Sinzigs unabhSugige Tageszeiiung Veniichlands Nummer 29— 2. Jahrgang Saarbrücken, Sonntag Montag, 4. 5. Februar 1934 Chefredakteur: M. B r a u n Ans dem Inhalt Deutsche JUistuHQslcaqen an Jxanhceich (Die amtliche deutsche Denkschrift) Seite 2 Pin am-Skandale einet Monarchie Seite 5 Polizei ermordet 4 JCommunisten Seite 7 Österreich bedroht! Hitlerdeutschlands VorstoB Vor dem Oesterreichs Unabhängigkeit- ind- Europäische Verlegenheit Saarbrücken, de» 2. Februar 1984. 120 000 Dauern marschieren Die Garde des Bundeskanzlers Wien, Z Febr. In 80 Sonderzttge« sind heute lSflsiflO niederösterreichische Stauern zu einer Massenkundgebung iu \ Wien eingetroffen. Der gewaltige Bauernzug marschierte über die Ringstrahe. Bor dem Heeres«iuisterium nahm der Bundeskanzler Dr. D o l l s u st de« mehr als zweistündige« Borbeimarsch der Achter, und Lechzehner-Reiheu ab. Dieser Bauernmarsch von Anhängern der alten christlichsozialen Lueger-Partei sLueger war der Führer um die Jahrhundert- wendes ist als ein Gegenschlag gege« den bewaffneten Bor- stoh der Heimwehr in Tirol gedacht. Der niederösterreichische Bauernbund, der unter Führung des niederösterreichischen Landeshauptmanns R e i t h e r steht, befindet sich in heftigem Gegensatz zur Heimwehr Starhembergs und des Bize- tanzlers Fe«. Diese niederösterreichische Bauern sind scharfe Gegner der Kafchisiernng Oesterreichs. Aus dem nieder, österreichischen Vauernbund ist auch Bundeskanzler Dollsuh hervorgegangen, und diese seine alte Ortzauisatiou ist wohl nun die einzige Macht austerhalb des Gtaatsapparates, aus die der Bundeskanzler einstweilen zuverlässig bauen kau«. Die Besetzung Innsbrucks durch bewaffnete Heimwehre« uub der Bauernmarsch iu Wie« siud drohende Masten, erscheinungen des Sampfes um die Bormacht in der Bundes, regierung selbst. Es nrd um die Frage gerungen, ob di« Ämllkhe Entgegnung Gegen das ,^Saarbrücker Abendblatt'* Regierungskommission d«S SaargebietS. 'Direktion des Innern».:,. v:\i,- und des Kabinett». I. Beibehaltung der durch den gegenwartigen Vertrag und die gegenwärtige Anlage geschaffenen Rechtsordnung, b> Vereinigung mit Krankreich, e) Bereinigung mit Deutschland, kann e» keinem Zweifel unterliegen daß da» Eintreten, gleichviel für welche von den drei gesetzlich festgestellten Möglichkeiten, al» voll zu schützende» Recht der Beteiligten ketnesfall» Landesverrat ge- nannt werden kann und darf. Eine solche Bezeichnung bedeutet einen ges-tzwidriaen Druck aus die freie Willensbestimmung und wird ge- richtlich geahndet. Da? Mitglied der Regierungskommission 'ür die Angelegenheiten des Innern: gez. G. G. Knotz. Für gleichlautende Abschrift Der Direktor de» Innern und de« Kabinett»: I. B.: Unterschrist. Christlichsoziale« der alte« gemäßigte» demokra» tischen Richtung oder die H e i m w e h r des faschistische» Kurses die Linie der österreichischen Politik bestimmen soll. Der»iederösterreiqtfche Landeshauptmann Seither hat, als er an der Spitze feiner Bauern iu Wie« begrüßt wurde, sich mit den schärfste« Worten gegen die nationalsozialistische und die sozialdemokratische Opposition gewandt. Er forderte die rücksichtsloseste Auwendung des Staudrechts gegen die Nationalsozialisten. Bündeskanzler Dr. D o l l f u ß gab feiner Erwartung Ausdruck, daß die Bauern Oesterreich gegen den Ansturm gegen den Nationalsozialismus schütze« würden. Nach der Ablehnung der österreichischen Forderungen durch die deutsche Autwort werde die öfter- reichische Regierung den Weg der Pflicht im volle« Vertrauen auf ihr Recht weiter, gehen Als gute Deutsche lehnten die Oesterreicher jede Gleichschalterei ab. Der Kanzler schloß mit einem Ruf zur Mitarbeit au die„Arbeiter aller Berussstände". „Außerordentlicher Ministerrat" Hochspannung in Oesterreich Wie«, tz. Febr. Nach einer halbamtlichen Mitteilung wirb ein außerordentlicher Ministerrat bereits in allernächster Zeit zusammentreten, um de« endgültigen Be, schluß über eine internationale Aktion Oesterreichs gegen Deutschland zu fasse«. Mau erwartet, daß die Sitzung noch vor der Abreise des Bundeskanzlers Dollsuß nach Budapest am 7. Februar stattfinden wirb. Die allgemein als unmittel« bar bevorstehend angesehene Anrufung des B ö l k e r» b u« d e s durch die Regierung wird von der Presse bereits als eine feststehende Tatsache hingestellt. Bundeskanzler Dollsuß empfing am Freitagabend die G e» sandten Englands, Frankreichs und Italiens. Für Samstag oder Montag wird de» außerordentliche Ministerrat erwartet, in dem der endgültige Beschluß über die internationale Aktion Österreichs gefaßt werden soll. Di« österreichischen Heimwehre« haben neuer, lich die Auflösung der Christlichsozialen Par« t e i und der Sozialdemokratische« Partei verlangt. Iu Parteikreifeu hat diese Forderung große Erregung hervor« gerufen. Iu ganz Oesterreich habe» am Freitag neue Sund, gebuuge« stattgefunden. Wege« Förderung der ver« botenen Betätigung für die NSDAP, ist mehreren Ge, werbetreibeude« die Gewerbeberechtigung entzöge« worden. Drove deutsche Antwort Hitler-Deutschland unschuldsfromm— Oesterreich tief in Sünde Die deutsche Antwortnote aus die von der österreichischen Bundesregierung erhobenen Beschwerden ist in sehr schroffem Ton gehalten und hebt sich sehr von der Versöhnlichkeit ab, die Hitlerdeutschland im Verkehr mit der französischen Regierung anzuschlagen pflegt. Die deutsche Regierung bekennt sich zu der national- sozialistischen Bewegung in Oesterreich: Der Nationalsozialismus, der die Bevölkerung deS Reiches mit elementarer Kraft ergriffen und der die deutsche Bevölkerung Oesterreichs schon feit langem iu feinen Baun gezogen hat, wird von der österreichischen Regierung mit alle« Mitteln der Gewalt in feiner legalen Entwicklung und freien Entfal« tuug gehindert. Es ist selbstverständlich, daß durch die politische Grenze zwischen dem Reich und Oesterreich das Gefühl völkischer und geistiger Verbundenheit nicht be» seitigt und daß dieser Fortschritt voltsbewegender Ideen nicht aufgehaUeu werden kann. DieösterreichischeRegierungkannnichter, warten.daßDeutschlandeinemRegierungs- system gleichgültig gegenübersteht, daß alles das entrechtet und unterdrückt, was Fortsetzung siehe 2. Seite Ummer 16 Von Gerhart Seger Wir drucken diesen Abschnitt aus dera im„Graphia- Verlag" in Prag erschienenen Buch des aus dem Konzen- trationslager..Oranienburg" geflohenen früheren Reichs- tagsabgeordneten S e g e r ab. Es ist nur ein kleiner Teil der durch Seger bezeugten Erlebnisse. Wir widmen diesen Abdruck dem gleichgeschalteten Pressegesindel, das sieh durch ein Komplott des Schweigens zu Mitschuldigen der braunen Mörderbanden des„Führers" macht. Redaktion der„Deutschen Freiheit". Bei unserem Eintreffen im Lager Oranienburg wurde uns von dem Sturmbannführer Krüger gleich versichert, wir wären hier nicht in einem Gefängnis und unterstünden nicht etwa Polizeibeamten, sondern wir wären in einem Konzentrationslager der SA,, und was das zu bedeuten hätte, würde uns schon noch aufgehen. Es vegann uns aufzugehen, als man uns nach einigen Stunden militari» fchen Strofexerzierens am ersten und zweiten Tag unseres Lageraufenhaltes in einem Tagesaufenthaltsraum unter- brachte, in dem sich die erste Zeit beständig zwei Posten mit geladenem Gewehr aufhielten und aus dem die ersten Gefangenen unseres Transports fortlaufend zu den Ver- nehmungen nach Zimmer 16 gerufen wurden. Zimmer 16! Es ist ganz ausgeschlossen, etwa die Zahl der Mißhandlungen festzustellen, die bis zum Tage vor meiner Flucht in diesem Zimmer verübt worden sind und die zweifellos noch heute verübt werden. Ich vermag nicht die genaue Zahl der Toten anzugeben, die ihr Leben an den Folgen der ihnen im Zimmer 16 zuteil ge- wordenen„Vernehmung" ausgehaucht haben, und ich beschränke mich daher auf die beiden Fälle, die ich genau kenne, von denen ich aber leider sagen muß, daß es nicht die einzigen ihrer Art sind. Einer der ersten jungen an- haltischen Kommunisten, die am zweiten Tag nach Zimmer 16 zur Vernehmung geholt wurden, war der Arbeiter Hagedorn aus Coswig. Wir haben ihn nach seiner Abholung nicht wieder gesehen. Nach der Ver- nehmung wurde er zur Sanitätsstube und dann ins Krankenhaus gebracht. Dort verschied er am Tag darauf, weil ihm vom Sturmbannführer Krüger(Trebbin) und seinen SA.-Helfern buchstäblich bei lebendigem Leib die Nieren zerschlagen worden waren. Drei Tage waren wir im Konzentrationslager Oranienburg, und schon hatte» wir bei dem anhaltischen Transport von 42 Mann den ersten Toten. Am 28. Juni, am vierzehnten Tag unseres Aufenthalts, hatten wir den zweiten Toten den einunddreißigjährigün Arbeiter Sens aus Zerbst. Ich Hobe ihm in seiner letzten Stunde Wasser gebracht und sonst beigestanden. Die Spuren der Mißhandlungen in seinem Körper, blutunter- laufene, tiefblaue und schwarz gefärbte Stellen auf dem Rücken von den Schulterblättern bis zum Gesäß, auf den Oberschenkeln und an den Waden, habe ich gesehen Ich kann also bezeugen, daß auch dieser vollkommen ge- sund gewesene kräftige Arbeitersportler vom Sturmbann- sichrer Krüger und zwei SA.-Männern. also mit drei Gummiknüppeln zu Tode geschlagen worden ist. Er ver- schied durch Herzschlag infolge der durch die zahllosen und wahnsinnigen Schläge am ganzen Körper aufgetretenen Blutstauungen. In welcher Weise gleich zu Anfang unseres Aufenthalts in Oranienburg in diesem Zimmer 16 eine Anzahl der mit uns eingelieferten Gefangenen mißhandelt worden ist, sei außer an den beiden schon geschilderten Todes- fällen noch an weiteren Beispielen gezeigt. Offiziell hieß übrigens diese Folterkammer„Polizei- und Vernehmungs- abteilung". Bei dem ersten anhaltischen Transport befand sich auch ein junger Dachdecker namens Nowak, der durch einen schweren Arbeitsunfall einen Wirbelsäulenbruch erlitten hatte, völlig erwerbsunfähig war und zur Aufrechterhal- tung seines Körpers dauernd ein besonderes Korsett tragen mußte. Tiesem armen Menschen wurde bei der Vernehmung auf Zimmer 16 ein Stuhl hingestellt. Als das deutsche Volk mit neuem Mut und neuer Zuversichterfüllt. Nach solchen Sätzen wirkt es wenig überzeugend, wenn die Neichsregicrung betont, das« ihr jeder Gedanke an gewaltsame Einmischung oder irgendeine Verletzung vertraglicher B e st i m m u g e n voll- kom inen fern liege. Tic von der österreichische» Regierung aufgestellte Be- bauptung von angeblichen Plänen eines gewaltsamen Vor- gehcns der sogenannten österreichischen Legion gegen österreichisches Gebiet wird als unwahr zurückgewiesen. Aussage» österreichischer Staatsangehörige» werden als unglaubwürdig bezeichnet. Auf die Behauptung Österreichs, daß Propaganda- und T p r e n g m a t e r i a l von Deutschland nach Oesterreich gesandt werde, erwidert die Rcichsregierung, daß sie die allerdings schwierig gelegene Grenze schärsstcns überwachen lasse, und es sei vollkommen ausgeschlossen, daß amtliche oder parteiamtliche deutsche Stellen an einem derartigen Schmuggel beteiligt waren oder ihn auch nur begünstigt haben. Bemerkenswert ist, daß in diesem Satze die deutsche Rcichsregierung„partei- amtlich" auch für die NSDAP, sich verbürgt. Auf die österreichische Beschwerde über die' Ver- hetzungskampagnederrcichs deutschen Presse gegen die österreichische Regierung wird erwidert, daß dies nur Antworten aus eine Unzahl höchst gehässiger Ausfälle der österreichischen Presse gegen das neue Deutschland seien. Die Borträge im deutschen Rundfunk seien keine Ber» hctzungskampagne, weil sie sich nur an rcichsdcutsche Hörer wendet. Dagegen verbreite der österreichische Rundfunk Verleumdungen gegen das neue Deutschland. Daß der Kampfring der Tcntsch-Oesterrcicher im Reiche, der sich aus nationalsozialistische Grundlage zusammengc- Ichlossen habe, von deutschen Behörden unterstützt werde, treffe nicht zu. Die Tätigkeit des Vereins habe bisher den deutschen Behörden kein Anlaß zum Einschreiten gegeben, -rer Schlußabsatz heißt wörtlich: Die Reise des Erbprinzen zu Wolbeck und Pur- mout nach Wien wird von der österreichischen Regierung als Beweis einer Konspiration gegen die österreichische Regierung betrachtet. Dazu ist folgendes zu sagen: Legationsrat Erbprinz zu Waldcck und Pyrmont wollte seinerzeit mit Wissen und Billigung der österreichischen Regierung Herrn Habicht nach Wien zu der Zusammen- kunst mit dem Herrn Bundeskanzler begleiten. Nachdem diese dann von österreichischer Seite überraschend abgesagt worden war, hat sich L c g a t i o n s r a t Erb- prinz zu W a ld eck und Pyrmont in amtlichem Auf- trag nach Wien begeben, um sich bei der deutschen Gesandt- Ichast über die Lage zu informieren. Bei dieser Gelegenheit hat er den ihm seit langen Jahren bekannten Herrn brauen- «,7 in, dessen Wohnung ausgesucht und dort auch den Grafen Albern getroffen. Wie man aus diesem Besuche eine Kon- Iptration gegen den österreichischen Staat Herlelten könnte, erscheint der Rcichsregierung um so weniger verständlich, als Grat Alberti Führer der niederösterreichischen Heim- wehren, also Mitglied einer Regierungspartei ivar. Zusammenfassend kann die deutsche Regierung nur ihr Bedauern darüber zum Ausdruck bringen, daß die öfter- rcichische Regierung es für angezeigt gehalten hat. schwer- wiegende Vorwürfe zu erheben, obwohl sie deren Unrichtig- keit aus den ihr von der deutschen Regierung bereits bei früherer Gelegenheit gemachten Mitteilungen ohne weiteres hätte ersehen können. Das Vorgehen der österreichischen Regierung hat die deutsche Regierung um so mehr befremdet, als die österreichische Regierung, ohne das Ergebnis der deutschen Untersuchung abzuwarten, gleichzeitig mit ihrem Schritte in Berlin andere Regierungen mit ber Angelegen- helt besaß' hat. Wenn die österreichische Regierung darüber hinaus er- klärt, sie müsse ernstlich in Erwägung ziehen, sich an den Völkerbund zu wenden, so muß ihr die Verantwortung für einen solchen^Schritt überlassen bleiben. Die deutsche Regte- rung ist jedenfalls nicht der Ansicht, baß das vorliegende Problem, das seine Wurzeln letzten Endes in einem rein innerpolitischen Konflikt in Oesterreich hat, ber internatio- nalcn Behandlung zugänglich wäre und auf diesem Wege gelöst werden könnte. England znriKfthoKend Furcht vor den Folgen DNiB. London, 0. Februar. Der Text der deutschen Ant- wortuotc an die österreichische Regierung wird von der engli- schen Presse auszugsweise veröffentlicht. Die Note wird all- gemein als unnachgiebig bezeichnet. Die Blätter rechnen stark mit der Möglichkeit, baß Oesterreich sich jetzt an den Völkerbund wendet. Die„Times" sieht sich jedoch veranlaßt, die Negierung Dollsuß vor einem solchen Schritt zu wernen. Man solle sich erst einmal die Folgen einer Anrufung des Völkerbundsrates in vollem Umfange überlegen. Zu mindest sei der österreichischen Regierung eine vorherige inoffizielle Fühlungnahme mit den interessierten Ländern anzuraten. In diesen Tagen, wo der Völkerbund eine kritische Zeit durch- mache, müsse man realpolitisch denken. Der Völkerbund sei kein„deus ex machina" sondern eine Körperschaft praktischer Staatsmänner, von denen jeder die Regierung seines Lan- des vertrete, auch wenn sie vorübergehend ein Schiedsgericht bildeten. Von der Vermutung bis zum Beweise sei ein weiter Schritt. Man wisse nicht recht, welche Entscheidung der Völkerbundsrat treffen könne, falls die österreichische Regierung nicht durchschlagendes BeweiSmaicrial gegen Deutschland vorlegen könne. Ueber die juristische Berechti- gung Oesterreichs, de« Völkerbund anzurnfen, bestehe aller- dings kein Zweifel. „Times" bringt dann mit negativem Resultat, die etwa für den Völkerbund in Betracht kommenden Maßnahmen. Man könnte z. B, daran denken, ein eArt Grcnzkommission zu ernennen, um jeden„politischen Schmuggel" zwischen den beiden Ländern zu unterbinden. Die Ueberlegung zeige sofort, daß all das für eine Erörterung noch garnicht reif sei. Umso wünschenswerter müsse die bereits eben ange- regte vorherige unsormelle Fühlungnahme mit anderen Regierungen erscheinen. Man müsse auch Umschau halten, ob es nicht andere Möglichkeiten gebe als die Anrufung des Völkerbundes. Erwartung in Paris Der Völkerbund machtlos? dnb. Paris, 3. Februar. Di« Vorgänge in Oesterreich in Verbindung mit dem veröffentlichten deutsch-östcrreichischcn Notenaustausch nehmen die Aufmerksamkeit der französischen Presse in Anspruch. Man rechnet allgemein damit, daß Bundeskanzler Dollsuß den Völkerbundrat anrufen wird, und bedauert nur, daß E n g l a n d sich nicht habe entschließen können, an einem gemeinsamen Schritt der Großmächte teil- zunehmen. TaS„Oeuvre" behauptet', Dollsuß habe nun die Erlaubnis Englands und Italiens erhalten, die Frage der österreichischen Unabhängigkeit vor den Völkerbund zu brin- gen. Wenn er noch einige Tage zuwarte, so geschehe dies in dem Wunsch, die französische Regierung von ihren inner- politischen Sorgen befreit zu sehen. Ueber den Erfolg eines derartigen österreichischen Schrittes sind die Meinungen geteilt. Den Völkerbundrats einberufen beißt, so schreibt„Echo de Paris", die Scheiben einschlagen, die Angelegenheit ernst nehmen und sich verpflichten, sie er- schöpfend zu behandeln. Aber seit vierzehn Tagen hört man vom„Foreign Ofsice", vom„Quai d'Orsay" und vom„Pa- lazzo Chigi" nur zögernde, widerspruchsvolle Worte. Wer also wird den Mut haben, Berlin die Auflösung der kleinen Armee österreichischer Flüchtlinge, die Ersetzung der bei der Angelegenheit kompromittierten Mitglieder der Teuljchcu Gesandlschaft in Wien und die endgültige Aushebung der . Rundfunkansprachen aufzuzwingen? „Wenn England und Italien ebenso entschlossen sind wie Frankreich und die Kleine Entente, schreibt andererseits das „Journal", die Unabhängigkeit Oesterreichs zu erhalten, haben sie anderes zu tun, als sich damit zu beschäftigen, ob eS besser sei, das FiaSko des diplomatischen Protestes vom August zu wiederholen oder einen neuen Beweis für die Ohnmacht des Völkerbundes zu geben. Tie erste Maßnahme zur Rettung Oesterreichs müßte in der Erklärung bestehen, daß keine Rede davon sein könne, das militärische Statut des Bersailler Vertrages zu ändern, solange eine Revisions- drohung bestehe. Das müßte natürlich zu der logischen Schlußfolgerung führen, daß alle Maßnahmen getroffen wer- den würden, die deutsche Aufrüstung zu kompensieren. Ist dies nicht die einzig wahre Antwort auf die englischen und italienische» Kornpromißpläne und ebenso aus den Aufruf des Bundeskanzlers Dollsuß?" ♦ ?er„Erzelsior" erklärt, daß man Oesterreich nicht durch Svmvathiekundgcbungen retten könne, von einem Augenblick zum andern könnte sich die österreichisch-deutsche Spannung in einen Konflikt verwandeln, wenn England, Italien und Frankreich nicht rechtzeitig sich klar und vernehmlich Gehör verschassten, würden sie vor eine vollendete Tatsache gestellt werden. Um die Schaffung eines neuen M-Millionen-Deutichland zu ver- hindern, müsse die Unabhängigkeit Oesterreichs unverzüg- lich garantiert werden und Oesterreich eine Exiftenzmöglich- keit gegeben werden. „Le Jonr" fordert, daß Frankreich energisch in London und grob in Berlin vorstellig werde. Es dürfe sich in dieser Frage, von der die Zukunft Europas abhänge, nicht mit einem Schriftstück begnügen. Die„Ere Nouvelle" bemerkt, daß nach der ablehnenden Antwort Teutschlands die österreichisch-deutsche Frage zu einer internationalen Frage ge- worden sei. Die„Republik" glaubt, daß nur eine großzügige englisch-französische Politik, deren Instrument Italien sein müsse, das Schlimmste verhindern könne. venkMe fragen an Frankreich Rfishuigspoliflsches Gespräch spttzl sich zu Berlin. 8. Februar. Es ist erinnerlich, daß der französische Botschafter in Ber- lin am 1 Januar die französische Denkschrift zur AbrÜstungs- frage überreicht hat, dessen wesentliche» Inhalt wir gestern brachten,. Jetzt wird h rleramilich die deutsche Antwort auf das französische Aide Memoire im Wortlaut veröffentlicht, das bisher nur in unbeglaubigtcn Auszügen bekannt war. Die Antwort geht aus die Grundfragen des französischen Planes näher ein. In der Frage des Kriegsmaterials heißt es darin, daß Deutschland benachteilgt bleibe. Die hochgerü- stctcn'Staaten behielten ihr gesamtes schweres Landmaicrtal, während zur gleichen Zeit eine Umbildung der Reichswehr erfolgen.sollte, ohne daß ihr das notwendige Material zur Verfügung stehe. Wie könne bei einer derartigen Umbildung ber Reichswehr die deutsche Sicherheit auch nur einigermaßen gewährleistet werden? Bei der Frage der Pcrsoualstärke weist die deutsche Antwort aus die in Frankreich stehenden, französischen Truppen hin. D«e Annahme liege nahe, daß die Herakretzung d«r Heimat- truppcn stetS durch Heranziehung von Ueherseetruppe» für Frankreich wieder uxtt gemacht werden könne. Auch bei ber Kontrolle werden verschiedene Fragen ge- stellt und gesagt, daß die Voraussetzung der Parität d«r Kontrolle««cht mehr gegeben wäre, weil sich die Kontrolle praktisch in den bereits aus Grund der Friedensverträge ab- gerüsteten Ländern in ganz anderer Weise als in den übrigen Ländern auswirken würde. Selbst wenn sich die Gefahr von Differenzen beseitigen ließe, so bleibt für Deutschland die Frage entscheidend ob seine D'skriminiernng noch um eine weitere Reihe von Jahren verlängert werden solle. Kurz, es erhöben sich ernste Zweifel darüber, ob auf diese«, Wege eine wirkliche Regelung des Abrüstungsproblems gesunden werde« könne. Die deutsche Regierung würde es noch immer für di« beste Lösung halten, wenn alle Länder ihre Rüstungen cni sprechend der im Voriailler Vertrag vorgesehenen Bcwasf- nung herabsetzten. Die langjährigen Verhandlungen hätten bisher klar gezeigt, daß die hauptsächlich in Betracht kommenden hochgerüsteten Mächte gegenwärtig zu einer wirklich ein- schneidenden Abrüstung nicht bereit seien. Die deutsche Regierung könne de« Einwand nicht aner- kennen, daß die Ziffer von 800 000 Mann für die deutsche Verteidigung zu hoch gegriffen sei. Den ausgebildeten Reserven der andern Länder habe Deutschland einen vergleichbaren Faktor nicht gegenüber zu stellen. Man könne die in Deutschland bestehenden v o l t- tilchen Organisationen mit den militärischen Reser- ven anderer Länder nicht aus eine Stuse stellen. Nach wie vor sei die deutsche Negierung bereit, den nicht militä- tischen Charakter der in Rede stehenden Verbände der geplanten internationalen Kontrolle zu unterstellen, sofern die andern Länder eine ähnliche Verpachtung übernehmen. Am Schlüsse der sehr ausführlichen Antwort werden eine Reihe von '»lOrf,«r» i an iiiariA er saß, stand vor ihm ein SA.-Mann und hinter ihm einer, beide mit den fleißig in Tätigkeit gesetzten Gummiknüppeln. Dann wurde ihm fortgesetzt„Aus- stehen!"„Hinsetzen!"„Aufstehen!"„Hinsetzen!" befohlen, jeder Befehl, der nie so schnell ausgeführt werden konnte wie es den Folterknechten beliebte, war natürlich von Schlägen begleitet. Als wieder einmal„Hinsetzen!" be- fohlen war, zog der hinten stehende SA.«Mann blitzschnell den Stuhl weg, so daß der Wirbelsüulenkrüppel mit ganzem Körpergewicht auf den Fußboden stürzte. Ein stämmiger Metallarbeiter im besten Mannesalter, seit langem im politischen Leben stehend und ganz gewiß alles andere als zimperlich, kam vom Zimmer Iß schon nach wenigen Stunden wie eine Ruine seiner selbst zurück. An den auf ihren doppelten Umfang ange- schwollenen Händen sah man schon von weitem, welches Martyrium ihm von Sturmbannführer Krüger und feinen Helfern feiner der schlimmsten: SA.-Mann Kurt Müller aus Teerofen, Kreis Niederbarnim) bereitet worden war. Ganz vereinzelt und nur sehr vorübergehend schien es, als sei der Lagerkommandant Schäfer nicht mit den Vor- güngen in Zimmer 16 einverstanden: und Monate später, als Sturmbannführer Krüger, der Chefsadist des Oranienburger Lagers, abgehalftert worden war. rückte er auch von ihm. Zuweilen ließ der Kommandant Schäfer den Standartenarzt Dr. Lazar, Oranienburg, in Aktion treten, aber das waren nur seltene Anwandlungen von Verantwortungsgefühl, die um so rascher wieder ver- flogen, als Schäfer selbst sich auch mehr als einmal an Gefangenen vergriff. Ter Standartenarzt Dr. Lazar ist ein Kapitel für sich. Niemand unter uns Gefangenen erwartete von einem nationalsozialistischen Arzt eine normale menschliche Be- Handlung. Viele von uns waren beim Militär und im Krieg gewesen und wußten, daß man erst dann dienst- unfähig krank war. wenn man sozusagen mit dem Kopf unter dem Arm antrat. Aber wenn auch unsere an den Lagerarzt gerichteten Erwartungen schon so niedrig wie möglich gehalten waren— Herr Dr. Lazar hat noch die Herabgestimmteste Erwartung bei weitem unterboten. Er behandelte alle Krankmeldungen von vornherein als Simulation und gab nie acht, ob etwaige Anordnungen, die er bei augenscheinlich schlimmen Köllen schließlich doch mal treffen mußte, von den SA.-Sanitäkern funter denen sich ebenfalls Folterknechte befänden) auch ausge- führt wurden. Er hörte kaum die auf seine eigene Frage angegebenen Beschwerden der Gefangenen an, und errichtete so eine„ärztliche" Praxis, bei der Aspirin, Jod und Rhizinusäl der medizinischen Weisheit letzter Schluß war.. Vor allem aber: Dr. Lchzar.hat die Totenscheine für die beiden zu Tode geschlagenen anhaltischen Gefangeneu ausgestellt: er muß also die wahre Todesursache dieser beiden unglücklichen Opfer des Zimmers 16 festgestellt haben. Trotzdem wurden sie von ihm zur Beerdigung freigegeben. 'sn-iv •••Fragen an-Frankreich gestellt, die folgenden Worltaut haben,'"" x_ 1. Aus welche Höchststärke sollen die gesamten französischen Personalbestände in Heimat und Uedcrsee herabgesetzt werden? i. In welcher Weis« sollen bei der in dem franzvfischen Aide Memoire vorgesehenen Regelung die Ucberscc- truppcn und die ausgebildeten Reserven Frankreichs in Rechnung gestellt werden? 8. Ist Frankreich bereit, falls die Umwandlung der Heere in Vertcidigungshecre mit kurzer Dienstzeit sich nicht auf die in Heimat wie im Ucberseegcbtet stehenden Streitkräfte erstreckt, eine Verpflichtung zu übernehmen, Ueberscctruppcn in Kriegs, und Friedenszeiten im Heimatgebiet weder z« stationieren noch zu verwenden? 4. Was soll mit den das Kaliber von l S Zentimeter überschreitenden Geschützen der bewegliche« Land- artillerie geschehen? Sollen sie zerstört werden? Soll auch weiterhin die Ausbildung an diesen Geschützen zulässig sein? 5. Welche Höchsttonnage soll sür Tanks vorgesehen werden und was soll mit den diese Höchsttonnage über« schreitenden Tanks geschehen? 8. Denkt dt« französische Regierung für alle Länder an eine zahlenmäßige Beschränkung einzelner Waffengattungen, und gar unter Einschluß der lagernden Bestände? Welche Wasfeogattungen sind dies? 7. Mit welchem Material sollen die französi» schen Truppen, die der Vereinheitlichung der Heere nichl«nterworsen werden, ausgerüstet werden? 8. Vinnen welcher Frist werde die Herabsetzung der im Dienst besindlichen Flugzeuge«m S0 Prozent durchgeführt werden? Soll die Beseitigung der ausscheidenden Flugzeuge durch Zerstörung erfolgen oder ans welche andere Weise? S. Woraus soll sich die Kontrolle der Zivillnst- fahrt und der Flugzeugherstellung erstrecken, die nach dem französischen Borschlag die Boranssetzung sür die Herabsetzung der im aktiven Dienst befindlichen Militär- slugzcuge sein soll? 10. Soll die allgemeine Abschaffung der Mili- tärlustsahrt in d^r Konvention sür einen be- stimmten Zeitpunkt endgültig festgelegt werden, und sür welchen? it. Soll das Bombenabwursverbot, das di« fron- zösijche Regierung anzunehmen bereit ist, allgemein und absolut sein, oder welchen konkrete« Einschränkungen soll es nnterworsen werde»? 12. Sind die Ausführungen des Aide Memolres über d i e Kontrolle des Kriegsmaterials so zu verstehen, daß Frankreich sür sich nur die Kontrolle der Fabrikation und der Einkuhr anzunehmen bereit ist, oder soll sich diese Kontrolle auch auf die Bestände an in Dienst befindlichem und lagerndem Material erstrecken? 18. Welche Stellung nimmt die französische Regierung hinsichtlich d e r Rüstungen zur See ein? Die Deidisreform Spiel zur Ablenkung Für den ausgeplünderten Michel MHacddsiUdit g^faUc Aus dem..Lettland": Genau sechs Monate hat i. J. 1919 die verfassunggebende Nationalversammlung der deutscheu Republik auf die Durchberatung der Reichsverfassung verwendet. In drei eingehenden Lesungen im Plenum und in sehr gründlichen Beratungen des Verfassungsausschusses, der in zwei Lesungen und einer Reihe von Unterausschußberatungen jede einzelne Bestimmung mit peinlicher Sorgfalt durchprüfte, in einer Anzahl von Fraktionsbesprechungen und freien Verhandlungen unter den Fraktionen und der Regierung war die Verfassung auf Grund der Vorlage des klugen und weitblickenden Hugo Preuß durchgearbeitet worden. Als die Schlußabstimmung vorüber war, erklärte namens der sozialdemokratischen Fraktion Paul Lobe, daß seine Freunde vorn Ergebnis der Verfassungsarbeit, die zum großen Teil zu Kompromißlösungen der verschiedensten Art geführt hatte, nicht befriedigt seien, von der politischen Entwicklung aber erhoffe, daß die Notwendigkeiten und die Bedürfnisse des Volkes sich über papierene Hindernisse hinweg durchsetzen würden. In der feierlichen Schlußsitzung aber feierte Minister Eduard David die Veifassung als die freieste der Weff. * Er durfte das. Tatsächlich bat die Weimarer Verfassung dein deutschen Volke und den in ihm wirkenden lebendigen Kräften ein Maß freier ßetätigungsinöglichkeiten geboten, wie es in keiner anderen gegeben war Auch den Minderheiten und selbst, was sieb nachher als verhängnisvoll erwies, den geschworenen Feinden der neuen Ordnung war weitgehendste Freiheit eingeräumt. Wenn trotzdem keine Zufriedenheit und keine Freude an dem Errungenen aufkommen wollte, so lag das zu einem Teil an der Verworrenheit der Verhältnisse, in die die neue Verfassung hineingestellt war, an der Erbschaft des zusammengebrochenen alten Systems, die die Republik allzu großmütig angetreten hatte, und an den durch- und gegeneinander wogenden politischen und sozialen Gegensätzen, die keine ausreichend klare einheitliche Orientierung zuließen und weiterhin in ihrer allzuweit bemessenen Betätiguugsfreiheit der Wirkuugsmöglichkeit der Republik immer neue Schwierigkeiten bereiteten. Zum anderen und entscheidenden Teil aber lag es daran, daß. dank der Nachsicht der republikanischen Demokratie und der von inneren Gegensätzen zerrissenen Arbeiterschaft, die unversöhnlichen Feinde der Gleichberechtigung, die in der politischen Gleichheit richtig den Weg zur sozialen witterten und in der Sorge um ihre Kriegs- und Inflationsgewinne jede ernsthafte Sozial- und gar Sozialisierungspolitik als Todfeinde bekämpften, imstande waren, planmäßig vierzehn Jahre hindurch jede. Maßnahme zu verhindern, die geeignet war, die Verheißungen der Grundrechte zu erfüllen, die Segnungen der Demokratie auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet voll lebendig zu machen. Die Kreise der Kriegsgewinnler und Kriegsverlängerer bis zum vollen Zusammenbruch, der eroß-n Sachwertbesitzer, denen der Ruin der kleinen Sparer unbegrenzte Inflationsgewinne brachte, waren nun in der Lage, unter freundlicher Mitwirkung ausländischer Kapitalisten aus zielbewußten Gegnern der Republik, jugendlichen Phantasten und unbedenklichen Landsknechten ein Heer aufzustellen, dessen Anprall die zersplitterten und im Mordgeschäft ungewandten republikanischen Kräfte über den Haufen rannte. So ist das Hitler-System zur Macht gekommen. So hat es unter dem Beifall sozial entwurzelter und geistig verirrter Massen mit Gewalttaten und Verbrechen jeder Art die demokratische Freiheit und Gleichberechtigung in den Grund getreten. So war es möglich, daß eine Verfassungsvorlage von einschneidender Bedeutung von einem Reichstage, dessen Wahl ein Hohn auf Freiheit und Wahrheit gewesen ist. in Zeit von einer Minute einstimmig in drei Lesungen und ohne jede Einzel-, geschweige denn Ausschuß- heratuug angenommen werden konnte Der gleichgeschaltete Reichsrat brauchte zur Erteilung seiner Zustimmung keine längere Zeit. Wir sind nicht sicher, was er unter. Revolution" versteht. Wenn er darunter aber den Boykott gegen die Juden verstanden haben sollte, und das hat er offenbar getan, so muß man annehmen, daß die Herren Reichsstatthalter und auch Herr Göring. sein Statthalter in Preußen, ihm nicht zugehört haben, denn— das werden wir beweisen— der Boykott dauert an. an vielen Stellen des Reiches hat er sieb nicht gemildert. sondern verschärft, mancherorts hat er absehen ei regende Formen angenommen. * Damit hat der totale-Staat, der in seinem Bereich keinerlei staatsbürgerliche Selbstbestimmung, keine Freiheit von Selbstverw altungskörpern duldet, einen Schritt weiter zur unbedingten Gleichschaltung der Glieder des Reichs getan. Gewiß war die Weimarer Lösung der Frage von Reich und Ländern unbefriedigend, sowohl in der Gliederung des Reichs in Länder wie in der Reglung der Zuständigkeit beider Teile, und es war auch von den langwierigen Beratungen der eingesetzten Ausschüsse kein in Einfachheit und Folgerichtigkeit durchschlagendes und befriedigendes Ergebnis zu erwarten. Aber daß die Einfachheit des nach Doktor Eisenbarths Rezepten verfahrenden neuen Systems eine wirklich organische, d. h. natürlich gewachsene und befriedigende Entscheidung brächte, ist ebensowenig zu erwarten. Schon die bisherigen positiven Ergebnisse, die Beseitigung der Landtage und die Degradierung der Landesregierungen zu Satrapen des Berliner Großkönigs zeigen, daß es sich hier nicht um eine Reform der Verfassung handelt, sondern um ihre Vernichtung, um die Ausrottung der letzten Wurzeln von eigen wüchsiger Gliederung, die Durchführung jener künstlichen Formen des Despotismus, die man bisher mit Recht als ungeschichtlich und undeutsch bezeichnet hat. Die Mundanbeter des Germanenrechts, die.Mundfeinde des Semi- tentums ersetzen deutsche Selbstverwaltung und Eigenart, die mit der Erhaltung der vererbten dynastischen Gliederung natürlich nichts zu tun haben, durch ein System abhängiger Beamter, wie es in Despotenstaaten des alten Orients, in dem in blutigen Eroberungskriegen zusammengeraubten römischen Kaiserreich, in dem militärisch aufgebauten Reiche Napoleons geherrscht hat. Nie ist mit deutscher Volks- und Stammesfreiheit ein solches Spiel getrieben worden. Nie ist eine so unwürdige Komödie aufgeführt worden, wie die„Verfassungsberatnng" dieses Reichstags, der nichts ist als eine vielhundertköpfige Pagode hochbezahlter und villenloser Mamelukep. H■ S. Gerhard. Aufgelöst! Alle monarchistischen Verbände Ättb. SBerlttt, 5l. Februar. Auf Gruitö einer Anregung des preußischen Minifterpräsi- deuten Hat sich der Reichsminister des Innern veranlagt gesehen, die Landesregierungen zu ersuchen, alle Monarchist!- scheu Verbände sofort auszulösen und zu verbieten. Wilhelm» „Nur unter seinem Kaiser" Sine austerordentliche Mitglieder-Versammlung des Na- livnalverbandes deutscher Offiziere, Ortsgruppe München, hat dem Erfasser ein TreuegelöbniS gesandt. Darauf ist folgend« Antwort eingelaufen: „Ich habe die mir vorgelegte Entschließung der Orts- gruppe München des NationalverbandeS Deutscher Ossi- ziere gern zur ÄennmiS genommen und bin überzeugt, dast Nafionalsozialisflsdie „Landesverräter"? Ausgerechnet in der Adolf-Hitler-Straße In Lörrach herrscht große Aufregung, da ein angesehener Bürger, Mitglied der RTDAP., der austerdem bei der Ein- richtung von Arbeitsdienstlagern einen führenden Posten innehatte, unter dem Verdacht des Sandesverrates ver- haltet wurde. Es handelt sich um einen bekannten A r ch i- tekten. Gleichzeitig wurde auch feine Braut, ein in der Adolf-Hitler-Straste wohnendes Fräulein, festgenommen, das in Bafel tätig ist und die Mittelsperson gespielt haben soll.£i« fiel in der Stadt stets durch ihr« elegante Kleidung auf. Tie Ueberführung des Architekten, der zudem gefes- feit war, auf dab Bezirksamt geschah gerade zur Mit- jeder der alten Offiziere alles daransetzen wird, sein Treue» befennlnis zur Monarchie durch mannhafte Tat zu be- kräftigen. Rur unter feine« Kaiser uud d«n deutscheu Bunbesfürfte» kann das Reich auf die Dauer gefestigt wer» den uud zu feiner Macht uud Herrlichkeit gelangen! Darum vorwärts mit Gott, für König und Baterland, für Kaiser und Reich." Kaiserfahnen niedergeholl i Die belämmerten Monarchisten Bei einer freier zweier Braunschweiger Ortsgruppen der Nationalsozialistischen Partei aus Anlast des 30. Januar» erklärte der frtthrer der Ortsgruppe„Ztadtpark", Zchulze, am 27. Januar feien in Braunschweig einzelne Häuser aus Anlast des Geburtstags des früheren Kaisers beflaggt worden. Man habe das nicht geduldet und veranlastt. dast die frlaggen auf dem schnellsten Wege wieder entfernt worden seien. Man werde daraus achten, dast die Reaktion ihr Haupt nicht erhebe und der revolutionäre Gedanke der national- sozialistischen Revolution bewahrt bleibe. t a g S z e i l und ivie ein Lauffeuer verbreitete sich diese unge- heuerliche Tatsache durch Lörrach und die umliegenden Orte bis nach Basel. AlS dritte Person wurde ein in Lörrach woh- nender Ausländer mit französischem Namen festgenommen, der ebenfalls mit der Angelegenheit in Verbindung steht. Weitere Festnahmen sollen bevorstehen. Dieser aussehenerregenden Verhaftung voraus ging am TamStag bei der Grenzstelle Ott er back diejenige eines Schweizers W. Er konnte in dem Augenblick abgeiastt werden, als er dem Luftschutz dienende Aus- r ii st u n g s st li ck e ü b e r d i e G r e n z e s ch a f f e n w o l l t e, um diese an französische Unterhändler auSzu- liefern. Die politische Polizei war dem Treiben schon län- ger auf der Tpur. Auch der verhaftete Architekt hatte mit dem zivilen Luftschutz zu tun. Er steht im Verdacht, sich auch an Heeresangehörige herangemacht zu haben. Saar-Protestanten Ein Pfarrer weigert sich, sein Amt niederzulegen 9(m Mittwochabend taute in Saarbrücken eine Versämm lunn der nationalsozialistischen„Deutschen Christen" mit dem sogenannten Landesbischos als Referenten. Hier wurde bekanntgegeben, datz die Berliner Kircheninhrung den Pfarrer Bleek aus Taarbrücken-Malstatt seines Amtes enthoben habe. Zu dieser Berfügung erklärte Bleck:„Ich erkenne d i e Beschlüsse Berlins nicht an. Bis 1 933 i st fite Saar selbständig. Tie Berliner Stelle bat infolgedessen nicht das Recht, mich von meinem Amt zu entfernen." Darob wilde Empörung bei den„Deutschen Christen"! Sie beschlossen ans der Versammlung heraus, ein Telegramm an Bleek zu senden, worin sie die sofortige Niederlegung seines Führeranites bei den evangelischen Arbeitervereinen an der Taar und seine restlose Unter- iverfnng unter die hitlersche Kirchenregierung forderten. Sehr scharte Worte wurden gegen den Piarrernotbund ge- braucht. Man verlangte von allen Protestanten und insbe- sondere von den Pfarrern die Unterwerfung ihres Gewissens unter den Gehorsam gegenüber der nationalsozialistischen Regierung. Der Landesbischos P a u l s e n, der Bischoi der Landes- kirche von Schleswig-Holstein, hielt eine reine Propagandarede für das„dritte Reich", die von den Anwesenden mit „Zieg-Heil"-Rusen aufgenommen wnrde, Hitler habe den Ruf Gottes vernommen. Cr habe daraufhin das Schicksal des deutschen Bvlkes in die Hände genommen und ihm einen Wille» gegeben. Ein heiliges ,'Teuer sei jevt hineingetragen morden in unser„heiliges Bolk". Gegen den Ptarrernotbu'ld sagte der Herr Landesbtichof unter anderm, es sei eine Todsünde, gegen den Wille» des Volkes, seine Geschlossenheit und Einigkeit irgend etwas zu unternehmen. Zum Schluft verstieg sich der Herr Landesbischof zu folgen- den matzlosen Drohungen: „Die Pfarrer vom Notbund wollen sich der national- sozialistische» Führung nicht unterstelle», weil sie darin eine Diktatur sehen. Ich aber sage Ihnen":— und die Stimme gellt über di: ,>l. und seine Diktatur ist. Dast die Protokolle«Manli'ge finden konnten. Ist nur aus der Kriienpsnche und der Massenpsychose zu erklären. Jeder der Lust hat. sich von der Fälschung zu überzeugen kann das unschwer tun wenn er die deutsche Ausgabe JolnS Bu» tlftMi zur Hand nimmt. Er wirb in dem Buch vieles übe' H'tler»nd Eine Sviestgeiellen finden und wird »der den Witz der Weltgeschichte lachen, die es ziinetz. dast man ans einem Buch gegen die Diktatur das Loerkzeng eines Diktators machte. Kulturdiktator Rosenberg Der Kirchen« und Christenfeind wird Kontrolleur! An der Spitze derer, die den nationalsozialistischen Mythos aus der Taufe hoben, steht Pg. Alfred Rosenberg. Dieser aus dem Baltikum stammende Protestant ist, wie wir gestern berichteten, mit der Ueberwachung der gesamten geist- lichen»nd weltanschaulichen Schulung und Erziehung inner- halb der Partei durch Adolf Hitler berufen worden. Diese Ernennung wirb gleichzeitig wirksam für alle gleich- geschalteten Verbände, sowie für die Feiertagsorganisation „Kraft durch Freude". Also eine Beru'ung von ungeheurer Tragweite. Die ge- faiutc geistige Haltung und Erziehung der in Organisationen gebundenen Menschen wird damit Alfred Rosenberg an- vertraut. Es gibt kein geistiges Leben in diesem totalitären Staate mehr, das nicht von Alfred Rosenberg vorgeschrieben oder von ihm mit Brief»nd Siegel bestätigt worden ist. Es ist also notwendig, sich diese Gestalt unter Hillers Paladinen besonders genau anzusehen. Seine Anschauung in Weltanschauungsfragen hat dieser Mann in einem bereits vor einigen Jahren erschienenen Buche niedergelegt:„Der Mythus des AI. Jahrhunderts". Dieses Buch gehört in die vorderste Reihe der nationaksozia- listischen Literatur. Jeder Parteigenosse, wenn er Anspruch auf die höheren Weihen erhebt, ist zum Besitz des Buches verpflichtet. Rosenbergs Lehren gehören zum„Blut und Boden" der Bewegung. Man mutz es sich daher näher an- sehen und einige Stellen daraus zitieren, um so mehr, als ihr Autor jetzt kraft Hitlers Befehl zum weltanschaulichen Dik- tator des„dritten Reiches" ernannt worden ist. Hören wir ihn also: Seite 13 6: Den» aus Grund römischer„Wahrheit" ist nur ihre Lehre wirkliche Wissenschaft. Datz sie durch fast zwei Jahrtausende diese Anschauung trotz allen Blntvergiesiens nicht durchsetzen konnte, mutzte sie zähneknirschend dulden, sie ist jedoch auch heute ununterbrochen am Werk, den nordischen Forschergeist durch die alten Zauberlehren zu vergiften. Seite 14«: In den»reis dieser im Zauber- glauben gewisser Völkerschaften verbundenen Vermischung von Natur und Freiheit gehören natürlich auch die chrift- lichen Legenden, die allen Ernstes noch heute den Europäern verkündet werden:„Jnngfrauengebnrt". stoisliche„Aus- erstehung Cbristi".„Himmel- und Höllenfahrt", dazu die ver- schieden?»„Gekickte" katholischer Heiliger, denen die Jung- srau Maria ebenso wirklich erschien, wie Jesus Christos, welcher laut Bericht des Jesuiten Maulonius der Jnnakran Johanna ab Alcrandra am 7. Jnni 15g« leibhaktia erschien und seiner Befriedigung über die Arbeit„seiner" Gesellschaft Ausdruck gab. Seite 14 7: Das Rizäifch e Glaubensbekenntnis m't Stimmenmehrheit von Mönchen beschlosten, die zum grossen Teil nicht lesen»nd schreiben konnten, die Lehrsätze zustande oekommen auk R ä n b e r s v n o d e n. aus denen man mit Stockhieben religiöse Fragen entschied, sind tot. S e i t e 1« 4: Philnsophisch betrachtet, stehen die Glaubens- iötze vom Ablast und der w'rklamen Fürbitte lnebst einer Anzahl anderer, von der Lebre vom Skannl'er bis zu den heiligen Oelen»"d wundertätigen Reliquien! aus der Höh- einer Weltanschauung, deren Typus der Medizinmann ist. Seite 1«5: Den Versuch schildern, die zaubsrbakt- dämonische Weltanklastnnp d-s Medizinmannes weltpolitisch durck-nlesten, beistt römische Dogmen»nd Kirchen- g e s ch i ch t e schreiben. Seite 1 8«: Die letzten Folgerungen auS dem römischen System bot de» Jeinitismus gezogen Den Schlnsistein in dem Bau der Medizinmonnnhilosophie kchui da« vatikanische Konzil Hier wnrde der Medizinmann für die Zeit der Ans- öbnng seines Amtes zum Gott, zum unfehlbare» Gott, erklärt Jekns>st ig«' streng aenommen abaeletzt nnd ersetzt durch das römisch- Erstem, gekrönt 00" dem mit aller Macht ausgestattete«, sich Papst nennenden Medizinmann. Seite 193: Das Ba»ikannm bedeutete den Bruch der letzte» tlharaktere in der da- maligen Kirche, lind alko anch in der heutiaen- denn die jetzige« Würdenträger sind bereits unter der Herrschast dieser ehrlosen Lehrsätze grotzgezogen worden. Das sind Worte, die den Vorteil haben, ausserhalb jeder Zweideutigkeit zu stehen. Alired Rosenberg ist nicht nur ein Hasser der katholischen Kirche und ihrer Institutionen. Er ist als Freund der neuheidnisch-germanischen Glaubens- bestrebunaen ein wilder und unerbittlicher Gegner der chrift- lichen Lebre» überhaupt, die er für die Schwächung des nor- bischen Geistes verantwortlich macht. Sein Hol.r, über die christlichen Legend-n kann nicht übertroslen werden. Dir Papst mit seinen Ansprüchen an« Bewahrung der christlichen Heilslebrcn ist für ibn ein„Medizinmann". Die Ernennung RosenbergS zum weltanschaulichen Dik- taror über das„dritte Reich" ist eine bisher beispiellose Kriegserklärung an den Katholizismus. Tie bekommt ihr üe- sondercs Gewicht dadurch, dast es der Reichskanzler selber ist. der Rolenberg auf diesen Posten berufen ha«. Dies? Be- r»k»ng gilt nicht nur für den Mann, sonder» m-ft*ür seine Lehre. ES scheint, dast die Männer des„dritten steiches" die letzten Hüllen fallen lassen»nd sich stark genug kühle»,»m vor der gesamten Weltöffentlichkeit eine Hcr-russorderung des Katholizismus zu wagen. ver Kampl versdiärtt sldi Nazi-Angriff auf einen saarländischen Prälaten Ank der Suche nach dem Veranlasser der Veröffentlichung des Schwedenbrieses, der den Staatsrat S v a n i o( im Saargebiet blotzstellt. hat die nationalsozialistische „Saar-Front" nun den wahren„Schuldigen" entdeckt. Das Blatt schreibt:..Der..Geniestreich" der„Landeszeitnng" vom«n Januar bleibt, trotz aller..Klarstellung" Gr uns eine Unaebeuerlichkeit ersten Ranges, die bewutzt gestartet wurde, zwar nicht von der Redaktion, die sich bis zum letzten Augen, blick stark gewehrt bat. sondern von Prälat Dr. Schlich. der unter stärk st cm Einsatz seiner geistliche u W n r d e und in seiner Eigenschaft als Anisichtsratsmitglied der„Landes-citung", auf die Redaktion einen Druck ausübte, dem sie schliesslich unterliegen mutzte. Ferner: Daß die übrigen katholischen Zeitungen, die den Streich alle mit- machten, diesem Druck sich ebenfalls beugen mutzten, nachdem ein wohlvorbereiteles Komplott zu Dreien sie in Netze ver- stricken liest, aus denen sie nicht mehr heraus konnten, selbst wenn sie gewollt hätten." * Und so weiter. Man sieht, wie tief schon die Rjne in der „deutschen Front" sind. Ziemlich ostentativ veröffentlicht die „Saarbrücker Lanbeszeitung" am Samstag eine Unterredung des Pariser Journalisten Jean O n a t r e m a r re mit Papst Pius Xl. im„Jntransigeant". Man unterstreicht hier vor allem'olgende Sätze: „Rur eine aufrichtige Versöhnung der Geister und die ehrliche Anwendung der Gesetze der christlichen Karitas kann den wirklichen Frieden unter den Völkern herbeiführe». Bon allen Nebeln, die wir gegenwärtig feststelle» können, ist das beunruhigendste die Aufhetzung de« nationalen Fanatismus, dessen Ziel darin besteht, kic Nation über alle Werte zu setzen, nnd zwar unter dem Deckmantel eines ehrlichen Patriotismus. Dieser Nationalismus ist der Feind eines aufrichtigen Friedens und des menshlichcn Glücks. Er ist voller Uebertreibnng und Lüge. Ein Beispiel ist die in vielen Ländern Herr- schende tepslogen''-'' ie Böller übermässig zu militari- sieren, was man als körperliche Erziehung der Jugend hin- stellt. D: k.'holisch: Kirche hat stets mit Nachdruck alles ver- tcidigt, was die Anhänglichkeit nnd den Stolz, die jeder für sein Vaterland empfinden kann nnd mutz, fördern kann. Verdammenöwert ist nicht die Liebe zum Vaterland, son- der» der Fanatismus gewisser Menschen, die nur ein einziges Ideal vcr Angen haben: de" Ruhm ihre« Landes immer mehr zu steigern nnd die zur Erreichung dieses Z° les i-deo Mittel illigcn. Eine solche Theorie mutz, wenn sie weiter nm sich greift, unansbleiblich zu einer Vorherrschaft der stärkeren Staaten über die schwächeren führen, was durch- aus ungerecht ist, weil es der Achtung vor der Rationalität dieser"".oten nnd dem Begriff der christlichen Karitas wider- spricht." * Jedes Wort eine Zurückweisung der Staats- und Volk?- vcrgottung, wie sie zur„Weltanschauung" des Rational- sozialismus gehört. Diese Ablehnung des„Fanatismus"— bekanntlich ein Lieblingswort des Führer», das alle feine Untertanen übernahmen— wird nicht mißverstanden wer- den können. Kardinal Faulhaber verhöhnt Amtliche Meldung zum Anschlag lieber eine» Zwischenfall Idas heitzl: die Schüsse gegen das erzbilchöfiiche Palais: Red. d.„T. F.") vor dem erz- bischöfliche» Palais in München teilt die bayrisch« Politische Polizei mit, daß in der Nacht zum 28. Januar von einem bisher noch unbekannten Täter auf das Palais stiuei Schüsse abgegeben wurden, wodurch ein Sachschaden von etwa«8 Mark entstand. Nach dem Gutachten de» Schußwassensach- verständigen wurde» die beiden Schüsse au» einer Klein» kalibcrpistole abgegeben... Am Silz des Dtsdiofs Eine katholische Zeitung„verändert" sich Vor einigen Wochen wnrde die alte katholische„Fuldaee Zeitung" von SA. besetzt und demoliert. Die Gewalttat hat die erhoffte Wirkung gehabt, denn jetzt wird au» Fulda gemeldet:.Zwilche» der Gauleitung Kurhessen und der Fuldaer Aktiendruckerei ist ein Vertrag abgeschlossen und am 1. Februar in Kraft, getreten, wonach für die„Fuldaer Zeitung" ei» besonderer Verwaltuungsrat gebildet wurde, in den von der G a» l e i t n n g K n r h e f f c n Ganinspekteur und Landrat Dr. Burkhardt-Fnlba. der Leiter des Gau- Presseamts Hauptichristlclter Likns-Kassel und der Kreis- l c i t e r des Landkreises Fulda, Pg. Adam, entiandt wurden. Von der Fuldaer«kticndruckerei gehören dem Verwaltung»- rat Direktor Johannes Parzeller und Kaufmann Anton Schmitt an. Die Hauptfchriftleitunq der Zeitung übernimmt ein Vertrauensmann der G a» l e i t u n g, das feit- berme Redaktionsmitglied der„Kurbessischen Landeszeitnng" in Kassel, Pg. Alfred Maria Ott. der dem Vermal» tnngSrat verantwortlich ist. Der katholische n»d heimatliche Eliaraktcr der„Fuldaer Zeitung" ist durch de» Vertrag auch weiterhin gewährleistet. Die Zeitung ist seit I Februar wieder amtliche» Kreisblatt für die Kreise Fulda Stadt und Land." Vergeblidte Missionsarbelt Ende: Oranienburg An» Verlin erhalten ivir die Mitteilung von einem Er» eignis. das zwar alltäglich, aber nett zu hören ist. Ein ge- w'sser Staatssekretär Körner hat einen Adsutanten mit Namen Drape, der es sich zur Ausgabe gemacht hatte die sR. zu anitändigen Menschen zu erziehen. Als er kürzlich in einem Weinrestaurant im Berliner Westen einige» SA Leuten morgen» um 4 Uhr klar zu machen»ersuchte, daß Wein trinken zwar die Wirtschaft ankurbelt, daß das Sanken in Anbetracht der Not aber w-niäer schön sei, mutzte er eine Wrackt Prügel einstecken, die ihn noch heute mit Zahnlücken ^"wlauken latzt. Es gab eine Pkenge Schreiberei zwischen Dienstbehörden der sA. und zwiichen Herrn Körner mit dem (Frort)»!#. datz Herr Drape hente in Oranienburg darüber nachdenke» lost, ob eS nicht doch bester ist zu saufen, als Rüpels zu Menschen zu erziehen. »le stadicndc„Arbellsscbtacbt" SA. massenhaft arbeitslos Zwischen Vertretern der Obersten TA.-Führung und der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosen- Versicherung haben in den letzten Tagen Besprechungen über die Wiedereingliederung arbeitsloser LA.-Kauieraden in die Wirtschaft stattgefunden. Hundertsitziger Autobus IFStt.) Die Automobilsabrik Jaroslowl hat dem russischen kommunistischen Parteitag einen Omnibus mit 100 Sitzplätzen zum Geschenk gemacht, der eine Geschwindigkeit bis zu 58 Kilometer entwickeln kann. Bemerkenswert ist. datz dieser Autobus, der kür den Ueberlandverkehr bestimmt ist, einen eingebauten Rundsunkcmpsänger mit Lautsprecher» aniage hat. „Deut»die Freiheit", Nr. 29 ARBEIT UND WIRTSCHAFT Sonntag-Montag, 4.'5. Februar 1934 »A y ffii lange Gesidifer Bei den alten Nationalsozialisten Zur Frage der Bankreform nimmt in der legten Nummer der-Deutschen Sparkassen-Zeitung" der Direktor beim »putschen Sparkassen- und Giroverband, Dr. Arthur R. Her m a n n. Stellung, und awar unter Hinweis auf die leler Rede Dr. Schachts. Der Reichsbankpräsident hatte bekanntlich erklärt:„Ob wir ein verstaatlichtes Bankwesen oder beides haben, ist von untergeordneter Bedeutung. Entscheidend ist, daß wir ein nationalsozialistisches Bankwesen haben." . P r" Hermann meint hierzu:„Diese Formulierung ist einigermaßen überraschend. Wir alten Nationalsozialisten waren bisher und sind nach tcie vor der Auffassung, daß ein nationalsozialistisches Bankwesen gerade dadurch wesentlich gekennzeichnet sein müsse, daß grundsätzlich die öffentliche Hand es verwalte." Dr. Hermann betont weiter, es werde leichter sein, den privaten Restsektor des Bankwesens zu verstaatlichen und ihm dann den richtigen Führer zu geben, als das rechtliche private Bankwesen, vor allem aber die Großbanken und Aktienbanken, beizubehalten und die noch vorhandenen Bankleiter im nationalsozialistischen Geiste, also im Geiste des öffentlichen Bankwesens zu erziehen. Es sei unumgänglich, für alle Bankinstitute eines nationalsozialistischen Bankwesens die grundsätzliche negative Einstellung zum Gewinnstreben nicht lediglich in den Personen, sondern in erster Linie durch Heraushebung des Bankwesens als Ganzes aus der Privatwirtschaftssphäre in die öffentliche Wirtsehaftsphäre(Eisenbahn, Post) in der Rechtsordnung zu verankern. Zum Schluß betonte Dr. Hermann, wie es anläßlich seiner Kieler Ausführungen auch Dr. Schacht tat, daß allein der Führer das letzte Wort zu sprechen habe. Der von der Schwerindustrie und den Banken geführte „Führer" wird wohl wieder einmal die alten Nationalsozialisten enttäuschen— müssen! Werbrhhf? Der gebrochene Feder und die ungebrochene Zinsknechtschaft Das Deutsche Nachrichtenbüro verbreitet folgendes merkwürdige Dementi: „In einer Unterredung, die Staatssekretär Gottfried Feder einem Journalisten gewährte, und die in mehreren Zeitungen Berlins und des Reiches veröffentlicht wurde, unterlief dem Interviewer ein grundlegender Irrtum. In seiner Niederschrift, die er nach der Unterredung machte, und weder, wie es üblich ist. dem interviewten Staatssekretär, noch dem Pressereferenten im Reichswirtschaftsministerium vorlegte, stellt er die Behauptung auf, daß Gotfried Feder die Forderung nach Brechung der Zinsknechtschaft nur als revolutionäres Schlagwort bezeichnet habe. Tatsächlich erklärte Staatssekretär Feder jedoch, daß Brechung der Zinsknechtschaft die unbedingbare sittliche Forderung des Nationalsozialismus, das Kernstück des nationalsozialistischen Programms sei. Die Forderung nach Brechung der Zinsknechtschaft ist nach wie vor das Kernstück des nationalsozialistischen Wirtschaf tsprogramms. Das bedeutet keine Einschränkung des vom nationalsozialistischen Staate grundsätzlich bejahten Spargedankens, schon weil der nationalsozialistische Staat »eine besondere Fürsorge dem wirtschaftlich Schwachen an- gedeihen läßt und darum auch für die Sicherheit gemachter Ersparnisse eintritt. Nicht die Höhe des Zinses ist entscheidend für die Stabilität der Wirtschaft, sondern die ethischen und schöpferischen Kräfte, die in ihr wirken und die ihren Ausdruck finden in der Parole:„Gemeinnutz geht vor Eigennutz". Da also Herr Staatssekretär Feder, nun mit hohem Gehalt und Pensionsberechtigung die Zinsknechtschaft nicht mehr brechen kann, bricht er in ethische Phrasen aus. Gebrochen ist uns Feder. Ungebrochen bleibt die Zinsknechtschaft. IMidilarScr und ReidisHudilsfeuer Zahlen müssen sie auf jeden Fall Der Reichsfinanzhof hatte sich mit der Frage zu befassen, ob Nichtarier, die das Deutsche Reich verlassen, der Reichsfluchtsteuer unterliegen. Ein Beschwerdeführer hatte, nachdem er als Nichtarier seinen RechtsanwaltsberuT hatte aufgeben müssen, seinen inländischen Wohnsitz ebenfalls aufgegeben, um in England zu, studieren und Vertretungen deutsche: Firmen zu übernehmen Er besaß bei seiner Ausreise ein Kapitalvermögen von 64 000 Mark. Der Reichsfinanzhof bat den Reichsfinanzminister um eine Stellungnahme. In dieser heißt es, daß die von der Reichsregierung getroffenen Maßnahmen in der Arierfrage den Zweck hatten, den überragenden Einfluß der Nichtarier auch in der Wirtschaft zu beseitigen. Die dadurch erforderlich gewordene Umstellung in der Berufsausübung der Nichtarier könne aber keinen Grund zu einer allgemeinen Freistellung von der Reichsfluchtsteuei bei der Abwanderung solcher Personen sein. Ebenso wie sich nach Schluß des Weltkrieges die vielen Berufsoffiziere, Beamten und zum Teil auch Angehörigen der fieied Berufe hätten umstellen müssen, könne dies auch den Nichtariern zugemutet werden, zumal diese Umstellung den unter die Reichsfluchtsteuer-Verordnung fallenden Personen durch ihre Vermögenslage regelmäßig erleichtert werde. Maßnahmen der Reichsregierung, durch die Nichtarier zum Auswandern gezwungen würden, beständen nicht. Wenn ab i ein Nichtarier den Wunsch habe, seinen Wohnsitz in das Ausland zu verlegen, solle er nicht daran gehindert werden. Ein deutsches Interesse an der Auswanderung werde im allgemeinen zu verneinen»»in Mit Her Abwanderung sei eine Schwächung der Steuerkraft des Reiche», der Länder und Gemeinden verbunden. Die Abwanderung trage außerdem zur Erhöhung der Arbeitslosigkeit bei. Sehr wesentlich sei ferner der Schaden, der bei der Abwanderung durch den Kapital- abzug der Allgemeinheit zugefügt werde. Es sei daher erforderlich, daß die Abwandernden, die ihr Vermögen unter dem Schutze des Deutschen Reich« hätten erwerben können, zu einer letzten großen Abgabe herangezogen würden. Befreiung von dieser Steuer sei nur aus Gründen des Gemeinwohls und nicht aus Gründen möglich, die in der Person des Abwandernden lägen. Der Reichsfinanzminister erklärt zusammenfassend. daß eine Entscheidung, ob die Auswanderung eines Nichtariers im deutschen Interesse liege, nur von Fall zu Fell getroffen werden könne und daß die Bestimmungen der Reichsflucht Steuer-Verordnung auf Nichtarier ohne Einschränkung anzuwenden seien. Der Reichsfinanzhof hat sich der Stellungnahme des Reichsfinanzministers angeschlossen. Die Bejahung der Frage, ob die Auswanderung von Nichtarier im deutschen Interesse liege, würde auch dem reichsten Nichtarier die Möglichkeit eröffnen, ohne Rechtsnachteil dem Druck der deutschen Steuergesetze zu entgehen. Damit wäre für den Nichtarier ein Ausnahmezustand geschaffen, der mit der Forderung steuerlicher Gerechtigkeit unvereinbar wäre. Es könne aber auch nicht anerkannt werden, daß die Gründe, die den Beschwerdeführern zur Abwanderung bestimmt hätten, volkswirtschaftlich gerechtfertigt seien. JodenbouKof! WTd fortsetzt Arier-Grundsatz im Einzelhandel Die Pressekorrespondenz der NS.-Hago verbreitet einen Artikel„Der Erfolg der Hago-Propaganda". Im Anschluß an die Feststellung, daß es im Dezember überall erreicht worden sei, einen gegenüber dem Vorjahre erhöhten Umsatz zu ermöglichen, heißt es in dem Artikel: „Die erhöhten Umsätze lassen sich einerseits aus dem allgemeinen Konjunkturanstieg erklären, andererseits ist aber eine deutsche Bevorzugung deutscher Einzelhandelsgeschäfte zu erkennen. In" erster Linie dienten verschiedene Plakate diesem Zweck und leiteten den Käuferstrom in die gewünschte Bahn. Ebenso wichtig erwies sich die Aufklärung»* arbeit durch die Presse in Form von Aufrufen, Bilderdaf- Stellungen, Anzeigen. Unterstützt wurde diese Arbeit durch Versammlungen, insbesondere durch die Frauenschaften(so veranstaltete der Gau Düsseldorf 41 Versammlungen); es gelang ferner noch, auch die Lichtspieltheater in den Dienst der Propaganda zu stellen. Nicht zu vergessen sind in dieser Hinsicht die vor allem in Süd- und Mitteldeutschland veranstalteten Christmessen, deren Beschickung allein dem Einzelhandel zukam. Wenn man zudem bedenkt, daß die Landbevölkerung sonst im allgemeinen ihre Einkäufe vorwiegend in den billigen Einheitspreisläden und Warenhäusern tätigte, wenn sie zum Wochenende in die Stadt kam, so ist als besonders beachtenswert festzustellen, daß es zwar noch nicht überall, so doch in vielen Gegenden bereit» gelungen ist, durch die bis in das letzte Dorf hineingetragene Propaganda einen Teil dieser Käufer dem deutschen Einzelhandel zuzuführen. Es ist klar, daß lange nicht alle Käufer dem Rufe der NS.- Hago gefolgt sind, und daß ferner, wie aus den Meldungen einzelner Gaue hervorgeht, an verschiedenen Orten jüdische Geschäfte versucht haben— und sehr häufig nicht ohne Erfolg!—, sich ihre alten Käuferschichten, und insbesondere die Landbevölkerung, zu erhalten. Aber auch hier wird das Ziel der in Zukunft fortgesetzten Aufklärung»- und Propaganda-Arbeit der NS.-Hago sein, dem Einzelhandel und Handwerk den Hauptanteil an den getätigten Umsätzen zuzuleiten." TexMw'rfsdiaft Umsatzsteigerung im Dezember Nach den statistischen Erhebungen des Reichsbundes des Textil-Einzelhandels ist, wie die„Textil-Woche" mitteilt der Umsatz im Textileinzelhandel wertmäßig auf 114,9 Prozent des Umsatzes im Dezember 1932 gestiegn. Versucht man die inzwischen eingetretenen Preisänderungen auszuschalten, so ergibt sich bei Umrechnung über den Lebensha'.tnngsindex(Gruppe Bekleidung) ein Umsatz von 114 4 Prozent, bei Umrechnung über den Großhandelsindex für Textilien ein solcher von 111,6 Prozent des Umsatzes im Vergleichsmonat. Diese" günstige Umsatzentwicklung dürfte zu einem nicht geringen Teil auf die Ausgabe von Bedarfs- deckunesscheinen zurückzuführen sein. Die für die verschiedenen Größenklassen der Betriebe errechneten Teilziffern lassen erkennen, daß sowohl im Dezember als auch im ganzen letzten Vierteljahr die kleineren Geschälte mit einem Jahresumsatz zwischen SO 000 und 60 000 RM. und zwischen 80 000 und 100 000 RM. am günstigsten abgeschnitten haben. Die Großbetriebe(Jahresumsatz über 1 Million Reichsmark) und allerdings auch die kleinsten Geschäfte(Jahresumsatz unter 25 000 RM.) weisen in beiden Zeiträumen die niedrigsten relativen Werte auf. Wasserzeichen-Hakenkreuz Die Deutsche Reichspost läßt künftig alle Freimarken auf Papier mit dem Wasserzeichen Hakenkreuze drucken. Sie gibt auch wieder Postkarten mit Antwortkarte zu fünf und fünf Pfennig für den Ortsverkehr aus, die bei denjenigen Postanstalten zum Verkauf bereitgehalten werden, bei denen ein Bedürfnis dafür vorhanden ist. rinanzshandale einer Monardile Die faschistische Presse aller Länder, die sehr erstaunt ist, daß es so etwas wie Finanzskandale, Zeitungsbestechungen und Advokatenkorruption geben kann, ruft den Rattenschwanz von Schwindeleien, die Stavisky und seine Konsorten begangen haben., als typisches Produkt der Demokratie aus. Zur rechten Zeit kommt daher die Erinnerung an einen Finanzskandal dea zweiten französischen Kaiserreiches, also aus der Epoche des glorreichen Diktators Napoleon III In der französischen Wochenschrift„Revue hebdomadaire" erzählt der Schriftsteller Pierre de Lacretelle von dem..Fall MirAa", der auf ein Haar den Fällen ähnlicher außerordentlicher Abenteuer gleicht. Auch MirAs war ein ungewöhnlicher Abenteurer, auch er wurde ebenso von der Machtgier wie von der Leidenschaft nach dem Gelde angetrieben. Mires wurde in Bordeaux im Jahre 1809 als Sohn eines kleinen Goldarbeiters, der auch daneben Pfandleihgeachäfte betrieb, geboren. Als Kind hatte er in den Straßen gespielt und war den durchfahrenden Kutschen nachgelaufen, um einige Kupferstücke zu erbetteln. Er konnte bis zum Alter von zwölf Jahren kaum lesen und gar nicht schreiben. Dann trat er als Laufbursche bei einem Händler von Glasperlen ein. später bei einem Weinhändler, bei dem er lesen, schreiben und besonders rechnen lernte. Im Jahre 1833 tauchte er als Steuerbeamter auf. Nach dem Tode seines Vaters fuhr er zu einem seiner Brüder nach Paris und bei ihm fand er einen Kameraden aus seiner Jugendzeit wieder, namens Millaud, der Verkäufer bei einem Buchhändler war und nebstdem ein Blatt„Der Straßenjunge von Paris" gegründet hatte. Später gab er das erste Blatt, das nebst politischen Indiskretionen auch Kriminalgeschichten veröffentlichte, bereu». MirAa und«ein Jugendfreund Millaud kauften für tausend Franken ein Finanzblatt, das eben ausammengekracht war, die„Eisenhahnzeitung". Den Rentnern, die dem Paar Kapitalien anvertrauten, versprachen sie achtiig Proaent Zinsen. Die Geschäfte gingen glänzend. Nun gründeten die beiden drei Zeitungen.„Das Vaterland", das bonapartistisch war, den republikanischen„Ratgeber dea Volkes" und schließlich „Das Ereignis", In dem Viktor Hugo eine Tribüne fand. Im Verlauf von drei Jahren waren die beiden durch ihre Zeitungen so reich geworden, daß Millaud. der seinen Ehrgeiz zu begrenzen wußte, sich mit der Hälfte des vorhandenen Kapitals, mit dreieinhalb Millionen, zurückzog. Und mit derselben Summe ging MirAs seinen Eroberung!- und Beutezug weiter. Sein Gesdiäftsprinaip war, Unternehmungen gründen, die einem allgemeinen Bedürfnis entgegenkamen und eine vernünftige Basis hatten. Ferner hielt er sich Fachleute prinzipiell vom Leibe und verfaßte insbesondere selber die Kostenvoranschläge, bei denen es ihm auf einen Irrtum von mehreren Millionen nicht anjiam. Tauchten nun solche Irrtümer auf, so machte er auch vor Buchfälschungen und falschen Bilanzen nicht halt. Im übrigen vertraute er seinem suggestiven Einfluß auf die Massen uud der Organisation der Propaganda, die er ins Werk gesetzt hatte. Im Jahre 1858 betrugen seine Spekulationen an der Pariser Börse 723 Millionen Franken. Als er im Jahre 1850 die Allgemeine Kasse vereinigter Aktionäre gründete, versprach er eine Dividende von sechzig bis achtzig Prozent, die er auch tatsächlich einige Zeit hindurch zahlte. Er tat alles, was damals wie jetzt zu solchen Riesengeschäften gehörte. Einige tüchtige Journalisten waren in seinem engsten Stahe, ferner bemächtigte er sich der ganzen Presse seiner Zeit und schließlich eröffnete er ein offenes Kontokorrent den Persönlichkeiten des Kaiserhofes sowie den hohen Staatsfunktionären. Sein Buchhalter enthüllte später, daß es nicht weniger als zwei hundert tausend solcher größerer oder geringerer, ungeheurer oder lächerlicher Konti gegeben habe. Ein einzelner„Geschäftsfreund" Mires brachte es bis zu einer offenen Schuld von vierzig Millionen Franken. Wer waren die Schuldigen? Man hat es nie genau erfahren — das ist ja der Vorteil der Monarchien und Diktaturen, daß Korruptionsaffären nicht auffliegen, sondern leicht vertuscht werden können, während das Vertuschen und Unterdrücken in der Demokratie schwerer ist—, die Papiere des MirAs wurden von der Polizei konfisziert und vernichtet. Sein großes Projekt im Jahre 1852 betraf die Agrarkredit- banken von Marseille und Nevers, die er um 48 Millionen, zahlbar in mehreren Jahresraten, kaufte und für die er Aktien für 150 Millionen ausgeben wollte. Der Reinertrag nach Abzug aller Provisionen und Bestechungsgelder sollte 80 Millionen betragen. Aber die Regierung annullierte den Vertrag. Dann warf er sich auf Kohlengruben und Hochöfen, um die Lieferanten für die Eisenhahnen zu unterbieten. Die Regierung suchte sich seiner zu erwehren, indem sie den englischen Erzen die Zollgrenzen Frankreichs öffnete Ein anderes Geschäft war eine Konzession für die Gasbeleuchtung ron Marseille. Schließlich erwarb er auch das alleinige Recht, Eisenbahnen im Kirchenstaat zu hauen. Im Jahre 1860 ist er der Nabob, den Alphonse Daudet in seinem Roman zeichnet. Durch die Heirat seiner Tochter ist er mit einem herzoglichen Hause liiert. Er erlaubt sich alles, weil er weiß, daß sein Sturz Minister, Diplomaten und Hofwürdenträger mitreißen würde. Aber plötzlich erfolgt der Sturz dennoch. Anläßlich einer türkischen Anleihe wird gegen Mires eine Betrugsanzeige erstattet. Und da werden alle seine Gaunereien und Betrügereien enthüllt. Aber die Regierung will, bevor sie ihn verhaftet, MirAa erst zwingen, seine Beute herauszugeben. Er verkauft seine Gründe, seine Häuser, seine Zeitungen und sogar die Juwelen seiner Frau. Und als es soweit ist und er einen ruhigen Sonntagabend hei seiner Familie zubringt, erscheint in seinem Hause ein Polizeikommissär und nimmt ihn mit. Es war das gleiche wie jetzt und doch nicht das gleiche. Die großen Advokaten von Paris weigerten sich nämlich, seine Verteidigung zu übernehmen. Aber auch die unbekannteren Advokaten, an die Ar sich wenden muß, bringen einen wahren Justiaskaudal zustande. Er wurde?u fünf Jahren Gefängnis verurteilt, von dem Berufungsgericht von der Anklage des Betruges und der Veruntreuung von Aktien freigesprochen, aber immerhin wegen der vielen Delikte, die ihm zur Last gelegt wurden, zu gleichfalls fünf Jahren verurteilt. Der Kassationshof sprach ihn frei und verwies den Prozeß vor einen anderen Gerichtshof, wo der Generalstaatsanwalt von der Anklage zurücktrat. Dieser Freispruch rief in Frankreich eine ungeheure Erregung hervor, uud um doch etwas zu tun, verurteilte die Justiz Mires wegen einer Broschüre, die er veröffentlicht hatte nnd in der er seine Prozesse darlegte, zu einem Monat Gefängnis. Der große Abenteurer des zweiten Kaiserreiches, der nun von allen seinen Trabanten und Pfründenjägern allein gelassen wurde, starb in Marseille im Jahre 1871 allein, in völliger Armut, eine lästige Lokalerscheinung, weil er alle Leute au überzeugen versuchte, daß er das größte Opfer seiner Epoche sei. 1Dcutsffie Stimmen• iSeila^e sur.Sfreutsdken$reifkeit"• Ereignisse und Gesdnittkten f SIPlIiiB 1 1 TT;—'.1 I®.-, iü! iiilSili!....„J Sonntag-Mon'ag, den 4. und 5. Februar 1934|, j Tleues cJCocst=1üesset:£ied Van£at Anku Die Wirtschafts Die Fahne hoch, die Reihen fest geschlossen, zum Sozialismus führt Minister Schmitt! Kapitalisten, die das Geld ihm vorgeschossen, marschieren mit Gott und Adolf Iiiller mit. Der Wirtschaftsführer ist Herr August Thyssen, ein Sozialist von neuem Schrot und Korn. (SA. murrt drohend: Adolf, hast uns schön beschissen—<* den Sozialismus schuf der Herr im Zorn!) Der Doktor Feder macht die Kommentare, den Text jedoch, den macht die Industrie. Das ,.dritle Reich" ist fiir'n Profit"ne prima Ware; so ungehemmt war Ausbeutung noch nie! Die Unternehmer sind vergnügt und grinsen: Der Adolf Hitler ist ein treuer Knecht, er bricht mit allem— außer unser» fetten Zinsen, hier zeigt sich deutsche Treue wahr und echt. Man spuckt auf Warenhaus und Einheitsläden, indes das Kapital die Arbeit würgt. Der kleine Mann hält sich an große Führerreden: ,Der deutsche Sozialismus bleibt verbürgt!" Akademische F ii h r e r b i 1 d n n g: Die Straße frei den Kommiliteutonen, W ehrsport ist Trumpf, ein Dreck die Lernerei! Studieren heißt jetzt. Hirn und Denken möglichst schonen, der Wissenszwang ist Gott sei Dank vorbei. Jetzt fallen nur Dozenten durchs Examen, die ihren Arm nicht hitlcrtreu gereckt. Ans Schwarze Brett klebt man die unliebsamen Nanieni ,Professor Cohu hat rassisch neu Defekt!' Und stud. med. Krause, dreimal durchgefallen, ist heut der Herr der Universität, Dem Herrn Reichspropagandaminister zur Jahresfeier des„dritten Reiches übereignet. vor dem die Professoren wedelnd Hacken knallen, weil Krause hier als Vorgesetzter steht. Die Presse; Die Spalten frei für Schmuser und für Schmöke! Wenn Göbbels pfeift, dann heißt's den Stift gezückt! Schießt Hitler ein paar auslandssdiarfe Redeböcke— weh' dem Bericht, der die nicht unterdrückt! Es drängen sich die braunen Journalisten, ein jeder möcht' dem Göbbels hinten rein,— doch der läßt sich so leicht von keinem überlisten: Gesinnungsschmutz— gut. Aber rasserein! Für Hoflakaien-Lyrik ist jetzt Hausse. Wer gestern schwarzrotgold noch, strahlt heut' braun. Fix war'n die Herrn vom nicht ganz kosch'ren Hause Mosse und mancher Dichter ward zum Zirkusclown. Bilanz; NS.-Partei— wer wollte sie nicht wählen, als sie noch nicht an der Regierung war! Von Brot und Arbeit ließ sich jeder gern erzählen doch Brot und Arbeit— sind heut' reichlich rar! So blüht und wächst das Reich der gleichen Schaltung und vielen wächst es schon zum Halse'raus. Das Stimmungsbarometer neigt sich auf Erkaltung. In Luthers Kirche tobt ein Sturmgebraus. Noch schwillt der Kamm den braunen„Volksbefreiern*', SA. marschiert— solang der Sold noch zieht. Doch geht's nicht ewig so mit diesem Festefeiern,— man singt schon heimlich euch das Abschiedslied: Die Straße frei den Gläubiger-Millionen! Dem„dritten Reich" samt Hilter einen Tritt! Betrognes Deutschland, jagst du fort die braunen Drohnen, marschiert das ganze Volk zum Kampfe mit! £itecatuc du IVatansdicisten Gemeinden freien deutschen Glaubens Unter dem Titel„D eutscher Glaube" beginnt eine neue Zeitschrift im„Dienste der Deutschen Glaubensbewe- gung" zu erscheinen. Das Blatt will„deutsche Gottschau, deutsches Welterleben und germanisch-deutsche Sittenlehre weg- und zielweisend herausarbeiten... Die beim Aufbau von Gemeinden eines freien deutschen Glaubens unentbehrlichen Anregungen und Richtlinien für eine neue religiöse Führung, für Feiergestaltung, für die Vermittlung und Vertiefung religiösen Erb- und Gegenwartsgutes zu geben, wird eine ihrer vordringlichsten Aufgaben sein." Herausgeber ist J. W. Hauer, Tübingen; Mitarbeiter: Ernst Bergmann, L. F. Clauß, Ludwig Fahrenkrog, Hildulf R. Flurschütz, Georg Grob, F. K. H. Günther, Hermann Mandel, Graf Revent- lov, Friedbert Schnitze, Georg Stammler, Hermann W i r t h. Zeit=7loti. Kattner durch Fememord zu beseitigen. Die illegale kommunistische Bezirksleitung Bcr- lin-Brandcnburg hatte die Tat durch Rundschreiben, einer sogenannten schwarzen Liste, vorbereittt. Im Zusammenhang mit den in der Sache geführten Er- mittlungen sollten vier kommunistische Spitzen- funktionäre, die üch schon seit einiger Zeit in Haft bc- finden, über die Art der Vorbereitung deS Fememordes „AuSkunie geben". AuS diesem Grunde wurden diese vier Kommunisten von Berlin ans zur Staatspolizeistelle Pots- dam zu Gegenüberstellungen und Vernehmungen überge- führt. Aus dem Transport sprangen sie beim Passieren de« söge- nannten Kilomctcrbcrges in Wannsee auS dem Kraftwagen und versuchten, im angrenzenden Waldgelände zu entkom- mcn.» pflichtgemäßem Ermessen" aus ihren Dienstwasien am die Kommunisten, die getroffen zu Boden sanken und bald nach dem Fluchtversuch an ihren Verletzungen starben. Wie wir nachträglich erfahren, war der Ennordete gerade im Begriff, der Polizei die Mörder der vor einigen Jahren auf dem Bülowplatz in Berlin ermordeten Polizeiockizicrc Anlauf und Lenk anzugeben. Mit welcher Dreistigkeit jetzt dieser kommunistische Fememord ausgeführt wurde, beivciu die Tatsache, daß der Mord am hellichten Tage an einer stark besuchten VcrkehrSstraßc in Nowawc» geschah. Wir geben dieses amtliche Dokument im vollen Wortlaut wieder. Es muß in seiner ganzen Roheit und Verlogenheit durchschaut werden. Denn zu einem politischen Mord, dessen Hintergründe in jeder Hinsicht ungeklärt sind, hat sich die Ermordung vierer Arbeiter durch Poltzeibeamte gesellt, die sich vor vier angeblich fliehenden Menschen angeblich be- drängt gefühlt haben sollen! Handelt es sich bei der Tötung des Kattner wirklich um einen Fememord— ein Beweis dafür wird nicht geliefert— so beurteilen wir ihn grundsätzlich nicht ander» als die zahl- reichen nationalsozialistischen Fememorde. Hier handelte e» sich nm kaltblütig vorbereitete und durchgeführte Untaten. Haben sich Kommunisten tatsächlich an einem Verräter ge- rächt, so wird man erwägen müssen, was der braune Terror inzwischen an Gewaltakten gegen kommunistische Arbeiter verübt hat. Wir haben Verständnis für den fieberhaften Er- regungSzustand. der den Mord au Kattner erzeugte, ohne ihn zu billigen. Immer vorausgesetzt, daß die amtliche Nachricht darin die Wahrheit widergibt. Die Fememörder im Naztlager, an ihrer Spitze der Bres- lauer Polizeipräsident Heine», sind zu höchsten Staats- ehren gelangt. Dem mehrfachen politischen Fememörder Miebach bat man in Köln soeben ein großartiges Staats- begrab»!» bereitet. Dte braunen Pharisäer tun jetzt moralisch und stellen die Erschollenen nachträglich als besonders ver- wcrfliche Untermenschen hin... Daß sie nicht„auf der Flucht", sondern alle vier au» nächster Rühe erschösse« wnrden, steht für uns fest. Die ganze, besonders ausführliche amtliche Publikation hat keinen andern Sinn, als die Spuren einer der schlimmsten Untaten, die die braunen Verbrecher auf dem Gewissen haben zu verwischen. * Die Ermordeten Einem Bericht des Deutschen Nachrichtenbüros ist zu entnehmen, daß die Name n der vier auf der Flucht erschollenen Kommunisten folgende sind: Erich Steinfurth, Eugen Schön- haar, Rudolf Schwarz und John Tchehr. Dimitroff in Görings Gewalt! Tie bisher in Leipzig in Schußhast gehaltenen Bulgaren Timitross, Taness unb Pvposs find nach Berlin über- geführt warben. „Dnnle Reihe" Schlesischer Arbeiterbrief Ein Bericht aus Waldenburg? Gern, aber man weiß nie, wo man anfangen und Ivo aufhören soll. Für denjenigen, der dir hiesigen Verhältnisse aus der Vogelschau betrachten könnte, gebe es wohl kaum eine intcreyantcre Zeit. Aber wir, wir stecken mitten in dem Gesindel von Adolfs„rauben Kämpfern", und da ist es schwer, die notwendige Ruhe zu bc- Helten. In Waldenburg soll nun die„Arbeitsfront", die Soli- darilät zwischen Unternehmer und Arbeiter, nach außen sicht- bar demonstriert werden. Krcisleiler Hertel hat deshalb „Kameradichaits-Abcndc" der Niebag organisiert. Ter erste dieser Kameradschattsabende»and vor Weihnachten im icu- dalen„Waldcnburgcr Hos" statt. Sämtliche Grnbendirek- toren, Auisichtsbcamten und ein ausgeloster Teil der Kum» pel mußten daran teilnehmen. Jeder Kumpel soll nach diesem Auswahlsystem einmal ran kommen. Tie Tischordnung schreibt vor, daß immer ein Kumpel und eine Aussicht»- Person abwechselnd am Tische Play nehmen. Tie„bunte Reihe" hättet Ihr sehe» sollen! Ellen und Trinken gabs in Hülle und Fülle. Allerlei neckische Spiele ivurdcn arrangiert. Der Kumpel sollte einmal Direktor»nd Direktor Kumpel sei«. Wenn ich Euch eine Blitzlichtausnahme von dieser Tascl- runde gesandt hätte, hättet Ihr gestaunt,»nie einig das deutsche Arbettsvolk unter der Führung Adolf Hillers ist. Leider verträgt der ausgehungerte Kumpelmagen nicht mehr viel Alkohol. Und da dicker in Strömen stoß, wurde die Stimmung immer munterer. Schließlich reagierten die Kinn- pel allen Aerger ab, als die letzten Hemmungen unter dem Ansturm de» Alkohols fielen. Es gab Geschrei und Toben und schließlich eine herrliche Klopperci. Dabei gingen Gläser, Marmorplatten. Spiegel usw. in Massen in die Brüche. Da ein Teil der Kumpel aktionsliinätilg wurde, mußten die Herrn Direktoren sie mit ihren Autos am frühen Morgen»ach Hause bringen. Die armen Chauffeure sind besonders zu bedauern, da die Polster von oben bis unten vollgekotzt waren. Noch nach acht Tagen sah man eine Anzahl Teck- nehmcr mit merkwürdig verbeultem Gesicht herumlausen. Im„Waidenburge Hos" iah es ans wie nach einer ver- lorenen Schlackt. Die Scherben wurden korbmeiie kort- geschafft. Und da iagt Ihr noch. Adolf kurbelt die Wirtschast nicht an! Tie nächsten.Kumpel, die rankommen, wollen eine verbesserte Auflage des ersten Abends„der Kameradschaft" liefern. SA. in Opposition Gegen saufende und schlemmende Bonzen Aus Pirmasens ist uns ein Flugblatt zugegangen, das nach der allgemeinen Aufsagung der dortige» Bevölkerung nur von unzufriedencn SA.-Leultn verteilt worden sein kann. Es enthält schwere Augriss« gegen die dortigen Ober- bonzen. die als Täufer und Schlemmer bezeichnet werden, als Doppelverdiener und Riesengehaltsempfänger, die das Volk auspowern, quälen und schinden. Besonders die sklaven- mäßige Behandlung der WohlsahrlserwerbSlosen aus dem Flugplatz die in der ganzen Stadt Empörung ausgelöst hat, wird auf das schärfste gebranbmarkt. Diese Flugblätler wurden am 24. Januar beim Arbeitsantritt auf dem Flug- platz ausgestreut vorgefunden. Sofort wurde Polizei, Schupo und TS. alarmiert, die alle Arbeiter umzingelten und durchsuchten. Vier SA.-Leute wurden dabei festgenommen. Es war aufgefallen, daß gerade die SA.-Leute sich am meisten freuten über b'ese derben Wahrheiten und daß sie dteS sehr osfen zum Ausdruck brachten. Selbstverständlich war ev nicht zu verhindern, daß hunderte dieser Anklageschristen auch unier dte Bevölkerung kamen und diese Angelegenheit nun daS Tagesgespräch bildet. DaS Schwetgegebot au» dem Flug- platz und gegenüber den Zeitungen vermochte dicS nicht zu verhindern. Neue Religion «o muß es gewesen sein bei der Enistthung»euer Reli- gionen, schrieb Ferdinand L a s s a l l e im Frühjahr 1864, um die Begeisterung des niedcrrheinischen Rrbeiteroolks für den neugegründeten Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein und leinen Führer zu kennzeichnen Er hatte nicht die Geduld, die ihm zu langsam dünkende Entwicklung seines Kindes ab- Zuwarten, aber nach seinem Tod, als die Gräfin Hatzfeld dit Leiche zu Schiff den Rhein hinabführte, sah es noch einmal nach Heldenvergötlerung in den in Bewegung geratenen Volksmassen aus. Auch später haben die Sozialisten oftmal» ihr Streben ein religiöses genannt und sich mit den nr- Zeitlichen Christen verglichen. Aber Ihre Bewegung hat sich doch in ganz anderer Richtung entwickelt. Tie war zu sehr ein Abkömmling der Aufklärungszest und der rationalistischen Philosophie, war zu sehr aus unmittelbare Irdische Ziele äerichtet um den frommen Wunderglauben, den Wirklichkeit»- blinden Fanatismus auszubringen, der eben zum Wesen achter Volksrcligio» gehört. DaS ist auch einer der Gründe, die ihn jetzt im Kampfe mit dem nationalsozialistischen Fana- lismus,*| dem blinden Glaube» an die Erlösung im kommenden„dritten Reich", von seinem wild daherstürmen- den Gegner zu Fall gebracht haben. Das Zeitalter, in dem wir leben, ist kein rationalistisches wehr. In den zwei Menschenaltern, die seit der Erneuerung der deutschen Arbeiterbewegung verflossen sind, hat die Eni- Wicklung der Technik aus allen Gebieten Riesenschritte ge- wacht: die Volksbildung ist forigeschrittcn, ja, eine Minder- beit im Volke hat sich die wertvollsten Errungenschaften Geistiger unb sittl'cher Erkenntnis zu eigen gemacht. Die Plast« aber, und nicht zumindest die Masse der„Gebildeten", bat den Glauben an die Vernunft und den Willen zur Ver- fünft verloren. Hatte man vorher im Zeitalter bcr Auf- klärstng seine Hoffnung auf die wachsende Einsicht, den zu- Nehmenden guten Willen der Menschheit gesetzt, io hat in der jetzigen Epoche deS vetsallenden Kapitalismus die Wirt« ichaitliche Unvernunft der Dauerkrise, die politische der Kriege und inneren Zerrüttungen in der Masst den Glauben eine sinnvolle Weltorbnung, an einen Fortschritt zu einer in wissenschaftlicher Erkenntnis und im Willen zur Gerech- kigkeit oereinten Menschheit verloren. Wo aber der S i n n des Lebens verloren geht, da beginnt das Reich des U n s t n n s Es ist kein Zufall, daß die Hitler- Bewegung eine ihrer wirksamste» Stützen in der lawinen- bast angeschwollenen astrologischen Presse gefunden B Ties« Bezeichnung, dit sonst jede Bewegung entrüstet ablehnt«, Ist heute daS LIeblIngkwort det deuiscken Filbrettchlcht. In einer kurzen Erklärung des preußischen Bildungsmini stets Ruft in« SV. Januar kommt ed zweimal vor, bat. Marktschreierische Gaiinsr ober größenwahnsinnige Psychopathen als Drahtzieher lenken eine blind und willen- los gewordene, wirtschaftlich und seelisch entwurzelte Menge nach ihrem Belieben. DaS aber ist das Feld, auf dem auch das Geschäft der R e l i g i o n« st i f t e r gede'ht. „Ich bin Stark", konnte man vor einigen Jahren an den Berliner Plakatsäulen lesen als Kundgebung etneS Pro- phctcn, der wirklich den Namen Stark führte. Ihm folgten Häuser, der schon Reichspräsident werden wollte, Kayscr i.Hingebung!" hieß sein Schlagworts, Wcißenbkrg, der wohl noch regiert. Dazu die schon älteren Sekten der Gesund- betcr, der Theo- und Anthroposophen, der Bibelforscher, der Spiritisten, des Mazdaznan, und wie sie alle heißen. Bei einigen oder verwandten„Ncues-Lcben"- oder Neue-Heil- kunst-Richtunge» fand man schon die mystische Beziehung zu Nvrdlandsrasse und WvdanSkult, zu Runen und Hakenkreuz. Dieser ganze Hexensabat hat nun in de mncucn national- politischen Gcrinancngott Adolf Hitler seinen Mittel- und Höhepunkt gesunden. Schon kennen wir Hitler-HanSalläre und Hitlcr-Vaterunscr. Der Vollender deS Werke», das die Luther, Friedrich, Bismarck nur beginnen konnten, der Heros, der die Parteien und Klassen beseitigt, der das deutsche Volk politisch zu einem Gemeinwesen und seelisch zu einer von einein Jdealgedanken erfüllten Gemeinschaft vereint bat, ist auch berufen, die Kirchenspaltung zu überwinden, der Etui- gcr»nd zugleich der Erlöser des»ach völkischer Religion verlangenden Ariervolkes zu werden. In der„Taarbrücker LandeSzeitung" wird an» der schrve- bischen Zeitung„Nya Dagligt Allehanda" ein Bericht auS dem Taargebiet wiedergegeben, der bemerkenswerte Aeußcrunge» nationalsozialistischer, vordem katholischer Führer mitteilt. Ter eine,„ein blonder Saarländer mit träumenden, blauen Augen, persona grata bei General Göring". erklärt:„Hitler ist ein neuer, ein größerer, ein g e w a l t i g e r e r Christus. Ich glaube, daß die römische Kirche innerhalb 30 Jahren nicht mehr in ihrer fetzigen Form bestehen wird. Sie wird dann Nationdlsozia- liSmus heißen. Ihr Prophet, ihr Papst, ihr Christus w i r d Ä b o I f H i t l« r i e t n." Der andere, bcr„eine mystische Rolle innerhalb der Partei spielt", sagt nach bitteren Worten über den„Humbug der Kirche, und die„vollgefrcssenen Geistlichen", deren Religion im Gehaltbcziehen bestehe:„Wir wollen einen deutschen Papst tn Berlin habe». Das ist Adolf Hitler... In Zukunft werden wir uns die Direktiven von einem vom Rassengestchtspunkt au» zweifelhaften italienischen Kardinck verbitten....Wir Katholiken werden unter HitlerS Fahne eine» nationalsozialistischen Katholizismus auf deutschem Boden gründen. Wir würden uns gern mit der Glaubens- bcwegung der Deutschen Christen vereinigen. Gemeinsam Kaden wir„nseren Führer, unsere Rasse, unser Christest- tum... Hitler wird der GotteSvegrifs der Zukunft sein, wie Christ»» es 2000 Jahr« lang war. Ein« geistige Umwälzung, hest'ger, durchgreifender und revolutionärer als die Umgestaltung bcr Welt durch die Lehre Christi, wird au» bcr nationalsozialistischen Weltanschauung hervorgehen." Es ist klar, daß eine Bewegung, deren Religio« der „Mythus deS BlutS", die Vergottung einer Rasse ist, der angeblich daS deutsche Volk angehört, n'cht länger ihre Glaub-nSgesetze von einem Angehörigen der geringeren mit- tclländtschen Rasse empfangen, nicht mehr als Mittelpunkt ihrer Weltanschauung«inen„wandernden Rabbi" au» der verachteten Rasse der Semiten anerkennen kann. Es ist selbst- verständlich, daß die Vertreter einer Herrenrasse, dir bcrusen ist ihr Weltreich mit dem Jchiverte über alle Völker minder- werttgtr Rassen Untermenschen und Halbtiere» auszubrci- tcn, sich lossagen muß von der schwachmütigen, jüdisch ver- senchten Gleichheit?- und BrÜderllchkeitSlehre, die unter den Bekehrten keinen Unterschieb der Rasse kennt, Jndenstämm- linge und Reger zu Bischöfen macht. Und es ist nur logisch, daß der totale Staat, der keine Götter mehr neben sich an- schaft, auch Schluß machen muß mit der Glaubensgcinein schalt, die ihrem Gott mehr gehorchen will als den vom Gott der Rasse berufenen, diesen Gott verkörpernden Führer. Rur noch einen Glauben darf cd geben: den Äassenglauben, der fremde Rassen ab- und„niedere" anSschlicßt, nur»och einen Gott: den Führer. Ob dieser Führer nun ein sicgfriediicher Held, ein Weiser und Freund der Menschen ist oder ein übler Typ de» gel sernbcn Hetzers, de» Lecrschlvätzer» und nach Rache gierenden McnschenpeinigerS, da» zu prüfen steht den Mindcrrassigen nicht zu. Er ist da, und«r ist der Bewegung wert, die seinen Namen trägt, ist ihr vollkommener Ausdruck. Da hat jeder Zweifel zu schweigen. Der nüchterne Kritiker freilich wird sagen, daß sich hier der sittliche Verfall einer geistlosen, von brutalen Macht- instintten geleiteten Herrenschicht in erschreckender Weise offenbart Daß der Zusammenbruch einer Gesellschaftsordnung seinen Autdruck findet im geistig-sittl'chen Zusani- menbruch der vordem in aller Welt hoch geachteten geistig führenden Schicht eine» ehemaligen Kulturvolks. Daß eine Wissenschaft und Philosophie, die sich vor dem Gummiknüppel prostituiert, die bei Trommelklang vor rohe» Machthaber« paradiert, kein anderes Ende alS dieses Versinken in stumpf- sinnigsten Macht- und Unsinnskul! verdient hat. Aber was hat hier der nüchterne Kritiker noch zu sagen? — Jedenfalls ein Jude, dessen Gemauschcl für den fübrer- gläubigen Germanen nichts bedeutet. Die Bildung der neue» Religion, die da» Deutschland von heute loslöst au» der Geschichte der europäischen Geister, auü dtr Gemeinschaft der Kulturmcnjchheit, geht ihren GaiiK. Dr. P. G. SIraßburer Wochenbericht Stralllinig,"en 2. Februar 1034. Das Tiillliorn drr Nationallotterie über dem Ras-Rhin Bei der Ziehung der 5. Tranrhe der Nationallotterie fielen aueh nach Straß bürg eiu größerer Gewinn. Ein 66 Jahre alter Angestellter eines Juwelier». Herr Louis Stadel- wieser in der Apfelstraße gewann 100 000,— Franken. In I" e g e r s Ii e i iu gewannen zehn Arbeiter, die zusammen ein Los gespielt hatten, ebenfalls 100 000,— Fr. Ebenfalls zehn Arbeiter gewannen in Zubern 100 000.— Fr. und eudlieh entfiel noch ein Gewinn von 100 000,— Fr. auf zehn Eisenbahner aus Nieilerbrunu. Der h inter braust durchs Land Wahrend man auf einigen Redaktionen bereits die Tinte gemischt hatte, um die ersten lyrischen Frühlingsgesange vom Stapel zu lassen, zerstörte der rauhe Winter rasch noch einmal mit einem empfindlichen kältreiiihruch und herrlichen Schneefällen die hoffuuiigsfrohen Pläne der Frühlings- süchtigen. Die Jugend ist dein eishezapfteu Burschen aber beileibe nicht gram. Es wird fest gerodelt und Schlittschuh gelaufen. Iii den V o g e» e n beherrscht der Skisport die Berge. Am vergangenen Sonntag wurden bei starker Beteiligung die elsässischen Skimeisterschaften ausgetragen. Die Schneeverhältnisse waren ausgezeichnet. Vertraiienskiiiidgehung für Hueher Auf der Kegioiialkonfereuz der KPD. stand auch die Frage der..Volksfront" zur Dehatte. Die Regionalkonferenz hil- Slrasbourg Der niotati Salon in Cottinre pourDames es.» ARMAND Unter den Gewerbslauben 75 (1. Stock:: Telelon Nr.-44.16 Daher wellen nach neeest. System SO. 6 Monat« Garant!« Haarfärbei mit laecte H«. Bleitimactaen der Haare 15.- Sämtliche Arbeiten werden nur von ersten Spezis, listen ausgeführt, da ich in meinem Salon nur erste Kräfte beschäftige. G»«G»»I de« gaotea Tag V. 8 Uhr träte bis 7 Uhr ahaed» Iti Von*l|[Mi Xiinoar««rfcÄl{wirr Kutlt rin Frik«M(ratii ligte mit großer Mehrheit die Taktik der Richtung des Bürgermeisters Hueher und bekannte sich einmütig zu der Auffassung der Sektion Straßhnrg der KPD. Diese Haltung stellt einen eindeutigen Sieg der Volksfrontpolitiker in der KPD. dar. Der Kämpfer gegen die„Invasion*' Die Straßhurger Faschisten scheinen mit ihrem..Führer" ein klein wenig Pech zu haben. Dieser Herr, der im gewöhnlichen bürgerlichen Lehen das ehrsame Handwerk eines Bierverlegers. treibt, erklärte kürzlich in mehreren Zeitungen, daß er immer schon die„Invasion" bekämpft habe, womit er beweisen wollte, daß er kein deutscher Agent, sondern ein unter Franzose sei. Nun stellt mit Befriedigung die„Konkurrenz", nämlich die rlsäesische Brauereiindustrie fest, daß zur„Invasion" schließlich auch der Vertrieb deutschen Bieres gehöre. Auf diesem Gebiet allerdings sei Herr Fleig nicht vorbildlich, denn er vertrete nicht weniger als vier deutsche Brauereien. Wer gegen die„Invasion" sei, genau wie Herr Fleig. der trinke also in Zukunft e I s ä s- Die„Deutsche Freiheit" Einzig« unabhängiges Tagoszoitung Deutschlands mufj man regelmäßig lesen Bestellschein Ich ersuche um regelmäßige Zusendung der„Deutschen Freiheit" Name:—-—— Mraße:—— Orb- Unterschrift Verlag der„Deutschen Freiheit" Saarbrücken 3• Sehüfzenstraß* 5» Potfschiießtach 776 sisehesBier. wogegen doch Herr Fleig sicher nichts einzuwenden habe, da er ja ebenfalls gegen die„Invasion" sei. Ein Verbrechern io verhaftet Mehrere schwere Jnngens. die verschiedene Diebereien und Kaubüberfäile auf dem Gewissen haben, konnten dieser Tage festgenommen werden. Man vermutet, daß die Gesellen auch den Kanbiiberfall am Taulerring verübten, wobei ihnen bekanntlich hunderttausend Franken in die Hände fielen. Philipp Oberle gestorben Im Alter von erst vierzig Jahren starb vor einigen Tagen der Lehrer Philipp Oberle. ein elsässischer Dialektdichter, der auch auf dem Gebiet der Heimatoperette sich schon recht erfolgreich betätigt hatte. ■Strallbiirger Schachmeisterschaft V oin 5. Februar an werden im Cafe B r o g I i e die Straßhurger Schachmeisterschaften ausgetragen, denen in Sehach kreisen ein lebhaftes Interesse entgegengebracht wird. Schwurgericht des Bas-Rhin Am Montag, den 5. Februar, beginnt die erste Sitzung der Session 1934. U. a. stellt auch ein M o r d f a l I zur Verhandlung. 4 om Schwurgericht des H a u t- R h i u wurden die beiden Brüder Edmund und Alfred S t r ü ß aus Burrweiler, die ihren Vater erschossen hatten, f e i g e s p r o c h e n. Alle Zeugen sagten zugunsten der Angeklagten au«. Die beiden Brüder erschossen ihren Vater, als er in betrunkenem Zustand nach Hause kam und seine Frau mißhandelte sowie mit dem Tode bedrohte. Gemeinde: atssitznug In einer kurzen Gemeinderatssitznug beschloß man. das Union! heater für 60 000 bzw. 75 000 Franken zu mieten, so daß diese Räume künftig allgemeinen Zwechen zur Verfügung gestellt werden können. „Wilde Auftritte" Proteste der Nationalsozialisten liegen eines„milden" Urteils Manchester Guardian: W Ilde Szc-uen, die in der Geschichte der Berliner Gerichte ohne Beispiel sind, ereigneten sich heute, als der Richter das Urteil gegen die 53 Personen verlas, die hei der Erschießung des SA.-Führers Maikowski und eines Polizisten ain 30. Januar vorigen Jahres beteiligt waren. Das Urteil verhängte über die 53 Angeklagten insgesamt 38 lahre Zuchthaus und 95 Jahre Gefängnis; die höchsten Strafen, die verhängt wurden, waren acht Jahre Zuchthaus für zwei Anführer. Wenn die Morde eine halbe Stunde später ausgeführt wunden wären, dann wäre über die Angeklagten die Todesstrafe verhängt worden, da die Hestimmiing. die die Todesstrafe für alle diejenigen vorsieht, die einen SA.- Mann auch nur angreifen, um Mitternacht des gleichen Tages, au dem die Morde geschahen, in Kraft trat. Drr Staatsanwalt sprach sein Bedauern darüber aus, daß er dir Todesstrafe nicht beantragen konnte. ..Nieder mit dein Richter" Als der Richter dir Urteile verlas, konnte man bald merken, daß die Kameraden des ermordeten Sturmtrupp- führers die Strafen für viel zu milde hielten: auf der Tribüne, deren vordere Bänke von Mitgliedern der späteren Maikowski-Sturmaliteiluug in Uniform besetzt waren, entstand ein Tumult. Kaum wurde das erste Urleil bekämet, als ans den Reihen der Uniformierten die Rufe kamen:„unerhört*',„ eine Schande"...nieder mit dem Richter"! Die Verwarnung des Richters wurde nicht beachtet, und der Tumult erreichte seinen Höhepunkt, als einer der SA.- Leute sich an den Richter wandte und schrie:„Wir verlangen Gerechtigkeit für unsere ermordeten Kameraden. Dieses Urteil ist eine Sthunde." Der Richter ließ durch den Gerichtsdiener und Polizei die Galerie räumen. Da sein Appell au die erregten SA.-Leute ohne Erfolg blieb, vertagte der Vorsitzende die Sitzung ii iii eine Stunde. Vor dem Gebäude wurden die Demonstrationen fortgesetzt. Eingreifen eines Reumlen Inzwischen wandte sich die SA. mit einem heftigen Protest an den Preußischen Jusliziuinister mit dem Erfolg, daß. als die Sitzung wieder eröffnet wurde, der Staatssekretär des Ministeriums, Dr. Freisler, im Gerichtssaal erschien. Ohne vom Gerichtshof die geringste Notiz zu nehmen, richtete er folgende Ansprache an die Galerie: Kameraden(sagte er), wir halten zehn Jahre lang Sihulter an Schulter geküm/ift und wir können ohne Umschweife reden. W ir hauen einen nationalsozialistischen Staat auf. aber noch ist dieses Ziel nicht vollkommen erreicht. Darum wollen wir die Entscheidung anhören, die dieser Gerichtshof des nationalsozialistischen Staats getroffen hat. Weil wir über dieses Urteil zu sagen haben, wird von denen endgültig bestimmt werden, die das Vertruuen unseres Führers genießen. Dieser Fall wird sorgfältig vom Minister geprüft werden und seine Entscheidung soll jedes zukünftige Verfahren bestimmen. Dann konnte der Richter die vom Gerichtshof gefundenen Urteile ohne weitere Unterbrechung verlesen. Die englische Vermittlung Französische Kritik „Le Jour" schreibt: Der Nachfolger Paul-Boncours wird das f Ahrüstungs- problem in einem Entwirklungsstadiura vorfinden, zu dem man es nicht hätte kommen lassen dürfen. Unsere Zugeständnisse vom September, die ungeheuer und gefährlich sind, mußten auf jeden Fall das unantastbare Höchstmaß darstellen. Da London nur für Energie empfänglich ist. hätte man. wenn Deutschland laut schrie, noch lauter schreien müssen; auf„Gleichheit"' hätte man unermüdlich„Sicherheit** erwidern müssen; man hätte immer REICHSTAGSBRAND Neues dokumentarisch. Material zum Prozeß ffr. S.SO VOLK IN KETTEN Deutschlands Weg ins Chaos v. IM. Klinger ffff« O,« MARX-ENGELS-BRIEFE aus den Jahren 1870-1886, bisher unver« öffentlicht Ifr« 24«- DER KAMPF EINER REPULBLIK Die Afiäre Dreifus/ v. Wilhelm Herzog Standartwerk! 1000 Seiten! Originalphotos ffr« 47«* Librairie Populaire- STRASBOURG 2, rue Sedillot 2 ♦ Bei der Börse Brand im Miilhaiisener Stadttheater Eine Feuersbrunst im Kulissenlagcr des Miilhausener Stadt theater« richtete einen Schaden von 500 000,— Fr. an. Es sind wertvolle Dekorationen verbrannt, dich nicht so rasch wieder zu beschaffen sind. Ztickmavers„Schinderhannes" Im Straßhurger Stadltheater spielt man gegenwärtig das bekannte Zuekinayerschr Schauspiel„Schinderhannes". das »einer Volkstümlichkeit wegen hier gerne gesehen wird. wieder unsere Forderungen für die Zukunft auf unsere Erfahrungen aus der Vergangenheit stützen müssen. Man hat genau das Gegenteil gemac ht Man hat schikaniert. Man hat den Eindruck gelassen, als oh das Höchstmaß vom September noch zu erweitern wäre, als ob unser Widerstand zu Beginn nur ein Advökateiiinanöver wäre, kurz, daß unsere berühmte„Sicherheit" sich sehr gut neuen Amputationen anpassen würde. Man liai noch mehr getan: der gesundeste Punkt in unseren Behauptungen vom September war die Notwendigkeit einer „Probezeit", während der Deutschland den schwierigen Beweis seiner Aufrichtigkeit zu gehen haben würde. Aber Frankreich seihst öffnet in seiner letzten Note an Berlin hier die Bresche: Das Wort„Probezeit" ist verschwunden! Gewiß versuchen wir noch, die Sache ohne das Wort zu bekomme::. Aber das ist nur eins der Kunststücke, die nur dazu dieuen, uns der Unehrlichkeit zu zeihen. Deutschland wird berechtigt sein, in der Praxis ein Prinzip zurückzuweisen, daß wir nicht einmal mehr in der Theorie zu formulieren wagen— genau so wie im Urteil von neun Zehntel der Welt berechtigt ist. die Gleichheit als Tatsiche zu reklamieren, die wir ihm hlinderweise als Recht zugestanden haben. Eine andere wichtige Stellung ist aufgegeben worden. Da wir nichts von den ungestümen Umarmungen, die uns Hitler anbot, wissen wollten, blieb uns nichts anderes übrig, als uns an Genf zu klammern, trotz aller Wagnisse dieses Verfahrens. Wir mußten unsere Verbündeten, unsere Schutzbefohlenen, die kleinen Mächte, zusammenrufen. Was haben wir getan? Wir haben uns so gestellt, ols ob wir Genf retteten, indem wir ernsthaft proklamierten, daß in Genf und nur in Genf die endgültigen Vereinbarungen unterzeichnet werden dürften. Aber in der Praxis haben wir uns darin gefügt, daß alles zwischen den Regierungen der Großen gefleischt und abgefaßt wurde. Wir sind so geschickt zu Werke gegangen, daß Polen sich von uns wegschleicht, und daß die Kleine Entente rings um eiu Oesterreich, das sich verpreußt, in den Winterschlaf fällt. Es ist bezeichnend, daß London zum ersten Male Warschau eine Denkschrift, die es verfaßt hat, zukommen läßt, das heißt, daß es Warschau als Großmacht behandelt hat, gerade in dem Augenblick, da Warschau Paris fahren läßt. Und es ist auch bezeichnend, daß weder Prag, noch Bukarest. noch Belgrad dieselbe Ehre zuteil geworden ist. Wo sind unsere Trümpfe? Georges Marcenay. Was muOt Du von der Volksabstimmung im Saargebiet wissen? Preis Fr. 1,20 Buchhandlung der Volksstimme SairbrBeken 3 Bahnbofsirifle 32 Remtklrcbeü HiittenbergslraS« 41 Berufsumschichtung Unier Siedlungswerk hat auf der von uns erwor. benen Domäne ,.La Grande Canau" 5C0 ha groß an der Gironde bei Bordeaux begonnen. Siedlungen jeder Art und Größe. Ausbildung von Siedlern und Prakt'kanten in allen landwirtschaftlichen, gärtnerischen und handwerklchen Fächern und der Hauswirtschaft durch erste deutsche und franzö* tische Fachleute. Prospekte auf Pariser Büro. Wunsch durch uns oder unser Unser Pariser Büro gibt Interessenten alle näheren Auskünfte. Sprechstunden; täglich außer Samstag und Sonntag von 15 bis 17 Uhr Paris(16c), 113 bis, RUE DE LA TOUR, I.Stock links. TELEFON NUMMER: Troc. 60*6 E-G-A l£xplo: tatioa. Generale, Agricoles S. A „LA GRANDE CANAU" ST.VIVIEN.MEDOC(Depart Gironde) Jrotnösisefi u. Sponiscfi ai INDIVIDUELLE Rapid-Ausbildung (50 Lektionen) für A fänger b) DENKEN, REDEN, Schreiben für Fortgeschrittene e) Hochschulperfrktion, Itter, heinschlifi in VER I DUNG mit SPRACti- AUSTAUSCHABENDEN frofeMor Spirgatis, Brüssel 7. rue Traversiire. Tete ton Nummer 179830 . HEZ F UONI MITTAG, und ABENDESSEN Prjx fix Fr. 7,50 und i I, Cane ab 9 Uhr Cabaret mit LINA POLDES CablnelJurtdiquelnternatlonal International, lurtstisches Büro ftwasbouTg 8, rue des Francs-Bourgeois, Building, chambre 93. Beratung und Bearbeitung von deutschen Rechtsangelegenheiten und Proxessen> Wirtsdiatts- und Finanzberatung• Vermögentver. waltungen- TreuhandtStigkeit. Kiew Hauptstadt der Ukraine IFSU.l Durch Beschluß der ukrainischen Kommunistin schen Partei und der Regierung ist die Hauptstadt der nnkra- mischen Sowjetrepublik von Charkow nach Kiew verlegt worden. Die historische Hauptstadt der Ukraine, Kiew, was ^bisher nicht der Sitz der Towjctregierung, die ihre. Arbeit vorwiegend aus die industrielle Südostukraine konzentrierte. Die stürmische(Entwicklung dieser Gebiete ermöglicht es. de» Sitz der Regierung wieder nach dem geographischen Zentrum. Kiew, zu verlegen und dem agrarischen Teil des Landes näherzubringen. Damit wird Kiew zweifellos einen neuen Aufschwung erleben. Der Zeitpunkt der Uebcrsicdlung der Regierung ist Herbst 1934. Japans„Defensivkrieg" Bereit sein! sFSU.) Eine Illustration zur ernsten Lage im fernen Osten, wie sie erneut durch Stalin in seinem großen Referat gekennzeichnet wurde, liefert die Erklärung des neuen japanischen Kriegsministers Hayashi in der japanischen Kammer vom 27. Januar:„Wir müssen zum Defensivkrieg bereit sein." Bisher war man allgemein der Meinung, daß Japan als Inselstaat nie Angegriffener, sondern stets nur Angreifer sein kann. Die Stellungnahme Hanashis ent- spricht der Haltung der Offizierskreise, die er vertritt und die den„Krieg ohne Kriegserklärung" wünschen. Die Er- nennung Hanashis an Stelle Arakis zum Kriegsminister hat, wie Die- Moskauer Presse unterstreicht, noch zur Vcr- jchärfung der Lage beigetragen. Detter dem großen Teich Hitler-Agitation in USA. Der offizielle„Ausländsdeutsche" teilt mit, daß die Deutsch- Amerikaner in den Dienst der Httler-Propaganda gestellt werden sollen:„Diese amerikanischen Bürger deutscher Ab- stammung werden sich bereitwillig in den Dienst der Aus- klärung stellen, durch sie kann eine breitere Schicht der ameri- konischen Öffentlichkeit erfaßt werden und dadurch wird die Zahl derjenigen, welche die Greuelmärchen von Deutschland noch glauben, immer kleiner? die Kinder dieser ameri- tonischen Bürger werden in den Schulen sich wieder für die deutsche Sprache erklären, werben sich nicht mehr der deutschen Abstammung ihrer Eltern schämen, und zuletzt muß von ihrer Willensäußerung auch die Ortspolitik und dadurch — wer Amerika kennt, weiß dies— auch die Landeopolitik Kenntnis nehmen." Endlich wird vorgeschlagen, auslands- deutsche Mtttelschulprojessoren im Dienste des Reichs als Agitatoren nach UTA. zu senden. Ein nichtreichsdeulscher Paß ist natürlich eine sehr gute Tarnung. Man kann sich also in Amerika auf etliches gefaßt machen. Nazi-Frauenschaft in Athen Eine vor kurzem bcgrünoete Nazi-Frauenschast in Athen hat 119 Mitglieder. Das Programm der Franenichait ist. 1. Dem Deutschen Hilfsverein zu helfen, 2. Nähnachmittage zu veranstalten, 3. Einzelhilfe in Krankensällen und bei armen Landsleuten, 4. Sammelpunkt für an Ausländer verheiratete Deutsche sein, 5. Unterstützung alleinstehender deutscher Mädchen. 6. Unterstützung griechischer philan tropischer Einrichtungen. Die Deutschen in Ulanen haben es seit der Hitlerei schlecht. Sie beklagen sich nun besonders darüber, daß die Litauer bei der Feststellung der Nationalität eines Staatsbürger sich ähnlich benehmen wie die Hitlerdentschen in der Judcnsrage.„Nation und Staat" ibas bekannte gleichgeschaltete„Minderhcitcn"blatt| beschwert sich darüber,„daß jetzt an Stelle der Volkszugehörigkeit die Abstammung maßgebend werden soll. Natürlich wird man dabei nicht ans die ersten, sondern auf die letzten Urkunden zurückgehen. Wenn bisher die Kinder solcher Eltern, die im Paß als Litauer bezeichnet sind, übdr Ihre Nationalität selbst entscheiden konnten, so wird in Zukunft die Abstammung ans Grund der Angaben im Paß der Eltern festgestellt wer- den." Immerhin gehen die Litauer nicht bis zu den Groß- eitern und Urgroßeltern zurück, wie es die Hitlerdeutschen machen. * Auch über die Theater- und Zeitungszcnsur, die mit der Brutalität des Göbbels-Regimes nicht verglichen werden kann, beschwert sich„Nation und Staat". Drief ans Nordafrika Feste, Jahrmärkte, Turniere und allerlei Algier, im Januar. Mit dem Abschluß der Fastenzeit de? Rhamadan am 17. und 13. Januar hat die Wintersaison in den Ländern Nordafrikas einen glänzenden Auftakt gesunden. In großer Zahl wohnten die europäischen Touristen dem„Aid Teghir" in E a s a b l a» c a und Rabat bei. Ende März wird in diesen Städten daS „Fest des Hammels", der Aid el Kebir, gefeiert, ein echt arabisches Volksfest, bei dem die Schlangenbeschwörer Günstlga Galaganhalt für douhdtan Emigranten aus dam Kaufmannsstanda bai akti- vor Ieilnehme und mindestens RM. 125,000- Beteiligung bei alteingefOhrter Agentur mit ausgedehnter Orgenlsetion in Frankreidi- Belgien Realbesitj vorhanden. Nur vollkommen seriöse Angebote unter Chiffre 61» Bruxelles XL, 16» Rue d'Edienbourg. Einkau i und Au*lrisun« vom Versjtiam' BRILLANTEN. GOLD SILBERWAREN. UHREN! ^'«gliche(.»«legenheit»-Verkäme' Z BETTER, FAI BOURC, MONTMAKIKt$ OSHHHMKt MAN SPRICHT DEUTSCH SOOÖSHX Sebweizeriscfita ono«teaeeitch«* IVorBtwar eng vac h Afl Batftenilckerei. Noadiiorei Weine end Lik*r» ücoduits Jtfunid TB, Baatoetrd de Strnsbverg, 6. rue SL lieree JUltiS,»» hr> M Ctal feiiten 4 Linien vereinigt enter 8077161» Bl-i« Norbert Faconi U. A. M. Eröffnung Dienstag, B. 2.1934 6. rue Desrenaudes, Tel* Carnot 01-17 I pARis-trroiu- O. KUt U'AKMAILU C1EZIDRIiLOFF flerühmt durch setnr eortreHHche<Üch« u. tan» Spezialitäten. Stark beeucht voo deutsche). Gftarei l tlgpbone Ltoti*( Daiuensdincida J. Mastchenko t, Rua du March* St. Honor*.• Tel. Op*re 72-7» Kleider, Mäntel,« Umarbeitung, Reparierung INSERIEREN BRINtiT öEWINN Auch in Bulgarien Aus Sofia wird berichtet, bah ein„Bulgarisch-Deulsch- Akademischer" Klub mit der Organisierung der Nazipropa- ganda eingesetzt hat. Aus bulgarischer Seite findet der Klub besondere Unterstützung durch Universität und Studenten- ichaft. Propaganda in Südamerika In Hamburg fand eine eigene VdA.-Tagung für Süd- amerila statt, an der als Vertreter der Ausländsabteilung der NSDAP. Dr. Ebrich führend teilnahm. Es wurde bc schloffen, eigene„lebendige Zeugen unserer nationalen Er- Neuerung" nach Südamerika zu senden. Unter diesem Titel veranstaltet die Deutsche Bücherei in Leipzig eine— Sudetendeutsche Ausstellung. Ter„Kampf" bezieht sich auf die Auflösung der al»„Volts- post" getarnten Nazibewegung in der Tschechoslowakei. und Abenteuererzähicr so wenig fehlen dürfen wie die alten Spiele. » In Marakcch(Marokko! findet vom 28. März biö 2. April die c[ f c statt, die mit einer Anzahl sportlicher Veranstaltungen verbunden ist: Reit- und Tennisturnier, Focht- und Athletikwcttkämpfe, und auch das Prciskcgcln fehlt nicht. Auch die berühmte Tepp ich-Messe von Kairouan lTuinsj zu Ostern(1. Aprils ist mit Sport- konkurrenzen verbunden: hier steht Golf und Tennis auf dem Programm. Zu gleicher Zeit, ebenfalls im April, findet die Messe in der Stadt Tunis statt. * Das neue Islam-Jahr beginnt am 2.',. April. DaS „Achoura" wird überall in Algier, TuniS und Marokko mit gleicher Hingabe geleiert Noch im Mai, dem Ausklang der Saison werden in E a s a b l a n c a, der modernen Hasen- sradt, große Sportveranstaltungen abgehalten, vom 3. bis 19. Mai ein Auto Rallie. am 13. Mai der Große Preis lTour um Marokkoi und am 29. Mai das Autorennen an der Küste von Anfa. rnsdic lull im laovrc In den nächsten Tagen werden im Louvre zahlreiche Räume der Oeffentlichkeit zugänglich werden, die im Laufe eines großzügigen Bauprogramms neu hergerichtet und umgestellt worden sind. Man ist ganz allgemein bemüht gewesen, nicht nur die inneren Zusammenhänge der Kunstwerke in ihrem geschichtlichen Ablauf stärker als bisher herauszuarbeiten, sondern auch durch eine Auflockerung der Bestände und eine übersichtliche Form der Darbietung dem Beschauer, den Museumsbesuch zu einem wirklichen Genuß zu machen. Die durchgreifendste Aenderung erfuhr die Abteilung der Plastik vom Mittelalter bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Bisher waren diese Kunstwerke in mehreren voueinauder entfernten, reichlich düsteren Erdgeschoßkabinetten aufgestellt gewesen. Nuu hat man eine klar zusammenhängende Folge von Räumen für sie bereitgestellt, und sich bemüht, diesen Räumen vor allem mehr Licht zu geben. Vielleicht ist man als Reaktion auf die bisherigen dämmrigen. meist rot getünchten Säle hier manchmal etwas zu weit gegangen: denn die völlig weiße and ist nicht immer der geeignete Hintergrund für eine ebenfalls weiße Skulptur. Keine einzige Epoche, außer dem bereits durch Ressentiments belasteten Klassizismus, hätte ihren Kunstwerken so die lebendigste Wirkung genommen. Eine leichte Tönung der Wände wäre an vielen Stellen wünschenswert gewesen. Man hat sie mehrt ach mit Glück angewandt in den Kabinetten der Kleinkunst, die mit den Räumen der großen Skulpturen parallel laufen. Hier wird allerdings manchen wieder das Nebeneinander von Holz- and Steinplastik in den Vitrinen etwas stören deren brauner Hinter- grund, zum mindesten da, wo es sich um unbemalte Holz- atatuetten handelt, noch einer diskreten Stoffverkleidung be, dürfte. Im ganzen k«nn aber gesagt werden, daß die NeuauP. Stellung'sehr gelungen ist un Einspritzungen Blnt« and Harn«Untc»nd»ungea. 5per» •aKultur Salvarsan Wismut usw. Sprechstunden täglich von IO— 12 und ton ♦— U Uhr Sonntags ton 9—12 Uhr Konsultationen«on 25 Fr. eh. Mab• p r i« b• deutsch Porte cimmpcrrei Holet«irlli Boom Berliner iTJ; Ad Berthtct. tli. Garnot 72-47 Möbliert« Wohnungen. Aller Komtort Badezimmer Küehc a gm Monatlich und wöchentlich. Nach Wunscf Pernio* Miß»*» Preise. Mitro Champerret. Aut IC.»'-bte CA B 1*.» X. Deutsches Zahnärztliches Institut U, KlIE OE OOliAl Hetro i Bind». Pia»". Tal. iniilli<0.27 cnclin I Ml, 24 Uhr Zahn- u. Mundkrankh». Röntgen Elektrotherapie. Prothesen. Kronen. Brücken m Gold. Platin u» Porzellar NEUHEIT: PORZELLAN.KRONEN UND BRUCKEN Umarbeitung schlechtsitzender Gebisse mit voller Garantie tür guten Sitz. Reparaturen binnen 3 Stunder SCHONENDSTE BEHANDLUNG FÜR NERVÖSE UND HERZKRANKF MASSIGE PREISE. UNTERSUCHUNG U. BERIfUIG KOSfENLOS SEROKLINIK VON PARIS 71, Boulevard de Clichy Metro Harnleiden, chronische, und rtschet fnpper. Militärgicht, Cystitu. Prostata lanche krauenleiden Blutkrankheiten, Venenentzündung Hämorrhoiden Syphilis, Haut und Kopihauterkrankungen — Neue Behandlungsmethode auf elektrischem Wege und durch ultraviolette Konsultationen von 9—12 Ausschlag, Psoriasis. Strahlen. Serotherapie und Auto-Hemo-Therapie— Massige» Honorar und 14—20 Uhr. Sonntag» von 9—12 Uhr. I -SB Werl! lilr die„Deutsche Freite feinste indische Setchwacen- unc lüieuee O&äckecei-Qeschätte jUieit 58. AVENUfc WAGRAM.>», Camo' 27-6; 58. RUfc Ob PASST. Ist Auw 13-6) Doktor Wachtel und Doktor Axel Gel hlecbtskrankhciitn, Min er and Fraa-a 123, Bd hibasiopol.- Sprechstunden v. 9—12 u. 2—8 Uhr Sonntags vormittags Nase, Hals. Ohren Sprechstunden täglich von 5— 7 Uhr