Sinzige unabhängige Tageszeitung ventschlands Nummer 20— 2. Jahrgang[ Saarbrücken, Donnerstag, den 25. Januar 1934 Chefredakteur: M. B r a u n Ans dem Inhalt Vot dem tnqUchen Mcitt Seite 2 Tlazif.ühcec-tmiqcant: {Das Wesen dtUtecs Seite 3 &.-A~7Tlcuw denkt nach Seite 4 Qeqenstcomungen in{Bayern Seite 5 Dollfuß stellt Hitler Oesterreichs Ultimatum an die Reichsregierung Der Völkerbund in Erwartung Priester vor dem Sondergerldit C«" U'^ anttat- Eigene Meldung.) Es besteht die Ab- licht, so bald als möglich eine außerordentliche Sitzung des Bolkerbundsrates einzuberufen, die sich ausschließlich mit der international bedrohlichen Lage in Oesterreich beschäs- t'gen soll. Ueber die Behandlung der österreichischen Ange, tegcnhelt besteht in den entscheidenden Bölkerbuudskreisen weltgehende Einigkeit, wie dies gelegentlich der Ratssitzung <»-^ Woche durch eingehende Gespräche zwischen >-ir John Simon, Paul-Boncour, Bcnesch, Alois, und Titu- lesen sestgest"llt worden ist. Es liegt die Anregung vor, die geplante außerordentliche Ratssitzung nach Wien ein,übe- rufe«, um die Kundgebung zugunsten der Selbständigreit Oesterreichs durch die Tagung in Oesterreichs Hauptstadt zu verstärken, doch erheben sich dagegen mancherlei Bedenken. Eine Entscheidung dsirfte erst fallen, wenn die deutschc RerchSr-gierung auf einen am 18. Januar durch den öfter- reichlichen Gesandten Dr. Tauschnitz in Berlin uuternom- menen Schritt geantwortet haben wird. Nach vorher einge- Kulier Zustimmung Italien», England»«nOHrautreich» hat d,e österreichische Regierung in einer Verbalnote die deutsche Reichsregierung aufgefordert, durch en-rgisch» Maßnahmen den nationalsozialistischen Treibereien in Oesterreich, die von Deutschland her organisiert werden, ein Ende zu machen. « re. 1 n 55' 0** e 6' e Reichsregierung durch eine feierliche öffentliche Kundgebung erklären, daß fie d,e Unabhängigkeit Oesterreichs in Zukunft achten wolle. Im Kalle einer«nbefriedi- »enden deutschen Antwort werde Oesterreich den Völkerbund auf Grund Artikel 11« 2 des Paktes anrufen. Dieser Ar- tlkel gibt jedem Mitglied des BölkerbundrS das Recht, die Aufmerksamkeit der BölkerbundSversammlnng oder deS Bölkerbundsrates auf jeden Umstand zu lenken, der die internationalen Beziehungen trüben, und daS gute Einver- nehmen und den Frieden der Nationen trüben könnte Eine Antwort Deutschlands ist bisher nicht erfolgt, und mau glaubt^ hier nicht, daß die Reichsregierung den österreichi- scheu Forderungen so zu eutsprechen gewillt ist. wie eS nicht nur Oesterreich, sondern auch Italien, Frankreich und Eng- land zu einer wirklichen Befriedung verlangen müssen. ¥ soweit hat es die Reichsregierung der Verbrecher an der deutschen Nation nach einjähriger Arbeit gebracht. an der Saar, wo eine kerndeutsche Bevölkerung bis zum -'W. Januar 1933 einmütig von dem Willen beseelt war, ge- schlössen zum Reich zurückzukehren, wächst von Tag zu Tag der Widerstand gegen eine Auslieferung des Taargebietes an die volksfremde Diktatur von Barbaren. In Oesterreich, wo die Sozialdemokratie als ersten Saß in die ursprüngliche österreichische Verfassung schrieb„Deutsch- österreich ist ein Teil der deutschen Republik" und demselben festen und einhelligen Willen in der deutschen Republik be- gegnete, einem Willen, der nur durch die Gewaltverträge von Versailles und St.Germain vom Ziel zurttckgerissen wurde, ruft jetzt eine Bundesregierung den Völkerbund gegen den An- schlug auf. Mit Zustimmung derselben Bevölkerungsteile, die bis zum 39. Januar t933 die Vereinigung mit dem Reiche leidenschaftlich wollten. Die diesen Willen noch haben und ihn wieder mit aller Energie betätigen werden, wenn die deutsche Nation sich von dem schändlichen Regime befreit haben wirb, das Deutschlands Ehre und Deutschlands Ju- teressen in der ganzen Welt schädigt. An der Saar wie in Oesterreich sind es dieselben Banden, die eine Einigung der deutschen Nation verhindern, allein durch ihren sanatischen Terror, dem wir uns nicht unter- werten werden. An der Saar wie iu Oesterreich tragen die Nationalsozialisten und ihre gegenüber den Volksgenossen rohe, gegenüber dem Ausland kriecherischen und Heuchler!- schen regierenden Führer die Schuld, wenn außcrdeutschc Mächte durch den Völkerbund einen Schutz gegen national- sozialistisches Banditentum ausrichten müssen. Verlogen möchte man der Welt einreden, daß an der Saar nur ein Häuflein von Emigranten und Verbrechern gegen daS Ein- dringen der nationalsozialistischen Terrorwelle Widerstand leiste. Nun: sind etwa die österreichische Bundesregierung und die österreichischen Bischöfe und die Millionen öfter reichliche Arbeiter. Bürger und Bauern auch„Emigranten" oder„Verbrecher" oder..Halunken" wie der deutsche Reichskanzler si°> auszudrücken beliebt? Nein eS ist an»er. Saar wie in Oesterreich der Widerstand echter nationaler Kräfte gegen die Vergewaltigung der Nation. ES ist Hitlers Schande, wenn Europa sich zum Schutze bedrohter Deutschen gegen die Unterdrückung durch barbarische Terrormethoden von Auchdcutschcn erheben muß. Oesterreich lehrt den Völkerbund, welche europäischen Ge- fahren sich an der Saar entwickeln müssen, wenn man den nationalsozialistischen Diktatoren unmittelbar an der französischen Grenze Gelegenheit gibt, sich auszutoben. Tie Na- tionalsozialisten fügen sich keinem wie immer gearteten Re- gierungssvstem. Sie wollen allein herrschen. Wie in Oester- reich, so an der Saar. Die Nationalsozialisten sprechen allen Andersgesinnten die Freiheit politischen Handelns ab und dürfen daher unter keinen Umständen mit den Mitteln staatsbürgerlicher Gleichberechtigung behandelt werden. Das ist die Lehre, die uns Deutschland gegeben hat. Das ist die Lehre, die jetzt Oesterreich ganz Europa gibt. Wir erwarten, daß daraus auch für das Saargebtet die nötigen Folge- rungen gezogen werden. Mit Terroristen kann mau nicht diskutieren. GejctzeSverachter und Gejevesbrecher müssen aus die ihnen zukommende Art behandelt werden. Weder in Oesterreich noch an der Saar werden die nationalsoziali- stischen Terroristen auf die Unterdrückung der gegnerischen Volksteile freiwillig verzichten. Sie fügen sich nur der ftär- leren Macht. Eine Mahnung Paris, 24. Januar. Der„Figaro" schreibt: Die letzten Ereignisse in Oesterreich sind kür alle eine Mahnung. Zu- nächst für Italien. Der Ches der Regierung in Rom wird sehr bald feststelle», wie schwierig es ist, sich mit der deutschen Regierung zu verständigen, selbst wenn man sie in schonend- ster Weise behandelt. Herrn Mussolini, der immer sehr be- sorgt ist um die Ehre seines Landes, hätten die Kundgebun- gen der Nazis während der Anwesenheit Suvichs in Wien tief gekränkt. Eine Mahnung aber auch für Frankreich und für Eng- land. Die großen Mächte taten Unrecht, baß sie sich nicht früher um die deutschen Manöver in Oesterreich gekümmert haben. Die Gelegenheit zum Handeln ivar schon 1931 bei der Frage der Zollunion gegeben. Man ließ sie ungenutzt vor- übergehen und behandelte das Problem lediglich vom wirt- schaftlichcn und juristischen Standpunkt aus. Der internatio- nale Gerichtshof im Haag sprach sich mit nur einer Stimme Mehrheit gegen den dreisten Versuch Deutschlands aus. Die Mächte konnten sich nicht einigen aus einen dringend not- wendigen Plan zur wirtschaftlichen Hilfe gegenüber den Donaustaaten. Wird man endlich bandeln? Wird man das Problem in allen seinen Auswirkungen und Zusammen- hängen prülcn? Es wäre zu wünschen. Denn je länger man wartet, um so größer wird die Gefahr. 14 deutsche Zeltungen verboten! Großdeutscher Bürgermeister verhaftet Wien, 24. Januar. Nach einer amtlichen Verfügung sind 14 reichsdeutsche Zeitungen, barunter die„Münchner Neuesten Nachrichten", sttr den Bertrieb in Oesterreich auf ein Jahr verboten worden. Aus Weisung der Bundcspolizei ist der großdeutsche stell- vertretende Bürgermeister von Innsbruck. D r. P e m- b a u e r, verhaftet worden. Konzentrationslager verlegt Neue Kundgebungen Wien, 24. Januar. Die Bundesregierung hat das Durch- gangslagcr in Wels aufgelöst und die rund 209 Tchuyhäst- linge nach Kaisersteinbruch an der burgenländisch-ungariscken Grenze bringen lassen. Sie hat sich dazu veranlaßt gesehen, weil vor dem erst kürzlich errichteten Lager in Wels fort- gesetzt Kundgebungen stattgefunden haben. Beim Abtrans- von der Schutzhäftllngc haben mehrere tausend Personen Kundgebungen veranstaltet. Zu ihrer Bekämpfung wurden aus Linz starke Truppenabteilungen nach Wels entsandt. Es kam zu Zusammenstößen, bei denen mehrere Personen leicht oerletzt wurden. Nach Meldungen auS Gteyr wurden dort vier Spreng- Körper zur Explosion gebracht, wodurch einiger Sachschaden .'ntstanden sein soll. Di« Täter konnten nicht ermittelt wer- den. 82 Personen wurden festgenommen: sie werben in ein Konzentrationslager gebracht werden. „Beim Abendessen im Pfarrhaus" München, 24. Januar. Bor dem Sondergericht München begann heute vormittag die Verhandlung gegen die drei vor längerer Zeit in Schutzhaft genommenen Geistlichen Stadt- psarrer Emil Muhl er, Kaplan Oskar Thaler und Kathechet Sollacher. Alle drei wurden aus der Schutzhast vorgeführt. Der Andrang des Publikums zu dieser Sitzung war derart groß, daß schließlich ein größeres Ausgebot von Polizei die Gänge räumen mußte. Zu de»- Verhandlung sind acht Zeugen geladen. Nach der Anklage wird dem Stadt- psarrer Muhlcr und dem Kaplan Thalcr ein einfaches Vcr- gehen gegen die Verordnung des Reichspräsidenten vom 21. Mär, und dem Kathechctcn Sollacher ei» fortgesetztes Vergehen dieser Art zur Last gelegt. Dr. Muhler soll Ende September oder Ansang Oktober beim Abendessen im Psarr, ha«S eine Greuelnachricht verbreitet haben, die von Kaplan Thaler an den dritten Angeklagten weitergegeben wurde. Dieser hat sie dann wiederum an zwei Lehrerinnen weiter» gegeben. Deutsche Pressa 1934 Von Andreas Howald Am 1. Januar 1934 werden die deutschen Schriftleiter in Dienst g e n o m m e n. Der Führer des Reichsverbandes der deutschen Presse. Major Weiß. Vor zwanzig Iahren gab es einen mit großer Leiden» schaft ausgefochtenen öffentlichen Zeitungskrieg, der die deutsche Presse selber betraf. Der Leipziger Rational» ökonom Karl Bücher, früher einmal Redakteur der „Frankfurter Zeitung", hatte den für einen bürgerlichen Volkswirtschaftler unerhörten Mut, eine rein privatwirt- schaftliche Definition des Begriffs der Zeitung zu geben Er nannte sie ein kapitalistisches Unternehmen, das mit Meinungen und mit Nachrichten Handel treibt und seine Existenzgrundlagen aus dem Inseratenteil bezieht. Durch die deutschen Redaktionsstuben ging eie Woge gewaltiger Empörung. Die konservativen, nationalliberalen und freisinnigen Redakteure vereinigten sich mit ihren Ber- legern im Protest gegen den Herabwürdiger ihres Gc- sinnungseifers und gürteten sich mit dem heiligen Dienst am öffentlichen Interesse und der Freiheit der Person- lichkeit, die ihnen in besondere Verwahrung gegeben seien. Man liest heute diese Polemik mit einiger Sehnsucht nach der Zurückgewinnung eines von solcher Friedens- ruhe erfüllten Kampfplatzes. Denn das Bild, das die deutsche Presse bildet, hat die Beweisführung Karl Bllchers in erschütternder Weise überholt. Tie publi- zistischen Ideenträger, die früher vor den verschiedenen Verlegerinteressen im Staube lagen, sehen wir unisono im braunen Eintopf auf dem Herd des„totalen Staates", der keinem mehr erlaubt, auch nur einmal mißmutig über den Rand zu gucken. Tie Zeitungen sind das tägliche Einheitsessen des deutschen Volkes geworden, und ihre Schriftleiter haben zu versichern, wie froh sie sich in dieser Lage fühlen. Der Chef, der sie am 1. Januar auf Grund des neuen Schriftleitergesetzes„in Dienst nahm", darf seine Mannen in soldatischen Reihen überblicken und jeden ausstoßen, in dessen Uniformknöpfen sich nicht das Antlitz Adolf Hitlers spiegelt. Indes erschöpft die Ironie nicht die Situation. Nach einer Statistik des Instituts für Zeitungskunde ist die Zahl der in der deutschen Presse in den Redaktionen be- schäftigten Personen im Jahre 1933 von 19 200 auf 5341 zurückgegangen. Diese Dezimierung ist prozentual noch größer als der gewaltige Rückgang der Zeitungsauflagen, deren Verlustziffern oft 100 Prozent und mehr betragen. Im Jahre 1932 gab es nach der gleichen Quelle noch 2703 Tageszeitungen, jetzt sind es noch 1128. Im Juni 1932 rourben etwa eine Milliarde Zeitungsexemplare gedruckt, im Juli 1933 nur noch 300 Millionen. Dabei ist selbstver- Itandlich die Unterdrückung der sozialistischen und kommunistischen Zeitungen. die zwangsweise Zusammenlegung von Blättern und das Sterben einer Reihe von ältesten deutschen Zeitungen in Betracht zu ziehen. Kurz, der -Aufbruch der Ration hat nahezu den Zusammenbruch der nationalen Publizistik herbeigeführt. Aber'dieser Prozeß hat noch lange nicht seinen Tiefpunkt erreicht. Die nationalsozialistischen Blätter, aus den Flügeln der Ge- walt emporgestiegen, achten keinen Waffenstillstand und setzen den Vernichtungskampf unter Beanspruchung des Monopols gegen die bürgerlichen Blätter aller. Grade fort, ohne freilich das einzuheimsen, was die anderen verloren. Freilich, es gibt auch Glückliche im Zuge dieser Ent- Wicklung, die zu zauberhaften Ranghöhen der deutschen Publizistik geklettert sind. Ganz junge Leute in. den nationalsozialistischen Redaktionsstuben, vordem sanatisch mit den Grundregeln der deutschen Sprache ringend (darin ihrem Führer nicht unähnlich), sitzen heute in.zu- meist gestohlenen Zeitungshäusern als Hauptschriftleiter, als»Chef vom Dienst" in mehrfach belitzten schnittigen Uniformen: auch äußerlich von dem einstigen Bilde der Ilberalistisch-marxistischen Publizisten mit schlappem Zur- schautragen von Geist erheblich abweichend. Diese Redak- tionsoffiziere handhaben jetzt die Federn wie Gewehre, >n ihrem Ethos durch schiefe Prunksätze keineswegs ge- hemmt. Sie erobern dazu noch Ehren, wetden Kuratoren und Führer von Universitäten, an denen sie einige Jahre zuvor ein schlechtes Examen machten, odtr mindestens Direktoren von Presseinstituten, wie es an der Universi- tat Köln, der Stadt der großen internationalen Pressa 1928- mit einem gerade Zweiundzwanzigjährigen ge- schal). Sie sehen die Honoratioren in Stadt und Land zu ihren Füßen und lassen sich täglich in ihren Zeitungen in jeder möglichen Attitüde fotografieren. Aber neben den Arrivierten der Publizistik des„dritten Reichs" zeigt sich den Wissenden ein Inferno des Hammers. Gemeint sind nicht die ihrer Existenz be- raubten, vertriebenen, in Konzentrationslagern schwach- tenden deutschen Presseleute, auch nicht die entlassenen Richtarier unter ihnen und auch nicht diejenigen, die im Verlauf des großen Zeitungssterkens arbeitslos wurden. Ihr Schicksal und ihre Rot, ökonomisch wie seelisch, sind offenkundig und sichtbar. Unter der BefehlWtMPlt des Majors Weiß, des Exerziermeisters unter Eöbbels- Mahatma-Propagandi, sitzen zu einem großen Teil, in den besseren deutschen Redaktionsstuben noch die Männer der früheren journalistischen Tradition. Wir kennen sie, Leute mit gepflegten Federn, mit ergrauenden Köpfen, in die Arbeit ihrer vergangenen Schreibjahrzehnte seihst- verliebt, stolz auf jene schmale Spur eigenwilligen und selbständigen Wirkens, das ihnen früher der Verleger oder der Zeitungskonzern gelassen hatte. Sie haben Familie und sind bepackt mit Verantwortungen, die sie nicht mehr in den Bezirk der freiwilligen Wahl des Arbeitsplatzes entlassen, wenn es solch eine Freiheit überhaupt noch gäbe. Sie knirschen mit den Zähnen und beginnen mit reduzierten Gehältern zu Ehren dieses «dritten Reiches" zu schreiben, denn Schweigen ist schön Hochverrat und ist schon Staatsverbrechen. Sie wollen in ihrem„Stande" bleiben und sind unversehens dabei, die Ideologie ihrer eigenen Knechtschaft richtig upd schön zu finden. Wenn man die Aufsätze dieser Leute li.est.mid daran denkt, wie sie früher schrieben. ,im scheiMac gleichen Gesinnungsfeuer: wenn man sieht, wie alte übe- rale Publizisten dem liberalistischen Zeitalter eine haick- voll Erde verächtlich ins Grab werfen, um sich als Rechtgläubige zu legitimieren: es ist zum Lachen und zum Heulen, und die Entrüstung wird vom Mitleid vertrieben. Immerhin gibt es einen Trost. Die deutschen Iour- nalisten haben in diesem Punkte nichts voraus vor den deutschen Hochschullehrern, den deutschen Pädagogen, den deutschen Juristen, den deutschen Aerzten. Auf den Trümmerhaufen der politischen und geistigen Freiheit, über denen die Hakenkreuzfahne weht, finden sie sich mit diesen Verlusten schnell ab und buchen sie als Ge- ivinn in ihrer seelischen Bilanz, zuletzt nicht ohne Glück darüber, in Dienst genommen zu sein. Qualvolles Sterben Die„Reue Zürcher Zeitung" schreibt am Sonntag: „Aber so schnellebig unsere Zeit ist, so rasend sich die Geschehnisse in Deutschland überstürzt hahen— es hieße doch das Gedächtnis des Lesers unterschätzen, wollte man glauben, er erinnere sich nicht, haß der Feder des gleichen Redakteurs noch kaum vor Jahresfrist recht anders lautende Worte entflossen waren. Wir wollen gewiß nicht unterstellen, daß es sich in jedem Falle um das handelt, was im volkstümlichen Sprachschatz chit dem Wort Gesinnungslumperei bezeichnet wird, es ist sogar wahrscheinlich, daß ein Teil dieser Leute sich aus ehrlicher Ueberzeugung zur Hakenkreuzfahne bekennt: aber der fatale Beigeschmack der allzu schnellen, allzu krassen Wandlung wird manchem Leser der ehemals bürgerlichen Zeitungen auf der Zunge hasten geblieben sein. Dieser Umstand trägt nicht dazu bei, der bürgerlichen Presse ihr Dasein zu erleichtern— und wiederum sind es die nationalsozialistischen Blätter, die hiervon profitieren: denn sie sind über den Verdacht jeglichen Renegatentums erhaben Den bürgerlichen Zeitungen, innerlich unsicher geworden, stets befürchtend, ihre schwierige Lage noch zu erschweren, mangelt es an diesem Instinkt. Sie vermögen nicht zu über- sehen, was unecht ist, was genehm erscheint, was be- mängelt werden könnte. Redakteure, die gestern noch zeichneten, sind heute bereits wegen irgend eines unab- sichtlichen Schnitzers in der Versenkung verschwunden— und so stirbt die frühere bürgerliche Presse langsam ab. (£ s i st e inqualvollesSterbenundeinkaum aufzuhaltender Prozeß." Die denisdi-f ranzösisdteSpannung inErwartung einer englischen Vermittlung in der Abrüslungslrage London, 24. Januar. Der Parlamentskorrespondent der „Times" schreibt zur Sitzung des A b r ü st u n g s a u s- I ch u s s e s des britischen Kabinetts: Es verlautet, daß die Minister der Meinung sind, daß jetzt, wo der Noten- ivechsel deutlich die Hauptschwierigkciten zwischen dem fran- zösischen und dem deutschen Standpunkt gezeigt hat, eine Erklärung der britischen Politik so bald wie möglich erfolgen sollte. Es ist bekannt, daß eine Darlegung der britischen Stellungnahme in Paris ebenso wie in Berlin begrüßt werben würde, und die Minister hoffen noch immer, daß ein Mittelweg gefunden werden kann, der die Wieberausnahme der Tätigkeit der Abrüstungskonferenz ermöglichen wird. Man glaubt, daß Mussolini ebenfalls dringend wünsche, eine Erklärung über die italienische Politik abzugeben, wenn sich eine geeignete Gelegenheit dafür biete. Die Probezeit London, 24. Januar. Die Abrüstungsarbeiten stehen auch heute im Vordergrund des Interesses der englischen Presse, lieber die Ausgaben, die der gegenwärtige britische Konvcn- tionsentwurf dabei zu lösen habe, gehen allerdings die An- schauungen der Blätter auseinander. Der diplomatische Korrespondent des„Daily Telegraph" vertritt die Anschauung, daß man nur nötig habe, im KonventionS- cntwurf einige Aeuderungen anzubringen, um die deutsch- französischen Meinungsverschiedenheiten zur Frage der Probezeit auszugleichen. Der Außcnpolitiker der„Mor- n.i n g p o st" will indessen wissen, daß daS britische Kabi- nett einen gänzlich neue» Konventionsentwurf ausarbeiten werde. Dieser neue Entwurf werde dann den Anregungen Deutschlands entsprechen. U. a. werde man Deutschland wahrscheinlich einige Tesenstvwassen, darunter Tanks und Erkundungsslugzcuge, zugestehen. Das Problem der Probe- zeit werbe man. so schreibt das Blatt weiter, möglicherweise dadurch umgeben, daß man die Umbildung der Reichswehr mit der allmählichen Abschaffung der Offensivwaffen der anderen Mächte zeltlich koppele. Französische Stimmen Paris, 24. Jan. Die Einstellung, mit der die französische Presse den Abrüstungsnotenwechsel behandelt, läßt sich kurz zusammenfassen in dem Satz:„Wozu weiter reden, da geradezu grundsätzlich die Meinungsverschiedenheiten zwischen Deutschland und Frankreich unvermindert weiterbestehen?" Der„Excelsior" sagt von der deutschen Antwort, daß sie in diplomatischer Form die Rollen vertausche, damit Deutschland über feine kriegerischen Vorbereitungen nicht Auskunft zu geben brauche, verlange eS von Frankreich über dessen Vorbereitungen Rechenschaft. Das klügste wäre, mög- lichst rasch durch eine endgültige Feststellung eine Diskussion abzuschließen, bei der beide Standpunkte dargelegt wurden und im übrigen die Akten der Abrüstungskonferenz zur Be- nrtcilnng zu übergeben. Man bosse in Berlin»»! ei.«« c»g- lische Vermittlung, aber e>»e solche sei wohl he"-<^ Torgiers Schicksal erkenne nicht recht, welches Zugeständnis England noch vor» schlagen könnte, über das die deutschen Forderungen nicht schon hinausgingen. Das„I o u r n a l" schreibt, die Franzosen könnten nicht an die friedliche Einstellung Deutschlands glauben, weil allzu oft Tatsachen zeigten, daß die Deutschen entschlossen seien, die Vertragsrevision zu verfolgen. Dieser Geisteszustand könne durch Reden oder Kunststücke nicht geändert werden. Nur ein Experiment wirklicher Entspannung könnte Frankreich über- zeugen. Aber gerade das wollten und könnten die Deutschen vielleicht auch gar nicht zugestehen. Eine englische Veruntt- lung müßte den Deutschen zu verstehen geben, daß man so- lange nicht an Abrüstung denken könne, solange in Europa Unruhe drohe. Das wäre wirksamer, als wieder Pläne einer Viererkonferenz hervorzuholen, die Frankreich nicht an- nehmen könne, weil es bis an die äußerste Grenze seiner Zu- geständnisse gegangen sei. Der Berliner Korrespondent des„Matin" behauptet, in Berlin sei man besorgt. Weder die Regierung noch sonst je- mand erschienen sehr sicher, daß die logische Haltung Hitlers auch der praktische Weg des Erfolges sei. Man frage sich, ob Deutschland nicht zu früh losgelegt habe. Der Direktor einer großen offiziösen deutschen Zeitung habe zu dem„Matin"- Korrespondenten gesagt:„Tie Zeiten der gefühlsmäßigen Diplomatie seien vorüber, die Geschmeidigkeit der Worte sei durch den Notenwechsel erschöpft. Seit Monaten werfen Deutschland und Frankreich einen großen, in Baumwolle ge- wickelten Stein einander zu. Dabei fei die einhüllende Baum- wollschicht immer dünner geworden und jetzt lause man Ge« sahr, den harten Stein ins Geficht zu bekommen. In Berlin, so fährt der„Matin"-Berichterstatter fort, spreche man zum erstenmal seit 1329 wieder von der Entente. Seitdem mau sich darüber klar geworden sei, daß Gens der Ort praktischer Fühlungnahme zwischen England und Frankreich fei, hätten die Verleumdungsseldzüge gegen den Völkerbund viel von ihrer Schärfe verloren. Man denke in Deutschland zu real- politisch, um nicht zu erkennen, daß die friedlichen Kund- gedungen Hitlers als Rechtfertigung der Rüstungsfordc- rungen. die man früher noch als starke Stellung ansah, heute geschwächt seien. Die Gleichberechtigung der Völker werde i il Genf verteidigt. Tort sei Deutschland die theoretische Gleichberechtigung zuerkannt worden. Das Hindernis zur Verwirklichung dieses Grundsatzes seien die Besorgnisse, die Deutschland Europa wieder einflöße. „La Rcpublique" schreibt, England wolle kein Wettrüsten. Aber das, was England als Wettrüsten bezeichne, nenne Deutschland Wettlank um die Erlangung der Glelchbcrechti- gung. Immerhin würden England, Italien und Frankreich dem Deutschen Reich kein Nein entgegensetzen, denn sie wüßten selbst, daß Deutschland in diesem Falle nur die Achseln zucken und sich über das Nein Hinwegsetzen würde. „Sc Iour" schreibt. Deutschland begreife, baß es von sich au? schwerlich noch mehr erreichen könne. Deshalb unterbreite es der französischen Regierung setzt nur Fragen nnd fordere England ans, einen weiteren Kuhhandel in die Wege z« leiten. England werde dann Frankreichs Vorschläge als Ver- hanblungsgrundlage nehmen und weitere Zugeständnisse vor- schlagen, die Teutschland dann wieder als VerhandlungS- grundlage bezeichnen werde, um noch mehr zu erhalten. Dann werde Teutschland wieder die Vermittlung Londons anrufen oder vielleicht diejenige Roms usw.... DaS„Journal Ofsiciel" veröffentlicht in seiner heutigen Nummer ei», Dekret, das das am 17. Januar 1334 abgc- schlössen- französisch-russische Hand elöabkom. men provisorisch in Kraft setzt. Roosevelt hat den amerikanischen Geschäftsträger in Havanna angewiesen, der kubanischen Regierung mitzuteilen, daß die Bereinigten Staaten»nr Anerkennung der Regie- rnng des neuen Präsidenten bereit sind. hiSchntzhail Nicht auf eigenen Wunsch Nach der Beendigung des Reichstagsbrandprozesses hat der„Verteidiger" Dr. Sack des freigesprochenen Angeklagten Torgier erklärt, daß er seinem Klienten angeraten habe, sich in Schutzhast zu begeben und hat, nachdem Torgler tatsäch- tich in Schutzhast genommen worden ist, den Eindruck her» vorgerufen, daß dieses ans eigenen Wunsch Torglers ge- schehen fei. Nunmehr haben eine Anzahl ausländischer Journalisten am 20. Januar Torgler i« einem Gebäude der Gestapo in Berlin besucht und verschiedene»Fragen vor- gelegt. Torgler hat dabei ausdrücklich erklärt, daß die über ihn verhängte Schutzhast gegen seinen Willen ans» gesprochen sei. Dagegen hat er«ine schriftliche Erklärung abgegeben, daß er weder schlecht behandelt noch gefoltert worden fei. Der„Manchester Guardian", der über diese Unterredung ebenfalls berichtet, schließt jedoch bezeichnender» weise mit folgendem Satz:„Beamte waren während deS Jnterwievs mtt den ausländischen Iour» n a l i st e n a n w e I e n d." Während des Besuchs der ausländischen Journalisten bei Ernst Torgler hat Dr. Sack, nach Meldungen ausländischer Pressevertreter, erklärt, er habe viele Briese erhalten, in denen Torgler seitens Kommunisten(!) für den Fall seiner Freisprechung der Tod angedroht wird. Torglc, sei- allerdings gewillt, dieses Risiko ans sich zu nehmen. Es fehlt nur noch, daß Dr. Teichert, der„Verteidiger" der drei Bul- garen, auch noch erklärt, die drei Bulgaren würden in Hast behalten, weil Göring davon in Kenntnis gesetzt worden sei, die Kommunisten trachteten ihnen nach dem Leben! „Einen Strich darunter!" Amsterdam, 23. Jan.(Jnpreß.)„Nieuwe Rotterdamsche Couraut" schreibt in einein großen Artikel zu der weiteren Pas neueste Die Prüfung der deutschen Antwort aus die französische Denkschrift ist von den zuständigen Stellen beendet worden. Das Ergebnis dieser Prüfung hat das„Journal" dahin zusammengefaßt, daß die deutsche Ant» wort„nichts anderes darstelle als einen Rechtfertigungs- versuch der deutschen Stellungnahme". Räch Abschluß der Aussprache über den Stavisty-Skandal sprach die Kammer dem Kabinett Chantemps mit 337 gegen 231 Stimmen das Vertrauen ans.— In den Straßen der französischen Hauptstadt fanden erneut lärmende Kund- gedungen statt, die von berittener Polizei zerstreut wurden. Der Kaiser von Japan hat am Dienstag das Rücktritts- gesuch des Lricgsministers Araki genehmigt. General Araki ivurdc zum Mitglied des Obersten Kricgsrates ernannt. Kriegsminister wurde der Ehes des Militärschulwescns General Hayashi, Chef deS MilitärschnlwesenS der stell- vertretende Ehe! des Gcncralstabes Misaki. Reusozia listen wollten in Raucy eine Versamm- lung abhalten. Dies« wurde von den Altsozialistcu»er- hiqdert. Schließlich mußte die Polizei de» Saal räumen. Gesangenhaltung der vier Freigesprochenen:„Deutschland hat mit Dimitross ein leichtfertiges Spiel getrieben und es in jeder Hinsicht verloren. Es har daraus die Schlnßiolge- rnng zu ziehen, will es Dimitross nicht die Gelegenheit geben, zu einem noch viel größeren Schaden für Deutsch- lands Ansehen zu werden... Die deutschen Behörden, ob es nun Minister, die öffentlichen Ankläger oder die Richter waren, standen ihn, machtlos gegenüber. Alles, was man gegen ihn versuchte, schlug gegen sie selbst aus."' vie Meinung lord Mörlens Ein Schandfleck für die deutsche Justiz Lord Marley. Vizepräsident des englischen Ober- Hauses und Präsident des Internationalen Hilfskomitees für die Opker des HitlerfaschiSmus, nimmt zu dem Ver- halten der deutschen Regierung in der F der vier Frei- gesprochenen wie folgt Stellung:„Die• he Hinrichtung van der Lübbes, die erfolgt ist, nachdem alle ausländischen Beobachter der Meinung Ausdruck gegeben hattem daß die Todesstrafe nicht verhängt werden würbe, tsteinSchand- fleck für die deutsche Justiz. Die nahezu geheime Vornahme der Hinrichtung, die Uebergabe seines Kopfe? an die Studenten der Medizin, die Ausrede, daß Enthaup- tung ehrenvoller sei als Aufhängen— all das beutet auf einen krankhasten Geisteszustand der Regierungsvertreter hin, die verantwortlich waren.... Der Schluß zwingt sich gebieterisch aus. daß van der Lübbes Tod beschleunigt wurde, iveil er zuviel wußte. Von diesem Schluß kann man kaum sich der weiteren Schlußfolgerung entziehen, daß die Nationalsoziali st en die wirklichen Brand- stifter waren und daß das ganze Verbrechen nur in der Absicht konstruiert war, die politischen Oppositionsparteien Deutschlands zu zerschmettern." Am DienStag stürzte ans dem Prager Flugplatz ein Flugzeug des Fliegerregiments!i ab. Der Flugzeugführer, ein Oberleutnant, einer der besten tschccho- slowakischen Militärflieger, erlitt schwere Verletzungen, denen er im Krankenhaus erlag. Der österreichische Gesandte stattete am Dienstag Sir John Simon im Foreign Ossice einen Besuch ab. Bor einigen Tagen hatte er eine Denkschrift über die Frage der Handels« beziehungen zwischen Oesterreich und Großbritannien über, reicht und Preß Association zufolge verkantet, daß sich die gestrige Besprechung aus diese Angelegenheit bezogen habe. Der Bankenansschnß des Senat? hat den Gesetzentwurs über die Währungsreform dahin abgeändert, daß die Dauer des Bestehens des Stabtlisterungssonds und die Bollmacht Roosevelts zur Herabsetzung deS DollarwcrteS aus zwei Jahre begrenzt werden. Anßerde,» hat sich der Ausschuß vorbehalten, den Zeitabschnitt von zwei Jahren entlveder zu verringern oder aber um ein Jahr zu verlängern. Havas meldet ans Barcelona, daß eine geheime Ver» sammlang von Gewerkschaftlern ausgehoben wurde, 28 Per, fönen, darunter mehrere bekannte Anarchisten, wurde« ver» hastet. Nasifiihrer-Emigrant spricht ttber das Hitler-Geheimnis V. Das Wesen Hitlers («chluß dieses Artikels aus letzter Nummer.) Ueber die Mutter Hitlers ist nichts besonderes bekannt geworden. Ueber seinen B a t e r schreibt er Seite 1 bis 3 >n„Mein Kampf", daß dieser Vater der Sohn eines armen Häuslers gewesen ist, der mit den ärmlichen Verhältnissen Zu Hause nicht zufrieden war. als D r e i z e h n j ä h r i g e r nach Wien wanderte in der Absicht, einnichtnöher bezeichnetes Handwerk zu erlernen, dort dann b>e Gesellenprüfung bestand, aber immer noch nicht Zufrieden war, sondern etwas„Höheres" werden wollte und dann tatsächlich Zöllner wurde. * Bei der Beurteilung Hitlers selbst fällt zunächst an Zemem Körperbau und seiner Körperhaltung auf: Mehende Stirne, unedle Gesichtszüge, etwas abstehende Ohren. posenhafte Augen- und Mundhaltung, auffällige, weibische Haartracht und hervorstechender Schnitt des ^chnurbartes. Im Seitenprofil nehmen Haltung des Mundes, des Kinnes und der Unterlippe den Ausdruck eines soeben gescholtenen, dennoch mit sich selber zufriede- neu Kindes an, das gerade überlegen von den Alten denkt, ne würden doch noch sein besseres Wissen und Können demnächst einsehen(vergl. besonders Doppelkopf Hitler- Hindenburg). Die Hüften erscheinen breiter als die schultern; der Gang ist leicht nach vorn fallend und wirkt daher posenhaft. Alle Bewegungen sind von Eindruck lochendem Nachdruck. Hitler ist Antialkoholiker und nach selbst starken rednerischen Beanspruchungen erscheint er körperlich immer stark. Zieht man Hitler ins Gespräch, so reiht er es alsbald in der Weise an sich, daß er geschickt die Erörterung einer konkreten Frage abbiegt in die Erörterung einschlägiger, immer hochtrabender Grundfragen, so vor dem un- kritischen Zuhörer oder Gesprächspartner den Eindruck besonders reichen Wissens und Könnens erweckend. Eine Umfrage über den persönlichen Eindruck Hitlers in der Nähe ergab als summarische Antwort: Man weiß selber nie richtig, ob sein Wesen und Gehaben mehr anzieht als abstößt. aber schließlich fühlt man sich ruckweise und innerlich— widerwillig mehr angezogen als abgestoßen; nachher bleibt im Unterbewußtsein noch lange ein ge- heimer Widerwillen bestehen. Diese Antwort deckt sich mit meinen eignen Erfahrungen, über die man sich aber erst jetzt Rechenschaft gibt. In jedem Gespräch mit Hitler ist ein gewisses Rund- kreisen seiner Gedankengänge um einen bestimmten jeweiligen Satz seiner Darlegungen auffällig. Einer der heute mit Ehren und Würden überhäuften ersten und somit langjährigen Mitarbeiter Hitlers bezeichnete im Jahre 1333 gelegentlich einer Aussprache diese Tatsache als„die suggestive und propagandistisch wirkende Stärke" der Reden und Gespräche des Führers: immer um einen Punkt zu kreisen! Als maßgebende weitere Erkenntnisquelle dient uns das 781 Oktavseiten starke Buch„M ein Kamp f", welches Hitler 1924/1935 in Festungshaft in Landsberg selb st verfaßt hat. Es soll den Werdegang und die Ziele sowohl seiner selbst als auch der NSDAP, dem Leser klarmachen. * Dem Titelblatt des Buches ist ein S ch u l t e r b i l d n i v H i t l e r s mit seiner faksimilierten Unterschrift vor- gesetzt. Der Buchtext enthält eine reichliche Anzahl über- satirischer, vielfach geradezu schmähender und beschimp- sender Bezeichnungen für alle nicht hitlerischen Welt- anschauungen und Politiker. Der Stil ist drastisch- schwülstig, stark rednerisch-demagogisch-suggestiv. Die End- sähe der einzelnen Abschnitte sind dogmatisch. Die all- gemeine Grammatik des Textes läßt außerordentlich viel zu wünschen übrig. Vielfach sind e i n und dieselben Fragen mehrfach, aber in durchweg gleicher Weise an verschiedenen Stellen des Buches erörtert (beispielsweise Rasse, Propaganda usw.). Ueber sich selber und seinen Werdegang schreibt Hitler: 2. 8:„Ich glaube, daß schon damals(Anmerkung: als Kind zu Lambach» mein rednerisches Talent sich in Form mehr oder minder eindringlichen Ansein- anderjeyungen mit meinen Kameraden schulte. Ich mar ein kleiner Rädelsführer geworden, der in der Schule leicht und damals auch sehr gut lernte, sonst aber ziemlich schwierig zu behandeln war. Da ich in meiner freien Zeit im Chorherrenstift zu Lambach Gesangs- Unterricht erhielt, hatte ich beste Gelegenheit, mich oft und oft am feierlichen Prunke der äußerst glanzvollen kirchlichen Feste zu berauschen. Was war natürlicher, als daß nun mir der Herr Abt als höchst erstrebenS- wertes Ideal erschien." 2. 5:„Ich sollte st u d i e r c n. Aus meinem ganzen Wesen und noch mehr aus meinem Temperament glaubte der Vater den Schluß ziehen zu können, daß das humanistische Gnmnasium einen Widerspruch zu meiner Veranlagung darstellen könnte." S. 7:„Als ich zum ersten Male mit meinem fest ge- faßten Entschlüsse herausplatzte, war der Vater zunächst sprachlos.„Maler? Kunstmaler?" Er zwei- felte an meiner Vernunft." 2. 5:„Endlich wäre es seiner(Anmerkung: des Baters» in dem bitteren Existenzkampfe eines ganzen Lebens herrisch gewordenen Natur aber auch ganz unerträglich vorgekommen, in solchen Dingen etwa die letzte Entschei- dung dem in seinen Augen unerfahrenen und damit eben noch nicht verantwortlichen Jungen selber zu über- lassen." S. 8:„Der Bater verließ nicht sein„Niemals" und ich verstärkte mein„Trotzdem"!... Ich ging einen Schritt weiter und erklärte, dasi ich dann überhaupt nicht mehr lernen wollte.... Ich glaubte, dak, wenn der Vater erst einmal den mangelnden Fortschritt in der Realschule sähe, er gut oder übel eben doch mich meinem erträumten Glücke würde zugehen lassen." 2. 15:„Ich wollte Maler werden und um keine Macht der Welt Beamter. Eigentümlich war es nur. daß mit steigenden Jahren sich immer mehr Interesse für die Baukunst einstellte. Ich hielt dies damals für die selbstverständlich« Ergänzung meiner malerischen Befähigung und freute mich nur innerlich über diese Erweiterung meinet tünst- lerischen Rahmens." S.<8:„Die Mutter fühlte sich wohl verpflichtet, gemä« dem Wunsche des Vaters meine Erziehung weiterzulriten, das heißt also, mich für die Bcamtenlaufbahn studieren zu lassen.... Da kam mir plötzlich eine Krankheit zn Hilfe.... Mein schweres Lungenleiden ließ einen Arzt der Mutter auf das Dringendste anraten, mich später einmal unter keinen Umständen in ei» Büro zu geben. Der Besuch der Realschule mußte ebenfalls aus ein Jahr eingestellt werden Unter dem Eindrucke meiner Erkrankung willigte meine Mutter endlich ein, mich später auS der Realschule nehmen zu wollen und die Akade- m i e besuchen zu lasten." 2. IX:„Nun war ich zum zweiten Male in der schöne» Stadt(Anmerkung: Wien» und ivartetc mit brennen der Ungeduld, aber auch st o l z e r Z u v c r s i ch t au» das Ergebnis meiner A u s n a h m e p r ü s u n g. Ich war vom Erfolge so überzeugt, daß die mir v e r k ü n- bete Ablehnung mich wie ein jäher Schlag aus heiterem Himmel traf— Als ich mich dem Rektor vor- stellen ließ und die Bitte um Erklärung der Gründe wegen meiner Nichtaufnahme in die allgemeine Maler- schule der Akademie vorbrachte, versicherte mir der Herr, daß aus meinen mitgebrachten Zeichnungen einwand- frei meine Nichteignung zum Maler hervorgehe, sondern meine Befähigung doch aus dem Gebiete der Archi- tektur liege— In wenigen Tagen wußte ich»un auch selber, daß ich ei» Baumeister werden würde.... Der Besuch der Architekturschule der Akademie war ab- hängig vom Besuche der Bauschule der Technik, und den Eintritt in diese bedingte eine vorher abgelegte Matura an einer Mittelschule. Dieses alles fehlte mir vollständig." 2. 85:„Daß ich dabei mit Feuereifer meiner Liebe zur Baukunst diente, war natürlich.... So verstärkte sich mein Glaube, daß mir mein schöner ZukunstStraum... doch Wirklichkeit werden würde. Ick war fest überzeugt, als Baumeister mir dereinst einen Namen zu machen!" 2. 21:„Ich glaube heute»est, daß im allgemeinen sämtliche schöpferischen Gedanken schon in der Jugend grundsätzlich erscheinen, sofern solche überhaupt vorhanden sind. Ich unterscheide zwischen der Weisheit des Alters, die nur in einer größeren Gründlichkeit und Vorsicht als Ergebnis der Erfahrungen eines langen LebenS gelten kann, und der Genialität der Jugend, die in unerschöps- sicher Fruchtbarkeit Gedanken und Ideen ausschüttet, ohne sie zunächst auch nur verarbeiten zu können infolge der Fülle ihrer Zahl. Tic liefert die Baustoffe und ZukunstS- Pläne, aus denen dann das weisere Alter die Steine nimmt, behaut und den Bau ausführt, soweit nicht die so- genannte Weisheit des Alters die Genialität der Jugend erstickt hat." 2. Ii»:„So war mir im Alter von 17 Iahren daö Wort „Marxismus"»och wenig bekannt, während mir„Sozial demokratie" und Sozialismus als identische Begriffe er- schienen." 2. 21):„Indem die Göttin„R o t" mich in ihre Arme nahm und mich oft zu zerbrechen drohte, wuchs der Wille zum Widerstand, und endlich blieb der Wille Sieger.... In dieser Zeit sollten mir auch d i e A u g e n geöffnet werden über zwei Gefahren, die ich beide vor- dem kaum dem Namen nach kannte: Marxismus und I u d e n t>» m." T. 35:„In den Jahre» 1909 und 1910 hatte»ich auch meine eigne Lage insofern etwas geändert, als ich nun selber nicht mehr als Hilfsarbeiter mir mein tägliches Brot zu verdienen brauchte. Ich arbeitete damals schon selbständig als kleiner Zeichner und Aquarellist.... Ich malte zum Brotverdiencn und lernte zur Freude. So war es mir auch möglich, zu meinem Anschauungsunterrichte über das soziale Problem die notwendige theoretische Ergänzung gewinnen zu können. Ich studierte so ziemlich alles, was ich über dieses Gebiet an Büchern er- halten konnte, und vertiefte mich im übrigen in meine eignen Gedanken. Ich glaube, meine Umgebung von damals hielt mich für einen Sonderling. ... Daß ich nebenbei auch das größte Intereste für alles, was mit Politik zusammenhing, besaß, schien mir nicht viel zu bedeuten— Auch hier las und lernte ich also viel." 2. 54:„Nur die Kenntnis des Judentums alleine bietet den Schlüssel zum Erfassen der inneren und damit wirk- liche» Absichten der Sozialdemokratie. Wer dieses Volk kennt, dem sinken die Schleier irriger Vorstellungen über Ziel und Sinn dieser Partei von dem Auge und aus dem Dunst und Nebel sozialer Phrasen erhebt sich grinsend die Fratze des Marxismus." 2. 55:„Indem ich den Juden als Führer der Sozial- demokratie erkannte, begann es mir wie Schuppen von den Augen zu fallen. Ein langer, innerer Seelen- kämpf fand damit seinen Abschluß." 2. 58:„Die jüdische Lehre des Marxismus lehnt das a r i st o k r a t i s ch e P r i n z i p der Natur ab und setzt an Stelle des ewigen Vorrechtes der Kraft und Stärke die Masse der Zahl und ihr totes Gewicht. Tie leugnet so im Menschen den Wert der Person, be- streitet die Bedeutung von Volkstum und Rasse und entzieht der Menschheit damit die Voraus- setzung ihres Bestehens und ihrer Kultur. Sie würde als Grundlage des Universums zum Ende jeder gedanklich für Menschen saßbaren Ordnung führtn. Und so wie in diesem größten erkennbaren Organismus nur Chaos daß Ergeb- nis der Anwendung eines solchen Gesetzes sein könnte, so auf der Erde für die Bewohner dieses Sternes ihr eigner Untergang. Siegt der Jude mit Hilfe seines marxistischen Glaubensbekenntnisses über die Völker der Welt, dann wird seine Krone der Totentanz der Menschheit sein, dann wird dieser Planet wieder wie einst vor Jahrmillionen menschenleer durch den Aether ziehen So glaube i ch heute im Sinne des allmächtigen Schöpfers zn ban« deln: Indem ich mich des Juden erwehre, kämpfe ich für das Werk deSHerrnI 2. 191:„Tatsächlich war ein Kampf gegen die Sozial- demokratie im Jahre 1914 wohl denkbar, allein wie lange dieser Zustand bei dem Fehlen jedes praktischen Er- s a tz e s auirecht zu erhalten gewesen wäre, konnte zweikel» hast sein. Hier war eine große Lücke vorhanden." 2. l»2:„Ich besaß diese Meinung schon längst vor dem Weltkriege Im Verlause des Weltkrieges wurde ich in dieser Meinung noch bestärkt— Ich habe mich gegenüber meinen engeren Kameraden offen darüber ausge- sprochcn. Im übrigen kamen mir nun auch die ersten Ge- danken, mich später einmal doch noch politisch zu betätigen." 2. 228:„Den Unterschied dieses reinen Kapitales als letztes Ergebnis der schaffenden Arbeit gegenüber einem Kapitale, defien Existenz und Wesen ausschließlich aus Spekulation beruhen, vermochte ich früher noch nicht mit der wünschenswerten Klarheit zu erkennen— Dieses wurde nun aus das Gründlichste besorgt von einem der verschiedenen in dem schon erwähnten Kurse vortra- genden Herrn: Gottfried Feder. Zum ersten Male in meinem Leben vernahm ich eine prinzipielle Auseinander- setzung mit dem internationalen Börsen- und Leihkapitale. Nachdem ich den Vortrag Fcdcrs angehört hatte, zuckte mir auch sofort der Gedanke durch den K op s. nu n de n W e g zu einer der w e sc nt l i ch st e n B o r a u s s e y u>t g e u zur Gründung einer n e u e n P a r t e i gesunden z» haben. 2. 987:„Wie sehr das ganze Dasein dieses Volkes(An- merkung: der Juden» auf einer fortlaufenden Lüge be ruht, wird in unvergleichlicher Art in den von den Juden so unendlich gehaßten„Protokollen der Wessen von Zion" gezeigt." 2. 225:„Mit den Juden gibt es kein Paktieren, sondern nur das harte Entweder— Oder. Ich habe beschlossen. Politiker zu werden." Um Angriffen bezüglich der Sperrungen in den ab- gedruckten Textstellen zu entgehen, bemerke ich gleich hier, daß auch im Original der Satz:„Indem ich mich des Juden erwehre, kämpfe ich für das Werk des Herrn" ge- sperrt ist. jedoch die übrigen Sperrungen von mir vorgenommen sind, aus Gründen, die sich bald ergeben werden. * Die Beurteilung der vorstehend zusammengestellte»! Symptome lautet: Auf hysterischem Erbboden geio ach jene niartyrium-messianistisch ausklingende Paranoia. Der mit dreizehn Iahren nach Wien wandernde Vater Hitlers war bereits Psychopath, und zwar H y st e r i k e r. Die damaligen Zeitverhältnisse setzten seinem Geltungsbedürfnis durch die Disziplin im Zöllnerderuf eine Schranke. Da in diesem Beruf die Anforderungen an geistige und körperliche»virklichc Leistungsfähigkeit nicht besonders groß und vor allem eintönig find, ergab sich zu Zusainmenstößen mit der Umgebung und damit offenen hysterischen Ausbrüchen wenig Gelegenheit. Trotzdem sind solche Zusammenstöße wohl nicht selten gewesen, denn Hitler sagt Seite 5, daß die Natur seines Vaters„herrisch" geworden wäre und berichtet Seite 2 und 3 seines Buches, daß der Vater- häufig versetzt und bereits mit s e ch s u n d- fünfzig Iahren in den Ruhestand überwiesen ivorden ist, o b s ch o n er damals noch r ü st i g genug war, um in Lambach ein„Gut" kaufen und bewirtschaften zu können. Gründe für alles dieses gibt Hitler nicht an, obschon er andererseits mit Sorgfalt das nach seiner Meinung großartige Strebertum seines Vaters schildert. Ebensowenig gibt er an. was nach dem Tode seines Vaters aus dem„Gut" in Lambach geworden ist. Da derVater es imHandwerkzunichtsgeb rächt hatte, nennt Hitler verschämt nicht einmal den Namen des betreffenden Faches. Das Geltungsbedürfnis des alten Hitler trieb diesen auch dazu, sich als„Beamter" seinen Iugenddorf genossen vorzustellen, die ihn aber nicht mehr kannten' (S. 3.) Liegt schon in der Art der Schilderung über seinen Vater die weibische Wichtigtuerei Hitlers zutage, so noch mehr in seinem selbst geschilderten persönlichen Gehaben. Er ist sich dieses hysterischen Komplexes auch unterbewußt und aus dem Antriebe vom Unterbewußtsein her entspringt ihm allenthalben die Demonstration der „Kraft und Stärke" auf der einen Seite, auf Veränderen Seite aber sein Haß gegen alles ersichtlich Minderwertige(„Schwächlinge".„Nichtskönner". „Besserwisser"), weil ihn sein unterbewußtes Ge- jühlahnen läßt, daß er eines Tages am anerkannt Minderwertigen gemessen und für gleich minder w e r t i g befunden werden könnte. ■III bb I J" Aus Geltungsbedürfnis„zierte" Hitler sein Buch mit Bildnis und Unterschrift. Das„Adolf" und erneut das „Hitler" der Unterschrift beginnen groß, mit dem stur- mischen Tatendrang des Hysterikers und enden stark ab- fallend und klein, also mit der nun doch wieder unzu- friedenen Stimmung desselben,„o" und„l" in„Adolf" sind von der Hast, sich hier einmal zu präsentieren, ver- schluckt worden. Die Q u e r st r i ch e in f und t fallen von links nach rechts a b, entsprechend der Stimmung des Unterzeichners nach fertigem Worte:„So. da stehts, wie nur ich es kann!" Ernste und noch unbekannte Autaren pflegen nicht, ihren Erstlingswerken Bildnis und Namenszug beizugeben! Uebrigens ist dieser Vorgang auch bezeichneno bei Alfred Rosenberg in dessen Buch „Mythus des XX. Jahrhunderts"! Die eindringlichen Auseinandersetzungen mit seinen Schulkameraden waren nicht Folge eines Redetalentes, sondern eines hysterischen Geltungs- und daher Rede- dranges. Daß sie„eindringlich" waren, beweist nur den ersten schwachen Ausbruch der sturen Rechthaberei des Geisteskranken.„Verbohrt" und„widerspenstig" bezeich- net er sich Seite 5. und daß er„Rädelsführer" und „schwierig zu behandeln" war, zeigt klar, daß damals schon das allgemeine Anstoßen des Geistes- kranken an seine Umgebung begann! Er spricht weiter großspurig von„Gesangunterricht", obschon er lediglich als Chorknabe neben vielen andern Schulbuben das Absingen katholischer Kirchen- lieber bei Klosterfeierlichkeiten mitübte, sonst würde er den Verlauf des„Gesangunterrichtes" zweifellos berichten. Kaiser Nero„sang" ja auch, aber Hitler„malt" und„ent- wirft" Tapeten fürs braune Haus! Aus dem Besuche einer Realschule macht er ein„Studieren". Bemerkens- wert ist S. 5 der Vorwurf des Kindes Hitler gegenüber seinem Vater, daß dieser ihn für„unerfahren und unver- antwortlich"(„in seinen Augen") gehalten habe, womit der Junge sich über den Vater stellt(oergl. Mundausdruck im Seitenprofil!). Hysterisch(schon ekstatisch) ist das„Berausche n" am ^Prunke" kirchlicher Feste und da» daraus ent- nommenc Ideal, Akt z u werden. Hier bildete sich der e r st e eingeklemmte konkrete Wunsch- Komplex des Kranken 311 einer Triebfeder des späteren Unterbewußtseins und damit des unbewußt antreibenden, somit kranken„Willens". Der Vorgang bietet uns die Losung der gesamten Frage der von Hitler s e I b st gewünschten und vor Göbbels Mitarbeit jahrelang von ihm selber betriebenen V r u n k r c k l a m e der NSDAP, und ihres heutigen Staates. Hier finden wir den wahren Ursprung sowohl des„H eil- H i t l e r"- Gr u ß e s als auch der„Schirmherrschaft der Deutschen Christen", die Hitler ausübt, und überhaupt den tieferen Ursprung seines ganzen r e l i g i 0 n»- st i f t e r i s ch e n GeHabens. Der„fest gefaßte Ent- schlich", Maler zu werden, ist auf nichts anderes als auf den nun gewordenen Prunkliebe Komplex, ver- Kunden mit der Tatsache, daß der Vater ihn in die latein- lose Realschule schickte und ihm damit das Abtwerden unterband, zurück zu führen, denn da Hitler trotz„bren- nender Ungeduld" und„stolzer Zuversicht" die Auf- n a h m e p r ü f u n g in die Vi a l e r s ch u l e nicht b e- st a n d. steht„einwandfrei" seine„Nichteignung" zum Maler fest. Er empfindet es(S. 15) als„eigentümlich", daß sich„immer mehr Interesse für die Baukunst" ein- stellte und plaudert damit nur eine nachträgliche Ent- jchuldigung dafür aus, daß seine kranke Psyche nach dem negativen Prüfungsausgang den A b t- P r u n k- M a l e r- K 0 m p l e x in einen Baumeister- k 0 m p l e x umformte. Das lag infolge der Verbindung Abt-Kirche-BauKunst am nächsten. Obschon er„in wenigen Tagen wüßt e", daß er einst„Baumeiste r" werden würde und„fest überzeugt" war. sich als solcher„dereinst e i n e n?! a m e n zu machen", hat er auch diesen Komplex nicht in die Wirklichkeit imiselM können. Trotz jahrelangen Besuches der Realschu', fehlte ihm die Matura (etwa unserem Einjährigcn-Zeugnis zu vergleichen); das „Gut" hätte ihm wenigstens nach der Mutter Tode die Schulgeldmittel liefern müssen! Zur Zeit der Abfassung seines Buches ist die Denkklar- heit bzw. Denklogik Hitlers schon merklich gestört ge- wesen, denn wenn er, wie es ja Seite 21 der Fall ist. „heute", also 1924 25, schöpferische Gedanken nur der Jugend zuweist, während das Alter nur weise und vor- sichtig an diesen Gedanken herumzufeilen habe, so sagt er damit das genaue Gegenteil zu seinem eignen Werdegange und heutigen Führeranspruche. Der betreffende Abschnitt ist nur aus dem unterbewußten, kranken Drange geboren worden, seinem eignen Iugendgehaben den Stempel der Genialität aufzuprägen. Man begreift nun auch den Aus- spruch S. 8. der Vater„zweifelte an der Vernunft" des Sohnes, als derselbe Kunstmaler werden wollte! Nicht gesunder Kraft un,d Stärke, sondern echt hysteri- scher Reaktion entspricht es, daß Hitler in der Schule „überhaupt nicht mehr lernen wollte"(S. 9). wofern sein Vater ihn nicht dem„erträumten Glücke", Maler zu werden, würde zugehen lassen! Echt hysterisch ist auch die weitere Krankheits-Reaktion des unglücklichen Maler- Aspiranten: Seite li schreibt er, daß ihm„gähnend übel" geworden sei bei dem Gedanken, später einmal„a l s unfreier Mann" in einem Büro sitzen zu dürfen, „nicht Herr seiner eignen Zeit". Da die Realschule ihn zum„Beamten" vorbereiten sollte, er aber zur „Akademie" wollte, kam ihm„plötzlich eine Krank- heit zu Hilfe"! Das„schwere Lungenleiden" nennt er nicht mit Namen, und allenthalben sonst rühmt er sich eiserner Gesundheit, was ein schwer Lungenkranker nicht können würde. Der Arzt, welcher ihn damals be- handelte, hat die wahre Krankheit ganz offenbar durchschaut und deswegen die betreffenden Ratschläge gegeben! Es war damals und ist heute noch sehr vielfach Gepflogenheit der Aerzte, die auf Hysterie lautende Diagnose den Pattenten nicht zu eröffnen. In den weiteren Artikeln über den Werdegang der ?!SDAP. und ihres Staates werde ich noch zahlreiche hysterische Reaktionen gelegentlich aufzeigen. Die aus seinem Buche„Mein Kampf" entnommenen Schilderungen seines„politischen Werdeganges", lassen auch ohne Erläuterung deutlich erkennen, daß Hitler seine Person in der dem Hysteriker eigentümlichen Weise stets in den ^Mittelpunkt der Geschehnisse rückt. Aber nicht nur der schwer hysterische Grundboden aller hitlerschen Heldentaten geht aus den letzterwähnten Schilderungen hervor, sondern vor allem auch sein m e s s i a n j st i s ch e r Seinsdünkel und seine Paranoia. In einem besonderen Satze hebt Hitler S. 35 seines Buches hervor, daß man ihn mit 17—18 Iahren in Wien „für einen Sonderling" gehalten habe. Die Tatsache der Hervorhebung dieses Ausspruches durch einen besonderen, alleinstehenden Satz besagt, daß er für einen Sonderling gehalten werden wollte und noch werden will. Seite 35 schreibt er von„einem inneren Seelenkampfe", der„seinen Abschluß" fand, als er die Juden als Führer der SPD.„erkannte". Den Schluß der Betrachtungen über de» Marxismus bildet dann S. 58 der von Hitler in Sperrschrift gegebene Satz, daß er glaube, „für das Werk des Herr n" zu kämpfen, wenn er sich„des Juden erwehre". Die Unerbittlichkeit dieses Kampfes spricht er S. 225 aus und setzt hinzu, daß er nun „beschloß, Politiker zu werden", also seine E r l ö s u n g s- arbeit gegen Marxismus und Juden zu beginnen. Ueber seine Vorbereitung zu dieser Ausgabe sagt er S. 35, daß er „so ziemlich alles, was er auf diesem Gebiete an Büchern erhalten konnte",„st u d i e r t" und sich im übrigen in seine„eignen Gedanken"„vertieft" habe. Im ganzen Buche„Mein Kampf" findet sich keine klare Niederschrift darüber, was Hitler sich nun wirklich unter m a r x i st i s ch e r bzw. sozialistischer Ideologie und Forderung vorgestellt hat. Seine Darlegungen gipfeln immer wieder in der Behaup- tung, die jüdisch-marxistische Lehre lehne das„aristo- kratifche Prinzip" der?!atur, das„ewige Vorrecht der Kraft und Stärke", den„Wert der Person", die„Be- deutung von Volkstum und Rasse" ab, so daß der Sieg dieser Lehre den Menschenuntergang bedeuten müsse. Mit dieser Auffassung überspringt Hitler die Tatsache, daß das Prinzip einer richtigverstandenen Demokratie sund die„germanische Demokratie" soll doch eine solche richtigverstandene sein) lediglich die diktatorische Vorherrschaft aller der von Hitler hervorgehobenen Momente ablehnt. In der Naturordnung herrschen durchaus n i ch t w i l l k ü r l i ch„K r a f t u n d S t ä r k e" von deren eigenbezogenem(subjektivem)?!ützlichkeits- oder Selbsterhaltungsprinzipe her, sondern nur im Rah- men objektiver, der?tatur ein für allemal inne- wohnender Gesetze, welche sich weder von Kraft noch von Stärke beugen lassen, sondern nur den ihnen innewohnen- den Schöpferwillen verfolgen. Dieser aber hat die Kräfte im großen Universum ausgeglichen und kann auch nur den Ausgleich im kleinen Universum wollen! In Artikel IV vom 20. Januar 1934 habe ich darauf hingewiesen, daß die hitlerschen Kraft- und Stärke- theorien sich durchaus mit den Ausgangssätzen der „Weisen von Zion" decken. Tie Ausführungen Seite 337 in„?Nein Kampf" und die abgedruckte eidesstattliche Ver- ficherung beweisen, daß Hitler jene vielumstrittene Schrift seit Beginn seiner„politischen Laufbahn" gekannt hat. Mit den Ausführungen Seite 191 in„Mein Kampf" g e- st e h t Hitler die?Iotwendigkeit einer sozialistischen Bewegung zu und ineint, der Kampf gegen die ihm so unendlich verhaßte jüdisch-demokratische SPD. hätte nur Aussicht auf Erfolg gehabt, wenn den An- hängern ein„praktischer Ersatz" geboten worden wäre, und da sei„eine große Lücke" im Parteiwesen vor- handen gewesen. Wenn wir uns nun die persönliche und wirtschaftliche Situation Hitlers vor Augen führen, in der er sich in jenem Zeitpunkte, kurz nach Kriegsende befand, so finden wir sehr rasch den EinbruchderParanoia in seine Psyche: Erwerbsbeschränkung infolge seiner kranken Ver- anlagung hatte ihn vor dem Kriege der„Göttin Not" in die Arme getrieben. Vom Bauhilfsarbeiter war er fest, aber gering bezahlter Wasserfarben-Anstreicher(„Aquarellist" nennt ers) geworden. Tann ging er in den Krieg, nicht etwa aus Heldenmut, sondern immer noch von dem unterbewußten, kranken Wunschzielkomplex„Abt-Prunk- Maler-Baumeister-Atessias" getrieben. Hierzu hebe>ck besonders folgende Stellen aus„Mein Kampf" hervor: „Als junger Wildsnng hatte mich in meinen ausgela!- lenen Jahren nichts so sehr betrübt, als gerade in einer Zeit geboren zu sein, die ersichtlich ihre Ruhmcöteinpee nur mehr Krämern oder Staatsbeamten errichten wurde. Ter Kampf des Jahres Gll wurde den Massen, wahr- hastiger Gott, nicht aufgezwungen, sondern von dein gesamten Volke selbst begehrt... Mir selber kamen die damaligen Stunden ivic eine Erlösung aus d e m ä ig erliche n Empfinden der Jugend vor. Ja) schäme mich auch heute nicht, es zu sagen, daß ich, über- ivältigt von stürmischer Begeisterung, in die Knie gesunken ivar und dem Himmel aus übervollem Herzen dankte, dast er^mir das Glück geschenkt, in dieser Zeit leben zu dürfen' lsciten 172,>70 und 177). Aus dem Krieg kam er als„unbekannter Soldat", sonach mit erneut enttäuschtem Geltungsbedürfnis zurück. Zunächst blieb er bei den Freikorps bzw. den Truppen- verbänden zur Sicherung von Ruhe und Ordnung. Als schon die Entlassung und damit für ihn neue Bekannt- schaft mit der ruhmlosen„Göttin Not" bevorstand, auch das„Baumeister werden" durch die Zeitumstände in un- erreichbare Ferne gerückt worden war, hörte er. daß Feder zwischen„nationalem und internationalem", zwischen„reinem Kapital"(aus„Arbeit" gewonnen) und „spekulativem" Kapital einen Unterschied machte. Ihm, der er nur noch eine verkrachte Existenz war.„zuckte nun der Gedanke durch den Kopf", eine neue Partei zu gründen, und zwar, wie wir jetzt klar wissen, eine national-kapitalistische. Er zog es aber vor. als Mitglied Nummer sieben der deutschen Arbeiterpartei beizutreten und dieselbe an sich zu reißen(kurz vor Entlassung aus dem Militärdienste). Aktionsplan wurden ihm die„Weisen von Zion". weil und nachdem er jetzt aus dem Vortrage Feders von der„Möglichkeit" erfaßt hatte, den Besitz des „Internationalen Kapitals", von dem die„Weisen von Zion" ausgehen, zu ersetzen durch das„nationale Kapital". Es bedurfte dazu lediglich der Errichtung eines„Staates im Staate", wozu die„Weisen von Zion" genügend Vor- schritten enthielten, so daß er dieses Wagnis eingehen konnte. Eigentlicher Konkurrent blieb»ach seiner Meinung das Judentum, dem er bekanntlich die alleinige Urheberschaft der Pläne zuschiebt und das daher„aus- gerottet" werden muß. damit eben niemand seinen heim- lichen kleinen Schwindel mit seinem großen„Führertum" merkt(hier und sonst nirgendwo liegt die wahre Quelle zu Hillers Antisemitismus und Antimarxismus!). Ver- stand, Vernunft und Gedächtnis Hitlers hatten sich an dem sozialen Problem unserer fürchterlichen Zeit gebrochen: er fand sich nicht mehr durch, um in bestehenden großen Bewegungen Reformator und Politiker werden zu kön- neu. Die Soziallehren nicht begreifend, da sie keinen Raum mehr sür einen Großherrscher aus dem erweiterten Komplex„A bt-Prunk-Maler- B.a umeister- K r i e g s h e I d- Messias- Politiker" ließen, überspannte sich nun der Bogen seiner Psyche und in die Lücke hinein wuchs ihm der irrige Ausgangs- satz derParanoia: „Ich(Hitler) bin der erste, der merkt, dast die„Weifen von Zion" treffliche Pläne für die Weltherrichast auch der Deutschen sind und»venu es mir gelingt, danach zu ar- beiten und die an Zahl geringeren Juden zu vernichten, so werde ich der Führer aller Deutschen zur Weltherrschast sein!" Alles, was Hitler van nun an unternahm, baute und baut er logisch auf diesen falschen Ausgangssatz auf. Es gibt dafür zwei Beweise: den positiven und den negativen. Positiv, soweit die Hitlerereignisse auf die„Weisen von Zion" und die Begleiterscheinungen des davon ausgehen- den kranken Hitlerdenkens eindeutig zurückführbar sind: negativ, soweit Hitler mit seinem„Aufbau des dritten Reiches" überall dort nicht weiterkommt, wo ihn die lückenhaften Pläne der„Weisen von Zion" im Stiche lassen. Das nachzuweisen wird Aufgabe der zu allen großen politischen deutschen Tagesfragen noch folgenden Artikel an dieser Stelle sein. Sdiwelgegeld Die deutsche Uebersetzung für Diäten b. b. Man weist, dast zu Zeiten der Republik die Paria- mentsdiäten ein beliebtes Agiiationspserd der Nazis waren. Es liest sich so gut darauf herumreiten. Blau weist auch, dast sich das nunmehr geändert hat. Vom Parlamentarismus wurde nur die Arbeit und die Wahl abgeschafft. Tie Tiäten aber sind geblieben. Selbstverständlich wird diese Tatsache im Volke ziemlich offen diskutiert. Taruni findet sich bin und wieder ein hoher Würdenträger bereit, die Schweig«- aelder, so bezeichnet man die Tiäten, welche die untätigen Naziabgeordneten beziehe», zu verteidigen. Neulich ist es der Gauleiter, Oberpräsident, Historische Dramendichter, Abgeordnete, Redner, Schriftsteller, Journalist Wilhelm Kube gewesen der dem Volke einmal in einem der gleichgeschaltete» Presse übergebenen Artikel ge- na» anSeinanderverposamentierte, was es eigentlich mit diesen gutbezahlten 001 Schweigern des Hitlerschen Reichs- tag? auf sich habe. Er schrieb: „Es wäre geradezu irrsinnig, wollte einer der neugeivählten 001 Reichstaqsabgeordneten der Meinung sein, er habe Im neuen Reichstag seine politische Meinung vorzutragen. Da- zu bat ihn das deutsche Volk nicht in den Reichstag geschickt. Das deutsche Volk gab dem Führer am 12.-November 001 Mitarbeiter sür seine weitere» Ausgaben, lieber ihren Ein- sah und ihre Verwendung entscheidet der Führer allein!" Unserer unbescheidenen Meinung nach wäre es nickt nur Irrsinn, sondern glatter Selbstmord, wenn eS jemand riskieren wollte, im neudeutschen Reichstag seine Meinung zu sagen. Aber Herr Kube kann ruhig sein. ES wird sich nie- mand unter den neugeivählten Abgeordneten finden, der etwa durch Ungehorsam die»euerworbene und bequeme Brotstelle aufs Spiel sehen mochte. Es werden einst andere Leute ihre Meinung sagen müssen. Festpreise für sämtliche Buttersorten Vom 1 April ab darf Markenbutter nur noch nach den neuen V 0 r s ch r i s l e» ans de» Markt gelangen. Tie Bezeichnung Markenbutter wird g e s e tz l i ch g c s ch ü tz t. Ter Reichskommissar für die Milchwirtschaft wird baldigst Fest- preise für die verschiedenen Bntterarten festsetzen. Weiter ist beabsichtigt, zur deutlichen Unterscheidung der einzelnen Bnttersorten entsprechende Kennzeichniiiigs-Vorschrsflen zu erlassen. Von einer Verbllligung der für Millionen Deutsche nn- erschwinglichen Butterpreise ist nicht die Rede. Ein SA Uann denkt nadi sr«........ Zehn Jahre lang habe ich Hitler gewählt Und schenkte ihm blinde» Vertrauen. Ich habe in keiner Versammlung gefehlt. Ich Hab' zu den gläubigen Schafen gezählt, Um das neue Deutschland zu bauen. Er versprach uns Arbeit und Freiheit und Brot, Er versprach unS auch höhere Löhne. Er sagte, er mache ein Ende der Slot Und bringe den Ausbeutern Elend und Tod Und uns alles Edle und Schöne. Ich glaubte an alles, was er uns versprach. Ich glaubte an Deutschlands Erwachen. Ich wartete, dast er die Zinsknechtschaft brach. Ich kämpste gegen die jüdische Schmach. Ich liest den Revolver kracken. Nach zehn Jahren Kamps war es endlich geschafft. tfMelt der Führer, was er uns versprochen? Ging er an die Arbeit mit aanzer Kraft? Statt der vielgelästerten Zinsknechtschaft Hat er seine Versprechen gebrochen. Er brachte nickt Arbeit, nickt Brot nnd nicht Recht. Die Bonzen bekamen die Posten. Wir gingen für ihn in ieded Gefecht. Und heute, da sind wir für ihn zu schlecht Und bezahlen trotzdem die Kosten. Zehn Jahre versprach er uns Arbeit und Brot, lind doch ist der Hunger geblieben! Wir schlugen für ihn die Proleten tot. Und doch ist geblieben die gleiche Not Und wir müsien Kohldampf schieben. Jetzt dürfen wir Arbeitsdienstpflicht markier» Für sieben Pfennig die Stunde! Wir wollten gegen die Herren marschier». Jetzt sehn wir die Herren mit dem Führer regier». Tie Herrn und den Führer im Bunde! Jetzt ist eS genug! Jetzt weist ich Bescheid! Der Führer— er hat uns verraten! Wir schweigen nicht mehr! ES kommt unsre Zeil! Tann. Kameraden, dann ist es so weit Schon gärt's bei den braunen Soldaten! Jetzt weist ich endlich, um was es geht! Jetzt Schluß mit dem falschen Vertrauen! Mein Platz ist an deiner Seite, Prolet! Tie rote Fahne der Zukunft, sie weht! Wir werden die Zukunft bauen! Kommnnlsflsclies waiieniager? Verhaftungen wegen Hochverrats Eutin, 28. Januar Wie die Pressestelle des Oldenburger Landesteiles mitteilt, ist eS dem tatkräftigen Zugreifen bei SA.-Obersturmführer* in Eutin in Verbindung mit der Ordnungspolizei in Bad Schwartau und den zuständigen Gendarmeriestandarten gelungen, in der'Nähe von Lübeck einen neuen Schlag aeaen den Kommunismus zu führen. Zunächst wurden in Stockelsdorf eine Schreibmaichine. zwei Vervielfältigungsapparate, Fahnen der KPD-Orisgruppe Stockelsdorf und der„Antifaschistischen Aktion", ein Lenin- bild sowie Literatur»nd Akten der KPD.-Ortsgruppe Stockelsdorf beschlagnahmt. Bei der gleichen Gelegenheit konnte festgestellt werden, dast noch im Dezember v. I. von der kommunistischen Ortsgruppe in Stockelsdorf Beiträge eingezogen worden find. In der Nacht zum 22. Januar wurde dann in Rensefeld ein umfangreiches Wasienlager entdeckt, das gerade abtransportiert werden sollte. Es wur- den ein leichtes Maschinengewehr, eine Maschinenpistole, eine Pistole»8, acht Militärgewehre 08, ein Seitengewehr und 200 Schutz Jnsanteriemunition sichergestellt. Im Zusam- menhang mit dieser Angelegenheit wurden bis jetzt 13 Kam- muuisten verhastet, die sofort dem Untersuchungsrichter vor- geführt wurden und sich wegen Hochverrats zu verantworten haben werden. Gegenströmungen in Bayern Stimmungsbilder und Briefe aus Altbayern J?Ml« waren die Verhältnisse in Bayern für die ^>-'"tschen nördlich der Mainlinie nur schwer zu verstehen. m! U/ c-^' C6 nicht besser geworden, im Gegenteil! noch ""ti Ichlimmer. Tie Gründe dafür genau auseinanderzu- ügen, das würde zu weit führen. Tie Außenstehenden uogen immer beachten, daß zwischen Fronken und Alt- oayern ein großer Unterschied besteht. Tiefer Unterschied J.' N'el größer als etwa derjenige zwischen Sachsen und -Norddeutschen oder zwischen Rheinländern und den Bc- wohnern Ostelbiens, also zwischen den Ostpreußen und «chlesiern. Ter Altbayer, vor allem der Oberbayer, ist ein Gefühls- wsnfch. Tas beweist seine künstlerische Veranlagung. Tie Leidenschaftlichkeit, die man ihm nachsagt, ist Sponta- «i?■L® 1 ständig zur Opposition geneigt. Infolge seines Gefühlslebens ist er leicht zu beeinflussen, jedoch nur in einem gewissen Rahmen. Dadurch wird er schwankend, eefcheint launisch, wetterwendisch, dabei ist er aber nach leder Richtung hin tolerant. Während der Deutsche in erster Linie Vereinsmitglied, Parteimitglied, Berufs- "utglied und in letzter Linie Mensch ist. kommt beim Alt- oayern weit eher als bei anderen Deutschen der rein wenschliche Zug zur Geltung. Dadurch versagt bei ihm auch die Macht des Systems. Er verlangt freie persönliche Bewegung. Demgegenüber wird man bemerken, inwiefern er dann ?en kirchlichen Zwang ertrage. Tie Kirche läßt ihm reiche nwlviduelle Bewegungsmöglichkeit. Terror durch Geist- uchc Hut sich ereignet, bestimmt aber nur in einzelnen «allen. Ich habe mich davon überzeugt, daß der geistig ^ege Rheinländer im allgemeinen viel„bigottischer" ist als ? er„g'scherteste" Bayer in einem entlegenen Gebirgs- vorfe. Ter bayerische Geistliche ist ein Psycholog. Es fällt ihm nicht ein. das Privatlebe» seines jederzeit gern auf- a-gehrenden Landsmanns zu durchstöbern. Dabei ist er eben die einzige Person, bei dein der Bauer sich Rat in allerlei Fällen holen und mit ihm von Mensch zu Mensch Dechen kann, ohne daß dabei dauernd gottgefällige Vlzrasen gedroschen werden. „ Der Deutsche im allgemeinen dagegen neigt dazu, seinen Mitmenschen im privaten und politischen Leben in ein Prokrustesbett zu zwingen Zur Beurteilung der baye- wichen Verhältnisse muß das beachtet werden. ^ Die nationalistische Bewegung war zuerst stark in München. Es ist typisch für sie und die bayerischen Ver- Haltnisse, daß die Begeisterung in München bald nachließ, wdessen die Franken, die den Norddeutschen in ihrem Wesen sehr nahestehen, mit ihre festeste Stütze wurden. Die Begeisterung für den Nationalsozialismus war auf oem platten Lande in Ober- und Niederbayern niemals öroß. Als die Nazis ans Ruder Kamen und den Bauern geradezu hanebüchene Versprechungen machten, die Preise für Butter und dergleichen tatsächlich einige Zeit lliegen. da war freilich die Stimmung für Hitler günstig. Der schlechte Absatz der landwirtschaftlichen Produkte und da? Versagen des Fremdenverkehrs brachten bald wieder einen Umschwung. Davon vermochte ich mich ausgiebig zu überzeugen. U. a. verkehrte ich in einem großen Landgasthofe eines Dorfes am Starnbergers«?. In dem Lokal war SA. statio- wert. In dem Dorfe hatten sich die Nazis verschiedene Gewalttaten zuschulden kommen lassen. Im Juli schon konnte ich feststellen, daß zwei Drittel' der Bevölkerung Unti-Nationalsozialisten waren. Tie Wirtin inachte aus 'hrer Gesinnung kein Hehl. Sie sagte es den SA.-Leuten ws Gesicht, daß die ganze Geschichte„Krampf" sei. Und der Führer der braunen Soldateska gab ihr Recht. Tie Nazis mußten sich sehr zahm halten, sonst wären sie ver- Ichlagen worden. So böses Blut hatte ihr Treiben unter den Torfbewohnern hervorgerufen. Inzwischen sind die Gegenströmungen in Bayern viel stärker geworden, lieber den plumpen Wahlschwindel ist reichlich berichlet worden. Man braucht darauf nicht mehr einzugehen. Aber er hat besonders in Oberbanern be- merkenswerte Spuren hinterlassen. Tie Erbitterung ist gestiegen. Im vergangenen Sommer war keine Spur mehr von dem weltbekannten oberbayerischen„Hamur" zu spüren. Still hockte im Wirtshaus jeder für sich da. sprach kein Wort, weil er dem Nächsten nimmer traute, und ging jedem Gespräch mit Fremden aus dem Wege. Bemerkenswert war, daß man nur schwer über einen „Zugroasten", der jedoch am Orte wohnte und nicht als Nazi galt, Auskunft einholen konnte, weil man Spitzelei gegen diese» vermutete! Der Humor ist auch heute nicht da. Aber man ist nimmer so scheu, weil man weiß, daß weitaus die Mehr- zahl gegen die braunen Heuchler und Tchröpfer ist, und daß sich Spitzel sehr hüten müssen. In Rosenheim wurde ein Denunziant dermaßen zerschlagen, daß er im Auto weggefahren werden mußte. Man drohte ihm an, daß man ihn und seine beiden Freunde umbringen würde, wenn er den Ueberfall zur Anzeige brächte. Er hat vor- gezogen, anzugeben, daß er die Täter nicht erkannt habe, obgleich diese ihm bekannte Bauernburschcn waren, in deren Dörfern der Ueberfallene dauernd spioniert hatte. Welche Partei oder welche Richtung in der Gegen- bewegung dominiert, das ist sehr schwer zu sagen. Der Königsbund hat eine große Anhängerschaft. Die kirchliche Partei wird wohl am stärksten vertreten sein, danach viel- leicht die Sozialdemokratie, die um München und Rosen- heim starke Anhängerschaft hat. Aber auch die Kommu- nisten treiben regste Propaganda und vielfach— wie ich mich überzeugen konnte— in unvorsichtiger Weise, ohne daß denen, die mir bekannt sind, Schaden daraus bis jetzt entstanden wäre. Sie scheinen von den Mahnahmen der politischen Polizei im voraus gut unterrichtet zu fein, also über gute Verbindung zu verfügen. Daß ein Gegner der Hakenkreuzler einen anderen, der nicht seiner Partei angehört, verraten würde, ist aus- geschlossen. Dadurch ist die allgemeine„illegale Arbeit" mich so gut möglich. Einige Nochrichten und Briefe ver- vollständigen das Stimmungsbild aus Bayern. Ein Pharmazeut, ehemaliger Tannenbergbündlcr, schreibt u. o.: „Am Sonntag fuhr ich bis Weßling und wanderte dann auf Herrsching zu, fuhr nach Dießen mit dem Dampfer und kehrte denselben Weg zurück. Troß des prachtvollen Wetters ivarcn nur einige Ausflügler zu sehen. In S. besuchte ich den Kunstmaler M. Er sitzt in seiner schönen Villa, die bald zusammenstürzt und ist dem Verhungern nahe. Besonders seine Frau, er aber auch, trat jahrelang für die Nazi-Knnst und-Kultur ein. Sic sahen sich schwer enttäuscht, müssen sich von jungen Lausbuben anbrüllen und an die Wand drücken lassen und werde» einfach als Null angesehen. Aus dem Wege nach Atting ging mit mir ein Bauer. Nach einigem Tasten, ivic das so üblich ist. machte er seinem Herzen Luft. Er schimpfte über den Betrug und nannte Hitler einen viel größeren Bazi als alle anderen. Zu Essen halten sie freilich, aber kein Geld und n'chts als Schulden. Und immer sollte» sie für alle möglichen Sachen zahlen. In seinem Orte standen Ii) Häuser, davon seien im ganzen 2 Nazi. Sine 55ran Tottler habe dort ein Landhaus. Früher habe sie immer gesagt: Ihr müßt Hitler wählen, er sei ein ganz gescheiter Mann. Heute aber sagt sie, daß es noch viel schlechter würde. Die Nazis hätten Deutschland erst recht zugerichtet. Sic ist deshalb auch angezeigt und vorgeladen worden, aber nicht bestraft. Weshalb nicht, konnte der Mann nicht sagen. Dann ging von Secfeld aus ein inngcr Arbeiter a»S Vrcitbaum mit mir. Dort hatte sich im Sommer die Frau Essers mit ihren Buben aiisgehatten. Er machte Propaganda für Brüning und erklärte, in Brcitbaum lnm Ammerseet seien im ganzen vielleicht 1<1 Nazis, und die seien auch nicht sehr sicher. Zuvor aber waren die meisten dort national- sozialistisch gesinnt. Herrsching schien zu schlafen, der Dampfer war leer, Dießen, das ehemalige lustige Kttnstlernest. schien ausgestorben zu sein. Ucbcr den SimplizisstmiiSzeichncr Th. Th. Heine habe ich vieles gehört, ivie man mit ihm verfahren ist. Das werden Tie wohl schon alles wissen..." Ein Bauernbursche aus dem Chiemgau schreibt an einen langjährigen Sommerfrischler: Lieber Herr F.! Die Mutier sagt, du möchtest einmal schreiben, ivic da» nun wird und ob nicht bald etivas kommt. Es ist ja schlimmer, als es überhaupt gewesen ist. Wir denken immer daran, was du prophezeit hast. Aber wir sind dumm und können das nicht so vorher beurteilen. Neujahr war Karl bei uns, der daoselbigcmal unser» Bater angezeigt hat, iveil der Vater gesagt hätte, den Nazis sollten die Köpfe abgeschnitten werde» und brachte eine Flasche Wein und Orangen. Er sagt, er sei damals ranschig gewesen. Er ivolle»ichis mehr von den Nazis wissen. ES komme doch bald etivas. Die Tante aus Gr. war auch da. Tie schimpfte über den Girgl lden 14jährige» Tohnj, drei Tage und zwei Nächte war er sort. In dem beschlagnahmten sozialistischen Erholungsheim hatten die Bube» zu essen und zu trinken bekommen und außerdem noch ein« Mark Jeder. Die Kinder werden ver-- dorben. sie schasse» daheim nicht, begehren aileiveil aus und laufen davon in das BereinshauS. Jede» Tag verlangt der Bube Geld zu was anderem und jede Woche braucht er etwas für die Uniform. Die Tante sagt, sie nimmt ihn ans der Partei heraus und ivenn man sie anzeigt, und der Girgl wird einmal soviel Schläge von ihr erhalten, daß ihm jede Be- geisterung vergeht." Sehr interessant und ebenso aufklärend ist der Bericht einer Frauenrechtlerin, die ehemals dem Kommunismus zugetan war, jetzt aber für das Mutterrecht im Rahmen der katholischen Kirche eintritt: „Ich sprach mit meiner Freundin wieder einmal, deren Schwager als Arzt im Lager angestellt war. Er hatte dort die Leichen z» obduzieren Der granenbaste Zustand dieser Leichen wirkte so schwer auf ihn ein, daß er einen Nerven- zusammenbrnch erlitt. Er hielt sich daraufhin einige Monate an der Tee aus und ist auch heute»och nicht beieinander— Sic wissen, daß ich ganz in den Schoß der Kirche zurück- gekehrt bin. Einen Zusammenschluß Banerno mit Oester reich zum Schutz der Kirche befürworte ich. Diese Bewegung ist stärker, als Tie meinen. Gewiß, die Anzahl jener, die um jede» Preis die Trennung von Norddeutschland ver- hindern wollen, ist nicht zu unterschätzen. Wo ist denn aber die konzentrische Macht, die das verhindern könnte? An der Kirche und ihrer alten Organisation und GeisleSkonstruk- tion werden sich alle die Köpfe einrennen. Daß in sehr naber Zeit sowohl in Bauern als auch in Oesterreich die Monarchie mit Hilfe des Vatikans kommt, davon bin ich zur Genüge überzeugt. Ich sprach darüber mit dem Herrn Geistlich?» Rat, und dieser ist genau derselben Meinung. Ich kenne auch die Gruppen, die sich gebildet und ein Programm ausgestellt haben: Verbot jeglicher politischer Beeinflussung der Jugend, Wahlalter auf 80 hinaussetzen usw., um das vergiftete Gemüt zu entgiften. Das sind alles nur Pslästerchen. Ich habe jede Woche Gelegenheit, mich mit den Wallfahrern zu unterhalten. Diese sind der beste Ttim- mungSmesier. Die Leute sind ganz durcheinander, fast ver- stört. Tie sagen einfach: „Als wir»och«inen König hatten und der Pfarrer etwas galt, da ging es uns gut und die Verhältnisse waren gc- ordnet. To ivird es wieder sein, ivenn die alten Zustände ivieder hergestellt sein werden." WaS wollen Tie darauf antworten? Die Leute denken nicht kompliziert, primitiv, vielleicht aber logischer. Der Posthalter von Tch., der grüßen läßt, sagte:„Wir müssen damit rechnen, daß uns da» Ausland hilft!" Wie das Ausland uns helfen soll das kann er aber nicht sagen. Er geht aus diesen Worten aber auch hervor, daß Oesterreich, bzw. die Vereinigung der dcuUchcii katholischen Länder die einzige Hoffnung vieler Bayern ist." Nidikarler In der Priyatwlrtsdialt Reichsarbeitsgericht zur fristlosen Entlassung Tic„Juristische Wochenschrist" vom 13. Januar gib« die Begründung eines Urteils vom 25. November wieder: „Grundsätzlich ist davon auszugehen, daß auch unter der veränderten Einstellung, die der nationale Staat und das deutsche Volk in seiner Allgemeinheit gegenüber dem Juden- tum einnehme», ein Satz, jeder Angestellte»ichtarischer Ab- stamm»»» könne fristlos entlasse» werde», für dos Gebiet des Wirtschaftslebens nicht anzuerkennen ist. Die von der ReichSrcgterung bezüglich der Beschäftigung»ichtarischer Personen erlassenen Gesetze und Verordnungen beziehen sich aus Berussbcamlc, Angestellte und Arbeiter öfjentlicher Un- tcrnehmungen, Rechts-. Patentanwälte, Merzte, Zahnärzte und Zahntcchn'ker, Handelsrichter, Schöffen. Geschworeue, Arbeilsrichicr, Steuerberater u. dgl., allenthalben also Per- jenen, die im ö s s e n t l i ch e» Dienst stehen oder öffentliches Vertrauen genießen. In bezug auf Angestellte von Privat- betrieben liegen entsprechende Maßnahmen gesetzlicher Art nicht vvr. Ihre Beschäftigung unterliegt mithin an sich keiner Behindern»». Damit ist freilich nicht gesagt, daß nichtarische Abkunft eines Ticnstverpslichtctcn nicht doch unter den grundlegend geänderten Anschauungen der heuti» gen Zeit einen wichtigen Grund für die sosortige Lösung des Dienst- oder Arbeitsvertrages bilden können, ivenn nämlich dem Dicnstbcrcchtigte» die Fortsetzung des Vertrags- Verhältnisses b's zum Ablauf der ordentlichen Küudigungs- srist nach Lage der Sache nicht zuzumuten ist: denn die. durch die nationale Erhebung begründete neue Einstellung des deutschen Volkes zum Judentum ist gegenüber der ver» gangcne» eine so grundlegend verschiedene, daß an ihre» Auswirkungen auch ans dem Gebiete des privaten Ver- tragSrechts keinessallS vorbeigegangen werde» kann. Immer aber wird sich diese Auswirkung nur an den besonderen Umständen des Einzelfalles ermesse» lassen, insofern sich allein nach diese» beurteilen läßt, ob und inwieweit die iltassenfragc der Einhaltung eine» Ticnstvcrtrages cntschei- dend entgegensteht. Dabei kann nur die Betrachtung aus den geklärten Anschauungen d«r Gegenwart heraus, nicht die unter dem Eindruck politischer Ereignisse ctiva überstürzt ge- Wonnen« Betrachtungsweise maßgebend sein." Partei kneipe Uber alles! Deutsches Recht Ein Nazi wollte eine Gaststätte ausmachen, wurde abgewiesen und brachte Rekurs ein. Nun wird ihm die Bcwilli- gung erteilt, iveil sich die Verhältnisse grundlegend geändert haben. Begründung:„Nicht iveil seitdem die baulichen Ver- Hältnisse der Umgebung andere geworden wären oder das Arbeiterschützcnbcim geschlossen ist. sondern die Gründe liegen aus einem ganz anderen Gebiet. Die nationale Revolutivn der ersten Hälfte des Jahres 1933 hat wesentlich neue Verhältnisse geschassen, auch im Sinne des 8 20 Gast- stättengesetzes. Die Vedingungen, die bei der Prüfung des Bedürfnisses berücksichtigt werde» müssen, sind wesentlich andere geworden. In heutiger Zeit müsse» die National sozialiste» Gaststätten habe», deren Inhaber unbedingt binter ihnen stehen und ans die sie sich verlasse» können. In der Gegend der Altenbnrger Straße iehlen solche Lokale, daher war die Erlaubnis an B. zu erteilen. Daß persönliche Interessen bei Prüfung der BebürsniSfrage nicht zn berück- sichtigen sind, führt der Gastwirlsverein zutreffend ans» un- richtig ist aber seine Folgerung. NattvnalsozialismuS ist nicht Privatsache, sondern Sache der Allgemeinheit. Die national- sozialistischen Interessen sind öffentliche Interessen. Die Nationalsozialisten sind nicht mehr eine Partei tm alten Sinne, sondern der Staat selbst." lThüring. Mi», des Inn. Rek.-Entsch. v. 3. 8. 83.— III A II 154, I W 1933. S. 2184.) Heine Hexenkünste" Baut nur mit Eigenkapital! Der Vizepräsident des Rcichsstandes des deutschen Hand- iverks erläßt einen Propagandaansrus für die„Trcubau- A.-G.". Das Kernstück des Ausrufs lautet:„Der Führer und VolkSkanzlcr des deutschen Volkes steht vor einer ungeheuer schwtertgen Aufgabe. Seine Regierung lehnt es ab, die Hexenkünste der marxistischen Regierungen anzuwenden, die sich die Mittel zum Neubau von Wohnungen aus Koste» des alten HauSbcsitzcs verschafften, diesen und damit ungeheure Vermögenswerte vernichteten und das Baue» marxistischer Einrichtungen zum leichten Spiel machten. Die Ausgabe» der Bauwirtschaft sollen wieder aus dem sich bildende» Volkövcrmögen und aus dem Unternehmungsgeist der pri- vatcn Bauwtrtschast gelöst werden. Bauen soll und darf in Z n k n n s t nur der deutsche Volks genösse, der auch über ein entsprechendes Eigen kapital verfügt." Der„Sozialist", der diese Sätze schrieb, hat den urdeutschen Namen Zelcny. 1» tt Deutsche, eßt deutsche Bananen Gegen den Boykott von Auslandswaren Ein wirkungsvolles Mittel der nationalsozialistischen Agitation auf dein Lande war das Versprechen, daß im „dritten Reich" die Grenzen gegen ausländische Lebensmittel gesperrt werden sollen. Das ist natürlich eine Un- Möglichkeit, weil im Antzenhandel eine Hand die andere wäscht: ohne Einfuhr gibt es keine Ausfuhr! Run ver- langen aber die Bauer» Einlösung des Versprechens und propagieren den Boykott ausländischer Waren. Dogegen wendet sich nun die Presseabteilung des R e i ch s n ä h r- st a n d e s mit einer geradezu„liberalistischen" Erklärung: „ES mehren sich die Zeichen, daß von einzelnen unverant- wörtlichen Stellen im Reiche, insbesondere auch unter der B a n c r n s ch a i t, Propaganda dafür gemacht ivird, daß bestimmte ausländische Einiuhrarlikel nicht mcllr verbraucht werden sollen. Es wirb ausdrücklich daraus hin- gewiesen, daß der Rcichsbancrusührer und der Rcichsnähr- stand die Einfuhr ausländischer Lebensmittel genau Über wachen und im Sinne einer organischen Marktrcglnng»nd Bedarisdeckungsivirtschait regeln. Sie sind mithin iür die Beurteilung der Frage, welche Art von Einfuhr dem dein scheu Volke und insbesondere dem deutschen Bauerntum zn- träglich ist. allein maßgebend. Eo erscheint au» diesem Grunde ini höchsten Grade unerwünscht, wenn einzelne Stellen aus oft nicht kontrollierbaren Motiven sich hier u»- befugte Eingriffe erlauben. Solche sind um iv weniger statthast, als eine einseitige Propaganda in dieser Beziehung f ll r» n s e r c A n s l a n d s p o l i t i k, vor allem eine oraanische Außenwirtschaftspolitik sowie auch die Arbeitsbeschassungsmaftnahmen der Reichsregierung im In- land sich äußerst schädlich auswirken und zn unlieb iamen Konflikten führen können. Ferner ist zu bedenken, daß dadurch auch das gute Einvernehmen zwischen Bauern tni» und Industrie und insbesondere zwischen dem deutschen Bauern und dem deutschen Arbeiter empfindlich gestört wird." Der Mitteldeutsche Handwerkerbund Erfurt hat sich mit dem 31. 42.„in der Erkenntnis, daß int nutionalsozialisiischen Deutschland Raum für derartige Or- ganisationen nicht mehr ist", an fg«löst. Deutsdke Stimmen•(Beilage sur..Deutschen&*etfkeit"• Ereignisse und Gesdkidkten Donn«r«tafl, d>n 25. Januar 1934 Set Seyen Vaterländischer JClau Fm Zeughau* in Berlin«tehen jetzt wieder die N a po• leon-Reliquieii: Napoleons Hut, eine Reihe Orden Napoleons, auch ein Reisewagen des Kaisers zur Schau. Seit Kriegsende waren diese Napoleon-Reliquien verschwunden. Da man befürchtete, sie könnten im Versailler Vertrag von uen Franzosen zurückgefordert werden, wie die Belgier die Ausliefet ung der Genter Altartafeln der Brüder van Eyck verlangten, so hatten beherzte Männer sie vorsorglich aus dem Zeughaus fortgeschafft. Sie waren in Ostpreußen verborgen. Da man der Republik sie ebenso wenig gönnte wie den ebenso verhaßten Franzosen, sind sie erst jetzt nach der ,.nationalen Erhebung" wieder zurückgegeben worden. Die Wiederaufstellung im Zeughaus wurde denn auch gebührend gefeiert. Doch des Lebens ungemischte Freude ward keinem Sterblichen zuteil. Es stellte sich nämlich heraus, daß die bedeutendste der vaterländischen Napoleon-Reliquie: der Degen Napoleons, den Blücher in der Schlacht bei Waterloo erbeutet hatte, fehlte Eine öffentliche Mahnung, ihn zurückzubringen, blieb erfolglos. Blücher hatte den Degen zum Ansporn und v.ur Nacheiferung dem Kadettenkorps geschenkt. Seit hundert Jahren lag er in der Hauptkadettenanstalt in Lichterfelde im feldherrnsaal in einer Vitrine auf Samt gebettet. Seinerzeit, als im Zeughaus die Orden verschwanden, haben ein paar Kadetten ihn beiseite geschafft, damit auf keinen Fall die Franzosen ihn zurückkriegen könnten.„Wenn in einem solchen Augenblick," sagt ein Bewunderer dieser Beiseiteschaffer,„vaterländisch begeisterte Leute im Zeughaus und in der Hauptkadettenanstalt vollendete Tatsachen schufen und das unternahmen, was nach Lage der Dinge die verantwortlichen Dienststellen nicht tun konnten, so hatten sie den Beifall aller anständigen Deutschen für sich." Gewiß, gewiß. Alle Hochachtung vor diesen vaterländisch begeisterten Leuten, die vor nichts zurückschreckten, um dem Vaterland Die nationale Arbeit ist geordnet. Der Betriebsführer führt, die Gefolgschaft folgt und der Treuhänder faltet segnend»eine Treuhände über diesen Bund. Zu den Führerpflichten des Unternehmers gehört die Er- la- ung einer nationalen Betriebsordnung, in der er sowohl auf die Volksgemeinschaft als auch auf seinen bescheidenen Nutzen Rück-irht zu nehmen hat. In jeder Beziehung entspricht den Intentionen des Gesetzgebers die Betriebsordnung der Allgemeinen Heldentod-Bedarfsartikelwerke AG. H I Ich, euer oberster Führer, bin die erste, zweite und letzte Instanz in allen Anfragen. Wünschen, Beschwerden und Anregungen, der ihr euch bedingungslos zu unterwerfen habt. §-• Die Treuhänder der Arbeit sind nicht dazu da, Fragen zu beantworten, die sich auf den Zweck ihrer Existenz oder aul eventuelle Lohnsenkungen beziehen. Die Treuhänder dienen überhaupt nur als Prüfstein staatsbejahender Gesinnung und Sammelstelle für Informationen über getarnte Marxisten, § 3 In meinem Betrieb wird für Deutschlands Wiederaufbau täglich zwölf Stunden gewerkt. Da der deutsche Arbeiter ein Uebermensch ist, sind ihm Ueberstunden arteigen und daher Ehrensache, fern von materialistischen Ansprüchen. § 4. Meine Arbeiter haben um 6 Uhr morgens gut ausgeschlafen, wohl ernährt, nett gekleidet und voll freudiger Arbeitslaune zu ihrem Werkplatz zu eilen. Beim Signal der Fabriksirene singt die Belegschaft mit Begeisterung an geraden Tagen das Lied„Volk ans Gewehr!" und an ungeraden In der..Zittauer Morgeuzeitung", einem Provinzorgan des „dritten Reiches, liest man folgende anmutige Schilderung: Die aus vielen Filmen bekannte und beliebte Filmdarstellerin Maria Paudler hat am Samstag voriger Woche geheiratet, und das war ein kleines gesellschaftliches Ereignis. Man sah den Staatskommissar H i n k e I, man sah den Prinzen von Schaumburg- Lippe, der Adjutant bei Dr. Göbbels ist, und eine ganz große Ueberrasdiung gab es am späten Abend, als der Adjutant des Reichskanzlers, der Oberleutnant Brückner, erschien und ein Handschreiben Adolf Hitlers und in seinem Auftrag einen großen Strauß weißen Flieder brachte. Das alte Preußen war durch den Prinzen Joachim Albrecht mit dem schönen Bart vertreten, der ein Meister des Cellos ist und auch gern komponiert. Man sieht preußische Prinzen jetzt überhaupt viel. Bis zur Kanzlerschaft Brünings wurden sie überall mit dem schlichten„Sie" angeredet, seit dem vorigen Sommer hat sich wieder die Anrede Kaiserliehe Hoheit durchgesetzt. Am gleichen Abend war im Zoo ein großes Wohltätigkeitsfest des Luftschutz- Verbandes angesetzt, zu dem um Mittemacht der Kronprinz in großer Friedensbus arenun.i f.* r ra erschien. Sie machte erhebliche* Aufsehen. eine so kostbare Trophäe zu retten. Die Nachwelt wird ihnen einen Ruhmeskranz flechten. Aber— wo ist der gerettete Degen? Das Vaterland, für das er in Sicherheit gebracht worden ist, wartet auf ihn. Die Gefahr, daß die Franzosen ihn nachträglich noch zurückfordern könnten, besteht ja nicht mehr und andere Vorwände, daß z. B. die nationale Regierung nicht national genug wäre, sind ja wohl auch hinfällig geworden. Wenn die Herren„vaterländisch begeisterter junger Leute" trotzdem keine Anstalten machen, den Degen Napoleons zurückzubringen, so hat das ganz andere Gründe. Sie haben ihn nämlich verschärft und zwar„vaterländisch begeistert" an die Franzosen verschärft, nachdem das geliebte deutsche Vaterland nicht genug bezahlen wollte. Vor einiger Zeit wurde nämlich in Berlin an mehreren Stellen in bester Erhaltung, in einem Lederetui eingebettet, ein Degen Napoleons zum Preis von 6—8000 Mark angeboten. Da die Herkunft mysteriös schien oder im Mysteriösen gehalten wurde, fand in Berlin sich niemand, der diesen enormen Preis zahlen wollte. Also gaben jene„vaterländisch begeisterten jungen Leute sich, vielmehr ihrer vaterländischen Begeisterung einen Ruck, und verkauften die Siegestrophäe des Marschalls Vorwärts— in Paris.„Bis zum Nachweis des Gegenteils," klagt elegisch die vaterländische Presse, die sonst, wenn es sich um Marxisten handelt, so herzhaft entschiedene Töne findet,„besteht der dringende Verdacht, daß es sich tatsächlich um den früher in der Hauptkadettenanstalt in Lichterfelde aufbewahrten und seit den Spartakuswirren verschollenen Degen Napoleon* handelt, der auf diese Weise Deutschland für immer verloren gegangen ist." 6—-8000 Mark sind ein ganz schöner Batzen, den, wie man sieht, auch vaterländisch begeisterte junge Leute nicht gerade verachten. Im übrigen selbstverständlich: Gemeinnutz vor Eigennutz. Horst P r i e p e 1. das Horst Wessel Lied Dann ertönt das Kommando:„Hände auf die Werkbank!" § 5. Während der Arbeit ist das Sprechen, Singen, Pfeifen und abfälliges Räuspern strengstens untersagt. Gestattet ist hingegen das leise Summen nationaler Lieder und zeitweiliges Ausstoßen des Heil Hitler-Rufes, wobei jedoch darauf zu achten ist, daß Tonhöhe und Klangfarbe des Grußes das völkische Empfinden nicht verletzen. § 6. Die Mittagspause hat ausschließlich der körperlichen Ertüchtigung im Sinne unserer Abrüstungsbestrebuneen zu dienen. Es braucht aber auch nur mit Kleinkaliber geschossen zu werden. § 7..Nach Betriebsschluß haben meine Arbeiter einen Blick auf das braune Brett zu werfen, wo jeweils Arbeitszeitverlängerungen, Lohnkürzungen, Urlaubsbeschränkungen und Abbaulisten für den nächsten Tag angeschlagen sind. § 8. Die Betriebsgefolgschaft hat außer auf das Eintopfgericht auch auf das Ehrengericht Anspruch;'das heißt, der Betriebsführer hat das Recht, Hetzer, Saboteure und andre Beschwerdeführer wegen Hochverrats an der Werkgemeinschaft anzuklagen. § 9. Meine Arbeiter haben das Recht, zweimal täglich bis zu je drei Minuten einen gewissen Ort aufzusuchen; außerdem dürfen sie beim Stiegensteigen das Geländer henützen. Weiter haben sie Anrecht auf je einen warmen Treuhändedruck am Festtag der nationalen Arbeit und am Geburtstag des Führers. § 10. Langjährige Mitglieder der NSDAP, dürfen die Anordnungen ihrer Vorgesetzten auch freiwillig befolgen. Der Betriebsführer: m. p. Karo. Ihre Kollegen vom Theater ehrten Maria Paudler durch eine intime Kabarettvorstellung. Dabei gab es eine anmutige Szene. Der Schauspieler Harry G o n d i hielt eine rührende Rede auf seine eigene Frau.„Tritt in unsere Mitte, damit wir dich alle sehen können, du Vorbild deutscher Franc n," sagte Maria Paudler zu Frau Gondi.„Ich werde dich durch einen Stengel vom Strauß des Führers auszeichnen." Und da zog sie aus dem Strauß, den der Führer gesandt hatte, einen langen Stiel und überreichte ihn der beglückten Gattin des Kollegen. Tiefbewegt klatschten die Hochzeitsgäste Beifall. Ueberall werfen die großen Ereignisse des Jahre* ihre Wellen auch in das private Dasein. * Auf den Wellen der großen Ereignisse reiten preußische Prinzen mit schönen Barten, kaiserliche Hoheiten mit Friedensbuearenuniformen und beglückten Wohltätigkeitsdamen, liebenswürdige Adjutanten mit Fliedersträußen und allerhand andre Ueberbleibsel des wilhelminischen Zeitalters. Und das Vorbild der deutschen Frauen kriegt einen Führerstengel, um das private Dasein durch die Blume mit der nationalen Erhebung gleichzuschalten; so innig, so sinnig leben die feinen Leute im„dritten Reich". Jeutsche Jtauen- deutsche JCelden Es brauchen die Thusnelden Zwischen Etsch und Belt Immer einen Helden, Von dessen Glanz sie melden Der erstaunten Welt. Nach Wilhelm war mal Pause In hehrem Reckentum. Bei Schulze und bei Krause Kein Führerbild im Hause, Kein Lied von Waffenruhm. Da litten die Brunhildseelen Schrecklich unter der Schmach, Da lechzten viele Kehlen — Das läßt sich nicht verhehlen— Kerndeutschem Wesen nach. Bis Adolf sie befreite.— Wie fanden sie ihn schön, Von vor» und von der Seite, Als ob er finster schreite Auf einsam stolzen Höhn. Und viele Holde kamen Zu wählen sein Panier; Und neublondierte Damen Hingen in schönen Rahmen Ihn selig übers Klavier. Sie schufen Hausaltäre Und beteten ihn an, Als ob er göttlich wäre; Und manche Liebeszähre In manchen Busen rann. Er ließ sich* gern gefallen Und schrie durchs Radio Von arischen Walhallen; Und hörten sie ihn lallen. Ward ihnen leicht und froh. Nichts merkten die Walküren. Wie er das Recht entzog. Sie ließen gern sich führen Und glaubten seinen Schwüren. Dieweil er dreist betrog. Nun haben die Thusnelden Zwischen Etsch und Belt Wieder einen Helden, Der, mit Respekt zu melden, »>«»r zum Narren hält. H o r a t i o. Wilhelm Schäfers Wandlungen Der Dichter Schäfer, der sich eifrig zum„dritten Reich" und stolz zum Mittelalter bekennt, schrieb 1923(„Der deutsche Gott", Seite 216):„Wer je einen Eingeweihten vom Buch der Weisen Zions sprechen hörte, dem wurde der Weltkrieg im Handumdrehen zum Welthintertreppenroman. In diesem angeblichen Protokoll jüdischer Fanatiker ist das Schicksal des Abendlandes, wie es nun wurde, vorgedacht, geplant und bezweckt; Regierungen und Völker sind lediglich auf den zionistischen Leim gegangen, als sie den Weltkrieg anfingen. Nach seinen Zerrüttungen noch ein bißchen Revolution zu machen, war schließlich nicht mehr so schlimm; und so ist die ganze Welt heute so, wie es die Weisen Zions wollten. Die Historiker haben es sich unnötig schwer gemacht mit ihren Deutungen, und wir Dichter sind mit Schuld und Schicksal umständliche Narren gewesen: gewissen Gemütern, soeben aus dem Mittelalter im Kino erwacht, ist das Weltbild fix und fertig, ehe wir zu denken beginnen. Sie können nun den bösen Feind hassen und sich als Märtyrer fühlen, wo sie in sich geben sollten mit ihrer Schuld." So treffend wußte Wilhelm Schäfer einst den Spuk, als er erst drohte, zu kennzeichnen; heute, da der Spuk regiert, gehört er zu dem im Kino aus dem Mittelalter Erwachenden und sein Weltbild ist fix und fertig. JCeil JCitlec staü Mahlzeit Brief einer Zwölfjährigen Zum Beweis, daß es in Hitler-Deutschland besser geht als früher und— daß die Marxisten die Besserung deutschen Lebens anerkennen, druckt die„Deutsche Metallarbeiterzeitung"(Nr. 48) den folgenden Brief eines 12jährigen Mädchens:„Liebe Tante Ilse, ich bin gut zu Hause angekommen. Meine kleinen Geschwister haben sich sehr über die Puppen gefreut. Meine kleine Schwester sagte, in der Schule müssen die Kinder Heil Hitler sagen, ich staunte. Wenn der Papa von der Arbeit kommt, müssen wir auch Heil Hitler sagen. Mahlzeit will er jetzt gar nicht mehr hören, weil der Gruß Heil Hitler aufgekommen ist. Er grüßt Dich und Tante Hilde herzlich ein Heil Hitler. Irma Nehrhorn. Zeit=7loü e zen Immer weiter: Verboten wurden laut Kriminalpoliaeiblatt 1746 43 folgende Druckschriften: Bernard Brentano,„Der Beginn der Barbarei in Deutschland", Berlin. Rohwolt; Werner Hegemann,„Entlarvte Geschichte"(wiederholt!), Leipzig, Jakob Hegner; J. Jakob Wagner in Ehrenbreitstein,„Prophezeiungen über die nächste Zukunft, über den zukünftigen großen Kampf mit dem Osten und das Ende der Welt"; Emil Lengyel,„Hitler", London, George Routledge and Sons Ltd.;„Beaute Magazine", Paris; das Flugblatt:„Blutterror in Ronsdorf"; Internationales ärztliches Bulletin"(Prag); das Flugblatt„Rüstet zum Massenprotest gegen Mißhandlung, Meuchelmord und Terror". Sie^Betriebsordnung. dec allgemeinen JCeldentod=J5edar(sartihelwerhe AQ. Jetzt wieder:„JCaisediche Jtoheit" Jllustce JCochzeitsgäste hei Maria Jtaudler Klarheit! f Die«nts.cheid u.ng d.es Völkerbundsrates vom oergängenen"^ämslag war efit unz tv elfefv 'öfter Sieg der Freiheitsfront und eine chwere Niederlage der Nationalsozia- listen. Wenn es dazu noch eines Beweises bedurft hätte, dann haben ihn uns die absolut widersprechenden Mel- düngen der Hakenkreuzjournaille an der Saar und im Reiche geliefert. Am besten beobachtet man das in den Kommentaren über die Rolle Sir John Simons in der Saardiskuffion. An der Saar verbreitete man in den gleichgeschalteten Kreisen und Zeitungen eine angebliche Aeuherung Simons, wonach„95 Prozent der Saarbevölkerung für Hitler" seien, und suchte den Eindruck zu erwecken, als habe Sir John Simon sich für die sofortige Festlegung eines Datums der Abstimmung upd gegen den jetzt ge- wählten Saarausschuh zur Prüfung der Plebiszitfrage ein- gesetzt. Man tat überhaupt so, als sei man der weitgehend- sten Hilfe Simons für die Durchsetzung der Vertrags- widrigen Pläne der„deutschen Front" absolut sicher. Selbstverständlich hat Simon weder die oben zitierte Aeuherung von den 95 Prozent jemals getan, noch war er Gegner der betreffenden Kommission, noch setzte er sich für die sofortige Festlegung eines Datums der Ab- stimmung ein. Das genaue Gegenteil meldete denn auch prompt die Nazipresse des Reiches. So ist in der west- deutschen Nazipresse, unter anderem im„Dortmunder Generalanzeiger Rote Erde" eine Meldung zu finden, wo- nach Sir John Simon die ganze Saarfrage und alle Beschlüsse auf eine spätere Zeit hätte vertagen wollen, was doch nichts anderes heißen kann, als daß praktischere S a a r a b st i m m u n g noch weiter hinausgeschoben worden wäre, als sie durch den jetzigen Beschluß bereits i st. Wörtlich heißt es in einer Meldung des Genfer Korrespondenten dieses Blattes, daß Simon nach der geheimen Sitzung des Rates seinen engsten Freunden erklärt haben soll, es sei das beste,„alle Beschlüsse auf eine spätere Zeit zu vertagen"! Wir wissen sehr genau, daß auch das nicht die Auf- fassung von Sir John Simon gewesen ist, der lediglich erst die Ergebnisse der' Voruntersuchung für die Mai» oder Iunitagung abwarten wollte, ehe er eine öffentliche Debatte über das Saarproblem wünschte. Allerdings hat der Königswusterhaufener Sender durchaus recht, wenn er Sonntag abend durchgab. daß der jetzige Beschluß des Rates bereits eine faktische Hinaus- schiebung einer evtl. A b st immung um min- bestens ein halbes Iahrgegenüber dem jüngsten Termin des Vertrages bedeute. Und dem Hai England genau so seine Zustimmung gegeben, wie der ganze übrige Rat.■' Tatsächlich hat Simon nichts anderes versucht, als eine öffentliche Debatte über die Saarfrage mit der n- prangerungdesNaziterr o r S zu vermeiden, um für die Abrüstungsdebatte eine seiner Meinung nach weniger getrübte Atmosphäre anzutreffen. Das ist zwar eine Täuschung gegenüber einem Verhandlungspartner. derumjedenPreis aufrüsten will, um sich im K r i e g zu holen, was ihm gutwillig nicht zugestanden werden kann,— aber gerade-die entgegengesetzten.Schwipdei- meldllllg /g^ß^^Mtzipr'efst! Reiches enthalten das stärkste Eingeständnis ihrer Niederlage und u n f e r e s Sieges. Und mex den Beschluß des Rates und die ihm bei- gefügten InlerpretativMN Boncaurs und Beneschs aus der nuancenreichen und vorsichtig formulierenden Sprache der Diplomaten in eine einfache Feststellung der Fakten dieser Erklärung übersetzt, kommt immer wieder zu dem einzigen großen Resultat! D e r R a t w.i I l ms t R e ch t den Vertrag ganz und hundertprozentig erfüllen, das heißt, auch nach seinen für die Abstim- mung gestellten Bedingungen. Er hat eine Kommission eingesetzt, die die Möglichkeiten der Verwirklichung dieser Bedingungen.zu prüfen hat. Sie wird ihm das Ergebnis ihrer Untersuchungen in einem halben Jahre unterbreiten. Erst dann wird der Rat sich darüber schlüssig werden, ob. wann und wie entweder die Abstimmung durch- geführt oder aber die Unmöglichkeit der Durchführung dieser Bestimmungen durch anderweitige vorläufige Eni- scheidung über das Schicksal der Saar ergänzt werden soll. Das aber war unsere einzige und immer wieder an den Rat gestellte Forderung. Dieses erste Vorgefecht in Genf ist siegreich bestanden es gilt das zweite ebenso zu ge- Winnen im Bunde mlt Recht und Vertrag. M. B. Sfavtshq Schecks und Rennställe Paris, 24. Jan. Dem gestern in Halt genommenen Direk- tor der Versicherungsgesellschaft La Confiance, Guebin, wird zur Last gelegt, van Stavisky drei Schecks in Höhe von nicht ganz 200 000 Fir. erhalten zu haben. Nach dem„Petit Pari- sien" erklärte Guebin, daß der eine Scheck über rund 55 009 Kranken, den er von Stavisky erhalten habe, die Rückerstat- tung einer Vergütung sei, die er selbst, ausgeworfen habe, als er einen Kassengutschein des Bayonner Leihhauses bei einer anderen Versicherungsgesellschaft habe diskontieren lassen. Ueber den zweiten Scheck in Höhe von 100 000 Kr. äußerte sich Guebin viel weniger bestimmt. Er behauptete nämlich, daß das die Auszahlung einer Rennwette sei, die er auf ein Pserd des Stavisku-Rennstalls gesetzt hatte. Der Einsatz kür das betreffende Nennen auf das Stavisky-Pferd „Sabine" habe 4000 Fr. betragen und die Totalisatorquote habe über 200 betragen, so baß sein Gewinn 06 S00 Kr. ausgemacht habe. Stavisky habe ihm diesen Gewinn mit einem 100 OOO-Kr.-Schcck ausgezahlt und er habe ihm die kleine Differenz bar zurückgezahlt. Der dritte Scheck über 80 000 Kr. sei die Rückzahlung Staviskys für eine gleich hohe Summe, die er, Guebin, Stavisky eines Abends geliehen habe, als die Banken schon geschlossen hatten und Stavisky notwendig 80 000 Fr. in bar brauchte. Die besorgte Pariser Anwaltskammer Paris. 24. sign Der Rat der Pariser Rechtsanwälte hat. wie der„Matin" berichtet, eine Reihe wichtiger Beschlüsse.ge- saßt, sv bctresfend die Einschränkung der Betätigung der- lenigen Rechtsanwälte, die sich aktiv mit Politik beschäftigen, scrnef eine Kontrolle des Vorsitzenden der Anwaltskammer über finanzielle Angelegenheiten und schließlich die Einlei- tung einer Untersuchung über die Rolle, die gewisse Rechts- anwältc. die zugleich auch Parlamentarier sind, in der Stavifky-Angelegenheit gespielt haben. Wo stand England In der Genter Pariser Meinung „Gesichert gegen Repressalien" Paris, 28. Januar 1984. „Le Petit Parisien", das Pariser Blatt, das immer über die Auffassungen der französischen offiziellen Stellen mit am besten informiert ist, behandelt heute in längeren Ausführungen die„Ungewißheiten der Saar» abstimmnng". In diesen Ausführungen wird vor allem dargelegt, worin die Ausgaben des Völkerbundes gegenüber dem Laargebiet bestehen. Das Blatt betont in diesem Zu- sammcnhang, daß der Völkerbund weder ein Registrierungs- büro noch ein Parlament, sondern in der Hauptsache und vor allem ein Tribunal für den Schutz der Minderheiten sei. Seine ganze Organisation widerstrebt dem Mehrheitsprinzip, denn er ist eben geschaffen, um die Miß- brauche dieses Prinzips auszugleichen. Was ergibt sich nnn äus dieser Ausgäbe des Völkerbundes für das Saargebiet? Das Blatt erklärt, daß alle wirtschaftlichen Kragen, die zum Gegenstand der deutsch-sranzösischen Verhandlungen werden könnten und sollten, mit den Ausgaben des Völker- bundes und mit der Volksabstimmung an der Saar nichts zu tun haben. Die Aufgabe des Völkerbundes sei, auf Grund der Willensäußerung der Bevölkerung seinen Ae- Ichluß z« fassen. Nach dem das Blatt auseinandergesetzt hat, daß die Chancen des Hitlcrdeutschlands gar nicht so un- zweifelhaft sind, wie das von der nationalsozialistischen Seite dargestellt wird, geht es zur Prüfung der Krage über, was geschehen soll, falls die Mehrheit der Bevölkerung doch für Hitler stimmen wird. Das Blatt nimmt Bezug ags die Bestimmung des Ber» träges: „Beschließt ber Völkerbund für das ganze Gebiet oder einen Teil für die Vereinigung mit Deutschland, so ist es Sache des Völkerbundes, für Deutschlands Wiedereinsetzung in die Regierung des vom Völkerbund näher bezeichneten Gebietes zu sorgen."' Wir zitieren den Anfsatz weiter wörtlich:„Die letzten Zeilen sind beachtenswert. Sie sehen formell vor, daß sogar in dem Kalle, wenn der Völkerbund die Wiedervereinigung mit Deutschland beschließen wird, er noch die Modalitäten zu regeln haben wird, damit das Gebiet einen besonderen Status bekommt. Dank dieser weisen Vorschrift wird daS Gebiet gegen die nationalsozialistischen Repressalien gesichert werden. So wie die Dinge liegen, wird dah Recht des Völkerbundes einen sehr breiten Raum einnehmen. Wird gemeindcweise abgestimmt, so kann man eine Art Durcheinander voraussehen, in dem eine Gemeinde insolge der örtlichen Verhältnisse für die Autonomie stimmt, wäh- rcnd die sie umgebenden Gemeinden für die Bereinigung mit Deutschland sind. Die Rolle des Völkerbundes beschränkt sich nicht daraus, um die Meinung der Mehrheit zu registrieren und ihr zn solgen. Das Wort„Mehrheit" steht überhaupt nicht im Vertrag. Der Völkerbund soll„den ausgedrückten Wunsch berücksichtigen". Es ist aber seine Sache, die Lösung zu finden, die allen fitechten Rechnung trägt... Wird der Völkerbund die . Menschen, die unter seiner Verwaltung stehen, und die ihm ihr Vertrauen schenken, verlassen? Wird er es dulden, daß die Saar dem Hitlerschen Regime unterstellt und zum Schauspiel der fürchterlichen Szenen wird, wie sie 1083 die ganze Welt erschreckten? Wird er es dulden, daß 89- oder 49 999 Saareinwohner, deren einziges Verbrechen die Aenßerung ihrer Loyalität der großen internationale« Einrichtung gegenüber sein wird, verfolgt, mißhandelt, ge- plündert und wie in der Zeit der religiösen Kriege massen- weise zur Auswanderung gezwungen werden?? Wie kanu man die Sicherheit dieser Menschen gewährleisten, wenn ber Völkerbund das Gebiet verläßt? Die Antwort ist nicht zweifelhaft. Es gibt keinen Menschen mit Herz— auch unter den Deutschen, die nicht durch die Rassenvorurteile blind geworden sind—, der es nicht ablehnt, die Saar« länder den Hitlerschen Racheakten auszuliefern. Deshalb ist die Saarsrage— wir betonen das— keine terri» toriale Frage» sondern eine moralisch« Fr age. Deshalb kann man anch nicht die Anregungen der Zyniker annehmen, für die das Saargebiet ein Tauichgeld in ihren Händen ist. Sie würden es sofort verlassen, ohne Volks- absttmmung, sür die Zugeständnisse, die ihnen irgendwo ander» gemacht würden. Wird ein ehrlicher Mensch einem solchen schmählichen Handel zustimmen? Man handelt nicht mit der Ehre, und es gibt kcinenZweisel darüber, daß dieEhre des Völker bundes— undFrank- reichs— sür den Schutz der Saarländer, die dem Völkerbund vertrauen, eingesetzt wird." Süddeutscher Kulturkampf Zahlreiche Verhaftungen von Geistlichen- Festnahme eines ItSwiMchen VfsM55i)r5 r v*T J^""TlNfkg a rt. 28. Jdnnär M4. fEigener Bericht.) Die Verfolgungen gegen die katholische wie auch gegen die protestantische Kirche in Deutschland nehmen ihren Fortgang Die nationalsozialistischen Heiden fahren fort, Priester zu verhasten und zu mißhandeln» und die Kirche zu terrorisieren. Eins Reihe neuer Verhaftungen katholischer Geistlicher werden a« s W ü r t te m be r g und Baden gemeldet. In Hornbach in der Pfalz wurde der katholische Geistliche vor l 4 Tagen, ivie jetzt erst bekannt wird, von Nazis durch den Ort geprügelt. Dabei wurden die Glocken geläutet und die Prozedur zirka eine halbe Stunde laug s o r tg e se tzt. Der dabei schwer verletzte Pfarrer S ch u l e r liegt noch jetzt im Elisabetheukrankenhaus in Zweibrücken. Der Universstätoprofcssor Adam in Tübingen hatte die religiöse Jugend zusammeugcrusen und ihr erklärt, daß die Bewegung der„Deutschen Christen" mit dem Christentum absolut un- vereinbar sei. Die Kundgebung wurde ausgelöst und Professor Adam verhaftet. Der U l m e r Dom hatte bei der Reichsgründungsseicr Mitte Januar nicht die Reichssahnen, sondern Nur die Kirchensahnen geflaggt. Daraushin wurde ihm von dem Nazipolizeigewaltigen vom Ulm mitgeteilt, daß er darin eine BriiSkicruug der Hakenkreuz- sahne sehe und sich alle Maßnahmen vorbehalte. Wenn in Zukunft die Reichssahnen nicht gezeigt würden, würde« er und seine Leute die Kirch« nicht mehr betreten. Aus Stuttgart wird dazu der Basier„Nationäl-Zeitung" geschrieben: In Stuttgart haben sich am Sonntagabend im Anschluß und im Zusammenhang.mit der Sciligjahrfeier der Kai ho- liken von Groß-Stutlgart Konflikte zwischen den Versamm.lv n gs t c i l n c h me r n und der Polizei ergeben. Tie Mitglieder der katholischen Jungvereifli- gungen waren trotz Verbot in Uniform mit Schulterriemen und Fahnen erschienen und formierten sich nach Schluß der Versammlung zu einem Zuge. Die Polizei forderte die Demonstranten auf, die Schulterriemen abzulegen und die Fahnen einzurollen. Ter Zug ivurdc ausgelöst. Bon der Polizei wird mitgeteilt, baß gegen die führenden Person- lichkeiten mit allem Nachdruck vorgegangen wird, und daß Ermittlungen einwandfrei ergaben, daß gegen bestehende Bestimmungen verstoßen wurde. Zu diesem Vorfall teilt der „Völkische Beobachter" folgendes mit: Obwohl der Bischof von Rottenburg, der'vor einigen Tagen recht versöhn- lich und für die katholische Geistlichkeit auch bindende Worte i sprach, anwesend war, erlaubte sich der katholische Tübinger Universitätsvrofessor Karl Adam geradezu.unglaubliche Angriffe gegen die Glaubensbewegung der deutschen Christen fernste iüdische Setchmuen* und UHetuc^Bäckecei-Qeschäfte JUuis 58, AVENUE WAGRAM. Ul. Cvnot 27-63 58. RUE OE PASSt, Ul Aut«uil 13-61 und ivagte sogar zu erklären, die- jüdische Geschichte sei für die. k a t h oki.s ch e, K i r ch e«ju.einzig- artiges Erlebnis. Die von Professor Adam angc- redeten katholischen Jungtruppen unternahmen nach der Ber- sammlung einen herausfordernden Demonstrationszug in Nnikorm mit Schulterriemen. Obwohl sie sofort von ber Polizei auseinandergetrieben wurden, scharten- sich die Demonstranten wieder, zu Zügen zusammen. Die Erregung in Stuttgart Ober die Herausforderung der staatlichen Obrig- keit dusch die Entgleisung des ttniversitätsproefssors ttt un- geheuer. Ter„Völkische Beobachter" erklärt,„diese Aeuße- rungen eines deutschen UniversitätSproscssors an der Stelle, wo vor drei Monaten Hitler das'gesamt? deutsche Volk zur. Einigkeit aufforderte, sei eine'unerhörte Heraus- fnrderung des Nation.alsozia.li.Smws". Sanfter Protest an der Saar Zur K u lt u r k a m p f d r o h u n g R v s e n b e r g s, die wir gestern veröffentlichten, schreibt das frühere Zentrums- blatt des Saargcbiets, dje„Saarbrttckcr Landes- Zeiinng", unter anderem:„Daß gerade Rosenberg an den Predigten des Kardinals keine Krcude hatte, verstehen wir. Wir müssen aber zurückweisen, wenn er dessen eindrucksvolle Widerlegungen der pscudonationalen antichristlichen Propheten als„Redensarten" bezeichnet. Was Kardinal Kaulhaber über das Wesen jener germanisch nordischen Religion sagte, hat den Beifall aller gläubigen Katholiken und Protestanten gesunden. Wir haben bereits öfters durch Belege nachgewiesen, wie recht der.Kirchensürst hat, wenn er nicht das Germanentum, wohl aber dieses Neu Heiden- tum mit seinen unaufhörlichen Haßgesängen wider, das Christentum vom religiösen Standpunkte aus auf die gleiche Ebene mit dem kommunistischen Un- glauben stellt. Er hat als katholischer Oberhirte das Recht upd dje Pfljcht, darauf hinzuweisen, welche verhängnisvolle Folgen es auch für das deutsche Volkstum hat, wenn man es aus dem Miltterbodcn des Christentums herauszureißen sucht. Und daß unsere Bischöfe noch von der Kanzel ans das Christentum verteidigen können, daß Deutschland überhaupt ein christlicher und kein heidnischer Staat sein will, das ist eine Tatsache, für die gerade Alfred Rosen- bcrg an letzter Stelle Verdien st und Dank i n A N s p r u ch nehmen darf. Pfoirer-NofbiiiM! vor dem Ve rfcof? Berlin, 28. Jan. Zwölf Pfarrer, die von den Kanzeln gegen die Haltung des Reichsbischofs Müller protestierten, sind ab» gefetzt worden. Die„Nichtarier" innerhalb der evangelischen Kirche haben eine Gruppe gebildet, die gegen die Nazi- fikation der evangelischen Kirche kämpfen will. Entgegen allen bisherigen Meldungen soll Rcichsbischof Müller vor einigen Tagen von Hitler empfangen worden sein. Müller soll den Reichskanzler gebeten haben, zur Stär- kung' seiner Autorität den in Opposition stehenden Pfarrer- Notbvnd, der jetzt schon über siebentausend Pfarrer umsaßt, auslösen- zu dürfen. Der Kanzler hat sich die Ent- scheidung noch vorbehalten. r«L TrinilÄ 43-13 Mölro P i g a 11 e Deutsche Poliklinik Paria, GZ, Rue de ia Rochefoucauld Allgemeine Konsultationen mit 9 Spezialisten. b) Cbirvgl« c) GdnrteUHUcbt KIhdk 4 ZahnarxffidiM Kabinett Innere Medizin, Augen», Ohren», Nasen» and Kehlkopfkrank» ZweistöckigesJSanatortinnsgeMnde, Vierstöckiges Gebäude, Zimmer Zahn» und Mundchirurgte. GoW» heiten. Röntgen, Diathermie. Elektrotherapie, Spezialbehand» Kleine, miniere«nd groß« Chirur» mit 1 bis 4 Betten. 3 Aerzte, 3 Heb» and Porzellankronen,«Brücken, lung bei Blut», Harn» n. Geschlechtskrankheiten gie. Die aller modernste Einrichtung emmen«nd 2 Operationssäle. Kautschuk» Arbeiten Ordination täglich von 9—12 und 2—S; Sonntags und Feiertags von 19—12 und 2—4 Uhr ZM■. Aelteste Deutsche Klinik U 92, R. de Bondy, Parle TAI. Bot. 29.69 Harn» Blut» und Haut» krankheiten. Frauenleiden Ultra.Violette Strahlen. Serotherapie, Diathermie. Höhensonne etc. 2>omenMftneide( J. 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Hermann Scherchen dirigiert am nächsten Samstag sein erstes Pariser Konzert in der salle Gaveau. Zur Aufführung gelangen u. a. Stravinskys„Geschichte vom Soldaten"(die vor zehn Jahren von der jetzt Hitler-Operetten spielenden Berliner Volksbühne gebracht wurde) und Schönbergs „Pierrot Lunaire". Im nationalistischen„Echo de Paris" macht Charles Maurras Andeutungen, daß sich einige Hitlerleute in Paris der„Action Francaise" angeboten hätten, um dieser„deutschen Unterricht" zu gehen. Herzlichen Glückwunsch! Jack Hylton mit seinem berühmten Orchester spielt Sonntag in der Salle Pleyel. Der Gewinner des ersten großen Loses in Frankreich, M. Bonlioure, überfuhr mit seinem Millionen-Auto in Nimes ein Kind, dem ein Bein gebrochen wurde. In Aix ist nach dem Sarret-Prozeß jetzt eine neue Sensation in Gestalt der Gangsters vor den Schranken, die das Postamt Saint-Barnabe unter dramatischen Umständen überfielen. Der Haupttäter Manener war mit Sarret seinerzeit in derselben Zelle und hatte mit ihm täglich Krach. In Paris wird mit Sarrets Hinrichtung gerechnet. „Vive Hitler" in der Musik Wie wir hören, wird der seinerzeitige Zwischenfall„Vive Hitler" bei einer Kurt-Weill-Auffiihrung im Saal Pleyel, der ziemliches Aufsehen erregte, noch ein gerichtliches Nachspiel haben. Bekanntlich hatte der bekannte Komponist Florent Schmitt diesen Zwischenruf gemacht, um gegen eine Komposition Kurt Weills zu demonstrieren, allerdings ohne politischen Nebenzweck, wie er betonte. Florent Schmitt kündigt jetzt ein neues großes symphonisches Werk an, dessen Uraufführung im April stattfinden soll. Ein guter Witz Herriots In Frankreich tötet Lächerlichkeit(die in Deutschland manchmal sehr berühmt macht). Umgekehrt macht ein guter Witz in Frankreich unsterblich. Jetzt ist Herriot mit einem großen politischen Witz ganz vorne. Er hat einem Pariser Blatt, das gefragt hatte, ob man hei ihm den Scheck über 100 000 Franken wiedergefunden hätte, den er von Stavisky bei einem Essen erhielt, folgende klassische Antwort gegeben: „Was soll ich lange protestieren, ein für allemal: ich habe von Stavisky nicht einen Gentim erhalten, für meine Partei nicht, für mich nicht, auch habe ich ihn weder bei Tisch noch anderswo getroffen. Ich schäm' mich ein bißchen..., daß ich so gar keine Beziehungen hab', aber es ist so!" Der Altmeister der Außenpolitik und Bürgermeister von Lyon hat diesmal alle Lädier auf seiner Seite! Daron Rothschild und das jüdische Hilfswerk Baron Robert de Rothschild, der Chef des bekannten Hauses und als das repräsentative Oberhaupt der jüdischen Aristokratie anzusehen, ist aus seiner Reserve herausgetreten und hat in Paris in einer Versammlung der Ostjuden gesprochen Das ist unseres Erachtens ein symbolischer Akt, dessen Bedeutung sich aus den Worten des Finanzmannes ergibt. Er sollte, wie wir annehmen, bedeuten: Ihr Ostjuden wollt produktive Fliiclitlingsarbeit leisten, das findet unsere Billigung. Ueber die Lage der deutschen jüdischen Flüchtlinge drückte sich dagegen der große Philantrop, der wesentliche Beit-äge für das Hilfswerk des französischen Comite National gestiftet hat, wesentlich kritischer aus. Offenbar ist M. de Rothschild dahin beraten, daß die Arbeitsbeschaffung hei einem Teil der deutschen Flüchtlinge auf Schwierigkeiten stoße und daß andererseits bei manchen Elementen mehr Dankbarkeit und Zurückhaltung am Platze sei. Darauf ist zu erwidern, daß allerdings in der buntzu- sammengewürfelten. Emigrantenschaft manche Element, zu verzeichnen sind, deren Auftreten vom deutschen politischen Standpunkte aus nicht immer erfreulich ist. Es war wahrscheinlich ein Fehler, das Hilfswerk auf die Schultern ner rein karitativen, konfessionellen Stelle zu legen, statt damit eine simultane, erfahrene Stelle mit geübtem Kassenpc onal zu betrauen, natürlich unter entsprechender Beteiligung der jüdischen C,„uiiisationen. Ebenso wichtig wäre für die arbeitsrechtlichen Fragen und die Siedeinndie Heranziehung der Gewerkschaften sowie die Mitarbeit des Matteotli-Comiles gewesen, wie uns persönlich scheint. Wir sind überzeugt, daß dann aus dem Arbeitswillen, der unzweifelhaft fast einheitlich vorhanden ist, ja, der geradezu fanatisch die meisten Auswanderer erfüllt, viel mehr herausgekommen wäre. Aber die Angebote des Comite National waren zum Teil, abgesehen davon, dab sie auch nicht immer fachmännisch verwaltet wurden, derart, daß sie viel Kritik vertrugen. Bei aller Anerkennung des Hilfswerk muß darauf hingewiesen werden, daß die zukünftige Regelung des Arbeitsmarkts der Mitwirkung der he,„fetten, Faktoren des sozialen Lebens bedarf., Einzelne produktive Einrichtungen, die sich insbesondere auf die(wie in Palästina, so auch in Europa) am leichtesten unterzubringenden Fach bt.iter stützen, haben sich durchaus bewährt. Wir erinnern an eine Spielwarenfabrik in St. Maur, die mit Hilfe der Gewerkschaften ins Leben gerufen wurde, an eine ähnliche Fabrik des Matteotti-Comites im Süden von Paris, und neuerdings kommen auch genauere Nachrichten von einer Siedler-Schule an der Mündung der Gironde, auf einem 500 Moygen großen Gut. Wenn eine Sache richtig in die Hand genommen wird, kommt auch was dabei heraus. Die Anregung von M. de Rothschild, daß die reichen jüdischen Flüchtlinge etwas zugunsten ihrer ärmeren Landsleute tun, scheint uns auf jeden Fall beachtenswert. Doch ist dies schon eine alte Klage, und es ist eine bekannte Erscheinung, daß der Kapitalismus im allgemeinen nicht auf moralische Einwirkung in nennenswertem Umfang reagiert. Es ist also schon eine Mitwirkung der Behörden erforderlich. Wir glauben in diesen persönlichen Ausführungen, die vom Standpunkte der politischen Emigration geschrieben und vom Geiste wahrer Dankbarkeit gegenüber dem Gastlande Frankreich getragen sind, den Geist der gebotenen Zurückhaltung nicht verlassen zu haben. Nötig erscheint uns, zusammenfassend bemerkt, ein paritätisches Siedlungsamt, das die Fachkenntnisse der Vertriebenen mit den sozialen Erfordernissen der Gastländer vereinigt. „Saarproblem und Völkerbund" Ueber das Saarproblem sprach im Pariser Deutschen Klub Max Waltz, der Vorsitzende der Saarländischen Friedensgesellschaft und der Liga für Menschenrechte. Waltz schilderte zunächst die Völkerbunds-Bestiminungen und ihre verschiedene Interpretation sowie ihre Auswirkung. Er ging auf die wirtschaftlichen Verhältnisse im Saargebiet ein und betonte, daß die Saarwaren im Falle der Rückgliederung an Deutschland längst nicht mehr den bisherigen Absatz finden werden. In politischer Hinsicht war der Redner Optimist. Er sagte, sehr schwarz sehe das Saarproblem für die„deutsche Front'* aus. Aus diesem Grunde suche Hitler durch eine Verständigung mit Frankreich die Abstimmung zu vermeiden. Der Terror im Saargebiet sei ungeheuerlich. Die Polizei ist zu 60 Prozent hitlerisch, sämtliche Richter und Staatsanwälte sind gleichgeschaltet, der Kampf der antifaschistischen Front sei also gewiß nicht leicht. Um dem nationalsozialistischen Drängen zu entgehen, müsse sich das Saargebiet selbst verwalten, eine Arbeiter- regierung müsse an der Saar gebildet werden. In der Diskussion äußerte Dr. Rudolf Breitscheid Bedenken zu einigen Ausführungen von Waltz, andererseits ergänzte er sie in gewisser Hinsicht. Max Braun sei heute der bestgehaßte Mann im.Saargebiet, er versuche, daß die Abstimmung, falls sie stattfinde, frei und unabhängig sein könne. Dafür müsse der Völkerbund eine Sicherheit schaffen. Auch die Wahlkampagne muß frei sein. Nach Dr. Breitscheid ergriffen noch verschiedene andere Redner zu dem Thema das Wort. Der„Heimkehrer"-Erlaß Görings Die Meinung der Pariser Emigration In Pariser Emigrantenkreisen ist man der Ansicht, daß der neue Erlaß des Preußenministers Göring.(den eine juristische Kapazität wie Herr de Moro-Giafferri kürzlich mit Recht qinen„dangereux morphiomane" genannt hat) in erster Linie dem Zwecke der Infamierung der kulturpolitisch im Auslande hoch angesehenen Emigranten dient. In zweiter Linie scheint es dem Manne, der seinerzeit die feindlichen Flugzeuge über Berlin aufsteigen sah, darauf anzukommen, Verräter aus den Kreisen der aus wirtschaftlichen Gründen Geflüchteten zu gewinnen. Daher die Redensart, daß Voraussetzung für die„Heimkehr" solcher Leute in das„dritte Reich" ist, daß sie vorher die„Greuelpropaganda" im Auslände wirksam bekämpfen. Nun, manchem ist das Vertrauen in die Versprechungen der Nazis schon übel bekommen. So übel, daß von einem von ihnen nicht die guillotinierte sterbliche Hülle ausgeliefert wird. Die Ring- und die Göringvereine werden in jedem Falle als unzuverlässige Kantonisten für einen besonders herzlichen Empfang zu betrachten sein. Welche Tricks die edlen Nazis gerade in Paris anwenden, wo sie sich als„Guides" und sonst was anbieten, um Spitzel- dienste zu leisten, hat kürzlich Reber im„Excelsior" wieder enthüllt. Es ist erfreulich, daß sich einzelne Gruppen sichtbar gegen diese Verpestung der französischen Atmosphäre wehren. So haben die Fußballer den Nazi-Sportlern, indem sie von ihnen mit teilweisem Erfolg den Verzicht auf den Röhm-Gruß forderten, gezeigt, wie man solche Provokanten zu behandeln hat. Wir bitten bei dieser Gelegenheit, auch die Aufmerksamkeit auf gewisse Häfen wie Dunkerque zu richten, wo Nazi-Zellen bestehen.— in Amerika ist festgestellt worden, daß von den Schiffen aus eifriger Personenschmuggel betrieben wurde. Aber in Frankreich geht es ja auch leicht mit dem regulären Visum. Jedenfalls um Getreue Görings, die den Erlaß des großen Fliegers gern auf fremden Boden in Tat umsetzen möchten, sind wir nicht verlegen. Die neuen französischen Marken Die Tabakläden, die Pariser Idylle für Bleus-Zigaretven und Briefmarken, und die wohl erst in vereinzelten Fällen schalterlosen Pariser Postämter werden demnächst die Schönheit des französischen Landes mit dem Klebstoff beweisen. M. Jean Mistler, der durch seine Radio-Wellen und Verkehrspläne bekannte französische PTT.-Minister(Poste, Tele- graphie, Telephone), hat sich für neue Marken entschieden, die von modernen Graveuren und Malern in sehr interessanten Vedetten vorgelegt werden. Auf 40 Centimes, der Postkarte also, erblicken wir den Eiffelturm, der so oft als Radiosender totgesagte und immer noch auch in Wellen lebende höchste Punkt der Stadt Paris. Bei 50 Centimes, also bei allen Liebes-, Mahn- und Geschäftsbriefen, nehmen wir in Zukunft den gallischen Hahn zur Hand, mit krähendem Mund und auf der Zahl 50 stehend, mit gespreizten Hühnerfüßen. Bei 1,50, dem üblichen Brief in das geliebte Heimatland, verwenden wir eine auf dunklem Felde höhenwärts strebende Taube mit einem Band im Schnabel. Wenn djeser Brief, wie das in Frankreich möglich ist. in letzter Stunde noch extra schnell befördert werden soll, was 5 Sous Zuschlag kostet, so haben wir den Invalidem(in dem Napoleon begraben liegt) für 1,75 Franken. Das bretonische Land mit Turm und Fluß kommt bei 2 Franken Porto zum Vorschein. Das Kloster Saint-Trophime mit gewaltigen Mauern in Arles, der Hauptstadt des alten Arelats(heute Heimat der„schönsten Mädchen von Frankreich") erblichen wir bei 5 Franken. Bei 10 Franken wird die Ile de France abgestempelt, bei 20 Franken ein Bild von Saint-Remy, der alten Wirkungsstätte des Nostradamus, des großeil Zauberes und Astronomen unter Katharina de Medieis. Die neuen Marken sind von weitem Stil und äußerst dekorativ. Besonders die bretonische Landschaft von Laboureur und das gallisch-römische Mausoleum mit dem Orlbaum in der Provence werden?""« ist wieder»>»» Lust zu„kleben". BRIEFKASTEN Ztoailfg. Ist tr Jude oder nicht? Noch immer zerbrechen sich manche Leute die Hüpfe darüber. Wir stellen, nach dem„Jntran- sigeant" vom lg. Januar fest:„Im Pariser Friedhos Pere Lachaise, 04. Division, lö. Reihe, Grab 77. ist ein Monument aus schwarzem Granit ausgehauen mit einem großen Kreuz, das den Namen der Familie Stavisky trägt und wo die Eltern des Betrügers begraben sind."— Einem Ragenwildling wird das freilich nicht genügen. Er wird nach den Großeltern fragen. Wir sind darin leider nicht zuständig. Treudeutlch. In dem einstigen Zentrumsblatt de» SaargebietS. der„Saarbrücker Landeszeitung", liest man im Zusammenhang mit einer— hier nicht weiter interessierenden— Polemik:„Es■ ist selbstverständlich, daß die deutschen katholischen Geistlichen keine Beziehungen zu der sogenannten Wtrtschastsvereinigung unterhal» ten und in der Frage der Rückgliederung aus treudeutschem Stand- punkt stehen."— Man darf also die deutschen kaiholtschcn Geistlichen des Saargebiets als Mitkämpfer der„Deutschen Freiheit" begrüßen. Denn wir find treudeutsch und darum im Kampf gegen Hitler, vor dem wir das Saargebiet„in der Frage der Rückgliede- rung" bewahren möchten. Für den Gesamtinhalt verantwortlich: Johann PI tz in Dud« weil«: für Inserate: Otto Kuhn In Saarbrücken. Rotationsdruck und Verlag: Verlag der VolkSsttmme GmbH.? Saarbrücken Z, Schützenstraße S. I»AttlS-CTOILE O. RUE D'AHMAlLLt CflEZ KORNILOFF Scrtihm» durch(ein* vortreffliche Küche«.»ern» Spezialitäten. 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