Ar. 96. Abomremknts• Drdtngungt«: Abonnements-Preli pränumerando: Blerleljährl. Z.S0 Mk., monatl. l.loMk., wöch-ulltch 28 Pfg. Irrt ins Hau». Einzelne Nummer S Pfg. Sonntag»- Nummer mit illustrirter Sonntag»- Beilage„Die Neue Welt" lo Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mark pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zeitung»- Preisliste für 1897 unter»r. 7437. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für da» übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Erscheint täglich autzer Montieg». � S<- Vevliner VolKsblertt. 14. Jahrg. DK Jnftrtlons- Gebühr deträgt für die fechSgefpaltsne Kolonel- zeile oder deren Raum»0 Pfg.. für «eretn»- und VcrfanunlungS-Anzeige», sowie ArbeitSmarlt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen dt» t Uhr nachmittag« in der Srpeditto» abgegeben werden. Die Srpeditivn ist an Wochentagen dl« 7 Uhr abend», an Sonn- und Festtagen bi» S Uhr vormtllag» geöffnet. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1608. Telegramm- Adresse: »»»zialdemokrat Serlin". Dentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. B-d.ililio«: SW. 19. Meuly-Straße 2. Sonntag, den 25. April 1897. ßFpedltiott: SW. 19, Mettty-Sfr.lße 3. � Sozialpolitik. „Angeublicklich leben wir in einer Periode, in der in vielen Gewerben reichliche Nrbeitsgelcgenheit vorhanden ist, sodaß nach allen eingehenden Berichten die Zahl der arbeits- losen Wanderer bedentend abgenonunen hat." So äußerte sich der bekannte Herr von M a s s o w als Vorsitzender des Brandenbnrgischen Provinzialverems zur Bekämpfung des Vagabundenthums. Im Munde dieses Mannes haben die obigen Zeilen eine ganz besondere Bedeutung. Sie zeigen, daß man selbst in ganz reaktionären Kreisen einzusehen anfängt, daß die wirthschastlichen Verhältnisse und die soziale Lage der Volksmassen in einem ursächlichen Znsammenhange stehen, und daß es in der Regel nicht sowohl Arbeitsscheu und sie Lust zur Vagabondage ist, die die Leute auf die Land- straße freibt, sondern daß wirlhschastliche und soziale Ursachen zu grmide liegen. Die alte Handwerksgesellen-Roniantik ist ja längst dahin Znnftgebränche und der gereimte Handiverksgrnß sind ver- gcsseii. Kein Mensch verlangt heute no6) vom Handwerks- gesellen, daß er mit dem Wandcrstabe die Welt durch- messen habe. Was heute die Landstraßen bevölkert und ziellos und bettelnd durch Städte und Dörfer streicht, am Ende auch ivohl im Chaufscegrabeu oder hinter einem Zaune das Leben beschließt: das sind die Deklassirten und Ausgestoßenen der Arbeit, die Schiffbrüchigen des modernen Lebens. Neben dem arbeitslosen Arbeiter, der in seiner wirthschastlichen Selbständigkeit zusammen- gebrochene Kleinbürger, neben dem nicht mehr arbeitsfähigen Invaliden der verkommene Säufer; neben dem Handwerks- gesellen der Kaufmann, der Landarbeiter, der wandernde Komödiant. Alle diese Menschen haben häufig lange genug gerungen, ehe sie aus ihrer bisherigen Existenz hinausgeworfen wurden und nun nirgends mehr festen Fuß fassen können. Sie alle aber wurden bisher und werden meistens auch heute noch als solche betrachtet, die nur, weil sie nicht arbeiten wollen, auf der Landstraße herumlaufen und die von Rechtswegen alle ins Gcfängniß oder in die Korrektionshäuser gehören. Nach diesem Rezept wird denn auch das Landstraßenelend im Strafgesetzbuch des Deutschen Reiches behandelt.— Und was sonst noch an Landstraßen- Sozialpolitik vorhanden ist, ist um kein Haar besser. Die Anti- Bettelvereine, deren Mitglieder die„armen reisenden Handwerksbnrschen" an ein Bureau verwiesen, Ivo sie ein paar Pfennige ausgezahlt erhielten, sind ja nicht mehr modern. Als das Heilmittel gelten jetzt V e r p f l e g u n g s st a t i o n e n und A r b e i t e r k 0 l 0 n i e n, als das Hcilniittcl gegen die Bettelplag e nämlich. Denn bei allen diesen Dingen handelt es sich ja vielmehr darum, das ivohlsitnirte Bürgerthum vor der unangenehmen Berührung mit den„Vagabunden" und Vörden durch das Almosengeben verursachten Kosten zu bewahren, als um eine wirkliche Gesundung der sozialen Verhältnisse des Volkes. Seit dem Anfang der 80 er Jahre wurden diese Institute geschaffen. In den Verpflegnngsstationen werden die Wanderer für eine Nacht beherbergt. Am andern Morgen müssen sie Abendbrot und Frühstück abverdienen und dann iveiter wandern. Die Arbeitskolonieu sind zu längerem Auf- enthalt bestimmt und sollen dazu dienen, arbeitslosen Leuten einen Unterschlupf zu gewähren, die Arbeitsscheuen, die Säufer, die Verkommenen zu bessern und wieder an regelmäßige Arbeit zu gewöhnen.— Wie es aus den Verpflegnngsstationen und in den Arbeiterkolonicn hergeht, ist im„Vorwärts" ja mehrfach von solchen geschildert worden, die dort eigene Er- fahrungen gesammelt haben. Bezüglich der Arbeiterkolonieil sagte der gar nicht sentimentale Herr von Massoiv am 7. Mai 1896: „Sie machen manchmal m Mobiliar und Einrichtung den Eindruck einer Strafanstalt... Ich bin acht Jahre Zuchthansrevisor gewesen und meine, rein äußerlich betrachtet, ist der Unter- schied zivischen diesen Anstalten und unseren Kolonien nicht groß." Allerdings replizirte der Landesälteste von Jtzenplitz zn Breslau als Entschuldigung hieraus, daß es„in den Kasernen aber nicht viel anders" sei. Die würdigen Männer haben wohl beide Recht. Die Geldmittel für diese Einrichtungen wurden bisher ans allen möglichen Quellen geschöpft. Provinzen, Kreise und Kommunen mußten Subventionen zahlen, wie auch von Vereinen und Privatpersonen namhafte Beträge zu- sammengebracht wurden. Aber seit mehreren Jahren will die Sache absolut nicht mehr gehen. Die Geldbe- schaffung machte immer größere Schwierigkeiten. Es erinnerte dies recht an die bekannte vornebnie Dame, bei der der Jahresbeitrag für den„Verein zur Besserung ver- wahrloster Kinder" erhoben werden soll, tvoranf sie entrüstet in die Worte ausbricht:„Mein Gott, seit zehn Jahren zahle ich jetzt für den Verein. Haben sich denn die Rangen immer noch nicht gebessert?" Auch diese Rangen von„Vagabunden" wollten sich durchaus nicht bessern. Trotzdem schon so viel für sie gezahlt worden war, zogen sie immer noch„arbeitsscheu" auf der Land- straße umher. Da riß denn den Wohlthätern endlich der Gc- dnldsfadcn; die Geldmittel blieben ans, und eine Station nach der anderen ging zn gründe. Im Jahre 1890 bestanden im Deutschen Reich 1957 Verpflegnngsstationen, 1896 waren es nur noch 1287, in den sechs Jahren waren also 670 ein- gegangen! Auch ein Appell an den Staat blieb vorläufig ergebnislos. Zwar legte der verflossene Herr v. Köller im April 1895 dem preußischen Abgeordnetenhanse einen Gesetzentwurf vor, durch den die Sache staatlich geregelt werden sollte. Die Kosten sollten von den Gemeinden und Provinzialverbänden getragen werden, und auch für die Polizei fiel etwas ab, in- dem neue Paragraphen geschaffen wurden, ans grund deren die Vagabunden zn Haststrafen verurtheilt werden konnten. Aber dem preußischen Abgeordnetenhanse war die Sache ver- mnthlich noch zu liberal. Ein konservativer Abgeordneter meinte, wenn man das Gesetz annähme, dann würde einem unabsehbaren Haufen von Fanllenzern das Recht verliehe», ernährt zn werden, 400 000 Menschen würden herumlaufen, um sich in den Stationen füttern zu lassen. Das Köller'sche Gesetz wurde abgelehnt. Nunmehr soll es mit einem Reichsgesetz versucht werde». Ter schon mehrfach erwähnte Herr v. M a s s o w, Geheimer Rcgiernngs- und Vortragender Rath am Rechnungs- bofe des Deutschen Reiches, hat den„Entwurf eines Rcichsgesetzes über die Unterbringung ar- bcits- und mittelloser Wanderer in Be- schästiguugsan st alten und Verpflegungs st a l i o n e n" ausgearbeitet und in Broschürenform vcröffent- licht. Es ist dies nicht ganz als bedeutungslose Privatarbeit zu betrachten. Massow soll auch der Verfasser des Köller'schen Enhvnrfcs gewesen sein, und verschiedene Minister haben den betheiligten Leuten erklärt, der Sache nach wie vor sehr wohlwollend gegenüberzustehen und bei passender Gelegenheit den Versuch der gesetzlichen Regelung wieder holen zu wollen. Es ist deshalb keineswegs ausgeschlossen, daß sich die Massow'sche Arbeit mit den Plänen der Rc giernng deckt. Nach diesem Entwürfe nun soll aus öffentlichen Mitteln ein dichtes Netz von Verpflegniigsstationen geschaffen werden, an den Hanptknotenpunklcn aber sollen die Bcschästigitngs- anstalten liegen, in deren Rolle auch cvent. die bestehenden Arbcitcrkolonien treten können. Die mittel- und arbeitslosen Wanderer sollen nun strasgesetzlsch gezwungen werden, sich dieser Einrichtungen zu bedienen. Wer innerhalb der letzten drei Monate nicht mindestens an 24 Tagen in Arbeit gestanden hat, kommt bis zu sechs Monaten in eine Beschäf- tignngsanstalt, die er bei Haflstrafe ohne Einwilligung der Behörde nicht verlassen darf. Den übrigen Wanderern kann ein Wanderschcin ertheilt werden, der sie zur Benutzung der Verpflcgungsstationcn berechtigt. Wer mittel- und arbeitslos ohne Wanderschcin betroffen wird, wird als Landstreicher mit Hast bestraft. Wer von der ihm vorgeschriebenen Reiseroute abweicht, sich garnicht in die Bcschäftignngsaiistalt vegiebl oder diese ohne Erlanbniß verläßt, wird mit Hast bestraft. Jedem, der wegen Landstreicherei verurtheilt ist, kann ein bc- stinimter Ort angewiesen werden, den er ohne behördliche Er- lanbniß innerhalb zwei Jahren nicht verlassen darf. Thut er dies dennoch, wird er mit Haft bestraft. Das ist das System moderner Landstraßen-Sozialpolitik. Die Unglücklichen, die im Sturme des Lebens Schiffbruch ge- litten haben und in die trostlose Ferne hinaus gespült worden sind, werden als Verbrecher behandelt, entrechtet und, ohne irgend etwas weiter begangen zu haben, als Nuttel- und obdachlos zn sein, ans Monate oder Jayre in Arbeitshäuser gesteckt oder intcrnirt. Und das alles trotz der Erkcnntniß, daß das äugen- blickliche Zurückgehen des Bettlerstromcs der gegenwärtigen vermehrten Arbeitsgelegenheit zu danken ist!— Gegen eine reichsgesetzliche Regelung der Materie wäre ja gewiß nichts cinznivenden, auch wohl nicht gegen ein System von aus öffentlichen Mitteln unterhaltenen und mit Arbeitsnachweis versehenen Stationen, da ohne deren Vov handcnsein die Wanderer ja zum Betteln gezwungen sind. Älllcs aber, was darüber hinaus geht, die Freihcits- entziehung, das„Erziehen der Arbeitsscheuen zur Arbeit" ist Vergewaltigung und Heuchelei. Niemand verlangt ja von solcher Landstraßen-Politik, daß sie die soziale Frage lösen solle; sie ist ein Stückchen Armenpflege, und damit soll sie sich begnügen. Wenn man eine Krankheit heilen will, so muß man ans die Ursachen zurückgehen. An den äußeren Erscheinungen mit Pferdekuren hernnizndoktorn, ist die Heilmethode des Doktors Eisenbart._ Vor V rie g. lieber die Mängel der türkischen KriegSleitiing, auf die wir schon mehrfach dingewieseii haben, orientirl auch die folgende De- pesche aus Konstantinopel: Die Nachricht von dem erfolgreichen Einfall der Griechen in Epirns hat im Iildiz-ltiosk und bei der Pforte sehr»erstimmt. Bei der Beurlheilung der iheilweisen Miß- erfolge der Operationsarinee und des lnngsaiiien Borschreilens dcr Offensive sowie der Schlappe in Epirns koniiiit in betracht, daß die Kricgsleitiing vom Iildij-Kiost aus erfolgte, wo alle Einzclheiien angeordnet und fortwährend Reibungen hervorgerufen wurden. Der Kominandanl der Operationsarmee und der des Korps in Epirns sollen bisher vergebens versucht haben, die Detailleitnng vom Illdiz- Kiosk ans einzuschränken. Gegenwärtig ist die gesanimte Kriegs- leitung noch immer dort zentralisirt. Ghazi Osman Pascha soll mit nnbedinglcn Vollmachten das Kommando führen, also ganz unabhängig von dem Oberkriegsrathe in der Umgebung des SulianS sein. Die„Nene Freie Presse" meldet ans Konstantinopel: Die tür- kischen Truppen sind am 22. d. M. bei Nezeros durchgebrochen und bis Rapsani vorgedrungen. Die Griechen sollen vor Larissa bei Derel» zusniiimengezogeu und von den Türken im Halbkreise von Rapsani, Karatsali und Bnghasi umschlossen sein. In A t h« II beurtheilt man die Lage der thessalischt» Armee ganz pessimistisch. Die halbamtliche„Proia" veröffentlicht nachstehende Mil- theilung: Gestern fand bei Wnti ein blutiger Kampf statt. Unsere Truppen kämpften bis 6 Uhr abends heldenniüthig und warfen den Feind zurilck; nachdem aber der Feind erhebliche Verstärkungen erhalten halte, erwiesen sich unsere Slellniigen als unhaltbar und es begann iiuii der Rückziig. Ob auch ans anderen Punkten der Rückzug erkolgt ist, ist noch nicht bekannt. Eine Depesche des Generalstabes meldet, daß unsere Truppen nilf der Linie nach Pharsala konzentrirt sind. Infolge dieser Be- ivegnngen betrachtet man die Aufgabe von Tnrnavo»nd Larissa sät unvermeidlich geworden. Dagegen scheint ja die Flotte mit Glück zu operiren. Hierüber liegt Ii. a. die folgende Meldung ans Athen vor: DaS griechische Westgeschwader verließ gestern früh Korfu und segelte nach der Bai von Aghioi Saranta, wo sich große Niederlagen von Munition und Lebensmitteln befanden. Nach einer zweistündigen Beschießung ging ein großes Depot in Flammen auf, die türkisch« Bedeckung-desselben, 600 Mann stark, zog sich in das gort von Aghioi Saranta zurück. Gegen Mitlag wurden nnter dem Schutze der Älrtillerie des Geschwaders und der Torpedobootsflotille griechische Truppenabtheilungen gelandet, welche alle den Ort um- gebenden Höhen besetzten und nach Einschließung der Stadt alle bis dahin verschont gebliebenen Gebäude und Depots in Brand steckten. Letztere wurden gänzlich zerstört. Die türkische Besatzung hatte sich inzwischen auf die Höhen zurückgezogen und nnterhielt von dort ein Gewehrseucr. Die Geschütze der griechischen Flotte brachten dasselbe indeß zum Schweigen und zwangen die türkische Besatzung z» weiterem Rückzüge. Während der Befchießung hatten sich etwa 50 christliche Einwohner in ein Hans geflüchtet, auf welchem sie die weiße Flagge hißten. Nach dem Kampfe wurde» sie an Bord genommen und nach Korin gebracht. Auf griechischer Seile wurden nur zwei Matrosen verwundet. Zu der Frage, woher Griechenland die Geldmittel zum Kriege nimmt, hat ein Londoner Bankier einem Berichterstatter des dortigen „Echo" folgenden Beitrag geliefert: „Seil den letzten drei Wochen gehen nnS enorme Geldsummen zur Sendung nach Griechenland zu. Sie schwanken meistens von 1—10 Lstr. Es sind Beiträge zum„griechischen Wehrfonds". Jeden Tag geht mehr ein." Der Gewährsmann des Bericht- erstatters meint, daß Londoner Bankiers seiner Ansicht nach in den letzten Woche» wenigstens 750 000 Lstr.(lö Mill. Mark) zu dem angegebenen Zwecke nach Griechenland geschickt haben. Geld kommt mich von den Vereinigten Staaten n»d Kanada. Die„Nene Freie Presse" meldet ans Trieft, es sei dort die Nachricht eingetroffen, daß in Griechenland mittels königlichen Dekrets vom 18. April ein Moratorium für die Daner von einem Monat verfügt wurde, in der Form, daß die gerichtliche Ver- folgnng säumiger Schuldner für die Dauer eines Monats ein- gestellt wäre._ politische Tlebeeficht. Berlin, 24. April. DaS Trci-Kaiser-Staatcn-Biinduitz spukt in der fraiu zösischen Presse. Die Franzosen mögen sich beruhigen. Der P l a n b e st e h t— es ist die alte Idee der Heiligen Allianz, die schon vor länger als 70 Jahren zu Grabe gc- tragen ward. Seitdem sind die Verhältnisse der Verwirklichung dieses Tranins der Reaktion noch viel nngünstiger geworden. Und gerade die orientalische Frage, von der man annimmt, sie habe die Trci-Kaiscr-Staalcn einander genähert, würde allein schon die Vcnvirklichnng hindern, wenn diese überhaupt niog- lieh wäre. Doch auch hiervon ganz abgesehen, sind die Polizisten und Spitzel der Welt nicht mehr ini stände, den Kadaver der Hciligen Allianz wieder so ansznpntzcn, daß er auch nur ans. eine Minute lebendig erscheint. Fort mit ihm in die Grubst zu anderem Moder und Unrath!— Der Kaiser hat ans eine Begrüßung des Ober- Bürger- Meisters von Karlsruhe gesagt: „Was seine Bestrebungen zur Erhaltung des Friedens betreffe, so glaube er miuheileu zu können, daß der Friede nicht nur unserem Valerlande. sondern überhaupt der europäischen Welt er- Halle» bleiben werde. Die Erhaltung des Friedens sei aber nur möglich aus Grundlage einer st a r k e n A r m e e und einer starken Marine. Darin seien er und seine Kollege», dieBmidesfürstcu, sich vollständig einig, und er wünsche nur, daß seine B e- st r e d u n g e n, diese Mittel zur Erhaltung des Friedens z n v e r v o l I k o m i» n c n, im d c u t scheu V olle Unterst ii h u n g find e n in ö ch t e n. Unsere Anffassung von dem Zlttentat gegen Hunibcrt von Italien veranlaßt das Organ des Herrn v. Plötz zu einer höchst pathetischen Tirade. Ans Elend und Hunger stehle man wohl, aber wähle nicht das Mittel des Königsmordes. „Wir machen nochmals und ausdrücklich für die Mordansällc auf gekrönte Häupter diejenigen verantwortlich, welche die Herrschenden als die Quelle alles Uebels bezeichnet haben." Weiter meint das Blatt, die„behäbigen sozialdemokratischen Führer" griffen allerdings nicht selbst znin Dolche, sondern überließen das der verführten Masse, um schließlich noch heuchlerisch aus- einander zusetzen, daß dadurch nur die Sache des Proletariats geschädigt werde.— Es liegt uns natürlich fern zn glauben, wir könnten die„Deutsche Tages-Ztg." durch Gründe zu einer ehrlichen Beurlheilung dieser Dinge führen. Aber das kann selbst die frechste Perbrecherkunst nicht sortlcngncn, daß ohne das soziale Elend solche Thaten cbensoweuig stattfinden würden wie Diebstahl und Raub. Die Roth ist also die Grundlage für die Möglichkeit solcher Vorkominniffe. Daß der hungernde und verzweifelte Mensch nun gerade zum Königsmord gelangt, das hat gewiß seine desondere Ursachen, an dcncii aber der„Umsturz" genau so unschuldig ist wie daran, daß gestohlen und geraubt wird. Mehr noch, wo der„Umsturz" mächtig ist, wo die Ausgebeuteten organisir* gegen die Ausbeutung kämpfen, da pflegen solche unsinnige» Thaten, wie die des Acciariti, überhaupt nicht vorzn- kommen. Nur da, wo ein gewaltthätiges Kapitalisten- und Juuker-Regiment herrscht, ein Reginient, wie es nach dem Herzen der„Tageszeitungs"- Herren wäre, wo jedes Streben der Arbeiterklasse nach Hebung aus der Nolh und nach freiheitlicher Bethätignng brutal uiedergedrückc wird, da macht sich die Verzweiflung des vernachlässigten unglücklichen Volks in unsinnigen Zlttentalen und Attentatsvcrsuchen Lust. Und dies geschieht, ohne daß der Altentäter vielleicht je in seinem Leben eine„uiustürzlerische Rede" gehört hat, aus der er ja vielmehr hätte lernen können, daß die Aus. merzung einer Person nicht das geringste zur Abhilfe seiner eigenen Roth und der Roth seiner Mitmenschen beitragen würde. Es ist freilich weit bequemer, die Verantwortung für ein Attentat dem„U in st u r z" zuzuschieben, als an der Beseitigung der jammervollen Lebensverhältnisse derunteren V o l k s k l a s s e n mitzuwirken.— *» Teuisches Reich. "Die Kritik.>v e I ch e gegen das K o s ch c»> a» n- u r t h e i l von der gesaminten objektiv urlheilendc» Presse erhoben wurde, ist den berusenen Berlheidigern der heutigen Justiz um so niehr zuwider, als sie selbst suhlen, wie ungebeuer bedenklieb jenes Urtheil ist. Aber der Richterspruch ist unantastbar ivi« die Staats- und Rechtsordnung heilig ist; jeder Zweifel an der Unfehlbarkeit des preußischen Richters und der Geschiuorenen ist ei» Verbreche». Also regen sich den»» insbesondere nationalliberale Blätter heftig darüber auf, daß»vir in den» Urlheil gegen Koschemann nicht„das Produkt geivissenhafl erivogener Eindrücke und gegründeter Ucberzeugnng" sehen, sondern dasselbe„als einen Akt der Klassenjustiz brandinarken". Die„Magdeburger Zeitung",»velche so schreibt, fälscht dainit durchaus die von»ins dargelegte Ansicht. Wir haben den Geschlvorenen nicht nachgesagt, daß sie gegen ihre Uebcrzeugung geurtheilt hätten. Wir haben vicluiehr unter aussührlicher Durch- sprechung aller gegen den Beschuldigten vorgebrachte» Verdachts- moiiicnte gezeigt, daß dieselben zu einer Vcrurtheilung in keiner Weise hinreichen konnten, und haben behauptet, daß die trotzdem erfolgte Verurtheilung nur dadurch wöglich geivescn ist, daß die Geschworene», als Angehörige der bürgerlichen Klasse, von vornherein gegen die Anarchisten, die Feinde der bürgerlichen Klasse, vorcingenouunen geivese» sind. Wen» die Magdeburgerin die Geschlvorenen iin Kosche- »nann- Prozeß damit herauszureißen sucht, daß sie aus die sozial- demokratische Forderung der Wahl aller Richter durch das Volk hiniveist, so vergißt das überaus klug« Blatt nur, daß heute die Geschlvorenen nnr aus der besitzende» Klasse hervor- gehen. Ganz albern ist die Schlußbemerkuug der„Magd. Ztg.": „So ist der Artikel des„Vonvärls"»veiter nichts als eine schivache Andeutung,»vie es um die Justiz bestellt sein wird, wenn die Sozialdemokratie erst ihre„Gesellschaft" stabilirt hat." Es bedarf »vahrlich nicht einer„sozialdemokratischen Justiz", um solche Urlheile, »vie das gegen Koschemann, unmöglich zu machen. Es bedürfte dazu nur einer Revision der blöden Angstvorstellunze» in bürgerlichen Kreisen über soziale Fragen.— — Byzantinische Illusionen. Kürzlich feierte der König von Sachsen seinen Geburtstag. Wir haben nichts dagegen,»venu die Leute,»velche die Monarchie für eine vortheilhafle Einrichtung ansehen, an den Geburtstagen der Fürsten doppelt tiefe Verbeugungen machen und doppelt schivülstige Phrasen loslassen. Aber dieselben sollten bei solchen Gelegenheiten nicht solche Univahrheite» von sich gebe»,»vie die„Deutsche Tageszeitung" sich jetzt leistet. Das Blatt bringt folgendes fertig: „Wir glauben kaum, daß es in Sachen irgend einen Menschen giebt, der den König Albert haßt. Die Verehrung seiner edlen.schlichtc», durchaus treuen Persönlichkeit reicht»veit bis in die Kreise der Sozialdemokraten hinein. Das ist auch lein Wmrder. Wen» es vergönnt war, eiiimal dem König ins Auge zu schauen»nid mit ihm zu spreche», der»vird bezaubert geivesen sein von der herz- liche» Liebensivürdigkeit, die de» Grundzug seines Wesens bildet. Sein Land regiert er mit jener ruhigen,»»aßvollen Stetigkeit, die allein ein Land ruhig und glücklich macht. Er hat erreicht, daß Sachsen— viel bewundert und- viel beneidet— als musterhaft regierter Staat in Deutschland und über Deutschlands Grenze» hinaus gilt." Geiviß, hassen»vird man in» allgemeinen den sächsischen König kann,. Waruni auch? Er ist niemals persönlich i» polilischen Dingen herausgetreten? Aber„Verehrung bis in die Kreise der Sozialdemokraten" hinein? Das glaubt doch wohl die„Deutsche Tagesztg." selbst nicht. Und die„ruhige, maßvolle Stetigkeit, die allein ein Land ruhig und glücklich macht"! Hat die„Deutsche Tagesztg." noch nichts gehört von den unglaublichen Aersolgunge». denen vie großeMasse des sächsischen Volks durch die königlich sächsischen Verivalluugs- und Justizbehörde» ausgesetzt ist? Hat sie nichts von der rücksichtslose» Vernichtung des sächsische» Wahlrechts vernommen, »velche einen mächtigen Slnrin der Enlrüstnug im ganzen Lande entfachte und einen fortfressende» Groll in den Gemüthein hinterließ? In einen» Laude, dessen Regierung solche Dinge unternimmt, können die Gefühle des Volkes gegenüber der Monarchie»vahrhaflig nicht diejenigen sein,»velche die ekelhafte Byzantinerei der„Deutschen Tageszeitung" zusammenlügt.— — Die Bedrohung niit der reaktionären Um« g e st a l t u» g des preußischen Vereinsgcsetzes veranlaßt die„Frei- sinnige Zeitung" zu folgenden» Rippenstoß wider das Zentrmn: „Wie»väre es.»venu die Zentrnmepartei mit Unterstützung der Freisinnigen jetzt sofort im ilieichstage«ine Novelle zum E i n f ü h r u n g s g e s e tz für das Bürgerliche Gesetzbuch einbrächte, in»velcher das Verbot der Verbindung politischer Vereine k u r z>v e g aufgehoben wird? Die Zentrumspartei hat es ja in, Reichstage verschuldet, daß nicht im vorigen Sommer beim Bürgerlichen Gesetzbuch die Gelegenheit beim Schöpfe gefaßt und das betreffende Verbot beseitigt»vnrde." Die beste Gelegenheit ist eben versäumt worden. Immerhin»väre es gut,»venu die Anregung der„Freisinnigen Zeitung"»veiter verfolgt»verde»»»vürde. Aber bei der nur platonischen Zenlruinsliebe für ein einigermaßen freies Vereinsrecht ist kaum etivas zu erivarte».— — Z u r„Reinigung der Universitäten" bringt die„Schlcs. Ztg." die folgende Meldung: Der ordentliche Professor in der philosophischen Fakultät der Universität Breslau, Dr. Elster, ist kommisiarisch in das Knltus>iii>iisterinm beruse»»vordcn, um dort das Personalreferat in Uuiversilätsangelegenheiten zu über- nehme». Professor Lexis in Göttingcn, einer der hervorragendsten Ratioualökonomen, der an den dentfchen Universitäten lehrt, ei» Mann, der anch im Auslande einen ausgezeichneten Name» hat, und Professor Elster standen für das Perfonalreserat in Frage. Es ist selbstverständlich, daß Herr Elster gewählt»vnrde. Er hat zivar»vissenschaftlich nichts, gar nichts geleistet, er hat,»vas auch König Stumm noch gnädig gestallet, die Lösung der sozialen Frage durch Postsparkassen cmpsohlen, er hat in Breslau de» Vorsitz in «inen» Vereine zur Bekämpfung der Sozialdemokratie geführt und er hat Herrn Bosse ein zustimmendes Gutachten zu seiner Vorlage über die Besoldung der Universitätsprofessorin geliefert. Was»viegt da- gegen ein Name von»vissenschaftlichem Klang. Herr Elster»vird es»vohl dem Slnmi» recht machen.— — Der Termin für die Reichstags-Nachwahl in Königsberg i. P r. ist zwar»ach nicht festgestellt, aber die Vorbereitungen zur Wahl sind soiveit gefördert, daß mit der öffentlichen Auslegung der Wählerlisten am 8. Mai d. I. begonnen werden kann. Da die Listen mindestens vier Wochen vor dem ,»r Wahl bestimmten Tage zu jedermanns Einsicht ausgelegt»Verden müssen, so kann mau»vohl darauf rechnen, daß Ende Juni die Wahl stattsinden»vird. Wie der„Voss. Zttj." telegraphisch berichtet»vird, ist die Ersatz- wähl auf de» ll. Juni angesetzt- — Im ReichStagS-Wahlkreise Wiesbaden hat eine Vertrauensmänner- Versammlung der Zentrumspartei den päpstlichen Geheimkämmerer Raymund v. Fugger als Kandidaten aufgestellt.— Breslau, 24. April.(Privatdepesche de?„Vorwärts".) I» dein Prozesse gegen den Redakteur der„Volksivacht"»vegen Be- günstigung, augeblich begangen durch Bezahlen der Geldstrafen der verantivortlichei» Redakteure, erfolgte heute Freisprechung.— — Als eine Art preußischer Mnfierbeamter ist bekanntlich der Distriklskoniniissar v. Crrnap vom CboruS der nationalen Presse ausgeschrien ivorden, nachdein es in» September vorigen Jahres i» Opalenitza zu den bedauerlichen Vorgängen ge- komme» ivar. Selbst»och als Ende Oktober vorigen Jahres der gegen verschiedene Eiuivohner eingeleitete Prozeß»vohl oder übel »nit bcr Freisprechung fast aller„Landfriedensbrccher" enden mußte, lhat sich die nationale Presse gütlich darin, den braven Carnap als einen preußischen Nationallnärtyrer hinzustellen, der von rechtsivegen Orden und Ehrenzeichen verdiene. Wie würdig dieser brave Mann, der bald seines Postens entheben werden»niißle, der patriotiscben Verherrlichung»var, zeigt jetzt eine ans Lissa kommende Meldung. Danach hat die dortige Strafkammer den früheren Distrikts- Kemmissarius von Carnap ans Opalenitza, jetzt in Berlin»vohnhast, wegen zweier Körperverletzungen im Amte zu 200 M. Gelbst r a f e verurtheilt; der Staatsanwalt hatte sechs Wochen G e f ä n g n i ß b e a n t r a g t.— Die preußisch-patriotische Presse ist ihres Schützlings»vürdig! Schweiz. Zürich, 22. April.(Eig. Ber.) Am Sonntag giebt eS Lands» g e m e»»i d e n und Wahlen. Erstere in Appenzell, Glarus und Nidivaldeu, letztere in der Stadl Zürich nnd in Basel. Von den Laiidsgemeinden ist nus erwähnenswerth die R i d w a l d n e- r i s ch e,»v.lche auch über die ,i e>» e V e r f a s f n n g abzustimmen hat. Dieselbe bringt eine Revision deS Steuer, vesens, des Armen- wcsens und eine Vereinfachung der Verivallung durch Re- duklion der Regierungsrälhe von II auf 7, der Ober- richter von 1l aus 9, der Friedensrichter von 4L auf 5 und 5 Ersatzmänner, der Erhöhung der Eimvohnerzahl von 250 auf 300 sür Wahl eines Laudrathes(Landtags- Abgeordnelen) nnd der Verlängeruiig der Amtsdauer des Vertreters in» Ständeralh von 1 auf 3 Jahre. Das Referendum soll insofern eine Beschneidung erfahren, als der Landrath die Kompetenz erhält. künftig 10 000 statt bisher 6000 Fr. als Anleihen aufzunehmen. Der Käiiton Ridivalde» zählt 13 000 Eiuivohner,»velche außer der Landsgemeinde noch 64L Wahlen z» treffen habe». Bei II Regieningsrälhen fällt fast ans je 1000 Einwohner 1 Minister. Früher, als der Militärdienst in fremden Landen noch absolvirt und sodann i» der Heimath die crivorbenen Pensionen ver- zehrt»vnrde», versahen diese alten Soldaten die Regierung des Landes meist unentgeltlich und daher rührt auch noch das»»vollendete Minister-Diitzeiid. Es ist indeß z,veiselhaft, ob die Landesgemeinde die»eue Berfaffung annimmt,»nd wenn sie dieselbe verivirft,»verde»» auch sernerhin II Minister in den» kleine» Ländche» aniliren, von denen jeder der Kollege des Fürsten Hohenlohe ist.— In der Stadt Zürich ist für eine» verstorbene» demokratischen Stadtralh ein neuer zu»vnhlen und kandidiren hierfür die Demo- kraten den laiidwirihschaftlicheu Schuldirektor Lutz, der jüngst auch für den Regierungsrath kaudidirt halte. Die Sozialdemokralen wie die Liberalkonservaliven llnterfiützeu Lutz. Für die Ersatz, vahl in de» Kantousralh iin Kreise V kandidiren unsere Genossen wie auch die Demokraten de» Genossen Greulich, die Liberalen ihren Genosse» Stadtrath Süß.— Ii, Basel habe» alle drei Parteien für die Eriatzivahl i» den Regierinigsratb Knudidat«», aufgestellt, die Sozialdemokraten den Genossen W» l l s ch l e g e r. Fü« die Ersatzwahl in den Natioualrath präsentiren die Frei- sinnige» den schon einmal im Nationalrath geivesenen Eckenstein und die Konservativen ihren Genossen Bischof, der ebensalls schon Nationalrath geivesen.— Italien. — lieber das Attentat liegen noch folgende Mittheilungen vor, die aber wenig neues und belangreiches enthalten: Rom, 23. April.(„Vossische Ztg."). Es bestätigt sich, daß der eigene Bater des Attentäters Acciarito schon vorgestern Nach- mittag die Polizei davon verständigte, daß sein Sohn«in auffälliges Benehmen zeige und seine Schlofferwerkzenge veräußert und erklärt habe, er wolle„irgend»velcheu» großen Herrn ans Leben". Der Polizeidirektor will sosort und eifrigst aus Acciariti gefahndet haben, doch sei er n»aussind- bar gewesen. Der Minister des Innern hat«ine Erhebung über diese Angelegenheit angeordnet. Rom, 23. April. Hier in Roin versuchte«ine Anzahl Personen vor der Redaktion des„Avanti" eine Kundgebung zn veranstalle», wurde aber von der Polizei daran verhindert. Auf der Piazza d» Colonna kam es zivischen Sozialisten nnd der Polizei zu einem Handgemenge, wobei zwei Polizisten und ein Sozialist verwundet und zwei Verhaftungen vorgeiiommen»vnrde». Rom, 23. April. König Hnmbert»var bei seiner heutigen Ausfahrt auf einem Phaeton. den er selbst lenkte. der Gegen- stand fortgesetzler Huldigungen der Bevölkerung.— Die Untersuchung gegen Acciariti schreitet schnell vorwärts; die Ber» Handlung»vird wahrscheinlich»in Juni statlfinden.— Den» sozialistischen Blatte„Avant," zufolge hat Msgr. Radini- Fedeschi in strengem Inkognito dem Könige im Namen der römische» Geistlichkeit feine Freude darüber ausgesprochen, daß der König der Gefahr glücklich cnlkommen sei.-- Der Dolch des Acciariti Hai im Griff ein Kreuz und den Buchstaben „A" in, Relies; dieses soll bei den Anarchisten„Tod" bedeuten. Dem„Fansulla" zufolge»väre» diese Zeichen dieselben»vie diejenigen, »velche der Dolch trug, dessen sich Caserio bei der Ermordung des Präsidenten Caruol bediente. Dagegen beharrt der Attentäter bei der Behauptung, keinerlei politische Gründe gehabt zu haben und keiner Partei anzugehören.— Einige Blätter verlangen Ausnahmegesetze, die meisten jedoch, so auch der ojfiziöse„De Chisciolte", bezeichnen das Allental als die Thal eines Halbivahnsiuuigen,»vodurch keine Aera der Reaktion entfesselt»verde», dürfe.— der„Leipziger BolkSzeitung" meint Gcnoffe Schoen» �n»» t zu der Absicht Lieblnecht's, sich mit Freund Vliegen i» der holländischen Parleipresse auseinaiiderziisetze»:„Die eventuelle Ab- ficht einer Erörterung in der holländischen Presse ist eine v o u» besseren Theil der Tapferkeit zeugende Beischiebung des Gefechlsfeldes". Liebknecht ist zur Zeit abiveseud und daher nicht in der Lage, ans diese Geschmacklosigkeit selber zu antivorten, falls er das überhaupt sür nolhivendig halten sollte. Daß aber den, Genosse» Schoeulank bei all' seinen sonstigen Fertigkcile» die voll» ständig fehlt, einein Liebknecht Furcht einzuflößen, darüber sollte er sich doch keiner Täuschung hingeben. Zur Maifeier in Breslau schreibt die„VolkSivacht":„Es ist iniolge der dekannten Einwirkungen auf die diesigen Saalbeützer leider nicht gelunge», ein größeres Lokal für die Abhaltung einer Bersainrnlung am Abend des t. Mai zu«rlaugrn. Es»verde»» daher am Abend des I. Mai nur eine Reibe öffentlicher Bersanunlungen der einzelnen Branchen stattfinden können. Wen» man es aiich verstanden hat, die denkbarsten Schwierigkeiten aufzuhäufen, ,»» den Breslauer Arbeitern— die bei palrivlischen Festen sehr begehrt sind— die Feier ihrer eigenen Feste»»»möglich zn machen, so dürfen»vir hier doch ruhig ausspreche», daß solche Bemühungen ihren Ziveck ganz nnd gar verfehlen werden. Die Breslaner Arbeiterschaft wird, uubekünimert aller Machenlchasle» der Gegner, dafür Sorge trage», daß auch in Breslau daS Wcltfest der Arbeit einen»vahrhast würdigen Verlauf nimmt, trotz alltden» und alledem l" Der erste Mai alS behördlich anerkannter Feiertag der Arbeit. Im Ariiienrath des Bezirks P o p l a r»» Ost-Loudo»» den Antrag, daß im ganzen Dienst deS ArmenrathS der erste Ma als Feiertag begangen werde. Nach lebhafter Diskussion ergab die Abstimmung über den Antrag Stimmengleichheit, so daß der E»t- scheid beim Vorsitzenden, dem Geistlichen Marmaduka Herc, Vikar in Poplar, lag. Der Genannte gab seine Stimine f ü r den Antrag ab, so daß die allen Leute in» Armenhaus, die Bureau- beamte» und die Mehrzahl der Aufivärter:c. zinn ersten Male am Festlag der Arbeil Feiertag haben werden. Auf dem Elbcrfelder Kougrrst der evangelischen Arbeiter- vereine hat, wie die„Freie Presse"»nittheilt, der bekannte Pfarrer Weber ausgeführt:„Seit Laffalle ist nun das Wupperthal der Herd der Sozialdemokratie und seit der Aushebung des Sozialisten- gesctzes hat im Wupperlhal kein Vorgang so großes Aufsehen erregt,»vie die großen Sozialistenprozesse. bei denen unzählige Eide geschivoren, vnrde», daß man nicht verbotenen Vereinen angehöre und doch nicht den Eindruck verivischen konnte, daß man damit Unrecht that. Weiter ist das Wupperthal der verhävgnißvolle Platz, wo ein Reinsdorf den scheußlichen Plan zur Sprengung des Niedenvald-Denkmals ausheckte." Auf de» Pfarrer Weber scheint nach dieser Leistung das Wort zuzutreffen: Die Politik verdirbt den Charakter. Zu der von ihm gelieferlen Parodie auf das Gebot:„Du sollst nicht falsches Ze i» gn iß reden»vider deinen Nächsten" bemerkt»nscr Elberfelder Bruderorgan:„Der Herr Pfarrer bat sich mit de» geschichtlichen Thatsachen in arge» Widerspruch versetzt. Ob- wohl es uns hier an Eiuzelprozeffen in de» letzten Jahren wahr- haftig nicht gefehlt hat, ist u»Ier den von Weber angezogenen „großen Sozialistcnprozeffcu" doch wohl der große Elberseldcr Geheimbnudsprozeß g> meint. Dieser hat sich aber nicht nach, sondern »och während des Bestehens des Sozialisteugesetz.s abgespielt,\r: war eine Folge desselben. Mit der Vermiilhuua, daß in jenem Prozeß viele Falsckeide geschworen wurden, sieht Weber nicht allein, aber diese Falscheide»verde» nach»»rserer Ueberzeugung aus ei»er anderen Seite zu suchen sei», als Ivo sie Herr Weber findet. Daß der Redner nicht infornrirt»var, beiveist schon die Beiiicrknng, die Zeugen hallen unter Eid erl t, nicht einem verbotenen Vereine anzugehören. Solche FragesteUnng hat es in dem Prozeffe überhanpl nicht gegebe». Von einen» Manne, der ernst geiiomme» sein»vill und der dazu noch Geistlicher ist, könnte »uan doch füglich envarten, daß er e»vas mehr bei der geschichtlichen Wahrheit bliebe und nicht leichtfertig in den Wind hinein- spricht. Wenn aber Herr Weber es am Platze hält darauf hinzrnveisen, daß hier der Ort sei. wo Reinsdorf seinen Plan zur Sprengung des Niederwald-Tenkmals ausgeheckt habe, so hallen wir eS sür angezeigt, nuf den in, Reiusdors-Prozeß aufgetreteuen Kronzeugen Weber Palm hinzuiveise», dessen fleicolypes Wort im Kreise seiner Reinsdorf-Freuiide vorher»var: „Es i»»b ein Exeinpel statuirt»verde»", sowie a»f die Aussage des früher hier angcstellle» Polizeikonnnissars Gotischalk, der gleichfalls als Haupidelasiuiigszeuge austrat»i»>b miler Eid erklärte, er sei von den»„scheußlichen Plane' lange bevor er zur Ausführung ge- lange» sollte(dieser Plan nitßlang ja bekanntlich), unterrichtet gewesen." Ter Sozialdemokratische Wahlverein in Langenbielau hatte Ende des erste» Quartals d. I. 353 Mitglieder. Einschließlich 11.32 M. früheren Bestands betrug die Einnahme 109,02 M., die Ausgabe 17,35 M. Bei der Wahl zn dem neugeschaffenen Gcwerbegertcht in Mylau in» sächsische» Boigilande gaben von 269 Arbeilern 265 ihre Stimme sür die Liste des Brbeiter-Wahlvereins ab. Ter nengewählte LandeSvorstand der Sozialdemokratie Wllrttcinbcrgö ersucht die Parteigenossen, Briefe fernerhin nur an de» Schrislnihrer Fr. Fischer in Stuttgart, Möhringer- ftraße 61 z» adressiren. Die Adresse sür Gelder ist nach wie vor: I. Belli in Stuttgart, Furthbachstr. 12. Todtenlifte der Partei. In D r e s d e n ist der Parteigenosse D e r g« l, ei» treuer nnd eifriger Milkämpfer, aus dem Leben ge- schieden. Im Jahre 1891»var er vernnlivorllichcr Redakleur der „Sächs. Arb.-Ztg.", als welcher er»vege» Majeslätsbeleidigung»c. z» 10 Monaten Gefängniß verurtheilt wurde, die er in Hoheneck verbüßle. Ehre seinem Andenken! Polizeiliches, Gerichtliches«. — Wegen Offiziersbeleidigung»vnrde der verantivortliche Re- dakteur der Mannheimer„V o l k s st i n» n, e", Genosse D i e tz, von» Landgericht in Mülhausen i. E. zn 5 Monaten Gefängniß verurtheilt und sofort verhaftet. EL ist»n» Deutscheit Reiche schon von Gerichten aiierkannt worden, daß gerade bei Rc- daklioueu sozialdemokratischer Blätter Fluchtverdacht nicht ohne »veitereS angenommen werden kann, sondern daß es dazu dringender, zivingender Vcrdachtsgründe bedarf. Die Zahl der Redakteure unserer Partei, die sich einer Strafe durch die Flucht entzogen, ist denn auch äußerst gering, nnd ihr Verhalten ist von der Partei stets aufs schärfste verurtheilt worden. Noch nicht dageivesen ist es aber unser«,: Erinneruiig nach, daß der Redakteur eines Blattes uiiscrer Partei wegen einer Strafe von 5 Monate» die Flucht ergriffen hätte, es handelte sich dann mit viel längere Strafen, die zu überstehen der Flüchtltug nicht hoffte. All' das ist»vohl auch den Richtern der Reichslandc nicbt u»bekan»t. Wenn dennoch»iiser Genosse Dietz soiort ve-- hastet wurde, so erscheint uns das lediglich als neuer Ausfluß des Ausnahmezustandes, ititter dein in Elsaß- Lothringen die Presse und insbesondere die Presse der Arbeilerschaft sowie da3 ganze politische und sogar das wtrlhfchaftliche Leben leidet. Mit diesem Ausnahme- zustande»vird ti der Reichs regierung nie gelingen, die Elsaß- Lothringer mit der gewaltsamen Angliederung an das Deutsche Reich auszusöhnen. — Freigesprochen von der Anklage, einen Fleischer beleidigt zn haben, wurde vom Schöffengericht in Gera Genosse Johann N a j o r k, verantwortlicher Redakteur der„ R e tt ß. T r i b it n t." Tie Beleidigung sollte in einer Notiz enthalten sein, worin gesagt »var, daß die Slaatsauwaltschaft in dem Konkurs über das Ber» mögen des Fleisches dessen Geschäftsbücher eingezogen Hobe. Das Gericht erklärte, daß darin keine Beleidigung liege, ircil j.der in, Konkurs Befindliche sich die Prüfung seiner Bücher durch den Staalö- anwalt gefallen lassen müsse. — In Leipzig ist,»vie»vir schon mitlheilten, dein sozial- demokratischen Verein sür den Osten eine Versammlung verböte». worden,»vo W a l d e ck M a n a s s e aus Berlin über den Austritt aus der Landeskirche sprechen sollte. Tie Polizei sucht diese auf 8 5 des sächsischen Vereinsgesetzes gestützte Maßiiabwe wie iolgr zu be- gründen:„Nach dem sür die Bersainmlung gewählten Thema»»in mit Rücksicht auf die Person des in Aussicht genom, neuen Reserenteu nnd die von ihm anderwärts gehaltenen össentlicheii Vorträge steyt ai er> ein Ziveisel, daß die Versammlung lediglich dazu diemn soll, ttinrichtnugen und Gebräuche der christliche» Kirche t» heran- würdigender Weise zu besprccheu und die Theiluehmer zum Austritt aus der Laudeskirche zn veranlassen." Zur Keiinzeichiuuig der Grundlosigkeit dieser„Begründung" genügt es wohl, darauf zn ver- weisen, daß, soweit bekannt, Manasse wegen seiner Vorträge noch nirgend ein« Anklage erhalten hat. Itstiig NrozrH Dv. Nekevs. Neber den Jnbalt der Anklage haben wir unseren Lesern bereilS der gestrigen Nummer berichtet. Tie Verhandlung fand am singen Sonnabend in dem iin Erdgeschoß belegenen großen Sitzungssaal« des KamnicrgerichtS statt. Als Präsiden I Groschuss »in 10 Udr die Sache auflast, ist der Zuhörena»»»» dicht besetzt. Unter den Aniveteuden beinerkt man de» Abg. Dr. Arendt, Schröder» Poggelow, Frhr. v. d. Heydt w. An stclle des erkrankte., Geheime», Legationsraths v. Schelling ist Geheimer Rath Buuim in den Gerichtshof eingetreten. Als Zeugen sind nur der Frhr. v. P e ch m a Ii n und Sekretär I a n ck c zur Stelle. Als Pro« tokollsührer sungirl Kammergerichts-Eekretär Rudolph. Die Personalien. Ueber seine Personalien»»acht der Angeschuldigte auf Befragen des Vorsitzenden solgende Miltheilnnge»: Er heißt mit Vornamen stellte am 21. April der sozialistische Armeuverireter Lansbury Carl Friedrich Hubertus, ist am 27. September 1856 zu Neuhatts a.(E, geboren, lutherischer Neliglon, Sohn de? verstorbenen Pastor? Peters. Er hat in den Jahren 1870—1876 das Vymnafium �n Lüneburg besucht, dann zu Götttingen, Tübingen»nd Berlin Jurisprudenz und Geschichte studirt, promovirte 1379 in Berlin. ist Inhaber der goldenen Medaille für Kunst und Wissen- schaft der philosophischen Fakultät, des Kronenordens Z.Klasse des großherzoglich sächsischen Falkenordens, des kgl. sächsischen Albrechtsordens Ritlerkreuz l. Klasse, früher mar er Direktor der dentsch-ostafrikanischen Gesellschaft. Im Jahre 1330 hat er das Staatsexamen für Geschichte und Geographie»>it der Berechtigung für Prima erhalten. Ist die Oeffentlichkeit auszuschließen? Auf Befragen des Präsidenten an den Vertreter der Staats- anmaltschaft Geh. Legationsralh H e l l w i g, ob er einen Antrag ans Ausschluß der Oeffentlichkeit zu stellen habe, bemerkt letzterer: Es kommen ja allerdings in der Verhandlung Dinge vor, die für zartbesaitete Ohren nicht geeignet seien. Anderer- seits habe die Regierung das Interesse, daß die Sache in vollster Oeffentlichkeit verhandelt werde. Er habe um so weniger Veranlassung, einen Antrag auf Ausschluß der Oeffentlichkeit zu stillen, da die Sache bereits in der Oeffentlichkeit bekannt sei. Die Aeußerung, die der Angeklagte im hiesigen Lokal Bristol gelha», sei allerdings für die Oeffentlichkeit nicht geeigner, er stelle daher anheii», wahrend der Verhandlung dieses Punktes die Oeffentlichkeit auszuschließen.— Vertheidiger Rechtsanivalt Gundlnch: Die Vertheidigung hat das größte Interesse an der vollen Oeffeutlich kcit der Verhandlung, damit nicht in der Oeffentlichkeit unrichtige Gerüchte entstehen. Da Damen nicht hier sind, so ersuche ich, auch nicht während des erwähnten Punktes die Oeffentlichkeit auszuschließen.— Der Gerichtshof be- scbließt: die Oeffeulliohkeit nur während der Erörterung des einen ermähnten Punktes auszuschließen. Rechtfertigungsversuch PeterS. Darauf macht Dr. Peters über die Verhältnisse, unter denen er nach dem Kilimandscharo gekommen, längere Aus' führungen, die sich mit den Angaben der Beschuldiguugs> schritt im allgemeinen decken. Er giebt zu, daß uuter de» Instruktionen, die ihm mitgegeben wurden, sich auch die befand, daß ihm kriegerische Unternehmungen in größerem Umfange unter sagt sein sollte». Er erhielt eine Echutztruppe von 150 Mann unter dem Kompagnieiührer Johannes zu seiner Verfügung und hatte schon nach einer Anwesenheit von 3 Wochen ein Gefecht. Der von ihm zum Tode verurtheilte Neger Mabrek war LS Jahre alt. Der Angeschuldigte behauptet, daß ihm über die aus der Station befind lichen Schwarzen, soweit sie nicht zur Schutztruppe gehörten, das Recht über Leben und Tod zustand. Die beiden im Stationshause bei ihm wohnenden Weiber seien ihm gewissermaßen als Eigenlhum geschenkt worden, die Dienerin sei aus ihren Wunsch ausgenommen worden, außerdem hatte auch sein Feldwebel Schubert, der bald i» einem Gefecht fiel, ein Weib. Nach seiner Ansicht stand ihm auch über diese Weiber die Disziplinargewalt zu. Was den Vorfall mit Mabrek betrifft, so giebt Dr. Peters folgende Darstellung. Er befürchtete täglich einen Uebersall der Warongo. Sein StalionshanS war noch wenig ausreichend befestigt und die ganze Situation, in welcher er sich befand, mar deshalb nicht ungefährlich. Nun waren wiederholt Diebstähle vorgekommen, so eines Nachts ei» frecher Einbruch. Es war dies zu einer Zeit, alS er eben von dem Feldzuge gegen die Warongo's, der nicht ans gefochten war, zurückgekehrt war. Bei diesem Einbruch habe es sich gar nicht um eine Annäherung an sein» Dienerin gehandelt; diese schlief gewöhnlich zu seinen» Fußende an seinem Bette, und»var in dem Raum, in ivelchem eingebrochen»vurde, gar nicht anwesend Er habe sofort in der Nacht die Station alarinireu lassen und angedroht, daß, wenn sich der Dieb nicht nielden ivürde, er bei seiner Entdeckung gehängt werden sollte. Aus Mabrek hatte er anfänglich gar keine» Verdacht, dieser ka>» erst, als er eines Tages beinerlte, daß Mabrek eine seiner(des Dr. P.) Zigaretten rauchte. Für diese» Zigareltendiebstahl»vnrde Mabrek zu 3 Monaten Keltenarbeit verurtheilt. Nach langer Untersuchung bezüglich des Einbruchs verrieihen die Weiber, daß Mabrek der Einbrecher fei und dieser gestand es zu.— Präs.: Hielten Sie sich für berechtigt, in der Weis« zu prozedireir, wie Sie es gegen Mabrek getha» Habews recht beqnenMi — A n g e k l: Ja.— Präs.: Das ist doch eine >Art, zu sagen: Wenn sich der Einbrecher meldet,»vird er milde bestraft, wenn er sich nicht ineldet,»vird er aufgehängt.— A n g e k l.: Ich hielt»nich in meiner Lage dazu für berechtigt. Ich hatte die feste Ueberzeugung, daß, nachdem einmal alle Leute von niir gehört hatte», daß event. die Todesstrafe platzgreisen ivürde, ich zur Aufrechlerhaltung meines Prestige und zi»r Sicherheit der Station verpflichtet war, meine Drohung nun auch auszuführen, zuninl es sich um«ine» sehr frechen Einbruch handelte und Mabreck auch noch alle möglichen Leute verdächtigt hatte.— Auf »veiteres Befragen erklärt Dr. Peters, daß er bei der Abfassung des Todesurtheils gegen Mabreck den Chef der Echutztruppe, Herrn v. Bronsart, nicht zugezogen habe, weil er de» Akt für eine» reine» Zivilverivaliungs-Akt hielt. Herr v. Bronsart sei allerdings gegen das Todesurtheil geivesen,»veil,»vie er sagte, dies in Europa großen Lärm inachen würde. Er habe die Todesstrafe verfügt ivegen groben Vertrauensbrirches und»vege» Gefährdung deS Lebens von Weißen, denn Mabreck hatte bei dem Ein bruch de» Weibern gedroh«, daß er sie erschießen»vürde, wenn sie Lärin machten. Der geschlechtliche Berkehr zivische» Mabcck und de» Weibern sei dabei von ganz untergeordneter Bedeutung geivesen. Wenn er später Weißen gegenüber auch des sexuellen Momente Erivähnnng geiha», so seien bei de» betreffende» Personen jedenfalls Jrrtlmmer nnterlaufe». Er habe bei der Ber- hängung von Etrase» immer die Gesamuitlage im Auge behalten. Das Todesurtheil sei von Wiest vollstreckt»vorde»,»velchcr lediglich »liiter dem Befehl des Herrn v. Bronsart stand. Letzterer habe, weil ihm selbst die Vollstreckung der Strafe peinlich war, ihm den Wiest zugeschickt. Der Konflikt mit Malainia»ach der Flucht der Weiber sei von diesem selbst dervorgerusen. Dieser hatte sehr impertinente Redens- arte» gemacht, Wilhelm Ideille mit, daß Malamia's Leute Kriegstäuz« ausführten»nd?S lag also eine voll» Auslehnung eines der deutsche» Nation benachbarte» Häuptlings vor Malainia»var nur ei» Usurpator, er hatte seinen eigene» Bruder verlrieben; als die Kartätschen ihre Wirkung gethan,»vurde Frieden geschlossen, Malainia»vurde flüchtig und sein Bruder»nieder eingesetzt. Die drei entflohenen Weiber iviirden zurückgebracht und zunächst zu ji 25 Hiebe» verurtheilt. Er habe während der Exekution auf einem Stuhle an» Stationshause gesessen und Hab« die Durchgepeitschte nicht sehen können. Richtig sei es, daß unter den letzteren auch di> ihn» üt erwiesen« Konkubine sich befand. Die Jagodjo sei zu drei Monaten Kette verurtheilt»vordem,»veil sie der ttoufpiralio» verdächtig»var. Er mache darauf aufmerksam, daß ihm»nr 35 Mann Soltalc» zur Verfügung standen und bei dieser schivache» Deckung die größte Rigorosität geboten war. Das Entiveichen von Kette»» gefangenen»verde in Afrika allgemein mit dem Tode be straft»nd er habe sich, entgegen seinem ursprüngliche» Willen, durch die Männer der Station dazu best i,»»»>«» lassen, die Jagodjo aufhängen zu lassen.— Aus Befragen des Staalsamvalts erklärt Dr. Peters, daß, als er den Wiest zum ersten Male zu Malainia schickte, dieser unr den Auftrag hatte, zu fragen, od die Weiber dort seien? Erst als Wiest das ziveite Mal geschickt wurde, habe er durch diese» die Herausgabe des Vaters der Jagodjo, der von Marcele entlaufen geivesen sei. verlangt. Er habe derartige a» ihn heranlrelende Klage» von Häuptlingen über entlaufene Männer stets abzustellen gesucht. Diese Herausgade des Mannes »vurde von Malainia unter kriegerischen Kundgebungen verweigert und adurch sei der Konflikt entstanden. Der Angeschuldigt« bestreitet weiter, daß er falsche Bericht« an den Boiiveriieur gerichtet habe. Wenn er nicht angenommen bätte, daß die ans der Station anwesende» europäische» Männer mit der Vollsl»eck»ng der Todesurtheil« einvei standen gewesen»vären, hätle er es auch nicht berichtet. Erst vier Jahre nach dem Vorfalle habe er bei seiner Vernehmung gehört, daß Herr v. Bronsart nicht einverstanden gewesen sein solle. Di« Zustimmung Wiest'? und auch des Malers Kunert fei ihm gar nickt zweifelhaft gewesen.— Präs.: Nun ist es doch aber unbegreiflich, daß Sie in Ihrem Be- richte durchaus falsch behaitptet haben, das Urtheil sei durch de» Führer Ihrer Expedition ordnungsmäßig vollzogen worden. Das »var doch entschieden falsch und Ihre Behörde mußte Ihnen, als de», ReichSkomiiiissar, dock jedes Wort glaube».— A n g e k l.: Ich habe den Bericht in Sansibar geschrieben und zivar ans dem Gesichts- punkte, daß ich de» Befehl zur Vollstreckung des Urtheils an die Schutztruppe weiter gegebe» habe. Ich bestreite, daß Herr v. Bronsart mir seine abiveichende Ansicht über das Todesurtheil in der von ihm behaupteten Form ausgedrückt hat. Zu dem letzten Punkt der Anklage bestreitet der Angeschuldigte. an Miltelftädt oder Herines oder Dr. Baumann Bemerkungen ge' macht z» haben, die darauf hindenten könnten, daß er den Mabrek aus sexuellen Gründen habe aushänge» lassen. Di« Belnerkunge» zu Dr. Baumann sollen auf einem Diner i», Bristol-Hotel gefallen sei». Sie find derartig, daß»vährend der Verhandlung hierüber die Oeffentlichkeit ausgeschlossen»viirde. Dr. Peters bestreitet die Be� haiiptung Dr. Bauinann's. die Theilnehmer an dem Diner haben solche Acußerungen des Peters nicht gehört. Hieraus beginnt die Beweisaus»ahme. Die Beweisaufnahme. ES wird zunächst ein Brief des Bischof? Tucker an den deutschen Konsul in Sansibar verlesen, in ivelchem dieser berichtet, daß er den Lieutenant v. Büloiv danach gefragt habe, ob die Ge- rückte n'ahr seien, die da behaupteten, daß Dr. Peters einen Man» wegen Ehebruchs habe aushängen lassen. Lieutenant v. Bülow habe ihm dabei angedeutet, er glaube wohl, daß sich die Sache so ab gespielt habe. Feriier»vird ein Brief deS Missionars SmythiS an Dr. Peters verlese», in Ivelchem er dielen direkt um Aufklärung über die rüchte bittet, die über ihn i» Umlauf seien.— Dr. Peters hat darauf sofort erwidert, daß in der von dem Missionar in seine»» Briese gegebenen Darstellung viele Jrrthümer und Fehler vorgekommen seien und daß er niemals einen Mann wegen Ehebruchs habe aushängen lassen.— Auf einen zweiten Brief des Sniythis hatte Dr. Peter? dem englischen Major Kensick eine» Antworibrief«bergeben, der aber nicht bestellt»vorden ist. Auf Ersuchen des Dr. Peters bat Kensick den Biief jetzt dem Auswärtigen Amte zur Verfügung gestellt. Dieser Brief lautet: „Magila, 3. April 1892. Mein Herr! Ich bestätige de» Empfang Ihres heutigen Briefes. Obivohl ich es der kaiserlich deutfchen Regierung überlasse» sollte, mein« Handlungsweise als kaiserlicher Beamter zu rechtfertige», so halte ich es doch für a»»' ge», essen, Ihnen privatim möglichst bald Ausklärung eines Miß Verständnisses z» geben, dessen Weiterverbreilinig sowohl»»einem eigene» gilt en Rufe als demjenigen der Verbreiter jenes Mißveisländnisses Eintrag tbuu könnte. Es haben am Kilimandscharo zivei Hinrichtungen slatlgeiunden, eine im Oktober v. I.. die andere un Januar l. I., beide selbstverständlich nach vorhergegangener ordnungsmäßiger Unter- suchung und öffentlicher UrtheilSverkündigung. Bezüglich des ersten Falles»vöhrte die Untersuchung von Ende August bis Ende Okteber. Der Schuldige»var ein Wangamabursche. welcher einen nächtlichen Diebstahl uuter erschwerenden Umständen begange», sowie mehrfache erhebliche Betrügereien und Echivindeleien verübl hatte. Außerdem hatte er ehebrecherischen Umgang mit einem weiblichen Dienstboten, zivar nicht von meinen», aber doch von dem Personal eines andern Herrn gepflogen. Bezüglich des letzteren Falles habe ich indessen keine Untersuchung angepellt. Ich»vürde denselben mit 25 Peitschen hieben destraft haben. Das hierbei in belracht kommende Mädchen hat überhaupt keine Strafe erhalten. Das Todesurtheil erging in Uebereinstimmung mit alle» Herren der Station, die der Ansicht waren, daß in Envägung des damaligen kritischen Standes der Dinge in Ostasrika und der Anwesenheit der Be- völkerung des Kilimandscharodistrikts bei dein Verfahre» dieser freche Einbruch niit der Todesstrafe belegt zu werden verdiene. Der zweite Fall»vurde im Januar abgeurtbeilt und betraf eine Frauensperson. Es handelte sich um ein Komplott in die deutsche Station im Ein- vernchnie» mit feindlich gesinnte» Stämme« und in Zusamnienhang mit verschiedenen damals vorgefallen»» Scharmützeln. Bon Ehebruch ivar in diesem Falle absolut kein« Rede. Meiner Ansicht»ach muß Ihr Gewährsmann beide Fälle durch«inander gemengt habe». ES versteht sich vo» selbst, daß wen» auf unserer Station nicht thnt- sächlich damals nach der Uhehe-Katastiophe Belagerungszustand geherrscht hätte und ich in meinen, Distrikt nicht mit einen» drohenden Aufruhr hätte rechnen müssen, ich es vorgezogen habe» würde, statt der angewandten Streng« Gnade walten zu lassen. Dr. P* Zruaeuverhör. AlS Zeuge wird der frühere Maler und bayerische Reserve- lientenanl a. D. Frhr. v. P e ch m a n» vernomme». Er sagt aus: Auf Mabrek vertraute Dr. PeterS alleS, er hat aber das Vertraue» auf das schimpflichste getäuscht. Die Lage ans der Station war nicht ungesährlich und sie zwang zur äußersten Strenge. Er könne sich der einzelnen Vorgänge nicht mehr genau enlstnnen, er habe darüber keine Tagebuch- Notizen, denn er habe dem ganze» Vorfall gar nickt so große Bedeutung beigelegt.— Präs.: Es handelte sich dock»>» ein Menschenleben.— Zeuge: Man muß eben in den Verhältnissen dort drüben gestanden habe», um zu wissen, was man zunächst seiner eigenen Haut schuldig ist.— Der Zeuge giebt zu. daß die durchgepeitschte» Weiber,»utcr deueii sich die Konkubiu« des Dr. P befand, geschrien haben, wie jemand schreie, der Prügel bekomme. Peiers habe der Züchtigung zugeseh« Bei dem Todesurtheil wider Madiel habe er eine osfizielie richte l,che Qualifikation nicht besessen. Man sitze dort eben in solchei! Falle zusammen und berathschlage, was»»an wobt am besten lhu müsse. Er habe sich jedenfalls auch für den Tod Mabrek's aus gesprochen und gestimmt und üdernehme gern seine» Theil Verl aniivortlichkeil dafür. Auch sür die Ausknüpfnng der Jagodjo Hab« er gestimmt, weil alles darauf hindeutete, daß sie sich mit einem seindliche» Häuptling in Verbindung gesetzt habe. Da sei man ge� zwnngen gewesen, kurzen Prozeß zu mache», wer selbst dort oben gc> ivese», werde wissen, daß, wen» man sicher sein wolle, man sich auch zu wehren verstehen müsse. Der Maler Kunert. so bemerkt Zeuge v. Pechmann auf B«' rage» der Vertheidigung. habe manches nicht gut geheißen, was Dr. Peters anordnete, er wollte alles viel besser mache» könne», als Dr. Peters.— Auf Besroge» eines Beisitzers erklärt der Zeuge, daß Mabrek lhatsächlich ei» Gesländniß abgelegt, aber nicht gesagt habe, u welchem Zweck er de» Einbruch verübl habe. Ob er eine Waffe ei sich gehabt, weiß Zeuge nicht, er habe es aber damals für sehr �»l möglich gehalten, daß jemand gedungen würde, um Dr. Peters über die Ecke zu bringen. Er muffe es als Deutscher bedauern, daß ein Mann, dem Deutschland so viel zu verdanken habe... Der Zeuge wird durch den Vorsitzenden verhindert, derartige Aus führungen weiter fortzusetzen. Der Zeuge I a ,i.ck.», Bezirksamts. Sekretär, z. Z. suspendirt. behauptet gleichsavs, daß die Hinrichtung Mabrek's wegen Ber lrnuencbruchs und Gefährdung der Sicherheit der Expedition stall. gesunden habe. Ob er dabei um sein« Meinung befragt worden, wisse er nicht mehr. Der Zeuge Jancke ist inzwischen selbst in«in Disziplinarverfahren verwickelt worden. I» diesem ist er a»ch darüber vernommen worden, wie es denn komme, daß er selbst nach dein Diktat von Peters einen Bericht an de» Gouverneur geschrieben, der de» That- suche» nicht entsprach. Der Zeuge hat darauf erwidert, daß ihm «in solcher Widerspruch nicht aufgefallen sei, daß aber event. Peters nuck nicht ei» Mann fei, der sich von ibni hätte drei» reden lasse». Ans Befragen«rttäri Zeuge, daß er heut nickt mehr wisse, ob dieHerausgabe der drei entstobeuen Weiber n» d eines Mannes von Malamia ver- langt worden sei, er besinn« sich nur, daß ein von Maleare«»t- lnnfener Mann von diesem reqnirirt wurde. Di« Hinrichtung Mabrek's habe er gebilligt und»vürde heute in gleichem Falle nicht anders»rtheilen. Die beiden Zeugen von Pech mann und Jancke werde» vereidigt. Ans den Akten wird durch den Referenten LandgerichtSrath i Fromm festgestellt, daß Herr von Bronsart eidlich be- stritten hat, seines Zustimmung zum Todesurtheil gegeu Mabrek gegeben zu haben; auch Wiest hat dies bestrillen und bekundet, daß er die Anweisung zur Vollstreckung des Todesurtheils direkt vor» Peters erhallen habe. Der Fall habe damals großes Aussehen erregt. Die verlesenen Aussagen der Zeuge» Mittel- städt und Hermes sind»»bestimmt. Die Aussagen ver- schiede»« Farbigen sind zu unguuste» des Dr. PeterS auS- gefallen, nach dem von Wißmann und anderen erstatteten Gut- achten sind jedoch solche Auesagen Farbiger an sich unglaub- würdig, wenn sie nicht durch andere Umstände bestätigt werden. Einige dieser Leute bekundeten, daß Peters den Mabrek aufgehängt habe, weil er bei den Weibern war, PeterS habe ihue» verboten, über diese Sache zu sprechen, sonst würde es ihnen ebenso gehen, wie dem Mabrek. Herr v. B r o n s a r t hat in einer Aussage u. a. bekundet: Jeder mit den Verhältnissen ver- traute Afrikaner werde ihm darin Recht geben, daß eS ganz un- gerechtfertigt fei,«in Todesurtheil gegen einen Schwarzen zu erlassen, weil dieser aus irgend einem Grunde in ein Haus eingebrochen ist. Er habe sich auch in diesen, Sinne Europäern gegenüber geäußert, und sei der Meinung, daß Peters ihn gerade deshalb nicht zu dem Gericht hinzugezogen bade, weil er das Todesurtheil vo» vornherein für unzulässig erklärte.— Der inzivischen ge-, falle»« Freiherr v. B ü l o w hat in einem Bericht an den Gouverneur,' j datirt von der Kilimandscharo-Station, 2. Juli 1392, direkt�- ausgesprochen, daß Mabrek auf Befehl des Dr. Peters gehängt tvorbeu sei, weil er mit einem Weibe Verkehr gehabt lind zu diesem( j Zwecke in das Stationsgebäude eingebrochen fei.— Maler Ku nert!' hat sich ähnlich geäußert und das Todesurtheil für ungerechtfertigt erklärt.— Bezüglich der Lage am Kilimandscharo hat v. B r o n< sart ausgesagt, daß er nicht beobachtet habe, daß nach der Nieder- tage von Uheh« die Lage besonders gefährdet sei. Dr. PeterS- schien dies aber auzuuehmen, und einen Uebersall durch die Worongos zu fürchten. Hiermit stimmen die verlesenen Aussagen des Kompagniesührers Johannes und der verschiedeuen Missionare überein. Ueber die Frage, ob Mabrek bei seinem Einbruch«ine Waffe bei sich gehabt habe, sind bestimmte Bekundungen nicht vor- Haiide». Die veriiommenen Zeugen haben nur von Gerüchten dieser Art gesprochen. Dr. Peters erklärt, daß sür ihn das Mitführen der Waffe bei dem Urtheil gar kein erschreckender Umstand war, da Mabrek wie alle übrigen auf der Station mehr oder weiiiger immer bewaffnet waren.— Der Häuptling Marcale hat bei feiner Vernehmniig ausgesagt, daß der Konflikt d«S Dr. Peters mit Malamia daraus entstanden sei, daß letzterer sich entschieden weigerte, die drei entlaufenen Weiber herauszngebe». Mnlamia habe bald nach dem kriegerischen Vorgehen des Dr Peters um Frieden gebele», der unter der Bedingung gewährt wurde, daß Malamia 10 Ochse» und 15 Ziegen zahlte.— Ueber Durchpeitschung der drei Weiber hat Maler Kunert ausgesagt: Die Weiber wurden von einem Schwarzen zu Boden gehalten und erhielten mit einer fingerdicke» Nrtpferdpeitsche wuchtige Hieb«—etwa 25— anfdaS Gesäß, bis das Blut durch den Leinewundschurz chrang. Kunert will sich über diese Rohheit sehr unwillig ausgesproche» habe». Der Lazarethgehilfe Wiest hat dann die verwundeten Mädchen in Be- Handlung nehme» müssen. Dr. Peters betont wiederholt, daß er nicht Wiest zu Malamia geschickt habe, um oie Herausgabe der Weiber zu verlange», sondern»in zu erfahren, wo die Weiber sind und die Herausgabe deS Vaters des einen Mannes zu verlange», um diesen über den Verbleib des Weibes zu vernehinen. Die Weigerung Malamia's. dies zu thu», habe thalsächlich erst zu den, Krieg niit Malamia geführt, er würde auch in jedem andere» Falle.einer solchen Weigernug einei» kaiserlichen Konimissar gegenüber den de- treffenden Häuptling mit Krieg überzogen habe». Er habe daher durchaus nichts Falsches, sondern ganz Zutreffendes an den Gonverneur von Sode» berichtet.— Die Vertheidiger behaupten, daß dies durch die Aussagen deS Wiest vollauf bestätigt morde» sei und Dr. Peiers i» dieser Beziehung gänzlich gerechtfertigt dastehe. Die Vertheidiger beantragen eventuell die Veriiehmuiig des Unteroffiziers Wilhelm und die Verlesung einer Reihe von Berichte», aus denen hervorgehe» soll, daß Peters die Situation am Kilimandscharo stets sür sehr gejährlich hielt und befürchten mußte, daß es ihm so gehen könne, wie vor ihm Herrn v. ZclewSki»nd nach ihm Herrn v. Bülow. Da die ganze'A»geleg''nhsit des Dr. Peters von eng- lische» Missionaren aufgerührt worden, beautragen die Vertheidiger die Vorlegung des stenographischen Berichts über die Reichstags- Sitznng vom 19. März>895, in welcher sich der Kolonial- direktor Kayser über die Glaubwürdigkeit jener eng» lischen Herren ausgesproche». Dr. Beters selbst beruft sich auf das Zeuguiß des euglischeu Mifsionars Frazer dafür, daß der Untergang des Lieutenants v. ZelewSki und feiner Leute damals schon in, Lande bekannt war. Andere Zeugen würden ihm bestätigen löiiiien, daß die Lage am Kilimandscharo in der That sehr gefährdet war. Man könne ja darüber verschiedener Ansicht sein, er aber wisse ganz genau, daß er nach bestem Wisse» und Gewissen gehandelt habe.— Auf Befrage» der Vertheidigung stellt dcc.' Präsident fest, daß eine förmliche gerichtliche Voruutersuchung im Sinne des Reichsdeamteu.Gesetzes früher noch nicht stattgefunden hat, sonder» erst infolge der Interpellation Bebel'« i», Reichstage ein-I? geleitet morden ist.— Der Staatsanwalt erklärt, daß er ohne weiteres dem Dr. Peters zugeben wolle, daß er seine Station für esährdel gehalten habe.— Der Gerichtshof beschließt nach längerer >«ralhn»g, die beiden Berichte des Lieutenants v. Bülow zur Ber» ' sung z» biiiige», im übrigen aber alle übrigen Anträge der Vereidigung abzulehnen. Ter Staatsanwalt LegationSrath H e l l w i g begründet sodann i- Anklage. Er behauptet, daß die Tödtung des Negers Mabrek sowie die Auspeilfchung der drei Weiber»ud die Anwendung der Todesstrafe gegen die Jagodjo Willkürakte geivesen seien. Auch habe Dr. Peters falsche Berichte a» seine vorgesetzte Behörde gerichtet. Er müsse daher die Entfernung ans de», Amte in der strengeren Form der Dienst- e» t l a s s n n g beautragen. Die beide» Veriheidiger suchen sodann die Anklage in längerer Rede zu entkräfte» und plädire» auf Freisprechung. Um 8 Uhr zog fich die Disziplinarkammer zu Beralhung zurück. ** Nach fast zweistündiger Beralhung verkündet der vorfltzend« daS Urlheil dahin: Der Reichskommifsar a. D. Dr. Karl Peters ist deS Die u st Vergehens schuldig und deshalb mit Dienstentlassung ,u bestrafe»: soweit er schuldig ist, i st er auch dicKoste» zu trage» gehalten. Der Gerichtshof hat in der Verurtheilung deS Mabrek»um Tode und in der Vollstreckuiig dcS Urtheils ei» Dienstvergehen erbtickt. Die Todesstrafe war in diesem Falle unberechtigt, die Androhung derselben eine nicht zu billigende, mit den Grundsätzen einer zivilisatorischen Rechtspflege nicht zu vereinbarende Maßregel. Das Gericht ist davon überzeugt, daß die geschlechtlichen Beziehungen deS Mabrek zu den Weibern zu dem harten Urlheil wesentlich mitgewirkt haben. Die Hinrichtung des Mabrek ist zu Unrecht erfolgt. Dagegen hat sich der Gerichtshof bezüglich der an Malamia gestellten Forde- rung der Weiber, der Dnrchpeitschnng der letzlere» und der Kettenhast der Jagodjo von einer Schuld des An- geschuldigte» nicht überzeugen können. Prügelstrafe auch bei Weibern, namentlich solcher in Ketten- hast, sei in Afrika nicht ungewöhnlich. Di- Hin- richtung der Jagodjo, die als Kettengesangeue die Flucht ergriffen hatte, glaubt der Gericytshof nicht durchaus mißbillige» zu können, da die Androhung der Todesstrafe für solchen Fall zulässig erschien »nd in diese», Falle eine Art Kriegsgericht gesprochen hatte und keine perfönl'-ben oder geschlechtlichen Motive dm Angeschuldigten zn dem Harle» Urtheil geführt haben. Die falsch« Berichlerstattnng durch den Angeschuldigte» hat der Gerichtshof i» vollem Umfa.ise der Anklage sür»achgcwiesen erachtet und angenommen, daß dir e Angeschuldigte die wissentlich unwahren Angaben gemacht habe, weil er seine Handlungsweise vor seiner» vorgesetzten Gouverneur nicht verantworten zu können sich bewußt war. Dies sei ein schweres Dieustvergehe», welches geeignet sei. das Ansehen des Amtes zu untergraben. Von den dem Angeschuldigten vorgeworfenen anstößigen Aeußerungen hat der G-richlshof nur die Aeußerung gegen Dr. Baumann als Form nnd Inhalt nach brutal gegen den Angeklagten herangezogen. Es sei nicht zn verkennen, daß der Angeschuldigte sich Verdiensie um die Kolonien erworben, dies konnie aber zu einer Milderung der Strafe nicht führen, da diese Verdienste in eine Zeit fallen, in welcher der Angeschuldigte »och nicht Beamter war. Als schwerstes Vergehen ist die unrichtige Berichterstattung angesehen. Der Gerichlshof hat deshalb aufDienst- cntlassung erkannt. Zn einer Belassnng eines Theils der Pension lag keine Veranlassung, da der Angeschnldigie in der kurzen Zeit seiner amt- lichen Thätigkeit sich wiederholter Dienstvergehen schuldig gemacht habe. Hiermit schloß die Sitzung um 10 Uhr. Gen>evK|WMftnrFze*z. Berlin und Umgebnug. Der Deutsche Metallarbeiter-Berbaud hat auf seiner General- Versammlung, die gegenwärtig in B r a u n s ch w e i g tagt, die Auf- nähme des Berliner Lokalvereins mit allen gegen eine Stimme unter den von dieser Seite gestellten Bedingungen beschlossen. Dieser Beschluß hat insofern eine ganz besondere Bedeutung, als damit d i e größte Lokalorganisation mit 9000 Mitgliedern die Auflösung vollziehen wird und zur einheitlichen Ge> staltung der Organisation in der Metallarbeiter- Gewerkschaft die Wege geebnet sind. Unstreitig wird dieses Vorgehen auch anregend aus die übrige» Gewerkschaften wirken, wo gegen- wärtig noch eine Zersplitterung der Kruste im Streit um die Organisationsform tobt. In anerkennenswerther Weise hat aber auch die Generalversammlung dieses Verbandes, der die größte Zahl der organisirten Arbeiter umfaßt, die eigenartigen Verhältnisse der größeren Zahlstellen berücksichtigt und für diese Zahlstellen eine größere Bewegungsfreiheil zugelassen. Wir sind fest überzeugt, den Zentralverband wird dieser Schritt nicht gereuen. Eine große Zahlstelle wird selbst für eine gute Kontrolle und zweckmäßige An- wendung der Mittel sorge», die Hauptsache bleibt die Verbindung mit dem Ganzen. Den Bericht über die Generalversammlung müssen wir heute wegen Raummangels zurückstellen. Achtung, Lichterfelde! Dienstag, den 27. d. M. findet in Biesnack'S Lokal eine allgemeine Gewerkschasts-Ver- sammln ng statt, in ivelchcr sich die G e w e r k s ch a f t s- kom Mission konstituiren wird. Vorher Vortrag:„Was lehren uns die letzte» Streiks." Die Arbeiter, welche noch keine Delegirten zur hiesigen Geiverkschaflskoininissto» gewählt haben, werde» ans- gefordert, dem nachzukommen. Sämmtliche Arbeiter von Lichter- felde und Lankwitz sind verpflichtet, in dieser Versaminlung zu er- scheinen. Deutsches Reich. Der Hnnptvorstnnd deö ZcntralverbandeS deutscher Brauer hat über die Frage der Einsührung eines o b l i g u t o- r i f ch e n Streikfonds eine U r a b st i m in u n g angeordnet. Schußtermi» der Abstimmung ist der 31. Mai. Alle bis dahin nicht eingegangenen Stimmzettel sind ungiltig. Der Hamburger Stcinsetzerstreik ist, wie uns ein Privat- Telegramm meldet, nach elsmonatiger Dauer durch einen für die Arbeiter günstigen Vergleich beendet. Der Zuzug ist aber»och auf einige Zeit fernzuhalten. Ein Matrosenstreik ist in Flensburg auf de» Dampfern ausgebrochen, die außerhalb der Föhrde fahren. Die Föhrde ist der Einschnitt der Ostsee, an dem Flensburg liegt. Di« Matrose» ver- langen Erhöhung ihrer Monatsheuer, die jetzt nur 40— SV M. beträgt. Die Tischler Hannovers werden die Arbeit am 10. Mai ein- stellen, wenn bis dahin ihre Fordernnge»(9Vz stündige Arbeitszeil, 21 M. Minimal-Wochenloh» und 22,30 M. bei Akkordarbeit, Zuschläge für Ueberzeit und Sonntagsarbeil) nicht bewilligt sind. Sie beschlossen, an« 24. April zu kündigen. Von der sofortigen Arbeits- einstellung da, wo keine Kündigung besteht, wurde abgesehen, iveil die gemeinsame Niederlegung der Arbeit von größerer Wirkung sei.— Von den Zimmerer» arbeilet ein Viertel— 135 Mann— zu den geforderten Bedingungen. In Licgnit? hatten die Maurer und Zimmerer im Herbst v. I. an die Unternehmer die Forderung gestellt, im Früh- jähr 1897 den Zehnstuudentag einzuführen und den Stmidenlod» von 28 auf 32 Pf. zn erhöhen. Die Forderung wurde damals so «venig beivilligt wie im Februar d. I., als die Arbeiter noch einmal vorstellig«vurden. Am 20. April beschlossen nun die Maurer und Zimmerer, einfach nichtlänger als loStunden zuarbeiten. Daraufivlirde alle» gekündigt, aber nicht auf einmal, sondern nach»nd nach, nin die Arbeiter uneinig zn mache». Diese antivorteten mit dem Be- ichlnß, am 26. April die Arbeit einzustellen und hoffen auf den Sieg, da sie fast alle organisirt sind. Mit den Hilfsarbeitern«vird der Streik ca. 500 Personen umfasse». Zuzug ist streng fernzuhalte». Die Adresse de? Streikkomitees ist: Paul Anders, Maurer in Lieg- nitz, Dänemarkstr. 3, Seitengebäude. Eine öffentliche Versaminlung der Tischlermeister Magdc- bnrgs wählte eine Lohnkommissio», die unler Leitung des Jnnungs-Obermeisters Fischer mit dem Gesellenausschnß und der Lohnkommission in Unterhandlung treten soll. Somit ist eine Unterlage geschassen, die zur Einigung beider Theile führen kann. Auf alle Fälle mögen aber die auswärtige» Tischler bis auf weiteres Magdeburg meiden. Der Leiter deS Nürnberger ArbeitersekretariatS, Genosse Segiy, hielt im Sozialdemokratischen Arbeiterverein in Braun- schweig«ine» Bortrag, worin er ausführte, es sei«vohl «vünschensiverth, daß in allen größeren Städten solche gemeinnützige Institute, wie die Arbeitersekretariate es sind, geschaffen iverden, jedoch sei wohl zu überlegen, ob man die Garantie besitzt, daß einer solchen Einrichtung die»uaterielle Unterstützung nicht fehlt, nnd daß die Einrichtung nicht an der Personenfrage scheitert. Das Vertrauen zu einem Auskuustsbureau schiviude sehr schnell,«venu «nan es nicht nach allen Seiten hin ganz sicher stellen könne. Das Nürnberger Arbeitersekretariat ist bekanntlich ein Muster seiner Art. um so größere BeachUmg vrrdienen daher diese Worte seines Leiters. In Krimmitschau i. S. haben nunmehr fast sämmtliche Weber u n d W e b e ri n u e n der Firma Haas« u. Co. wegen der schon früher erivähnten Lohnabzüge die Arbeit eingestellt. Zuzug ist streng fernzuhalten. Ter Organisation der Textilarbeiter Sachsens gehören gegenwärtig 8000 Mitglieder in 69 Orte» an, gegen 5000 Mitglieder in 47 Orten im Jahre 1394. In Halle a. T. ist nicht nur der Vorfitzende des Eisenbahn- arbeiler-Vereins, Jacob, sondern»och ein anderes Mitglied des Vereins, der Hilfsbremser Kleine, von der Eiseiibahnverwaltung gemaßregelt worden. Beide haben gegen ihre Kündigung Beschiverde eingelegt. Die Maler in Sangerhansen fordern Ivstündige Arbeitszeit, Mindestlohn 30 Pf. pro Stunde event. 15 pCl. Aufschlag auf bis- TcrauUvortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Für den Ins herige Löhne, Extralohn für Ueberstunden, Nacht- und Landarbeit. Eine Erklärung der Meister«vurde bis 24. April erwartet. Die Manrer in Mühlhansen i. Th. beschloffen, die gestellte» Lohnforderungen(15 pCt. Lohnausschlag, 1>/z Stunde Mittagspause) ausrecht zu erhalten und eventuell am 1. Mai zu kündigen und 14 Tage später die Arbeit niederzulegen. In Sonneberg streiken die Z i m m e r l e u t e um Lohnerhöhung. In der Schuhfabrik Schwäbisch Hall stehen sämmtliche Ar- beiter und Arbeilerinnen«vcge» Lohnabzug in einer Bewegung. Vor Zuzug«vird geivarnt. Die Geiverkschast der Schuhmacher. Ausland. Franzöfische Streiks im März l8S7. Das französische Arbeitsam l zählte im März dieses JahreS 35 Streiks gegeuüber 42 Streiks i», gleichen Monat des vorige» Jahres. Die durch- schuitiliche Zahl der März-Streiks in den letzlen vier Jahren be- trägt 41. Die Zahl der Ausständigen«var dagegen im März 1897 erheblich höher als in« März 1696: 3142(für 34 Streiks) gegen- über 2080. Mit Ausnahme von 4 Fällen betrasen die Ausslände blos je einen einzelnen Betrieb. Die«»eisten Streiks zählte man in der Textilindustrie(9). in der Metall-»nd Bau-Jndnstrie(je 8). Ursache der Streiks«var: in 18 Fälle» Forderung einer Lohn- erhöhung, in 5 Fällen Lohnherabsetzung, in 2 Fällen andere Lohn- streitigken, in 10 Fällen Personalsragen(Wiedereinstellimg oder Entlassung von Arbeitern und Aufseher»), in je 1 Fall Forderuug einer Verkürzung der Arbeitszeit, Arbeits- und Werkstättenorduung, Forderung einer Herabsetzung der Bußen und Forderuug der Eut- lassung vo» Frauen(in eine- kleinen Metallpolirer- Wcrkstätte in Tulles, Corrsze-Departement.— Die Gesammtzahi der Ursachen über- steigt diejenige der Konflikte, d- in mehreren derselbe» verschiedene Forderiiugei« zugleich aufgestellt«"urden. Die Dauer der 23 beendigten Streiks schivaukt zivischen I und 13 Tage». Der Ausgang der Streiks war einschlicßlich von 2 im Februar begönne»?««: 4 Erfolge, 11 Ausgleiche und lv Mißerfolge. Unler den mißglückten Streiks sind drei Fälle verzeichnet,«vo die Streikenden gemaßregelt«vurde». Hervorzuheben ist dabei der Streik von 160 Glasarbeitern i» M o>« t l u y o n, hervorgernfe» durch eine neue Werkstätten-Ordming. Nach drei Tage» wurden 90 Streikende entlassen und das Personal dauernd»««« diese Zahl reduzirt. Die Erfolge»nd Ausgleiche beziehen sich mit Allsnahnie von 3 Fällen ans Lohnfordernnge». E i n i g u» g s v e r s u ch e auf grund des Gesetzes von 1392 «vurden in drei Fällen gemacht, ein Ausgleich kam dabei nur in einem Fall zn stände. Mtlkevneszntev-'NvvbÄttde. TaS österreichisch-ungarischc Zuckerknrtcll, das im Herbst dieses Jahres abläuft,«vird,«vie es heißt, nicht«vieder erneuert werden. Das Kartell, dessen offizieller Name: Kontingentirnngs- übereinkomme» der Zuckerrasfineure Oesterreich- Ungarns lautet, «vurde zuerst a», 8. Juli 1891 aus 3 Jahre gegründet»»d»ach kurzer Pause an« 20. Oktober 1895 aus 2 Jahre, also bis 20. Oktober 1397 erneuert. Der Zusauimenbruch hat in de»«viderstreileude» Interessen der Rasfiueure und der Rohzuckerfabrikante» seine Ur- fache. Die Raffineure, die den Rohzucker in Kousmnzucker ver- «vaudel»,«verde» um so bessere Geschäfte«uachen, je«veniger Zucker- rasfineriei« bestehen; während sie nun mit Hilse ihres Kartells de» Preis des Konsuinzuckers auf eine Höhe schraubte», die unter der Bevölkerung eine sehr ernste Bewegung um gesetzgeberische Maß- nähme» gegen die Uuternchnierkartelle zeiligte, mußte» sich die Roh- zucker-Fa'brikantei« mit dem verhälinißmäßig geringe» Profit be- gnügen, der für sie aus dem Absatz ihres Robzuckers au die Rafstuerien beraussprang. Die Rohzucker-Fabrikanlei« suchen sich deshalb von de» Rasfiucrie» unabhängig zu macheu, indem sie in ihren Fabriken den Raffinatiousdelrieb einführen. Um dieser ge- fährlichen Konk«lrre»z zu begegnen, bleibt den giaffiuenren nichts «veiter übrig, als den Preis für ihr Produkt entsprechend herab- zusetze» und die Differenz an« Gewinn durch vermehrte Erzeugung weit zu machen. Sonach hat für die leistungsfähigsten unter ihnen die Koutingentiruug, d. h. die Begrenzung der Produktion und da- mit die Zugehörigkeit zun, Kartell keinen Nutzen mehr, sondern sie ist zu einer Fessel geivordeu. Ans diesen« Grunde hat die Trop- pauer Nasfinerie an» 9. April ihre Milglicdschast bei«» Kartell ge- kündigt. Die übrigen, zirka 50 Raffinerie», die den« Kartell an- gehören, sollen, wie der..Haiub. Corr." iniltheilt, fest entschlösse«« sein, ebenfalls zu kündigen. Die Robzuckerfabrikanten scheine» zn ihren« Konkurrenztainpfe mit den Rasfiueure» nicht»nr durch das Sinken des Rohznckerpreises. sonder» alich durch das Steigen des Rübenpreises genöthigt zu sei». Die Rübcnbauer sind in Kartellen gut organisirt nnd habe» durch diese Kartelle höhere Preise durchgesetzt. Die Rohzuckerfabrikante» suchen der Wirkung dieser Karlelle zivar durch die Rayonirnng(Bezirks- eintheilung) zu begegne»,«vonach jeder Fabrikant sich verpflichtet. nur tu etilem bestimmten Bezirk und a» bestimnilen Stellen daselbst Rüben zu kaufen, so daß also die Nübenbniiern ihr Produkt nur dort und nirgend sonst los«verde»— eine Maßregel, ivogege» die Rübcnbauer bereits das Parlainent um Hilfe anriefen. Da aber der Zllckerfabrikant den Rübenbauer ebenso braucht«vie dieser ihn, wird die Rayonirung die Wirksamkeit der Rübenkartelle zivar beschränken, aber doch nicht ganz aufhebe». Die Jntereskenverschiedeiiheit von Rübeubaner, Rohzuckersabrikaiit nnd Rasfineur inöchte mau gern durch Schaffung eines Kartells überbrücke», das alle drei Kategorien umfaßt. Die Entivicklung der Verhältnisse spricht geiviß für die Schaffung einer solchen Organisation. Aber wie in Deutschland, so sind auch in Oesterreich die inaßgebendei« Kreise der Znckerindustrie, die Roh- zuckerfabrikaiilci«, i» ihrer Mehrzahl vorläufig nicht gewillt und jedenfalls nicht einig, mit de» Rasfiueuren und am allerivenigsten mit den Rübenbauern auf gleichem Fuße zusammenzuivirke». Sie «vollen herrscheu und den Ertrag der Produklion möglichst allein schnappen. Die Auslösung des österreichisch- ungarische» Znckerkartells könnte zu de», Schluß verleite», daß eine gesetzgeberische Regelung deS KartellweseuS der Unternehmer unnölhig«väre,«veil den Kartellen schon in der Jntercssenverschiedeu- heit der Unternehmergruppen eine Schranke gesetzt fei. Aber wie der Staat andere Korporalionen unter das Gesetz stellt, namentlich die Organisationen der Arbeiter, so handelt er»ur gerecht,«venu er den eriveislich häufig zu den gröbsten Mißständen führende» Unternehnierkartellen Schranken zieht, die sie nicht überschreite» dürfen._ Gerichts-Leitung. Im Kampfe gegen die Unsittlichkcit thun sich nicht zum «venigfte» d'ie preußisch-deutsche,« Gerichte hervor. Besonders drastische Beispiele von forensischen« Eifer in Kiesein Kanipfe bilde» bekamillich einige juristische Wahrsprüche, die sich gegen Angehörige der sozialdemokratischen Partei richtete». Diesen Sünder» «vurden ja, trotzdem selbst ein Breslauer Staatsanivalt zugeben mußte, daß die sozialdemokralische Presse sich im Gegensatz zur staatserhaltenden peinlich vor der Aufnahme ,« u s i t t l i ch e r Annoncen hütet, in einige» gerichtlichen Urtheile» die«minder. lichsten Motive zugelegt. Wir erinnern nur m« den gegen unfein Redakteur Kunert gerichteten Uustttlichkeilsprozeß, der ei,«geleitet «vurde,«veil der„Vorivärts" eine» Lniiipen vo» Gericdlsasscssoc «vegen einer i» einem bürgerlichen Blatte lvsgelnffenen schamlose« Kuppelei-Anzeige getadelt und dabei seine Annonce abgedruckt hatte. Der Prozeß endete ivenigstens in erster Instanz mic einer Verurtheiluug; ei» Spruch, der uns i» unserer Agilalimi gegen die moderne Rechtsprechung unschätzbare Dienste geleistet hat. Ferner sei erinnert an die in Strastburg erfolgte Verurtheiluug des sozial- demokratischen Kolporteurs, der eine Nummer des„Wahren Jakob", in den« einige staatSerhaltende Abgeordnete als halb- bekleidete Frauen dargestellt«vareu, ans der Straße gezeigt und sich damit nach richterlichem Urlheil eine? Deliktes schuldig gemacht hatte. ratenthcil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. T uirt und Verlag von 1 Bei solcher penilichtn Behütnng alleS dessen,«aß sich nach staatserhallender Anschanung als sittlich dargestellt, niuß ein Fall Wunder»ehlnen, der in den« Ressort unseres Jnstizmiiiisters sich— vielleicht nicht zum erste» Male— zugetragen hat. Wer um Ostern in« Vestibül des Amtsgerichts in der I ü d e>« st r a ß e zu lhn» hatte, so schreibt uns ei» Leser, der konnte sich in dem Kasten für öffentliche Zustellungen an einer sehr delikaten Vorladuitg erbaue». Sie trug das Aktenzeichen 93/97 C. K. 21, war seit dem 6. März dieses Jahres ausgehängt»nd betraf eine Ehescheidnngs-Angelegenheit. Die Verfügung über die Beivilligung der öffentliche» Zustellung trug die Unterschriften Camp, Kirchner, Büxenstei». In ihr«varen bis ins Einzelne die Ausschiveifungen,«velche die Beklagte mit dem Ehebrecher begangen halte, so detaillirt geschildert, daß sich de», normale» Laien, der dies öffentlich aushängende Aktenstück in der Langeweile durchblätterte, eine neue Welt des Ekels auflbat«md selbst ein Mediziner vielleicht noch iiencs daraus lernen konnte. Erst vor einigen Tage» ist der Inhalt dieses Aktenstückes der Oeffenllichkeit unzugänglich gemacht«vorden. Könnten derartige Dinge nicht hinfort aus Aiiordniliig unserer so sehr auf Sittlichkeit bedachten Gerichts- organe elwas interner behandelt«verde,«? Mit der Frage, ob die bekannten blanweißen Geschästsivagen des Restauratenrs A s ch i n g e r als Rollivagen anzusehen und de-- halb an Sonntagen von den Straße» zu verbannen sind, halte sich gestern die 8. Strafkammer des Landgerichts I in der Bernfungs- instanz zn beschäftige». Am 15. November, einem Soniitago. war ein Kutscher Aschinger's zur Anzeige gebracht worden,«veil er Wirlh- schastsgegenslände nnd Nahrungsinillet von der Aschinger'schen Hanpi- betriebsstelle nach den Filialen gefahren hatte. Aschinger erhieli ein Strasmandat.«velchcs vom Schöffengericht bestätigt«vurde. Der Vertheidiger, Rechtsanivalt Wreschner, machte im gestrigen Termine gellend, daß die Polizeiverordnung nur das mit Geräusch verbnudenc Befördern von Sachen und ebenso den Verkehr von Fracht- und Möbelivagen an Sonn-»nd Festtagen verbiete und zn dieser An von Beförderung könne der Transport von Geschirr, Messer und Gabeln, Brödchen u. f.«v. nach den Filiale» des Aschinger'schen Geschäfts»icht gerechnet«verde««. Außerdem gestatte die betreffende Polizeiverordnung de» Betrieb der Schankivirihschaft anch m< So»»- und Festtagen, aber iiiit der Beschränkung, daß geräuschvolle Unterhaltungen zu unterbleiben haben. Das Hinschaffe» vo» Nahrnngsmittelii vom Hauptgeschäft nach de«« Nebengeschäste» müsse gestallet sei», da hiervon doch der Betrieb abhängig sei. Der Ge- richishof konnte diesen Aussührnngen»icht beitrete». Tie Aschinger'schen Transporüvagen, die bisweilen mit 20 großen Kisten beladen seien,«»üsien als Rollivagen angesehen»verde». Anch sei jede Filiale als ein selbständiger Geschäftsbetrieb anzusehen. Das verurtheilende E.kciinlniß sei deshalb zn bestätigen. Rufgehobc»«vnrd« gestern in der Berufungsinstanz am Land- gericht II das schöffengerichtliche Urtheil gegen Frau Stabsarzt Dr. V o g l e r. Die Dame«var hier in« vorigen Sominer wegen angeblicher Wechselfälschung zu 6 Monaten Gesängniß vernrtheilt «vorden. Bor der ersten Slraskanimer an« Landgericht II klärte sich gester» die Angelegenheit derart auf, daß eine glänzende Frei- s p r e ch u n g der Slngeklagten erfolgte. Zn«» Polizeikampf gegen die Sozialdemokratie. Eine Volksversammlung unter sreiem Himmel«vollte der Genosse Hart- inaiii« a»s Görlitz in einem Nachoardorse dieser Stadt einberufe», da dort die Wirlhe de» Sozialdemokraten ihre Säle veriveigerlen. Es hatle sich jemand gesunde», der sein Garlei, grundstück dazu her- geben«vollte. Der Anilsvorsteher versagte aber die Genehmigung. Er glaubte die öffentliche Ordnung und Sicherheit bedroht. Harlmann's Beschwerde» beim Landralh in Lauban und beim Re- gierungspxäsideiite» in Liegnitz blieben ohne Erfolg. Der letzte Bescheid«vurde recht eigeulhümlich begründet. In dem Gesuch Hartmann'S, so hieß es im Bescheide,«väre nicht augegeben geivefe». für«vei« und zn«velchem Zwecke die Versammlung einberufen«ver- den sollte, anch habe der Zlnitsvorsteher den Einberufer Hartman» nicht gekannt. Unser Genosse klagte hierauf im Verivattungsstreil- Verfahren und machte geltend, Artikel 29 der Verfassung und Z 9 des Vereinsgesetzes seien durch das polizeiliche Borgehen verletzt «vorden. Der I. Senat des O b e r- V e r>v a l t u n g s g e r i ch t s «vies jedoch die Klage ab. Gründe«vnrden nicht verkündet. Depefitzen und letzte Ztucheichteu. Hamburg, 24. April.(Privatdepesche des„Borivärts".) In dem beuachbarte» Elmshorn sind die Maurerhandlanger in ein« Lohnbewegung eingelrete». Sie fordern eine Lohnerhöhung von 35 Pf. statt 32'/z Pf pro Stunde. Die Arbeitgeber be»villigten 34 Pf. Die Arbeitnehmer beschlossen, falls die Forderung nicht gänzlich beivilligt«verde, die Arbeit an» 3. Mai niederzulegen. Frank, stirt a. M., 24. April.(B. H.) AuS Traute»»«««vird der„Franks. Ztg." gemeldet: Der in der Flachsspinnerei von Haas« in Niederallstadt wegen Lohndiffereiizen ausgebrochene Streik tritt theilweis« aiich aus die Spinnerei der Firma Faltis». Etrich über. Man befürchtet den Ausbruch eines allgemeinen Streiks in de» Spinnereien und Bleichcreieu des Aussahrtthales. Paris, 24. April.(W. T. B.) Der„Agence Havas" wird aus Volo vo» heute Nachmittag 4 Uhr gemeldet, die türkischen Aus- klärnngspalrouillei« seien in Sicht, vor Larissa angekommen. Prinz Konstantin und sei» Stab hätten Larissa verlassen und sich nach Pharsala begeben. Budapest, 24. April.(W. T. B) Der Minister des Innern hat anläßlich der bevo« siebenden Maifeier der Arbeiter angeordnet. daß am I. Mai«veder Auszüge noch sonstige Straßendemonstrationeil oder Versamnilungen stattfinden dürfe». Aberdecn, 24. April.(W. T. V.) Der oberste Gerichtshof Scholllands hat es abgelebnt, gegen das vo» den Behörden erlassene Verbot der Landung von Fischen i» Aberdeen seitens der deutschen Fischerbark„Alfter" eine» aushebenden Beschluß zu erlassen. Die „Alfter"«vird„unmehr»ach Hnll gehe». Konstantinopel, 24. April.(W. T. B.) Eine Depesche des „Skdan," von« 23. d. M.«niltags nieldet: Die türkischen Truppen haben den Feind vo» Kozkoj verlrieben und zivei Slunden «veit verfolgt. Das abgebrannte Dorf Dyrelu wurde ein-. genommen. Die Grieche» haben sich in dein vo» einen« Walde um- gebenen 12 Kilometer von Larissa entfernte» Orte Kazaklar ver- einigt. Die befestigte griechische Position Kritiri bei Tyrnavo«vurde bombardirt. Eine verspätet eingetroffene Depesche des„Skdan," von vorgestern meldet, daß die Angriffe der Griechen bei Kazaklar, Revcni nnd i» der Umgegend von Temischtekapu zurückgeschlagen und dem Feinde große Verluste beigebracht wurde». Die Division Hamidi Pascha rückt stetig vor. Athen, 24. April.(B- H.) Die griechischen Truppen haben die Anhöhen auf halbein Wege»ach Janina eingenommen. Es be- stätigt sich, daß dl« griechische Flotte ei» österreichisches Schiff. «velches mit einer Mehlladung für die türkischen Truppen unter- «vegs war, gekapert hat, Athen, 24. April.(B. H.) Die griechischcn Truppen»ahnien gestern Abend Daria, nördlich von Eniro, aui türkischen« Gebiet, ein. Athen, 24. April.(B. H.) Das Vordringen der türkischen Truppe» in der Ebene von Larissa«vurde„«folge von Ucber- schivemmungen verhindert. Man glaubt hier, daß trotz der schivierigea Lage Larissa vo» den Türke» eingenomnien«verde. Athen, 24. April.(Meldung der„Agence Havas".) Alle telegraphische» Verbindungen niit Larissa sind««»terbroche». Die griechische Armee zieht sich i» völliger Ordnung zurück. Fremde Kriegsschiffe«verde» von Phaleron signalistrt. Die Erregung über die Nachrichten aus Thessalien ist groß, es herrscht jedoch überall Ruhe. Kanea, 24. April.(Meldung der„Agence Havas".) Oberst Chermside, der Koiuniandant vo» Kandia. hat um Verstärkungen ge- bete». Die Ansständische» blockire» die Stadt, die Türke» verlassen ihre Stellungei« um das Fort. Auf Seite der Aufstündischen, die von Korakas befehligt«verden, kämpfen auch griechische Soldaten. Die Konsuln haben sich geiveigert. dem Gouverneur Geld zur Be- soldung der Gendannerie zu geben. Kar Badina in Berlin. Hierzu 3 Beilagen u. Ilnterhaltungsblatt. m-, 96, Ii i Ktilllge des„Amillts" Kerlmr WlksdlM. s..Mg.ss.Asri>l8S7. Mommunktles. D«S Polizeipräsidium hnt im Einverständinb mit der tönig- "che»(5>se»bah»-Dlrekt>on der Große» Berliner Pferdebahn- Gesell- schast die Genehiiiigung znr Weilersührnng der elektrischen Bahn Zoologischer Garten— Schlesiscbes Thor nnd Treptow bis zum Restaurant Zenner. sowie zur Ausführung»nd Anlegung einer Uin- fahrungsweiche nnd einer Rechtsiveiche aus der Treptower Chanssee ertheill. Die Anwohner der Memclerstraße haben schon mehrfach an den Magistrat Petitionen dahin gerichtet, daß auf der Promenade daselbst Bäunie angepflanzt werde». Diese», Wunsche wird nun endlich, voraussichllich in, bevorstehenden Herbst, stattgegeben werden. Ein früheres Einpflanzen der Bänine kann wegen der vorgeschrittenen Jahreszeil in diesem Frühjahr nicht mehr stattfinden. Ans einem in Treptow belegene» Grundstücke haftet für den hiesige» Magistrat ans dem Erbzmsvertrage vom Jahre 1779 ein Vorkaufsrecht, wonach das Grundslück ohne Vorwissen des Magistrats nicht veräußert werde» darf und der letztere berechtigt ist. das Grund- stück bei einer Veräußerung für eine von den Gebäude» auszunehmenden Taxe oder für das Gebot anzu- n e h m e n. Das fragliche Grundstück ist nun von dem gegenwärtigen Besitzer für einen Preis von öS WX) M. verkauft worden. Der Magistrat, dem der Kaufvertrag zur Erklärung über Aus- Übung seines Borkanfsrechts zugestellt worden ist, will nicht in den Vertrag eintreten, sondern das Grundstück für de» Taxwerth der Gebäude, der aber nur auf lOKOO M. festgestellt worden ist, über- nehme». Da ans dem Grundstück 30 000 M. Hppolheken hasten, die selbstverständlich übernommen werden müssen, so würde obenei» dem Besitzer die Pflnbt obliege», die Stadtgemeinde wegen des über die 10 600 M. hinausgehenden Betrages der Hypotheken von dieser Last zu befreien. Der Magistrat wird bei der Stadtverordneten- Versanimlung den Antrag stellen. sich mit dieser Art der Aus- »bung des Vorkaufsrechtes einverstanden zu erklären.— Ans diese», Vorgange ist ersichtlich, wie winig Werth der Grund nnd Boden zur danialige» Zeit in Treptow hatte, da nur der Gebändewerth berücksichtigt werden soll, während jetzt das um- gekehrte Verhältniß eingetreten ist und der Schwerpunkt im Preise von Grund und Boden liegt. NokAles. Z« der von den Burbicrcu und Friseuren geforderten Preiserhöhung wird berichtet, daß sie zn eine», hartnäckige» K o n k u r r e n z k a in p f geführt habe, der wohl mit der baldigen Aufhebung der erst vor einigen Wochen eingeführte» Maßregel endigen werde. Wir habe» vor kurzen, bei passender Gelegenheit erklärt, daß die Preiserhöhung a» sich nicht»»gerechtfertigt ge- nnnnt werden kann. Die Arbeit des Barbierens nimmt, gering gerechnet, etwa 10 Minuten in Anspruch; in de», aller- günstigsten Falle, daß der Laden stets von Kundschaft besucht ist. würde dieS bei den, Preise von 10 Pf. also eine» Betrag von 60 Pf. für die Stunde ausmachen. Relativ günstiger ist selbstverständlich die Einnahme, wenn der Prinzipal Kundschaft genug hat,»m eine» oder zwei Gehilfen zu beschäftigen. In jede», Falle aber ergiebt sich, daß die thenere» Ladenmiethen und die nicht unerheblichen Ans- Wendungen für Ersatz und Reinigung von Wäsche und Geschirr, so erhebliche Abstriche von der an sich nur mäßigen Brutto-Einnahme erfordern, daß man die Lage der„Barbierherren' im allgemeinen durchaus nicht als glänzend bezeichnen kann und -ine Preiserhöhung, wie die gesorderte nicht unbillig nennen darf. Es kommt noch in betracht, daß eine Preiserhöhung dem Publikum auch«ine», wenn der Ausdruck erlaubt- ist, ästhetischen Gewinn brächte, indem sie der Kundschaft das Recht gäbe,«ine Bedienung von etwas größerer Sauberkeit zu verlangen, als sie in einer großen Anzahl von Barbiergeschäften bisher gewährt wnrde. Alle diese Gründe lasten es nach unsere», Dafürhalten bedauerlich erscheinen, wen» die zu stände gekommene Bewegung abermals ein klägliches Ende nähme. Wir sind nun der Meinung, daß die Inhaber von Barbier- stuben die Arbeiterkundschaft, auf die es wesentlich ankommt, zu einem sehr beträchtlichen Theil für die an sich ja gewiß nicht an- genehme Neuerung einnehmen könnten, wenn die Herren gescheidt ge»»g wären, zugleich die Lage ihrer Gehilfen entsprechend zu ver. bessern. In solche», Falle wurde die Preiserhöhung sehr viel von der Unpopularität verlieren, die ihr»och anhaftet»nd die einer Konkurrenz, welche man vielfach im wörtliche» Sinne des Wortes als Schmutzkonkurrenz bezeichnen kann, willkommen Gelegenheit giebt, in, Trübe» zu fische». Zur BerfrommnngS• Verordnung In Sachen der Polizei- Verordnung, betr. die äußere Heilighaltnng der Sonn- und Feiertage vom 10. Oktober 1SS6 hatte» die Vorsitzenden bei betreffenden Komitee's gester» eine fast zwei Stunden' währende Audienz bei dem Minister für Handel und Gewerbe, Herrn Brefeld,»achden, kürzlich schon Besprechungen mit dem Ministern, Frhrn. v. d. Recke v. d. Horst »nd dem Herrn ttnltusminister Dr. Bosse stattgefnnden hatten. Die Mitglieder des Koniilee's überreichte» de», Handelsniinister eine aus- führliche Denkschrift, welche. Paragraphen für Paragraphen einzeln beleuchtend, die Wünsche und Beschwerden hervorhob. An die Ver« lesung der Denkschrift knüpft« sich fast bei jede», einzelnen Para- graphen eine ausführliche Erörterung. Als Ergcbniß der Be« sprechiingen mit den drei betheiligte» Ministern kann mitgelheilt werde», daß demnächst auf der Grundlage der in den Deukschriste» niedergelegten Beschwerden kommissarische Verhandlungen zwischen den zuständigen Ministerien stattfinden sollen. Verschiedene hiesige Polizeibcamte haben aus Anlaß der H u n d e r tj a h r f ei e r'Orde» erhalten. Unter anderem wurden Polizeipräsident v. Windheim und Polizei-Oberst Krause beglückt. Die alte Urania in der Jnvalidenstraßc tritt niit dem 1. Mai in ihr Soinmerseuiester. in welchem die dauernde Ausstellung von interessanten Objekten der Naturforschung die regelmäßigen Abendvorträge ersetzen soll. Den Hauptanziehungspunkt wird jedenfalls das Mondpanorama bilden, das in dem ehemaligen groben Phyflksaale im vergangenen Winter von de» himmelskundigen Künstlern der Urania geschaffen worden ist und in welchem der Besucher»litten in einen Mondkrater versetzt wird, während unsere mütterliche Erde, die Sonne verfinsternd, gerade ihre Schatten über die Oberstäche unseres Trabanten breitet. Das große 12 Meter lange Modell der Gotthardbahn bei Wasen ist tn einen, Nebensaale aufgestellt und uiit neuen reizenden Effekten versehen In der Rotunde, wo abends die Besucher die Aufführungen der königlichen Oper ohne weitere Nachzahlung anhören können, soll außerdem ein Röntgcn-Strahlen-Kabinet eingerichtet werden, in welchem man jich persönlich ins Innerste wird sehen können. Ferner sollen im Theatersaalc alle halbe Stunden Vorführungen des Kinematogräphen stattfinden, welchen die Urania-Leitirng zu Ausnahmen eiwaS mehr wissenschaftlicher Art zu verwenden gedenkt, als es bisher ge- schah; und endlich steht die Sternwarte mit ihren vorzüglichen Sehwcrkzciigen zur Besichtigung des Himntels bereit. Der Gcsamnit- Eintrittspreis bleibt wie bisher SO Pf.— Die letzten gehaltenen Abendvorträge in der Urania (Jnvalidenstraßc) find die folgenden: Sonntag: Dr. Naß,„Moderne Küche". Montag: Dr. Kronecker,„Reisebilder auS Vorder- Indien". Dienstag: G. Witt,„Himmelsphotographie". Mittwoch: Prof. Müller, „Äenoffenschaftsleben bei Thieren und Pflanzen". Donnerstag: Dr. Schwahn, „Bilder aus dem Weltall". Freitag: Dr. Spieß,„Versuche mit flüssiger Luft". In der Urania-Taubenstraße wird der„Kamps um den Nordpol" nur noch wenige Wochen wiederholt werden. Im Berliner Aquarium sind soeben einige neue Sendungen ein- getroffen, welche sowohl der Abtheilung der Kriechthicre wie auch den See- nnd Süßwasserbccken neue Arten zuführten: Herr Dr. Lendl aus Budapest schickte IS Stück einer reizenden kleinen Wühlschleiche, die durch ihren lang- gestreckten, walzigen, glattschuppigcn Leib an unsere Blindschleiche erinnert, durch den Besitz von vier Füßen jedoch den Eidechsen nahekommt. Es ist die schön bronzebraun gefärbte Johannis-Echse(Ablepharus), welche an sandige», rasigen Orte» Ungarns und des südöstlichen Europa lebt. Fast dieselbe Heimath, von Dalmatien ab bis Kleinasien, hat eine graugelbe, braun und schwarz gezeichnete Trugnatter(Tardopliis), die ihrer senkrechten Pupille wegen„Äatzenschlange" genannt wird und gistverdächttg ist, indem nach ihrem Biß, wenigstens bei kleinen Wirbelthieren, eine Gift- Wirkung sich bemerkbar macht; sie wurde durch Herrn Kapitänlieutenant Henke dem Aauariu», überwiesen. Paffage-Banoptikum. Infolge mehrfacher seit Beginn des Schul- Unterrichts erfolgter Anfragen bittet uns die Direktion des Passage- Panopttkums bekannt zu geben, daß der für die Vormittags-Borslellnngcn den Schulklasien gewährte Eintrittspreis von 10 Pf. auch für die Nestzeit der Anwesenheit der Samoaner in krast bleibt. An der Volks-Hochschule Humboldt-Akademie, deren bisher eröffnete Borlesungen besonders im N~W. sehr zahlreich besucht waren, be- ginnen morgen, Montag, und nächstfolgende Abende in den Lehrstatten Georgen st raße 30/31 und Lützowstraße 84ä, noch 27 Vortragszyklen und Unterrichts kurse für das II. Quartal aus fast allen Wissens- gebieten; der erste Vorttag jedes Zyklus bezw. Kursus ist für Heiren und Dnnien frei. Ausstihrliche Programme sowie Hörerkarten sind erhält- lich in bekannten Buchhandlungen, im Jnvalidendank und in den Bureaus der Akademie, Unter den Linden 47, Potsdamerstt. 116a, Prinzenftr. 54 und Landsbergerstr. 32, I» eine cigenthiimliche Lage gerathen jetzt mitunter Reservisten und Landiveh, männer, die namentlich zu den Kontroll Versammlungen in grober Anzahl die neuen Dienstgebände der BezirkskoininandoS am Tempelhofer Feld aufsuche». Ueber daS Teinpelhofcr Feld hinwegzugehen ist von der Militärbehörde, die dort herrscht, Bürgerslenten verboten nnd es stehen auch hier nnd da Tafeln, die dieses Verbot kundthu». Wenn eS auch so sehr streng damit nicht immer genommen wird, da es ja im Grunde wohl den Zweck hat, Slönmge» militärischer Hebungen zu verhüten und die Bürger vor Schaden durch solche Uebungen zu bewahre», so sehe» doch zuweilen Kavalleriepalrouillen noch der Befolgung des Verbotes auch dann noch, wenn gerade keine großen Uebungen stattfinde», die den Unbefugten auch ohne die Tafeln vor dem Betrete» des Feldes warnen könnte». Nun haben es Leute. die zur Kontrollverssaninilung gehen, nicht selten sehr eilig, und um sich ein Stück Weges zn spare», gehen sie dann wohl quer über das Feld nach der General Papestraße. Zuweilen aber werden sie dabei von einer Patrouille erwischt, in der Regel gerade dann wen» sie schon ungefähr an, Ziele sind. Die Patrouille» weisen sie natürlich nach rückwärts vom Felde weg. Aus den Einwand der Reservisten»nd Wehrmänner, daß sie am Tage der Kontroll-Versammlung unter den Militärgesetze» stehen, also eigent- lich Soldaten und nicht Bürgersleute sind, läßt sich eine Patrouille selten ein; sie hält sich au den Rock, und weil der nicht bunt ist ist der Man» auch kein Soldat. Statt zu gewinnen, verliert»»» der Betroffene so und so viel Zeit und kommt znr Koutroll-Versa»»» lung erst recht zu spät. Der Bezirksosfizier fragt aber nicht nach der Farbe des Rockes und noch weniger nach dem Grunde der Ver- spätnng, sonder» brummt dem Kontrollpflichtigen seine Strafe auf, weil er als Soldat zn spät gekomme» ist. Die Acetylcngas-Explosion in der Spenerstraße, bei welcher. wie erinnerlich, i», Dezember v. I. Herr Georg Jsaac das Lebe» einbüßte, wird noch ein zivilgerichtliches Nachspiel haben. Herr Jsaac shntte sich nämlich zu gunsten seiner Frau bei einer Unfall- versicheruugS-Gesellschaft mit 10 000 Mark gegen Unfall versichern laffeu. Als die Frau ihre Rechte geltend machte, weigerte sich die Gesellschaft, die Versicherungssumme z» zahlen, weil I. angegeben habe, daß er Direktor einer GaSglühlicht-Gesellschast sei. Infolge dessen habe man die Prämie nach der niedrigsten Tarisklasse be- messe». Erst später Hab« die Gesellschaft Keuntniß davon erlangt, daß I. Zeitungsverleger sei, sie habe trotzdem die Versicherung unverändert sorlbestehen lasse». Bei seinem Tode aber stellte sich heraus, daß I. in einem chemische» Laboratorin», ge arbeilet habe, und das sei eine Beschäfligung, welche, entsprechend der höheren Unsallgefahr, eine höhere Prämie rechtiertige. In de» Versicherungsbedinguuge» heiße eS ausdrücklich: Wenn im Laufe der Versicherung im Berufe des Versicherten eine die Unsallgefahr erhöhende Veränderung eintritt, welche die Forderung einer höheren Prämie rechtfertigt, so ist die Verbindlichkeit der Gesellschaft auS der Versicherung erloschen, sofern diese sich nicht nach ersolgter An- zeige, die i» IS Tage» erfolgen m»ß, schriftlich zur Fortsetzung der Versicherung bereit erklärt:c. Die Frau hat„n,t gegen die Ver- sicherungsgesellschaft die Klage erhoben. Eine neue Omnibuslinie Manrrstraste— Winterfclbtplatz wollte die allgemeine Oninibusgesellschast errichten. Auf daS Gesuch um Genehmigiiiig hat der Polizeipräsident jedoch folgenden ab schlägige» Bescheid crtheilt: Der Direktion wird auf den Antrag vom 18. v. M. ivege» Genehmigung einer neuen Omnibuslinie Winlerfeldtplatz— Mauerstraße ergebenst erwidert, daß derselbe im verkehrspolizeilichen Interesse znr Zeit abgelehnt werden>n»ß, da für die gewählte Liuiensührung unter andere» die Potsdamer- und Leipzigerstraße sowie der Potsdamer Platz in Aus- ficht genommen sind, ivelche wegen des daselbst stattfindenden starke» Verkehrs eine Mehrbelastung durch neue Omnibuslinie» nicht zulasse» Vergebens gespart hat seit Jahren eine i» der Frankfurter Allee wohnende Waichfran. Seit dem Tode ihres Mannes erhielt sie für ihre damals noch unerzogene» Kinder eine Armen- Unter slütznng aus städtischen Mitteln. Die Frau scheint ein Spargenie zu sein, den» sie brachte es fertig, von ihrem gewiß nicht glänzenden Einkommen im Laufe der Jahre einige hundert Mark auf die Spar- lasse z» bringen. Auch die Kinder hielt sie von Jugend aus zur ErwerbSlhätigkeit an nnd hinleilegte deren sauer verdiente Groschen gleichfalls auf der Sparkasse. Wenn die gute Frau aber geglaubt hatte, sich und ihren Kindern für alle Fälle einen Nothgroschen ge- sichert zuhabe», so hatte sie die Rechnung ohne den Magistrat gemacht. welcher durch einen Bekannten der Spareri», der sich mit ihr ver« feindet hatte, von dem Vorhandensein des Sparkassen- Guthabens der Frau in Kenutniß gesetzt wurde; die Armeukommissio» belegte das Kapitälchen»>it Beschlag und verlangte von der Frau die Rück- erstattung der an sie gezahlten Armennnterstütznng.— Unsere„noth- leidenden" oftelbischen Junker erhalten bekanntlich feit Jahren staatlicherseits Liebesgabe» in Form von Getreide-, Zucker- und SchnapSzöllen, ohne daß sie zu fürchten hätte», der Fiskus werde dieselbe» aus ihren ersparten Kapitalien znrücksordern. Ein großer Silberdiebftahl ist in der Nacht zu», Sonnabend am Savignyplatz 4 verübt worden. In die Wohnung des Haus- wirths drangen Diebe ei», nachdem sie die Thürfüllung heraus- geschnitten hatte». J», Salon und Eßzimnler hielten die Einbrecher scharfe Musterung. Sie erbrachen den Schreibtisch, das Büffet»nd ein Vertilow und prüfte» die dort vorgefundenen Silbersachen aus ihre Echtheit, indem sie einige Stücke zerbrache». Alsdann trafen sie ihre Auswahl unter der Beute und verließen»»gehört das Haus. Der Besitzer beziffert seinen Verlust auf mehere tausend Mark. Großfeuer. Auf de», Grundstück der Weinhandlung von Knopp Söhne am Alexander-Ufer 4 war gestern früh ei» großes Feuer entstanden. Bor 6 Uhr wurde die Feuerwehr benachrichtigt; als diese an der Brandstätte ankam, brannte der Dachstuhl schon in großer Ausdehnung. Die Qualmentwickelung war so stark, daß die Löschmannschaften mit Rauchhelmen und Feuerschutzanznge» aus- gerüstet werden mußten; trotzdem sind einige Sappcure a» Ranch- Vergiftung erkrankt. Erst nach mehrstündiger Thätigkeil wurde man des Feuers Herr. Ei» Tbeil der Feuerwehr hatte»och längere Zeit mit den Zlufräumiingsarbeiteil zu lhu». Ein bei einem großen elektrotechnischen Institut angestellter Ingenieur U. hat einem hiesigen Blatte zufolge sich gestern Nach- mittag die Pulsadern dnrchschnitte». Der Grund zu dem Selbst- niordversuch, der glücklicherweise nicht z» lebensgefährliche» Ver- letzungen geführt hat, soll i» eine», nicht ohne Folge» gebliebene» Liebeeverbällniß liege», das der Ingenieur vor seiner vor kurzen, erfolgten Berheirathung unterhalten halte. Er will unausgesetzt von seiner früheren Braut verfolgt worden sein. Vriickcuspcrriing. Die Kleine Jungfernbrücke wird behusS Er- nenernng mehrerer Balken von, 26. d. M. bis auf weiteres für Fuhr' werke und Reiter gesperrt._ Ans de» Nachbarorte«. Achttttlg, Rixdorf! Diejenige» Frauen und Mädchen, welch« gewillt sind, dem hiesigen Frauen- und Mädchen-Bildungsverern, beizutreten, können sich bei folgenden Frauen melden: Frau Harnisch. Stein», etzstr. 27. H. 1 Tr.; Frau O st- r m a n n Jägerstr. 70, 2 Tr.; Frau I e e tz e. Zi-thenstr. 60, 2 Tr.; Frau Schulze. Bttthlenstr. 8. H. 1 Tr.; Frau Pause. Jägerstr. 67. 4 Tr. Die Bücher können in der nächsten Versammlung, welche ani 5. Mai stattfindet, in Empfang genommen werden. Für de» Besuch der Baumbliithe in Werder hat die Eisen- bahn-Direktio» die Anordnung getroffen, daß bei Eintritt wärmeren Wetters bereits von heute ab Extrazüge»ach Werder abgelassen werden sollen. Bei anhaltend guter Witterung, verde» dann täglich bis zum 9. Mai Extrazüge zur Bauniblüth« fahren. Sollte» diese heute»och nicht abgelaffen, so benütze man den am Vormittag um 10 Uhr 5 Min. oder am Nachmittag»m 2 Uhr S Min. vom Potsdamer Hauplbahnhof abgehenden sahrplanmäßigen Zug. der in K3 Minuten bis Werder fährt. Auch kann »im, einen der stündlich sowohl vom Haupt-Bahnhof wie vom Wannsee-Bahnhof»ach Potsdam fahrende» Züge wähle» und von dort aus die Fahrt Wasser fortsetzen, da hier die Dampf- schiffsahrts-Gesellschaft„Stern" am Sonntag von der Langen Brück« bei Potsdam aus mit sechs Dampfern de» Verkehr nach Werdet unterhalten wird, und zwar vormittags stündlich und nachmittags halbstündlich. Auf jeden Fall ist in W-rder die Lokalliste— nur die Restauration von Martin» Kugelweg 63, ist frei— aus da? strengste zu beachten. Auf entsetzliche Weise«m» Leben aekomme» ist in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend der 26jahrige Droschkenbesitzer Lorenz aus Berlin, Lansitzerplatz 2 wohnhaft gewesen. Man fand denselben am Sonnabend Morgen todt im Wiesengraben ans den Köllnischen Wiesen, nahe der Rixdorfer Pumpstatio». Augen- scheinlich ist Lorenz von, Wege abgekommen nnd mit seiner Droschke die steile Böschung des Wiesengrabens hinabgestürzt, wobei er mit dem Kopf so unglücklich zu liegen kam, daß er sich nicht befreie» konnte, sonder» elendiglich ertrinken mußte. Auch sein Pferd, das mit dem Kopf unter die Droschke gerathen war, kau, im Wasser um. Uhr, Geld und Werthsachen wurden bei Lorenz nn- verkehrt vorgefunden, so daß die Schuld eines Dritten vollständig ausgeschlossen ist. Ei» etwa drei Jahre alter Knabe, der sich weinend in den Straßen von Weißensee aufhielt, ist am 20. d. M. dortselbft auf- gegriffen worden»nd vorläufig in polizeiliche» Geivahrsam ge- »oinmen. Der Kleine heißt mit Vorname» Karl, hat blaue Augen, blondes Haar und ist bekleidet mit grau und brau» gestreiften, Rock. blauer Stoffschürze, schwarzen Strümpfe» und Knöpfflicsel». Die Eltern des Kindes, welches weder seine» Vatersnamen noch Wohnung»»- ziigebe» vermochte und das,»ach dem Grad der Erschöpfung zn schließen, bereits einen sehr weite» Weg zurückgelegt hatte, können es auf dem Amisbureau zu Weißensee reklamiren. Ei» schrecklicher NngliickSfaN hat sich gestern Abend gegen 6 Uhr in Friedenau auf de», Grundstück deS vor kurzem dorthin verlegte»„Mädchenhorts" in der Albestraße ereignet. Es sollte die Einweihung des neue» Instituts erfolgen und hierzu der Eingang zu de», Hause mit Gui, landen und Kränzen geschmückt werden. Die Arbeiten wurden von den, Gärtner W. und dessen Schwiegersohn ausgeführt. Letzterer wollte nun zum Schluß noch hoch oben an dem Portal, auf einer Leiter stehend, einen Kranz be- festige». Hierbei glitt er ans, stürzte 2 Meter tief rücklings herab und schlug mit dem Hinlerkops aus die lange» Spitzen des den Garlen abschließende» eisernen Gitters. Eine dieser Spitzen drang ihm hinter den, rechte» Ohr so rief in de» Kopf hinein, daß er nur mit großer Anstrengung von den, Gitter wieder abgehoben werden konnte. Sein Znstand ist sehr bedenklich. Theakev. Die Freie Volksbühne veranstaltet heute Nachmittag um 3 Uhr im Belle-Alliance-Theater für die III. Abtheilung(graue Karte») d i e l e tz t e A u s s ü h r u n g der fünfaktigen Shakespeare« schen Koniödie:„D e r K a u s m a n n von Venedig" unter Mit« Wirkung G u st a v K o b e r's als S h y l o ck vom Theater dcö Westens, Marie Holgers von, Berliner Theater als Portia, Wilhelm Beraiii als Lorenzo, Elise Zachow als N e r i s s a und M a r i e M o ß l e r als I e s s i c a. Die Mit- glieder werden ersucht, die Monatsschrift„Die Freie Volksbühne", welche den Theaterzettel mitenthält, vorher in den Zablstelle» k 10 Pf. zu erwerbe», da dieselbe im Theater nicht zu haben ist. Die Mitglieder derl.»nd II. A b t h e i l„„ g. welche dt» Vorstellung»och einmal besuchen wollen, desgleichen diejenige», welche die Vorstellung versäumte», können dies gegen Lösung emer Beitragsmarke in de» Z ah l st e l l e» oder in, Theater beim Kajsirer. Da vor Ablauf d e s S o m m e r h a l b j a h r e ii «ine vierte Zlbtheilung nicht eingerichtet wird, empfehle» wir den Genosse», sich ungesäumt der dritten Abtheilung anzuschließen, da auch diese i» nächster Zeit geschlossen wird. Am 9., 16.»nd 23. Mai gelangt für alle drei Abtheilungen daS Schauspiel Hirschfeld's:„ D i e M ü t t e r" voraussichtlich zur Aufführung. D e r V o r st a n d. I. A.: G. W i n k l e r, Kassirer. Die polnischen Theatcrvorstcllnnge» im RcichShallcn- Theater am Dönhoffsplatz beginnen, wie der„cuvegründete „Dzieunik Berlinski" mittheilt, mit de», 8. Mai d. I. Das bereits veröffentlichte Repertoir umfaßt Schöpfungen polnischer Drama- turgen, als Fredro, Slovacki, Balucki u. a., jedoch sollen auch deutsch« Uebersetzunge» znr Aufführung gelangen. Vorwiegend werden es Kostümslücke sein, von welche» Slovncki's„Mazepa", Tragödie auS dem ukrainischen Kosakenlebe», daS meiste Interesse verdient. Am Schluß jeder Vorstellung werden polnische Nationaltänze ans. geführt._ Briefkasten der Redaktion. Z. 11. Die Rechnung ist richtig. In, Alphabet wird aber nicht blr» ein i gezählt, sondern auch ein j. Bei unseren Zahlenangaben haben sich zwei Druckfehler eingeschlichen: t zählt 20 nicht 21, k aber U und nicht 10, Uebrigens sind auch die Bierbrauer und Leinisicder 09 er. Abonnent. Die Worte sind in der That von, Staatsanwalt geäußert worden. P. F. 1«. Hamburg._ Lrel« f»lbstä»diger Aarl>I»re. Fril-ur- uii> pn-tüdutt- mache««ctltn« und Umgeaend. Monlag, den 2S. April, abends>or Uhr, bei Babtel, Noseiilbalerftr. b?: Beneral-tzcrsammlung. Peivat-Kh«at«r-»>esrUschaft„Grika". Montag, de»»6. April, abend» » Uhr. im Meslaurant Nowack, Manieusselsir. Sitzung. Bildnagaverrin„Mehr Licht". Sonnlag. den»S. April, abend» 7 Uhr. Alexandiifflr. wo: Versammlung. Vortrag: Die Entstehung religiöser Begriffe. Referen, M. lSreinpe. Tarauf: Geselliges Belsaminsnset» und Tanz. . deutscher Schuhmacher. Monlag. den es. d. Ml«., abends 8* tibr, Zahlstelle I de, Feind, Welnstr. II: Zahlstelle 2 bei Lange, Dragonersir. ,8! Zahlstelle 8 bei Cohn, Benihslraße-ö: Zahlstelle 4 bei Roll. Abalberlstraste ii! SZölft-lle FrildrtchSberg bei Fuch«. Franlsurter Allee 4g; Zahlstelle Schöneberg bei Obst, Srunewaldstr. no. Z«utral-»ra»k»n- nnd Stert, ekass» der kvagenbauer. sBerltn».) Sonntag, den ib. Äpril, vormiUag» ro Uhr, Manteuffelslr. 4»: versan»»l»ng. Wettcr-Prognos« für Sonntag, de» SS. April lb»v7. Kühl, zeilweis« heiler, vielfach wolkig mit gcriiigen Nieder- chlagen und frische» uordöstliche» Winden. Berliner W e t t e r b» r e a u. S»6nlt der Inserate ahfanlü!!' fc'e Nedaktio» dem Publikum gegenüber keinerlei Bcrantivortnna. Tlzettkrv. Tonntag, den 24. April: Freie Volksbühne.(Bellealliance- Theater). III. Abth. nachmittags 3 Uhr Der Kaufmann von Venedig. Opernhaus. Undin». Montag: Lohengrin. Tchaufpielhaus. Viel Lärmen um Nichts. Montag: WaNenstein'S Lager. Die Piccolomtni. Deutsches. Die versunkene Glocke. Nachm. 3 Uhr: Die Weber. Montag: Die versunkene Glocke. Berliner. Renaissance. Nachm. 3 Uhr: König Heinrich. Montag: König Heinrich. Lessing. Waldmeister. Montag: Dieselbe Vorstellung. Schiller. Das Stiftungsfest. Nachm. 3 Uhr: Wilhelm Teil. Montag: Maria Stuart. stieucs. Trikby. Nachm. 3 Uhr: Marcelle. Montag: Trilby. Westen. Zwei glückliche Tage. Nachm. 3 Uhr: Korpsgeist. Montag: Ans bewegter Zeit. Linden. Der Cognac-König. Nachm. 3 Uhr: Die Fledermaus. Montag: Der Cognac-König. Thalia. Heirath aus Probe. Nachni. 3 Uhr: Frau Lieutenant. Montag: Heirath auf Probe. Friedrich> Wilhclmstndtisches. Trilbq. Montag: Dieselbe Borstellung. Resideuz. Ein angenehmer Gast. — AssocioS. Montag: Dieselbe Borstellung: Alexanderplab. Endlich allein.— Eine tolle Prinzessin. Nachm. 3 Uhr: Gcnovefa. Montag: Endlich allein.— Eine tolle Prinzeß. Bclle-Alliauce. Die Muber. Montag: Triwh. Ostend. Ans der Millionenstadt. Nachm. 3 Uhr: Preciosa. Montag: Aus der Millionenstadt. Volks. Geschlossen. Apollo. Spezialitäten. Parodie. Lnmpe-Gastspiel: Trilby. Passage-Pauoptiknm. 32 Mädchen aus Samoa. I UI allld, No. 48-4». Naturkundliche Ausstellung täglich geüssnet von 10 Uhr von», ab. Eintritt 50 Pf. Wissenschaftl. Theater abendS 8 Uhr. | �imuuimr Lehrter Stadtbnhn- tiof. Täglich von 7'/j Uhr abends ab 50 Pf. Im Theater- Saale täglich 8 Uhr abends Vorträge, mit Experi- menten u. gr. Lichtbildern ausgestattet. Näheres die Tagcöanschläge. Passage Panopticum. Nur noch k u r z e Z e i t l 32 Mädchen ans Samoa. Casian's Fanopticum. Pygmäen die kleinsten Menschen der Welt! Dauien-Wettschmimmen. 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Tag es-Ordnung: Kassenbericht vom 1. Quartal. Bericht des Vorstandes, der Bezirks- leiter und der Werkstatt-KontraUkommission. Bericht des Arbeitsvennittlers Bericht über die Brandenburger Konferenz. Wahl einer Agitations- lommission für die Provinz Brandenburg. Berbandöangelegenheiten. IM- Nur bei Vorzeigung des Mitgliedsbuches Eintritt. Mgj Jedes Mitglied ist verpflichtet, die Generalversammlung zu besuchen. vleostas. Sei» 27. April 1897, Im grossen Saale der „A r ni 1 n h a 1 1 e«'■: Vertrauensmänner-Versammlung der Branche der Musikinstrumenten-Arheiter. Tages-Ordnung: t. Ein Rückblick aus das vorige Jahr unter besonderer Berücksichtigung unseres Streiks, seiner Folgen und Lebren. Reserent Reichstags-Abgeord- ncter Fritx Kubeil. 2. Unsere nächsten Aufgaben 3. Verschiedenes. Da zu dieser Versammlung es unumgänglich nothwendlg ist, dah jedes Mitglied erscheint, ist Sorge getroffen, dag auch jeder Platz findet. Ein Flugblatt gelangt zur Ausgabe und ist es deshalb wünschenswerth, daß jede Wcrlstntt vertreten ist. 88/20 Mitgliedsbuch legilimirt, oder Eintritt bei sofortiger Aufnahme zum Verband. Die Versammlung wird punlt 8>/z Uhr begonnen und soll nicht länger als bis 11 Uhr ausgedehnt iverden. _ Die Ortsverwa'tuno. Bildungsverei«„Mehr Licht" Sonntag, den 25. April, abends 7 Uhr, im„ItagUselieii«arten", Alexanderstraste Nr. S7e i ÜSF* V o v f« in m l u n g."DSU Vortrag über:„Die Entstehung religiSser Begriffe". Referent Herr A.«rempe. Diskussion. 56/13 i Daraus: Geselliges Deissmmensem u.Tanz. _(fiäste stets willkommen. 1|8_ I zentrslverbanb Der Hanbels-, Transport- 11. Lerkehrs- nrhciter Dentschlaubs. vrtsverivaltiing Rcrlin, heute, Sonntag, den 25. April 1807. nachmittags 5 Uhr, in de» Arminkallen, Konimandantenftr. 30 General- Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Berathung des Statuts und Anträge zu demselben. 2. Kassenbericht. Verbandsangelegenheiten. IM- Gäste, die gewillt sind, dem Verbände beizutreten, sind höflichst eingeladen.— Pflicht der Mitglieder ist es, in anbetracht der wichtigen Tages-Ordnung vollzählig zu erscheinen. KB. Nach der Versammlung:«eselllges Beisammensein mit Tanz. Ansang 8 Uhr. 67/6 Der Bevollmächtigte. Briischke. Z. Scfcüte Arbeit dr und Arbeiterinnen. PF" OeffenMche Versammlung"WG Montag, den 36. April, abends 0 Uhr, Benthftr. 30 bei Colin. 1. Vortrag und Diskusston. 2. Abrechnung der Agitationskommission und Neuwahl. 3. Verschiedenes.__ 17136 bei Colin, Zentral-Kranken- u. Sterbekasse der Zimmerer (E. H. Nr. 3 Hamburg) Oertliche Vterivaltuna Berlin. Dienstag, den 37. April, akends 8V> Ihr,-•~- Bcuthstrahe 21; Mitglieder-Verfammlttng. Tages-Ordnung: 1. Abrechnung vom 1, Quartal 1897. 2. Innere Kassenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legilimirt. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. 259/9 Der Vorstand. I. A.: A.Gruse, Baruimstr. 41». Steinsetzer nnv Berussgenossen Berlins und Unigegend. Dienstag, den 27. April, abends 8 Ubr. bei Bnske, Grenadierstr. 33, Grosse öif entliche Versammlung Tagesordnung: 1 Der neueste Beschlust des Berliner Magistrats, und wie stellen wir uns zu demselben? Referent: Kollege Knoll. 2. Diskusston. 3. Stellungnahme zum 1. Mai. 4. Bericht und Neuwahl des Vertrauens- mannes und der Revisoren. 5. Verschiedenes._ 174/3 Verband deutscher Gold- u. Silberarbeiter n. vcrw, Berufsgen.(Xuhlstelle Berlin.) Mo»»tag. den 36. April, abends 8V2 Ith«, im Lokale Annenftr. 16: Mitglieder- Versammlung. T a a e s- 1. Bortrag des Hern: Di r d n u n g: »r. Friedeberg über: Di« Schwindsucht und ihre Heilung. 2. Distusston. 3. Kassenbericht. 4. Vereinsangelegen- Helten und Verschiedenes. 71/17 Gäste sowie unsere Verufsgenosstnnen stets willkommen. Ilm zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Mlmig! i'oviucv. Albtung! Am Sonntag, den 35. April 1899, mittags 13 Uhr, Im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 33: Große öffentliche Versammlung der Former und aller in Gießereien beschäftigten Arbeiter. Tages-Ordnung: 1. Stellung der Former und Bernfsgenossen zum 1. Mai. Reserent wird in der Bersamni'ung bekannt gemacht. 2. Arbeits- und Lohnverhältnisse in den hiesigen Giestereien. 3. Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. 61/13_ 11er F.Inbprnfer. Verein deutscher Schuhmacher. Detscnittnlnngeir IM- am Bontag, den 36. d. Mts., abends 8V2 Chr. 16�5 Zahlstelle 1 bei Feind. Weinstr. 11: Vortrag vom Genossen Koblenzer: Die Presse und ihre Bedeutung für die Arbeiter. Zahlstelle n bei l ange, Dragonerstr. 15: Vortrag. Zahlstelle III bei Colin, Beuthstr. 20(oberer Saal). Zahlstelle I V bei Boll, Adalbertstr. 21: Vortrag. Zahlstelle Frledriehsberg bei Fuchs, Frauksurter Allee 49. Zahlstelle ScbOneberg bei Obst, Äruiiewaldstr. 110. Abrechnung und Wahl eures«assirers. Ilm zahlreichen Besuch bitten 185/20 Die Bevollmächtigten. �ll'Sml.Rpdaill'aill Friedrichshagen am Müggelsee,[• Oli nllu neswurafll, zwischen Müggelschloh it. Aussichtsthur«, mit neu erbauten grasten Hallen, grostem Tanziaal, 2000 Pers. Unterkommen gewährend, Dampfer-Anlage, den geehrten Gewerkschaften, Ztereine« und Fabriken bei Sommerpartien bestens«upfohlen. A. Degebrodt. Redakteur- Gesuch. Für ein dreimal wöchentlich erscheinendes Partei-Organ wird ein tüohtigep erster politiacher Redakteur per sofort gesucht. Meldungen sind zu richten an R> Krüger, Königsberg(Pr.), Kaplanstr. 20. VMM flllrr in der MklMnWne besch. Arbeiter Berlins und Umgegend. Montag, den 36. April 1807, abends 8l/z tthr N»»SNvKei,>VSI'SS»HHIU»>UIHg der Iormer und Gießerei-Arbeiter im»Louisenftadtischen Konzerthaus". Alte Jakobstraste Nr. 37. Tagesordnung: 1 Die Berknrzung der Arbeitszeit und der 1. Mai. 2. Dis- kusston 3 Verbaudsangclegenheitcn und Verichiedenes. Pflicht aller Kollegen ist es, in dieser Versamuilung zu erscheinen. 282/1 Der Vorstand. Stein-Arbeiter. Dienstag, den 37. April, abends 8 dir, im Englischen Carten, Alexanderstr. 27c: Veffentl. Pcfrcmtmltturt. Tages-Ordnung: Stellungnahme zum 1. Mai.— Unterstützungsgekilche.— Verschiedenes. 17-> 17 Der Nereraiiensninnn. Temtkid: Rcjikr-Bttkns! Lrenner& Cie., Alte Jakobstrasse No. 67— 69 Nnblwd Zeutscher Schukider-«.Zchne!deriu»e» -flliale Berlin. Heute, Sonntag, den 35. April 1807. in der Berliner Reffonree, Kommandautenstrasie 57: Str. DxpvrtiAAviKt»!-Vvrtr»K des Herrn Dr. Borehardt über Blehtrlsehe F.ntladnngen nnd X Strahlen! (Erscheinungen in Geislerfi'chen Röhren. Kathodenstrahlen. X-Strablen. Photographische Aufnahme eines verschlossenen Gegenstandes. Lichtbilder von Röntgen)'cheu Photographien). 162/10 Saaleröffnung 7 Uhr. Beginn des Vortrages Punkt 7i/z Uhr. Eintritt 10 Pf. für Vcrbandsmitglieder und ihre Familienangehörigen 20 Pf. für Gäste. Mitgliedsbuch legitimirt.— Nach dem Vortrage Gemütliliches Keisammensri« nnd Tanz. Um zahlreiches Erscheinen ersuchen Die Bevollmächtigteu. Schloss Weissensee. Heute Sonntag: Orosses Konzert unter Leitung des Kapellmeisters H. W. Finsterbusch. Thurmseillanf der NtisgAna Ponchery. 1. Lanf 6 Uhr. 2. Lauf bei Feuerwerk 8 Uhr. Bai ehampetre. Dampfer. Bnder nnd Segelboote and sonstige Vergniigungon aller Art. IM- Entree 80 Pf."VG 1708V Stlef«St Emmerich. Louis Kellers Festsäle, Größtes und schönstes Etablissement der Residenz. Sonntag: i™» Grosser Ball. Anfang b'/z Uhr. Entree 30 Pf. mr Wordhäuser"lü (alter) wie Cognac, Literflasche Marl 1,10, 5 Literflaschen Mk. 5.—. Ganz uralter Rordhäuser, Onginal-Flasche Mark 1,30. Dafel- Aquavit, dänischer Korn, Orig.-Fl. M. 1,30. Echter alter Gctreidekorn. flFl. 1,30. Lugen Heumtum 4 Co., Ä68- Komptoir und Gesnmmtlagerkellereien: Lindenstr. 16, 3. Hof. Wir bitten um Besichtigung unserer jederzeit geöffneten Kellereien, wo- selbst Kostproben gratis verabfolgt werden. 1ö68L* Detail-Berkaufsläden; Belle-Allianceplatz 6 a, Amt IV, 3679.— Neue Friedrichstr. 81.— Oranien- strabe 190.— Gcnthinerstr. 29.— Grüner Weg 56.— Kommandantenstr. 67. WilSnackerstraste 25.— Charlottrnburg: Kaiser Friedrichstratze 48 - Charlottcnburg: Kaiser Friedrichstratze Potsdam: Bäckcrstraße 7._ Bekaniitmaclinng! Die aus der Emil Sledner'sehen Concursmasse 14 Brunnenstra sse 14 vorhandenen Waaren, bestehend aus Kleiderstoffen.Sammet-«.Stidenwaartn Uousen. Morgenrölben. Unterrölben und anderen Waaren werden im Einzelnen zu festen Taxpreisen werltäglich von 0—1 Uhr und 3—8 Uhr verkauft. Der Berkaus dauert nur kurze Zeit, da die Geschäftsräume be- reits anderweitig vermiethet sind. 15ö4L» Metzner's Korbwaaren- Fabrik. Berlin Andrcasstr. 33, vis-ä,-vis beut Audreasplatz. n. Geschüst: Bru>lnenstr.05. vis-ä-vis Humboldh. III. Geschäft: Bcuffelstr. 6?(Moabit).' IV. 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Instrumental-Konzert, Mnfik von der Freien Bereinigung der Zivil- Berufsmnstker. Dirigent Herr Bttlun. Gesangsvorträge von 10 Gesangvereinen(Mitgl. d. Arb.-S.-B.). M?" Titeneeipche Kl u psü tz v u u g r n."WW Festrede ummuum um 8V3 Uhr, gehalten vom Reichstags- Abgeordneten Ii. M 5 llljt lll� Herren, welche daran theilnehme», zahlen 3« Pf. nach. Die ic»n'vclettcliv ist von 3 Uhr ab geöffnet. Anfang de« Konzert« 4 Ihr. Eintritt 30 Pt. 3. Wahlkreis. HÖF" Nene W e 1 1, Hasenliaide 108."HW Uokal- n. Jnstrnmental-Konzert. k'eslreiie vom Reichstags- Abgeordneten Vogtderr. Turnerische Aufführungen. Großes Feuerwerk. Tanz. Anfang 4 Ehr. Rillet» h SO Pf. sind in aNe» mit Plakaten belegten Handlungen, sowie am 1. Mai in der »Renen Welt« an der Kasse zn habe». 4b. und. 5. Wahlkreis. Koller s Fosksülo» Koppenstraße 21. Vvsueroi Jsriodrichshain, Am Königsthor. Elizhum» Landsberger Allee 40—41. Schiuoizorgarkou» Am Königsthor. Saussduoi, Kottbuserstraße 4». Vokal- ltnii Zlißrilmelltal-Kottzert. Feßrede. Lebeahe Vilder. Majstllgesangt. Ernste nnh jeitere Vortrage. Tnrnerische Änsstihrungeil u. Nach dem Konzert: NUT l'an-:. WG Anfang 4 tthr. Billets 85 Pf. g*f Die Kaffeeküche wird um 3 llhr geöffnet.«Mg Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein Da» Komitee. 6. Wahlkreis. Weimann's Volksgarten, Badstraße 56. Puhlmann's Vaudeville-Theaier, Schönhauser Allee 148. Berliner Prater, Kastanien-Allee 7— 9. Norddeutsche Brauerei, Chausseestraße 58. Feldschlösschen, Müllerstraße 142. Kronen-Brauerei, Alt-Moabit 48— 49. JS£ Konzert. Festrede. Febende Kiider. Tanz. jW Jedes Kind erhält eine Stocklaterne gratis.-MS Kaokeigonosson! Um die Maifeier zu einer großartigen zu gestalten und auch den wirthschaftlich schlecht gestellten Arbeitern und Arbeiterinnen Gelegenheit zu geben, daran theilnehmcn zu können, wird ein festes Entree im ll. Wahlkreise nicht erhoben. Wir ersuchen aber, um möglichst die Unkosten decken zu können, nach Belieben sich an den Tellersammlnngen zu betheiligen. Eure Pflicht ist es, die Arbeit ruhen zn lassen und durch zahlreiches Erscheinen die Maifeier zu einem wahren Volksfest zu gestalten. Anfang 4 Uhr.'ME Das Komitee. Zoiiildmollmtischn Mahluttti« M den 2. Derliiur Reichstass- Wahlkrtis. Dienstag, de» 37. d. M» abends 8V2 Uhr, in Haber« Brauerei- Ausschank, Bcrginannstr. 5-6: General-Bersammlimg. 238/11 Tages-Ordilung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Neuwahl des Vorstandes. KM" Zutritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches."93 Zahlreichen Besuch erwartet Ber Vorstand. 2. HVahlllvois. Sonntag, den»5. April 1897, abends 6l/a tthr, bei Znbeil, Linden-Itrafte 106: Oeffentl. Do m mlu ng. Tagcs-Ordnung: Bortrag des Herrn Br. Friedeberg über;„Tuberkulose". Nachdem: Geselliges Beisammensein.— Eintritt 10 Pf. 211/12 Um regen Besuch bittet Die Bertrauensperson. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 3. Verliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 87. April 1897, abends 8 Uhr, in der„Reffource", Kommandantenstrastc 57 i Ordentliche General- Berfainmlung. Tages-Ordnung: 240/lö 1. Bortrag des Herrn Br. Cinstav Heymann. 2. Diskussion. 3. Vorstands- und Kassenbericht über das 1. Vierteljahr 1897. 4. Vereins- angelegenheiten. am/mm L.uittungsbuch legitimirt. MWHWI Zahlreiches Erscheinen erivartet Ber Vorstand. Sozialdemokratischer Mahlverein im L Verl. Reichstagg-Mahlkreis(Südost). Oeneral- V er sammlnu, am Dienstag, de» 87. April 1897, abends 8 tthr, im Lokale von Henke, Nannynftraste Nr. 87. Tages-Ordnung: 1. Geschäftsbericht des Vorstandes. 2. Nemvahl deS Vorstandes. 3. Vor- trag des Genosien Br. Bernstein über:„Die moderiic Geiundheits- pflege und das Proletariat." 4. Diskussion. S. Vcrcinsangelegenheiten. Nur Mitglieder haben Zutritt.— Buch legitimirt. 242/19 Der Vorstand. S ozlaldemokrat. Verein„Vorwärts" Berlin. D 0 v i n in m l n tt g am Dienstag, de» 27. April er., abends 8V- Nhr, im„Swiiiemünder OlesellschaftShaus", Stvinemünderstr. 43. Tages-Ordnung: 27S/12 1. Borttag über die Verbesserung unserer Raste und der Sozialismus. Referent: Genosse Katzenstein. 2. Diskusston. 3. Verschiedenes. BBBHB Gäste haben Zutritt. Ilm zahlreiches Ericheinen ersucht Ter Borstand. Soiialliemolli'M. Vtaklverem CharloUenburg. Dienstag, den 27. April, abends 8V2 tthr, im Lokal Bismarcks. hvhe, WilmerSdörferftr. 39: Steaeral-V erssminiliiiig. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1897. 2. Bericht desZ Vorstandes 3. Neuwahl des Vorstandes. 4. Die bevorstehenden Kommunalwahlen. ö. Berschiedenes. Zahlreichen Besuch der Mitglieder erwartet_ Der Borftand. Frledrlcltsberg. Sonnabend, den 1. Hai, abend« pritaise 8 Uhr, Maifeier im Lokale des Herrn Carl Spitzig. Frankfurter Allee 193. Grotze öffentliche Volks-Verfammlung für Männer nnd Frauen. Die Bedeutung des I.Mai. Ref.: Reichstagsabg. A. Stadthagen. Nachher: Gr. Uokal- u. Instrumental-Konxert, unter Mitwirkung der örtlichen Gesangvereine. Lrisroidr Milder u. J*. w». Zur Deckung der� Unkosten wird 10 Pf. Entree erhoben. Albert«lacobi. Um zahlreiches Erscheinen bittet 223/3 Tie Bertrauensperson. IHai-Feier Wilmersdorf und Sehöneberg. Au» Sonnabend, den 1. Mai, voruiittags 10 Uhr, in Lehmann's Seeschlöftchen(herrlich dekorirter Saal), Kaiser-Allee: Vonzrrt. Gesang."10® ausgeführt von den Gesangvereinen Wilmersdorfs und Schüneberas(Mitgl. deS A.-S.-B.).— Abends: Bebende Bilder.— Um 8 Uhr: Versammlung. Borttag des Reichstags-Abgeordneten Znbeil über:„Die Bedeutung des 1. Mai".— Nach der Versammlung: Dauz und gemnth- liches Beisammensein.— Entree 20 Pf. Kinder frei. Tanz frei. 204/2» Taö Festkomitee. Eharlottenvnrg. Hontag, LG. April, abend« 8 I hr, In Bismarckshtthe, WUmersdorferstrasse SO: Große öffentliche Uerfammlnng für alle in der Metallindustrie besch. Arbeiter«.Arbeiterinnen Tages-Ordnung: 121/17 Stellungnahme zum 1. Mai. Referent Itottriack-Berlin. Diskussion. Die Mibflände in der Schlosterei der städtischen Gasanstalt und bei Methling. Garde-du-Corps-Straste. Die Kollegen von der städtischen Gasanstalt, von Methling u. Blume, Schillerstraße, sind zu dieser Versammlung ganz besonders eingeladen. Ber Pinberufer. Meie Vereinigung aber in der chirurgischen Manche beschäftigten Berussgenoffen. Vovfnnttnlung ain Dienstag, 27. April, abends 8 Uhr, bei Gründe!, Brunnenstr. 188. Tages-Ordnung: 48/13 1. Kassenbericht v. 1. Quartal. 2. Vortrag. 3. Diskussion. 4, Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet_ Ber Vorstand. AthtMli! Maurer. Dienstag, den 37. April, abends 8V' Uhr, bei Herrn Spitzig, Frankfurter Allee 103: Kerfammtung der Uteruvev für Friedrichsberg und Lithographen, Steinbrucker und Berufsgenoffen. 1709b' Am 22. April verstarb der Litho- graph Sniin« Brandt(Vater Brandt). Beerdigung Montag, nachm. 4 Uhr, von Schönebergerslr. 10a, nach d. Lukas-Kirchhof, Südende b. Tempelhof, Am Donnerstag verstarb nach kurzem Krankenlager unser alter Parteigenoffe Karl Wallentin. Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet ain Sonntag, den 25. April, nachm. 4 Uhr, vom Paul Gerhardt- Stift, Müllerstr. 58, aus statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet 219/17 Der Bertrauensmann. Tagesordnung: 1. Borttag. 2. Diskussion. 3. Wahl eines HilfskafsirerS. Zu dieser Versammlung sind alle Maurer eingeladen. Der Borstand deS Bereins zur Wahrung der Jntereffen der Maurer Berlins u. Umg. I. A.: Fritz Kater. 149/4 Todes" Nnzeige. Den Mitgliedern des Sozialdemo- kratischen Wahlvereins des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises Osten zur Nachricht, daß unser braver Partei- genofle August Zeuge am Mittwoch, den 21. April, per- storben ist. Durch schwere Krankheit, welche ihn seit 13. Juli v. I. am Krankenlager gefesselt hielt, war es ihm jedoch nicht möglich, sich an dem Verein zn be- theiligen, wie er es früher stets gethan hat. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Nachm. 3Vz Uhr, v. d. Leichenhalle d. Kranken- Hauses am Friedrichshain aus nach d. Friedhofe in Wilhelmsberg statt. 242/18 Der Borstand. 0avk8aguvg. Allen Freunden und Kollegen ftir die rege Thdlnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Droschken- kutschers Qonrad Keding, sowie für die reiche Blumenspende, meinen herzlichsten Dank. 1742b Die trauernde Ww. Frau Keding. Aufruf an alle in Berlin weilenden Aadeuser! Einige frühere Mitglieder des „Vereins der Badenser zn Berlin" haben sich die Aufgabe gestellt, eine „Freie Vereinigung der Badenser zu Berlin und Umgegend" zu gründen und zwar im Sinne der Arbeiterpartei. Wir bitten alle kollegialisch ge- siunten Landsleute um Unterstützung und zahlreiches Erscheinen zu den ersten Berathungen, die beim Lands- mann M. Böhm, Alte Jakob- straße 103a, am Dienstag, den 27. d.M. abends 8Vz Uhr stattfinden.[17456 Achtung, Schöneberg! Am 1., 2, u. 3. Mai 1897 Abschiedsfeier b. HofTmann, Restaurateur, Sedanstt. 10. 17606 Hofftnann'« Zoologische Handlung empfiehlt Cittonfinken, Rothkehlchen 1 M. an; Blaukehlchen, Nachtigallen, Drosseln. Reinickendorferftr. 61 (Bahnhof Wedding).— Kaufe Mehlwürmer, Tanz- u. weihe Mäuse. Achtung! Achtung! Infolge der bei mir eingettetenen Preiserhöhung des Rasirens und Haar- schneidens ist der Lohn des bei mir beschäftigten Gehilfen sofort vor- läufig um 20 pCt. erhöht worden. Friedrich Bach,[16476* amtl. gepr. Heilgeh., Am Ostbahnhof 3. Achtung! Kein Baden. Nur eigene Fabrikation, 25(S ig arten 1 Mark. Garantie rein amerikanische Tabake. Rippentabak 2 Pfd. 60 Pf. H. F. Blnslage, Kottbuserstrafie 4, Hos parterre. itsNMkt. Mehrere tüchtige Ciseieure, welche auf dauernde Stellung bei gutem Lohn reflektiren, gesucht. Off. mit Angabe der Lohnansprüche und Älter unter B. P. 884 an > a a s e n st e i n u. Vogler, A.-G., rankfutt a. M.* kslltssieleckerll- Arbeiterinnen, geübte, in und auherm Hause, finden dauernde Beschäftigung bei höchstem Verdienst. 1K49V W. Köncmann, Alte Jakobstraste Nr. 84. Kartonarbeiterinnen, geübte, verl. M. Wolff, Neue Friedrichstrahe 48. ANoilreil-Atililisitellre gegen hohe Provision gesucht. 'Offerten sab ST. 8. 17 Exped. des„Vorwärts". 17066 Aeltere Auswärterin verl. fos. tags- über Höser, Wrangelstt. 10 v. IV. Steppdecken-Arbeiterinnen verlangt Bau'r, Königstr. 61, v. 4 Tr. 174vh Stell macher. Unser Arbeits-Nachweis u. Ber» kehrs-Lokal bestudet sich Fisasser. strase S. Die Arbeits-Ausgabs findet daselbst an den Wochentagen vormittags von 8—10 tthr un< entgeltlich statt.[159/13 Bie Kommission. Geübte Kartonarbeiterinnen verlangt Bockert, Schmidtstt. 15. Der Arbeitsnachweis für Bügler, Stopper nnd Zuschneide» befindet sich Fehrbellinerstr. 34. Part. bei Voigt. Jeden Sonntag daselbst Morgeniprache. Ebendaselbst jeden Dienstag, abends 9 Uhr: Sitzung Berantworilicher iNedatieur: Robert Schmidt m Berlin. Für den Jnieratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Badina in Berlin. |t. 96, 14, ZchMg. 2. jltiligt des„Wmärls" ßctlinet MM Zmnks, 25. April 1897. Kongreß der Säcker Deutschlands.*) Gera. 22. April 1897. Mit kurzer Begrüßung eröffnet Kühl- Gera den Kongreß "VilO Uhr. Zu Vorsitzenden werden A l l m a u n- Hamburg und Friedemann- München gewählt. Anwesend sind 31 Delegirte mit Mandaten, welche 4494 Mitglieder vertreten, aus 26 Slädte», wo zusammen 14 083 Bäckerei-Arbeiter beschäftigt sind. Außerdem werden zur Berathung zugelassen 5 Delegirte, die ohne Mandate erschienen sind. Der dänische Bäckerverbnnd ist durch mancherlei Umstände an der Beschickung des Kongresses behindert worden. Ueber de» ersten Punkt der Tagesordnung: Der Bäckerei« arbeiterschutz(Maximalarbeitstag, Sonntagsruhe) referirt K r e t s ch m e r- H a m b u r g. Die bundesräthliche Verordnung vom 4. März 1896, den Maximalarbeitstag und die Soiintagsrnhe in den Bäckereien betreffend, die erst durch thatkräftiges Eingreisen der organisirten Arbeiter zu stände gekommen sei, enthalte nur«ine geringe Abschlagszahlung von dem, was die Arbeiter an Schutz vom Staate mit gutem Recht verlangen können. Trotzdem hätten die Innungen einen Kampf gegen die Verordnung unter- uommen, dem sogar schon ein Minister zum Opfer gefallen sei. Sie hätten sich als die gefährlichsten Umstürzler geberdet und unter den Augen preußischer Geheimräthe Reden geführt, die andere hinter schwedische Gardienen gebracht haben würden. Und bei ihrem Treiben hätten die Bäckermeister die Unterstützung des ge« fanimteii Unternehinerthnnis gefunden, bis hinauf zum König Stumm. Schweden. Norwegen, New-Jork und England hätten viel weiter- gehende Bestimmungen über den Schutz der Bäckerei-Arbeiter als Deutschland; dort höre man aber nicht von einem so rabiaten Vor- gehen der Unternehmer, ein Beweis dafür, wie weit sich das deutsche Unternehmerthum mit seinen Anschauungen im Rückstände befinde. Es sei bezeichnend für die politischen Zustände in Deutschland, daß die organisirle Arbeiterschaft der Regierung zu Hilfe springen muß, um st« gegen den Sturmlauf des„königstrenen" Unteruehmerthums in Schutz zu nehmen. Redner glaubt, daß die Androhung der Proklamirung des Generalstreiks das einzige Mittel sei. die Unternehmer zur Raison zu bringen und auch der Regierung zu zeigen, daß die Bäckerei- Arbeiter die ernste Absicht haben, den Maximal-Arbeilstag unter keine» Umständen preiszugeben. Er bittet um Annahme folgender Resolution: „Der l897er Kongreß der Bäcker Deutschlands erklärt im Hin- blick auf die kaiserliche Botschaft und die kaiserlichen Erlasse von 1690 betreffs der Jnaugurirung und Fortsetzung der Arbeiterschutz- Gesetzgebung wie auch vor allem in Rücksicht auf die aktenmäßig festgestellten, in Bäckereibetrieben allgemein herrschenden schweren, die Gesundheit der Bäckergesellen wie auch der Konfnnienten außer- ordentlich gefährdenden Mißstände, die bundesräthliche V e r- ordnung vom 4. März 1896 für eine leichte Abschlagszahlung von dem als Mindestmaß berechligterweise zu fordernden gesetzlichen Schutz für die Bäckerei-Arbeiter. Die gegen die an sich noch sehr ungenügende und lückenhafte Verordnung von feiten der Meister und sonstiger Unternehmer, wie auch das I n n u n g s v e r b a n d e s„Germania" ins Werk ge- setzte Agitation ist als der Ausfluß des denkbar größten Uebel wollens gegen die Arbeiter zu betrachten, und die mehrfach ausgesprochene Ansicht von der Undurchführ- barkeit dieser Verordnung ist nach den Resultaten der Praxis als einfach lächerlich zu bezeichnen. Der Kongreß erwartet auf das bestimmteste, daß die von Provib wlith und sozialem Unverständniß diktirten Einwände gegen die buiides� räthliche Verordnung an zuständiger Stelle nicht zur Aufhebung dev selben führen werden, sondern hofft im Gegeutheil ihren baldigen Ausbau zum wirksamen Arbeiterschutz, worunter auch die gänz- liche Beseitigung der Nachtarbeit zu verstehen ist. Sollte aber die Regierung wider alles Erwarten die Bäckerei-Arbeiter im Stich lassen, so erklärt der Kongreß seine im Jnieresse der allgemeinen Wohlfahrt liegenden Forderungen selbst energisch durchsetzen zu wollen, und zwar event. durch den Generalstreik aller Bäcker Deutschlands. Der Kongreß beauftragt daher das Bureau, diese Resolution der deutschen Reichsregierung zu unier- breiten, erwartet vom Verbände der Bäcker und Berufsgenosseu unzweideutige Stellungnahme zu dieser Forderung und hält es für oberste Pflicht jedes Bäckerei-Arbeiters, sich unverzüglich der genannten Organisation dauernd anzuschließen." In der Diskussion über das Referat Kretschmer's tritt Joest- Frankfurt ebenfalls energisch für strengste Festhaltung an den Maximalarbeitstag, den weitere» Ausbau der Schutzbestimmungen und Erstrebung noch verkürzlerer Arbeitszeit ein. Gleichzeitig wider- legt er durch Vortrag einer ausgestellten Berechnung die Einwände der Unternehmer, daß die zwölsstündige Arbeitszeit für die Bäckereien eine große Schädigung zur Folge haben werde. Die folgenden Redner erklären sämmtlich auf dem Boden des Referats zu stehen. Keiner glaubt die Mär von der Benachtheili« guug der Bäckermeister durch die Einsührung des Maximalarbeils- tages. P i e tz s ch m a n n- Dresden und H ä p f n e r- Berlin sind aber gegen die Androhung des Generalstreiks, II. a. deshalb, weil sich ein solcher Beschluß angesichts der noch jungen und schwachen Organisation nicht durchführen lasse. Man solle Mittel und Wege suchen, ans andere Weise die Angriffe gegen die Verordnung abzu- wehren. Der letztere Delegirte beantragt, die Regierung zu ersuchen, die Bäckereibetriebe der Gewerbe- Inspektion zu unterstellen, damit die sanitären Vorschriften der Verordnung endlich beachtet werden. B a s s i l i e n» und S a n d h o f f- Berlin treten für die Resolution ein. Letzterer verbreitet sich eingehend über die Zustände in den Berliner Bäckereien und giebt ein interessantes Beispiel von dem so viel gepriesenen harmonischen Verhältniß zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zum besten, das die statistischen Erbebungen zu tage geiördert haben. Von 299 Betrieben müssen in 200 der- selben die Gehilfen in der Backstube ihre Mahlzeiten einnehmen, davon sind nur 24 Backstuben mit Tischen und Schemeln versehen, in den übrigen Betrieben werden die Gehilfen aus der— Back« beute g e s p e i st.(!!) Eine Anzahl andere Delegirten konstatiren, daß die polizeiliche Kontrolle über die Befolgung der Vorschriften der Bundesralhs-Verordnuug vielfach mangelhaft ist. Es müsse jeder dafür sorgen, daß alle Uebertretungen ebensowohl als alle Uebel- stände in der Presse veröffentlich' werden. Das wirkt oftmals besser, als eine Denunziation bei der Polizeibehörde. In der N a ch m i t t a g s« S i tz u n g ändert Kretschmer- .Hamburg seine Resolution dahin ab, daß es an stelle der Pro- klamirung des Generolstreiks heißt: eventuell Arbeits- einstellung und Boykott. Kühl- Gera charakterisirt das 'heuchlerische Gebahren der großen Jnnungsmeister. die die Klein- meister angeblich vor dem Ruin schützen wollen. Thatsächlich sorgen sie aber durch Kreditabschneiden u. s. w. dafür, daß jene möglichst bald ruinirt werden. Könnten die Kleiiimeister bei zwölf- stündiger Arbeitszeit ihrer Gehilfen wirklich nicht existiren, dann sei eS auch endlich an der Zeit, solche Existenzen aus der Welt zu schaffen. Der Delegirte für Stuttgart 'konstatirt, daß dort in neuerer Zeil der Inhaber einer größeren Bäckerei bei einem Siibmissionsverfahren das Angebot gemacht hat, das Brot 43 pCt. unter dem Normalpreis zu liefern. Die Bundesralhsverordnung könne sonach allzu schädlich nicht ge- wirkt haben. Der Delegirte für Hannover erklärt, daß dort weder die Sonntagsruhe noch der Maximalarbeilstag eingehalten werden. Die Innungen känipftcn mit allen Mitteln gegen die Ver- ordnung. Dasselbe konstatirt der Deligirte aus dem Wupperthale und in M ü n ch e n liegen die Verhältnisse nicht viel anders. Die Aus- führungen der iibrigen Redner sind dahin zusammenzufassen: Allüberall ") Der gestrige Bericht betraf die G e n e r'a l v e r s a m m I n n g des Verbandes der Bäcker und Berussgenossen Deutsch- l a n d s. „pfeifen" die Bäckermeister auf die Verordnung, für sie steht die- selbe nur auf dem Papier und in allererster Linie trifft das auf Sachsen zu, wo sonst die Polizei keine Gesetzesübertretung nngerochen läßt. Wenn alle Uebertretungen dieser Verordnung zur Anzeige gebracht und bestraft worden wären, die Summe der Strafgelder ließe sich garuicht übersehen. Nach dem Schlußwort des Referenten wird die von Kretschmar abgeänderte Resolution mit 29 Stimmen angenommen, vier Delegirte stimmen dagegen, zwei enthalten sich der Abstimmung. « Der Kongreß beschäftigte sich dann und noch am folgenden Tage mit der Frage: Durch welche Mittel sind die Arbeits- Verhältnisse der Bäckerei-Arbeiter zu verbessern? Nach einem ausführlichen Referat A l l m a n n' s aus Hamburg, worin die Nolhwendigkcil der Abschaffung des Kost- und Logis- wesens beim Meister, insbesondere mit der in den Bäckereien viel fach herrschenden Unreinlichkeit jc. begründet wird, die die eigent- liche Ursache der Bäckerkrätze sei, und nach Diskussion über das Referat wird einstimmig folgende Resolution angenommen: „In Erwägung, daß durch das noch in den meisten Bäckereien Tentschlauds übliche Kost und Logiswesen der Arbeiter beim Arbeit geber 1. den Meistern ein Mittel in die Hand gegeben ist, wodurch es ihnen möglich ist, das Thun und Lassen ihrer Arbeiter auch außerhalb der Arbeitszeit stets zu koutroviren, hierdurch die Arbeiter aber in ein Abhängigkeitsverhältniß von ihrem Arbeitgeber gedrängt werden, was geradezu als ein luenscheiiunwürdiges erscheint, 2. von einem nur einigermaßen stabilen Arbeitsverhältnisse in den Bäckereien keine Rede sein kann, weilsgerade durch dieses System die meisten Streitigkeiten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausbrechen, 3. das Kost- und Logiswesen beini Arbeitgeber iu seiner jetzigen Handhabung auch soviel Mängel und Schäden zu Ungunsten der Arbeiter hervorbringt, und 4. gerade durch dieses System der sprichwörtlich gewordenen Uusauberkeit in den Bäckereien Vorschub geleistet wird, beschließt der Kongreß aller Bäcker Deutschlands zu Gera, den Kollr überall, in erster Linie in den Großstädten, zu empfehlen, daß werall da, wo die Kollegen gut organisirt sind und man mit Sicherheit auf Erfolg rechnen könne, zu günstiger Zeit in eine Bewegung einzutreten, um mit Unterstützung der organisirten Arbeiterschaft in einen Kampf ein- treten zur Beseitigung des 51 o st- und L o g i s w e s e n s beim Arbeitgeber. Wird durch andere Ursachen, Niaximal-Arbeitstag und dergleichen in einer Stadt ein Kampf unserer Kollegen gegen die Arbeilgeber hervorgerufen, so soll auch mit darauf bedacht ge- uommen werden, diese unsere Hauptforderung in Verbindung mit de» eventuell anderen Forderungen zu erreichen. Den Kollegen aller- orts empfiehlt jedoch der Kongreß, örtliche Streik- und Unter- stütznngsfonds zu bilden aus freiwilligen Beiträgen, um bei einer eventuellen Bewegung zur Erreichung dieses Zieles in irgend einer Stadt die dortigen Kollegen materiell unterstützen zu können. Der Kongreß ersucht schließlich alle in der Bewegung stehenden Kollegen, die der Organisation noch fernstehenden Massen der Arbeiter in unserem Berufe über die für unsere Gesundheit und wirthschaftlichen Interessen schädlichen Uebel, die durch Kost- und Logiswesen beim Arbeitgeber hervorgerufen werden, aufzuklären." Den folgenden Gegenstand der Berathung bilden die Punkte: A r b e i t s v e r ni i t t e l u n g, I n n u n g e n und Gesellen- Ausschüsse, G e r m a n i a- B ü ch e r. B a s s i l i e n- Berlin verbreitet sich des näheren über die dortigen Stelleiivcrmitleliiugcn. Es existiren in Berlin 42 Stellenvermittler, die zugleich Gastivirthe, Zigarrenhändlcr, Hausniaklcr und ähnliche Gewerbetreibende sind Das Honorar für die Vermitteluug beträgt für einen Werkmeister 10, 15 bis zu 30 M.. für Kneter 6 bis 8 M., für sonstige Gehilfen 3 bis b M. Außerdem bestehen noch 3 Jniiungs- Svrechämter, wovon zwei der Germania und eins der Konkordia gehören. Das letzter« arbeitet gegen ein sixes Gehalt, die anderen schachern aus Provision. Durch diese Vermittelungsstatiouen sei der Bestechuug Thor und Thür geöffnet Die übrigen Dele girten konstatiren, daß die Verhältnisse andern ärts fast ebenso schlecht liegen. Allgemein wird betont, daß den Innungen in der Stellenvermiltclung die beste Handhabe zur Ausbeulung der Gesellen in jeder Form zur Versügnng stehe, und daß es endlich an der Zeit sei, ihnen die Arbeitsvermittlung zu entreißen. Auch die Germauia-Bücher werden auf das entschiedenste bekämpft. Einstimmig wird folgende Resolution angenommen: „In anbelracht dessen, daß die Innungen und ihre Einrich tnngen dazu dienen, ihre Arbeiter in sozialer und wirrhschaftlicher Beziehung zu knebeln, erachtet es der Kongreß für geboten: 1. Alle durch die Innungen und Bäckereigenossenschaften ge schaffenen Eiiirichliingen zu verwerfen. 2. Ueberall die von dem Jnnungsgesetz vorgeschriebenen Gesellen- auSschüsse nicht zu wählen. 3. Das Germania-Buch als eine Einrichtung zu betrachten, welche da, u geeignet ist, den freien Arbeiter unter die Gesinde-Ordnung zu stellen." Ueber die Punkte Organisation und Agitation referirt Kühl- Gera. Er verurtheilt es, daß in Berlin, trotz des ausdrücklichen Beschlusses des letzten Kongresses, Lokalorganisatioiien nicht zu begründen, doch eine solche gegründet wurde. Im übrigen empfiehlt er, den eingeschlagenen Weg in Beziehung auf die Agitation weiter zu gehen. Die Diskussion ist im Sinne des Referats gehalten. Zum Punkt: Stellung zur Zentral-Krankenkasse, wird eine Resolution angenonimen, die es jedem Berufskollegen zur Pflicht macht, der Zentral-Krankenkasse beizutreten, da die Jnnungs- kasscn es sich zur Aufgabe machen, die gesundheitsschädlichen Miß- stände im Betriebe zu verschleiern. Die Stellung des Kongresses zu den Genossenschaften wird durch Annahme zweier Resolutionen ausgedrückt, die besagen, daß Genossenschaften dort gegründet werden sollen, wo solche alS schützendes Obdach gemaßrcgelter Arbeiter zu errichten möglich sind, und daß sie nur organisirte und vorzugsweise solche Arbeiter be- schäftigen sollen, die infolge ihrer Thätigkeit für die Organisation gemaßregelt worden sind. Das Bureau wird beauftragt, der sozialdemokratischen Reichstags-Fraktion, vor allem aber dem Abg. Bebel für das mannhasle Eintreten im Reichstage den Dank des Kongresses auszusprechen. Nachdem noch der Geraer Arbeiterschaft Dank gesagt worden für die Sympathie, die sie dem Kongreß entgegengebracht hat, schließt der Vorsitzende den VI. Kongreß der deutschen Bäcker mit einem Hoch auf die Sozialdemokrat«. Zwölfte Generalversammlung des Uerdandes der Zimmerlente. Vierter Tag. Vormittag. Halber st adt, den 23. April 1897. Die Berathung der vorliegenden Anträge führt zur Ablehnung eines Antrages, der jährlich eine Broschüre über den Slaud der Lohnbewegung wünscht. Ein weiterer Antrag:„In jeder Zahlstelle, wo die Organisation nicht stark genug ist, haben die Platzsperren zu unterbleiben", wird gleichfalls abgelehnt. Es liegen noch mehrere Resolutionen vor, die eine verlangt für Dresden von der Generalversammlung eine Direktive für den bevorstehenden Lohn- kämpf n»d geht von den Dresdener Delegirten aus. Die zweite ist die bereits mitgetheilte Resolution des Referenten Schräder. Die erstcre fällt, die letztere wird angenommen. Es liegt ein Protest von ausgeschlossenen Mit- gliedern aus Hamburg vor, die als Streikbrecher ausgeschlossen wurden, sich aber noch gar nicht an den Vorstand gewendet haben.! Es wird zur Prüfung der Angelegenheit eine Kommission eingesetzt� Es wird nunmehr über den nachträglich auf die Tagesordnung� gesetzten Punkt Agitation berathen. Das einleitende Referat: giebt R ö m e r- Hamburg. Er berührt zunächst die Frage, ob die allgemeinen Versammlungen den Zimmcrervcrsammlungen vorzuziehen sind, und verneint dieselbe aus verschiedenen Gründen, höchstens hält er hier und da Bauhandwerkerversammlungen für zulässig. Er bedauert, daß bis jetzt einheitliche Schritte der Maurer und Zimmerer zur iünbahnung einer sich gegenseitig nicht hemmenden Agitation erfolglos blieben. Die weiteren Ausführungen des Redners beschäftigen sich mit den Agitationskommissionen und der Unterstützung von wegen ihrer Agitation gemaßregelten Per- sonen, denen ihr Recht zu gewähren der Vorstand noch zu wenig Vollmacht habe. Bezüglich des mehrfach gewünschten Flugblattes stelle sich der Vorstand auf den Standpunkt, daß die Herausgabe einer eigens dazu bestimmten Agilationsnnnimer vortheilhafter sei. Die Herausgabe der Fsiigblätler sei den Agitationskommissionen zu überweisen. Zur Annahme gelangen folgende Resolutionen: I.„Die 12. Ge- neralversammlnng des Verbandes der Zimmerlente Deutschlands be- austragt den Redakteur des„Zimmerer", das Material zu einer Geschichte der deutschen Zimmererbewegnng zu sammeln und der nnchsten Generalversammlung Bericht zu erstatten, ob sich die Be- schreibnng dieser Geschichte lohnt." II.„DieProvinzial-Agitations- kommisstonen haben innerhalb ihrer Kreise statistische Alis- stellungen über Art, Erfolg, sowie überhaupt über alle Vorlommnisse in bezng auf Agitation vorzunehmen." Diese Statistiken sind vierteljährlich in kurzer, aber Übersicht- licher Form dem Hnuptvorstand zu übermitteln; letzterer hat die diesbezüglichen Eingänge wiederum zusammenzustcllen und mindestens alljährlich den betreffenden Agitationskomitees zur besseren Jnsormirung über den Agitationsbetrieb zuzustellen. Ferner wird der Hauptvorstand angewiesen, in Fällen, wo Mitglieder infolge agitatorischer Thätigkeit materiell geschädigt wurden, auch dann, wenn eine direkte Maß- rcgelung ans den vorliegenden Umständen nicht positiv ersichtlich, mehr wie bisher die betreffenden Mitglieder zu unterstützen. Dies« materielle Unterstützung ist auch insofern auszudehnen, als es sich um Zeitversäumnisse, welche zur Vorbereitung einer größeren Älgitationsreise nöthig ist, handelt. Des weiteren wird dem Hauptvorstand die Berechtigung zuerkannt, an Zahlstellen oder Zlgitationskomitees, wenn die Mittel der Agi- tationskaffen resp. der Lokalkassen nicht ausreichen, aus der Haupt- lasse einen Zuschuß zu gewähren. Die Einleitung und Ueberivachiing der Gesammtagitation ist Hauptaufgabe des Verbandsvorsitzenden, und hat dieser auch in erster Linie die Verantwortung dafür zu tragen. Die Generalversammlung geht nun zur Berathung der noch nicht erledigten Anträge über. Es wird beschlossen, den Verband in Zukunft nicht mehr Verband, sondern Zentral- verband der Zimmerlente Deutschlands zu nennen. Ein Antrag, auch Nichtzimmerer, die ausschließlich im Zimmerergewerbe beschäftigt sind, in§ 3 des Statuts als aufnahmefähig zu erklären, wird abgelehnt. Bei den weilereu Anträgen ans Statutenänderung ist unter den angenommenen als wesentlich folgender Beschluß hervor- zuheben: Die Sommerbeiträge werden in Zukunft von April bis einschließlich September statt Mai bis Oktober erhoben. Der Reise- Unterstützung wird die alte Höhe und Art der Auszahlung belassen. Wandernden, die über die statutarische Frist(13 Wochen) restiren, werden die Beiträge von der Reise-Unterstntzung abgezogen, während bisher jederBeitragsrest in Abzug kam. Für verbranntesHandwerkszeng kann von jetzt an nur an Mitglieder Entschädigung gezahlt werden, die mindestens seit 6 Monaten im Verbände.sind. Ein Antrag auf Einsührung der Arbeitslosen-Unlerftütziing am Ort wird im Prinzip abgelehnt, jedoch wird, nni die Unmöglichkeit der Ausführmig zu beweisen, der Vorstand beauftragt, bis zur nächsten Generalversamm- lung die nöthigen statistischen Grundlagen zu beschaffen. Zur Be- rathung der auf die Generalversammlung bezüglichen Anträge wird eine Kommission gewählt. Beschlossen wird, auch den Sonnabend noch zu tagen._ VevpÄMmluttgen. Ter Zentr alvcrband der Glaser hielt am 3. Osterfeierlage im Restaurant Stramm, Ritterftr. 123, seine Mitglieder- Ver- saninilung ab. Kollege Märtens erstattete den Kassenbericht. Dem Kassirer wurde Entlastung ertheilt. Au stelle deS Kollegen B e l l a ch wurde Kollegs Verdeck als Revisor ge- wählt. Anwesende Kollegen der Werkstelle S n l o m o n i s machten bekannt, daß sie am dritten Feiertag früh die Arbeit nieder- gelegt, weil ihnen zugeninthet wurde, wieder 10 Stunden zu arbeiten. Die Lohnkommission wurde beauftragt, am nächsten Morgen mit de» betreffenden Kollegen nochmals hinzugehen, um, wenn möglich, die Sache in Güte zu erledigen. Nachdem noch einige interne An- gelegenheiten erledigt, erfolgte Schluß der Versammlung. Tie Händler nnd Händlerinnen Berlins und Umgegend besprachen am 22. April in einer öffentlichen Versammlung bei Miegel, Stralauersir. 57, die event. Beschickung des Kongresses der lokalorganisirten Gewerkschaften, welcher für den 17. Mai nnd folgende Tage in Halle a. S. in Aussicht genommen ist. Töpfer T h i e in e leitete, die Beschickung des Kongresses befürwortend, die Debatte hierüber ein. Das Ergebniß der heftigen Diskussion war nach mehrmaliger Abstimmung, deren Resultat wiederholt angezweifelt wurde, endgiltige Ablehnung einer Delegation. Schulze berichtete hierauf, in seiner Eigenschaft als Dclegirter der Gewerkschaslskomniissioii, über deren Thätigkeit, worauf T r u n s ch als Vertreter in die Gewerkschaftskommission delegirt wurde. Aus der Wahl einer Agitationskommission gingen Schröder und Schulze hervor, Natje, Luther und Leo wurden zu Revisoren ernannt. Bezüglich des I. Mai wurde beschlossen, an diesem Tage die Arbeit ruhen zu lassen; wer aus Exislenzrücksichten ge- zwiingen ist, dennoch zu handeln, wurde verpflichtet, 50 Pf. von dem Tagesverdienst au die Agitntionskasse abzuführen. Die feiernden tändler haben sich am I. Mai der vormittags 10 Uhr anberaimiien rnppcnversammlung der Hausdiener u. f. w. anzuschließen.: Nachdem die Unterstützung einer Petition an den Polizei- Präsidenten v. Windheim, in welcher von den Straßenhändlern um Abstellung verschiedener polizeilicher Maßnahmen ersucht wird, als i gänzlich aussichtslos abgelehnt worden war, lheilte der Leiter der Versammlung, Schröder, in seiner Eigenschaft als Mitglied der Agitationskommission mit, daß nächste Woche wiederum eine öffent- liche Versammlung stallsiuden werde, die sich nochmals mit der Be« schickung des H a l l e r Kongresses beschäftigen solle, da er mit dem heutigen Resultat nicht zufrieden sei. Holzarbeiter- Verband. In einer gut besuchten Brauchen-. Versauimlnng der P a r k e t b o d e n l e g c r hielt Reichstags- Abgeordneter Fr. Z u b e i l am dritten Feiertage einen trefflichen Vortrag über den Werth der Organisation. An der Hand eines umfangreichen Beweismatcrials wies der Zieserent nach, daß: nur einmülhiges Handel» nnd Zusammenschluß aller Kollegen in einer kraftvollen Organisation den Forderungen der Arbeiter geneigtes Gehör verschaffen könne. Unter Ver- schiedenem gelangten einige Mängel in dem im Jahre 1896 eingeführten Lohntarif zur Keniilniß der Versammlung; die Kom- Mission wurde beauftragt, die Beseitigung derselben anzustreben� Weiler wurde noch seitens der Kommission mitgetheilt, daß di«� nächste Sitzung der Kommission mit den Vertrauensleuten m»; 26. April, abends 8 Uhr, bei Zubeil stattfindet, in welcher event. eine Revision des Tarifs vorgenonimen werden soll. In unserem Bericht über die Versammlung der Plä'tte- rinnen vom 6. d. M. muß es statt Poersch heißen: Porth wurde zum I. Vorsitzenden, nnd nicht ein Kassirer, sondern«ine� Kassirerin wurde gewählt. Grappen-Tersanmihiiigeii der Gemrlislhasttil Kerlms m Normitw des i. Mai. Siimmtliche Berfammlmlgen finden mit Hilfsarbeitern nnd Franen statt. ___ Tagesordnung in fimintliditn Versammlungen: „Die Vedeutung des 1. Mimt*-MF Nahrungs- und Genussmiftel-Gfewerlbe. Gruppen U«rfam«,lung:|Ucft'« Salon, Mrl>«rstr. 17, vormittag« 10 Uhr. Neserent: Dr. LUtgenau. Zusammenkunft der einzelnen Geiverbe: Tabakarbeiter nnd-Slrbeiterinnen.. bei Malt, Weberstr. 17, Brauer und Branerei-Hilssarbeiler.. bei„„. Konditoren........... bei Labial, Rosenthalerstr. S7, Schlächter........... bei Sommer, Griinstr. 21, Bäcker............ bei Bolzmann, Lichtenbergerstr. 16, Gärtner............ bei Preuss, Siene Friedrichstr. 20, Müller und Müllerei-Nrbeiter.... bei„„„„ Barbiere und Friseure...... bei„„ K K Musiker............ bei Labial, Rosenthalerstr. 57, Gastwirthsgehilfe»........ bei Linke, Inden str. 36, vormittags vormittags vormittags vormittags vormittags vormittags vormittags vormittags vormittags vormittags S Uhr. 9 Uhr. 9 Uhr. 9 Uhr. 9 Uhr. 9 Uhr. 9 Uhr. 9 Uhr. 9 Uhr. 9 Uhr. Handels- und Verkehrs-Gewerbe. Krnth- Straße|tr. 20—31, vormittags ll'/s Uhr. Referent: Ew. Vogtherr. Die Kaufleute, Gandlungsgehilfinnen, Haus- nnd Geschäftsdiener, Getreideträger, Speicherei» Arbeiter, Roll- und Lastfuhrwerks Kutscher, Möbeltransport-Arbeiter, Händler und Händlerinnen, Droschkenkutscher kommen vor der Gruppenversammlung nicht zusammen, sondern begeben sich direkt nach Cohn's Feftsälen. TTnlpinrliietrio Gruppen- Versammlung: Nene Welt. Hafenhaid« 100—114, vormittag« 10 Uhr. Referent: August Bebel. Zusammenkunft der einzelnen Gewerbe. Elsasserstr. 9, Stellmacher.......... bei Böttcher............ bei Korbmacher.......... bei Stockbrbeiter.......... bei Parquettbodenleger........ bei Einsetzer............ bei Bauanschläger.......... bei Kistenmacher.......... bei Holz- und Bretterträger...... bei Holzbearbeitungsmaschinen-Arbeiter Lang, WUke, Anoreassir. 26, Stramm, Rilterstr. 123, Joel, Andreasstr. 21, Znbeil, Lindenstr. 106, Grosse, Annenstr. 16, 184, Th. Metzner, Oranienstr. Ewald, Schönleinstr. 6, /bei Jennrlch, Bergstr. 12, /bei Wüke, Andreasstr. 26, Tischler, Drechsler, Bürsten- und Pinselmacher. Jaloilste-Arbeiter, Korkarbeiter kommen in ihren Verkehrslokale» um 9 Uhr zusammen und gehen von dort aus zur Versammlung in die„Neue Welt". vormittags 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. AetaHiuduLtriv. Gruppen Versammlung: H. Marlen's Fostsäle, Friedrichstr. 236. vormittag« 10 Uhr. Referent: Paul Litfin. Tiimmtliche Metallarbeiter begebe» sich direkt«ach der Grnppeuversammlnug. Izederheardeiwug. Gruppen- Versammlnitg: Uhlih' Salon, Kad-Straße IS, vormittags 10 Uhr. Referent: H. Rohrlack. Die Weissgerher, Lohgerher, Lederzurichter, Lederfärber, Lederarbeiter und Arbeiterinnen. Handschuhmaoher kommen vor der Gruppenversammlung nicht zusammen, sonder» begeben sich sofort nach Uhlitz' Salon.— Die Sattler und Vernssgen offen des Zentrumsund Südens versammeln sich bei Hotünann, Alexauderstr. 27c, vormittags 8 Uhr, und gehen von dort zur Gruppen-Versammlung. HoVI oidntineiTKlTiafria Gruppen-Versammlung: Arminhallen, Kommandanten- DCKl eiuuuy biUUUSU IB. slraße 20 vormittag« 10 Uhr. Referent: Dr. Pinn. Zus ammenkun ft der einzelnen Gewerben ..... bei Feind, Weinstr. 11, bei Neumann, Linienstr. 19. bei Feind, Weinstr. 11, bei Weinberg, Andreasstr. 34, bei Bnske, Grenadierstr. 33, bei Lüneburg, Alte Jakobstr. 66, Kürschner Kürschner(Selbständige).. tntmacher....... extilarbeiter...... Mtlitärmützenmacher... Posamentirer...... Färber, Dekateure. Appreteure nnd Berufsgenoffen... Wäschebranche...... Portefeuille-Arbeiter.... Maass- und Konfektionsbranche, Häntelnäherinnen, Lügler, Stepper, Arbeiterinnen gehen direkt zur Versammlung nach den vormittag? 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. bei Lüneburg, Alte Jakobstr. 66, bei Grosse, Annenstr. 16, bei Grosse, Annenstr. 16, vormittags 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. vormittags 9 Uhr. Blousen- und TrlkottalUen- Amitthallen. M�onliic'pTio ßaurarho Grnppen-Versammlung: Lonisonstädttsches Konzerthans, UrfdplllbüliC uCWCl ÜB. Alte Jakobstrab- 37. vormittag» 10 Uhr. Referent: Alex Sailer. Die Buchdrucker, Schriftgießer, Formstecher, Tapeteudrucker, Arbeiter und Arbeiterinnen in Buchbiudereie», der Papier- und Lederwaaren-Jndustrie, Stereotype»», Hilfsarbeiter, Lithographeu und Steindrncker kommen vor der Gruppenversammlung nicht zusammen,' sondern begebe» sich direkt nach dem Louisenstädlische» Konzerthaus. Lckudvaareumdusine. I. Gruppeu-Uersamminug: Königsbank, Große Frankfurterstraße 117. Referent: Waldek Manasse. Die Filzschuh-Arbeiter, Zwicker, Schastarbeiter kommen vor der Versammlung nicht zu- sammen, sondern gehen direkt nach Köoigsbank. II. Gruppen-Uersammtung: Cohn's FestsSIe(Mittel-Saal), Beuthstraße 20/21. Referent: P. Kammacher. Die Schooßarbeiter und die Schuhmacher aus Maaßgeschästen der Friedrichstadt gehen sofort nach Cohn's Fesisiiien. Nach den Versammlungen der Schuhmacher: Ausflug nach Stralau»Alto Taverne". besondere Uerlammlnngen vormittags: Kohmische» Kranha««, Kandoberger Allee 11/13,»orn»ittag» 10 Uhr. Zimmerer. Referent: Pritx Aater. TÖpfCr. Alte« Schilhenhaus. Liuienstraß» 5, vormittag» 10 Uhr. Steinmetzen. Dachdecker, Steinsetzer.»•/, Referent: Fr. Wüke. Musikinstrumenten-Arbeiter.*'***'* fÄt��To u??.'**' 87' Referent: H. Faber. Stein-, ßips-, Holzbildhauer, Modelleure und Stuckateure. Englischer Garten(oberer Saal), Aferauderslr Ä7c, vormittag« 10 Uhr. Referent: Robert Schmidt. Mnliolnnliror#»"<«'» Festsitfe(Oberer Saal),«oppenstr. LO, vormittag» 10 Uhr. lUUUClpUKlA CA. MF* Nachmittags: Ausflug nach Ober-Schöne weide zu Haverlandl. Referent: Dr. 2!adek. PntZ6r. Keller'« Festsitte, Koppeustraste SS. vormittag» 10 Uhr. Referent: Decrg Wagner. Maurer. Kerli»«r Kock-Kra«er«t, Tempelhoser Kerg. vormittag« 10 Uhr. Referent: K. Silberschmidt. Glaser, Glasschleifer, Bilderrahmenmacher, Porzellanmaler und Arbeifer. � Referent: Otto Sillier. Glasarbeiter Kraurr-i„Strafa«", in Stralau. Referentin: Fruu Rohr lack. Vergolder. Louifenstadtische« Ktubhau», Anueustraße 10, vormittag« 10 Uhr. Referent: Kugo Poetzsch. Bauarbeiter.*"v*'■ Referent: G. Link. Maler, Lackirer n. Berufsg. � Klaler-Zusammkukuuft vorher bei Stramm, Kitterstraste ISO. Referent: R. Ölillarg. VavHavIrar Nestauraut Znbeil, zindenstraße 100. vormittag» 10 Uhr. i vpezirvr. Referent: Paul Dupont. Sollten sich außerdem noch Gewerkschaften finden, die sich an den vorstehenden Gruppen-Versammlungen betheiligen wollen, so werden diese ersucht, Ort und Zeit der eventuell vorher stattfindenden Zusammenkunft sofort anzugeben, damit die Bekanntmachung in der Freitags-Annonce' vollständig erscheinen kann. Ebenso diejenigen Gewerkschaften, die überhaupt noch nicht in der Bekanntmachung aufgeführt sind. Die Gewerffchaften resp. die Einberufer der Gruppen-Versammlungen haben ihre Versammlungen selbst anzumelden. Bei den Zusammen- künften bedarf es keiner Anmeldung. Meldungen sind an das Gewerkschaftsbureau, Annenstr. 16 Part., zu Händen des Genossen Miliar g zurichten. Mit solidarischem Grust! Die' Verlttrer(Bcmevkslt!Kfks-N(mrmis.ricm. Rohtabak Javas und Brasil von SS Psi an, in leicht« gutbrennender Waare, Sumatra von 1,S0 TO. an, flotter Brand, empstehlt 14131.» �arlJRoIand, Mariannenstr. 23. Roh-Tflhsik J' Frankel, nUU Ä CtUÜä v„Iin C.. Klostersbrasse 72. 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Bedinauna«« Vitt« jtt»«achten! lacquesRaphaeli. fi Berlin. Ä' Berlin. Mit Rncksilht auf meine große auswärtige Kund- fchaft und Vielseitigkeit meines Lagers i» klsiner Sckrift die vo» mir gebotene große Auswahl zu dringe».— bitte b»»lialb den freundliche» Leser,»icin ausführliche« In- serat aufnierfsam z» verfolge», sowie meine Preise der vo» mir genau beschriebenen Qnaliiäten niit den jetzt allgemein üblichen Ansnahmepreiscn zu vergleichen. Trotz zahlreickister Anfeindungen, die sich in neuerer Zeit wieder geltend niachen, werde ich nicht ermüden, nach wie vor verbessernd und verbilligercnd ans den Markt sümmtlicher von niir ofserirten Artikel zn wirken. Fabrik und I. Kaufhaus II. Kaufhaus III. Kaufhaus Spandauer Bkölke Nk. 2 0 Börse)." PMaNi'Ar. Itlli», Ecke Steglitzerstr. ltt Weg ZI, Elke Andreasplotz? Garantie f. beste Haltbarkeit d. Garantiescheine, Von dem Anspruch auf Entschädigung � bitte den ausgiebigsten Gebranch zu machen. »Ml Bei etwaiger Unzufriedenheit ist weiter kein Wort zu verlieren nöthig, sondern nur Vorlegung oder Einsendung des Rcklaniationsscheines.— Jede Reklamation ist mir willkonmien und wird über jede» Erwarte!« de» Käufer» zur größten Zu- friedenheit erledigt.— Es sind innerhalb der letzten 4 Jahr« die durch , ihr« über SKOV Reklamationen zur größten Zufriedenheit aller Reklamanten von mir erledigt worden, wovon sich jeder Besucher durch kaufmännisch geführte Bücher überzeugen kann.— Die mit eineni' bezeichneten Artikel sind auSuahnisiveife theil» mit FactiS- ziithaten in der Einlage hergestellt, da sie sonst ihren Zweck— sehr leicht zn sein— nicht erfüllen. Die Anschauung, daß eine Spaneinlage zwischen Sohle und Brandsohle minderwerthig sei. ist eine irrige.— Die Spaneinlage ist um mehr al» da» Drei- fache thenrer al» das Leder, welche» man hierfür zu verwenden pflegt.— Spaneinlag« ist nicht nur seichter, sondern auch in lanitärer Hinsicht niehr zu empfehlen al» Leder.— Auf die Haltbarkeit übt die Einlage keinen Einfluß au». ..- RttliliitWigtr Vollkomnitnheit«rrtichen, zum Theil verkauft«. Verkauf»- u. Vtrsandtbedingungen t Gegen Nachnahme oder vorherige Einsendung des Betrage». Porto trägt der Bisteller. Von 15 Mk. an versende franco auf meine Kosten,— UkKIttt Ü tillfCl* fllst rttlf öiese Zeitnng— NichtconvenirendeS bitte mir in« Originalzustand zurückzusenden»ttd empfängt der Besteller alSdaun sofort s«ln Geld zurück.— Da» ». 45,000 lliiiit ZWMrrn«lltr All»: ÄKsrjte Maß bitte durch Versenken eines genau passenden Stabes in den getragenen Stiefel festzustellen und in Centimetern anzugeben, de» best««» Fabrikate» gehörend, übcruehme ktiue Garantie Herren-Fuhbekleidlmg! rw" Braune Segeltuchschilürschuhe,* sohle, Lederabsatz u. Lederbesatz Braune Segeltlichschnürschuhe* m. durchgenähte Leder- .... Mk. Z.tv Lederbesatz. r, durchgenähte Gummisohle............... 3'50 Lastittg Promenaveusch. m. Lackspitze u. Lackseitenleder Mk. 3,7b Glatte ros>l. Halbschuhe m. Seiten-Gummizügen, durchgenähte Sohle mit Keil ohne Absatz, reine Lederzuthaten,., Mk. 3,2b Besah-Halbschttye, von Roßleder mit Gummizug. 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April eine von ihm„wahrheitsgetreue' Berichtigung" betitelte, etwa 160 Druckzeilen umfassende Darlegung, mit der„aus grund des§ 11 des Preßgesetzes" ausgesprochenen Bitte um Auf- nahm« dieser„Berichtigung". Das. was Dr. Hadra uns übersendet, ist weder eine Berichtigung in preßgesetzlichem, noch in anderem Sinne. Trotzdem und trotz der Länge der Einsendung würde» wir dieselbe wortgetreu aufnehme», wenn sie nicht mit beleidigenden Behauptungen Über de» verunglückten Lackirer D., dessen Leidensgeschichte in jenem Leitartikel den Akten und den Ergebnissen der öffentlichen Gerichtsverhandlung entsprechend geschildert ist. und mit Verstößen gegen das Strafgesetzbuch ge- spickt wäre. Wir haben uns aber die Mühe genommen, den Verfasser des Artikels zu ersuche», das Thatsächliche aus der Zuschrift des Dr. Hadra herauszuschälen und sich darüber äußern zu ivolle». Der Verfasser des Artikels hat unserem Wunsch durch folgende Aus- lassung entsprochen: „Herr Dr. Hadra stellt in seiner Zuschrift sechs vermeintliche Berichtigungen auf: 1. E- sei unwahr, daß sein„Gutachten vom 8. April 1394 betreffend die Herabsetzung der SOprozeiitigen Rente des Lackirers D. airf 25 pCl. aus einer suggestiven Wirkung des einflußreichen Mit- gliedes, der allgemeine» Eleklriziläls-Gesellschaft, beruhe, denn die Auskunft dieser Gesellschaft dalirt erst vom 11. April, seine Kenntuiß von der Auskunft von noch späterer Zeit, 2. die Herabsetzung aus 25 pCt. sei durchaus zutreffend gewesen, 8. es sei unrichtig, daß erst die Charitce-Aerzte den Zustand des D. richtig erkannt hätten, 4. es sei unrichtig, daß erst auf Gutachten der Charitee-Aerzte hin D. 75 pCt. Rente erhielt, S. es sei im Leitartikel„dolos verschwiegen, daß D. auf das Gutachten vom Juni 1396 und auf eidliche Vernehmung des Herrn Professor Koppen hier im Termin vom 1. Dezember 1396 nunmehr nur für 75 pCt. erwerbSunsähig erklärt ist", 6. es sei„verschwiegen, daß die Denunziation bei der Staats- anwallschaft gegen seinen Rath in der Vorstandssitzung be- schloffen ist". Diese sämmtlichen sechs„Berichtigungen" berichtigen auch nicht «ine einzige der im Artikel vom 15. Januar 1897 gemachte» Dar- legungen, bestätigen vielmehr die über die„Gemeingcfährlichkeit der Folgen der Macht der Berufsgenossenschaften" dort gemachten Dar- legungen. Im einzelnen sei bemerkt: aä 1. Das von Dr. Hadra„Berichtigte" ist nirgends im Artikel behauptet. Der Artikel behauptet vielmehr:„Am 8. April 1894 wird D. durch de»„Vertrauensarzt" der Berussgenossenschaft Dr. Hadra infolge der Simulationsbefürchtungen der Elekirizitäts- gesellschaft untersucht. Die Folgen des Unfalls haben sich bei D. verschlimmert(wird des näheren dargelegt). Aber ans den Herrn Doktor wirkte die Siinulationsbesürchlung des einflußreiche» Mitgliedes der Berussgenossenschasl wohl suggestiv: er schlägt eine Herabsetzung der Rente aus 25 pCt. vor." Dr. Hadra scheint ans diesen Passus herauslesen zu wollen, daß der Artikel annehme, Dr. Hadra habe in der That die Simulalionsbesürchtung nicht gehabt, solche aber infolge der Ansicht der Berussgenossenschaft ausgesprochen. Herr Dr. Hadra irrt. Solch' Vorwurf liegt nirgends in dem Slrtikel, würde auch der Absicht des Artikels, dem die Person des Dr. Hadra völlig unerheblich ist, sehr zuwider- laufen: nirgends behauptet der Artikel, Dr. Hadra habe von der Simulationsbefürchtung der Elektrizitätsgesellschaft Kenntniß ge- habt. Dem Mediziner Dr. Hadra dürste, auch wenn er Vorzugs- weise Chirurg ist, kaum unbekannt sein, daß Personen, denen etwas suggerirt wird, keine Kenntniß von der Suggestion haben. Der betreffende Passus des Artikels will sagen und sagt deutlich: von derselben unberechtigten Simnlationsbefürchtuug wie die Elektrizitäts- gesellschaft war auch Dr. Hadra befangen. Daß dies zutrifft und in einer die Person des Arztes außerordentlich schonenden Weise im Ar- tikel dargelegt ist, erhellt aus der im Artikel absichtlichen Verschweigung des Umstandes, daß Dr. Hadra die Klagen des D. über Ver- schlimmerunaen seines ZustandeS„für eine Uebertreibung" erklärte und eine Herabsetzung der Rente mit Rücksicht auf den all- gemeinen Kräftezustand des Unglücklichen vorschlug, soivie des Um- standes, daß seine Ansicht,«ine Uebertreibung liege vor, weder im schiedsgerichtlichen noch im Strafverfahre» durch irgend eine That- fache unterstützt ist noch die Herabsetzung einer Rente zu rechtfertige» geeignet>var. aä 2. Daß die Herabsetzung der Rente auf 25 pCt. ungerechtfertigt war, ist selbst durch Nrtheil des Schiedsgericht» vom 27. November 1894 anerkannt. sä 3 und 4. Das hier„Berichtigte" ist im Artikel nirgends be- hauptet, aber wäre durchaus zutreffend. Dr. Hadra war weit von der richtige» Erkenntniß des schweren Unfallleidens des D. entfernt. Daraus erklären sich seine irrige» Gutachten. Er nahm sogar von dem körperlich und geistig durch den Unfall und die Behandlung ruinirten Arbeiter D. an: wenn dieser„bei der relativen Gering sügigkeit seiner Verletzungen nach wenigen Wochen zu nr- beiteu versucht hätte, alle Folgen vermeidbar gewesen wären. D. sei ein Opfer der Unfallversicherungs- Gesetzgebung." "Auch diesen durchaus einem berussgenoffenschaftlich- freundliche» Geiste eines Herrn v. Stumm würdigen Jrrthum des Dr. Hadra verschiveigt der Artikel. Herr Dr. Hadra mag auch hieraus er- sehen, wie gleichgillig dem Artikelschreiber seine Person war. Dem Verfasser des Artikels war es wohlbekannt, daß Dr. Hadra Spezialist für Chirurgie ist und daß schon deshalb seine Jrrthümer über die Wirkungen einer inneren Verletzung leicht erklärlich waren. Um so vorsichtiger hätte aber Dr. Hadra in der Annahme von Simulationen und— mit seinen„Berichtigungen" sein sollen. sä 5. Auch hier irrt Dr. Hadra. Die Herabsetzung der im Mai 1894 endlich erlangten Vollrente auf nur 75 pCt. vom Dezember 1896 ab, war dem Artikelverfasser unbekannt. Hätte er sie gekannt, so hätte er nicht unterlasse», auf sie als eine» neuen Beweis für die Ungeheuerlichkeit der trostlose» Lage eines ver- »nglückte» Opfers seines Berufs und der Allmacht der Berufs- genossenschafl hinzuweisen. aä 6. Darüber, ob Dr. Hadra dem Vorstand der Berufs- genossenschaft von einer Dennnzialio» gegen D. wegen Betruges ab- geralhen hat, hatte der Artikel sich nicht auszulassen. Hat Dr. Hadra thatsächlich hiervon abgerathen— seiner Miltheiluug Mißtrauen entgegenzusetzen liegt keinerlei Anlaß vor—, so wächst hierdurch lediglich die Größe der moralischen Verfeblung der Bernssgenosscn- schast, deren Vorgehen allein zu kritisiren der Artikel sich zur Ausgabe gestellt batte. Der Chefarzt der Nervenstatio» der Charitee, Professor Dr. Koeppen, hat vor Gericht im Prozeß gegen den Lackirer D. begutachtet: Kranke, bei denen das Vorhaudensei» völliger Geisteskrankheit noch zweifelhast sei. könnten leicht durch Beobachtungen und Verfahren, wie sie dem Angeklagten gegen- über angewendet seien, in Geisteskrankheit hineingetrieben werde». Aehnliche Gntachle» sind mit Rücksicht auf die Behandlung von Verunglückten durch Berussgenoffenfchaflen auch von andere» Autoritäten aus den, Gebiete der inneren Medizin später kaut ge worden. Möge der Chirurg Dr. Hadra bald zu derselbe» Erkenntniß sich durchringen. Dann wird er auch Simulationsbesürchtungen gegenüber anders denken wie heute." Sozislkes. Ueber das Ergcbuiß der letzte» Volkszählung in Italien berichtet die„Franks. Ztg.": Während Italien 1881 23 460 090 Einwohner zählte, verzeichnet es jetzt, das heißt Ende 1895 31 001 000; trotz der großen Auswanderung ist also noch ein Zu« wachs von 2>/e Millionen zu verzeichnen, der zum theil auf den großen Ueberfchuß der Geburten, zum theil aber auch auf die dank der gebesserten Gesundheitsverhältnisse eingetretene Verminderung der Sterblichkeit zurückgeführt werde» muß. Die Zahl der Ge- burten im Jahre 1895 betrug 1 092 102 gegen 733 313 Sterbefälle (25,28 auf 1000 Einwohner), die Zahl der Eheschließungen 228 tS2(7,36 aus 1000 Einwohner). Was die AuZ- Wanderung anbetrifft, so verließen 1396 306 093 Per- fönen ihr Vaterland gegen 293 131 im Jahre 1895, davon kommen auf die permanente Auswanderung 132 295 gegen 169 513 in 1395, und aus die zeitweilige 123 793 gegen 123 663 Personen! die letztere Zahl, die alle Erdarbeiter jc, umsaßt, die im Sommer Italien verlassen und im Winter zurückkehren, blieb also in beiden Jahren fast gleich, während die permanente Auswanderung um fast 13 000 stieg. Bemerkenswerth ist, daß die letztere, die über» feeische Auswanderung in ganz Norditalien abgenommen hat, ein Beweis, daß sich dort die wirthschaftliche Lage hebt; so sank allein in der Provinz Venedig die Ziffer von 1896 gegen das Vorjahr um 11819. I» Süditalien hingegen nimmt die Auswanderung stetig zu, besonders rapid auch in Sardinien, wo 1395 nur 40 Personen aus- wanderten, 1396 aber gleich 2437. Tie Differenz zwischen der Bevölkermig de» Deutsche» Reiches und Frankreichs ist feit 1371 geradezu kolossal geworden. In jenem Jahre hatte Frankreich 36,1 Million Einwohner, daS Deutsche Reich 41,0 und damit 4,9 Millionen mehr als Frankreich. Während Frankreich bis zum Jahre 1895 seine Bevölkerungszahl nur ans 33,5 ZDtill. steigerte, betrug die Bevölkerung des Deutsche«! Reiches in demselben Jahr 52,2 Mill., 13,7 Mill. mehr als di« Frankreichs. Im Zeitraum von 1871 bis 1895 betrug die durch- schnittliche Jahreszunahme im Deutsche» Reiche 10,03 pro Tausend, in Frankreich aber nnr 2,7 pro Tausend. Die prozentuale Zuwachsrate ist i» Frankreich seit 1371 bis 1895 überhaupt fortgesetzt gesunken. Noch jin Jahr 1341 war Frankreichs Bevölkerung, allerdings einschließ- lich Elsaß-Lothringcns, größer als die des jetzigen Deutschen Reichs; damals hatte Frankreich 34 250 000 Einwohner, die jetzt das Dentsche Reich bildenden Landestheile aber nur 32 823 257 Einwohner; da aber Elfaß-Lothringen damals kaum viel über eine Million Ein- wohner gehabt hat, so war vor zirka einem halben Jahrhundert auch ohne diese Landestheile Frankreich mindestens so stark bevölkert, wie damals die Gebiete des jetzigen Deutschen Reichs. Die galizische Petrolenm-Jndnstrie produzirte im Jahre 1835 1,88 Millionen Meterzentner(ä 100 Kilo) Petroleum im Werth« von 4,46 Millionen Gulden. Die Produktion stieg gegen das Jahr 1834 um 63,5 pCt., der Werth aber nur um 1,2 Millionen Guide», was im Rückgang der lliohölpreise seine Ursache hat, woran die Ueberproduktion schuld sein foll. Wegen Mangels an ge- nügende» Reservoirs habe man das Rohöl zu Spottpreisen ver« äußern müsse». Die Zahl der Geisteskranken in England und Wale? ist nach Angaben, die eine Kommission in einem Bericht an den Lordkanzler macht, seit dem Jahre 1356 von 8,67 ans je 10 000 Einwohner auf 31,33 im Jahre 1836 gestiegen. Im Jahre 1356 gab es 36 762 Geisteskranke, im Jahre 1896 aber 96 446. Unter der ärmeren Bevölkerung stieg die Zahl der Geisteskranken von 31 404 auf 87 417 oder von 15, 3S auf 23,44 auf je 10 000 Ein- wohnern. Nach der Auffassung der Kommission soll jedoch dies« große Zunahme»nr scheinbar fem. Die Kranken seien gegenwärtig nnr in anderer Weise vertheilt und besstr versorgt als früher, so daß sie der Statistik leichter zugänglich seien. In Sachen Schuhmacher-Innung wider mich hat das königl. Kammergericht, ebenso wie die 12. Handelskammer des königl. Landgerichts I hier, die hiesige Schuhmacher- Innung mit ihrer Klage resp. Berufung kostenpflichtig abgewiesen, ohne ein Wort der Begründung zu verkünde».— Der Bericht, welche» der„Berliner Lokal-Anzeiger" über die Ver- Handlung vor dem königl. Kammergericht in der Abend-Ansgabe vom 13. d. M. brachte und mit ihm auch andere Zeitungen, ist dazu angethan, das Publikum glauben zu machen, als hätte der hohe S e n a t des k ö n i g l. K a m m e r g e r i ch t s die dort angeführte» Gründe publizirt.— Ich wiederhole, daß das königl. Kammer- gericht nur die ko st en Pflichtige Abiveismig der von der Schuhmacher-Innung wider mich geführten Klage, ohne ein weiteres Wort hinzuzufügen, verkündet hat.— Der Bericht strotzt zu dreiviertel an Unrichtig- leiten und Unwahrheiten— sicherlich hervorgerufen durch die gegnerischen, den wahren Sachverhalt verdunkeln- den Aussagen.— Es ist unwahr, daß ich in meinen großen Inseraten, worin ich nach Möglichkeil das Gesammtlager offerire, behanptet habe, daß sämmtliche offerirte» Schuhwaaren Lederbrandsohlen und Leder- kappen habe». Im Gegentheil, seit vielen Jahren steht an der Spitze meiner großen Offerten, wie auch wieder heule(siehe mein Inserat 2. Beilage Seite 4) fettgedruckt, daß sämmlliche mit einem Stern bezeichneten Schuhwaaren Pappeinlagen enthalten, da sie sonst ihre» Zweck— sehr leicht zu sein— z. B. allerliebste Morgenschuhe, Lastingpromenadenschnhe, Ballschuhe. Lastingzug- stiefel:c.— nicht erfüllen würden; hierzu sei noch erwähnt, daß diefe Artikel mit Ledereinlage— entsprechend lheurer— bei mir zu haben sind und empfohlen werden. Am Lager selbst sind derartige Waaren bei mir durch aufgeklebte gedruckie Zettel mit dem Vermerk: „Laut Inserat Pappeinlage" kenntlich gemacht. Hieran hätte sich die Konkurrenz ein Beispiel nehme» sollen, welches sie erst in »euerer und neuester Zeit thut. veranlaßt sicherlich durch mein Inserat, worin meine Prokuristen mit Keulcnschlägcn die Kon- kurrenz dazu ausrüttelte». Meine Prokuristen baden nur in jenem kleinen Inserat die Behanptnng aufgestellt, daß die darin offe- rirte» Schuhwaaren iveder Pappbrandsohlen»och Pappkappen eut- hallen, und daß Waaren. welche Pappbrandsohlen und Pappkappeu enthalten, 30 pCt. minderwcrthig sind. Mit P a p p s o h l e n oder Kunstledersohlen habe ich»och niemals Schuhivaare» geführt— wie ebenfalls in jenem Äericht behauptet worden ist und offerire ich 5000 Mark demjenigen, der mir daZ Gegentheil beweist.— Wie die Schuhmacher-Innung dazu kommt, sich meine Kon- kurrenz zu nennen,— war mir bei Einleitung der Klage schon unerfindlich,— da ich zu meinen besten Kunden hiesige und aus- wärlig« Schuhmacher in sehr erklecklicher Zahl rechne und wäre es doch ein Schlag mir selbst in's Gesicht, wollte ich meine Kund- schast,— die»eben anderen auch meine Maaren verkaust,— in de» Augen des Publikums herabsetzen. Ich erkläre vielmehr offen, daß ich bei Berliner sowie bei auswärtigen Schuhmachern— ob dieselben ihre Waaren bei mir oder ans anderen größeren Geschäften bezogen— stets durchaus reelle Waaren gesunden habe. Was ist die Schuhmacher-Innung? Nicht der fünft« Theil der Berliner Schuhmacher gehört derselben an! Daß die Schuhmacher» Innung soviel Geld übrig hat, derartig aussichtslose Prozesse an- znstrengen, kann mich»ur mit innigem Bedauern für die zur Innung Beitrag zahlenden Schuhmacher erfüllen, die doch wahrlich ihr Geld nicht so leicht verdiene».— In Bezng auf meine Konkurrenz, die aus oben angeführten Gründen nicht aus„Schuhmachern" bestehen kann,— bin ich jeder- zeit in der Lage, den Beweis dafür zu liefern, daß von derselbe» derartige minderwerthige Waaren, ohne nähere Angabe des in i n d e r w e r t h i g e» M a t e r i a l s, g e s ü h r t und empfohlen worden sind; ist das reell? So hat bis in die neueste Zeit hinein die Konkurrenz einen Lackballsalonschnh offerirl; hierunter muß jeder Leser denke», er bekomme einen Lack l e d e r schuh, während es Wachstuch ist; je.— Ich babe in meinen Inseraten stets darauf gehalle», daß sowohl der Privatkäufer als auch der Schuhmacher mit absoluter Gewißheit beim Lese» weiß, ob er Schuhwaaren mit Papp- ober wirkliche» Lederznthatcn in der Einlage kansl; auch dies bat die Konkurrenz, bis in die neuere Zeit hinein, nie gethan! Ausführlichen juridischen Bericht über die Verhandlung vor dem königl. Kammergericht beHalle ich mir bis zum Erscheinen des Erkenntnisses vor. Konkurrent Zl. empfiehlt z.B.«inen Ballsalonschuh, der Käufer länsl hin— findel einen Wachstnchschnh mit Pappeinlage;— offerirt ferner braune Schnürschuhe, welche aus Schafbockleder, Kunstleder (Factis) in der Einlage und in der Hälfte des Absatzes, doch schweigt sich hierüber der Verkäufer vollständig aus.- Konkurrent V. offerirt bis in" die neueste Zeit hinein Lederhausschnhe— ferner ausgeschnittene Lederhausschnhe mit Holzabsatz,— warum ver- schweigt er in beiden Artikeln, daß solche Pappeinlage enthalten? — Konkurrent C. empfiehlt Strandschuhe jür Herren in allen Preistagen, schweigt abir, daß die Einlage ans Pappe besteht— ferner, verkanfl als Lackschub einen Schuh, welcher ans Wachs- tnch hergestellt ist, Pappeinlage hat und mit einem roh lackirten Holzabsatz versehen ist.— Konkurrent D. offerirt Ziegenleder- Hansschuhe, verschiveigt ebenfalls,— daß solche Pappeinlage ent- halten. Stimmen meiner Feinde. Der„Schuhhändler", eine Zeitung der Interessenten deS Schuh- Handels, schreibt in der Ausgabe Nr. 5 vom 25. Februar er., Seite 5, nachdem die Zeitung eine Anregung zu Schuhhändler-Vereintgungen zur Bekämpfung der Schleuderkonknrrenz.— speziell iür Berlin— gegeben, folgendermaßen: Es müssen Vereinigungen staltfinden, da einzelne Geschäfte gegen die S ch l e u d e r k o n k u r r e n z eines Jacques R a p h a e l i absolut nicht ankämpfen könne».—— Dieselbe Zeitung, der„Schuhhändler", nennt in Nr. 7 ans Seite 7 Berlin mein Reich. Das genügt wohl, dem Publikum die Augen darüber zu öffnen, daß ich billig verkaufe.— Thne ich auch einer Anzahl Konkurrenten wehe— Tausenden aber thue ich wohl— durch meine billigen Preise!— Dasselbe Blatt leistet sich in seiner Ausgabe Nr. 13, Seite 1t über meinen letzten Prozeß, in welchem die Schuhmacher« Innung k o sl e n p s l i ch l i g abgewiesen wurde, folgende Aeußerung:„Schließlich können wir auch den Lesern noch mit« Iheilen, daß die Innung sich keinesivegs bei dem Erkenntniß be- ruhigen wird; sie bat M a ch t genug und so zahlreiche mächtige Freunde, daß sie nur dann nachgeben wird, wenn alle Jnstaiize« erschöpft sind."— Was denkt sich hierbei der freundliche Leser? Ich Jacqucö RaphaLli stütze mich auf das Recht und de» Richter, nicht auf m ächlig« Freunde! Die Berliner Schnhmacher-Börse hat mir den Eintritt in die, selbe mit dem Hinzufügen untersagt, daß man hier— den groffe« Schlenderer nicht dulden wolle. Die„Leipziger Jllustr. Schuhmacher-Zeitnng" tischt ihren Lesern in ihrer Ausgabe vom 1. Noveniber 1396 ans S. 231 meinen durch vier Instanzen so glänzend verfochtenen Prozeß, dem ich meine heutige Größe»nd den Umfang meines Schuhwaaren- Geschäfts zu danken habe, mit folgender Einleitung auf: Vor kurzem—(der Prozeß begann im Dezember 1391!) wurde ein Berliner Schleuder- geschäft wegen unlautere» Wettbewerbes(1891— unlauterer Weit« deiverb!—) zu 500 M. Geldstrafe verurtheill. Das Blatt bringt also die erstinstanzliche Verurtheilung ausführlich,— über meine glänzende F r e i f p r e ch u n g,— beantragt durch de» königlichen Staatsanwalt bei der 5. Straskammer des kgl. Land- gerichts I Hierselbst am 20. März 1393, worin derselbe erklärte, daß meine Kundschaft weit über ihre Erivartungen hinaus, theils für, theils weit unter der Hälfte des Werlhes Schuh« waaren von mir gekauft— bekundet durch Zeugen aller Gesellschastsklassen— schweigt es sich jedoch vollständig ans!— Ich weiß, das, ich eine ganze Welt vo» Feinde» habe, weil ich meine Konkurrenz zwinge, auch daö Material der Stiefel zu nennen; daß ich aber so schlendere— habe ich, wie deu freundliche Leser sieht— erst von meine» Feinden erfahre» - eö ist feit Jahren mein löbliches Streben, reelle Waaren für billigste Preise z» liefern— ans diesem Grunde bin irfj so gehaßt.— " mel- viel Ghr!!— Alle Anfeindungen werden mich nicht hindern, KrebS» schaden anfzndecke» und nnlantere Haudluuaen zn entlarve!� nud qarantirt reellste Waaren z» billigsten Preis eiinachwie vor zn liefern. waii«! ksMeli, Fabrikallt ii. Händler, i. ii. in. Fabrik und An der Kaufhaus: e. Spandauer .2. Kaufhaus: IV. Potsdamerstr. IWs. Kaufhaus: 0. Grüner Weg 31. 1 StcTjniiii d. 4. JTTrtffc ISK.MPiettsj. Lotterie. «>„, 2i- ilplil IS97, A-lmittngS. Kttl Die S-wmnc nber 210 Marl sind den bttnif-udw vtammern in Parenthese beigefügt. 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Zi'ehimg d. 4. Klosse 196. Kgl. Preuß. Lotterie. Yiebung vom 24. April 1897, Nachmittag». Nur die vcwinne über Li« Mar« sind den belreffend» Nummern in Parentbese beigesügt. «Ohne Gewähr.) 378 407 11 36 639(3000) 92 734 56 73 867 915(3000) 78 85[300) 1287 393 544 49 666 2014 146(500) 237 75 318 44 68 414 62 510 55 740 848 932»198 359 487 568 71 881 4157 240 306 405 46 88 661 742 778 5162 806 319 97 410 710 927 42 88(3001«137 223(300) 79(300) 369 420 80 822 979 7060 88 422 783 994 8160 225 329 38 [5000] 55 679 863 936 0217 324 44 94473 521 32 74 76 765 971 10012 121 218 350 577 651 772 942 11144 79 91 243 614[1500] 85 859 71 12002 34 277 330 72 571 747 I»092 207 41 333 98 410 505 6 10 33 662 802 1 4047 79 88 998 1 5236 350 432 35 66 500 625 32 916 64 1 0040 105 49 320 523 675 97 702 956 17298 704 16 49 929 ,8088 176 337 85 418 80 85 513 606 29 64 734 877 82 985 1 0020 40 71 79(3000) 238 466 97 566(300) 726 831 044 20065 117 311 724 825»1144 95 218 49 812 19 457 65[500] 87[3001 619 897 931 48 22365 426 54 524 68 731 70 892 901 46 76«8048 154 78 522 23 24083 (3000) 333 37 38 92 95(3000) 414 637 944(3000) 64 25090 150 266 321 467 753 870 26103 24 69 356 424 36 91 547 792 853 984 95 27073(3000) 814 62 SO 566 97[30001 799 862 952 86 2 8013 39 41 60 220[3001 343 422 93 592 681 812(300) 20077 97 249 447 620 59 70? 19 36 86 824 65 30039 2)6 77 386 653 775 888 947 81233 341 467 637 687 757 70 804 953 84 82024(3000) 235(1500) 313 19 39 48 58 79 447 539 687 770 79 816 911 88134 352 434 57 533 51 669 723 30 80 98 34124 40 246 65 336 518 724 58 966 85021 64 93 164 376 91(600) 421 55 76 619 729[300] 864 928 3 0064 68 152 254 91 409 681 778 857 907 14 17 37013 17(1500) 19 154 385 491 511 30 644 78 715 43 58 833 70 81039 49 259 88 430 505 11 631(3001 69 721 87 987 30061 241(3000) 403 SS 524 643 872 938 40074 275 540 66 614 69 810 39 41136 40 252 391 625 55 59 908 94 42000 160 342 484 536 694 720 96 889 941 48044 62 64 309 50 431 575 669 94 739 73 811 44142 463 92 582 45008 59 74 1 51 378 551 90 (3000) 681 706 842 900 27 4«049 63 234 511 74 620 979 47123 98 577(500) 675 91 896 990 48114 38 340 98 522 746 986 40426 68 747 808 44 50001 59 194 246 317 425 53 92 684 881 90 925 51169 246 313 16 44 793 827 44 914 52162 370 670 790 889 68051 54 73 117 233(1500) 308 85 789 99 811 65 942(80(0 46[8000] 61 54008 13 119 445 53[500) 80 626 85 726 87 803 32 55028 72 86 324 28 435 544 628 976 96 50062 222 24 322 444 97 642 836 46 94 944 73 57121 272 328 450 99 619(300) 48 864 65 947 64 68142(600) 95 330 424 40 89 99 694(1500) 881 944 50116 81 262 341 502 38 633 748[3001 899 «0081 225 49 85 467 83 516 726 849 69 932«III» 286 807 27 96 657 74 81 87 96«2052(300) 160 828 97 «8147 350 60 401 507 838 67 78 923 04095 187[5001 295 597 717 801«514". 203 324 43 771 963 73«0036 68[600] 172 413 36 598 719«7106 566 959«8058 63 290 443 676 836(1500) 70 963«»100 71 498 601 826 70199 444 698 644 799 856 941 97 71341 423 544 740[3000) 822 110 000] 72026 149 287 395 462 97 686 73053 82 116 27(300) 282 351 477 591 910[80O0] 74005 160 96 276 313 466 78 549 621 87 967 75240 64 465 520 662 934 87 7«028[1500) 210 375 87 426 45 519 82 [500] 726 824 29 970 77011(5001 159 281 358 513 737 50 84 847 946 70 78000 49 103 61(3(0) 266 332 51 [500) 696 716 869 918 7 0014 250 367 93(SOOO) 465 91 521 89 686 704 44 99 828 75 ««066 101 65 279 488 591 96 98 603 88 833 943 60 81128 52 244(300) 309 49 76 99 443 48 95 755 810[3000] 82 93«2144 511 608 79 779 850 78 953 8801)6:20 51 91 338 90 529 98 732 64 835[1500) 84207 315 432 697 98 661 85«5236[300] 403 539 723 80059 61>500) 101 265 79 488 511 630 36 57 790 87190 246[5001 446 565«20 40 55 814 47 48(1600) 88109 396(500] 755(300) 63 (3000) 842 91 80009 525 36 88 625(30001 774 805 31 92 00124 206 805 64 440 632 610 741 974[5001 01134 378 404 576 751 60(3001 91 99»2081 322 35 573(500) 630 701 840 03060 193 464 624 871»4013 144 679 820 05023 140 92(1500) 380 407 8 519 630 769 916 48 »«163 321 417 47 509 667»7051 74 183 212 24 95 323 520 55 662 822 34»8049 70 139 481 510 49 963 00028 88 207 40 737 971 100406 33 674 786 844 922 84 75 IOI062 150 208 43 315 83 447 567 611 770 1 02148 231 770 855 103196[300] 270 415 20 76 78 546 90877 1 04079223 96 470 676[3000] 1 05064 183 345 94 401 15 633 13000) 62 8/0 1 0«028 386 94 631 719 898 11500) 107091 146 228 340 56 821 70 1O8075 198 200 SIS SSV UOOJ 786 "83 ,O»018 408 27 521 630 58 757 ,10242 445 610 26 89 67 76788 ,,,019 24(40'' JL......... 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Jedoch ist es eine feststehende Thatsache, daß diese Anzeigen der sogenannten„M ass en-Aus v erkaufe wegen Aufgabe des Geschäftes zc.� nur auf Täuschung des Publikums berechnet sind und lediglich den Zweck ver- olgen,„unter allen Umständen" Käufer anzulocken. Und leider finden sich auch immer wieder— Leute, die auf derartige schwindelhafte Anpreisungen hineinfallen, um allerdings nach kurzer Zeit die trübe Erfahrung zu machen, i daß sie die nur aus Ramschwaare bestehenden Gegenstände mit dem so„fabelhaft billig" erschemenden Schleuderpreis noch viel zu theuer bezahlt haben. Wer sich aber vor Schaden hüten will und auf wirklich reelle Bedienung Anspruch macht, meide solche Reklame- und Ausverkauf-Geschäfte und besorge seine Einkäufe bei soliden Firmen; die Preise sind auch bier im eigenen Interesse so billig wie nur irgend möglich gestellt. Gestützt auf den langjährigen guten Ruf nieines Hauses— eine Folge der gewissenhaften Bedienung meiner weitverbreiteten 5kundschaft—, darf auch ich getrost mein Geschäft zu den bestrenomnurtesten der Herren- und Knaben-Garderoben-Branche am hiesigen Platze zählen. Die Besichtigung meines reichsortirten Lagers in fertigen Anzügen, Paletots, Mänteln:c. ist auch Nichtkäusern gern gestattet und besonders jetzt nach Eingang der Neuheiten für die Frühjahrs- und Sommersaison sehr zu empfehlen. Einige der recht geschmackvollen Muster sind in meinen 5 großen Schaufenstern ausgestellt. Die Preise sind streng fest, an jedem Gegenstand deutlich in Zahle-n vermerkt und in anbetracht der vorzüglichen Qualität der Stoffe und besseren Ausführung billiger als wie sie die sogenannten Reklamegeschäste zu bieten im stände sind. Anfertigungen nach Maaß werden in eitzener Werkstatt und in kürzester Zeit, wenn nöthig schon innerha� 12 Stunden �ausgeführt; für t a�de�- sogenannten Reklamegeschafte zu meten im stände sind. Anfertigungen nach Maav werden in eigener Wertstatt und in kürzester Zeit, wenn noryig ,cyon mneryato u«runoen«»sesuy»» l"VCL' losen S i tz der Kleidungsstücke leiste ich Garantie. Zwecks ungenirter Anprobe find Ankleide-Kabinets vorhanden. Ich habe das Bewußtsein, auch den verwöhntesten Ansprüchen in jeder Weise genügen zu können und richte daher an das geehrte Publikum das Ersuchen, bevor es�seinen Bedarf anderweitig deckt, sich von der Wahrheit meiner Offerte zu überzeugen. "imen-«ni> Knalien-Msiirn. S0-' KLp.n�'irrse'2'' TM». Hochachtungsvoll: mmiwiu www vcvui t»-qjwwh Carl Zobel, Mr Onmubliitlic w Werder Ersichtlicher Geschäftsaufschwung bürgt am besten für Billigkeit und Reellität der Waaren. Man beachte gefälligst nachstehend verzeichnete Preise meiner Uhren-, Gold-, Silber- und Alfembe- Maaren. Silb.Herren-Remontoiruhren, 6 Rubis, von 9,50 M. an. do. Doppelkapfel von 15 M. an. Gold. Herren-Remontoiruhren, 8tar., 3 Goldkapseln, von 50 M. an. do. 14kar., 2 Goldkaps., v. 60 M. an. Gold. Damen-Remontolruhren, 8kar. Junghans- Wecker, 3 Jahre Garantie, 2,75 M. Regulateure, ca. 1 Mir. hoch, halb u. voll schlagend, von 12 M. an. Trauringe, 900 gestempelt, 2 Dukaten schwer, mit Namen u. Etui 20 M. von 15 Mk. am Massiv goldene Ringe von 3 M. an. Gold. Damen-Remontoiruhren, 14kar.,. Breite Ringe mit la. Simtli 6,50 M. von 24 M. an.! 14kar. Ringe mit V, echten Brillanten von 14 M. an. 2 Dtzd. silbern« Theelössel mit Etui 10,75 M. V, Dtzd. neufilb. Theelössel, poliert, mit Etui 3 M. Alfenide-Aussätze, ca. 40 Ctmtr.�hmh, Alfenide-Myrchenkränz« von 3,75 M. an. Iß. VoHsckstk, Admiralstrcche 37. Prüfet ÄUes und behaltet das Beste! 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Für den Jnseralencheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Berlag von Max Babing in Bertin.