Sinzige uuadhSngige Tageszeitung Deutschlands Nummer 35— 2. Jahrgang Saarbrücken, Sonntag'Montag, 11.'12. Febr. 1934 Chefredakteur: M. B r a u n Ana dem Inhalt Qöcinqs Jaqdstcecke Seite 3 Ixaa Xoxytec vechaftet Seite 3, lülcts.chafiskecLchte Seite 4> JCacdiualecz&i&chal leim Jleichskattztec JCeach im Stahlhelm Seite 5 frankrcidK Skkerbeilskabincll Regierung des nationalen Widerstandes- Generalstreik für die Demokratie H. W. Innerhalb zwei Tagen hat der greise Expräsident Doumergue eine Regierung gebildet, die von den Rechts- bürgerlichen um Tardieu bis zu den Rechtssoztaldemokraten um Renaudel reicht. Die schweren Unruhen vor der Depu- tiertenkammer, das persönliche Versagen DaladierS und der rasche Zerfall des Linkskartells haben die Einigung zwischen Tardieu und Herriot gebracht, die noch vor einigen Tagen unmöglich schien. Einigung? Das ist wohl ein wenig zuviel gesagt. Es ist zunächst der beiderseitige Wille, die Kräfte des Landes und des Volkes zu einer grasten parlamentarischen Leistung zusammenzufallen. Dah es nicht leicht ist. sich in der Tagesarbeit sachlich zu einigen, wird wohl auch dadurch angezeigt, dast weder Tardieu noch Herriot ein Ressort- Ministerium übernommen haben. Tie sind Minister ohne Portefeuille und können so als Eckpfeiler der grasten Koalition ihre Aufmerksamkeit ganz auf den politischen Zusammenhalt des schwierigen RegierungSgebtldes konzen- trieren. An solchen Schwierigkeiten wird es nicht fehlen, wenn es an die Erledigung wirtschaftlicher und finanzieller fragen geht. Steht doch der Ausgleich des Budgets als drängende Aufgabe von nur wenigen Wochen vor der Re- gierung. Die Zusammensetzung des Kabinetts ist in der Auswahl seiner Persönlichkeiten austergewöhnlich geschickt. In dem Justizminister Ch 6 ron hat das streng rechtliche französische Kleinbürgertum einen Mann in der Regierung, auf dessen Unantastbarkeit gerade diese wichtige Schicht des französischen Volkes schwört. Das ist besonders bedeutsam bei der Unter- suchung, die über die Hintergründe der Stavisky-Afsäre ein- geleitet worden ist. Albert S a r r a u t ist der Bruder des Verlegers der im Süden Frankreichs erscheinenden, die Volks- stimmung stark beeinflussenden„Depeche Toulouse". Ger- main-Martin. der neue Finanzminister, der in diesem Amt seinerzeit die groste Konversionsoperatton glücklich durchgeführt hat. gilt als der beste Finanzfachmann im Kabinett und ist zugleich ein Politiker von Rang. Das Entgegenkommen an die Frontkämpfer ist besonders stark sichtbar. Der neue Pensionsmintster R i v o l l e t ist Führer der Frontkämpserorganisationen. Seine Ernennung wird nicht nur auf die Frontkämpfer, sondern auch allgemein beruhigend wirken. Ist doch die Erregung vor allem auch so heftig gesteigert worden, weil nicht nur Polizeibeamte, son- dern auch junge Soldaten gegen die demonstrierenden alten Frontkämpfer eingesetzt wurden, eine Tatsache, die das französische Gefühl als unritterlich ablehnt. Das Kriegsministerium und das Luftfahrtministerium sind nicht Politikern, sondern militärischen Fachleuten ersten Ranges anvertraut worden, und auch dadurch hat man den Forderungen der Frontkämpfer Rechnung getragen. Ju dem 78jährigen Marschall P etain tritt ein Soldat an die Spitze des Kriegsministeriums, der feit dem Tode des Marschall Foch in sich den Ruhm der französischen Armee ver- körpert. Er ist einer der Führer der Marneschlacht und der General von Berdun, der Feldherr, dessen eiserner Wille den opferreichen Anstürmen der Deutschen trotzte. Dieser Mann als KriegSminister wirkt weithin als das Symbol der fran- Mischen Sicherheitssorderungen. Parteipolitisch ist der Marschall nie hervorgetreten. Der noch verhältnismästig junge General Denain war früher Chef des Stabes der Luftwaffe und hat sich aus diesem Posten ausgezeichnet. Er steht dem jetzigen Ministerpräsi- deuten dadurch nahe, daß er dessen Adiudant war, als Doumergue das Amt des Präsidenten der Republik be- kleidete. Der sachliche und repräsentative Gehalt der neuen Re- gierung läßt erwarten, dast nun Frankreich auch außen- p o l i t i! ch eine größere Aktivität beginnt und durchhält. Eine Versöhnung zwischen dem neuen Kabinett und den Sozialdemokraten umLeonBlum und den Gewerkschaften ist nicht erfolgt. Die Spaltung zwischen Linkssozialdemokraten uüd Rechtssozialdemokraten ist durch das Ministeramt Marquets noch vertieft worden. Die sozialdemokratische Presse Frankreichs wirft einer Reihe von Männern des neuen Kabinetts faschistische Tendenzen vor. ein Vorwurf, der von den Angegriffenen leidenschaftlich zurückgewiesen wird. Auch die Rechte um Tardieu beteuert dast sie parlamentarisch re- gieren und das parlamentarisch-republikanische System retten wolle. Von einer ernstlichen Bedrohung der fran- Sösischen Vcrfassungsgrundlagen ist wohl in Wahrheit auch gar nicht die Rede. ES ist charakteristisch, dast unter den vor- geschlagenen Parlamentsresormen in der öffentlichen Meinung auch die Forderung nach einem Referendum hervor- tritt, also eine Erweiterung der Demokratie. Tie Borbereitungen zu dem.Generalstreik am kommenden Montag werden fortgesetzt, auch in der französischen Provinz. Da diese groste außerparlamentarische Manifestation nicht prinzipiellen Klassencharakter trägt, sondern eine gewaltige Kundgebung für die parlamentarische Demo- kratie und den Schutz der Volksrechte sein soll, begegnet der Streik Sympathien auch im linksrepublika- nischen Bürgertum. So hat die radikalsozialistische Kammer- gruppe in derselben Sitzung, in der sie C h a u t e m p s für Herriot zum Vorsitzenden wählte, beschlossen, sich bei dem Generalstreik den Gewerkschaften zur Verteidigung der republikanischen Institutionen und Freiheiten anzuschließen. Auch wenn das nur eine Geste ist, die wohl noch näher be- gründet werden wird, hat sie ihre politische Bedeutung. Gewiß gibt es auch in Frankreich faschistische Strömungen. DaS französische Volk in setner gewaltigen Mehrheit aber bleibt den großen Traditionen treu, die seit anderthalb Jahr- Hunderten immer wieder den Völkern der Welt zeigen, dast die französische Nation nicht nur als erste die Menschenrechte proklamiert hat, sondern auch noch immer sie zu schützen be- reit ist. Und die Saar? Die„Volksstimme" sagt dazu? Für die S a a r p o l i t i k Frankreichs wird es nicht ohne Bedeutung sein, daß der neue Ministerpräsident Gaston Doumergue Ehrenpräsident der„Assocation francoise de la Sarre" ist. daß der Außenminister Barthou einer Reihe von französischen Saarvereini- gungen angehört, daß Tardieu der Vater des be- kannten Saarstatuts des Versailler Vertrages als erster Gehilfe Clemenceaus war und daß Herriot als der konsequenteste Verfechter einer Politik der Isolierung und Einengung des kriegslüsternen Nationalsozialismus gilt. Wir sagten schon, daß die Göbbels-Millionen zur Entfachung von Unruhen und Skandalen in Frankreich Herrn Hitler böse Zinsen tragen würden. D i e ersten wird man ihm an der Saar heim- zahlen. Die Liste Doumergue-Tardieu-Herriot Die endgültige Ministerlifte setzt sich wie folgt zusammen: Ministerpräsident: Gastou Donmcrgue, Staatsmini st er: Tardieu und Herriot, Auswärtiges: Barthou» Senator der Demokra, tischen und Radikalen Bereinigung, Justiz: Cherou, Senator, parteilos, Krieg: Petain, Marschall, parteilos, Kriegsmarine: Pietri, Abgeordneter, Demokratisch« Linke, Lustsahrt: General Denain, Militär, parteilos, Finanzen: Germain-Martin, Abgeordneter, Radikal- sozialist. Inneres: Albert Sarraut, Senator, Radikalsozialift, Unterricht: Berthold, Abgeordneter, Radikalsozialift, Handel: Lamoureux, Landwirtschaft: Queuille,... Dessentliche Arbeiten: F l a u d i«, Abgeordneter, Demokra» tische Linke, Arbeit: Morquet, Abgeordneter, Neusozialist, Handelsmarine: William Bertrand, Kolonien: Laval, Senator, parteilos, Bolkswohlsahrt: Louis Marin, Abgeordneter, Demokra» tische Bereinigung, Pensionen: Rivollet sehemaliger Frontkämpfer und Richtparlomeutariers, Post: Mallarme. Am 0. Februar sind aus dem Flugplatz L« Bourget 2200 Kilogramm Gold aus Holland augekommen und 2700 Kilogramm nach England abgegangen. Kommunlsfenkrawalle 800 Verhaftete— Viele Verletzte Paris, 10. Febr. An verschiedenen Punkten der Stadt kam es am Freitag abend wieder zu heftigen Zwischenfällen, an denen sich etwa 10 000 Demonstranten beteiligt haben dürsten. Besonders schwer waren die Zusammenstöße am Ostbahnhof, wo die Polizei dreimal gegen sich bildende Gruppen von etwa 100 Mann anrücken mußte. Zwei Polizeibeamtc sowie einige Demonstranten sind schwer verletzt worden. Der polizeiliche Ordnungsdienst ist in Paris nach Mitter- nacht wieder ausgehoben worden. Die kommunistische Revolte, als die die Unruhen am Freitag anzusprechen sind, ist niedergeschlagen worden. Z« einem letzten heftigen Zu- fiwnfpu-st. 0xi dem 10 Personen dnrch Schüsse und Hiebe Verletzungen davongetragen Huven, kam es kurz vor Mitternacht an einem Unter- grundbahnhos, als die Kommunisten eine Barrikade zu er, richten versuchten, die von der Polizei im Sturm genommen wurde. Auch am Nordbahnhof, in den sich einige Trupps von Demonstranten geflüchtet hatten, kam es um Mitternacht zu einer Schießerei. Die Polizei setzte 200 Kommunisten nach, die sich in einen Untergrundbahnhos geflüchtet hatten, und Überwältigte sie nach lebhaftem Kamps. Den Vertretern der Presse erklärte der Junen, minister, es habe eine Reihe von Zusammenstößen statt- gefunden, bei denen viele Revolverschüsse abgegeben worden seien. Etwa 20 Polizisten seien verletzt worden und bei vier von ihnen sei der Znstand besorgniserregend. Alles in allem habe sich alles so abgespielt, wie man erwartet hätte. Die Zahl der Verhasteten wird mit 800 angc- gebe«. Die Zahl der verwundeten Kommunisten steht noch nicht fest, scheint jedoch sehr hoch z« sein. Nach den letzten Berichten sind 32 Polizisten verletzt worden» davon fünf schwer. Paris. Ministerpräsident Doumergue hat a» die Bürger von Paris einen Ausruf erlassen, in dem er sie auffordert, von jeder Agitation Abstand zu nehmen. London hordif auf Kein„Kriegskabinett", aber. TNB. London, 10. Febr. Ueber das neue französische Kabinett schreibt der„Daily Telegraph", es wäre falsch, das Kabinett Doumergue als Kriegskabinett zu be- zeichnen, vielmehr könne man es sowohl in innenpolitischer wie in außenpolitischer Hinsicht ein„Tasety-sirst-Kabinett" nennen. Die Aussichten für die Annahme der englischen Abrüstungsvorschläge durch Frankreich seien allerdings unter einer solchen Regierung schwächer denn je. Möglicherweise sei das Höchste, wozu Doumergue und seine Kollegen ihre Zustimmung im gegenwärtigen Zeitpunkt geben könnten, der italienische Plan für die Begrenzung der festländischen Armeen auf den gegenwärtigen Stand. Der liberale„NewS Ehronicle" bedauert, daß die englische Regierung das neue französische Kabinett sofort mit der Ver- fügung von schweren Vergeltungszöllen auf französische Waren begrüßt hat. _ Der Pariser Berichterstatter des sozialistischen„Daily Herald" betont, daß die vier wichtigsten Mitglieder des neuen französischen Kabinetts, nämlich Doumergue, Herriot, Tardieu und Barthou, energisch gegen jegliches A u f r ü st u n g S g e st ä n d n i S an Deutschland seien. „Daily Expreß" glaubt nicht, daß die Außenpolitik BarthouS von der bisherigen französischen Außenpolitik ab- weichen werde. Ein„Notverband" So sagt das„Feuerkreuz" Paris, 10. Febr. Der Vorsitzende der Frontkämpferver- einigung„Feuerkreuz" veröffentlicht eine Erklärung, in der mit Bedauern festgestellt wird, daß die Regierung Doumergue nur ein Behelfsmittel ohne Bestand und eine Einigung der Parteien ohne geheiligten Charakter sei. Ju ihr säßen hoch achtbare Persönlichkeiten zusammen mit politischen Geschäfte- machern und Neusozialisten, die der Roten Fahne dienten. Es handele sich also nur um einen Notverband für die schwärende Wunde. Wir wollen diesen Notverband nicht abreißen, heißt es in der Erklärung weiter, aber wir bleiben auf der Hut und machen uns bereit, das fressende Geschwür, das bald aufbrechen wird, vollends zu äsubern. Die Erklärung schließt mit einem Aufruf an die Feuerkrcuzler. sich bereitzuhalten für den Ruf des Vater- landes. der den ehemaligen Frontkämpfern gelte. 150 Icfireibmaschiiienseitei« Ober die hitlerdeutschen Einmischungen in Oesterreich Direkte Unterstellung der Landeshauptleute unter den Bundeskanzler? London, 9. Febr. Wie Renter erfährt, ist das öfter- rcichische Dossier über die deutschen Einmischungen in Oester- reich in London eiugetrosseu. Es sei 139 Schreib« m aschincnseiten lang und in deutscher Sprache gehalten. Es werde zur Zeit im Foreign Office übersetzt. Den Amtsstelleu sei daher zur Zeit noch keine Stellungnahme möglich. dnb. Wien, 9. Febr. Bundeskanzler Doli fuß empfing in den Nachmittagstunden den Bundessührex der Heim- wehren, Starhemberg, den Rnndeskommissar S t e i d l e und eine Reihe von Heimwchrsührern. Die Konserenz des Bundeskanzlers mit den Landeshauptleuten über die Forde- rnngen der Heimwehren nach Dnrchstthrnng des autoritären Regierungskurses in den Rundesländern ist aus Montag ver- schoben worden. In der Regicrungspresse wird Freitagabend erklärt, das, das erste Studium zur Durchführung des neuen ontorltären Kurses bereits abgeschlossen sei. Eine durch- greifende Neugestaltung des gesamten öffentlichen Lebens stehe bevor. Die Regierung plane angeblich, die Landes- hauptlente unmittelbar dem Bundeskanzler zu unterstellen und ihnen gemeinsam mit einem engereu beratenden Aus- schuft die Führung in den Bundesländern zu übergeben. Die notweudige» Entscheidungen über diese grundlegende Bcr- fassuugsresorm liegen aNei» bei Bundeskanzler Dr. Dollsuft. vegen(llr linke Wien, 9. Febr. Zu den gegen den Republikanischen Schutzbund und die Sozialdemokratische Partei seit einigen Tagen durchgeführten Maßnahmen in Wien und Niederösterreich, die unter der Arbeiter- schalt große Erregung hervorgerufen haben, erläßt die Polizeidirektion eine längere Mitteilung, in der gesagt wird, es handle sich um ein Borgehen gegen einen„unerhörten verbrecherischen Anschlag bolschewistisch marxistischer Ele- mentc gegen die Bevölkerung und die Sicherheit des Staates", der durch die Wachsamkeit der Behörden habe ver- hindert werden können. Zahlreiche Verhaftungen wurden durchgeführt, darunter solche leitender Schutzbund- sunktionäre. Bon den Verhafteten lägen teilweise bereits Geständnisse vor. Ausdrücklich wird betont, daß sich die behördlichen Maßnahmen keineswegs gegen die Arbeiter- schaft als solche richten. Die Arbeiterschaft wird davor ge- w a r n t, sich„von verbrecherischen Elementen zu Demonstrationen irgendwelcher- Art mißbrauchen zu lassen". Im Zusammehang damit wird insbesondere auf die Streik- Verordnung der Bundesregierung hingewiesen. Die Meldung von Waffensnnden in den Häusern der Sozialdemokratie wirb dementiert. * London, 10. Febr. Der österreichische Gesandte in London stattete am Freitag dem Foreign Office erneut einen Besuch im Zusammenhang mit der Uebergabe des österreichischen Dossiers über die angebliche deutsche Einmischung in Oester- reich ab. Auch die französische und italienische Regierung haben, wie verlautet, je eine Abschrift des österreichischen Schriftstückes erhalten., Resigniert der Pfarrentolbund? Die Verwirrung in der evangelischen Kirche geht weiter Berlin. Reichsbischof Müller setzt seinen Weg als preußi- scher Kirchcndiktator fort. Seine jüngsten Verordnungen, über die wir eingehend berichtet haben, wenden sich gegen die oppositionellen Pfarrer, denen die zwang»- weise Versetzung in andere Pfarrämter, die provisorische Versetzung in den Ruhestand oder die Beurlaubung in Aus- .ficht gestellt wird, und zwar durch direkte Verfügung des .Landesbifchvf und ohne Einspruchsrecht. B e i m P s a r r e r n o t b u n d i st t i e f e R e s i g n a t i o n e i»gekehrt. Die führenden Männer stehen unter staat- licher Uebcrwachung und sind teilweise schon von ihren Pfarrämtern suspendiert. Die kirchenpolitiiche Rolle des Bundes ist ausgespielt, die Bewegung in den Gemeinden ist aber nicht zum Stillstand gekommen. Die kirchliche und religiöse Krise bleibt hinter der spanischen Wand, mit der sie dank den Maßnahmen des autoritären Kirchcnregimcnts den Blicken der Oeffentlichkeit entzogen wird, bestehen und kann später nochmals zum Durchbruch kommen, wenn die radikale Strömung der„deutschen Christen" maßgebend wirb. Acußcr- lich herrscht gegenwärtig eine völlige Stille. Ein neues Geistliches M i n i st e r i» m der Reichskirche ist, so wird der„Neuen Zürcher Zeitung" ans Berlin berichtet, noch immer nickst zustande gekommen. Es gibt ein Hin nnd Her aller möglichen Kombinationen und Kandidaturen. U. a. ist die Rede von Pros. Go garten in Breslau, dem Verfasser bekannter theologischer Bücher, der früher zur Richtung Karl Barths gehörte, sich aber davon trennte und auch au? der Glaubensbewegung..deutscher Christen", der er sich vorüber- gebend angeschlossen hatte, im Dezember des letzten Jahres austrat. * Im Kampf mit dem Katholizismus Rom, 9. Febr. Der„Osscrvatore Romano", das offizielle Organ des Vatikans, besaßt sich mit dem Ruch Alfred Rosenbergs:'„D-r Mythus des 2 9. Jahrhunderts". Der Artikel ist ans einen Ton äußerster Heftigkeit gestimmt. Die Razitheorie der„arischen Christen" wird als„eine ekelhafte Lüge" bezeichnet. Das Buch Rosen- bergs atme den widerlichsten Fanatismus und sei geeignet, den religiösen und Rassenhaß zn säen. Die Bewegung der „deutschen Christen" habe einen verruchten und materiali- stifchen Charakter.—„Osservatore Romano" erklärt, das Regime, das vorgebe, das deutsche Volk zn einigen, sei anti- christlich, antinational und unmenschlich. Rumänischer Naziführer verhaftet Bukarest, 10. Febr. Die Polizei verbiete den ersten Unterführer der faschistischen„Eisernen Garde", Motca, der sich bisher verborgen gehalten hatte. Der Chef der Eisernen Garde, Zolla Codrenauu und der Leiter der Todcsabteilnng der Garde, Szilagq, werden noch gesucht. 1« In der Nähe von Armentieres, dicht an der sran- zösisch-belgischcn Grenze, hätten drei Geschwister im Alter von 7 bis 11 Jahren eine aus dem Kriege stammende deutsche Granate von 77 M i l l t m et e r entdeckt. Der älteste Bruder schleuderte die Granate gegen einen Stein, wobei sie explodierte nnd alle drei Linder schwer»er- letzte. Eins von ihnen ist nach der Einlieferung ins Kranken- Haus seinen Verletzungen erlegen. E>n Hauptmann des 9. afrikanischen Jäger-Regiments in Constantine wurde von seiner Ordonnanz angegriffen, die ihm zwei Messerstiche versetzte. Der Täter erklärte, er habe sich jllr Zurechtweisungen des Hauptmanns nnd seiner Frau rächen wollen. Der Znstand des Verletzten ist bedenk- lich. Der Hanptmann hatte gegen seinen Untergebenen in der Rotwehr süns Schüsse abgegeben, ohne zu treffen. Die Greuelnachricht Jack Conny, Besitzer nnd Herausgeber der Milwaukee Preß, saß in seinem Büro. In der zitternden Hand hielt er ein Manuskript, das soeben aus Europa eingetroffen und seines Inhaltes wegen dem Allgewaltigen persönlich zur Prüfung unterbreitet worden war. Der Inhalt war eine Greuelnachricht aus Deutschland. Jack Conny, dessen ciycnt- licher Name Isaak Cohn lautete, entsetzte sich aus tiefstem Herzen über das, was er las. Er entsetzte sich nicht allein aus menschlicher Anteilnahme. Seine Abneigung, so etwas drucken zu müssen, war nicht minder groß. War das alte Deutschland, wo so etwas geschah, nicht auch sein Deutschland, das Deutschland seiner Väter? Und nun sollte er hingehen nnd den amerikanischen Spießern, den Nachkommen einstiger Glücksjäger und zum Teil gewesener Verbrecher, die als nun gesittete Bürger von USA. seine Milwaukee Preß lasen, zugestehen, daß es auch in seinem herrlichen Deutschland, dessen Kultur er nie geniig zu rühmen vermochte, Verbrecher, Postenjäger, Schnüffler gab, denen die rohe Gewalt oberstes Gesetz wars Jede Greuelnachricht bereitete Jack Conny eine neue Gewiffensqual. Während er sann nnd sann, war Clifton, sein Chekredak- teur, ins Zimmer getreten. Er sah das gequälte Gesicht des Chefs, das Mannskript in seiner Hand nnd wußte Bescheid. „Es ist wahr! Ich habe mich erkundigt," sagte Elision ohne Einleitung.„Sie haben ihren größten Erfinder, de» Mann, der sie im Kriege mit Munition versorgt, der ihnen Brot geschaffen, kurz, der sie über Wasser gehalten hat, zu einer einzigen blutigen Masse geschlagen. Wir müssen das bringen. Mr. Conny. Die Welt hat ein Anrecht darauf zu wissen, was ans einer wissenschaftlichen Kapazität, wie der Betraf- jene es war, geworden ist." „Lebt er noch?", hauchte Conny, als ob er selbst verant- wortlich sei. „Erstaunlicherweise ja. aber..." „O, solange er lebt, ist Hoffnung," ermutigte sich Conny. „Worauf?" „Daß wir schweigen können über das, wa? geschehen ist" Bei diesen Worten trat Smith, der erste AnSlandsredak- teur, mit seinem Kollegen Perkins, der als Zweiter rcdi- gierte, beim Chef ein. „Schweigen dürftn wir nicht. Mr. Conny," widersprach Smith lebhasi.„Aber wir können ja jagen, der große Er- finder sei tödlich— verunglückt!" „Sagen wir lebensgefährlich." schlug Perkins vor. ,An seinem Aufkommen werde gezweifelt." ergänzte einer. Oder noch besser, er sei schwer erkrankt, das ist weniger durchsichtig." meint» Jack Connn alias Isaak Cohn,„die Aerzte seien indes nicht ohne Hoffnung." „Zu wenig sensationell, Mr. Conny. Wir müssen auch ans Geschäft denken," ermahnte Clifton, „Richtig!" bestätigte Conny. „Ich Habs," rief der erste Auslandsredakteur.„Wir werden berichten^ der Erfinder fei bei einem epochemachenden Ex- peritpent verunglückt." „Das desavouiert da? Können eines deutschen Gelehrten," widersprach Isaak Cohn. - End gäbe auch keinen plausible» Grund, warum der Verunglückte nicht besucht werden kann," ergänzte Clifton. „tliid wie wäre folgendes," schlug der fantasievolle Perkins vor,„der Erfinder ist einer neuen umwälzenden Entdeckung auf der Spur und hat sich feit Tagen in feine Laboratorien zurückgezogen, Ivo ihn niemand stören darf." „Nicht übel, aber wo bleibt, die Sensation, Herr Kollege?" „Die Sensation?— Hin,— die Erfindung eben." „Welche Erfindung?" „Eben die, die wir andeuten." „Wir müssen sie nennen." „Nennen?— Gewiß— natürlich— also erfinden wir eben eine Erfindung." 1„Eine sensationelle!" „Eine aktuelle!" „Eine, die Weltiiuercsse hat." „Wissen Sic eine?" „Hm, inaic könnte. „Oder Sie, Mr. Conny?" „Nichts, das möglich wäre." .»Muß-es denn möglich sein?- Aussehen muß es erregen, darauf kommt es an." „Dann Hab ichs!" schrie Perkins und stürzte davon... Am andern Tag lasen die Abonnenten der Milwaukee Preß und einen Tag später die Leser aller Zeitungen der Welk: „Aus sicherer Quelle erfahren wir, daß der berühmte deutsche Chemiker nnd Erfinder Professor$ auf Veranlassung der deutschen Regierung aus Wochen nnd Monate hinaus sich völlig isoliert hat, um unter eigener höchster :Lebeiisgesahr der Wirkung eines neu entdeckten Serums nachzugehen, das die Unterschiede zwischen arischer und .nichtarischer Blntmischung ausheben soll. Man darf aus dieser Meldung den Schluß ziehen, wie irrig die viel ver- breitete Meinung ist. daß das heutige Deutschland die nichtarischen Volksgenossen zu verfolgen oder zu denach- teilige!! trachte, lieber Inhalt und Resultat der leider so lebensgefährlichen Arbeit des deutschen Gelehrten werden wir zur gegebenen Zeit berichten." Damit hatte die Milwaukee Preß ihre Sensation und die Weltpolitik ein Aniigrenel-Märchen. das ihr und dem Welt- gewissen ein äußerst willkommenes Ruhekissen war, vaba. Vor dem Generalstreik. Um die öffentlichen Betriebe DNB. Paris, 19. Febr. Der Generalstreik am Montag scheint fast hundertprozentig befolgt werden zu wollen. Ob die Eisenbahner sich anschließen werden, steht noch dahin. Die Eisenbahnergewerkschaft kommnnistischcr Richtung hat die Streikparole ansgegeben. Die Eisenbahner sozialistischer Tendenz wollen lediglich den Dienst für eine Viertelstunde bzw. einige Minuten, je nach der Beschäftigungsart, zum Zeiche« des Protestes unterbrechen. Die Bersorgnng von Paris mit Elektrizität, Gas und Waffer ist. wie die Stadt- Verwaltung ankündigt, sichergestellt. Das„Echo de Paris" bezeichnet es als nicht ausgeschlossen, daß der Generalsekretär der französischen Gewerkschaften, Jouhaux» vielleicht in letzter Minute den Generalstreik absagen könnte, da Mi- nisterpräsidcnt Doumergue sich bereiterklärt habe, in der Regierungserklärung einen Passus aufzunehmen, der die Arbeitersreiheiten garantiere. Ilm Chiappe Er wird nicht wieder Polizeipräfekt Paris, 10. Febr. Der„Figaro" behauptet, daß Minister- Präsident Doumergue bei seinem Vorschlag, den früheren Polizeipräsekten Chiappe wieder einzusetzen, aus den Wider- stand der Minister Herriot und Marquet gestoßen sei, weil die Sozialisten gegen Chiappe wegen seiner„faschistischen" Net- gungen den Bannstrahl geschleudert hätten. Doumergue habe nichtsdestoweniger Chiappe seinen früheren Posten ange- boten: jedoch eine abschlägige Antwort erhalten, weil Chiappe der neuen Regierung keine Schwierigkeiten bereiten will. Chiappe komme nun, so erklärt der Figaro, als Botschafter für Brüssel ober auch als Generalgouverneur für Algerien in Frage. „Echo de Paris" erklärt, es liege in der Absicht der Re- gierung Doumergue, das Pari a m e n t sofort nach Ver- abichicbiina der notwendigen finanziellen Maßnahmen in die Ferien zu schicken. Baikan-Paht unterzeichnet Stärkung der französischen Position Der Balkanpakt ist am Freitag von den Außenminister« Rumäniens, Griechenlands, der Türkei und Tüdslawiens unterzeichnet worden. Er zerfällt in eine Präambel und drei Artikel. Sein Inhalt läßt sich dahin zusammenfassen, daß die vier unterzeichneten Länder sich gegenseitig ihre Balkan- grenzen garantleren. Sie verpflichten sich, ohne vorherige gegenseitige Mitteilung keinerlei Aktion gegen jeden ander« Balkanstaat, der das Abkommen nicht unterzeichnet hat, zu unternehmen. Desgleichen ohne Zustimmung der andere« vertragschließenden Parteien keinerlei politische Berpflich- tnng einem anderen Balkanstaat gegenüber zu übernehmen. Das Abkommen tritt mit der Unterzeichnung in Kraft. Jeder andere Ralkanstaat kann ihm beitreten, nachdem sein Antrag aus Beitritt durch die vertragschließenden Parteien einer wohlwollenden Prüfung unterzogen worden ist. In der Präambel heißt cS«. a., daß der Pakt abgeschlossen sei, um zur Festigung deS Friedens am dem Anika« bcizu- tragen. Die vertragschließenden Parteien seien. fest ent- schlössen, die Achtung der bereits bestehenden vertraglichen Verpflichtungen und die Aufrechterhält»«« der gegenwärtig auf dem Balkan herrschenden territorialen Ordnung zu sichern. * Dieser Balkan-Pakt stärkt die Position Frankreichs und der Kleinen Entente in ganz Mittel-, Süd- und Osteuropa. Er genießt aber zugleich die stärkste Förderung seitens der Sowjetunion, die ihren intimsten Freund, die fo sch i sti sch-d i k ta t or i sche Tür h ei. veranlaßt und unterstützt hat. sich diesem Balkan-Pakt anzuschließen, obgleich er nicht das restlose Wohlwollen Mussolinis genießt, der sich jetzt bemüht, aus Ungarn, Oester, reich, Bulgarien und Albanien einen neuen Balkan-Pakt unter italienischer Führung zustande, zu bringen. Gemeinsam wäre beiden ein Ziel: Die scharfe Stellungnahme gegen Hitler,— aber verschieden wären die Anschauungen über die' t e r r i- t o r i a l e Ordnung aus dem Balkan. kine kriedensrede „Japan will nicht Selbstmord begehen" Nenyork, 10. Febr. Der neue japanische Botschafter in Amerika, Taito, traf am Freitag in Nciiyork ei». Zu Pressevertretern sagte Salto, daß der Gedanke an einen japanisch-russischen Krieg Fantasie sei. Wenn Japan Mit Rußland Krieg führen würde, dann bedeute dies den SUUs mit allen anderen Nationen einschließlich Amerika. Japan wolle aber nicht Selbstmord begehen. «tauen gegen die Nazi über grille Memel muß für Hitlers Sünden büßen dnb. Kowno, 9. Febr. Die Litauische Telegrafenagentur veröffentlicht eine Meldung, die die Rerhaftung von Führer« der Nationalsozialistische« Volksgemeinschaft bestätigt. dnb. Memel, 9. Febr. Bon der litauischen StaatSsicher- hcitspolizei wurde Freitag früh in Memel eine große Aktion gegen die Nationalsozialistische Noltsgcmeinschast des Mcmeler Gebiets lFührer Dr. Reumannj nnter- nommen. Fast zu gleicher Zeit habe» Polizeibeamte bei der Memcler Geschäftsstelle der Nazis und bei einer Reihe von führenden Mitgliedern der Nationalsozialistischen Bolls- gcmcinfchaft Haussuchungen vorgenommen. Der Führer der Partei, Dr. R e u m a n n, sowie die Mit- glieder Erich Lappin, Heinz«linger und Horst Lemm find verhaftet worden. Ob der Stadtverordnete Walter Pries, der ebenfalls Mitglied der Nazis ist, sich noch i» Haft beftuver. läßt sich zur Zeit nicht feststellen. Tatsache ist, daß er Freitag früh nach der Haussuchung von Polizeibcamten abgeführt worden ist. Ebensalls hat eine Haussuchung in den Räume» des MemeUänbischen Kulturbundes stattgefunden. Auch aus Heydekrug werde« Haussuchungen bei bekauute« Nazi-Mit, gliedern ge«cld«t. Die Strecke „Auf der Flucht erschossen 1 »» ßediflos! Ausländer in Deutschland Berlin, in. Februar. Zwei Budapest» Kaufleutc, Julius Marten und Alexander Schwarz, hatten im Jahre 1926 in Berlin ei» gemeinsames Unternehmen zum Ankauf von Immobilien gegründet. ES ergaben sich Abrechnungsschwierigkeitcn, und Schwarz oerklagte seinen Kompagnon wegen 1600 Mark. Die Klage, die noch vor dem Naziregime in Deutschland ein- gereicht worden mar, wurde jetzt von der Zivilkammer mit einer Begründung abgelehnt, die ein Schlaglicht auf die In- stitution wirft, die sich in Deutschland immer noch„Justiz" nennt. In der Urteilsbegründung heißt es: „Wohl hat der Gerichtshof... in bezug auf etwa dreißig strittige Punkte die Beweisaufnahme angeordnet. Seither hat sich aber die Auffassung des Volkes geändert und dem muß der Gerichtshof Rechnung tragen... Gerade solche Geschäft« wie die vorliegenden, die von Mitgliedern einer fremde» Rasse und Vertretern sremder Rassen geschloffen wurden, haben dazu beigetragen und zumindest den äußeren Anstoß zur Umgestaltung der Aus- sassung des Volkes geböte«. Räch der zum Sieg gelangten allgemeinen Auffassung verstößt es gegen die guten Sitten, deutschen Grundbesitz den Angehörigen fremder Raffen und Staaten zum Zwecke geschäftlicher Dransaktionen zu über- lassen... Es ist nicht Ausgabe der deutschen Gerichte, Komplikationen zu lösen, die zwischen den Anhängern fremder Raffen und Bürgern sremder Staate«— M c zu Jmmobilieu keine nähere Beziehung haben— entstanden sind..• Praktisch bedeutet dieses Urteil die Verweigerung des Rechtsschutzes sür Ausländer. Staatsleindlldie„Biochemie" Offensichtlich soll nur das Verbands vermögen gestohlen werden Aus Berlin wird berichtet: Berlin. 10. Febr. Gestern wurden der Präsident des..Bio- chemischen Bundes", Hein, und dessen Sekretär. Boigt. von der Staatspolizei Potsdam in Schutzhaft ge- nommen. Nach den bisherigen Ermittlungen soll Präsident Hein im Lause des letzten Jahres 20 666 Mark zum Nachteil der Mitglieder des Bundes verschleudert haben. Hieran soll auch sein Sekretär beteiligt gewesen sein. Bei dem Bund Handel« es sich um eine Organisation, die über ganz Deutsch- land verbleitet ist und zahlreiche Anhänger umfasse. In dem Häuptsitz des„Biochemischen Bundes", der sich in Potsdam befindet, liefen alle Fäden der weilverbreiteten biochemischen Heilmittellehre in einer Zentralstelle zusammen, die auch die Unterorganisationen im Reich, die Vereine für Mineral- stofflehre e. V. zusammenfasse. Dem in Schutzhaft befindlichen Präsidenten Hein und seinem Sekretär wird weiter auch Verächtlichmachung des Staates und seiner Or- gane zum Vorwurf gemacht. Mit der kommissarischen Führung des Bundes ist inzwischen der Kaufmann Henselcr beauftragt worden. Die beiden Schlußsätze zeigen, daß es um die Verbands- l e i t u n g durch einen Nazi und»m die Verfügung um das Verbands vermögen geht? is in d: Ursache des Korrup- tionsgeschteis. „Krtegerhosle" herrsdik Ueber Kunst und Wissenschaft Auf einem Herrenabend im Nationalen Klub in Berlin sprach der Gruppenführer von Berlin und Staatsrat Ernst. Er erinnerte daran, daß vor der Machteroberung Hitlers die Aufgabe der SA. in der Vernichtung des Marxismus be- standen habe. Nach der Machtergreifung aber sei es Aus- gäbe der SA., die Kernkaders für die künftige Freiheits- armee Deutschlands zu bilden. Auch wenn heute mit Rücksicht auf das Ausland der Führer manches nicht offen sagen könne, so müßten doch unter dem Mantel des„großen Tarnungsmanövers" die eigentlichen Absichten rücksichtslos weiter verfolgt und realisiert werden. Ernst erklärte, daß für die nächsten Generationen die deutsche Kriegerkaste die herrschende sei. dann erst könnten Wissenschaft und Kunst wieder zur Geltung kommen. Durchgreifen! Gegen„Gerüchtemacher" Das Staatspresseamt in Hessen n..-„In letzter Zeit, besonders seit Verkttndung des Gesetzes über den Neuausbau des Reiches, machen sich wieder jene Elemente unangenehm bemerkbar, deren ganze Tätigkeit darin besteht, ihrer mehr oder weniger lebhaften Phantasie freien Lauf zu lassen und ihre Volksgenossen mit den unsinnigsten Gerüchten zu überschwemmen. Wieviel besser wäre es. wenn diese Ge- rüchtemacher ihre„unbezähmbare Arbeitssreudtgkeit" statt dessen dazu benutzen wollten, für das Bolksganzc nutz- bringende Arbeit zu leisten und sei es auch nur, indem sie sich einen Maulkorb anlegten. Aber all jene Schwätzer sollen sich gesagt sein lassen: Die Regierung sieht nicht mehr länger diesem voltsschädlichen Treiben zu, sondern wird mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln durchgreifen und da- bei auch vor der Anwendung schärfster Strafen nicht halt machen." „Gerüchte und Miesmacher" Auf Veranlassung des Tonderbeauftragten des Obersten Führers, Polizeipräsidenten Gelberg lKrefelds, wurde am Samstag der SA.-Scharführer Theo Wierig aus Neuß festgenommen und mit sechs Tagen Polizei- a r r e st bestrast sowie seines Dienstgrades enthoben. Er hat unwahre Gerüchte und R-leidigungen über den Sturmbann- führet vom Stab der T^ndarte 257, Göbbels. verbreitet. Der Sonderbeauftragte warn e erneut vor der Verbreitung von Gerüchten und Miesmachereien. Gefängnisse überfüllt! Zu den Meldungen über die angeblich beabsichtigt« Wieder- errichtung eines Zuchthauses in Werden lRuhrl teilt die Justizpressestelle in Dortmund mit, daß lediglich erwogen wird, das ehemalige Zuchthaus in Werden als Gefängnis lalso nicht als Zuchthauss wieder einzurichten. E s h a n d e l t sich hierbei um eine durch die starke Belegung der übrigen Gesängnisse deS Oberlandes- gerichtsbezirks bedingte Notmaßnahme. Verbotene Monarchisten Auf Grund des Verbots der monarchistischen Ver- einigungen sind in Thüringen folgende Organisationen aufgelöst worden: 1. Die deutsche Kaiserbewegung und sämt- liche in ihr zusammengeschlossenen Verbände. 2. Der Bund der Ausrechten, 3. Der Volksbund der Kaisertreuen. 4. Der Ring der Kaisertreuen: 5. Die Kameradschaft Hohenzollern- treue und 6. Der Preußenbund.— Inzwischen hat auch daS Anhaltische Staatsministerium das Verbot der mon- archistischen Bereinigungen ausgesprochen. Hochverräterische Klosettüren sJnpreß.s In der Berliner Buchdruckerei Selle-Eysler wurden aus einer Toilette oppositionelle Inschriften fest- gestellt. Die Direktion des Betriebes ließ Tür und Wand fotografieren und schickte ein Foto an die Geheime Staats- polizei. Anhand der Lohnbücher wurde festgestellt, daß die Handschrift des Druckers Freitag der Inschrift am ähn- lichsten war. Freitag wurde sofort entlassen, verhaftet und sitzt jetzt in„Untersuchungshast", trotzdem er nach wie vor hartnäckig bestreitet, die Inschrift angebracht zu habe». Stadtrat Kollwitz in Haft Der frühere Berliner Stadtrot Kollwitz, der beim Bezirks- amt Tiergarten tätig war, ist nach einer längeren Ver- nehmung in Untersuchungshaft genommen worden. Kollwitz wird vorgeworfen, daß er verschiedene geschäftliche Transakttonen zu seinem eigenen Vorteil und damit zum Nachteil der Reichshauptstadt durchgeführt hat: ferner wird er der Untreue beschuldigt.— Die Vorwürfe sind natürlich nur Vorwände, um einen Gegner des braunen Tustems zu erledigen. Ein„fröhlicher Gang" sJnpreß.s Der„Deutsche", die Tageszeitung der Deutschen Arbeitsfront, schreibt in einem Leitartikel:„Nichts macht heute so fröhlich als ein Gang durch die Berliner Arbeiter- viertel." Im lokalen Teil derselben Nummer meldet das Blatt:„Zahlreiche Gasvergiftungen— 6 Personen tot." In allen Fällen wird als Grund„Unvorsichtigkeit" angegeben. Messer mll dem Handbeil Die Rache dnb. Hamburg, 9. Februar. Das vom hanseatischen Sondergericht gegen Artvur Rotslag wegen„Mordes" ausgesprochene Todesurteil ist am Freitagmorgen im Hose des Untersuchungsgesäugniffes durch Handbeil vollstreckt worden. Der Reichsstatt« Halter hat von seinem Gnadenrecht keinen Gebrauch gemacht. Bei den im gleichen Falle zum Tode verurteilten Fischer, Willi Hellbig und Karl Deitmer hat der Reichsstaiihalter von seinem Gnadenrecht Gebrauch gemacht und die Todes» strafe in lebenslängliche Zuchthausstrafe umgewandelt.— Es handelt sich um die Rachejustiz des„dritten Reiches" wegen eines verkommenen Hitlerjungen, der im Streit mit politischen Gegnern ums Leben kam. Erau Torgier verhalle!! Der Luxus des Ministerpräsidenten Der nachfolgend abgedruckte Brief wird uns aus einem Ort des Saargebiets zur Verfügung gestellt. Der Absender ist beruflich über die Vorgänge in den regierenden Kreisen Berlins ausgezeichnet unterrichtet: Liebe.... ich will heute nur ganz kurz etwas mitteilen, was mir sehr viel Freude gemacht hat. Endlich ist man hinter die Treibe» reien der Frau Torgler gekommen. Ein guter Freund von mir, der genau unterrichtet ist, hat mir diese vertrauliche Mitteilung gemacht. Da ich aber weiß, daß Du ein großes Interesse an unserer Bewegung hast und Dich jederzeit in unseren Dienst gestellt hast, teile ich Dir das mit, damit Du siehst, wie energisch man hier bei uns durchgreift, was ja auch bei Euch nicht mehr allzulange dauern dürfte. Die Frau Torgler hat in letzter Zeit wieder sehr häufig bei einer ehemaligen Sekretärin der kommu- uistischeu Reichstagssraktion, die sich auf freiem Fuß befindet, verkehrt. Es handelt sich um eine Anna Rehme. Gott sei Dank ist jetzt die Geheime Staatspolizei hinter diese Schliche gekommen und hat zugegriffen. Bor einigen TagenwurdeFräuTorglerbeidergenauuten Sekretärin in der Wohnung angetroffen««!» » e r h a s t e t. Wohin die Frau des berühmten Kommu» nisteusührers gebracht wurde, weiß ich nicht, ist mir auch gleichgültig. Ich hoffe nur, daß man sie so bald nicht wieder herausläßt. Unser Preußenführer Hermann Göring hat sich etwas Wundervolles einrichten lassen: einen Park mit einer Reitbahn. Beides befindet sich unmittelbar hinter seinem wunderschönen Palais in der Prinz-Albrecht-Straße. Der Garten ist mit kostbaren Pflanze« ausgestattet. Ein Be» kanntet von mir hat kürzlich einen Blick in diese Anlage werfen können und ist entzückt von der Pracht und Kostbar« keit der Ausstattung. Er schätzte die Anlagekoften auf mehrere hunderttausend Mark. Ich finde, daß eine derartig lächerliche Summe sür die Verdienste, die unser Preußensührer erworben hat, nichts bedeutet. Ich nehme den Standpunkt ein, daß ein Mann, der sich so sür unser deutsches Vaterland aufopfert, unbedingt ein Stückchen Erde für sich habe» muß, aus dem er sich ausruhen kann. Da unser mutiger Ministerpräsident ein leideuschastlicher Reiter ist und sich nicht in seiner natürlichen Bescheidenheit bei seinen Spazierritten der begeisterten Bevölkerung als Schau» stück darbieten will, kann ich seinen Wunsch, der jetzt durch die wunderschöne Anlage zur Erfüllung gebracht wurde, nur verstehen. Das mag für heute genügen. Ich werde wieder von mir und unserem schönen Vaterland in nächster Zeit hören lassen. Es wird ja nicht mehr lange dauern, dann werdet auch Ihr erfahren, was es bedeutet, in einer Volksgemeinschaft zu leben, inderdasEinzeliuteressedem Interesse der Gesamtheit geopfert werden muß... Sireldier wird befördert Zum Lohn für die tüchtigste Judenhetze Nürnberg. 9. Febr. Gestern ernannte SA.-Minister Rohm den berüchtigten Antisemiten Julius Streicher, der in seinem„Stürmer" »ach wie vor die gemeinste und niederträchtigste Jodenhetzo entfaltet, zum Gruppenführer der SA. Der neue SA.-Führer wird die im„Stürmer" immer wieder geforderte Rieder- knüppelung der„jüdischen Untermenschen" nunmehr höchst persönlich durchführen könne». Er wird die ihm unterstellte SA. zu noch größerer Bestialität, zu noch gemeinerer Juden, bekämpsung als bisher gebrauchen. Es ist kennzeichnend für die ganze Verlogenheit Adols Hitlers, der diesen berüchtigten Judenhetzer Streicher zum SA.-Führer ernennt und damit die in Deutschland lebenden Juden einem sadistischen Psycho, pathe» überantwortet. Den luden geschieh! nlchis „In keiner Weise bedroht" Karlsruhe, 0. Febr. sJnpreß.s Ter jüdische Arzt Dr. Wag- ner ans Triberg hat sich, seine Frau und sein Kind mit Morphiumeinspritzungen zu tö.en versucht. Das Kind ist inzwischen gestorben. Der nationalsozialistische„Führer" stellt dazu fest:„Vom Ortsgruppenleiter wird ferner aus- drücklich bestätigt, daß irgendeine Bedrohung oder Verfol- gung Dr. Wagners in gar keiner Weise in Frage käme." Einige Zeilen vorher schreibt der„Führer" dagegen, daß Dr. Wagner„infolge ungesetzlicher verbotener Handlungen" nach Offenbach gebracht werden sollte. Die„Handlungen" des Arztes werden mit keinem Wort präzisiert. Eine Vandaleniat Mosesstandbild zerstört Die Mosessigur am Bahnhof von Herzogenrath, die im Jahre 1856 auf der Weltausstellung in Paris mit einem Diplom bedacht worden und seit dem Jahre 1868 am Bahnhos Herzogenrath aufgestellt war, wurde das Opfer eines Anschlags. Die bisher noch unbekannten Täter haben vermutlich de» Kops des Standbildes durch ein Seil mit einem Eisenbahnwagen verbunden und dann den Wagen in Bewegung gesetzt. Dabei hat das Seil den Kops der Figur abgerissen. Auch die Gesetzestafeln sind in Trümmer gegangen. Die Figur war 3,66 Meter hoch und hatte ein Gewicht von 7566 Kilo. Die Bahnpolizei verfolgte die Täter und gab auf die Fliehenden auch einige Schüsse ab, konnte sie aber nicht ergreifen. Die Tat hat— so berichtet die „Kölnische Zeitung"— bei der Bevölkerung allgemeine Empörung hervorgerufen... „Deutsche Freiheit", Nr. 33 ARBEIT URO WIRTSCHAFT Sonntag Montag. 11. 12. Febr. 1931 RoOlands rrahjahrsanbao Antrieb zur Steigerung M o s k a u, 6. Febr.(FSU.) Die Anbaufläche für die Frühjahrsaussaat. die durch Dekret vom 31. Januar für das laufende Jahr festgesetzt wurde, ist um 2 Millionen Hektar (von 95 auf 92,9 Millionen Hektar) gegenüber dem Vorjahre verkleinert worden. Diese Verkleinerung geht auf Rechnung der Anbaufläche der bäuerlichen Einzelwirtschaften. Die Staatsgüter(Sowchosen) erhöhen ihre Anhaufläche für Frühjahrsgetreide von 10 auf 11.8 Millionen, die Kollektivwirtschaften von 60,8 auf 68.3 Millionen. Die vorgesehene Anbaufläche für bäuerliche Einzelwirtschaften wird von 18.1 auf 12,8 Millionen Hektar vermindert. Besondere Aufmerksamkeit ist der Steigerung des Weizenanhaus gewidmet. für den eine Fläche von 19,3 gegen 18,9 Millionen Hektar vorgesehen ist. Die Anbaufläche für Hafer soll von 10,6 auf 12,5 Millionen gesteigert werden. Dies hängt damit zusammen, daß die Viehzucht, insbesondere die Pferdezucht, in den letzten Jahren an Hafermangel zu leiden hatte. Eine wichtige Bestimmung dieser Anhaufläche ist, daß für Flächen, die über den Plan hinausgehend besät werden, die Ablieferungspflicht für Getreide an den Staat entfällt. Damit wird ein neuer Antrieb für die Steigerung der Anhaufläche gegeben, wenn auch das Hauptziel bleibt, die qualitative Leistung zu steigern und eine höhere Getreideproduktion nicht so sehr durch Steigerung der Anbaufläche als durch Erhöhung des Ertrages zu erzielen. Donau-WirfsdiaH Richtlinien einer Angestellten-Konferenz Die Angestelltengewerkschaften der Tschechoslowakei, Oesterreichs und Ungarns haben beschlossen: Als Ansatz zur Gestaltung der Donau-Wirtschaftsgemeinschaft wird die wirtschaftliche Koalierung der Länder: Oesterreich. Ungarn, Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawien angestrebt, um von diesem Ausgangspunkte einer mitteleuropäischen Konsolidierung weitere Nachbarländer in den Kreis der Donau Wirtschaftsgemeinschaft einzuheziehen. Im Vordergrund der wirtschaftlichen Annäherung der Donauländer steht die Erweiterung des Austausches der Güter. Für die Handelsvertragspolitik genügt der mechanische Ausgleich der Handelsbilanzen von Land zu Land nicht, vielmehr kommt es darauf an, eine Prosperität der gesamten Donau wi. tschaft herbeizuführen. Als nächstes Mittel kann die Vereinbarung von Vorzugszöllen unter den Donauländern angesehen werden. Soweit die Vorzugszölle die bestehenden Mcistbegünstigungsabmachim- gen einschränken, ist bei den notwendigen Ausnahmen auf die gleiche Behandlung aller Länder zu achten. Die wirtschaftliche Annäherung kann sich nicht auf die Begünstigung im Zollsystem beschränken. Die handelspolitische Verständigung ist durch gleichgerichtete Verkehrs-, wäh- rungs-, induslrie- und agrarpolitische Maßnahmen zu vervollständigen. Zur Marktaufteilung können zwisdienstaatliche Kartelle in manchen Produktionszweigen beitragen. In diesem Falle ist für den Schutz der Konsumenten gegen Kartellmißbräuche durch öffentliche, inner- und zwischenstaatliche Kontrolle zu sorgen. Ueher den Rahmen dieser einzelnen Auskunftsmittel hinaus erstrebt die Arbeitsgemeinschaft die Ausgestaltung des Systems der Bevorzugung in der Zollbemessung zum Zollend Wirtschaftsbündnis der Donaustaaten mit dem Ziele der Herbeiführung einer zwischenstaatlichen Arbeitsteilung. Die Gestaltung der Donau Wirtschaftsgemeinschaft soll und darf nicht zur Donau-Autarkie führen, sie wird im Gegenteil als ein einheitlich gerichtetes Wirtschaftsgebiet die verhängnisvolle Autarkie kleiner Nationalwirtschaften überwinden und ihre organische Eingliederung in die Weltwirtschaft bewerkstelligen. Voraussetzung für die Gesundung der Donauländer muß .sein, daß für die zu treffenden Maßnahmen nicht die machtpolitischen Erwägungen der Großmächte, sondern die eigenen wirtschaftspolitischen Gesichtspunkte der Donauländer entscheidend sind. Insbesondere verlangt die Arbeitsgemeinschaft die Sicherung der Unabhängigkeit Oesterreichs durch seine Neutralisierung. Ruinierte Rauchwarenbranche Eine Folge des Judenboykotts Der Reichsverband der Deutschen Rauchwarenbranche, Sit) Leipzig, e. V., Leipzig, vollführt um seinen Niedergang folgendes unklare Gerede: Wenn vor Jahresfrist die Hoffnung auf eine Verbesserung in der Rauchwarenbranche ausgesprochen wurde, so erlebte der Leipziger Platz zunächst eine große Enttäusch u n g. Erst gegen Ende des Jahres haben sich die Ausblicke für die Zukunft etwas günstiger gestaltet. Es stehe außer Frage, daß ein Teil der Angehörigen der Branche nicht nur insAuslandabgewaudert ist, sondern auch einen Teil der Kundschaft mitgezogen bat. Diese in der Hauptsache jüdischen Geschäftsleute haben durch Niederlassungen im Auslande die Konkurrenzmärkte von Leipzig zu stärken geholfen. Seit einigen Monaten sei e i n e g e- wisse Rückbildung dieser schädigenden Einflüsse zu verspüren. Es müsse immer wieder betont werden, daß jüdische Firmen, die ihre Geschäfte ordnungsmäßig führen, ihrem Gewerbe im Leipziger Rauchwareuhandcl ungestört nachgeben dürfen.(!) Wenn die Absatzmöglichkeiten wieder gefördert werden können, wenn durch Herbeischaffung genügenden Materials der Leipziger Platz wieder interessant gestaltet werden kann, wenn auch kapitalkräftige nichtarische Firmen mit ihrem großen, zahlungsfähigen Kundenkreis Leipzig wieder bevorzugen, dann werde auch die nötige Kundschaft nicht fehlen, und der Ausfuhrüberschuß sich mit der Zeit wieder einstellen, der stets für die deutsche Handelsbilanz ein starker Aktivposten gewesen sei. Die Siemens-Absdillisse Tiefstand— Hoffnungen Der Gesamtumsatz des am 30. September beendeten Geschäftsjahres hat mit 144(186) bei Siemens u. Halske und 185(224) Millionen Reichsmark bei Siemens-Schuckert einen neuen Tiefstand erreicht. Auf den ganzen Konzern berechnet, beträgt er nur noch 41 Prozent des Standes von 1929/30. In den letzten Monaten aber lag der Bestellungseingang bei S. u. H. über den Fabrikationsziffern, so daß der erhöhte Auftragsbestand Gewähr für erhöhte Beschäftigung im laufenden Jahr bietet. Das schwierigsteProhlem bei der Beschaffung von weiterer Arbeit ist für die Siemens- Betriebe die Zurückhaltung der Reichspost in der Bestellung von Fernsprecheinrichtungen. Der Vorstand betont im Geschäftsbericht, daß die Reichspost aus ihrem Arbeitsbeschaffungsprogramm zwar Aufträge erteilt, daß diese abernichtdenAusfallausgleichenkonnten, der dadurch entstand, daß die normalenAufträgeso gut wie ausgeblieben sind. Die gesamten Bestellungen der Reichspost auf diesem Gebiete hätten kaum ein Viertel des entsprechenden Umsatzes in den Jahren vor der Krise ausgemacht. Im Verhältnis zum Gesamtgeschäft, in dem der Abfall etwa 50 Prozent betrage, sei daher der Rückgang des Apparategeschäftes mit der Reichspost trotz der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wesentlich stärker. In den letzten Monaten hat sich die Beschäftigung der Werke dadurch gehoben, daß ebenso wie in anderen Wirtschaftszweigen das Inlandsgeschäft sich belebte und die Arbeiten für die Rundfunksaison hinzukamen. Manglaubt jedoch, mit einem weiteren Rückgang des Auslandsgeschäfts rechnen zu müssen. Einzelhandel 1933 Noch niedriger als 1932 Die..Wirtschaftsbelebung" erweist sich wieder einmal durch hitleramtliche Eingeständnisse als Schwindel. Das Jahr 1933 hatte einen noch geringeren Einzelhandelsumsatz als das Jahr 1932. Man rechnet zwar für Dezember eine Steigerung um reichlich 70 v. H. heraus. Kommt aber dann doch zu dem Ergebnis, daß, auf das Jahr 1933 berechnet, ein Umsatzrückgang von 3. v. H. zu verzeichnen ist. Ausgehend von der Umsatzsumme von 1932, die die Forschungsstelle für den Handel beim RKW. auf 21,5 Milliarden Reichsmark berechnete, ist also der Einzelhandels- umsat)1933iufziemlidigeuau21Milliardeti Reichsmark anzunehmen. Gegenüber dem Höchststand der Umsätze nach der Inflation, der 1928-29 mit je 35 Milliarden Reichsmark erreicht war, ist demnach ein Wertrückgang von zwei Fünfteln eingetreten. Im Gegensatz zu früheren Jahren bedeutet aber der nochmalige kleine Umsatzrürkgang des Jahres 1933 unter Berücksichtigung einer leichten Preissenkung keine Verbrauchs- einachränkung. Die braune Grundsuppe Was der Reichswirtschaftsminister Schmitt so gern sagen möchte, was er sich zu sagen nicht getraut, das sagt Ida Schulze-.Bei schärferein Btäunen schmeckt die Suppe nachher brenzlig." Das ist das Rezept, nach dem die deutsche Wirtschaft behandelt werden muß. Ale Wirtschaftsminister Schmitt das anzudeuten wagte, ging ein Sturm der Entrüstung durch die deutsche Presse und der Freiherr von Schröder, Aspirant auf sein Ministerium, wetterte, sprach von Landesverrat. Die XI irtsehafterin Ida Schulze, die zu Grevenburg residiert(wo liegt das?, selbst Brockhaus weiß es nicht), hat keinerlei solche Hemmungen, sie spricht diesen Satz nicht nur, sie verkündet ihn vielen tausend Lesern durch den Druck. Ida. du mutiges Mädchen, recht hast du ja— aber das Konzentrationslager winkt! Der Verlag Velhagen& Kissing. Bielefeld— Leipzig, hat die tapfere Ida unter seinen besonderen Schutz genommen, er hat-ihr Buch verlegt und in hoher Anfluge vertrieben. Es lag zur letzten Weihnacht unter jedem bessern Tannenbaum. die Hausfrau stürzte sich mit Begeisterung darauf — dabei ist es schierer Landesverrat! Denn wie anders soll mau es verstehen, wenn bereits auf Seite 4 des Werks ein Kaprel..Biotine Grundsuppe" überschrieben ist und»o beginnt:„In heißem, hellbraunen Fett, auch gehacktem Speck wird das Mehl so lange gerührt, bis es selbst hellbraune. Earbe angenommen hat." Der Reichsgerichtsrat Bänger in Leipzig wird keine Sekunde zweifeln, daß dies ein Absatz aus dem Braunhuch ist, daß mit solchen häßlich umschreibenden Worten Greuelmärchen ins treue deutsche Volk getragen werden. Das Braunbuch der Ida Schulze, dessen Beschlagnahme wir jeden Tag befürchten müssen, ist den deutschen Frauen gewidmet. Und den Manen der Henriette Davidis, jener wackern Dame aus Westfalen, die als Klassikerin der deutschen Küche seit unvordenklichen Zeiten zwischen dem Auswahl-Goethe und Theodor Körners gesammelten Werken auf jedem aut bürgerlichen Bücherbrett stellt. Es hat sich offenbar nicht recht feststellen lassen, wie es u:n die Almen der großen Kochkünstlerin bestellt ist. zumal ihr Name mancherlei dunklen Vermutungen Raum gibt. Aber es läßt sich auch nicht leugnen, daß ihr Lebenswerk im Herzen der deutschen Frau so eisern verankert ist, daß der alles umstürzende Nationalsozialismus zwar daran rütteln, es aber nicht herausreißen konnte. So daß Fräulein Ida Schulze aus Grevenburg. die ein Gott trieb und Frau Magcia Göhbels autorisierte. an die Bräunung ging. Die uns jetzt vorliegt: „Davidis-Schulze. Das neue Kochbuch für die deutsche Küthe Mit 16 Farbtafeln, 29 Bildern für Anrichtekunst und vielen Zeichnungen im Text, Bielefeld Leipzig 1933." Die Henriette Davidis problematischen Angedenkens war zwar eine Liberalistin, sie sagte fröhlich: man nehme... „und daiau* erklärt sich vielleicht manches traurige Vorkommnis, das sich unter gesunden Wittsdiaftsverhältnissen nicht ereignet hätte." So bemerkt Fiäulein Ida im Geleitwort. Und sie hat im Gegensatz zu Henriette festgestellt,, daß braune Nahrungsmittel eine Macht bedeuten und daß bei Mangel daran ein ganzes Volk in wenig Jahren verfallen kann. Nicht nur köt perlith. audt moralisth." Kein Gericht darf künftig auf den Tisch der wahrhaft deutschen Frau gelangen. das nicht unzweideutig durch seine Farbe die zuverlässige Gesinnung seiner Veitilger kundgibt „Ob dieses Ziel erreitht uird oder nicht, liegt lefjten Endes in der Hand der deutschen Fruit, die groschenweise die Millionen verausgabt, welche die Wirtschaft des eigenen Landes lebenskräftig erhalten, oder aber, ihr entzogen, blutleer machen." Der Liberalismus aber ,. minderte fühlbar die alte, fast sprichwöi llith gewordene Liebe zur Kodikunst. Leider denn in ihr liegt ein gut Teil deutschen Gemütes verborgen." Ein gemütvolles Fräulein, die Ida Schulze. Da sagt sie auf Seile 142:„Alis Mensdilichkeitsgründen und im eigenen Interesse sollen Unkundige die Hand vom Messer lassen. Ungeeignete Instrumente, Zaghaftigkeit. Gedankenlosigkeit und Unkenntnis verursachen unnötige Qunlen." Wem tagen Sie das. Fräulein Schulze? Aber seien Sie unbesorgt, seit die Hitlerjugend beiderlei Geschlechts mit dem Weidmesser ausgerüstet ist, wird es bald keine Unkundigen mehr geben. Auch der Gummiknüppel, das Beil und andere„ungeeignete Instrumente" werden künftig fortfallen bei der Befriedung des Landes. Zaghaftigkeit?— sowas gibts doch nicht im „dritten Reich". Es muß das richtige Braun sein, sagt Fräulein Ida Schulze: Heringe„mit tranig riechendem, dunkelgelben Fett sind minderwertige, veraltete Ware. Sie wird vom Ausland gern abgestoßen und billig angeboten." Auf Seite 19. Denn veraltete Ware— im Inland gibt es die nicht! Ueberhaupt, auch die ganz feinen Sachen kennt das Ausland nicht:„Die besten Krebse aller Länder liefert Deutschland. Die Krebse der europäischen Süd- und Westküsten— sogenannte Gali- zier— sind minderwertiger." Aber:„Kaviar ist der Rogen von Hausen, Sterlet und Stör, frisch durch das Sieb ge- tneben und gesalzen. Der wertvollste russische, kommt für die deutsche Küche seines phantastischen Preises wegen wie auch aus andern, naheliegenden Gründen zur Zeil nicht in Frage. Mit Kaviar ist stets deutscher, Nordsee- oder Llbkaviar gemeint. Er kann in bezug auf Preis nicht als Luxus gelten, der Ve-brauch nützt der deutschen Fischindustrie. Fiir deutsche Ware wird Gewähr für ein- wandfreie Beschaffenheit übernommen, für russische nicht." Wer trotz der Garantieverweigerung des Fräulein Schulze russischen Kaviar dem deutschen vorziehen sollte, kommt in Schutzhaft. Immer ausgenommen natürlich der Minister Göring, dem eine gewisse Vorliebe für Beluga-Maloasol nachgesagt wird. Oder auf Seite 301:„In der Küche wie auch bei Krankheitsfällen können die französischen Rotweine durch deutschen Hvidelbeeiicein. mit dem sie sowieso gefäibt oder verschnitten sind, erseht werden. Ihm ist die scharfe Säure der französischen Weine nicht eigen." Dabei gibt es immer noch— auch iiu„dritten Reich"— Leute, die trinken alten Burgunder statt des auf Flaschen gezogenen Heidelbeerweins der Tante Ida. Auf Seite 151 aber gibt es:„Ente als Eintopfgericht für Führer." Ein Gericht, daß einem der Heidelbeerwein im Munde zusammenläuft:„Die Ente wird in dünnflüssiger weißer Gl undsoße gekocht, je nach Alter eineinhalb bis dreieinhalb Stunden. Zu Beginn der legten Kochstunde werden in Scheiben geschnittene rohe Kartoffeln und Tomaten dazugegeben. Zu salzen im Verlauf der Kochdauer. Abzuschmecken mit Maggi. Die Tomatenkartoffeln werden um die Ente mit der Soße angerichtet. Mit Petersilie zu überstreuen" Also deutsche Männer und Frauen— vom Truppführer an aufwärts:„Arn 11. Februar Enteneintopf. Für fünfzig Pfennig pro Person!" Alles Nähere bei Fräulein Ida Schulze. Auch um den guten Ton in allen Lebenslagen sorgt sich die Tante aus Grevenburg. Da gibt es auf Erden so etwas, das heißt Schnepfendrecli. Aber nicht bei dem ehrbaren Fräulein Schulze. Da heißt es, Seite 157,„das Eingeweide, gleichviel ob roh oder zubereitet, heißt Schnepfenbrot. Jede andere Bezeichnung dafür, obwohl gebräuchlich, ist unschön." Seihst Görings neues Jagdgesetz wird durch Fräulein Ida populär gemacht. Die fürwahr, und vor allem auf Seite 132 eine gute Staatsbürgerin ist:„Alles für Küchenzwecke benötigte Wild ist in Wildhandlung oder von Persönlichkeit zu kaufen, die zur Ausübung der Jagd berechtigt ist. (Jagdschein)." Wobei Fräulein Schulze zart durchblicken läßt, daß sie weder im Besitz dieses noch irgend eines andern Jagdscheins ist, wie böse Leute wohl vermuten möchten. Denn sie setzt sich, ein echtes, wenn auch nicht ganz blutfrisches Hitlermädel, auch für die Rassereinheit ein, in ihrem Bereich, für die der Pilze:„Es kommen— wenn auch sehr vereinzelt— unter eßbaren, einwandfreien Arten gesundheitsschädliche vor(viel/eicht sind es Bastarde, nichtarische Pilze, als solche äußerlich nicht erkennbar. Die Verf.)" Ganz wie unter Menschen. Was aber soll der deutsche Mann sagen, wenn er bemerkt, daß das hraunhäutigr und-beendige Fräulein Ida Schulze auf Seite 41 das Gemüsekapitel mit diesem Zitat beginnt:„Wir gedenken der Kürbisse, Gurken. Lauch. Zwiebeln und Knoblauch. die wir in Aegypten umsonst aßen. Moses IV. 11, 5." Zwiebeln, Fräulein Schulze? Zitat aus den Werken des berüchtigten Moses? Verehrte Volksgenossin, wie kommen Sie uns vor? Und es ist keine Entschuldigung, wenn Sie dann Seite 62 fortfahren:„Zwiebeln sollen nach alter, wie nach Erfahrungen im Weltkrieg, Darmkrankheiten, entgegenwirken. Zwiebelessende Völker wurden weniger davon heimgesucht." Und wenn schon, Fräulein Schulze, die Deutschen verbitten es sich, unter die zwiebelessenden Völker gerechnet zu werden. Und wir brauchen dazu nicht erst Moses! Denn schon Wilhelm Busch hat es gesagt:„Die Zcviebel ist der Juden Speise, das Zebra trifft man stellenweise." ^ut dem„Westland'' Schwarzer Verrat u WWW Beschwerde des Erzbisdiofs Gegen die Katholikenverfolgung Köln, 9. Febr. Tic heftigen Kämpfe zwischen Hitlerjugend und katholischer Jugend, die seit Wochen in zahlreichen Orten der Erzdiözese Köln zu Zusammenstößen auf der Straße und vor Gotteshäusern gesiihrt haben, veranlassten den Kardinal- erzbischöf von Köln zu einer persönlichen Beschwerde beim Reichskanzler. Er hat in einer mehrstündigen Unterredung dein Reichskanzler reiches Material über die Ausschreitungen der Hitlerjugend auch gegen Pfarrer vorgetragen. Tag es sich nicht um spontane Kundgebungen handelt, bewies der Kirchenfürst durch den Bortrag von parteiamtlichen Anffvr- derunge» und Trohungen und durch die katholikenfeindliche Sprache der nationalsozialistische» Presse. Ter Schritt des Kardinalerzbijchoss ist außergewöhnlich, da weder in der Monarchie noch in der Republik ciue solche Beschwerde jemals nötig gewesen ist. Während der harten .Kulturkampfzeit erfolgte die Unterdrückung gcivisser Gebiete des katholische» Lebens durch Reichsgesctzc, abgesehen davon, dag es zu tätlichen Angriffen damals kaum gekommen ist. Jetzt tobt sich P a r t e i l e i d e n s ch a s t unter ist u f c n auf den Reichskanzler gegen die k a t h v- l i s ch e I u g e n d aus. Ter Kardinalerzbischof hat sich zu der Reise ans den dringenden Wunsch des KleruS entschlossen. Ter Reichs- kanzler hat beruhigende, aber keineswegs befriedigende Erklärungen abgegeben. Kaplan In Schutzhaft Aus Aachen berichtet die nationalsozialistische Presse: Ter Polizeipräsident hat im Einvernehmen mit dem Ge- Heimen Polizeiamt Berlin den.Kaplan Josef Seyen- deckcr ans Aachen, der sich am 4. Februar 1984 w ährend eine» Gottesdienstes in äußerst scharfer und belei- digender Form gegen die von Rcichsminister Tr. G ö b b e l S i'm 39. Januar 1984 im Sportpalast in Berlin gehaltene Rede und gegen Magnahmen der Regierung wandte, in Schutzhaft genommen. Tie A n s f ü h r n n g c n des Kaplans S e n r n d e ck e r iv a r e n in derart her- g u s fordernder Weise vorgetragen iv o r d c n ,' das, dadurch bei e i» e in großen Teile der K i r ch e n b e i u ch c r Unwillen und Empörung in höchstem Maße erregt wurden. Tas Berhaltcn des Kaplans wiegt um so schärfer, als er sich nach seiner eigenen Aeußerung seiner st a a t s s c i n d l i ch e n Handlung vollkommen bewußt war. Er wurde zwecks Turch- sübrung des ordentlichen Strafverfahrens dem Richter vor- geführt. „Vernidifef die Ketzer" Briefspionage gegen katholische Priester Ter„Westdeutsche Beobachter" schreibt: Was wir unter„schwarzem Bcrrat" verstehen, misten am beste» die Leute, die es angeht, die alle» Warnungen zum Trotz immer wieder Kirche und kirchliche Organ isa- t i o n e n für ihre egoistischen m a ch t p o l i t i s ch e n Zwecke benutzen! Die immer wieder den Frieden der Gemeinden durch hetzerische Kanzelreden stören, die in Oesterreich, an der Saar, in Neu-Belgien und überall, wo sie Einfluß haben, gegen Teutschland wühlen! Oder ist es etwa kein„schwarzer Verrat", was der sich in Ren-Belgicn in Sicherheit wiegende Zentrumspater Ferd. M. Schau ff aus dem Salvatorianerkloster in Welkenraedt unter dem 23. Januar 1984 an den Pater Alois Scheid! S. T. S. im Salvatorianerkloster in Wien schrieb: Welkenraedt, den 22. Januar 1934. Lb. H. P. AloiS! Einige Bitten: 1. Bitte besorgen Tie mir an umstehende Adresie 5—19 Exemplare des Hirtenbrieses der öfter- rcichischen, Bischöfe zu Weihnachten 1983(Gegen den Nationalsozialismus): 2. Bitte legen Sic w. m. einige interessante Nrn. der Wiener Reichspost bei: 3. Geben Tie mir bitte die Adresse vom Othmar Saural an.— Hassent- lich machen Ihre Auslagen nickt zuviel auS! Wegen der Grenze kann ich Ihnen zunächst dieselben nicht ersetzen. Aber jedenfalls tun Sic ein gutes Werk.— I m ü b r i g e n wünsche ich von H e r z c n, d a ß T o l l s u ß S t e g e r bleibt! O kelix Anstria! Im Bezirk Aachen ist heute gegen die kath. Bereine erneut Uniform-, Aufmarsch- und Betättgungsoerbot(in Wort und Schrift) ergangen!! Tas nennt sich Konkordat! Trotzdem: Bcrpreußen lasten wir uns nicht!— Heil Brüning! Heil T o l l f u ß! N i e ö c r mit den braunen Gaunern! Herz- l i ch c Grüße Ihr P. Ferd. M. T ch a u f f. Ter Mann, der diese in Teutschland ansgesangene Post- karte schrieb, ist wie sein Wiener Kollege nach wie vor im Amt. Kein e kirchliche Behörde hat ihn bis heute beurlaubt. Niemand ist weiter gegen die sich ans den Reihen des früheren deutschen Zentrums rekrutierenden Hetzer einge- schritten, die täglich in den Blättern des SaargebieteS, Luxemburgs, Eupen-MalmedvS usw. das katholische Teutsch- land, das sich beute freudig zu Adolf Hitler bekennt, besudeln. Nun muß aber Schluß gemacht werden. N i ch t d e r S t a a t, nicht seine Organisationen, nickt die NSTAP. fordern, daß diese Hetzer vernichtet w c r d e n, s o n d c r n Millionen e h r l i ch e r, t r e n e r katholischer Deutscher! Auch Sport verboten Für die konfessionellen Jugendvereine Ter Polizeipräsident von M ü n ch e n- G l a d b a ch erläßt eine Beringung, wonach er den k o n s e s s i o n e l l e n I n g c n d v e r b ä n d e n in Münchcn-Gladbach und Rhcndr bis ans weiteres das Tragen von Uniformen oder uniform- ähnlicher Kleidung und das geschlossene öffentliche Auftreten mit Wimpeln und Jahnen verbietet. Gleichzeitig vcr- bietet der Polizeipräsident den konfessionellen Jugend- verbänden auch das Tragen von Abzeichen und das Tragen einer einheitlichen Kluft als Ersatz der Unisormierung sowie jede sportliche Betätigung. Ale Grund des Berbotes führt der Polizeipräsident verschiedene Borkälle der letzten Zeit an, an denen konfessionelle Jugendverbände beteiligt und die geeignet waren, die öffentliche Ruhe und Ordnung erheblich zu gefährden. Kradi im„Stahlhelm" Der neue Jahneneid"-» Htnanswuri aller Nichtgleichgeschalteten ^ Berlin, 9. Febr. Ter Bundcsfnhrer des Stahlhelm?, Franz Seltne, veröffentlicht, in Verbindung mit der Eingliederung der SA. R. 1 in den organisatorischen Aufbau der Gesamt- SA., im„Stahlhelm" einen Befehl an den Bund, in dem er zunächst die bestimmte Erwartung ausspricht, daß jeder Stahlhelmkamerad, der nicht körperlich oder beruflich ver- hindert sei, seinen Dienst in der SA. R. weiter tue wie bis- her. Er erklärt sodann, daß er dem Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, im völligen Einvernehmen mit dem Führer Adolf Hitler für die Zukunft die Aufgabe stelle, das für den Bestand und die Entwicklung der Nation unentbehrliche Ideengut des Frontsoldatentums im Sinne des National- sozialiomas zu bewahren und zu pflegen. Bis zur Turch- iührnng weiterer Anordnungen wegen der organisatorischen Gliederung und der Besetzung der FührcrstcUeii des Stahl- Helms hätten alle öffentlichen Veranstaltungen des Bundes zu unterbleiben. Er ordne an, daß der innere Bundesbetrieb auf die zur Ilnterrichtung der Kameraden notwendigen Ver- fammlungen beschränkt bleibe. „In einzelnen Teilen des Reiches," so sähet dann der Be- fehl Scldtes fort,„ist dem Stahlhelm, Bund der Frontsol- datcn, in der letzten Zeit vorgeworfen worden, er verfolge reaktionäre Bestrebungen oder er sei zum Sammelpunkt der Reaktion geworden. Ich weiß, daß diese Vorwürfe nicht be- rechtigt sind. Wer wirklich des Fronterlebnisses teilhaftig geworden ist, kann niemals reaktionär sein. Personen, die glauben sollten, hinter der Deckung des Stahlhelinabzcichens staatsfeindliche oder reaktionäre Ziele verfolgen zu können, haben im Bund« nichts zu suchen und werden aus ihm ent- lernt werden. Nachdem uns in dem Frontsoldaten Adolf Hitler der große Führer unseres Volkes geschenkt worden ist, habe ich aus vollster, ehrlichster Ucberzeugung den Stahl- Helm deni Führer zur Verfügung gestellt und unterstellt. Ich will im Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, eine getreue Gefolgschaft Adolf Hitlers führen. Deswegen, und um allen Verdächtig«»geil des Bundes von vornherein auch den Schein des Rechts z» nehmen, ordne ich an, daß bis zum 28. Februar jeder Stahlhelmlamerad ans sein Mannes» und Soldatenwort schriftlich mit eigenhändiger Unterschrist die unbedingte Gefolgschaft nuscres Führers Adolf Hitler zu geloben und sich für sie zu verpflichten hat. Tie Berpflich- tungcn sind gesammelt bei den Ortsgruppen zu verwahren. Die Landesverbände melden bis zum 15. März, daß alle Stahlhelmkameraben ihres Bereiches verpflichtet und die- jcnigen. die eine Verpflichtung abgelehnt haben, aus dem Bunde ausgeschlossen sind." » Tic von jedem Stahlhclmcr zu unterzeichnend« Berpflich- iung hat folgenden Wortlaut:„Auf Mannes- und Soldaten- wort gelobe ich unbedingte Gefolgschaft dem Führer Adolf Hitler. Ich verpflichte mich, aus Befehl des Führers an jeder Stelle der Nation mit allen meinen Kräften zu dienen und allen staatsfeindlichen Bestrebungen, seien sie reaktionärer oder marxistischer Richtung, rückhaltlosen Widerstand ent- gcgenzusctzcn. Ort und Datum. Eigenhändige Unterschrift/ Gleichzeitig hat Teldte angeordnet, daß allein die in Berlin erscheinende Zeitung„Der Stahlhelm" das amtliche Organ des Bundes ist. Mit Wirkung vom 1. April 1984 wird allen anderen Zeitungen und Zeitschristen verboten, im Titel oder Untertitel das Wort„Stahlhelm" zu führen. Kirdienbläfler verboten! Deutschnationale Führerin ausgebootet Ter Obcrpräsidcnt der Provinz Westfalen hat die in Witten erscheinende Sonntagszeitung„Kirchlicher Sonntags-< grüß für die evangelische Kirchengcmeinde Dortmund" und das in Biclefeld-Bethel erscheinende„Westsälische Sonntags- blatt für Stadt und Land" auf die Dauer von zwei Wochen verboten. Tie langjährige Fübrcrin des Tentsch-Evaugelischen Frauenbundes, T. Paula M ü l l e r- O t f r i e d, hat die Leitung dieser großen evangelischen Frauenorganisation, an deren Spitze sie 33 Jahre stand, niedergelegt. An die Spitze des Teutsch-Evangelischen Frauenbundes tritt nach dem Ausscheiden von Frau Müller-Otfried Sic. Meta E v l- Hannover. Mit dem Werk des Rundes ist sie schon seit Jahren durch Unterrichtsarbeit am christlich-sozialen Frauen-Scminar und durch eine ausgedehnte Vortrags- tätigkeit verbunden. In den letzten Jahren war Sic. Meta Eyl mit der Seelsorge an den Studentinnen betraut. Sie ist Nationalsozialtstin. Paula Müller-Otsried war langjährige dcutschnationale ReichStagSabgeordncte. Serehe Urteil aufgehoben! DNB. Leipzig, 8. Febr. Das Reichsgericht hob am Don- ncrStag in Abweichung von den Anträgen deS Reichs- anwaltes das Urteil des Landgerichtes i Berlin vom 16. Juni 1933 insoweit auf, als der frühere ReichSkommissar für Arbeitsbeschaffung Tr. Gcrcke wegen fortgesetzter Un- treue und der BerbandSsekretär Freigang wegen Beihilfe hierzu zu ziveicinhalb Jahren bzw. vier Monaten Gefäng- niS verurteilt worden sind und das Verfahren gegen diese Angeklagten im Falle des Hindenburg-WahlfondS auf Grund des Strafsrciheitsgesctzcs eingestellt ist. Die Sache wird zu nochmaliger Verhandlung und Entscheidung an die Vor- instanz zurückverwiesen. Die«einenden Luisdien „Als zweitklassige Menschen behandelt" In Westfalen ist ein großer Jammer im Königin- Luisen-Bund eingekehrt. In der Vertreterinnentagung des gesamten Landesver- bandes des Königin-Luifen-Bundes in Tortmund legte die Landesfiihrerin von Westfalen, Frau Clara Kalt>, heuner, Tortmund, ihr Amt nieder. Gleichzeitig baten im Anschluß an den nachstehenden Brief der Landes- führerin an die Bundesführerin Frau von Ha d e I n um Entbindung von. ihrem Eid: die ftellver- tretende Landesführer in, drei Gauführe- rinnen, der Landesverbandsjugendmart und Canitätswart, vier Gau jugendwarte u n d i n s g e f a m t 8 9 O G.- F ü h r e r i n n e n bzw. OG- Iugendwarte. Bund Königin Luise Landesverband Westfalen Tortmund, den 8. Februar 198l. Banrat-Marx-Allee 12 An die Bundesführerin des Bundes Königin Luise. Freifrau von Habel» Halle S. Sehr verehrte Frau Bundesführerin! Tie ganzen Z u st ä n d e i m W c st c n und im Lande?- verband Westfalen haben sich n e u e r d i n g s der- artig zugespitzt, daß ich aus tleistet Gewissensnot heraus mich dazu veranlaßt fühle, Ihnen folgendes zu unterbreiten: Ich kann grundsätzlich Ihre Ansicht nicht mehr teilen, daß der Bund Königin Luise in seiner Eigenart erhalten bleiben muß. Tie ganze Arbeit des Bundes b c fi q h t heute in. E. n» r n o ch i» d c m K a m p f um fei» F ort- bestehen. Tadurch treiben wir einen Keil in die Bolls- gsmelnschaft, die das höchste Ziel des nationalsozialistischen Staates ist. Ein Jahr ist seit berüationalsozialisttschen R e v o l u t i o n v e r g a n g e n, o h n c d a ß d e r B u n d i n irgendeiner Weise etwas erreicht l> a t, was sein Fortbestehen rechtfertigt. Im Gegenteil! Tie wertvollsten Kräfte bis in die kleinsten Einheiten werden unnötig zerrieben und zermürbt. Es ist trotz Eingabe dem Bund nicht gelungen, ein Arbeitsgebiet zu erhalten.— Nene OÄ., Jugend- und Kindcrkreise Minen nicht gegründet werden. Jugend unter 21 Jahren darf nicht verpflichtet werden. Werbeveranstaltnngen jeder Art sind untersagt. Tie Sanitätsarbeit ist nnS genommen und dem Roten Kreuz unterstellt. Ter RS.-Franenschast ist es neuerdings untersagt,„Nach den Vorgängen im Berliner Zoo", unsere Veranstaltungen zu besuchen. Ich befürchte, daß nach dem erneuten Wühlen der Reaktion der Bund König! n Luise das Sammelbecken der Unzufriedenen und Reaktionären wird. Unsere Jugend wird als zweitklassige Menschen behandelt. Ich halte es für ein Verbrechen an unserer Jugend, wenn wir sie weiterhin»er Staatsjugend fernhalten. Seit 1928 steht der Bund in vorderster Linie im Kamps um die innere und äußere Beiremng des Vaterlandes, aber w i r h a b e n d a s Z i e l n i ch t c r r e i ch t, was der Führer wiederholt persönlich betont hat. Unsere Mission ist erfüllt, wir müssen uns damit abfinde», Pioniere und Wegbereiter gewesen zu sein. Aus dem starken sittlichen Verantwortungsgcsühl heraus, das ich den Mitgliedern meines Landesverbandes gegenüber empfinde, richte ich die dringende Bitte an Tic, sehr verehrte Frau Bundcssührerin, den Bund Königin Luise in seiner Gesamtheit f n die N S.- F r a u c n s ch a s t und den B T M. z» überführen oder aufzulösen. Tollten sie diesen meinen Anschauungen nicht folgen können, so bitte ich Sic, mich meines Treueides zu entbinden, damit ich Ihnen mein Amt zur Verfügung stellen kann. Ich bitte mir Ihre Entscheidung innerhalb drei Tagen mit- zuteile». gez. Fra» Elara K a l t h c» n c r, Landesführeri». Hauptsache ist Wehrhaftigheit Unübersehbare wehrpolitische Neuerscheinungen Außer den von der„Deutschen Freiheit"' bereits registrierten Büchern über Wehrwesc» sind im Laufe der letzten Wochen eine Fülle von Büchern und Zeitschriften- aussätze erschienen, die für die Gedankengänge der Hitler- scheu Politik bezeichnend sind. Wir geben eine Liste der .wichtigsten Bücher und Aufsätze: Billmann, Das t Soldatentum des lernen Ostens, Deutsche Wehr, T. 72t: Eochenhausen, Wehrpolitisches Verständnis, Wissen und Wehr, S- 471: L. Griseliberg, Wehrgedanke und Schule, Leipzig, Armanncn-Vcrlag, 1934? Schwann Gestcrding- Feperabend, 15 Unterofsizierthemen, Verlin, Mittler, 1934: Stehendes Heer und Miliz, Militär Wochenblatt, S. 649; v. Loebell, Milizen, Militür-Wochenblait, S. 673, 797, 739; H. von Manteustei, Reiter-ABE sür Schützen- und Feld- dienst, Berlin, Mittler, 1934; Müller-Loebnitz, das Heer im Rahmen der weltgeschichtlichen Entwicklung, Tl. Ol'tz.'Bd., T. 94t; Müller-Loebnitz, Miliz und Volkskraft, Dt. Ossz.- Bd., S. 1)17; Muß Frankreich abrüste»? Militär-Wochenblait, S. 677; Oertzen, Grundziige der Wehrpolitik, Hamburg» Hanseatische Verlagsanstalt. 1933; Tchmttthenner, Wehrhaft und frei, Langensalza, Beltz, 1934; Schwcndmann, Wer hat seine Abrüstnnasverpflichtungen verletzt? Wissen und Wehr, S. 405; Tie Wehrmacht im neuen Staate, Tt. Rundschau, S. 82; Wehrmachtverhältnisje i» Nationalitätenstaaten, Militär-Wochenblait. T. 799: Artilleriecntwicklung der Nack- kricgsiahre. Wissen und Wehr, Sonderheft, S. 9; In- fantericivafi'cn, Wissen und Wehr, Sonderheft; Larscn, Tie Geschichte der Kampfwagen, Deutsche Wehr. S. 48 u. a.; Straßcnpanzcrivagc» und Kampfwagen, Wissen und Wehr, Sonderheft: Chemische Waffen, Wissen und Wehr, Sonder- Heft: Tie Wasfentcchnik der anderen. Wissen und Wehr, Sonderheft; Tic Entwicklung der Luftwaffe in der Nach kriegszeit, Wissen und Wehr, Sonderheit; Flugwesen und Luftabwehr, Luftschutz Nachrichtenblatt, S. 279; Fürbringer, Alarm?: Tauche». U-Bvot im Kampf und Sturm, Berlin, Ullstein: Mahrholz, Tas Problem des Schießens auf hoher See, Tt. Wehr, S. 49; Taktik und Technik, T. 118; Tempel- Hofs, Nebelmittel der Flugzeuge, Wehr«nd Waffen, S. 565, S. 549; Vermeidung der Flugabwebrwirknng bei Bomben- angriffen, Luftschutz-Nachrickten-Blatt, T. 204: Wagner. Eisenbahn-Flugabwelirkanoncn, Wehr und Waffen, S. 589; Wiese, Luttschutzanfbau und Durchführung in einer Großstadt. Lustschutz-Nachrichten-Blatt. S. 289. Diese Biographie der letzten Wochen läßt sich ohne viel Mühe verzehnfachen. Wir geben nur Beispieles Deutsche Stimmen•©eilage zur.Deutschen Freiheit"• fretgnisse und Geschichten WH ' WßWM i i■/"■'*...' ionntaq-Montaq, den 11. und 11. Fabruar 1»34 Sie elegante Jleuolutum Im Hintergrund leben Zehntausende hinter den Stacheldrähten der Konzentrationslager, werden Tauaende von Proleten wegen ihrer Ueberzeugung erschlagen, im Vordergrund aber erleben die eleganten Damen und Herren des„dritten Reiche»" auf ihre Art den„Aufbruch der Nation". Die„Elegante Welt" erzählt darüber einige Kleinigkeiten. Man erfährt zum Beispiel, wieviel weniger Toilettensorgen die Damen jetzt haben: „Neuanschaffungen? Sie glauben gar nicht, wie wandlungsfähig alle» geworden ist, was wir Frauen tragen, und daß wir heute durch verschiedene Zutaten aus einer großen Abendtoilette drei oder vier neue Kleider machen. Gehört habe ich schon davon, aber das trifft nur auf den Schneider zu und nicht auf den Juwelier. Ungefähr doch. Erinnern Sie sich an mein Smaragd- h a 1 s b a n d, das Sie auf dem Ball der ausländibJien Presse im Adlon bewundert haben? Natürlich, ich habe es auf Gartier taxiert. Ererbter Familienschmuck, den ich mir von dem Juwelier Todt in Pforzheim habe umarbeiten lassen. Aber eine Dame in Berlin hat auch noch andere Sorgen: Ich hätte mich gern in Grindelwald an der Schweizer Damenmeisterschaft beteiligt, der Termin fällt nun gerade mit dem Bühnenball zusammen." Schlimm, schlimm. Doch sie wird getröstet: „Berlin wird sie reichlich für die entgangene Meisterschaft entschädigen. Den Tag nach dem Ball müssen sie sich ganz freihalten." Denn jetzt kommt die Volksgemeinschaft: „Der Sonntag ist als Hilfstag der deutschen Filmschaffenden ausersehen. Die Reichsfachschaft Film und die Fachgruppe Film der NSBO., die beide unter der Leitung von Karl Auen stehen, wollen in Gemeinschaft mit dem Gau Groß Berlin der NS.-Volkswoblfahrt die Veranstaltung durchführen, die das Publikum in ganz engen persönlichen Kontakt mit den deutschen Filmschaffenden bringen soll. Für die Winterhilfe?" Selix Sahn Man wird seiner im neuen Deutschland am 11. Februar gewiß nicht vergessen. Die hundertjährige Wiederkehr seines Geburtstages wird alle gleichgeschalteten Feuilletonfedern veranlassen, den Verfasser des auflagereichen„Kampfes um Rom", den Erforscher der germanischen Urzeit als Vor- käi pfer des„dritten Reiches" zu preisen. Sie können das sogar mit einer gewissen Berechtigung. Wie die deutschen Nationalliberalen zu treuen Gefolgsmannen Bismarcks wurden, weil seine Blut- und Eisenmethode ihnen die Tore des Weltmarktes öffnete, so hat der nationalliberale Rechtslehrer Dahn die Weltmachtsansprüche des imperialistischen Deutschland in modegemäßen historischen Romanen getarnt verkündet. Wie die Titel dieser Wälzer: Attila. Bissula, Gelimer, Fredegunds schon besagen— hat Dahn zumeist ihren Stoff der Zeit der germanischen Völkerwanderung entnommen. Vergessen sind sie alle mit Ausnahme des„Kampfes um Rom" und„Julians Apostata", in dem Dahn kulturkämpferische Töne anschlug, die den„Deutschen Christen" heute besonders wieder gefallen dürften. Die Geschichte seiner Tage bot ihm allerdings keine geeigneten Vorwürfe zum gewollten Zweck. Und wie die deutsche Parvenü gesell Schaft seiner Schaffenszeit traditionslos und stilunsicher ihren künstlerischen Ungeschmaek mit nachgemachter Renaissance bekundete, holte er für sie den Stoff zu heldischen Forderungen aus seinen geschichtlichen Forschungen. Doch da er ein wirklicher Forscher war, dessen Blick noch dazu juristisch geschärft, hat er nie das eigentliche Wesen des Germanentums so naiv verfälscht wie es die heu- Gewiß Wir erfahren auch einiges über den neuen Bühnenklub in der Viktoriastraße im einstigen Rathenaupalais. Und jetzt hört man die Volksverbundenheit der Dame der Gesellschaft mit dem stellungslosen Schauspielervölkchen: „Vielleicht fahren wir einmal vom Reitturnier eine halbe Stunde nach der Viktoriastraße." Es gibt natürlich noch andere große Ereignisse: Wann beginnt die Grüne Woche diesmal? Am 27. Januar. Die Ausstellung, über die Reichsbauern- führer Darre die Schirmherrschaft übernommen hat wird die sehenswerteste und auch räumlich größte Veranstaltung des Winters sein. „Und was bekommen wir diesmal zu sehen? Viele Sonderschauen, die Sie sicher interessieren werden. Unter anderem eine Ausstellung„Die Erneuerung der deutschen Bauernkultur",„Deutschlands Seidenraupenzucht",„Deutschlands Fleischversorgung". Ich werde mich, wie im vorigen Jahre, auch diesmal wieder Ihrer Führung anvertrauen. In der Rassehundausstellung werden Sie sicher besser Bescheid wissen als ich." Aber gab es nicht eine nationalsozialistische Bauernrevolution? Die Befreiung der deutschen Bauernschaft? Welche Spuren dieser„Revolution" zeigt die Grüne Woche? Die elegante Dame weiß von der großen Umwälzung und sie möchte etwas Wichtiges über ihre Auswirkung erfahren. „Ist der große Preis der nationalsozialistischen Erhebung auch international ausgeschrieben? Gewiß, er gelangt in drei Disziplinen zur Entscheidung. Dressur, Vielseitigkeit und Geschicklichkeitssprünge und Jagdsprünge. Auch ein Barrierenspringen und ein Rekordhoch- und-weitspringen sind als internationale Konkurrenz in das Programm aufgenommen worden. Liegen schon viele Nennungen aus dem Ausland vor? Wir können mit einer großen Beteiligung rechnen und werden es nicht leicht haben, wenn wir die wertvollen Preise im Inland behalten wollen." Vielleicht aber wird es diese elegante Revolution überhaupt noch sehr schwer haben. tigen Neuteutonen tun. Die von Grund auf demokratische Struktur der germanischen Volkskörper spielt deutlich muskelkräftig unter den poetischen Gewändern, mit denen er sie umgab. Und wenn Dahn es gelegentlich fast zu bedauern scheint: seine germanischen Heerkönige sind jedenfalls keine Diktatoren. Und er, der„Odius Trost" schrieb, wußte sehr wohl auch, daß der braunschwarze Göttervater nur der Gott der germanischen Führer- und Priesterschicht war, während die breite Masse der Freibauern und Krieger ihren göttlichen Vertreter im rotblondbärtigen Tor erblickten. Bezeichnenderweise ist es denn auch bei Dahn der donnernde Tor, der— wie hier kürzlich zitiert wurde— seinen kurzstieligen Hammer über die Welt wirft, auf daß sei»ein, soweit er fällt. Und da er niederfällt„an fernsten Süden» Rand", so folgert Dahn, daß es„freudig Germanenrecht, mit dem Hammer Land zu erwerben". Nun, der Hammer ist das Symbol der Arbeit. Und ein böser Marxist könnte(wenn er gar dem Hammer noch die Sichel gesellt) meinen, der wackere Tor sei gar kein rechter Vertreter der blonden Rasse, die mit dem Schwerte erobert, sondern nur ein nordisch getarnter Vorkämpfer der arbeitenden Klasse, die sich werktätig die Welt erkämpft...(Doch Pfui über solche unheroische Auslegung!). Die Geburtstagsartikelschreiber in Hit lerien werden so etwas empört von sieh weisen. Und sie werden Dahn, der am 3. Januar 1912 starb, als einen der Ihren preisen. Gönnen wir ihnen also diesen„Klassiker", da sie sonst keinen zum Zeugen haben. Korio. Voidecasiat fflehdelssohn Die Wiederkehr des 125. Geburtstages des großen Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy gab der gleichgeschalteten Presse Gelegenheit, zum Thema„Rasse und Musik" tiefgründige Ausführungen zu machen. Das erscheint auch notwendig, denn der Fall Mendelssohn-Bartholdy liegt schwierig. Der Komponist des„Sommernachtstraum" ließ die„Naturgeister aus nordischer Landschaft" lebendig werden. Er hat als Zwanzigjähriger Bachs Matthäuspassion entdeckt. Mit seinen„Liedern ohne Worte" schuf er die meistgespielte deutsche Hausmusik. Er gestaltete„mit den Augen Schwindts" die romantischen Themen urdeutscher Sagengestalten. des„verträumten Quellwesen», des wild anstürmenden Lebens und der von Feindschaft umbrandeten Frauenseele". Altdeutsche Volksliedtexte hat er zum Klingen gebracht, und von ihm stammt die Melodie des deutschesten aller deutschen Waldlieder„Wer hat Dich, du schöner Wald". Melodien, die sich vom Komponisten lösten und zum Volksgut wurden. An und für sich eine begrüßenswerte Tatsache, wenn— ja. wenn Mendelssohn eben nicht Jude gewesen wäre. Aber wir leben im Zeitalter arischer Ueberwertigkeitskom- plexe. Unmöglich, einem Juden zuzuerkennen, daß er in enger Volksverbundenheit seine Werke schuf. So werden„Wissenschaftler" aufgeboten, die den Nachweis zu führen haben, daß Joden keine deutsche Musik schaffen können. Musik, so schlußfolgern sie, ist„ins Sinnliche übertragener Ausdruck der Seele". Die Seele aber ist ein eigenes selbständiges Wesen, das voll in einen Körper hineingeboren wird. Und das ist für sie bedeutungsvoll. Sie tritt damit in „das denkbar innigste Verhältnis zur Rasse" Deshalb ist der sinnliche Ausdruck seelischer Empfindungen gebunden an die Verschiedenheiten der Rasse. Ergo:„Bei der größten Achtung vor seiner musikalischen Begabung bleibt festzustellen, daß seine Musik nicht deutscher Art ist." Es fehlen ihr „die deutsche. Wucht und Tiefgründigkeit, die tiefe Versun- kenheit des deutschen Denkers". Mehr noch: Die Mendelssohnsche Musik ist von der..echt deutschen Musik" unterschieden, weil sie„lauter vorderasiatische Rassenzüge" aufweist. Trotzdem hat sie so starke Wurzeln im Volk gefaßt. Peinlich für die Herren mit der Arier-Ueberwertigkeit. Und so reden sie sich heraus:...„Mendelssohn bat»ich eben dem Guten seines Wirtsvolke» angepaßt", es blieb auf ihn„nicht, ohne veredelnden Einfluß", daß er das„so reich aufgenommene deutsche Kulturgut in sich umformte". Und weiter: „Erst in neuester Zeit hat man diese Abhängigkeit von Rasse und Musik zu erforschen begonnen... Es ist ein gefahrvolles Gebiet, auf dem man sehr leicht straucheln kann. Deshalb:(Führerprinzip!)„einen zuverlässigen, kenntnisreichen und ehrlichen Führer haben wir in Richard Eichenauers wertvollem Buch Rasse und Musik. Solche Bücher tun uns not." „Denn nur dann werden wir auch auf diesem Forschungsgebiet Ziel und Wege zur Errettung unseres gefährdeten Volkstums finden, wenn wir den Boden der Uahrheit unter den Füßen*- halten." „Der Boden der Wahrheit" ist die Tatsache der Volks- !!mi'eschäfts mit Werkstatt(35.000 Fr) Zuschr. an Pu rlicite Metzl, 51. Rue Turbigo. Nr. 101. REICHSTAGSBRAND Neues dokumentarisch. Material zum Prozeß Mr. S.SO VOLK IN KETTEN Deutschlands Weg ins Chaos v. M. Klinger ffr. 9." MARX-ENGELS~BR1EFE aus den Jahren 1870*1886, bisher ufiver* öffentlicht Hr. 24«- DER KAMPF EINER REPULBLIK Die Aftäre Dreifus/ v. Wilhelm Herzog Standartwerk I 1000 Seiten I Originalphotos Mr. 47.- Librairie Populaire- STRASBOURG 2, rue Sediliot 2+ Bei der Börse Englischer Journalist— Hitlerspitzel? Vor einigen Tagen präsentierte sich hier hei mehreren Zeitungen ein Herr M e l c h e r, der sich als englischer Journalist ausgab, der aus Deutschland flüchten mußte, um seiner Verhaftung durch die Gestapo zu entgehen. Je nach der politischen Tendenz des Blattes, bei dem er seine Aufwartung machte, richtete er seine Erzählungen ein. Wenn es ihm auch nicht gelang, einiges Geld zu schnorren, was wohl der Hauptzweck»eines Besuches gewesen sein wird, so wurdö er von einigen linksstehender Blättern doch bald entlarvt und abgeschüttelt. Die Gestapo ist in der Auswah' ihrer Zpitzel, von denen es im Elsaß nur so wimmelt, immer noch nicht vorsichtig genug! Ehedrama in Roppenheim Vor dem Schwurgericht stand die 45 Jahre alte Frau V i x, die ihren Gatten, der sie jahrelang schwer mißhandelt, durch einen Revolverscheiß so schwer verletzt, daß er für immer das Augenlicht einbüßte. Das Schwurgericht verurteilte die Frau wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu sechs Monaten Gefängnis, während ihre 19 Jahre alte Tochter, die der Mutter den Revolver verschaffte und sie in die Handhabung der Waffe einweihte, freigesprochen wurde. Mindestpreis des Brotmehls Durch eine Verordnung des Präfekten wurde im Departement des Bas-Rhin der Mindestpreis des Brotmchl* wie folgt festgesetzt; 191,50 Fr. die 100 Kilo, netto, franko Bäckerei, 193 Fr. brutto für franko Bäckerei. Ein Elsäfsser unter den Opfer:« von Paris Bei cteti-Straßenunruhen in Päris wnrde»n cl«r Nacht»um Mittwoch der aus Sehiltigheim stammende Alphonse Aufschneider so schwer verletzt, daß er starb. Aufschneider gehörte der„A c t i o n Fraacaise" an. Ein Straßburger Bürger gewann mat einem Los. das er im Tabakgeschäft des Haupthahnhofs kaufte, bei der 6. Tranchc der Lotterie Nationale 100 000 Franken.? ,Kunst, Theater, Konzerte Das letzte der drei Volkskonzerte fand, zm Mittwochabend statt. Es wurde von Hermann S c h e r g e n dirigiert und brächte im ersteh Teil Schumanns dritte Symphonie, die auch die„Rheinische" genannt wird. Als Solist lernte man Herrn Antonio lutea aus Winterthur kennen, der das 2. Goncerto für.Violincello von Baydn in meisterhafter Vollendung spielte. Mit Schuberts Ouvertüre zu„Rosamunde" wurde der Abend beschlossen. Im Stadttheater gabs eine ausgezeichnete Aufführung von Puccinis ,.M adameButterfl y", während das Elsässi-che Theater mit ,.G 1 ü e e k mueß d'r Mensch han" ein älteres Lustspiel in neuer Fassung herausbrachte. Am 19. Februar gastieren die berühmten Wiener Sängerknaben hier. Sie singen„Bastien und Bastienne" von Mozart.— Frau Jack H y 1 t o n stellt am 15. Februar im Sängerhaus ihr Jazz-Orchester vor, während am Freitag. 16. Februar, die„Socicte Pliilharmonique de Paris" mit B r a i- I o. w« k y ein Konzert gibt, dessen Programm Werke Schumanns, Chopins und von Iis et aufweist.— Ein Klavier- und Gesangabend dej^beiden Künstler Jacqueline S e r r e und JjQan.P a r j aus Paris findet am Donnerstag., 22. Februar, im Cerbu/ Sa.ll de? Con-eri atoiie ytptt,'/ E. D. !|6fl*nii6er in 5cij letzten!?agDn Beriauie dieser Biercr-Kviiierenz so« der kirchliche Oberhirte seinen ernsten Besorgnissen über die tat ho l i k e n i e i n d ki ch e n Acusternngen. die an? dem Schwede».Interview zu entnehmen seien. und deren Anstvirliingeii AnSdrnck verliehe.» haben. Man beschloß, zwecks Bereinigung einen„Ilmeriuchungsausichust" einzu» setzen. Wie dem..iSenerai Anzeiger". für das Saargebiet versichert wurde, wird aller Voraussicht nach Vizekanzler von Pape»,, der als Katholik sind Saarländer an der ganzen Angelegenheit stark interessiert ist. sich an der Prüfung des »Schweden-Materials" beteiligen. Die fflg'ldie rreUiettsKtiiHfieDiint In Wiebelskirchen im Saargebiet fand am 4. Iebniar die Generalversammlung der Sozialdemokratischen Partei statt. Aus dem Geschäftsbericht ergab sich die erireuliche Tatsache, dast trotz des immer heftiger einsetzenden braunen Terrors an der Saar keiner der. führenden Ge- wird berichtet, dast die kirchenfeindlichen noffen der Partei die Treuegebrochen hat. Tie stehen mit Aeusterungen des Landcsführers der NSDAP. Saargebiet, unverminderter Kraft und Geschlon'enheit hinter der Partei- kmi^ranlen! rmkirsRtcnf Ein Dementi der Saarregierung dnb. Saarbrücken, 9. Februar. Die Regterungskom Mission des Taarge- b ie t s teilt mit: Die Behauptung, wonach Emigranten bei der Paßkontrolle tätig sein sollen, entbehrt jeder Grundlage. Damit ist wieder eine der vielen gleichgeschalteten Lügen über das Saargebiet geplatzti In der maß- und sinnlosen Wut der Nazis gegen die Emigranten wird alles Unangenehme, das dem Nationalsozialismus durch seine eigene Schuld widerfährt, der Täliglu'U der Emigranten in die Schuhe geschoben. Hitler selbst hat dazu in verschiedenen Reichstagsreden das Stichwort ge- liefert. »er anfihafiiolisdte Spaniol Unterredung mit dem Trierer Bischof Ans Trier leusteruitgcn de Alois Spaniol, dem Vertreter eines schwedischen Blattes PAPIS-ETOIU; O. RIE D'AUMAlUk [in iiikliff berühmt durch seine vortreffliche Küche tu sentr Spezialitäten. Stark t«sucht voo deuttchet. Gisten i UlCpbune fclprie Ponc Chnmpcrref noiei brili- Room Derlhler 171. M Barth!« MI. Ciroo. 12-47 MAhl,arte All« K.iMtnrt Badazunnrt««C«k« UKW Monatlich und wöchentlich. Nach wuijtzch PeaSoa MitiCg* t-rriia Matte Chjfcparral. 4ut. SC H. 9-bit CA. BY. UX. I TAYIOR 6. RUE 7 AY Lüh. PARIS HO) fGares Nord et Est) Telephone Botzarts 17-83 Schone Zimmer, mässtge Preise. Wenn Sie gemütlich und ruhic woliuer. vollen. Sie im HAtei T A V L O I» so steigen qp- Unter rieht Franz., Deutsch; Griecft., Lot., Math., 'jD r. Jneoht 67. ritt des Uoints. Pah«(IT). Berufsumschichtung Unser Siedlangswerk hat auf der von uns erv/or» benen Domäne ,.La Grande Canau" 5C0 ha groß an der Gtronde bei Bordeaux begonnen. Siedlungen .jeder Art und Größe. Ausbildung von Siedlern und Praktikanten in allen landwir'jchaitlichcn, gartne« ritzchen und handwerklichen Fächern und der Hauswirtschaft durch erste deutsche und französische Fachleute. Prospekte auf Wunsch durch-uns oder unser Pariser Büro.... Unser Pariser Büro gibt Interessenten pUe näheren Auskünfte. Sprechstunden: täglich quker Samstag und Sonntag von 15 bis l7 s'.Uhr Paris(I6e), 113 bis. RUE DE LA TOUR, I Stock rmXs. TELEFON NUMMER: Troc. E-O* A Exploitation» Generale» Agricole» S. A „LA GRANDE CANAU" ST»VIYIEN.M£DOC(Deparf Gironde) Steuerfragen Gesellschaffsgründungen Wenden Sie sich an F* BRIQUEU LICENCIE EN DROIT ehemaliger Kontrolleur der direkten Steuer» hehörden. um votp offiziellen Standpunkt aus beraten zu werden. 25. Bd. Bonnc-Nouvcllc. PARIS(2). Telefon- Louvrc 22-93 SLAssvs-issaVSSSSsasso.assisc'tc 2 Einkau' und Auslobung vom Vcrsatzanii > BRILLANTEN. GOLD | SILBERWAREN. UHREN ®'ägfiche(zelegrnhrit*. Vcrkaulr^ BCTTER, rALBOLKCi iHONTM/tiCIIUi^ HANSMICHI DfUISCH JBSUCHCHCHOHt, Schweilerisct»#» uno eteAMtscne* WuretwarenQtschafl CucbuaOflckerei. ftuadirorsi. Wem« un« Likort Jxoduits Jihmixl Tl. Soala.ar« d» ltr*»»i»rs. I, r«. St. Itunm focis,»dl 0»r» a* Et» t4 liniM ivtiii»!«rt er IOTURII«1-1. teitung und lind geivillt und entschlossen, deit Kamps um die S-.tär int..lirke'.effe eines ireien Dentschlsntz bis zum. sieg- reichen i*itdr zn ilihren. De» Sd'iust der Beriaiiiinlung bil- dere ein ieiertiche»^Treuebekenntnis zur Parleileiiung des .Saargebieies und zu dem Landesjutzrer Maje Braun. ver SssrsiiKlNua Am 16. EeFrusr in Genf >k Kens, lt..Koniirt'. Ate das BölterbiindSsekrclariat' nutteilt, Ist nünmehr der vom Boikerbundsral zur Boebcreitün^, der Abstimniung im Saargebiet eriigesetzic Ausschus; endgültig zum l.3. Februar 'nach fstens einberiiien worden.' An den Arbeiten des AuS- schuffcs nehmen bekanntlich'der italienische ffiaisvertrclcr und. Berichterstatter über'die Taartrage, der KabincttSchef nstffissolini.',^laron A l 0! i>. als Vorsitzender, fetner der .spanische B 0 tichäkter' in Paris listd Britreler TpanirtiS beim Bölkerbiiiid Äi n da r l a g a sowie der argentinische töot- 'schafter"in Nom E a n't i l 0 teil..... Die Grundlage der Arbeiten des Ausschusses,' der wahr- scheinlich aus seiner Tagung o>» lff. Februar bereits tn die sachliche B'cratu'ng der Materie eintreten wird, sind vom BöIkerb» ndssckrelaria, ausgearbeitete fragen bogen' iiber jinffstifche und technische mit der' Abstiunming zustimmen- hängende fragen sowie ein Bericht des Präsidenten der .NtaterNngSkommtssion. Knor Ob Knor an der Tagung VeS.Ausschüsse«, die etwa eine Woche dnucrn wird, tciknehnicn ii'ird; stein noch nicht fest, doch ist es möglich, dast er im?aufe der Tagung von den Mitgliedern des Ausschusses nach ftlcnf eingeladen wird. Wie wir hören, wird aus jeden ftafl Baron Aloisi persönlich nach Genf kommen und nicht, wie man nächst, angenommen hatte, sich vertreten lassen. Pariser Berichte Pariser StraOenkalender Bezeichnend für die Tradition der Franzosen ist, daß die neuen Besti mungen des Polizeipräfekten auf Grund der Gesetze vom 16. 24. August 1790, 19. 22. Juli 1791, der Ar- retes der Konsuln vom 12. Messidor des Jahres VIII. und vom 3. Brumaire des Jahres IX. sowie des Gesetzes vom 10. Juni 1853 erlassen wurden. « Die h-Uannte amerikanisch-chinesische Filmschauspielern» inna Wong flüchtete aus Schrecken über die Schüsse auf den großen Pariser Boulevards nach London. Auch eine Anzahl Engländer reisten ab. » Die Namen der zwei verletzten Pariser Journalisten sind: Goujon vom„Intransigeant", der am Etoile durch den weißen Polizeistock verletzt wurde, und Backer vom„Paris Midi", der am carrefour Drouot eine Frau schützen wollte. * Die Gewinner des großen Loses der 6. Ziehung, eine Gesellschaft von Krämer, Milchhändler, Krankenschwester usw. in Nizza, gehören abermals dem Mittelstande an. Ferner gewann ein Cafe-Kellner Louis Messinger in Mulhouse(Elsaß) eine Million Franken. * In das Pariser Hospital Lariboisiere eingeliefert wurde der Reisende Auby, der nachts im D-Zuge Metz—Paris zwischen den Stationen Troissy und Dörmens von einem Gegenübersitzenden mit einem stumpfen Gegenstand überfallen und seiner Brieftasche mit 300 Franken berauht war. Der Ueber- fallenc hatte die Notbremse gezogen und konnte eine genaue Beschreibung des Täters gehen. » Auf Korsika lag der Schnee bei den Schneewehen, die eine Anzahl Dörfer überkamen und 39 Personen töteten, zehn Meter hoch. Jetzt regnet es, und die Korsen befreien sich von der Wand, die den Süden und den Norden des Landes trennt. ♦ Die Opfer der Unruhen werden von der Stadt Paris feierlich im Zeichen der Trauer um das vergossene Blut bestattet werden. Die Theater waren am Abend nach dem Blutvergießen geschloosen. Mehrere Veranstaltungen, darunter der Bai des petits lits blancs wurden verschoben. Morgen im Jardin des Plantes Zahlreiche deutsche Emigranten, die auf dem linken Ufer der Seine wohnen, besuchen in dieser Zeit den Jardin des Plantes, in dessen Erde und Luft sich bereits prachtvoll blau, schwarz und hell der Frühling regt. Besonders hat es, neben der aufgestellten berühmten Schmetterlingssammlung Friihstorfer, den Kindern das Getier dieses Gartens angetan. Die isländischen Schafe(„Hausgattung") mit ihrem eiszapfenartigen Behang werden viel gefüttert und kommen selbst denen, die keine nordische Großmutter haben, freundlich entgegen. Die Eisbären grunzen plump, wenn sie im tiefen Käfig laufen. Aber am meisten beliebt sind wohl die senegalesischen Zwerge, die Ziegen. Diese seltsamen Tiere zeichnen sich dadurch aus, daß sie das Papier mitsamt der Nahrung fressen, alle Blätter gleichmäßig, Patrioten und Marxisten, zum Jubel einer„Gleichschaltung". Notariat Fortune Hartz, Volar zu MIß»« Am Freitag, dem 23. Februar 1934, nachmittags 2 Uhr, zu St-Avold im HotehRestauration de la Mose'le(Inhaber Kreamer) auf Anstehen des Herrn Paul Nicolas Kreamer findet die Versteigerung eines Haasanwesens mit mod. Kino-Theater, gelegen zu SbAvold im Zentrum der Stadt statt, umfassend 2 Wohnhäuser, modemer Thea'ersaal,(gebaut im Jahre 1926> mit Theaterbühne, Balkon und 600 Sitzplätzen sowie kompletter moderne Tonfilm•Einrichtung. r .St'Avold liegt im Zentrum der ost-lotljringer Kohlenindustrie und ist Garnisonstadt.:: Nähere Auskunft durch den unterzeichneten Notar. Martz, Notar. Paris vor dem Generalstreik Paris steht vor dem Rosenmontag des Generalstreiks. An den Straßen kleben Aufrufe der Gewerkschaften, in denen die Worte stehen:„Wir sind nicht in Deutschland". Ein sehr weit rechts stehendes Blatt wie das„Journal" bringt— in Deutschland völlig undenkbar— den Aufruf der CGT., die in der rue de Lafayette in Permanenz tagt, mit den Worten, die L£on Jouhiui hinzugefügt hat: „Unser Streik wird sich in der Ruhe vollziehen, die eine würdevolle und disziplinierte Arbeiterklasse zeigen muß." Das Pariser Straßenbild wird sicher am Montag sehr stark durch die Streikdemonstrationen bestimmt sein. Die M e t.» 1 1 a r b e i t e r insbesondere verweisen in ihrem Aufruf auf das deutsche Beispiel. Ein Aufruf der P Ol t• ar heiter fordert auf, am 12. nicht zu arbeiten, so daß Briefbeförderung, Telegramm- und Telefon- dienst inhibiert sind. Die Theatermaschinisten kündigen an, daß sie weder die Staatsbühnen noch die Privattheater bedienen werden. Auch an die Cafe-, Restaurant- und Hotel-Kellner, ebenso an die Metzger- Gehilfen usw. ist der Ruf ergangen. Die Verkäuferinnen und Verkäufer werden gleichermaßen von der Streikwelle erfaßt. Weitere Aufrufe stehen bevor. Die Taxichauffeure, deren Streik gegen die Benzinsteuer unvermindert andauert, werden an diesem entscheidungsvollen Rosenmontag der Priser Arbeiter- und Angestellten- klasse ebenfalls nicht fahren. Die lebensnotwendigen Dienste werden natürlich aufrechterhalten. Wir unsererseits möchten an die deutschen Flüchtlinge in Paris den Appell richten, sich jeder Einmischung in die Vorgänge der französischen Innenpolitik, so groß ihr Interesse sein mag und unbeschadet ihrer grundsätzlichen politischen Auffassung, zu enthalten und sich an Kundgebungen nicht zu beteiligen. Teil TrtnilÄ 43-13 M6tro P I q a 11 e Deutsche Poliklinik Paris, 02, Rue de la Rochefoucaulc a) ADgemeine Konsultationen mita SpuuUiten. b) Chirurgie c) Geburtshilfliche Klinik d) Zahnärztliche« Kabine- Innere Medizin, Augen-, Ohren», Nasen» und Kehlkopfkrank» ZweistöckigesJSanatoriurasgebiude. Vierstöckiges Gebäude. Zimmer Zahn- und Mundchirurgie.< .leiten. Röntgen. Diathermie. Elektrotherapie Speziaibehand* Kleine, mittlere und große Chirur- mit 1 bis 4 Betten. 3 Aerzte, 3 Heb» und Porzellankronen.-Brücke lung bei Blut-. Harn- o. Geschlechtskrankheiten gie. Die aller modernste Einrichtung unmen und 2 Operationssäle. Kautschuk-Arbeiten Ordination füglich von 9—12 und 2—8; Sonntags und Feiertags von 19—12 und 2—4 Uhi Doktor Wachtel und Doktor Axel Gssihlschtakraaklwitsm Männer and Frauen 123, Bd. Sdbastopol.— Sprechstunden v. 9—12 u. 2—8 Uhr; Sonntags vormittags Nase, Hals, Ohren: Sprechstunden täglich von 5— 7 Uhr. Bakelit-Pressteile Jeder Art SIS Lominll«. Paili. 1 7. I*. Ledra-Rollin Fachberatung In deutscher Sprache Ouweuwftneide» J. Mastchenko /, Rue du March* Sf. Honer*.« Tel. Optra 72-79 Klulder, Mäntel,« Unterhaltung, Rapariarung fernste jüdische Selduoaten. und Wienee 1Bäckecei Qeschäfte fUuis 58, AVENUE WAGRAM, Ul Camot 27-63 58, RUE DE RASSY, Tal Autsuil 33-61 Unterhaltung mit einem Pariser Polizisten In der Gegend des Pantheon, wo die lateinische Welt der Gelehrten durch die Salate und Altwaren der rue Mouf- fetard abgeschieden wird, weiß ich einen Papierladen. Der Inhaber ist ein alter weißer Stabträger Chiappes, die Frau betreibt das Geschäft, verkauft Blätter aller Parteien, Briefpapier, Farbstifte, Platten, wie es des Landes so der Brauch. Im Laden ißt Meister Schupo mit seiner strebsamen Frau, durch die Nische geschützt, zu Mittag—, mit altfranzösischer Sparsamkeit im Wohnen, mit altfranzösischer Freigebigkeit in Pot-au-feu, Rotwein und Ziegenkäse. Vor dem Flaschenbauch redet Adolf Hitler im Radio. Ein deutscher Student ist da und will dem Pariser Schupo das erklären. Aber der Franzose lacht nur verächtlich. Er ist ein alter Fremdenlegionär—, ihm kann man nichts vormachen. Dieser Pariser Schutzmann kennt auch die Deutschen. In der Fremdenlegion haben sie halbe Kompanien gebildet, Sachsen, Schwaben und andere. Er weiß, wie die Deutschen üben, schießen, präsentieren und manchmal denuncieren können. Manchmal singt er mir:„Puppchen, Du bist mein Augenstern" vor. Das haben die Deutschen in der Fremdenlegion gesungen. Die Einteilung der Pariser Polizei hat er mir schon längst erklärt, bevor das durch Chiappe und den Streit um die Flies aktuell wurde. Die gewöhnlichen, die Blaumäntel, die höflichen, großstädtischen, erfahrenen, die dir dein gewünschtes„Metro Jussieutout droit, monsieur" herausgeben und damit den Verkehr vor den Nagelfurten regeln, das sind die städtischen, die Kommunalen, die Gardiens de la P a i x, die zivile Polizei. Sie haben einen Dienstrevolver und den berühmten Stab, den ihnen Chiappe verliehen hat, keinen Gummiknüppel, sondern eben dieses hölzerne Würdezeichen— „Die raatraque, nicht wahr?" „Na ja, so kann's man's auch nennen. Das Wort kommt eigentlich von den Arabern. Die Pariser nennens casse-tete." Worauf er eine gemischte Ladung Erzeugnisse Daudets, Huinauite, Journal de la Femme und Paris-Sport an umstehende Kundschaft abgab. Madame warf einige Kupfer und Nickel in den bereitstehenden Zigarrenkasteo-— In Deutschland wäre das wohl eine moderne Registrierkasse gewesen, aber hier geht das Geschäft dafür besser. „Die Garde» mobiles hingegen, mein Herr," fuhr er im schönsten Fremdenlegionär-Alemannisch fort,„tragen Gewehr und Stahlhelm, na, Sie haben Sie wohl schon nebst ihren Propagandabildern in der Kaserne gesehen. Die sind staatlich. Die Präfekten natürlich auch. Die, die Sie mittags immer im Trott durch die rue Linne reiten sehen, mit den blanken Kürassierhelmen und den Pascha-Roßschweifen, das ist die Garde der Republik. Und schließlich, was den Herrn T h o m e anbelangt," „Der beinahe Leiter von der Comedie Francjaise geworden wäre." „Justement. Also der stand bisher die Surete Generale vor, das ist die politische Polizei— eigentlich eine ganz gute Charakterübung für Moliere," meinte er, französisch lächelnd. „Für uns," sagte ich,„sind diese Unruhen eigentlich nur ein Kleingefecht, so abgebrüht sind wir. Die Steilfeuergeschütze in der Revolution am Alexauderplatj, die Inflation, die Verkehrsstreiks, die Toten von Neukölln, der Blutmarsch durch die Gewerkschaftshäuser, das verroht." „Hören Sie auf," sagte der Pariser Schupo,„wir haben noch Ehrfurcht vor dem französischen Blut. Das Heiligste ist das Leben———" Baptist. Oper-Schauspiel Dimanche, 11. Fevrier Opera. Relache. Opera-Comique. Frasquita(14), Mignon(20). Comedie-Fran^aise. Coriolan(14), La Belle Aventure(20.45). Odeon. La Fleur Merveilleuse(14.30), Tristan et Iseut(20.30). Theatre Populaire Nationale. Lakme(Op. Com)(14.30). Atelier. Richard III.(14.45 u. 20.45). Gymnase. Le.Messager von Henry Bernstein mit Gaby Mor- Iay(15 u. 21). Madeleine. Le Passage des Princes(Offenbach)(14.30 u. 20.45). Miihodiere. Le Temps difficiles(20.30). Michel. Parole d'honneur(15 u. 21). Oeuvre. Une Femme qu'a le coeur trop petit, von Cromme- lynch(15 u. 21). Theatre de Paris. Tavaritch(20.45). Sarah-Bernhardt. Alibi 14 von Jean Guitton(13.15 u. 20.15). Chatelet. Rose de France(14.30 u. 20). Gaite-Lyrique. Le Pays du sourire(Das Land des Lächelns) von Lehar(14.45 u. 20.45). Mogador. L'auberge du Cheval Blanc(Im Weißen Röss'l). Musik: Benatzky, Regie: Erik Charell(14.30 u. 20.30). Le Pavillon. Au Pays des Femmes nues, Operette mit Rollin, Odette Barancey und den Girls von Lysana(täglich um 14.30 u. 20.30). Pigalle. La Chauve-Souris(Die Fledermaus). Regie: Max Reinhardt(14.30 u. 20.30). Porte Saint-Martin. Wiener Walzer(Operette von Johann Strauß, Vater und Sohn), mit Andre Bange(14.30 u. 20.30). Trianon-Lyrique. Rigoletto(20.30). Casino de Paris. Revue: Vive Paris mit Cecile Sorel. Im 2. Akt: Maitresses de Rois, von Sacha Guitry(14.30 u. 20.30). Folies-Bergere. Felles en Folie. Revue mit Mistinguett(14.30 u. 20.30)» Lundi, 12. Fevrier Opera. Marouf(20). Opera-Comique. Relache. Comedie-Fran^aise. Chaterton; Le Pelerin(20.15). Odeon. Colomba(20.30). Atelier. Richard III.(20.45). Gymnase. Le Messager von Henry Bernstein mit Gaby Mor- lay(21). Madeleine. Le Passage des Princeg(Offenbach)(20.45). Michodiere. Les Temps difficiles(20.30). Michel. Parole d'honneur(21). Oeuvre. Une Femme qu'a le coeur trop petit, von Cromme- lynch(21). Palais-Royal. La Familie Vauberlain(21). Theatre de Paris. Tavaritch(20.45). Sarah-Bernhardt. Alibi 14 von Jean Guitton(20.15). Chatelet. Rose de France(20.) Gaite-Lyrique. Le pays du sourire(Dag Land des Lächelns) von Lehar(20.45). Mogador. L'auberge du Cheval Blanc(Im Weißen Rösa Ii- Musik: Benatzky, Regie: Erik Charell(20.30). Le Pavillon. Au Pays des Femmes uues, Operette mit Rellin. Odette Barancey und den Girls von Lysana(täglich um 14.30 u. 20.30). Pigalle. La Chauve-Souris(Die Fledermaus). Regie: Max Reinhardt(20.30). Porte Saint-Martin. Wiener Walzer(Operette von Johann Strauß, Vater und Sohn), mit Andre Bange(20.30). Trianon-Lyrique. Rigoletto(20.30). Casino de Paris. Revue: Vive Paris mit Cecil Sorel. Im 2. Akt: Maitresses de Rois, von Sacha Guitry(20.30). Folies-Bergere. Folies en Folie, Revue mit M'stinguett. (20.30). BUIEFKASTEN Schorn Tie Haben recht: mit unserer gestrigen Notiz Haben mir die kommunistische„Arbeiter-Zeitung" in Saarbrücken zu günstig beurteilt Schon in ihrer folgenden Nummer mar die Schimpf- und Berleumdungsseri« wieder an der Reihe. Wir hatten anläßlich der Ermordung der vier Kommunisten in Berlin zu Beginn dieser Woche geschrieben:„Handelt es sich bei der Tötung des Kattner wirklich um einen Fememord— ein Beweis dasür wird nicht geliefert— so beurteilen wir ihn grundsätzlich nicht anders als die zahlreichen nationalsozialistischen Fememord«. Hier handelte es sich um kaltblütig vorbereitete und durchgeführte Untaten. Haben sich Kommunisten tatsächlich an einem Verräter gerächt, so wird man erwägen müssen, was der braune Terror inzwischen an Gewalt» akten gegen kommunistische Arbeiter verübt ha«. Wir haben Ber- ständnis für den fieberhaften Erregungszustand, der den Mord an Kartner erzeugte, ohne ihn zu billigen. Immer vorausgesetzt, daß die amtliche Nachricht die Wahrheit wiedergibt."— Was sagt dazu das kommunistische Blatt? Es fälscht unfern Artikel, indem es nur den e r st e n Satz dieses Ausschnittes wiedergibt und es nennt uns dafür „Die Deutsche Freiheit der Geheimen Staatspolizei" und„klaffen- verräterische Helfer des Faschismus". Immer wieder wird man da- zu gedrängt, anständige Kommunisten ob ihrer Parteiblätter zu bedauern. Für den Gesamtinhalt verantwortlich: Johann P i tz in Dud- weiler; für Inserate: Ltto Kuhn in Saarbrücken. Rotationsdruck und Verlag: Verlag der Volksstimme GmbH„ Saarbrücken 8, Schützenstratze 5. Dr. S|>€ciallste M, rue de Rlvoll- Metro Chaiele RADIKALE HEILUNG m BLUT-, HAUT, oud FRAUENKRANKHEITKN Heil one von Krampfadern and offenen Beinwanden Neueste Behaudlungsmethoden Klektn» zitit Imptungsverfahren Trypaße Yin& Einspritzungen Blut» und Harn-Untersuchungta. Sper» makuitur. Salvars an. Wismut usw. Sprechstunden täglich vo» 10—12 und von ♦—8 Uhr Sonntags von 9—12 Uhr Konsultationen von 25 kr ab. IHee spricht deutsch I SEROKLINIK VON PARIS 71, Boulevard dm Cllcrsv* Metro Blancha Harnleiden, chronischer und irischer Tripper. Militäreicht. Cystitis. Prostata. FRAUENLEIDEN nie— M Sonntags von 9—12 Uhr. Blutkrankheiten, Venenentzündung Hämorrhoiden Syphilis, Haut- und Kopthauterkrankungen Ausschlag, Psoriasis.— Neue Behandlungsmethode auf elektrischem Wege und durch ultraviolette Strahlen. Serotherapie und Auto»Hemo• Therapie— Massiges Honoraj. Konsultationen von 9—12 und 14—-20 Uhr. Deutsches Zahnärztliches Institut 11,*UB DE OOUAI. Micro, BUndi«, Pi««ll« Ul. Irlsitt«0.27. Spr-ch-ntmi-o, 9.12, J.8 /ahn» u. Mundkran Ich.. Röntgen. Elektrotherapl«, Prothe.en, Kronen. Brücken in Gold. Platin u. Porzellan NEUHEIT: PORZELLAN.KRONEN UND BRUCKEN Umarbeitung ichlechtiitzender Grbiuc mit vollst Garantie Iii. guten Sita. Reparaturen binnen 3 Stunden SCHON ENDSTE BEHANDLUNG FÜR NERVÖSE UND HERZKRANKE MISFI6E PREISE. UNTERSUCHUNG U.BERIIUNG N0SIENL0S