Sinzige unabhängige Tageszeitung Deutschlands Nummer 55— 2. Jahrgang f Saarbrücken, Mittwoch, den 7. März 1934| Chefredakteur: M. B r a un Ans dem Inha lt dteule'Ulaulwucf-, mccgen Adlet so lautet ein besonders interessanter Bericht über die innerdeutsche Situation. Seite 3 Aus Stücmes JUich Seite 5 Moskau für Weltpakt Amerlhanisdi-russisdie Zusammenarbeit Furchtbares Sdiiffsunglüdt Fünfhundert Personen ertrunken dnb. London, S. März. Wie Reuter aus Kanton meldet, ist bei der Einfahrt in den Hasen ein Dampfer gesunken. Man befürchtet, daß 399 Passagiere ertrunken sind. 350 Leichen sind bereits aus dem Hasenplatz aufgebahrt und zahlreiche grauen und Kinder irren durch die Reihen der Aufgebahrten, um ihre vermißte» Angehörigen wiederzufinden. Moskau, 5. März 1934. Der amerikanische Borschlag einer internationalen Kon- kreuz und eines Welt-NichtangrissSpakts wird von den poli- Aschen Kreisen in Moskau warm begrüßt. Das erklärt sich zum Teil einfach aus den Beziehungen zwischen der Sowjet- Union und den Vereinigten Staaten. Die großen Hoffnun- gen, die man im Kreml aus die Entwicklung dieser Beziehun- gen setzt, sind die Ursache, daß jeder Vorschlag, der aus Renyork kommt, hier aus besondere Beachtung trifft. Im »orliegende« Fall freilich würde der Abschluß eines allge- «einen Nichtangriffspakts auch durchaus mit den Interessen der Sowjet-Union zusammentreffen. Bekanntlich hat Mos- kau bereits mehrmals ergebnislos in Tokio die Unterzeich- nung eines derartigen Pakts angeregt. Das offiziöse Organ, die„Jsvestija", weist darauf hin, daß der 1929 abgeschlossene ttelloggpakt große Lücken enthält, die der neue Bertrag auszufüllen hätte. Das bezieht sich beson- ders aus die Definition des Angreifers, einen bekanntlich von der Sowjet-Diplomatie erfundenen Gedanken. Das Blatt detont, daß der ttelloggpakt den unterzeichnenden Mächten keinerlei Verpflichtung auserlegt. Auch nach französischer Auffassung ist dieses Fehlen von Sanktionen ein Fehler. Die „Jsvestija" schreibt: »Wir Kommunisten sind von der internationalen Presse oft beschuldigt worden, daß wir die internationalen Verträge nicht achten. Man hat uns Materialisten genannt, die un- fähig seien, andere als materialistische Beweggründe zu kennen. Aber gerade wir messen internationale« Verträgen zur Festigung des Friedens große Bedeutung bei. Wir haben die höchste Achtung vor dem moralischen Urteil der össent» lichen Meinung über die Politik friedensbrecherischer Re- gierungen. Jede Verstärkung der Bürgschaften für den Frieden ist der Unterstützung der öffentlichen Meinung in Sowjet-Rußland sicher." So weit die„Jsvestija". Aus dem Trümmerhausen der Abrüstungskonferenz steigt also als neueste politische Ueber- raschung ein gemeinsamer amerikanisch, russischer Plan zur Befestigung der gegen- wärtigen Kräfteverteilung in der Welt her- auf. Wird es der internationalen Diplomatie tatsächlich gc- lingcn, aus dem Labyrinth der europäischen Mißverständ- nisse herauszufinden und im größeren Räume zu einem Ausgleich der Spannungen zu gelangen? Man muß abwar- ten, ob dieser erste Versuch glückt. Vielleicht wird es lediglich den Hauptbeteiligten und Hauptverstrickten in Europa als Borwand dienen, ihre jetzige Verlegenheit zu verhülle« und nochmals einen Ausschub ohne wirkliche Lösung der Probleme zu erlangen. Für künstige Jahrzehnte aber zeichnet sich in dem amerikanisch-russischen Plan zum erstenmal eine Weltpolitik ab, die sich auf neuen und größeren Feldern ab- spielt als die heutige, immer wieder nur auf Europa star» rende. Saar Terror in gesdilossenem zog! 1 Saarbrücken, 6. März. Die sogenannte„deutsche Front" im Saargebiet setzt ihre Versuche fort, durch eine praktisch öffentliche Stimmabgabe das Wahlgeheimnis bei der Abstimmung im Jahre 1935 zu beseitigen. Wie wir neuestens aus bester Quelle erfahren, besteht fol- gender Plan: Man will bei der Abstimmung alle diejenigen, die beabsichtigen, für die Rückgliederung zu stimmen, im ge- schlössen?« Zuge zum Abstimmungslokal marschiere« und dort geschlossen ihre Stimme abgeben zu lassen. Wer sich also am Absttmmungstage nicht öffentlich zur sogenannten „deutschen Front" bekennen will, ist damit öffentlich gekenn- zeichnet. Für diesen gemeinsamen Marsch am Abstimmungs- tage werden fetzt bereits Borbereitungen getroffen. Mit anderen Worten: es besteht die Absicht, die bewährten Methoden der„Reichstagswahl" vom 12. November auf den Abstimmungstag zu übertragen und schon jetzt die Aechtungsrezepte festzulegen. Nach dem katastrophalen Eindruck, den das von der so- genannten„deutschen Front" eingeleitete und von uns mehr- fach geschilderte private Plebiszit überall, auch im Ausland gemacht hat. bemühen die Veranstalter sich nunmehr, ihrem Unternehmen eine harmlosere Deutung zu geben. In einer neuerlichen Bekanntmachung erklärt die„deutsche Front", sie mache es sich zur Aufgabe. Sorge zu tragen, daß der Charakter der geheimen und unbeeinflußten Abstimmung ihrerseits nicht im geringsten gefährdet wird... Die „deutsche Front" überläßt es dem freien Willen eines jeden einzelnen, einen Antrag auf Aufnahme in ihre Gemeinschaft zu stellen. Tie lehnt es ab, irgendwelche Druckmittel oder sonstige Arten der Werbung in Anspruch zu nehmen... Jede Dienststelle der„deutschen Front" bzw. jeder deutsche Saareinwohner, der den geringsten Versuch macht, auf Dritte einen Druck auszuüben in besagter Richtung, wird rücksichts- los aus der„deutschen Front" entfernt. Desgleichen wird aus der„deutschen Front" entfernt, wer Dritten gegenüber wegen ihrer Nichtzugehörigkeit zur„deutschen Front" auch nur die geringste Drohung ausspricht. Aus besagten Gründen ist auch das geschlossene Eintragen in Listen ver- Voten, sowie die private Bekanntgabe der Mitglieder oder NichtMitglieder der„deutschen Front". Das soll harmlos klingen. In Wirklichkeit haben diese Beteuerungen so gut wie nichts zu bedeuten neben der ein- fachen Tatsache, daß die sogenannte„deutsche Front" ihre Werbeaktion durch Versendung von Aufnahmeformularen von Haus zu Haus nicht abgebrochen hat. Sie setzt also tatsächlich ihre Kampagne zur privaten Unterscheidung der S a a r e i n w o h n e r in „Deutsche" und„N i ch t b e u ts ch e" fort. Was das an Bedrohung für den einzelnen bei der aufgepeitschten Stim- mung im Saargebiet bedeutet, wissen die Leiter der so- genannten„deutschen Front" ganz genau. In der gleichen Bekanntmachung, die wir eben zitierten, spricht der Landes- leiter Pirro es auch ebenso unbefangen wie beutlich auS: Die„deutsche Front" ist der Auffassung, daß die Aufnahme eines Deutschen in ihre Gemeinschaft einzig und allein von seiner persönlichen Einstellung zum Deutschtum abhängig ist. Das heißt mit anderen Worten: Wer sich nicht zu dem Parteigebilde der„deutschen Front" bekennt, ist kein Deutscher. Es wird der sogenannten„deutschen Front" nicht mehr gelingen, den Nachweis des von ihr nunmehr offen geübten Terrors zu widerlegen. Und alles das vollzieht sich unter den sehenden Augen dcS Völkerbunds!" Oer Druck der christlichen Gewerkschaften Saarbrücken, den 5. März 1934. Der Konflikt zwischen den Nationalsozialisten und den bürgerlichen Gruppen innerhalb der sogenannten„deutschen Front" des Saargebietes ist noch nicht beigelegt. Ein- flußreiche nationalsozialistische Kräfte sind am Werk, die jetzt stillgelegte NSDAP, unter Führung ihres abgesetzten Lei- ters Spaniol wieder zur Tätigkeit zu bringen. Aus der Vorgeschichte des Konflikts, der für die soziolo- gische Rolle und die geistige Entwicklung der NSDAP, auch außerhalb des Saargebietes interessant ist, erfährt man noch folgende Einzelheiten: Die Abberufung Spaniols wurde befürwortet von dem Vizekanzler von Papen, dem Beauftragten der Reichs- regierung für Saarfragen, und dem Großindustriellen Her- mann Röchling. Hierbei spielte nicht nur sachliche und persönliche Verärgerung der Genannten mit. die sich von Spaniol zur Seite gedrängt fühlten. Man hoffte auch, mit Spaniols Absetzung katholische Kreise freundlich zu stimmen. Der Führer der christlichen Gewerkschaften des Saargebietes, Kiefer, erklärte in Berlin, wenn Spaniol nicht abberufen werde, könne er sich für die Haltung der christlichen Arbeiter- schaft bei der Abstimmung 1933 nicht verbürgen. Mit Hilfe seines unmittelbaren Borgesetzten, Dr. L e y, des Führers der„deutschen Arbeitsfront", gelang es Kiefer, auch Hitler- und Göring umzustimmen, die Spaniol ursprünglich hatten Kalten wollen. Müllers..Stabschef Das gibt es jetzt in der evangelischen Kirche! Berlin, 6. März. Der Reichsbischof hat kürzlich in seiner Eigenschaft als Landeöbischof der Evangelische,, Kirche der Altpreußischen Union(feine Befugnisse als LandeSbischof sind unterdessen durch das am Samstag veröffentlichte Kirchen- gesetz aus die Reichskirche übergegangen) eine Reihe von Perfonalveränderungen verfügt. So hat er Bischof Dr. Oberheid zum Chef seines Stabes er- n a n nt... Nazi-Bischof In Hamborg Pastor Tügel Hamburg» 5. März. In der Sitzung der hamburgischen Synode, die im Bürgerschastssaal des Rathauses stattfand, wurde heute Oberkirchenrat Pastor Franz Tügel zum Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche im Hamburgischen Staat berufen. Nach Eröffnung der Synode und einem Gebet brachte der Tnnodalpräsident Prof. D. Fabian die Notwendigkeit der Verbundenheit von Staat und Kirche»um Ausdruck. Er verlas außer dem Abschiedsgesuch von Pastor Schösset ein Schreiben von Pastor Dr. Junge, in dem dieser von der Auflösung der Gruppe „Evangelium und Kirche" Kenntnis gab. Hierdurch habe, so führte D. Fabian aus, auch im Leven der Kirche das parlamentarische Gruppensystem aus freiem Entschluß sein Ende genommen, und die Landeskirche würde in die im „dritten Reich" üblichen Formen eingegliedert. Unter dem lebhaften Beifall der Anwesenden berief D. Fabian dann Pastor Tügel zum LandeSbischof, der die Wahl sofort annahm und in einem Begrüßungswort etwa folgendes aus- führte: Was sich seit der vor einem Jahr in Hamburg er- folgten Machtübernahme des Senats an Volk und Staat vollzog, das müsse sich schicksalhaft auch an der Kirche und in der Kirche vollziehen. Die Evangelische Kirche im„dritten Reich" sucht eine neue Lebenshaltung gegenüber dem Staat, die mit Kameradschaft zu kennzeichnen sei. In der Aus- einandersetzung mit denen, die weltanschaulich andere Wege gehen möchten, wolle er nicht gegen sie, sondern um sie kämpfen. Vle lange lisie Entlassene Geistliche Die nachgesuchte Entlassung au? dem Dienste der all- gemeinen Verwaltung der Evangelischen Kirche der Alt- preußischen Union unter Zubilligung von Ruhegehalt wurde erteilt: Dem weltlichen Vizepräsidenten des Evangelischen Oberkirchenrats D. Ernst H u n d t, dem hauptamtlichen Mitglieds des Konsistoriums der Kirchenprovinz Sachsen, Oberkirchenrat Kurhain in Magdeburg, dem Hauptamt- lichen geistlichen Mitglied des Konsistoriums der Provinz Ostpreußen, Oberkirchenrat D. Schaumann in Königs- berg i. P., dem nebenamtlichen Mitglied desselben Konsisto- riums, Kirchenrat L a u d i e n in Königsberg, den Nebenamt- lichen Mitgliedern des Konsistoriums der Mark Branden- bürg, Kirchenräten Albert Coulon und D. Dr. Luther in Berlin, dem nebenamtlichen geistlichen Mitglied de? Kon- sistoriums der Kirchenpvovinz Schlesien, Oberkirchenrat D. M i e l k e in Stettin, dem nebenamtlichen geistlichen Mit- glied des Konsistoriums der Kirchenprovinz Grenzmark, Kirchenrat E r n st B o h n in Krojanke, dem hauptamtlichen geistlichen Mitglied des Konsistoriums der Kirchenprovinz Schlesien, Oberkirchenrat Schulz in Breslau, dem neben- amtlichen geistlichen Mitglied des Konsistoriums der Kirchen- Provinz Sachsen, Geh. K.-Rat D. Dr. E g e r in Halle a. d. Saale, dem nebenamtlichen geistlichen Mitgliede des evange- lischen Konsistoriums der Rheinprovinz, Kirchenrat D. Pfennigdorf in-Bonn. In Dresden wurde ein junger Mann, der sich„in siiten- widriger Weise ausgeführt hatte", von einem uniformierten Polizeibeamten festgenommen und zwecks Feststellung seiner Personalien nach der Polizeiwache transportiert. Auf der Brücke machte er sich aber los und flüchtete. Der Beamte, der ihn vor einem Fluchtversuch nachdrücklich gewarnt hatte, machte, nachdem ein nochmaliger Anruf erfolglos blieb, von setner Schußwaffe Gebrauch und traf den Flüchtling. Die Verletzung erwies sich als t ö d l i ch. Am Montagabend wurden in ihrer Wohnung in Berlin- Moabit die Ehefrau Weihe und ihre tfl und 8 Jahre alten Töchter ermordet aufgefunden. Der Täter ist wahrscheinlich der Ehemann, der flüchtig ist. Goliath Stavlsky Täglich neue Sensation um einen toten Hochstapler Spion für Deutschland? Parts, den 5. März 1984. Die Stavisky-Afsäre zieht immer noch weitere Kreise. So meldet jetzt die.große liberale englische Zeitung, die„Sun- day Chronicle", daß Stavisky nicht nur ein Betriiger, son- dern auch der Leiter einer groß angelegten Spionagezentrale gewesen sei. In den entscheidenden Stellen dieser Beröffent- lichung heißt es: „Stavisku erscheint demnach in einer neue» Rolle, näm» lich der eines Spions, der Deutschland das Ge- Helmuts der ostsranzösischen Greuzbesesti- gungen verlaust hat. Aus Grund der neuen Ent- hüllungen scheint Staviski der Leiter einer«rohe» Spio- nagcorganisation gewesen zu sei», die zum mindesten iür zwei ausländische Regierungen gearbeitet hat. Der Spion Staoisli stellt den Betrüger Staviski in den Schatten. Seine Tätigkeit als politischer Intrigant übertrat bei weitem seine Betrügereien und war für den Frieden Europas viel gefährlicher. Es hat sich jetzt herausgestellt, daß Stavisky dank seinen zahlreichen Beziehungen im- stände war, Deutschland die geheimen Insor- mationen zu liesern, die es wünschte und für die es ihm die Summe von 1 0ü 000 Psuud zahlte. Daher begab sich Stavisky, Geschäftsreisen vor- schützend, oft nach Berlin und wurde hänsig in der Wil, helmstraßc beobachtet. Man hat ferner den Beweis dafür, daß der Abenteurer in einem Berliner Privatsalon ost Besprechungen mit höheren deutschen Ossizieren hatte." Man wird das Echo dieser aufsehenerregenden Ent- Füllungen abwarten müssen. * Wieder ein hoher Richter abgesetzt Der stellvertretende GcneralstaatSanwalt beim Pariser Appellattonsgericht, Hurlaux, ist durch eine Beiordnung des Präsidenten mit sofortiger Wirkung seines Amtes enthoben worden. Diese plötzliche Absetzung ist dar- aus zurückzuführen, daß bei den Haussuchungen bei Hur- laux ein Brief an Stavisky gefunden wurde aus dem Juni vergangenen Jahres, der die Anrede„Lieber Herr und großer Freund" trug. Hurlaux hat Stavisky mit diesem Schreiben um eine Intervention zu seinen Gunsten gebeten. Hurlaux gab zu, dlesen Brief geschrieben zu haben. Als er im GerichtSsaal von seiner Absehung erfuhr, machte er den Versuch, sich zu vergiften. Er konnte jedoch von seinen Kollegen daran gehindert werden. Inzwischen bat er sich in ein Erholungsheim begeben. In einem Schreiben an den Justizminister versicherte er, von Stavisky keinerlei Bezah- lüng angenommen zu haben. Im übrigen lausen die Vernehmungen weiter. Der Ver- tranensmann Staviskns, Romagnino. wurde am Montag mehrere Stunden verhört. Aufklärung des Prince-Mordes bevorstehend? Paris, 6. März. Wenn nicht alles täuscht, steht der Prince-Morb vor einer sensationellen Aufklärung. ES scheinen ungeheuerliche Spuren gesunde» zu seip„.dje dem ganzen ziinc neue Wen- dung geben. Der Großsiegelbewahrer, Minister der Justiz, hat in einer feierlichen, gemessenen und gerade darum wir- kungsvollen Weise an das Publikum gesprochen. Er hat eine Bande von Berbrcch er n angezeigt, die das Land ins Unglück stürzen wollten. Er hat von einer Untat ge- schrieben, die die Bevölkerung beunruhigen und in Aufruhr versetzen sollte. Wer. ist es. der an solchem Geschehen durch Mord seme Nahrung findet, Befriedigung seiner finsteren Propaganda durch solche Tat sucht? * De Beamte Von», der durch die Auffindung der verschwundenen Millionenschecks in dieser grauenhasten Kino- trqgödie Stavisky der große Wallace des Landes geivorden ist, hat sich anscheinend zwar nicht nach Diso» begeben, um in der burgundischcn Hauptstadt die neuen Spuren zu finden, wie man angekündigt hatte. Doch ist jetzt äußerste Anstrengung überall zu spüren. Man wird auch den Leichnam, den armen zerstückelten und mißhandelten Körper des Richters, der die Taten der Bande kannte, ausgraben und noch einmal untersuchen. Es zeigt sich mit großer Wahrscheinlichkeit, daß die Geschichte mit dem Jagdmesser, das blutig neben der Leiche lag, nur ein Trick war. Vielleicht ist das Mesier bei der Tö- tung des Richter« gar nicht benutzt worden, und das Blut war Tierblut, wie eS an dem jetzt in einiger Entfernung von dem Bahndamm gefundenen Pariser Zeitung?« blatt klebte An diesem Papier hat der Mörder, wie eS scheint, das Messer abgewischt. »- Eine andere neue Zeugenschast ist die von einem jungen Manne, der am Mordtagc abends in der Zeit, in der der Körper auf die Schienen gelegt sein muß, längs der Böschung Schatten sich bewegen sah, die ein umfangreiches Paket trugen. Wenn sich diese Zeugenschast bewahrheitet, war in dem Paket der vorher betäubte und getötete Richter. Die Jagd der Polizisten jagt hinter jenem Schatte» her. Biel- leicht wird sie sie bald ereilen. Der Staatsanwalt erklärt Paris, ß. März. Der Staatsanwalt in Diso«, Conchepin, der am Tonntag in PariS von Jnstizminister Ehcron emp- sangen worden war, erklärte, wie HavaS berichtet, der Presse in Dijon aufs neue, daß die Regierung entschlossen sei, da» Attentat gegen GerichtSrat Prtnce restlos anfzuklären. Zur Deckung der entstehenden notwendigerweise hohen Kosten seien reichlich bemessene Kredite vorgesehen. Die Ermitt- lungen selbst gingen von zwei Hypothesen an». Die erste führe auf Grund der Feststellung des Berschwindens der in der Aktentasche PrinccS enthaltenen Schriftstück« zu der Folgerung, daß es sich um ein politisches Verbrechen handele. Die zweite Hypothese erstrecke sich aus die Möglichkeit eines Racheaktes eines einzelnen. Das könnte beispielsweise der Fall sein, wenn irgendein Missetäter, gegen den Prince im Lause seiner Berufsausübung Bestrafung gefordert habe, die Tat ausgeführt habe. Man vermute auch, daß der Täter ein Ausländer sein könnte, da— so heißt es in der HaoaS-Meldung aus Dijon weiter— Gerichtsrat Prince kurz nach dem Kriege Generalstaatsanwalt der Regierung?- kommission in Oberschlesien war. * Der Sonderberichterstatter de?„Echo de Pari?" gibt zum Falle Prince noch weitere Beobachtungen bekannt. Zunächst will ein Mitarbeiter des BlatteS bei dem Wagenwäscher der Garage, wo das Auto bcS inzwischen verhafteten Privat- sekretärs von Stavisky, Gilbert Romagnino, untergebracht ist, erfahren haben, daß der Wagen in der Nacht vom 20. zum 21. Februar, also in der Nacht deö Todes von Prince, nicht in die Garage zurückgekehrt sei. Der Waaenwäscher habe sogar noch hinzugefügt, er erinnere sich, daß Frau Romagnino. wenn sie den Wagen nahm stets von einem großen weiß-schwarzen Hund begleitet gewesen sei. In den Zeitungen habe man doch lesen können, baß unweit des Ortes, wo die Leiche Prince» aufgefunden worden war. eine Frau mit einem weißen Hund einem Automobil entstiegen sei, der kurze Zeit daraus in Richtung nach Paris zurückfuhr. Voix freigelassen Der Begleiter Stavisky? in seiner letzte» Stunde, Henry Voix, ist nach Berbüßung setner etwa 40 Tage betragenden Gefängnisstrafe gestern wieder aus freien Fuß gesetzt worden. Ein Mitarbeiter des„Petit Parisien" befragte ihn über die Verwendung der insgesamt 28 8 0 00 Franken Stavisky-Schecks. die nach den Abschnitten auf seinen Namen lauten. Voix erwiderte, er sei als kleiner An- gestellter von Staviskn oft zur Bank geschickt worden, um Schecks einzulösen, auch solch«, die aus seinen Namen lau- tetcn, aber er habe da» Geld nur an Stavisky gegeben, der eS nach seinem Belieben verwendete. Das nnübersfeiglidie Hindernis Die Doffnnngsloslgkeil der übrüslunö Paris, 8. März. Das„Journal" beschäftigt sich in einem Artikel mit der A b rü st n n g s s r a g e und kommt auf ziem- lich weiten Umwegen zu der Feststellung, daß das erste Opfer der Abrüstungskonferenz der Völkerbund wäre. Das Blatt erklärt nämlich, daß die Abrüstungösrage gegeuwärtig in Europa ans ein unüberwindliches Hindernis stoße: die Revisionspläne. Solange das europäische Statut nicht stabi- tisiert sei, sei es absurd, an ein Abkomme» zur Schwächung der BerteidtgungSmtttcl zu denken. Amerika schlage de» europäische» Völkern vor, sie möchten sich doch durch ein Abkommen verpflichten, niemals ihre Soldaten die Grenze überschreiten zu lassen. Das Ergebnis eines solchen«bkom- mens wäre, daß die«eistandvoerpflichtnng des Bölkerbnn- des unmöglich gemacht würde? denn wie könnte» die Völker dem Opfer eines Angriffs zu Hilse kommen, ohne ihre Sol- baten über die Grenze rücken z» lassen? „Prankreich muß Schiedsrichter bleiben" Paris, 8. März.„Die Marneschlacht um den Frieden" überschreibt der Außenpoltttker des„Matin" einen Artikel, in dem er die Rolle Frankreichs aus dem polt- tischen Schachbrett Europas in den Mittelpunkt stellt. In Wien habe er den Bürgermeister Schmitz gefragt, wie Oester- reich gegen eine Hitler-Offensive oder den Versuch der Wieder- einsetzung der Habsburger reagieren werde. Schmitz habe geantwortet: Glauben Sie, daß Frankreich wieder in die Höhe kommen wird? In Berlin wie in Rom sei die Reaktion Frankreich? die große Unbekannte. Trotz Rutenbündel n»d Hakenkreuz, trotz Hammer nnd Sichel gelte Frankreich heute noch als das, was es seit 100 Jahren war, als Erportenr von Ideen. Man warte jetzt auf Frankreichs letztes Wort. Wenn Frankreich es nicht ausspreche, dann werde man lernen, ans Frankreich» Mitarbeit zu verzichten. In Rom wisse man sich schon zu Helsen, um den Aussall Frankreichs auszugleichen. Die Vespr-chung Dollfuß-Mussolint-GomböS ziel« ab, Mit- teleuropa unter Beiseitelasiung des französischen Faktor« zu organisieren. Polen spiele im Osten ein isoliertes Spiel.' Mangels von etwa? Besserem suche man den Frieden durch individuelles Spiel zu sichern, da Frankreich seit mehreren Monaten nicht zur Stell« gewesen sei. Der Artikel schließt dann in einem für Frankreich doch optimistischen Sinne mit der Bemerkung, daß Frankreich sozusagen der Doumergue Europas sei, und daß eö natürlicherweise und ob» diese Verbände gemäß 8 14 der bezeichneten Verordnung regelmäßig verweigert wird. Ich bitte deshalb, die Polizei- behörden anzuweisen, in allen in Frage kommenden Fällen den Nachweis der Verbandszugehörtgkeit zu verlangen, und — wenn er nicht erbracht werden kann— das Auftrete» zu verhindern. Ich stelle weiter anheim, Fälle, in denen eine Verbandszugehörigkeit nachgewiesen wird, zur Kennt« nis des Präsidenten der Reichstheaterkammer zu bringen» damit der Fall einer Nachprüfung unterzogen wird. Ich bitte um nachdrückliche Durchführung meines Er- suchens. Es dar? nicht dahin kommen, daß sich daS Publikum gegen daS Auftreten von Elementen, von denen es bereit» befreit zu sein glaubte, mit Selbsthilfe zur Wehr setzt. Pas Neueste Millionen von englischen Rundfunkhörer» waren Ssion» tagabend erstaunt, anstatt eines angekündigten Bortrag»««»«? Arbeiters ein«» leidenschaftlichen Pr o t« st gegen die der Britischen Rundfunkacseilschast ausgeübt« Zensur 4« hören. Der Arbeiter William Ferri« erklärt«, seine R«* f- ganisation ist im ganzen Lande sehr beliebt und die Zahl der Anhänger wächst dauernd. Schulen für Linkshänder! Die Linkshänder der Vereinigten Staaten, deren Organisationen die sieben Millionen„Linkser" be« Landes umfassen, haben eigene Schuten beantragt. Da« Zurückbleiben der linkshändigen Schulkinder kann nur durch sachgemäße Unterweisung seitens linkshändiger Lehrer ausgeglichen werden. Von den Linksern sind etwa zwei Drittel männlichen Geschlechtes. Ferner ist die Bereitstellung be- sonderer„Linksgerätc" für die Industrie beantragt worden. Purdahfrauen und Erdbeben Bei dem Erdbeben in Indien, das viele tausend Tote gefordert hat, habe» die Sitten des Landes die Zahl der Opfer auf verhängnisvolle Weise vermehrt. Die Klais« nämlich, die am meisten Tote zu verzeichnen hat sind, wie die Regierung mitteilt, die„P u r d a h" d a m en, die Frauen nämlich, welche die indischen Gebräuche an ihr Hans fesseln n»d es Ihnen aufs strengste verbieten, ihre Räume zu verlassen. Diese unglücklichen Frauen waren, als das Erd- beben verspürt wnrde, ratlos, wa« sie tun sollten, und fanden nicht schnell genug den Weg tnS Freie, so baß eine Menge von ihnen von dem einstürzenden Gemäuer begraben wnrde. Spanische Höflichkeit Bei einem Hausbesitzer in Madrid wurde fünfmal innerhalb des letzten Jahres eingebrochen. Er scheint sich an seine ungebetenen Besucher gewöhnt zu haben, denn man konnte nach dem letzten Einbruch folgende Kundmachung an feiner Haustür bewundern: „Einbrecher nicht erwünscht! Di« P. T. Diebe werden daraus aufmerksam gemacht, daß es sich wirklich nicht verlohnt, in dieses Haus einzubrechen, da ihre werten Herren Kollegen nicht» hinterließen, da« wert wäre, ge- stöhlen zu werden." ^Deutsche Stimmen•(Beilage zur„5 Deutstfken Freiheit"• Ereignisse und Qescfiicfhteit Mittwoch, den 7. März 1934 tut Staatsfeind Von TüaJftec JCefi(Juris) All die wirren und wüsten Geschehnisse dieser Zeit haben dem Jupp Rademacber aus der Breiten Gasse so(tut wie gar nichts anzuhaben vermocht. Krieg, Umsturz, Inflation und„nationale Erhebung" hat er gleich sorglos und unbeteiligt an sich abgleiten lassen, als ob ihn das alles einfach nichts anginge. Ja, der Jupp, das ist eine Marke! Ein dickfelliger Eigenbrötler und ein unverbesserlicher Egoist. Stirk- nackig und untersetzt, mit breiten, schlagfesten Händen, Her richtige Bulle und dabei sicher kein Dumm'.opf. Im Grunde genommen unterscheidet sich der Kölner Fleischergeselle Rademacher nicht wesentlich von der unbeschwerteren Sorte seiner Zeit- und Volksgenossen. Er weiß, daß das Morgen nicht halb so sicher ist wie da» Heute und daß das Gestern nicht mitzählt, weil es verflossen ist. Er hat einen ausgeprägten Sin-, besser gesagt, einen wahren Heißhunger für die beiden geschätztesten Dinge in diesem Leben, Geld und Madchen, deren innige Verbundenheit ihm außerdem völlig klar ist und zu deren Aneignung er vor keinem Mittel zurückschreckt. Dabei ist es für diesen primitiv-vollendeten Lebenskünstler charakteristisch, daß er trotz aller Rücksichtslosigkeit seiner Kampfweise bisher nicht im mindesten die Bekanntschaft der Strafgerichte, ja kaum die der Polizeibehörden gemacht hat. Was nun an Rademacher wirklich auffallend und bemerkenswert ist, das ist die Tatsache, daß ihm die dritte und schlimmste Leidenschaft der Deutschen, der Hang zum Politisieren und die Freude am„Erledigen" der berühmten„Andersgesinnten" vollständig abgeht. Der starke Jupp aus der Breiten Gasse ist, in der Tat, bewußt und betont unpolitisch. Sooft auch in den verflossenen Jahren der Bärgerkriegelei die Abgesandten der Roten, Braunen oder Schwarzen zu ihm kamen, in der schönen, aber eitlen Hoffnung, den gefürchteten Burschen für ihre Schlägerkolonnen zu werben,— es war stets der gleiche Mißerfolg. Mit Politik wa. bei dem Jupp nichts zu machen, da halfen weder Geld noch schöne Worte. Sonst war der Rademacher gern bereit, für ein paar Mark oder ein hübsches Lächeln wie ein Berserker drein zu hauen, aber nicht wegen eines Hitler, , fb Imann, Braun oder Brüning. Nein, das kam wirklich.eicht in Frage. * Kein Wunder also, daß der Ausbruch des„dritten Reiches" den Jupp Rademacher vollkommen kalt ließ. Die in den Orkus Gestürzten taten ihm so wenig leid, wie er nicht im geringsten daran dachte, den neuen Größen Beifall zu klatschen. Und wieder verstand er es mit einer erstaunlichen Gewandtheit, sich durch die Fülle der nationalen Feste und Feiern unauffällig, uninteressiert und unbehelligt hindurch- zuwinden. Zwar versagte er es sich keineswegs, auch hier die besten Gelegenheiten zum Genuß von Bier, Bockwürsten und natipnal erregter Weiblichkeit wahrzunehmen, aber im übrigen war ihm das ganze Hekuba. Gegen Ende November nun, in diesem ersten Jahre des Heils, ist ein Tag schwärzesten Unheils im Leben des Jupp Rademacher zu verzeichnen. Schon mit dem frühen Morgen fing es schlimm genug an: Eine Zustellung vom Amtsgericht betreffend einen Streit über mehrere hundert Mark. Kostenpflichtige Klageabweisung. Reizende Sache so was. Danach Krach mit der Zimmerwirtin. Im Geschäft Aerger und Anschnauzerei: Drohende Entlassung. Und nun, am Abend, statt süßer Liebesstunde, die reizende Feststellung, daß Elly, dieses Biest, tatsächlich ernst gemacht hat und«ait diesem Jämmerling, diesem aufgedonnerten Laffen, diesem geschniegelten Bürofritzen von Lamberg& Co. durchgegangen ist! Himmelherrgott! Ist doch nicht zu glauben, sowas. Jupp Rademacber latscht verdrossen über den Hohenzollern- ring. Hände in den Hosentaschen, Hut im Nacken, Pfeife im Mundwinkel. Ein Gesicht wie eine Dogge. Er hatte eine Wut im Leibe, daß es ihn sprengen möchte. So ein Frauenzimmer! Alles hat er für sie getan, jeden Wunsch hat er ihr prompt erfüllt, und nun schämt sie sich nicht, mit so einem Fatzken, so einem Grünschnabel davonzulaufen! Zum Speien ist es. Und da dem Jupp jetzt wirklich danach zumute ist, so holt er zu einem kräftigen Rülpsen aus und spuckt in hohem Bogen in die Gegend, wobei er diese mannhafte Geste noch durch ein paar saftige Flüche unterstreicht:.... Schweinebande.... Knochen kaputt schlagen.... Dieser doppelte Ausbruch nun wurde mißverstanden. Der wohlgeschleuderte, aber schlechtgezielte Batzen Speichel landete nämlich klatschend auf einem blitzblanken Stiefel, der in diesem Augenblick in Begleitung fünf weiterer Stiefel und der drei dazugehörenden braunen Uniformen des Weges kam. Das schlimmste aber an der Sache war, daß ausgerechnet zu dem so geschändeten Stiefel außer der Uniform noch eine Stange gehörte und daß an dieser ein Tuch mit eingesticktem Hakenkreuz befestigt war. Zur weiteren Verschärfung der Lage trug die Tatsache bei, daß die besagten drei Uniformen den Ausdruck„Schweinebande" mit unbedingter Selbstverständlichkeit auf sich bezogen und daß das „Knochen-Kaputtschlagen" für sie eine geläufige Sache war- Sagen wir kurz, daß Jupp keine Zeit zu Entschuldigungen fand, daß nach rascher Fühlungnahme eine der braunen Uniformen in die Gosse flog und daß es nur der Tatkraft einer schnell herbeigeeilten Schupostreife gelang, die zwei anderen Uniformen vor gleichem Schicksal zu bewahren und den raäenden Jupp in sicheren Gewahrsam zu nehmen. * Die Verhandlung vor dem Sondergericht wegen Beleidigung nationaler Symbole in Tateinheit mit Widerstand gegen die Staatsgewalt und Verletzung von SA-Leuten rollte kurz, knapp und kernig ab. Es wurde festgestellt, daß der Angeklagte zwar noch nicht vorbestraft sei, daß aber zwei andere erschwerende Umstände die Gemeingefährlichkeit dieses Untermenschen zur Genüge kennzeichneten. Erstens wurde er einwandfrei überführt, in den Jahren 1926/27 mit einer Nicfatarierin namens Sally Grünbaum Unzucht getrieben zu haben(was, Sie Saukerl, wissen noch nicht einmal was Rassenschande ist?) und zweitens hat der Angeklagte ausweislich einer Auskunft des zuständigen Wahlbezirksvor- tintopfgecicfii und Neben dem Schafott ist der E i n t o p f Deutschlands Symbol geworden. Das Schafott ist der politische, der Eintopf der kulturelle Ausdruck der Totalität, die gleichgeschaltete Presse, das gleichgeschaltete Theater, die gleichgeschaltete Literatur— das alles ist Eintopf, sozusagen ins Geistige übersetzt. Dazu wurde aus Berlin folgendes gemeldet: Wie die Blätter berichten, wurde der diesjährige Presseball, das bisher repräsentativste Fest der Berliner Saison, auf den Eintopfsonntag verlegt, um, wie es in der amtlichen Kundmachung heißt, die Volksgemeinschaft durch Verabreichung des Eintopfgerichtes zu betonen. Dagegen hatten die Gastwirte in Leipzig das Ersuchen gestellt, . den auf Sonntag, den 4. März entfallenden Eintopftag mit Rücksicht auf die Ausländer um eine Woche zu verschieben, da an diesem Tage die Leipziger Messe beginnt." Die Verabreichung des amtlichen Eintopfgerichtes durch die gleichgeschaltete Eintopfpresse wird also zum Höhepunkt der Volksgemeinschaft; die Ausländer allerdings werden vorläufig noch nicht gezwungen, den Eintopf auszufressen. Im Interesse der Gastwirte hat man den deutschen Eintopf aonntag verschoben, bis die Leipziger wieder unter sich sind „Qacdedocß' Wissenschaft im„dritten Reich" Sage noch jemand, daß die deutsche Wissenschaft seit Hitlers Machtergreifung dem Verfall entgegen geht! Im Gegenteil, es wird fabelhaftes geleistet. Denn wir lesen in der Rassenbeilage eines Naziorgans folgende frohe Kunde: „Eine wertvolle Arbeit hat die Familienforscherin A. von Livonius geliefert, indem sie die sippenkundlichen und besitzrechtlichen Verhältnisse des Dorfes Starkow im Kreise Stolp im Pommern mit unermüdlicher Gründlichkeit untersuchte und feststellte. In diesem Orte sind sämtliche 28 Bauern bzw. ihre Vorfahren mindestens 200 Jahre auf ihrem Besitztum, einige könen ihre Linie sogar bis vor den Dreißigjährigen Krieg verfolgen. Niemals in dem genannten Zeitraum ist auch nur ein einziger Hof durch Kauf in andere Hände übergegangen!" Aber damit noch nicht genug! Wir erfahren auch noch etwas über die religiöse Entwicklung dieser ursprünglich aus Westfalen eingewanderten Bauerngeschlechter: „Der Reformation gegenüber verhielten sich diese Bauern zunächst gänzlich ablehnend, kein Zwang half. Schließlich aber kamen sie doch zur freiwilligen An- und kein schnöder Fremdling die Volksgemeinschaft gefährdet. Gleichzeitig mit dieser Meldung kommt eine zweite Nachricht aus dem Reiche der Eintopfkultur: Wie die Blätter berichten, hat der hessische Staatsminister Jung bei einer Ausstellungseröffnung mitgeteilt, daß von nun ab jeder Frau, die mehr als drei Kinder geboren hat, in jedem Monat einmal der kostenlose Besuch des Theaters ermöglicht werden soll. Das Kinderkriegen wird also in unr ittelbare Beziehung zum Theaterleben gebracht. Offenbar soll der Platz im Theater die Mütter dafür entschädigen, daß für ihre Kinder kein Platz im Wirtschaftsleben, sondern höchstens ein Plätzchen im Massengrab reserviert wird. Ob die Frau eines deutschen Proletariers nach dem vierten Kind noch Zeit und Muße findet, ins Theater zu gehen, ist freilich die Frage. Wahrscheinlich wird sie gezwungen sein, sich mit einer Eintopfspeise für ihre vier Kinder zu begnügen und auf die monatliche Zubuße in der Form eines deutschen Eintopf- drainas zu verzichten. nähme durch die Ueberlegung, ein Pfarrer mit eigener Familie erschiene aus mancherlei Gründen erwünschter als ein ehrloser." Wenn das kein Beweis urdeutscher Frömmigkeit und Innerlichkeit ist, so wissen wir nicht, wie man sich religiöse Inbrunst eigentlich vorstellen soll. Aber nun das wichtigste. Für diejenigen, die noch immer nicht verstehen, worin Sinn und Zweck dieser„Wissenschaft" liegt, wird folgendes festgestellt: Starkow war ein„G a r d e d o r f", das engste Verbindung hielt mit den„Alexandern", der Gardekavallerie und den Pasewalker Königin-Kürassieren. Heute stellen die 400 Einwohner 66 Mann SA. und SAR., natürlich vorwiegend aus den Besitzerfamilien. Der Ruhm Starkows wird andre hinterpommersche und mecklenburgische Dörfer nicht schlafen lassen. Bald, dessen sind wir gewiß, wird man noch von weiteren prächtigen Menschengestüten in Ostelbien erfahren, wo aus den Besitzerfamilien(merkste was?) ehemals Gardeunteroffiziere gezüchtet wurden und jetzt breithüftigen Muttertieren stramme SA.-Burschen abgefohlt werden. stehers durch Nichtbeteiligung an der Volksabstimmung vom 12. November bewiesen, daß ihn die Ehre und Größe Deutschlands nicht interessiert. Es ist ein Wunder, daß der wegen solcher Verbrechen zu drei Jahren Zuchthaus verurteilte Jupp Rademacher nichf „auf der Flucht erschossen" wurde. Tatsache ist nämlich, Haß er wirklich einen Fluchtversuch unternahm, der ihm infolge seiner Bärenstärke und Schlauheit sowie der mangelnden Schießfertigkeit der ihn b^ machenden SA. auch gelang. Tatsache aber ist vor allem, daß Jupp Rademacber, der unpolitische Jupp aus der Breiten Gasse, bald darauf in einem sächsischen Städtchen auftauchte und von dem Leiter einer illegalen antifaschistischen Kampfgruppe als„Staatsfeind eingesegnet wurde. 1üi£hf Rasens tetebnisse „RausmitdemJudenlümmel.. P Der Schlagerkomponist Willy Rosen war vor Beginn der braunen Gegenrevolution ein Mann, der linker Tendenzen und einer nichtarischen Großmutter dringend verdächtig war. Ueberraschend schnell wußte er sich in den Märztagen gleichzuschalten und Anschluß an die erwachten Barbaren zu finden Eine Zeitlang gestatteten die Hitlerianer dem Gesinnungsathleten, weiter zu spielen, vorgestern jedoch ist die Bombe geplatzt. Im„K abarett der Komiker• in Berlin, in dem Rosen zur Zeit ein Gastspiel absolviert, kam es während der Darbietungen zu einem Riesenskaudal- Ein SA.-Trupp bildete Sprechchöre, beschimpfte Rosen aufs wildeste und brüllte immer:„Raus mit dem Judenlümmel nach Palästina!" Des Publikums, das glaubte, die SA. würde zu Gewalttätigkeiten schreiten, bemächtigte sich eine Panik. Viele verließen fluchtartig das Theater. Die Darbietungen Rosens mußten abgebrochen werden. Davon abgesehen, daß der Gleichschalter Rosen den Terror-Fußtritt der SA.-Banditen nicht ganz unverdient erhielt, ist der Vorfall, der in Berlin größtes Aufsehen erregte, bezeichnend dafür, daß die handgreifliche Judenhetze im braunen Barbarenland wieder aufzuleben beginnt. Reaune Rand an dec JCcaioatte Der„totale" Binder Von der Reichszeugmeisterei der NSDAP, ist zum Festanzug der Deutschen Arbeitsfront neben der Festmütze auch die Festkrawatte festgelegt worden. Es soll ein einheitlicher Binder hergestellt werden, ein„Originalbinder", der eine besonders glatte Webart des Stoffes aufweist. Die Festkrawatte wird in fünf Ausführungen herausgegeben. Die für die Zulassung zum Vertrieb der Stoffe und Krawatten vorgesehenen Zulassungsverträge werden von der Reichszeugmeisterei fertiggestellt. Die Verträge enthalten all« Einzelheiten. Die Reichszeugmeisterei will den„Originalbinder" mit einer Siegelmarke zeichnen und die Krawatten durch die zugelassenen 10 000 Uniformverkaufsstellen vertreiben lassen. Die Binder dürfen nur mit den erwähnten Etiketten vertrieben werden. Zugleich wird in unterrichteten Kreisen erklärt, daß das Gerücht jeder tatsächlichen Unterlage entbehre, das davon wissen wollte, es sei angeordnet, den Festanzug der Deutschen Arbeitsfront bis zum 1. Mai 1934 für jedes Mitglied zwang»-* mäßig einzuführen. ZeU=Thtizen Wilhelm Diegelmann Der bekannte Schauspieler Wilhelm Diegelmann, ein früheres Mitglied des Deutschen Theaters, ist am Donnerstag im Alter von 72 Jahren in seiner Berliner Wohnung an einem Schlaganfall gestorben. Bit in die letzten Tage trat er im Deutschen Theater auf. Ludwig Bergsträßer Dem nichtbeamteten außerordentlichen Professor für innere Politik, Oberarchivrat Dr. phil. Ludwig Bergsträßer, ist auf Grund von§ 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums die Lehrbefugnis an der Universität Frankfurt entzogen worden. Qeschichten aus dem Qcuneuxatd Ein Berliner Schupomann stand dieser Tage vor der schwierigen Aufgabe, allein eine Ansammlung von Menschen, die keinen nationalsozialistischen Eindruck machten, zu zerstreuen. Gummiknüppel, Pistole, überhaupt Waffengewalt anzuwenden, schien ihm nicht ratsam. Die Uebermacht hätte ihn überwältigt. Er dachte nach, und wie er so nachdachte, kam die Erleuchtung: Er trat auf die Leute zu, nahm den Tschako vom Kopf und sprach:„Bitte, eine Gabe für die Winterhilfe!"— Im Nu war der Platz menschenleer. • In einem Zirkus in Berlin sollten sich auf Geheiß des Dompteurs drei Elefanten niedersetzen. Die Dickhäuter machten sich aber nichts aus den Führerqualitäten ihres Herrn und blieben alle drei stehen. Da sprang ein Herr aus dem Publikum in die Manege, flüsterte den dreien was ins Ohr und alle dreie setzten sich nieder. Voll Bewunderung fragte der Dompteur den Unbekannten, wie er das angestellt habe.„Aber ganz einfach," antwortete dieser.„Dem ersten Elefanten sagte ich, der Göbbels würde nie mehr eine Rede halten, dem zweiten, der Göring nie wieder eine neue Uniform sich anziehen, dem dritten, der Röhn, stünde hinter ihm." * Zwei Juden schimpfen laut auf den Führer. Ein SA.-Mann hört es und will sie verhaften. Auf die übliche Ausrede, sie hätten ihren Führer Moses gemeint, der sie aus Aegvnten, wo sie englische Untertanen wären, geführt hatte, läßt der SA.-Mann von ihnen ab, sagte aber:„Nächstens mekkert ni'.it so zweideutig Zeug herum. Es könnte schief ausgehen!" Darauf der eine Jude:„Zweideutig? Sehr gut! Herr Oberstandartenführer, srenn die Frage erlaubt ist, an welchen Führer haben Sie eigentlich gedacht?' 4 Stürmers deutsche Dokumente Deutscher Arhelterbriel Julius Streichers„Stürmer" ist in der Welt be- kannt. Wer den Geist des Nationalsozialismus an der Quelle studieren will, muß immer aus ihn zurückgrei- fen. Sein Herausgeber ist einer der Intimsten Adolf Hitlers, einer der Ersten im„dritten Reiche". Er be- kleidet eine Reihe wichtiger Aemter, u. a. ist er auch Vorsitzender des Komitees zur Bekämpfung der jüdischen Greuelhetze. Die folgenden Zitate lind wörtlich den im Februar erschienenen Nummern« und 7 der von ihm herausgegebenen Wochenschrift ent- nommen. Dir Mädchenschänder von Karlsruhe.— Das Volk will sie tynchen „Die Juden Hirschbcrg und Schrießheim treiben ihr raffe- schänderisches Verbrecherhandwerk schon lange. Herauszube- kommen, wie viele deutsche Mädchen sie verseuchten und schän- deten, ist jetzt Aufgabe der eingeleiteten Untersuchung. AlS die Schandtaten der zwei Verbrecher ans Licht kamen, ent- Singen sie mit knapper Not der Lynchju stiz. In einem so gelagerten Falle sollte man eigentlich das Volk nicht hindern Justiz zu üben. Verbrechen, wie sie die Juden Hirschberg und Schrießheim auf dem Ge- wissen haben, können nur mit dem Tod« Sühnung finden. Fremdrasitge Schänder deutschen Blutes und deutscher Frauenehre, jüdische Wüstlinge und Sittlichkeitsverbrecher gehören an den Galgen. So lautete einmal bei unseren Vor- fahren ein Gesetz. So muh es wieder kommen." Das Judentum in der Tschechoslowakei „Di« sudeten„deutschen" Sozialdemokraten, deren Volksbe- wußtscin niemals wahrnehmbar gewesen ist, haben sich unter dem Einfluß der Emigranten offen als Judenknechte ent- larvt und wenn man einen Herrn Senator N i e ß e x von „braunen Hunnen" sprechen hört, wenn d e r„N e u e V o x- wärt s" den Präventivkrieg g e g e n Deutsch- land preist, dann wissen wir genau, welcher Geist die .Worte diktiert. Es nützt nichts, wenn heute jüdische Abgeordnete im Pra- ger Parlament Brandreden gegen das Hitlerdeutschland hal- ten und noch immer über Greuelmärchen zetern, die ihren paralytischen Gehirnen entsteigen." Die Schmach von Bruchsal „Julius Weil^der Mitinhaber der Wellpappwcrke Bruch- sal, der Papierfabrik Isidor Weil und einer gleichnamigen Buchdruckerei, ein häßlicher buckliger Jude, schreibt an seine Villa„Haus Weil". Sein Vater hat. vor dem Krieg Lumpen gesammelt, Von seinem Erzeuger hat der Jude Ju- liuö Weil eine unstillbare Gier nach blonden deutschen Mädchen vererbt erhalten. Erst vor einigen Wochen wurde er beobachtet, wie er mit einem deutscheu Mädchen im Auto in seine Fabrik fuhr. Man sollte es nicht für möglich halten, daß es Frauenzimmer gibt, die die Ueber- Windung aufbringen, mit einem derartigen verbuch!»?n häß- lichen Juden sich einzulassen." Charlie Chaplin ist ein Jude „Der Weltkampf, Heft 60, meldet, daß Charlie Chaplins Mutter Hanya. einer nach London eingenmnderten oktss ü«r bisch eit.F a m i Ii« Ton e! n entstammte. Chatlte wen-- derte, lEahrkg, äM^c"m'Lönböri'er'Ghstkb Au^'rrnd würde Mitglied eines zweitrangigen Varietes. Durch MacSennet in LoS Angeles täm er zum Film, als Liebling deS ameri- konischen Publikums. Er ist Verfasser. Regisseur und Haupt- darsteller der meisten seiner idiotischen Filme." Gebrüder Feuchtwang»» „Als vor einiger Zeit Philipp Scheidemann im Ausland« sich in wüsten Schmähungen gegen Deutschland erging, steckte die preußische politische Polizei eine Anzahl seiner nächsten Anverwandten ins Konzentrationslager. Seit dieser Zeit ist der Landesverräter Tcheidcmann sttllgewördrn. Wenn der Schandjude Li on Fe»cht wanger gegen Deutschland hetzt, halte man sich seinen Bruder Martin in Holle. Weg mit aller Sentimentalität. Der Jude kennt sie auch nicht. Ohne einen Schub berechtigter Brutalität ist die Iudensrage nicht zu lösen." Enrico Caruso war«in Jude „Bor Jahren kam ein ehemaliger Schnorrer, der nach Wien ausgewandert war und es dort bis zum k. u. t. Kommcrzial- rat gebracht hatte, nach seiner Baterstadt in Galizienl Wenn uns das Gedächtnis nicht täuscht, war es das Städtchen Neu- Sandctz. Länger als gedacht blieb der Kommerzialrat unter seinen Verwandten, so daß ihn der Freitagabend noch im Städtchen überraschte. Strenggläubig wie er war, durfte er nun nicht mehr reisen und ging in die„Schul". H t e r h ö r t e er den Borbeter Earo singen und da ihm der Ge- sang gefiel, ließ er sich den Vorbcter vorstellen, gab ihm Geld für eine Wiener Reise und ließ ihn von einem Gesanglehrer prüfen. Die Folge war. daß Earo nicht mehr nach Ncu-San- detz zurückkehrte. Der Herr Kommerzialrat betätigte sich als Kunstmäzcn und sandte ihn nach Mailand, wo Caro seinen Namen änderte und Singen und Italienisch lernte. Was seitdem eine gewisse Presse aus diesem Caruso gemacht hat, ist bekannt." Wie der Weltkrieg vorbereitet wurde— Die Inden waren die Hauptmacher „AlS im Jahre 1911 im Juli ein großes Raunen durch die gesamte jüdische Weltpresse ging und man von einem großen Weltkrieg sprach fder Grund sollte die seinerzeit be- kannte Marokkoasfäre seins, da saßen zur gleichen Stunde, als die Herren Botschafter der gesamten europäischen Slaa- ten mit dem deutschen Staatssekretär Kitterlcn-Wächter ssoll heißen Kiderle». Rcd.j im Hotel„Fürstenhos" zu Bad Kissingen verhandelten, die größten Finanzjuden in Zürich, um Teutschland den Weltkrieg aus»«- halse« und es zu vernichten. Die Hauptlnmpen waren zu jener Zeit in Zürich und zwar Rathcnau, Fürsten bcrg, Melchior. Einsrein, Baron Gntmann lBndapests, Roth- schild fWtens, Mandelbaum und der weltberühmte Ballin. Die Vermittlerrolle spielte seinerzeit die so sattsam bekannte Fürstin Koslowsky. Im Jahre 1913 mar ich in England in der Masonic Hall in Birmingham als Angestellter tätig. Was ich da im Monat Januar 1913 dort erlebte, gab mir sehr viel zu denken und heute weiß ich auch erst, um was das ganze Ge- manschet ging. Die St. Paul« Lodges und der Odd-Fellows . Ordcy hatte zu einer internationalen Konferenz aufgerufen. Anwesend waren zirka 70 bis 80 Prozent Juden, die übrigen waren andere, sogenannte Arier. Die zu der Zeit h ö ch st e n P e r s ö n l t ch k c i t e n wie Lord Kitchener, Lord Grey, Fürstenberg von der Deutschen Bank, Ballin. Ebert, Clemenceau usw. waren anwesend, und wir wußten nun auch den Grund, warum wir vorher so genaue Instruktionen bekamen. Insgesamt waren es zirka 1500 Personen und einer kannte den anderen wre Brüder. Hier hal die Well- sreimaurcrei den größten Kongreß einberufen und ich be- Haupte, baß eS hier um das Schicksal Deutschlands ging," Rassefchändcr Marx— Wie er unter den Mädchen von Mosbach hauste „Der Jude Marx beschuldigte die Nichtjüdin. Er sagte, sie wäre mit allem einverstanden gewesen, ja sie hätte ihn dazu verleitet und aufgefordert. sDer„keusche" Josef aus Aegnptenland bediente sich schon dieses Tricks.) Der gleich- rassige Rechtsanwalt Hanauer, den sich der Rasseschänder ge- nommen hatte, unterstützte ihn dabei tatkräftig und vcr- ständniSinntg. Aber es gelang ihnen nicht, das Gericht zu verblüffen. Angesehene Nichtjudcn traten für den Ruf des Mädchens eln:-'Der> Jude wurde-überöührr.-''»»^^^-"a^ Er^ erhielt eine sehr gesinhe Strafe. Wurde nur Hu sechs Monaren Gefängnis verurteilt. Und hat doch e ln Ver- brechen begangen, bei dem d i e Todesstrafe am Platze g c w e f e» iv ä r e. Eines steht fest. Der Jude Wilhelm Marx ist ein noto- rifchcr Rassefchändcr. Ein geborener Sittlichkettsverbrecher. Gegen Rasscschänder und Sittlichkettsverbrecher ist ei» neues Gesetz geschaffen. Es soll das deutsche Volk, soll die arische Rasse schützen. Es ist das Gesetz der Entmannung. Aui Grund unserer Kenntnis in der Iudensrage sind wir der Ansicht, daß eigentlich alle Juden entmannt iv e r d e n müßten." Statistik der Ritnalmorde— Gin grauenvoller Nachweis jüdischer Verworfenheit .„In verschiedenen Geschichtswerken finden sich ganz be- stimmte und genau belegte Angaben über Ritualmordc. Ich habe die fürchterlichen Tabellen zusaminengestcllt und möchte. damit zeigen, wie in 1500 Jahren allein 92 Kind e r und .2.8 Erwachsene unter dem blutschänderischen Messer verbluten mußten, ungeachtet der Unzahl der Verbrechen, die niemals ans Tageslicht kamen, die mir nur ungefähr ermitteln können, wenn wir aus der Ver- mtßtenstatisttk die Zahl der Kinder feststellen, die um die Zeit des jüdischen PassahscstcS verschwanden." x Von unseren Illegalen Liebe Genossen und Kameraden? AlS eifriger Leser und Schmuggler der„Deutschen Frei- heit" nach möchte ich Euch mal schnell einige Zeile» senden. Bin nur vorübergehend zwei Tage in.... Eure Zeitung hat uns schon kostbaren Vtoss geliefert für unsere illegale Wcrkzettung, welche wir in der„Fitttng", '„Maggt" und„Aluminium" zirkulieren lassen. Ihr müßt nicht etwa denken, wir schlafen. O nein, wir arbeiten sogar feste, denn den gleichgeschalteten Quatsch, den die Zeitungen in Deutschland bringen, glaubt kein Arbeiter mehr: er will die Wahrheit wissen. Es ist ja ein Skandal, wie es zugeht, aber der Deutsche hat sich selbst zum Feigling degradiert, weil er noch obendrein zum Denken zu faul ist. Schimpfen tun die meisten und sagen heute ossen, baß das Endlird der Krieg ist und das 4. Reich des Bolschewismus und der Ge- samtfront des Sozialismus. Nun einige wahre Begebenheiten: In der„Fitting" mußte schon seit langem die 800 MaN» starke Belegschaft jede Woche 3 Stunden am Samstag gratis arbeiten und deshalb wurden 100 weitere Arbeiter eingestellt. Auch diese I0l> müssen 3 Stunden gratis arbeiten: obendrein gab eS« Prozent Lohnabbau. Rechnet Euch aus, sür wen der Prosit«st. 2. Tic„Maggi" stellte durchweg schulentlassene Mädchen und Knaben ein, datür flogen die Frauen raus, wo der Mann arbeitet oder stempeln kann. 3. Am 12. Januar war eine Malermeisterverjamnilüng im Burghof in Obermeister Stärk stellte den Maler- meistern den Landeslcitcr Grelle von Mannheim vor mit den Worten:„Ich stelle Euch hier den. neuen Messias vor, der von jetzt ab die Geschicke des deutschen Handwerks leitet." Alles lachte und.macht sich allerorts darüber lustig über solche Großtuer. Viele Grüße Euch Tozialistenkameraden. Wir halte» ehr» lich zu Euch, Ihr treuen Genossen. «orrumpleNer Partelsfa&t Halbe Fahrpreise für Parteibonzen Wie lautete doch Hitlers Parole?„Gemeinnutz geht vor Eigennutz."— Diese Parole wird von der Reichsbahn jetzt so pointiert: „Die deutsche Reichsbahn hat beschlossen, allen polt- tischen Leitern der NSDAP, für Dienstreisen eine Fahrpreisermäßigung von»0 Prozent zu gewähren." Womit erwiesen ist, daß sich die„nationale Revolution" jedenfalls sür die Bonzen vollauf rentiert hat! Karlsruhe verhaftete die den jüdischen Hauptlehrcr Pforzheim, wegen„Ver- im Ausland". Offenbar um Personen, die sich im von Spitzeln denunziert AuSland schrieben, welche Spitzel überall Die Geheime Staatspolizei in indische Witwe Flora Kahn und a. D. David Sommer, beide aus brcttung von Greuclmeldungen handelt es sich in beiden Fällen Ausland ausgeheilte» haben nnd worden find, oder die Briefe ins beschlagnahmt wurden.*- „Reist an die Ostsee" Das Berliner Schöffengericht verurteilte fünf Arbeiter zu Gefängnisstrafen von zwei bis zn fünf Monaten, weil sie die„kommunistische Gottlosenbcmcgung" illegal fortführten und bis in die letzte Zeit hinein die Mitglieder dieses Ver» bandes in ihren Bezirken regelmäßig kassierten. Als Bei- lragsmarkcn wurden angeblich Reklamemarken mit den Aufschristen„Reist an die Ostsee",„Reist an den Rhein", „Reist in den Harz" usw. vertrieben. „Furchtbarer Nepp" sJnprcß» Der Amtsgerichlsrat Dr. Sachs von, Magdc- vnrger Landgericht wurde oerhattet, weil er gegenüber zwei Referendaren, die ihm zur Ausbildung überwiesen waren, da» Winterhilfswerk al»„furchtbaren Nepp" bezeichnet hatte. Mindestpreise für Trauringe Wie aus Dresden gemeldet wird, sollen durch örtliche Ber- einbarungen überall Mindestpreise für Trau- ringe eingeführt werden. In Berlin sind die Mindestpreise bereits in Kraft gesetzt worden. Unentgeltliche» Gravieren von Trauringen ist untersagt. Vergnügen in Moskau Aufatmen nach dem Fünflahresplan Moskau, Ende Februar. Nachdem der schärfste Druck des ersten Fünfsahresplanes etwas nachgelassen hat, beginnt ein allgemeiner Drang nach Amüsement in Moskau mehr und mehr vorherrschend zu werben. Es handelt sich»m einen ähnlichen psychologischen Rückschlag, wie er auch die ersten Jahre der„Reuen öko- nomtschen Politik", unmittelbar nach den Schrecken und Ent- behrungen des Bürgerkriege«, zu einer Periode der aus- gesprochenen Vergnügungssucht machte. DaS Moskauer Nachtleben, das immer noch sehr dürftig organisiert ist, bat seinen Mittelpunkt im Hotel Metropol. Dort versammeln sich zahlreiche Menschen, um Champagner zu trinken und rund um den Spring- brunnen in der Mitte des riesigen Speisesaals zu tanzen. Diese Veranstaltungen linden regelmäßig in den Nächten vor den„freien Tagen" statt. sDer«.. 12., 18., 24. und 30. jedes Monats gelten i» der Sowset-Union als allgemeine Feiertage.? Die Preise im„Metropol" sind sehr hoch. Aus der Rechnung wird nichts vergessen: nicht einmal die Erlaubnis, sich einen der Luftballons zu nehmen, die an icdem Tisch be- festigt sind. Es gilt als ein besonderer Spaß, ein Stück brennendes Papier um die Schnur zu wickeln und den Ballon loszulassen, bis er irgendwo im Raum explodiert. Die Kleidung ist immer noch ziemlich schäbig. Ein Dmo- ktng- von festlicherer Gewandung gar nicht zu sprechen- gilt als Zeichen, baß man e» mit einem jungen Diplomaten zu tun hat. Besondere Vorliebe haben die Moskauer für den ZirkuS. Nacht für Nacht lockt die stauberfüllte Arena Mengen begeisterter Zuschauer an. Die einzige Andeutung von Propaganda erlebt man dabei in der Unterhaltung zweier ClownS. die in grotesken Kostümen erscheinen, das eine Hosenbein weit länger als daS andere: auch sonst macht die Kleidung einen ziemlich mißratenen Eindruck. Die machen dann Witze über die Un- zulänglichkett ber Bekleidungsindustrie in Dowiet-Rußland. Die Satire wird aber gemildert durch eine„konstruktive" Mahnung an die Arbeiter, für bessere Qualität zu lorgcn. Andere Stätten der Unterhaltung sind die Oper, die Theater und KinoS. Im Opernhaus hat man eine Neue- rung eingeführt. Die meisten der guten Plätze sind für die „Udarnikiö" der verschiedenen staatlichen Unternehmungen reserviert, so daß es für den gewöhnlichen Bürger schwer ist, hineinzukommen. Der Udarnik ist im wörtlichen Sinne ein Arbeiter in einer„Stoßbrigade". Aber der Begriff umfaßt auch Ingenieure, Beamte. Studenten nnd andere, die mit der Ausführung besonder« verdienstvoller Ausgaben be- traut sind. Die herkömmlichen russischen Wtntersportarten, Schlitt- schuh- und Skilauf sind sehr populär. Diesem Sport im Freien huldigen well mehr Menschen als vor dem Kriege. Die große Eisbahn im Moskauer Hauptpark ist Nacht für Nacht überfüllt. Ebenfalls sehr beliebt sind Skirennen. lAu» dem„Observer".) Oer Sowjetpalast in Moskau Durch Beschluß des Zentralexekutivkomttces der Sowjet» nnion ist der Bau des Sowjelpalastes, der anstelle der Er- löierkirche in Moskau errichte: wird, sofort in Angriss zu nehme». Der Entwurf de« Soivjctarchltekten M. Josan ist als Grundlage für den Bau angenommen worden. Der Pa« last wirb in setner endgültigen Form 4l5 Meter hoch sein, wovon 80 Meter auf die Monumentalfiaur Lenins entfallen, die das Gebäude krönt Mehrere Theater- und Berfamm- lungssäle, von denen der größte 20 000 Sitzplätze haben wird, bilden den Hauptteil de« Gebäude», dessen Fassade dem Kreml zugekehrt ist. Oie ich rief, die Geister... In Paris wurde eine„G a n g st e r- B a r" eröffnet. Man bespöttelte diesen Namen und schlug vor, einmal die Bezeichnung„Zu den anständigen Menschen" für ein Nachtlokal zu wählen. Doch die wahren Gangster ließen sich nicht abschrecken und machten dem Lokal einen Be- such, in dessen Verlauf die Kasse ausgebrochen wurde. Sie erbeuteten nur 260 Franken—»nd diese in Gestalt von Telesonmarken! Unsterblichkeit— stückweise Wottnotf, berühmt durch seine VerjünanngSexpert- meute, bei denen A s f e n d r ü s c n in menschliche Körper verpflanzt wurden, teilt soeben sensationelle Entdeckungen mit:„Nach dem Tode lebt das Gehirn einige Minuten lang weiter und kann in dieser Zeit auch Schmerz«mp finden." Doch das ist noch nicht alles. Es scheint auch, daß die Knochen 18 Stunden weiterleben können, die Nieren, die Leber und die Drüsen sechs bis acht Stunden. Wenn man sie zur Zeit vom Körper des Toten löst, bewahren dies« Organe ihre Eigenschaften während einer Zeitspanne, die zur Ver- Pflanzung und Uebertragnng auf andere Körper ausreicht. r«i. rnnue 42.12 M6lro P 1 g a 11 e Deutsche Po li kli nik Paris,©2., Rue de ta Rodiefoucaulo •I Allgemeine Konsultationen mit 9 Spaulimn. b) Chirurgie c) Geburtshilfliche Klinik d) Zahnärztliches Kabineti Innere Medizin, Augen», Ohren», Nasen» and Kehlkopfkrank. ZvreistöckigesJSanatoriumsgebäude. Vierstöckigem Gebäude. 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Metzl, 51, rue de Turb., Paris, Nr. 4269 Pariser Beruhte Pariser Straßenkalender In Paris wurde eine Ligq zur Durchführung der Ausstellung 1937 gegründet, die ihre Tätigkeit auch damit rechtfertigt, daß die Vorbereitung der Ausstellung vielen Arbeitslosen Beschäftigung und Lohn schaffen würde. * In einem sehr aufschlußreichen Artikel des Wirtechafts- teils der Zeitung„Intransigeant" her die Saarfrage wird u a. die Feststellung gemacht, daß Frankreich 50 Prozent der gesamten Saarausfuhr bezieht, daß 4 Millionen Tonnen Saarkohle 1933 nach Frankreich gingen und daß 50 000 französische Firmen mehr als 100 000 Gehaltsempfänger für den Handel mit der Saar beschäftigen. « Die rue du Jour, von der rue Coquilliere bis zur r«e Montmartre ist zur Einhahnstraße erklärt worden. * Wie wir hören, verlangen die Pariser Postämter jetzt vielfach zur Legitimation von Ausländern, zum Beispiel bei Geldsendungen, die Vorlegung eines Passes, der ein gültiges französisches Visum vom Vorjahre trägt. Die Vorlegung eines sog reeepisse genügt den Beamten häufig nicht. * „Coriolan" wird, wie jetzt endgültig feststeht, Ende dieser Woche in der Comedie Frangaise wieder erscheinen. Gerüchte, daß das Ministerium der schönen Künste dagegen eingeschritten sei, waren falsch. * Der bevorstehenden Aufführung der„Rassen" von Bruckner am Mittwoch im Theatre de l'Oeuvre bringt man in Kreisen der deutschen Emigranten großes Interesse entgegen. Wie wir hören, haben die Hitler-Journalisten in Paris eine einheitliche Richtlinie zur„Beurteilung" dieses Stückes vorbereitet. Neue Anleihe der Stadt Paris Die Stadt Paris hat eine neue 5''sprozentige Anleihe zum Bau von Häusern, Schulen und Krankenhäusern aufgelegt. Der Ausgabekurs ist 954 Franken. Zweimal im Jahre wird eine Ziehung u. a. von einem Los von 1 Million, einem von 500 000, einem von 200 000 Franken stattfinden. Diese Gewinne sind steuerfrei. Die Einschreibungen finden statt in der Stadtkasse (Caisse Mumcipale) im Rathaus, Napoleon-Flügel, von 10 bis 16 Uhr, in der Finanzkasse der Seine, 9, place-Sulpice, ebenso in den Banken usw. Neuerung im französischen Telegrammdienst Die französischen Postbehörden haben eine für den Handel, für den Gerichtsdienst usw. nicht unwichtige Neuerung eingeführt. Jeder Auflieferer eines Telegramms kann jetzt eine beglaubigte Abschrift bestellen. Der Wunsch muß bei der Auflieferung mitgeteilt werden. Die Unkosten betragen 1,50 Franken für 50 Worte oder den Bruchteil von 50 weiteren angefangenen Worten, ferner 0,50 Franken Porto für Ahsendung der Abschrift an den Empfänger. Auf diese Weise ist der Absender sicher, daß der von ihm beabsichtigte Text nicht durch Telegrammfehler gestört wird. Die Neuerung gilt für Frankreich, Algier, Tunis und die französische Marokko-Zone. Der Sprachunterricht des Deutschen Klubs Der(1925 gegründete, niehtgleichgeschaltete) Deutsche Klub zu Paris beschloß, zwei Kurse zur Erlernung der französischen Sprache zu bilden, einen für Anfänger(Donnerstags von 20.30 Uhr bis 22.30 Uhr) und einen für Fortgeschrittene (jeden Dienstag von 20.30 bis 22.30 Uhr). Teilnehmerhöchstzahl pro Kurs: 15 Personen. Falls nötig, wird ein dritter Kurs eröffnet. Den Unterricht erteilt eine französische Lehrerin nach der direkten Methode, jedoch erfolgen Erklärungen in deutscher Sprache. Die beiden Kurse finden statt im Vereinssaal der Taverne Martel, 6 Rue Martel(metro: Chateau d'Eau). Für die Mitglieder des Klubs ist die Teilnahme gratis, für Gäste: 2 Franken pro Stunde. Anmeldungen am Dienstag oder Donnerstag um 20.30 in der Taverne Martel. Mit der Teilnahme kann jederzeit begonnen werden. Galsworthy-Film zur Judenfrage Im Studio Diamant— an der Place St. Augustin— fand in diesen Tagen die französische Erstaufführung des Films „L o y a I t i e s" statt, den Basil Dean nach dem gleichnamigen Roman Galsworthys gedreht hat. Die Handlung zeigt die Geschichte eines jungen englischen Juden, der in erste englische Gesellschaftskreise Aufnahme gefunden hat, von einem Offizier, einem Nichtjuden, bestohlen wird und, obwohl Gericht und öffentliche Meinung für ihn votieren, als der einzig geächtete aus der„Affäre" hervorgeht. Sie beleuchtet also weder die Rassen- noch die soziologischen Fragen des modernen Judentums. Sie verwendet vielmehr einen nur in einer bestimmten aristokratischen Schicht möglichen Spezialfall zu einer psychologisch-gesellschaftskritischen Studie. Immerhin: dieser Film, der in englischer Originalfassung mit französischen Untertiteln jetzt in Paris gezeigt wird, der in Berlin und Wien verboten ist und gerade in England, gegen dessen Aristokratie er recht offen Stellung nimmt, einen außerordentlichen Erfolg hatte, interessiert heute, da überall wieder die Judenfrage im Brennpunkt steht. Das Drehbuch hat die Romanhandlung spannend ins Filmische übertragen, die Darstellung(B. Raphbone und H. Thatcher in den Hauptrollen) ist knapp und dezent, die Gerichts- und die Selbstmordszene des Schlusses sind glänzend gelungene Filmmomente. Das Pariser Publikum nahm den Film mit außergewöhnlichem Interesse und Beifall auf. m. Kinos Actualites-Cine L'Auto(31, Bd. des Italiens): Le couronne- ment de Leopold III de Belgique; Harmonie(film sportif); „Monsieur Boude" sketch avec L. Barroux; Conference de Desarmement(dessin anime); Les monstres prehisto- riques(Loch Ness). Dernieres actualites, de 10 h. ä 1 h. du matin. Agriculteurs: L'Homme Invisible(de Wells), vers. originale, sous-titres frang. T. 1. j. ä 15 et 21 h. Sam. et dim. 2 mat. ä 14.30 et 17 h. Bonaparte: L'Homme Invisible(de Wells), vers. originale, sous-titres frang. T. 1. j. ä 15 et 21 h. Sam., dim. et fetes ä 14.30, 17 et 21 h. Champs-Elysees(118, Ch. Elysees): Craddle Song(Dorothea Wiedt) vers. orig. sous-titres frangais. Cine Hotel de Ville(20, rue du Temple): Raspoutine et sa Cour. Cine Opera: Madame Bovary(Valentine Tessier), film de Jean Renoir(14 h. ä 20 h.; soir 21 h.). Delta(17 bis, Bd. Rochechouart): Raspoutine et sa Cour. Ermitage-Club des Ursulines: Les Sans-Soucis(Pack up your troubles) avec Laurel et Hardy. Vers. orig. sous-titres frangais. Lord Byron(122, Ch.-Elysees): The Bowery(vers. orig), sous-titres frangais. Madeleine: Esquimaux. Sous-titres frangais. Marivaux: Les Miserables(2eme partie. Les Thenardiers). cherie... Marivaux: Le» Miserables(3eme partie. Les Thenardiers). Mesange(3, rue d'Arras): Russin d'aujonr-d'hui et d'autre- fois. Raspoutine et sa Cour(John, Lionel, Ethel Barry- more et Diana Wynyard). Miracles(100. rue Reaumur): Catherine de Russie(Eli». Bergner, Fairhanks jun.). Montrouge Theatre(70, av. d'Orleans): Raspoutine et sa Cour(John Lionel. Ethel Barrymore). Moulin-Rouge: Les Miserables(ler film): Tempöte sous un crane. Pantheon(13, rue Victor-Cousin): Man braucht kein Geld (vers. originale), Matinee 2 h. 30, 4 h, 45. Soiree»9 h. Vers, allem. S.-t. frangais. Paramount: Club de minuit. Parnasse Studio: Okraina(film sovietique). Pte de St. Cloud Palace: T. 1. j. Soir 20.45. Jeudi. sam. 2.45. Dim. et fetes permanent de 14 h ä 19 h. 30. La Gueire des Valses(Fernand Gravey, Drnaem). Raspail 216. The Silver Cord(I. Dünne), s.t. frangais. Studio Acacias(47, rue des Acacias): Onle vesterday(Marg. Sullavan, John Boles). Studio Caumartin(25, rue Caumartin): Lady for a day (pari, angl., s.-t. frangais). Studio Etoile(14, rue Troyon): Leise flehen meine Lieder (Unvollendete Sinfonie von Schubert). Vers, allem, sous- titres frangais. Perm, prix red. de 14.30 ä 19 heures. Soir ä 21 h. Studio Universel(31, avenue de l'Opera): Chanteuse de Cabaret(Claudette Colbert). s. t. frangais. Perm, prix red. de 14 h. ä 20 h. Soiree 21 h. 15. Temple Selection(77, Fg. du Temple): Teteg bruleeg(Pat O'Brien); Air Mail. On a perdu la vedette.(Mat. t. 1. j.). Ursulines: La Rue. sans nom(Gabriel Gahrio et Const. Remy). De Wilson ä Roosevelt(retrospective americaine). Washington Palace(14, rue Mageilan): Guilty Hands(Kay Francis, L. Barrymore), s.-t. frang. Permanent 2.30 ä minuit. Washington Club(14, rue Mageilan): Mad Age, Brig Money (Eddie Quillan, Roh. Armstrong) s.-t. frang. Mardi, jeudi, sam. et dim., 3 et 9 h. 30. Abonniert die„Penlsdte fremd!" Für den GesamlinHvlt verantwortlich: Johann Pitz in Tud- weilet: für Inserate: Ctto Kuhn in Saarbrücken. Rotationsdruck und Perlag: Verlag der Volksslimme GmbH. Saarbrücken 5, Schützenstraße S.— Schließfach 770 Saarbrücken. Tüchtige Vertreter od. Reisende mit Wohnsitz in Belgien werden von leistungsfähiger Febrile für leichtverkäufliche Artikel unter günstigen Bedingungen gesucht. Streng seriöse und strebsame Herren weiche sich eine solide Existenz aufbauen wollen, und der franz. Sprache mächtig sind, belieben sich zu melden unter A. B. an die Expedition dieses Blattes. Papst Adolf Der unfehlbare Statthalter und Gesandte Gottes Am 4. März 1983 hielt Hitler über alle deutschen Sender seine letzte Wahlrede. Er sprach davon, daß der Herr ihn gesegnet habe. Seitdem hat er sich an das Gottesgnadentum gewöhnt. Am 25. Februar 1984 hat er alle Führer und Unterführer der NSDAP, feierlich auf seine Person vereidigen lassen. Sein Stellvertreter Heß hat den Schwur mit folgenden Worten eingeleitet: „Wir dürfen dem Mann unseren Schwur ablegen, von dem wir wissen, daß er nach dem Willen eines Ge- setzes der Vorsehung, dem er gehorcht, un a b- hängig von allen Einflüssen irdischer Ge- walten das deutsche Volk recht führen und das deutsche Schicksal recht bestimmen wird. Wir binden mit dem Schwur erneut unser Leben an einen Mann, durch den— das ist unser Glaube— höhere Kräfte schicksalsmäßig wirken." Der liebe Gott persönlich geruht also durch die Person Hitlers das deutsche Volk zu segnen. Diese Segnungen sind hart— die Plagen Hiobs sind nichts dagegen. Der liebe.Gott persönlich hat Hitler seine Aufmerksamkeit zugewendet— dafür hat er sie von anderen abgewendet. Hindenburg zum Beispiel ist nur ein von einem Monarchen ernannter Feldmarschall und von einer Mehrheit gewählter Reichspräsi- dent gewesen, also nur eine irdische Gewalt. Hitler aber ist der Gesegnete der Vorsehung, das Werkzeug höherer Kräfte, furz gesagt— von Gottes Gnaden. Hitler, der für hundertfache Morde, für hunderttausende von Folterungen, von Unmenschlichkeiten, für hunderttau- sendfachen Jammer verantwortlich ist, befleckt vom Blute der Opfer, wird von keiner irdischen Instanz Rechtfertigung für seine Verbrechen finden. Er greift inS Ueberirdische und rechtfertigt seine Verbrechen— mit der Gnad- der Vor- sehung. Wir'atulieren allen Christen! * Höring hat im Verlag von Mittler& Lohn ein Buch et* scheinen lassen„Aufbau einer Nation". Die„Morning Post" in London hat daraus Kapitel veröffentlicht, und die englische Oeffentlichkeit hat mit Entsetzen erkannt, welchen Geist es atmcL In diesem Buch wird Hitler als v o n Gott g e- s a n d t vorgestellt: „Es gibt wohl zur Zeit kernen Menschen, um den sich das allgemeine Interesse so stark konzentriert, wie um den Führer. Und doch gibt es auch keinen Menschen, dessen Eigenschaft man so schwer beschreiben kann wie die Adolf Hitlers. Zunächst einmal ist es ja für uns Gefolgsleute selbstverständlich— und das wird jeder verstehen, der die innige Verbundenheit, die zwischen Hitler und seinen Man- neu besteht, kennt,— am Führer irgend etwas zu erkennen ober irgendeine Eigenschaft festzustellen, die er in unseren Augen nicht in höchster Vollendung besitzt. Wenn der katholische Christ überzeugt ist. daß der Papst in allen religiösen und sittlichen Dingen unfehlbar sei, so erkla- ren wir Nationalsozialisten mit der glei- chen innersten Ueberzeugung, daß auch für uns der Führer in allen politischen und sonstigen Dingen, die das nationale und soziale Interesse des Vol- kes angehen, glattweg unfehlbar ist. Worin liegt nun das Geheimnis seines gewaltigen Einflusses aus seine Anhänger'? Liegt es in seiner menschlichen Güte, in seiner Charakterstärke oder in seiner einzigartigen Bescheidenheit? Liegt es vielleicht an seiner politischen Begabung, die Dinge immer richtig vorauszuahnen und vorauszusehen, oder liegt es an seinem hervorragenden Mut ober an seiner seltenen Treue seine» Gefolgsleuten gegenüber? Ich glaube, ivas man auch herausgreift, man wird doch schließ- lich zu dem Schluß kommen, daß es nicht nur die Summe aller dieser Tugenden ist, sondern es ist etwas M y st i- sches, Unsagbares, fast Unbegreifliches um diesen einzigen Mann, und wer es nicht fühlt, der wird es nicht erjagen, denn wir lieben Adolf Hitler, weil wir glauben, tief und unerschütterlich glauben, daß er uns von Gott gesandt ist. Deutschland zu retten." „Der treueste Paladin unseres„Führers"— so nennt sich Göring— berettet die Inthronisierung Hitlers vor. Nur noch eins ist unentschieden: Papst oder Kaiser? Das ist hier die Frage.