Sinzige unabhängige Tageszeitung SentschlandS Nummer 82— 2. Jahrgang Saarbrücken, Dienstag, den 10. April 1934 Chefredakteur: M.Braun Ans dem Inha lt Dec 3iutiuckcuH.pl Seite 2 Vernickeltes. Spiet zwischen£ondan und Jfacis Seite 2 Anfall dee 3Miecnationale Seite 3 Aufaiacsch zuc Onfiationsschlacht Seite 1 Jiatienische Politik Seite 7 Demonstration an Gräbern Treue für die Blutzeugen Märfyrergeisf lebt Karlsruhe, 8. April. 3>er Freitod des früheren sozialdemokratischen Reichstags- abgeordneten Dr. M a r u m im Konzentrationslager Kislau bat in ganz Baden große Erregung hervorgerufen. Die Be- völkerung erblickt in diesem Todesfall eine Bestätigung der Gerüchte, die über die Zustände im Lager Kislau verbreitet lind. Dr. Marum gehörte mit dem früheren Staats- Präsidenten Dr. Remmele zu den sozialdemokratischen Fllh- rern, die vor einem Jahre als Gefangene dem national- sozialistischen Pöbel aus offenem Platze zur Schau gestellt und unter Musikbegleitung—„Das Wandern ist des Müllers Lust!"— aus der Stadt hinaus in das Lager von Kislau überführt wurden. Dort ist der 52jährige feingeistige Dr. Marum nun seit über einem Jahre von jungen SA.- Leuten„erzogen" worden. Da er körperlich und geistig viel weniger robust ist als sein Unglücksgesährte Dr. Remmele hat er unter der übermäßigen körperlichen Arbeit und unter den moralischen Demütigungen durch minderwertige braune Wachmannschaften unendlich schwer gelitten. Den Rest gab es ihm, als kurz vor Ostern ein Teil seiner alten Freunde entlassen wurden, er aber für unabsehbare Zeit weiter in Haft bleiben sollte. Freilich hätte er auch die„Freiheit" haben können. Er sollte aber feierlich und schriftlich erklären, daß er bereue und sollte sich außerdem verpflichten, Deutschland zu ver- lassen. Dr. Marum lehnte sowohl eine Loyalitätserklärung wie die Zumutung, sein Vaterland zu verlassen ab. Dieser Jude, der an deutscher Kultur mehr in sich trug als tausende Hitler und Görings je zusammen erwerben können, weigerte sich kategorisch, sich von Bandenführern die Verpflichtung zum Verlassen des Landes abnehmen zu lassen, in dem er so hervorragend gewirkt hat. Marums Tod ist eine furchtbare Anklage gegen das barba- rische System, denn gegen diesen sozialdemokratischen Führer kann von keinem setncr Gegner etwas anderes eingewendet werden, als daß er bis zur Todesstunde seinen Idealen treu geblieben ist. Niemals ist auch nur von ferne der Borwurf der Korruption gegen ihn erhoben worden. Als politischer Kämpfer war er von großer Festigkeit und lauterem Idealismus. Die badische Regierung, die an seinem Tobe schuldig ist, weil sie dem schwer leidenden Manne die Entlastung ver- weigerte, wollte den Leichnam des Märtyrers am Oster- samstag in aller Stille beigesetzt wissen. Die tapfere Frau Marums verweigerte aber, ihren Mann wie einen Ehrlosen verscharren zu lasten und bestand, unterstützt von ihren An- gehörigen, auf einer regelrechten Bestattung. In den Blättern erschien eine Todesanzeige der Frau Marum, die keinerlei nähere Angaben enthielt, auch nichts über die Stunde der Einäscherung, da dies die Behörde ausdrücklich verboten hatte. Es durfte nur angegeben werden, daß die Einäscherung am Dienstag nach Ostern stattfinden werde. Tausende, die nicht genau die Stunde der Feier ermitteln konnten, hielten stundenlang auf dem Friedhof oder in der Nähe aus. um ihre Treue zu dem Toten und der von ihm vertretenen Sache des Sozialismus zu bekunden. Unter den Trauergästen waren besonders viele Frauen, die Blumen in das Grab warfen. Die Tausende verharrten in feier- lichem Schweigen. Zahlreiche Kriminalbeamte hatten sich unter die Trauergemeinde gemischt. Es wurden von Beauf- tragten der Polizei mehrere fotografische Aufnahmen ge- macht, die der Geheimen Staatspolizei Kenntnis geben sollen, wer sich so offen zur Sozialdemokratie bekannte. Nodi ein Word SB In, den 7. April. Man schreibt uns: Erst jetzt ist uns die Rummer der„Deutschen Freiheit" zu Gesicht gekommen, die eine kurze Notiz über den Tod des sozialdemokratischen Bezirksparteisekretärs Willi Siekein Köln enthält. Ueber die Todesursache scheinen Sie nicht unterrichtet z» sein. Sieke ist an de« Folgen von Mißhandlungen gestorben, die «r entweder bei seiner seinerzeitigen Festnahme oder im Konzentrationslager erlitten hat. Ein Schlag ans den Kops hatte Folgen, die seine« Zustand un- heilbar machte». Als gebrochener Mann wurde er ans dem Lager entlasten und bald daraus ist er gestorben. An seinem Grabe demonstrierten Hunderte Sozialdemokraten. Ein Auferstandener Die rote Fahne über Wallischs Grab Der Geist der Arbeiter von Leoben und Bruck, den Zentren der Kämpfe in Obcrsteiermark, ist nicht gebrochen. Ein Augenzeuge, der die beiden Orte am Ostersamstag besuchte, berichtet darüber dem OND.: In den Morgenstunben versuchten die Arbeiter einen Zug zum Grabe Wallischs zu organisieren, doch die Gendarmerie schritt dagegen ein. Wie gewöhnlich brachten die Arbeiter und die Bauern kleine Blumensträuße und bedeckten das Grab damit: am Nachmittag jedoch nahmen die Gendarmen alle Blumen weg. Sie trampelten mit den Füßen aus dem Grab herum, bis es ganz flach und ohne jedes Kennzeichen war, denn obwohl alle Gräber im Friedhos von Leoben ein Kreuz oder einen Grabstein tragen— für Koloman Wallisch gibt es kein Kreuz. All dies erzählte man mir auf meinem Wege zum Friedhof. Ich trug einen großen Kranz, um ihn auf das Grab nieder- zulegen. Männer und Frauen hielten mich an und rieten mir, ihn nicht hinzutragen, weil der Friedhof von Gen- darmeric und Militär besetzt sei. Ich ging trotzdem weiter und als ich in die Nähe kam, wurde ich Zeuge eines denk- würdigen Ereignisses. Als die Uhr 8 schlug, ging eine rote Fahne am Rande eines Fichtenwaldes in die Höhe, der den Friedhof beherrscht. Die Hunderte Männer und Frauen in den Straßen zeigten stolz auf die Fahne und sahen sie freudig vom Wind bewegt, der von den schneebedeckten Bergen kam. Ich betrat den Friedhof und sah, daß die vor mir Gekom- mcncn ein jugoslawischer Sozialist und Frau Wallischs Schwester und ein englischer Sozialist von der Gendarmerie angehalten worden waren und in barschem Ton gefragt wurden, wer sie feien und was sie wollten. Die Schwester Frau Wallischs bat weinend den Gendarmerieoffizier um die Erlaubnis, ein paar Blumen aus das Grab legen zu dürfen. Er antwortete, er müsse telefonisch die Erlaubnis einholen. Diese Erlaubnis wurde schließlich erteilt, und so durfte ein einziger Kranz aus Wallischs Grab gelegt werden. Auch früher schon waren immer wieder alle Blumen von der Gendarmerie und der Heimwehr entfernt worden,— aber nur. um durch neue ersetzt zu werden. Der Geist in Leoben ist gut. In der vergangenen Woche haben die Arbeiter und die Arbeitslosen trotz ihrer Not 180 Schilling gesammelt, um Esten für die 800 gefangenen Sozialdemokraten zu kaufen. Leuthners Selbstmordversudi Mit Brillengläsern Wien, 8. April. Wegen des S e l b st m o r d v e r s u ch s des sozialdemokratischen Nationalrats Karl Leuthner. der sich be- kanntlich die Pulsadern mit seinen Augengläsern aufzu- schneiden suchte, hat die Gefängnisverwaltung verfügt, daß allen politischen Häftlingen die Augengläser abzunehmen sind. Eine Anzahl Häftlinge hat diese das Lesen und Schreiben behindernde Maßnahme mit Hungerstreik beantwortet. Leuthner war einer der ältesten und angesehensten sozial- demokratischen Parlamentarier. Er gehörte zur Rechten der Partei. Der ehemalige Redakteur der Wiener Arbeiterzeitung Hans Bujek, der nach dem Verbot der SPOe. in die Redaktion des von der Heimwehr wieder ins Leben gerufenen ehemals sozialdemokra- tischen Organs„KleinesBlatt" eintrat, wurde vor seiner Wohnung von unbekannten Tätern schwer mißhandelt. Die Polizei hat die Untersuchung des Falles eingeleitet. Erneut verwarnt Die Bonner„Deutsche Reichszeitung" Der Verlag der„Deutschen Reichszeitung" ist vom Ober- Präsidenten der Rheinprovinz am 21. März 1024 verwarnt worden, weil er in einem Artikel„Rasse und Reli- f. g i o n". wenngleich in ihm im wesentlichen Dinge mit mehr /l|)0r%Pl7I" oder weniger kirchlich-religiösen Angelegenheiten behandelt* werden,„doch unter dieser Tarnung in vorsichtiger Form Grundsätze der nationalsozialistischen Weltanschauung einer untragbaren Kritik unterzogen hat". Weiter heißt es in der Verwarnung:„Der Verfasser des Artikels setzt sich in Wider- spruch zu den öffentlichen Verlautbarungen des Reichs- kanzlers wie auch des Reichsschulungsleiters Rosenberg in seiner kürzlich gehaltenen Rebe. Diese Artikel sind ge- eignet, das Ansehen der nationalsozialistischen Bewegung und des Staates zu schädigen und Beunruhigung in die Be- völkerung hineinzutragen. Bei nochmaliger Entgleisung hat der Verlag keine Rücksicht mehr zu erwarten, da die Zeitung bereits im letzten Jahre wegen ihrer Schreibweise verboten und verwarnt werden mußte." Gestern und Acute Eine Gewissensfrage an den Leser: Wer liest eigentlich noch die Nachrichten über die Abrüstungsfrage? Oh bitte, antwortet einer, die Aufnahme der französischen Note in England— er meint ein paar Zeitungsartikel ist doch sehr wichtig. Und weil sie wichtig ist, darum ist sie auch interessant. Jawohl, fallen andere Stimmen ein. und die Reise Hendersons nach Genf... und die geplante Reise Barthous nach Warschau.... und die Reise Popens nach Rom.... und die Reise von Norman Davis nach London.... Ja, man hat schon den Eindruck, als ob die Weltpolitik wichtig sei, vor allem für die Schlafwagengesellschaften. Aber die Mehrzahl der Leser, das wissen wir nur zu gut, findet sich durch den Wirrwarr von Noten, Reisen, Unterhaltungen und Rückfragen nicht mehr durch. Und doch muß die arme Zeitung von ihnen Kenntnis geben und nehmen, obwohl sie, weiß Gott, lieber eine einzige Meldung von drei Zeilen brächte: Alle Staaten der Erde haben soeben beschlossen, ihre sämtlichen Kanonen. Kriegsschiffe, Bombenflugzeuge und Giftgas-Fabriken zu zerstören. Das Recht, zum Führen von Waffen haben künftig nur noch die Beamten der Wach- und Schließgesellschaft. Aber da diese Meldung dem gegenwärtigen Stand der Dinge nicht voll entspräche, muß der Redakteur sie sich leider verkneifen. Der Leser will von seiner Zeitung vor allem eins: die Wahrheit. Wenigstens wäre er sehr entrüstet, wenn er sie bei etwas anderem ertappen würde. Die Wahrheit ist aber, daß die Sache mit der Aufrüstung, ein vollkommenes Tohuwabohu ist. Und wenn eine Sache ein Tohuwabohu ist, kann man nicht in fünf Zeilen darüber berichten und sagen: die Sache ist ganz einfach, die.... Der Leser hat nun neben seinem Wahrheitsdurst auch noch andere W ünsche. Zum Beispiel will er sich nicht gerne anstrengen. wenn er die Zeitung liest. Das fügt sich aber nun einmal nicht immer zusammen. Wahrheit ist gut, und Unterhaltung ist hübsch. Aber beides miteinander gemengt ist manchmal eben so klar wie der Nationalsozialismus. Zur Wahrheit gehört nicht nur eine gewissenhafte Zeitung, sondern auch ein gewissenhafter Leser. Die Lüge hat es leicht, zu glänzen, aber die Wahrheit will erarbeitet sein. Und so kommt es, daß der gleiche Leser, der sich über eine Unwahrheit entrüstet, die er bemerkt, sich bei einer Wahrheit langweilt, bevor er sie überhaupt liest. Vielleicht wendet aber der Leser ein: es ist. ja richtig, daß Noten geschieht, Rüchfragen gestellt, Versuchsballons losgelassen und von den Sekretären der Staatsmänner Schlaf- wagenbillets gekauft werden. Aber all dies lächerliche Hin und Her sind doch nichts als Schwimmbewegungen auf trockenem Land. Dahinter stecht nur das eine, daß Deutschland unaufhaltsam aufrüstet, und alles andere ist Schwindel. Da hat der Leser freilich auch nicht Unrecht. Tausend Tatsachen können richtig sein und zusammen doch nur eine große Lüge bilden. Zur Zeit besteht die. große Lüge der Saison darin, das manche Leute in der Welt so tun, als ob sie an Hitlers friedliche Absichten glaubten. Dabei glaubt kein Mensch daran. Aber der Leser wird uns bestätigen, daß wir an dieser Lüge nicht mitschuldig sind. Doch wir können es ihm auch nicht ersparen, sich darüber klar zu werden, daß diese Lüge heute die Politik regiert. Und wer es erleben will, wie die Lüge troß allem langsam schäbig wird, der wird sich eben doch dazu entschließen müssen, die Depeschen auch weiterhin aufmerksam zu lesen. Argus. Die Folgen von Hagen Berlin, 8. April. Der Polizeipräsident der westfälischen Stadt Hagen, der neulich seine Mannschaft ausschickte, um eine Versammlung der kirchenoppositionellen Bereinigung „Evangelium und Kirche" gegen Tätlichkeiten der„Deutschen Christen" zu schützen, ist abgesetzt worden. Ministerialdirektor Diehls, der Leiter der Geheimen preußischen Staatspolizei, befindet sich schon seit einiger Zeit in Urlaub. Er soll nicht aus seinen Posten zurückkehren, sondern Regierungspräsident oder Oberprästdent werden. Kulturkampf In Preußen Die kämpienden Klrdien Ter Kulturkampf zwischen Nationalsozialismus und Katholizismus ist keine Frage naher Zukunft mehr. Er hat bereits begonnen. Während der Papst und die Beschöfe ihre Geschosse gegen die braunen Widerchristcn noch in öiploma- tische Rethorik hüllen, lassen die nationalsozialistischen Kampfer jede Hülle fallen. Ein Aussatz Alfred Rosenbergs im„völkischen Beobachter" läßt erkennen, daß man eine Vermeidung des Kulturkampfes im nationalsozialistischen Lager bereits für vollkommen aussichtslos hält. Alfred R o s e n b c r g, der von Hitler eingesetzte Kultur- ötktator fühlt sich persönlich getroffen. Gegen ihn vor allem richten sich die Angriffe der Bischöfe gegen das Neuheidentum. Was antwortet er? Er behauptet, daß sich die ehe- m a l i g e n Z c n t r u ms f ü h r e r jetzt hinter die Kanzeln versteckten. Eine Bewegung sei da, die, von hohen stellen inspiriert, darauf hinauslaufe, die Kanzel- predigt zum Werkzeug nationaler und sozialpolitischer Be- einflussung zu machen. Rosenberg droht ganz offen. Bisher hatte die Zentrumsführerschaft unangefochten in Teutschland leben.können, selbst Dr. Brüning. Welche Anmaßung, so schreibt Rosenberg, wenn nunmehr im Gefühl neuer Sicher- hcit von verschiedenen hohen kirchlichen stellen dem National- fozialismus nahezu das Recht abgesprochen wird, auch seine Weltanschauung zu vertreten. Besonders unzufrieden ist Rosenberg mit dem Berliner Bischof Dr. Bares und dem Freiburger Erzbischof Dr. Gröber. Wolle man Märtyrer hervorbringen? DaS Märtyrer machen erscheine in diesem Kreise a U baS letzte Mittel, um religiöse B e r fo lg u n ge n zu markieren. Zuletzt eine offene Drohung: Nachdem die Parlamentstribüne dem Zentrum verschlossen worden sei. dürfe nicht etwa die Kanzel in der Kirche zum Rednerpult im Reichstag verwechselt werden. Auch die„Germania" des Herrn von Papen ist wegen des' Abdrucks der päpstlichen Botschaft an die katholischen Jugend- verbände bei den braunen Herren in Ungnade gefallen. Sie wird von verschiedenen Seiten aufs heftigste attackiert. Vor kurzem schrieb das Blatt, daß die von Katholiken ge- schrieben?» Zeitungen eine besondere staatSpolitischc Aufgabe in Deutschland hätten. Was antwortet ihr die offizielle Nazi- korrespondenz? Nach dem neuen Schriftleitcrgesctz gäbe cS feine katholische und evangelische, sondern nur noch deutsche Schriftleiter.„Ter Nationalsozialismus duldet es nicht, daß an diesem fundamentalen Grundsatz gerüttelt und gedeutelt wird." Dieser Kampf gegen Katholizismus hat sich jetzt auch auf Danzig übertragen. In einer öffentlichen Versammlung erklärte der nationalsozialistische Senatsprästdent Rausch- ning, daß der faschistische Senat Danzig irgendeine Tätigkeit des Zentrums nicht mehr dulde» würde. Die Rolle beS politischen Katholizismus sei und bleibe ausgespielt. Welch geringen Eindruck die Anklage des Papstes zur Unterdrückung der katholischen Jugendvcrbänöe macht, daS beweist eine neue Rede des von Hitler eingesetzten Jugend- sührets Baldur von Schtrach. Am Sonntag wurde in Hamburg eine schwimmende Jugendherberge eingeweiht. 110)100 Hitler jungen nahmen am Ausmarsch teil, Schirach erklärte vor ihnen, daß es noch immer einen Block konfessioneller Jungen gäbe, der behauptet, dieses Recht zur Er. süllung besonderer Aufgaben zu bedürfen.„Wir bestreiten das. Wir erkenne» kein Sonderrecht im jungen Deutschland an. Hier gibt es nur ei» Recht, das Recht des Staates." * Dieser Kampfruf des verantwortlichen deutschen Fugendführers, der vom Vertrauen Hitlers auf seinen Posten berufen wurde, ist die Begleitmusik zu den neuen Verhandlungen zwischen dem„dritten Reiche" und dem Vatikan. Hier gewinnt die Meinung, datz jode offizielle Vereinbarung zwecklos fei, immer mehr an Boden. Es wurde sogar behauptet, daß die Stellung des päpstlichen Staatesekretärs Dr. Pacelli, der sich für das Konkor- dat einsetzte, aufs ernstlichste erschüttert sei. Wie erbittert die Stimmung in Rom ist, zeigt auch eine Bemerkung des „Osservatore Romano" gegen die Behauptung, daß der Hl. Stuhl sich mit der Auflösung der deutschen Zentrums« parte! einverstanden erklärt habe. Das fei absolut falsch. Mit der Auflösung der Zentrumspartei habe der Vatikan nie etwas zu tun gehabt. Unversöhnlich und unversöhnbar stehen sich die Fronten gegenüber. Der deutsche Katholizismus kann dem Kampf nicht mehr ausweichen. Das gleiche gilt für die braunen Machthaber, die bei ihren weltanschaulichen. Totalitätsansprüchen zwangsläufig mit den kirchlichen Forderungen und Sittenlehren zusammen- stoßen müssen. Vielleicht hat Alfred Rosenberg recht, daß es unterdenReprasentanten desdeutschen Katholizismus in Kürze Märtyrer geben w i r d. „ncrzlldt begrüßt" Angebliche Aeußerungen des Trierer Bischofs Tie„Frankfurter Zeitung" läßt sich aus Saarbrücken be- richten:„Eine für das Taargebiet sehr wichtige und be- grüßenswerte Untercdung hat zwischen dem Bischof Dr. Bornewasser von Trier und dem Letter der ArbeitSgcmcin- schalt katholischer Deutscher im Taargebiet, Studienassessor Reichert, stattgefunden. In der zweistündigen Unter- Haltung ivurde u. a. die völlige Uebereinstiinmung in der Frage der unbedingt notwendigen religiösen Betreuung desjenigen Teiles der katholischen Jugend festgestellt, der sich nicht mehr tn den katholischen Verbänden besinbet. In der Besprechung brachte der Bischof auch zum Ausdruck, daß der Klerus im Taargebiet es als selbstverständlich an- sehe, sich rückhaltlos für die Rückgliederung des Saargrbiets an das Deutsche Reich ein zu- setzen. Diese Aeußerungen des Bischofs Dr. Bornemasser, der im Saargebiet großes Ansehen auch bei Andersgläubigen genießt und dessen bischöfliche Autorität sich bisher sehr segensreich auf das Verhalten des Grcnzvolkes auSivirkte, werden von der gesamten Saarbevölkerung herzlich begrüßt." * Borausgesetzt, daß der erste Teil dieser Notiz auf Wahrheit beruht: der letzte Satz ist n i ch t r i ch t i g. Selbst die Autari- tät des Trierer Bischofs dürfte zahlreiche Katholiken im Taargebiet nicht davon überzeugen, daß sie für die Rück- gliederunq rückhaltlos eintreten müßten. Das gilt auch für zahlreiche P r i e ster im Taargebiet, die die AuS- „Merkwürdig verwinkeltes Spiel" Zwischen Paris und Lenden Ilm Erankreldis neuen Standort DRB. London, 9. April. Auch die Montagmorgenblätter beschäftigen sich eingehend mit der durch die französische Antwortnote geschaffenen Lage. Der diplomatische Korre- spondent des Arbeiterblattes„Dailv Herald" schreibt: Zwischen London und Paris ist ein merkwürdiges und ver- wickeltes diplomatisches Spiel im Gange. Die britische Regierung sucht die französische Regierung zur„grundsätz- lichen" Annahme eines gewissen Maßes deutschen Aufrüstens zu veranlassen, ohne sich selbst in der Frage der Garantien für die Ausführung eines Abkommens endgültig festzulegen. Die französische Regierung sucht die britische Regierung zur „grundsätzlichen" Annahme der Idee der Ausführungs- garanticn und Sicherheitsgarantien zu veranlassen, ohne sich selbst in der Frage der deutschen Aufrüstung festzulegen. Die Gefahr besteht, daß der Gedanke einer Rüstungsverminde- rung in aller Ruhe beiseite geschoben wird. Der diplomatische Korrespondent der„M o r n i n g P o st" sagt: Die französische Note läßt die britische Anfrage nach der Art der verlangten Garantien unbeantwortet. Die Franzosen haben es anscheinend nicht eilig, ihre Bedürfnisse hinsichtlich der Sicherheit zu bezeichnen. Sie wollen ossen- bar erst sehen, wie das Abkommen aussehen wird, und bc< sonders, wie viel Aufrüstung Teutschland zugestanden werden soll, bevor sie ihre eigenen Bedingungen für die Annahme erklären. Die französische Note wird insofern als nützlich betrachtet, als sie den bisher immer verworfenen Grundsatz einer teilweisen deutschen Ausrüstung annimmt. Zugleich ist eS aber klar, daß nach französischer Ansicht eine solche Ausrüstung nur zulässig ist wenn keine Abrüstung Frankreichs zu erfolgen braucht. Dies ist der Punkt, in dem Frankreich sich von dem britischen Plan wegwendet, und die Wcgwendung ist so grundsätzer Art, daß tatsächlich alles daraus hindeutet, daß das einzige praktisch mögliche Abkom- men dem Italienischen Vorschlage entsprechen würde, der aus begrenzt« Ausrüstung Deutschlands und Beibehaltung der Rüstungen der anderen abzielt. Der diplomatische Korrespondent des„Dailv Telegraph" führt aus: In einigen Londoner Kreisen gibt man sich jetzt der Hoffnung hin. daß ein AbrttstungSabkommen schließlich doch erreichbar sein werde. Dies mag dahingestellt bleiben. Es geht aber klar aus der französischen Note hervor, daß ein Abrüstungsabkommen nicht den brili» s ch e n Entwurf zur Grundlage haben würde. Dieser hat nämlich eine wesentliche Verminderung der Land- und Luftstreitkräfte der schwer bewafsneten Mächte vor- gesehen, und nicht lediglich eine Begrenzung aus dem jetzigen Stande. Alles, was Frankreich bereit ist anzubieten, ist eine Begrenzung, die es aus finanziellen Gründen auf jeden Fall hätte vornehmen müssen. Der Korrespondent fährt fort: Nachdem Großbritannien. Italien und Belgien es bereits getan haben, erkennt jetzt auch Frankreich endlich die Tatsache an. daß in seinem eigenen Jntereye eine. be- grenzte und regulierte Ausrüstung T rutsch» l a n d s auf Grund einer Vereinbarung einer unkontrollier- ten deutschen Ausrüstung mit der Wahrscheinlichkeit eines darauffolgenden Wettrüstens bei weitem vorzuziehen wäre. Die einzige andere Möglichkeit, die Frankreich gehabt hatte, würde in dem Versuch bestanden haben, sich gegen>ede deutsche Aufrüstung zu erklären, und sie gemalt,am zu»er- hindern. Da aber Großbritannien das moralliche Recht Deutschlands bereits anerkannt hat und Italien das inrisn- sche und moralische Recht Teutschlands und, nachdem Belgien den Gedanken eines Präventivkrieges für Wahnsinn erklart hat, konnte Frankreich nicht mehr an Zwangsmaßnahmen denken, bei denen es allein gestanden hätte. Die Haltung der Vereinigten Staaten DNS. London, 9. April. Ter Berichterstatter der„Times" in Washington erklärt, daß die Haltung der Vereinigten Staaten in der„Sanktionslrage". wie von maßgebender Seite verlaute, der Erklärung entspreche, die Norman Davis im Mai vorigen Jahres mit Billigung des Präsidenten Rvosevelt abgegeben habe.^_ In dieser Erklärung hieß eS. die Vereinigten«tasten würden bereit teilt, im Falle einer Gefährdung des Friedens mit anderen Staaten zu beraten. Falls die Staate» auf ihrer Konferenz zu Entscheidung kämen, daß ein bestimmter Staat unter Verletzung seiner internationalen Berpiiich- langen einen Friedensbriictt begangen babe, und daß Maß- nahmen gegen den betreffenden Staat ergriffen werden soll- ten, ivürde» die Vereinigten Staaten, falls sie mit dem Urteil übereinstimmen, iede Handlung unterlassen, die gc- eignet wäre, eine solche gemeinsame Anstrengung dieser Staaten zur Wiederherstellung des Friedens zu stören. Der „Times"-Korrcspondent bemerkt dazu, diese Erklärung müsse aber so aufgefaßt werden, daß sie nur Gültigkeit hat, wen» ein Amerika befriedigendes internationales Rüstungs- abkomme» abgeschlossen wird. Francois Poncet nach Paris abgereist DRV. Paris, 1». April. Die Pariser Presse meldet auS Berti», daß Boisch,ister Franeois Poncet am Sonntagabend mit dem Norderpreß nach Paris abgereist sei. Die Bericht- erstatter der Blätter glauben, daß der Botschafter sich mit Außenminister Barlbon über die Lage in Deutichland und das Abrüstnngsproblein unterhalten wird. Als wahrscheinlicher Rtickreisctermin des französischen Botschafters gibt der „Matin" kommenden Mittwoch an. lieferung katholischer Interessen an die Hitler-Diktatur be- sonders nach den jüngsten Ereignissen für ein Unglück halten. Bielleicht stehen sie darin der Auffassung des P a p st c S näher als derjenigen des Bischofs Bornewasser. Dieser ist als katholischer Ktrchenfllrst an der Saar in einer sehr schwierigen Lage. Wenn er nämlich eine andere Meinung als die obige verträte, so würde er im Reich und an der Saar der schlimmsten Tcrrorhetze ausgeliefert sein. Den Vorwurf des„Landesverrats" möchte gerade heute kein beutscher Bischof auf sich ziehen. vealsmcr Katholikentag 1934 fälli aas DNB. Gleiwttz. 7. April. Wie die„Qberschlesische Bolksstimme" meldet, hat daS Zentralkomitee der Deutschen Katholikentage beschlossen, de« in Gleiwitz geplanten Katholikentag in diesem Jahr« aus» fallen zu lassen. Protestanten In vom? Evangelische Freiheit gegen Reichsbischof Gleichzeitig schreitet die Auflösung im Protestan- tIsmus trotz aller Umorganisierungen und Verordnungen zur stärkeren Vereinheitlichung der evangelischen Kirche weiter sort. Die Diktate des ReichSbischof» Ludwig Müller haben nur eine äußerliche Wirkung. Im Innern erhält sich der Geist des Widerstandes unter Berufung auf die cvan- getischt Freiheit. In München tagte unter Anwesenheit der Geheimen Staatspolizei eine sehr unruhige Massenversammlung. ES sprach der Bischof der evangelischen Kirche Baverns M e i s c r. Im Januar hatte er noch die Treuekundgrbung für den Reichsbischos aus Bitten Hitler» mit unterzeichnet. Heute steht er wieder tn vollster Opposition zu der Berliner Kirchenregierung. Metser sagte:„Wenn der RetchS- bischof Dr. Mittler und seine Synoden weiter im Amte bleiben, so bebeutet dies das Ende der Reformation in Deutschland. Martin Luther hat gegen die irdische Diktatur Roms gekämpft. Die pro- testantische Kirche müsse gegen jede irdische Diktatur inner- halb der Kirche kämpfen." Dieser Dppositionsgeistliche im Lager beS Protestantismus erzeugt seltsame und phantastische Meldungen. Angeblich sollen 009 evangelische Pastoren einen Schritt beim Vatikan unternommen haben, einen geschlossenen Massenübertritt zum Katholi- zismus vorzubereiten. ES seien bereits drei Tele- gierte des Psarrernotbundes in Rom eingetroffen und hätten mit dem Papst und dem Staatssekretär Pacelli Fühlung genommen. Nach einer anderen Meldung sollen in jüngster Zeit über 2009 Protestanten zum Katholizismus bereits übergetreten sein, um damit ihren Widerstand gegen die herrschenden politischen und religiösen Gewalten zu bekunden. * Es ist sehr schwer, die Richtigkeit dieser Meldung nach- zuprüfen, lieber Deutschland liegt Totenruhe. Die Presse beugt sich dem Befehl über die kirchlichen Auseinander« setzungen nichts mehr zu veröffentlichen. Gierig müssen die interessierten Gläubigen nach ausländischen Zeitungen, wenn sie über die inneren Vorgänge in Ihrer Kirche etwas erfahren wollen, greisen. Es herrscht Verzweiflungs- stimmung, oft vermischt mit höchstem kämpferischem Tatwillen. Das zeigt das Beispiel von Dahlem. Hier wurde, wie wir schon berichteten, nach der Absetzung des rebellischen Pfarrers N i e m ö l I e r vom Reichsbischos ein Kommissar bestellt. Die darüber empörte Gemeinde teilte daraufhin dem Reichsbischof in einem Schreiben mit, dag der Herr Kommissur, wenn er sich zu predigen erlaube, eine geschlossene Kirche vorfinden werde, und daß auch der Zugang zur Kanzel versperrt sein wurde. Dreimal schon hat der Reichsbischof die Suspendierung Niemöllers verfügt. Er hat die Dahlemer Gemeinde nicht beugen können. Zu ihr gehört auch der Reichs- minister von Schwerin-Krosigk. Er hat sich Predigten Niemöllers angehört, als dieser schon offiziell seines Amtes enthoben war! Entweder• oder" Die„Neue Zürcher Zettung" schreibt u. a.:„DaS fett dem Februar 1904 wirkende Diktaturregime des Reichs- bischots Müller und der Machthunger und die Erzene der „Deutschen Christen" haben aber Millionen Pro- t e sta nte« h o fsn u n g S l o* wer den laH e tu Die katholische Front steht dem gegenüber tn voller Geschlossen- heit da Die Stimme, die Kardinal Faulhaber in München erhebt, findet ihr Echo tn den PassionspredigtrN von Erz- biichof Gröber in Frriburg und Biichoi Bares in Berlin. Der Unterschied gegenüber der sich ipaltenden und zcr- fleischenden evangeliichen Kirche springt in die Augen.~er aus evangelischer Seite die Politisierung d-r Kirche ablehnt und sich mit einer privaten Frömmigkeit nicht begnügt, ckr den gibt es nur zwei Möglichkeiten: die Ftchrung eines GlaubenSkampsrs. wie ihn Pfarrer Niemöller, die Ueberreste des Psarrernotbundes, die weittaliichen Proteitanten und weite Kreise der Berliner Kirchgemeinden unternehmen, öder die Flucht t n d e n K a t h o l i z i s m u s. Der Vatikan wird die Gunst der ungewöhnlichen Stunde zu nützen wissen." Das neueste In den Bayerischen Alpen haben drei Personen den Tod in den Bergen gesunden. Arn Sonntagnachmiitag vernichtete ein großer Waidbrand in R-r Nähe von Beriin.Frohna*2-80 U00 Quadratmeter Kiefernwald. Im Pariser„Stadtanzetger" wird die Zahl der in de« verschiedensten Berufs,»eigen des Seine-Departements be» schätiigten Ausländer mit*88*08 angegeben. Der Mahn weist daraus Hin. daß nach den Angaben des neusoztalls.ljchcn Abgeordneten Marqnet die Zahl der Arbeitslosen im gleichen Departement 180 000 beträgt und fragt, ob die Kontrolle der Arbeitsämter wirklich scharf genug durchgeführt werde. Im Quartier Laiin entstand am Sonntag eine heftige Schlägerei zwischen antisemitischen und jüdischen Studenten. Als Polizei anrückte, zogen beide Parteien es vor, das Weite zu suchen. Drei jüdische Mediziner hatten bei dem Zusammenstoß erhebliche Verletzungen davongetragen und ließen sich in einer Apotheke verbinden. Tie behaupteten, daß die Schlägerei entstanden sei wegen ihrer Weigernng, keil» gebotene antisemitische Flugschriften anznnebmen. Am Samstagabend strandete vor Arkona lRü-enj bei dichtem Nebel der griechische 8000-Tonnen-Dampser „Leonidas". Der Dampfer war mit einer Loblenladung von Danzig nach Italien unterwegs. Am Rng sind drei Kam» mern voll Wasser gelaufen. Die Lage des Schisse», da» ans steinigem Grund festsitzt, ist recht gefährlich. Zwei Bergung»» dampscr befinden sich an der Unfallstelle. Wie aus I ft a m d u i gemeldet wird, steht die Ausliest« ruug Insults nach den Vereinigte» Staaten bevor. Erschütternder Notschrei Niemand«oll hungern und frieren h. b. Wir lesen in der letzten Nummer der gleichgeschalteten «Grünen Post" folgendes Eingesandt: „Herr Trimm! Ich bin seit fünf Jahren Leser der„Grünen Post", sie hat mir immer Trost in mancher schweren Stunde gebracht, und ganz besonders waren es Ihre Artikel. Wenn ich Ihnen nun einiges schreibe, das Ihnen nicht gefällt, so nicht aus Abneigung, sondern um Ihnen zu beweisen, wie schwer es für viele immer noch ist. Der Frontkämpfer sollte bevorzugt werden. Ich habe von 1911 bis 1918 beim 8. bayr. Jnf.-Reg. in Metz aktiv gedient. Am zweiten Mobilmachungstage wieder in Metz beim 4. bayr. Jnf.-Reg. Mit demselben ins Feld, schwer verwundet(habe noch heute nachweislich 12 Splitter im Körper), im Januar 1917 mit bayr. 31. Jnf.-Reg. wieder ins Feld, im August durch Granatsplitter Stimmbänderlähmung, im Februar zum Arm.-Batl. 18 wieder ins Feld. Wer aber ist heute kriegs- beschädigt? Nur der, der Rente bezieht. Wer erhält Rente? Wer 3V Prozent erwerbsunfähig ist. Ich bin aber nur zu 26 Prozent, also erhalte ich nichts. Ich war von 1918 bis 1922 im Werk Oppau und wurde bei der Explosion 1921 ver- wundet. Rente abgelehnt. Seit 1922 arbeitslos, alles zusammen seit dieser Zeit höchstens ein Jahr Arbeit. Seit fünf Jahren keine Stunde mehr. Ich habe mich schon zweimal zur Siedlung gemeldet. Resultat: nichts. Trotzdem alle Voraussetzungen gegeben sind: landwirtschaftliche Kennt- niffe, Frontkämpfer usw. Nun lasse ich mich seit 11 Jahren von der Frau ernähren. Welches Gefühl das ist— ich weih nicht, ob Sie das kennen. Ich habe schon alles versucht und doch nichts erreicht. Und doch schreibt man: den Mut nicht sinken lassen! Herr Trimm, sehen Sie sich mal bitte das Haus- haltbuch meiner Familie an: Einnahmen und Ausgaben in der Zeit vom 22. bis 23. Januar 1934: Einnahmen: Verdienst des Mannes».. 99,99 M. Verdienst der Frau 15,99 M. Verdienst der löjährigen Tochter 99,99 M. Summa: 15,99®f. Ausgaben: Wafsergeld........ 9„59 M. Gas 0,59 M. Kohlen.......... 1.99 M Zeitung.......... 9,25 M. Verband.......... 9,49 M. Sterbekasse 1.90 M. Schuhreparotur. 2,00 M. 1 Paar Strümpfe 1, 20 M. Summa: 6,85 M. Einnahme 15.99 M. Ausgabe....... 9,85 M. Rest: 8,15 M. Zum Leben für drei Personen 8,15 M-, für eine Pcrfo.i 2,72 M. pro Woche, für einen Tag 9.39 M., für eine Mahlzeit 9,13 M. 13 Pfennig für eine Person und Mahlzeit bei 48stündiger Arbeitszeit der Frau— das ist kein Leben, das ist Vegetieren. Es ist das ehrliche Bekenntnis eines deutschen, arbeitslosen Arbeiters im Glauben an ein kommendes besseres Los. Georg Meyer, Kaiserslautern." Segen die„Quengler" Berlin, 7. April. fJnpreß.) In der„Deutschen Juristen- Zeitung" vom l. April fordert der Sandgerichtspräs,dent Dr. Dietrich in Hechingen eine besondere Strasbestimmung gegen die„typische deutsche Erscheinung der Quengler lQuerulan- ten)". Er teilt mit. daß kürzlich„ein übler Quengler von der zuständigen Behörde in Schutzhaft genommen worden" sei. und er vertritt die Auffassung, daß die Schutzhaft, wenn sie auch vielfach zermürbend wirke, doch auf keinen Fall eme strafe sei: eine Strafbestimmung sei aber unbedingt erforderlich, um dem Unfug des Quengelns abzuhelfen. Dietrich schlägt folgende Strasbestimmung vor:„Wegen Quengelei wird be- straft, und zwar mit Geldstrafe. Hakt oder Gefängnis bis zu 6 Monaten, wer nach Erschöpfung der zulässigen Rechts- befehle trotz Verwarnung durch die zustehende Behörde nicht abläßt, die Behörden mit offenbar grundlosen Eingaben, An- trägen und Beschwerden zu belästigen." Bonzenwirtschaft Auf Kosten der Kriegsopfer sJTF.) Die freigewerkschastliche» Kriegsopfer zahlten in ihrem„Reichsbund der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinter- bliebenen" 49 Pfennig Beitrag, ihren Familienangehörigen wurde ein Sterbegeld von 199 RM. ausgezahlt. Jetzt ver- langt die„Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung 99 Pfennig Beitrag, aber verspricht nur ein Sterbegeld von 75 RM. Die Beiträge wurden mehr als verdoppelt. d,e Leistung ist auf drei Achtel zusammengestrichen. Dawr konnten die Verwaltungskosten entsprechend erhöht werden. Das heißt: Die Gehälter der Bonzen steigen und ihr Park an Luxusautos nimmt zu. Steckbrief Berlin. 7. April. fJnpreß.) Unter genauer Angabe der Pariser Adresse ist gegen den„Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosen- seid und seine Ehefrau, geb KriSteller, Zur Zeit Paris- Elamart, 11. nie Pascal", vom Finanzamt Berlin-Willmers- dors-Süd Steuersteckbrief erlassen worden. ver Wähn Ueberschriftcn aus einer einzigen Nummer des Schmutz- blattes„Der Stürmer", herausgegeben von dem schmutz- °^Ti^ Jude>/in Oberschlesien. Sie erklären sich als Minder- heit und spielen die Herren im Lande. Der Judenschwindel in der Schweiz. Die Juden in Schweden, sie kommen ins Land und richten es zugrunde. Frauenschänder Raphaelsohn. Jud^Blumen^eld. Er mißhandelt eine deutsche Frau. Sievsried David. Der Rasseschänder von Auslest. Hopienjud Kohnstamm. Er pirscht deutschen Mädeln nach. Deutsche Frauen kaufen beim Juden. Auck in Palästina wollen sie nicht arbeiten. Oppenheimer und Markuse. Einbrüche auf Bestellung. Juden im Bunde mit der Unterwelt. Jud Ansbacher. Der Hühnerschachter. Die Juden sind unser Unglück. Vollendung Ermächtigungsgesetz Nr. 2- Ein bekannter Jurist schreibt uns: Immer deutlicher stellt sich heraus, daß die VolkSabstim- mung und Reichstagswahl vom 12. November 1933 von den Nationalsozialisten nicht nur aus außenpolitischen, sondern auch aus innerpolitischen Gründen gemacht worden sind. Die derzeitigen Machthaber erhielten dadurch Gelegenheit, sich auch von den letzten rechtlichen Schranken zu befreien, die ihrer Alleinherrschaft im Staate noch entgegenstanden. Dazu kam die Möglichkeit, den offensichtlich verfassungswidrige« Zustand zu beseitigen, der durch die willkürliche Einziehung der Ab- geordnetensttze aller NichtNationalsozialisten entstanden war. Durch die Abänderung des Wahlrechts nach italienischem Muster konnte man einen rein nationalsozialistischen Reichs- tag zusammenwählen lassen. Er wurde von der Hitlerregie- rung als Mittel zur äußerlichen Berkleisterung eines Ver- fassungsbruches ausersehcn, wie er heuchlerischer, frecher und schamloser jemals begangen worden ist. Die Befugnis der Hitlerregierung zu Verfassungsände- rungen ging bis vor kurzem auf das Ermächtigungsgesetz vom 23. März 1933 zurück. Dieses verfassungsändernde Gesetz war allerdings auch nur durch Berfassungsverletzung zu- stände gekommen. Um die erforderliche Zweidrittelmehrheit im Reichstag zu erhalten, hatte die Regierung zunächst die am 5. März 1933 gewählten kommunistischen Abgeordneten ge- waltsam an der Ausübung ihrer Mandate gehindert und die bei der Beschlußfassung über das Gesetz als Reichstagsmit- glieder nicht mitzählen lassen. Bon dem Rumpsreichstag wur- den das Zentrum und die Bayrische Volkspartei zur Zustim- mung durch Versprechungen bewogen, die nachher von den Nationalsozialisten, ihrer ursprünglichen Absicht entsprechend, nicht eingehalten worden sind. Welch« staatsrechtliche Bedeu- tung diesem an den katholischen Parteien begangenen Be- trüge zukommt, kann offen bleiben. Allein die Ausschaltung der rechtsgültig gewählten Kommunisten aus dem Reichstag machte das Ermächtigungsgesetz vom 28. März 1933 nichtig. Sicherlich ist dieser der Hitlerregierung sehr wohl bekannte Umstand nicht der Grund dafür gewesen, daß man nunmehr den Versuch unternommen hat, vom Ermächtigungsgesetz los- zukommen. Im Gegenteil, man hat dieses Gesetz als lästige Fessel empfunden und deshalb beseitigt. Das geschah, von der Oesfentlichkeit in der staatsrechtlichen Weise nicht voll erfaßt, durch das am 36, Januar 1834 erlassene Gesetz über den Reuauf, bau des Reiches. Dieses vom neilgewählten Reichstag beschlossene Gesetz be- schästigt sich scheinbar nur mit dem, was sein Name besagt. Die Volksvertretungen der Länder werden aufgehoben, die bisherigen Hoheitsrechte der Länder auf das Reich über- tragen, die Länderregierungen der Reichsregierung unter- stellt. Die erste Durchführungsverordnung vom 2. Februar 1934 geht über diesen Rahmen nicht hinaus. Sie überläßt die auf das Reich übergegangenen Hoheitsrechte den Ländern zur Ausübung im Auftrag und Namen des Reichs, bindet Sandesgesetze an die Zustimmung des zuständigen Reichs- Ministers und stellt klar, daß die obersten Landesbehörden innerhalb ihres Aufgabenbereichs den Anordnungen des zu- ständigen Reichsministers Folge zu leisten haben. Alle diese Vorschriften bezwecken nur die Errichtung des Einheits- staates. Ganz unvermittelt findet sich dann die Bestimmung des Artikels 4 des Gesetzes über den Neuaufbau des Reichs „Ein ganz gefährlicher Barsche" Weil er sagte, Hindenburg sei Sozialdemokrat lieber eine Sitzung der Großen Strafkammer in P r e n z- lau wird in der Nazipresse berichtet: „Ein ganz gefährlicher Bursche ist der Schnitter Vincent Pisulla, der aus der Untersuchungshaft vorgeführt wird. Er hat sich am 15. Januar d. I. in Schwedt an junge Despotie Volk ohne Recht „Die Reichsregierung kann neues Berfassungsrecht setzen." Das ist nichts anderes als ein neues Ermächtigungsgesetz in einem in der Berfassungsgeschichte beispiellos dastehenden Ausmatz. Im Gegensatz zum Ermächtigungsgesetz vom 23. März 1933, das auf vier Jahre befristet war, ist die Zeit seiner Geltung unbegrenzt. Es bleibt also solange in Kraft, bis es einmal von einem Reichstag aufgehoben oder durch Gewalt beseitigt wird. Der erste Fall ist im Totalitätsstaat ebenso unwahrscheinlich wie der, daß eine faschistische Regie- rung freiwillig auf Machtbefugnisse verzichtet. Das Ermäch- tigungsgesctz vom 23. März 1933 enthielt für die Reichs- regierung noch weitere Beschränkungen. Die Weimarer Ver- sassung blieb formell in Kraft, die Reichsregierung^konnte nur verfassungsändernde Gesetze erlassen. Sodann mußte der Reichstag„als solcher" erhalten bleiben und die Rechte des Reichspräsidenten konnten nicht ohne seine Zu- stimmung geschmälert werden. Von all dem ist im neuen Er- mächtigungsgesetz keine Rede mehr. Die Verfassung von Weimar ist zwar praktisch längst tot, aber erst im Gesetz über den Neuaufbau des Reichs wird auch rechtlich der Schlußstrich darunter gezogen durch die Ermäch- tigung an die Reichsregierung,„neues Verfassungsrecht" zu setzen. In der Ausgestaltung einer neuen Verfassung hat sie freie Hand. Sie kann die verfassungsrechtlichen Zustände bei den alten Germanen, wie sie Cäsar und Tacitus schildern, ebenso einführen, wie etwa das„Berfassungsrecht" eines Kaffernkrals. Der Reichspräsident muß es sich gefallen lassen, daß ihm der Oberbefehl über die Reichswehr entzogen wird. Alles Recht ist fließend geworden, an die Stelle eines Restes von Satzung und Gesetz ist das politische Ermessen getreten, das höchstens durch Rücksichten auf Machtverhältnisse. Per- sonen oder Gruppen gehemmt wird. Hitler, Göring, Röhm, können nunmehr auch nach dem Buchstaben des Gesetzes tun, was sie wollen. Was daraus werden soll, steht dahin, nur eines steht fest: die unumschränkte Macht der Gewalthaber, mit dem deutschen Volk nach Belieben zu verfahren. Das alte Ermächtigungsgesetz vom 23. März 1933 ist sor- mell nicht ausgehoben, sondern nur stillschweigend außer Kraft gesetzt. Das kann nur den Zweck verfolgen, beteiligte Kreise über die Tragweite des neuen Ermächtigungsgesetzes zu täuschen. Zu gegebener Zeit wird die Naziregierung nicht zögern, die neue Blankovollmacht vorzuweisen. Sie hat es auch für notwendig befunden, dem neuen Gesetz eine Art Be- gründung vorauszuschicken, die eine Art Entschuldigung für die Beseitigung der Länderhoheit darstellt. Man muß sich wundern, daß die Herren Deutschlands noch soviel Gewicht auf Geschriebenes, aus„Fetzen" Papier zu legen scheinen und sich die Macht zur Willkür, die sie tatsächlich besitzen, noch besonders verbriefen lassen. Offenbar will der Kleinbürger Hitler, der in Leipzig einmal geschworen hat, legal an die Macht zu kommen, sein Gewissen durch Urkunden beruhigen. Aber er gleicht dem Juden, der auf der Eisenbahnfahrt seine Füße in ein Schaff Wasser steckt, weil ihm am Sabbath nur die Seefahrt erlaubt ist. Wenn der Tag des Gerichts kommt, wird die heuchlerische Scheinlegalität ebenso wie die offene Gewalttat behandelt werden. Nur wird die Ermächtigung dazu auf der Zustimmung von Millionen befreiter Staats- bürger und nicht auf der Hinterbasis einiger hundert Gunst- linge beruhen, die man zu blinden Werkzeugen der herrschen- den Gewalt gerade für gut genug hält. Arbeitsdienstsreiwillige herangemacht und versucht, diese gegen die heutige Regierung aufzuhetzen. Er erklärte den jungen Leuten, er sei Sozialdemokrat, Hinbenburg sei es auch heute noch, er tue nur mit, weil er nicht anders könne. Die alte Regierung müsse wiederkommen. Tie— die Arbeits- freiwilligen— müßten den Gehorsam verweigern, er habe es früher auch so gemacht. Der Staatsanwalt beantragt 1 Jahr 6 Monate Gefängnis, während das Urteil auf 9 Monate Gefängnis lautet." Halanfrni der Internationale Arbeiter aller Länder! Die Krise, in der sich die kapitalistische Wirtschaft seit fast fünf Jahren windet, ist ungebrochen. Der Faschismus löst sie nicht, sondern verschärft sie nur. Der deutsche Faschismus, der die sozialistischen Kämpfer in die Zuchthäuser und Kon- zentrationslager wirft, der in seinem neuen Arbeitsgesetz die Arbeiter vollends versklavt und der Willkür der Unter- nehmer ausgeliefert hat, verschwenden das Volksvermögen in fieberhaften Rüstungen. Der italienische Faschismus über- liefert hunderttausende von Arbeitslosen ohne Unterstützung dem Hungertod. Die faschistische Gewalt kann die unausweich- lichen Folgen der kapitalistischen Entwicklung nicht beseitigen. Die unausbleibliche Enttäuschung derjenigen, die sich dem Faschismus in die Arme geworfen haben, wird diesem letzten Herrschaftssystem des Kapitalismus zum Verhängnis wer- den: auf den Sieg des Faschismus kann nur der Sieg des Sozialismus folgen. Je auswegloser aber die wirtschaftliche Lage für den Kapi- talismus wird, umso stärker werden die Kräfte, die zum Kriege treiben. Aus den Beratungen über die Abrüstung sind schon Erörterungen über die Ausrüstung geworden. Das Wettrüsten hat wieder begonnen. Erneut vertritt daher die Internationale ihre Forderung nach der allgemeinen Ab- rüstung: keine Zugeständnisse an den kriegslüsternden Fa- schismus. Zusammenarbeit aller freien Völker gegen die Kriegsgesahr, die von allen faschistischen Ländern ausgeht. Die stärkste Sicherheit aber gegen den drohenden Krieg ist die Furcht der herrschenden Klassen vor der proletarischen Revolution. Die stärkste Friedensgarantie ist die Kraft der sozialistischen Arbeiterbewegung. Wenn auch Oesterreich dem Faschismus zum Opfer gefallen ist— unser Mut, unsere Ueberzeugung ist ungebrochen. In allen Ländern Westeuropas, in Großbritannien, Frank- reich, in Holland, Belgien, Schweden, Dänemark ist die Demo- kratie unerschüttert. In der Insel der Demokratie, in der Tschechoslowakischen Republik, verteidigt die gesamte sozia- listische Bewegung erfolgreich die demokratischen Ein- richtungen. Schon sehen wir auch die ersten Zeichen des Neuaufstiegcs der sozialistischen Bewegung. Weinige Wochen nach dem Fall des Roten Wien eroberte die britische Arbeiterpartei zum ersten Male in ihrer Geschichte die größte Stadt der Welt, die Hauptstadt des größten Weltreiches, London, und kündigte damit ihren bevorstehenden Ausstieg zur Regierungsmacht an. Die belgische Arbeiterbewegung hat die Offensive er- griffen und durch ihren Plan der Arbeit ein Signal für die Arbeiter in allen demokratischen Ländern aufgerichtet. In den Ländern Skandinaviens folgt ein sozialistischer Tieg dem andern. In der Schweiz hat die Arbeiterschaft alle reak- tionären Angriffe vereitelt und Schlag auf Schlag wichtige neue Positionen erobert. Die Sozialisten Argentiniens haben die Hauptstadt ihres Landes unter sozialistische Verwaltung gebracht. So kündigt sich die große Wende an, die die Demokratie in den freien Ländern ausbauen und sie in den heutigen faschistischen Ländern wiederherstellen wird. Am 1. Mai werden wir ungebrochen, siegesbewußt demon- strieren: Für die Befeiung der Sklaven des Faschismus! Für die sozialistische Demokratie! Für Frieden und Freiheit! Die Idee, für die die Helden von Oesterreich kämpften und starben, ist unbesiegl'ch. Es lebe der Sozialismus! Es lebe die Internationale! Paris den 25. März 1934. Das Büro der Sozialistischen Arbeiter-Jnternationale. der „Deutsche Freiheit", Nr. 82 AIBIIT UMD WIITSOtAff Saarbrütken, Dienstag, 10. April 1931 Amllldier Judenboghod Bei den Ehestandsdarlehen Im Zusammenhang mit der vom Kabinett beschlossenen Neureglung der Bestimmungen für Gewährung von Ehestandsdarlehen werden jetzt im..Reichsanseiger" auch die Richtlinien in neuer Fassung veröffentlicht, nach denen die Gemeinden die Anträge auf Gewährung von Ehestandsdarlehen zu behandeln und die Zulassung von Verkaufsstellen zur Entgegennahme von Bedarfsdeckungsscheinen zu regeln haben. Geher die Zulassung der Verkaufsstellen heißt es in den Richtlinien u. a.: Nicht zugelassen sind: Warenhäuser, Einheitspreisgeschäfte, Konsumvereine. Werkkonsumanstalten, Auktionatoren und Unternehmen, die diesen gleichgeartet sind(Kaufhäuser gelten nicht als Warenhäuser oder diesen gleichgeartete Betriebe); alle Verkaufsstellen, deren Inhaber nicht arischer Abstammung sind. Ist der nichtarische Inhaber Schwerkriegsbeschädigter, so kann die Verkaufsstelle von der Gemeindebehörde zugelassen werden. Befindet sich eine Verkaufsstelle zum Teil in arischem, zum Teil nichtarischem Besitz, so hat die Gemeindebehörde nach Lage des Falles zu entscheiden; alle Verkaufstellen, deren Inhaber nicht die Gewähr dafür bieten, daß sie sich jederzeit rückhaltlos für den nationalsozialistischen Staat einsetzen. Wolworth in Bruchsal geschlossen (Inpreß): Der erste deutlich sichtbare Erfolg der„friedlichen" Aktion der NS.-Hago liegt jetzt vor: In Bruchsal wurde der Volksbedarf GmbH,(die zum Wolworth-Konzern gehört) der Handel mit„Lebensmitteln aller Art untersagt"'. Die Nazi-Presse bemerkt dazu:„Es ist hohe Zeit, daß solche Schweineställe aus dem neuen Deutschland der Sauberkeit and Ordnung restlos verschwinden." Roheisen und Draht Beim Roheisenverband hat sich im März der Inlandabsatz zwar weiter gebessert, aber langsamer als in den letzten Monaten. Die Einfuhr ausländischen Roheisens hat sich trotz ihrer mengenmäßigen Einschränkung in verschiedenen Absatzgebieten des Verbandes störend bemerkbar gemacht. Die Nachfrage aus dem Auslände war lebhafter, die Preise waren jedoch weiterhin unbefriedigend. Der Drahtverband GmbH. Düsseldorf, tätigte im März für das Inland Abschlüsse in unverändertem Umfang, doch sind die Abrufe auf früher abgeschlossene Geschäfte zahlreicher geworden. Der Export ist etwas zurückgegangen. Aufblähung des Stückgeldumlaufs Die geldwirtschaftliche Sekuudärwirkungen der Arbeits- Erschaffung mache» sich nun auch verstärkt bei den Notenbanken bemerkbar, einmal in einer Erhöhung des Stückgeldumlaufs, der sich im Monatsdurchschnitt Februar 1934 auf 5.26 Mein, erhöht hatte gegenüber 5,18 i. V. Der zusätzliche Slückgeldbedarf infolge der Mehrbeschäftigung liegt also zwischen 70 und 80 Millionen. Aufmarsch zur deutschen Inflationsschlachfi Sdiadit und seine Bundesgenossen Von Jan Severin II der rechtzeitig gleichgeschalteten, aber frühzeitig absterbenden, ehemals bürgerlichen Blätter zusammenramscht. Weder Auf der Seite der Feinde jeder Inflation steht in der die schon bestehenden Vermögensmassen, noch die ständigen Gefolgschaft des Herrn Schacht das deutsche Finanz- Einnahmen aus den Gewerkschaftsbeiträgen will man der kapital, das sich aus dem internationalen Geschäft auf Entwertung unterwerfen und da Gemeinnutz bekanntlich vor keinen lall ausschalten lassen will. Hier weiß man ganz Eigennutz geht, tragen gerade diese Erwägungen in offenbar genau, daß die ausländischen Gläubiger nicht daran denken sehr erheblichem Maße dazu bei, daß die Arbeits- werden, auf den Valuta-Charakter ihrer Forderungen zu'*-' A■•*»' schüttend vorSchacht und gunsten neuer ganz illusionärer Reichsmark-Titel zu ver Wachsende Zinsrückstände Die„Westdeutsche Bodenkreditanstalt" in Köln berichtet: Im Berichtsjahr sind an Zinsen rückständig geblieben 2.14 (i V. 1,41) Mill. RM. Darauf sind im ganzen 1,54(0,81) Millionen RM. abgeschrieben worden. Monatlich 700 Millionen deutscher Zeitungen weniger (Inpreß.) Das Institut für Zeitungskunde teilt mit, daß die Meltauflage deutscher Zeitungen im Oktober 1933 rund 300 Millionen Exemplare betrug. Im gleichen Monat des Vorjahres erreichte sie, nach Angaben des gleichen Instituts, eine Milliarde. Der Geldumlauf in Palästina Laut' amtlichem Bericht beläuft sich der Geldumlauf in Palästina jetzt auf 3 634 664 Pfund. Der gesteigerte Geldumlauf ist eine Folge des jüdischen Kapitalzuflusses und der gesteigerten wirtschaftlichen Tätigkeit im Lande. Norwegische Kredite für die Sowjetunion Das norwegische Parlament hat beschlossen, einen staatlichen Garantiefonds für Exportkredite von 30 Millionen Kronen zu schaffen, der zur Belebung des Handels mit der Sowjetunion bestimmt ist. Ministerpräsident Mowinkel äußerte sich zwar zu dieser Frage zurückhaltend, die Hau- delskreise sind jedoch durchaus für die Herstellung besserer Handelsbeziehungen durch Ausweitung dieser Kredite, wobei allgemein die Zahlungsfähigkeit der Sowjetunion betont wird. Zur Entwidmung Moskaus Auf der eben zu Ende gegangenen Plenartagung des Moskauer Stadtsowjets wurden die Ergehnisse der Aufbauarbeit der letzten Jahre eingehend behandelt. Die Stadt ist völlig umgestaltet worden, Wasserleitungsbau, Kanalisierung und Straßenverkehr— seit Jahren die schwächsten Punkte der Sowjethauptstadt— wurden gründlich umgestaltet. Der auf der Tagung bestätigte Bauplan für das laufende Jahr trägt dem weiteren Anwachsen der Bevölkerung Rechnung, indem er 1,595 Millionen Rubel für Investitionen der Kommunalwirtschaft auswirft. Einen der wichtigsten Posten bildet hier die Untergrundbahn, deren erste. 11,9 Kilometer lange Linie zum 7. November fertiggestellt sein soll. Für die Errichtung neuer Wohnhäuser werden 58 Millionen Rubel bestimmt, wobei in dieser Summe die Beträge nicht inbegriffen sind, die die einzelnen Betriebe für die Errichtung von Arbeiter- häuseru für die hei ihnen Beschäftigten aufwenden. Bereits zum 1 Juli werden zehntausende Arbeiter neue Wohnungen beziehen können, die im Vorjahre begonnen und gegenwärtig fertiggestellt werden. Für den Bau neuer Schulen sind 1> ziehten, weil diese Gläubiger ja ganz genau wissen, daß ihnen dieser ganz geniale Vorschlag lediglich zu dem Zweck unterbreitet wird, um sie später auf dem Umwege über die Inflation auch um den Rest ihrer deutschen Forderungen zu bringen. Außerdem kennt man die Devisenlage hier gut genug, um zu wissen, daß es sich im Falle Deutschlands keineswegs um einen einmaligen und endgültigen Abwertungsschnitt handeln wird, sondern daß man bei Aufgabe der Reichsmark-Parität unter dem Einfluß der Rüstungsfanatiker und des sich zweifellos auch dann fortsetzenden Export- und Devisenschwundes einer uferlosen Inflation zueilen würde. Trotz der sogenannten Verstaatlichung der deutschen Banken ist übrigens der Einfluß des ausländischen Finanzkapitals durch personelle und organisatorische Bindungen noch immer sehr groß. Freiwillig wird man von dieser Seite aus jedenfalls trotz aller Treuebekenntnisse zum Führer niemals den Widerstand gegen die Abwertung aufgeben. Weit stärker als das eigentliche Finanzkapital ist aber der Bundesgenosse, den er im Kampf gegen die Inflation an der ..deutschen Arbeitsfront" bzw. den pseudo sozialistischen Exponenten des Regimes gefunden hat. Hier will man unter allen Umständen eine Verstärkung der Opposition der arbeitenden Massen gegen das Regime vermeiden und man ist im Gegensatz zu den Anschauungen der Rüstungsindustrie, vielleicht auf Grund einer besseren Kenntnis der heutigen deutschen Arbeiterpsyche, offenbar überzeugt, daß die Massen eine Inflation unter keinen Umständen ruhig hinnehmen werden. Hierzu kommt die Verquickung der Arbeitsfront mit zahlreichen kleinbürgerlichen Elementen und nicht zuletzt auch die kleinbürgerliche Orientierung der Angestellten und Beamten- Schichten. die in einer Entwertung der Reichsmark geradezu eine Art Landesverrat sehen wollen. Schließlich spielen aber hier wie überall bei den nationalsozialistischen Gruppen- und Cliquenkämpfen auch persönliche Momente eine große Rolle. Die Position der Fiihrergarnitur der Arbeitsfront im W irtschaftslebeu ist nämlich schon deswegen nicht zu unterschätzen, weil sie nach wie vor über die riesigen Summen verfügen, die ihnen ständig aus den Gewerkschaftsbciträgcn zufließen. Die früheren Aufgaben der Gewerkschaften sind praktisch liquidiert. Das, was an ständigen Ausgaben übrig bleibt, sind die zwar relativ recht kostspieligen Festlichkeiten, die„Feierstunde der deutschen Arbeit" usw., aber diese Ausgaben spielen natürlich im Rahmen der riesigen Gesamteinnahmen aus den Beiträgen keine irgendwie erhebliche Rolle. Es bilden sich also hier neuerdings große Vermögensinassen in den Händen dieser seltsamen„Arbeiterführer" und sie sind auch eifrig bestrebt, sich durch nutzbringende Anlegung dieser Gelder zu Unternehmern aufzuschwingen. So ist gerade jetzt Herr L e y mit dem Aufbau eines großen Zeitungskonzerns beschäftigt, dessen einzelne Teile er aus dem Zusammenbruch das Finanzkapital stellt. Diesem Druck hat Hitler nun offenbar zunächst nachgegeben und die Sicherheit, daß der Hihi er sich nicht in offenen Gegensatz zu den Geführten stellen möchte, ist es auch, die Schacht ermutigt hat, die Kraftprobe des Angebotes seiner Demission zu wagen. Das Ergebnis waren die letzten Hitler-Reden, aus denen man leicht erkennen konnte, daß er zwischen dem Dilemma ..Lohnsenkung oder Inflation", in das er durch die wirtschaftliche Entwicklung des„dritten Reiches" gelangt ist und unausweichlich gelangen mußte, heute die Entscheidung für die Lohnsenkung und gegen die Inflation getroffen hat. In einem sinnvollen Vergleich erklärte er, daß Löhne und Dividenden zurücktreten müßten. Den ersten Zweck wird er zu erreichen suchen, indem- er das Arbeitsgesetz durchführen läßt. Zur Erfüllung der zweiten, ihm offenbar weniger wichtig erscheinenden Aufgabe hat er nur die sehr harmlose Bestimmung erlassen, daß alle Dividenden über 6 Prozent in Staatspapieren angelegt werden müssen, was in Wirklichkeit nur eine leichte Besteuerung der über 6 Prozent hinausgehenden Dividendensätze um dgs.Disagio der Anleihcnwerte bedeutet...,... Der Kampf um das Inflationsgeschäft Ist deswegen allerdings noch nicht beendet und der Aufmarsch zu der entscheidenden Auseinandersetzung zwischen den beiden Lagern geht hinter den Kulissen ständig weiter, denn man wird kaum annehmen können, daß Herr Göring und seine Freunde in der Rüstungsindustrie ihre Positionen vor Schacht und Lev ohne weiteres räumen werden. Vor allem schon deshalb nicht, weil Schacht bisher keinen wirklichen Ausweg auch nur andeutungsweise empfehlen konnte, denn an den Erfolg der angekündigten Propagandareise nach den I SA. glaubt man heute ebenso wenig, wie an die Aussicht, den Gläubigern in der Aprilkonferenz die Wünsche der Reichshank aufzuzwingen. Alles deutet darauf hin, daß man zunächst die Lohnsenkungen durchführen wird. Eine starke Erhöhung der sozialen Spannungen wird hierbei n i ch t ausbleiben. Dann wird man erkennen, daß die Einfuhr nicht mehr finanziert werden kann, daß die Rüstungsaufträge und die mit ihnen verbundenen Geschäfte stecken bleiben und daß die Fantasien des Herrn Schacht nicht zu verwirklichen sind. Auf die Senkung der Nominallöhne durch das Arbeitsgesetz wird die Senkung der Reallöhne durch eine angebliche Devalvation folgen, die nur den ersten Schritt zu einer völligen Währungszertrüinmerung heim heutigen Zustande der deutschen Wirtschaft darstellen kann. In jedem Falle werden die kommenden Monate den Angriff auf die Lehenshaltung der Massen in Deutschland von allen Seiten verschärfen. Schon hierin liegt ein wichtiger Grund dafür, daß der jetzt in Gang gekommene Aufmarsch zur Inflationsschlacht auch die endgültigen Entscheidungen über das Schicksal der berühmten„Volksgemeinschaft" näher rückt. Der internationale Finanzgeist h. b. Graf Reventlow, von dem man noch immer nicht genau weiß, ob er ein gerissener Spiegelfechter oder ein verworrener Fantast ist, schreibt seinen'*"—' Wirtschaftsordnung kann erst die volle Entwicklung der deutschen Industrie und des Handwerks bringen, weil wir so "**'" i-t-isj.— dfeehter oder ein ver- ueuismcu W hochmögenden Kampf- einfach aufgeschmissen sind. Wer die Messe wirklich geschaut genossen in den verantwortlichen Stellen nicht gerade immer und gesehen hat, weiß, wie gerade 10 bis 20 Prozent zu hohe ■> Pmnrt einfach unmöglich machen. Und diese Freundlichkeiten in die Stammbücher. Erst jetzt läßt er sich wieder in der Nr. 11 seines„Reichswart" zur Bankenfrage wie folgt vernehmen: ..Der internationale Finanzgeist lebt nach wie vor, was ja auch kein Wunder ist, und nur beiläufig braucht hierbei auf die erstaunliche Fülle jüdischer Namen hingewiesen zu werden, die auch heute noch in Großbanken Deutschlands vorhanden sind. Ob die Vertreter des Banktums der Auffassung sind, daß die Großbank für die Industrie und für die Wirtschaft da sei, und nicht vielmehr umgekehrt, ist auch heute noch mehr als zweifelhaft." Nachdem der obstinate Herr Graf im nächsten Satze eine kleine Zwangsverbeugung vor seinen Herren und Meistern gemacht hat— er spricht von der Hand des„dritten Reiches", die über den Bankherren sei und sie verhindere, den internationalen Bankgeist zu pflegen—, fährt er fort: „Ob da ein paar Bankleiter inzwischen ausgewechselt worden sind, das spielt wirklich keine Rolle. Und so zu tun, als ob es von großer Bedeutung wäre, das zu sehen ist nicht gerade erhebend." Dann nimmt Revenlow zu dem absolut unbefriedigenden Verlauf der deutschen Wirtschaftskurve Stellung und klagt: „Der„Reichswart" erhielt jetzt einen Brief von der Leipziger Messe, dessen Verfasser zunächst die geltenden Wirtschafts- und Finanzverhältnisse einer bitteren Kritik unterzieht und dann fortfährt:„Der Kampf um die deutsche ISISVS, Unkosten den Export einfach unmöglich 10 bis 20 Prozent sind unsere unnötigen Ausgaben an Diskont- und Wechselspesen und es werden immer mehr und mehr Prozent zugeschlagen, bis die Exportmöglichkeit abgeschnitten ist." Dazu sagt der„Reichswart": „Das ist ein Ausdruck sehr verbreiteter Klage und Erkenntnis aus den Kreisen schaffender Arbeit. Allgemein besteht ja die Hoffnung, daß demnächst der Zinssatz herabgesetzt werde. Es wird von einem oder anderthalb Prozent gesprochen.(! d. Red.) Das würde gewiß schon ein beträchtlicher Schritt sein zur Erleichterung, aber der Zinswall, der sich deutscher Ausfuhr entgegenstellt, wäre damit nicht beseitigt. Und kann, abgesehen von allem anderen, das Bank- und Wirtschaftssystem von heute eben weitere beträchtliche Zinsherabsetping nicht vertragen, so wird eben nichts anderes als grundsätzliche Aenderung des Wirtschaftssystems übrigbleiben." Soweit der Graf, der früher als Stürmer in seiner Partei bekannt und belächelt wurde. Sein Stil ist außerordentlich zahm geworden, trotzdem versteht man ihn gut. Herr von Reventlow kann beruhigt sein. Mau wird sich bemühen, die 10- bis 20prozentige Ueberteuerung im Laufe der Zeit zu beseitigen. Die von ihm geforderte grundsätzliche Aenderung des Wirtschaftssystems wird in weiteren Lohn- und Gehaltskürzungen bestehen. Mill. Rubel vorgesehen. Auch für die Besserung der sanitären \ erhältnisse sind große Ausgaben in Aussicht genommen. Der Verschönerung der Stadt dient die Erweiterung der Kai- Anlagen am Moskaufluß, wo 9 Kilometer Granitkais angelegt werden. Dies ist besonders wichtig mit Rücksicht auf das ras he Fortschreiten der Bauarbeiten an dein Kanal, der Moskau mit der Wolga verbinden soll. Straßenbahnen und Autobuslinien werden hunderte neuer Wagen in Verkehr stellen, um den Riesenverkehr— 1979 Millionen Straßenbahnfahrgäste und 116 Millionen Autobushenutzer zu bewältigen. Der Gesamtplan wurde in zahlreichen Arbeiterversamtnlungen besprochen und einmütig gutgeheißen. Sciilsffif Stimmen« föelfcge zur..Deufsdien fteiAett"• frel^nissc und Sfsrfiärfi/cn EHl Dienstag, den 1Q. April 1934 JCün&tlecstechen„i dritten Jieich" Van Gut 9Caas Lange Zeit hörte man nichts davon, daß Künstler, die nicht gerade marxistisch abgestempelt und nach dem ersten "gfomsturm in Deutschland verblieben waren, unter den strengen nationalsozialistischen Ra««engesetjen besonders zu leiden hatten. Nachdem die Herren des neuen Deutschland unter den prominenten Darstellern des Theaters, des Film und Kabarett, unter den Kapazitäten der bildenden Künste tüchtig aufgeräumt hatten und die freigewordenen Plätze nach dem Grundsatz„Kennen geht vor Können" mit ihren treu ergebenen Anhängern besetzt hatten, beließen sie eine Reihe von nichtarischen Künstlern in ihren Stellungen. Hans Albers wurde trotz seiner erst im„dritten Reich" geschlossenen Ehe mit der Jüdin Hansi Burg weiterbeschäftigt, Albert Bassermann trotz seiner jüdischen Frau hingenommen. Vi allhurg begeisterte auch als Jude die Zuschauer, Grete Mosheim und Luzi Englisch. Freundinnen von Görings Liebe, Käthe Dorsch, konnten ungehindert in Berliner Theatern und im Film auftreten. Auch beim Kabarett duldete man zunächst einige Juden weiter, so den Chansonkomponisten Willy Rosen, Die Sängerin Irene Eisinger, die zuerst nach Prag emigriert war, ließ sich von da aus wieder nach Berlin riiekengagieren und gedachte auch im„dritten Reich" Triumphe zu feiern und fette Gagen einzuheimsen. Bis eines Tages die Bombe platzte...! F,s handelt sich nicht darum, daß man dieses Platzen der Bombe den„charakterfesten" nichtarischen Künstlern nicht von Herzen gegönnt hätte. Im Gegenteil! Sie haben es redlich verdient, von den Theatern und den anderen Kulturstätten des neuen Deutschland verjagt zu werden. Aber hier gilt es, etwas anderes zu beweisen. Daß nämlich im herrlichen „dritten Reich" wieder einmal ein regelrechtes nationalsozialistisches Gesetz von einem SA.-Sturm einfach niedergetrampelt wurde, daß die Herren Führer in allem und jedem von der Gunst ihrer Unterführer abhängig sind und daß man sich unter der SA. gar nicht darum kümmert, was die Führer beschließen oder anordnen. 3000 indische Jiünstler auch einmal diejenigen an den Pranger zu stellen, denen Schönberg überhaupt die Möglichkeit verdankt, seinen zersetzenden Einfluß geltend zu machen. Zu ihnen gehört auch die Pianistin Else C. Kraus... Es liegt nicht in in meiner Absicht, dem musikalischen Irrsinn dieses Abends auch nur ein kritisches Wort zu widmen, es wäre eine Herabsetzung der deutschen Musikerschaft. Es hätte nicht viel gefehlt, daß sich der Saal in einen Kampfplatz verwandelte. Es ist selbstverständlich, daß die deutsche Musikwelt diese Verhöhnung heiligster Empfindungen nicht unerwidert läßt, die Angelegenheit wird noch ein Nachspiel haben.. Zu prüfen wäre, wie weit sich die fanatische Ate- nalistenpropaganda der Else C. Kraus mit ihrer Hochschulen- Lehrtätigkeit vereinigen läßt." Wir empfehlen ein einfaches Rezept: gegen derart untermenschliches Atonalisieren hilft nur der„Aufmarsch der Nation" und das„Erschießen auf der Flucht" mit dem Horst- Wessel-Lied zum Abschluß. Das bunte Matt .Deutsche Freiheit", Nummer 82 Dienstag, 10. April 1984 Arbeiter und Menschenhändler Aus dem neuen Gildenbuch.Der Marsch der Caoba" von B. Trauen Celso dachte nur an seine Heimat und an seine fünfzehn ungeborenen Kinder, die er mit feinem Mädchen zum Licht der Welt zu befördern sich vorgenommen hatte. Diesre Gedanke an das Mädchen ließ ihn alle Qualen in der Monteria erdulden. Mit jedem Abend, wenn er sich auf feiner Matte niederlegte, wuchs die Summe, die er heranzuschaffen hatte. Weil er an nichts dachte, als diese Summen zu ver- dienen, um dem Vater seines Mädchens zu zeigen, daß er fähig sei und willens, dem Mädchen ein guter und treu sorgender Ehemann zu sein, darum kaufte er, von den not- wendigsten Dingen abgesehen, nichts in der Tienda der Monteria. Er kaufte weder Hemd noch Hose. Nach einiger Zeit benötigte er eine neue Matte. Er kaufte ein kräftiges Taschenmesser, weil sein altes ausgeleiert war und auch noch zerbrach. Er hatte eine Decke nötig für die kalten Nächte der Regenzeit. Das Moskitonetz zermürbte und zerschliß, er hatte ein neues zu kaufen, weil ohne Moskitonetz zu schlafen selbst von einem Indianer nicht ertragen werden kann. Er zahlte die zehn Pesos an den Capataz für die Einstellung. Als ein Jahr dieser Arbeit in der Monteria um war und Celso sein Vermögen in barem Velde in seinem Guthaben bei der Verwaltung zusammenrechnete und er hinzugezählt hatte, was er für die Beförderung des Brieses und für Hilfe- leistungen von dem Händler Don Policarpo verdient hatte, fand er, daß er dreiundfüufzig Pesos und sechsundvierzig Centavos an Hab und Gut auf Erden besitze. Diese Summe reichte nicht aus, um den Eindruck bei dem Vater seines Mädchens zu erwecken, den hervorzurufen er sich vorgenommen hatte. Er wollte nicht weniger als achtzig Pesos besitzen, wenn er die Monteria verließe. Er verdingte sich für ein zweites Jahr. Weil er in derselben Kolonne blieb und ihm das Verbleiben für ein zweites Jahr von dem Kolonnenführer angeboten worden war, was Celso geschickt herauszulocken verstanden hatte, so sparte er die zehn Pesos Kommission, die irgendjemand, der sich dazwischen- drängte, ihm abnehmen konnte. Es schien ihm, daß das zweite Jahr rascher verging als das erste. Er war einer der ge- übtesten Schläger geworden, und er hatte gelernt, so geschickt seine Bäume zu wählen und so wohldurchdacht die beste Stelle am Baum für das Anschlagen zu suchen, baß es viele Tage gab, wo er bereits am Nachmittag seine Leistung geliefert hatte. Er half jetzt schon oft irgendeinem armen Bettler von Neuling, der mit seiner Leistung nicht fertig wurde und Ge- fahr lief für die Fiesta, für das.Fest"(Austeilung von Prügelstrafen) gebucht zu werden. Als die erste Hälfte des zweiten Jahres um war, gab ihm der Kolonnenführer fünf Reales den Tag. anstatt der ver- einbarten vier. Der Kolonnensührer tat es nicht aus Gut- mütigkeit, sondern um Celso für ein drittes Jahr zu ge- Winnen. Celso war klug genug, niemand zu sagen, daß er hier nur arbeite, um eine bestimmte Summe zu gewinnen und daß er gehen werde, sobald er diese Summe habe. Er nahm sich vor, selbst, bei seiner Abmusterung nicht zu sagen, daß er dauernd fortgehe, sondern daß er seinen Bater und seine Mutter besuchen müsse und wahrscheinlich bald zurückkehre. Erfahrung mit seinen Arbeitskameraden hatte ihn gelehrt, auf feine Haut aufzupassen und gut achtzugeben, nicht unbe- dacht in eine der vielen Fallen zu gehen, die gelegt wurden, um abwandernde Arbeiter oufsneueeinzuhaken.Abmusternde Peones erneut einzuhaken war das Geschäft von menschlichen Parasiten, von sogenannten Coyotes. die sich in den Monte- rias und in deren Rekrutierungsbezirken einnisteten. Sie lebten von dem großen Aas, das die großen Agenten, die im Staate^eeien einfingen, um deren Hände und Arme ver» kaufen zu können, übrig ließen. Es war die leichteste Arbeit, Leute, die ihren Kontrakt beendet hatten, durch List. Betrug. Betrunkenmachen und mit Hilfe von verkommenen Weibern der alleruntersten Schicht des Kehrichts der menschlichen Rassen für einen neuen Kontrakt einzukangen. Nur wenige Leute, und nur die völlig charakterfesten und willensstarken, entkamen diesen Conotes. Liefen keine Kontrakte ab, dann begaben sich die CoyoteS auf Jagdzüge. Sie gruppierten sich zusammen und suchten in den Dörfern und Fincas, die nahe dem Dschungel lagen, ent- flohene Sträflinge, die sich hier zuweilen verbargen. Die Behörden setzten keine Belohnung für das Ergreifen von Verbrechern aus. Die CoyoteS dahingegen gaben den Leuten, die ihnen versteckte Verbrecher und Flüchtlinge anzeigten, Belohnung von fünf bis zu sechzig Pesos für den Kopf und für das Paar Hände. Die kleinen Rancheros, die in Furcht vor solchen entlaufenen Verbrechern lebten, und die von diesen Burschen bestohlen wurden und selbst ihres Lebens nicht sicher vor ihnen waren, taten ihr Bestes, die Verstecke dieser Flüchtlinge zu verraten, um sich von dieser Pest zu befreien. Die Coyotes kümmerten sich nicht um die moralische Ver- gangenheit ihrer Fängen sie kümmerten sich nur um deren kräftige Arme. Sie gaben sich beim Einfangen den Anschein einer Behörde und sührten zuweilen, wenn die Flüchtlinge bewaffnet waren, ernste Schlachten mit ihnen, um sie zu fangen. Die Eingefangenen wurden so gut gebunden und io gut verwahrt, daß sie leichter einem zementierten Gefängnis hätten entweichen können als diesen Jägern. Gefesselt in Reihen, wurden sie durch den Dschungel geschleppt. Beim ge- ringsten Bruch irgendeiner Anordnung auf dem Marsch wur- den sie so gepeitscht, daß sie keinen Fetzen heil hatten, wenn sie in den Monterias ankamen Jeglichen, auch den aller- bescheidensten Versuch, aus dem Marsche auszubrechen, gaben die Burschen, die einmal in den Händen der Coyotes waren, auf. sobald sie eine Stunde auf dem Marsche waren, ganz sicher aber, nachdem sie die erste Henkung eines ihrer Ge- nossen gesehen, der versucht hatte, zu entweichen. Die Henkung war darum so grauenerregend und so vernichtend für eine versuchte Widerspenstigkeit der Gefangenen, weil sie nicht tödlich war. Wäre sie tödlich gewesen, hätte sie weniger Ein- druck gemacht. Aber Senkungen mit der Absicht, den Ge- henkten zu töten, verübten die Coyotes nicht. An einem zu Tode Gehenkten hatten sie kein Interesse. Nur der Lebende brachte Geld ein... Rassenschande Line Ergänzung nach dem wirklichen Leben „Verfluchtes Judenschwein," murmelte Konders...„Das sollst du mir bezahlen!" Er drückte auf die Klingel. Zwei SA.-Männer traten ein. Schlagen die Hacken zusammen. Salutieren.„Hier habt ihr eine Adresse. Frecher Juden- bengel. Soll heute nacht 2 Uhr 30. hier sein."„Zu Befehl." Salutierten. Kehrt und ab. Punkt 2 Uhr 30 nachts. Ein Auto fährt vor. Drei Braune steigen aus, ein Vierter springt vom Bock. Sie zerren Hans Richter heraus. Sein Gesicht blutet. Seine Jacke ist zer- rissen. Er schleift das rechte Bein nach. Dann schleppen sie ihn die Treppe hinauf. Der Scharführer nimmt die Meldung entgegen„Herein mit dem Schwein!" „Nun, Isaak, was verschafft uns die Ehre? Suchst wohl hier nach deutschen Mädchen für deine dreckigen semitischen Gelüste?"— Ein Fausthieb trifft Hans aufs rechte Auge. Er wankt, hält sich aber noch aufrecht. „Gebt dem Schwein den dritten Grad!" Es geht die Treppe hinunter, dann in den Keller. Eine Türe schlägt zu. Harte Schläge und dumpfes Stöhnen. Dann alles still.— Ruth Stellmann wartet. Wartet ungeduldig, in Schmerzen. „Warum kommt er nicht? Sonst ist er die Pünktlichkeit selbst. Er wird sich doch die dumme Geschichte aus dem Sinn geschlagen haben. Dem Kerl Hab ichs doch deutlich genug gegeben."— Die Zeit vergeht mit bleiernen Schuhen. Es wird spät. „Wo bleibt er? Sollte er doch darauf zurückgekommen sein? Er ist so besorgt, so gewissenhaft. Mein Gott, was soll das?"— Es klingelt.„Gott sei Dank! Endlich!"— Das Mädchen bringt einen Umschlag. Drucksache. Blau angestrichen eine Stelle im„Stürmer":„Der Halbjude Hans Richter, ein ge- meiner Marxist, ist wegen Rassenschande von der SA. ver- warnt worden. Im Gefühl seines bösen Gewissens hat er seinem dreckigen Leben ein Ende gemacht. Wieder ein orien- talischer Schädling weniger. Hoffentlich geht es so weiter, aber in raschem Tempo. Deutschland ist erwacht. Inda ver- reckt!"— Sie sank ohmächtig zu Boden. *) Di« gleichnamige Skizze von Natter ff e I f in Nr. 71 erzäblt von einem„glücklichen Ausgang", wie er im Film nicht selten ist und stets beifällig Ausnahme findet. Wir geben eine Fortsetzung davon, wie sie der Wirklichkeit des heutigen Deutschlands entspricht. Grock erzählt Geschichten Grock, der humorvollste Clown der Gegenwart, er- zählt ein paar Schnurren aus seinem Leben. Wie er zu seinem Name» kam „Das war nämlich so." sing er an.„1903 war ich bei einem Schweizer Zirkus engagiert und machte, da nichts anderes zu tun war, den Kassierer. Eines Tages mußte der Direktor einen seiner Verwandten anstellen und hatte sür ihn, da der nichts anderes konnte, die Kassiererstelle ausersehen. Zu mir sagte er, ich solle aber doch bleiben. Da war nun bei uns ein Clown, der bisher mit einem Partner als„Brick und Brock" ausgetreten war. Mit ihm trat ich dann zusammen auf. Da ich aber nicht gut den Namen seines früheren Part- nerS übernehmen konnte, der Klang aber nicht allzusehr ob- weichen sollte, nannten wir uns„Brick und Grock". Damit hatte ich meinen Namen. Er verbindet mancherlei? er ist kurz, prägt sich leicht ein und hat sogar eine kulinarische Nebenbedeutung." Grock erzählte dann weiter davon, daß er gehofft hatte, sich in seinem Häuschen unweit von San Nemo zur Ruhe setzen zu können, von der Arbeitspause, die seine Glieder ein bißchen versteift halte und die er mit doppeltem Training bezahlen mußte, von dem famosen Wein, der auf seinem Gütchen gedeihe, und vielen andern Kleinigkeiten. Immer wieder erschien auf seinem schars geschnittenen Gesicht daS allbekannte Schmunzeln, wenn er mit lebhaften Gesten seine Erlebnisse erzählte. Einer erinnerte ihn an sein erstes Auf- treten 1911 im Wintergarten, und er erzählte die Geschichte von de» vernünftig gewordenen Direktoren. „Ich war als„Antonet und Grock" im Zirkus Schumann ausgetreten und hatte ein Publikum— so!" sdabei machte er eine entsprechende Armgeste).„Wir wurden vom„Winter- garten" sür eine damals vorzügliche Gage engagiert. Wir traten das erstemal auf: das Publikum reagierte sauer. Die Varietedirektoren, die mit uns für die nächsten Monate Eventualverträge abgeschlossen hatten, machten von ihrem Dichtrecht Gebrauch, sahen das tote Publikum und— zogen tos, ohne auch nur einen Bertrag mit uns zu machen. Wir waren verzweifelt. Was sollte daraus werden, wenn das Publikum weiter nicht mitging. Das war die erste Woche so. Wir hatten damals zwar schon etwa 2SO kleine Nummern als Repertoire. Aber was konnte man in der Viertelstunde, die wir damals hatten, schon machen! Die Auswahl war auf Wunsch deS Wintergartens getroffen. Da sagte ich mir. das geht nicht io weiter, und nahm einfach andere Nummern. Und siehe da. mit einemmal wachte das Publikum auf. ging mit, lachte an den richtigen Stellen, und wir waren gerettet. Denn nun kamen die Direktoren, zu denen sich der Umlchwuna auch herumgesprochen hatte, wieder, sahen das begeisterte Haus Die„bärtige Frau von Baltimore" — war ein Mann— 50 Jahre in Frauenkleidern Dieser Tage ist zu Baltimore die„bärtige Frau", Captain Malvina Emily Perry gestorben, die in den letzten zehn Jahren als Frauenboxerin und stärkste Frau von Amerika in den Hauptstädten der Vereinigten Staaten auftrat. Auf ihrem Sterbebette hat sie ihrem Arzt gestanden, daß sie in Wirklichkeit gar keine Frau war. sondern ein Mann. Dieses Geständnis macht begreiflicherweise in Amerika größtes Aufsehen, weiß doch drüben jedes Kind, daß die„bäi« tige Frau von Baltimore" seit vielen Jahren mit einem Mann verheiratet war, und daß sie mit ihm sogar ein Kind hatte, einen Knaben, der jetzt im Alter von zwölf Jahren steht. Wie„sie" sich dieses Kind zu verschaffen wußte, ist vor- läufig noch ein Rätsel. Ter angebliche Ehemann wurde ver- haftet, und die amerikanische L^efsentlichkeit wartet voller Spannung, ob es der Polizei gelingen wird, das Rätsel der Kindesunterschiebung zu lösen. Jetzt endlich kann man sich auch erklären, wie„die stärkste Frau von Amerika" alle ihre Gegnerinnen im Boxring über- legen abfertigen konnte. Aber die betrogenen Ämerikane- rinnen sind keineswegs entrüstet, sie amüsieren sich vielmehr köstlich über den Streich, der ihnen von dem unternehmungs- lustigen„Ehepaar" gespielt wurde. Der„Club der Junggesellen" In Madrid ist der„Club der Junggesellen" gegründet worden, dessen Mitgliederzahl recht beträchtlich ist. Jedes dieser Mitglieder muß Statuten unterschreiben und sich ge- nau an diese Verpflichtungen halten. Der erste dieser Artikel heißt:„Der„Club der Junggesellen" ist gegründet worden, um den Mann gegen die Versuchungen einer Ehe zu schützen, die nichts weiter herbeiführt als die Gefährdung der Existenz." Ein weiterer Artikel:„Wenn eines der Mit- glieder sich nicht gegen diese Versuchungen verteidigen kann, vereinigt sich der Club zu einer außerordentlichen Tagung und wird allen Einfluß geltend machen, um den Schuldigen, der eine Buße von 150 Peseten zu zahlen hat, auf den Weg der Pflicht zurückzurufen. Sollte die Sitzung resultatlos verlaufen, so wird der Clubkamerad von den Listen der Mit- glieder gestrichen und auf die der Verräter gesetzt." Des weiteren wird den Mitgliedern ein vernünftiges Verhalten gegenüber den Krauen zur Pflicht gemacht. Oer gewitzigste Hochstapler von Bulgarien Im letzten Winter, als der Typhus in Bulgarien gras- sicrte, machte sich der bulgarische Staatsangehörige Gerardi an dieser Krankheit gesund. Er war Sekretär an der fran- zösischen Gesandtschaft und konnte so unkontrolliert die Grenzen passieren. Nun ist das Antityphusserum in Bul- garien durch hohe Einfuhrzölle sehr verteuert. Gerardi be- kam bald heraus, daß man in einem kleinen Kurierkosfer beträchtliche Mengen dieses Serums ungehindert ins Land bringen könne. Plötzlich hatten alle Apotheken Sofias große Mengen dieses Medikamentes vorrätig und alle Aerzte wunderten sich, woher plötzlich dieser Segen käme. Die Polizei kam auf die Spur Gerar^is und fand bei ihm grö- ßcre Mengen vor. Doch ruhig lächelnd erklärte der Schmuggler:„Was wollen Sie, wir haben hier Typhus im Lande, da muß ich mich und die französische Legation mit dem Gegengift versorgen." Die bulgarische Oeffentlichkeit nahm dem Schmuggler seine Taten gar nicht übel, denn endlich einmal waren genügend Medikamente zu billigen Preisen im Lande, um die Krankheit erfolgreich zu be- kämpfen. Männer, lernt stricken... Seit einigen Tagen kann man aus den Pariser Boulevards einen jungen Mann sitzen sehen, der mit unerschütterlicher Ruhe eifrigst an einem buntfarbigen Mädchenpullover strickt. Neben sich hat er bereits einige fertige Produkte seiner Kunstfertigkeit ausgebreitet. Daran ist ein Zettel angeheftet, der die Passanten auffordert, ihre Bestellungen an Pullovers unter Berücksichtigung der per- sönlichen Wünsche aufzugeben. Der junge Mann ist ständig von einer dichten Menge von Neugierigen umlagert und die Austräge strömen ihm in Fülle zu. Er kündigt bereits eine „Erweiterung seines Geschäftes an. Endlich ist ein Beruf gefunden, der nicht unter der Krise zu leiden hat. und trugen uns sosort die Verträge an. Nun aber zeigten wir die kalte Schulter: Wenn Ihr uns 500 Mark mehr gebt, dann— abgemacht! Und sie haben nicht gezögert." Unter mancherlei Erlebnissen, die er in letzter Zeit z. B. in Polen gehabt hatte, kam er auch aus das Publikum zu sprechen. Er unterschied da solche Städte, in denen das Pu- blikum ohne weiteres mitgeht und auf jede kleine Nuance reagiert: es gibt aber auch solche Städte, in denen die Men- schen das Falsche belachen. An einer kleinen Begebenheit zeigte er unS, wie auch der Zufall manchmal eine Nummer schafft. Ein Klavierdeckel reist durch die Welt „Für die eine Nummer habe ich einen eigenen Klavier- decket, der mich durch die Welt begleitet. Das kam so: Bei einem Auftreten fanden wir einen Flügel vor, der sich in so übler Verfassung befand, daß ich jeden Morgen die Klöppel der Tastatur wieder zusammenschrauben mußte. Auch der Teckel saß nicht fest. Eines Abends, als ich mit meinem Partner Antonet, mit dem ich persönlich in letzter Zeit Tiffe- renzen gehabt hatte, die Klaviernummer mache, höre ich, wie er ein verächtliches, auf mich gemünztes Schimpfwort vor sich hinsagt. Da packt mich die Wut, ich reiße— und zwar unter dem schallendsten Beifall des Publikums— den Klavierdeckel ab und stürme auf ihn los. Das war damals eine ganz ernst zustandegekommene Improvisation. Erst später— ich trennte mich von ihm 1913— erinnerte ich mich der Sache und habe sie dann als Trick der Nummer eingefügt. F. B. Italienische PolKih »»Die italienische Freundschaft eine sehr ernste Sache" ».Corriere«teils Sera" schreibt über die Grundzüge der italienischen Außenpolitik: Die Reise des Unterstaatssekretärs Suvich nach Budapest, nach dem Besuch in Wien, ist in der Tat keine überraschende Sache, noch dazu angetan das erstaunte und das verdächtige Geheuchel einer gewissen ausländischen Presse zu rechtfertigen. Dieser Besuch ist vollkommen logisch, wie es die gesamte italienische Aktion in dieser besonders beunruhig- Politik ist. Italien hat ein einfaches Programm, das da schon hinreichend bekannt, darzustellen nicht nottut, und daran hält es fest. Um diesen festen Punkt bewegt sich und rotiert der Wirbel der Leidenschaften, der Experimente, der Ambitionen, der entfesselten Interessen der anderen Länder und der anderen Regierungen. letzt kann es vorkommen, daß in den Augen der Naiven die Bewegung, die Veränderung, die Unruhe von unserer Seite ausgehen, die Bewegungslosigkeit von der Seite anderer, aber dies ist eine optische Täuschung, die ohne Zuhilfenahme Keplers und Galileis korrigiert werden kann. Italien hat sich mitnichten von seiner ursprünglichen Position entfernt und mit Ruhe die diversen neuen, nicht insgesamt beruhigenden Tatsachen der internationalen Politik an sich vorüberziehen lassen. Die Maßlosigkeit der Kleinen Entente; die blutige österreichische Krise und die französische, dunkel und erschreckend; den sogenannten Balkanpakt; die offizielle und inoffizielle Kampagne für den Anschluß: alles dies hat unsere internationale Aktion nicht aus ihrer Bahn bringen können, die die Synthese der vornehmsten italienischen und europäischen Interessen darstellt. Die Achtung vor der Unabhängigkeit Oesterreichs, die Aufrechterhaltung im Rahmen des Möglichen, des politischen und wirtschaftlichen Gleichgewichts in der Donauregion, die gütliche Korrektur der Verträge, soweit sie eitler endgültigen friedlichen Verständigung Europas im Wege sind; Gegnerschaft gegen jede augenfällige oder verschleierte Hegemonie; von solchen Gesichtspunkten ist unsere Diplomatie in diesen fiberhaft erregten Zeiten getragen. Fände sich in anderen Ländern gleiche Klarheit der Idee und Loyalität der Methoden, Europa wäre vielleicht zu dieser Stunde befriedet und könnte mit größerer Sicherheit an die großen Probleme der internationalen Beziehungen und der drohenden Imperialismen der überseeischen Mächte herangehen. Was die italienisch-ungarische und die italienisch österreichische Zusammenarbeit anlangt, die in den letzten Zeiten größte Festigkeit und Klärung erlangt haben, so reihen»ie sich in das gleichzeitig konservative und revolutionäre Programm der auswärtigen faschistischen Politik ein. Konservativ insoweit es sich darum handelt, die historische Daseinsberechtigung jeder Nation zu schützen, die von Natur aus lebensfähig ist und nicht unterdrückt werden kann, ohne die Verständigung Mitteleuropas schwer zu beeinträchtigen. Revolutionär insoweit Italien die böswilligen Vorurteile nicht akzeptiert, die bei irgend einer Macht, groß oder klein, obwaltet wie es nicht akzeptiert die diplomatischen Methoden alten Stiles, insoweit endlich es den Friedensverträgen nicht .ihren Charakter der Unautastharkeit zuerkennen kann, wo sie einen gewaltsamen Zustand verewigen. Hier steht jedoch ein anderer Aspekt der Frage zur Dehatte. Als wirtschaftlicher, zwar vom politischen untrennbar, der aber besondere Aspekte bietet und au chin Angriff genommen und über einzelne freundschaftliche Vereinbarungen zu einer Lösung geführt werden kann. Unter diesen Aspekten scheint die Zusammenarbeit zwischen Oesterreich und Ungarn und zwischen diesen beiden Staaten und Italien nicht nur nützlich, sondern au chnotwendig, um eine wichtige Zone des ackerban- und gewerbetreibenden Europa aus der Entkräftung zu reißen. Wir begreifen nicht, wie solche Wiederaufnahme traditioneller wirtschaftlicher und von der Natur der Dinge eingegebener Beziehungen derKleinen Entente so sichtlich auf die Nerven gehen und die üblichen Preiseproteste und die zweideutigen Erklärungen der gewohnten Herren Beneich und Titulesku hervorrufen kann. Die Kleine Entente hat von eventuellen österreichisch-ungarischen Vereinbarungen nichts zu befürchten, und kann nicht unbedingt beanspruchen, daß die Donauregion zum Gefallen der anderen Nachfolgestaaten der habsburgischen Monarchie auf unbestimmte Zeit in äußerst mißlicher Lage bleibt. Diese Staaten haben alle Mittel versucht, Oesterreich und Ungarn zu ersticken, mit dem^ sehr sichtlichen Ziel, sie zum Eintritt in ihren Kreis zu zwingen, aber es ist ihnen nicht gelungen; vielmehr haben ihre Einschüchterungsaktionen die beiden Länder dazu ge- führt, immer mehr das Vorteilhafte eines Zusammenschlußes mindestens auf wirtschaftlichem Gebiet, ins Auge zu fassen und haben sie immer mehr das Bedürfnis einer desinteressierten Unterstützung Italiens fühlen lassen. Das Bestreben Italiens ging immer dahin, Frieden und normale Beziehungen hinsichtlich des heiklen mitteleuropäischen Problems zu schaffen; dagegen konnte die Kleine Entente mit ihrer absurden Prätention, Oesterreich und Un- garn an den eigenen Karren zu spannen, einen Zustand der Unerträglichkeit und Spannung nur verlängern, von dem sie selbst unerfreuliche Folgen zu spüren bekam. Eine wohlwollende Prüfung der Situation und die unvermeidliche Aufgabe einer Aufsaugungs- und Vorherrschaftspohtik wird diese Regierung nur zur Ueberzeugung bringen, die italienische Aktion nicht nur zu dulden, sondern sogar zu fordern, die einzig allein wirtschaftliche und kulturelle geistige Befestigung in dem wesentlichen und für uns lebenswichtigen Dona nahschnitt anstrebt. Andererseits ist einem Teil der deutschen Presse Ruhe und Ueberlegung anzuraten, da bei der von Italien in dieser letzten Periode angenommenen Hinneigung an Oesterreich und der Fühlungnahme der Budapester Regierung unbedingt aus der Rolle fällt. AI.'"k"^'.'«''/7unde de. deut- «hen Volkes im allgemeinen und Hitlerdeutsdilands im be sonderen haben wir das Recht, da» Werk das unsere D plo «natie mit einer vollkommenen und absoluten Kontinuität der Methode zu betreibe» fortfährt, nicht in«"denzioser Weise ausgelegt zu sehen. Es ist in der Tat peinhch, in einigen Zeitungen Berlin» und Frankfurts^"««h'''"^ "ie r o]|?t zu lesen: daß Italien, nachdem es die^undschai Deutschland» gesucht hat. sie heute opfert um die^Ungarn» *U suchen; daß Italien auf die Feindseligkeit Un und Wien spekuliert; daß Italien die deutsche Freund- 41 Tote des Felssturzes Die furchtbare Naturkatastrophe in Norwegen Uj AT L. Ottlar«, J or' 5 Aalesund\^ I ierqen/ O Oslo f^ ^£ f^ Karte der Unglücksstätte Blick auf Aalesund Am Ttorfjord bei Aalesund schleuderte eine Springflut ei ne Felswand ins Meer tntd vift mehr als 40 Personen in die Tiefe. Dies ist eine der größten Katastrophen, die das so friedliche norwegische Bergland seit Jahrzehnten betraten. DBB. OSlo, S. April. Bei dem Felssturz am Ta»Fjord sind nach einer Schätzung sieben Millionen Kubikmeter Ge- steinsmassen ins Wasser gestürzt. Die schwer geprüfte Bevöl- kerung wird dadurch erneut stark beunruhigt, daß 2000 Kilogramm Dnnamit, die in einem von der Flut zerstörten Schuppen lagerten, verschwunden sind. Trotz eifrigen Suchens gelang eS bisher nicht, auch nur einen Teil des Sprengstoffs zu linden. Ein Knabe, der einzige Neberlebende einer zcbnföpsigen Familie, erzählte über seine Rettung, daß der Vater die Familienmitglieder bei dem Hereinbrechen der Flutwelle aufgefordert habe, die Haustüren zu schließen. Gleich darauf sei das Haus zusammengestürzt. Er sei vom Wasser fort- gerissen worden. Etwa 100 Meier vom Standort des väter- lichen Hauses entfernt sei er blutend und mit gebrochenem Bein liegen geblieben. Er habe sich dann noch eine furze Strecke weitergeschleppt. bis er von dem Ortsgeistlichen, dessen Schwester- bei dem Unglück getötet worden ist. ge- rettet wurde. Hitlers„AasfalKor imtii dem ösfcii" Sensationelle EnthflHunden des ösierreidiistiien üegieroßgsorgans Wien, 8. April. Die„Reichspost" veröffentlicht sensationelle„Informationen aus erster Quelle", für deren Richtig- lett sie sich verbürgt. Wir entnehmen dem Blatt: „Dem Nationalsozialismus im Reiche ist Oesterreich selbst mit seinen 0,5 Millionen und seiner angeblich alten Kultur mehr oder weniger gleichgültig. Es geht nicht um Oester- reich oder um die Oestemicher, sondern um ein Aussalltor nach dem Osten.„An Oesterreich selbst ist uns nicht viel ge- legen. Ter Nationalsozialismus wird sich des Tores nach dem Osten um jeden Preis bemächtigen, wenn es nicht im guten geht, wird man brutale Gewalt anwenden. Man muß sich zur Brutalität bekennen, denn es handelt sich um die Frage des Seins oder Nickitseins. Deutschlands Ziel liegt im Osten. Deutschland muß das ganze Stromgebiet der Donau in die Hand bekommen. Wenn es darüber zum Krieg kommen sollte, müßte auch der Krieg geführt werden. Den Zeitpunkt für die Entscheidung wird der Führer bestimmen, aber wir nähern uns einer Situation, die durch keinerlei diplomatische Formeln mehr überbrückt werden kann. „Wachstum und Kampflust des deutschen BolkeS drängen zu Landerwerb und Siegen. Im Osten warten Länder für Millionen deutscher Arbeitsloser. Zunächst aber muß Oester- reich innerlich zermürbt werden." „Räch der Nieberringung Oesterreichs wirb die Tschecho- slowakei als reife Frucht dem Nationalsozialismus in den Schoß fallen. Ungarn wird die alten Grenzen wieder betont- uten und dadurch für Deutschland gewonnen werden. Nu» mänien aber vermag nach der Auffassung der Nationalsozialisten keinen ernsthaften Widerstand zu leisten. Die ruutä- irischen Gebiete und vor allem Bessarabien haben die Bestimmung, deutsches Siedlungsland zu werden. Zur Sicherung des rnmäniichem Besitzes konnte es notwendig werden, bis «onstantinöpel. auszugreiken. Bulgarien wird sich mit Maze- douien und einem Zugang zum Aegäischen Meer zufrieden geben und an die Seite Teutschlands treten." MeÄge SA.Manöver Breslau, 8. April lInpreßl. In den Ostertagen ist die ge- samte schlesische SA. zu Gewaltmärschen und Manövern kommandiert worden. In Rogau-Rosenau sammelten sich die Standarten 51 und 157; in Groß-Ttrehlitz marschierten nach den Manövern und Märschen die Standarten 20, 21, 22, 02, 08, 155, 150 und 380 auf. Am zweiten Ostertag wurden in der Nähe von Steubnitz bei Hayna» der Marsch-Slurmbann 1/7, der Marsch-Sturmbann II 7, die Liegnitzer Standarte 7, die Motor-SA., der Marsch-Sturnrbann II 26 Jauer, der Marsch-Sturmbann 1/5 Hirschberg, 33-1 Lüivenberg und die Standarte 50 aus Lüben zusammengefaßt. Die Breslaüer TA.-Formationen sStanbarten Ist, 220, 1, 11, 2 Stürme der Motorstgndarte usw.l marschierten in der Nacht um 1 Uhr von dem Maniwer-Sammelplay ab und traf am nächsten Morgen um 8 Uhr in Breslau ein. Es sollen Marsch- leistungen bis zu 100 Kilometer an einem Tag erreicht wor- den sein. schaft verschmähe,, nachdem es mit ihrer Hilfe eine Annäherung an Frankreich herbeigeführt habe, und dergleichen mehr. Soviel Behauptungen, soviel Irrtümer, vielleicht noch eher die Folge der mangelnden Verbereitung jener Autoreu. Eine summarische Kenntnis der Geschichte der letzten Jahre genügt, um zu wissen, daß Italien nicht sowohl die deutsche Freundschaft gesucht, als herzlich und ohne einen Ausgleich zu verlangen, Deutschland seine eigene freundschaftliche Unterstützung geliehen hat, wenn es der Meinung war, man wolle Ungerechtigkeiten zu dessen Nachteil begehen. Und andererseits ist es sicher, daß nicht Italien, sondern vor- liegendenfalls gerade Deutschland oder mindestens starke deutsche Strömungen auf die interne Krise Oesterreichs zu spekulieren gedachten, um die Unabhängigkeit dieses Volkes zu unterdrücken. Was das vermutete maehiavelliitische Geschaukel zwischen Frankreich und Deutschland anlangt, so ist es klar, daß die jeder drückenden Vorherrschaft abholde italienische Politik dafür sorgen muß. daß der Einfluß dieser beiden Mächte mehr oder weniger gegeneinander ausbalanciert ist und nicht von der einen oder der anderen Seite das Gleichgewicht der politischen, wirtschaftlichen, moralischen Macht umgestoßen wird. Die italienische Freundschaft ist eine sehr ernste Sache, wie die Deutschen noch kürzlich auf diplomatischem Terrain feststellen konnten, während von ihrer Seite die moralischen Interessen unseres Landes nicht genug in Betracht gezogen worden sind. Aber die italienische Freundschaft kann nicht mit all den recht waghalsigen Unternehmungen, mit all den recht absurden Prätentionen belastet werden, und wir halten dafür, daß jeglicher Versuch, auf direktem oder indirektem Weg, einer Aufsaugung Oesterreichs oder sogar Ungarns genau eine waghalsige und absurde Sache wäre. Wenn es ein Feld gibt, in dem die Mystik der Rasse und alle die änderen aprioristischen und pseudowissenschaftlichen Konstruktionen keine Daseinsberechtigung haben, so ist es gerade das Feld der Politik. Italien sieht das österreichische Problem, ganz allgemein das der Situation der Donauregion mehr realistisch an; sein Eingreifen auf diesem Gebiet bedeutet außer der Verteidigung seiner eigenen heiligen Rechte die Verteidigung der europäischen Interessen und der Deutschlands. Was unsere Beziehungen mit Frankreich anlangt, so haben die sich nicht unter der Einwirkung der italienisch-deutschen gebessert, sondern durch den Anfang einer Sinnensänderung seitens nicht weniger Politiker und einiger Zeitungen aus Paris. Es wäre seltsam, wenn dieser löblichen Reue der FrauznseC eine unerwartete Trübung in der Auffassungsgabe der deuf sehen national-faschistischen Parteiautoren gegeniiberträte 1. dann könnte man tatsächlich an ihrer geistigen Schulöng u-»«l an ihrem Opportun!tätsinne verzweifeln. Die konstruktive Politik Italiens verdient es. daß man ihr weitgehendes Vertrauen entgegenbringt. Die ohne Gegenleistung der nationalfaschistisihen Propaganda in Deutschland und der Verbreitung der hitlersehen politischen Programme, in denen eine Ausstrahlung der faschistischen Prinzipien zu sehen ist, gewährte moralische Unterstützung gehört zu den Geschenken, für die wir den Deutsehen zwar keine Rechnung präsentieren; aber es muß den Deutschen ein größerer Respekt vor unserer auswärtigen Politik und ein größerer Glaube an die politische Hellsichtigkeit des Duce angeraten werden, die hier nie Lügen gestraft und von ihnen mehrfach mit begeistertem Beifall aufgenommen wurde. Pariser Beridite Pariser StraOcnhalender Anläßlich der Tagung der Generalstände der Arbeit, die im Palais de la Mutualite, dem bekannten Pariser Genossen- schaftshaus, stattfand und die ein Programm der öffentlichen Arbeiten im Gegensatz zu der Deflationspolitik annahm, bringen die Pariser Blätter ein Bild des Gewerkschaftsführers Leon Jouhaux in einer typischen Haltung des französischen Volksmanns. * Die Zahl der franzö«ischen Gemeinden hat 38 011 erreicht. Im letzten Jahr sind eine Gemeinde in den Cotes du Nord und eine im Var hinzugekommen. * Dienstag, den 10. April. 19 Uhr, spricht der berühmte französische Philosoph Henri Bergson im Radio Paris über die französische Philosophie und den französischen Geist. Dies ist der erste der neu vom Postminister Mallarme eingerichteten philosophischen und sozialen Vorträge. » Agha Khan und die Begum Agha Khan sind erneut in Paris eingetroffen. * Eine Schwester des Barons Edouard de Rothschild, Mme Maurice Ephrussi. eine sehr bekannte Erscheinung im Pariser Turf, ist in Davos an einer unheilbaren Krankheit gestorben. * In Paris gibt es 1742 Rechtsanwälte, 934„stagiaires", 124 avocats honoraires, 344 avocats und 202 avocats stagiaires. * Eins der bekanntesten Bilder auf der außerordentlichen sehenswerten Daumier-Ausstellung in der Orangerie der Tuilerien(die noch bis Mitte Mai geöffnet ist, Eintritt 10 Franken) stammt aus dem Besitz des bekannten ehemaligen bayerischen Reich«rats Freiherr von Cramer-KIett und trägt ein Schild in deutscher Sprache aus dem Jahre 1913. französlsdier Onferrldif Der(nichtgleichgeschaltete) Pariser Deutsche Klub eröffnet am Mittwoch, dem 11. April um 20.40 Uhr, in der Taverne Martel, 6, Rue Martel(Metro Chateau d'Eau) einen neuen Kursus in der französischen Sprache(für Anfänger). Den Unterricht erteilt eine französische Lehrerin in deutscher Sprache. Kein Lehrmaterial, jedoch wird gebeten. Hefte für Notizen mitzubringen Der Unterricht ist von 20.40 bis 22.40 Uhr. Preis pro Stunde: 2 Franken. Gäste gerne willkommen Ein deutscher Propagandafilm Ober Stavishu in Amerika? In der bekannten Pariser Zeitung„Comoedia", die in Sachen des Films besonders gut unterrichtet zu sein pflegt, wird die sensationelle Nachricht gebracht, daß der neue Stavisky-Film in Amerika, von dem die Rede ist, deutsche Propagandamache sei. Jean-Pierre L i a u s o u schreibt in dem Blatt wörtlich: „Wenn unsere Informationen richtig sind, bereiten zwei amerikanische Journalisten aus der Hearst Presse einen Film über die Stavisky-Affäre vor, dessen Schlußszene aus Bildern vom 6. Februar zusammengesetzt sein soll, die einigen„Film- Zeitungen" entliehen und in den Vereinigten Staaten noch unveröffentlicht seien. Diese beiden Reporter. MoeWat und Ronald Bank, gelten nicht als Freunde Frankreichs Ihre Auffassung ist daher nicht zweifelhaft, und noch weniger die Hilfe, die sie in deutsch-amerikanischen Kreisen finden dürften, die so eifrig bestreitet wird seit einiger Zeit, Doclcur fpecinlislc I DEUTSCHSPRECHEND Münchener u Pariser Fakult&t 17, rue Reaumur Mttro Art«.«t.M*tieri od. Rtpubllqu« frautiH, Blut», Haut», Harn» und Ge> idileditskrankheiten, Tripper, Syphi» if, Männerichwäche. Neueste Hell- verfahren. Elektrizität. Harn». Samen, und ßlutanalyten. Missige Bedingungen.{Auch tür Ka-scnverslcherte.> Täglich von 9. I und 4- 8,SC. Uhr Sonn* und Feiertag* von 9 bis In. aul Bend, v Tel. Arch.54*27 Kinos Actualitet L'auto.(31, Bd des Italiens)„L'Heure joyeuse de Mickey Mouse". Ein Sportfilm. Aktualitäten. Agriculteurs(8, rue d'Athene). L'Homme invisible(C. Rails, G. Stuart, W. Harrigan).(Tägl. 15 und 21; Sbds., Sonnt., Ftgs. 14.30, 17, 21). Apollo(rue de Clichy). Prolongue; Toujours dans mon Coeur. Originalfassung.(Tägl. 14—2). Bonaparte(Place St-Sulpice). L'Homme invisible.(Tägl. 15 und 21, Sbds., Sonnt., Ftgs. 14.30, 17, 21). Champs-Elysees(118, av. des Champs-Elysees). La Croisiere jaune.(Tägl. ununterbrochen von 14.30 bis 19; Sbds. und Sonnt, von 13.45 bis 20.15). Cine-Opera(32, av. de l'Opera). L'Homme invisible(C. Rails, G. Stuart, W. Harrigan).(Tägl. ununterbrochen von 14 bis 20; abends 21). Colisee(38, av. des Champs-Elysees). Le Club des casse-cou, Originalfassung mit französischen Untertiteln.(Tägl. ununterbrochen von 14.30 bis 19.30; Abendvorst. 21). ElysOe-Gaumont(79, des Champs-Elysees). Design for Living (Fred March, Miriam Hapkins, Gary Coopert). T»gl. von 14.30—20 und um 21). Ermitage Club Ursulines(72, av. des Champs-Elysees). Vol de Nuit.(Tägl. von 15—21, Sbd. u. Sonnt. 14.30, 17, 21). Madeleine(14, rue de la Madeleine). Esquimaux(ein Film von Van Dyke), amerik. Originalfassung, franz. Untertitel, (Tageskino von 14 Uhr ab). Marignan(27, Av. des Champ-Elysees). Sapho. r«L rrinüe 43.13 Mäito P i g a 11 e Deutsche Poliklinik Paris, 02., ßue de la Rochefoucauld »I Allgemeine Konsultationen mit 4 Spezialisten b) Chirurgie c) Geburtshilfliche Klinik d) Zahnärztliches Kabinett Innere Medizin. Augen., Ohsen.. Nasen, und KehJkoprltranJu ZweistöckigesjSanjtonumsgebiude. Vierstöckiges Gebäude. Zimmer Zahn- und Mundchirurgie. Gold, oeiten. Röntgen.^Diathermie. Elektrotherapie Spezialbehand» Kleine, mittler* und große(Ulirur. mit 1 bi* 4 Betten. 3 Aerzte, 3 Heb» und Porzellan krönen."* long bei Blut». Harn»«. Geschlechtskrankheiten gU. Die aller modernste Einrichtung tmmen and 2 Operationssäle. 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Beachtenswert ist endlich, daß der Film gerade zu rechter Zeit käme, um das amerikanische Gesetz gegen säumige Schuldner-Staaten zu verschärfen, ein Gesetz, das ich hier zwar nicht genauer durcharbeiten konnte, das aber vermutlich hauptsächlich gegen Frankreich gerichtet ist und dessen Bestimmungen(eine eigenartige Ironie) eine Ausnahme zugunsten der Sowjets und Deutschlands machen, dessen Recht- schaffenheit„in Sachen Schulden" ja auch ganz allgemein feststeht, nicht wahr?" Die„Villa ohne Namen" auf dem Montmartre Die„Villa Chagrin", ein neues Kabarett auf dem Montmartre. ist der Gegenstand eines guten Witzes. Die Surete (der Himmel behüte uns, sie scharf anzufassen) sandte zu dem Herbergsvater des neuen Kabarett-Unternehmens einen Mann mit Amtsmiene, der anordnete, daß der Name „Chagrin"(also: Kummer) verschwinden müsse.„Villa Chagrin" ist ja bekanntlich der Spottname des Gefängnisses in Bayonne und steht unter höherem Schutz. Also was blieb dem„Vater Philipp", des sangfreudigen Montmartrehauses, anders übrig, als den„Chagrin" zu überkleistern? Und wie heißt das Haus seitdem?„La Villa saus nom"— und das ist ein besonders schöner Einfall, sintemalen in Paris gegenwärtig ein Film„La rue sans nom" lä ift, und überhaupt„Villa Namenlos"— das berührt manches. Die Direktion kündigt freudestrahlend über die gute Reklame an, daß die„vorläufig noch in Freiheit befindlichen Künstler" jeden abend von 22.30 bis 2 Uhr auftreten. Die Zukunft de« Eiffelturms Die Generalversammlung der Radio-Gesellschaft Eiffelturm ha» eine Entschließung angenommen, in der es heißt, daß der Turm eine sehr große nationale und internationale Radio Bedeutung habe. Die Entscheidung von Luzern verurteile ihn, ohne Gegenleistungen, zu einer unbedeutenden regionalen Rolle. Man fordere daher eine mittlere Wellenlänge von etwa 514 Metern, die möglichst bald gelegt werden solle, damit der Turm seine nationale Bedeutung behalte und von neuem seine Rolle als Rufer spielen könne. Germaine Huot legt nachträglich Berufung ein Germaine Huot, die den Prefekten Cuaseret getötet hat und zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurde, ist bereits wieder bei einer Zivilklage aus früherer Zeit, die, gegen sie geführt wurde, von einer„fille Huot" wieder zu einer„Melle Huot, dite d'Anglemont" aufgestiegen. Jetzt wurde sie, nachdem das Urteil bereits am 27. März in der Strafsache gefällt war, vorgeführt, um Berufung einzulegen. Die Frist hierfür beträgt nach französischem Recht nur drei Tage und war längst abgelaufen. Trotzdem wurde die Berufung aber angenommen. Germaine wird sie zurückziehen, wenn sie vorläufig auf freien Fuß gesetzt werden sollte. MarivauxPathe(15, Bd. des Italiens). Ces Messieurs de la Saute. Mesange(3, rue d'Arras). Apres nous le deluge.(Tägl. 14.30 u. 20.45, So. u. Feiert, ab 13.30 Perm.). Miracles(100, rue Reaumur). Au bout du monde.(Tägl. 16 u. 21; Sbds., Sonn- u. Feiert. 14, 16.30, 21). Pantheon-Cinema(13, rue Victor-Cousin). Sehnsucht„202 mit Magda Schneider. Raspail 216. A mau s Castle.(Tägl. 14.30, 16.30, 20.30, 22.30). Studio Caumartin(25, rue Caumartin). Lady for a day(amerikanische Originalfassung mit franz. Untertiteln).(Tägl. 14.30, 19, 21.15; Sonn- u. Feiert. 14.20, 20.15). Studio Diamant(Place St. Augustin). Fille du Sud.(Tägl. 14.30, 16.45 u. 21). Studio Gilbert(115, rue de Vaugirard). Madame Butterfly; Mon Chapeau.(Tägl. Perm, ab 13.30, Abendvorst. 20.30). Studio de L'Etoile(14, rue Troyon). Symphonie inachevee (Leise flehen meine Lieder). Deutsche Originalfassung. (Tägl. von 14.30 bis 19; 21 Uhr). Studie 28(10, rue Tholoze). La Soupe au canard(Duck soup), Originalfassung mit franz. Untertiteln.(Tägl. von 15—21; Stgs. ununterbrochen von 15—19). Studio Parnasse(11, rue Jules-Chaplain). Thomas Garner. Studio Universel(31, av. de l'Opera). Une soiree etrange. (Tägl. von 14—20; Abendvorst. 21). Ursulines(10, rue Ursulines). La rue sans nom. mit Gabriel Gabrio und Const. Retny; Von Wilson bis Roosevelt(ein Rückblick auf die Geschichte Amerikas).(Tägl. 15, 21: Sbds. u. Sonnt. 14.30, 17). Washington-Palace(14, rue Magellan) College humour. BRIEFKASTEN W.?., Dublin. Wenn Sie bort Gelegenheit haben würden, kom» munistische Zeitungen zu lesen, würden Sie feststellen können, daß eine Antwort auf unsere Anfrage nach der jetzigen Parteistellung Ernst Torglers leider nicht erfolgt ist. So sind denn die Behauptungen des Chefs der Geheimen Staatspolizei, Ministerialrat DielS, noch immer unwidersprochen. Dankenswert ist, dag die Jnternatio- nale Juristische Vereinigung sich für die Befreiung Ernst Torglers einsetzt. Mylena Von Ihrer Mitteilung, daß Polens Verständigung mit Sitlerdeutschland nur vorübergehend sein könne und bestimmt die- jenigen Kräfte die Oberhand gewinnen werden, die Deutschland erpansive Absichten in Osteuropa zutrauen, nehmen wir Kenntnis. Wir haben nie angenommen, daß die polnischen Politiker aus Trotteln bestehen. Hertha R. Soviel uns bekannt ist, hat das Organisationsamt der Deutschen Arbeitsfront ausdrücklich abgelehnt, sich für eine einheit- liche Unisormierung der weiblichen Mitglieder der Arbeitsfront, sei eS auch nur in Form eines einheitlichen Festkleides, einzusetzen. Was sich die Männer gefallen lassen, ist bei den Frauen und Mädchen noch lange nicht durchzusetzen, und wer mit Frauen Krieg will führen, kann sich, nach einem alten Liede, leicht blamieren. Dr. W. H., Antwerpen. Katholische Theologiestndenlen sind vom Arbeitsdienstjahr befreit. Allerdings regt sich dagegen schon Wider- spruch. Nicht als ob die inngen katholischen Theologen sich in die Arbeitslager drängten, aber sehr weltliche Nazis wünschen, daß auch die angehenden katholischen Priester in die Zucht der SA. ge- nommen werden. Regiernngsrat a. D. Also auch der Reichsinnenminister hat sich jetzt amtlich gegen die Entfernung der Grenzsteine im Innern Deutschlands ausgesprochen? So sieht die Reichseinheit der natio- nalsozialistischen Würdenträger aus! Die deutsche Jugend tut recht daran, die alten Hoheitszeichen der Dynastien umzuwerfen. Wenn Frick von Eigentums- und Verwaltungsgrenzen spricht, so ist das sauler Bürokraienzauber. Diese Grenzen können durch einfache Steine markiert werden. Dafür braucht man keine in den je- weiligen Landesfarben bemalte Grenzzeichen. Ter alte Monarchisten- schutt muß fort. S. V., Völklingen. Na» den letzten Angaben beträgt die Zahl der Einwohner der Rätehauptstadt Moskau 3 962 000.«seit dem 1. Juli 1938 hat die Bevölkerungszahl der Rätehauptstadt um mehr als 339 090 zugenommen. Am t. März dieses Jahres stellte sich die Be- völkerungszahl Leningrads auf 2 713 999. A. G., Paris. Wir stellen nach der Ausklärung durch Tie fest, daß das preußische Ministerpensionsgesetz aus'dem Jahre 1925 nach Ablauf der„Uebergangszeit" für diejenigen Minister Pensionen vorsieht, die eine längere als fünfjährige Dienstzeit als Minister haben. „Ans Köln." Ihre Mitteilung, daß vom Mai bis Oktober auf dem Rhein eine„Schwimmende Braune Mege" stattfinden und sünszig Städten am Rhein einen Besuch abstatten soll, ist recht intereßant. Ter braune Handel lockt. Da er auf dem Lande längst trocken liegt, versucht er es nun aus dem Wasser,»nd zwar zunächst auf dem Rhein. Aber schon Simrock warnte;„An den Rhein, an den Rhein, zieh nicht an den Rhein, mein Sohn, ich rate dir gut." „Rasienschwindel." Sie haben bei dem Berliner Biologen Pros. Eugen Fischer ketzerische Gedanken über die germanische Rasse ge- - lesen. Er betont zwar die Hochwertigkeit des nordischen Blutes, behauptet aber, erst die Kreuzung der germanischen Bauern mit der mittelländischen Rasse habe jene kulturelle Höhe geschaffen, deren herrliche Zeiten wir im„dritten Reich" erleben. Uns scheint das eine liberalistische Konzession an die Theorie von den„Schrumpf- germanen" zu sein, deren erhabenstes Exemplar in der Lichtgestalt des Dr. Göbbels vor uns steht. Hildegard B. Es ift schon wieder einmal eine Verordnung zum Schutze der Tiere in Preußen erlasse» worden? Görings Gefangene werden es mit Neid lesen. Nach einem Wort von Jean Paul erwächst der kleine Tierquäler zu einem harten grausamen Mann. W. H. Brünn. Estland hat nach der letzten erst vor kurzem er- frlgten Volkszählung eine Bevölkerungsziffer von 1129 419 Ein» wohnern. Ehaufseur Marseille. Sie glauben trotz der großen Reichskanzler, rede vor den«ulomobilindustriellen noch immer nicht daran, daß der„Volkswagen" sich ausbreitet. Nach einer genauen Berechnung, die Sie uns einsenden, und die recht einleuchtend ist, muß man auch für einen Kleinwagen jährlich mindestens 1999 Mark Unkosten rechnen(Zinsen und Amortisation, Versicherung, Garage, Reisen, Benzin, Oel usw.). Nun wundern Sie sich über die volkssremde Rede des Reichskanzlers. Wir haben uns gerade über diese Rede gar nicht gewundert. Sie zeigte den typischen Parvenü, der sich in sein Auto verliebt hat»nd mit seiner Protzerei die anderen anödet. Bön der Lage der Bolksmaijen hat der Reichskanzler keine Ahnung. Er ist längst in einer Majestätspsychose wie Wilhelm II., der auch vor lauter Feiern und Fahnen keinen Blick und kein Gefühl für die wirklichen Zustände hatte. Schweizer Bürger. Der Reklame-Kalender der Chromo-Ersatz- karton-Berband, G. m. b. H., in Berlin-Charlotlenburg ist kenn» zeichnend dafür, wie sehr die Ausrüstungsagitation auch in die Geschäftswelt eingedrungen ist. Daß man freilich solche Kalender auch zu Werbezwecken im Anstand verwendet, zeigt die Ahnungs- losigkeit über die Stimmung in den Nachbarländern.— Die guten Charlottenburger sind schlechte Geschäftsleute und miserable Polt» tiker. Für den Gesamtinhalt verantwortlich; Johann P t tz in Dud- weiter; für Inserate: Otto Kuhn in Saarbrücken. Rotationsdruck und Verlag: Verlag der Volksstimme GmbH., Saarbrücken 8, Schützenstraße 6,— Schließfach 77ö Saardrücken,