LmzZgs unabhängige TageszsiSung Deuischlands dir. 142— 2. Jahrgang Saarbrücken, Samstag, 23. Juni 1934 Chefredakteur: M.Braun Ans dem Inha lt QestapaspUzel in dee SA.. Seite 2 Die 3CUtcichtuHqen in JCotn Seite 7 lüictschaftskcieq ntittnqiand Seite 8 HindeniHini soll entscheiden Hitler und Popen in Nendedt Berlin, 22. Juni. Die schwere Krise im Reichskabinett und die Demissionsdrohung des Vizekanzlers von Papen bestehen fort, da die mehrstündige Besprechung zwischen Hitler» Papen und Goebbels keine Einigung herbeigeführt hat. Der Reichskanzler versucht zwischen Papen und Goebbels auf der Linie zu vermitteln, daß er erklärt» man könne der Kritik Popens eine gewisse Berechtigung nicht absprechen, aber es sei unrichtig gewesen, daß der Vizekanzler in einer Form öffentlich das Wort genommen habe, die als Affront gegen den Reichspropagandaminister und als Verurteilung der Aktionen aus der Hitlerjugend hätte aufgefaßt werden müssen. Papen trug eine ganze Reihe von Beschwerden aus dem Laude vor, so auch die Behandlung studentischer Korpo- rationen durch die Hitlerjugend und die sich immer wieder- holenden Ausschreitungen gegen katholische Kleriker und Laien. Er gab seiner tiefen Enttäuschung über die von ihm nicht vorgesehene Entwicklung zu„bolschewistischen" Metho- den Ausdruck und sagte rund heraus, daß er die Berant- wortung nicht mehr länger tragen könne, wenn nicht der konservative Charakter der uationaleu Erhebung mehr in den Bordergrund dringe. Inzwischen ist nicht nur der Reichskanzler nach Neudeck zum Reichspräsidenten abgereist, sonder» auch der Vize- kauzler hat sich entschlossen, die Reise nach Neudeck anzutreten. Borher hatte der Vizekanzler ein langes Ferngespräch mit dem Reichspräsidenten, das die großen Schwierigkeiten zwi- scheu ihm und den nationalsozialistischen Parteimitgliedern des Neichskabinetts unterstrich. Er soll«. a. verlangt haben, daß die Veröffentlichung seiner Rebe freigegeben wird, da sie als Broschüre erscheinen soll. Dagegen leistet der Reichs- propagaudaminister großen Widerstand, da er in der Ver- Goebbels droht „Kein Kronprinz, Stein Kommersienraf, kein G /oß&ankier, kein Paraamentsft&uptling Während in Neuöeck Reichspräsident breitung dieser Rede ein Durchbrechen seines ganzen bis» herigen Systems erblickt. Die Entscheidung soll nun der Reichspräsident von Hindenbnrg treffen. Der Kreis um den Vizekanzler von Papen hofft nach bewährten Er- fahrungen, daß der Schrecken des„Agrarbolschewismus", den seine Gutsnachbarn und Freunde ihm wieder recht deutlich nahegebracht haben, auch diesmal seine Wirkung nicht ver- fehlen wird. Es ist natürlich nicht mit einer raschen drama- tischen Entwicklung zu rechnen. Man wird versuchen, die Oessentlichkeit möglichst lange über die Tiefe des Risses zu täuschen, aber trotz des Schweigens der deutschen Presse ist die schwere Kris im Reichskabinett dem Volk nicht zu ver- bergen. Im übrigen bestätigt sich, daß Hindenbnrg den Text der Papen-Rede mehrere Tage vor der Marburger Beranstal- tung bereits kannte und die Haltung des Vizekanzlers ge- billigt hat. „Die Schlacht im Rheinland verloren" Frankfurt, 22. Juni. sJnpretz.) Der Verfasser der Box- heimer Dokumente, Dr. B est. der im Borjahr vom Reichs- statthalter Sprenger als Polizeipräsident abgesetzt wurde, be- tätigt sich jetzt in der Ueberwachungsstelle des SS.-Reichs- führers und Chefs der Geheimen Staatspolizei Himmler. In einer Dienstbesprechung über den Kamps der Reichs- regierung gegen das Zentrum erklärte er, die Schlacht gegen das Zentrum im Rheinland sei verloren. Kirchenbesuch und Teilnahme an Prozessionen sei dreimal so stark als vor der Machtübernahme. Das sei darauf zurückzuführen, daß oppo- sitionelle üemente sich den kirchlichen Veranstaltungen an- schlössen. Berlin, 22. Juni. Reichskanzler und Vizekanzler sich bemühen, einen Ausgleich zu finden, hat Dr. Goebbels auf der Berliner Sonnwend- feier die Herrenklub-Leute von neuem demagogisch abge- kanzelt. Ohne Papens Namen zu nennen, hat er ihn und Papens Freunde heruntergeputzt wie in den schönsten Zei- - flfrtifrtHnn: ten nationalsozialistischer Agitation: „Mit einmal behaupten sie. die Stimmung flaue ab. Wir sind es nun niemals gewohnt gewesen, Politik mit Stimmung zu machen, und wenn öaS deutsche Volk heute nicht zu jeder Stunde Hurra schreit, so ist das nur ein Beweis dafür, daß es wieder arbeitet und keine Zeit zum --— Sie haben uns nicht an oer ueocmuijuit„ da wollen Gebrauch der Macht hindern. Das sind, ^S>llUU«mu£ o** nicht zu jeder Stunde Hurra schreit, Beweis dafür, daß es wieder arbeilet Hurraschreien hat. lLebhafter Beisallj. an der Uebernahme der Macht hindern können, da wollen sie uns nun am Gebrauch der Macht hindern. Das sind, so rief der Minister unter stürmischem Beisall aus, lächer- liche Knirpse, sie bedauern nicht an sich, daß der Arbeiter einen schlechten Lohn bekommt, sondern sie hoffen, durch ewige Hetzerei den Arbeiter dem nationalsozialistischen Staat abspenstig zu machen.'Gottlob ist die Intelligenz nicht allein bei diesen Herren in den Klubsesseln zu Hause. Das Volk hat die Zeit, da diese Herren regierten, noch nicht vergessen. Und wenn sie damals zu schwach waren, die Macht zu erobern, wie sollten sie heute stark genug dafür sein? Das Recht zu Macht haben wir uns angeeignet, weil kein anderer da war, der auf dieses Recht Anspruch erhob, kein Kronprinz, kein Kommerzienrat, kein Groß- bankier und kein Parlamentshäuptling. Sie alle haben die Tinge schlittern lassen, wir aber haben uns der Lawine des Verfalls in den Weg gestellt und sie aufgehalten... Diese Kümmerlinge sagen: Ja, Hitler ist gut. aber was sind schon die kleinen Parteifunktionäre, die ungebildeten Menschen, denen wir uns unterordnen sollen? Nun, diese kleinen Leute haben Deutschland erobert. Wenn wir uns auf die vornehmen Herren verlassen hätten, wären wir verlassen gewesen..., Ruft sie zur Ordnung, stemmt Euch dagegen, daß sich -•-■— f,„ r f rtm Sfiiffinu tftUTt jie ö***..' t.. jeöes hergelaufene Subjekt erlauben darf, am Aufbau . daraus unseres Volkes herumzunoi»-....— lang in die Mäuselöcher gekrochen sind, kommen sie als perfekturierte Nationalsozialisten wieder hervor sHei- terkeit). Dieser Sorte imponiert Kraft, Selbstbewußtsein und Stärke. Das sollen sie haben. Sie haben unsere Groß- umt nicht verstanden, jetztjollenjie unsere En t- schlossenheit verstehen lernen. Diese Menschen werden den Schritt des Jahrhunderts nicht aushalten kön- neu. Sie werden zurückbleiben und es paßt auf sie das Wort, das für sie geprägt wurde: Sie sind die Reak- t i o n, der Rückschritt! Wir werden über sie hinweg- schreiten, und die Geschichte wird nicht von ihnen, sondern von uns schreiben. Aus einem deutschen Privatbrief „.... Wir Deutschen kennen leider unsere wirklich« Lage zu wenig. Wir wissen zwar, daß unsere Notendeckung nur noch 3,7 Prozent beträgt. Uns ist die deutsche Jsolie- rung innerkalb Europas und die damit verbundene Rüstung bekannt. Wir kennen die Zahl unserer Arbeitslosen nicht, aber wir wissen, daß man diese Zahl nicht auS den beut- scheu Zeitungen erfahren kann, man muß schon unsere Ar- beitsämter besuchen. Die große Unzufriedenheit aller Schich- ten unseres Volkes erhalten wir täglich bestätigt. Den schlechten Geschäftsgang in allen Zweigen unserer Wirtschaft kennen wir zur Genüge. Ob aber all diese Dinge zum Bankerott führen, können wir nicht gründlich genug beur- teilen. Denn wir sehen auch täglich, wie sich unsere„Herren" machtpolitisch gefestigt haben. Dagegen kennen wir die Kräfte zu wenig, die für eine Ablösung der zur Zeit bestehenden Macht in Frage kommen könnten. Man spricht zum Beispiel von der Möglichkeit einer Mili- tärdiktatur. Es scheint aber, daß unser Militär wenig Lust hat, über die gegenwärtigen Machthaber zu herrschen. Außer- dem werben sehr viele Leute der Privatarmee von Reichs- wehr und Marie in Kursen bis zu Vit Jahren Dauer ausgebildet und damit praktisch in Heer und Marine einge- gliedert. Alle tragen während der Dauer ihrer Ausbildung die offiziellen Uniformen. Unsere Urteils- und Arbeitsmög- lichkeit wird auch sehr stark dadurch beeinflußt, daß wir die Haltung der 2. und auch der 3. Internationale zu wenig kennen, nicht nur zu Deutschland, sondern dazu, wie ein So- zialismus oder Marxismus erreicht werben kann, welche Taktik einzuschlagen ist. Hält die 2. Internationale nach dem deutschen Fiasko an der konsequenten Demokratie fest, wie sie unsere SPD. verfolgte? Gibt die 8. ihre starre Tik- tatur auf? Kommen beide bald zur Vernunft indem sie eine einzige große proletarische Front anstreben und auch ver- wirklichen? Wir"nd zu wenig unterrichtet und können uns daher schwer orientieren. Die Stimmung in deutschen prole- tarischen Kreisen spricht dafür, baß der Zeitpunkt für ein Zusammengehen gekommen ist. Wie schon gesagt: wir sind über unsere eigene und über die internationale Lage zu we- »ig uykrrich^ Gestern und heute Ein sehr kluger Mann hat uns vor Jahren einmal in einem längeren Gespräch gesagt, es müßte ein Buch über das Privatleben des deutschen Menschen geschrieben werden, und ein Kapitel darin müßte heißen:„Zur Psychologie des Steckenpferdes am Feierabend". Er dachte an die Schrebergärtner, die Kaninchenhalter, die Taubenzüchter, die Briefmarkensammler, kurz, an die Erforschung jener Seelenlandschaft, in die sich der Deutsche flüchtet, auf der Jagd nach dem Eigenglück, wo ihn kein Wachtmeister und kein Werkmeister kommandiert; wo er der unangefochtene Besißer jenes Freiheitsrauschs ist, den ihm sonst das Leben versagt. Aber soeben gibt die„Deutsche Arbeitsfront'* die Parole aus, daß sich ein Privatleben mit der nationalsozialistischen Weltanschauung nicht länger verträgt. Im„Informationsdienst" der Arbeitsfront liest man, daß die Auffassung des Feierabends als Privatangelegenheit einem„rein liberalisti- sehen Denken" entspreche. Sie gehe aus von einem falschen, weil übersteigerten Freiheits- und Eigenmächtigkeitsbegriff des Einzelnen. Der nationalsozialistische Staat könne sich nicht damit begnügen, in dieser wichtigen Frage eine libera- listische Nachtwächterrolle zu spielen. Der Feierabend sei eben keine Privatsache, sondern eine Angelegenheit der Allgemeinheit. Die Folge des übersteigerten Individualismus der Vergangenheit(also der Auffassung des Feierabends als Privatsache) seien wirtschaftlicher und sozialer Zusammenbruch und gesellschaftlicher Verfall unseres Volkes gewesen. Dieser private Feierabend, sei es, daß er auf der Suche nach Kaninchenfutter, sei es, daß er auf dem individuellen Plüschsofa bei Muttern verbracht wurde, ist also als einer der Schuldigen an den verruchten vierzehn Jahren ermittelt. Nun ist es damit aus. Im„dritten Reich" darf es eine unkontrollierte Flucht aus dem„dritten Reich" nicht mehr geben. Das war die Aufgabe von„Kraft durch Freude". Jeden Tag haben wir jeßt in der nationalsozialistischen Presse die überzeugendsten Beweise dafür, mit welchem Erfolge das liberalistische Denken am Feierabend überwunden wird. Auf den Vergnügungen der Belegschaften tanzt die Frau Direktor mit dem Rottenarbeiter Krawutschke. Inzwischen spendiert drüben am Tisch der Herr Gemahl eine Lage und versüßt die kommende Lohntüte. Aber es liegt doch ein tiefer Sinn in allem. Der totale Staat verlangt den totalen Menschen. Das Gefühl, daß er nach Arbeitsschluß nicht mehr„erfaßt" werden kann, ist für die Diktatoren ein unerträgliches Gefühl. Sie wittern hier die Nester des Widerstandes, die schweifenden Gedanken, die Konspiration in der Küche, und garmcht rrüx Unrecht. Darum wollen sie die Menschen immer unter ihrem Brennglas haben. Da die Machthaber das natürlich nicht gerne offen sagen, so wird der Diebstahl am Feierabend sorgfältig in weltanschauliche Ideale eingepackt. Die Aehnlichkeit mit Sowjetrußland ist in die Augen springend. Der konsequente Bolschewismus hat die gleiche Usurpierung des Privatlebens zu organisieren versucht, wobei die Russen bei ihrem übergroßen Wohnungselend oft nur aus der Not eine Tugend machten. Der Unterschied ist. nur der, daß die russische Jugend schon wieder beginnt, sich nach einem privaten Lebensraum lebhaft zu sehnen, wie die jüngste russische Literatur bezeugt. Man kann allerdings nicht leugnen, daß die zwangsweise Einordnung der inneren Haltung vieler Menschen in allen Lagern sehr weit entgegenkommt. Vor kurzem besuchten uns zwei junge Menschen aus dem Reiche, die sich jahrelang aktiv in der sozialistischen Bewegung betätigten und heute im Widerstand gegen das„dritte Reich" verharren. Aber sie sagten uns, daß viele Menschen, und gerade solche aus Arbeiterkreisen, den Verlust der politischen und persönlichen Freiheit gar nicht mehr so bitter empfängen, ja manchmal schon gar nicht mehr wüßten, was sie damit anfangen sollten. Sie seien innerlich damit einverstanden, daß man für sie denke und dann befehle, und sie empfänden es als gut, daß es nur eine Partei gebe, weil sie dann nicht mehr unter so vielen zu entscheiden hätten. Ja. sogar das Tänzchen der Frau Direktor(die ihre Brillanten am Abend von„Kraft und Freude" immer zu Hause lasse), sollten wir in seinen psychologischen Wirkungen auf manche Leute nicht unter- schäßen., Solche Mitteilungen beschützen uns vor Illusionen. Aber sie zeigen zugleich die Größe der Aufgabe: daß mit der Rückgewinnung der politischen Freiheit nicht das Entscheidende getan ist, wenn es nicht gelingt, die deutschen Menschen mit dem atmenden Bewußtsein iu erfüllen, der Besiß dieser Freiheit sei für sie so notwendig wie Leib und Leben und Bett und Brot. Argus. Der Bürgermeister von S t r a ß b u r g hta die Vermietung des Union-Theaters für eine Kundgebung der rechtgerich- teten Abgeordneten Abarnegaren, de Lastende und Xaver Vallat verboten. Die Veranstalter, die den Mietpreis bereits hinterlegt hatten, haben sich dadurch gezwungen gesehen, in letzter Minute einen anderen Saal ausfindig zu machen, der aber sehr viel weniger Zuhörer fassen wird als das Theater. Der Bürgermeister von St. Die hat eine Konferenz des Abgeordnete» Adarnegarey überhaupt verboten. Gegen Popens„grundlegenden Irrtum Rosenberg stellt den Vizekanzler In die Ecke Die Verortellungsmasdilne Das Sondergericht arbeitet iJnpreß.) Der 31 Jahre alte August W. aus Mannheim wurde vom badischen Sondergericht zu eineinhalb Jahren Geiängnis verurteilt: er war beschuldigt, in seiner Werk- stättc getarnte kommunistische Broschüren aufbewahrt zu haben, die folgende Titel trugen:„Tiegsrieds Tod— ein U>a--r.onfilm",„Hebels Schatzkästlein des rheinischen Haus- freundes",„Des Knaben Wunderhorn" usw. ^.er 48 Jahre alte Christian Maerz aus Mannheim, der Mitte Mai d. I. Flugblätter verteilte, die einen auch in der Presse außerhalb Deutschlands verbreiteten erschütternden Ausruf gegen die Hitlerdiktatur enthielten, wurde vom badi- schcn Sondergericht zu eineinvicrtel Jahren Gefängnis vcr- urteilt. Ter schwerkriegsbeschädiqte Vinzenz K. aus Mannheim, der in einem dortigen Kaffeehaus anläßlich einer tätlichen Auseinandersetzung gerufen hatte:„Not Front",„Aus- beutcr".„Arbeitermörder", ivurde vom badischcn Sonder- gericht zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der Ingenieur spritz Hafermalz aus Köln war beschuldigt, erklärt zu haben, das WintcrhilfSiverk sei eine Mache gc- wcsen, mit der Hitler die Dummen habe einfangen wollen: weiter wurden ihm„andauernde Beschimpfungen Hitlers und anderer Mitglieder der Ncichsregieruug" vorgeworfen. Cr erhielt vom badischen Sondergericht fünf Monate Gefängnis. Ks« neueste Ein»euer politischer Massenprozeß hat in Bremen begonnen. Es handelt sich um 88 Angeklagte, die be- schuldigt sind, den Versuch der illegale» Fortführung der KPD. gemacht und Geheimkchristen, die im In- und Ausland hergestellt worden sein sollen, verbreitet zu haben. Den englischen Blättern zufolge wird Macdonald binnen kurzem aus Gesundheitsrücksichten einen dreimonatige» Ur- laub antreten. Aus Bukarest wird gemeldet: Zu Ehren Barths us veranstalteten am Donnerstag Kammer und Senat eine ge- «einsam« Festsitzung in Anwesenheit des französischen Außenministers. Ministerpräsident Tartarescv erinnerte an die Verbrüderung der beiden Länder ans den Schlachtfeldern und schlug eine Entschließung vor, Rartbou zum Ehren» bürgex Rumäniens zu ernennen. Diese Entschließung wurde vom Parlament angenommen. Der Riescnbrand am Tagebau der Grube Ilse-Ost in Senstenbcrg, der mit unverminderter Heftigkeit andauert, ist jetzt ans seinen Herd beschränkt morden. Die Pumpanlage «st in Betrieb gesetzt worden, nm die 4l>» Morgen Brandge- läiide restlos unter Wasser zu setzen. In den Kuhlmann-Werken in M arg nette bei Lille e I?., 3" ct£ liü am Donnerstag bei Nenbanarbciten ein Nn- gldckssall, wobei ein Arbeiter getötet wurde, zwei andere lebensgesährlich verletzt wurden. Ein Hochspannungsmast stürzte um. und die Hochspannungsleitung kiel ans die drei Arbeiter, die aus dem Dach des Neubaues beschäftigt waren. Einer von ihnen würbe aus der Stelle getötet, die beiden anderen erlitte» so schwere Brandwunden, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Nach einer hier vorliegen«» Meldung ans Valencia ereignete sich in einem der vornehmsten Restanrants der Stadt eine furchtbare Tragödie. In den Abendstunden des Donnerstags betrat ein Madrider Rechtsanwalt das Lokal, g'ng auf einen Tisch zu, an dem ein lunger Mann Abendbrot atz und schnitt ihm m,t einem Rasiermesser die Kehl« durch Dann stellte er sich selbst der Polizei. Die Gründe für diese Bluttat sind unbekannt. Man«ermntet aber, dasi es sich um eine Eifersuchtstragödie handelt. «»meldet wird, ereignete sich in einer «HAJ» chemischen Fabriken der Sowjetunion ein furcht, bares Explosionsunglück, bei dem 78 Personen getötet oder verwundet worden sein sollen. Aus aller Weis Fliegerlod beim Deutschlandfluge Stettin, 21. Juni. Am ersten WettbewcrbStagc beS Deutsch- lauöfluges ereignete sich ein bedauerlicher Unfall. Ein Sport, tiugzeug stürzte aus bisher unbekannter Ursache bei Hohen- Ncugard, ab, wobei die Besatzung, Flugzeug- fubrer Bolbracht und Ortcr Koch, den Tod fanden. Außerdem muhte ein anderes Wettbcwerbsflugzcug bei Grotzpnchow, Kreis Belgard, eine Notlandung vornehmen, bei der der Flugzeugführer Schashausen verletzt wurde. Der Orter blieb unverletzt. Ein Mord nach 30 Jahren aufgeklärt dnb. Köln, 21. Juni. Nach zwanzig Jahren wurde der ?./!.»-em Gcnbarmericwachtmeistcr Gerhert in Hilgen aufgeklart, der bei der Verfolgung einer dreiköpfigen Diebes- bände erschossen worden war. Die Ortsvolizei von Wcrmels- kirchen hat mit Unterstützung der Landeskriminalpolizei Köln die Täter ermittelt Es handelt sich um drei Kölner, die setzt im Alter von 43, 46 und 49 Jahren flehen. Ir Straf- register weist bedeutsame Zuchthaus- und Gefängnisstrafen auf. Zwei von ihnen befanden sich seit einiaer Zeit in Strafbast. der dritte wurde jetzt festgenommen. Alle drei haben ein Geständnis abgelegt. Zugunglück in Mülhausen' dub. Paris, 2t. Juni. Auf dem Bahnhof in Mülhausen tnhr am Donnerstagsrüh ein Eiscnbahnzug gegen einen Prcllbock. Die ersten vier Personenwagen schoben sich In ein- ander und wurden zertrümmert. Nach den bisherigen Fest- stcllnngcn sind drei Personen getötet und drei schwer verletzt worden. Zahlreiche andere Personen erlitten Verletzungen leichterer Natur. Zwei Todesurteile gegen litauische Putschisten dnv. Kowno, 21. Juni. Das zur Abnrletlung des Putsche?, gegen die litauische Regierung gebildete Kriegsgericht hat zwei weitere Urteile gegen die Teilnehmer des PutscheS ge- fällt. Der Beamte der Geheimpolizei Trnikis, der zahlreiche Agenten der Geheimpolizei au die Putschisten ausgeliefert hatte, wurde zum Tode verurteilt. Die gleiche Strafe wurde gegen den Reserveoffizier der Tankab»eilung und stellvertrc- tenden Führer der Iunqschützen aus Mariamvol, Gerdzunäs, verhängt, der zur Teilnahme an dem Putsch nach Kowno ge- kommen war und einen Tank aeaen die Polizei geführt hatte. Das Gericht erklärte sich in diesem Falle mit ihrer Begnadigung zu lebenslänglichem schweren Kerker einverstanden. 50 000 Mann kämpfen in der«grünen Hölle" dub. London, 21. Juni. Wie Reuter aus Santiago de Chile meldet, ist im Cbaco eine Schlacht im Gange, die Voraussicht- lich die Entscheidung in dem Urwaldkrieg zwischen Bolivien und Paragnan bringen dürfte. Insgesamt 50 000 Mann liegen sich in der„grünen Hölle" in erbittertem Kampfe gegen- über. Die von den Seeräubern freigegebenen Engländer in Schanghai dnb.?chon-»hai. 21 Juni. Die britischen Staatsangehörigen, die von den Te-räubern freigelassen worden waren, sind hier wohlbehalten eingetroffen. Als Antwort auf die Marburger Rede des Vizekanzlers veröffentlicht Alfred R o s c n b e r g im„Völkischen Be- obachter" einen Aufsatz unter dem Titel:„Vom Sinn und der Sinngebung der deutschen Revolu- t i o n": „Das Wesen einer Revolution zeigt sich nicht nur in den ersten Tage» des Sieges, sondern ebenso in ihrer Ausgestal- tung beim Durchlaufen der darauffolgenden Jahre. Der Sinn einer Revolution liegt beschlossen im Wesen der Ftth- rer oder des Führers, der sie geleitet hat und nach dem Siege weiter formt. Revolution ist deshalb soivohl Akt einer Machtergreifung als auch die praktische Tuchführung lebens- notwendiger Reformen. In diesem Leben und in den Taten einer revolutionären Führung liegt ihr Sinn, und deshalb kann das eigentliche Wesen einer ganz großen Umwälzung nur von denen wirklich erfüllt werden, die im Kampf um den Sinn einer Bewegung groß geworden sind, und deshalb an alle Fragen des Daseins von einer bestimmten Haltung ausgehen, deshalb andere Entschlüsse fassen werden und diese Entschlüsse anS einem anderen Gesichtswinkel erblicken als jene, die, seien sie auch»och so guten Willens, sich später der unaufhaltsam vordringenden Revolution angeschlossen haben. Diese Kreise verstehen deshalb weniger de» Sinn einer Revolution, als daß sie versuchen, dem nun immer mehr vorwärtsschreitenden Geschehen eine bestimmte„Sinndeu- tung" zu geben. Diese Sinndenter sind in letzter Zeit beson- der? zahlreich geworden, und In den meisten Fällen zeigt es sich, daß die Betreffenden ihren eigenen Sinn fast gar nicht geändert haben, sondern ihn nunmehr glauben in die Revo- lutionSbeiveaung hineintragen zu können. Es ist jedenfalls ein grundlegender Irrtum, anzunehmen, daß etwa die sogenannten rechtsstehenden Kreise an sich daS Gleiche gewollt hätten wie die Nationalsozialisten, nur daß sie mit einer anderen aktischen Haltung vorgegangen seien. Diese sogenannte taktische Haltung ist nämlich schon ein Charakter- zeugnis: denn vor die Nation als Unbekannter hinzutreten und eine vollkommene Aenderung des politischen und weit« anschaulichen Lebens zu fordern, kann nur einer mit unbän- diger Charakterkraft und einem unerschütterlichen Glauben. Dagegen wird ein Politiker der gerade zu Ende gegangenen Epoche den Weg eines veschwicgenen PcktiercnS im kleinen Kreise vorziehen, wird also außerstande sein, scneS große innere Erlebnis einer neuen Zeit wirklich zu fühlen und demgemäß zu gestalten. Er wird zwar das Wort„Renk- t i o n" als ein hohles Schlagwort empfinden, aber nur des- halb es so kennzeichnen, weil dieses Wort schmerz- hast ist, da es der Wahrheit entspricht. Wir haben die Revolution unserer Zeit nicht proklamiert und gemacht, damit eine überlebte Epoche unter konservativer Revolution die Wiederher- stellung der Zustände vor fünfhundert Iah- reu verkünden kann. Der Sinn der nationalsozialistischen Bewegung ist nicht die Herstellung irgend eines Systems, sei es auch eines Ein- Parteien-Tvstcms, sondern ist der Sinn eines auf T o t a- l i t ä t ausgehenden L e b e n s iv i l l e n s, der mit mächtiger Hand alle Gebiete des Daseins er- faßt und von innen aus neu gestaltet. Dieses heute vor unseren Auge» entstehende Reich ist auch nicht zu messen mit konfessionellen Maßstäben des siebzehn- tcn Jahrhunderts, sondern trägt seine Daseinsberechtigung in sich selbst. War das Bekenntnis zum Nationalsozialismus bis 1933 ein Opfer, so hat ein Bekenntnis zur NSDAP, seit 1933 vielfach als ein Vorteil gegolten. Hier wird die neue Staats- und Volkscrziehung eingreifen und jede» Ratio- nalsozialisten durch Arbeit und Prüfung im Dienste von Volk und Staat zwingen, entweder ein hochwertiges Glied der Gelamheit zu sein oder aber zurückzutreten. Des- halb ist die nationalsozialistische Revolu- tion von dynamischer Kraft geladen und wird diese Kraft niemals aufgeben." Gestöpo-Spllzel in ollen Sl-ftürmen Die Meldenden sind„Geheim ii Berlin, 22. Juni. fJnpreß.i Die Zersetzung in der SA., die in dem von uns veröffentlichten„Verordnungsblatt der Obersten SA.-Führung" vom IS. März geschildert wurde, hat sich seitdem, durch einen der„Jnpreß" vorliegenden„Ge- Heimen Sonderbcfehl" dokumentarisch beweisbar, so ver- schärft, daß„Vertrauensmänner" der SA., das heißt Gestapo- Spitzel, für alle SA.-Stürme bestimmt worden sind. Ter Gc- Heimbefehl lautet: SA.-Standarte, Abt. I« Brigade 29, Berlin, 11. Mai 1934. Geh. Sonderbcfehl— gleichlautend an alle For- malionsführer. Die Abt. I* hat neben der Bekämpfung der politischen Gegner der Bewegung, die sie gemeinsam mit der Ge- Heimen Staatspolizei durchführt, die Hauptaufgabe, die SA. von allen Elementen zu säubern, die geeignet sind, den Ruf der SA. zu schädigen oder die lediglich aus Kon- junkturgrünben oder gar um zu spitzeln sich in die SA. eingeschlichen haben. Entsprechend der Ausgabe der Ab- tcilung Ie, die politische Propaganda lahmzulegen, ergibt sich zwangsläufig die Struktur der Organisation. Zu diesem Zweck ist zunächst in jedem Sturm ein Vertrauensmann einzusetzen. Dieser Apparat dient folgenden Zwecken: 1. Mit Hilfe dieses Apparates und seitens der Stürme hinzugezogener älterer TA.-Männer soll der politische Gegner bekämpft werden durch Streifen, die nach gegneri- scher Flngblailpropaganda oder nach kommunistischen Ele- menten in verdächtigen Lokalen,»ach geheimen Druckereien usw. fahnden. 2. Sorgt dieser Apparat für schnellste Bcfehlsübermitt- lung an die geheimen Vertrauensmänner. Die Vertrauensmänner werden von dem jeweiligen Sturmsührer eingesetzt, müssen dessen vollstes Vertrauen besitzen, geistig rege sein und in steter und enger Fühlung mit allen SA-Kam. stehen. ES kommen hierfür nur altbe- ivährte Kämpfer in Frage, die nur dem Sturmfiihrer be- kannt find und für alle übrigen Mitglieder der Formation unsichtbar bleiben. Tic Sturmsührer melden bis zum 17. 5. 34 ihren Vertrauensmann ihrem Sturmbann'ührer und dieser bis zum 19. 5. 34 an die Standarte. Die Meldungen sind„Geheim". Die Meldungen müssen enthalten: Formation, Dienstgrad, Vor- und Zuname, Geburtstag und Ort. Wohnung, Be- rut, Eintritt in die TA. und Partei und außerdem einen Vermerk über die Eignuna für diesen Vertrauensposten. Die Termine müssen unbedingt eingehalten werden, da die SAM. lTA.-Männer) kartcimäßig ersaßt und der Grup- pe BB. Abt. Ii-, sofort weitergcmeldet werden müssen.— D'eser Befehl darf nur von dem jeweiligen Formations« sührcr bearbeitet werden. ..Raten" für Sdiu'zhäfOinge Polizeipräsident Herrmann(Stettin) macht in einem Auf- satz im„Deutschen Polizeibeamien" darauf aufmerksam, daß durch die Anordnung des preußischen Innenministers vom September 1933 Taufende von Schutzhäftlingen im Laufe weniger Wochen in Freiheit gefetzt und ihren Familien wiedergegeben ivorden seien, und daß es not- wendig gewesen fei, sich durch icharfe Kontroll maß- nahmen, durch wiederholte Meldungen aus den Revieren und durch eingehende Kontrolle ihres Lebens und ihrer Tätigkeit Gewißheit darüber zu verschaffen, daß alle diele ehemaligen Schutzhä'ftlingc sich nicht ivicder staatsfeindlich betätigten oder daß im Augenblick einer solchen Betätigung sofort zugefaßt ivcrde, um die Rückfälligen wieder dingfest zu machen. Darüber hinaus aber habe eine individuelle und ein» gehende Erziehungsarbeit im nationalsozialistischen Sinne einsetzen müssen die wohl von beamteter Seite an- geregt, aber nur durch freiwillige Helfer durchgeführt wer- den konnte. Präsident Herrmann sah als Polizeiverwaltcr einer größeren Industrie- und Arbcrterstadt die Lösung dieser Frage nur in der Errichtung einer Patenschast o^d e r Pflegschaft für jeden zur Entlassung gelangten Schuyhäftling. Für die Uebernahme dieser Pfleg- oder Patenschaften kamen nur besonders geeignete, ältere An- gehörige der Ortsgruppen der NSDAP, in Frage. Die Er- Wartungen hätten sich voll erfüllt. Tic Berichte sprächen sich ohne Ausnahme dahin aus, daß es gelingen werden, die ehe- maligen Schuyhäsilingc, wenn auch nicht sofort, so aber doch langsam dem nationalsozialistischen Staate zu geivinnen. Die Pfleglinge sähen ein, daß sie nicht verlangen könnten, den Kämpfer» für das„dritte Reich" in irgendeiner Weile gleichgestellt oder vorgezogen zu werden, aber es gebe trotzdem Möglichkeiten, sie>n den Kolonnen der Pflichtarbeiier unterzubringen oder bei Gelegenheitsarbeiten zu verwenden. „1® dln ein Lump Bremen, 22. Juni. Der bisherige Obmann de? Ver- trauensratS der Städtischen Werke in Bremen. W a r n e ck c. ist, iveil er Unterschlagungen begangen hatte, von An- gehörigen des Werkes, die der PO.. SA. und SS. ange- hören, durch die Stadt geführt worden, wobei er selbst eine große Trommel schlagen mußte. Auf ihr und auf seinem Rücken waren Plakate angebracht mit der Aufschrift: „Ich bin ein Lump und Arbeiterverräter und habe Arbeiter- groschcn unterschlagen." Wie Eggerstedt ermordet wurde . Osnabrück, den 14. Juni 1934. Ein Augenzeuge berichtet: Vor einiger Zeit ging die Nachricht durch das Ausland, daß Otto Eggerstedt, der sozialdemokratische Polizeipräsident von Altona, im Konzentrationslager Papenburg von SA. ermordet worden sei. Damals erfuhr man wenig über die näheren Umstände seines gewaltsamen Todes. Nach der amt- lichen Darstellung ist Eggerstedt selbstverständlich„auf der Flucht erschossen" worden. Kürzlich ist nun ein Kommunist, der mit Eggerstedt zusammen gewesen und Zeuge der Blut- tat war, aus dem Lager entlassen worden. Von ihm stammt folgende Schilderung: Otto Eggerstedt war seit dem Altonaer Blutsonntag im Juli des Jahres 1932 bei den Nationalsozialisten besonder? verhaßt. Nachdem er längere Zeit in Kiel, seinem Heimat- orte, gesangen gehalten worden war, kam er ins Konzentra- tionslager Papenburg, wo er sich trotz vieler Schikanen durch die SA. unermüdlich und unerschrocken für die Insassen des Lager» einsetzte. Eines Tages schwirrte das Gerücht durch das Lager, die SA. wolle Eggerstedt beseitigen. Sofort war sich da» ganze Lager einig, Eggerstedt unter allen Um- tzänhen jtf MY«.Y, Wo fie waren. Wime; jorgten die Käst- linge dafür, baß Otto Eggerstedt stets in ihrer Mitte und unter ihrer Aussicht war. Ohne allzu durchsichtige Gründe, ohne es allzu plump anzustellen, konnte also die SA. nicht an Eggerstedt heran und ihr scheußliches Vorhaben ausführen. Das ging so einige Tage. Tann erzählte man sich im Lager wieder, die SA. habe ihren Plan ausgegeben. Mau ivar nicht so ganz von der Wahrheit dieses Gerüchts überzeugt und kümmerte sich nach ivie vor um Eggerstedt. Wieder vergingen e-n>gc Taae, als plötzlich„Holzsammcln" befohlen wurde. Die Insassen marschierten unter der Aufsicht schwerbcwasf- neter SA.-Leut« in ein nahes Gehölz, wo man sich verteilen mußte. Mitten im Sammeln krachten plötzlich mehrere Schüsse. Einige der Gefangenen eilten in der Schußrichtung herbei und entdeckten Eggerstedt leblos am Boden liegen. Die Revolver von ein paar SA.-Lcutcn rauchten noch. Nun drehten sich die Mörder mit ihren Waffen gegen die herbei- geeilten Gefangenen, richteten die Waffe aus sie und riefen: „Wer näher kommt, wird erschossen!"— Das Sammeln ivurde nun, wo es seinen Zweck erfüllt hatte, abgebrochen und den Leuten erklärte man, Eggerstedt habe fliehen wollen. Als Eggerstedt ins Lager zurücktransportiert wurde, lebte er noch, war aber besinnungslos. Kurze Zeit später tjt u dgtlt; Jemen Schußwunden erlegen. »Saarbergleute Kostümkomodie zu Propagandazwecken Saarbrücken, 22. Juni. Vorstehendes Bild ist der „Hessischen Landeszeitung" Darmstadt entnommen. Die Fotografie ist anläßlich einer großen Saarkundgebung aufgenommen. Die im Vor- dergrund des Bildes dar- gestellten„Saarbergleute" waren das Renommierstück der nationalsozialistischen Kundgebung. Wir stellen fest: Keiner dieser sechs kostü- mierten„Saarbergleute" ist aktiver Bergmann. Nur einer von diesen ist früher einmal Bergmann gewesen. Fangen wir auf dem linken Flügel, vom Beschauer aus gesehen an: Der die Hand erhebende Bergmann ist der Hüttenarbeiter Albert Serf jun., im Nebenberuf Platzanweiser im Püttlinger Kintopp. Er ist niemals Bergmann gewesen. Sein Nebenmann, Fritz Derrenbächer, Sohn eines geborenen Franzosen, war vorübergehend als Elek- triker über Tage auf einem Grubenbetrieb beschäftigt hat es dort aber nur wenige Wochen ausgehalten. Der neben ihm stehende Wilhelm stammt aus der Picardstraße in Püttlingen. Er hat bis vor kurzem eine Schule besucht, ein Bergwerk hat er nie gesehen. Der Flügelmann mit dem E. K. I ist der frühere Feld- webel A l b e r t S e r f s e n., der bis zum Jahre 1925 auf Er der Grube gearbeitet hat. Es ist nicht unwichtig zu be- merken, daß dieser einzige Bergmann 1918 ein wilder Revolutionär gewesen ist, der dem Arbeiter-und Soldaten- rat angehörte. Als roter Feldwebel wurde er bezeichnet, weil er sowohl das E- K, I wie seine Feldwebelkokarde mit rotem Männige während der Revolutionstage an- gestrichen hatte. Er hat sich insbesondere durch sein Vorgehen gegen Offiziere, denen er die Achselstücke abriß und die er entwaffnete, ausgezeichnet. Manche von denen, die ihn damals an wüsten Ausschreitungen hinderten, werden jetzt von ihm als Marxisten beschimpft. Längere Zeit war er führend in der USP. Auch dem„berüchtigten" Saar- bund hat er als eins der ersten Mitglieder angehört. Der rechte Mann für die„deutsche Front". Der Hintermann von Serf sen. ist der Hüttenarbeiter Alex Albert aus Püttlingen, Derlei Straße. Er hat niemals auf der Grube gearbeitet. Der 6.„Bergmann" ist der Hüttenarbeiter Johann aus der Hengstwaldstraße in Püttlingen. Auch er hat niemals im Bergwerk gearbeitet. Schon vor einiger Zeit konnten wir eine ähnliche Mel- dung bringen, die folgendermaßen lautete: naiischbadier. Bergmänner Am 15. Mai hat in G e r o l st e i n eine Saarkundgebung stattgefunden, an der in der Hauptsache die Mitglieder der gleichgeschalteten Turn-, Gesang- und Musikvereine aus Bietzen teilnahmen. Bei einer solchen„nationalen" Veranstaltung durften aber die braven Kumpels nicht fehlen. Und siehe da, es erschien eine ganze Kolonne aus acht Bergarbeitern unter der Führung eines Steigers. Alle selbstverständlich in ihrer traditionellen Tracht. Bei der näheren Betrachtung entpuppte sich aber der angebliche Steiger als der Gipser meist er namens Grieb- ler und von acht uniformierten Bergleuten war nur ein einziger ein echter Bergarbeiter, und zwar aus Klein- rosseln aus Lothringen. Mit solchen rührenden Schwindeleien und lächerlichen Maskeraden sucht die sogenannte„deutsche Front" des Herrn Pirro drüben Stimmung zu machen. Kein Wunder, daß in Deutschland diese Veranstaltungen in Mißkredit geraten Kein Wunder, daß die Saarländer diesem Mummenschanz verächtlich den Rücken kehren. Das ist wohl auch der Grund, weshalb jetzt Goebbels alle Saar- Kundgebungen genehmigungspflichtig gemacht hat. Wir berichten darüber an anderer Stelle. Nazi-Angst vor der„saarsdilappe Naziangst vor der„Saarschlappe" Berlin, 22. Juni. Aus absolut zuverlässiger Quelle erhalten ^ wir folgenden Bericht: Im Juli soll eine Verbandsfahrt des Kanuverbandes nach dem Saargcbiet stattfinden. Ter Leiter des Kanuverbandes Berlin, Dr. Decker, erklärte anläßlich einer Ansprache an die Mitglieder, in der er zur Meldung der Sportler aufforderte, die teilzunehmen wünschen, wöri- lich, daß„es im Saargebiet gar nicht so glän- zend aussieht, wie sich viele unserer Volksgenossen das vorstellen, und wir alle Anstrengungen machen müssen, wenn wir nicht eine Schlappe einstecken wollen." Ein Raubmord Ein Mitglied der sozialistischen Arbeiterjugend fällt ihm zum Opfer Die„Volksstimme" schreibt: Saarbrücken, 22. Juni. Unser Jugendgenosse Helmut Strempel. Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend, Bur- bach und der Naturfreunde, ist in dieser Woche in der Nähe von Völklingen als Leiche aus der Saar gelänöet morden. Helmut Strempel war Laufbursche bei einer Asko-Filiale in Malstatt. Er ist am letzten Samstagabend von seinem Chef mit 6000 Fr. zur Post geschickt worden, wurde dann als vermißt gemeldet und allem Anschein nach fiel er kurz danach einem scheußlichen Verbrechen zum Opfer. Die Obduktion der Leiche soll noch vorgenommen werden. Nach den am Körper vorgefundenen Merkmalen schließt die Polizei auf ein schwe- res Verbrechen Man spricht von Raubmord. Wir bitten alle Leser an der Klärung dieses Falles mitzuwirken. Wer irgend- welche Angaben zu machen hat, wende sich sofort an die nächste Polizeistelle. Ein fahr Gefängnis Verschleppung festgestellt und gesühnt Saarlouis. Der Oberste Gerichtshof verkündete das Ur- teil gegen den Beamtenanwärter Barth aus Schwemlin- gen, der wegen Entführung und Freiheitsberaubung des Walter Kahn angeklagt war. Bekanntlich hatte B. den Kahn unter Vorspiegelung falscher Tatsachen an die Saargrenze bei Dreisbach-Steinbach gelockt und dann der reichsdeutschen SA. übergeben. Kahn sitzt seitdem im Gefängnis. In der vor kurzem stattgefundenen Verhandlung hielt der Staatsan- walt Dr. Wimmer den Menschenraub für erwiesen und be- antragte zwei Jahre Zuchthaus. In der gestrigen Urteils- vcrkündung erkannte der Senat auf ein Jahr Gefäng- n i s, wegen Beihilfe an der Entführung und Freiheitsbe- raubung des K., wie der Borsitzende in seiner Urteilsbe- grünöung ausführte. w 10000 Mark für Max Braun Y 9 Sie dingen einen Mörder! Saarbrücken, 22. Juni. Der Kaufmann R., österreichischer Staatsangehöriger, hat nach seinen Angaben vor der saarländischen Kriminalpolizei von Angehörigen der Nationalsozialistischen Partei Deutsch- lands eine Pistole und Reisegelb erhalten mit dem Aus- trage, den Führer der Saar-Freiheitsfront, Max Braun, anläßlich eines Einbruchs in dessen Wohnung zu erschießen. Als Belohnung ünd dem Manne nach seinen Angaben 10 000 Mark versprochen worden. Der aus dem„dritten Reich" ins Saargebiet zugewanderte R., geboren am 12. 4. 1901 in Oesterreich, macht folgende Angaben: „Während ich in Berlin im Moabiter Gefängnis in Untersuchungshaft saß, wurde mir von einem mir be- kannten Agenten der Gestapo das Angebot gemacht^ einen Austrag der Nazis auszuführen und damit Befreiung von dem Strafversahren zu erlangen. Ich wurde, da ich scheinbar darauf einging, aus der Haft entlassen und begab mich nach Hamburg. Dort ließ man mir durch einen mir unbekannten SA.-Mann eine Pistole und 100 RM. Reisegeld überreichen Derselbe teilte mir ferner mit, daß meine Aufgabe darin bestehen sollte, den Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei des Saargebietes zu er- schießen. Es solle sich aber nicht um eine politische Demon- stration handeln. Ich solle vielmehr, da ich bereits wegen Einbruchsdicbstahls vorbestraft sei, einen Einbruch in die Wohnung vornehmen und dabei Braun erschießen. Nach Ausführung der Tat würden mir 10 000 RM bei Zusiche- rung von Straffreiheit ausgehändigt werden. Ich bin darauf eingegangen und habe mich austraggemäß ins Saar- gebiet begeben. Von vorneherein stand für mich fest, daß ich den Mord nicht ausführen würde. Ich habe den Ein- druck, daß ich hier ständig überwacht werde." Soweit der von Nazis gedungene, mehrfach vorbestrafte Mann. Sind seine Angaben richtig, so hat die Mordstelle der nationalsozialistischen Partei nicht ungeschickt gearbeitet. Sie suchte sich als Mörder keinen Deutschen, sondern einen an der Saarfrage uninteressierten Oesterreichs! bzw. Tschechoslowaken aus. In weiser Voraussicht wurde er von der deutschen Behörde als staatenlos bezeichnet. Wir hoffen, daß die Ermittlungen der Kriminalpolizei ein ein- wandfreies Ergebnis zutage fördern. Wir sind aus dem„dritten Reiche" sowohl Kopiprämien wie Mordversuche gegen den Führer der Freiheitsfront ge- wohnt. Bekanntlich findet am 4. Juli die Schwurgerichts- Verhandlung wegen des Sprengstosfattentats statt. Es muß sehr schlecht um die Aussichten der Rückgliederung nach Hitlerdeutschland stehen, wenn man jetzt erneut zu finsteren Mordplänen greift. Verständlich, daß man den gefährlichsten Gegner, den man mit Lockungen aller Art, mit Geld und Verleumdungen nicht zu fassen bekommen hat, nunmehr durch Mord beseitigen will. 9« Dresden" ging unter tlassung weiblicher Beamter >as Preußische Finanzministerium hat allen Behörden öffentlich-rechtlichen Körperschaften Ausführungsbestim- »gen über die Rechtsstellung der weiblichen Beamten zu- itet. Danach sind alle verheirateten weiMchen Beamten iftlich zu fragen, ob sie ihre Entlassung beckntragen. Einem >cn Antraa muß entsvrochen werden. Falls eine Beamtin n solchen Antrag nicht stellt, ist sie über ihre Wirtschaft- m Verhältnisse zu befragen. Falls nach Ansicht der Be- 5e die wirtschaftliche Lage der Beamtin gesichert ist, hat ofort entlassen zu werden. Diese Anordnungen entsprechen Verfügungen der Reichsfinanzverwaltung. Unglück für„Kr« 2 Tote« IS Verletzte- Bremen, 21. Juni. Im Saargebiet hat sich wegen dieses Unfalles große Un- ruhe und Empörung verbreitet. Auf dem verunglückten Dampfer befanden sich Arbeiter und Angestellte der Röch- lingschen Betriebe und der Wölfischen Betriebe in Neun- kirchen. Zwar wirb vom Deutschen Nachrichtenbüro Me Meldung verbreitet, daß unter den zwei zu Tode Ge- kommenen keine Saarländer sich befinden. Es soll sich dabei um eine Frau Emma Erzheimer aus Otterberg in der Rheinpsalz und ein Fräulein Eherdron handeln. Die Namen der 15 verletzten Frauen sind folgende: K. Glaß, E. Christ- mann, G. Eugenie, M. Courtorier, Frau Mühlbauig, Frl. K. Zuter, A. Rahm, S. Herber, E, Schmidt, E. Kämpf, H. Minas, L. Adam, E. Hack, I. Scheid. Der verletzte Schisfskoch heißtBerrolh. DasTelegramm enthält denNachsatz: E.Kämpf und G. Eugenie müssen hier bleiben. Diese beiden Frauen sind also als ein ige schwerer verletzt. Ueber den Heimat- ort der Verunglückten läßt sich noch nichts Genaues fest- stell>n. Die Toten und die Verletzten werden wahrscheinlich aus*ei..''einpfalz stammen. Die Meldungen des Deutschen Nachrichtenbüros und der Reederei begegnen aber starkem Mißtrauen, hervorgerufen durch eine Reihe von Falschmeldungen. Zunächst wurden überhaupt keine Verletzten angegeben, dann wieder nur wenig als verletzt bezeichnet und schließlich erst die genaue Zahl angegeben. Auch wurden in einer Meldung des Deutschen Nachrichtenbüros die Frauen als ertrunken be- ift durch Freude" - Saarländer an Bord zeichnet. Alles dies diente nicht dazu, die beunruhigten Familienmitgliede. der Sorge zu entheben. In Völklingen und Neuntirchen herrscht starke Empö- rung darüber, daß sichere Nachrichten nicht zu erlangen waren. Man spricht auch offen davon, daß offenbar sür „Proletenfahrten" jeder Dampfer und jeder Kapitän gut genug seien. Sicherlich werden übrigens die Teilnehmer der Fahrt zum größten Teil ihr persönliches Eigentum, das sie mit sich führten, verloren haben. Mittlerweile wird gemeldet, daß der Dampfer„Dresden" bereits gesunken ist. Eigenartig mutet die Meldung des Deutschen Nachrichtenbüros an, daß die Passagiere nach ihrer Rückkehr auf den Dampfer„Stuttgart" am Samstag in Emden das vorgesehene Vergnügungsprogramm absolvieren würden. Wir möchten glauben, daß den Teilnehmern trotz der schönen Bezeichnung„Kraft durch Freude" die Lust an weiteren Vergnügungen vergangen ist. Im übrigen steht fest, daß eS sich um eine Fahrt der Nazi» Organisation„Kraft durch Freude" handelt. Diese Organi» sation befaßt sich bekanntlich mit der Ausschickung von Er- holungsreisenden aus der NSBO. Die NSBO. ist aber an der Saar ebenso verboten, wie es die Deutsche Arbeits- front ist. Wie also, wenn diejenigen, die sür diese Reise waichen. nicht die saarländischen Gesetze gebrochen haben, kamen die saarländischen Teilnehmer aus das Schiff einer im Saar» gebiet verbotenen Organisation? „Deutsche Freiheit" Nr. 142 ARBEIT UND WIRTSCHAFT Saarbrücken. 23. Juni 1934 Y®»nös(nnia€n vom WolUfalMsstoaf zum„Dritten Reidi" Die BIZ. veröffentlicht den derzeitigen Stand der von Deutschland im Jahr 1930 aufgenommenen 5-prozentigen internationalen Anleihe(Young-Anleihe): Die I. Ziffer gibt den ursprünglichen Emissionswert und die IL den Wert am 1. Juni 1934, d. h. nach den vorgenommenen Amortisierungen: R-Mark 36 000 000 34 104 200 Dollars 98 250 000 91 305 600 Beigas 35 000 000 32 636 400 fr. Francs 2 515 000 000 2 368 469 000 Pf. Sterling 12 000 000 11 174 300 holl. Gulden 73 000 000 67 617 400 Lire» 110 000 000 103 903 000 schwed. Kr. 110 000 000 102 486 000 Schweiz. Fr«. 92 000 000 85 826 000 Aufwärts! Zunahme der faulen Wechsel Im April dieses Jahres hat laut Wirtschaft und Statistik die Zahl der zu Protest gegangenen Wechsel mit 45 000 gegenüber dem Vormonat um 3,4 Prozent und der Gesamt- betrag mit 6 Millionen RM. um 5,3 Prozent weiter zugenommen. Auf den Arbeitstag entfielen im April 1876 Protestwechsel mit einem Gesamtbetrag von 250 800 RM. gegenüber 1741 Wechseln mit 228 700 RM. im März. Der Durchschnittsbetrag je Protestwechsel stieg von 131 RM. im März um 2,3 Prozent auf 134 RM. Der Anteil des Gesamtbetrags der im Berichtsmonat zu Protest gegangenen Wechsel am Gesamtbetrag der drei Monate vorher überhaupt gezogenen Wechsel(Protestquote) ist mit 1,26 pro Mille ebenfalls etwas höher als im März(1,11 pro Mille gegenüber 1,28 pro Mille im Februar und 1,47 pro Mille im Januar 1934). Nährstoffe aus Holz Und andere Segnungen der Blockade Zu dem Problem der Sicherung der nationalen Rohstoffversorgung sprach Dr. B e r g i u s in der Lessing-Hochschule in einem Vortrag über„Die Bedeutung der erfinderischen Tätigkeit für die Sicherheit der nationalen Rohstoffversorgung". Das Problem der Rohstoffversorgung schien kurz nach dem Krieg nicht mehr akut zu sein. Man hatte zu schnell die Zeiten der Blockade vergessen. Erst 1931 wurde diese Blockade, wenn auch auf„friedlichem" Wege, wieder Tatsache Dadurch hat da» Problem wieder an Interesse gewonnen, bisher importierte Rohstoffe mit Hilfe der Technik im eigenen Lande herzustellen. Es hat sich gezeigt, daß alltägliche Industriewaren nicht mehr für die Ausfuhr Deutschlands in Frage kommen, sondern nur die technischen Neuerungen und Verbesserungen. Aus zwei Gründen ist daher eine Rohstoffunabhängigkeit erforderlich: Erstens für den Fall der Blockade— und dazu gehört auch die Unmöglichkeit, Devisen aufzubringen—, und zweitens für die„potentielle Autarkie", d. h. für die Möglichkeit, sich von ausländischen Rohstoffen im Interesse der weltwirtschaftlichen Stärkung unabhängig zu machen. Seit einem Jahr wurden in Deutschland neue Eisenerzlager erschlossen, Erdölbohrungen und landwirtschaftliche Meliorationen sowie Pflanzen Züchtungen(Oelpflanzungen, Sojabohnen) aus diesen Gründen vorgenommen. Das klassische Beispiel für die Mitarbeit der Techniker an dem Problem der Rohstoffversorgung ist der Ersah des Chilesalpeters durch synthetischen Stickstoff. Schon einmal, zur Zeit der Kontinentalsperre, war die Lage ähnlich; aus dieser Zeit stammt der Anbau der Zuckerrüben in Europa. Die Gebiete, auf denen der Vortragende noch bedeutende Möglichkeiten der technischen Ersatzbeschaffung sieht, sind Kunstseide, Kautschuk, Aluminium und Treibstoffe sowie Nährstoffgewinnung aus Holz. Bisher hat sich infolge der meist höheren Kosten der Ersatzbeschaffung die Erzeugung nicht als lohnend erwiesen, doch unter dem Eindruck der derzeitigen Schwierigkeiten gewinnen diese Probleme erhöhte Bedeutung. (Limburger Tageblatt) Mehr Sekt! Die Mattheus Müller Komm.-Ges. auf Aktien, Eltville a. Rh. betont in ihrem Bericht für 1933, daß die am 1. Dezember 1933 erfolgte Aufhebung der Sektsteuer einen wesentlichen Einfluß naturgemäß noch nicht auszuüben vermochte. Das laufende Geschäftsjahr aber zeige bis jetzt eine erfreuliche Erhöhung der Umsähe, veranlaßt einerseits durch den in vollem Umfang dem Konsumenten zugute kommenden Wegfall der Sektsteuer, zum andern durch die allgemeine Belebung der Wirtschaft. Die hieraus erwachsene Mehrbeschäftigung habe erfreulicherweise eine Verstärkung der Gefolgschaft ermöglicht. In der HV. der Sektkellerei Ewald& Co. AG. in Rüdesheim(Asbach Konzern) wurde mitgeteilt, daß erst nach der am 1. Dezember 1933 erfolgten Aufhebung der Schaumweinsteuer ein beachtenswerter Mehrumsah erzielt werden konnte. Wie sich die weitere Entwicklung gestalten wird, ließe sich heute noch nicht sagen. Bezugsscheine für Schuhe? Wie wir erfahren, ist die Lederknappheit in Deutschland bereits so groß, daß demnächst für Schuhe Bezugsscheine eingeführt werden.— Die Hamsterei nimmt bereits überhand. Wer über Geld verfügt, läßt lieh auf Vorrat Anzüge machen, und die Schneider haben alle Hände voll zu tun. Gleichzeitig wächst die Kapitalflucht. Jeder will sieh vor der Währungskatastrophe retten und trägt dadurch dazu bei, sie zu beschleunigen. Kartelle fest geschlossen! Die kartellmäßig zusammengeschlossene Superphosphatindustrie wurde vom Reichswirtschaftsminister unter Investitionskontrolle gestellt; die Kapazität der Fabriken ist durchschnittlich mit etwa 50 Prozent ausgenützt und ihre Rentabilität ist durch die starke Einfuhr von Thomasmehl Was die verloren haben, die glaubten, nichts mehr verlieren zu können In der Geschichte der deutschen Gegenrevolution, auch „nationale Revolution" genannt, spielte die Arbeitslosenversicherung eine wesentliche Rolle. Schon die Schaffung dieser sozial- wie auch lohnpolitisch bedeutsamen Unter- stühungseinrichtung hat auf die Sozialreaktionäre wie ein Signal zur Sammlung gewirkt. Das Ringen der organisierten Arbeiterschaft gegen den Abbau der Arbeitslosenversicherung hatte starke politische Wirkungen ausgelöst und im März 1930 bildete die Sanierung dieser Versicherung den unmittelbaren Anlaß zur Sprengung der Regierungskoalition. Die völlige Aushöhlung des Versicherungsgedankens in der Arbeitslosenfrage war die erste Tat des Kabinetts von Papen gewesen. Auf der anderen Seite waren die Nazis Nutznießer des Abbaues der Arbeitslosenunterstützung in ihrer Agitation. Herr Goebbels hatte noch im Sommer 1932 gegen den Rauhzug der feinen Herren um Papen gewettert und die Erwerbslosen aufgefordert, nationalsozialistisch zu wählen. Nur so könnte das Unrecht, wie es durch die Notverordnung zur Arbeitslosenversicherung verübt worden, wieder gut gemacht werden. Jene Papensche Notverordnung vom 16. Juni 1932 ist von Hitler nicht aufgehoben worden. Vielmehr hat der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung mit Wirkung vom 16. April 1934 mit einigen Korrekturen der Oitsklasseneidteilung, die sich aus der letzten Volkszählung für die Orte mit mehr als 10 000 Einwohnern nötig gemacht hat, die Papensche Notverordnung nunmehr als rechtsgültig für das„dritte Reich" erklärt. Damit sind auch endlich die Hungerrenten für die arbeitslosen Versicharten amtlich und tabellarisch bekanntgegeben worden. Wir bringen diese amtliche Greuelpropaganda hier zum Abdruck und vermerken zum Vergleich die Unterstützungssätze, die vor der Papenschen Notverordnung nach der Reglung vom 21. März 1932 Geltung hatten. Auch damals war schon der Unterstützungsabbau bis hart an die Grenze des Erträglichen gegangen. Es war dem„neudeutschen Sozialismus vorbehalten", jene abgebauten Unterstützungen nunmehr unter Aufrechterhaltung der vollen Versicherungspflichtbeiträge bis zu 50 Prozent weiter zu senken: 21. März 1932 (Bei den Unterstützungssätzen vom 16. April mit weniger als 10 000 Einwohnern.) Lohn- Wöchentlicher klasse Lohn I bis 10 RM. 1932 1934a 1934b II von 10 bis 14 RM. 1932 1934a 1934b III von 14 bis 18 RM. 1932 1934a 1934b IV von 18 bis 24 RM. 1932 1934a 1934b V von 24 bis 30 RM. 1932 1934a 1934b VI von 30 bis 36 RM. 1932 1934a 1934b VII von' 36 bis 42 RM. 1932 1934a 1934b III von 42 bis 48 RM. 1932 1934a 1934b IX von 48 bis 54 RM. 1932 1934a 1934b X von 54 bis 60 RM. 1932 1934a 1934b XI von mehr als 60 RM. 1932 1934a 1934b Unterstützungssätze der Arbeitslosenversicherung nach den Verordnungen vom 16. April 1934 1934 erscheint a für Orte mit mehr als 10 000 Einwohnern, b für Orte Hauptunter- Stützung RM. 5,60 5,10 4,50 7.20 6- 4,50 8.— 6,— 5,10 8,80 7,20 6,— 9,45 7.20 6— 11,55 7,20 6,— 12.70 8.40 7,20 13,50 8.40 7,20 15,30 9,90 7,20 17,10 9.90 8,40 18.90 9,90 8,40 und 1 6,— 6,60 5,70 7.80 7,50 5,70 8,80 7,50 6.60 9,90 9,— 7,50 10,80 9,— 7,50 13,20 9,— 7,50 14,65 10,20 9,— 15,75 10,20 9— 17,85 12,30 9,— 19,95 12,30 10,20 22.05 12,30 10,20 mit zuschlagsberechtigten 2 6,40 6,60 5,70 8,40 9.— 6.90 9,60 9,— 8,10 10,90 10.80 9,— 12,15 10,80 9,— 14.85 10.80 9- 16,60 12,— 10,80 18,- 12,— 10,80 20.40 14,70 10,80 22.80 14,70 12,— 25,20 14,70 12,— 3 6,40 6.60 5,70 9,— 10,50 8,10 10.40 10.50 9,60 12.- 12,60 10.50 13,50 12.60 10,50 16,50 12,60 10,50 18,55 13,80 12,60 20,25 13,80 12,60 22,95 17,10 12,60 25,65 17,10 13.80 28,35 17.10 13,80 4 6,40 6.60 5,70 9,60 10,50 8,10 11,20 10,50 9,60 13,— 14,40 12,— 14,85 14,40 12,— 18,15 14,40 12,— 20,50 15,60 14,40 22,50 15,60 14,40 25,50 19.50 14,40 28.50 19,50 15,60 31,50 19.50 15,60 Angehörigen 5 6,40 6,60 5,70 9.60 10.50 8,10 12,— 10,50 9,60 14,05 14.40 12,— 16.20 16,20 13,50 19,80 16,20 13,50 24,40 17,40 16,20 24,75 17,40 16,20 28,05 21,90 16,20 31,35 21,90 17,40 34,65 21,90 17,40 6 6,40 6,60 5,70 9,60 10,50 8,10 12,— 10,50 9,60 15,10 14,40 12,- 17,55 16.20 13,50 21,45 18,— 15,— 24,40 19,20 18,— 27,— 19,20 18- 30.60 24,30 18,— 34.20 24.30 19,20 37,80 24.30 19,20 Die hier wiedergegebene Neuregelung vom 16. April 1934 ist von der Nazipresse als besondere soziale Errungenschaft gefeiert worden. Die große Gabe an die Erwerbslosen soll darin bestehen, daß einige Orte, die nach der neuen Volkszählung von 1933 die Einwohnerzahl von 10 000 überschritten haben, mit sofortiger Wirkung in die Gruppe a eingereiht werden. Man ist auch sehr stolz darauf, daß die Kinderzuschläge in den untersten Lohnklassen nicht noch weiter gekürzt, zum Teil sogar kleine Beträge nach oben abgerundet worden sind. Diese Ausnahmen sind aber praktisch ohne Bedeutung. Die Lohnklasse I, in der diese„Verbesserungen" auffallen, ist ursprünglich für unständige Arbeitnehmer(Reinmachefrauen usw.) geschaffen worden. Inzwischen ist aber beim Abbau der Arbeitslosenversicherung eine solche„geringfügige Beschäftigung" wiederum versicherungsfrei gemacht worden! Die Personen, deren Kinder die erhöhten Zuschläge bekommen könnten, waren also schon vorher aus der Versicherung herausgeworfen!/ Es is» kennzeichnend, daß selbst bei den eben erwähnten Gruppen, soweit es sich um Orte unter 10 000 Einwohner handelt, noch weiter munter abgebaut wurde. Das Gesamtzahlenbild zeigt die ganze Brutalität, mit der die schon im März 1932 gekürzten Unterstützungssätze weiter heruntergerissen werden. Für die Erwerbslosen sind die Hauptunterstützungssätze maßgebend und hier ist die Neuregelung unter Adolf Hitler mit der schon reichlich bedürftigen Bemessung vom März 1932 überhaupt nicht mehr in Vergleich zu bringen. Der Versuch, diesen schamlosen Raubzug an den Erwerbslosen damit zu bemänteln, daß auf Grund der noch nicht aufgehobenen Notverordnung vom 19. Oktober 1932 auch noch Sonderzulagen gewährt werden können, wird auf die Betroffenen wenig Eindruck machen. Es kommt nämlich hinzu, daß die in vorstehender Tabelle enthaltenen Unterstützungssätze nur mehr für die Dauer von 36 Tagen gewährt werden. Nach Ablauf dieser Zeit gelten die Elendssäge als Höchstsäge. Im übrigen wird nach 6 Wochen nach den Richtlinien der Wohlfahrt und unter Prüfung der Hilfsbedürftig keit noch weit unter den„Höchstsätzen" unterstützt. Für diese Arbeitslosenversicherung, die vor allem dich qualifizierten Arbeiter in den höheren Lohnklassen völlig im Stich läßt, müssen die Arbeiter und Angestellten heut« noch jährlich weit über 1 Milliarde RM. Beitragssumme aufbringen! Der größte Teil dieser Beitragssteuer ist äeW eigentlichen Verwendungszweck der Versicherung völlig«Up, zoeen und dem„dritten Reich" für andere Zwecke zugeführt worden. Das„dritte Reich"„ehrt!" nicht nur den Arbeiter durch seine völlige Versklavung, es liebt auch setae Arbeiter- groschen! beeinträchtigt.— Innerhalb der kartellartig zusammengeschlossenen Zigarettenindustrie haben sich schwere Differenzen zwischen Klein- und Mittelfirmen mit den Großfirmen ergeben. Es soll daher den Großbetrieben eine besondere Umlage zugunsten sanierungsfähiger, aber überschuldeter Klein- und Mittelbetriebe auferlegt werden. Autarkistan• Die Reichsstelle für Getreide, Futtermittel und sonstige landwirtschaftliche Erzeugnisse hat die Einfuhr aller Oel- saaten verboten; lediglich für Kopra wurde eine Ausnahme gemacht. Hierzu stellt der„Wirtschaftsdienst" fest:„Das Einkaufs--bot ist nicht erfolgt, um die heimische Produktion tu fördern, die vorerst n i c h t in der Lage ist, einen Ersatz für die ausländischen Erzeugnisse zu bieten, die Maßnahme wurde notwendig, um die von der Regierung angestrebte einheitliche Linie in der Devisenpolitik zu gewährleisten. Die deutsche Fettversorgung ist auch weiterhin nur mit Hilfe ausländischer Zufuhren möglich,"•— Gleidu.yl'0 wird das Einkaufsverbot für Wolle erlassen.— Das Einkaufsverbot für Baumwolle, Bastfasern und Raffinadekupfer ist abgelauf n. ausfuhrrOtKgaitg natu Oesterreich Bis zu Beginn des Jahres 1933 hatte der Anteil Deutschlands am Absatz von Personenwagen in Oesterreich im Durchschnitt alljährlich etwa 30 Prozent betragen. Ohne Zweifel haben dann die politischen Spannungen mit dazu beigetragen, daß sich dieses sichere Absatzgebiet immer mehr dem deutschen Wagen verschloß. Je mehr der politische Druck zunahm, um so stärker verminderte sich die Ausfuhr dieses Artikels. WähiWkd noch im ersten Halbjahr 1933 der deutsche Absatz in Oesterreich dem der amerikanischen die Waage hielt, sank er um die Jahresmitte auf 23 Prozent, Im Durchschnitt der zweiten Hälfte 1933 auf 20 Prozent, um im ersten Halbjahr 1934 auf 7 Prozent herabzugehen. Heute steht der Absatz deutscher Wagen in Oesterreich an lepl.ty;*** 3)eut§dke ftimmen•(Beilage zuw„Dcuisdken Pweifkeit"• Ereignisse und Qesdkicfiten : f.;»«pw"ty;:: li,.!!=äp!iiiii!| Samstag, den 23. Juni 1 SÄ» Sie etile deutsche THühÜe £we tczählung. füc das deutsche Volk mn Qteich Q. Schattet (Berechtigte Ueberlragung aus dem Nazistischen von Georg Wilman) „Es ist schwer, eine Satire zu schreiben." Bekanntes Zitat. Im trauten deutschen Schwarzwald klapperte die alte deutsche Mühle Tag und Nacht. Deutsche Bauern hatten sie um das Jahr 1200 erbaut, und seitdem sangen ihre Flügel das Ruhmeslied der deutschen Arbeit, hin und wieder nur unterbrochen von Schwertgeklirr und den Jubelschreien sterbender deutscher Helden. Hier werkelten(— arbeiteten. D. Hebers.) deutsche Männer und Frauen zu Ruhm und Ehr des herrliehen deutschen Vaterlandes. Es kam der große Krieg, in dem das deutsche Volk, von einer Welt heim- tückischer und vernegerter Neider umgeben, geschlagen, aber nicht besiegt ward(= wurde. D. Hebers). Und es kam jener schreckensvolle Tag im November 1918, da volks- und rasse- fremde Finsterlinge dem deutschen Volk und damit auch der alten Mühle im Schwarzwald den vergifteten Dolch des Volksverrats in den Rücken stieß, jener Tag... Doch schweigen wir von den Schrecknissen jener Tage, da die V olksverräter und Novemberlinge das deutsche Volk in Ketten warfen, gemeinsam mit Alljuda und dem weltverfilzten (= internationalen. D. Hebers.) Raffergeldtum(— Finanzkapital. D. Hebers.). Eine schwere Zeit brach über das arme Deutschland herein und erst vierzehn Jahre später wieder heraus. Im Spiegelsale zu Fersaisch(— Versailles. D. Hebers), jenem hehren Raum, in dem das Zweite Reich entstanden war, wagten es Memmen, die sich als Deutsche bezeichneten, es aber mitnichten waren, den Schmachfrieden zu unterzeichnen, der das Mark aus den blutenden Knochen der deutschen Männer ider Stirn und der Faust nebst Kindern und Kindeskindern sog. Traurig sangen von Stund an die Flügel der deutschen Mühle im deutschen Schwarzwald das Lied der deutschen Arbeit. Und als ob ein unterirdischer Sturm hereingebrochen sei, ein Unwetter von vordem ungeahnter Furchtbarkeit, wurde der Flügelschlag der Mühle matter und matter, bis er eines Tages ganz erlosch. Ein Furchtbares war geschehen: der Jude hatte die deutsche Mühle erwuchert(— gekauft. D. Hebers). O, wie ächzte die Mühle unter dem Tritt des artfremden Eroberers, und des Nachts, wenn die Eulen schrien, klang es, als ob das Holz der Mühle ob all der Unbill weine. Die hohen Tannen ringsum konnten das Elend nicht länger mitansehen und brachen, und mit ihnen brach manches aufrechte deutsche Herz. Und eines Tages zog es wie höllisches Geheul durch das stille deutsche Schwarzwald- tal: der Jude halte einen Schreirufkrisch(— Sirene. D. Hebers.) einbauen lassen, mit dem er die Arbeiter antrieb. Wehe, wenn einer der deutschen Arbeitsmänner ihm nicht genug Hebergeld(— Profit. D. Hebers.) schuf: als Sklave ward er an das jüdische Frankreich verkauft und in den Glutwüsten der Sahara ließ er sein Leben. Die Menschen im Tal verfielen unter der Peitsche des mauschelnden Juden, der ihnen Mark und Pfennige aus den ächzenden Knochen sog. Da war gar manch einer unter ihnen, der die Faust in der Tasche hallte, und andere fielen den Moskowitern anheim. die der Jude geworben hatte unter dem Vorwand, die Rechte des Arbeitsmannes zu schützen, und die nun mit schmatzenden Lippen und redenden Händen dem Arbeiter die letzten Pfennige aus der Tasche holten, um sie den jüdischen Bonzen als siegreiche Beute zuzutragen. Lange genug haben sie das Freiheitsbanner des Marxismus auf der Zunge getragen, während das ausgepreßte deutsche Volk mit dem einen Fuß im Grabe stand und mit dem andern am Hungertuch nagte. Verblendet rannten deutsche Männer und Frauen den Hetzworten(— Parolen. D. Hebers.) der Moskowiterlinge nach und ließen sich zum Abschlachten andersgesinnter Volksgenossen verleiten, an deren Blut sich der Jude labte und aus dem er sogar Mazze buk. Die blonden Körper junger deutscher Mädchen wurden in die Gossen der Städte getrieben, und geile Jünglinge machten gefügige Huren aus ihnen. Aber ein Mann ward im Volke geboren, der vertauschte, nachdem er erst blind und dann sehend geworden war, den Farbpinsel mit der Politik, er sammelte ein kleines Häuflein Getreuer um sich und zog in die mörderische Schlacht, die um die Seele des deutschen Menschen tobte. An der Feldherrnhalle zu München war es, da fiel der Führer(auf den Bauch. D. Hebers.), aber er erhob sich wieder und trug die blutroten Freiheitsbanner weiter dem Morgenrot des leuchtenden Hakenkreuztages entgegen.(Anm. d. Hebers.: Es muß selbstverständlich Hakenkreuzbanner und Freiheitstagc heißen.) Er stampfte Sturmabteilung nach Sturmabteilung aus dem Boden, in die gedruckten Reden des Führers konnte man das halbe Volk einwickeln, soviel Papier war es, immer größer wurde seine Gefolgschaft, und wenn ER einen Versammlungsraum betrat, dann ging auf eine Weisung Gottes hin sofort auch die Sonne auf. Und der Kampf ward geführt gegen Untermenschen jeglicher Art, gegen Friedensschleimer(— Pazifisten. D. Hebers.) und Judenlehrlinge (=: Marxisten. D. Hebers), gegen Weihmänner(= Professor Magnus Hirschfeld. D. Hebers.) und Negermusik, gegen Tierquäler und Geldraffer. Und es kam der Tag, da brach blutigrot das Morgenrot der Freiheit über Deutschland aus, das war der Abend des 30. Januar 1933. Mit allerhöchster Genehmigung des Herrn Reichspräsidenten wurde die nationale Erhebung vollzogen. Heber Verfolgungen und Unterdrückungen, über Tote und Leichen hinweg ist die wunderbare braune Bewegung machtvoll zum Siege geschritten, und die Namen Horst Wessel und Gregor Straßer kennzeichnen die blutvollen Pflastersteine dieses Weges. Wo gehobelt wird, da fallen Späne, und es mögen wohl zehntausend Späne gewesen sein. Lange genug hatten wir Unbill und Schmach erduldet, jetzt wurde schonungslos Abrechnung gehalten, unsere Revolution war die unblutigste der Weltgeschichte. Alles Unrecht wurde gerächt, das wir in 14 Jahren erduldet, Juden. Marxisten und andere Untermenschen fielen der Volkswut anheim, und nach einem Kanzlerwort hat die deutsche Revolution noch keinen 50 Menschen das Lehen gekostet, und das waren Halunken. Und heute klappern wieder die Flügel der alten deutschen Mühle im trauten alten deutschen Schwarzwald, heil ihm. Sie singen ein Lied, ein urgewaltiges Lied, das Lied von deutscher Arbeitsdienstpflicht und von deutscher Volksgemeinschaft. Ein Reich, ein Gott, ein Führer und ein Topf! Vergessen ist, was war. Die alte deutsche Mühle singt ihr Lied wie sie es sang im Jahre 1200, da sie erbaut war, genau so. Und das warum? Weil er, der Führer, dem deutschen Volk die Freiheit wiedergegeben hat. Heil! Dieser Bericht wurde bei dem Journalisten Wettbewerb„Mit Hitler in die Macht" von Herrn Propagandaminister Dr. Goebbels mit dem ersten Preis ausgezeichnet. £ied mm Waffenhandel Wir handeln mit Mord und leben vom Tod. Der Absatzmarkt sind die Kriege. Der tägliche Krieg ist uns tägliches Brot, und Konkurs bedeutet uns Friede. Wo Völker verbluten im Heldentum, dort wittern wir Konjunkturen. Wir meinen Profit und sprechen vom Ruhm und bezahlen die Diktaturen. Wir propagieren den Krieg mit wirren Ideen und engagieren uns„Stahlbad Propheten", Sie mögen den Haß in die Völker säen, Uns sprießen daraus die Moneten. 1)ie jqefähtliche JCapede Ohrfeigen für„englisches Geplärre" Das Mannheimer„Hakenkreuzbanner" stellt in großer Aufmachung fest, daß„manchem Kaffeehausbesitzer und manchen Dirigenten von Kaffeehauskapellen" nicht bekannt zu sein seheint,„daß wir Nationalsozialisten uns nicht scheuten, dann und wann einem Kapellmeister für den„Genuß" solcher (atonalen) Geräusche eine diesbezügliche Ohrfeige in aller Oeffentlichkeit zu applizieren. Das scheint die Kapelle im Cafe Velde nicht zu wissen, denn sonst besäße sie nicht die Frechheit, Niggersongs durchs Megaphon in weinerlich englischem Geplärre den Gästen vorzusetzen..." Dann folgt die übliche Drohung:„Man passe auf diese Kapelle auf, Herr Geschäftsführer, damit w i r nicht in diese Aufgabe gestrickt werden." Zeit=7l&tlieit „Die Rassen" in der Tschechoslowakei Ferdinand Bruckners„Die Rassen", das auf Protest der deutschen Gesandschaft in Prag vom Spielplan abgesetzt worden ist, wird nun von der Jungjüdischen Bühne in den nächsten Tagen als Erstaufführung in der Tschechoslowakei gespielt werden. Hineingewachsen In einer Massenversammlung in Chemnitz kündete der Gauleiter des Gaues Kurmark, Oberpräsident Wilhelm Kube. an, jeder Jugenderzieher werde zukünftig alle 3 Jahre durch Prüfungen und in Kursen unter Beweis zu stellen haben, ob er hineingewachsen sei in das„dritte Reich" und ob das„dritte Reich" sein bestes Material, die Jugend, ihm weiter zur Erziehung überlassen könne. Interessante Umfrage Bei einer Umfrage der„NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude" in den Siemenswerken ergab sich, daß von 42 000 Siemensarbeitern, welche die Umfrage beantworteten, 50 Prozent niemals Sport getrieben hatten, und daß 60 v. H. der Männer und 80 v. H. der Frauen noch niemals ein Theater besucht hatten. Lloyd George im Film Zwischen dem früheren englischen Ministerpräsidenten Lloyd George und der amerikanischen Filmgesellschaft Mctro-Goldwvn-Meyer sind Verhandlungen über die Verfilmung der Memoiren Lloyd Georges aufgenommen worden. Der Film wird voraussichtlich in Kalifornien oder in England gedreht werden. Auch wie QCuüde stehen zu AdaCf Qiittec ,'on einem Foxterrier Mehr als für jedes andere lebende Wesen gilt für uns tubenreine Hunde das Wort unseres Führers Adolf Hitler, aß die Rassenschande die Erbsünde jedes Geschlechts dar- teilt. Darüber sind wir deutschen Hunde uns vollständig lar: Der unerbittliche Todfeind der deutschen Hunderasse et lind bleibt der französische Schoßhund. Bedauerliches eichen des sittlichen Tiefstandes eines Volkes, das seiner eiligsten Güter vergißt und uns großen Kläffern bastardi- ierte Schoßhunde vorzieht! Wie oft mußten wir Foxterrier oll Unwille zusehen, wie deutsche Frauen verdackeltc und lit anderen tiefstehenden Rassen gemischte Schoßhunde unkler französischer Provenienz liehkosten, mit Zucker- lücken fütterten und so sich der Rassenschändung hingaben, leute werden sich nie mehr Rassenhunde auf Promenaden lit einem Bastardhlut einlassen. Wenn die Verlockung auch och so groß ist, der deutsehe Hund wird widerstehen und o seiner nationalen Pflicht genügen. Kleinwüchsig, ver- rüppelt. mit latschigem Gang, hinterlistig und falsch: das it das Bild des Promenadendackels. Seien wir uns über Ines klar: Die Verpestung durch Daekelhlut mitten in leutsrhland entspricht ebenso sehr der sadistisch perversen achsuchl dieses unseres Erbfeindes, wie der eisig kalten 'eberlegung des Juden, auf diesem Wege die Bastardisierung es europäischen Kontinents zu beginnen und der deutschen funderasse durch die Infizierung mit niederem Ilundetum ie Grundlagen zu seiner selbstherrlichen Existenz tu ent- rhen Die Parole der nationalsozialistischen Hunde lautet: Wider d n unhündischen Geist, gegen die dackelhaften nterhunde' Wir Hunde fordern die Ausmerzung alles remdrassigen. das heißt die Sterilisation für die artver- .ssenen Hunde, die die Stirn haben, sich auf Promenaden >it Dackeln einzulassen. Es lebe die nationale Hunde- ittec et2 äMt Heinrich Regina. Dämmerung. Notizen in Deutschland. 280 Seiten. Kart. 4.-— Fr., Leinen($,—. Fr. Verlag Oprecht u. Helhling, Zütitb 1934. Diese Aufzeichnungen eines mir unbekannten Mannes sind >5 ihres aphoristischen Charakters wohl das Gültigste, was bisher über die geistige Lage in Deutschland vor der Eroberung durch den Nationalsozialismus gesagt wurde. Sie stammen aus der Zeit des Zwielichts, der geistigen und politischen Unentsdiiedenheit, aus den lähmenden Jahren 1927 bis 1931. Mit einer Eigenwilligkeit sondergleichen untersucht der Verfasser die Situation des deutschen Menschen, und es ist erstaunlich zu sehen, wie er über die rein ökonomische Bedingtheit fortschreitet zu der Erkenntnis einer anarchischen Welt, deren Maschen in eine heillose Unordnung geraten sind. Hier spricht das große Leid eines Erkennenden, der sich nicht in fix und fertige Systeme rettet und aus dem Elfenbeinturm einer Theorie die Welt apostrophiert— hier spricht ein Mensch, der sich kein X für ein U vormachen läßt, ein Zeitgenosse jener großen Verbannten, die, von Augustin bis zum englischen Humanismus, fern der Heimat, die Siegelbewahrer der Wahrheit und des Gewissens waren. Kein Wort der Beschimpfung, keine oberflächliche Empörung, kein nervöses Geschrei lebt in diesem Buch— es geht mit dem heiligen Ingrimm und der verbissenen Trauer eines Liebenden an die Wurzeln der menschlichen Existenz innerhalb des herrschenden Gesellschaftssystems. Mag manches sogar vieles überscharf belichtet sein— die Grad- heit des Mannes, der hinter diesen Worten steht, überdeckt jeden Einwand. Man lese das Kapitel:— Alle müssen sterben. Selten war der ewig revolutionierende Zwiespalt menschlichen Lebens so klar und einfach aufgerissen wie hier. Ich weiß, was ich wage, wenn ich behaupte, diese Sätze könnten von Shakespeare sein. Von jenem Shakespeare, der London verließ und sich, den Mund voll Ekel, in sein Heimatdorf vergrub. Dieses Buch ist in keiner Weise mit den heute üblichen Attacken gegen ein Staatssystem zu verwechseln. Es keift nicht, es„entlarvt" nicht, es ist unerhört unnervös. In der großen Nacht des Schweigens, in der sich heute viele produktive Menschen befinden, indem sie die hillige und unnütze Art beschriebenen Gezeters erkennen, grüßt dieses Werk als ein leuchtender Anfang alle jene, denen nach der abgrundtiefen Trauer über das Schicksal ihrer Epoche der heilige Ernst einer neuen Verantwortung langsam erwächst. Ernst Gläser. JiiichiUuqe im Icach Das Unbeschreibliche— hier wirds Ereignis Die Weiterbeförderung deutscher Flüchtlinge aus Frankreich nach Ländern, die eventuell bessere Erwerbsmöglichkeiten bieten, wird seit Monaten systematisch vom Gönnte national in Paris in die Wege geleitet und die notwendigen Mittel dafür zur Verfügung gestellt. In den letzten Wochen ist eine größere Anzahl deutscher Flüchtlinge nach Brasilien geschickt worden. Laut brasilianischem Gesetz darf nur diejenige Person nach Brasilien einwandern, die Kapital ausweisen kann oder die die Ueberfahrt als Passagier erster Klasse zurückgelegt hat. Da das Untcrstützungscomite keine größeren Kapitalien auf die Reise mitgeben konnte, stellte es den Flüchtlingen ein Billett erster Klasse zu. Die internationalen, ungeschriebenen Höflichkeitsgesetze auf den Ueberseedampfern verlangen aber einen Frack für die erste Klasse, um an der table d'hote teilnehmen zu können. Also lieferte das Comite auch noch einen Frack zum Billett dazu. Und die letzte Schwierigkeit zur Einwanderung nach Brasilien war überwunden. Welch schauerliche, groteske Situation. Aus den Wohlfahrtsküchen des Comites an die table d'hote verpflanzt, in Fräcke gekleidet, mit 200 Fr. Notgeld in der Tasche, saßen deutsche Flüchtlinge zwischen reichen Luxusreisenden. Einer Ungewissen Zukunft entgegenfahrend und eine schwere Vergangenheit verlassend. Armut und Not im Frack. Aber in dieser unserer Welt ist nichts unmöglich, nichts widerspruchsvoll und grotesk genug, um nicht Wirkliehkeit zu werden. Solange Viehherden getötet und Lebensmittel ins Meer geschüttet werden, um die Preise zu stützen, solange Völker in Kriege gehetzt werden, um dem Waffenhandel Absatz zu schaffen, können auch Flüchtlinge im Frack reisen. Vielleicht schließt sich die Kette der Sinnlosigkeiten und Widersprüche dort drüben an der brasilianischen Küste, und einer der Auswanderer im Frack darf mithelfen, Kaffee und Weizen ins Meer zu schütten. Auch das wäre möglich. Und es wäre ein Symbol unserer chaotischen, gesetzlosen, abscheulichen Welt. Thomas Eck. „Grausige Literatur" Im„Angriff" schreibt Will Vesper, der kürzlich Hitler In schlechtesten Reimen zum Herzog ausrief:„Kulturloser Buchhandel... An die Stelle des verschwundenen Drecks ist nicht etwa die eigentliche wertbeständige deutsche Dichtung, sondern ist vor allem eine grausige Unterhaltungs- und Kriminalliteratur getreten." Vesper fordert gleichzeitig zur Boykottierung der„jüdischen Verlagshäuser" S. Fischer. Zsolnoy, Rowohlt usw. auf, «Deutsche Freiheit". Nr. 142 Das bume Matt Samstag, den 28. Juni 1934 Die Aklavenschmsch von Australien Das Schlachtfeld von Waterloo 70 Oeger auf Her Menfchenjagd erschossen Durch enne Gerichtsverhandlung, die augenblick- lich in Port Darwin stattfindet, und in der drei Neger wegen Mordes angellagt sind, werden die menschenunwürdigen Verhältnisse, unter denen die Ureinwohner Australiens melfach noch heute zu leben gezwungen sind, beleuchtet. jqhrige Knaben sind keine Seltenheit. Der Gerichtsbehörde ist die Ueberfüllung ihrer Gefängnisse nur angenehm, da sie von der Regierung ein Verpflegungsgelö von 2 Schilling pro Kopf erhält, das jedoch bei weitem nicht verbraucht wird. Um das Schlachtfeld von Waterloo tobt gegenwärtig ein Kampf, der jedoch kein Menschenleben und keinen Thron fordert wie der Kampf im Jahre 181-5. Die Erbitterung der Gegner von heute ist ober deshalb nicht geringer als die. der Gegner von damals. Der Maire von Nivelles und ein englisches Komitee zur Erhaltung des Schlachtfeldes von Waterloo stehen sich in diesem unblutigen Feldzug um Waterloo gegenüber. Kopfpreise auf schwarze Gefangene Eine Bande japanischer Flschräubea landete ohne behörd- liche Genehmigung in der Caledon-Bay, einem Bezirk in Nordaustralien, der den Eingeborenen vorbehalten ist. Die Japaner benahmen sich äußerst anmaßend, sie verlangten von den Negern die verschiedensten Dienste und wurden tätlich, wenn die Schwarzen sich weigerten. Als sie aber schließlich die Frauen der.Eingeborenen zu entführen ver- suchten, kam es zu einem schweren Aufstand der sonst sehr friedlichen Negerstämme. Die Japaner wurden in der Nacht überfallen. Fünf von ihnen stauben unter den Pfeilen und Speeren der schwarzen Krieger, die übrigen entkamen. Das«freie Geleit" Die Behörden erfuhren vom diesem Vorfall und sandten eine Polizei-Expedition aus. Aber den Beamten gelang es nicht, die Täter zu ermitteln. Schließlich wandte sich die Polizei an zwei weiße Missionare, die unter den Eingebo- renen größtes Vertrauen besitzen. Die Missionare erklär- ten sich auch bereit, die Täter den Gerichten zuzuführen. Sie begaben sich in die Caledon-Bay und redeten auf die Neger ein, sich ruhig den Behörden auszuliefern, da ihnen nichts geschehen würde, es handele sich nur mm eine Formsache. «Fürchtet euch nicht", so erklärten sie,„war werden euch stets zur Seite sein!" Drei Neger, die tätlich an dem UeberfoH beteiligt waren, zeigten sich bereit, ihren oermemtSchen weißen Freunden nach Port Darwin zu folgen. Sie konnten in ihrem kind- lichen Vertrauen nicht wissen, daß sie damit den Behörden in die Falle gingen. Als sie in Port Darwin anlangten, wurden sie sofort ins Gefängnis gebracht. Es droht ihnen Todesstrafe. Sie stehen jetzt vor ihren Richtern und müssen eine Ge- richtsverhandlung über sich ergehen lassen, von der sie nicht ein Wort verstehen. Zu Beginn des Jahrhunderts häuften sich so sehr die Stimmen, die gegen die Behandlung der Eingeborenen, vor allem in Westaustralien protestierten, daß die Regierung eine Untersuchungskommission ernennen mußte. Der Bericht dieser Kommission erregte damals in der ganzen Welt größtes Aufsehen. Ueberoll im Land waren der Kommission Gruppen aneinandergeschmiedeter Neger begegnet, die schwere Karren für den Wegebau schleppten. Es waren Straf- linge, die als billige Arbeitskraft ausgenutzt wurden. Wie sich herausstellte» war die Verhaftung und Verurteilung von Negern wegen angeblichen Biehöiebstahls zu einer Industrie geworden. Die Polizisten erhielten für jede einzelne Ver- Haftung eine Kopsprämie. Sie benötigten für die Verhaftung keine amtlichen Aufträge. Man kann sich vorstellen, wie wahllos sie jeden Eingeborenen mit sich nahmen, der ihnen auf der Straße begegnete. Das Untersuchungsergebnis hat damals für die Eingeborenen einige Erleichterung gebracht. Allerdings wurde sie kaum fühlbar. Inzwischen hat sich die Lage der Neger wieder langsam verschlechtert. Im Jahre 1926 kam ein furchtbares Verbrechen der weißen Siedler ans Licht. Ein Siedler namens Hayden hatte einen Neger schwer mißhandelt, weil dieser ihm wegen der Entführung seiner Frau Vorwürfe gemacht hatte. Der Eingeborene griff zu seinem Speer und tötete den Weißen. Daraus schlössen sich die Siedler zu einer Strafexpedition zusammen und drangen in das Territorium der Eingeborenen ein. Sie schössen alle Neger nieder, die ihnen in den Weg kamen. Um die Spur ihrer Verbrechen zu verwischen, verbrannten sie die Leichen. Nivelles, eine kleine Stadt südlich von Brüssel in Brabant in Belgien gelegen, zugleich der Verwaltungssitz für das historische Schlachtfeld, bedarf desselben zur Erweiterung des Ortes und zur Gewinnung von Boden zur Durchführung notwendiger Neubauten. Die. Engländer, denen sich auch die Franzosen angeschlossen haben, sind für die Erhaltung der Wallstatt der erbittertsten Kämpfe des vorigen Jahrhunderts und berufen sich bei der Verteidigung derselben auf eine Gesetzesstelle vom März 1914, in welcher es heißt:„Es ist verboten, auf dem Felde von Waterloo ohne Genehmigung der Regierung Bäume zu pflanzen. Gebäude zu errichien, Steinbrüche anzulegen oder Ausgrabungen irgendwelcher Art vorzunehmen." Ter Maire von Nivelles kämpft nun für die Aufhebung dieser Bestimmung, um für die erforderlichen Erweiterungen den nötigen Boden zu gewinnen, sichert aber den Gegnern die Erhaltung der historischen Gehöfte von Hougoumont und Belle Alliance zu.«Für das übrige," erklärt der Maire, «besteht jedoch kein Grund, warum die Belgier die Bedllrf- nisse der Gegenwart der Erinnerung an 1815 opfern sollten. Wir haben jetzt das Gedenken des Jahres 1914, und das genügt uns." Vertreter der belgischen Regierung und des englischen Komitees beabsichtigen nun, dem Felde von Waterloo einen Besuch abzustatten, um gemeinsam nach einer friedlichen Lösung der strittigen Frage zu suchen. F. L. F. Dio Gerichte sprechen frei Mensche« werden wie Känguruhs gejagt Die Behandlung der australischen Ureinwohner während der letzten 199 Jahre ist ein schwarzes Kapitel in der Kolo- niolgeschichte. In welchem Maße sich die weißen Siedler den Schwarzen überlegen fühlten, geht aus der Tatsache zur Genüge hervor, daß noch bis vor kurzem in entlegenen Gegenden von den Weißen Menschenjagden veranstaltet wur- den. Derartige Jagden auf Eingeborene wurden als Sonn- tagsbelustigung angesehen und endeten zumeist mit vielen Toten. Die Neger sind immer wehrlos, dm sie keine Stimme im Parlament haben. Sie können im Gericht auch nicht als Zeugen auftreten, wenn in den Prozeß ein Weißer ver- wickelt ist. So kommt es, daß die Eingeborenen keinen Weißen vor das Gericht bringen können. Die Ländereien, die den Eingeborenenstämmen zur Ver- sügung stehen, werden immer kleiner, da die weißen Siedler Acker für Acker für sich in Beschlag legen. Den Entrech- teten bleibt nur die Wahl zwischen Hunger oder der Jagd auf die Herden der Siedler Aus Tierdiebstahl aber stehen hohe Strafe. Von Zeit zu Zeit treffen Polizeipatrouiüen ein, die wahllos Verhaftungen vornehmen. 39 bis 49 Neger mit Ketten aneinandergeichmiedet langen schließlich in Port Darwin an, wo sie für viele Jahre im Gefängnis verblei- ben müssen. Gesängnisstrasen von zwei Jahren für zehn- Als ein Missionar gegen die Greuel einschreiten wollte, wurde er von ben Siedlern bedroht. Der Missionar zeigte d'ie Angelegenheit aber trotzdem an und ein Kommissar wurde von der westaustralischen Regierung mit der Unter- suchung beaustragt. Er konnte nur zwei Verdächtige ermit- teln, die aber vom Gericht freigesprochen wurden. Das Ver- brechen blieb ungesühnt. Vor ganz kurzer Zeit wurde von ben Siedlern ein ganz ähnliches, aber noch entsetzlicheres Blutbad angerichtet. Ein Eingeborener hatte einen Jäger namens Brookes im Ver- lauf eines Streites getötet. Darauf veranstalteten die Siedler zusammen mit einer starken Polizeipatrouille eine regelrechte Menschenjagd. Allein 79 Eingeborene wurden erschossen, als sie sich, zum Zeichen ihrer Friedfertigkeit mit Zweigen winkend, der„Jagdgesellschaft" näherten. Auch diese grauenhaste Tat fand keine Sühne. «Sklavenschein für 19 Schilling" Noch heule kann jeder weiße Siedler bei der Polizeibehörde eine Art„Sklavenschein" kaufen. Er kostet 19 Schilling im Jahr und berechtigt zur Einstellung«schwarzer Arbeiter" ohne Lohn. Die Zahl solcher unbezahlten Neger beträgt heute etwa 2390. Erst im vergangenen Jahr wurde eine Untersuchung über die Behandlung eingeleitet, der die Sklaven von ihren Herren und auch von der Polizei ausgesetzt sind. Sie ergab erschreckende Feststellungen. Eine Negerfrau beispielsweise war wegen Trägheit zu Tode geprügelt worden, nachdem sie vorher unbeschreiblichen Marterungen ausgesetzt war. Tie Fälle nachgewiesener schwerer Körperverletzungen konnten Wissen s>ie schon— ... wie die berühmte Kriegsflotte der Spanier hieß?-- Armada. ... wie der Nationalheld Spaniens heißt?— Der Cid. ... wie der Schutzheilige von Frankreich heißt?— St. Denis. ... woher für den Krieg die Bezeichnung stammt«ultima ratio regnum"?— Von der Inschrift auf den französischen Kanonen unter Kardinal Richelieu(1585-1642) und auf den preußischen unter Friedrich dem Großen. ... was die Büchse der Pandora enthielt?— Krankheit, Drangsal und Alter. Und am Grunde die Hoffnung. ... warum die Proletarier in der französischen Revolution „Sansculotten" hießen?— Sie trugen statt der üblichen Kniehose sculotte) bis zu ben Knien reichende Pantalons. ... mit welchem Titel katholische Prälaten anzusprechen sind?— Monsignore. ... was Sternschnuppen sind und warum sie leuchten?— Es sind kleine Stücke kosmischer Materie,' sie werden beim Durchqueren der Atmosphäre durch Reibung glühend. ... Wie die fünf Kegelschnitte heißen?— Parabel, Hyperbel, Ellipse, Kreis und Dreieck. nicht einzeln aufgezählt werben. Bon den Schuldigen wurde niemand bestraft... Die Zivilisation hat Australien in Besitz genommen. Das Gebiet der schwarzen Ureinwohner wird von Jahr zu Jahr kleiner. Während die Zahl der Mischlinge im Wachsen be- griffen ist, geht die Zahl der reinen Neger ständig zurück. Noch vor 199 Jahren lebten 1 Million Eingeborene auf dem Jnselkontinent. Heute beläuft sich ihre Zahl auf höchstens 69 999 Seelen. Grenz-Echo. Unsere Töchter, die Oazinen Roman von Hermynia Zur Mühlen. Er letzte sich im Bett aus und preßte die Hand ans Herz. Ich lies zu ihm hin und Hielt ihn fest. Er stöhnte ganz leise. «Mir wird so schwarz vor den Augen." Und dann lag er mit-, einemmal ganz schwer in meinen Armen, weiß wie eine Wand, mit aufgerissenen erschrockenen Augen und gab keine Antwort. Ich glaubte, er sei ohn- mächtig geworden, was in der letzten Zeit häufig geschab und lief aus den Korridor hinaus und bat die Nachbarin, sie soll schnell den Doktor Bär rufen. Ich konnte meinen Anton doch nicht allein lassen. Er lag ganz reglos da und seine Augen starrten noch immer zur Decke empor. Etwas in mir sagte:«Er ist tot." Aber ich wollte es nicht glauben. Er hatte doch noch vor ein paar Minuten mit mir gesprochen, hatte sich gerührt, hatte zu lächeln versucht. Die Stube schien plötzlich so leer, als ob ich ganz allein da wäre. Und ich fühlte eine furchtbare Angst. Der Doktor Bär kam in wenigen Minuten. Er hatte sich nicht einmal die Zeit genommen, eine Krawatte umzubinden, und er keuchte fürchterlich: er muß die vier Treppen herauf- gelaufen sein. „Nicht wahr, es ist nur eine Ohnmacht?" fragte ich ihn. «Eine lange Ohnmacht, wie vor einer Woche?" z Aber als ich in sein Gesicht blickte, wußte ich schon, daß es keine Ohnmacht war, sondern der Tod. Der Doktor Bär versuchte mich zu trösten. „Er ist leicht gestorben, liebe Genossin," sagte er.«Ohne zu leiden. Ich könnte ihn fast um seinen friedlichen Tod be- neiden." Und er seufzte tief. Der Doktor Bär hat immer so düster in die Zukunft geschaut, was ich nie verstand, denn er hatte eine schöne Praxis, eine liebe Frau und drei brave Kinder, zwei Söhne, die Rechtsanwälte waren, und eine verheiratete Tochter. Für mich aber bedeuteten seine Worte keinen Trost. Mein Anton war tot, er würde nie mehr mit mir sprechen, nie mehr lieb zu mir sein. Für mich war alles aus. Der Doktor Bär erinnerte mich an Toni, die ich ganz vergessen hatte. «Ich werde in die Fabrik gehen," sagte er,„und es ihr sagen." Und jetzt erst siel mir ein, daß ich ja noch eine Tochter habe. Ich weinte und weinte den ganzen Tag, die Nachbarinnen kamen und sagten mir gute Worte, aber ich hörte sie kaum. Und auch die Gräfin Agnes kam,— in einer kleinen Stadt wird ja alles so rasch bekannt. Sie weinte mit mir, und dann sagte sie: «Kati, Sie haben Ihren lieben Mann verloren, aber Sie sind viele Jahre glücklich mit ihm gewesen. Vergessen Sie das nicht. Es ist weniger grausam, einen Menschen an den Tod zu verlieren als an andere Frauen." Und dann weinte sie wieber, aber ich wußte: jetzt weint sie nicht um mich und. nicht um meinen Anton,'sondern wegen ihrer unglücklichen Ehe, denn sie hat viel gelitten, meine arme Gräsin Agnes, und ihr Mann hat nicht gewußt, was für einen Schatz er an ihr gehabt hat. Die Toni hat nicht geweint. Sie war wie aus Stein, mit einem ganz harten kleinen Gesicht und das hat mir weh ge- tan. so daß ich ungerecht gegen sie geworden bin. «So seid ihr jungen Menschen," habe ich gesagt,„du hast den besten Bater von der Welt gehabt, und wenn er stirbt, weinst du ihm keine Träne nach." Dabei war mir zumute, als ob ich mein eigenes Kind hassen würde. Sie hat mich angeschaut, mit den schönen grauen Augen, die sie von meinem Anton hat. gequält unglücklich. „Ich kann nicht weinen, Mutter," hat sie erwidert.«Das weißt du doch." Und sie ist ganz starr dagestanden und hat ihren toten Vater angesehen, als wollte sie sich für ewig sein Bild ein- prägen. Dann hat sie sich vom Bett fortgedreht und ist zu mir getreten und hat mir ganz sanft den Kopf gestreichelt, wie eS mein Anton immer getan hat. „Arme Mutter, arme Mutter." Und nachher ist sie aus der Stube gelaufen, als ob jemand hinter ihr her wäre. Das war am dritten Januar siebenundzwanzig. Wie mein Anton begraben wurde, Hab ich geglaubt, ich kann nicht weiterleben, aber ich lebe noch heute und werde wohl eine uralte Frau werden, wie meine Mutter und meine Großmutter. Natürlich hat uns der Verdienst meines Antons sehr gefehlt, und ich Hab im Sommer für die Fremden gewaschen und geflickt. So sind wir ganz schön durchgekommen. Der Seppel, der gut verdient hat, wollte uns immer aushelfen, aber die Toni gab es nicht zu. Ueber- Haupt schienen die beiden sich ein wenig zu entfremden. Die Toni war nicht mehr so begeistert von Rußland, und der Seppel schimpfte immer über uns Sozialdemokraten. Aber sie hatten einander doch noch zu lieb, um sich zu trennen. So vergingen zwei Jahre. Irgendetwas scheint in der Welt wieder nicht in Ordnung zu sein. Oft hörte man sagen:«Der oder die hat ihre Stellung verloren" und in unserem kleinen Städtchen mußten drei Kaufleute Konkurs ansagen. Dabei waren es ordentliche fleißige Menschen gewesen, die ihre Angestellien gut bezahlten. Ihre Läden blieben auch leer, sie sahen traurig aus, wie etwas Totes. Auch in Tonis Fabrik wurden Arbeiter und Angestellte entlassen. Viele von den Angestellten schlugen sich zu der Nationalsozialistischen Partei, und auch einige Arbeiter. Nun gingen bereits viele Menschen in den Umzügen mit, denen die Hakenkreuzfahne vorausgetrageu wurde, und es kam immer wieder zu Schlägereien zwischen den Nazis und den Unfern und ben Kommunisten. Aber die Nazis griffen im- mer nur an, wenn sie in der Uebermacht waren. Bei den Schlägereien hielten die Sozialdemokraten und Kommunisten zusammen, aber in ihren Versammlungen beschimpften sie einander noch immer, und ich konnte das nicht begreifen. Aber ich war eben nur eine einfache Frau und keine Poli- titerin. Die Minister hielten lange Reden und erklärten immer, jetzt gehe es endlich bergauf mit uns, doch merkten wir nicht? davon. (Fortsetzung folgt.j i Köln, 30. Nowember 1933 Von Erich Weinert Alles, was in dieser Dichtung über den Akt der Hinrichtung von sechs jungen Kommunisten in Köln am üo. November 1U33 berichtet wird, ist dokumentarisch. I «5' f-?fJ n- e/ nem exklusiven Weinlokal. Vor Mitternacht. I™£}J®- r Ät£ otßa' u» aü' Major, Sanitätsrat. Kaplan und ^ 1cr fleUner- Radiomusik. Dazu wird am Sie» oentlich gelungene -r^ki<-piddcmanns da kann keiner ropp,' Da is dal Schlössclloch verstopp." Majvx: Na. die sind schon in der richtigen Karnevals- st minung! tEr trink, zum Nebentisch hinüber.) Ja. ich komme Ihnen einen. Direktor! Staatsanwalt: Ach das ist der neue Kölsche Schlager. Ja. man kommt gar nicht mehr unter die Leute. ES.-Führer: Hochbetrieb in Ihrer Branche,»ich» «aniiälsrat: Sehn auch schlecht aus Staatsanwalt. Staatsanwalt: Bin was müde. Heut früh schon um sUnf raus. Und dann ist mir die Holzhackcrei am Klingelpütz doch etivas an die Nerven gegangen. Major: Ach was im neuen Teutschland gibts keine Nerven mehr. SS.-Führer: Das bißchen Kopfabhacke»? War»och viel zu wenig Wen» das nicht eine so wenig standesgemäße Beschäftigung ivär, drei Stunden könnte ich mich hinstellen und draufloshackcn. in einer Tour. Kaplan: Aber»'cht auf Mensche»köpfe. SS.-Führer: Was heißt! Kommunefratzcn sind keine Mcnschenköpfe. Haha. Kaplan: Mir würde es offen gesagt, mehr Freude bc- reite», verirrte Köpfe wieder zure"-tznseven. Major: Aber lieber geistlicher freund, nur keine falsche Humanität! Was ab muß. muß ab! Sanitätsrat: sehr r'chtig. Noch viel zu ivcuig. Wenus nach mir^ginge. gäbs noch ein ganz anderes Köpfcrollen. SS.-Führer. Wie unser Führer das angekündigt hatte. Sanitätsrat: Wissen sie was ich machte? Dachte heute mittag so dran. wie ich durch die straften fahre— denke, was stehn die Brü-dcr so herum.— Keiner spricht— kleine Gruppe».— sie hätten mal sehen solle», meine Herren,— wi: da der ganze Haß aus den Augen funkelte— gemeine Blicke sag ich Ihnen— daß ich mir sagte: Gott deni Herrn sei gedankt daß unser Führer dies Lumpengesindel nicht hat an die Macht kommen lassen! ss.-Führer: Ja, dann würden wohl heute jeden Tag Hunderte von Köpfe» in den straften herunirollcn. Mit uu- fern spielten sie vielleicht heut Kegel im Rathaus. Kaplan: Na, so schlimm wäre es vielleicht nicht gekommen. Ober, bitte geben sie mir noch einen Schoppen! Kellner ikvmmt): Darf ich Herrn Staatsanwalt»och eins bringen? Staatsanwalt: Ich weiß nicht- ach. bringen sie m'r noch «inen. tKellner ab.j Hören sie mal(er neigt sich nach der Tijchmtttej, ich beobachte den Kellner schon eine Weile— der gefällt mir nicht, der Mann. SS.-Führer: Der Kellner? Warum? Nein, der ist gut. war schon 3! SA., ganz zuverlässig. Aber, wie kommen Sie draus, Herr Staatsanwalt? Staatsanwalt: Na. ich weiß nicht! steht immer da hinten rum. Wenn ich mal da hingucke, dann steht er da und starrt mich an. als ivenu ich ihm was schuldig wäre, nsi Kaplan: Vielleicht sind Tics ihm auch. Herr Staatsanwalt. Staatsanwalt: Was denn? Kaplan: schuldig. Staatsanwalt: sie. machen sie keine geistlichen Scherze! Die Zeche wird immer gleich bezahlt. Kaplan: In der Weltgeschichte nicht. Major. O doch, o doch. Heute haben wieder sechs Kommu- nistenschweiue die Zeche bezahlen müssen. Kaplan: Ich habe übrigens gehört. Herr Staatsauwalt, Sie sollen da Pech gehabt habe» mit dem Scharfrichter: ich hörte sowas von Dr. Feist, der dabei war. SS.-Führer: Besoffen war das Schwein, der hat ein paar- mal daneben gehackt. Staatsanwalt: Mein lieber geistlicher Freund, nun habe ich d'e Sache heut schon sünfmal erzählt. Ersparen Tie mir. das nochmals zu tun! Kaplan: Ja, ich war noch nicht da. Nur ein paar Fragen: Wie benahmen sich die Leute vor dem Tode? Hatten Tie geistlichen Beistand verlangt? Staatsanwalt: Im Gegenteil.„Wir sind keinem lieben Gott verantwortlich, nur uuseren Älassengenosscn!" haben sie gesagt. Eiiimiiltg. SS.-Führcr: Was können sie von solche» Verbrechern anders erwarte»?^. r^ .Kaplan: Nicht doch' Lasten sie mich doch mal hören! Den Seelsorger interessiert mehr. Und dann? Wie benahmen sie sich vor dem Tode? Staatsanwalt: Vor dem Tode? Nun. ebenso. Kaplan: Was heißt: ebenso? Nicht eine Spur von Zer- knirschung?,,,_...... ,.... Major- Zerknirschung? Hahahaha. Tie hatte» am liebsten den Staatsanwalt zerknirscht! Kaplan: Lassen Sie doch mal! Was mar denn ihr letztes Wort? Staatsanioalt: Nun haben Tie mich genug gelöchert. Nun will ich Ihnen die Geschichte nochmal erzählen— aber im Telegrammstil— wenn Sie erlauben: Alto: verleie die»echs Todesurteile- Zusatz: Seine Exzellenz der prcuftiichc Mi- nistcrpräsident Göring— SS.-Führer: Heil H'tler! Staatsanwalt: Görtng von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht. Da brüllen die sechs« Kaplan: Was brüllen sie? Staatsanwalt: Was hat mich denn der Kellner dauernd so anzustarren? Ober, kommen Sie mal her! Ich Habs nit dem Magen— geben Sie mir doch mal e'nen Booiiekainp— Moment— hören Sic mal— wozu starren Sie mich eigentlich immer son»?..... ,,....,. Kellner: Herr Staatsanwalt irren sich. Vielleicht weil Herr Staatsanwalt heute nicht wohl aussehen. Staatsanwalt: Ach>o ja kann(«in. Kaplan: Was sagten die se»s?. Staatsanwalt: Ist ja Nebensache- so e.ne-'na-lernte -.f. s,e den ersten gleich oben Kaplan: Hat denn der Manu die Schläge noch gesuhlt? Staatsanwalt: Muß er wohl— schüttelte sich doch wie wild. Tann kam erst der richtige Schlag— sprang der Kopf gleich zivei Meter. Kaplan: Und der fünfte und sechste? Staatsanwalt: Beim jüniten haut er wieder daneben— Unterkiefer zerhauen— wie ein Och e hat der gestöhnt. Beim zweiten Hieb war er ab. Den sechsten hat er gleich abgehackt. — Ter Kerl muß einen in der Krone gehabt haben. Sanitätsrat: Ter letzte ivar ja ein zivanzigjähriger Lüm- mcl, der hatte»och weiche Knochen. Kaplan: Das war ja. bei Gott, ein heriodianisches Massaker! Aber eins jagen Sie mir noch: haben die anderen, als sie dieser Schlächterei zusehen mußten, geflucht, gebetet, oder sind sie ohnmächtig geworden? Sanitätsrat: Wissen Sie was so ei» verbohrter Kommu- »ist ist. der ist zu keinen Regungen der Seele sähig. Kaplan: Aber es sind doch auch Menschen, von einer Mut» ter geboren! SS.-Führer: Haha— Mensche»? Untermenschen! Ober, noch einen! Major: Na. nun wissen Sie doch alles, Hvchwürden. Nun wollen w'r nial das Thema wechseln, nicht? Kaplan: Ja, liebe Freunde, uns sollte nichts Menschliches fremd sein. Einen Glauben haben die Ucbeltäter. haben die Missetäter doch noch gehabt— den Glauben an die Welt- revolution. Ist das nicht e:was Sonderbares? Sanitätsrat: A bah— uns'st nichts Menschliches fremd- aber alles Unmenschliche ist uns fremd, Hochwürden! Prost! Staatsanwalt- Aber mich wollen Sic jetzt entschuldigen — bin sehr müde— muß jetzt gehen.— lEr schrickt plötzlich zusammen und horcht nach der Türe) Pst— seien Tic mal ruhig- hören S'e doch mal! Kaplan: Was ist denn? Staatsanioalt: Hören Sie das denn nicht? Major: Was denn? Staatsanwalt: Na. Hab ich denn Halluzinationen? Kaplan: Ja, ivas haben Sie denn? Staatsanioalt: Jetzt schon wieder— die rufen da draußen. SS.-Führer: Kein Mensch ruft Staatsanwalt: Na. hören Sic denn das n'cht?— Jetzt iviedcr— es lebe die Wettrcvolulion. Sanitätsrat: Haben Sie Fieber. Doktor? Staatsanioalt: Warum? Natürlich— da ist es schon wieder szum TS-Führers.— Hören Sie. Herr Stadtrat, schicken S'e ein Auto mit SA. hinter meiner Taxe her— bei mir in der Gegend ist es»ich: geheuer. Kellner(Hilst ihm in de» Mantel): 10 Mark 20, Herr Staatsanwalt. Staatsanwalt: Haben Tie nicht eben gesagt: es lebe? Kellner: Nichts. Herr Staatsanioalt. Staatsanwalt: Also Heil Hitler, meine Herren. Ist d'e TA. schon draußen? SS.-Führcr: Komme mit— telefoniere gleich.(Beide ab) Sanitätsrat: Scheint an Verfolgungswahn zu leiden— oder was ist da los? Hat denn der io ichwache Nerven? Kaplan: Gott wird es w'ssen! Von der Bar her hört man fingen: „Bei Spiddemanns da kann keiner ropp: da ist bat Schlösselloch verstopp." n Arbeiterküche. Das Fenster ist mit einem Bettvorleger verhängt. Karbidlämpchen auf dem Herd. Vor Mitternacht. Aus dem Sofa liegt d'e Mutter, über der Decke die Hände gefaltet, die sich zuweilen konsulvisch schütteln. Das Gesicht ist toienblaft. aus der Stirn ein nasses Tuch. Bei ihr sitzen Genosse Köbes und Genossi» Ursel. Mutter(slüstdrnd): Mein Tünnes— mein TiinncS— Mama, haste noch jelaacht— ich war iarnich dabei- haste noch jesaacht— mich könne je doch höchstens in de Füriorch stecke. Ursel: Mußt nit immer dran denke Jenvssin! Mutter: Ach bringt mich doch bloß dat Köppke von mein Dünnes- dat Lockcnköppke!(Sie jchre't aus.) Köbes: Mußt nit Io laut schreie— dat Schwein da drübbe is sicher am Horche. Mutter(in die Decke beißend): Tat Mördcrpack— dat Mörderpack! Ursel: Bis still, Hainichen— wir dürfe doch hier nit hoch- sehe— Hainichen! Ei jcht um die Sach! Mutter- Has recht— et jehl um die Sach. ja, et seht um die Sach! Mein Tünnes. Köbes: Dein Tünnes is an der roten Front jcfallc, Hann- che»— er is auf dem Felde der Ehre jetalle. Mutter(hart): Aber et kommt der Taach. wo wir uns rücke. Herr Staaisanivalt. Köbes: Pst— klopft iver!(Klopfzeichen an der Tür.)(Er geht zur Tür) Ja? Stimme von draußen: Ventilator. Ursel: Dat is de Tokter. Mutter: Wal pocht dä so laut! Wenn dat Schivein nebenan dat hört! Ter Doktor(tritt ein): Rot Front! Da unten Intoniert einer. Konnte gar nicht schnell aenng ins Haus der Schlüssel klemmt. Was macht Hannchen? lEr geht zum Soso, setzt sich, nimm! d'e Hand der Mutter, mild.s Wie geht Dir«. Wuioffiii? Mutter(packt stumm die Hand des Doktors: ein Schütteln wirft sie). Doktor(streichelt ihre Hände). Mutter: Er hat uns Ehre jcmacht, ja? Er hat uns Ehre jemacht!» Doktor: Er hat uns Ehre jemacht.«Genossin! Mutter(starrt: Wat bat er jesaacht? Doktor: Es lebe die Weltrevolution! Mutter: Dat hat er jesaacht! Doktor: Er ist nicht umsonst gestorben. Genossin! Mütter(m't mattem Lächeln): Es lebe die Welirevolution, hat er jesaacht. Wann is er dranjekomme, Jenosse? Staatsanwalt:;nt ja vir»»,™,.,... kommunistische Phrase. Da hatten sie den ersten gleich oben - sm»-">.»» niindiner Karzbrirf Kaplan- Ich wollte n»r wisse», was sie sagten als letztes Wort?(Kellner kommt mit dem Boouekamp). Staatsanwalt: Komisch, Jupp, wie Tic mich immer an- che»— jetzt weift ichs, ja— Sic haben in den Augen eine ®'»— mit dem Kommunisten tchen— jetzt weift ichs, ja— gewisse Aehnlichkcit— wissen Sie— mit dem Kommunisten- 'ungen von beute früh— w'e der mich anschrie— Kellner- Es lebe die Weltrevolution- nicht wahr? Staaksanwall ltrinkt schn-ll): Noch einen!(Kellner ab). )-• n» assaat! Staatsanwalt»rinn>i>»,. Kaplan: Ach daS haben sie gesagt! Staatsanwalt: Alto um eS furz zu machen— beim dritten aingS arad noch— beim vierten säugt das Rindv'eh an danebenzubacken. Erst mal hackt er ihm eins hinters Ohr — Beil steckt fest— beim zweiten Schlag haut er ihm die halbe Schulter weg— ... Die Gestapo hat über die Beschlagnahme und den Verkauf der Habe des Arbciterbichters Krille einer auslän- tuschen Behörde angegeben, daß das alles beschlagnahmt worden sei aus Grund des Gesetzes über die Einziehung volks- und staatsfeindlichen Vermögens in Verbindung mit dem Gesetz über die Einziehung kommunistischen Vermö- gcns. So viel ick weift, war Krille nie Kommunist, auch seine Bücher haben keinen kommunistischen Inhalt. Ist das vielleicht geschehen, um ihn bei dem Gastland als Kommunisten suspekt zu machen? Den Leuten lst alles zuzutrauen. Im übrigen wird hier riefig geschimpft. Ter Spaßmacher des„dritten Reiches" und langjähriges Mitglied der NSDAP.. Weift-Ferdl. brachte neulich im„Platzt" einen Salat über die Bauarbeiten am Haus der deutschen Kunst. Doktor(schweigt). Mutter: War er der erste? ,, Doktor: Der letzte. Mutler: Wat? un hat dabeistehe müsse, wie die andere— Doktor: Er hat gemußt. Mutter: Hat cr denn nit geschrice— hat er denn nit geschrice? Doktor: Ich war nicht dabei, Häßlichen, aber ich habe ge» hört, er hat nicht mit der Wimper gezuckt. Mutler: Da« is mein Tünnes! Nein, der zuckt nicht mit der Wimper! Mein Tüniice. der hat jewnßt, ei geht um die Sach!(schreiend)' Da zuckt nie» Tünnes nit mit der Wimper' Doktor(hält ihr bestürzt den Mund zu). Mutter: Has recht. Dokto»(zu Köbes»: Weißt du. Köbes, eigentlich sollten wir Hannchen mit der Arbeit nicht belästigen. Mutier(sieht ihn erstaunt an. steht dann energisch auf): Wat heißt hier nit belästije— de Flugblätter bleibe nit liefe und jetzt jrad nit! Ursel: Bleib doch lieje, Hannchc! Mutier: Bin ich Jenvssin oder cn alt Klageweib? Wat sollte da mein Tünnes sagen? Has dich kaputtmache lasse von dal Henkcrjezücht? hält er jesaacht. Nein. Jenosse—- et iv'rd weiter jearbeit! Un dat Lebe, dat je dem Jung jenvmme haben, da: will ich jetzt zu mein Lebe dazu rechne! Wir wolle doch»it jammere!(sie geht zum Herd) Has du de Flug- blätter. Doktcr? Köbes: Et Ursel hat se. Ursel Ja, da in der Markttäich, da ob de Bank. Mußt dat Waschtuch da unte hochschlage- da sind ic. Mutter(macht die Markttasche auf): Häste jroß Einkauf jemacht Ursel. Ursel: Rä. dat is sor d'ch, Hannche! Mutler: For niick? Bis jcck! Wer hat den» mich dat mir» jebracht? Kappes Kees, Wvojch. Bulter— ja, wat is den dat? Köbes: Dat han de Sozialdemokraten in de Straß for dich jesammelt. Liejl en Zettelchc bei. Mutter(findet das Zettelchen, liest):«Wir helfen dich! Rot Front trotz alledem!'Secks sozialdemokratische Genossen." (Sie drückt de» Zettel vors Gesicht und schluchzt. TieseS Schweigen. Klopfzeichen an der Türl. Doktor: Ich mach aus.(geht zur Tür) Ja? Stimme von draußen: Ventilator. Doktor: Komm! Genosse Daniel(kommt):-Bringt et L'cht nach Hinte— dicke Luft'(Ursel trägt die Lampe i» die Kammer) Mutter: Wat is. wat is? Daniel: Hier vorn an de Eck— alles voll Jestaltc mit Karab ner— Da han se wat ausjehobe- drei ha» ich je,ehe — da schlage se in einemsori wie die Bestie drauflos— der eine, glaub ich war dem Danncivcg sein Jung— dä sin heut nacht wieder am Rase. Köbes: Haste den Riesel an der Dachluk abjehangt, Hannchc? Mutter: Ja. dat die bloß in der Numero zwölf in de andere Straft dat nit veriessc han. Da könnt er immer noch weg, wenn sie hier an der Tür sinh. Ten.Schlüssel von Numero zwöls haste. Doktor? Ursel: Mach doch mal leis dal Fenster aus, ob was zu höre is. Daniel(macht leise das Fenster auf): El hat seschosse. Köbes(mit am Fevster): Tat is weit in de Altstadt. Du — da drübc jeht wat— mach dat Fenster zu!(Schweigen und Dunkelheit). Ursel: Hannche? Mutter- Hm? Ursel: Willst? nit ins Bett gehe? Doktor: Ja, geh ins Bett, d» hast Fieber. Genossin! Mutter: Kann doch nit schlafe. Möcht bloß, dat die Nacht einer bei mich bleibt. Doktor: Ich bleibe ja. Wie ist c» denn in der Stadt. Daniel? Daniel: E'nc Wut. sag ich euch— überall is bloß eine Wut — kein Nazi traut sich allein in ne dunkle Straft— wohin ihr hört— ei tibi bloß ein Je.präch: unsere sechs Jenosse— überall, Jenosse, könnt ihr höre: Wat ivar dal letzt Wort? Mutter lm't einer wie abwesenden Stimme): Tünnes! lTicics Schweigen.) Habl ihr dat eben jehört? Habt ihr dat nit jehört? Uriel: Wat, Hannche? Mutter terregt): lln ihr hört dat nich? Doktor: Aber ivas den»? Mutter: Ja. wer ruft denn da so laut? Köbes Was i» denn Hannche? Et ruft doch keiner.. tEr geht ans Fenster öffnet es leise.) Ich hör n'x. Mutter tgeht anö Fenster): Jetzt»it. lSchweigen) Da— da is et doch wieder- janz iveit weg. Doktor law Fenster): Ich kann auch nichts hören. Mutter: Un dat hört ihr nich? Jctzi— da— janz deutlich — janz deutlich— es lebe die WeltrcvotuCon! Sie rufe, Kinder, sie rufe— liniere Jungs rufe! Doktor: Pst. Fenster zu! Mutter lslchentlichi: Laßt mich doch dat Fenster ofse! Laßt mich dat höre! Dat sind unsere Jungs! Doktor(leisct: Hol mal das Licht Ursel. Hannchen fiebert. Komm. Genossin, leg dich auss Tosa. du bist krank. Ihr geht jetzt. N'mm jeder sein Material Mutter: Ja. bleib bei mich. Leg mich schon hin.(Ursel bringt Licht sie legen Hannchc» ans dem Sofa znrecht). Doktor: Macht leise Verschwindet jetzt. Seid vorsichtig! Rot Front!(Daniel, Köbes und Ursel gehen). Doktor(fetzt sich ans Bett, n'inmt die Hände der Mutier). Mutier lmit großen Augen in die plötzlich ein glücklicher Glanz tritt): Ich hör ei wieder! Hörst du nit. Genosse? Un- sere Jungs— sie rufe— es lebe die Weltrepo'utiou! Doktor liegt seine Hand auf ihre Stirn): Sic lebt. Gc- nossin! AuS Heft 2 der..Internationalen Literatur" Moskau, Puschetsnaja 3. Er meinte dabei, es sei schon viel mehr Geld für die Grund- arbeiteN-verbraucht worden, als das ganze Gebäude kosten sollte, und setzte hinzu, das komme wahrscheinlich daher, daß dem„Führer" bei der Grundsteinlegung der Hammer abgesprungen sei. Natürlich allgemeines Schmunzeln. Interessieren ivird Dich noch, daß die BMW tBanerische Motorenwerk in drei Schichten arbeiten, daß btS zum Sep- tember die Diensttauglichen bis zum Jahrgang 35 zu Hebungen einberufe» werden sollen. Tatsache ist. daß bis zum 1. August alle früher militärisch benutzten Gebäude der Stab' München, insbesondere d'e zu Wokm,wecken nmgebau- ten Kasernen von Zivil acräumt sein müssen. Kriegsbegei- siert ist natürlich niemand, bis auf die ganz Jungen, die dazu gedrillt werden. To sah ich kürzlich an» dem Ucbungs- platz der Postler, wie Jungens von 0—10 Jahren mit hölzernen Handgranaten übten ,,, Deotsdier Seemannsbricf Aus Neuyork wird uns geschrieben: Es besteht durchaus kein Zweifel mehr, daß die Un- Zufriedenheit in Deutschland im Steigen begriffen ist. Viele Besucher, welche kürzlich aus Hitlerland zurückkehren, bestätigen dies und wer Gelegenheit hat, mit deutschen See- leuten zu sprechen, kann alles andere als Schmeicheleien für das heutige System zu hören bekommen. Nicht umsonst hat man auf den Schiffen der„Hapag" und des„Lloyd" Hitler- spitze! angestellt, welche die Mannschaft heimlich überwachen. ■i. och versichert jeder Seemann, daß diese Spitzel bekannt sind, und wenn man den ingrimmigen Verwünschungen ÜJl m'Hinken darf, haben diese Gesinnungsschnüffler nichts Gutes zu erwarten, ivenn ein plötzlicher Umschwung kommen sollte. Im Hafen von Neuyork liegt der Dampfer„Albert Ballin" von der Hamburg-Amerika-Linie. Fünf Seeleute gehen an Land, froh, der mißtrauischen Beobachtung auf kurze Zeit zu entrinnen und sich einmal als freie Männer in einem freien Lande zu fühlen. Es ist leicht, mit der Untergrund- bahn nach Uorkville, dem Teutschenviertel zu gelangen. Hier läßt es sich gut sein, man findet gemütliche deutsche Wirtschaften, wo man ein gutes Glas Bier bekommt. Man trifft dort gleichgesinnt? Landsleute, mit denen man sich vortrefflich unterhalten kann. Doch muß man vorsichtig sein, es gibt vereinzelte Schenken, in denen nur Leute ver- kehren, welche sich zwar auch Deutsche nennen, doch für den Hitlerwahnsinn eintreten, was an und für sich schon ein Widerspruch ist. Unsere fünf Seeleute, welche eine an- genehme Reise durch Borkvilles Gestade hinter sich haben, kommen nun in eine solche Schenke. Der Zapser Hans Müller, dem man ansieht, daß er nicht mit besonderer In- telligenz ausgestattet ist. dafür aber klobige Gliedmaßen hat (darum ist er Vertrauensmann der Nazis», steht hinter dem Tresen Vor dem Tresen stehen 10 Männer, die seine Hitlerbegeisterung teilen Die arglosen Seeleute treten ein. Ihr freundliches„Guten Tag" wird mit einem donnernden „Heil Hitler" beantwortet Tie Seefahrer erwidern,„Nieder mit Hitler, zum Teufel mit Hitler!" und schimpfen gehörig auf den Nazischwindel. Im Nu ist eine Keilerei im Gange, die Seemänner fliegen hinaus. Draußen versammelt sich eine Menschenmenge, welche Sympathien für die Seeleute zeigt. Der Zapser ruft telefonisch Hilfe herbei, und der Kampf beginnt. Fäuste und Steine fliegen und die Schau- fenstersche.be geht in Trümmer. Als rettende Engel er- scheinen die Polizisten Shevlin, Kelly und Strackosch. Die- selben feuern Schreckschüsse ab und machen von ihren Polizei- knüppeln Gebrauch. Mehrere Verhaftungen werden vor- genommen Der Oeler Theodor Eggaling von der„Albert Ballin" ist mit unter den Verhasteten. Sein Kollege Molle wird dem Bellevue-Hospital überwiesen. -» Der Seemann Theodor Eggaling wurde im letzten Augen- blick vom Dampfer„Albert Ballin" geholt und so vor einem schweren Schicksal bewahrt, welches ihn bestimmt von den rachsüchtigen Machthaber» in Deutschland erwartet hätte. Eggaling, der eine geringe Geldstrafe infolge des Anti- nazitumults in Aorkville bezahlt hatte, war von der Hasen- polizei gleich wieber, ohne Haftbefehl, arretiert worden. Seine Verleidiger protestierten und verschafften sich ein Writ vom Richter Alsred Knox und eilten zum Anlageplatz des Schiffes. Eggaling war bereits im dunklen Bunker in Ketten geschlossen. Fünf Stunden stritten sich die Anivälte mit den Beamten der H.-A.-Linie, sie wurden ausgelacht, ebenso wurden ihnen Pässe zum Be- treten des Schisses verweigert. Nur mit Hilfe her- b^eigeholter Polizei von der Wache der 4 7. Straße gelang e s ihnen an Bord zu kommen. Kapitän Drexler hatte sich>n seine Kabine eingeriegelt und weigerte sich herauszukommen. Doch die Anwälte wichen und wankten nicht. Erst als das Schiff abgetaut wurde und der Kapitän sich auf die Brücke begeben mußte, kam er zum Vorschein Das Writ wurde ihm in die Hand gedrückt und er mußte den Seemann der sich erdreistet hatte,„Zum Teufel mit Hitler" zu rufen, frei lassen. Die Anwälte sind det An- ficht, daß Eggaling ohne Zweifel in mehrere Gefängnisse oder gar ins Konzentrationslager geworfen würde, ehe er vor Gericht käme. Die International Labor Defense, 87» Broadway. Neuyork Distrikt, tritt für Eggaling ein. Abonnier; die„Oemsdie f reibeil" Englands Clearingkonto gegen Deutschland Weittragende Naßnahmen Jleue(BüfStew OÖ5I In-Alfred: Babylonische Wandertl' g oder Hochmut kommt vor den Fall.... brosch. Fr. 44,—Leinenbd. Fr. 61,— Cinst ein-Alftert(Professor.- Mein Weltbild. brosch. Fr, 28,— Leinenbd. Fr. 39,— Hermann f*eor£: Ruths schwere Stunde brosch Fr. 29,75 Leinenbd. Fr. 43,50 (Kesten Hermann: Der Gerechte, Roman brosch. Fr 23,25 Leinenbd. Fr. 35,90 JiLareu"Valeria: Die Vertreibung der Juden aus Spanien brosch. Fr. 21,— Leinenbd. Fr. 33,50 J Clepmann Hein»: Das Leben der Millionäre... broschiert Fr. 12,— (ftotfl JosrpA: Tarabas(Ein Gast auf dieser Erde) brosch. Fr. 29,— Leinenbd. Fr. 39,— itftirarsstftild JEeopotd: Das Ende der Illusionen brosch. Fr 26,— Leinenbd. Fr. 36,— dfkomas Jfdttenne.- Dreiviertel Neugier(Frauen»Roman) brosch. Fr. 25,75 Leinenbd Fr. 40,— Wassermann 3afsob: Joseph Kerkhovens dritte Existenz brosch. Fr. 44,— Leinenbd. Fr. 61,— Xireig Jirnold: Bilanz der deutschen ludenheit brosch Fr. 26,— Leinenbd. Fr. 39.— Buchhandlung der Volksstimme Saarbrücken, Bahnhofslrafje 32 London, 22. Juni. In einem Gesetzentwurf, der zur be- schleunigten Beratung dem Unterhaus vorgelegt worden ist, macht die britische Regierung mit den Drohungen gegen das Transfermoratorium Ernst. Das Schatzamt soll durch das Gesetz die Ermächtigung erhalten, einen Elearingdienst nicht nur für die von britischer Seite nach Deutschland zu zahlenden W a r e n schulden, sondern auch für alle sonstigen Schulden, wie Zinsverpflichtungen, Unterhaltsverbind- lichkeiten, Versicherungsbeiträge und Frachten einzurichten. Ter Gesetzentwurf zieht auch den Rahmen der durch das Clearing zu schützenden britischen Gläubiger sehr weit und könnte deshalb bei rigoroser Benutzung Störungen schwerster Art verursachen. Die Regierung benutzt die Gelegenheit, sich die Ermächti- gung zu Kampfmaßnahmen erteilen zu lassen, die weit über den jetzigen Rahmen des Konfliktes mit Teutschland hinaus- gehen oder doch schon eine Verschärfung dieses Konfliktes vorwegnehmen. Der Gesetzentwurf ermächtigt nämlich das Außenhandels- amt, auf Kontingentierungsmaßnahmen anderer Länder, die die Interessen Großbritannien, seiner Kolonien und seiner Mandatsgebiete schädigen, mit Strafkontingentier- r un gen oder mit Einfuhrverboten zu antworten. Bisher war in Fällen handelspolitischer Zuspitzung das Handelsministerium ohne weiteres nur berechtigt, gegen den Gegnerstaat mit Kampfzöllen vorzugehen. Jetzt sollen es also auch Kampfkontingente sein können. ii „Der schlimmste W^r'schaffsknea dnb. London. 22. Juni. Die Ansprache, die der Reichsbank- Präsident Dr. Schacht gestern in Berlin vor den Vertretern der Diplomatie und der ausländischen Presse gehalten hat, wirb von der englischen Morgenpresse sehr stark beachtet. Da- bei nehmen die Blätter gleichzeitig Stellung zn der englischen Vorlage über das Clearingsystem, die gestern veröffentlicht worden ist. „Daily Herald", das Blatt der Arbeiterpartei, hofft, daß in den acht Tagen, die noch zu Verhandlungen übrig l lei- ben, ehe das Ultimatum und der„schlimmste Wirtschaftskrieg der modernen Geschichte" Tatsache werde, noch eine Einigung erzielt werden kann. Bei einem Handelskrieg mit Groß- britannien allein wäre nach Ansicht des Blattes Deutschland in einer schwachen Stellung. Das britische Reich in seiner Gesamtheit verkaufe aber mehr an Deutschland als Deutsch- land von ihm kaufe. Alles in allem sei die Einstellung des Handels als Katastrophe zu betrachten, die Arbeitslosigkeit für Tausende in beiden Ländern mit sich bringen werde.. „M o r n i n g P o st" beschäftigt sich in sehr abfälligem Tone mit der Rede Dr. Schachts, dem das Blatt u. a. vorwirft, daß er Zwietracht zwischen dem britischen Mutterland und den Dominien zu säen versuche, indem er die Dominien mtt der Einstellung des Handelsverkehrs bedrohe. An anderer Stelle behauptet das Blatt, daß ein Versuch vorliege, die britische Regierung einzuschüchtern. Die„Time s" fetzt sich mit der Schacht-Rede nicht weiter auseinander, sondern beschränkt sich auf Informationen über die parlamentarische Behandlung der englischen Vorlage. Daraus geht u. a. hervor, baß die Arbeiterpartei und die liberale Opposition die Gefetzesvorlage für zu weit ausgrei- send halten. „Daily Telegraph" bedauert es. daß eine neue Schranke für den schon zu sehr behinderten internationalen Handel errichtet zu werden drohe. Im übrigen aber nimmt das Blatt für die Auffassung der englischen Regierung gegen die deutsche Auffassung Stellung. Großbritannien könne durch nichts von dem Entschluß abgebracht werden, Gerechtig- keit für sich selbst und für seine Staatsangehörigen zn fordern. Deutsch-französische Verhandlungen Paris, 22. Juni. Die„Journse Industrielle" glaubt im Zusammenhang mit den heute in Berlin beginnenden deutsch- französischen Handelsvertragsverhandlungen zu wissen, daß das Abkommen nur von kurzer Dauer sein werde angesichts der Ungewißheit der finanziellen und monetären Lage Deutschlands. Es werde aber beschlossen werden, daß man es immer wieder erneuere, solange die Ereignisse in Deutsch- land dies erlauben. Was die Frage der Zinszahlung für die Dawes- und Aonng-Anleihe angehe, so könnten die Berliner Besprechungen, die französischerseits von dem Finanzinspektor Robert geführ, werden, nur als Vorverhandlungen angesehen werden, nachdem die französische Regierung die Reichsregierung ausgefordert habe. Vertreter nach Paris zu entsenden, um hier diese Angelegenheit zu regeln. Nail-Geld In USA. Da ist noch(sein Langel Man schreibt uns aus Neuyork: Tatsachen und Zahlen be- weisen, baß Angestellte der deutschen Regierung Geld spenden für Nazipropaganda in den Vereinigten Staaten. Ein Spe- cial House Commitee ist deshalb in Washington zusammen- getreten. Der deutsche Gesandte Dr. Hans Luther und der frühere Generalkonsul Dr. Otto Kiep spielen eine promi- nente Rolle in der Untersuchung. Dr. Kiep wirb befchuldigt, 4»»» Dollar an eine Neuyorker Firma gezahlt zu haben, um antisemitische Artikel in die Zeitungen zu lancieren. Dr. Luther wurde als Geldgeber für die Herausgabe einer Nazi- broschüre genannt. Ein Mr. Dickey gibt ein halbmonatlich erscheinendes German-Amertcan-Bulletin heraus und erhält eine Mouatszuwendung von 9000 Dollar. George Silvester Viereck kassierte monatlich 17Z» Dollar für seine nazifreund- liche Tätigkeit ein.„Vater" Groß, ein naturalisierter unga- rischer Priester, bezeugt, daß er 1»» seiner Broschüren an die deutsche Gesandtschaft verkauft hat. 75 cents das Stück. Er sagt:„Ter Scheck, mit welchem ich bezahlt wurde, war kein „Gesandtschaftsscheck", wurde mir aber im amtlichen Brief- Umschlag zugeschickt." Tie Druckerei John Bado, Hoboken, druckte 5»»» Hitlerbroschüren, verteilte davon 1200 und verdiente nur 2»» Dollar am Geschäft. Als die Bestellung bei der Druckerei einlief, erklärte ein Mr. Müller vom General- konsulat:„Mr. Bado, wir wissen offiziell natürlich nichts davon!"„Vater" Groß gab als Grund seiner Nazilätigkeit an:„Es gibt viele Juden in Amerika, welche Teutschland nicht lieben und Amerika in den Krieg hetzen wollen." Ter Zeuge Franz M u t s ch i n s k y, ein 37jähriger beut- scher Kriegsteilnehmer, welcher etwa fünf Jahre in den Vereinigten Staaten ist, erzählt von der militärischen Tätig- keit der Nazis in Amerika. Er ist nicht hitlerfreundlich ge- sinnt und billigt nicht die Nazimethoden. Er ist im Juli 1933 als Führer des Neuyorker„Stahlhelms", welcher damals über 2»» Mitglieder zählte, zurückgetreten Damals kam der Befehl von der deutschen Regierung, daß diese Organisation ein Glied der Nazipartei werden müsse. Ter Name wurde geändert in„Nationalsozialistische Kriegsteilnehmer". Be- dingungen für die Mitgliedschaft sind dieselben wie für die Nazipartei in Deutschland. Der Befehl war unterzeichnet von Adolf Hitler und Franz Seldte. Die gegenwärtige Nazi- organisation, gibt Mutschinsky an, hat nun einen neuen nationalen Kommandanten, dem die Gruppen in Kanada und Südamerika sowohl wie die in den Vereinigten Staaten unterstellt sind. Solange Mutschinsky Kommandant war, trug seine Kompanie Reichswehruniformen und besaß auch deutsche Armeegewehre, doch die Mehrzahl benutzte Holz- gewehre beim Exerzieren. Der Zeuge sagt, daß Naziunifor- men auf deutschen Schiffen hereingebracht und durch die Zoll- grenze geschmuggelt werden. Am 1». Februar 1934 wurden Uniformen von der„Bremen" heruntergeschmuggelt, Nazi- Mitglieder trugen sie unter ihren Mänteln. Am 19. Septem- ber 1933 wurden Uniformen von einem Lloydschiff unter Leitung des Kapitäns geschmuggelt. Dem Hause wurde Rech- nung vorgelegt über Uniformen und Mützen. Ein Brief, adressiert an„Stahlhof GmbH., Magdeburg" ersucht um Teilzahlung für bestellte Uniformen. Durch MutschinskyS Zeugenvernehmung wurde festgestellt, daß es üblich war. vertrauliche Briefe an Offiziere zur Weiterbeförderung zu übergeben, um Benutzung ber Vereinigten-Staaten-Post zu vermeiden. John W. Mc. Cormick, Chairman of the House Commitee, empfahl Mutschinsky, welcher Drohbriefe von Nazis erhalten hatte, den Mitglieder des Komitees sofort Mitteilung zu machen, falls er wieder bedroht werden sollte. Ein William Dudley Pelly, welcher seit seiner Verurteilung in North Carolina State Court nicht aufzufinden ist, ist Führer ber Silver Shirts(Silberhemden» und hat den Ehrgeiz, der Hitler Amerikas zu werden. Die Gcrmanic Alliance hat an Pelly die Ehrenmitgliedschaft verliehen in Anerkennung seiner aufrichtigen Freundschaft für Teutschland und seinen großen Führer ber deutschen Freiheitsbewegung. In der Ur- künde wird Pcllys unermüdliche Tätigkeit gerühmt und als Vorbild hingestellt sür jeden rassenbewußten Deutschen in Amerika. Wahrscheinlich, weil Nazideutschland einsieht, daß keine finanzielle Hilfe von Amerika zu erwarten ist und weil Präsident Noosevelt sich nicht gegen den Boykott wendet, läßt man Broschüren unter den Nazis kursieren, in denen be- hauptet wird, daß Noosevelt seiner Abstammung nach hol- ländischer Jude und sein wirklicher Name Rosen selb sei. Das ist echte Nazilogik. Jeder, der den Wünschen dieser Nar- ren nicht entspricht und Intelligenz und Geschicklichkeit be- sitzt, muß eben ein Jude sein. Die Untersuchung geht weiter. Deutscher Klub, Paris. Dr. Magnus Hirschfeld spricht Samstag um 21 Uhr im Deutschen Klub(Universite du Parthenon, 64, Rue du Rocher, Paris 8°— am Bahnhof St. La- zare) über„Die Liebe im Lichte der Wissenschaft".— Frageabend über sexuelle Zeitprobleme.— Es wird gebeten, Fragen vor Beginn des Vortrages schriftlich einzureichen.— Eintritt für Mitglieder frei. Gäste gern willkommen. Eintritt 5 Fr.(Stellungslose 3 Fr.). Briefkasten Helmut Lern, Amsterdam, wendet sich in einer Zuschrift an uns gegen die AuSschlachtung seines„Falls" durch die Nazipreße und bit- tet uns, zur Klärung seines persönlichen Verhaltens, um die Be- lannigabe folgender Zeilen:„Durch ein verabscheuenswürdiges Spiyelwerk ist die nationalsozialistische Presse in den Besitz eines von mir verfaßten, für einige internationale Zentralinstanzen und einige besonders vertrauenswürdige Spitzenfunktionäre der„Frei- heitssront des Saargebiets" bestimmten vertraulichen Berichts ge- langt. Sonderbarerweise veröffentlicht die nationalsozialistisch« Prege nur einen Teil der Empfänger dieses Berichtes, obwohl auf allen sechs Exemplaren die gesamten Empfänger verzeichnet wor- den sind! Zur Klärung des gemeinen Vertrauensbruches halte ich mich sür verpflichtet, auch die übrigen Stellen, an die der Bericht gegangen ist, zu verösfentlichen. Empfänger waren: Vorstand der SPD. in Prag. Sozialistische Arbeiter-Internationale in Zürich, Internationaler Gewerkschaftsbund in Paris, der Vorsitzende der Gesellschafter der„Volksstimme", Ministerialdirektor Schäfer, der Vorsitzende der Preßkommigion der„Volksstimme", Gewerkschasts- sekretär Schwarz, Max Braun. Die ausländischen Empfänger er- hielten den Bericht als eingeschriebenen Brief, der in Frankreich ausgegeben wurde, die saarländischen Empsänger erhielten die Be- richte persönlich übermittelt. Aus die gegen mich gerichteten Angrifle zu erwidern, verzichte ich im Interesse der Sache, da mein Bericht nicht sür die össentliche Polemik, sondern als Untersuchungsmaterial sür die Instanzen der Arbeiterbewegung bestimmt>. ar." Steuerfragen Gesellschaftsgründungen Wenden Sie sich an F» BRIQUEU LICENCIE EN DROIT ehemaliger Kontrolleur der direkten Steuer, behörden, um vom offiziellen Standpunkt aus beraten zu werden. 25, Bd. Bonne.Nouvelle, PARIS(2), Telefon Louvre 22-93 1930 erbaute\7¥¥ ¥^ mit allem herrschaftliche* llyiy r* Komfort, Garten, Garage. Büros,»u ret Hauten. Gelegen HauptinJustriestadt Luxemburgs, 15 km von der Hauptstadt entfernt An» geb. an die„Deutsche Freiheit" unter Nr. 1041 Füi den Gesamtinhall verantwortlich: Johann P i tz in Dud- weiler: für Inserate: L'tto Kuhn in Saarbrücken Rotationsdruck und Verlag: Verlag der Voiksstimme GmbH., Saarbrücken 8, Echützenstraße 5.— Schließjach 776 Saarbrücken.