Nr. 16. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements- Preis für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit bem ,, Sonntags: Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pre Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 2 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Beitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 8 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Dienstag, den 20. Januar 1891. Expedition: Beuth- Straße 3. Die Hille Revolution. Je höher entfaltet das Großgewerbe in einem Bezirk werbe, sieden Zucker, machen Stärke, brennen Schnaps, ist, desto stärker ist die Anwendung der treibenden Kraft betreiben fabrikmäßig Molkereien, Holz- Sägemühlen und Welche Fortschritte der Großbetrieb in Preußen ge- des Dampfes mittelst feststehender Kessel und Maschinen. was sonst die Rente steigert. macht hat, ergiebt sich aus den amtlichen Mittheilungen Das moderne Fabriksystem fordert gebieterisch die intensivste Die Flucht des ostdeutschen Landarbeiters vor der über die Dampfkessel und Dampfmaschinen Ausnüßung aller technischen Mittel, die dazu taugen, die patriarchalischen Ausbeutung, vor der schoflen Behandlung, in Preußen im Jahre 1890, die in der Zeitschrift des Großproduktion zur Alleinherrscherin auf dem Markte zu der kläglichen Lebenshaltung, den Hungerlöhnen, die königl. preußischen statistischen Bureaus" sich finden. machen. Die Industrie, die auf maschineller Arbeit be- Sachsengängerei ist eines der stärksten Reizmittel zur Ein" " Die wirthschaftliche Entwickelung läßt sich nicht ruht, muß diesen Weg einschlagen. Und je rascher und führung des Maschinenwesens. Eins aber blos; denn es hemmen, und die Tendenz derselben geht darauf hin, aus umfassender dieser Prozeß vor sich geht, je größer die ist ein Zwang für die moderne Landwirthschaft, die auf Preußen einen Industriestaat par excellence zu machen. Dichtigkeit der Dampskessel- und Dampfmaschinen- Ver- großkapitalistischer Basis ruht, sich der großkapitalistischen Der Aufschwung" des verflossenen Jahres, wie er nicht wendung ist, um so sicherer wird die kapitalistische Waffen im Kampfe um den Weltmarkt zu bedienen. blos in den Dividendenstatistiken zum deutlichen Ausdruck Waarenerzeugung auf höherer und immer höherer Stufen- Unsere amtliche Quelle sagt:„ Während... das starke gelangte, führte naturgemäß zur Ausdehnung bereits be- leiter sich vollziehen. Welche Wirkungen diese Um- Anwachsen der gewerblichen Thätigkeit die Benutzung der stehender Betriebe, zur Einführung technischer Vergestaltung des wirthschaftlichen Lebens für die Arbeiter- Dampfkraft erheblich gesteigert hat, trug neuerdings auch besserungen, zur Errichtung neuer großer Unternehmungen. klasse hat, braucht hier nicht auseinandergesetzt zu werden. Die Landwirthschaft hierzu insofern bei, als letztere Der Dampf aber ist die gewaltige bewegende Kraft des Das wissen wir aber, daß der Triumph des Großkapitals sich mehr und mehr bestrebt, die theure gewerblichen Lebens. zugleich den Triumph der Arbeiterklasse vorbereitet. Die menschen= und Thierkraft durch die So ist es nicht zu verwundern, daß diese Kraft gerade Unhaltbarkeit der privatkapitaliſtiſchen Dekonomie tritt billigere Maschinenkraft zu ersehen, und erheblich mehr in Anspruch genommen worden ist, als immer schärfer hervor. Und während das Gewand derzu einer immer ausgedehnteren Aufstellung von früher. Vergleicht man die Zahl der Dampffefsel und selben den Produktivkräften bereits zu enge wird und in Lokomobilen behufs Betriebes von Dresch und anderen Dampfmaschinen Preußens, mit Ausnahme der in der allen Nähten zu platzen beginnt, während die neue Hülle Maschinen schreitet. Hierauf beruht... die starke Zunahme Benutzung der Militärverwaltung und der kaiserlichen der Industriekartelle zurechtgeschneidert wird, um die ärgsten der beweglichen Dampskessel und Lokomobilen in den Kriegsmarine befindlichen sowie der Lokomotiven, zu An- Blößen der Produktionsanarchie unserer Tage zu decken, hauptsächlich dem Landbau obliegenden Bezirken." Die fang 1890 mit den entsprechenden Ergebnissen des Vor- wird das werkthätige Volk mehr und mehr eine ziel Einführung beweglicher Dampfmotoren in den industriellen jahres, so stellt sich heraus, daß in Preußen vorhanden bewußte Klasse, die mit voller Einsicht in ihre Lage Kleinbetrieb ist von solch minimaler Bedeutung, daß sie und in die Nothwendigkeit einer grundstürzenden Umwand- auf die reißend schnelle Zunahme der beweglichen Dampflung des Systems an der Befreiung der darbenden Mensch fessel einen beachtenswerthen Einfluß nicht geübt haben heit und damit an der Schaffung einer wirklichen Kultur- kann, und so ist der Groß- Grundbesitz der Hauptanwender menschheit unermüdlich und unentwegt arbeitet. der Maschinen. Warum derselbe die Dampfkraft geJedoch nicht blos die Industrie weist die deutlichen braucht, sagt die von uns zitirte Stelle der Statist. Zeichen des sozialen Fortschritts auf, auch das platte Land, Korr." zur Genüge. dessen idyllische Herrlichkeit von den Kardorff, Schalscha, Einige Zahlen mögen den Gang der Dinge verLuz und Zorn von Bulach mit fanatischer Beredsamkeit anschaulichen. Es wurden bewegliche Dampfkessel und vertheidigt wird, auch das platte Land, sagen wir, wird Lokomobilen gezählt umgewälzt. Die stille, aber wirksame, unaushaltsame, für die Sache der arbeitenden Klasse am erfolgreichsten wirfende Revolution stellt dort die Dinge auf den Kopf, stülpt mitleidslos die alten Zustände um und agitirt, agitirt, agitivt. waren feststehende Dampftessel Dampfmaschinen bewegliche Dampfkessel u. Dampfmaschinen Schiffs- Dampffessel. Schiffs- Dampfmaschinen 1890 zu Anfang der Jahre 1889 47 151 48 538 • 45 192 46 554 12 177 12 822 1836 1 674 2 046 2008 Es hat sich also vermehrt die Zahl der feststehenden Dampffefsel um 2,9, diejenigen der feststehenden Dampfmaschinen von 3,0 pCt.; die beweglichen Dampffefsel und Lokomobilen nahmen um 5,3, die Schiffsfefsel aber um 11,4 und die Schiffs Dampfmaschinen sogar um 19,9 pŒt. zu. A Ehe wir auf die ökonomischen Zusammenhänge dieser Der Kreuzzug auf das flache Land, er ist ja schon Erscheinung näher eingehen, sei festgestellt, daß die Rheinprovinz auf Grund ihrer hochentwickelten Industrie allen begonnen, nicht durch uns, sondern durch Seine Majestät übrigen Provinzen betreffs der fest stehenden Dampf- den König Dampf. in den Regierungsbezirken Oppeln 1879 1890 194 596 Magdeburg 501 1121 Königsberg 79 402 Potsdam 339 689 98 220 178 486 Köslin Pofen • " Die Junker mögen sich noch so sehr sträuben, sie helfen uns nach Kräften, sie schaffen eine landwirthschaftliche Reserve- Armee, sie ruiniren die Kleinbauern, sie verschlechtern die Lage der Landarbeiter. tessel und Dampfmaschinen weit voraus ist; sie zählte in Der Groß Grundbesitz, dessen Obmacht so wie so 1890 nicht weniger als 11 571 Dampffefsel und 11 810 feststeht, führt nach und nach folgerichtig auch zum GroßDampfmaschinen dieser Art. Die Zahl der beweg betrieb. Die nothleidenden Landwirthe" in Ostelbien Wir aber wollen bei unserer Landagitation diese lichen Dampffefsel und Lokomobilen ist dagegen am wie in der Provinz Sachsen wirthschaften kapitalistisch höchsten in den Provinzen Sachsen und Schlesien. Es so gut wie irgend ein Baumwollen- Prinz oder Eisenlord. Thatsachen benutzen, wie es sich gebührt. leuchtet ein, daß die Provinz Schleswig- Holstein die meisten Sie führen deshalb die Maschinerie in die Landwirthschaft Schiffs- Dampffefsel und Maschinen besitzt. ein, sie pflegen die einträglichen landwirthschaftlichen GeFeuilleton. Nachdruck verboten.] Bei Mama. [ 16 Und wie hübsch er gekleidet ging! Eine kleine, niedliche, Lea. Ach, wer einmal solche Haare hätte! Dieses dumme, blaue Kravatte trug er, der nicht zu wiederstehen war. Ge- lichte Gefräusel, welches über der Stirn wie ein hoher wiß war er auch sehr lieb; er glich den Indianern" gar Hügel emporstand, und bei welchem kein Kamm half, nicht. Fanny begann ihren Briefwechsel zu vernachlässigen. sie würde niemals anständig aussehen mit diesem da. Sie war verliebt und befand sich den ganzen Tag auf Aus- Nicht umsonst hatte Alt Kari sie Struwelpeter genannt. guck nach William. Gottlob, im Nacken fing sich's zu glätten an; ihre Flechte Roman von Arne Garborg. Sie hatte viel freie Zeit. Mama bekam plöglich einen war schon ziemlich lang; vielleicht fam alles in Ordnung, Anfall von ihrer alten Krankheit und mußte sich ins Spital bis sie so alt war, wie Lea. Vielleicht erhielt sie auch Im Uebrigen dünkte es Fanny dort, wo sie nun legen; daher blieb Fanny volle drei Wochen so gut Lea's Gestalt. Es war angenehm, eine so hübsche Schwester wohnten, nicht sehr fein. Das Haus lag einsam und wie allein. Eine alte halbtaube Frau, die auf der anderen zu haben; man wußte dann, daß man auch hübsch würde. traurig in einer neuregulirten Gasse, die noch nicht ein- Seite des Thorweges wohnte, sorgte für ihr Essen; sie Uebrigens war Lea langweilig. Es war keine Spur mal gepflastert war; es fand sich viel Koth da und die hatte nichts anderes zu thun, als die Mahlzeiten innezu- von Jug mit ihr; sie war so erwachsen und still und verStraßenreinigung ließ zu wünschen übrig. Sie hatten ein zuhalten. nünftig, daß sie kaum den Mund zu einem Lächeln verzog. " Bimmer mit Küche; alles war dunkel und eng. Und dann In jenen Tagen machte sie die Bekanntschaft einiger Aber Du", sagte sie nur, wenn Fanny mit ihr sprach; sie herrschte drin ein so eigener Geruch, alter Küchengeruch, Mädchen aus dem dritten Stock, die auch gern draußen fand sich natürlich zu gut, um nunmehr mit einem Schulsagte Mama; Fanny glaubte nicht, daß sie jemals sich an waren, wenn William kam; sie hießen Ingeborg nnd Anna, mädchen zu reden. Möchte nur wissen, ob Lea auch denselben gewöhnen werde. Allein sie mußten dennoch sich Es waren zwei liebe Mädchen, und außerdem kannten sie je.... so einen Henboden gehabt? Ach, keine Idee; an ihn gewöhnen, weil es hier billig war. Und dann hatten William. Bald kannte ihn auch Fanny. William und die sie war gewiß nie anders als brav gewesen. Die fie es hier ungenirt und angenehm, hatten einen besonderen drei Kleinen wurden Spielkameraden und Fanny hörte ganz ganze Zeit über saß sie und sprach verständig über Eingang vom Thorweg aus. auf nach Kristiansborg zu schreiben.-ernste Dinge mit Mama; sie sollte bei einer Familie in Die Anderen, die im Hause wohnten, waren einfache Diesen Herbst wurde Lea konfirmirt; nach der Kon- Drammen einen Platz bekommen, sagte sie, und aus diesem Leute, um die man sich nicht zu scheeren brauchte. Jedoch firmation besuchte sie Mama. Das war fürchterlich luftig; Anlaß ließ sie sich von Mama eine Menge erklären. Und im zweiten Stockwert) wohnte eine Frau Holter, welche denkt Euch, Lea war erwachsen und fast heirathsfähig. dann erzählte sie von Papa. Er befand sich nicht wohl, der besseren Gesellschaft angehörte; sie war übrigens Sie hatte Mamas Größe und begann schon Gestalt zu besagte sie, und war nicht immer vernünftig; allein sie wollte Lehrerin an einer städtischen Volksschule. Aber man sah kommen, und hübsch, wie sie war, würden sich gewiß bald ihn die ganze Zeit über entschuldigen. Im Grunde war er sie fast nie. Freier melden. Ein so schönes Mädchen hatte Fanny noch ja doch gut. Zur Konfirmation hatte er ihr ein hübsches Dagegegen fiel ihr Sohn Fonny auf; es war das ein niemals gesehen. Sie glich der italienischen Hirtin, welche Goldkreuz geschenkt, und ein solches sollte auch Fanny kriegen, zwölf bis dreizehnjähriger Knabe, welcher William hieß. beim Rechtsanwalt Lehmann daheim an der Wand hing, hatte er gesagt, Er war ungemein hübsch. So ein bleiches, feines Gesicht genau dieselbe blasse autfarbe und genau die gleichen, herzigen, Auch Tom hatte von Papa viele schöne Sachen bebraunen Augen. Auch das Haar war ähnlich, gelockt, dicht kommen, und er hatte denselben außerordentlich gerne; aber *) Das zweite Stockwerk ist die bel- étage von Kristiania und schwarz. Fanny hatte in der letzten Zeit sich selbst Tom setzte sich in den Kopf, daß er zur See wolle und das und nach unserem Sprachgebrauch das erste. hübsch zu finden begonnen; allein sie war garnichts gegen war Papa nicht recht. Ein einziges Mal hörte Fanny ihre ter ge ei De 248 Ge sel cher 10 er 56 9. gn Die Polizei- Allmacht im Königreiche Sachsen. geblich nicht zufäffig. Und unmittelbar darauf werde dann daß die Vorſizenden von Vereinen mitunter nicht ſehr ſanſt von ( Fortsetzung.) Speziell sei eine solche unsanfte Behandlung vorgekommen bei dem Vorsigenden der Bäckerei- Genossenschaft, nachdem Angeklagter die oben erzählte eigenthümliche polizeiliche Anmeldung der bevorstehenden Generalversammlung eingereicht gehabt hatte. instanzen verworfen worden seien; eine Nach prüfung dieser| Veranlassung erscheinen wollen. Uebrigens sei ihm dies nur zu Entscheidung durch den Kriminalrichter sei an- gut begreiflich, denn er wisse aus verschiedenen Mittheilungen, trotzdem die Zulässigkeit des Zwangsverfahrens" eingehend er Herrn Polizeikommissar Müller behandelt worden seien. örtert. Diesen Unterschied zwischen Berechtigung", über die nur das Ministerium des Innern in letzter Instanz entscheiden dürfen Anlangend speziell die Anklage wegen angeblicher Beamten soll, und„ Zulässigkeit", über welche das Oberlandesgericht Gr nöthigung, so sei zwar in dem Schreiben der Gebrauch von Ge- örterungen trotzdem mache, könne er, ohne sich im Geringsten walt in Aussicht gestellt für den Fall, daß Herr Dr. Müller seine über das Oberlandesgericht überheben zu wollen, beim besten Drohung wahr machen sollte. Auch für seinen Klienten Kretschmar habe er ja unmittelbar Willen nicht ergründen. Weiter sinde er einen auffallenden Aus vorher einen Protest eingereicht gehabt. Derselbe hätte daher Allein man könne ganz absehen davon, daß dies nur die Anspruch der Begründung darin, daß gesagt ist:„ denn das sächsische ebenfalls nicht gerade sehr freundlichen Empfang seitens des kündigung der Notwehr ist gegen eine nach seiner Ueberzeugung Vereinsgesetz giebt überhaupt keine Maße über das bei vorliegen Herrn Dr. Müller zu erwarten gehabt. vorliegende unbefugte Amtshandlung. den Zuwiderhandlungen behufs deren Erörterung und Verfolgung Der Zeuge Kretzschmar bekundete: Er habe Rechtsanwalt Denn es fehlten alle gewöhnlichen übrigen Voraus Seitens der Polizeibehörden einzuschlagende Verfahren,"- zusammen Hofmann als seinen Vertreter bestellt gehabt, nachdem ihm das segungen, unter welchen man das Unternehmen einer Beamten- gehallten mit dem kurz vorher zu lesenden Ausspruch, daß die Entschei- Verfahren des Polizei- Amts gegen den von ihm präsidirten Verein nöthigung gemäß§ 114 annehmen könne. Es sei ihm doch nicht dung des Reichsgerichts vom Jahre 1883, welche den Polizeibehörden dazu Veranlassung gegeben. Weil er sich einen Rechtsbeistand in den Sinn gekommen, zu beabsichtigen, das Polizei- Amt oder das Recht abspricht auf Grund der Strafprozeßordnung, Beschuldigte angenommen, deshalb hatte er geglaubt, es nicht nöthig zu haben, Herrn Dr. Müller einschüchtern zu wollen. Und die Ein- oder Zeugen zur Befragung zwangsweise vorzuführen, auch die auf die Bestellungen des Herrn Dr. Müller, die er vielmehr an schüchterung jetze doch zweifellos der§ 114 voraus. Er Vorführung Kretzschmar's nicht Anwendung leide, weil die Ver- Rechtsanwalt Hofmann abgegeben, persönlich zu erscheinen; sonwürde sich doch lächerlich machen, wenn er sich einbilden wolle, folgung von strafbaren Handlungen bei ihm nicht in Frage ge- dern dieser habe das Weitere mit dem Polizei- Amte ausmachen mit der angeblichen„ Drohung", daß ein bedrohter Dritter event. wesen sei. sollen. Nothwehr gebrauchen würde gegen eine polizeiliche Verfügung, das Polizei- Amt einer Stadt von 300 000 Einwohnern, in der so und so viele Tausend Mann Militär lägen, in irgend welche Furcht zu fegen, welche den Eingeschüchterten veranlassen würde, eine beschlossene Amtshandlung nicht auszuführen. In diesem Sinne fönne fein Schreiben auch unmöglich vom Polizei- Amt aufgefaßt worden sein; er verlange deshalb, daß nicht blos der von der Staatsanwaltschaft geladene Herr Dr. Müller, sondern auch der Polizeidirekter Bretschneider über diesen Eindruck ver nommen werde, speziell darüber, ob er sich eingeschüchtert gefühlt habe oder auch nur den Eindruck gewonnen habe, daß er solle eingeschüchtert werden. " V = " Denn zweifellos bestimme die Strafprozeß Ordnung das Verfahren, welches bei vorliegenden Zuwiderhandlungen behufs deren Erörterung und Verfolgung von der Polizeibehörde einzu schlagen sei." Als er schließlich Bestellung unter Androhung der Vorführung erhalten, habe ihm Rechtsanwalt Hofmann gesagt, daß diese Androhung ungesetzlich sei und ebenso die Vorführung, falls fie ausgeführt würde. Darauf habe Rechtsanwalt Hofmann eine Eingabe gemacht, welche er unterschrieben habe. Weiter befragt, ob Angeklagter Hofmann gegen ihn irgendwie davon gesprochen habe daß Gewalt mit Gewalt eventuell vergolten werden solle, verneint dies Zeuge und erklärt, es fei überhaupt nicht von Gewalt gesprochen worden, die Eingabe, die Hofmann gemacht habe, sei ihm von demselben vorgelesen und von ihm gebilligt worden. Auf Befragen des Angeklagten, welcher erklärt, über„ Gewalt" Anwendung sei allerdings nicht gesprochen worden, sondern nur vom Widerstandleisten, erklärt Zeuge, es sei richtig, daß Hofmann gerathen habe, zum Schein ein wenig Widerstand zu leisten durch Anfassen einer Thürpfoste; er möge sich dann anfassen und wegziehen lassen; dann würde vom Kriminalgericht über die Vorführung entschieden werden. Auf weitere Beweisaufnahme wurde ausdrücklich von den Angeklagten und dem Vertheidiger Zupke's Verzicht geleistet. Dann folgten die Plaidoyers, die verhältnißmäßig furz ausfielen, gegen 8 Uhr Abends. dacht mit einer Denunziation in allen zulässigen Instanzen Politische Lebersicht. 311 weil Berlin, den 19. Januar. Ob aber eine Pflicht zum persönlichen Erscheinen vor der Polizei in Vereins- Polizeifachen bestehe oder nicht, das Der Vorsitzende konstatirt, daß eine von ihm, dem Zeugen könne und dürse, wie er für zweifellos halte, aus feinem anderen selbst unterschriebene Eingabe nicht bei den Akten sei. Der AngeGeseze begründet werden, als aus demjenigen Gesez, welches die klagte erklärt hierzu, Zeuge irre sich, und meine offenbar die VollVereinspolizei regelt, und das sei das Vereinsgeseh. Dieses ge- macht, die er bei dieser Gelegenheit unterschrieben haben werde. statte an feiner Stelle ein Zurückgehen auf andere sächsische Ge- Wenn sie auf einen anderen Tag datirt sei, so komme dies daher, sege, schließe dies vielmehr im Schlußparagraph aus. Im weil nur ein Formular unterschrieben und bei der Ausfüllung Vereinsgeses sei aber nur die Pflicht den Vorstehern von Ver- das Datum meist von den Schreibern nach Gutdünken hineinAuch fehle es an einer wirklichen Drohung" im Sinne des einen auferlegt,„ Auskünfte" zu ertheilen", feineswegs auch die gesetzt werde. § 114. Denn wenn die Handlung eines Dritten in Aussicht ge- Pflicht, Eröffnungen und Entscheidungen auf Erfordern auch per stellt würde, über welche er in keiner Weise disponiren könne, so fönlich entgegen zu nehmen. Und selbst wenn auch diese angebliche sei dies keine kriminelle Drohung. Er halte es auch deshalb für Pflicht aus der vorgenannten Pflicht abgeleitet werden könnte, so ganz unmöglich, alle diese Fragen zu seinen Ungunsten zu be- sei eine Uebertretung des Gesetzes, bestehend in der Verweigerung jahen, weil er unmittelbar vor oder nach dem Schreiben des von Auskünften resp. des persönlichen Erscheinens, nach seiner Briefes dem Kretzschmar gesagt habe, er möge zum Ansicht ohne allen Zweifel höchstens zu ahnden gemäß§ 53 Schein bei der git erwartenden zwangsweisen Vor- des Vereinsgefeges. Nichts aber befage dieses Gefeß davon, daß führung ein Bischen Widerstand leisten, zum Beispiel durch irgend welche andere Zwangmittel ebenfalls noch ferner bloßes Anhalten an einem Thürpfosten auf einen Augenblick, zulässig seien, um die Interessen der Vereinspolizei zu schüßen. damit alsdann auf dem Wege einer Anklage Nach diesen Darlegungen wendete sich Angeklagter speziell wegen angeblichen von ihm geleisteten Wider zu der Anklage, gleichzeitig beleidigt zu haben, und führte standes gegen die Staatsgewalt gegen angeblich rechtmäßige theilweise gegen Ginhalte des Vorsitzenden, welcher geltend machte, Amtshandlungen das Kriminalgericht entscheiden müsse, ob die der Angeklagte müsse doch, wie er für sich rechtliche Ueber Polizei ihn zwangsweise vorführen könne, oder nicht. Wie stimme zeugungen in Anspruch nehme, diese auch bei den Polizeibeamten diese Instruktion an Kretschmar, welche dieser Zeuge doch sicher voraussetzen, und dürfe sie also nicht des wissentlichen Amtsauf Befragen bestätigen müsse, mit der Behauptung der Anklage, mißbrauches, also strafbarer Handlungen, beschuldigen aus: daß er vorsäglich versucht habe, das Polizeiamt ein Er habe nichts Anderes gethan, als was Staatsanwalt und Anzuschüchtern mit der Androhung der Nothwehr? Man flagefammer gegen ihn selbst gethan hätten: er habe lediglich den fönne doch nicht in einem einzigen Athem mit ernstlichem Vor-„ Verdacht" begründet, daß Polizeikommissar Müller sich bereits sage einschüchtern wollen und gleichzeitig andere instruiren, nur des Vergehens der Bedrohung mit einer widerrechtlichen Freiheitszum Schein ein bischen Widerstand zu leisten, um eine An- beraubung schuldig gemacht habe. Und er habe auch diesen Verflage nach§ 113 zu provoziren. Bezüglich der Rechtmäßigkeit der Zwangsvorführung seines Namens Kretschmars verfolgt. Wie man ihn selbst angeklagt habe, Klienten ferner habe ihn die Ansicht des Oberlandesgerichts zu so müsse jedem Bürger auch das Recht zustehen, die Polizei an Dresden nicht nur nicht in seiner Ueberzeugung wankend ge- zuflagen, wenn ein hinreichender Verdacht vorliege. Und der sei macht, sondern habe durch die Art der Begründung das Gegen: doch sofort dann gegeben, sobald man seine, des Angeklagten stimmt zum Schutz der Unverleglichkeit der ReichstagsAus dem Reichstage. Artikel 31 der Verfassung betheil bewirkt. Das Over Landesgericht sei nämlich bei Rechtsauffassung von der Rechtmäßigkeit der Freiheitsentziehung Abgeordneten, daß während der Dauer einer Legislatur der Zurückweisung seiner Denunziation gegen Herrn Dr. Müller theile, zumal wenn man dolus eventualis annehme, worauf periode eine Untersuchung gegen einen Abgeordneten nicht wegen des Verdachts der widerrechtlichen Freiheitsberaubung er im Briefe hingewiesen habe. zwar unter anderem zurückgekommen auf den berüchtigten§ 2a Es folgte nunmehr die Zeugenvernehmung. stattfinden darf. Troydem haben verschiedene Staatsanwalt des Gesetzes von 1835. Allein gerade auch von dem Boden Zunächst bekundete der Zeuge, Herr Polizeidirektor Bret- schaften während der Session die Untersuchung gegen sozialdieses zweifelhaften Gesetzes aus fönne der abweisende Beschluß schneider: Der Eindruck, den er von dem Schreiben Hofmanns demokratische. Abgeordnete eingeleitet, gegen einige derfelben des Oberlandesgerichts an der Hand der eigenen Ausführungen bekommen habe, sei der gewesen, daß Hofmann Mißachtung gegen aber zurückgenommen, sobald sie, wie sie es ausdrückten, des Oberlandesgerichts über den Inhalt dieses Paragraphen die Behörde zeige und er habe deshalb Strafantrag gestellt für seinen glaubhaft" erfuhren, daß die Angeschuldigten Abgeordnete widerlegt werden. untergebenen Beamten, Polizeikommissar Dr. Müller, welcher seien oder sobald die Betroffenen den Schutz des Reichstags Denn der bezügliche Passus der Begründung laute:„ Es darin angegriffen sei. Auf weiteres Befragen des Vorsitzenden, anriefen. Nur gegen den Abgeordneten Grillenberger glauble wird daher..... nicht ausgeschlossen, daß in den einzelnen warum die Abholung des Kretzschmar durch drei Schuhleute die Staatsanwaltschaft zu Nürnberg, troß ihrer Kenntniß Bundesstaaten den Polizeibehörden das Recht zusteht, Personen, geschehen sei, erklärte Zenge: Weil Hofmann in dem Briefe welche einer an sie ergangenen Vorladung zum persönlich en gewaltsamen Widerstand angekündigt habe. Man babe brei ver- von dessen Abgeordnetenqualität, inmitten der Session vor Erscheinen nicht Folge leistet, wo eine Pflicht hierzu be- wendet, damit von vornherein jeder Widerstand aussichtslos er- gehen können, der Reichstag auf steht, zwangsweise vorführen zu lassen. Die Anwendung dieses scheinen sollte, und weitere Unannehmlichkeiten und Aussehen länger als eine Woche vertagt war und eine längere BerZwangsmittels liegt.... im Rahmen des in§ 2 unter 1 . im Rahmen des in§ 2 unter 1... möglichst vermieden werde. Es ist deshalb auch ein Kriminal- tagung einem Schluß der Session gleichzustellen sei! Die den Verwaltungsbehörden eingeräumten Rechts, innerhalb ihrer schuhmann in Zivil dabei gewesen. Angeklagter bemerkte darauf, Richter des Landgerichts in Nürnberg lehnten diese AufKompetenz ihrer Verfügungen mit Nachdruck durchzuführen." daß diese Aussage nicht im Sinne der Anklage sei. fassung als nicht mit den Gesezen der Logik vereinbar ab. Obwohl hiernach vom Oberlandesgericht ausdrücklich Der Zeuge, Herr Polizeifommiffar Dr. Müller, deponirte Doch Herr Generalsekretär Bueck und Amtmann Back schienen die Pflicht zum persönlichen Erscheinen voraus alsdann der Eindruck, den er von dem Schreiben gewonnen mit der Oberstaatsanwaltschaft gesetzt wird für die Anwendung des fraglichen sächsischen Gesetzes- habe, sei allerdings der gewesen, daß er eingeschüchtert werden veranlaßten das Ober- Landesgericht, den Staatsanwalt zur anderer Ansicht und paragraphen, habe es aber dennoch das Oberlandesgericht auffallender sollte. Allein das Gefühl der erfolgten Einschüchterung habe Weise gänzlich unterlassen, diese angebliche Pflicht, gerade das er allerdi gs nicht gehabt. Auf nochmaliges Befragen des Herrn Erhebung der Anklage wegen Beleidigung des Herrn Bueck punctum saliens, um das sich alles drehe bei der Denunziation Polizeidirektor Bretschneider schließt sich derselbe der Aussage anzuweisen. Grillenberger packte die Anklage ein und fandte gegen Müller und bei der Anklage gegen ihn selbst, irgendwie Müller's bezüglich der Einschüchterung an. fie als ungesetzlich dem Herrn Ankläger zurück. Das nur zu erörtern oder zu begründen: Der Angeklagte bemerkte noch nach der ersten Aussage des Gericht eröffnete trotzdem das Verfahren und wies GrillenBeugen Bretschneider welcher Bemerkungen über den vermuthberger wegen Preßbeleidigung vor das Schwurgericht, belichen Grund Kretzschmar's, nicht persönlich vor dem Polizei- Amt stellte ihm auch wider Willen einen Vererscheinen zu wollen, gemacht hatte, indem er andeutete, daß theidiger und setzte auf den 7. Februar Termin an. Diese Kretzschmar hierzu lediglich von dem Angeklagten veranlaßt wor Art des Vorgehens gegen die Verfassung stellte der sozialden sei, Kretschmar selbst habe nicht persönlich ohne seine demokratische Antrag in der heutigen Sitzung flar. Singer verlangte, daß der Reichstag entschieden gegen grauen Korridoren konnte man sich förmlich verirren und diesen Eingriff in die Immunität der Abgeordneten und auf den breiten Steintreppen glaubte Fanny zu erfrieren. gegen den Unfug" von Staatsanwaltschaften eintrete. Ter Die Schulzimmer waren groß und viereckig; die getünchten Präsident ertheilte ihm einen Ordnungsruf, weil Singer Kalkmauern glotzten leer herab. Und die Fußböden waren das vermeintliche Vergehen einiger Staatsanwälte dem ganzen schmutzig von all den kothigen Schuhen, obgleich sie jeden Stand anrechne. Singer legte dar, daß bereits 1888 bis 1885, zuletzt am 8. Mai 1885 der Reichstag klar und deut Die Zahlabtheilung befand sich im dritten Stockwert, lich erklärt hätte, daß das damalige ähnliche Vorgehen die Freischule unter ihr. Es war Gott sei Dank ein großer der Regierung und Staatsanwälte ein verfassungswidriges. Unterschied. Die Mädchen in der Zahlabtheilung sahen un- In der sehr animirten Debatte versuchte die Rechte durch gefähr aus wie die in der Kahrs'schen Schule; aber die die Abgg. Hartmann und v. Unruhe- Bomst den Mädchen der Freischule waren fürchterlich ordinär. Denkt Sozialdemokraten die einfache Einstellung des Verfahrens Euch, die meisten von ihnen hatten nicht einmal ordentliche zu empfehlen. Denn, wenn sie auch Art. 31 der Verfassung Wäsche an. Oft fehlten ihnen sowohl die Beinkleider als für zweifelsklar hielten, so sei doch die Regierung die Unterröcke; die dünnen, magern, blauen Körper hatten anderer Ansicht; der Staatsanwaltschaft dürfe aber des Es ist doch gut, daß ich in Deinen Augen wenigstens nichts auf ihrer Nacktheit, als dies elende geflickte Kleid, halb, weil sie gleicher Ansicht wie der Bundesrath, ein jung bin, Krauskopf", versetzte Mama mißmuthig. das kaum mehr zusammenhielt. Man konnte durch Vorwurf, wie ihn der Antrag Auer und Gen. enthalte, Der Herbst schritt vor; noch war für Fanny keine und durch sehen. Uf, so gingen sie herum; Husten nicht gemacht werben! Schule gefunden worden. Aber endlich theilte man ihr einen und Schnupfen hatten sie in einem fort, so daß Debatte hob Singer hervor, daß neben Reichstag und In der sehr erregten Entschluß mit. es ordentlich grauslich war; überhaupt plagten sie Bundesrath doch auch der gesunde Menschenverstand zur " Es hilft nichts, Fanny; Du mußt in die Volksschule!" alle möglichen Uebel; sie hatten Ausschläge, Wunden um die Interpretation da sei. Minister v. Bötticher hielt mit " In die Volksschule? Jch?" fragte Fanny; sie glaubte Lippen, Schmerzen in den Ohren, Stropheln. Die Mädchen seiner Ansicht zurück, verwahrte die Verfassung aber da es nicht. Jedoch als sie merkte, daß es ernst war, begann in der Zahlabtheilung mieden fie so viel als möglich; aber gegen, daß sie den gesunden Menschenverstand als mit der fie zu weinen. in den Schulpausen mußten sie mit ihnen beisammen sein, Regierung gleichstehenden Faktor erachte! Mundel meinte, Hast Du etwa nicht selbst gesagt, daß... nur solche, da es nur einen einzigen Spielplatz gab. daß trotz des„ unverrückten" Standes der Regierung die Dienstboten werden, in die... in die Volksschule Die Zahlabtheilung war nicht blos feiner: man lernte der sozialdemokratische Antrag als Protest gegen die Ver gehen?" da auch mehr. Man hatte Geographie-, Geschichts-, Aufsatz- fassungswidrigkeit angenommen werden sollte. " Es ist nicht die gewöhnliche Volksschule, versteht sich," und Zeichenstunden. Merkwürdig genug befamen sie auch Der Schluß der Debatte war, daß der sozialdemo entgegnete Mama;" Du kommst in die Zahlabtheilung. Handarbeits Unterricht. Wozu brauchten sie flicken und kratische Antrag einstimmig an die Geschäftsordnungs Die gewöhnlichen Leute gehen in die Freischule; sie stopfen zu lernen? Betrachtet man sie etwa dennoch als Kommission verwiesen, sowie gegen die Stimmen haben nicht die Mittel zu bezahlen... Frau Holter jagt, ordinär? Redete man sie vielleicht ein, sie würden Dienst der Sozialdemokraten und Freisinnigen ferner von der daß die Zahlabtheilung ganz ordentlich ist; sie hat selbst boten? Sechs Stunden in der Woche hatten sie Hand- Mehrheit die Einstellung des Verfahrens beschlossen arbeit, und zwar immer zwei Stunden auf einmal. Zwei wurde. geschlagene fade Stunden mußten sie bei dieser Flickerei nehmen, um nicht den Schein zu erwecken, als ob sie das Die Minorität wollte diese Einstellung nicht an jizen. Sie starben vor Langeweile. Fanny stimmte fast verfassungswidrige Verfahren als ein zulässiges exachten mit der kleinen, gescheiten Emilie Lund überein:„ Ehe ich bei solch einer Arbeit size, werde ich Auswärterin in einer Matrosenschente!" Auch enthalte sonst noch die fragliche Entscheidung manches Auffällige. So sei darin erst über die Berechtigung der Polizei zur Vorführung gesprochen, und einfach auf Grund der That sache bejaht worden, daß die von Krezschmar gegen die Vorführung erhobenen Verwaltungsbeschwerden durch alle VerwaltungsSchwester einen starken Ausdruck gebrauchen; es war über die Waldnymphe. " Gott sei Dant," sagte Mama, daß Du aus diesem Hause fort bist!" " Ja," antwortete Lea, ich freue mich wirklich dar über. Diese Jungfer Aaberg ist eine ekelhafte Person!"- Tag gescheuert wurden. " Ja, ja, an den Kindern sehen wir, wie alt wir werden," seufzte Mama, nachdem Lea abgereist war. Mama sprach überhaupt viel von ihrem Alter. " Du, Mama, bist ja doch nicht alt!" meinte Fanny. Findest Du wirklich?" " Gewiß nicht. Ja, vielleicht des Morgens, ehe Du angekleidet bist; aber wenn Du Dich angezogen und schön gemacht hast, so bist Du gleich wieder jung!" " einen Knaben dort!" William?" " Ja, vielleicht heißt er William." Fanny hörte auf zu weinen. Nach kurzer Pause sagte fie:" In Kristiansborg brauchen sie das doch nicht zu wissen." Nein, gewiß nicht," tröstete Mama. M Das große Volks Schulgebäude mit seinen Hunderten von Kindern, seinen kalten Mauern und seinen eingesperrten Spielplägen var gräßlich unheimlich. In den langen M ( Fortsetzung folgt.) könnte. Jetzt handelt es sich darum, daß sobald als möglich der eigenmächtigen staatsanwaltlichen Interpretation des§ 31 der Verfassung ein Riegel vorgeschoben werde. Wenn der Bundesrath die Verfassung anders interpretirt, als der Reichstag, so ändert das doch nichts an dem klaren Wort 3 g e It b K m 23 cut Ses Paragraphen, der ja übrigens schon mehrfach vomi Ein neues Ausnahmegesetz sollen wir in Deutschland J Als nun die Silberstoff Affäre das russische Spizelthum Reichstag in dem Sinne ausgelegt wurde, daß die Vertagung bekommen hat der Liebermann aus Sonnenberg dieser in fieberhafte Aufregung versetzte und den Gedanken einer teine Aufhebung der Session bedeutet und darum selbstverständ- Tage in einer antisemitischen Radauversammlung ange: Heiligen Spizelallianz auftauchen ließ, reifte in russischen lich die Jumunität der Reichstagsabgeordneten ebenfalls fündigt. Natürlich eins gegen die Juden. Herr Lieber Spizelgehirnen der Plan, in der Türkei eine Polizei= c3 falle anzulegen. Und mit Hilfe der rubelbegeisterten fortdauernd während der Vertagung besteht. Es wird jeden mann sollte wirklich sich etwas ruhiger verhalten falls in der Kommission sowohl als im Plenum darüber könnte sonst irgend einem Staatsanwalt einfallen, daß es Gefeße türkischen Beamten wurde der Plan auch verwirklicht--- mit noch zu interessanten Auseinandersetzungen kommen. Herr( nicht Ausnahmegesetze) in Deutschland giebt, die auch auf dem bekannten Erfolg. 11 von Bueck mag inzwischen Erläuterungen zur Verfassung andere Leute als Sozialdemokraten angewendet werden können, Daß russische Stabsoffiziere und Gesandtschaftssekretäre für Antragsteller und solche, die es werden wollen, schreiben. und zwar mit weit geringerem Verbrauch von juristischem bei dem infamen Bubenstück aktiv mitwirkten, wird unsere In der Etatsberathung füllte die Debatte über die Fabrit Scharffinu. Beiläufig sei bemerkt, daß der antisemitische Leser nicht gewundert haben, denn es ist ihnen bekannt, daß in inspektoren- Berichte die ganze weitere Sizung aus und ver- Jauhagel über Verfolgung schreit, weil die Staatsbehörden Rußland die ganze Politik verspitzelt ist daß zwischen weisen wir auf unseren Reichstags- Bericht. Die sächsischen hier und da aufgehört haben, Vorschub zu leisten. Der russischer Diplomatie und russischem Spitzelthum nur ein Abgg. Ackermann und Hartmann haben sich dabei wieder Stöcker spielt sich als Märtyrer auf. Was dem sein Geschäft Unterschied des Grads besteht, und daß die höchsten einmal arg blamirt. Was schadet's? Sie sind dergleichen wohl jährlich einbringen mag? Wie diese berufsmäßigen russischen Beamten es nicht für ehrlos halten, selbst Spigelgewöhnt. Agitatoren" sich mit den Arbeitergroschen" zu mästen" dienste zu leisten. Aus diesen forrupten Kreisen stammt der famose Ausspruch: honneur ist ein französi che 3 Wort." Der 1. Mai ist innerhalb der letzten drei Monate von verstehen, das hat er uns ja wiederholt verrathen, Für honneur Ehre soll die russische Sprache keinen lieben europäischen Arbeiterkongressen als dauernder Die„ Leipziger Zeitung" erlaubt sich den Witz"( im gleichbedeutenden Ausdruck haben. Festtag der Arbeit bestätigt und anerkannt worden: Genre Bewer- Bismarck), zu behaupten, der Abgeordnete Genug die russische Polizeifalle in der Türkei war von den beiden französischen Kongressen zu Lille und Calais, Stolle habe für die Kornzölle gesprochen, weil er zu eine Episode in dem Krieg zwischen Rubel und Sovereign. von dem deutschen Parteitag zu Halle, von dem spanischen gegeben, daß die Sachsengänger" aus Desterreich durch Der Rubel hat eine That verübt, und der Sovereign ist Kongresse zu Bilbao, von dem belgischen Kongreß zu Brüssel, die höheren deutschen Löhne angezogen werden und bei wüthend. Die türkischen Rubelbeamten erklären das Vorgehen von der österreichischen Konferenz zu Brünn und von dem hohen Löhnen und hohen Brotpreisen stände der Arbeiter gegen Luzky für korrekt die anderen sind aufs Aeußerfie portugiesischen Kongreß zu Lissabon. Da auch die italienischen Ar- sich besser, als bei niederen Löhnen und niederen Brot ergrimmt; und die Engländer werden es sicherlich beiter, so weit sie organisirt sind, den 1. Mai feiern werden, preisen. Nun was soll dieser Wiz" denn eigentlich be- nicht versäumen, die Blöße, welche die Russen sich durch ihr da die amerikanischen Arbeiter den 1. Mai als Festtag deuten? Es kommt doch Alles auf die Differen 3 völkerrechtwidriges Vorgehen gegeben haben, nach Kräften haben und da die englischen Arbeiter zum Theil den 1. Mai, zwischen den hohen und niederen Löhnen und Brotpreisen auszunüßen. zum Theil den ersten Sonntag des Mai festlich an. Oder soll es etwa ein Argument zu Gunsten der Brot- Und so dürfte- infolge einer wunderbaren Verkettung begehen werden, so kann der erste Mai jetzt endgiltig als vertheuerung sein, daß es Arbeiter giebt, denen es noch von Ursache und Wirkung-die Revolverkugel Padlewski's Internationaler Festtag der Arbeit betrachtet schlechter geht, als den deutschen? Das geben nicht blos ein Loch in die französisch- russische, sondern auch werden als solcher festgesetzt, der Bourgeoisie und allen wir ohne Weiteres zu. Und wir wissen sogar, daß die in die türkisch- russische Allianz geschossen oder noch übrigen Reaktionären zum Troy, durch den souveränen chinesischen und indischen Kulis noch viel schlechter leben richtiger: beide gleich unnatürlichen Allianzen todtgeschossen Willen der Arbeiter aller Länder. und noch viel bedürfnißloser" find, als die Sachsen haben. gänger". Und auch die Kulis stehen noch nicht auf der Inzwischen ist der Prozeß gegen Labruyère, den allertiefsten Stufe der Bedürfnißlosigkeit". Die Brot angeblichen Retter Padlew.i's in zweiter Instanz vor vertheuerer der Leipziger Zeitung" können nach dieser herr- dem Appellhof zur Verhandlung gekommen und hat mit lichen Logik noch etliche Mark mehr auf den Doppelzentner der Kassation des erstinstanzlichen Urtheils und der Frei Getreide legen und sich noch etliche Milliarden aus der sprechung des Angeklagten geendigt. Obgleich der Appellhof Tasche des armen Mannes" holen, ehe die deutschen Ar- dieses sein Erkenntniß auf einen rein formellen, beiter so weit sind, daß sie vor dem Kuli auch nicht das juristischen Grund stüßte daß es nicht festgestellt Geringste mehr voraus haben. Hoffentlich sorgt das deutsche sei, ob die von Labruyère außer Landes gebrachte Person Bolk dafür, daß den Junkern und ihren Preßhandlangern wirklich Padlewski war, so ist es doch unzweifelhaft bis derartige Wize" vergehen. zu einem gewissen Grade als Ausdruck des öffentlichen, Ge Die unglücklichste Waffe zur Bekämpfung der Sozial Semokratie ist jedenfalls das Schwert der Gerechtigkeit" oder der Justiz. Dieses Schwert ist zweischneidig. Die eine Schneide trifft schwer und schneidig" die armen Sünder von Sozialdemokraten, gegen welche das Gesetz in der Regel mit äußerster Strenge angewandt wird. Urtheile schüchtere man uns ein, " 1 Die andere Schneide trifft aber die Justiz selbst. Wir Sozialdemokraten fönnen es aushalten. Daß die Abschaffung des Sozialistengesezes für uns keine Erleichterung bedeuten würde, das wußten wir von vornherein, und haben es von vornherein ausgesprochen. Wir waren auf diese Der Ex- Kanzler hat sich einen Sofnarren an- fühls zu betrachten. Da es bei uns nun viele Leute giebt, Braris vorbereitet, und sind sogar auf Schlimmeres vor geschafft- das ist seine Sache, nämlich wenn er es für welche es für einen Kardinalfehler der französischen Rechtbereitet. Wer da glauben sollte, durch solche drakonische sein eigenes Geld thut, was jetzt anzunehmen. Er giebt sich sprechung erklären, daß sie sich durch das öffentliche Gefühl der kennt die die größte Mühe, seinem Hofnarren Konkurrenz zu machen bestimmen läßt, statt in steinerner Unparteilichkeit über den deutsche Sozialdemokratie schlecht. Und erst recht und sich zu verbewern. Auch das ist seine Sache. Unbegreifluthenden Mogen des öffentlichen Lebens zu thronen, so sei täuscht sich, wer da glauben sollte, durch solche lich ist blos, daß die nächsten Angehörigen des alten Mannes hier im Vorbeigehen bemerkt, daß auch in anderen Ländern, Erkenntnisse würde die Achtung vor dem Gesetze vermehrt. sich nicht ins Mittel legen, um ihn vor sich selber und namentlich auch in Deutschland, die Rechtsprechung durch das öffentliche Gefühl und die öffentliche Meinung beeinDie einzige Wirkung wird die sein, daß der Glaube an zu schüßen. Er scheint wirklich keine Freunde mehr zu flußt wird; daß die Unparteilichkeit der Justiz erschüttert und in Millionen haben. - soweit unsere Kenntnisse reichen die Justiz aller Länder und Zeiten den politischen und wirthvon Staatsbürgern zerstört wird und daß die Volksmassen in dem Schwert der Gerechtigkeit" nur noch das Das Entlassungsgesuch des Dr. Hermes, des Präschaftlichen Strömungen folgte; daß Unparteilichkeit der Schwert der Gewalthaber erblicken. Die Sozialdemokratie fidenten des evangelischen Ober- Kirchenrathes, hat die Be- Justiz in politischen und wirthschaftlichen Parteifragen eine aber wird auch nicht um Handbreite von ihrem Weg ab- stätigung des Kaisers erhalten. Er ist bald seinen politischen moralische Unmöglichkeit ist; und endlich, daß wir eine Begedrängt, auch nicht einen Augenblick zum Stillstand oder und kirchlichen Freunden, den Stöcker, Koegel und Hegel einflussung der Justiz durch humane und fortschrittliche Beitlangsameren Vormarsch gebracht werden; und der Glauben, gefolgt. Wohl sind die Herren entlassen, unbekannt ist aber strömungen jedenfalls einer Beeinflussung durch inhumane daß die Juſtiz zu einer Waffe des Klassenstaats geworden noch, wer ihnen folgen wird. Dies intereffirt wohl die und reaktionäre vorziehen. Wir begrüßen also die Freisprechung Labruyère's freudig lich werden, allein nimmermehr der Sozialdemo- schen ernstlich, daß die Religion nicht Staats-, sondern und hoffen mit Bestimmtheit darauf, daß nun auch die Verlich werden, allein nimmermehr der Sozial demo Brivatsache sei, wir wollen daher, daß der Staat sich nicht urtheilung der braven Frau Duc Quercy aufgehoben werum konfessionelle Angelegenheiten tümmere, sondern dies den den wird. einzelnen Konfessionen überlasse. Dies unfer Standpunkt Ein Telegramm aus Paris erklärt es für höchst wahrzur Frage". Was die Besetzung der Hofpredigerstellen bescheinlich, daß Frau Duc Quercy und Grégoire, welche gegen trifft, so müssen wir bekennen, daß wir nicht wissen, was das Urtheil der ersten Instanz nicht appellirt haben, von uns gleichgiltiger sein kann, ob nun Herr Stöcker oder Herr Carnot demnächst begnadigt werden sollen.*) Harnack oder Herr Dryander den Predigerdienst in der Domkirche versieht. ist, kann wohl der Justiz und dem Klassenstaat gefähr- fonservative und liberale Presse nicht, aber uns. Wir wünfratie. Durch den Prozeßbericht aus Leipzig, welchen wir fetzt veröffentlichen, werden die Rechtszustände in Sachsen grell beleuchtet. Rechtsanwalt Hofmann hat am Sonnabend einen dritten Prozeß gehabt, über welchen das Leipziger Tageblatt" also berichtet: " In Rußland kann man den Merger über den Ausgang der Affäre Labruyère nicht verhehlen. Die offiziöse russische St. Petersburger Zeitung" erörtert, wie aus St. Petersburg telegraphirt wird, das Urtheil des AppellGerichtshofes der Seine in dem Prozesse Labruyère und wie einer Feindseligkeit gegen Rußland verdächtigen zu wollen, gleichwohl befremdlich und das dem Spruche zu Grunde gelegte Motiv fei erstaunlich. Irgend welcher Zweifel daran, daß Padlewski durch Labruyère Untersachen wider besseres Wissen behauptet worden sind. Wikmann soll schwer an Morphinismus leiden. Das fügung und Beihilfe erhalten habe, sei gar nicht möglich. Andererseits ist die Wahrheit der fraglichen Thatsachen Klima Ostafrika's erzeugte bei ihm Schlaflosigkeit, welche er tönnen, aber daß derselbe Labruyère für nicht schuldig erDer Gerichtshof hätte die Strafe Labruyères ermäßigen Die Beleidigung ist be nur durch Morphiumeinspritzungen bannen konnte. Man gangen worden gelegentlich der Wahrnehmung berechtigter meint, daß er seine Stelle als Reichskommissar bald nieder klärt habe, sei ein absoluter Fehler und geeignet, einen Interessen in Vertretung des Vereins der Maschinenschlosser, legen werde, da seine Gesundheit allzu sehr geschwächt sei. wenig zu rechtfertigenden Präzedenzfall zu schaffen für interDer Angeklagte ist aber zu weit gegangen und hat die Grenzen derselben überschritten. Vom Rechtsanwalt Hofmann ist der Jedenfalls eignet sich ein Morphinist nicht für ein so ver nationales und französisches Lumpengesindel, das aus der Schutz des§ 199 des Reichs- Strafgesetzbuchs( wechselseitige Be- antwortungsvolles Amt, wie es Wißmann bekleidet. Wie Verübung revolutionärer Handlungen ein Gewerbe mache. Uns kann der Zorn der Russen über die Franzosen nur leidigung) in Anspruch genommen worden, da der vom Polizei- schwer es für Deutsche ist, das Klima unserer Kolonien zu Amt bei Uebermittelung der Eingabe an die königliche Kreis- ertragen, geht auch aus dem Falle Wißmann hervor. Wenn angenehm sein. Hoffentlich geben die Franzosen den Russen hauptmannschaft beigefügte Bericht Beleidigungen feiner Person ein so fräftiger und ferngesunder, an das Klima Afrika's noch oft hierzu Gelegenheit. Dadurch wird die unnatürliche enthalte. Das königliche Schöffengericht fann es völlig dahin doch nicht ungewohnter Mann den dauernden Aufenthalt dort Begeisterung der Franzosen für den Russen bald gründlich gestellt sein laffen, ob die in einem amtlichen Schriftstück an nicht verträgt, wie schwer muß dies erst den anderen Deut in ihr Gegentheil verkehrt werden, was im Interesse der die vorgesetzte Behörde gebrauchten Ausdrücke als Beleidigungen schen fallen. Auch eine Illustration für unsere Kolonial- Kulturentwickelung Europas sehr zu wünschen wäre. im Sinne des Strafgeseges anzusehen seien, da der vom PolizeiAmt eingereichte Bericht fünf Tage später abgesandt ist, mithin politik!-Seipzig, 17. Januar. Am heutigen Tage verurtheilte das königliche Schöffengericht den hiesigen Rechtsanwalt Gustav Das Deutsche Reich macht Fortschritte! Dies beweist Adolf Hofmann wegen Beleidigung nach§ 186 des Reichs- ein Vergleich der letzten Ordensfeste. Während im Jahre Strafgesetzbuchs zu 300 M. Geldstrafe, eventuell 1 Monat Haft. Die Beleidigung war in einer vom Angeklagten verfaßten Ein- 1890 nur 1490 Auszeichnungen vertheilt wurden, heilte gabe vom 22. März 1890 an das hiesige Polizeiamt ge- das Ordensfest dieses Jahres 1710 Knopflochschmerzen. Da meint, der Spruch des Appellhofes sei, ohne letzteren irgendfunden worden, welche als Rekursschrift des Vereins der spricht man noch von einem Rückgange deutscher Schaffens Maschinenschlosser dienen und der königlichen Kreishauptmann Luft, von einem Niedergang des Lohnes, von einer Decadence fchaft vorgelegt werden sollte. Nach Ansicht des königlichen der Deutschen. Nein, freuen müssen wir uns, daß dem VerSchöffengerichts hat die Beweisaufnahme sichere Stützpunkte dienste die Krone zu Theil wird. nicht ergeben, daß die vom Angeklagten angeführten Thatfeineswegs erwiesen worden. Das„ Wiener Fremdenblatt", das Organ des öster von einer auf der Stelle erwiderten Beleidigung nicht die Rede Ueber die Luzky- Angelegenheit sind unsere Leser durch reichischen Ministeriums des Aeußeren, dementirt in entsein könne. Es hatte hiernach die Verurtheil ng des Angeklagten den authentischen Bericht, welchen wir zu bringen in der schiedener Weise die Nachricht, daß internationale Berwegen Beleidigung einzutreten. Bei der Strafausmessung war Lage waren, so genau und so vollständig unterrichtet, daß einbarungen gegen die Sozialdemokratie geplant einerseits strafschärfend, zu berücksichtigen, daß sich dieselbe als wir auf die Mittheilungen weiterer Ginzelheiten verzichten werden. Wir schenken dem Dementi Glauben, obgleich es ein schwerer und gemeingefährlicher Angriff auf das Ansehen können. Wir sind aber jetzt im Stande, auch die Vor- spät der Meldung nachhinkt, weil wir wissen, daß jede des Polizeiamts darstellt, andererseits strafmildernd, daß zunächst und in erster Linie dieselbe Vertretung fremder Inter- geschichte der Angelegenheit und ihre diplomatisch- politische Regierung auch ohne solche Vereinbarungen ihr Möglichstes effen und in einem leidenschaftlichen, durch ein allerdings un- Seite beleuchten zu können. thut, um die Entwicklung der Sozialdemokratie zu hemmen begründetes Mißtrauen gegen das Polizei- Amt erregten Bustand Seit Jahren giebt Rußland sich die äußerste Mühe, und weil die Regierungen sich gegen uns stets bereitwilligst gethan worden sei. Die Verhandlung selbst wurde die Türkei zu einem Schuh- und Truzbündniß Liebesbienste geleistet haben. Daher muß uns das Dementi unter Ausschluß der Deffentlichkeit geführt." gegen England und Desterreich zu veranlassen. kühl lassen. Wir kennen unsere Gegner, die ChimborassoWir sehen hier die Wirkungen des Gesetzes zur Be- Da nun die türkische Regierung sehr wohl weiß, daß höhe ihres Gaffes gegen uns und ihr Solidaritätsgefühl, schränkung der Oeffentlichkeit des Gerichtsverfahrens. Wenn ein solcher Vertrag der reine Selbstmord wäre ein wenn es den Kampf gegen uns gilt, wir haben es erfahren, irgend ein Prozeß des vollsten Lichtes der Deffentlichkeit be Bündniß des Schafs mit dem Wolf so kann die russische daß sie auch ohne internationale Vereinbarungen das durfte, dann war es dieser, in welchem die Frage zu Regierung natürlich nicht auf gradem und ehrlichem Wege Menschenmögliche leisten im Kampf gegen uns. entscheiden war, ob die Polizei parteiisch zu Werke gegangen zum Ziele gelangen- jie hat also den Weg gewählt, welcher ist oder nicht. Und das Material des angeklagten An- fie schon so oft zum Ziel geführt und dem sie alle, jemals Zeichnung der letzten Rentensubskription in alle Welt hin Der Reichthum Frankreichs wurde gelegentlich der Klägers muß ein schwerwiegendes gewesen sein, sonst hätte über die Türkei errungenen Vortheile verdankt: den der Bauspofaunt. Nach den amtlichen Meldungen bestätigt sich der legten Rentensubskription in alle Welt hin die Leipziger Polizei, im Interesse ihres Rufs, sich ste chung. Dank der Ueberzeugungskraft des Rubels Dank der Ueberzeugungskraft des Rubels wohl gehütet, den Ausschluß der Deffentlichkeit auf Reisen" ist es gelungen, eine Anzahl hoher türkischer auch die Thatsache, daß Frankreich sich als folossal reich gezu beantragen. Und daß das Belastungsmaterial würdenträger darunter namentlich solche griechischer und Beigt hat, freilich aber beschränkt sich der Reichthum nur auf gegen die Leipziger Polizei ein schwerwiegendes war, das armenischer Abkunft zu gewinnen", und mehrmals schon einen verschwindend kleinen Theil der Franzosen. erhellt auch aus der verhältnißmäßig milden" Bestrafung, hieß es, der Vertrag sei bereits abgeschlossen. Allein die man, daß selbst um wenige Franken Rente subskribirt werden während sonst doch in Sachsen jede Kritik des herrschenden Engländer waren nicht blind; und der Sovereign konnte und daß durch die Zeitungsreklame einerseits, durch Systems mit wahrhaft exorbitanten Strafen belegt zu werden( 20 Mark) ist noch etwas anziehender als der Nubel die Beliebtheit der Anlage von Ersparnissen in Renten und pflegt. Aus dem gewundenen Bericht des„ Leipziger Tage(= 2 Mark). Und das russisch- türkische Truz- und Schutz durch die Unsicherheit aller anderen Papiere bei der blatt" läßt sich herauslesen, daß Rechtsanwalt Hofmann den bündniß ist noch nicht zu Stande gekommen, und wird Beweis der Wahrheit im vollsten Umfang zu erbringen ver- auch voraussichtlich nicht zu Stande kommen. Der Kampf gabruyère's sind, so viel Wahrscheinlichkeit hat auch die andere *) So richtig vorstehende Ausführungen über die Freisprechung mocht hat. zwischen russischem und englischem Ginfluß dauert aber fort, von uns geäußerte Meinung, daß Constans als Mitverschworener Jedenfalls werden wir Weiteres über den hochwichtigen oder sagen wir lieber: der Kampf zwischen Rubel Labruyère's die Freisprechung in der zweiten Instanz veran Prozeß hören. und Sovereign. laßt hat. Bedenkt drohenden Krisis andererseits, alle, die Geld hatten, ver- streikenden Arbeiter zu verhandeln, obwohl ihnen von Seiten seinem Streik in der Regel mehr ein Zeichen der Schwäche, anlaßt wurden, Renten zu subskribiren und daß trozdem, derselben die denkbar größten Konzessionen gemacht worden als eines der Stärke. Es bezieht sich das jedoch selbstwenn wir die Subskription durch Ausländer gar nicht in sind. Ja, sie weigern sich sogar hartnäckig, trozdem die verständlich nicht auf Vorgänge, wie die in Motherwell, wo Rechnung ziehen, doch nur von 2/3 pet. aller Franzosen Arbeiter so weit gegangen waren, auf eine formelle Aner die Volksmasse durch ihre energische Haltung die AusZeichnungen gemacht wurden, so zeigt es sich, wie start pro- fennung ihrer Union zu verzichten, auch nur in einem Punkte treibung der dortigen Theilnehmer am Streit aus den letarifirt das französische Volk ist, wie dem koloffalen Reich nachzugeben, bevor die Arbeiter sich wieder zum Dienst ge- ihnen von der Eisenbahn- Gesellschaft gnädigst überlassenen thume einiger Weniger Armuth, Noth und Entbehrung fast meldet, d. h. bedingungslos kapitulirt hätten. Alle Ver Arbeiterwohnungen thatsächlich verhindert des ganzen übrigen Volkes gegenübersteht. So sehen wir in mittelungsversuche der durch den Streik stark in Mitleiden- hat. In den letzten Tagen haben sich jedoch die Angriffe der Frankreich den durch ungleichen Besiz herbeigeführten schaft gezogenen Bürgerschaft von Edinburgh und Glasgow Streifenden auf die Streikbrecher und das Bahnmaterial Klassengegensatz recht deutlich bei der die Bourgeoisie zu haben sie von diesem Standpunkt, der mit dem der Legiti- bedenklich gehäuft. toller Begeisterung entflammenden französischen Renten- misten in der Politik verglichen werden kann, nicht abzu- Eine Reihe namhafter Arbeiterführer sind nach dem subskription. bringen vermocht. Wie indeß überall der Legitimismus dem Norden gereist, die Streifenden zu organisiren und ans Konstitutionalismus hat weichen müssen, der wiederum nur zufeuern, und in London hat sich ein Vigilanz das Zwischenstadium ist zum Gottseibeiuns Selbstregierung Komitee" mit Michael Davitt an der Spige gebildet, des Volfes, so wird auch im Kampf zwischen Kapital und die Anwerbung und Abführung von Streifbrechern nach dem Arbeit alles Sperren nichts helfen oder höchstens dahin Norden zu verhindern und Mittel für die Streifenden zu führen, daß eines Tages die Entwickelung ohne das Mittel- sammeln. Nachdem vorigen Sonntag schon eine große Verglied sich vollzieht und die Ritter der angestammten sammlung zu diesem Behuse stattgefunden, sollen am Autorität des Kapitals das Schicksal der Bourbonen theilen nächsten Sonntag sieben große Meetings den Streifern in und gleich dem" Roy" Froschdorfer Angedenkens nur noch Schottland die Sympathie der Londoner Arbeiterschaft ausauf ihrem Prinzip" sigen. gramme vor: drücken. Für morgen wird die große Demonstration der bel gischen Sozialisten und Progressiften erwartet, Militär aller Art wird nach Brüssel gezogen. Trotz des Militär aufgebots dürfte der morgige Tag, aller Wahrscheinlichkeit nach, ruhig verlaufen. Aus Brüssel liegen folgende TeleDer Bürgermeister hat die für Dienstag beabsichtigte Kundgebung zu Gunsten des allgemeinen Stimmrechts genehmigt, zugleich aber alle nothwendigen Maßregeln zur Erhaltung der Ruhe und Ordnung getroffen. Zur Verstärkung der hiesigen Soweit sind wir freilich heute noch nicht. Die Arbeiter Garnison sind von außerhalb zwei Regimenter Truppen hier- fämpfen vorläufig noch für ihr konstitutionelles Recht, und Parnell hielt am Sonntag in Tralee eine Rede, in her beordert worden. jeder größere Streik, der sich auf diese Frage zuspißt, wird. welcher er erklärte, daß er mit O'Brien bei der jüngsten Die vereinigte Rechte von Kammer und Senat wird am von ihrer Allgemeinheit mit lebhaftem Interesse verfolgt. Busammenkunft zu einer Verständigung gelangt sei. Welche Mittwoch eine Versammlung abhalten, in welcher über ihre Von Tag zu Tag mehren sich daher die Sympathie- Entschließung die ihm feindlichen Deputirten seitdem getroffen Haltung in der Frage der Verfassungsrevision berathen werden bezeugungen aus den Reihen der organisirten Arbeiter für hätten, sei ihm nicht bekannt, es sei lediglich die Schuld der die Sache der Streifenden, und die Geldbeiträge fließen ver- letzteren, wenn die Angelegenheit noch nicht endgiltig geZu den politischen Schwierigkeiten kommen hältnißmäßig reichlich. Am Schauplatz des Kampfes selbst regelt sei. Am gleichen Tage traf der einflußreiche irische nun in Belgien auch schwere soziale. So telegraphirt nimmt auch ein großer Theil des Publikums für die Führer Dillon, von New- York kommend, in Havre ein, und das Bureau„ Herold": Wiehrere Eisenwerke gehen ernstlich Streifenden Partei, und bei vielen verwandelt sich die wurde daselbst von O'Brien empfangen, mit dem er alsmit dem Gedanken um, ihren Betrieb einzustellen. Infolge Sympathie in klingende Beihilfe. Ein gewisses Aufsehen bald eine mehrstündige Unterredung hatte. wird. 16 von Lohnherabsehungen stehen, wie es heißt, bei verschiedenen hat es gemacht, daß Lord Ripon, der frühere liberale Statt- Bei der großen Aufregung der Frländer über die Spal Walzwerken partielle oder totale Streits bevor. Das Syndikat halter in Indien, 500 M. für den Streiffonds ge- tung in ihrer Parlamentsfraktion dürfte bald das Abder Hüttenwerke faßte den Beschluß, die monatlichen Arbeits- zeichnet hat. Vielleicht wollte er damit den fatalen kommen Parnell's mit seinen Gegnern veröffentlicht werden tage auf zwanzig zu reduziren. Stahlwerke und Konstruktions- Eindruck verwischen, den es gemacht, daß unter den hartnäckigen müssen. werkstätten haben noch für einige Zeit gesicherte Be- Direktoren der kaledonischen Eisenbahngesellschaft sich auch ein schäftigung. liberales Parlamentsmitglied befindet. George Bancroft, einer der hervorragendsten ameri Ein späteres Telegramm desselben Bureau's meldet:„ An- Ob freilich alle Beihilfe und Sympathie ausreichen fanischen Historiker, Vermittler deutscher Wissenschaft in den gesichts des hier herrschenden Elends beabsichtigt man," eine wird, den Arbeitern den Sieg zu sichern, muß abgewartet Vereinigten Staaten, auch mehrere Jahre Gesandter der Million Franks aus dem Fonds für Wohlthätigkeitszwecke werden. Bis jetzt hat sich die Masse der Streifenden fest Vereinigten Staaten von Nordamerika in Berlin, ist gestern im Voraus zu erheben, um dieselbe sofort unter den Armen gezeigt, und die Blacklegs", die die Gesellschaften eingestellt zu vertheilen." Man will die Massen bestechen. Die Zeiten der alten Römer sind aber vorbei, wo man mit panis und circenses, mit Brot und Spielen, die unteren" Schichten zufrieden stellen und den oberen die Herrschaft sichern Tonnte. gestorben. Der Judianerkrieg in Nordamerika wird offiziell als beendet erklärt. " haben, besorgen den Dienst nur unvollkommen. Aber die Letzteren behaupten ihrerseits, genügend Leute auf ihren Listen zu führen, alle Streifenden zu ersetzen, und nur aus Humanität" damit noch zurückgehalten zu haben. Ganz In einer der südamerikanischen Republiken, in unmöglich ist es nicht, daß bei dem harten Winter ihre Chili, ist es zur Abwechselung einmal die Flotte, welche Werbe- Agenten erfolgreich gewesen sind, indeß kommt es eine Revolution gemacht" hat. In der Regel ist es in Ueber den Streif der schottischen Eisenbahnarbeiter noch sehr darauf an, ob die angeworbenen Leute auch die jenen Ländern die Armee, welche das Geschäft der„ Revo wird uns aus London unterm 16. Januar 1891 geschrieben: genügenden Qualitäten besigen. In Wirklichkeit wird der lutionsmacherei" zu besorgen pflegt. Unseren Staatsanwälten, Derselbe dauert nun schon die vierte Woche und noch ist Ausgang des Streiks doch schließlich davon abhängen, ob die so eifrig nach Revolutionsmachern suchen, und keine tein Ende abzusehen. Aus einem Streit für Kürzung der die jetzt Ausgetretenen auch fernerhin allen Einschüchterungen finden, möchten wir wirklich eine Reise nach Südamerika Arbeitsstunden und für Beseitigung verschiedener Mißbräuche und Verlockungen, mittelst deren abwechselnd auf sie einzu- empfehlen oder, falls ihnen vor der„ Republik" grauen ist er, wie das ja öfters geschieht, zu einem Streik um Anwirken versucht wird, Stand halten. sollte, nach der allerlegitimsten und allerchriftlichsten Mos narchie Spanien! Dort können sie viel lernen namentlich was für einen vortrefflichen Rocher de bronze das stehende Heer abgiebt. erkennung der Arbeiterorganisationen ge Als ein gutes Zeichen konnte es bis jetzt betrachtet worden. Die Direktoren der von dem Streit betroffenen werden, daß nur wenig sogenannte Ausschreitungen vor Eisenbahnen lehnten es beharrlich ab, mit den Komitees der gekommen waren. Im Allgemeinen sind Gewaltakte bei Theater. Dienstag, den 20. Januar. Opernhaus. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg. Schauspielhaus. Das goldene Vließ, Leffing- Theater. Der Traum ein Leben. Berliner Theater. Das Fräulein von Scudery. Deutsches Theater. Die Kinder der Erzellenz. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Die Gondoliere. Wallner Theater. Die Sternschnuppe. Circus Renz. Circus Schumann. Karlstraße. Heute, Dienstag, den 20. Januar 1891, Abends 7 Uhr: Extra- Vorstellung Friedrich- Karl- Ufer. Heute Abend 71/2 Uhr: Große Vorstellung mit neuem, vorzüglich gewähltem Programm. mit besonders gewähltem Programm. ,, Japan, oder: Die nechischen Auftreten der neuengagirten musikaFrauen Mikado. Großes lischen Klowns Gebr. Permané, sowie equestrisches Ausstattungs- Divertiffe- der Reitkünstlerin Miß Taylor. ment in 2 Abtheilungen. Neu arrang. Zum Schluß der Vorstellung: vom Direktor E. Renz. 4 arabische Schimmelhengste, zusam Circus unter Wasser. Ⅲ men dressirt und vorgeführt vom Di Eine ländl. Hochzeit. Residenz- Theater. Der selige Tourettor E. Renz. Jeu de la rose, gepinel. Viktoria Theater. 9 Die sieben Raben. Bellealliance- Theater. Die Nach barinnen. Ottend Theater. Vervehmt. Adolph Ernst- Theater. Unsere Don Juans. Thomas Theater. Drei Paar Schuhe. Ranfmann's Variété. Große Spezialitäten- Borstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten- Vorstellung. Concordia. Große SpezialitätenVorstellung. Gebr. Richter's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Wintergarten. Große SpezialitätenVorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Andress, Alexanderstraße 27c. Clara Conrad, Lieder- und Walzerfängerin. Jenny Reimann, Kostüm- Soubrette. Max Menzel, Gesangskomiter. Mr. Koberstein, Malabarist. Mc. Lean Brothers, Amerikan. Neger- Excentric. Gebr. Willmo, musikalische Clowns. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 52 Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Grosses Concert. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Entrée Wochentags 10 Píg., Sonn- und Festtags 25 Pig. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Pazenhofer 641 Export- Bier, Seidel 15 Pf. F. Müller. ritten von Fräul. Clotilde Hager und Miß Lilie Meers. 4 hohe Schulen zu gleicher Zeit geritten von 4 Herren mit arabischen Vollblutpferden. Mr. J. F. Clarke, phänomenaler Reitfünstler. 3 Athleten zu Pferde v. d. Gebr. Briatore. Mr. Rodgers, großartiger Luftgymnastiker. Auftreten der Reit fünstlerinnen Frl. Zephora und Mm. Bradbury, des Jockeyreiters Mr. B. Fillis, sowie komische Entrees und Intermezzos von sämmtl. Klowns. Morgen Vorstellung. E. Renz, Direktor. Bratweil'sche Bierhallen Kommandantenstr. 77-79. Täglich: ausgeführt Grosses Concert mit Quartett- Sängern, von dem Musik- Direktor H. Sanftleben. Wochentags: Frei- Concert. Sonntags Entrée 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, Regelbahnen und einen Saal zu Vergnügungen und Versammlungen. F. Sodtke. 3 703 Castan's Panopticum. Prof. Dr. R. Koch im Labora torium. a. d. Leibwache des Königs von Dahomey. Amazonen- Truppe eu WeihnachtsSensationelle Wafferpantomime. Spezialität: 4 Wassernymphen. Morgen Abend: Große Vorstellung. Auftreten der musikalischen Klowns Gebr. Permané, Reitfünstlerin Miß Taylor. Die sensationelle WasserPantomime. Gine ländliche Sochzeit. PassagePanopticum. 100 nene Gruppen und Figuren. SpezialitätenVorstellung. Entree 50 Pfennig Geöffnet v. 10 Uhr Vorm. b. 11. Ab. Kaiser Panorama. Passage 1 Tr., v. 9 M. bis 10 Ab. Diese Woche: 1. Reise auf der Insel Rügen. 1. Reise durch Oesterreich, Prag, Salzburg 2c. 1. Cycl. Baden, Heidelberg, Constanz 2c. Reise um die Erde. 1. Cycl. Pariser Weltausstellung. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf., Abonn. 1 Mr. F. Stenzel's Elegante Masken- Garderobe, 118 Dresdener- Strasse 118, empfiehlt sich den Lesern des Vorwärts" zu billigsten Preisen. unter Garantie foftet bei mir Ausstellung. Jede Uhr Damen- Kapelle. Entree 50Pf. Kinder 25 Pf. v.9 Uhr Morg. bis 10 Uhr Ab. 103 Versammlung Der Arbeiter- Bildungsschule am Mittwoch, den 21. Januar, Abends 8 Uhr, im Lokale des Böhmischen Brauhauses, Landsberger Aller. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Statutenvorlage. 3. Vorstandswahl. 4. Anträge. Nur mit Mitgliedstarten ist der Zutritt zu dieser Versammlung geftattet. Die Kommission. J. A.: H. Gumpel. C. Bahlstellen: Kuhlmey, Rosenstr. 30. Vogtherr, Landsbergerstr. 64. N. Abraham, Straßburgerstr. 5. Gleinert, Müllerstr. 174. Gnadt, Brunnenstr. 38. Hasenclever, Chausseestr. 49/50. Kleinau, Gartenstr. 171. Lehmann, Brunnenstr. 83. Nürnberg, Schönhauser Allee 28, Schmidt, Tresckowstr. 24. Thierbach, Schwedterstr. 44. NO. Gumpel, Barnimstr. 42, NW. Vogtherr, Stephanstr. 16. Voss, Birkenstr. 59. S. Haugk, Boechstr. 12. Börner, Ritterstr. 108. Gründel, Dresdenerstr. 116. A. Günther, Gitschinersir. 87, Klein, Rottbufer Damm 14, SO. Kehr, Röpniderstr. 126. Schmidt, Wrangelstr. 141. Schulz, Admiralstr. 40 a. Ulrich, Wrangelstr. 84. Tutzauer, Röpenickerstr. 25. Zubeil, Naunynftr. 86. SW. Schönfeld, Mariendorferstr. 10. Wilschke, Junkerstr. 1. Razzbachstr. 1, 0. A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. E. Böhl, Frankfurter Allee 74, Heindorf, Langestr. 70. Höhne, Eldenaerstr. 2. Jnsinger, Krautstraße. Lock, Friedrichsbergerstr. 11. Tempel, Breslauerstr. 27. Friedrichsberg. Lippe, Friedrich Karlstr. 11. Große öffentliche Bersammlung der Klempner Berlins und Umgegend am Mittwoch, den 21. Jannar, Abends 8 Uhr, int Joël's Salon( früher Keller), Andreasstraße Nr. 21. 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Herrn Metzger über: Das Roalitionsrecht." 2. Bericht von der Delegirtenkonferenz. Referent: Rollege Kollege Weber. 4. Wahl eines Bezirks- Vertrauensmannes. 5. Verschiedenes. Kollegen! Da die Tagesordnung eine so wichtige ist, so ist es Gure Der Einberufer.[ 187 111 Pflicht, recht zahlreich am Blaze zu sein. zu repariren ( außer Bruch) Kleine Reparaturen entsprechend billiger. Uhren, Gold- u. Silberwaaren 1,50 Mk. des C. Wunsch, Mar. 38, General- Versammlung Vereins gewerblicher Hilfsarbeiter Berlins und Umgegend am Mittwoch, den 21. Jaunar, Abends 82 Uhr, in Renz' Salon, Naunynstraße 27. 1. d. Dranienplay. Kautsch.- Stempel, Monogr. u. Sign. 3. Berschiedenes und Fragekasten. Schablonen, Inschriften. Sämmtliche Mitglieder werden gebeten, zu erscheinen. H. Guttmann, Brunnenstr. 9. 1. Kassenbericht. 2. Wichtige Regelungen von Vereinsangelegenheiten. 3wei Vereinszimmer mit Pianinos Kinderwagen. Andreasr.23,§.p, Das gr. Sager Berlins von 20-60 Personen sind zu vergeben. J. Jezierski, Bimmerftr. 37. Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. 83 Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. 157 Der Vorstand. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 16. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 47. Sigung vom 19. Januar, 1 Uhr. Am Bundesrathstische: von Boetticher, von Malzahn und Kommissarien. Eingegangen ist der Bericht der Fabrikinspektoren für 1889. Zur Berathung steht zunächst der Antrag der sozialdemokratischen Partei, wonach in Erwägung, daß nach Artikel 31 der Verfassung ohne Genehmigung des Reichstages kein Mitglied desselben während der Sigungsperiode zur Untersuchung gezogen werden kann, in Erwägung, daß der Reichstag zur ersten Session seit dem 6. Mai 1890 versammelt ist, den Reichskanzler zu ersuchen, zu veranlaffen, daß der Staatsanwalt in Nürnberg zur Aufhebung derjenigen Untersuchungsmaßnahmen angewiesen werde, welche er unter Nichtveachtung der Bestimmungen des Art. 31 gegen den Abg. Grillenberger eingeleitet hat. Dienstag, den 20. Januar 1891. Reichstages geradezu dadurch leiden müssen, daß er Undurch führbares verlangt. Würde lediglich die Einstellung des Verfahrens für die Dauer der Session verlangt, so würden wir zustimmen. Ich empfehle den Herren ihren Antrag demgemäß zu ändern. zulässig. 8. Jahrg. Vernunft allein ein in der Verfassung festgelegter Begriff nicht ist.( Heiterkeit.) Wohl aber möchte es mit der Vernunft im Widerspruch stehen, Anträge anzunehmen, von deren Undurchführbarkeit man überzeugt ist. Abg. v. Buol( 3.): Wir werden für den Antrag v. Unruhe Bayerischer Bundesbevollmächtigter Graf Lerchenfeld: Die stimmen, die Frage im Uebrigen aber, soweit sie streitig bleibt, Ausführungen des Abg. Hartmann haben den Standpunkt der der Geschäftsordnungs Kommission überweisen, zumal, wie wir verbündeten Regierungen richtig gekennzeichnet und auch zu hören, der gegenwärtige Reichskanzler sich mit der Frage noch treffend dargelegt, daß das Petitum, soweit es die Zurücknahme nicht beschäftigt hat und andererseits ein oberlandesgerichtliches der bereits vorgenommenen Untersuchungshandlungen fordert, als Urtheil entgegensteht. unstatthaft und undurchführbar bezeichnet werden muß. Gegen Abg. v. Hartmann unterstüßt die Anregung, die Angelegeneinen Antrag, der die Einstellung des Verfahrens für die Dauer heit der Geschäftsordnungs- Kommission zu überweisen, verwahrt der Session fordern würde, ließe sich nichts einwenden. Nachdem sich aber dagegen, daß er das Interesse und die Würde aber der Staatsanwalt sich auf den Standpunkt der Anschauungen des Reichstags schädige, wenn er einen Antrag bekämpfe, den der verbündeten Regierungen gestellt hat und diese Anschauung der eigene Bundesgenosse des Antragstellers Singer als unausvon dem Oberlandesgericht in München gebilligt worden ist, ist führbar bezeichne. jede weiter gehende Forderung undurchführbar und deshalb un- Abg. Marquardsen( nl.) beantragt die Ueberweisung des Antrags der sozialdemokratischen Partei an die GeschäftsordnungsAbg. Singer: Wir haben mit Vorbedacht die Form ge- Abg. Frhr. v. Unruhe- Bomst( Reichspartei) bringt unter Kommission: seine Partei verde für den Antrag v. Unruhe wählt, in welcher der Antrag Ihnen vorliegt. Wir wollen, Zustimmung zu den Ausführungen des Abg. Hartmann den stimmen. daß der Reichstag sich prinzipiell darüber äußere, ob die Im- formulirten Antrag ein: Der Reichstag wolle beschließen, den Abg. Munckel( dfr.) beantragt, beide Anträge der Geschäftsmunität der Abgeordneten auch während einer Vertagung der Herrn Reichskanzler zu ersuchen, zu veranlassen, daß das Ver- ordnungs- Kommission zu überweisen. Zeit sei bis zum 7. Februar Sizungen des Reichstags fortdauert oder ob es in das Be- fahren gegen den Abg. Grillenberger wegen Beleidigung des Amt- genug, um damit fertig zu werden. Der Reichstag ist es sich lieben einzelner Staatsanwälte gestellt ist, sie zu mißachten. manns Lucke und des Generalsekretärs Bueck für die Dauer der schuldig, seine Stellung unverrückt auszusprechen. Mit der BeDas Ober- Landesgericht München hat nämlich auf Beschwerde Session eingestellt werde. merkung, daß der Reichstag es ja immer in der Hand habe, durch des Staatsanwalts dahin erkannt, daß die Immunität sich nicht Abg. Singer erkennt die gute Absicht des Vorredners an, einen Beschluß die Einstellung des Verfahrens zu erzwingen, sei auf die Dauer der Vertagung, sondern nur auf die Dauer des erklärt aber, daß seine Partei dafür nicht stimmen könne, weil sie die Sache nicht abgemacht. Gerade der vorliegende Fall lehre, wirklichen Vertagtseins beziehe. Es ist dem Abg. Grillenberger es müde sei, jedes Mal und in jedem einzelnen Falle solche An- daß, wenn nicht die Gerichtsferien dazwischen gekommen wären, infolge dessen, da er die Aften zurückgeschickt hat, ein Offizial träge wieder stellen zu müssen. Sie würde es, wenn der Antrag sehr wahrscheinlich eine Verurtheilung des Angeklagten erfolgt vertheidiger gestellt worden, und man hat die Schwurgerichts- v. Unruhe abgelehnt werden sollte, darauf ankommen lassen, ob wäre, während der Reichstag garnicht versammelt war und also verhandlung gegen ihn auf den 7. Februar angefeßt. Alle an- die bayerischen Gerichte ein Mitglied des Reichstags aus der auch keinen Beschluß in der erwähnten Richtung hätte fassen deren Gerichte haben die Untersuchung ausgefeßt, sobald ihnen parlamentarischen Thätigkeit heraus vor die Gerichte ziehen können. zum Bewußtsein kam, daß es sich um Abgeordnete handelte. Auch werden. Man könne ja dankbar sein für die Zusicherung, daß Abg. v. Unruhe Bomst widerspricht der Verweisung seines. bin ich selbst, der aus Berlin ausgewiesen war, während der gegen einen Antrag im Sinne der Redner von der Rechten von Antrages an die Kommission, es würde dadurch nur eine VerBertagung vollständig unbehelligt in Berlin geblieben, selbst als Seiten der bayerischen Regierung nichts eingewendet werden schleppung der Sache und keine Beschleunigung der Lösung der wir noch Herrn von Puttkamer zum Minister des Innern hatten. würde; aber diese Zusicherung habe keinen Werth, denn ein streitigen Frage herbeigeführt. Derselben Meinung giebt Abg. Im Reichstag ist die Frage bisher stets im Sinne unseres An- solcher Antrag einmal zum Beschluß erhoben, müsse eben aus Hartmann Ausdruck. trags entschieden worden. Unsere Staatsrechts- Lehrer, auch die geführt werden. Die Ausführungen des Abg. Hartmann haben Abg. Munckel: Wenn am 7. Februar verhandelt werden soll, tonservativen Anschauungen zuneigen, bezeichnen ebenfalls dieſe mich nicht überzeugt. Wir verlangen keineswegs eine Einmischung so wird man, falls Verurtheilung eintritt, im Wege der Revision Ansicht als die richtige. Wenn auch die verbündeten Regierungen in die Thätigkeit der Gerichte, wir verlangen nur, der Reichstag an das Reichsgericht feststellen können, ob das Verfahren überden entgegengesetzten Standpunkt wieder geltend gemacht haben, so solle aussprechen, daß das Verfahren gegen Grillenberger dem haupt rechtsgiltig war. Auf diese Entscheidung des Reichsist doch stets vom Reichstage unserer Meinung beigetreten worden. Art. 31 der Verfassung widerspricht, dasselve, was der Reichstag gerichts würde ich es dann ankommen lassen. Vielleicht aber Der Antrag ist nicht von parteipolitischen Anschauungen beeinflußt; 1885 bezüglich des Verfahrens gegen Frohme und von Vollmar läßt sich dem Antrage v. Unruhe ein Zusatz geben, der auch die was heute den Sozialdemokraten passirt, kann eines Tages den beschlossen hat. Wir halten den Reichstag selbst für den be- Weiterverfolgung des noch nicht erledigten Theils des Antrags Herren von der äußersten Rechten passiren. Die Staatsanwälte, fugtesten und sachverständigsten Ausleger seiner Privilegien, nicht Singer sichert. welche als Hüter der Gesetze und der Verfassung bestellt sind, die Regierungen, nicht ein Gericht, und sei es auch ein hohes. sehen wir hier gerade entgegengesezt die Verfassung direkt ver- Wenn der deutsche Reichstag nicht so viel Interesse für die lezen.( Präsident v. Leve how ersucht den Redner, nicht solche Wahrung seiner Vorrechte selbst hat, dann können wir das nur allgemeinen Vorwürfe zu erheben.) Jedenfalls sehen sich also ein- lebhaft bedauern. zelne Staatsanwälte über diese Verfassungsbestimmung hinweg. Ich bitte Sie, die Stellung und die Würde des Reichstages zu schüßen und unseren Antrag anzunehmen. Bayr. Bevollm. Graf Lerchenfeld stellt richtig, daß er nicht davon gesprochen, daß die bayrische Regierung gegen einen Antrag, wie er von der rechten Seite angekündigt sei, nichts er innern würde, sondern daß sie dagegen selbstverständlich nichts zu erinnern habe. # Abg. Singer stimmt dem Vorschlage zu, beide Anträge der Kommission zu überweisen. Der Antrag der sozialdemokratischen Partei wird einstimmig der Geschäftsordnungs- Kommission überwiesen, der Antrag von Unruhe- Bomst nach Ablehnung des Antrags auf Kommissionsberathung gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Darauf beginnt das Haus die zweite Berathung des Etats für 1891/92. Beim Spezialetat des Reichstags Abg. Träger( dfr.) erklärt für den Antrag Singer stimmen wünscht Abg. Richter die Drucklegung des festgestellten Etats, zu wollen, obwohl er überzeugt sei, daß der Tenor desselben un- wie sie in Preußen üblich sei. Die summarische Publikation ge= ausführbar sei.( Heiterfeit.) Es handele sich aber darum, das neue nüge nicht. Auch im Interesse der Rechnungsprüfung empfiehlt Argument zurückzuweisen, welches Herr Hartmann vorgebracht habe. sich eine solche Drucklegung, um die er den Vorstand des ReichsEs bedürfe feiner authentischen Auslegung des Artikels 31 tags ersuche. der Verfassung; sehr wünschenswerth sei aber auch, daß eine all- Bei Titel 11, Entschädigung für die Eisenbahnfreikarten der gemeine Verfügung an die Behörden im Sinne der Entscheidung Abgeordneten" bemerkt des Reichstags von 1885 erlassen würde, um die ReichstagsAbgeordneten auf diesem Gebiete zu schützen. Abg. Hartmann( dt.): Einer prinzipiellen Entscheidung über die vorgelegte Frage bedarf es nicht, wie ja der Vorredner selbst angedeutet hat. Am 8. Mai 1885 hat der Reichstag entschieden, daß während einer Vertagung des Reichstages, auch einer solchen, die auf Grund kaiserlicher Verordnung erfolgt, die Immunität fortbesteht. Das Votum ist also damals schon abgegeben worden; aber allerdings nur für den Reichstag. Die verbündeten Regie: rungen haben den entgegengesetzten Standpunkt vertreten, und zwar sehr beharrlich. Für uns also ist es keine Streitfrage mehr, aber für alle Welt draußen bleibt die Sache wie sie ist. Wir können Abg. Richter: Die Frage der Zahlung von Diäten an die hier keine authentische Interpretation des Artikels 31 geben, solche Reichstagsmitglieder bedarf dringend der Regelung. Die Diätentann nur durch beide gesetzgebende Faktoren, Reichstag und Staatssekr. v. Bötticher: Die verbündeten Regierungen losigkeit wirkt erfahrungsmäßig keineswegs abkürzend auf die Bundesrath, zu Stande kommen. Die Frage ist also streitig haben sich bisher mit der Frage nicht befaßt und ebensowenig der Dauer der Session. Desto mehr aber läßt die Beschlußfähigkeit zwischen den beiden gefeßgebenden Faktoren; einer der beiden Reichskanzler. Durch die Praxis hat sich herausgestellt, daß über des Reichstages im allgemeinen zu wünschen übrig. Besonders allein tann also nicht von einer Rechtsverlegung reden. Das die Ausbeutung Meinungsverschiedenheit besteht. Die Antrag die süddeutschen Abgeordneten haben unter der Diätenlosigkeit Oberlandesgericht in München hält die Meinung der verbündeten steller meinen, das Privilegium gelte auch während der Vertagung; sehr zu leiden. Die parlamentarische Arbeit beschränkt sich Regierungen für die richtige. Wenn von einem Unfug gesprochen diejenigen Organe der Staatsanwaltschaft und diejenigen Gerichte, daher zumeist auf einen kleinen Kreis von Personen, wird, so muß das als ungehörig bezeichnet werden. Wir können welche dieser Auffassung entgegengehandelt haben, sind eben ent- welche in Berlin oder bei Berlin wohnen, ziemlich dieselben Perden Antrag in der vorgelegten Form nicht annehmen, da er einen gegengesetter Meinung. Zur Klarstellung dieser Meinungs- sonen, welche im Abgeordnetenhause sich wiederfinden. Auch die Vorwurf ausspricht, den wir nicht für gerechtjertigt halten. Aber differenz brauchen wir gar kein Gefet, aber die einseitige Aus Büchtung von Berufspolitikern ist durch die Diätenlosigkeit nicht auch das eigentliche Petitum ist undurchführbar. Es können doch legung des Reichstags genügt allerdings nicht, sondern auch der verhindert worden; im Gegentheil fielen in Berlin wohnenden nicht die bereits stattgehabten polizeilichen und gerichtlichen Ver- Bundesrath ist hier vollständig zum Mitreden berechtigt. Hätte Personen deshalb noch mehr Mandate zu. Alle diese Verhält nehmungen rückgängig gemacht werden. Das ist ja ganz un- Herr Singer eine Resolution beantragt, durch welche der Bundes- nisse gewinnen noch an Gewicht seit der Verlängerung der Wahlmöglich. Man könnte fagen, der Staatsanwalt foll wenigstens rath aufgefordert wird, auch seine Meinung zum Ausdruck zu periode auf 5 Jahre. Nur der persönliche Wille des Fürsten feine Anklage zurücknehmen; aber auch das geht nicht mehr, nach bringen, so wäre dagegen garnichts zu sagen. Aber einen Beschluß Bismarck hat die Diätenlosigkeit durchgeführt. Aber wie so vieldem die Untersuchung beschlossen worden ist. Niemand hat das zu fassen, wonach gerichtliche Maßnahmen, die bereits getroffen fach ist er auch hier von falschen Voraussetzungen ausgegangen. Recht, die Gerichte zur Zurückziehung von gerichtlichen Ent- worden sind, aufgehoben werden sollen, das ist eben unausführbar, Der jetzige Reichskanzler hat versprochen, die Regierung werde scheidungen zu zwingen; das ist lediglich zu erreichen im Wege weil unmöglich. Wenn Herr Träger meint, daß es einer authen- überall bereit sein, zurückgehaltene Gedanken und Wünsche aufdes Rechtsmittels. Sollte der Antrag trotzdem angenommen tischen Auslegung nicht bedürfe, weil die Frage durch die Ver- zunehmen, wenn sie erfüllt werden könnten. Von diesem Gewerden, so würde meiner Meinung nach das Ansehen des nunft allein entschieden werde, so ist darauf hinzuweisen, daß die sichtspunkte aus legen wir ihm diese Frage zur Erwägung vor, Rothenburger Tage. Roman aus der Zeit des großen Bauernkrieges von 1525. Von Wilhelm Blos. ( 40. Fortseßung.) Sie war bleich von der Haft in dem engen Raum, ihre Augen glänzten wie fieberhaft, aber sie behielt die stolze und anmuthige Haltung, die man an ihr gewohnt war. " Wie heißt Du?" frug Junker Kunz, als sie sich dem Tische gegenüber aufgestellt hatte. Agnes sah ihn erstaunt an. " Ihr könnet so unziemlich fragen", sprach sie, der Ihr so oft in meines Vaters Haus zu Gast gewesen." Schweig' und antworte nur auf meine Fragen", sagte er herrisch und rauh. Alles Andere lass' dahinten. Ich bin hier Richter und Du bist Inquifitin und Delinquentin." " Ich suche hier mein Recht", sagte Agnes. " Das soll Dir werden," sprach Herr Kunz Kreglinger. Der Rath einer freien Stadt Rothenburg läßt Jedem sein Recht werden!" " Warum läßt mich ein hoher Rath dann sieben Tage lang in einem elenden Kerker stecken?" frug Agnes. Schweig," donnerte jetzt Junker Kunz, sonst mag Dich Meister Veit bis Morgen früh in ein unterirdisch Gemach zu den Kröten und Molchen stecken, auf daß Du fein artig antwortest, wie ich Dich frage. Wie heißt Du und wer bift Du?" Dann hast Du Dich mit den Aufrührern verschworen und Dich mit ihnen umhergetrieben." " Ich weiß nicht, was Ihr damit sagen wollet," rief Agnes. „ Das wirst Du schon merken. Hast Du an den nächtlichen Versammlungen Theil genommen im Hause des Stefan von Menzingen, beim Tuchscheerer Etschlich oder beim Hauptpfarrer, dem Doktor Deuschlin?" " Nein!" " Aha, sie leugnet," sagte Kunz Kreglinger, sie ist verstockt und hartnäckig. Doch wollen wir es noch in Güte versuchen, ehe wir peinlich befragen, dieweil wir es mit einem Weibsbild zu thun haben. Also, ich frage weiter: Ist es wahr, daß Du zu Würzburg beim Sturme auf das Schloß die Fahne vorangetragen?" Was zu Würzburg geschehen, darüber mag man zu Würzburg richten," sagte Agnes. Dagegen konnte ein Rothenburgisch Gericht nicht wohl etwas einwenden und von Würzburg war eine Requisition dieserhalb noch nicht gekommen. Der Richter fuhr also fort: " Fernerhin bist Du im dringenden Verdacht, dem Bösewicht, dem Doktor Karlstadt über die Mauer geholfen zu haben. Du sollst uns sagen, ob Du Solches gethan und wohin selbiger Karlstadt sich gewendet?" der Agnes von Badell, des Rathsherrn Anton von Badell als leibliche und eheliche Tochter," antwortete Agnes, die es nun für klug hielt, einem solchen Richter keinen Vorwand zur härteren Behandlung zu geben. " Du bist aus dem Kloster der Dominikanerinnen entLaufen?" Agnes bezwang, trotz all' der Niedertracht, die in der Frage lag, ihre Entrüstung. Wir verließen das Kloster auf Geheiß eines hohen Raths," antwortete sie. Agnes schwieg. " Gestehe!" sagte Kunz Kreglinger streng. Agnes sah sich in der Gewalt eines Elenden, den sie einen Buben verachten mußte, den aber der Umschlag Dinge zu ihrem Richter eingesetzt hatte. Würdet Ihr", sprach sie, im gleichen Fall einen Freund verrathen?" Antworte, wie ich frage," schrie Kunz Kreglinger. Haft Du den Karlstadt über die Mauer gelassen und weißt Du, wohin er geflohen?" " Ich weiß es nicht," sagte Agnes. Dir bis morgen Früh Zeit, Dich zu befinnen, ob Du gestehen willst. Bleibst Du so hart und verstockt, so wird man Dich weich machen. Meister Veit, führt sie wieder hinauf!" Die Gefangene verließ das Gemach; in demselben Augenblick aber ward eine Frauensperson hereingeführt, deren Kleidungsstücke in Fezzen um sie hingen und nur nothdürftig ihre Blöße verhüllten. Als sie sich dem Gericht gegenüber aufstellen wollte, sank sie stöhnend zusammen. Siehst Du, mein Täubchen," sprach Meister Veit, als er seine Gefangene in ihre Zelle zurückbrachte, die hat auch nicht gestehen wollen. Drum hab' ich ihr gestern die spanischen Stiefeln angezogen; sie hat geschrien Muh und Mäh wie ein Kalb, dann hat sie gestanden. Aber die spanischen Stiefelein sind nicht gar bequem, sie drücken den Knöchel und die Waden, darum hat sie nicht mehr stehen mögen." Agnes war empört, wie dieser verthierte Mensch von der Folter sprach. " Habt Ihr denn gar kein menschlich Rühren, wenn die Menschen, die Ihr so peinigt, vor Schmerzen laut schreien?". frug sie. " Hoho!" lachte er, wenn sie gar laut schreien, dann steckt ihnen der Knecht die eiserne Birne in den Mund. Dann ist's mit dem Schreien gleich vorbei." " Oh, wie gräßlich," sagte Agnes bebend. Ihr Schicksal stand ihr nun deutlich vor Augen. Sie hatte von Kunz Kreglinger keine Nachsicht zu erwarten, sie kannte seine Rachsucht und wußte, daß sein Hochmuth ihr die Demüthigung, die ihm im Hause des Haldenbauern zu Detwang widerfahren, nimmer verzeihen würde. Sie sah sich verloren, den Dualen und der Schmach der Folter preisgegeben. Es ward dunkel vor den Augen des tapferen Mädchens; es war zu viel, was ein grausames Schicksal über sie zu verhängen drohte. In der innersten Falte des schwarzen Herzens von " So," sprach Junker Kunz mit sichtlicher Genugthuung, Meister Veit schien noch ein kleiner Rest von dem vorhanden Du leugnest also! Aus beson derer Rücksicht lassen wir zu sein, was man menschliches Gefühl nennt. Er that dies Initiative ergriffe. Ohne weitere Debatte wird der Etat bewilligt. nehmigt wird. welche den Reichstag seit 23 Jahren beschäftigt. Viel einfacher würdigkeit der Berichte überhaupt auf unserer Seite berechtigt Interesse der Unternehmer. Dagegen müssen wir uns ente aber wäre es, wenn in dieser Frage die Regierung selbst die sein. Die Fabrikinspektoren müssen so vermehrt werden, daß es schieden verwahren. Die Fabritinspektoren sind nicht Beamte nicht mehr vorkommen kann, daß ein Arbeiter, welcher 15 Jahre zur Schutze der Unternehmer. Aber dieses System ſtimmt trefflich Es folgt der Gtat für den Reichskanzler und die Fabrikinspektor tennen lernte. In Breußen hat man gar teine geseges zu ungunsten der Sozialdemokraten, mit der parteiischen lang in einer Fabrit gearbeitet hat, überhaupt niemals den überein mit der in Sachsen beliebten Auslegung des Vereins. Reichskanzlei, welcher ohne Diskussion unverändert ge kontrolle, wie viel Revisionen vorgenommen werden. In Sachsen pandhabung aller Gesetze in derselben Richtung; da kann man sich sind 54 p& t. der Betriebe revidirt worden, das ist immerhin denn auch nicht wundern, daß Beamte wie der genannte so Zum Etat des Reichsamts des Innern, fortdauernde schon besser. Wie viel Revisionen stattgefunden haben, wird in energisch in Schutz genommen werden. Herrn v. Kendell rathe Ausgaben, Kapitel 7, Besoldung, Titel 1, Staatssekretär" 50 000 allen Berichten gesagt, wie viel Betriebe ich, seine Bestrebungen zur Bekämpfung der Trunksucht nicht auf Mark, ergreift das Wort revidirt werden sollten. Es kommt auch nicht so sehr die Arbeiter zu beschränken, sondern auch auszudehnen auf die Abg. Lingens( 3.): Ich möchte auf die ungemein segens- auf die Anzahl der revidirten Betriebe, als auf die darin Kreise, die ihm näher stehen. Erst vor Kurzem hat das reichen Erfolge hinweisen, welche das Fabrikinspektorat in Dester- beschäftigten Arbeiter an, sonst könnte ein Fabrikinspektor sehr Deutsche Wochenblatt" auf die in den Kreiſen der Universitäts. reich gezeitigt hat. Dort find fast alle Streits durch das schlich viel kleine Werkstätten besuchen, wo die Revision schnell beendigt studenten verbreitete Neigung zu unmäßigem Trinken sehr abtende Eingreifen der Fabrikinspektoren verhindert worden. Die ist, aber nicht die großen Fabriten mit einer Masse von ArBerichte unserer Fabrikinspe ktoren konstatiren leider an zahl- beitern. In Sachsen sind merkwürdiger Weise 1887 weit mehr Graf Hohenthal: Der Gewerberath dient nicht allein dem reichen Stellen eine Zunahme der Frauen- und Kinderarbeit. Betriebe unter das Fabrikgesetz gestellt gewesen als 1888 und 89, Unternehmer und nicht allein den Arbeiter, er dient beiden. Die Abg. von Kendell( R.-P.) fragt, wie weit die Vorbereitun- nämlich 1887 17 173, 1888 12 931, 1889 12 963. Es wurden Vorwürfe gegen Herrn Siebdrat muß ich nochmals als gänzlich gen zum Entwurf eines Geseges gegen die Trunksucht gediehen 1888 eine ganze Anzahl Betriebe bei der Zählung ausgeschlossen, unbegründet zurückweisen. seien. Redner führt an, daß 41 Prozent aller Gefangenen in die doch unter dem Inspektorat stehen müßten, z. B. die unter Abg. Ackermann( dt.): Der Gewerberath Siebdrat ist ein den Gefängnissen und Zuch thäusern aus Trunksüchtigen be- Aussicht der Berginspektion stehenden Betriebe, selbst wenn andere Ghrenmann durch und durch. Warum hat man nicht den ständen; unter den bestraften Verbrechen seien 58 Prozent auf darunter nicht stehende Betriebe damit verbunden werden. geordneten Instanzenweg der Beschwerde gegen den Herrn ant Trunksucht als ihre Wurzel zuri czuführen. 800 Personen kommen Ferner die Steinbrüche, in denen Viele verunglücken und die oft getreten, wenn er so viel Unrechtes gethan hat. Nun sagt jährlich infolge von Trunksucht zu Tode, sei es durch Selbstmord von den Unternehmern fahrlässig betrieben werden. Nament- Herr Bebel noch, die Geseke würden dort überhaupt parteiisch oder durch Unglücksfälle. Diese entsehlich hohen Ziffern zeigen lich ist die Kantinenwirthschaft nirgends größer als dort, aber gehandhabt. Dagegen muß ich die entschiedenste Verwahrung die Dringlichkeit einer gesetzlichen Vorkehrung. Die Erfahrung in darüber verlautet in dem Bericht nichts. Werden die Unter- einlegen. den Trinkerheilstätten zeigen, daß frische Fälle von Trunksucht nehmer zu sehr von den Fabrikinspektoren belastet, so fonfällig hingewiesen. heilbar sind, aber veraltete fast nie. Zehntausende von Kindern ſtruiren sie sich Hausindustrien, die nicht beaufsichtigt Herrn Siebdrat deswegen gram, weil er sich mit ſozial Abg. Hartmann: Die Herren von der äußersten Linken find Laufen in Deutschland herum, behaftet mit dem erblichen Reim werden. Ein Stickereifabrikant hat sechs der Trunksucht. Der Kampf der privaten Vereine gegen das im Hause aufgestellt und die Stickmaschinen verpachtet; links.) Gie verlangen immerfort Achtung vor dem Gesetz und Laster erreicht wenig Erfolg, so lange er ohne Hilfe des Staates wenn die Sticker nun im Hause Kinder beschäftigten, so ging ihn achten dabei Ihrerseits das Gesetz nur, wenn es Ihnen zu geführt wird, aber desto mehr, wenn der Staat seinen Arm leiht. das garnichts au. Für Zigarrenfabrikanten ist es auch vortheil- Nußen gereicht; sonst freut Sie nichts so sehr, als das Geſelf In Schweden und Norwegen haben wir das erstaunliche Ergebniß, hast, wenn sie Werkstätten hausindustriell als Filialen einrichten. umgehen zu können. Haben Sie nicht auf dem Kongreß in daß der Konsum auf 1/8 seines früheren Betrages zurückgegangen Dann entziehen sie sich der Aussicht, weil sie nicht Fabriken im Wyden das Wort„ gesetzlich" einfach aus Ihrem Programm ist. Dieses Resultat hätte die bloße Privatwirksamkeit niemals Sinne des Gesetzes haben. Das Schlimmste ist auch nicht das, gestrichen? Auch nach dem Ablauf des Ausnahmegefehes erreicht. Für das Deutsche Reich komme noch die Rücksicht auf was wir in den letzten Berichten erfahren, sondern das, was wir haben Sie es nicht wieder in Ihr Programm aufgenommen, die sozialpolitischen Geseze, namentlich auf das Alters- und In- nicht zu hören bekommen, weil es sich der Aufsicht der Fabrik Mögen doch die Herren Sozialdemokraten, wenn ihnen das validengesetz hinzu. Neich und Bevölkerung haben ein unmittel- inspektoren entzieht. Wenn wir nun in Preußen eine größere fächsische Vereinsgesetz nicht gefällt, einen Antrag auf Ab bares direktes Interesse daran, die Zahl der Trunksüchtigen zu Anzahl von Fabritiuspettoren bekommen wir würden dem änderung einbringen; dann werden wir ja ſehen, was daraus vermindern. Das Reichsamt des Innern hat denn auch schon freudig zustimmen, aber leider haben wir im Abgeordnetenhaus wird. Die Kritik des Herrn Wurm an den Berichten der vielfache Korrespondenzen mit den Bundesstaaten geführt. Die nichts zu sagen, so müssen auch deren Befugnisse ganz ent- Fabrikinspektoren steht auf sehr schwachen Füßen; er hat auch Presse sprach in den letzten Tagen davon, daß ein Gesetz dem schieden erweitert werden. Es kommt auch auf die Person an und nicht in einem einzigen Falle die Behauptung aufgestellt, daß nächst dem Bundesrath vorgelegt werden wird; wird es dem auf die Qualifikation des Beamten. Reichstage noch in dieser Session zugehen? zwischen einem Fabrikinspektor, wie er sein soll und wie er nicht Abg. Stadthagen( Soz.) bemerkt dem Vorredner, daß außer Staatssekretär v. Bötticher: Die überwiegende Mehrheit sein soll, bieten der Fabrikinspektor von Dresden und der von den Staatsanwälten selbst kaum ein unabhängig denkender Staats der Regierung hat das Bedürfniß einer gesetzlichen Regelung Baden. Der erstere, der Gewerberath Siebdrat, hat es mit bürger in Deutschland daran zweifle, daß die Behandlung eines anerkannt( hört, hört! rechts). Das Ergebnis der kommissarischen großer Geschicklichkeit verstanden, sich die Sympathieen Angeklagten seitens der Staatsanwaltschaft dann ganz besonders Berathung zwischen meinem Reichsamt und dem Reichsamt des der Arbeiter vollkommen zu verscherzen. Er erklärte. B., Schroff und schneidend sei, wenn es sich um Sozialdemokraten Innern liegt mir augenblicklich vor. Der Gefeßentwurf selbst ist anonyme Aufforderungen zur Revision überhaupt nicht zu berüc handelt. Bekanntlich sei die einzige Person, welche im Deutschen noch nicht ausgearbeitet, aber er wird sehr bald an den Bundes- sichtigen. Der Arbeiter könnte den Muth haben, hervorzutreten. Reiche nicht angeklagt werden könne, auch wenn sie etwas Straf rath gelangen und dort hoffentlich nicht auf Bedenken stoßen. Die Arbeiter haben Muth genug gezeigt, wenn es galt. Aber bares begangen habe, der Staatsanwalt selbst, er müſſe ſich denn Ohne einen bestimmten Zeitpunkt zu bezeichnen, glaube ich, daß ihre Familie elend zu machen wegen kleinlicher Dinge, wo sie selbst antlagen.( Heiterfeit links). es noch gelingen wird, in dieser Session den Entwurf vor doch nur angehört werden und man ihnen höchstens wohlwollende Abg. Singer: Gegen die Amtsführung der Gewerberäthe, zulegen, besonders wenn die Session über Ostern hinaus dauern Berücksichtigung verspricht, so dumm sind die Arbeiter nicht. wenn sie dem Geist der Gesetze entsprechend und unparteiisch geband sollte. Vertrauen zu den Fabrifinspektoren haben sie meistens nicht. habt wird, werden wir nicht das Mindeste einzuwenden haben, ihnen Abg. Wurur( Soz.): Wir sind ebenfalls ganz energische Der Fabrikinspektor von Baden sagt offen, wenn er etwas von vielmehr stets vor Andern Gerechtigkeit widerfahren lassen. Unser Gegner des Trunkes. Die Arbeiter, die dem Trunke huldigen, einem Arbeiter erfahre, seien die Unternehmer sehr empfindlich, Urtheil über Herrn Siebdrat aber beruht auf ganz unerschütte find nicht Sozialdemokraten. Wir können uns aber niemals fähen es für einen Verstoß gegen die Disziplin an und entließen lichen Thatsachen und steht ein für allemal fest. Herr Hartmany herbeilaffen, die unschuldigen Opjer der heutigen Geselschaft das dann den Arbeiter. In Dresden machte ein Arbeiter einer Bronze- bat ganz oberstaatsanwaltlich beduziren wollen, daß, weil wit für noch zu strafen, daß sie sie in diesen Zustand versetzt hat. fabrik von der Gesundheitsschädlichkeit des Betriebes Anzeige, wurde das Wort„ gesetzlich" nicht wieder in unser Programm aug Gerade die Inſpeftorenberichte, besonders der badische, zeigen, wie post hoc entlassen, die Arbeiter sind aber überzeugt, daß es nommen hätten, wir nach wie vor Anhänger der Geſetzlofige die Trunksucht auf dem Boden der schlechten Ernährung der niedrigen propter hoc geschehen sei. Der Gewerberath Siebdrat berichtet seien. Hat denn die konservative Partet das Wort gesetzlich" der sozialen Lage der Tabaksarbeiter ein besonders trauriges Bild hiervon. Nicht blos die schlechte weil derfelbe agitatorischer Weise fortwährend Unzufriedenheit anwälte? Doch damit diese diejenigen anklagen, welche mit her in Baden giebt sich heraus, daß der betreffende Arbeiter entlassen worden war, Programm zu betonen. Wozu haben wir denn die Menge Staats Löhnung und Ernährung, auch die ganze Arbeitseintheilung treibt unter den Arbeitern verbreitet hat. Die von ihm gemachten An- gefeßlichen Mitteln vorgehen. Wie die Staatsanwälte bisher alte bleiben. ber Damit schließt die Diskussion. sekretärs wird bewilligt, ebenso der Rest des Kapitels. Das Gehalt des Staats Dienstag 1 Uhr vertagt. Um 54 Uhr wird die Fortsetzung der Etasberathung auf Parlamentarisches. Die Wahlprüfungs- Kommission erklärte in ihrer den Arbeiter dazu, nervös zu werden und seine Nervosität durch kennt der Gewerberath das agitatorische Verhalten des Arbeiters? ein Alkoholikum zu betäuben, wie das in andern Kreisen auch Die hygienischen Anforderungen dagegen scheint er nicht zu geschieht, nur daß dieser eben zu dem billigen Schnaps greifen fennen. So lange das Unternehmerthum und das Fabrit muß, dessen Konsunt nicht gesunken, sondern gestiegen ist. Die inspektorat sich das Vertrauen der Arbeiter nicht erwerben, werBefugnisse sind leider in den verschiedenen Staaten verschieden. Den wir nicht weiter kommen. Vou manchen Fabrifinspektoren Bu beklagen ist auch, daß die Zahl der Inspektoren zu gering wird ihre Pflicht eigenthümlich aufgefaßt. Der Fabrikinspektor ist. Die Berichte vermeiden es, flarzulegen, wie wenig Unter- von Baden sagt, daß die Unternehmer sehr empfindlich sind, wenn suchungen stattfinden; es wird nicht mitgetheilt, wie viele An- man ihnen Vorhaltungen mache. Viele Maßregeln zum Schuße lagen hätten besucht werden sollen, und wie viele nicht haben der Gesundheit und des Lebens der Arbeiter unterbleiben im Interesse besucht werden können. In vielen Bezirken beschränkte sich der des Geldbeutels der Unternehmer. Ich denke, wir sind so weit geBesuch auf nur wenige Prozente der Anlagen. Da darf es freilich fommen, daß von einer Gleichberechtigung der Arbeiter die Rede nicht wundern, daß der Gewerberath für Hannover, Müller, in seinem sein kann; in dem kaiserlichen Erlaß hat dies doch ausdrücklich gestrigen Sitzung die Wahl des Abgeordneten von Norman Berichte Mittheilungen macht, die den Thatsachen nicht entsprechen. gestanden. Wenn aber die Unternehmer erst nach wiederholten( 7. Stettin) für giltig. Doch sollen über einzelne Punkte G Er schreibt z. B., daß regelmäßige Nachtarbeit der Frauen nur in Bestrafungen zu bestimmen sind, und wenn die Kinder zu falschen hebungen veranlaßt und wenn sich deren Richtigkeit ergiebt den Zuckerfabriken stattfinde. Dicht vor den Thoren der Stadt Aussagen abgerichtet werden, damit die Fabrikinspektoren nichts Remedur herbeigeführt werden. Die Wahl des Abgeordnete befindet sich aber eine. Wollwäscherei und Kämmerei, in der eine erfahren, so sieht das doch einer Korruption verzweifelt ähnlich. 3angemeister( Gotha) wurde beanstandet. Bei dieser Wah große Anzahl Arbeiterinnen beschäftigt ist, die auch des Nachts Wenn die Fabrikinspektoren im Interesse der Saisonarbeit, die wurden die Kriegervereine zu Gunsten des deutschfreifinnige arbeiten. Ich nehme seine falsche Notiz dem Gewerberath Müller längst abgeschafft sein tönnte, zahlreiche Ueberstunden erlauben, Kandidaten mobil gemacht. In der Kommission wurde davo garnicht übel, da er nur 5 pet. der Anlagen seines Bezirks zu so muß dieses Institut geändert werden, wenn es segensreich Abstand genommen, in eine prinzipielle Debatte über die Frage besichtigen in der Lage ist. Wenn aber die Berichte von dieser wirken soll. Der Fabrikinspektor von Baden sagt, der Verkehr einzutreten: ob die offizielle Theilnahme der Kriegervereine a Beschaffenheit sind, so wird doch der Zweifel an der Glaub- zwischen den Fabrikinspektoren und den Arbeitern wird nur dann den Wahlkämpfen zulässig sei oder nicht, da diese Frage in vortheilhaft sein, wenn erstere mit organisationsmäßigen Ver: Plenum doch eine sehr eingehende Erörterung finden werde. tretungen der Arbeiter verhandeln fönnen. Was wollen wir anders mit unseren Forderungen von Arbeitskammern und Arbeitsämtern als dies! Die bösen sozialdemokratischen Fachvereine sind gänzlich verpönt. Auf der einen Seite wird den Arbeitern Freiheit gewährleistet, auf der anderen wird sie beschränkt. Erst tirchen den Deputirten des Knappschaftsvereins, daß die Arbeiter, vor drei Tagen erklärte der Bergwerksdirektor France in Obernwelche einem Fachverein angehörten, austreten oder in vierzehn Tagen die Arbeit niederlegen müßten. Hoffentlich wird ihm von Leipzig. In der am 4. Januar abgehaltenen General seiner vorgesetzten Behörde mitgetheilt, daß er seine Befugnisse Bor " Und wenn Du nicht gestehen magst, so muß ich Dir überschritten hat. Zu Fabrikinspektoren dürfen nicht Personen fitzende einen Vereinsbericht und der Kassirer legte Rechnung; eben" die Daumenschrauben anlegen, die sind bei der gemacht werden, die keine Ahnung von den Schmerzen der Ar- Gesammteinnahme. betrug# 337,04 m., die Gesammtausgabe Folter ersten Grabs, und muß Dir Deine kleinen weißen beiter haben. In Preußen will man jetzt die Kesselrevisionen 359,54 M., so daß ein Defizit von 2,50 M. zu decken blieb. Fingerchen quetschen, bis Du den Mund aufthuft und mit dem Fabrikinspektorat verbinden; dazu braucht man geschulte( Verausgabt wurden: für Unterrichtsstunden 61,50 M., für Borg gestehst. Auch kann ich Dir die Schnüre unter dem Beamte, die aber die Arbeiterzustände nicht beurtheilen können. Wenn träge 54 M., für Unterſtüßung an durchreisende Kollegen 96,65 der Mainzer Fabrifinspektor erklärt, die Arbeiter sollten nur die Mart, für Unterhaltung des Arbeitsnachweiſes 12 M., für Ellenbogen oder darüber anlegen und so anziehen, daß Deine Fenster öffnen, um bessere Lust zu haben, so kennt er nicht den ferate 35,75 M., für Zeitungen 20,05 m., für Bücher 14,45 Wi schöne weiße Haut abgeht." Nachtheil der Unmensch!" sagte Agnes, und Unmenschen, die solche um die Zugluft. Die Unternehmer fümmern sich und für Verschiedenes 65,11 M.) Es ward beschlossen, das Defizit auf seine Weise kund, und wie er es that, war noch abscheulich genug. " Gestehe," gröhlte er, gestehe, das' rath' ich Dir." Aber ich habe nichts zu gestehen," sagte Agnes. " So sagen alle Weibsleute," sprach er, denn sie sind verlogen von Haus aus, wie die Inquisiten überhaupt." Agnes zuckte zusammen ob solch roher Auffassung, der Henker aber fuhr fort: Marter erfunden!" man bind' ich Dir über dem Kopf zusammen und am langen fall lints.) Strick zieh' ich Dich auf und ab; der gespickte Hase mit Korrespondenzen und Parteinachrichten. bie haben. In einer Zementfabrik sollte der Besizer eine Einrichtung gestattete indeß die Tellersammlung nicht, worauf die Versamm Oh, Du bist verstockt," sagte er, dann muß ich eben zur Beseitigung des Staubes treffen. Er weigerte sich. Als er lung ihren Unwillen aussprach und beschloß, gegen jenen Beamten die spanischen Stiefeln an Deine zierlichen Füße legen; das aber darauf aufmerksam gemacht wurde, daß dann der Beschwerde zu führen. Darauf nahm die Versammlung ihren un Staub aufgesammelt werden könnte, that er es und hatte gestörten Fortgang und wird Dich schon weniger widerspenstig machen." aus dem Staube einen Ueberschuß von 3000 m. So lange Arbeiterschaft geschlossen. wurde mit einem Hoch auf die So lange Arbeiterschaft geschlossen. Agnes biß die Zähne zusammen. Auf die eingereichte Beschwerde er unter den Interessen der Industrie immer das hielt der Vorsitzende folgendes Schreiben:" „ Ja ja, Du scheinst hart gesotten, Du wirst auch den Interesse des Geldbeutels des Unternehmers versteht, wird Immer schroffer wird der Gegensaz Ihnen im Namen des hiesigen Fachvereins der Schuhmacher- Ge Auf Ihre Eingabe vom 7. Januar 1891, betreffend eine von zweiten Grad mit den spanischen Stiefeln aushalten und man nichts erreichen. wirst nicht gestehen. Da muß ich die peinliche Befragung im zwischen Arbeitgeber und Arbeiter werden. Wenn die Gleichhilfen eingelegte, gegen das in der Versammlung dieses Vereins wie sehr Du Dich auch sträuben wirst, und bekommst die müssen die anderen Organe erst recht darnach streben. In dem Beamten ausgesprochene Verbot der Vornahme einer Tellersamm Schürze der Juquisiten umgebunden; dann streck' ich Dich Bericht ist aber auch davon die Rede, daß der Arbeiter auch lung gerichtete Beschwerde, wird Ihnen hierdurch eröffnet, daß es auf die Leiter mit dem gespickten Hasen.*) Die Händlein ihm das Recht nicht geben, werden wir es uns nehmen.( Bei- des überwachenden Beamten dieser Sammlung entgegengetreten ein Mensch ist und daß er ein Recht hat zu leben. Wenn Sie das Polizeiamt allerdings nicht für richtig erachtet, wenn seitens worden ist, da es sich im vorliegenden Falle nicht um eine Veran seinen hölzernen Stacheln sticht Dir in das zarte Fleisch dem Vorredner, daß die Verminderung der Betriebe daher einer geschlossenen Vereinsversammlung unter den Vereinsmit Deines Rückens und dann wirst Du, wenn ich den Strick fomme, daß u. A. die Steinbrüche nicht mehr als Betriebe ange gliedern zur Deckung eines in der Vereinskaffe vorhandenen De anziehe, Antwort geben auf die Fragen, die Dir gestellt ſehen werden. Er nimmt sodann den Dresdener Gewerberath fizits zu veranstaltende Sammlung gehandelt hat, werden vom Gericht, oder ich muß Dir noch ein brennend gegen die Angriffe des Vorredners in Schuh. Der Gewerberath treffende Beamte ist entsprechend verständigt worden. Stücklein Pech oder Schwefel auf Deine bloße Brust ab- Siebdrat sei ein allseitig als vorzüglich anerkannter Beamter, der tröpfeln lassen, dann magst Du nichts mehr verschweigen. allerdings bei den Herren Sozialdemokraten nicht beliebt set Abg. Bebel: Die Auskunft des Herrn sächsischen BevollAh, sie sind auch Alle zahm geworden beim gespickten mächtigten genügt mir nicht. Man wird sich dem Strom der Zeit, Hasen!" der auf die Ausdehnung der Thätigkeit der Fabrifinspektoren geht, fammlung, von welcher der Korrespondent der Leipziger Beitung", Dies ist die bewußte Arbeiterversammlung bezw. die Teller ( Fortsetzung folgt.) doch auf die Länge nicht entziehen können. Herr Siebdrat hat wie wir schon gemeldet haben, schrieb: sich vor allem dadurch mißliebig gemacht bei allen Arbeitern, nicht *) Der gespickte Hase war eine auf und abgehende, mit blos bei den sozialdemokratischen, daß er den angeblich über überwachende Beamte die Vornahme einer derartigen Tellerfamm Als vor einigen Tagen in einer Arbeiterversammlung der hölzernen oder eisernen Backen besetzte Walze, die an der Leiter triebenen" Ansprüchen der Arbeiter entgegentrat und insbesondere lung untersagt hatte, halfen sich die Anwesenden damit, daß fie angebracht war, wie eine Sprosse, und die dem auf und abge in alle möglichen Verhältnisse der Arbeiterwelt, Lohntämpfe, auf den Vorstandstisch jeder ein für den Vorsitzenden bestimmtes und zwar lediglich im Geldgeschenk zu dessen beliebiger Verwendung niederlegten. Sächsischer Bevollmächtigter Graf Hohenthal entgegnet staltung einer öffentlichen Sammlung, sondern nur um eine in 30genen Inquifiten den Rücken zerfleischte. Leipzig, am 8. Januar 1891. Der be Das Polizeiamt der Stadt Leipzig. ( gez.) Bretschneider. " G4 wird abzuwarten sein, welche Schritte die Behörde gegen offenbare Umgebung ihrer Verfügung thun wird. Hoffentlich begnügt sich das amtliche Blatt mit Schritten der Behörde" gegen diese" offenbare Umgebung Verfügung". ihrer Karlsruhe, 19. Januar. Der Genosse Geck wurde heute vom Offenburger Schwurgericht wegen Beamtenbeleidigung zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt. id Lokales. des Hauses. Niemer iſt dringend verdächtigt, die That aus Rache schließlich nach drängen der Frau begab sich der Rektor begangen zu haben. diese sein immer stärker werdendes Geräusch und bemerkte, daß gleich| Ahnung, und erwarteten das Kind vergeblich zum Mittagessen. darauf vom Treppenflur Rauch in ihr Zimmer eindrang. Als Als das Mädchen um 1½ Uhr die Schule war um 12 Uhr den sie die Thür öffnete, schlugen ihr helle Flammen entgegen. Auf geschlossen noch nicht zu Hause war, begab sich die Mutter in die Hilfrufe der Frau eilten Hausbewohner herbei, welche den die Privatwohnung des Rettors, der im Schulhause wohnt, und Brand bald löschten. Beim Forschen nach der Ursache stellte es erkundigte sich nach dem Verbleib ihres Kindes. Der Reftor war sich heraus, daß das Feuer durch Ausgießen von Petroleum auf sehr erstaunt und behauptete, daß augenblicklich kein Kind der die Thürschwelle vorfäßlich angelegt war, vermuthlich um Frau betreffenden Klasse sich mehr in der Schule befinden könne, da R. um das Leben zu bringen. Gine zerbrochene Petroleumflasche der Klassenlehrer schon längst das Schulgebäude verlassen und einen Theil des Juhalts fand man einer anderen Stelle habe. Klasse und hier fand man denn die gesuchte Schülerin in Gesellschaft einer gleichaltrigen Genossin, beide weinend und in tödtlicher Angst. Ein Schwindler im Polizistengewande. Bei der unver Wenn man( mit solchen Vorkommnissen die kürzliche Banit und ehelichten G. erschien am 16. d. Mits. ein derselben unbekannter Gespensterfurcht in den Schulen vergleicht, so findet man vielleicht Mann, der sich als Polizeibeamter ausgab und der E. mittheilte, in berartigen Maßnahmen der Lehrer den Schlüssel zu solchen Ein Verein studirter Herren, nämlich solcher Herren, daß ihr Bruder wegen Entwendung von 18 Mark verhaftet und sonst räthselhaften Vorfällen. Die oberen Schulbehörden sollten welche die Universität besucht haben und doch nicht in einen der sie selbst der Hehlerei beschuldigt sei, weil sie einen Theil des ge mit aller Energie dafür sorgen und eintreten, daß überhaupt sogenannten höheren Berufe gelangt sind, hat sich vor einiger stohlenen Geldes verwahre. Von der Vornahme einer Durchsuchung niemals Kinder- und namentlich so junge von Seiten der Zeit hier gebildet. Sein Hauptzweck ist der Arbeitsnachweis. wolle er zwar mit Rücksicht auf die bisherige Unbescholtenheit der G. Lehrer ohne Aufsicht gelassen und allein eingeschlossen werden. Wie groß mag in Berlin wohl die Zahl der arbeitslosen Ge: Abstand nehmen, doch müsse Lettere ihm sofort das verwahrte Bei jüngeren Kindern bildet sich dadurch häufig eine krankhafte lehrten, der akademisch gebildeten Personen ohne Vermögen und Geld herausgeben. Da die E. wirklich kurz vorher von ihrem Angst heraus, und ältere werden durch eine gezwungene Einsamohne Erwerb sein? Wir haben keine Ziffern darüber. Aber Bruder 92 Mark zur Aufbewahrung erhalten hatte, zweifelte sie feit zu Thorheiten und Vergehen verleitet, die häufig für ihr wenn man die statistischen Mittheilungen über die Avanzements- nicht daran, es mit einem Polizeibeamten zu thun zu haben, und ganzes Leben verhängnißvoll werden können. verhältnisse bei Richtern und Philologen betrachtet und daraus gab in ihrer Bestürzung dem Fremden das Geld, um gleich darauf ersieht, daß die zwischen Prüfung und Anstellung durchschnittlich von ihrem Bruder zu erfahren, daß sie beschwindelt worden war. Reinickendorf. Die Mitglieder der Gesellschaft„ Zukunft" liegende Frist immer größer wird, so kann man hieraus einiger Der Schwindler ist etwa 40 Jahre alt, start und unterſeyt, hat versammelten sich am Freitag Abend, um den Geburtstag des maßen auf die traurige Lage der vielen gelehrten Proletarier hellblondes dünnes Haar und volles Gesicht. Vertrauensmannes unserer Ortschaft, des Stuckateurs Herrn Hidde, schließen. Ein Eingreifen des Staates zum Zwecke der Abhilje zu feiern. Die fröhliche Stimmung aller Theilnehmer zeigte ist nicht zu erwarten. Die legte einschlägige Maßnahme, welche Ein Opfer des Glückspiele. Aus Charlottenburg wird aufs Deutlichste, welcher Achtung und Liebe sich der 64 jährige Minister v. Goßler in seinem Ressort getroffen hat, besteht darin, der Voss. Ztg." gemeldet: Der städtische Steuererheber Diehr ist Rämpe erfreut, welcher weder Sturm noch Regen, Frost und daß er die Probezeit der Kandidaten des höheren Lehramts auf Freitag Vormittag unter einem Stadtbahnbogen beim Bahnhofe Size scheut, wenn es gilt, den Interessen unserer Partei zu dienen. zwei Jahre ausgedehnt hat; früher betrug sie ein Jahr. Die Neuerung Zoologischer Garten erhängt aufgefunden worden. Der Körper des Auch die Mitglieder des Gefangvereins„ Echo" aus Pankow verlängert die Zeit, die der Kandidat auf eine Anstellung zu Mannes war noch warm, als man ihn entdeckte. Anlaß zur That waren erschienen, um durch treffliche Wieder zabe unserer herrlichen warten hat, um ein weiteres Jahr. Allerdings wird jetzt eine war ein Fehlbetrag von 3200 M. in der Kaffe Dichr's, entstanden durch Arbeiter- Volkslieder dem Gefeierten eine Freude zu bereiten. neue Ordnung der Gehaltsverhältnisse der Lehrer vorbereitet. Verluste im Glücksspiele, welchem letterer leidenschaftlich fröhnte. Chorgesang und Deklamation fesselten die Theilnehmer bis gegen Bestimintes hat man noch nicht erfahren. Jedenfalls wird aber Schon vor einigen Tagen war die Veruntreuung ans Licht Mitternacht. Dann trennten sie sich in dem Bewußtsein, nicht der Vortheil mehr oben als unten empfunden werden. Wird gekommen; die Behörde wußte auch sofort, was sie von dem nur dem tapferen Genossen durch ihr Erscheinen einen fleinen doch auch oben mehr geklagt, mehr gefordert, mehr agitirt, als galle zu denken hatte, da die verderbliche Neigung Diehr's Theil ihrer Dankbarkeit bewiesen zu haben, sondern auch einen unten. Kein Wunder. Direktoren und Oberlehrer haben mehr Man ermittelte nun gemüthlichen Abend im Kreise gleichgesinnter Genossen verlebt zu Verbindung mit den höheren Behörden, mehr Gelegenheit, ibre aber bei der Vernehmung des Uebelthäters eine große haben. Möge Herrn Hidde noch manches Jahr freudigen Stimme öffentlich zu erheben, und diese Stimme hat in dem Zahl von Wirthen, die in ihrer Wirthschaft Glücksspiele dulden, Schaffens beschieden sein! Urtheil der Allgemeinheit mehr Gewicht. Die Hilfslehrer und sowie von Leuten, welche gewohnheitsmäßig an diesen Spielen Kandidaten haben genug damit zu thun, wenn sie sich um eine theilnehmen, so daß der Polizei ein umfassendes Material zum Tegeler Chauffee. Folgende Säle sind für ArbeiterAnstellung bemühen Stempelsteuer, eine für den stellenlosen Bewerber außerordentlich Theil schon längst der Sache wegen ins Auge gefaßt waren. werker" Th. Marks, Waldschlößchen"( Eichbornstraße). Der jede Bewerbung foftet übrigens 1,50 M. Einschreiten gegen Personen in die Hände gelangt ist, die zum Versammlungen zu haben:" Sentral Schüßenhaus"," Feuerempfindliche Steuer, während sie für den Oberlehrer, der sich Dieser Umstand verschafft der Angelegenheit ein geradezu Vorwärts" liegt in folgenden Lokalen aus: Teichert, Buhle, um eine besser dotirte Stelle bewirbt, nicht schwer wiegt und sensationelles Gepräge. Tragikomisch wirkt dabei die Thatsache, Böschte, Schmidt, Kittke, Kohlschmidt und Marks an der Tegeler sie wollen sich die Erlangung einer solchen nicht durch Aeußerung einer baß sich als ein besonders beliebter Schlupfwinkel der Spieler Chauffee; Gördes, Eichbornstraße; Wagner und Kluge, Dalldorfer Unzufriedenheit vollends erschweren. So ist denn von der wahrlich die Dienstwohnung des Rathhaustastellans herausgestellt hat. Chauffee. Wir bitten alle Arbeiter, nur in den genannten bejammernswerthen Lage der noch nicht fest angestellten Lehrer Der Kastellan verkaufte schon seit langer Zeit Bier und dergl. Lokalen zu verkehren, da andere Restaurateure wohl gern so gut wie gar nicht die Rede. Hier müßte doch offenbar die an die Beamten, unter der Hand allerdings nur, da er keine unsere Groschen nehmen, aber sonst mit uns nichts gemein Neuordnung der Anstellungs- und Gehaltsverhältnisse ansehen. Erlaubniß dazu besaß. Nunmehr zeigt sichs, daß er sogar die haben. Die Genossen der Tegeler Chaussee und Umgegend. Wenn der agitatorisch rührige Theil der Lehrer dies außer Acht geheiligten Räume Les Polizei- Gebäudes selbst als Spieltempel läßt, so ist es den Herren eben nicht um das Interesse des Be benutzen ließ. Polizeibericht. In der Nacht zum 17. d. M. brachte sich rufes, sondern nur um ihr persönliches Interesse zu thun. Auch ein, in der Leipzigerstraße in Pension befindliches Mädchen in von den Gehaltsverhältnissen der nicht definitiven Lehrer wollen Eine vorsichtige Hauswirthin ist die Hausbesiyerin selbstmörderischer Absicht mittelst Revolvers in ihrem Zimmer wir eine Probe geben. Es kommt seit einiger Zeit öfter vor, Fräulein Bahro in Charlottenburg, welcher das Haus, Manteuffel- einen Schuß in die Brust bei, der alsbald den Tod zur Folge daß Lehrer ersucht werden, sich unter Angabe ihrer Straße 102 gehört. Als Miether wohnte dort schon seit längerer hatte. Am 17. d. M. früh wurde eine obdachlose Frauens Gehaltsansprüche an öffentliche höhere Schulen zu melden; Zeit der Möbelpolter Prochnow mit seiner Chefrau und zwei person auf der Allsenbrücke von Geburtswehen befallen, genas es kommt also darauf an, daß einer sich billiger anbietet, Kindern. Fräulein Bahro hat der Familie Prochnow nun plößlich daselbst eines lebenden Kindes und wurde mit demselben durch als die anderen. Da schlägt denn ein junger Lehrer, gekündigt, weil der 13jährige Sohn derselben an Krämpfen leidet einen Schußmann nach der Charitee gebracht. Zu derselben der ein wenig Privatvermögen hat und es am Ende ein und sie fürchtet, die Krankheit könnte sich auch auf die Kinder Zeit wurde auf dem Bahnkörper der Berlin- Hamburger Eisenbahn paar Jahre ohne Gehalt aushalten kann, seine Konkurrenten. der übrigen Miether übertragen. Wie uns die Bet heiligten er- in der Nähe der Wärterbude 38 ein unbekannter, etwa 40 Jahre Eine Ausbesserung der Gehälter würde noch nicht den Zustand Klärt haben, darf der Junge in die Schule gehen, die Art der beseitigen, daß ein großer Theil der Anstellungsberechtigten ohne Krämpfe ist glücklicherweise nicht einmal sehr schlimm, vor allen Anstellung bleibt. Und ist denn der heutige Staat überhaupt im Dingen verhält sich der Kranke während des Anfalls ganz ruhig. Stande, die Arbeitslosigkeit, auch nur in den höheren Be Besonders freundlich können wir das Verfahren der Hauswirthin rufen bezw. bei den für höhere Berufe Ausgebildeten, zu be nicht finden. Der Familie Prochnow wird es thatsächlich schwer, feitigen? eine neue Wohnung zu finden, wenn sie den Kündigungsgrund der Wahrheit gemäß dem neuen Hauswirth angiebt. Die Herren, welche sich in dem Eingangs erwähnten Verein zusammengefunden haben, besitzen den Muth, sich selbst, sich einander und der Deffentlichkeit ihre Lage offen einzugestehen. Sie sind oder werden wohl auch Sozialdemokraten, da sie sich sagen, daß keine andere Partei die Organisation der Arbeit anstrebt. Die Mehrzahl der akademisch Gebildeten hindert ein thörichter Stolz daran, die Dinge in ihrer wahren Gestalt zu sehen und ihre Konsequenz zu ziehen. u unbekannt geblieben www alter Mann erstarrt, mit theilweise erfrorenen Gliedern und Frostbeulen bedeckt, aufgefunden und nach der Charitee gebracht. Vormittags machte ein Mann in der Wohnung seiner Geliebten, eines unter fittenpolizeilicher Kontrolle stehenden Mädchens in der Blücherstraße den Versuch, sich mittelst eines Revolvers zu erschießen. Er wurde nach Anlegung eines Nothverbandes nach der Charitee gebracht. An demselben Tage Nachmittags fand im Schanklokal Admiralstraße Nr. 24 Schwindel per Telephon. Ein Kaufmann Hartmann, eine von zwei Buhältern herbeigeführte Schlägerei statt, bei welcher in der Chauffeestraße 68/69 ein möblirtes Zimmer ge- welcher der Bokalinhaber und ein ihm zur Hilfe eilender Arbeiter miethet hatte, ließ sich Geschäftskarten drucken, welche wie folgt bedeutende Verlegungen am Kopf erlitten. Die Erzedenten wurden lauteten: Fr. Hartmann, Berlin, Chausseestraße 68/69, Buch verhaftet. In der Nacht zum 18. d. Mts. wurde ein Mädchen druckerei", und verübte auf Grund dieser Karte allerhand Be- in seiner Wohnung in der Hollmannstraße, im Bette liegend und trügereien, nachdem er die hierzu außerfehenen Geschäfte vorher enscheinend durch Arsenik vergiftet, todt aufgefunden. Zu derauf telephonischem Wege für seine Zwecke bearbeitet hatte. selben Zeit stürzte ein junger Mann auf dem Wege nach seiner Wieder einmal haben wir das Vergnügen, über die Gr fragte nämlich mittelst des Fernsprechers erst an, ob gewisse Wohnung im Hause Marienstr. 26 in der Trunkenheit vom zweiten Annehmlichkeiten", die einem die christliche Herberge in der Waaren meist Leinenfachen vorräthig seien, und ersuchte, Stock herab und brach das Genick, so daß der Tod sofort einOranienstraße Aufsuchenden pafsiren können, zu berichten. Bor falls das bejaht wurde, um Mittheilung der Preife. Er be trat. Am 18. d. Mts. Morgens wurde ein Mann in seiner uns erscheint ein Rutscher, welcher genöthigt war, Freitag Abend stellte sodann auf telephonischem Wege einen Bosten und Wohnung in der Schönleinstraße und Nachmittags ein Mann in betreffende Herberge aufzusuchen; derfelbe erzählt uns Folgendes: zeigte an, daß er einen Boten sende, um die bestellten Waaren feiner Wohnung in Alt- Moabit erhängt vorgefunden. NachSounabend früh 6 Uhr wurden wir, acht Mann in einem Zimmer, abholen zu lassen. Nach einiger Zeit erschien Hartmann mittags stürzte ein Kaufmannslehrling beim Schlittschuhlaufen von dem Hausdiener geweckt. Ein Schloffer, welcher Freitag zu selbst in dem angezapften Geschäft, legitimirte sich durch die auf der Eisbahn des Nenen Sees im Thiergarten und brach den gereist war, und ich waren die beiden Leyten, welche zwischen obenerwähnte Karte als Bote des Buchdruckereibejizers aus der Unterschenkel. Jufolge der Glätte fielen zu derselben Zeit an 1/2 und 3/47 Uhr das Zimmer verlassen wollten, jedoch die Thür, Ghausseestraße und nahm die bestellten Waaren in Empfang. verschiedenen Orten 5 Personen zur Erde und erlitten zum Theil welche nach der Treppe führte, verschlossen fanden. Auf unser Drei solcher Fälle sind zur Anzeige gebracht worden, und den schwere Verlegungen. Am 17. und 18. d. Mts. fanden sechszehn mehrmaliges Klopfen erschien wohl der Hausdiener, öffnete jedoch Nachforschungen der Polizei ist es auch gelungen, diesen gefährleine Brände start. nicht die Thür. Um 7 Uhr wurde Morgenandacht gehalten und lichen Gauner festzunehmen. Es dürften von ihm wohl noch an nun erst, nachdem sie dem Herrn ihr Loblied gesungen, tamen anderen Stellen derartige Streiche ausgeführt oder wenigstens drei der Hausdiener, öffneten die Thür, schlugen uns in das Ge- versucht worden sein; die Betreffenden würden daher gut thun, sicht und stießen uns mit den Füßen die zwei Treppen hinunter. ebenfalls Meldung zu erstatten, damit dem Biedermann für recht Ich brachte beim Hausvater hierüber Klage ein, worauf mir furg lange Zeit das Handwerk gelegt werden könnte. erwidert wurde, ich habe zu lange im Bette gelegen, was ich entschieden in Abrede stellen muß. Schlägereien in der Herberge zwischen den Hausdienern und den sich daselbst Aushaltenden fcheinen überdies jeben Lag vorzukommen, denn seit Sonnabend habe ich bereits drei Schlägereien in der Herberge bei gewohnt. Theater. Gine Zugentgleisung, wahrscheinlich herbeigeführt durch Ju Bellealliance Theater ging Sonnabend neu in Szene das Ausspringen eines Wagens, hat am Sonntag, Abends die Posse Die Nachbarinnen", nach dem Französischen gegen 411 Uhr, auf der Ningbahn kurz vor dem Bahnhof von Hans Ritter. Auch von einer Berliner Bose who Tempelhof stattgefunden. Verletzungen von Menschen sind nicht keine Handlung" verlangt, sondern nur ein Faden, an den sich vorgekommen, hingegen wurde die Maschine, sowie einige Per Wortspiele, Verwechselungen und Situationen reihen. Dieselbe fonenwagen start beschädigt. Mit der Ursache der jetzt Lizenz beanspruchen„ Die Nachbarinnen". Zur Abwechselung Bon einem gewaltigen Schadenfener wurde der Neubau fast täglich vorkommenden Zugentgleisungen und ähn spielen hier zwei Tänzerinnen die Rolle, die sonst im modernen Urbanstr. 23 in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag heimlicher Bahnunfälle hat sich nunmehr die Eisenbahndirektion Ghebruchsdrama der Frau aus der Gesellschaft angewiesen ist. gesucht. Als die Feuerwehr eintraf, brannte bereits der rechte der königlichen Niederschlesisch Märkischen Bahn in Breslau ein Gin russischer Possenfürst, der den philosophischen Eifersüchtigen Seitenflügel des zweiten Hoses; es traten sogleich fünf Rohr gehend beschäftigt und hat demnach ermittelt, daß bei plöß- spielt, ein Weinreisender, der„ zehn Jahre seines Lebens in Weinleitungen in Thätigkeit, doch fonnte nicht verhindert werden, daß lichem Umschlag der Witterung von ſtrenger Kälte in Wärme schänken zugebracht", sein Neffe, der ihm den kniff abgeguckt, wie man der Brand, welcher an den in dem Neubau aufgestapelten und umgekehrt Achsen und Räder der Lokomotiven und Wagen Damen für ein Faß Wein gewinnt, ein älterer Stadtrath aus der Materialien reichliche Nahrung fand, diesen halben Flügel total fehr leicht Brüchen ausgesezt sind, welche zu Unfällen Veranlassung Proving fammt Frau und Unschuld vom Lande", noch ein paar zerstörte und nachdem er den Dachstuhl ergriffen hatte, geben. Sur thunlichsten Verminderung derselben hat die Direktion episodische Freunde", dazu eine Tapetenthür, die die überraschten auch die Hälfte des zweiten Quergebäudes und die Van die Vorsteher der Stationen beauftragt, die Wagenmeister und Besucher zur Nachbarin verschwinden läßt, die obligaten Kammerrüstungen in Mitleidenschaft zog. Bis in die Frühe des Revisionsschloffer anzuhalten, vor Abfahrt der Züge und während mädchen nebst einigen unnöthigen Pistolenschüssen- kurz, das Sonntags war die Feuerwehr mit den Aufräumungsbes Haltens derselben auf Stationen mit genügender Haltefrist alte Bossenrequisit. Freilich, Figuren und Situationen verrathen arbeiten beschäftigt. Ein größerer Dachstuhlbrand beschäftigte die Achsen und Räder einer ganz besonders gründlichen Revision Pariser Gout; der Dialog ist bisweilen sehr feck und schon ferner heute Vormittag in 1/ 2stündiger Thätigkeit die Feuerwehr zu unterwerfen. Zugführer und Stationsbeamte sind für stritte nicht mehr zweideutig, aber dieser Gout ist eben auch„ unser" in dem Rentier Kazfuß'schen Hause, Dresdenerstraße 16. Auf Befolgung dieser Verordnung verantwortlich gemacht. Gout, ist internationaler Gout. Und so wurden die besten Stellen mit Behagen genossen und auch von den jüngsten Damen des gebrochen. Die Feuerwehr, die auf den Ruf Mittelfeuer" mit Soziale Uebersicht. dem Boden des Seitenflügels war das Feuer gegen 912 Uhr aus Ein seltsamer Unglücksfall ereignete sich am Sonnabend Parquets nicht zurückgewiesen. Dafür ist man im Theater in bem Zentralzuge unter Brandmeister Stude und zwei anderen in der französischen( pneumatischen) Mälzerei in Bankow, welche der Gesellschaft kann man ja Petitionen an Kaiser und Reichstag Löschzügen schnell zur Stelle war, fand den Seitenflügel in seinen der Schultheiß- Brauerei gehört. Ein daselbst beschäftigter, aus zirkuliren lassen, worin um Schuß und Schirm gebeten wird für obersten Etagen in so undurchdringlichen Rauch gehüllt, daß die Desterreich gebürtiger Brauerbursche K. erhielt vom Obermälzer die bedrohte Moral der Männer! Gespielt wurde vom PerFeuerleitern vom Hofe angelegt werden mußten, und man durch den Auftrag, in die Riesen- Malztrommel zu steigen, um das Malz sonal des Wallner- Theaters flott, vom Publikum viel gelacht Einschlagen des Daches dem Element zu Leibe gehen mußte. Nach zu prüfen. In Ausführung dieses Austrages stieg der Bursche der Zweck der Posse also erreicht. etwa 1/2 stündiger Thätigkeit war die Gefahr für die Bewohner von der ersten Etage durch das dazu bestimmte Einsteigeloch. des Hauses beseitigt. Die Entstehungsart des Feuers hat nicht Die Trommel setzte sich alsdann langfam wieder in Bewegung.at festgestellt werden können. 213 aber nach einer Viertelstunde der Gehilfe nicht wieder zum Vorschein kam, wurde das Werk angehalten, um nachzusehen. Wegen Brandstiftung ist der Sprigenmann Riemer ver- K. war nicht zu finden. Nach längerem Suchen fand man ihn haftet worden. Derselbe, welcher früher in glücklicher Ghe lebte, inmitten des Malzes als Leiche. Er war augenscheinlich erstickt. gerieth mit seiner 42 Jahre alten Frau in Uneinigkeit, infolge Es bleibt nur die Annahme bestehen, daß K. beim Einsteigen Metallarbeiter! Diejenigen Kollegen, welche noch Sammelderen sie vor einem halben Jahre von ihm ging und seit zwei ausgeglitten, in das Malz gerathen und dann infolge der Um- listen oder Billets in Händen haben, werden ersucht, dieselben Monaten eine in dem Hause Licgnizerstraße Nr. 6 im zweiten drehungen der Trommel verschüttet worden ist, so daß er einen spätestens bis Sonnabend, den 24. Januar an Otto Klein, Quergebäude 2 Treppen hoch belegene Wohnung bezog. Riemer jämmerlichen Tod fand. Der Vorfall wird unzweifelhaft zu einer Rottbuser Damm 14, abzuliefern, widrigenfalls wir deren Namen scheint die Trennung schwer empfunden zu haäen; denn er hat amtlichen Untersuchung führen, um festzustellen, ob seitens der der Deffentlichkeit übergeben werden. Sonntag, den 25. Januar, wiederholt versucht, sich mit seiner Frau wieder auszu Betriebsleiter ein Verschulden vorliegt und wen dasselbe trifft. findet eine Generalversammlung statt. Näheres spätere Annonze. söhnen. Am letzten Freitag war er gleichfalls in der Absicht, Achtung, Metallarbeiter! Die unterzeichnete Kommission sich mit seiner Ehefrau auszugleichen, bei ihr erschienen, In der Gemeindeschule in der Pappelallee wurde am fordert hiermit zum legten Male alle diejenigen Kollegen, welche mußte aber wieder unverrichteter Sache abgehen. Nachdem er Freitag Vormittag die siebenjährige Tochter des Arbeiters T. noch im Befihe von Bons zum vorjährigen Metallarbeiter- Kongres sich gegen 10 Uhr Abends entfernt hatte und die Frau wegen eines lingehorsams mit einer Stunde Nachsizens bestraft. sich befinden, auf, spätestens bis Sonnabend, den 24. d. M., auf im Begriff stand zu Bett zu gehen, hörte sie vor ihrer Thür Die Eltern hatten von diefer Maßnahme des Lehrers feine folgenden Stellen abzuliefern: Franz Haffelbach, Kottbuser bool We mine ai gaida ga mos gols Damm 36/37, 4 Tr. Richard Beyer, Grüner Weg 121, Hof r. 4 Tr. Paul Heh, Rirdorf, Jägerstraße 28. Otto Klein, Kottbuser Damm 14, Zigarrengeschäft. Versammlungen. Reichstags Abgeordneter A. Stadthagen schreibt uns: In Nr. 15 Beiblatt I, S. 4, ist eine Ausführung, die ich in der Boltsversammlung, betreffend die Arbeiterschule, gemacht habe, durch Druck oder Hörfehler dahin irrig wiedergegeben: ,, man habe bei Stellung von Anträgen in der Stadtverordneten- Versammlung sich von dem Gesichtspunkte leiten Lassen, daß die Annahme der Anträge auch den Bourgeois parteien in ihrem eigenen Interesse empfehlenswerth erscheinen müßte. Daher zc." Diese Ausführungen habe ich nicht gemacht, vielmehr darauf hingewiesen, daß die Bourgeoisparteien selbst für ihre Interessen blind ſeien, sobald durch Annahme von unserer Seite gestellter Anträge irgend ein Vortheil auch für die arbeitende Bevölkerung erwachsen könnte. Dies legte ich näher dar, führte aus, daß wir selbstverständlich auf die Interessen der Bourgeoisparteien Rücksicht zu nehmen keine Veranlassung haben, und beantragte unter näherer Begründung den gestellten Antrag in der in dem Bericht mitgetheilten Art ändern zu wollen. Dem Antrage wurde entsprochen. in 1% Uhr, in dem oberen Saale der Gratweil'schen Bierhallen, Kommandanten in völliger Ruhe die Berathung des neuen Verfassung Berbandes. 2. Vortrag des Kollegen Otto Näther über: Unsere Lage und wie ftraße 77-79. Tagesordnung: 1. Bericht über die bisherige Thätigkeit des entwurfs fortsetzt und Uebereinstimmung mit kann dieselbe gebessert werden. 3. Distuffion. 4. Verschiedenes. 20. Januar, Abends 3½ Uhr, bei steßner, Annenſtraße 16. 1. Rechenichafts- liche Gewalt bereits genehmigt hat. Der Abschnitt über die Regierung die Abschnitte des Entwurfs über die BundesSauverein Berliner Sildhauer. Verſammlung am Dienstag, den organisation und über die legislative, erekutive und richter und Disfussion über die Thätigkeit der Kommiſſion freier Hilsstaſſen Bundesorganisation enthält die Bestimmungen über die Rechte der Bundesregierung, über die Steuern und Abgaben, sowie die Bestimmungen über die Befugnisse, deren die Regierung bedarf, um den Verpflichtungen des Landes gegenüber den auswärtigen Gläu bigern nachkommen zu können. bericht. 2. Wahl des Berwalters und der Verwaltungsmitglieder. 3. Bericht 4. Verschiedenes. Geselliger Verein Regina" wünscht noch Herren, nicht unter 19 Jahren, Damen, nicht unter 16 Jahren, als Mitglieder aufzunehmen. Schriftliche Mel am Donnerstag, den 22. d. Mts., fällt aus. dungen erbeten an H. Schlawig, Königstraße 61. Die Sigung mit Damen Generalversammlung des Fachvereins der Steindrucher und LithoDonnerstag, den 22. Januar, präzise in Feuersteins ersten Borsitzenden. 3. Bericht und Neuwahl der Arbeitsnachweistommission. ganhen, obraße 15. Tagesordnung: 1. Raſſenbericht. 2. Wahl des vom letzten Konzert des Gesangvereins Senefelder abzurechnen. aus, die Wünsche der nordbritischen Bahn gestaltet sich von Tag zu Tage günstiger, London, 19. Januar.( Telegr. d. Herold.) Der Verkehr auf 4. Abrechnung vom Herrenabend. 5. Verschiedenes und Fragefaften. Die Das von den Bürgern Glasgow's niedergesetzte Komitee Kollegen werden ersucht, die Billets vom Herrenabend des Fachvereins, sowie wurde am Sonnabend in Edinburgh von den Direktoren buch legitimirt. Um recht zahlreiches Erscheinen bittet der Borstand. Quittungs: der nordbritischen Eisenbahn empfangen; letztere sprachen Lese- und Diskutirklubs. Derwegh". Abends 8 Uhr im Lokale des sich in entschiedener Weise dahin Herrn Otto Linte, Forsterstr. 45. Gäste willkommen. Humanität", der Ausständigen nur nach Wiederaufnahme der Arbeit berück Abends 8 Uhr im Lotale des Herrn Steuer, Weinstraße 22." Gäste willkommen Agitationsverein Sassalle", Abends 8 Uhr, Mariannenstr. 31 bei sichtigen zu wollen. Am Sonnabend fanden große StreiferDoberstein. Gäste haben Zutritt." Proletarier",( Bankow), bei Meetings in Glasgow statt. Burns erklärte, falls die AusBorchardt, Gulzenfi. 25" Johannes Wedde", Abends a uhr im ſtändigen jetzt ihre Sache verlören, würde nach drei Monaten ein fommen." Hasenfclever", Abends 8 Uhr, im Restaurant Scholz, großer Bahnstreik in Schottland ausbrechen. Kastanien Allee 35. Gäste willkommen. Schulzenjir. 28. " 9 Abends von 9-11 Uhr bei Keßner, Annenstr. 16. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Gesangverein Anacreon", unverzagt",( Moabit), Abends s½ Uhr, bei Hermerschmidt, BerleMänner- Gesangverein bergerstraße 2s. Gesangverein Bruderherz", Straußbergerstraße 3, Briefkaffen der Redaktion. bei Birke, Abends 9 Uhr. Privat- Theaterverein, cacie", Abends 9 Uhr, Gäste willkommen. Theater Bei Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Brieflich " " " Blant, Schönleinstr. 1. Gäste willtommen. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend, Abends 9 Uhr, Uebungs Lichtenbergerstr. 21 bei Heise. Antwort wird nicht ertheilt. Rechtsanwalt Stadthagen wohnt Landsberger im Restaurant Lehmann, Naunynstr. 44. flub Helmerding", Abends 9 Uhr in Hanf's Restaurant, Tempel Bei dieser Gelegenheit gestatten Sie mir darauf hinzuweisen, hofer Ufer 13, Ecke der Großbeerenstraße. Bergnügungs- und Theaterdaß bei der Kellnerfrage angeregt war, nur gegen Vorzeigung willkommen. vrrein Romeo", Abends 9 Uhr bei Säger, Grüner Weg 29. Gäste der sogenannten Kontrollmarke Trinkgelder zu verabreichen und bei S. Sperling, Görligerstr. 37. Bergnügungs- Verein Nordlicht", Abends 8-11 Uhr, straße 62. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Daß ich unter wiederholtem Beifall der Versammlung dies Kontroll- Verein ehmaliger 37er, Abends 9 Uhr, im Königstadt- Kasino, HolzmarktE. M. Wilschke, Razbachstr. 1. 37,85 M. laut Postschein Markensystem als ein solches fennzeichnete, das Heucheln groß yort- und Mannsteinstraßen- Ecte. Gäste willkommen. straße 72. Rauchklub Rosenblätter", Abends s uhr bei geopoldt, für die Ausgesperrten Arbeiter: Maler der Voßstr. d. G. R. zuziehen und an Stelle der geistigen Ueberredung Gewaltmittel verein„ Reichstrone" Abends 9 Uhr, im Bittoria- Ballsalon, Berleberger verein Allegro 3 M. Von d. Arbeitern G. U. 3 M. Fischer 1 M. Bergnügungs 6,75 M. Berliner und Fürstenwalder Genossen 20 M. Gesangs zur Anwendung zu bringen geeignet und daher verwerflich sei." straße 13. Bergnügungsverein Glück auf" Abends 8 Uhr im Restaurant Zusammen 38,05 M.; ab Porto 0,20 m., in Summa 37,85 M. Geselliger Verein Freiheit". Jeden Dienstag, Abends 9 Uhr, bei Schwalbe, Straße 53, A. Nr. 3 am Nettelbeckplatz. Zweit des Vereins: ftunde, Aufnahme von Mitgliedern.- Gefangverein„ Steine ich e( Böttcher), Sammelliste Nr. 513 vom„ Gesangverein Nord" 11,70 M. für Quittung. Durch Genosse A. Neumann, Berlin, auf Freiheitslieder( gem. Chor), freie Dichtung, Bühnenaufführungen, geselliges Gefangverein, o'r ddeutsche Schleife" bie ausgesperrten Glasarbeiter erhalten zu haben, bescheinigt Bufammensein. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste, Damen und Herren Restaurant Kaiser Franz Grenadierplaz 7. Arbeiter- Gesangverein Vor= herzlich willkommen. wärts( Süd- Ost)" bet ziemer, Cuvrystr. 16. Berliner Arbeiter- Bildungsverein. Mittwoch, den 21. d. M., Abends Staligerfir. 142 bet Greiser.- Gefangverein Olympia", Prinzenstr. 106 bei Gefangverein IIegro", die Kommission. J. A.: Herrmann Hallwas. 8 Uhr, Schwedterstr. 23-24. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Reßler. Gerth. Gefangverein Kreuzberg", Tempelhofer- Ufer 15 bei Krany. Wollin. Besten Dank für die Einsendung. Wird gelegent 2. Distussion. 3. Verschiedenes und Fragefasten. Um zahlreiches Erscheinen Gesangverein idelitas", Aderstraße 13 bei Kummer. lich verwendet werden. wird ersucht. Moabiter Liedertafel", Wilhelmshavnerstr. 23 bei Brosch. Gefangverein„ MaiSozialdemokratische Agitationsschule Den Gesangvereinen„ Allegro“ und„ Seeger'sche Kultur". Dienstag, den glöckchen", Hochstr. 32 a bei Wilfe. Männerchor„ Süd- it", köpnider Liedertafel" für die Unterstützung von 10,22 M. meinen beſten 20. D. M., Abends 8½ Uhr, im Restaurant Schmidt, Wrangelstr. 141. Verstraße 191 bet oge. Männer- Gesangverein Harmonia", Abends 9 Uhr fammlung. Tagesordnung: Vortrag. Diskussion. Verschiedenes. Auf- bei Lemm, Steinmegstr. 76. Gesangverein Bruderherz" bei Birko, Dank. Richard Halle. nabine neuer Mitglieder. Gäste durch Mitglieder eingeführt haben Zutritt. Straußbergerstr. 3. Männer Gesangverein Schildhorn", Usedomstr. 33 Dimmererversammlung des Lotalverbandes zu Schöneberg, in der Schloßbrauerei, am 20. d. M., Abends 8 Uhr. Der Wichtigkeit der Tagesordnung angenteffen zahlreiches Erscheinen erwünscht. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Verband Berliner Portiers und Berufsgenossen. Generalver fammlung. Mittwoch, den 21. d. M., Abends 9 Uhr, im Klubhaus, KrausenStraße 10. Homöopatischer Verein„ Hahnemann", Brunnenstraße 9. Am 21. Januar, Abends 8% Uhr, Bortrag des Herrn Dr. Hösch: Ueber Sa mariterkursus. 1 Abonnent 37. Sie müssen die Quittung aus Hamburg bei Miete, Abends 9 Uhr. Gesangverein Wald tapelle" in Friedrichs abwarten. Uns ist der Grund der Verzögerung unbekannt. hagen, Restaurant Blant, Friedrichstraße, Abends 9 Uhr. unverzagt", Köpniderstr. 127 a bei Küster. Depeschen. Gesangverein Streitende Genossen. Darüber können wir Ihnen Augenblick leider feine Auskunft ertheilen. ir M Uhrmacher Berlins! Deffentliche Bersammlung sämmtlicher Uhr= machergehilfen Berlins und Umgegend am Mittwoch, den 21. Januar, Abends fandtschaft wird mitgetheilt, daß die konstituirende Versammlung allen Gebern. Karl Wanneck. Wengels, Textilarbeiter, aus Berlin, übersandte mir 160,50 Nieder Langenbielan, den 15. Jauuar 1891. Robe für arme nothleidende Weber in Eulen- Gebirge. Ich versichere Paris, 18. Januar. Von der hiesigen brasilianischen Getrag gewissenhaft zur Vertheilung zu bringen. Herzlichen Dank daß ich etliche tüchtige Genossen hinzuziehen werde, um den Be Fachverein der Tischler. Achtung! Die ordentliche Generalversammlung findet nächste Woche Achtung! Kürschner u. Mützenmacher! Unserem Genossen, dem Begründer| der F. V. d. K. Albert Auerbach Allen Freunden und Bekannten die 188 traurige Mittheilung, daß mein lieber Mann, der Tischler( zur Zeit Roblen händler) Bernhard Gerstenberger, wünscht zu seinem heutigen Wiegen- am 16. d. M. plötzlich verstorben ist. feste ein dreimal statt, da zu heute Abend eine öffentliche Tischlerversammlung ein- Wegen Lahureduzirung haben Hoch! donnerndes Die Beerdigung findet am Dienstag, Berufen in, seven Verhandlungen auch für die Mitglieder des die Kollegen der Füken- Fabrik, der Freien Vereinigung der Kaufleute. Fachvereins von Interesse sind. 812 Große öffentliche Der Vorstand. Tischler- Versammlung Dienstag, den 20. Januar, Abends 8½ Uhr, in ,, Sanssouci", Kottbuserstr. 4a. Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung der Delegirten vom deutschen Tischlerkongreß in Hannover. 2. Diskussion. 3. Wahl der Vertrauensmänner. 4. Bericht erstattung der Delegirten der Berliner Streif- Kontrollkommission. 315 Um zahlreichen Besuch ersucht Der Einberufer. Achtung, Rohrleger! Große öffentliche Versammlung der Rohrleger und Gehilfen Berlins und Umgegend am Dienstag, den 20. Jannar 1891, Abends 8 Uhr, in Feuerstein's Lokal", Alte Jakob- Strasse No. 75. Tages Ordnung: 11 1. Bericht der Delegirten vom Provinzial- Metallarbeitertag. 2. Wie stellen sich die Rohrleger und Gehilfen zu der im vorigen Jahre gewählten Streiffommission betr. der Abrechnung. 3. Verschiedenes. 256 Frucht- Syrup. Der Einberufer: E. Skalsky. Bei der heutigen Theuerung ist der beste und billigste Ersatz für Butter und Zucker Stuttmeister's Frucht- Syrup. Vorzüglich zur Bereitung aller Speisen, sowie durch seinen großen Buckergehalt zur Linderung von Huften und Heiserkeit geeignet. zu haben in sämmtlichen Kolonialwaaren- Handlungen Berlins und Umgegend und in der Ersten Berliner FruchtSyrup- Raffinerie von Hugo Stuttmeister, Grüner Weg 43. Man verlange ausdrücklich Stuttmeister's Frucht- Syrup. Soeben erschien: Bibliothek politischer Reden. Heft 3. Joseph Görres. Neber die Uebergabe von Mainz an die Franzosen. J. G. Fichte. Rede über die Ausführung einer deutschen Nationalerziehung. Macannlay. Rede über Juden- Emanzipation. Nebst biographischen Notizen. Frucht- Syrup. vorn 1 Tr., die Arbeit niedergelegt. Wir ersuchen, Zuzug zu meiden. Der Vorstand des Verbandes deutscher Kürschner. Filiale 1 Berlin. An die Mitglieder der Orts- Krankenkasse der Maschinenbau- Arbeiter 189 und verwandten Berufsgenossen zu Berlin. J. A.: August Penu. 7 J Tul u. Nahila! Der Klub der Baddhas fendet Grüße seinem Mitgliede Albert Auerbach. Wo ist Zusammenrottung? den 20. d. M., Nachmittags 8 thr vom Trauerhaufe, Fruchtstraße 88-34, bittet die tiefbetrübte Wittwe [ 123J Wilhelmsberg statt. Uni stilles Beileid Marie Gerstenberger, geb. Schul Danksagung. nossen, und insbesondere dem Allen meinen Kollegen und Ge Unter Polirte Rohrstühle tätsverein für die reichliche Le fauft man 50 bis 100 pt. billiger aus stüßung und für das stille Beileid am erster Hand, als in den Möbelgeschäften Grabe meiner lieben Frau meinen am Plaze. Ich offerire: Einfache Rohrstühle a Stück 3,-M. Bessere Sorten Runde Wiener Stühle Gefehlte W. Rohr- Lehnstühle Tafelstühle 31/2 " 27 " 41/2 " " " " " 5,-" " " 6, 7, " " " " innigsten Dank. Rudolf Paarmann, Töpfer, Freienwalderstr. 22. 124 J Empfehle mein Geschäft in frisca Blumen und Kränzen. 24 L Die Wahl der Delegirten zur Wahl der Vertreter der Arbeitnehmer für den Vorstand der Orts- Krankenkasse findet am Montag, den 2. Februar 1891, Abends 71/2 Uhr, statt, und zwar: a) für diejenigen großjährigen Mit dauerhaft gearbeitet. Versandt nur NB. Um häufigen Irrthum zu ver glieder der Kasse, welche in Fa- gegen Nachnahme. Verpackung wird meiden, erkläre ich meinen Freunden briken, in welchen weniger als nicht berechnet. Illustrirte Preisver- und Genossen, daß ich mit J. Meyer, 75 Arbeiter beschäftigt sind, im Re- zeichnisse franko. Wienerstr. 1, in keiner geschäftlichen oder Robert Meyer, Sämmtliche Stühle sind solid und Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. 13 J ſtaurant Seefeldt, Grenadierſtr. 38; Reinhard Rossleben, verwandtschaftlichen Beziehung stehe b) für die freiwilligen Mitglieder der Rasse im Restaurant Zemter, Münzstraße 11, S. 1 Tr.; c) für diejenigen Mitglieder der Kasse, welche in Fabriken, in welchen über 75 Mann beschäftigt werden, in der Fabrik des Arbeitgebers. Anträge für die Tagesordnung der Generalversammlung sind bis zum 23. Februar 1891 schriftlich beim Vorstand einzubringen. Das Quittungsbuch legitimirt. 7] Der Vorstand. Karl Thieme. Die Bersammlung des Polnisch- sozialdemokr. Vereins findet am Mittwoch, den 21. Januar, Abends 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Fenerstein( oberer Saal), Alte Jakob straße 75, statt. Tagesordnung: 1. Vortrag mit daran folgender Diskussion. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 249 Die General- Versammlung des Poliermeister, Hilmsdorf bei Geringswalde i. S. Möbel, Spiegel und Polsterwaaren. eigener Gr. Lager, bill. Preise. Fabrik. Emil Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach Uebereinkunft. Nur 1 Mark. Einziehung von Forderungen. Klagen, Eingaben, Rath in Prozessen, Pollak, jett Georgenkirchstr. 24, 11, Auch Sonn- u. Feiertags geöffnet. Lese- u. Diskutirvereins Herwegh! Ausverkauf! findet heute, Dienstag, Abend, im Lotale des Herrn Linte, Forsterstr. 45, um jeden Preis von 20 000 78 J Achtung! Geehrte Freunde! Euch zur gefl. Nachricht, daß wit mit dem heutigen Tage einen Fleischhandel eröffnet haben und solches noch billiger wie in der Markthalle ver faufen. Ueberzeugt Euch, daß wir weniger auf unsern eigenen, als auf den allgemeinen Nußen bedacht find Wir erwarten Euch in unserem Ge schäftslokal. Mit kollegialischem Gruß H. Muttray& A. Teichner, Köpenickerstr. 160. Rohtabat A. Goldschmidt, Spandauerbrücke 6, am hiesigen Plaze bekanntlich Größte Auswahl. Garantirt ficher brennende Tabake. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate sind am Lager. A. Goldschmidt, Spandauerbr. 6, am Sacke'schen Markt.[ 746 J Das Rechts- Bureau[ 52J eines fönigl. preuß. Amtsrichters a. D Alte Jakobstraße 102, II, ertheilt Rath u. Hilfe in allen Ange statt. Tagesordnung: Abrechnung vom Schuss-, Hieb- u. Stichwaffenlegenheiten. Für Unbemitt. unentgeltlich. verflossenen Quartal und Verschiedenes. Ein jedes Mitglied wird hiermit ersucht, zu erscheinen.( Anmerkung. Die 370 legte Versammlung war zu spät gemeldet und wurde die Bescheinigung Reich illustrirte Preisliste gratis. Hippolit Mehles, Berlin W., Friedrichstr. 84. 5. Fischerstraße 5. ff. Mittagstisch mit Bier 50 Pf 4/10 Liter Pazenhofer 10 Pf., fowie ge müthliches Vereinszimmer empfiehlt H. fauft E. Tichelmann, Reichenbergerſtr. 116. alte Seel pro 100 Ct. 16 Start map Brehm, Platinabfall zu den höchst. Preiſen, 1872] Preis 20 Pfennige. Zu beziehen durch unsere Expedition, Beuthstr. 3. Brockhaus Lexicon bill. z. vert., gut| Dr. Hoesch, homöopath. Arzt erhalten. Asmus, Langestr. 26, 2 Tr. Artillerieſtr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10 Meyer's Bücher, Brehm, WeltJ. V. Schimmel. Bücher, Lexicon, wiffenfch. Robert Linke, nr. 25, Berlin. Fauft A. Hannemann, Rochftr. 56. geschichten kauft A. Hannemann, Kochstraße 56. Fernsprecher I 4027. 110 Roh- Tabak ämmtlicher Sorten. Größte Auswahl, billigste Preise. G. Elkhuysen, Münzftr 10. Warnung! Hierdurch warne ich Telephon- Amt 1, 4027. 111 G. Stereot.- Presse 1. e. galv Jedermann, meiner Frau Marie Grob Bads.b.z.vt. Näh. i. d. Exp. d. Bl. 63L Namen zu borgen, da ich für nichts Frdl.Schlafft.Ruppelt, Prinzenst.90, 4Tr. geb. Mürr irgend etwas auf meinen aufkomme. 126 J Julius Grob, Stendalerstr. 4. Fr. Schlafft. Adalbertstr. 32, v. 11, Noad, Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 16. Dienstag, den 20. Januar 1891. 8. Jahrg. Ist die Verhängung einer Sperre fängniß verurtheilt. Landgerichts- Direlior Grünhagen, e bem als Unternehmern, obwohl er vorher mehrmals die sich schroff gegentrafbar? fortschrittlicher Abgeordneter, seit seinem über stehenden Interessen von Arbeit und Kapital ausdrücklich Direttoriat aber politisch nicht mehr thätig, hervorgehoben hatte. Der friedliche Ausgleich sei ein Standpunkt, fügte hinzu, das Koalitionsrecht des§ 152 der Gewerbe- Ordnung der nicht blos auf dem Papier stehe, sondern er sei von dem § 152 der Gewerbe- Ordnung sagt klar und bestimmt:„ Alle werde nicht verletzt, weil erfahrungsmäßig an einer Sperre Nicht größten Erfolge begleitet gewesen, das beweisen die deutschen Verbote und Strafbestimmungen gegen Gewerbetreibende," ge- Vereinsmitglieder theilnehmen. Also weil§ 152 ein gesetzliches Buchdrucker. Der Unterſtüßungsbund der Buchdrucker sei nichts werbliche Gehilfen, Gesellen oder Fabrikarbeiter wegen Ver- Kampfmittel sein könnte, deshalb müßte die Anwendung desselben weiter als ein Gewerkverein, Redner beruft sich dabei auf einen Ausspruch des Vorsitzenden Döblin in Frankfurt. Dann beklagt abredungen und Vereinigungen zum Behuf der Erlangung besonders hart bestraft werden. günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen, insbesondere mit Erfolg. Aber wie immer der Ausgang dieses Prozesses bewegung, die sozialdemokratische wie die gewerkschaftliche(?), Gegen das Erkenntniß ist Revision eingelegt- hoffen wir sich der Referent darüber, daß beide Richtungen in der Arbeitermittelst Einstellung der Arbeit, werden aufgehoben." Klar und bestimmt? Je nun, so flar wie Gesetze einmal sind. Wer das sein wird, die Arbeiter sehen aufs Neue, wie im alten Kurs" unter großem Druck von Oben zu leiden hätten, wenn der einmal gewerkschaftliche Leben kennt, der weiß, daß durch den§ 153 gegen ihre berechtigten, ja gegen ihre gefeßlich gewährleisteten fortfallen werde, dann werde man sehen können, welche Richtung der Gewerbe- Ordnung, durch den mit den Gesetzen nicht har: Rechte Strafmittelchen zu finden versucht wird, und daß den die bessere sei. Er rufe zum Schlusse den Versammelten zu: monirenden famosen Bu tkamer'schen Streiferlaß, durch Aufrecht Arbeitgeber, der Aehnliches unternimmt, fein Staatsanwalt, Prüfet Alles und behaltet das Beste.( Beifall und Widerspruch.) erhaltung der verschiedenartigsten partikularen Vereinsgesetze oder ein Richter verfolgt, sowie daß wegen Unterlassung der Ver- Es erhielt sodann als Korreferent unser Genosse der Reichstagsrichtiger partikularen Fesseln zum Zusammenschnüren und Unter- folgung fein Staatsanwalt, ein Richter angeklagt wird. Abgeordnete W. Schmidt- Frankfurt das Wort. Er führte aus: binden jedes Strebens der Arbeiter nach besseren Lohnbedingungen, Falle des Strafgesetzbuchs gegen berechtigte Arbeiterbestrebungen fein Gegner der modernen Arbeiterbewegung, er habe nur gesagt, Später und im Reichstage mehr hierüber. Diese neu entdeckte Herr Hirsch habe zu Anfang seines Vortrages gesagt, er sei nach menschenwürdigeren Arbeitsbedingungen, und nicht zuletzt haben bereits die Gerichte von Leipzig, Hamburg und Bremen durch die zu Gunsten der Herrschenden erfolgte Interpretation der Geseze durch Verwaltungs- und Gerichtsbehörden das in angewendet. Darum aufgepaßt! Man entgeht ihr da: was man darunter verstehe. Das hätte ihm doch von Anfang § 152 der Gewerbe- Ordnung feierlichst gewähr haltungen mit dem Arbeitgeber jeden Hinweis auf die Sperre Zivilisation, hat es soziale Bewegungen gegeben. Die Verhält durch, daß man bei( mündlichen oder schriftlichen) Unter- an klar sein müssen, was damit gemeint sei. So lange es eine unterdrückte Klasse giebt, und die giebt es seit Beginn der leistete Roalitionsrecht der Arbeiter völlig fortläßt. Hätte der oben mitgetheilte Brief die Worte: über niffe haben in ihrer Entwickelung bisher drei Phasen durchillusorisch gemacht i st. Nicht zum wenigsten ist diese Interpretation zu Ungunsten der Arbeiter durch Ihre Werkstatt die Sperre zu verhängen" ausgelassen, so war gemacht, in der dritten, der Phase der Lohnsklaverei, befinden so" war nisse haben in ihrer Entwickelung bisher drei Phasen durchdas Sozialistengesets, sowie durch die im zweifellos§ 253 des Strafgesetzbuchs unanwendbar Gegensatz durchgefunden Menschenverstand erfolgte Auslegung desselben Drohung der Sperre, sondern einfache Ausführung derselben wir uns jetzt. Noch niemals war das Gefühl der Unterdrückung durch das Reichsgericht und andere Behörden gefördert und geohne vorherige Androhung; die bereits beſchäftigten Arbeiter 10 ſtart vorhanden, wie heute Boy gaffalle gab es schon eine fiärti. Jene Tiffeleien, um eine unschuldige Handlung in der müßten die Zeit des Arbeitsvertrages über ausdauern. Rahmen des Sozialistengesetzes zu spannen, haben Schule gemacy.. Jezt ist die gelehrte Staatsanwaltschaft sowie die Gerichte auf der Suche darnach, unter welcher Etiquette des geltenden gemeinen Strafrechts die Verhängung einer Sperre bestraft werden fönne. Zu Ungunsten der Arbeiter hat gestern das hiesige Landgericht Berlin II. unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Grünhin gefällt. Versammlungen. also keine auf die Wissenschaft, sondern auf das Gefühl. Die Bewegung aber, welche auf den wissenschaftlichen Untersuchungen basirt, nennt man moderne Arbeiterbewegung. Die jeßige Arbeiterbewegung, die sozialdemokratische, hat nicht, wie die deutschen Gewerfvereine, das Bestreben, die Arbeiterklasse und die Kapitalistentlasse als solche zu erhalten, sondern sie zu beseitigen, ihr Endziel ist, die Abhängigkeit der Menschen von einander aufzuheben( Bravo) und Eine gut besuchte Xylographen- Versammlung bagen eine folgenschwere Entscheidung nach dieser Richtung fand Freitag Abend unter Vorsiz des Herrn Hofmann statt. Der das ist das Wesentliche, was uns von den Gewerkvereinen unter Tischlermeister Alulas zu Friedrichsberg bewilligte seinen diese Versammlung, als Fortſegung einer vor einiger Zeit ver- so geſteht er damit doch ein, daß die kapitaliſtiſche Produktion sich Berlauf derselben war sehr erregt und eigenthümlich. Es sollte scheidet. Wenn Herr Hirsch von einer Zeit der Gährung sprach, Tischler aufgestellten Säge. Nach fruchtlosen Verhandlungen mit modernen Arbeiterbewegung" anzuschließen. Bisher hatte sich er sich denn eigentlich darauffolgend? Es kann doch unmöglich so ob die Kylographen sich Klukas wendeten die Gesellen sich an ihren Verein, den„ deutschen hiergegen bei ihnen ein Widerstreben gezeigt, sie fühlten sich als bleiben, daß das Bedrückungssystem von Wenigen über die MehrTischlerverband, Zahlstelle Friedrichsberg." Von diesem wurde„ Künstler" und hielten es für entwürdigend, sich mit den Ar- heit ausgeübt werde; Herr Hirsch hat hierfür als den Einzigen zu Gunsten der Gesellen beschlossen, und die Gesellen wurden beitern solidarisch zu erklären. Der Gang der Verhandlungen den König Stumm hingestellt, das ist jedoch der Typus einer ersucht, nochmals mit Klukas in Verhandlungen zu treten bewies aber, daß die Herren Xylographen in ihrer Mehrheit ganzen Klasse. Unter den heutigen Verhältnissen wird es bedingt, und eventuell ihm durch Uebergabe nachstehenden Schreibens feineswegs den Anspruch auf eine Conderſtellung vor allen daß Mehrwerth nur durch Ausnühung der Arbeitskraft ge mitzutheilen, daß die Mitglieder des Verbandes nur nach dem anderen Arbeitern zu erheben berechtigt sind. Ein, milde aus schaffen wird. Lohntarif, der 1884 bereits aufgestellt war, arbeiten würden: daß wir den Ausspruch Richtig ist es, gedrückt, unparlamentarischeres Betragen, als es von den Ver- Lassalles von ehernen Lohngesetz aufgegeben haben." Friedrichsberg, den 29. April 1890. fammelten gezeigt wurde, fann kaum gedacht werden. Aehnliches ist aber nur der Wechsel vom Sinken und Steigen im Lohne, der Herrn Tischlermeister J. Klukas! erinnert man sich höchstens von Seiten der deutsch-„ freisinnigen" durch das Bevölkerungsgesetz erklärt wurde, bestritten worden, In der heutigen Sitzung wurde unter Zustimmung Herren Kaufleute in den Handlungsgehilfen- Versammlungen dagegen wurde festgestellt, daß der Lohn dauernd sinken könne, Ihrer Arbeiter, die den Ihnen bekannten Lohntarif hoch erlebt zu haben. Die ganze Versammlung verlief infolge dessen infolge des beständigen Anwachsens der Reserve- Armee. Auch in halten, folgendes beschlossen: Sollten Sie denselben nicht vollständig resultatlos; nachdem die Diskussion geschlossen war, England haben sich entgegen den Ausführungen des Vorredners bewilligen bis 2. Mai, so fertigen Ihre Arbeiter jeder erachtete der Vorsitzende es, und mit Recht, für das Richtigste, die Arbeiter mit der Politik beschäftigt; indem sie Forderungen feine Arbeit fertig und wird mit angegebenem Datum die bei der Haltung der Anwesenden die Versammlung einfach zu an die Gesetzgebung stellten, thaten sie es. Auf den Vorwurf, Sperre über Ihre Werkstatt verhängt. Antwort spätestens schließen. bis 1. Mai. daß die Sozialdemokratie bisher nur langsam angewachsen sei, Um die auseinandergehenden Ansichten innerhalb des Xylo- die Antwort, daß der Gang der Erkenntniß unter den Arbeitern gez.: Ernst Hampel, Bevollmächtigter, graphenberufs zu einer Klärung zu führen, hatten die Ginberufer langfam sei. Uebrigens haben die Gewerkvereinler noch viel Frankfurter Allee 174, 2 Tr., im Auftrage des Vorstandes der Versammlung einen Referenten für als auch einen Korreferenten weniger Erfolge erzielt, wenn sie in 25 Jahren erft 70 000 Mitdes deutschen Tischlerverbandes, Zahlstelle Friedrichsberg. gegen den Anschluß an die sogenannte moderne Arbeiterbewegung glieder haben, welche auf 1300 Ortschaften vertheilt sind. Die Gesellen verhandelten wiederum vergeblich mit Klutas eingeladen. Die Bildungsbeftrebungen, welche der Vorredner her und übergaben ihm deshalb schließlich vorstehenden Brief. Die Die Aufgabe, den Anwesenden begreiflich zu machen, daß für vorhob, verwerfe ich durchaus nicht, doch müssen sie nicht Sperre wurde dann verhängt und, wie Klutas im gestrigen sie ein Anschluß an die Sozialdemokratie nicht zweckmäßig sei, einseitig sein. Auch Lassalle trat dafür ein; aber nicht Termin behauptete, bekam er daher weniger Gesellen, so daß er fiel dem bekannten Generalsekretär der Gewerfvereine, dem darf man fich ausschließlich mit Naturwissenschaften be15 000 m. jährlich weniger umsehen konnte. Das mußte bestraft Dr. Max Hirsch, zu. faffen, vielmehr muß gerade die politische Aufklärung der Arwerden, daß ein Fabrikant weniger Profit zu erreichen gezwungen Zunächst erörterte Herr Hirsch die Frage, was eine andere beiter die Hauptsache sein. Und dafür wird in keiner Partei ist. Aber wie? Hampel hat einen Brief geschrieben. Das muß Arbeiterbewegung sei und meinte, daß eine jede Arbeiterbewegung, so viel gethan, als in der sozialdemokratischen, das haben sogar strafbar sein. Also frisch angeklagt. Ja, aber weshalb? Was welche gegenwärtig stattfinde, also in einer modernen Zeit, einen unsere Gegner anerkannt. Ich kann mich nicht dagegen erklären, man sonst nicht definiren kann, sieht man als groben Unfug an. solchen Namen beanspruchen könne, daher könnten sich die daß die Xylographen sich zur Förderung ihrer Interessen organi Hampel wurde also nur, weil er jenen Brief geschrieben, an- von ihm vertretenen deutschen Gewerkvereine ebenso bezeichnen. firen, doch sie müssen dabei nicht einseitig stehen bleiben, sondern getlagt wegen groben Unfug s. Dem Vertheidiger, Rechts- Gs gebe nicht eine, sondern verschiedene Arbeiterbewegungen und auch die allgemeinen Interessen im Auge behalten. Zunächst auwalt Stadthagen, war es ein Leichtes darzulegen, daß da komme es darauf an, das Gemeinsame von dem Verschieden müßten sich die verwandten Berufe zusammenschließen. Redner das Schreiben eines Privatbriefes doch nimmer grober Unfug sei. artigen derselben zu scheiden. Als gemeinsame Bestrebungen be- verweist dann auf die Ueberbürdung in fast allen Fächern, felbft Das Schöffengericht sprach darauf auch am 10. November Hampel trachtete er kurz und bündig die selbständige Organisation aller in denen der Kunst hin, welche eine erhebliche Einschränkung der von der Anklage, durch Schreiben des Briefes groben Unfug be- derjenigen, welche die Güter erzeugen. Die Idee, daß die Ar- freien Berufswahl hervorrufe. Hingegen im Zukunftsstaat, von gangen zu haben, frei, wies ihn aber unter der Anklage des beifer, welche in Lohn stehen, ich nur als Anhang der Arbeit dem Redner noch weitere Details giebt, werde jedem zu einer Bergehens gegen§ 153 der Gewerbe Ordnung, der lautet: geber zu betrachten hätten, wäre vielfach, weniger allerdings unter nußbringenden Beschäftigung Gelegenheit geboten, und nebenbei Wer Andere durah Anwendung körperlichen Zwanges, durch den Arbeitern als bei den übrigen Klassen zu finden. Diesem werde man noch immer genügend Zeit finden, in seinen Muße Drohungen, durch Chrverlegung oder durch Verrufserklärung be- glaubt Herr Hirsch nicht erst widersprechen zu dürfen, stunden sich mit der Kunst zu befassen, zur Kunst rechnet stimmt oder zu bestimmen versucht, an solchen Verabredungen eine Organisation der Arbeiter müsse frei sein von jeder Bevor er auch die Xylographie." Zum Schluß fordert Redner (§ 152) Theil zu nehmen oder ihnen Folge zu leisten, oder Andere mundung der Arbeitgeber. Jedoch habe auch ein großer Theil auf, für die Aufklärung der schläfrigen Elemente einzudurch gleiche Mittel hindert oder zu hindern versucht, von solchen der Kleinmeister allen Grund, mit den Arbeitern gemeinsam gegen treten und rufet ebenfalls: Prüfet Alles und behaltet das Beste. Verabredungen zurückzutreten, wird mit Gefängniß bis zu drei das Großkapital Front zu machen.( Sehr richtig). Dies Groß( Beifall und Widerspruch.) Monaten bestraft, sofern nach dem allgemeinen Strafgesetz nicht fapital übe auf den Arbeiter den härtesten Druck aus; nicht allein eine härtere Strafe eintritt, während der Arbeitszeit, sondern auch noch während der ganzen und wegen Vergehen gegen§ 240 Strafgesetzbuchs, der lautet: übrigen Zeit sollen die Arbeiter unter dem Einfluß der FabriWer einen Anderen widerrechtlich durch Gen alt oder durch Be- fanten stehen. Ein Beispiel hierfür sei der König Stumm. drohung mit einem Verbrechen oder Vergehen zu einer Handlung, Die gewerkschaftlichen Bewegungen wurden nicht, wie man Duldung oder Unterlassung nöthigt, wird mit Gefängniß bis zu sagte, von gewissenlosen Aufhezern herbeigeführt, sondern sie einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu sechshundert Mark wuchsen aus den wirthschaftlichen Verhältnissen heraus, zuerst entbestraft. standen sie in England und fanden dann in Deutschland in den Deutschen Gewerkvereinen Nachahmung. Aber schon vor letzteren debatte erhielt nochmals Herr Hirsch das Wort, welcher seine Nach einer längeren und sehr erregten Geschäftsordnungserste Ausführung aufrecht erhielt und einige Aeußerungen des Vorredners besprach. In derselben Weise trat hierauf Schmidt ihm nochmals entgegen. In der Diskussion führt Herr Peus aus, das eherne Lohngeses sei nicht abgeschafft, sondern es sei ihm nur eine schärfere Fassung gegeben worden. Man müsse die Arbeiter aufklären, damit sie eine Macht werden und diese Macht gegen das Der Versuch ist strafbar. vor die Strafkammer. Der Staatsanwalt erachtete diese Ver- war durch den wissenschaftlichen Sozialismus, vertreten von Ferd. Kapital anwenden. Wenn Herr Hirsch sagt, die Arbeiter gehen für vorliegend, der Gerichtshof vermochte jedoch auf Grund Lassalle, eine andere Bewegung ins Leben gerufen worden, welche zwar sollen feine Bolitik treiben, so heißt das nur feine sozialdemodieser Paragraphen dem harmlosen Briefschreiber nicht zu be- unstreitig auf einem wissenschaftlichen System beruht, die aber kratische, dafür sollen sie hinter den bürgerlichen Parteien herlaufen. strafen, weil an der Darlegung des Vertheidigers nichts zu nicht mit der natürlichen Entwicklung rechnet. Sie will nicht Das Grundübel ist der Gegensatz zwischen Rapital und Arbeit, ändern, daß Hampel nichts Gewaltthätiges gethan habe, gleich den Gewerkvereinen den allmäligen Fortschritt, sondern dem gegenüber müssen Sie sich organisiren zu einer Macht. Zwar und daß§ 153 Gewerbeordnung nur Bedrohungen gegen Arsie will durch einen radikalen Umsturz der bestehenden Verhält- fagt Herr Hirsch dasselbe, doch möchte ich wissen, gegen wen beitskollegen nicht Dr o hungen des Arbeiters gegen den Arbeit- niffe das Glend des Arbeiters beseitigen. Den Arbeitern würde Hirsch diese Macht anwenden will.( Beifall und Widerspruch.) geber unter Strafe stelt. Aber, machte der Vorsitzende auf zugerufen, fie sollten ihr Heil nicht in der Gewerkschaftsorganimerksam, es könnte§ 253 des Strafgesetzbuchs, der da lautet: Wer, fation suchen, sondern in der Staatsgewalt; daher wurde die freundlichkeit des Herrn Hirsch in ein eigenthümliches Licht stellte; Herr Pinn theilt einige Thatsachen mit, welche die Arbeiterum sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvor Forderung des allgemeinen Wahlrechts aufgestellt, damit die so erwähnt er dessen Verhalten in der Arbeiterschutz- Kommission, theil zu verschaffen, einen Anderen durch Gewalt oder Drohung 95 pCt. der Bevölkerung die Klinke der Gesetzgebung in die Hand als derselbe für Bestrafung des Kontraktbruches stimmte. zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nöthigt, ist wegen bekämen und dann durch Einrichtung von ProduktivgenossenErpressung mit Gefängniß nicht unter einem Monat schaften das Lohnsystem beseitigten. Ohne Revolution wurde schon Faber bespricht den Ausspruch Hirsch's über die Harmonie zu bestrafen, vielleicht zur Anwendung bringen. Der nach fünf Jahren den Arbeitern Lassalle's das Wahlrecht gegeben, von Rapital und Arbeit und meint, daß die Bestrebungen der Staatsanwalt schwieg. Der Vertheidiger legte klar, daß doch trotzdem hat nach so langer Zeit die sozialdemokratische Ar- Fachvereine und Gewerfvereine nicht zusammenfielen. Die Bevon der Verschaffung eines rechtswidrigen Vermögens beiterpartei jezt erst den 10. Theil Reichstagsmandate erworben( Rufstrebungen der Fachvereine feien Erringung eines Minimallohnes, vortheils keine Rede sein könne.§ 105 und§ 152 der Gewerbe- Höchste Stimmenzahl!). Jedenfalls wenn der Weg ein richtiger Verkürzung der Arbeitszeit und Aufklärung der Arbeiter, dabei Ordnung ftatuirten flar die sogenannte Bertragsfreiheit und ist, so ist er doch zu langsam, die nothwendigsten Bedürfnisse der aber Fernhalten von jeder Politik. das Vereinigungsrecht zur Erlangung desselben. Und da sollte Arbeiter gestatten nicht ein so langsames Vorgehen. Bei dem allseitigen Goldschmidt( Redakteur des Gewerkverein") wundert bestraft werden können, wer sein Recht gebrauche? Qui jure suo Streben, die Arbeiter zu unterdrücken, müssen andere Mittel ge- sich darüber, daß man noch weiter diskutire, obgleich Hirsch beutitur neminem laedit. Wer nur von seinem Recht Gebrauch sucht werden, welche ohne Rücksicht auf Politik die Förderung reits fortgegangen sei.( Zuruse!) Die Ausführungen des Vormacht, verletzt Niemand. Gilt dies nicht mehr für Arbeiter? der Arbeiterinteressen bezwecken, und das thun die deutschen redners seien falsch, in den Fachvereinen werde wohl Politik geDer Gerichtshof erkannte dennoch, daß der Versuch einer Gewerkvereine. Redner schildert dann die angeblichen Vorzüge trieben. In den Gewerkvereinen werde keine Politit getrieben, Erpressung( das ist die fünfte Art Strafgesetz, die auf den und großartigen Erfolge seiner Vereine. Als erstrebenswerth am allerwenigsten freisinnige, er selbst sei auch nicht freisinnig. Brief angewendet wurde) vorliege. Die Arbeiter hätten ohne stellt Herr Hirsch es hin oder vielmehr er will es zum großen Herr Hirsch habe in der Arbeiterschutz- Kommission nur deshalb Bewilligung des Arbeitgebers bis Ablauf der Theil durch seine Bewegung erreicht haben, daß das frühere für eine Benrafung des Kontraktbruchs gestimmt, weil sonst die 14tägigen Kündigungsfrist fein Recht auf Erhöhung Senechtsverhältniß vielfach in ein freies" Arbeitsverhältniß Mehrheit fich für eine noch schärfere Bestrafung entschieden hätte. ihres Lohnes! Der von ihnen erstrebte Lohn sei daher rechts zwischen Arbeitgeber" und Arbeiter" umgewandelt ist. Weiter Redner glaubt, daß bei einer praktischen Ausfahrung die Mehrwidrig gewesen. Gleichgiltig sei, daß im Briefe stehe, es werde will Herr Hirsch herausgesunden haben, daß die sozialdemokratische werth- Theorie von Mary( die Herr Goldschmidt, wie aus diesen jeder seine Arbeit fertig stellen, da die Sperre bereits vom Bewegung, seit sie von Lassalle ins Leben gerufen war, schon sehr Worten hervorgeht, gar nicht kennt. Red.) in die Brüche gehen genannten Datum", das sei der 1. Mai, ab angedroht sei. verblaßt sei und daß man die Hauptpunkte fallen gelassen habe. würde.( Beifall und Widerspruch.) Die Sperre habe furchtbaren Schaden über Klukas gebracht Redner meint dabei das sogenannte eherne Lohngefeß. welches er Es wurde sodann die Diskussion geschlossen und der Vordie Sperre, die selbst nach diesen Gründen vom 15. Mai ab durchaus als ein bisheriges Dogma der Sozialdemokratie bezeichnet, mit sigende zog es bei der unruhigen Haltung der Versammlung, berechtigt sei, die Sperre sei eine mächtige Waffe in dem sie groß geworden sei. welche die Ausführungen der einzelnen Redner beständig störte, der Hand der Arbeiter. Deshalb müsse Hampel ho ch bestraft Zu dem Berufe der Xylographen übergehend, räth Dr. Hirsch vor, dieselbe zu schließen, ohne irgend welche Abstimmung vorzuwerden. Er wurde zu 6 Monaten sechs Monaten, Ge diesen zu einem friedlichen Ausgleich zwischen Arbeitern und nehmen. Eine Generalversammlung der Freien Vereinigung Imann, zum stellvertretenden Schriftführer Herr Heyer, zus nur den Betrag von 165,20 M. ergeben haben. Da die Ausder Kartonarbeiter fand am 14. d. Mis. unter Vorsitz des Beisitzern die Herren Kranz, Herms und Nölte, zu Revi- gaben aber 210 M. betragen, so mußte leider das fehlende Geld Kollegen Drews statt. Letzterer erstattete zunächst den Geschäfts- soren die Herren Gottschalk, Trepke und Bunes. Die weiteren dem Unterstützungsfonds entnommen werden. Auf Antrag des bericht. Danach betrug die Mitgliederzahl 96. Davon mußten Wahlen betrafen das Vergnügungs- und Bannerkomitee. Auf Kollegen Meyer werden die Herren Joh. Berger, Lange und wegen Resten 65 gestrichen werden, wofür sich nur 4 neu auf der Tagesordnung standen ferner noch die Angelegenheiten der Steinberg zu Revisoren erwählt, unt die Abrechnung auf ihre nehmen ließen, Bon sechs angesagten Versammlungen fonnten Errichtung einer Sterbekasse für Mitglieder und deren Frauen, Richtigkeit zu prüfen. Ein Antrag, an die Agitationskommission drei, darunter eine Generalversammlung, wegen zu schwacher die obligatorische Einführung des Vereinsorgans für die Mit 40 M. zu senden, wird angenommen. Ein unliebſamer Vorfall Betheiligung nicht stattfinden; in den übrigen referirten: Herr glieder des Vereins, sowie der Gewährung von unentgeltlichem wird noch erwähnt; es betrifft dies den Kollegen Franke, welcher Dr. Lütgenau( über das eherne Lohngesetz) und Herr Dr. Rechtsschutz an die Mitglieder, welche indessen der vorgerückten bei der Firma Groß gearbeitet hat. Derselbe ist noch im Besiz Stahn( über soziale Hygiene).- Zum Kassenbericht erhielt Nachtzeit wegen- es war bereits 3 Uhr geworden- bis zur einer Sammelliste. Er wird hierdurch aufgefordert, dieselbe abKollege Schwarzburger als Kassirer das Wort. Er wies nächsten Mitgliederversammlung vertagt wurden. Beschlossen zuliefern. Nunmehr erstattet Kollege F. Grünenberg einen aus eine Gesammteinnahme von 170 Mark und eine Ausgabe von wurde noch folgende Resolution:" In Anbetracht der fortführlichen Bericht über die Thätigkeit der Berliner Streit- Kontroll160,15 Mark nach; es bleibt somit ein Bestand von 9,85 Mart. währenden großen Schneefälle und des damit verbundenen schweren Kommission. Nachdem unter„ Verschiedenem", auf die am Dienstag, Nachdem die Revisoren dies für richtig befunden, wurde dem Weges ersucht die heutige Versammlung den Magistrat von den 20. d. Mts., stattfindende kombinirte Versammlung der Töpfer, Raffirer Decharge ertheilt. 3um zweiten Punkt: Wie stellen Berlin, für eine schnellere Räumung der Straßen, hauptsächlich Stuckateure und Maler hingewiesen und die Kollegen zu reger sich die Mitglieder zur Auflösung des Vereins? nahm Kollege der Nebenstraßen, zu sorgen, denn nur dadurch wird eine der Betheiligung aufgefordert worden, wird zum Schluß darauf aufDrew 3 das Wort, um den vom gesammten Vorstand gestellten ärgsten Thierquälereien, wie sie der Berliner Thierschutzverein so merksam gemacht, daß unser diesjähriger Maskenball int Antrag zu begründen. Wie schon aus dem vorangegangenen oft rügt, vermieden." Etablissement Eisfeller, Chausseesir. 88, am Sonnabend, den Geschäftsbericht zu ersehen, habe die Mitgliederzahl ungeheuer 24. Januar, stattfindet. • 1 und abgenommen. Vor 1/2 Jahren, als sich die Kartonarbeiter Der Verein der Sattler und Fachgenossen hielt am organisirten, bestand der Verein aus 160 Mitgliedern und man 3. Januar cr. seine geschlossene Mitgliederversammlung ab. Der Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Am konnte annehmen, daß fast alle Kartonarbeiter mit geringen Vorsitzende gab einen kurzen Rückblick über die Thätigkeit des 11. Januar fand die dritte Ausschuß- Sihung des ArbeiterAusnahmen dem Verein angehörten; alle strömten sie der Vereins im ver offenen Jahre, gedachte der bedeutendsten Er- Sängerbundes statt. Dieselbe beschäftigte sich mit Aufnahme von Fahne zu. Aber der traurige Beweis, daß nicht alle zielbewußt, rungenschaften der deutschen Arbeiterbewegung und forderte dann Vereinen, Wahl der Revisoren und des Bundesdirigenten nicht alle von dem rechten Geist in Wirklichkeit beseelt waren, auf, weiter zu kämpfen, bis der Sozialismus Sieger auf diesem und Verschiedenem. Zur Aufnahme hatten sich 9 Vereine ge sollte bald erbracht werden. Nachdem fast nicht ein einziger dem Schlachtfelde ist. Nach Rechnungslegung des Kassirers wurde ihm meldet. Ein Verein wurde nicht aufgenommen, da sich herausVerein angehörender Kollege unter dem festgesetzten Minimallohn einstimmig Entlastung ertheilt. Sodann theilte Kollege Haußner gestellt, daß derselbe seine Vergnügungen in einem Lokale abhält, von 21 M. arbeitete, was durch das feste Zusammenhalten und im Namen der in vergangener Versammlung gewählten Unter- welches nicht auf der Lokalliste verzeichnet ist. Die Wahl ist bis Vorgehen der Kollegen erreicht war; nachdem die Frage der suchungskommission mit, daß die Anschuldigungen, welche Kollege zur nächsten Ausschuß- Sitzung pertagt. Als Revisoren wurden achtstündigen Arbeitszeit aufgeworfen wurde und sich die Kollegen, Milih in voriger Versammlung gegen Mitglieder der früheren die Genossen Nürnberg, Geck und Wolksdorf gewählt. Zum der Majorität fügend, in den Kampf vereint mit den Arbeite Streif- und Lohnkommission erhoben hatte, sich als bodenlos Bundesdirigenten ist Herr Voigt gewählt. Ein Arbeiterlied", rinnen eintraten, um somit zu gleicher Zeit für die so mißlichen leichtfertige Verleumdungen erwiesen haben, und daß die Unter- welches dem Arbeiter- Sängerbund von kompetenter Seite ge Verhältnisse der Kollegen einzutreten, und als dann die Bewegung ſuchungskommission nicht den leisesten Anhaltepunkt gewidmet, wird sich der Bund auf Beschluß beschaffen. Ferner an der nicht organisirten Masse der Arbeiterinnen scheiterte, funden hat, daß Gelder eigennützig verwandt worden sind. wurde einstimmig der Beschluß gefaßt, daß kein Verein, welcher da stoben sie auseinander in alle Winde, anstatt mun erst recht Kollege Aßmann macht der Kommission den Vorwurf, zum Arbeiter- Sängerbund gehört, feine Uebungsstunden und Ver für ihre Ziele, welche von den Fabrikanten bedroht waren und daß sie den beleidigten Personen versprochen hätte, dieses Re- gnügungen in Lokalen abhalten darf, welche den Arbeitern nicht deren Durchführung schwere Opfer gekostet, geschlossen einzutreten. fultat in der Allgemeinen deutschen Sattler- Zeitung" zu verzu Versammlungen zur Verfügung stehen. Der Arbeiter- Sänger Die wenigen Zielbewußten, die in guten und bösen Zeiten ihrer öffentlichen, es jedoch noch nicht gethan habe. Der Punkt„ Wahl bund zählt jetzt 79 Vereine und wird am Sonntag, 25. Januar, Pflicht und dem Vereine stets treu geblieben waren, zogen sich des gesammten Vorstandes", wurde einstweilen zurückgestellt. Zu Vormittag, bei Lips( Friedrichshain) seine erste Probe( Harmonie) schließlich auch einer nach dem anderen zurück, als mit der ab- nächst kam die vom Vorstande gestellte Resolution zur Verhand- ablegen. Da verschiedene Genossen von auswärts sich an den nehmenden Zahl der Vereinsmitglieder immer höhere pekuniäre lung, welche folgendermaßen lautet:" In Anbetracht, daß die Arbeiter- Sängerbund mit Anfragen gewendet haben, so wird ge und andere Anforderungen an die Uebriggebliebenen herantraten. Gewerkschaftskonferenz fast ausschließlich nur aus Vertretern der beten, dieselben nur an den 1. Vorsitzenden, Gen. Neumann, Die Arbeiterinnen, das habe der letzte Streit gelehrt, seien aus Zentralisation zusammengesetzt war und infolge dessen feine Steindrucker, Berlin N., Brunnenstr. 101, gelangen zu lassen. schlaggebend in der Branche; auf diese mußte daher das Augen- andere Meinung aufkommen konnte, beschließt die heutige Mitmerk gerichtet werden. Darauf folgte eine höchst rege gliederversammlung, die dort gefaßte Resolution nicht anzu- Eine Versammlung der Schuhmacher( örtliche Filiale Diskussion. Herr Reuter hält die sofortige Auflösung für erkennen." Kollege Weiß vertrat im Namen des Vorstandes diese der Zentralisation) fand am Montag( Landsbergerstraße) statt; einen zu traffen Schritt, den er durchaus nicht billigen fönne; er Resolution. Die sich hieran schließende Diskussion war eine sehr sie war nur schwach besucht, jedenfalls infolge eines mit der Antritt für Zentralisation ein. Herr Marwit, der ebenfalls lebhafte und behandelte hauptsächlich die Frage, ob Lofal- zeige vorgekommenen Versehens. Dr. Lütgenau sprach über nicht die Auflösung für gerechtfertigt hält, da der Verein noch der Zentralorganisation die bessere Organisation sei. Nach die gegenwärtige Lage der Arbeiterklasse in Deutschland. Nach eristenzfähig sei, spricht sich dahin aus, man solle troydem die fast zweistündiger Diskussion wurde durch geheime Ab dem Schluffe der Versammlung trat der überwachende Beamte Auflösung beschließen und dem bestehenden Zentralverband der Stimmung diese Resolution mit 43 gegen 18 Stimmen angenommen. an den Vorstandstisch heran, verlangte zunächst vom Vorsitzenden Buchbinder beitreten, da dieses den Kartonarbeitern nur nutz- Es gelangte dann folgender Antrag des Kollegen Bombin zur die Angabe der genauen Adresse des Referenten und sodann von bringend sein könne, Kollege Heyfelder wendet sich gegen die Annahme: Die Versammlung des Fachvereins der Sattler hält letzterem selbst die Angabe seines speziellen Verhältnisses als Vorschläge seiner beiden Vorredner. Er ist auch gegen die den Beschluß der öffentlichen Versammlung vom 23. September Wohnungsinhaber. Als er hörte, daß Lütgenau als unverheirathet Sentralisation, weil die berechtigten Interessen der Lokalvereine vorigen Jahres aufrecht, da er für die Sattlerbewegung Berlins, Chambre garni wohne, ersuchte er denselben, in einem anderen in den Zentralvereinen nicht die nöthige und verdiente Berück- unter den gegenwärtigen Verhältnissen das Beste ist."( Der Be- Raume mit ihm allein zu verhandeln, bezw. ihm Auskunft auf fichtigung finden könnten. So sei für die Kartonarbeiter, wie schluß lautet, daß in Zwischenräumen von je 14 Tagen Vereins- weitere Fragen zu geben. 2. entsprach diesem Ersuchen und wurde schon vorher gesagt, das Zusammenwirken mit den Arbeiterinnen, versammlungen stattfinden, und zwar abwechselnd einmal vom nun von dem Beamten befragt, ob er sich legitimiren könne. 2., die den maßgebenden Faktor in der Branche ausmachten, eine Fachverein und das andere Mal vom Zentralverein, außerdem, dessen Person und Wohnung den überwachenden Beamten sonst bekannt Lebensfrage; aber gerade dies werde durch Anschluß an einen daß sich die Mitglieder dieser beiden Vereinigungen verpflichten, zu sein pflegt, hatte keine Legitimationspapiere bei sich, und beanderen Verband unmöglich. Deshalb ist Redner gegen Ver- soviel wie möglich gegenseitig die Versammlungen zu besuchen.) merkte, daß ihn wohl die meisten Anwesenden rekognosziren schmelzung des Vereins mit dem der Buchbinder und bittet um Wegen zuweit vorgerückter Zeit wurde von der Wahl des ge- aber zuletzt damit zufrieden, daß der Vorsitzende, auf die Verkönnten. Der Beamte erklärte das für nicht ausreichend, war Annahme des Antrages auf völlige Auflösung des Vereins. sammten Vorstandes Abstand genommen und derselbe beauftragt, Gegen letztere erklärt sich Kollege Thamm, für dieselbe die die Geschäfte auf ein Biertel Jahr weiter. zu führen. Die antwortlichkeit seiner Aussage aufmerksam gemacht, 2. refognos Kollegen Drew 3, Arnold, Siegfried und Jung- nächste Versammlung findet am 17. Januar, bei Reyer, Alte zirte. Ueber den Grund des Verhöres wollte der Beamte feine mann. E3 gelangt schließlich mit 4/5 Majoritat Jakobstr. 88, statt. Mittheilung machen. Bisher ist diesem Verhöre nichts Weiteres folgende Resolution zur Annahme: Die heute in gefolgt. Säger's Salon tagende Generalversammlung der Freien Maler, Lackirer, Auftreicher und verwandten Berufsgenossen. Generalversammlung der Filiale 5( Nordeu) der Vereinigung der Kartonarbeiter Berlins beschließt, da die Ver- Der Revisor, Rollège Madjen, gab den Vierteljahresbericht, welcher Die Der Fachverein der Lederarbeiter hielt am 12. d. M. einigung nicht mehr lebensfähig ist, den Verein aufzulösen; die angenommen wurde. Dem Kassirer, Kollege Albrächt, wurde menschliche Gesellschaft", hatte Herr Mattutat übernommen, Abstimmung geschieht durch Stimmzettel. Unter Verschiedenem" Decharge ertheilt. Kollege Fleischer verliest sämmtliche Flugblätter dem Redner wurde für seine interessanten Ausführungen reich. macht Herr Marwitz auf die beim Streit geliehenen 500 m. des Hauptvorstandes und die des Ausschusses. Hierüber entspann licher Beifall gespendet. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung, vom Zentralverband in Stuttgart aufmerksam und bittet, die sich eine lebhafte Debatte; an der Diskussion betheiligten sich die Pflichten und Rechte der Mitglieder, machte der Vorsitzende, selben sobald es geht zurückzuzahlen. Ein Antrag, welcher besagt, Sollegen Heidemann, Bünger, Hülpert, Raschte, Stopel u. f. w. Sollege Dübelt, die Mitglieder auf verschiedene Rechte innerhalb einen Vertrauensmann und zwei Kontrolleure zu wählen, denen der Nachlaß des Vereins überwiesen wird, gelangt darauf ein- Hierzu liefen zwei Refolutionen ein: 1. Die Filiale 5( Norden) des Vereins aufmerksam, u. A. auf die Gewährung des unentstimmig zur Annahme. Gewählt wurde als Vertrauensmann schußsizes und wird nur zur Urabstimmung Stellung nehmen. auf die Erhaltung der Mitgliedschaft bei eintretender Arbeitslosig 1. s. w., protestirt entschieden gegen die Verlegung des Aus- geltlichen Rechtschutes, Benutzung der Bibliothet, und namentlich Koll. Schwarzburger, als Kontrolleure die Koll. Hasse Die Filiale 5( Norden) hält das Vorgehen des Ausschusses und feit; in diesem Falle ist die Arbeitsnachweis- Kommission verpflichtet, und Winkel. Weiter wurde bekannt gemacht, daß noch aus des Hauptvorstandes nicht für gerechtfertigt; die Filiale 5( Norden) die Wochen, in denen die Arbeitslosigkeit fällt, mit einem Ver stehende Gelder beim Vertrauensmann Koll. Schwarzburger jeden hält es für nöthig, die Streitfrage so schnell wie möglich zu er merk zu versehen. Als größte Pflicht wurde den Mitgliedern Sonnabend bei Hille, Georgenkirchstr. 21, abzugeben sind; der- ledigen und schlägt hierzu vor, eine kombinirte Filialenverſamm- bedeutet, die dem Verein noch fernstehenden Kollegen über Zweck selbe wird die ihren Verpflichtungen nicht nachkommenden Kollegen lung Berlin's einzuberufen, die darüber entscheidet oder eine und Ziele des Vereins aufzuklären, sie auf die Zustände in im Vorwärts" namhaft machen. Koll. Hartmann machte noch Kommission wählt, welche bea ftragt wird, die Sache zu schlichten. unserem Beruf und die jetzt wieder recht bemerkbare Krise in darauf aufmerksam, daß am Mittwoch, den 28. Januar, bei Die Resolution wurde mit 12 gegen 14 Stimmen abgelehnt. Die unserem Geschäft hinzuweisen. Der Fachverein ist bestrebt, Joel eine öffentliche Versammlung aller in den Kartonfabriken zweite Resolution lautete: Die Filiale 5( Norden) u. f. w. be- den traurigen Verhältnissen abzuhelfen, und das ist erst möglich, beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen stattfindet, zu welcher er bauert tief, daß zwischen Hauptvorstand und Ausschuß eine der wenn der größte Theil der Kollegen sich der Organisation an die Kollegen auffordert, recht rege zu agitiren und Flugblätter artige Bänkerei stattgefunden hat. Die Filiale 5( Norden) spricht geschlossen hat, damit durch die so vereinigten Kräfte unfere zu dieser Versammlung sind beim Verleger O. Hartmann, Prenz- keinen von der Schuld frei, erklärt jedoch zu gleicher Zeit, daß der gerechten Forderungen zur Durchführung gelangen. Kollege lauer Allee 236, zu haben. Ausschuß von vornherein einen falschen Weg eingeschlagen wunschek macht, bezugnehmend auf den im Vorwärts" bekannt hat," durch Bekanntmachung im Vereinsanzeiger. Ferner erklärt gemachten Fall von Lehrlingsausbeutung, auf die Bedeutung des Der Verein Berliner Droschkeukutscher hielt seine Sie Filiale 5( Norden) zu dieser Angelegenheit feine Stellung zu Arbeitsnachweises aufmerksam und ersucht alle Kollegen, sowie neunte ordentliche Generalversammlung am 15. d. Mts. ab. Vor nehmen, erwartet vielmehr eine Urabstimmung sämmtlicher Filialen in der Lehrlingsfrage die Eltern oder Vormünder, Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Generalversammlung das Deutschlands und erhofft auf diesem Wege die alte Einigkeit wieder unentgeltlichen Arbeitsnachweis in Anspruch zu nehmen. Kollege Andenken der verstorbenen Kollegen Groß, Weber und Nolte herzustellen." Diese Resolution wurde mit 14 gegen 12 Stimmen 3ander bespricht den Werth der Statistik und bittet, alle noch durch Erheben von den Sitzen. Sodann erstattete der erste Vorangenommen. Der Antrag: Die Haltung des Redakteurs in ausstehenden Fragebogen wahrheitsgetreut auszufüllen und einzusigende, Herr Schütte, den Geschäftsbericht des 4. Quartals Sachen des Ausschusses kontra Hauptvorstand für richtig anzu senden. Die Vorstellung in der„ Urania" findet am Sonntag, 1890. Im Vereinsbureau, Schüßenstr. 58, wurden 162 Protokolle erkennen, wurde angenommen. Kollege Hilpert macht der Ver- den 25. Januar, Vormittags, statt. Das Institut ist präzise in Fahrgelder- Angelegenheiten zc. aufgenommen. Die betreffenden fammlung bekannt, daß der Revisor, Kollege Thimm, von hier 9/2 Uhr geöffnet, die Vorstellung beginnt 102 Uhr. Die nächste Angelegenheiten wurden theils in Güte durch Vermittlung des abgereist ist, infolge dessen sein Amt nicht weiter verwalten kann. Vereinsversammlung findet am 26. Januar, Abends 81/2 Uhr, Vereinsvorstandes erledigt, theils mußte gerichtliches Verfahren Darauf wurde zur Wahl eines Revisors geschritten; gewählt wurde im obengenannten Lokale statt. eingeleitet werden. Die erforderlichen Termine nahm größentheils Kollege Starmann. Dann wurde die Anfrage der Töpfer, ob wir der Vereinsvorsitzende für die Mitglieder wahr. Ferner wurden unseren Versammlungsabend nicht auf einen anderen Abend ver- gilfe bei Unglücksfallen. Mittwoch, den 21. d. W., Abends präz. 8 Uhr, bet Lehrkursus der Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen zur ersten Gesuche verschiedener Art angefertigt, um Ertheilung der Kon- legen können, dahin beantwortet, daß wir unsere Versammlungen Feuerstein, Alte Jatobstraße 75: Gemeinschaftliche Versammlung. zession, Wiedertheilung des Fahrscheins und Klagen gegen Ent- jetzt jeden 2. Mittwoch im Monat abhalten werden. ordnung: Stiftungsfest. Prüfungsordnung und Bescheinigung. Antwort des Tagesziehung desselben, Klagen in Unfall- Angelegenheiten u. s. w., sowie Reichsversicherungsamts. Nach diesem: Lehrstunde der weiblichen Abtheilung. 44 Widersprüche gegen polizeiliche Strafverfügungen bezw. Ein- Eine öffentliche Versammlung der Stuckateure und Die Lehrstunde der weiblichen Abtheilung am 19. d. M. fällt aus. Aufnahme neuer Mitglieder. Die Bücher der Bibliothek sind mitzubringen. sprüche gegen gerichtliche Strafbefehle. Die Rechtsanwälte Berufsgenossen tagte am 14. d. M. unter Vorsitz des Kollegen des Vereins, Dr. Friedmann und Dr. Wolff, wurden in 19 Fällen Hugo Grünenberg. Herr Otto Heindorf referirte über die Be in Anspruch genommen. Der Vorstand erledigte serner in seinen schlüsse der Gewerkschaftskonferenz. Redner fritisirt die EinbeSigungen Beschwerdesachen unter Mitgliedern, sowie von Fahr- rufung derselben, da die Theilnehmer nicht von den Gewerkgästen erhobene Beschwerden gegen Vereinsmitglieder. Im Fund- schaften gewählt, sondern vom Einberufer geladen waren. Aus bureau des Vereins( Schüßenstr. 58) wurden 419 Fundgegenstände diesem Grunde könne die in der Gewerkschajte konferenz angeeingeliefert. Davon wurden 174 von den Verlierern reklamirt nommene Resolution, welche Zentralorganisation der Gewerkund dafür 381,95 M. Finderlohn gezahlt, welches den betreffenden schaften besagt, nicht anerkannt werden. Redner kommt zu dem Findern ausgehändigt wurde. Der Dienſtnachweis für Mitglieder, Schluß, daß bei den heutigen Verhältnissen mit besonderer Rück welcher im Vereinsbureau unterhalten wird, wies 183 gemeldete ficht auf das preußische Vereinsgesetz die Zentralorganisation bei offene Stellen auf, von denen 110 durch Mitglieder des Vereins den Stuckateuren, sowie auch bei verschiedenen anderen Gewerkbesetzt wurden. Der in den 8 Zahlstellen unterhaltene Dienst schaften undurchführbar sei und ermahnt die Kollegen, an der be- Das Gedenkblatt in der Größe von 55 X 66 Ctm. in acht nachweis ist nicht mit einbegriffen. Im Ganzen wurden im verstehenden Lokalorganisation festzuhalten. In der Diskussion Farben prachtvoll ausgeführt, stellt als Mittelpunkt die Göttin flossenen Jahre 565 Stellen im Vereins- Dienstnachweise gemeldet sprachen sich alle Redner im Sinne des Referenten aus. der Freiheit, umgeben von Genien, dar, die auf Votivtafeln die und davon 301 durch Vereinsmitglieder besetzt. Desgleichen Vom Kollegen Braum wird noch auf die Beschlüsse Hauptforderungen der gegenwärtigen Bewegung bezeichnen. Um wurden im verflossenen Jahre im Ganzen an Fund des Stuckateur Kongresses hingewiesen, welche ein striktes Inne diese herum in malerischer Gruppirung die Männer der Arbeit sachen eingeliefert 1605( 160 mehr als im Vorjahre.) halten der Lokalorganisation fordern. Es wurde nun folgende sowohl des Geistes als der Hände; den klassenbewußten Genossen, Davon wurden reflamirt 767, an Finderlohn gezahlt Resolution mit allen gegen eine Stimme angenommen. 1389,45 Pf. Die Zahl der angefertigten Protolle belief sich öffentliche Versammlung der Stuckateure Berlins und Umgegend Menschenwürde zu bringen sucht, den siechen Greis, der trozdem Die der den noch indifferenten aufrüttelt und zum Bewußtsein seiner im Ganzen auf 392, 195 machten das gerichtliche Verfahren erklärt die von der Gewerkschaftskonferenz angenommene Re- in der Freiheit das Glück seiner alten Tage sieht; die Mutter, nöthig. Das Vereinsvermögen betrug zu Beginn d. J. in Baar solution, insbesondere mit Rücksicht insbesondere mit Rücksicht auf das preußische die ihrem Kinde die hehre Lichtgestalt weist, aber auch den auf und Effekten 5084,22 M.. 10 Mitglieder sind im verflossenen Vereinsrecht, nach welchem Vereine, welche Jahre gestorben. Der Verein zählt 3. 3. 1156 attive Mitglieder. nicht in Verbindung politisiren. dem Felde der Arbeit verunglückten Genossen, der die Segnungen Nachdem der Vorstand entlastet und ein Antrag auf Statuten- wegen, weil die Theilnehmer der Konferenz nicht Gewählte, stilvollen Architektonik mit den wohlgetroffenen Porträts von treten dürfen, sowie ferner des- des wirklichen Arbeiterschutzes wünschen läßt. Dies alles, von einer änderung, dahingehend, daß Besizer von einer oder mehreren sondern vom Ginberufer Geladene waren, nicht für annehmbar Lassalle und Mary umrahmt, macht auf jeden Beschauer einen Droschten nicht in den Vorstand gewählt werden dürfen, ab- und beschließt ferner für ſtriktes Festhalten an der Lokal- tiefen Eindruck von der allumfassenden Größe unserer Bewegung gelehnt worden war, legte der Gesammtvorstand seine resp. Aemter Organisation einzutreten.- Hierauf erstatteten die Vertrauens- und deren sittlichen Ernst. nieder und die Generalversammlung vollzog die Neuwahl des leute vom Agitations onds Rechenschaftsbericht über das verVorstandes. Es wurde gewählt zum ersten Vorsitzenden Herr flossene Bierteljahr. Derfelbe ergiebt eine Einnahme von 246,90 M. Exemplar mit freier Postversendung 90 Pf. Jeder Genoffe, der Der Preis ist ein sehr mäßiger. In Deutschland kostet das Schütte, zum ersten Rendanten Herr Stiller, zum ersten und eine Ausgabe von 177,65 Mark, mithin bleibt ein Bestand sein Heim oder Vereinslokal mit diesem Bilde schmückt, wird oft Schriftführer Herr Dablow, zum stellvertretenden Vorsitzenden von 69,25 Mark. Herr A. Schulz, zum stellvertretenden Rendanten Herr Hoh- daß die Sammellisten zur Deckung der Unkosten des Kongresses empfehlenswerthe Bild. Es wird hierbei darauf hingewiesen, Freude empfinden über das fünstlerisch und politisch ebenso Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. " Literarisches. den Ein prächtiges Farbendruckblatt Gedenkblatt zur Arbeiter beivegung des Jahres 1890 haben die österreichischen Genossen F. Kaskeline und H. Czermak herstellen lassen. Wir betennen gerne, daß es jeden anderen bei unseren Genossen üblichen Bimmerschmuck weit in den Schatten stellt.