzlichen Fahrpreis abwärts. Eine Taxigesellschaft fuhr bisher schon ein Fünftel hilliger, als der festgesetzte Preis ist. Der bisher gewohnheitsrechtlich eingeführte Zustand, mit dem Chauffeur einen Nachtpreis zu „fixen", hat also jetzt die präfektoi.sche Zustimmung erlangt. Achtung, Wohnungsuchunde! Nach dem französischen Mietergesetz von 1926 29 müssen die Hausbesitzer und Inhaber von Familienpensionen die leerstehenden Wohnungen in gut lesbarer Schrift mit Preis und Zimmerzahl durch Hausanschlag bekannt geben. Außerdem müssen leerstehende Wohnungen 14 Tage nach dem Auszug in Paris auf dem Rathaus angemeldet werden, beim Wohnungsdienst, einer Abteilung des Hygiene-, Arbeits- und Sozialfürsorgewesens, und an den anderen Orten hei der Mairie. Die Präfektnr der Seine lädt Interessenten ein, die genauen Bestimmungen iiher Klein- und Mittelwohnungen nach dem Gesetz vom 9. August 1929 dort einzusehen. Das Neueste Nach einer Havasmeldnng aus Madrid wurde DoitafrS» tagadend ein junger Mann, der faschistische Blätter seiUbt, aus offener Strafte nach einem Wortwechsel niedergeschossen. Kurz vorher hatten Zusammenstöfte zwischen Faschisten und Jnngrepublikanern stattgefunden, die den Verlans von faschistischen Flugschriften verhindern wollten. Haoas meldet ans Buenos Aires, daft die Provinz Mendoza von einer Hochwassergefahr bedroht ist. Bisher sollen KU Personen ertrunken sei«. Der litauische(Gesandte ist am Donnerstag wegen der Lage im Memelgebiet zu einer Rücksprache ins aus» «artige Amt gebeten worden. Der Gesandte hat die ge» meldeten Absichten litauischer Stellen gegen die memel« ländi^r Autonomie nachdrücklichst in Abrede gestellt und gegen ihre Verbreitung Verwahrung eingefegt. Der deutsche Botschafter v. Hassell ist am Donnerstagabend von Mussolini empfangen worden. Die von Frankreich beschlossene Herabsetzung der Einsuhrkontingente für eine grofte Zahl eng« lischer Waren um 7.1 Prozent ist nunmehr ausgehooea worden. Die englische Presse spricht von einem Rückzug Frankreichs. Die chinesischen Regierungötruppen haben K» t s m« n besetzt. Nach der Unterredung SimonS mit Henderson wird mit- geteilt, daft die Genfer Bürositzung ans den 2». Mannar oder einen noch späteren Zeitpunkt verschoben «erde» wird. In Pyritz in Pommern wurde am Donnerstagabend der Polizeihauptwachtmeister Erich Schalow bei einem Patrouillengang durch vier Schüsse nieder- gestreckt. Eine Kugel drang ihm iuS Herz und iübrte feinen sofortige« Tod herbei. Es dürste stch um einen Rache- alt handeln, da der Beamte vor einlaen Taaen in einer Diebstablsanaelegenhelt mehrere Hansirchnnaen vor» genommen hatte. Die Polizei hat noch am Abend mehrere Berhastnngen vorgenommen. Räch einer Meldung ans Tokio soll gegenwärtig m der dortigen Gegend eine Grippeepidemie herrschen, die in den letzten zwei Wochen täglich 130 Tote gefordert habe. Samt- liche Krankenhäuser der Stadt seien überfüllt. Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, hat die Polizei einen Pater des(shrift- M 8 n i g s- H eim s der Gesell- schalt"M« in Plieningen bei Stuttgart unter dem dringenden Verdacht des sittlichen Vergehens an.logendlichen in Haft genommen«nd dem Richter vorgeführt. Sfurm Ober England dnb. London, 12. Jan. Schweres Sturmwetter herrscht im ganzen Bereich der englischen Inseln und hat grofte Störungen im Schiffahrtsoerkehr verursacht. Der Dampfer »Mauretania" konnte gestern abend den Hasen Plnmouth nicht anlauten und ging direkt nach Cherbourg weiter. Der englische 22 SM-Tonnen-Dampfer„Strathnaver", du mit Reisenden, Post und 350 000 Pfund Sterling Gold an Bord von Australien kam, konnte erst nach vierstündigen müh- seligen Bemühungen in den Hafen von Plymouth einlaufen. Der Wind erreichte stellenweise eine Stunde-lgeschwindlgfcit von IM Kilometer. rinnisdier Zollkrieg Gegen Deutschland Nachdem die finnische Negierung die Berliner Dezember» Verhandlungen damit eingeleitet hatte, daft sie gleichzeitig vom finnischen Reichstag Kampfzölle auf Koks, Salz und zahlreiche andere für Teutschland wichtige Waren sur den Fall des vertragslosen Zustandes beschließen lieft, hat die Regierung heute i» später Abendsitzung auf Grund ihres V o l I m a ch i g e s e tz c s vom 8». Dezember 1983 zahlreiche Einfuhrverbote gegen Waren deutschen Ursprungs erlassen, welche flüchtiger Schätzung nach etwa IM Mill. Finnmark der bisherigen deutsche« Ausfuhr nach Finnland betreffen, also beinahe die Halste. vie Türken bekommen Familiennamen Istanbul, 11. Januar. Zu dem neuen Gesetz über die türki- scheu Familiennamen ist eben eine wichtige Ergän- zung erlassen worden, nach der, wie in den andern europäi- schen Ländern, der Vorname vor dem Familiennamen zu stehen kommen wird. Weiter ist verboten, als Familien- namen irgendwelche Grad- oder Rangbezeichnung anzu- nehmen, die den Trägern eine gewisse soziale Höherstellung ermöglichen würde. Ebenso ist es untersagt, Rassebezeichnun- gen, Nationalitätsbezeichnungen oder Stammeszngehörig- feit durch den Familiennamen auszudrücken. BRIEFKASTEN Q7 Grand'rue v I y nur L Stock STRASBOURG Grosse Auswahl in Pelzkragen ab 20 Fr., Pelz- iaijuettes ab 175 Hr., Pelzmäntel ab 350 Hr., /sab.- und Skunksfüchse ab 150 Fr., Skunks-Colliers und Echarpes ab 200 Fr. Reparatur. 50' h Ersparnisse 1421 Auch die fl Klein* Anzeige" In de „Dautschon Frai hol t'bringt Eile Steuerfragen Gesellschaffsgründungen Wenden Sie sich an F« BRIQUEU LICENCIE EN DROIT ehemaliger Kontrolleur der direkten SteueT» Behörden, um vom offiziellen Standpunkt aus beraten zu werden. 25, Bd. Bonne-Nouvelle, PARIS(2), Telefon Louvre 22-93 ®. R., London. Ter«bonneinentspreis der„Teiitschen Freiheit" beträgt in England 4 sh und 1,10 sh^orlo, zusammen also 6,10 sh- Wenn Ihr Biichhändler Ihnen 66 sh berechnet, so ist da« allerdings ein gewaltiger Irrtum. Ihre anderen Mitteilungen, bzw. Anregungen, habe» wir der Redaktion wcitergeleitet. Freundlichen Gruß. .Hochwald". Wir danken Ihnen, daß Tie un» folgende» Zierbot de« Landrats R a d c m a ch e r in Bad«reuznach zugänglich machen: In letzter Zeit treten erneut Versuche hervor, Verbände oder Vereine der Rcichsbankgläubiger und Jnflationsopser zu grün» den. 911« Zweck wird herausgestellt, die Aufweriung der alten, verfallenen Rcichsbanknolen zu betreiben. Ta die Bildung solcher Vereinigungen und die Mitgliedcrwerbnng geeignet sind, Unrube in die Bevölkerung zu bringen, wird einem Zusammen« s ch l u ß der Besitzer von V o-r i r l e g s n o t e n b e h ö r»- l> ch e r s e i t s entgegengetreten. Die zuständigen Ttel» len sind angewiesen, das Tragen von Perbandsabzeichen durch Angehörige derariigcr schon früher gebildeten Ortsgruppen und den Vertrieb von Rachrichlcnblättern zu verbieten." Tic Jnflationsopser hatten die größten Hoffnungen ans Hitler. Run werden sie vor die Tür gesetzt. Nutznießer der Httlerschen Machtergreifung sind nur die hochbezahlte» Nazibonzcn. Das hätte» auch die Jnslationsopfer schon vorher begreifen können. Hesse. In dem parteiamtlichen„Mainzer Anzeiger", für dessen Zu« fendnng wir ihnen danken, steht zum Jahresbeginn u. a. zu lesen: „Mit Innerer Siegcsgeivtßheit traten 160 Millionen Deutsche auf der ganzen Rest zu dem Kampfe an, de» auch das Nene Jahr uns nicht ersparen wird— aber sie traten nicht an hinter gelb« weißen oder rot-iveiß-roten oder sonstigen Fahnen, sondern hin» ter der Fahne der nattonalsozialisttschen Revolution!" 166 Millionen Tentschc? Wo wohntn die? Im Reich sind es nnr 06 Millionen. Mit den Taardentschen und den Oeftcrrcicher» kaum 76 Millionen. Ter Rist sind Tcutschsprachige unter fremder Ton« veränität, so zum Beispiel die Elsaß-Lothringer, ans die Hitler so gerne und freudig verzichtet— solange er sie nicht gewaltsam zurück» holen kann. H. F., Mülhausen. Tie Verleihung von„Ebrcndolchen" in der TA. ist, wie der römische Gruß, den italienischen Faschisten nach» geäfft Wenn sich die Leute wenigstens Hamlets Wort zur Rieht« schnür nehmen würden:.Nur reden will ich Tolche, keine brauchen..." W., Ncunkirche». To» kommunistische Blatt im Saargrbiet bat »»S wieder einmal.entlarvt". Wir haben. uns nämlich erlaubt, de» zweiten Fünsiahrcsplnn der Nnssen wohlwollend zu besprechen. In unserer Einfalt hatten wir gar nicht bemerkt, daß man au» dieser Anerkennungdes Willens der To löse is zum Aiisbä» auch eine— Anbiederung der bösen„Deutschen Freiheit" an das Welt» kapital herauslesen kann Wenigstens behauptet das die kamninal» «tische Zettung. und die wird es schon wissen. Auf Grund dieser Entdeckung hoffen wir, nn» nicht nur von Toivsetrutzland, sondern auch vom„Wcltkapital" die Subventionen endlich zu erhalten, die un» noch immer fehlen. Da» kommunistische Blatt aber, da» un» alle paar Tage eine schlechte Note wegen„ArbetterverratS" erteilt, bitten wir, uns zu glauben: E» ist bei»n» nicht böser Wille. Ihr meint zu Unrecht, e» sei soziatsalchistischc Rasfinege, was nur unsere bedauerliche Tummheil ist, der leider auch das Studium des letzten Ekkibrieses nicht geholfen hat. Wir verstellen uns nicht. Wir sind wirklich s» dumi^... Görinas Einkreisung „Der Weg zur Reichspolizei" Man schreibt uns: Sie bringen in der Nummer ä vibres Blattes vom«-<'8. Januar auf der letzten Seite eine Notiz»der»Der Weg zur Reichspolizei". in der Sie am Schlüsse sagen, da« nur noch Bayern und Preußen mit Länderpolizei iibrig bleiben. Daraus muß der Uneingeweihte schließen, daß in Bayern der TS.-Führerosort ins Untersuchung'g>ssäng- nis abgeführt. Tél. Trinité 43-13 Métro P i g o 11 e Deutsche Poliklinik Poris, 62., Rue de lo Rochefoucauld »1 Allgemeine Konsultationen mit» Spafelixes. b) Cbirwrjfie e) GebnrtnMMliche Klinik i) Zehn«IT(lichee Kabinett innere Medizin, Augen*. Ohren-, Nasen* and Kehlkoptkmk, Zweirtd«kifejJSMJtoriiimt«ebiti