Einzige unabhängige Tageszeitung Deutschlands Nummer 16— 2. Jahrgang| Saarbrücken, Samstag, 20. Januar 1934 I Chefredakteur: M. B r a u n Ans dem Inhalt Wilhelm II. als„Saloteuc" Seite 2 7 lazUtmigcant spricht Seite 3 Reichstagsbrand nicht gelöscht Seite 4 tntscheidungsiahc 1935 Seite 5 £Mes Sterbestunde Seite 7 BHlers Alle Oardc droht »Sonst werden wir bösartig'-„Merkt es Eudi, Ihr Gleidigesdiolteten" Ter ReichSgrûàngstag am 18. Januar Ist ohne jede parteiamtliche nationalsozialistische Kundgebung vorüber- gegangen. Man will sich von diesem rein monarchistischen Gedenktag distanzieren. Ter Reichskanzler wird erst am •80. Januar, dem Jahrestage seiner Berufung als Kanzler, das Wort nehmen und vermutlich programmatische Aus- sührungen zur Reichsreform und zur neuen ->! c i ch s v c r s a s s u n g machen. Es soll in Zukunft zwei nationale Festtage geben: den l. M a i, als Tag der deutschen Arbeit, und den 1. Oktober als Erntedankfest und Tag der deutschen Bauern. Seit einigen Tagen werden wie auf Kommando in der nationalsozialistischen Presse sehr radikale Töne gegen die Opponenten von rechts und links angeschlagen. To äusterte sich bei einer Kundgebung der nationalsozialistische Handels- und Gewerbeorganisationen laut„A n g r i f f" der stellvertretende Gauleiter Ttaatsrat Görlitzer u. a.: „Wir r nffcn uns von den gleichgeschalteten Bürgern und Freimaurern nicht den Bestand unserer Ueberzengung an- tasten. In der ständigen Kampfbereitschaft werden wir nicht müde werden. Jede Tabotage würde eine Behinderung der wirtschaftlichen und politischen Wiederanfrichtung Deutsch- lands bedeuten. Tie Revolution umsaht alles, was uns passiven Widerstand leistet und nicht gutwillig mitmacht. Wir lassen an unseren Mitgliedern und unserem Werk weder von der Internationale noch von den Monarchisten rühren." Ter„Ausbau", das amtliche Organ der NT.-Hago, also der Mittelstandsorganisation, auf der Görlitzer seine mihmutige Rede hielt, schildert die Stimmung der Unzufriedenheit in den gewerblichen Kreisen so: „Sie sdie Mitglieders sind enttäuscht zu sehen, dah unsere Organisation kein Sprungbrett sür ihre eigennützigen Ab- sichten ist... Tao natürlichste wäre, wenn sie sich schien- «igst zum Teufel kehrten... Nicht nur, dah sie über alles und alles schimpsen, was in unserer Organisation geschieht, sie wagen es sogar, auf das Programm der NSTAP. zu pochen... Zu dieser Kategorie— denn nicht nur bei uns, sondern überall mehr oder weniger versteckt wühlen Maulwürse—» gesellt sich die Kategorie der schlechten Beitragszahlcr, viel- fach sogar decke,, sich beide... Sic stellen über jeden Groschen, den sie sür die Bewegung flüssig machen, ei» gc- waltiges Lamento an.'.. Sie befitzen die Geschmacklosig- teit, über den lumpigen Groschen, den sie monatlich sür die GHG.-Selbsthilfe zahlen, noch Worte zu verlieren..." Tas alles aber ist nichts gegen die Drohungen, die der stellvertretende Gauleiter Emil S t tt r tz in der größten nationalsozialistischen Provinzzeitung, dem„Dortmunder Generalanzeiger" ausstößt. Er arbeitet in einem besonders schwierig gelagerten Gebiete. Die Klassengegensätze sind groß wie immer, und das Unterdrückungsgesetz gegen die Arbeiter „zur Ordnung der nationalen Arbeit" wird sie nicht mildern. Im rheinisch-westsälischen Industriegebiet steht der National- sozialismus zwischen den Tchwerindustriellen, die Hitlers Freund Thyssen führt, und den Millionen Arbeitern und Angestellten, die auf Befehl Hitlers dem Kommando Thyssens unterstellt find. Mit etlicher Verwunderung blicken die „alten" Kämpfer des Hakenkreuzes auf den schwerindu- stricllen„Nationalsozialismus", der nichts anderes ist als hvchkapitalistische Diktatur über die Massen des Arbeits- Volks. Tie wollen nicht glauben, daß das brutale Wieder- erstehen des ungehinderten kapitalistischen Herrentum Hitlers Wille ist und tun so, als sei, was da geschieht, Tabo- läge au Hitlers edlem nationalsozialistischem Wollen. Das Rumoren in der betrogenen Arbeiterschaft muß schon recht stark sein, wenn der stellvertretende Gauleiter Ttürtz den folgenden Aufsatz veröffentlicht: Tarin lag ja immer die Ztärte der nationalsozialistischen Bewegung, dah die, die sich ihr zuschworen hatten, allezeit bereit waren, als verlorener Hause sich zusammen- bauen zn lassen sür die Idee, die ihnen mehr galt als das Leben.— Und diese sind es, mag sie das Bertranen des Führers eingesetzt haben, gleich, wohin, mag sie die Rot- wendigkeit der gegenwärtigen Neugestaltung Teutschlands räumlich voneinander getrnnt haben, die geistig und inner- lich zusammenstehen müssen, fester denn je zuvor, um zu verhindern, dah, während dort oben unser Führer sich müht, um die Voraussetzungen für ein national- sozialistische» Teutschland zu schassen, falsche Propheten im Volke einen„Nationalsozialismus" zu verbreite» versuchen, der verdammt nach Dingen ähnelt, die mancher längst abgetan glaubte. Merkt Euch das, Ihr Herren Gleichgeschalteteni Wir sind nicht kleinlich. Wir vertragen viel und sind außerdem gehorsam dem Befehl unseres Führers, der uns ausgab, Euch in Frieden zn lassen. Tut, was Ihr wollt, wenn der Führer noch keine Zeit sand, ein Gesetz zu erlassen, das Euch Euer Tun untersagt. Wir können so lange warten. Aber etwas können wir nicht. Wir können Euch nicht über den„einzigen" und„wahren" Nationalsozialismus — wie Ihr ihn aussaht— reden hören. Tann kocht es in uns, dann wird unsere Disziplin ans eine gar zu harte Probe gestellt. In Sncrn liberal-kapitalistisch-marxistisch-wirtschafts- parteilichen Gcheimküchen habt Ihr Euch Euer,, Adolf Hitler, Euer» Nationalsozialismus zurechtgcbraut. Für den Hansgebrauch? Unserctwegen.— Aber bleibt dem deutschen Volke, bleibt vor allem nnS damit vom Leibe. Sonst werden wir bösartig! Denn wir sind nicht naiv genug, um zu glauben, dah hinter diesem Eurem Tun pure Unwissenheit steckt. Wir kennen Euch. Früher habt Ihr uns von auhen her be- kämpst. Das ist nun vorbei. Jetzt habt Ihr Euch gleichgeschaltet und versucht den Nationalsozialismus umzubiegen, das daraus zn machen, was Ihr früher anders nanntet. Tut was Ihr wollt! Aber redet nicht vom National- sozialismus. Dazu besteht nebenbcibemcrkt auch gar keine Notwendigkeit. Denn wir sind der Meinung, dah das immer noch am besten die können, die es jahrelang als Wegbereiter des Rationalsozialismus getan haben. An der Spitze der Führer selbst. Wenn von der Weltanschauung die Rede ist, sür die unsere Besten ihr Leben liehen, dann habt Ihr zu schweigen, denn davon versteht Ihr nichts. Und wenn man hier oder da einmal im Zweifel ist, was in der einen oder anderen Sache getan werden soll?— Kommt Ihr Euch gar nicht lächerlich vor, wenn Ihr da meckert: Ties oder das ist Adolf Hitlers Wille? Woher wiht Ihr das denn? Fragt uns nur. Wir wollen Euch schon zweckdienlich beraten. Zu des deutschen Volkes und somit auch zu Eurem Heil. Aber macht nicht fortgesetzt den Versuch, die Autorität des Führers und des von nns eroberten Staates sür Tinge einzuspannen, von denen Ihr be- hauptet, sie seien Nationalsozialismus. Sonst könnte Euch eines Tages einmal klar gemacht werden, was Nationalsozialismus ist, in der nns Alten eigenen Art. Tie alte Garde lebt noch! Jederzeit bereit, des Führers verlorener Hanfe zu sein, duldet sie nicht, dah man an dem dreht und deutelt, wosür zu sterben sie bereit ist! * Dieser Aussatz ist reine Demagogie. Ein Mann in solcher Stellung muß wissen, daß die nationalsozialistische Bewegung stets von kapitalistischen Mächten finanziert und gekauft war. Tie ist immer ein Stoßtrupp gegen jede Art wirklichen Sozialismus, gegen jede selbständige Arbeiterbewegung ge- wesen. Als im Januar 1982 zu Düsseldorf Adolf Hitler vor den maßgebenden Wirtschaftssührern des Westens sprach und Fritz Thyssen ries„Heil Herr Hitler!", war der kapitalistische Kurs,Hitlers auch öffentlich zugegeben. Im Herbst 1982 hat Hitler dann seine Partei noch einmal an die Großindustrie und die Finanz verkauft, um die Bewegung finanziell zu sanieren. Das war die Krise, die zum Zerfall mit Gregor Ttraßer und seiner Gruppe führte. Seitdem regieren die Thyssens aller Torten die Wirtschaft und Hitler hat nur die Ausgabe, den„Marxismus zu zertrümmern" und das Boll- werk gegen den„Bolschewismus" zu bilden. Daß er an diesem wahnwitzigen Streben scheitern muß, ist jetzt schon gewiß. Streiten kann man nur über die Zeit, die der Marxismus zur Zersetzung, zur Untcrhöhlung, zur Ver- nichtnng des gewaltigen faschistischen Machtapparates braucht. Fortsetzung siehe 2. Seite Dimitroff bleibt in„Schutzhaft 1* Wie das Wclthilsskomitee sür die Opfer des Hitler. Faschismus erfährt, hat die Mutter Timitrosss im Lause des Donnerstag im Reichsinncnministcrium vorgesprochen. Sie kam in Begleitung ihrer Tochter und der Frau Tanesss und wurde vom Ministerialrat Dr. Erbe cmpsangcn. Tie Mutter Timitrosss fragte, warum ihr Sohn noch immer nicht enthaftet sei, obwohl ihn das höchste Gericht Deutsch- lands freigesprochen habe. Tr. Erbe gab hieraus folgende Erklärung:„Ihr Sohn ist in Schutz hast gcnom- men. Wir haben Tausende in Schutz hast, ohne dah ei» Gerichtsurteil gegen sie vorliegt. Ans Grund der Reden, die Ihr Sohn im Ge- richt gehalten hat, sind wir berechtigt, ihn in Schutzhast zn behalten. Erinnern Sie sich, w as eralleingcgeudenMini st erpräsidenten G ö r i n g gesagt hat." Diese Erklärung eines hohen Beamten im Reichsinnen. Ministerium beweist eindeutig, dah die Hitlcr-Rcgierung cnt- schlössen ist, die freigesprochenen Bulgaren nach wie vor in Haft zu behalten und daß dies aus Veranlassung Görings geschieht, der seine Drohungen gegen Timitrosf wahrmachcn will. Um die Protestbewegung im Ausland abzuschwächen, läßt die Hitler-Rcgierung von Zeit zn Zeit die Nachricht in die Presse lancieren, die freigesprochenen Bulgare,, würden über die polnische Grenze in die Sowjet-Unio» gebracht. In Wirklichkeit ist die Gefahr gröber denn je. Es besteht die Wahrscheinlichkeit, dah die Bulgaren nach Berlin in den Machtbereich Görings überführt werden, und was sie dort zu erwarten haben, kann man nach den Drohungen Görings im Gerichtssaal leicht ermessen. * Freispruch: 20 Minuten Gefängnishof 'nrichtungen in der letzten Zeit be- fletsii■ r.>'vr-n-"'b>'^^-sonders der st illen Sabotage a>' m Gebiete bleibe man ständig aus i>. S'tz G,' beachtet werbe auch die lärmende Gest"n l a 1; o», die sich in a n ch c Pfarrer der evangelischen und der katholischen Kirche angelegen sein ließen. Zum Schluß erklärte der Leiter der Geheimen Staats- polizci, daß alle staatlichen Maßnahmen die Erziehung des Volkes im Sinne des Nationalsozialismus und besonders die Selbiterziehung der Ziationalsozia- listen keineswegs überflüssig machen könnten. Arn(Ilde Greuelnadiridii Wir bitten um Dementi h. b. Die amtlichen„Flensburger Nachrichten" bringen in ihrer Nummer S/1934 folgende Grcuelnachricht: „In Castrop-Rauxel wurde eiu Mann, der Kartoffeln, die er vo„ der Winterhilfe bekommen hatte, verkauft und den Erlös vertrunken hatte, mit einem Schild beHange« dnrch die Stadt geführt. Das Schild trug die Ausschrift: „Dieser Volksfeind»erkaufte die von der NS-Volks« wohlfahrt zugewiesenen Kartoffeln und setzte den Erlös in Alkohol um. Die gerechte Strafe wird ihn treffen. NS» Volkowohlsahrt Castrop-Rauxel." Aehnlich erging es einem Schnbmacher in Strassebersbach tTillkreish der durch die Straßen mit einem Plak'' „Was ich versaufe, entbehrt meine Familie" gerührt wurde. Ob ivolil wieder ein Dementi erfolgt? Besudi im„Konzertlager" Man wird gleich dabehalten Ein Einwohner aus Biebesheim besuchte im Konzentra- tionslager Osthofen seinen dortselbst inhaftierten Bruder. Da der Besucher sich in aufreizender Weise benahm, wurde er ebenfalls in Haft genommen. Ein Nazifiihrer-Emigrant fiber das Hitler- Geheimnis IV Idealismus?- Materialismus?- Fanatismus?- Abenteurertum? In den drei voraufgegangenen Artikeln habe ich mich grundsätzlich mit der allgemeinen deutschen Lage und ihren Entwicklungsoussichten, mit Antisemitismus und Zuletzt mit der Weltanschauung Hitlers befaßt. Damit kamen wir zu feiner Person, die in diesem und dem nächsten Artikel näher beleuchtet werden soll, so wie wir lie früher, als wir noch ungeschult waren, gesehen haben und auch so, wie roi sie heute durchschauen und erkennen. Dazu werfe ich für diesen Artikel die obigen vier Fragen bezüglich des Wesens Hitlers auf und bereite mit deren heutiger Besprechung das Verständnis der positiven Ant- wort vor. mit der ich den nächsten Artikel abschließen möchte. * Vergegenwärtigen wir uns noch einmal die im letzten Artikel behandelte Weltanschauung Hitlers. Wir erkannten, daß ihr Ausgangssatz mit dem wichtigsten alttestamentlichen Religionsgrundsatze nr kommen gleichlautend ist! Dort wie hier .Das ewige Leben des Volkes" alle religiöse Wer- tui. c das Einzelindividuum hat dagegen k e i- n e r I e i besondere und persönlich-bleibende religiöse Bedeutung(selbst beten sollte der Israelite nur gemeinschaftlich!). Ich wiederhole den Satz der Bückeburger Hitlerrede vom 1. Oktober 1933: „Das einzelne Individuum ist vergänglich: das Volk ist bleibend." lieber den wahren Inhalt dieses Wortspieles Kann uns sein blendender Redeglanz nicht mehr hinwegtäuschen Von dieser Grundhaltung aus rückt Hitler planmäßig den Begriff„Mensch" aus der Sicht und schreibt Seite 147 in „Mein Kamps": „Die Natur kennt keine politischen Grenzen. Tie jetzt die Lebewesen zunächst aut diesen Erdball und sieht dem freien Spiele der Kräfte zu. Der stärkste an Mut und Fleiß erhält dann, als ihr liebstes Kind, das Herren- recht des Daseins zugesprochen."(Sperrung von mir.l Seite 144 und an vielen anderen Stellen desselben Buches begründet Hitler dieses Herrenrecht mit dem „Ewigen Selbsterhaltungswillen der Natur". Heute wissen wir, daß diese Begründung nicht sein Geistesgut. sondern dem vierzig Jahre alten„Weisen von Zion", 22, 11 und 111 und anderen Stellen entnommen ist, doch zitiere ich hier nur die bezeichneten wichtigsten: „Was hat die Raubtiere, die man Menschen nennt, in . Schranken gehalten? Wer hat sie bisher geleitet? Zu Be- ginne der gesellschaftlichen Ordnung fügten sie sich der rohen und blinden Gewalt, dann dem Gesetze, das nichts anderes ist als die gleiche Gewalt in verschleierter Form. Daraus folgere ich: nach den Naturgesetzen liegt das Recht in der Macht... Wenn die Zügel der Verwaltung am Boden schleisen dann ersaht nach den Naturgeseyen eine neue Hand die Zügel und zieht sie an: denn die blinde Masse des Volkes kan'n nicht einen Tag lang ohne Führer fein. Tie neue Macht tritt an die Stelle der alten, welche der Liberalismus zermürbt hatte Der grohe Hauie, der sich ausschließlich von seichten Leidenschaften, Aberglauben. Gewohnheiten, Ueberlieserungcn und gefühlvollen Lehrsätzen leiten läht, verstrickt sich in den Parteigeist, der jede Möglichkeit einer Verständigung ausschlieht, wenn sie auch aus Grund ge- sunder Vorschläge angebahnt wird Unser Recht liegt in der Stärke. Das Wort„Recht" ist ein künst- lich gebildeter und durch nichts bewiesener Begriff. Er bedeutet nicht mehr alS:„Gebt mir, was ich wünsche, da- mit ich-inen Beweis dafür habe, daß ich stärker bin als ihr." Wo fängt das Recht an, wo hört es auf? In einem Staate, in welchem die Macht schlecht geregelt ist, in wcl- chcm die Gesetze und der Herrscher durch zahlreiche Gesetze des Freisinns machtlos geworden sind, schöpfe ich ein neues Recht, mich nach dem Rechte des Stärkeren aus die Ber- waliunge» zu stürzen, meine Hand aus die Gesetze zu legen, alle Einrichtungen umzubilden und der Herr derer zu werden, die uns ihre M a ch t s r c i w i l l i g aus„Liberalismus" über- lassen haben." Diese den Hitlerreden völlig gleichklingenden Gründe sind in verschiedenen Hinsichten nur scheinbar logisch, ge- messen an Wahrheit und Wirklichkeit. Wesentliche Tat- fachen werden völlig übersprungen: die wichtigsten: Verstand und Vernunft sind diejenigen vorzüglichsten Gaben, mit denen die Menschen vor den Tieren aus- gezeichnet und überhaupt erst unterschieden sind. Aus diesem Verstände und aus dieser Vernunft wurde lange vor Hitler die menschliche Einsicht geboren, daß das Zu- sammenleben durch Gesetze geregelt bleiben muß. Ver- stand und Vernunft fordern heute noch von diesen Ge- setzen innere Wahrheit und innere Gerechtigkeit. Aber die kapitalistische Weltordnung hat vermöge ihrer un- gezählten Hilfsmittel im Elternhause(Beschränkung der Lebens- und Bildungsmöglichkeiten durch Rot und Ar- mut), in Schule(kapitalistisch-unterwürfig orientierte ^ohrpläne) und Kirche(Predigt der Demut, Seligpreisung ?er Armut und der Unterwürfigkeit) den weitaus über- wiegenden Teil der Menschen noch bis heute von den Quellen der naturgewollten Ausbildung und Benutzung ihres Verstandes und ihrer Vernunft ferngehalten. * Dadurch entstand erst der große, denkunfähige Nach, läuferhaufen. welcher von Hitlers primitiver Propaganda angesprochen und folgerichtig„verstanden" wurde! Lassen Sie mich hier noch bemerken, daß die sozialistischen und sozialdemokratischen Führer diesen Haufen längst nicht mehr erreichen konnten, weil Denken und Verstand dieses Haufens um den Wert des Fortschrittes einer Zeitspanne von min^-ss""-~ f- 1:-t®r der hochentwickelten sozial is... i stung zurückgeblieben. besser aesagi r hen Regime mit Absicht lurückgehuiiv.. jäM j Ät lich, daß Hitler immer und immer wieder sein Liedchen vom vierzehnjährigen Marxistenregimente singen konnte, ohne daß ihm der große Haufe entgegnete, daß min- bestens seit 1923 Spießbürgertum und Kapitalismus Hand in Hand Deutschland regiert haben. Nur so ist es begreiflich, daß die Masse der von Fritz Reinhardt- München zenlralamtlich instruierten Naziredner im Februar 1933 ihrem Führer nicht entrüstet die ihnen mit dem„amtlichen Redemateriale" vorgelegte Tabelle:„Die Reichskabinette von 1918 bis 1932" vor die Augen ge- halten haben! Aber selbst nur sehr wenige mittlere und obere NSDAP.-Führer legen sich gegenüber den Hitleristischen Angriffen gegen die Sozialdemokratie Rechenschaft ab über die Tatsache, daß jene Bewegung ja nicht bloß sozio- listisch, sondern auch demokratisch und damit von den Wählern abhängig war, die Hitler in seinem „Mein Kampf" so schön„Stimmvieh" nennt. Ob die Demokratie in ihrer von der SPD. gehandhabten Form für den Schulungsgrad der deutschen Wählermasse tak- tisch verfrüht war, wird die Geschichte der kommenden Entwicklung ausweisen müssen. Es ist außerordentlich aufschlußreich, zu lesen, was dazu die Irrenärztin Dr. von Kemnitz, jetzt Mathilde Ludendorst, in der umfang- reichen Broschüre„Induziertes Irresein" geschrieben hat, wenn man ihr auch in den religiösen und politischen Er- örterungen dieser Schrift keineswegs folgen kann. Es kommt mir nur auf ihre psychiatrischen Dar- legungen an, die sehr richtig auf die folgende Feststellung hinauslaufen: durch Jahrzehnte, ja Jahrhunderte hin- durch find mittels immer gleichgebliebenen Lehrsätzen und Predigten, mit immer gleichgebliebenem Anschauungs- unterrichte, den die im Grunde ständig gleichgebliebenen Geschehnisse des kapitalistisch geregelten täglichen Lebens den Menschen darboten, die Erkenntnis. Denk- und Urteilsfähigkeit der breiten Massen eingeklemmt und so allmählich dazu gezwungen worden, immer wieder von denselben falschen, ihr vorgepredigten und vorgelebten, vorgeblich „natürlichen"„Grundsätzen" aus zu denken! Da- mit beginne dieses Denken heute stets an einem der wirk- lichen und natürlichen Lage der Welt und der Menschen durchaus nicht entsprechenden Punkte, und wenn dieses Denken dann auch noch so logisch weitergebaut erscheine: es sei doch falsch, weil es auf w i r k l i ch k e i t s- widrigem Ausgangs s atze beruhe. Diese Meinung ist wissenschaftlich durchaus richtig. Den falschen Aus- gangssatz nennt der Psychiater eine„Paranoia", zu deutsch etwa„Weggerückt von der Wirklichkeit": der so Erkrankte wird mit„Paranoider"(Verrückter) bezeich- net. Ich komme auf diese übrigens auch allgemein inter- essanten Punkte im nächsten Artikel noch eingehend zu sprechen: hier war mir zunächst darum zu tun. wesentliche ideologische Folgerungsfehler der Machttheorie des Hit- lerismus und den Grund seiner Wirkung auf die Massen nachzuweisen. * Die hitlersche Theorie erscheint uns nicht nur unlogisch, sondern bei näherein Ueberlegen auch ungerecht. Wenn der Starke nehmen würde, was dem Schwachn tatsächlich unerreichbar wäre, und dabei dem Schwachen das Seine lassen würde, obschon der Starke es Kraft seiner Macht nehmen könnte, würde ein idealistisches Handeln vor- liegen: auf Völker als Einheiten bezogen etwa, wenn ein starkes Volk eine einem schwächeren unmögliche schwie- rige Kolonisation(Urbarmachung) auf sich nehmen würde. Dem zwar geistig minderwertigen, aber körperstärkeren Menschen das„Recht" des„Herrenmenschen" über seinen geistig höher stehenden, aber körperschwächeren Mit- menschen einräumen heißt doch nur: Unwissende Brutali- tät an die Stelle vernünftigen und idealistischen Denkens und Handelns zu setzen. Das brutale Handeln ist stets auf einen ureigenen Zweck des Handelnden abgestellt und somit platt materialistisch. Zusammenfassend können wir somit sagen, daß die Grundhaltung, welche Hitler dem Einzelmenschen und dem Volke abverlangt, von einem Verstand und Vernunft der Mitmenschen leugnen- den, somit irrigen Ansätze ausgeht, atheistisch(die un- mittelbaren ewigen Beziehungen Gott-Mensch leugnend) im Sinne christlicher und verwandter Religionsauffassung und materialistisch in ihrem Zweckstreben ist. Jetzt müssen wir uns darüber klar werden, daß ein Unterschied besteht zwischen„materialistischem Han- dein" und dem„Materialismus in der Handlung". Wer vom Wunsche der Erreichung eigner materieller Vor- teile zu seinem Handeln angetrieben wird, handelt mate- rialistisch. Hätten Hitler Gelüste nach Geld und Gut ge- trieben, so hätte er sie in dem ersten Jahre seiner Herr- schaft tausendfach befriedigen und das Weite suchen können. Er denkt nicht an dergleichen! Aber dennoch zeigt sich Materialismus in allen Handlungen und Matz- nahmen. Nehmen wir das„W i n t e r h i l f s w e r k" und die„nationale Arbeitsbeschaffung": sie ent- springen beide der Notwendigkeit, den Hunger und die wechselseitige Aussprache im Volke und damit einen Um- schwung der innenpolitischen Machtverhältnisse, einen An- griff gegen das Kapital zurückzuhalten. Beide Matz- nahmen lasten ausschließlich auf den Schultern der Ar- beiterschaft: die Belastung des Großkapitals ist nur eine scheinbare und zweifellos im Verhältnisse zur sowieso schon genug notleidenden Arbeiterschaft eine autzerordent- lich gerin.•~ ,;«mi's in diesen Maßnahmen wäre ein/.''r~ n 0 der Werk« iätigen...'. m a n t i s ch ö Reklam.' ,>...>r»änger hinweg- Es bleibt uns noch die Frage, ob das idealistische Ziel „Die Reitling der deutschen Nation", welches Hitler bei- spielsweise im großen Regierungsaufrufe nach der Macht- Übernahme predigte, ihn in seine heutige Position hineingetrieben hat. Die Antwort vermittelt uns sein Buch „Mein Kampf". Er schildert dort seine Eindrücke van Ber- Handlungen im buntsprachigen Parlamente der Vorkàgs- Donau-Monarchie und schreibt dann, dieselben verallge- meinernd, Seite 99: „Daher ist diese Art von Demokratie auch das Instru- mein derjenigen Raffe geworden, die ihren inneren Zielen nach die Sonne zu scheuen hat, jetzt»nd in allen Zeiten der Zukunit. Nur ber Jude kann eine Einrichtung preisen, die schmutzig und unwahr ist wie er selber. Dem steht gegenüber die wahrhaftige germ a nische Demokratie der freien Wahl des Führers, mit dessen Verpflichtung zur vollen llebcrnahine aller Ver antwortung für sein Tun und Lasse». In ihr gibt es keine Abstimmung einer Majorität zu einzelnen Fragen, sondern nur die Bestimmung eines Einzigen, der dann mit Vermögen und Leben für seine Entscheidung einzu- treten bat. Wenn man mit dem Einwände kommen wird, dan unter solchen Voraussetzungen sich schwerlich jemand bcreilsinde» dürfte, seine Person einer so riskanten Einrichtung zu ividmen, so muß daraus nur eines geantwortet werden: Gott sei gedankt, darin liegt ja eben ber Sinn einer ger- manischen Demokratie, daß nicht der nächstbeste unwürdige Streben und moralische Drückeberger aus Umwegen zur Regierung seiner Volksgenossen kommt, sondern dasi schon durch die Grösse der zu übernehmenden Verantwortung -Nichtskönner und Schwächlinge zurückgeschreckt werden. Tollte sich aber dennoch einmal ein solcher Bursche einzu- stehlen versuchen, dann kann man ihn leichter finden und rücksichtslos anfahren:„Hinweg, feiger Lump! Ziehe den Fuss zurück! Tu schmutzest die Stufen: denn der Vorder aufstieg cn das Pantheon der Geschichte ist nicht für Schleicher da, sondern für Helden!" Es war noch lange nicht dasselbe, als ein noch unter dem Eindrucke altpreußischer Tradition und der Weltkriegs- siege des deutschen Heeres stehender Jüngling vor nun über zwölf Iahren mit dem Hitlerkreise in Berührung kam, später das politische Glaubensbekenntnis des „Führers" durchlas und es danach nur noch gelegentlich zu Zitatzwecken im politischen Kampfe in die Hand nahm, und als der mit der Zeit lebens- und kampferfahren ge- wordene, herangereifte Mann dieses Glaubensbekenntnis seines Führers nach dessen Machtübernahme erneut, dies- mal aber in die Hand nahm, um seinen Inhalt zu studieren und einen Maßstab für die Ereignisse im Lande zu finden. Diese Ereignisse sind doch etwas so ganz, ganz anderes als diejenigen, welche vom ersten Lesen des Buches her erwartet wurden. Und dennoch: das erneute Studium des Buches führt zu der Ueberzeugung. daß vom Kommando des Schreibers dieses Buches nur die Ereig- nisfe erwartet werden konnten, die eingetreten sind. Das ist zwar traurig, aber wahr, und übrigens im inneren Werdegang der NSDAP.-Bewegung nur allzugut be-• gründet gewesen. àOeo- Nach dem Zusammenbruche, nach den uns immer wieder vom Bunde der Kriegsgegner bereiteten Enttäuschungen frug die vaterlandsbegeisterte, schwärmerische Jugend lediglich nachneuenZielen.— ist es doch eine alte Weisheit, daß Unglück nicht trennt, sondern vereint, was nach Blut und Wesen zusammengehört! Diese Jugend, ungeschult, wie sie an sich schon aus den alten Verhält- nisten und noch•:el mehr infolge der Kriegsereignisse war, lief hinter demjenigen her, welcher ihr dieses gesuchte neue Ziel mit der größten Unfehlbarkeit und Reklame vorpredigte. Hier liegt das Geheimnis der Wahlsiege Hitlers heute klar zutage. Der erste Anhänger- kreis war ein vornehmlich jugendlicher Kreis, der sich vor allem immer wieder an den schmucken Uniformen der strammen Kommandeure(meist vormalige Offiziere) und der militärischen Disziplin ergötzte, die in diese Jugend selber hineingetragen wurde. Nun wuchs diese Jugend Jahre um Jahre weiter heran, ohne aus dem Banne der Gefolgschaft heraus oder gar zu tieferem Denken zu kommen. Sie konnte das auch gar nicht, weil sie reichlich mit anderen Dingen beschäftigt wurde. Diese heranwachsende Jugend aber ritz die nachwachsende Jugend— Jugend eben Jugend- wiederum mit sich fort. Liegt nicht nahe, daß viele Eltern ihren Kindern folgten' Besonders galt das. als diese Jugend eines Tages heimkam und den Eltern erzählte, daß Hitler die Grundursachen des täglich fortschreitenden Niederganges des Mittelstandes unfehlbar entlarvt,„die Parteien" als Ursache festgestellt habe. * Dieser Mittelstand fühlte sich vernachlässigt: ver- nachlässigt vom Staate, weil der ihm nicht mehr helfen konnte: vernachlässigt von den sozialistischen Parteien, von denen er. die er die großen Wirtschaftsfragen überhaupt nicht erfahren, geschweige denn begriffen hatte, sich ver- nachlässigt, ja bekämpft und verfolgt fühlte: vernachlässigt schließlich von den eigenen Parteien, weil dieselben immer mehr das aus ganz anderen Wählerkreisen zu ihnen ge stoßene Füllmaterial an Stimmen und damit an politischem Einfluß verloren. Zuerst stieß zu uns der soziologisch völlig ungeschulte Teil des aus dem Mittelstand entsprungenen, so- genannten besseren Arbeiters und dann vor allem der- >enige Teil des gewerblichen Mittelstandes,- in dessen Reihen der Pleitegeier das sie überraschende Werk der Proletarisierung begonnen hatte. Bei den Neuankömm- lingen ließ sich noch folgendes feststellen- die von den beiden großen ch r i st l i ch-> n K». n j e j s t o n e n nicht mehr befriedigte religiös-senti m en- Ju Ê Ui$£»* 61 sab der Mgjös- politischen Hitlerpropaganda die beste Unterlage, welche sie für ihre Wirkung brauchte. Die Meinung, daß die Religion versagt habe und die Menschen dadurch so „marxistisch", also so„schlecht" geworden seien, wurde immer breiter und von da bis zu den primitiven Sätzen Hitlers, die I u d e n. die ichon Christus gekreuzigt hätten (siehe die gedruckte erste Ausgabe seiner großen Reden), seien an allem schuld, war es um so weniger weit, als die„jüdischen" Warenhäuser und Ehapes ihre Umsätze steigern konnten. Auf die weitere Entwicklung komme ich in späteren Artikeln noch eingehend zu sprechen, um das psychologische„Rätsel" des Hitlererfolges zu beseitigen. » Niemand von uns hat je ernstlich daran gedacht, daß Hitler seinen Ausspruch, ein Politiker brauche nie so zu handeln, wie er spreche, anders denn als zynische Kritik am alten„System" verstanden wissen wollte. Heute ist Hitler aus der Theorie herausgehoben und nicht nur in die Praxis, sondern durch die auf Katastrophen zugespitzte Weltlage unserer Tage auch sofort schon in die Ebene dergioßen Weltgeschichte hineingerückt worden. Daher beurteile ich nun heute das Hitlerereignis danach, wie es sich geschichtlich vor uns abgespielt hat und noch weiter abspielen wird. Denn nur in der großen Ebene der Geschichte wird ein Vorgang aller seiner Umhängsel ent- kleidet und völlig nackt den Völkern dargeboten. Maß- stab für dieses Urteil aber sind dieselben Waffen geworden, die Hitler selber uns in die Hand gegeben hatte, um für das nationale joziaiijlijcye Deutschland zu kämpfen: das Parteiprogramm,„Mein Kampf", und vor allem sein Steckenpferd, nämlich„die furchtbaren jüdisch-marxisti- schen Pläne zur Knechtung des deutschen Volkes". Ge- wiß hätten wir früher vieles voraussehen müssen von dem, was mittlerweile Wirklichkeit geworden ist, aber geben wir es nur ruhig zu: unter der Last der Berufsarbeit und des nebenberuflichen Kampfes haben wir selber nirgend- wo bis zum Ende durchgedacht! Indem wir heute dieses Durchdenken nachholen, stoßen wir uns daran, daß Hitler bei seinen Darlegungen nicht auch die(allerdings für uns l-lbstverständlich gewesenen) allgemeinen Voraus- se Hungen einer germanischen Demokratie klar ausge- sprachen hat. nämlich: à) grundsatzliche Herrschast von Wahrheit, Freiheit und Recht,- b) freie Aeusterung des freien Germanen in der freien Ratsversainnilung: c) immer klarllegendc Pläne bcS Heerzoges zur Erreichung gemeinsam beratener und festgelegter Ziele: 6) ununterbrochenes Unterworfensein des Hccrzoges unter die jederzeit zulässigen Beschlüsse der Versammlung der Aelteslcn. Tie Diktatur, die Hitler(wie wir jetzt einsehen) gemeint hat. setzt einen objektiv und subjektiv vollkommenen Menschen und damit unfehlbaren Diktator voraus. Menschen dieser Qualität hat allerdings die Menschheit noch nicht„züchten" können, so daß der Versuch dem Tritten Reiche vorbehalten blieb. Eine s o l ch e D i k t a- t u r hat es auf deutschem Boden noch nie gegeben: Hitlerien ist die erste geworden. Diese Diktatur hat die fundamentalen Grundsätze deutscher Wahrhaftigkeit, deutscher Freiheit und deutscher Manncsehre, deutscher Verantwortlichkeit und deutscher Beratungsgemeinschaft (Verbot der Erörterung ständitcker Ausbaupläne!) voll- ständig außer Kraft gesetzt! Sonack lassen die Tatsachen keinen Raum mehr zu der Annahme, Hitler stehe etwa doch aus persönlichem Idealismus gegen den Einzelmenschen f ü r„dos Volk". Da er aber auch nicht aus Materialismus auf seinem Standorte steht, wie ich gezeigt habe, müssen wir nach einem anderen Kriterium weitersuchen! ' 5 Da fällt mir nun heute an diesen Hitlerdarlegungen, die ich zitierte, folgendes auf: Er spricht von„Verantwortung", ohne zu sagen, v o r w e m. Er spricht von der Schwierigkeit, eine zum Führertum fähige, berufene und bereite Person zu finden und schaltet gleick hier sckon jeden andern als unmöglich aus, während er sich im Buche, in Wort und besonders seit über Jahresfrist in der Tat selber als den„Führer" präsentiert. Zum Schlüsse be- stimmt er das Pantheon der Geschichte nur für„Helden", um gleich sich selber als einen solchen Helden vorstellen zu lassen, vergessend, daß auch ein N e r o in G e s ch i ch l e gemacht hat, wobei aber leider bloß Rom abbrannte! Die mittlerweile eingetretenen tatsächlichen Gescheh- nisse führen uns daher zu der Feststellung, daß es nicht materialistisch und nicht idealistisch, sondern irgendwie anders getragene Eigen wunschziele Hitlers ge- wesen sind, die ihn zur Macht getragen haben. Die wahren Quellen seiner Auffassung über die Etaatsführung, die allerdings mit dem österreichischen Vorkriegsparlament gar nichts zu tun haben, zitiere ick„Weisen von Zion" 23 II, 24 II und IV. 25,1, 26 IV. 33 V, 36 III. 40 II. 411: „Wer regieren will, muß mit List v n d Heuchelei arbeiten. Hohe völkische Eigenschaften— Ehrbarkeit und Offenheit— sind Klippen für die Staats- kunst, denn sie stürzen besser und sicherer vom Throne als der stärkste Feind... Nur eine Persönlichkeit, die von Jugend aus zur Selbstherrschaft erzogen wurde, kann die Worte verstehen, die ans einem politischen ABC zusammen- gesetzt sind... Nur eine selbstherrschende Persönlichkeit kann die Pläne der Ttaatsleitung in voller Klarheit in einer Ordnung ausarbeiten, die alles im Mechanismus der Staatsmaschine richtig verteilt. Hieraus folgt, daß die ge- eigneteste Staatssorin eines Landes dort gesunden ist, wo die Leitung in der Hand einer verantwortlichen Pcrsön- lichkeit liegt... Nicht allein des Vorteiles wegen, sondern vor allem auch im Namen der Pflicht, des Sieges halber, müssen wir festhalten an der Anwendung von Gewalt und Heuchelei... Die Absetzbarkeit der VolkSver- tretergabdieseinunscreGewaltundmachle ihre Ernennung gleichsam von uns ab- h ä n g i g. lAnrn. d. Verf.: Siehe Ausstellung der NSDAP.- Wahllisten!»... Was der Staatsmann sagt, braucht keineswegs mit dem übereinzustimmen, was er tut... Das Volk liebt und verehrt die Hochgeister unter de» Staatsmännern: es beurteilt ihre Vergewaltigungen in folgender Weise:„Das war niederträchtig, aber sehr geschickt! Ein Gau»er st reich, aber grost- artig ausgeflihrtl Mit welcher Frechheit!" ... Ter Plan unserer Leitung must fertig aus einein Kopfe hervorgehen: denn er kann niemals feste Gestalt an- nehmen, wenn unzählige Köpfe daran arbeiten wollen. Deshalb ist es unS zwar erlaubt, zu wissen, was ausge- führt werden soll, wir dürfen die Vorschriften aber niemals einer Beurteilung unter- ziehen... Unmerklich werden die letzten Spuren jeden verfassungsmäßigen Rechtes verschwinden, bis schließlich die Zeit gekommen sein wird, in der wir offen jede Regie- rungsgewall im Namen unserer Selbstherrschaft an uns reisten." Ich werde noch beweisen, daß alle Versuche, das Wesen Hitlers und seiner Herrschaft zu deuten, vollkommen sehl gehen und fehl bleiben müssen, solange sich nicht die Ein- ficht durchringt, daß der Mann gar nicht der große und unfehlbare Ausdenker seiner Buchthesen und seiner Radio- reden ist. sondern bloß aus einem ganz plumpen und da- her fast nirgendwo beachteten, ja vielfach überhaupt nicht für möglich gehaltenen alten Plane zur Tienstbarmachung „des Volkes" arbeitet. Es kommt gar nicht auf die Tat- fache an, daß dieser Plan die Gewaltherrschaft„zum Besten des Volkes" will, sondern nur darauf, daß dieser Plan von sinnlosen Annahmen aus auf die Schaffung der brutalsten K n e ch t s ch a f t ausgeht, und die lehnen mit ab, solange das Beste für unser Volk in Frieden und E h r e n und F r e i h e i t geschaffen werden kann. Gegen- über diesen Feststellungen bleibt auch das Prädikat „Fanatiker", das man vielfach hört, für Hitler unhaltbar. » Der Fanatiker setzt jeden einzelnen Punkt seiner Plan- weit fanatisch in die Tat um. sobald und soweit er dazu irgendwie und irgendwo die Möglichkeit bekommt. Mohammed lieferte uns ein erstklassiges Beispiel eines Fanatikers,— den Beweis, daß es nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch möglich ist, eine„Weltanschauung mit Gewalt einem Volke aufzuzwingen! Nun erlebten wir auf dem Reichsparteitage zu Nürnberg Hitlers Er- mahnung an die Bewegung, niemals von ihrem Pro- gramme abzuweichen, derweil er seit der Macht- ergreifung wohl alles mögliche andere, aber keinen der völkifch-freiheitlichen oder der sozialen Punkte seines Pro- grammes in die Wirklichkeit umgesetzt hat. Mit den Eigentümlichkeiten eines echten Fanatikers oertragen sich auch nicht die Darlegungen Hitlers in seinem Buche„Mein Kampf" über die taktischen Wege zur Erlangung eines Zieles. Ein Fanatiker predigt stets seiner wahren lieber- zeugung gemäß genau das, was er will. Hitler ist also kein echter Fanatiker. Bekannte Psychiater versuchten, das Wesen Hitlers mit dem Begriffe„Pseudo-Fanatiker" zu bestimmen, das heißt: Fanatiker nicht aus Ueberzeugung, sondern aus innerer Tatkraft, innerem Tatendrang. Ein solcher Pseudo-Fanatiker erschöpft sich in fanatisch klingenden und aussehenden wörtlichen und tätlichen Vertretungen der„fanatischen Meinung". Der Pseudo-Fanatiker ist und bleibt aber im entscheidenden Punkte eben doch Fanatiker, denn eben seine ihn zum scheinbaren Fanatismus treibende innere„Kraft" stemmt sich gegen jedes Abändern oder auch nur Abbiegen der Gedanken und Pläne oder deren Durchführung. Da aber Hitler gerade seine„weise Mähi- gung" in der Göbbelspresse nachgerühmt wird und da er in allem erst„die Taktik" erwägt, wird man seinem Wesen auch nicht mit„Pseudo-Fanatiker" gerecht. * Diesen Artikel abschließend, will ich mich noch zu der Frage:„Politisches Abenteurertum" äußern. Ter Aden- teurer geht in die Welt hinein, läßt sich dann von den Er- eignissen schieben und handelt von Fall zu Fall so, wie er glaubt, am günstigsten irgendein Ziel zu erreichen, von wo aus die Fahrt von neuem losgeht. Der Abenteurer baut sich ein Leben aus Zufälligkeiten des Tages zurccht und geht dazu solchen Zufälligkeiten mit Absicht i n d e n W e g. Hitler und seine Leute lassen sich aber ihre Maßnahmen keineswegs von Zufälligkeiten diktieren, und wenn sie sich auch nicht um Parteiprogramm und Per- sprechungen an das Volk kümmern, so zeigt doch alles, was wir erleben, ganz unwiderleglich, daß sie einem gewissen Plan folgen, von dessen Richtig- keit sie felsenfest überzeugt sind. Sie lassen nicht einmal eine noch so harmlose Besprechung dieses Planes, etwa des„ständischen Aufbaues", zu. Alles dieses aber steht in vollendetem Gegensatz zum Abenteurertum. r> vrochen merd n Es wurden ver- urteilt" s n- V drei Monaten Ge'än- ta""!' N cst m a n n zu der. sti,' von nein>'>rn' m"m weil er am sä." l' 1"« wa»er Kobalt»...»-»»vteuiau,.>...s Bro- MdMlagbbrand nickt gelöscht Ein neuer Brandherd h. b. Es wird nicht ruhig um den Reichstagsbrand. Daran hat auch die Vollstreckung des Todesurteils an van der Lübbe nichts geändert. Es scheint sogar, als solle sich der Londoner Gegenprozest in einer neuen Auflage vor einem ordentlichen Gericht in Kopenhagen wiederholen. Tollte diese Absicht ver- wirklicht mdrdcn, so würde damit die ganze Angelegenheit in ein neues, für die deutschen Machthaber noch ungünstigeres Stadium eintreten. Denn den Feststellungen eines ordent- lichen ausländischen Gerichtsversahrens dürfte vermutlich in aller Welt noch mehr Gewicht beigelegt werden, als den Er- gebnisfen der Verhandlungen des Londoner Ausschusses, denen Autorität durch die Tatsache, daß seine Arbeiten auf privater Grundlage durchgeführt werden mußten, beein- trächtigt wurde. Die gleichgeschaltete deutsche Presse hat von der Absicht, die ihr so furchtbar peinliche Angelegenheit im Auslande erneut zu verhandeln, erfahren. Sie tobt und geifert vor Angst und beschwört die dänischen Justizbehörden bei allen guten Gei- stern, doch den Antragstellern um jeden Preis die kalte Schul- ter zu zeigen. Trotz ihres zuversichtlichen Tones merkt man in jedem Worte den blassen Schrecken darüber, baß es über die Brandstiftung keine Ruhe geben soll, che nicht die wahren Schuldigen entlarvt sind. Was liegt nun den letzten Vorgängen zugrunde? In Kopenhagen hatte der bekannte Architekt Heiberg aus Oslo eine Protestversammlung gegen den Nationalsozialismus geleitet, in der eine Resolution gegen daS in Teutschland Herr- schende SchreckcnSrcgiment und die Kulturbarbarei ange- nomrnen wurde. Diese Resolution wurde von der Versamm- lung auch der deutschen Gesandtschaft mitgeteilt. Taraushin fühlte sich der deutsche Gesandte, Baron Herbert v. Nicht- Hofen, beleidigt und zeigte den Versammlungsleiter bei der dänischen Polizei an. Die dänischen Behörden übergaben die Sache zur Vor- Untersuchung dein Kopcnhagcncr Stadtgericht, wo der be- kannte Richter Pihl die Untersuchung nach kurzer Berhand- lung abschloß. Da auf Grund der bestehenden Bestimmung eine Verurteilung des Architekten Heiberg zu erwarten s cht, protestierte dessen Verteidiger gegen eine an der Oberfläche haftende Erledigung der Angelegenheit und verlangte eine weitere Beweisausnahme. Vor allem sollen über die in der Resolution enthaltene Behauptung, nach der die Reichstags- brandftister um Hitler und Göring zu suchen seien, eine große Reihe von Zeugen gehört werden. In erster Linie bat der Verteidiger Heibergs ersucht, den Mitherausgeber des bekannten Braunbuches, Lord Morley, den kommunistischen Reichstagsabgeordnetcn Koenen, den Sekretär des Kommii- nistenführers Thälmann namens Birkenhauer, den früheren Polizeipräsidenten Grzesinski, den Schauspieler Fritz Kottner, den Dichter Heinrich Mann, den Journalisten Egon Erwin Kisch u. a. m. zu laden. Wie verlautet, sollen die vorge- schlagen?« Zeugen sich bereit erklärt haben, vor dem däni- schen Schwurgericht als Zeugen zu erscheinen. Man kann gut verstehen, daß den deutschen Behörden bei diesem Vorgang nicht ganz einwandfrei zumute ist. Die ganze Reichstagsgeschichte hat sie in eine Zwickmühle ge- führt, aus der es kein Entrinnen mehr gibt sins gewesen ist, und der 33jährige Schmied Franz Sebastian Engter erhielten je ein Jahr Gefängnis, der 34jährige Installateur Karl Jakob Kraus neun Monate, der 27- jährige Schlosser Georg Hammer und der 3üjährige Ar- better Karl Anton H a r l e i n je acht Monate Gefängnis. Die übrigen Angeklagten haben alle nur Marken und Zei- tungen gekauft, während die bis jetzt ausgezählten den Ver- trieb in Händen hatten. Dies« erhalten jeweils vier Monate Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt an- gesehen werden. Es sind: der 81jährige Bauarbeiter Martin Schrohe, der 82jährige Arbeiter Johann Wilhelm De- g uiS, der 36jährige Metzger Martin Probst, der 2-3 jährige Handlungsgehilfe Karl H a st f u r t e r, der 23jährige Schlosser Rudolf K nobloch, der 58jährige Heizer Ludwig Hell wig, der 57jährige Arbeiter Johann Völpel und der 47jährige Heizer Hugo K u n z in a n n. Eine Ausnahme in der Strafzumessung wurde einzig bei dem 47jährigen Invaliden Friedrich P à u s ch gemacht, der wegen seines früheren Verhaltens und weil er Separatist gewesen'st, tie höhere Strafe von sechs Monaten Gesang- nis erhielt. Was es alles gibt Das„Sächsische Kirchenblatt" bringt einen Artikel von A. Römer:„Erneuerung auf der ganzen Linie". Das „Literarische Zentralblatt" gibt den Inhalt so an:„Das Hitler-Erlebnis, angeivandt ans die Geschichte der Frömmig« keit, weist auf einen iiUUätlß zum Bekenntnis." 1935: Keine Verschiebung der Snorabslimmund? Genf ficht ganz im Zeichen der Saarentschetdung. Gestern letzte die Delegation der deutschen Kreiheitsfront des«aar- gebicles ihre Besuche bei den Ratsmitglicdcrn fort. Sie wurde von einer ganze« Reihe der Delegierten empfangen, unter anderem vom ständigen Vertreter Italiens im Rat und in der Abrüstungskonferenz du D i a n ch i und vom polnischen Außenminister und Ratspräsidenten Beck. Wie die„Bolkdstimme" meldet, erklärten sämtliche Ratsmit- glieder, daß fie eine?lb st i m m u n g unter Terror und mit terroristischer Vorbereitung nicht -«lassen würden. Die Festsetzung des Tages der Abstimmung und die für die Abstimmung vorgesehenen Be- oingungen seien voneinander abhängig. Man könne nicht eher ein Datum des Plebiszits festlegen, bis die absolute Gewährung und Sickerung einer freien, unbeeinslofitcn und geheimen Abstimmung sich als möglich erwiesen habe. Die große und vorläufig entscheidende Taardebatte soll am Frci- tagnachmittag um 4 Uhr beginnen. Auster der Erörterung der augenblicklichen Zustände im Laargebict soll sie die Wahl einer technischen Kommission zum Studium der AbriistungS- Hage unter Heranziehung entsprechender Experten ziehen. Die Naziblätter und die gleichgeschaltete Prcffe behaupten «ach wie vor, dast man in Gens nicht daran denke, den Ab- stimmungstag entgegen den Bestimmungen des Vcrfailler Vertrages hinauszuschieben. Auch der autonomistischc »Generalanzeiger für das Saargebiet" berichtet, dast jetzt in Ratskreisen allgemein die Ansicht herrsche, dast das Ab- stimmungsdatum und die Aufrichtigkeit der -Kahl eine einzige zusammengehöriges rage bildet. Eine Verschiebung der Wahl um S bis 10 Jahre komme nicht in Frage, wenn die Wahl demnach in einem Jahre stattfinden solle, so mühten Mittel und Wege geinndcn werden, um eine freie und geheime Abstimmung zu sichern. Aus eigenem fügt der.Generalanzeiger" Hinz«, man müjsc »om Völkerbund verlangen, dast er jeden Versuch durch Vcr- schiebung deS AbstimmungStcrminö das Saarstatut zu durch- Gchern. zurückweisen werde. Man muffe durch weitgehende Sicherungsmast nahmen, bei der Beamtenschast, bei der Polizei und den Richtern alle unzuverlässigen Elemente ausschalten. Wenn es nicht anders gehe, solle man Polizei aus der saarländischen Arbeitnehmerschast nehmen. England und Eranhreldi einig- Sagt der„Matin" Paris» 19. Jan. Ter Sonderkorrespondent des„Matin" in' Genf will berichten können, dast Frankreich und England sich hinsichtlich der Behandlung der Saarfrage geeinigt hätten. Tie Volksabstimmung werde sicher stattfinden und sogar Deutschland sich ihrer Abhaltung vsfcn gnschlicsten und damit aus„seine zweiseitigen Kuhhandelshoisnungen" vcr- Sichten. Die Saar werde kein Austauschobjekt mehr sein. Paul-Boncoiir habe in seinen gestrigen Ausführungen zur Tanziger Angelegenheit verallgemeinernd gesagt:„Ich zolle dem Bericht Sir John Simons Anerkennung,' die Grundsätze dieses Berichtes betreffen aber nicht nur die Freie Stadt Tanzig, sondern auch die anderen unter Völkerbunds- kontrolle stehenden Gebiete." Nur Eingeweihte hätten, so führt der„Matin"-Korrcspondcnt hier an, sogleich bcgrissen, dast eine englisch- französische Einigung hin- sichtlich der Saar erzielt worden sei und dast diese Einigung sehr bald in bestimmten Weisungen zum Aus- druck kommen iverde. Der in Genf befindliche Austenpolitiker des„Petit Pa- risien" will die wahrscheinliche Zusammensetzung der Saar- a b st i m m u n g S k o m m i s s i o n angeben können, nämlich austcr dem Vorsitzenden Baron Aloisi(Italiens die Ver- trcter zweier außereuropäischen Länder lAnstralien nnd Argentinien) und zweier neutraler europäischer Staaten (Spanien und zweifelsohne Dänemarks. Das wünsch! die Saar! „Die Welt muß aufhören, uns zu unterdrücken" öl. L. Genf. 17. Januar 1934. „Von den andern Völkern wollen wir er- warten, daß sie uns nach unserer Fasson selig werden lassen," sagte Herr Hitler in seiner ersten für die Öffentlichkeit bestimmten Rede des Jahres 1934. Es war in Lemgo an« vergangenen Sonntag bei der Erinnerungsfeier an seinen lippischen Wahlsieg am 15. Januar 1933. Nun wohl, wenn Herr Hitler glaubt, das von der übrigen Welt verlangen zu können, muh er das gleiche zu geben bereit sein— soz. B. imFallederSaar! Tie Saar wünscht von Herrn Hitler nichts anderes, als daß er sie„nach ihrer Fasson selig werden läht". Tas bedeutet zunächst, daß er die ihr vertraglich gestellte Aufgabe, die sie in aller Frei- heit und vollkommen unbeeinflußt erfüllen soll, nicht mit unerlaubten und u n f ä r e n Mitteln zu beeinträch- tigen und zu verfälschen trachtet. In welch tollem Um- fange und mit welch unerhörten Methoden das aber an- dauernd und in steigendem Maße seinerseits geschieht, darüber hat die gründliche Antwort der Regierungs- Kommission auf die Denkschrift der sogenannten„beut- schen Front" restlose Klarheit geschaffen. Kein W ider. daß diese Stellungnahme der Regierungskommission hier die allergrößte Beachtung findet und stärksten Eindruck macht. Im übrigen aber sorgen Hitlers Schreiberlinge schon selbst dafür, daß man sich hier absolut im klaren darüber 'ist, was von seinen außenpolitischen Maximen wie der eingangs erwähnten zu halten ist. Ausgerechnet Kirch- ner hat ausgerechnet in der„Frankfurter Zei- tung" vom Dienstag in einem groß aufgemachten Leit- artikel der ersten Seite den neuen Beweis dafür geliefert, wie sehr Herr Hitler daran denkt, die Saarländer nach ihrer Fasson selig werden zu lassen: Mit nackten und dürren Worten heißt es da, daß alle Saarländer, die nicht f ü r Hitler find, „selbst im Falle einer Amnestie nach der Wieder- Vereinigung des Saargebiels mit Deutschland keine Aussicht auf Schonung durch eine nationale Regierung haben könnten".(!!!) Und da wundern sich dann diese Leute noch, wenn auf der gleichen Seite der gleichen Zeitung Wolff von Tewall aus London melden muß, daß die„recht intensiveWeisederBeschäftigungdercng- tischen Presse mit der Saarfrage, die seit einigen Tagen eingesetzt hat, leider fast durchwegunfreundlichfür,.Teutschlandi st"! Die Stimmung in Genf darf man sogar als sehr e r n st bezeichnen, da hier der Terror der Nazis und s ine hitleramtlichen Hintergründe noch besser bekannt sind, als über dem Kanal. Es wird bereits von einem 3— 4000 Alann starken internationalen Polizeikorps für die Saar gesprochen und man scheint es gründlich satt zu haben, sich an allen möglichen Enden und Ecken Europas auf dem Wege über den Naziterror ein Feuerchen anstecken zu lassen. „Die Welt muß aufhören, uns zu unter- drücken." sagte Herr Hitler in Lemgo— während er Verfolgung. Tod und Untergang den Saarländern an- droht, die von ihrem ihne» vertraglich verbrieften und international geschützten Rechte den Gebrauch machen, den ihnen(um mit Herrn Hitlers Worten zu reden) „Ehre. Freiheit und gleiches Recht" gebieten. Und das geschieht gegenüber einem Vertrage, den Herr Hitler selbst mit seiner Unterzeichnung des Viermächte- paktes nochmals ausdrücklich bestätigt und unter- schrieben hat! Gemaßregcltc Nazis Blick in saarländische Zustände Tic Nazi-Parteileitung des Taargcbictcs erlabt folgende Bekanntmachung: Ter in Nummer 1 des 2. Jalirgauges des„Vorposten" vom 13. Januar 193-t erschienene Artikel von Helmut Bostlmann, dessen Inhalt die schärfste Verurteilung seitens der Landes- fllhrung findet nnd der meinen zur Aufrechterhaltnng der Disziplin getrofsencn Anordnungen zuwiderläust, gibt mir Veranlassung zu folgenden Anordnungen: 1. Der Hitlerjugcndführer des SaargebieteS Fritz Lorenz, 2. der Preffewart der Hitlerjugend des Saargcbietes Hans Blau, 3. der verantwortliche Schriftleiter des„Vorposten" Theo Schlemmer werden mit sofortiger Wirkung von ihrem Amte suspendiert. Tie aus den Verträgen des Hitlerliigendnihrers mit seinen Vertragspartnern übernommenen Verpflichtungen bin ich bereit zu übernehmen. Heil Hitler? gez. S p a n i o l. Preußischer Staatsrat nnd Landessührcr der NSDAP. Saargcbict. Das Mitglied des Vereins der Saarprcssc H c l m u t Bohl man n ans Saarbrücken ist mit sofortiger Wirkung wegen Verstoßes gegen die Berussehre aus dem Verein der Saarprene ausgeschlossen. Damit erlischt gleichzeitig seine Mitgliedschaft beim Reichsverband der Deutschen Presse. Saarbrücken, den 18. Januar 1934. Verein der Saarpreffe: gez. Dr. K ö n i g, 1. Vorsitzender. Drei Todesurteile! Das Tondergericht in Hamburg verurteilte die Arbeiter Fischer, Tettncr und Helbig zum Tode, 29 weitere Anti- '»schiften erhielten Zuchthaus von 4 bis 12 Jahren. D i c Prozcstkomödiezeigtc klar, daß der Zusammenstoß «om 26. Februar 1933, der der Anklage zugrunde lag, von Nazis provoziert worden war. Von wessen Kugel ein jugcud- sicher Hitlerbandit dabei getroffen wurde, war nicht festzu- bellen, trotzdem man mit den bekannte» Foltermcthoden Gc- ständnisse zu erpressen suchte. vie Rauher Otto Wels, Alfred Kerr, Arnold Zweig bestohlen Verlin, 18. Jan. Das Geheime StaatSpolizeiamt hat auf Grund des Gesetzes über die Einziehung staats- und volks- feindlich?» Vermögens die Einziehung einer Reihe von BermögeSwerten geflüchteter Marxisten und marxistischer D'ganisationen verfügt. U. a. ist auch die Einrichtung deS früheren SPT.-FührerS Otto Wels eingezogen worden. Ferner wurden eingezogen Einrichtungsgegenstände deS bc- rüchligten Kritikers Alfred Kerr, des Vorsitzenden des che- waligen RotfrontkämpserbundeS Willi Loew, der früheren fozialdemokratischen ReichstagSabgeordncten Frau Wurm und des jüdischen Schriftstellers Arnold Zweig. Unter den neuerdings eingezogenen beschlagnahmten warxtstischen Büchern bcsinden sich auch 59 Exemplare des Vuches von Erich Maria Remaraue„Ter Weg zurück". Ferner teilt der„ReichSanzetger" folgende„Einziehungen" wit: die Forderung des Redakteurs Friedrich «t amp sei aus Zahlung des RückkauiwerteS seiner Per- ucherung bet der Bolkssürsorge in Hamburg: vier Wechsel über je 1999 Mark des Schriftstellers Heinrich Mann bei der Teposttenkaffe der Dresdner Bank: Einrichtungs- gegenstände und Bibliothek des Schriftstellers Arnold Zweig.^ So die hitlcramtliche Meldung. Man stiehlt und beschimpft b>e Bestohlenen, um sich ein moralisches Mäntelchen umzu- bangen. Hinter seine» Löchern grinsen Gewalt und Gemeinheit. Himmler auch in Sachsen Dresden. 18. Jan. Der sächsische Reichsstattftalter hat auf Borschlag des Acsamtministeriums den Reichsführcr der Heinrich Himmler zum Kommandeur der sächsischen politischen Polizei ernannt. Rlarrer eingesperrt Weil er Baidur von Schirach„verleumdet" Ter Waldenburger Pfarrer Weichenheim ist, wie die Justizpressestelle Breslau mitteilt, vor einigen Tagen wegen Verleumdung des R c i ch s j u g e n d s ü h r e r s Bal- bur von T ch i r a ch in Schutzhaft genommen worden. Dieser Geistliche habe, so sagt die Mitteilung, die unglauv- liche Behauptung ausgestellt, der Reichsjugendführcr sei ein Jude und heiße eigentlich Bariich Meyer. Zu Befehl! „Soldat Göring hat recht" Ter„Völkische Beobachter" kommt nochmals auf den Urteilsspruch im Reichstagsbrandprozeß zurück:„Ter Jurist must in Situationsschau und Urteilsentschlust wie ein Soldat denken lernen. Mit freiem klarem Blick zeichnete der Soldat den großen Zusammenhang, der diesen Prozeß wirklich ent- scheidenden Tatsachen." Ter Soldat ist Göring..Was er mit den Freigesprochenen niachen lassen will, hat er im Gerichtssaal hinausgeschrien. Ganz rätselhafter Mord Jüdischer Rechtsanwalt und seine Frau vergiften sich Wie der Polizeibericht meldet, wurden in einem Darm- st ä d t e r Hotel ein öljähriaer jüdischer Rechtsanwalt aus Berlin und seine 48jährigc Ehesran, die sich mit Veronal vergiftet hatten, bewußtlos aufgefunden und sofort in das Stadtkrankenhaus verbracht. Der M a n n starb gleich nach der Einlicserung, während die Frau sehr bedenklich dar- niederliegt. Das Motiv zu der Verz weif lungs- tat i st nickt bekannt. Ter Rechtsanwalt ist Tr. Fink aus Berlin. In der Tat: es ist unerklärlich, wie ein jüdischer Rechts- anwalt und seine Frau»ck so undankbar gegenüber den Segnungen des„dritten Reiches" erweisen können. Jriefzensur offiziell (Jnpreß.s„Politiken" berichtet auS Hamburg, dast die Hamburger Post bekanntmache, sie habe„zur Beschleunigung der Postabiertigung" zwei Abteilungen eingerichtet, in denen Briese für das Ausland zur Kontrolle vorgelegt werden können. Dadurch werde die Versendung jus Ausland wesent- lich beschleunigt. Beutsdies Reditsbllddien Das Ende eines Rechtsanwalts Duisburg, 17. Jan.(Jnpreß.s Ter Hamborner Rechtsanwalt Brüggemann, der in der vergangenen Woche den Bezirkssührer des NS.-JuriftcnbundeS, Rechtsanwalt-xr. Winkler, im Gerichtssaal während einer Verhandlung be- leidtgt hatte und sofort verhastet wurden war. hat im Termin des anberaumten Schnellverfahrens folgende Erklärung abgegeben:„Hiermit erkläre ich, dast ich die gegen Rechts- anivalt nnd Notar nnd gleichzeitigen Bezirkssührer des Nationalsozialistischen Deutschen Juristenbnndcs Dr. Winkler ausgesprochene schwere Beleidigung mit dem Ausdruck tiefsten Bedauerns zurücknehme. Ich bitte Herrn Dr^Lintler um Entschuldigung, ich verpflichte mich als Sühne 19 9 9 9 M a r k an das W i n t e r h i l f s w c r k der NSDAP, zu zahlen und mich aus der Au- w a l t s l i st e des L a n d g e r i ch t s b e z i r k S D u i s- b u r g- H a m b o r n n n v e r z ii g l t ch st r e i ch e n zu lassen. Ich übernehme die gesamten durch das Versahren entstehenden Lasten." Dank des Vaterlandes Der jüdische Oberstabsarzt h. b. Der in Flensburg bekannte und beliebte Augenarzt Dr. Thicme hak vor einigen Tagen Selbstmord verübt. Er machte den Krieg als Oberstabsarzt mit, wurde aber trotz- dem auf Grund des Arierparagraphen aus der Aerzteschait ausgeschlossen, weil seine Mutter jüdischer Abstammung ivar. Als jetzt auch noch seine Tochter, die als Fürsorgerin bei der Stadt Flensburg tätig war, aus dem gleichen Grunde ent. lassen wurde, machte er seinem Leben ein Ende. Polizei vint nadi Winterhilfe mit„Radiergummi" (Jnpreß.s Die Tammlungen für die Essener Winterhilfe: mit Monatsplaketten, Ncujahrsabzeichcn, Spitzcnrosetten, Strastenlottericn und Eintopssonntagcn haben nicht ansge- reicht. Jetzt ist die Polizei, mit„Radiergummi" bewaffnet, in Aktion getreten. Tic Essener„National-Zeitung" schreibt darüber:„Ja, sie verstehen es, die schneidigen Polizisten. Gestern hat mans schon allerorten erlebt, wie sie rangehen an die wohlbchütetcn Geldbörsen. Es war eine Freude mit- znerlcben, wie die Gaben in die Büchsen Hoffen, reichlich und ohne Unterbrechung. Wer wollte auch," betont das Blatt, „der Bitte widerstehen, wird sie so freundlich und ernst mal, nend vorgebracht, wie cö unsere Polizisten taten'/... Es muß gchn, weit es gehe» muß»,»" Deutsdïe Stimmen fôeilage sur„Deutschen Freiheit"• éteignisse und Geschichten MVWWUMMM» UWMSWWP MM M WW Samstag, J»» 20. Januar 1W HM 3\leauatui J$afir' Vor kurzer Zeit kam die Nachricht, daß Hermann Bahr in den Jahren seines Alters nicht nur von schweren körperlichen Leiden, sondern auch von geistiger Trübung befallen worden sei. Am 15. Januar ist Bahr im 71. Lebensjahr in München ins unbekannte Land hinübergegangen: in das ihm vielleicht einzig unbekannte Land, mit dem er, der sich mit einem wunderbar regen Geist in seinem reichen, vielfältigen und vielfältigen Wirken durch alle Weltanschauungen getummelt hatte, in den letzten fünfzehn Jahren seines Schaffens und Lebens sich anscheinend durch Versenkung in religiöse, ja in konfessionelle Gedankengänge vertraut machen wollte. Der Hermann Bahr, den die Jugend von heute vielleicht nur aus Tagebuchaufsätzen in gesinnungsverdächtigen Zeitungen kennt, ist nicht der Hermann Bahr von ehemals, der die kristallische Vereisung seines Alters nicht ahnen konnte und nicht wünschen mochte. Es war das Schicksal einer erstaunlich aufnahmefähigen, wunderbar rasch und technisch sicher zeugenden Geistes, alle Regungen und Bewegungen der Kultur und des politischen Lebens mitschwingen zu müssen und zu können, um schließlich an jenem andern äußersten Ende anzukommen, das sich vielleicht mit allerersten Anfängen berührt. Denn der Salzburger Gymnasiast kann vom Anarchismus her. Wie er dann zum Sozialismus gefunden hat, wird bekundet noch in dem zum sechzigsten Geburtstag erschienenen autobiographischen Buch„Selbstbildnis":„Die Aristokratie der Geburt hat ihre Bedeutung eingebüst, an ihre Stelle ist die Aristokratie des Geldes getreten, an ihre Stelle wird die Aristokratie der Arbeit treten." Und dieses Bekenntnis einer jugendlichen Abiturientenrede hat Hermann Bahr nochvor elf Jahren, ins Greisenalter tretend, mit den Worten bestätigt:„Dies ist noch heute die Hoffnung meiner hellen Stunden."> In den Studienjahren zu Wien, Graz und Czernowitz hat er die weiche Verlotterung Altösterreichs miterlebt und mit großdeutschen Andeutungen in Wort und Schrift seine Relegation von der Hochschule erzielt. Im Getümmel einer studentischen Polizeischlacht wurde er von unserem Engelbert Pernerslorfer gerettet, vielleicht vor dem Zuchthaus bewahrt. Und dann wurde Hermann Bahr, der erkannt hat, daß „um dieselbe Zeit Arbeiter den bloßen Verdacht einer sozialistischen Gesinnung mit schwerem Kerker büßen". Mit arbeitet der„Gleichheit" und der Arbeiter-Zeitung. Tapfer ist er in jener Zeit für den Naturalismus eingetreten. In Zürich und Paris trat er in befruchtenden Verkehr mit Bebel, Liebknecht, Vellmar und Viktor Adler, doch hat dieser schon damals die Verwandlung des „ehemaligen Marxisten" Bahr in einen„glühenden Spiri- tualisten" erkannt. Und diese Entwicklung ging nun weiter, so daß er 1914 „bis an die Wurzel krank" und„von den Aerzten aufgegeben, nichts übrig" fand, weil er„k e i n e Kraft mehr" hatte, als„die G ade gewähren zu lassen"(Selbstbildnis", Seite 294). Aus ii weltgläubigen Spötter wurde am Ende seines Lebens ein wundergläubiger Katholik. Dieser„Unruhigste der Modernen" hat unzählige literarische und kritische Werke, epische und dramatische Dichtungen geschaffen. Die Romane„Die Wahl",„Drut" und„O Mensch!", das Lustspiel„Krampus",„Das Konzert", dann „Der Meister",„Franzi",„Sanna",„Die Stimme" sollen nach des Dichters eigenem Wunsch unvergessen bleiben, und wenn nun demnächst in Wien das alte famose„Ringelspiel" zu neuem Leben erweckt wird, so wird diese Neuinszenierung, wie sie auch ausfallen möge, die Erinnerung wecken an die stürmisch bejubelte Erstaufführung an der einstigen sozialdemokratischen Wiener Volksbühne. Der tote Dichter sagte einst im Alter von sich selbst, daß es ihm nie an Begabung gefehlt hätte, sich umzuschalten, daß es ihm immer geglückt sei, ganze Seiten aus seinem Leben zu streichen. Und wenn nun der vielgewandte Weltwanderer Hermann Bahr mit seinem feinen Satz:„Götter sind Skizzen, an denen wir unsere Selbst Verwandlung einüben", recht gehabt hätte, dann wäre nach den letzten Wandlungen dem Vielgewandelten auch der Gott von Golgatha zur Uebungsskizze des in geheiligter Verworrenheit Sterbenden geworden. Die Arbeiterschaft darf aber im Angesicht des späten Todes des geistreichen Publizisten, des feinen Stilisten, des ehemaligen Freundes und Kampfgenossen gedenken und danken, daß er seinen regen Geist, seine feurige Rednerkunst, seine aufreizend gewandte Feder in jungen, frischen Jahren, da er noch nicht„die Gabe" erworben hatte,„sich selbst zu vergessen", in den Dienst der sozialen Sache stellte. Otto Koenig QanzheUssTtledizmec Dec USDAf.=Acut am SiecMett dec Wissenschaft Ohne Grenze ist die Verrottung der Wissenschaft im rlitlerreich. Die Könner verkriechen sich, die Lärmmacher mit den legitimierten Hoheitszeichen schlagen die Pauken im Vordergrunde. Aber war unter den Philisophen wenigstens das menschliche Leben nicht bedroht, wird unter den Medizinern eine unmittelbare Gefahr fürdie Kranken, die leidenden Menschen, die nach den Humanitätsprinzipien des„neuen Denkens" behandelt werden, zittern vor Angst angesichts der irrationalen Operationschemen, die gegen das„naturwissenschaftlich-nationalistische Denken" gezückt sind. Ein Bericht liegt uns vor, den wir ob des nüchternen An Kchauuugsunterrichts, den er bietet, im Wortlaut zum Abdruck bringen: In Anwesenheit des Stellvertreters des Führers Rudolf Heß war in München im Braunen Haus eine Tagung der Vertrauensleute der NSDAP, für die medizinischen Fakultäten. Außerdem waren Vertreter der Tierärzte und der Zahnärzte anwesend. Nach einem Vortrag von Dr. med. Gerhard Wagner, dem Vertrauensmann des Stellvertreters des Führers für alle Fragen der Volksgesundheit, sprach der Leiter de« Aufklärungsamts für Bevölkerungspolitik und Rassenpflege, Dr. med. Walter Groß. Er stellte dem Professor von gestern den wissenschaftlichen Führer und Lehrmeister im nationalsozialistischen und revolutionären Staat gegenüber. Der nichtnationalsozialistische Wissenschaftler habe sich heute lediglich darauf zu beschränken, sein Fachgebiet zu I hren und die Fragen der Politik, der Geisteshaltung und der Weltanschauung denen zu überlassen, die vielfach oder sogar meistens ohne das Fachwissen und ohne Akademie mehr davon verstünden. Er habe sich um so mehr auf sein Fachgebiet zu beschränken, als gerade er nicht nur durch die Langsamkeit des Begreifens, sondern darüber hinaus durch sein Beharren in unbelehrbarer schleichender und dauernder Opposition bewiesen habe, daß er zu einer wissenschaftlichen Erkenntnis, die abseits von seinem Fachgebiet liege, fast durchweg nicht fähig gewesen sei. Der neue Staat brauche neue Wissenschaftler, die in einem neuen Denken leben. Dieses neue Denken sei die Erkenntnis, daß hinter den einzelnen Erscheinungsformen des Lebens jene lebendige Totalität stehe, aus der die nationalsozialistische Ideenwelt entspringe. Dieses Ganzheit-Erlebnis des Weltbildes sei selbstverständlich nicht von der einseitigen Blidcrichtung naturwissenschaftlich-medianischen Denkens her zu gewinnen. Der an der Spitze der anwesenden Vertrauensleute stehende Professor Dr. W i r z, München, forderte nach einer scharfen Kritik der bisherigen Zustände an den Universitäten programmatisch die grundlegende Bereinigung des Verfahrens zur Berufung der Hochschullehrer, Beseitigung der Vettern- und Cliquenwirtschaft(!) auf diesem Gebiet, Beseitigung des Mißbrauchs mit der Verleihung von Ehrenpromotionen und die Verbesserung der rechtlichen und materiellen Stellung des Extraordinarius gegenüber dem ordentlichen Professor und dabei namentlich Aufhebung des jetzt bestehenden unerträglichen zahlenmäßigen Mißverhältnisses zwischen diesen beiden Gruppen von Hochschullehrern. Als wichtigste Zukunfts- aufgabe betrachtet Wirz den Zusammenbau der Hochschule mit dem nationalsozialistischen Statte unter Betonung de» Primats des Nationalsozialismus und die Verwirklichung der Grundsätze des Führergedankens und der Volksverbundenheit. Selbstverständlich sei dabei die Durchdringung des Hochschullebens und der Wissenschaft mit dem Geist des Frontkämpfertums, der zum Opfer, Einsatz und Verzicht bereit ist. Von den Vertrauensleuten sei zu erwarten, daß sie in den Fakultäten auf Aenderung der Fakultäts- und Rektoratsverfassung dringen und die sich daraus ergebenden Kämpfe zusammen mit der nationalsozialistischen Studenten- und Lehrerschaft im alten nationalsozialistischen Angriffsgeist durchfechten. Der Rektor der Universität Würzburg, Professor Dr. med. F i s ch e r, gab zum Verständnis der gegenwärtigen Lage an den deutschen Hochschulen einen knappen geschichtlichen Abriß der Entwicklung der deutschen Universität. In einer Aussprache nahm dann der bayrische Kultusminister und Führer des NS.-Lhrerbundes, S c h e m m, Anlaß, seine und die Stellung des NS.-Lehrerbundes zu den behandelten Fragen klarzulegen. Anschließend wurde die Uebereinstimmung mit seiner Ansicht zum Ausdruck gebracht, daß im Sinne des Primats der Partei auch für den Hochschullehrer nur die Zugehörigkeit zum NSLB. als nationalsozialistischer Erziehungsorganisation in Frage komme. * Das„Primat" der Partei auch in der Medizin. Das ist das Ende der deutschen medizinischen Wissenschaft, einst berühmt und anerkannt in der ganzen Welt, Dec tmiqcaiit spricht zu seinec Jxcui Einmal werden wir wieder zusammen Durch die Wälder der Heimat gehn; Werden dann nicht mehr in Jugend flammen, Und der Herbstwind wird seufzend wehn. Aber wir werden wie Kinder weinen. Die endlich wieder zu Hause sind; Alles wird uns verzaubert erscheinen, Bäume und Wege, Sonne und Wind. Jahre des Wartens nagen und rammen. Doch die Hoffnung bleibt eisern stehn: Einmal werden wir wieder zusammen Durch die Wälder der Heimal gehn! Horatio. JhutdfuHhzeicheH~ Nicht mehr militant, sondern lyrisch Seitdem der Führer die Friedenschalmei bläst, sind die kriegerischen Pausezeichen der deutschen Sender nicht mehr zeitgemäß. Hitler soll sich darüber beschwert haben, daß gerade während seines letzten großen Friedensappells an alle Völker und Rassen der Welt plötzlich versehentlich das Berliner Pausenzeichen eingeschaltet worden sei. Und das lautet nun bekanntlich:„Volk ans Gewehr". Damit ähnliche ungewollte Zwischenfälle nicht wieder vorkommen können, wurden jetzt sämtliche deutschen Pausenzeichen auf gemütvollste Lyrik umrevolutioniert. Es senden in Zukunft. Königs Wusterhausen: Ueb immer Treu und Redlichkeit... Berlin: Gold und Silber... Köln: Ein rheinisches Mädchen... München: O du mein Edelweiß... Leipzig: In einem kühlen Grunde... Hamburg: Auf der Reeperbahn... Breslau: Hohenfriedberger. H e i I s b e r g: Masurenlied. Königsberg: Horch, was kommt von draußen rein... Frankfurt: Unter einem Fliederbaum... Mühlacker: Am Brunnen... GIe iwitz: Mein Schlesierland... Hannover: Die lustrigen Drei... Nürnberg: Glühwürmchen-Idyll... Augsburg: Die kleine Garde, Das iJfiasUt Hanns Jobst— Preußischer Staatsrat Ministerpräsident Hermann Göring hat an seinem Geburtstag den Dramatiker Hanns Jobst, der bis vor kurzem Chefdramaturg des Staatlichen Schauspiels in Berlin war, zum Preußischen Staatsrat ernannt. Das ist ein Pflaster. Jobst ist unter heftigem Krach verabschiedet worden, weil er sich gegen die Streichung der Judenhängeszene in seinem in Berlin aufgeführten Drama„Die Propheten" heftig wehrte. Nun tröste ihn Göring durch die Verleihung des Staatsrats- Ordens. Zeit=7loü» direktors hinweg durch unmittelbaren Austrag der Wi.'-ier Zentralregierung zahlreiche Verhaftungen und Geisels:«:- nahmen erfolgt. In dem Linzer Vorort Klein-München ist es in den letzten Tagen zu Ansammlungen von Kommun- sten(?) gekommen, die durch UeberiallkommandoS der Pol!» zei zerstreut wurden. In der Bevölkerung macht sich wich- sende Unruhe und Gärung bemerkbar. Das sozialdemokratische Parteihaus durchsucht DienStagmittag wurde im sozialdemokratischen Partei- Haus eine stundenlange Haussuchung vorgenommen. Ins- besondere wurden die Redaktionsräumlichkeiten des„Klei- nen Blattes", des..Kuckuck", der„Woche" usw. durchsucht. Ebenso wurde am Sitz des Arbeitersport, und Körperkultur- verbände? eine Haussuchung vorgenommen. Tie Haus- suchungen verliefen absolut ergebnislos. Sie waren aui Grund von Denunziationen vorgenommen morden, wonach sich in diesen Räumen Waffen- und Munitionslager hätte» befinden sollen. Ehr Österreichs Selbständigste!! Paris und Rom einig Paris, 19. Jan. Das„Journal" kennzeichnet die Reise des italienischen Unterstaatssekretärs Snvich nach Wien als Er- mutigung für Bundeskanzler Dollfuß und als Warnung gegenüber den Unruhestiftern. Zwischen Paris und Rom herrsche in den österreichischen Fragen auch volle Einigkeit. Weder Frankreich noch Italien würden eine Erdrosselung Oesterreichs zulassen. Verhaßte„Deutsche Freiheit" Hitlerbeamte bestehlen einen armen Emigranten um den Reisepaß Tas große Interesse, das der Tpitzeldieiist im deutschen Konsulat in Paris der„Deutschen Freiheit" entgegenbringt, trat kürzlich erneut kraß zutage. Ein junger, jüdischer Hand- werker aus dem Rheinland, der ganz unpolitisch ist und sich in keiner Weise parteilich betätigt hat, war aus seiner Hei- mat nach Belgien gegangen, da er keine Hofsnnng hatte, zu Hause eine Arbeit zu finde». Durch einen unglücklichen Zu- fall verlor er in Belgien seinen Paß. Aus Anraten des Flüchtlingskomitees beantragte er in seiner Heimat die Ausstellung eines neuen Passes, der auch ausgefertigt wurde, da der junge Mensch ganz unverdächtig ivar. Inzwischen war er mit anderen Flüchtlingen ans Belgien nach Paris ge- kommen und bat die Polizei, ihm den Paß in Paris aus- bändigen zu lassen. Bald erhielt er auch eine Ausforderung dieser Polizeidircktion, sich den Paß aus dem deutschen Kon- sulat abzuholen. Als er unter Vorlegung dieses Briefes auf dem Konsulat vorsprach, nahm man ihm das schreiben fort, lehnte es aber höhnisch ab, ihm den Paß zu geben. Welches Verbrechen hatte er begangen? Der Konsulatsbeamte er- klärte empört, solche Elemente bekämen keinen deutschen Paß, denn er habe—— die„Deu"che Freiheit" verkaust. In der Tat hatte der arme Kerl, der ja keinerlei Mittel besaß, sich durch den Verkauf der„Freiheit" ein paar Fran- ken verdient. Nur an zwei Tagen war er als Vertreter eines erkrankten Kollegen eingestellt ivvröen, aber das hatte offenbar dem„Spitzcldienst" genügt, um ihn in die Zahl der„gefährlichen Elemente" einzureihen. Dieses Erlebnis beleuchtet erneut, wie ernst die Warnungen vor den Spitzeln der Nazircgicrung und die kürzlich erneut hervorgetretenen Fehmedrohungcn dieser Bande in Paris zu nehmen sind. Abzugeben wegen Abreise: Weistwarengesekaft (Herren-, Damen, u. Kinderwäsche) in großem Industrieort' im Elsaß. Offerten erbeten unter Chiffre 1882 a. d. Exp. d. Bl. Lxizlenz für Ilkrmoeker! Umständehalber verkaufe ich mein Engros-Geschäft Furnituren und Werkzeuge iür Uhr. mâcher und Go darbeiier, mit an. geschlossener Reparatur nabteilung zu außerord. günst. Hed. Zentral geieg. Mod. ûrganis. und Einriebt. Kl. Miete. Vertr. 9 Jahre. Franz. Sprachk. nicht unbed. ertord.. da eingearb. Personal(mehrsprachig) vorhanden. Entschlußtähigc Interes., die über Bargeld verfüg., werden um Zuschrift gebeten, an Publicité Metel, 51, rue Turbigo, unter Nr. 975. Vermittler verbeten! AI Grand'rue nur L Stock STRASBOURG Crosse Auswahl In Pelzkragen ab X Fr.. Pelz- jaquettes ab IT 5 Fr., Pelzmäntel ab 356 Fr„ Isab.- und Skunksfüchse ab ISO Ft., Skunks-Colliers und Ediarpes ab XO Fr. Reparatur. 5CI> Ersnarnisse 1471 Stellung und Situation /. Ranges sofort gegen vernünftigen Apport. Sté AMI, II, Rue Mogadon PARIS, Tél. Trinité 33-32. Kino Wirtschaft mit Saal in Kantonstadt Lothringens zu verkaufen. Schreiben unter Nr. 209 a. d. ,,Deutsche Freiheit" — Pariser Beruhte Deutsche Liga für Menschenrechte Die nächste Versammlung der Ortsgruppe Paris findet am Montag, dem 28. Januar 1934. 20.45 Uhr in der Salle Jean Dolent, 27, Rue Jean Dolent, Métro St. Jacques, statt. Es spricht Dr. Siegfried Marek, entlassener Universitätsprofessor, iiher das Thema:„Ein Jahr drittes R c i c h". Anschließend Diskussion. Gäste willkommen. Eintritt frei. Heckroth-Ausstellung Hein Heckroth ist der dekorative Helfer der Tan*» höhne Jooss. Ein Vorhang, ein Prospekt, ein paar Versatz- Zeltschulen gegen Erdbebengefahr Cfieit: V""'»c Zeltschule in Südkalifornien. Unten: ■ n- Z l:klaisenzimmers. In s.... in man jetzt dazu über, die Schulen in Zelilc.uih: ,ubiinnen die neben dem Vorzug der Billigkeit cor allem den der ErdbebensicherHeit habe«. Tél. Trinité 43-13 Métro P i g a 11 e Deutsche Poliklinik Paris, 62., Rue de ia Rochefoucauld a) Allgemeine Konsultationen 9 Specimen. b) Chirurgie c) GebnrtshiHliehe Klinik d) Z^hnärzßiches KabiM« Innere Medirra, Augen-, Ohren., Najen. und Kehlkoplkrank. Zwei-to^kiee^anatononMseMnde. ciebiu-t«.»»»mer 5-Kn.™*^rucken. hei ten. Röntgen, Diathermie. Elektrotherapie. Spezialbehand- Kleine, mittlere und große Chirur» mit 1 bis 4 Betten. 3 Aerzte, 3 Heb» ur»d n lung bei Blut-. Harn- u. Geschlechtskrankheiten gie. Di« aller mode ms te Einrichtung Immen and 2 Operationssäle. Kautschuk. A£P«ten Ordination täglich von 9-12 und 2-8; Sonntags und Feiertags von 10*12 und 2—4 UHr 303 stücke, oft auch nur Masken und Kostüme, das ist alles, was der Tranzregisseur ihm zubilligt. Und doch ist jedesmal die Illussion eines bestimmten Umraums, einer bestimmten Zeitatmosphäre geschaffen. Heckroth war bis in die jüngste Vergangenheit einer der begehrtesten und meistbeschäftigtsten deutschen Bühnenbildner außerhalb Berlins. Eine Ausstellung der Librairie du Luxembourg zeigt neben interessanten Bildern des Jooss-Balletts eine Reihe der Heckrothsrhen Entwürfe für Bühnenbilder in Dresden, Düsseldorf, Essen und München. Sie bestätigen den bei den Joosschen Bildern gewonnenen Eindruck eines mit knappsten Mitteln den Raum gestaltenden Bühnenkünstlers. Hoffentlich findet dieser Materialkünstler, auf dessen Arbeit das heutige Deutschland scheinbar verzichtet, bald ein Tätigkeitsfeld im Theater. Denn so wertvoll seine Arbeit bei der Joosschen Tanzbühne ist, er darf der Sprech- und Musikbühne auf die Dauer nicht verloren gehen. Paul Walter. Schienenautos ersetzt Personenzug in Frankreich Die französische Staatsbahn hat ab 1. Januar verschiedene Personenzüge durch Schienenautos ersetzt. Diese Micheline- autos auf Schienen bedienen den Lokalverkehr schneller als der Autobus auf der Landstraße. Sie können 90 Personen in der Einheitsklasse befördern, für die der Tarif der dritten Klasse berechnet wird. Die neuen Schienenautos verkehren auf verhältnismäßig kurzen Strecken, z. B. Rennes—Saint Malo, Brest—Morlaix, Saint Brieuc—Lannion, und zwar drei- bis viermal täglich hin und zurück. Unabhängig von diesen Schienenautos, die den Zubringer- und Lokalverkehr bedienen, werden außer den bereits bestehenden Schienenauto Verbindungen im kommenden Sommerfahrplan eine größere Anzahl neuer Schienenautos auf großen Schnell*»glinien in Dienst gestellt werden. Der Hafen von Bordeaux Bordeaux ist stolz auf seinen„neuen" Hafen. Achtjährige ununterbrochene Erneuerungsarbeiten haben das Gesicht des alten Garouue-Hafens so verändert, daß er einem neuangelegten maritimen Seehafen fast gleichzustellen ist. Die gesamten Kais des linken Garonneufers von 3 Kilometer Ausdehnung in ununterbrochener Folge sind— mit Ausnahme von 300 Meter des Quai de la Douane— vollkommen erneuert worden: Die Kais wurden an den wichtigsten Stellen im Durchschnitt um 25 Meter in den Fluß vorgerückt, die Wassertiefe vor den Kais ist auf 8 Meter erweitert, und sämtliche Speicher aus Beton wurden neugebaut. Eine neue elektrische Ausrüstung beschränkt den Aufenthalt der Schiffe im Hafen auf ein Minimum. Am Quai des Chartrons und am Quai Louis XVIII.. im Herzen der großen Stadt, sind Riesenspeicher von Der österreichische Dichter Hermann Bahr gestorben Nach der Neugruppierung der europäischen Sendewellen Am Priifftand des englischen Großsenders Taoentry beim Abstimmen der neuen Wellenlänge Am 15. Januar stellten sich alle Sender Europas auf den neuen Lnzerner Wellenplan um. Die Abstimmung aus die neue Welle und die Verständigung mit den anderen umge- schalteten Tendern bot natürlich eine beträchtliche und nicht leicht zu bewältigende Arbeit. 204 bzw. 162 Meter Länge entstanden. Damit sie das Stadtbild nicht beeinträchtigen, sind sie einstöckig gebaut worden. Der Raum von etwa 200 Meter zwischen den beiden Speichern wird als Garten-Promenade ausgebaut und verlängert, so die schöne Esplanade des Quinconces bis an das Flußufer. Zwei große Treppen führen auf die Terasseu der Speicher, auf denen die Bordelaiser spazieren gehen können. Neben der Erneuerung der Hafenanlagen ant linken Garonneufer hat die Verwaltung des autonomen Hafens in V e r d o n, fast unmittelbar an der Girondemiindung, einen Landungspier errichtet, der auch den größten Ozeandampfern die Landung bei jeder Witterung in ruhigem Wasser ermöglicht. Der eigentliche Hafen von Bordeaux liegt 100 Kilometer vom Meere entfernt, Verden am Ozean selbst. Bordeaux ist für Güter- und Passagierverkehr gleichermaßen ge rüstet. BRIEFKASTEN H. 31. Zürich. Tetz Tcpdewitz und Rosenfeld, die Gründer der Sozialistischen Arbeiterpartei, von dieser in Acht und Bann getan sind, Haben wir aus der in Purls erscheinenden„Tie neue Front" erfahren. Cb die beiden Genannten einer anderen Partei beigetreten sind oder ob sie ohne Parteibuch sich durchs Leben schlagen, wissen wir nicht. Ztudols Steiner. In Ziaziblättern war behauptet worden, der verstorbene Anthroposoph Rudolf Steiner sei Jude gewesen. Ta« ReichSinnenininisteriuin erklärt nun, dag eine Untersuchung die arische Abstammung SleinerS erwiesen habe.— Ta werden viele aniroposophischen Treigliederer, die heute die Hände zum Hitler- Gruß recke», ruhiger schlafen. „Hessen." Durch die Nazipresse geht eine Schilderung, die so beginnt: „Emigrantenlos ist immer schwer, doch besonders hart ist es, wenn man seinem Vaterland Jahrzehnte lang i» unverbrüchlicher Treue gedient hat." Rührend, nicht wahr? Aber glaube nur niemand, die Zlazis hätten die deutschen Emigranten gemeint. Es geht um das Los weih- russischer Emigranten. Für den Gesamtinhalt verantwortlich: Johann Pitz in Dudweiler: für Inserate: Otto Kuhn in Saarbrücken. Rotationsdruck und Verlag: Verlag der Volksftimme GmbH„ Saarbrücken 3, Schützenstraße 5. Steuerfragen Gesellschafts- gründungen Wenden Sie sich an F» BRIQUEU LICENCIE EN DROIT ehemaliger Kontrolleur der direkten Steuer* Behörden, um vom offiziellen Standpunkt aus beraten zu werden. 25, Bd. Bonne,Nouvelle, PARIS(2). Telefon Louvre 22-93 Bäckerei mit Wirtschaft in Grenzortschaft Lothr. günst zu verm. Schreiben unter Nr. 210 an die „Deutsche Freiheit" Bezirk Temple gegen Barzahlung billig abzugeben: Restaurant epicerle, schönes Geschäft. Wohnung im I. Stock. Zuschriften an Publicité Metzl. 51, Rue Turbigo. Mr. 977. SEROKLINIK VON PARIS 71, Boulevard de Clichy- Metro Blanche Harnleiden, chronischer und irischer Inpper, Militärgicht, Cystitis, Prostata. 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