Einzige unabhängige Tageszeitung Deutschlands Nr. 231— 2. Jahrgang Saarbrücken, Freitag, 5. Oktober 1934 Chefredakteur: M. B raun JCathoiische Jdccfie jund die Saat Seite 3 Oxaduktionsdcosselung. in det UletaUindustcie Seite 4 Italien im JCwvzentcationslagec Seite 7 Kiflssenh ämpfer Kropp nmSdUKM Schwindende Illusionen üher die„VolhsgemelnsdiaU im Kapitalismus Gegensätze »Wir äußer» keine Wünsche, die ans fach» lichcn Gründen jetzt nicht erfüllt werden können, aber es ist keine Irene zur Regierung, wenn der libcralistjsche Kapitalismus gegen, w artig seine Hahne sprudeln läßt. DaS deutsche Polt will den Sozialismus der Tat sür Freiheit und Prot. Wie wirkt es aber aus daS deutsche Poll, wenn sich jetzt der liberalistische Kapitalismus mit viel schönen Sieden preist? Wir sind der Zukunft und nicht dem Jahre 1913 zugewandt. Der Nationalsozialismus erhebt den Anspruch, tausend Jahre deutsche Geschichte zn gestalten, aber nicht 81 Jahre zurück zur Vorkriegszeit zurück- zukehren." „Völkischer Beobachter". Berlin, 3. Okt. Ter„Völkische Beobachter" sieht sich in seiner Berliner Ausgabe gezwungen, auf die schweren klgssen- kampferischen Gegensätze in der„Teutschcn Arbeitsfront" Hinzuweisen, die wir schon in unserem gestrigen Bericht über das Ringen um die Lohnsenkungen hervor- gehoben haben. Aeußcrlich gesehen ist die Harmonie der Volksgemeinschaft nach dem Umbau und Ausbau der„Deutschen Arbeitsfront" vollendet. Es gibt in dieser gewaltigen Organisation von über 17 Millionen Mitgliedern nach der herrschenden Ideologie und Phraseologie keine Klassenunterschiede und keine Klassen- Vorrechte mehr, denn dte Unternehmer und die Arbeiter, die Handwerker und die Kausleutc, die Angestellten und die Be amten, Grostbesitz. Mittelstand und Proletariat, Stadt und Land: alles ist unter der roten Jahne deS Hakenkreuzes friedlich vereint:„Siehe, wie sein und lieblich ist cS, wenn Brüder cinträchtiglich beieinander wohnen." Tie Kleinigkeit, das? die Unternehmer die ProduktionSmit- tel und das Finanzkapital über die Äreditquellen verfügt, glaubte Herr Tr. Ley in seinen Reden, die aus dem Rausche nicht nur der Begeisterung kommen, leicht hinwegpredigen zu können. Er ernannte die Tchwerindnstricllen und die Grosibankiers einfach zu„Sozialisten", sozusagen ehrenhal- ber, und pries es als„Sozialismus der Tat", wenn sie sich herbeiließen, einmal im Jahre am 1. Mai gemeinsam mit ihrer„Gefolgschaft" die Schreierei des Herrn Adolf Hitler anzuhören. Tas große Unternehmertum lächelt natürlich über Herrn Tr. Ley und das, was er sich unter„Sozialismus" vorstellt. Man zahlt die Beiträge für die Arbeitsfront und setzt sür die eigenen wirtschaftlichen Interessen den R e i ch s st a n d der Industrie ein, denn man hat zwar gern die Interessen- Vertretung der Arbeiter und Angestellten vernichten lassen, die eigene Kampsvertretung behalten. Ter Reichsstand der Industrie wird von einem so gründlich überzeugten und erfahrenen„Sozialisten" wie dem Herrn Krnpp von Bohlen-Halbach geleitet. Seine„sozio- listischc" Schulung reicht noch in den Staat der Hohenzollcrn zurück und ist von so hervorragenden„Sozialisten" wie Thys- sen. Stumm, Kirdorf, Ttinnes, Vöglcr und anderen befruch- tet worden. Zur Zeit ist der einflußreichste„sozialistische" Mitkämpfer Krupps und seines Reichsstandes ein anderer großer Streiter für den Sozialismus der Tat. Herr Tr. Hjalmar Schacht, provisorischer Reichswirtschastsdiktator. Auf einmal geht dem„Völkischen Beobachter" ein sachteS Tömmern auf, das beinahe an den Marxismus erinnern könnte, wenn man nicht wüßte, daß Karl Marx und seine lächerlichen Theorien von den Klassengegensätzen und den Klassenkämpfen längst in den gewaltigen Geistesströmcn so titanischer Männer wie Hitler. Ley, Baldur von Schirach und anderen Säkularmcnschen untergegangen sind. Tie bösen Ka- Pitalisten, oder doch einige seltene Exemplare, so liest man nun, seien im Grunde ihrer schwarzen Seelen„Liberalistcn" geblieben und wollten den alten schönen Vorkricgskapitalis- mus wiederherstellen. Tarüber können die besorgten Nazis nun ganz beruhigt sein. Ter relativ blühende, im Ausstieg befindliche Kapitalismus des wohlhabenden Deutschland im Jahre 1914 kommt nicht wieder. Dafür hat die kapitalistische Vcrpnlverung der Werte im kapitalistischen Weltkrieg, dafür haben die kapitalistische Inflation, die Deflation und die riesenhaften Fehlinvestitionen gesorgt: und anderthalb Jahre KtxMastsp e r wüstu n g durch SchaxlatatzL wie Kitler und Konsorten haben die Regenerationsträume der deutschen Wirtschaft zcrflattern lassen. Richtig aber ist soviel, daß die„Sozialisten der Tat" um Krupp und Schacht nur noch einen Weg zur Rettung, das heißt zu ihrer Rettung sehen: die kapitalistische Diktatur ge- gen alle Interessen der Arbeiter und Angestellten und die Absage an alles, was auch nur entfernt an Sozialismus erinnert. Tie kapitalistischen Wirtschaftsführer, die kaum noch aus und ein wissen, glauben sich ihren Zielen nahe, denn praktisch ist durch die Umorganisation der„Deutschen Arbeitsfront" nicht nur die alte Gewerkschaft, sondern auch die NSBO. vernichtet und ein Gegengewicht gegen die rein klasscnkämpferischc Bctriebsführung nicht mehr vorhan- den. Eö bleibt aber die Masse ber Arbeiter und Angestellten, die sich allmählich von allen verlassen und verraten fühlen. Immer schwerer haben es die nationalsozialistischen Ber- trauensleute, die bisher indifferenten Massen auf die kom- wenden Wunder des großen Adolf zu vertrösten. Aus dem sorgenvollen Ruf deS„Völkischen Beobachters" spricht diese bedrängte Stimmung, die sich in der national- sozialistischen Presse Luft machen will und den Unternehmern mit der öffentlichen Kritik droht. Tie Unternehmer dürften aber sehr wohl wissen, daß man mit dieser Drohung nicht cxnst machen kann, da sonst sofort die Massen in Bewegung kommen müßten und Streiks wohl nicht mehr zu vermeiden wären. „Gei-netite" Die mißliebigen Bonzen Breslau, 4. Okt. Tie TtaalSpolizeistelle für den Regie- ruugsbczirk Breslau veröffentlicht eine Warnung, in der gesagt wirb, in den letzten Tagen sei die Öffentlichkeit durch Gerüchte beunruhigt worden, die sich mit führenden Personen der Regierung und der Partei defaßt hätten. Tie Staatspolizei habe festgestellt, daß diese falschen Nach- richten von Kreisen ausgebracht worden seien, die bewußt Unruhe stiften wollten. Sie warne ausdrücklich davor, durch fahrlässige oder bewußte Weiterverbreitung ber Gerüchte die Absichten staatsfeindlicher Elemente durch unbedachtes Geschwätz zu unterstützen. ..Ein dflsferes finonzbild' Erfolge der Reichsbankrotteure In Bonn tagte die Arbeitsgemeinde der Landräte oes Rheinlands im Rahmen des deutschen Gemeindetages, um die Finanzlage und die Arbeitsbeschaffung in den Land- kreisen zu erörtern. Bei dieser Tagung sind so manche Greuel, märchen offen zum Ausdruck gebracht worden. So hat z. B. Landrat Elassen von seinem Aachener Landkreis, wie die „Kölnische Zeitung" ausdrücklich bemerkt, ein„düsteres Finanzbild" entworfen. Auch Tr. Simmer vom Kreise Ahr- weiter mußte zugeben, daß die Finanzverhältnisse in seinem ländlichen Kreise ebenfalls trostlos seien. Lantzrat Tapolski aus Düsseldorf beschäftigte sich mit der Arbeitsbeschaffung und gab hierbei zu, daß jetzt für die Arbeitsbeschaffung nicht mehr so viel Gelb zur Verfügung stehe wie früher. Deshalb empfahl er den Landräten nur solche Arbeiten, die nicht größere Kredite erforderten, sondern nur mit geringerem Materialaufwand zu erledigen seien. Leute unter 25 Jahren würden am besten nicht in der kommunalen Fürsorge be- schästigt, da sie in der Landhilfe unterzubringen seien. Zum Gesamtbild paßte auch das Referat des Herrn Bert- hold von der Geschäftsstelle des deutschen Gcmetndctagcs, der die Einschränkung der versorgungsberechtigten Fürsorge- verbände forderte. In Berlin sind mehrere Nummern des„Temps" be« W*W|VU v*,*wC|[0,, Situation der Httlerei sehr skeptisch beurteilt. Aus verschiedenen Teilen Teutschlands liegen Meldungen vor, wonach die Beamten der Reichspost zu militärischer Ausbildung angehalten werden. Tie Postbeamten müssen regelmäßige Schießübungen m>t Jnfanterieaewehren machen Ein neuer Krisenwinter Mit dem Abbruch der Weltkonjunktur im Jahre 1929 setzte eine wirtschaftliche Abstiegsperiode ein, die im Laufe der Jahre Welthandel und Weltproduktion auf mehr als die Hälfte des früheren Höchststandes zu- fammenschrumpfen lieh. Das Heer der Arbeitslosen stieg von Jahr zu Jahr zu immer beängstigenderen Millionen- Ziffern an, die Verelendung der Massen erreichte an- gesichts riesenhaft aufgestapelter Warenvorräte, die durch den rapiden Preissturz und den noch größeren Zu- sammenbruch der Kaufkraft der Welt unverkäuflich ge- worden waren, ein unerhörtes Ausmaß. Alle Be- mllhungen und Versuche, diesem wirtschaftlichen Verfall mit kapitalistischen Mitteln entgegenzutreten, scheiterten. Die wirtschaftlichen Verfallserscheinungen wurden noch verstärkt durch die Wirkungen der Währungspolitik der wirtschaftlichen Großmächte und die Politik der Autarkie. Jedes Land schloß sich von der Umwelt ab. Statt des allein erfolgversprechenden Versuches, gemeinsam aus gemeinsamer Not herauszukommen, trachtete jedes Land danach, sich auf Kosten der Nachbarländer und der bis- herigen Weltwirtschaftspartner zu retten. Das Fiasko der Weltwirtschaftskonferenz in London 1933 demon- strierte noch einmal mit voller Deutlichkeit die Aussichts- losigkeit der kapitalistischen Machthaber, ihren eigenen Wirtschaftsapparat zu meistern. Eine Verschärfung der Weltwirtschaftskrise trat schließlich noch durch die Stabiii- sierung der faschistischen Machthaber, insbesondere in Deutschland, ein. Die Welt hatte in dieser Lage eine große Hoffnung: Amerika! Roosevelts zweifellos kühnes Vorhaben, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch neuartige Wege und Mahnahmen zu überwinden, die Begeisterung, mit der das ganze amerikanische Volk die NIRA.-Politik begrüßte und insbesondere die anfänglichen Erfolge dieser neuen Politik ließen diese Hoffnung berechtigt erscheinen. Es gab allerdings von Anfang an vorsichtige Mahner und Beobachter, die darauf hinwiesen, daß ein Wirtschaft- licher Aufschwung Amerikas keineswegs dazu führen müsse, eine wirtschaftliche Erholung der anderen Länder nach sich zu ziehen. Amerikas Wirtschaftspolitik ist— lediglich unter- schieden durch das Ausmaß und die Größe des Wirt- schaftsraumes— nicht minder binnen orientiert und be- tont national als die Wirtschaftspolitik der anderen Länder. Dabei soll keineswegs die moralische und psycho- logische Wirkung eines Gelingens der Wirtschaftspolitik Roosevelts, die sich als nachzuahmendes Beispiel in bezug auf die Wiederbelebung der Wirtschaft auf die anderen Länder hätte auslösen müssen, außer acht ge- lassen werden. Im Zusammenhang hiermit muß jedoch ebenso davor gewarnt werden, in der Begeisterung über Roosevelts Planwirtschaft gleich von Sozialismus, und sei es auch nationalem Sozialismus, zu reden. Auch die Nazis, als Gegenbeispiel, reden von Planwirtschaft und nationalem Sozialismus, obwohl die nationalsozialisti- schen Staatseingriffe in die Wirtschaftsgesetze nie das kapitalistische System in seinen Grundsätzen angetastet haben und es mit der Zeit immer weniger beabsichtigen. Von Planwirtschaft reden oder selbst planwirtschaftliche Maßnahmen durchführen, die nur die schlimmsten, den Kapitalismus selbst bedrohenden Auswüchse beseitigen sollen, ist noch gar keine soziale, geschweige denn sozio- listische Planwirtschaft. Bestenfalls könnte man dies kapitalistische Rationalisierung nennen. Die obengenannten Hoffnungen sind bestimmt nicht in dem Matze in Erfüllung gegangen, wie es die Begeiste- rung der ersten Zeit erwarten ließ. Ebenso wenig haben die Entspannungserscheinungen, die von Amerika für die Weltwirtschaft durch direkte Belebung des Welthandels oder durch indirekte psychologische Wirkung ausgegangen sind, dem berechtigterweise angenommenen Ausmatz ent- sprachen. Wenn man sich dabei die eindeutigen, die Krise ver« schärfenden Auswirkungen der deutschen Wirtschafts- Politik nach 18 Monaten Faschismus vor Augen hält, muß MN die Hoffnungen aus Besserung, die hie Welt ! ton einem Krisenwinter zu dem anderen gehegt hat, auch für diesen Winter wieder preisgeben. Sieht man sich nüchtern die Weltwirtschaftslage an, wie sie sich darstellt an Maßstäben wie Welthandel und Weltproduktion, so bleibt kein Raum für Optimismus. Der Völkerbund hat im Mai seine Untersuchung über die Entwicklung des Welthandels 1933 veröffentlicht: mengenmäßig ist der Welthandel 1933 gegenüber 1932 ziemlich unverändert geblieben. Er kann schätzungsweise 1 bis 2 Prozent größer gewesen sein, war jedoch noch 25 Prozent geringer als im Jahre 1929. Wertmäßig sauf (Boldbasis) war er 10 Prozent niedriger als 1932 und 05 Prozent niedriger als 1929. Nehmen wir die letzten augenblicklich verfügbaren Monatsziffern über den Welthandel 1 9 34, die ebenfalls der Völkerbund veröffentlicht, so zeigt sich für 1934 eine weitere Abschwächung. Auf Goldbasis sank die Welteinfuhr gegenüber 1933 im Mai auf 981(1022) Millionen, im Juni auf 959(985) Millionen, im Juli auf 896(975) Millionen: die Ausfuhren sanken im Mai 1934 auf 874(905) Millionen, im Juni auf 879(903) Millionen, im Juli auf 838(903) Millionen Golddollar. Wie steht es demgegenüber mit der Weltproduk- t! o n? Die Völkerbundsstatistik veröffentlicht den Index der Weltproduktion(Basis 1925/29= 100) für 1932 mit 95, 1933 mit 97; der Index stand 1928 auf 103. Amerikas„NIRA.-Konjunktur" hatte wesentlich zu dieser an sich noch sehr bescheidenen Produktionszunahme der Welt beigetragen. Amerikas Produktionsindex Klei- terte 1933 vom tiefsten Stand 53 im März auf 69 im Mai, 82 im Juni bis zu dem schwindelhaft hohen Stand von 89 im Juli! Seitdem ist er langsam auf 67 zum Jahresende gesunken und bewegt sich während der ersten v Monate 1934 innerhalb der 70. Im Juli 1934 stand er auf 68,5. Einige Einzelziffern sollen die Produktions- läge Amerikas noch weiter verdeutlichen: die Auto- Mobilproduktion(seit jeher eines der wichtigsten Kon- junkturbarometer der USA) bewegt sich seit April 1934 scharf abwärts und sank von 77 auf 66: die Textil- Produktion betrug im Mai 1934 nur noch 83 gegenüber 101 vor Jahresfrist: sie ist seit März 1934 dauernd ge- fallen. Im Juli 1934 stand der Index auf 72; die Eisen- und Stahlproduktion betrug im Juli 1934 gegenüber 1,3 vor Jahresfrist und 2.1 Höchststand der NIRA.-Periode 1.2 Millionen Tonnen. Im Juli ist sie weiter auf 1,071 Millionen Tonnen gesunken. Allerdings muß betont werden, daß die letzten Monate des Jahres 1934 die bis- her feststellbaren Tendenzen sowohl verschärfen als auch abschwächen oder gar in ihr Gegenteil umkehren können. Ein neuer Krisenwinter steht bevor, ohne daß erkenn- bar wäre, von welcher Seite ein wirtschaftlicher Auf- schwung der Weltwirtschaft kommen könnte. Hochkonjunktur der Rüstungsindustrie Im Gegensatz zu der allgemeinen, nach wie vor nur wenig gebesserten Produktionslage in den meisten Ländern zeigt die Produktionsstatistik der Rüstungs- Industrie einen außerordentlichen Aufschwung, der bis zu einem gewissen Grade Ursache der Besserungserschei- nungen in der Wirtschaft ist und zugleich sehr äugen- scheinlich verdeutlicht, in welchem Tempo der nächste Krieg vorbereitet wird. Der Welthandel in Waffen und Munition, der 1931 seinen Tiefstand erreichte, ist bis 1933 um 27 Prozent gestiegen, und zwar betrug die Steigerung von 1931 auf 1932 8 Prozent, jedoch von 1932 auf 1933 18 Prozent. Für das Jahr 1934 beweisen die bisher vorliegenden Ziffern, daß das Tempo der Steigerung noch erheblich zugenommen hat. Frankreich exportierte allein im ersten Quartal 1934 6 Prozent mehr Waffen und Munition und 29 Prozent mehr Flugzeuge; Großbritannien exportierte in der gleichen Zeit 43 Prozent mehr Kriegsmaterial, und zwar überwiegend Waffen, Flugzeuge und Torpedos. Die Tschechosloivakei hält vorläufig den Rekord mit einer Steigerung des Kriegsmoterialexportes von 30.2 auf 136,8 Millionen Kc. Die bis jetzt vorliegenden Schätzungen kommen zu dem Ergebnis, daß der Welthandel mit Kriegsmaterial den Umfang von 1913 wahrscheinlich schon übersteigen wird. Sehnsucht nach Genf? Außenpolitische Taten der Reichsregierung «. P h. Paris. 4. Oktober 1934. Versucht Hitler nur eine» Bluff oder ist es ihm ernsthast barum zu tun, wieder den Anschluß an den Völkerbund zu finden und damit Deutschlands Rückkehr in den Genfer Acropag vorzubereiten? Das ist die Frage, die in der französischen Presse teilweise recht lebhaft diskutiert wird. Dabei herrscht die Meinung vor. da» man es wohl nur mit einem Manöver der braunen Außenpolitik zu tun habe, wenn einmal im„Berliner Tageblatt" der Versuch gemacht wird, die Arbeit des Völkerbundes, seine internationale Bedeutung wirklich objektiv zu würdigen, und wenn weiter in der Völkerbundsstadt eine deutsche Delegation erscheint, die Sondierungen vornimmt, aus denen man folgern kann, daß Deutschland an seine Rückkehr»ach Gens denkt. Man glaubt hier im allgemeinen, da» Deutschland mit seiner zu nichts verpflichtenden Fühlungnahme Hoffnungen im Ausland wecken wolle, die ilim vielleicht Mussolinis Frennd'chaft zu- rllckbringen und die Hitlcrdcntichlands gefährliche Beben- tunq des Barthoubeluches In Rom herabmindern könnten. Recht beachtenswert erscheinen Ausführungen, die Gene viöve Tabouis. die soeben aus Genf zurückgekehrte Korrc- spondentin des„Oeuvre" in diesem Blatte mach! Sie meint, es sei noch gar nicht lange her, da» man im Schöße des Völkerbundes vorgeschlagen habe, den Abstimmungs- termin an der Saar zu verschieben bis die Abstimmungs- sreiheit gesichert sei. Aber man habe Deutschland einen sol- chen Vorschlag nicht machen können. Heute seien die Rollen vertauscht und viele Deutsche wünichten, daß man diese Ver- tagung verwirkliche, ohne daß sie sie zu fordern hätten. Die Genfer Korrespondentin des„Oeuvre" pflegt über sehr gute Informationsquellen zu verfügen Der Gedanke liegt also nicht fern, daß Gouverneur Schnee und seine Be- gleiter in Genf zu erkundigen suchten, ob nicht ohne Zutun Dentschlgnds die für den 13 Januar 1035 vorgesehene Taar- abstimmung vertagt werden könne. * Ministerpräsident Tatarescu bezeichnete als die Aus« gab« der neuen Regierung eine ständige Feigling des unde- dingten Zusammengehens der Staaten der Kleinen Entente und eine immer engere Zu- fammenarbeit mit Frankreich. Die Hcldcndirisfen in hödisfer Aktion Was der Jflhrer verspricht. wird nidil genauen Vor kurzem hat der neue Bischof von Münster, Klemens August Graf v. G a l e n, in Recklinghausen eine Rede gehalten. Sie hatte einige sehr interessante Stellen. Sie beanspruchte nämlich Oppositionssreiheit in kirchlich-reli- giösen Dingen. Das sei keine„illegale Einstellung gegen- über dem Staate": ....Und darum protestieren wir, wenn man den Glauben an den einen persönlichen überweltlichen ewigen Gott als undeutsch bekämpft und mit der Autorität Gottes jede Autorität, auch die staatliche Autori- tät, untergräbt. Es ist wahrhaftig nicht nur reli- giösc, es'ist auch nationale Pflicht, wenn wir immer wieder gegen solches Tun protestieren, wenn ivir gegen die Propaganda eines angeblich„d e u t s ch g l ä u b i g e n" Heidentums immer wieder warnend die Stimme er- heben. Der Kirchenfürst konnte sich bei diesen Warnungen und An- klagen aus einen hervorragenden Zeugen und Mitstreiter berufen: aus Adolf Hitler, den„Führer". Der Bischof sagte wörtlich: Gott sei Dank! Ich hoffe, daß sie nicht mehr lange ungestraft mit diesem Anspruch austreten dürfen. Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hat in der Audienz, welche er am 27. Funi 1934 mehreren deutschen Bischöse,, gewährt hat, denselben das Ber- spreche» gegeben, daß er in einer ansdrück- lichen Anweisung an die Partei und an die staatliche» Organe Befehl geben werde, daß in Zukunft alle neu heidnische Propa- ganda unterbleibt. Sobald diese Anweisung und dieser Befehl sich allgemein ausgewirkt haben werden, werden auch jene von uns schmerzlich empfundenen und verderblichen Mißverständnisse aushören, durck die uniere pslichtmäßige Abwehr der christentumsfeindlichc» Propa- ganda und die Znrttckweisung der neuheidn'schen Irrlehren als Angriffe gegen den Nationalsozialismus oder gar gegen den Staat mißdeutet werden. Das Versprechen Adolf Hitlers vom 27. Juni ist bisher ohne jede Wirkung geblieben. Die„ausdrückliche Anweisung" an die Partei und an die staatlichen Organe hat bisher nicht zu dem geringsten Erfolg geführt. Tie „Neuheidcn", der geheimen Unterstützung der Hakenkreuz- Prominenz sicher, sind gegen Gottesglauben und Kirchen kühner und angrifsSlustiger als je. Wir geben aus der Basier„National-Zeitung" folgenden Bericht über die jüngste Tagung der„Deutschen Glaubcnsbewegnng" wieder: In diesen Tagen fand in Berlin eine Konferenz der Führer der Deutschen Glaubensbcwcgung statt, deren Ziel daräuk hinausläuft, einen eigenen deutschen Glauben zu schaffen, der vom christlichen Glauben in ivesentlichcn Dingen abweicht. Der Führer dieser Beive- gung, Pros. Hauer sTübingens führte dabei aus. es sei ein Irrtum zu glauben, daß man das Seil finden müsse nach dem Wort Jesu:„Ich bin der Weg. die Wahrheit und das Leben: niemand kommt zum Vater denn durch mich." Die Lehre, daß es nur einen Weg gebe für alle, müsse vom Standpunkt des deutschen Glaubens be- kämpft werden. Die deutsche Glaubensbcwegung werde dem deutschen Volk den Weg zeigen, der das notwendige Ringen der Geister miteinander nicht unterbindet und kue Einheit nicht stört. Der Glaube sei nicht etwa e ,ne Sache des Willens, sondern des tieswurzelnden inneren Seins. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen»ordene Prof. Hauer, daß wichtige und wertvolle vorgeschichtliche Ueberlieserungen in die Erziehung des jungen deutschen Menschen hineingestellt würden. Rasse und Glaube ge- hörten aufs engste zusammen und seien schlechterdings nicht mehr zu trennen. Jede gegenteilige An- sicht werde von der deutschen Glaubens- bcwegung sowohl in religiösem wie such biologischem Sinne vernichtend bekämpft. Daß das Christentum als zentrale normative Gewalt im deutschen Volke stehe, sei eine Episode der deutschen schichte, und diese Episode gehe zu Ende. Der nationalsozialistische Staat steht, wie Hitler noch jüngst feierlich erklärte, auf dem Boden des„posi- t i o e n Christentums". Seine Gleichschaltungstendenz, die sich aus dem Wesen des totalen Staates ergibt, duldet keine Weltanschauungen und Jdeenrichtungen neben sich, die im Gegensatz zu den seinigen stehen. Aber seltsam: Mit ber „Deutschen Glaubcnsbewegnng", die offen gegen das posi- tive Christentum gerichtet ist, i st alles Braune auf dem besten Fuße. Die Versprechungen und Bersiche- rungen Adolf Hitlers haben hier keine Gültigkeit. D i e N e u Heiden gehören anerkanntermaßen zum geistigen I n v e n t a r i u m des„dritten Reiches". Tie protestantische Reichskirchenbehörde hat sich leicht und gern damit abgefunden. Aber die katholischen Bi- schöfe? Sie haben sich von der Gestapo den großen Hirtenbrief, den sie aus der jüngsten Fuldaer Konferenz beschlossen, entreißen lassen. Die matte Stimme des Bischois von Münster findet kaum ein Echo. Aus„Taktik". In- zwischen werden die Gläubigen an ihrer Kirche irre. lind das Konkordat? Saartaktik im Vorder gründe London, 4. Oktober.- Der Berliner Korrespondent der„Times" beschäftigt sich eingehend mit der religiöS-kirchlichen Situa- t i o n in Deutschland. Wichtig ist seine Feststellung, daß an eine erfolgversprechende Wiederaufnahme der Kon- kordatsbcspcechungcn vor der Taar-Abstimmung weder katholische noch nationalsozialistische Kreise glaubten. Das an den Reichsminister Dr Frick von dem Kardinal- staatssekretär Pacelli gerichtete Schreiben soll sich nicht nur auf die Auslegung des Artikels 31 des Konkordates be- ziehen, sondern einige grundsätzliche Fragen enthalten, die mit der schwankenden und doppelzüngigen Phraseologie des Nationalsozialismus zusammenhängen. Diese Fragen ivaren von einer derart grundlegenden Bedeutung, daß Hitler vor 19 Tagen den Abbruch der Konkordats- Verhandlungen befahl, um den Brief des Kar- dinalstaatssekretärs gründlich zu prüfen und schriftlich zu beantworten. BOrgerlldie Santniinngsrufc in Frankreich Daladier Paris, 4. Okt. Ter frühere Ministerpräsident Daladier ver- ösientlicht in dem in Marseille erscheinenden„Petit Prvven- cale" einen Artikel, der die innenpolitische Lage beleuchtet. Daladier schreibt u. a.: Die Kantonalwahlen stehen vor der Tür. Die Tribüne» der gemeinsamen Front, auf der Sozia- liste» und Kommunisten miteinander ausgesöhnt die Lehre voin Klassenkampf und der Diktatur des Proletariats ver- teidigen, hallen von den Angriffen gegen die Radikalsozia- listen wider. In Paris verfügt der faschistische Block über wenigstens 30(X)0 bewaffnete Mitglieder, die sich aus den Bürgerkrieg vorbereiten, obwohl sie behaupten, daß sie einzig und allein bezwecken, Frankreich vor der kommenden Revolu- tion zu schützen Inzwischen verschärst sich die Wirtschafts- krise. Der Winter verspricht gefährlich zu werden. Wäre nicht die Zeit gekommen, an den Zusammenschluß der Republikaner zu denken, die die demokratischen Freiheiten erhalten möch- ten und eine tiefgreifende Reform ber Wirtschaftsbedingungen sowie den inneren und äußeren Frieden wünschen? Das aber wirb nicht möglich sein, solange die heftigen Angriffe gegen die radikalsozialistische Partei fortgesetzt werden. In achtzehn Monaten sind vier radikalsozialistische Regierungen unter dem Kreuzfeuer der Sozialisten und Reaktionäre gefallen. Diese wiederholten Regierungskrisen in einer Zeit ernster Wirtschastssch>vi''>ngkeitcn haben stark dazu beigetragen, eine „vorfaschistische Atmosphäre" zu schassen. Die Radikalsozia- Efn Neiden od Die„A. Z." veröffentlicht nachfolgenden Brief aus Ham- bürg über den Tod des Kommunisten BennieS: Werte Genossen! Soeben erhalte ich mündliche Mitteilung von dem Selbst- mord des Genossen Albert Benntcs, wohnhaft Hamburg, Leiter der RGO. Hamburg und Presseleitcr. Der Genosse Bennies ivurdc Anfang Juli im Drucksaal verhaftet. Die Verhaftung erfolgte an einem Freitag. Un- glücklicherweise befand sich unter den von Genosic Bennies gemachten Notizen eine, die für einen Treffpunkt am Sams- tag, mittags 12 Uhr. gemacht war. Der Genosse wurde die ganze Zeit, also von Freitag bis Samstag, in Ketten gelegt, aber nicht mißhandelt, da er für den Treff am Samstag als Lock- mittel für die Arrestation der zu treffende» Genossen ver- wandt werden sollte. Er wurde dann am Samstag stark be- wacht nach dem Treff geführt. An dem Treffpunkt angelangt, ist der Genosse blaß geworden, so daß es den begleitenden Beamten aussiel, die sich dann an den Genossen Bennies mit der Bemerkung wandten: Sic müssen lieber die Aktion ab- brechen. Daraus erwiderte Genosse Bennies: Nein, ich zeige Ihnen den Mann! Ist vorwärts gegangen und als ein vor- beifahrender Autobus die Straße passierte, mit einem Hecht- sprung vor denselben hingesprungen. Nach einer Viertelstunde war der Genosse Bennies tot. Mit revolutionären Grüßen... ¥ Ein Junkersflugzeug stürzte bei königswinter aus den Rhein ob. Der Pilot wurde getötet. Von der Maschine ans wurden Fotoausnahmen für ein Industrieunternehmen ge- macht. listen kennen die gemeinsame Front, jedoch nicht ihr Aktion?. Programm. Die Unterstützung der Arbeiterklasse, so nötig sie auch sein mag. kann nicht genügen. Die republikanische Ver- teidigung verlangt auch die Mitwirkung aller Demokraten, selbst solcher, die weiter rechts stehen als ivir. So sind in Frankreich der Boulangismus und der Nationalismus be- seitigt ivorben, während die Diktatur, die nur auf die Arbeiterklasse als Gegner stieß, in Italien und Teutschland triumphiert hat. rronlkSmptcr ihr Proporz PariS, 4. Okt. Ter Vorsitzende des Nationalen Front- kämpserverbandes sUNC.j, Lebecq, und dessen Vorstands- Mitglied Abgeordneter Goy erklären sich im„Excelsior" mit Doumergues Staatsreiormplänen grundsätzlich einverstan- den, weil der Ministerpräsident die Lösung nicht in der Um- wälzung, sondern in einer langsamen Entwicklung suche. Auch die Frontkämpfer zögen die Evolution einer Revolution vor. ES sei aber höchst bedauerlich, daß der Ministerpräsident dabei den Unterbau kür sein Werk vollkommen vergesse: die Wahlrcform. Unmöglich könne man das Parlament zur Achtung des Allgemeininteresses und zur Zurückstellung der Sonderinteressen veranlassen, wenn das jetzige Wahlsvstem beibehalten werde. Die Frontkämpfer»orderten die schleu- nigc Einführung des Verhältniswahlsystems. Pa« Heilest«* Die»m Frühjahr ausgenommenen Verhandlungen z»i« scheu Deutschland und Polen über Presse fragen werden am 4. Oktober im polnischen Äußenministeriom fortgesetzt. Im Znsammenhang mit dem durch den Geburtenaussall während des Krieges eingetretenen Rekrutenausfall hat der französische Generalstab im Einvernehmen mit der Regierung beschlossen, mehrere Regimenter farbiger Truppen aus Marokko nach Frankreich zu verlegen. Der Vorschlag deS Präfidenten Roosevelt, daß sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Industrie über eine» Waffenstillstand von sechs Monaten einigen sollen, ist vom Tertilarbe>terverband angenommen worden. Die Hoffnung, die 26töpsige Besatzung des in Seenot geratenen und vermutlich bereits untergegangeneu englische,, Frachtdampsers„M i l l p o o l" retten zu können, ist aufgcgcbcn worden. Der ursprünglich für Mitte Oktober geplante Besuch Barthous in Rom ist aus Ende des Monats oder Ansang November verschoben worden. Seit zwei Tagen durchstreifen bewaffneten Polizeitruppen die Straßen Madrids. Automobile werden angehalten und durchsucht. Die Minifterlifte des neuen spanischen KabinettsLer, r o« s, enthält sechs Radikale, drei Vertreter der Katholischen BolkSaktion, zwei Agrarier, einen Liberal-Demokraten und einen Unabhängigen.* Für Deutschland Gegen Hitler! DEUTSCHE FREIHEIT Katholische Kirche und Saargebiet Von katholischer Seite wird uns geschrieben: I st die katholische Kirche in der S aar s rage wirklich neutral? Ihre Funktionäre behaupten es und zeigen aus die Vcr- Weigerung eines apostolischen Administrators fiir das Ab- stimmungsgebiet als ans eine Auswirkung striktester Neu- tralität hin. Wie sieht aber die Wirklichkeit aus? Um nicht über Worte zu streiten, wollen wir zuerst fest- legen, was wir unter Neutralität in diesem Fall verstehen. Tie Verhältnisse hier an der Saar legen den Begriff dahin sest, das, man sich kirchlicherseits hütet, die Freiheit der Saar- länder in der Abstimmung am 13. Januar 1985 irgendwie mit kirchlichen Mitteln zu beeinträchtigen oder beeinträch- tigcn zu lassen. Unter Freiheit versteht die Kirche und mit ihr die ganze gebildete Welt von sicher nicht eine Willkür oder ein Han- deln in nationaler Suggestion oder Hitler-Hnpnose, sondern das gerade Gegenteil davon, nämlich eine vernünftige, wohl- überlegte Wahl, die, frei von allen inneren und äußeren Hemmungen, alle Posten nach ihrer Schivcre i» Berechnung stellt, also vor allem dabei dir höchsten Güter der Menschheit, Kultur und christliche Religion, nicht außer acht läßt. In je- dem Handbuch der christlichen Philosophie und der katho- tischen Morallehre ist das nachzulesen. Unsere Frage präzisiert sich also dahin: Verhält sich die katholische Kirche im Saargcbiet so, das, die Katholiken in einer wohlüberlegten Wahl wirtlich srci, ohne äußeren Zwang und ohne die inneren Hindernisse der Willens- sreiheit, nämlich ohne Vegierlichteit und Haft, ohne Furcht «nd ohne Unwissenheit—das Schicksal des Saarvolkes mit entscheiden können? Tie Leser mögen diese Frage auf Grund der Tatsachen, die wir jetzt berichten, selbst entscheiden. Die Bischöfe und die Pressefreiheit 1. Tie gesamte nichtmarxistische Presse des Saargqbietes, also auch die gesamte katholische Presse, war mit schwerstem finanziellen Trnck und Terror und Uebcrrumpelung in den Tienst des Anschlusigedankens ans Hitlerrcich gestellt wör- den. Diesen Tienst versieht sie-mit jener verlogenen Unehr- lichkeit und Skrupellosigkcit, die eine Signatur des„dritten Reiches" sind. Es stellte sich die auch von der bischöflichen Behörde von Tpencr gelegentlich einer Audienz der Dekane anerkannte Notwendigkeit heraus, ein Presiorga» zu grün- den, das die Katholiken über die wirklichen Geschehnisse und Verhältnisse im„Reich" auf dem laufenden hält und so sie in den Stand setzt, mit Kenntnis der Verhältnisse eine wi»k- lich sreie, d. h. durch keine Unkenntnis gehin- d e r t e. vernünftige Wahl zu treffen. Ist es doch soweit gekommen, dasi die gleichgeschaltete, aber sich noch katholisch nennende Presse nicht nur die Mitteilung zahlreicher, für die Katholiken wichtiger Vorkommnisse verweigert, sondern selb st ausschlaggebende Worte des Pap st es einfach unterschlägt, weil sie den braunen Herr- schatten nicht genehm sind, und dasi diese unter falscher Flagge segelnde Presse die einschlägigen christlichen Prinzipien im Vewusitsein des katholischen Leserpublikums umbiegt. So gründeten katholische Männer zur Abwehr des Terrors und der Verführung die„Neue Saar-Post", ein in jeder Hinsicht streng katholisches Blatt. Tie Gründung der„Saar- Post" war eine Heldentat für die Freiheit der Abstimmung, notwendig für die Katholiken, die ja von ihrer Kirche streng angewiesen sind, andere Blätter, wie z. B. marxistische, nicht zu lesen. Wie verhält sich nun die Kirche gegen dieses katholische Presiorga» der„Saar-Post"? a) Ter Bischof von Speyer gab seinen Geistlichen in einem Schreiben an die Tekanatskonserenzen den„Rat", sich in jeder Hinsicht von dieser Zeitung zu distanziere», und er erwartet in demselben Schreiben die Befolgung dieses „Rates" mit Berufung auf den kanonischen Gehorsam, also ans das stärkste Band des Priesters. In diesem Widerspruch einer Rats beiolgung aus Gehorsam drückt sich eine Vorsicht des Bischofs ans, die sein Beivusitsein von einer unstatthaften Massnahme deutlich verrät. Und als die Priester für einen solchen Rat unter streng- stem Gehorsam kein Verständnis ausbrachten und mit Be- geisterung sich der Neugründung annahmen, wurde in einem Schreiben an den Pfarrer von Ensheim z. B. die erste Mah- nung für alle, besonders aber für diesen Pfarrer nachdrück- lich urgiert. b) Ter Bischof von Trier distanzierte sich aus einer Iugendkundgcbung zu Saarbrücken von dieser Zeitung mit so aufsälligen und scharten Worten, dasi sie nach der allge- meinen Auffassung einer Verurteilung dieser katholischen Zeitung gleichkomm»— zur Freude der sogenannten„deut- schen Front", zur Betrübnis und Konsternierung der Katho- liken. Teren Unmut über diesen die ganze Kundgebung ver- patzenden bischöflichen Affront gegen das verdiente Katho- likenorgan war so tiefgehend und offensichtlich, dasi der an- wesende Spencrcr Bischof aus der Heimreise seinem Sekretär gegenüber seine Genugtuung und Freude über sein eigenes Schweigen an diesem Tage geäussert hat. Hiermit ist klar erwiesen, dasi die Bischöse von Trier und Speyer ihre Amtsmacht dazu mihbranchcn, um die Wahr- heit zu verschleiern, damit die Freiheit der Abstimmung zu beeinträchtigen, den Terror und die Lüge der Gegen- presse zu begünstigen und damit die Unfreiheit der Abstimmung zugunsten Hitlers z« vertiefen. So etwas nennt man aus der ganzen Welt einseitige Parteilichkeit, aber niemals Neutralität. Die Bischöfe und die Priester an der Saar 2. In Teutschland jammern die Bischöfe, dasi es ihnen nlchi mehr verstattet sei, die Tagesereignisse und die öffentlichen Bestrebungen und Strömungen im Lichte des katholischen Glaubens zu beleuchten. Sie protestieren dagegen wie gegen die Verletzung eines heiligen Rechtes weil einer heiligen Pflicht, und das mit Recht. Wenn nun katholische Geistliche im Saargebiet, sei es auf der Kanzel oder sei es sonst in öffentlicher Rede, dieses hei- lige Priesterrecht und diese heilige Pflicht ausüben, dann werden sie von denselben Bischöfen gemasiregelt, die sich darüber beklagen, dasi sie im Reich diese Pflichten nicht mehr ausüben dürfen. Die Bischöfe begehen also gegen ihre eigenen Untergebenen im Taargebiet dieselben Rechtsverletzungen zugunsten des Hitlerreiches, über die sie im Hitlerreich klagen. Das wenigste, was passiert, ist eine Mahnung zur Vorsicht, da die„deutsche Front" schon„Ihre Versetzung beantragt hat". So z. B. in einem Schreiben an das Pfarramt Höchen. Drei Geistliche wurden deshalb schon ins Reich versetzt und den Bestien vorgeworfen! und die bischöfliche Behörde tan» den Zweck nicht leugnen, denn sie hat ihn selber ver- raten, indem sie durch die Dekane schon vorher diesen Geistlichen kundtun liest, dast solche„Unvorsichtigkeiten" nicht vor einer Versetzung ins Reich schützen. Auch die«deutsche Front" verriet die Absicht, indem sie ihre Kenntnis von den Versetzungen ausplauderte, noch bevor deren behördlichen Veröffentlichung geschah. Tie waren näm- lich auf Hitlerdruck hin geschehen, und damit ist die Absicht eindeutig klar. Aui der anderen Seite dürfen Pfarrer Wilhelm und andere Geistliche, ungehindert von ihrem Bischof, in allen Gemeinden als Wanderredner der„deutschen Front" und des Hitlerreiches auftreten*«d dabei die schmählichsten Theo- rien Hitlers verzapfen. Also auf Kosten der eigenen, eben erst reklamierten kirchlichen Rechte betreibt der Episkopat die Sache der„deutschen Front" gegen die Einheitsfront. Wer nach dieser kirchlichen Telbstentmannung noch von kirchlicher Neutralität in der Saarfrage spricht, lügt wissentlich und ab- sichtlich und begeht selber schlimmsten Lügenterror. Die Bischöfe und die Staatshoheit 3. Tie Bischöse von Trier und Speyer lassen alle kirch- lichen Funktionen, die ein staatliches Ereignis im Reich berücksichtigen, wie Reichspräsidententod und Reichspräsi- dentenbegräbnis, Volksabstimmung und dergleichen, in gleicher Weise im Saargcbiet wie im Reich abhalten und suggeriere« hiermit dem katholischen Volte, dast im Saar, gebiet die gleiche Staatsobcrhohcit bestände wie im Reiche. In dieser Richtung liegt auch das berüchtigte Telegramm an Hindenburg aus der Saarjugendkundgebung. ES ist Sitte, nur an die Personen der eigenen zuständigen, Regierung solche Hulbigungstelcgramme zu senden. Hierher gehörte aber auch, dasi die Saargeistlichen alle bischöflichen Druckerzeugnisse, wie Tiözcsanblatt<„Ter christ- liche Pilger"), Pilgcrkalcnder und dergleichen, die offen und laut für die Rückgliederung zum Hitlerreich plädieren, an die katholische Saarbevölkerung verbreiten helfen müssen. Hierdurch wird die bischöfliche Autorität, die hinter diesen Druckerzeugnissen steht, in ungehörigster Weise für die eine Partei ausgeschlachtet und den Pfarrern, die sich nicht in öffentlichen Gegensatz zu dem Bischof stellen dürfen, wird ihre Ausklärungsarbeit zugunsten einer vernünftigen freien Abstimmung unmöglich gemacht. Und das heisit man dann kirchliche Neutralität! Wo gab es je eine ärgere Entstellung der Wahrheit! Die parteiische Kirche 4. Aber es kommt noch besser! Ter Bischof von Speyer fürchtet die selbständige Administrator im Saargebiet, die er eigentlich begrünen müsite, wie sie alle seine Saarpriester Herzlichst begrttsien würden, um endlich frei z» sein in Aus- Übung ihrer heiligen Pflichten. Aber der Bischof fürchtet die Administratur, denn er muh sich selber sogen, dasi, wie die ganze Welt, auch Rom den abscheulichen Druck kennt, unter dein er steht. Weil er den Administrator fürchtet, läsit er von seinen Saarpriestern eine Bittschrift unterzeichnen gegen die Los- trennung des Saarteilcs von der Mutterdiözele. Und unter dem moralischen Druck seiner bischöflichen Gewalt und in- Fd8NmmunS«nü..l.onlle8verra»" Verbrecherische Agitation Tie„Taarbrllcker Zeitung" Hat recht gut verstau- den, was wir mit unserem Hinweis meinten, dasi es unzu- lässig sein müsse, den Saarländern, die für den Status quo eintreten, das mit Zuchthaus und Todesstrafe bedrohte Ver- brechen des„Landesverrats" vorzuwerfen. Sie tut nun so, als habe sich ihr Vorwurf nur gegen die„Emigranten" ge- richtet.£, nein! Das Blatt hat ausdrücklich die Abstimmung für den Status quo als das normale Recht zum Landesver- rat bezeichnet, und das ist eben seiger und gemeiner Terror. Dasi irgendwelche von Mördern und Schändern der deut- schen Ehre gedungenen Redakteure die„Emigranten" als „Landesverräter" bezeichnen, ist doch nichts Neues und keineswegs ausregend. Wir werden uns mit dem Blatte des französischen Rttstungspatrioten Röchling und mit Leuten, deren politische Ueberzeugung von den jeweils regierenden und bezahlenden Machthaber» in Teutschland abhängig ist, nicht üb«„nationales Gewissen" unterhalten. Es kommt uns nur daraus an, die freie Abstimmung gegen die Terrorfront zu sichern. Tann wird sich alles andere sinden. solge ihres bekannten brutalen Gebrauches schreiben die Geistlichen gegen ihre heisierwünschte Freiheit durch einen Administrator gegen den Administrator— und murren im stillen: Auch das wird kirchliche Neutralität genannt. 5. Aber selbst damit noch nicht genug: die kirchliche„Neu- tralität" geht noch iveiter und trieb endlich folgende Blüte: Nach all dem Terror und dem Truck durch die kirchliche Be- Hörde, den wir im vorigen kennen gelernt haben und dessen sich, wie aus Gesagtem ebenfalls feststeht, der Bischof bewusit ist und unter dem nach meinen eigenen täglichen Fest- stellungen die Geistlichen in tiefer Scham schmachten, er- wartet nun der Bischof in einem Schreiben vom 3. Septemb« 1984 von dieser terrorisierten Priestern die unter priesterlichem Ehrenwort abgegebene Erklärung, daß sie nicht bedroht und bedrückt seien.— Das Schreiben hat folgenden Wortlaut: betreff:„Taar- chronik". Am 23. August verbreitete der Strasiburger Tender fol- gende Mitteilung:„Ter Bisch« von Speyer hat drei Geist- liche aus dem Taargebiet ins Reich versetzt, weil sie den Nationalsozialisten nicht gewogen waren. Tie Kirchen- fttrsten von Speyer und Trier stehen stark unter dem Druck von Berlin!" Im gleichen Sinn schrieb mir vor einige» Wochen ein Minister der Regierungskominission. die Geist- lichen des Saargebietes tühlten sich von mir bedroht n»o bedrückt in ihre» polit»chen Anschauungen. Ich toroere^nun von jedem einzelnen meiner Tiözesanpriester im Saar gebiete, dasi ein jeder für sich»„!> fide sacerdotali(= unter priesterlichem Ehrenwort! Tie Red.) mir Tatsachen melde, du''ch die er von mir bedroht oder bedrückt sich siihle. Fehl- anzeigen sind nicht erlassen. Tie eingeforderten Erklä- rungen müssen bis längstens 29. 9. 1934 bei mir eingelaufen sein. Gez. Ludwig, Bischof v. Spener. Als Abschrist beglaubigt: 3. 9. 1934 Tamm, Tekan. Und selbst auf dieses Schreiben liefen Fehlanzeigen ein. so gross ist der Terror der kirchlichen Neutralität im Saar- gebiet in der Saarsrage. Man sieht: Hitlers Methoden machen Schule. Tie Lösung des Rätsels besteht darin, dasi sich der Gau- ketter Bürckel, der, obwohl als schlimmster Kirchenstürmer und Geistlichenmolträtierer bekannt, doch von seiner Speyer« bischöflichen Behörde ein Zeugnis für Wohlverhallen gegen die Kirche erhalten hat, sich bei jeder Gelegenheit rühmt:„Der Bischof von Speyer tut nichts gegen uns: denn beim ersten Wort würde ich ihn wegen gewisser Assären ins Gefängnis setzen." Rom weiss dies. Ter Schreiber dieses hat es Monsignore Testa gesagt. Aber der Bischof bleibt und der Administrator kommt nicht. Und so bleibt durch die Schuld der Kirche der Bischofsdruck, der Truck von Hitler ist. Tie kirchlichen Funktionäre in Trier und Spener sind nichts anderes als Vermittler des Hitlerdrucks auf das katho- tische Saarvolk zur Erpressung einer unsreien Abstimmung für Hitler. Diese Tatsache steht fest und ist nicht z» bestreiten. Darum ist die Kirche in der Saarsrage parteiisch, weil sie keinen Administrator sendet, der jenen Druck beseitigt 11 Der Herr Pfarrer hat es nicht erlaubt ein Call Kirdiildien Terrors In Rentrisch wurde, wie wir ausführlich berichtet haben, der Kaufmann Hillebrand, ehemaliger Reichsmusikmeister der NSDAP, und Hitlers unliebsamer Mahner und deshalb heute blutig verfolgter Flüchtling, von einer Bande Edel- reifer der„deutschen Front" überfalle» und nach allen Methoden des„dritten Reiches" derartig zugerichtet, dasi er mehrere Wochen das Bett hüten mnsite. Für den zweiten Tag seiner«rankheit versprach ihm der Herr«aplan des Ortes seinen Krankenbesuch. Aber diese Pflicht der katholischen Seelsorge wurde nie erfüllt. Als der Genesene nach etwa vier Wochen den Herr» Kaplan ob des nicht eingehaltenen Versprechens zur Rede stellte, erhielt er vom Herrn«aplan folgende sehr bezeichnende und aufschlußreich? Erklärung:„Ich wäre gern zu Ihnen wlommen, aber mein Ehes, der Herr Pfarrer von Reut- risch, hat es nicht erlaubt." Also: es gibt an der Saar einen katholischen Pfarrer, der aus Angst vor der braunen Front selbstverständliche Seel- sorge Pflichten gegenüber den Opfer» des braunen Terror« unterläßt und seinem Kaplan verbietet, der Seelsorge in diesem Falle nachzugehen. Man meint, der Piarrer hätte schon davon gelesen, wie im„dritten Reich" den Tod- geweihten der Geistliche veriveigert wird, weil er sich jetzt schon aus die Wünsche nationalsozialistischer Barbarei einschießt. Hillebrand wandte sich nach dieser Erfahrung an das Bischöfliche Ordinariat von Trier um Zuweisung eines anderen Seelsorgers, da man seit der Saarbrücker Jugend- kundgebung ja allmählich weiss, dasi Bischof Bornewasser nicht unter Hitlerdrnck steht. Aber die Flut der Lügen, die durch die Welt geht, musi sich in Trier so gestaut haben, dasi darin die Bittschrift Hillebrands begraben wurde und unter- ging. Denn einer Antwort ist Hillebrand nicht gewürdigt ivorben. Man hat Hillebrand empfohlen, sich nach Speyer um Ans- »ahme in die benachbarte St. Ingbert« Pfarrei zu wende». Denn in Speyer sitzt im Schatten Bürckels ein noch viel freierer Bischof als in Trier A1BBIT UMD WIRTSCHAFT- Produfctionsdrosselang der Metallhalbzeugindustrie Die Bürokratisierung schreitet fort Kleine Wirtschaffsnachrichien Die holländischen Frucht- und Gemiise-Exporteure haben den Beschluß gefaßt, alle Lieferungen an deutsche Firmen bis zu einer befriedigenden Reglung der Transfer-Frage einzustellen. » Die Hamburg-Amerika-Linie und der Norddeutsche Lloyd haben in den ersten acht Monaten dieses Jahres 71 595 Personen auf ihren nordamerikanischen Routen befördert gegenüber 82 409 im gleichen Abschnitt des Vorjahres. » Der Reichseruährungsminister hat einen Erlaß veröffentlicht, in dem alle Lebensmittelhandlungen verpflichtet werden, ihren Vorrat an Kaffee, Tee, Kakao, Reis Gewürzen und Hülsenfrüchten bekanntzugeben, damit die Regierung sich einen Ueberbliek über die für den Winter zur Verfügung stehenden Vorräte verschaffen könne.(Inpreß) # Trotz der fieberhaften Anstrengungen der deutschen Handelsdelegation in Südamerika, die unter der Leitung des ehemaligen deutschen Generalkonsuls in Neuyork, Kiep, sich um die Hebung des deutschen. Exportes bemüht, zeigen die erst jetzt veröffentlichten Ziffern ein schweres Defizit des Außenhandels mit den lateinamerikanischen Ländern. Vierzehn südamerikanischen Ländern gegenüber ist die Außenhandelsbilanz des letzten Jahres passiv,- nur sechs Ländern gegenüber aktiv. Die Gesamtausfuhr Deutschlands nach Südamerika bezifferte sich auf 286 100 000 Mark die Gesamteinfuhr aus denselben Ländern auf 384 000 000 Mark. * Zur Uebcrwachung und Reglung des Verkehrs mit Garnen sowie mit neuen und gebrauchten Geweben(einschließlich Planen) und Säcken aus Jute, auch in Verbindung mit andern pflanzlichen Spinnstoffen oder mit Papier, hat der Reichsbeauftragte für Bastfasern mit Zustimmung des Reichswirtschaftsministers eine besondere Abteilung mit der Bezeichnung Ueberwachungsstellc für Bastfasern— Jutewirt- schaftsstelle— gebildet. Die Anschrift der Stelle ist: Berlin NW 7, Unter den Linden 57—58. Alle Hersteller und Händler haben die Lagervorräte und Verkaufsverpflichtungen zu melden. Auf Grund einer Anordnung des Reichsbeauftragten für Tabak in Bremen wird im„Reichs- anzeigfr" bestimmt, daß Unternehmungen, die Rohtabak verarbeiten, handeln oder einführen, ihre Bestände vom 30. September bis zum 15. Oktober bei der Ueberwachungsstellc anzumelden haben. Zugleich haben die Vorarbeiter ihren durchschnittlichen Monats verbrauch in der Zeit vom 1 August 1933 bis 31. Jali 1934 sowie den unter Berücksichtigung ihres Lagers erforderlichen Ergänzungsbedarf^ für die Zeit vom 1. Oktober 1934 bis 30. September 1935 anzumelden. Audi die Zahlungsverpflichtungen gegenüber ausländischen Lieferanten sind getrennt nach in- und ausländischer Währung, nach Ländern und Verschulduocsart anzumelden. * Im Konkurs der Baumwollwarengroßliandlung Oskar Rosenthal, Berlin, steht ein Zwangsvergleich von 10 Prozent in Aussicht. Außerdem sollen die Warengläubiger die restlichen 90 Prozent langfristig nachgezahlt erhalten. Die nicht bevorrechtigten Forderungen belaufen sich auf 380 500 RM., außerdem sind 506000RM.Ausfallforderungen aufGrundstücks- lasten angemeldet. Nach der Konkursbilanz können mangels Misse nicht einmal die Vorrechtsgläubiger befriedigt werden. Die italienische Regierung hat ein Ausfuhrverbot für Quecksilbererz und Quecksilber und ein Einfuhrverbot für frische, eingekochte und gesalzene Butter Uuj Leidengewebe erlassen. » Die Banca d'Italia ist ermächtigt worden, die am 1. Juli und 31. Dezember 1934 zahlungsfälligen Zinsscheine des italienischen Anteils der Dawes- und Y oung-Anleihe vollwertig einzulösen, sofern die Inhaber Italiener oder in Italien ansässige Ausländer sind und die Titel«or dem 15. Juni 1934 erwo-u haben. Nur 10 Mark AnsJaiufsüberweSsnng Ohne Devisenbescheinigung oder Devisengenehmigung sind Ueberweisungen und Zahlungen im Postscheckverkehr nach dem Saargebiet und dem Ausland nur noch bis 10 Mark, Postanweisungen nach diesen Gebieten allgemein nur noch bis 10 Mark für die Person und den Kalendermonat zulässig. Rentenzahlungen und Versorgungsbezüge werden von dieser Einschränkung nicht berührt. Neue Reiseverkehrsbestimmungen In Ergänzung der neuen Vorschriften über die Herabsetzung der Freigrenze im deutschen Reiseverkehr wird bestimmt, daß die neuerdings vorgeschriebene Dringlichkeitsbescheinigung der Ortspolizeibehörde für den Fall, daß der zugelassenen 10 RM. im Kalendermonat(gegenüber bisher Reisende neben der im Rahmen der Freigrenze nur noch 50 RM.) noch weitet 50 RM. in deutschem oder ausländischem Hartgeld nach dem Auslände mitnehmen will, nicht erforderlich ist, wenn neben der Mitnahme von bis zu 500 RM. in Reiseschecks, Kreditbriefen usw. auf Grund der Reiseverkehrsabkommen mit der Schweiz. Italien und anderen Reiseverkehrs-Abk ommensländern weitere 50 RM. mitgenommen werden sollen. In diesem Falle ergäbe sich die Zulässigkeit der Mitnahme der 50 RM. aus der Eintragung des Erwerbs der in den Abkommen vorgesehenen besonderen Zahlungsmittel in den Reisepaß. Ferner wird bestimmt, daß die 50 RM auf Grund der ortspolizeilichen Dringlidikeitsbeschein'zune im Gegensatz zur Freigrenze nicht nur einmal innerhalb jedes Kalendermonats mitgenommen werden dürfen, jedoch gilt die Dringlichkeitsbescheinigung sets nur für eine Reise und wird unwirksam, wenn die Grenze nicht spätestens eine Woche nach der Erteilung überschritten wird. In der Richtung des Ausbaus in der Zwangsbewirtschaftung i«t in Hitlerdeutschland ein weiterer bedeutsamer Schritt erfolgt. Es handelt sich um die Herabsetzung der Höchstgrenzen für das vierte Quartal, innerhalb derer die Metallhalbzeugindustrie Metalle verarbeiten darf. In den legten 3 Monaten 1934 darf hiernach die Halbzeugindustrie nur noch verarbeiten an Kupfer 50 Prozent der im eisten Quartal verarbeiteten Mengen, an Blei 65 Prozent, an Zinn 30 Prozent, an Nickel 35 und nur an Zink 100 Prozent. Im dritten Quartal lauteten die Lätze einheitlich auf 100 Prozent der Mengen des ersten Vierteljahres, so daß jetzt eine neue einschneidende Drosselung stattgefunden hat. \ on dieser Einschränkung sind die Erzeugnisse ausgenommen, die zur unmittelbaren Ausfuhr oder zur Belieferung von Betrieben der zweiten Verarbeitungsstufe für deren unmittelbare Ausfuhr bestimmt sind. Auf diese Weise will man wenigstens die noch verbliebenen wenigen Positionen auf dem Weltmarkt sichern. Die jetzj durch diese Anordnung erfolgte Produktions- dlosschlug in der Metallhalbzeugindustrie ist eine Folge der Rohst off Verknappung, die ihrerseits das Ergebnis der Devisenbewirtschaftung ist. Die katastrophale finanzielle Lage des„dritten Reiches"' zwingt zur verschärften Einfuhr- einsdiränkung. In den letzten Monaten ist zwar schon ein Einfuhrrückgang zu beobachten, aber auch dieser Rückgang genügt noch nicht, um die Außenhandelsbilanz ins Gleichgewicht zu bringen, so daß weitere Einfuhrdrosselungen bevorstehen. So wichtig gerade die Metalleinfuhr für die Rüstungsindustrie ist, so bleibt doch dem Hitlerreich nichts übrig, als auch die Versorgung der metallverarbeitenden Industrie mit Rohstoff einzuschränken. Es muß um das„dritte Reich" wirklich schlecht bestellt sein, wenn selbst in der Rüstungsindustrie Einschränkungen vorgenommen werden müssen. Schacht versucht, gemeinsam mit seinem Puppe— so heißt nämlich der Rohstoffkommissar, der die Rolle Rathenaus im„dritten Reich' spielen soll— eine Steigerung der inländischen Metallproduktion in die. Wege zu leiten. Aber wie kürzlich selbst das amtliche Organ des Industrie- und Handelskammerverbandes Niedersachsen-Kassel betrübt feststellen mußte, bestehen bei Blei, Zink und Kupfer nur ganz geringe Möglichkeiten zur Steigerung der Selbstversorgung. Man bemüht sich in letzter Zeit, Kupfer durch Aluminium zu ersetzen, dessen Erzeugung im Inland ausgedehnt werden kann, aber auch in dieser Beziehung bieten sich nur geringe Ersparnismöglichkeiten. Die Tendenz zu^Selbstversorgung durch Ausbau inländischer Rohstofflagerstätten oder durch Schaffung von Ersatzstoffen birgt indessen auch die Gefahr von Fehlinvestitionen in sich. Außerdem bedeutet die Produktions- umstellung erhöhte Kosteninanspruchnahme. Die V'iteur- rung der Produktion bei der zunehmenden Material-Verknappung führt zwangsläufig zu einer Verteuerung der Fertigerzeugnisse— ein Luxus, den sich das verarmte Deutschland auf die Dauer nicht leisten kann. Wir hatten seinerzeit an dieser Stelle, als Dr. Schacht den Reichswirtschaftsminister Schmitt ersetzt hat, hervorgehoben, daß die Diktatur Schachts das Ende der künstlich in die Wege geleiteten Belebung der deutschen Wirtschaft, das Ende der Arbeitsschlacht und den Anfang der Produktions- einschränkungeil bedeutet. Die Entwicklung der Dinge geht in der Richtung, wie wir es vorausgesagt haben. Nachdem Wechselakzepfe im Warenverkehr mit Frankreich Das Reichsbank-Direktorium teilt mit:„Es waren Zweifel darüber entstanden, ob nach Inkrafttreten des zwischen der Jeutschen und französischen Regierung über die Reglung der Zahlungen aus dem Warenverkehr abgeschlossenen Abkom- -iq?„ij ,j j von seiten der französischen Importeure Wechsel akzeptiert und nach Deutschland versandt ..... soum,ii. Auf Anfrage hat uns das Office Franco- Allemand des Paiements Commerciaux, Paris, mitgeteilt, daß die französischen Importeure auch weiterhin Wechsel akzeptieren und zur Bezahlung ihrer Einkäufe aus Deutschland verwenden können. Diese Akzepte können bei Fälligkeit durch Banken und Finanzinstitute zur Zahlung vorgelegt werden. Wir weisen aber besonders darauf hin, daß die mit dem Einzug der Akzepte beauftragten Stellen in Frankreich anzuweisen wären, den Erlös an das Office Franco-Allemand des Paiements Commerciaux zur Weiterleitung an die Reichsbank für den deutschen Begünstigten zu zahlen. Wir bemerken noch, daß diese Wechsel auch weiterhin von der Reichsbank angekauft werden, sofern sie den hankgesetzlichen Bestimmungen entsprechen-" Rassische Bestellungen in England (FSU.) Während des Monats August betrugen die Aufträge der Sowjetunion an England 812034 Pfund Sterling gegenüber 553 288 Pfund Sterling desselben Monats im Jahre 1933. Großbritannien ist jetzt an die Stelle Deutschlands's größter Lieferant der Sowjetunion getreten. Deutschland steht jetzt an zweiter Stelle, es folgen die Vereinigten Staaten von Amerika, Holland, Italien und Frankreich. Der Wert der Gesamtbestellungen, die von der USSR. an England während der ersten 8 Monate dieses Jahres vergeben wurden, beträgt 6 652 379 Pfund Sterling. Das ist im Vergleich zur Gesamtsumme von 2 326 312 Pfund Sterling in derselben Periode des Jahres 1933 fast dreimal so viel Besonders erhöht hat sich der Ankauf von eng tischen Maschinen- und Betriebsausrüstungen, Eisenlegierungen und Stahl. Der Ankauf englischer Maschinen Werkzeuge beträgt mehr als 80 Prozent des gesamten englischen Exports dieser Branche. in solch einem bedeutsamen Produktionszweig, wie in der deutschen Textilindustrie die Erzeugung um generell 30 Prozent eingeschränkt wurde, wird nunmehr auch offiziell eine Produktionseinschränkung in der Metallhalbzeugindustrie angeordnet. Von dieser Produktionseinschränkung wird bei der engen Verflechtung der einzelnen Zweige der Metallwirtschaft über kurz oder lang auch die gesamte metallverarbeitende Industrie, in der Hunderttausende von Arbeitern beschäftigt sind, betroffen. Bemerkenswert bei der neuen Anordnung ist es, daß die Weiterve rar heiter von Halbfabrikaten bei der Bestellung von Metallhalbzeug verpflichtet sind, ihre etiva vorhandenen Bestände an Rohmetollen usw. zur Herstellung der Halbfabrikate zur Veifügung zu stellen. Hierdurch sollen auch etwaige bei ihnen vorhandene Vorräte zur Entlastung der Versorgungslage herangezogen werden, was bei den Werken, die hierin einen Verlust ihrer letzten Rohstoffreserven sehen, natürlich große Mißstimmung ausgelöst hat. Darüber hinaus bedeutet diese letzte Maßnahme eine weitere Biirokiatisierung der deutschen Wirtschaft. Die Metallüberwachungsstelle, die, ausländischen Pressemeldungen zufolge, bereits einen Personalbestand von 300 Köpfen hat, wird damit immer mehr zu einer Versorgungsstelle für die Metallwirtschaft. Die deutsche Wirtschaft wird mit der Durchführung des „neuen Planes", d. h. der verschärften Einfuhrdrosselung, den Weg der Produktionseinschränkung und der Bürokratisierung weiter beschreiten müssen. Damit werden sich aber auch die inner politischen Spannungen immer mehr vergrößern und schon der kommende Winter wird der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft schwere Erschütterungen bringen. * Begrenzung der Lagerhaltung für Metalle Nachdem kürzlich für unedle Metalle die Bestandsanmeldung und die Verbrauchsreglung für das zweite Vierteljahr 1934 festgelegt worden sind, hat jetzt der Reichsbeauftragte der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle eine sofort in Wirksamkeit tretende neue(14.) Anordnung veröffentlicht, die die Lagerhaltung in Blei, Cadmium, Kupfer, Kupferlegierungen, Nickel, Quecksilber, Zink und Zinn betrifft. Von der Neureglung werden betroffen alle Betriebe der Metallgewinnung der ersten Verarbeitungsstufe, d. h. Betriebe, die Rohmaterial bzw. Abfallmaterial verarbeiten. Betriebe der zweiten Verarbeitungsstufe, die Halbmaterial weiterverarbeiten, und Händler mit unedlen Metallen aller Materialgruppen Ein Betrieh der ersten Verarbeitungsstufe darf RohmateiTal jeder Metallklasse nur bis zur dreifachen Menge seines durchschnittlichen Monats Verbrauchs in den ersten drei Kalendermonaten des Jahres 1934 auf Lager halten. Er darf Halbmaterial, gleichviel ob es sich um Erzeugnisse des Eigen- betriebs handelt oder nicht, insgesamt nur bis zur Höhe des durchschnittlichen Lagerbestands an solchem Material der ersten drei Monate 1934 auf Lager halten, keinesfalls mehr als die durchschnittliche Monatserzeugung des Betriebes während der letzten drei Monate. Ein Betrieb der zweiten Verarbeitungstsufe darf Rohmaterial nur auf Lager halten, wen er es neben Halbmaterial regelmäßig verarbeitet Entsprechende Bestimmungen gelten für die Betriebe der zw-'ten Verarbeitungsstufe bezüglich Halbmaterial. Schlechtere Gummibereifung Die deutschen Automobilfabriken geben ihren Kunden bekannt, daß sie ihnen in Zukunft keine Wagen mehr mit Luxusbereifung liefern könnten. Diese Bekanntgabe ist auf Anweisungen der Rohstoffstelle zurückzuführen, die eine sparsame Verwendung von Gummivorräten verlangt; denn die Hei Stellung dieser Luxusbereifung macht die doppelte Menge von Gummi erforderlich, wie dies bei der gewöhnlichen Bereifung der Fall ist. Diese soll anscheinend in den bisherigen Grenzen weiter gestattet sein. Aber die Automobilfabrikanten behaupten, schon lange beobachtet zu haben, daß die neuerlich gelieferten Bereifungen weniger gut seien als die früheren. Die Frage der Gummi Versorgung ist für die Automobilfabrikation, die elektrische Industrie usw. von größter Bedeutung Die Bemühungen, künstlichen Gummi herzustellen, werden mit großem Eifer fortgesetzt und haben auch schon nennenswerte Ergebnisse in theoretischer Beziehung erzielt; der Preis des so gewonnenen Gummis ist aber derartig hoch, daß man unmöglich an eine praktische Ausnutzung dieser künstlichen Fabrikation denken kann. Der Starz des Yea Im Zusammenhang mit den letzten Kursstürzen der japanischen Währung wird in den Wirtschaftskreisen von Tokio mit einer weiteren Entwertung des Yen gerechnet, da die durch den Taifun angerichteten Verwüstungen in den Industriegebieten zu einem spürbaren Rückgang des Exportes führen müssen. Die ohnehin passive Handelsbilanz in Verbindung mit den Einfuhrbeschränkungen für japanische Waren in einer Reihe von europäischen und amerikanischen Ländern, sowie der im kommenden Januar fällige Anleihedienst für die südmandschurische Bahn sind weitere Gründe für die pessimistische Beurteilung der japanischen Wahrung. In den letzten Tagen ist der Yen um 3 Punkte auf den Kurs 100 Yen gleich 29 Dollar gefallen. Man rechnet damit, daß der Kursrückgang nicht vor dem Punkt 100 Yen gleich 20 Dollar zum Stillstand kommen wird. Deufscfte Stimmen• tfleilage tur.Deut Serien?rel rief#"• Ereignisse und 9rwftiift10 einen Arbeiter namens Abolf Hitler in feiner Fabrik beschäftigt. Dieser Arbeiter sei identisch mit dem jetzigen Kührer. Es ist nicht gerade ein gutes Zeugnis, das Herr Zidek Isollte der Mann nicht etwa den jüdischen Rainen Zadel führen? Tie Redaktion der ,,T. F-") dem Arbeiter Adolf Hitler ausstellt. Er erklärt:„Adolf Hitler blieb nur 11 Tage bei mir. Er war faul. Er war ein schlechter Arbeiter, ober ein glänzender Redner."— Ties« Mitteilung bringt nichts Neues. A. H. ist in jedem Berufe gescheitert, sogar im militärischen. Nur als Demagoge hat er residiert. sWiederholt. weil in der gestrigen AuS» gäbe durch einen Druckfehler unverständlich). A. R., Neunkirchen. Ja, da hat die„Deutsche Front" wirklich eine hochsensationelle Entdeckung gemacht. Infolge eines Hörfehlers stand in unserem Bericht über die weihevolle Enthüllung des sran- zösischen Kriegerkreuzes auf dem blutgetränkten Spicherer Berg statt 15 000 Teilnehmern: 50000. Aus diese Schandtat dichtet das Naziblatt einen zornbebenden nnd von Berabjcheuung triefenden Leitaufsay gegen uns vaterlandslose Gesellen. Außerdem sind wir so scheußlich gewesen, eine kultivierte Ansprache in Französisch sür ästhetischer zu halten als das nationalsozialistische Rotwelsch, das zur selben Stunde über die deutschen Sender gebrüllt wnrde. Das findet die„Deutsche Front" fürchterlich, nicht etwa das Gebrüll, sondern uns. Wir haben nichts anderes erwartet.„Wer Lhren hat zu hören", und wer keine hat, der ist eben taub. Und wer nur noch „in Mayen" denken kann, glaubt, selbst bei einer Totenehrung müsse man mit Jahrtausenden prunken. H. v. lll. Es freut uns sehr zu hören, daß Ihr so gute Beziehungen zur katholischen Jugend habt und diese Euch nach Schriften von Stork Marx fragt. Lustig ist das Bersteck, in dem Ihr die gerettete Bibliothek Eures Jugendheims aufbewahrt, und wie treu sie von der Hitlerjugend bewacht wird. Was für ein Gelächter wird es geben, wenn einmal die Geschichte dieser Illegalität geschrieben wird — trotz der blutigen Opfer, an die wir mit Wehmut und mit Ehr- furcht denken. Jakob Pirro. Sagen Tie mal, Herr Landessührer, wo bleibt eigentlich der Widerhall in Krankreich ans Ihr Telegramm an den Herrn Außenminister Barthou? Wir finden es unerhört, daß nicht nur die französische Presse, sondern anscheinend auch das französische Kabinett ihre hochdiplomatische Demarche totschweigt. Läßt sich denn die gewaltige„deutsche Front" im Saargebiet eine solche Mißach- tung gefallen? MindesScns sollte doch Herr Röchling der französischen Regierung drohen, daß er es in Zukunft ablehnen wird, noch an französischen Rüstnngslieserungen zu verdienen, wenn sein politischer Kommis Pirro am Quai d'Lrsay behandelt wird wie ein Hausierer mit Schnürsenkeln oder Mausefallen. Das sind doch.unerhörte Zustände. Wenn Sie besser mit Herrn Spaniel ständen, würden wir Ihnen vorschlagen, seine 10 000 Arbeitssoldaten zum Einmarsch anzufordern, aber gleich bis nach Paris. Bielleicht wäre auch eine Floltendemonstration des Allerhöchsten Kriegsherrn an der Kanalküste Frankreichs zu empfehlen. Adolf könnte sich bei dieser Gelegenheit gleich zum Admiral des Atlantischen Qzeans ernennen, wie einst sein glorreicher Borgänger Wilhelm II. Noch schiefer als bei dem wird die Geschichte auch nicht auslaufen. Jeden, falls: Blut und Ehre! Ran an den Feind, Herr Sandesführer! AlS wehrhafter deutscher Mann werden Sie sich doch nicht von dem 7?jährigen Franzose» Barthou nichts gefallen lasten? Apropos was hat Ihr Bandwurm-Telegramm an Barthou eigentlich gekostet? Erwerbslose fragen bei uns. Tie armen Leute wollen wissen, wie viele Monate ein Erwerbsloser für die von Ihnen hinauSgeschmis- sene Summe leben muß. Baden—Kehl. Leider geben Sie keine genaue Adresse an. Tonst hätten wir Ihnen schriftlich für das hübsche Gedicht gedankt. ES erscheint bald. Wir werden aus den„Raum um Straßburg" achten und uns freuen, wenn Ihre Prophezeiung sich erfüllt: noch größere Verbreitung der„Deutschen Freiheit". A. G., Geneve. Sie schreiben uns u. a.:„Seit Jahresfrist lese ich Ihre Zeitung und finde Ihre Hitler-Kampagne auch sür unser Land sehr nützlich, denn auch hier gibt eS Hitleragenien, die gut- gläubige Dummköpfe lFrontisten genannt) zum Na-iregime be- kehren. Ich empfehle auch meinen Freunden und Bekannten die Lektüre Ihres Blattes und bekehrte schon so manchen, der unter die Frontisten gefallen war."— Ihre dann folgenden Ratschläge können wir jedoch nicht befolgen, da sie zu einem sofortigen Verbot der„Deutschen Freiheit", gerade auch in der Schweiz führen würde. Für den Gelamtinhalt verantwortlich: Johann Pitz In Dud» weiter: für Inserate: Ctto Kuhn in Saa-drückev Rotationsdruck und Verlag: Verlag der Volksstimme GmbH, Saarbrücken g, Schutzenitraße 5.— Schließfach 770 Saarbrücken. Deutsche Jxeiheit" A&onnementspceise: ff Amerika Argentinien Belgien Dänemark England Frankreich Holland Italien Luxemburg Neubelgien (Eupen-Malmedy) Oesterreich Palästina Polen Rumänien Rußland Saargebiet Schweden Schweiz Spanien T schechoslo wakei Dollar Peso belg. Fr. Kr. sh fr. Fr. fl. Lire belg. Fr. belg. Fr. (verboten) sh (verboten) Lei Rubel tr. Fr. Kr. schw. Fr. Peseta Kr. im Monat 1- 3,- 15,- 3,70 4,- 12,- 1,50 10- 15,- 12,- 4,- 90,- 1,- 12,- 2,60 2,40 6.- 30,- Zustell. gebühr 0.50, 1,- 5,30 2,30 1,10 3,75 0,40 5- 5,30 5,30 1,10 30.- 7,50 1,70 0,80 2,- 5,50 Bei Zusendung unter Kreuzband durch die Post sind die Portogebühren vom Besteller mit dem Abonnementsbetrag zu entrichten.