Einzige unabhängige Tageszeitung Deutschlands Das Dappetqesicht des Jiifuecs Seite 2 Die Qefahc des deutschen £uftanqci(U Seite 7 AusCäadec in Jzankceich Seite 8 Nr. 260— 2. Jahrgang Saarbrücken, Mittwoch Donnerstag, 21. 22. Nov. 1934 Chefredakteur: M. B r a u n Volhssturin am 14. Januar Wie ein hoher Reidiswehroifizier sidi den lag nodt der Saar-Abstimmung vorstellt ^■Aer Berner„Bund" jetzt seine Aufsatzreihe„Gespräche mit jl emichen" iort. Was der Korrespondent des Schweizer Blattes eriuhr, gehört zu dem Zuverlässigsten und Besten, was in ausländischen Zeitungen über das„dritte Reich" gc- lchrieben morden ist. Ter neueste Aussatz bringt eine Unter- redung des Korrespondenten mit einem Studienfreund, den er als Oberstleutnant der Reichswehr sprechen läßt. Es Ist bedeutsam, was dieser Reichswehrossizier aits die Frage antwortet„Und bis wann seid ihr„erzbereit", wie die Franzosen sagen. Wichtig insbesondere, weil er in diesem Zusammenhange gleichzeitig aus die Situation an der Saar unmittelbar nach der Abstimmung zu sprechen kommt: ..Einem gewissenhaften Offizier wird der Stand der Landesverteidigung nie genügen. Aber Scherz beiseite: Noch vor einem Fahr hätte die Reichswehr einen sran- zösischen Einmarsch nur eine Weile aushalten, nicht mit Er- solg abwehren können. Ein Spaziergang wäre es zwar nicht geworden. Aber man hätte zuviel improvisieren müssen, und das liegt uns Deutschen nicht. Bon der Bewassnuug ganz zu schweigen, fehlte auch bei stärkstem Zustrom von alten Kriegsteilnehmern im Landsturmaltcr und von vor- geschulten Verbänden junger Freiwilliger doch die Or- ganisotion der Hcercscrgänzung und des Heeresersatzes, die Kriegsrohstofte reichten nicht weit, und die Ernährung war nicht sichergestellt. Man konnte— unbestimmt wie immer — mit italienischer Hilse rechnen, dasiir war die Haltung Polens kaum zweisclhaft. Da« alles ist heute besser? wir können hassen, unsere Grenzen zu schirmen. Aber zu einem Angriffskrieg reicht es ein, zwei Fahre lang noch nicht, wen» man nicht alles aus die eine Karte der Lustwassc setzen will." „... wozu die Versuchung aber offenbar gross ist." „Bielleicht für einen bestimmten Kreis imperialistischer Grossinduftriellcr saha, Göring u».d die Seinen!!, für die verantwortlichen Männer der Reichswehr und unseren Wehrministcr aber sicherlich nicht. Auch ein moderner Krieg wird nicht aus der Lust allein, sondern durch das Zu- iommenwirken von Land- und Luftstreitkräften entschieden. Freilich hat Teutschland allen Grund, für genügend Kampsslicgcr nnd Flugzeuge vorzusorgen, die Mussolini einmal sehr treffend die„Waffe der Armen" genannt hat. „Fn der Reichswehr rechnet man also nicht mit der Möglichkeit, dass Teutschland zum Angriff übergehen könnte?" „Es wird stch hüten. Tic Spuren von IBM schrecke« Und wir müssen der polnischen Rückendeckung sicher sein, aus der stch das ganze System unserer Landesverteidigung aus- baut." „Aber du wirst doch noch weniger daran denken, dass Frankreich angreifen könnte, dessen gaiirts Bolk vor einem neuen Krieg zittert?" „Hat man je das Bolk gefragt, ob es den Krieg will? Auch Frankreich wird es sich dreimal überlegen, gewiss. Es weiss, dass heute jede militärische Fntcrvcntion, auch eine räumlich begrenzte wie seinerzeit die Ruhrbesetznng, den Krieg, den wirklichen Krieg bedeuten würde. Aber täusche dich nicht: die deutsche Aussenpolitik ist in eine Periode der Kraftproben eingetreten, die stch zum Teil ans dem Scheitern der Ab- rüstungokonserenz und aus der Verweigerung der militärischen Gleichberechtigung mit logischem Zwang ergeben. Eine der nächsten— ob die allernächste, wissen wir nicht einmal— ist die S a a r a b st i ui m n n g. Teutschland wird weder vorher noch»»mittelbar nach- her Truppen oder andere Formationen ins Saargcbict schicken. Wenn nun, wie zu erwarten, die Slbstimmung zu seinen Gunsten ausfällt— glaubst du, die jungen Leute der siegreichen deutschen Front werden warten, bis das Markten über die Ablösung der Währung, der Schulden, der Gruben beendet ist? Ueber Nacht wird saarländische SS. und SA. dastehen, ein Festrausch wird über das Ländchen kommen, der mit dem brausenden Fubel jenseits der Grenze zusammenklingt— ich könnte mir schon vor- Kellen, dass die Regieriingskomynssion dabei die Nerven verliert. Tie E. igranten werden, ebenfalls über Nacht, verduften und in Paris schreien. Wenn dann französische Truppen einrücken? Betreten sie nicht deutschen Boden? Tas Saargebiet ist ja nach deutscher Auslegung nie endgültig vom Reich abgetrennt worden, sondern nur als Pfand gegeben, daö der Bölkcrbuud zu treuen Händen bis zum Volksentscheid verwaltet. Wenn nun Polen und viel- leicht noch eine Gruppe anderer Staaten die deutsche Aus- sassung osscn billigen und sür den Konsliktsfall ihre Reu- tralität erklären? Teutschland würde auch in solchem Fall wohl erst vors Haager Gericht gehen. Aber wenn es eines Tages osscn die allgemeine Wehrpflicht einführt, wäre es auch in Form eines die Reichswehr ergänzenden Milizsystcms lwas ich vorziehen würdes? Wenn es überhaupt bestimmte Klauseln des Bersailler Vertrags für hinfällig erklärt? Glaubst du. dass im Bölkcrbundsrat eine Mehrheit sür„Sanktionen" zu finden wäre? Tass ein Handclsboykott uns ohne Minen- sperre oder andere Kriegsmassnahmcn etwas anzuhaben vermöchte?" „Wenn die Reichswehr zu Hitler steht, nein. Fch verstehe aus deinen Gcdankenhängen heraus, dass sie sich ihm ver- pflichtet fühlen muss." „Fhm und denen, die ihn mit söinen Fnngscharcn an die Mach» riescn.. Ter deutsche Reichsivehroffizicr hat mit voller Klarheil und Wahrheit die Möglichkeiten des ll Fanuar gezeichnet, ltcbcrall i» den Stäben der SA. und der SS. im Reiche wird sie genau so gesehen, und man bereitet sich entsprechend vor. Widerspricht das nun der feierlichen Erklärung des„Füh- rcrs", dass die deutsche Rcichsregicrung jede Entscheidung des Slbstimmungstages anerkennen werde? Aber keineswegs! Tie Reichs regier ung in Ber- I i n wird sich streng an das Abstimmungsergebnis halten, aber sie ist natürlich vollkommen ausserstande, der grossen Volksbewegung zu wehren, die in dem nicht ihrer Souve- ränität unterstehenden Saargebiet elementar losbricht, um die Bereinigung mit dem„dritten Reich" sofort und uuwlder- ruflich zu erzwinge». Herr Hitler ist doch vollkommen«n- schuldig, wenn die„Mehrheit der Saarbcvölkcrung" selbst aus die Entscheidung des Völkerbundes nicht warten will und die Saarländer in aufstürmender idealistischer Begei- sterung so materielle Fragen wie den Rückkauf der Saar- gruben und französische Guthaben beiseite drücken, um dem nationalen Willen Geltung zu verschaffen. Man rechnet in Berlin— und das sagen wir aus Grund von Informationen, die mindestens so zuverlässig sind wie die des Bcrner„Bund",- bestimmt damit, dass Frankreich nicht wagen wird, einzumarschieren, wenn die Saarländer im Falle einer Mehrheit sür das„dritte Reich" vollzogene Tatsachen schassen. Wer das nicht voraussieht, bewegt sich in sträflichem Leichtsinn und hat'von dem Wesen und der Po- litik des Nationalsozialismus noch immer keine Ahnung. Zweierlei ist nötig, um das Unheil abzuwenden: Eine eindeutige'Mehrheit für den Status guo und der feste Wille Europas, gcietzmässiqe Zustände im Saargebict nicht nur zu fordern, sonder» zu sichern. .Autorität von Geni" London,->n. November. Tie Londoner„Times" veröffentlichen einen grösseren Artikel. der der Saarsrage gewidmet ist. TaS angesehene eng- lische Blatt, das über guie Beziehungen zum Auswärtigen Amt verfügt, und damit bis zu einem gewisse» Grade als Sprachrohr der englischen offiziellen Kreise gilt, vertritt den Standpunkt, dass die Saarsrage ein internationales Problem fei. Es sei deshalb bedauerlich, dass mau in Teutschland durch einen überflüssigen Propagandaseldzug beim deutschen Volk den Eindruck erwecken wolle, als ob es sich bei der Abstim- mung um eine Prestigefrage handelt und a l s o b d i e R ü ck- g l i c d e r u n g sofort nach der Abstimmung er- folge. Tas Blatt betont serner, dass vor einer eventuellen Rückgliederung eine Reihe von wirtschaftlichen und finanziellen Fragen geklärt werden mühten, in erster Linie der Rückkauf der Saargrubcn. Zum Tchluss erklärt das Blatt, dass der Völkerbund dafür sorge» müsse, d a ss d i c Autorität von Genf auch i u d e r ,S a a r f r a g e respektiert wer- Ken müll«, «eist ans Gewehr! Oder:„Die philosophischen Grundlagen des Nationalsozialismus" Von dein Reichspressechef der NSDAP., Dr. Otto Dietrich, weis; man in der Oeffentlichkeit nur wenig. Aber die Wegspur seines Einflusses ist ziemlich tief. Immer, wenn Hitler das Risiko unternimmt, in einer Rede die geistigen Grenzen von„Mein Kampf" zu ver- lassen und sich an ein Manuskript hält, ahnt man den Dietrich. Ein philosophisch geschulter Kopf, der seinen „Führer" gern noch viel häufiger ans dem Reiche der Banalitäten in das des Denkens entlassen möchte. Das aber ist eine harte Aufgabe. Adolf Hitler ist von seiner kosmischen Größe so hingerissen, daß sein Pressechef oft höchste Verzweiflung bekundet. Soeben aber ist Dr. Dietrich mit großem Schwung aus seiner Reserve hervorgetreten. In der Aula der neuen Kölner Universität sprach er anläßlich einer Pressetagung vor 1509 Vertretern des westdeutschen Geisteslebens, den Rektoren und Lehrern der Universitäten. Sein Thema lautete:„Die philosophischen Grundlagen des Nationalsozialismus— ein Ruf zu den W a f f e n d e s G e i st e s". Der Bortrag liegt, vom amt- lichen Deutschen Nachrichtenbüro verbreitet, im Wortlaut vor— eine Auszeichnung, die bisher keiner Persönlichkeit der deutschen geisteswissenschaftlichen Welt zuteil ge- worden ist. Elf eng bedruckte Seiten! Jeder, der an den geistigen Bewegungen unserer Tage teilnimmt, wird mit Interesse lesen, wie sich im Kopfe eines führenden National- sozialsten das philosophische Weltbild malt. Um so mehr, als Dietrich in einem Punkte ein Phänomen ist. Eine braune Rede ohne Schimpferei, ohne Verächtlichmachung des Intellektualismus, des Liberalsmus. ohne Haßgesang gegen die Juden! Wie erklärt sich das? Die gleichgeschal- tcte Wissenschaft hat sich immer noch einige individuali- stische Lücken reserviert, durch die der freie Geist und die freie Forschung den braunen Wächtern entweichen mäch- ten. Gerade die westdeutschen Universitäten haben auf ihren Lehrstühlen noch eine Reihe von Skeptikern, die mit den Bataillonen des Umbruchs keineswegs leiden- schaftlich mitmarschieren. Herr Dietrich, nicht nur Philo- soph, sondern auch Psycholog, vermeinte nun, durch eine mit Diskretion und Vornehmheit auswattierte Rede die bockigen Persönlichkeitsfanatiker in nationalsozialistische Höhenluft verpflanzen zu können. * Worauf beruht nach Dr. Dietrich die philosophische Basis des Nationalsozialismus? Der Nationalsozialismus sei keine abstrakte weltanschauliche Konstruktion,„son- dern ein aus der Verbundenheit des Blutes und der Volksgemeinschaft heraus gewachsener Erlebnisinhalt, der unserm eigenen innersten Wesen entspricht". Aber in dem Fehlen einer gedanklich klar umrissenen Form, in dem bisherigen Mangel einer solchen international verständ- lichen geistigen Sprache des Nationalsozialismus liege nicht nur die Quelle vieler Irrtümer und Mißverstand- nisse. Sie beraube auch den Nationalsozialismus der Möglichkeit, böswilligen Anfeindungen und Berkum- düngen mit den Waffen des Geistes entgegenzutreten. Dazu kommt noch, nach Dietrich, daß die National« sozialisten im Gegensatz zu andern erst das praktische Leben nach ihrer Weltanschauung zu gestalten und dort ihre Brauchbarkeit zu erweisen suchten. Eine zartere Umschreibung der Gründe, weshalb die schnöde Welt die„geistige Sprache" des Nationalsozialis- mus nicht verstanden hat. ist schwerlich denkbar. Denn wie hat diese Welt ihn erlebt? Als Raserei der Gewalt, mit stürmischer Vernichtung der humanitären Idee, mit Austreibung nnd Mord an Juden und Marxisten und als hemmungslosen Gleichschalter der Wissenschaft und der Künste. Der„Führer", der zum obersten Gesetzgeber und Ideengestalter auf Lebenszeit gekrönt wurde, hat seine Weltanschauung sechs Monate vor der Machtergreifung durch das Telegramm an seine„lieben Kameraden", näm- lich an die Meuchler von Potempa, manifestiert. Es ist etwas schwierig, diese Praxis in einer Theorie zu be- gründen, die eine„internatioal verständliche geistige Sprache" spricht. Die Gelehrten und Philosophen sind schwer von dem Ewigkeitswert einer Lehre zu überzeugen, die jeden Tag den Menschen als Mittel zum totalen Zweck und unter Anruf der Gemeinschaft demütigt und miß- braucht. Dazu kommt die Zähigkeit, mit der dk Böswilligen jenseits der Grenzen an der, Freiheit der Lehre, der Schrift und des Wortes festhalten, ohne zu erkennen, daß diese Erbschaft der liberalistischen Aera längst von den braunen Aufbruchsstiefeln überholt worden ist. Hier sieht Dr. Dietrich den„Schnittpunkt" zweier Epochen. Fort von der Vergottung des Individualismus, zur Kemeinschaft! Jetzt tritt an die Stelle des indivt« dualistischen das universalistische Denken! Die Wieder- besinnung der germanischen Seele beruhe nicht in der rationalen Einstellung zur Welt, sondern gerade„in ihrer irrationalen Erfassung als Erlebnis". Hier sind wir, so scheint uns, an einer besonders verwundbaren Stelle der Rede des Herrn Dr. Dietrich. Er beruft sich unter anderm auf den deutschen Philosophen Husserl. Der hat nun freilich das Pech, einen Geburtsfehler zu besitzen, der ihn zur Begründung nationalsozialistischer Ideen und Ideale ziemlich undiskutabel macht. Sätze er noch auf einem Lehrstuhl, so würde man ihn zwangsweise seines Amtes entheben- wegen seiner jüdischen Abkunft. Und wer waren sonst die Männer, die den Durchbruch des irrationellen Denkens gegenüber derjenigen des philoso- pischen Naturalismus und des vernunftgläubigen Histori- zismus vollzogen? Wir sehen Hermann Cohen, den verstorbenen Neukantianer aus Marburg, den Franzosen Henri Bergson. den grotzen Bekenner der erlebnis mätzigen„Intuition", als leider nichtarische philosophische Erzväter der germanischen Irrationalität. In diese Reihe gehört auch Max Scheler, der grotze Erwecker des willens- mäßigen Idealismus wider das materialistische Denken. Scheler mar der Sohn eines süddeutschen Forstmeisters und einer Jüdin. Ueberall, wo der Nationalsozialismus endlich in den UrbezirKen des blutmätzigen Wotansmonopols zu leben und zu erleben wähnt, haben sich schon vorher Juden eingenistet und infi zieren die reine Lehre. Auch Nietzsche, der Pionier des heldischen Menschen, ist in seiner rassischen Substanz eine problematische Erscheinung. Immer wieder weist er. unter Heranziehung seines Namens, darauf hin. datz er erwiesenermaßen polnischer Abkunft sei. Aber die..Revolutionierung der Geister", die Dr.. Diel- rich für den Nationalsozialismus beansprucht, zeigt auch sonst peinliche Sprünge auf. Er beruft sich auf K a n t. Nicht nur. datz Kant sich zu den Ideen der französischen Revolution bis zum letzten Atemzug bekannte: als sein Staatsideal bezeichnete er„eine Verfassung von der groß- ten menschlichen Freiheit, nach Gesetzen, welche machen, daß jedes Freiheit mit der anderen ihrer bestehen kann". Sein Sittengesetz ging aus von dem angeborenen Recht eines jeden lebendigen Menschen; er verlangte, datz jeder jeden andern nach seinem eigenen Platze behandle. Es ge- hört eine edle Dreistigkeit dazu, den humanitär-idealisti- scheu Kant als einen Denker zu bezeichnen, der die nationalsozialistische Ethik— wirklich. Ethik, sagte Herr Dietrich—„geradezu klassisch" formuliert habe. Kant wurde vom absoluten Friedrich II. wegen seiner auf- sässigen Anschauungen verhöhnt und schikaniert. Die Frage, wie es ihm unter dem Despoten Hitler ergangen wäre, ist mützig. * Ebenso mützig, wie Herrn Dr. Dietrich auf Schritt und Tritt Irrtum und Unwahrhaftigkeit zu beweisen. Interessanter war sein Appell an die Hochschullehrer, dem Nationalsozialismus doch zu glauben, datz er g r u n d- sätzlich die Freiheit der Wissenschaft gebe und garantiere, wenn sie ihrerseits auch nur die primitiv- sten Boraussetzungen erfülle, das heißt, wenn sie sich in den Grenzen bewege, die„durch die Statur", durch das Leben in der Gemeinschaft gesetzt seien. Wer dieses „genlöinschaftsbewutzte Denken" bejahe, werde, freilich auch nur in seinem Rahmen, völlig unbehindert und frei leben können. Wer es dagegen verneine, sei von vorn- herein auf einem toten Geleise. Die Wissenschaft könne „unmöglich" im Widerspruch stehen zu den Lebensgesetzen der Gemeinschaft. Damit gar keine Ntitzverständnisse ent- stehen können, fügte Dr. Dietrich gleich hinzu: Gemein- schaf'.sgefühl und nationalsozialistisches Denken seien in ihrer Identität eine natürliche Selbstverständlichkeit oder müßten es werden, nach dem Beispiel der jungen Generation.„Eine von vornherein falsch orientierte Lehre schaltet sich von selbst aus dem Geistesleben der Nation, da sie nicht mehr Wissenschast ist. sondern I r r t u m." if Das also wäre des Pudels Kern. Erst auf Seite 10 seines Manuskrips sagte Dr. Dietrich das Entscheidende. Freiheit der Wissenschast ist im nationalsozialistischen Staat das — was er meint. Es gibt nur einen Begriff der Gemein- schaft• nämlich den. wie er vom obersten politischen, juristischen und moralischen Gesetzgeber der Nation, allo von Adolf Hitler als„Fllbrer" des totalen Staates festgelegt worden ist Wie ihn jeder auszulegen hat, der nicht aus dem Amte ve.rjagt, geächtet und womöglich auch ermordet werden will. Der Wissenschaftler, der Kraft seiner Erkenntnisse bekennen will, unter der sittlichen Verpflichtung, für die von ihm erlebte und erworbene Wahrheit zu zeugen: er hüte sich! Das hat Herr Dr. Dietrich zuletzt sehr verständlich ge- macht. Aus dem Irrgarten der Philosophie erhob sich drohend der stählerne Finger der Smats.öi'n. Die „Waffe des Geistes" wurde.zum" r' braune Universitätskaserne. Das doppelte Gesidit des„Führers fran/osisflic Aniworien auf seine rreundsdiaflserhiärunöen i«.: IWfl lilusfrotouen i. In Köln wurde der braune G..ul>i< G. o Ii o als „£ t o o f o f o ni m i f f a r" der»kölner Universität ein- geführt ein Mann, der zu Geist, Wissenschaft und»tut- tur niemals auch nur die bescheidensten. Beziehungen unter hielt. Er würdigte die Professoren in einer Ansprache, in der wörtlich slaur„Köln. Zeitung", 10. Nov.s sagte: „Seine Ausgabe sei es, an Ort und Stelle den Minister zu vertreten. Die Mitarbeiter seien anerkannte Persön- lichkcitcn. Grundsätzlich müsse man sich darüber tlar sein, daß kein stachgebiet vom Nationalsozialismus als Welt anichanung auszunehmen sei. Jedes Lehrgebiet müsse den nationalsozialistischen Geist atmen." II. Die Kant-Gesellschaft, die bedeutendste Philo- spphenverc'iiigung Deutschlands, die vor wenige».fahren über 4000 Mitglieder zählte und die Gruppen in zahlreiche» Ländern Europas und Amerikas besitzt, ist nun von der Gleichschaltung, wenn nicht von der Auslösung bedroht. ,stn den Mitgliedern des Borstandes gehörte bisher Doktor Lövpe l mann. ein hoher Beamter des Kultus miu sieriums. Dieser war vor kurzem, offenbar vv» höherer Stelle, zur Rücklegung seiner Mitgliedschaft im Vorstand veranlasii worden. Auch Dr. Paul Mcnzcr. Professor der Universität Halle, der Präsident der Kant-Gesellschaft, war in ähnlicher Weise zum Verzicht genötigt worden. Paris. 20. November. Die„Deutsche Freiheit" hat gestern zu einer Unterredung Stellung genommen, die zwei ihr Rechtslager stehende stran- zojen, der eine Mitglied der Kammer, der andere des Pariser Stadtrats, kürzlich mit Hitler hatten. Heute zeigt sich in der gesamten französischen Presse, dag Hitlers striedenSvcr- sichcrungen überall gern gehört werden, dag man aber von der äußersten Linken bis zur extremen Rechten in selten beobachteter Einigkeit die Anisassung vertritt:„Der Worte Der„Figaro" sind genug gewechselt, lagt uns Talen sehen!" stellt ohne Kommentar aus seiner Titelseite Hitler» in seinem Buche„Mein Kamps" gegen Frankreich gerichtete Erklä- rnngen, in denen er von dem kommenden.Entscheidung»- kämpf gegen Frankreich" spricht, dessen„Endergebnis die Vernichtung des Volkes sein soll, da» die Deutschen am meisten haßt", seinen neuerlichen Gon und Monnier ge- machte» Erklärungen gegenüber, in denen es u. a. heißt: „Weil wir uns geschlagen haben, begreisen wir besser die Nutzlosigkeit und den Schrecken eine» Krieges" usw. lieber dieser peinlichen Parallele stehen nur drei Worte:„Quand le croire?". d h.„Wann soll man ihm glauben?" Aber an anderer Stelle geht dann Wladimir d'Ornitssou, einer der bedeutendsten französischen Journalisten, auk das neueste„Hitlergespräch" ein, da» er als„deutsche Erklärungen" bezeichnet. Er zeigt uns, welche Absichten Hitler mit seinen Erklärungen versolgt. Am Vorabend der Saarabstimmnng, so sagt dOrmesson, muß Deutschland alles tun, um in der katholischen Saar- bevölterung die Erinnerung an die Dramen des letzten Sommers auszulöschen. Indem sich der Kanzler entgegenkommend zeigt, den Wunsch äußert, eine Verständigung mit Frankreich zu besiegeln, er- klärt, die Verträge und da» Recht zu achten, hont er, sich die Zuneigung derer wieder zu erwerben, die noch zögern, die seine Gewalttätigkeiten erschüttert hatten, hofft er, sie in seinem Sinne zu bestimmen. Die neuen Erklärungen bedeuten eine indirekte Propaganda angesichts des 13. Januar. Deutschlands Schwierigkeiten werden von Tag zu Tag größer. Es sucht einen Erfolg, um dem Regime wieder Prestige zu verleiten. Nun würde ein iranzösisch-deutscheS llcbereinkommen unleugbar als ei» Erfolg erscheinen, und die deutsche Presse würde die Musik dazu liefern. Deutschland wendet sich in aller Klarheit an Frankreich. Es hofft, dadurch in Frankreich eine Bewegung in der öffentliche» Meinung hervorzurufen, die direkten französisch- deutschen Bc'prechunge» günstig ist. und cS rechnet damit, dadurch in den diplomatischen Positionen i» Europa gewisse Schwankungen und Veränderungen zu erreiche», aus denen es Nutzen ziehen könnte. Das sind, glauben wir, die Bc- iveggründc fiir das„politische Manöver". Aber daneben, meint d'Ormesson, müsse ma» auch zu- geben, daß ein großer Teil des deutschen Volkes wirklich aufrichtig die deutsch-sranzöfische Verständigung wolle. Hitlers Aufrichtigkeit bezweifelt der französische Journalist. Er- erinnert an die- an- Frankreich gelichteten.- Wone des Hasses in„Mein Kampf", die niemals eine Korrektur erfahren hätten. Dieses Vuch.würde wie eine Bibel von Hitler weiter in Deutschland verbreitet. Es stehe in einem solchen Widerspruch zu. Hitlers Erklärungen, daß man darüber nicht vorübergehen könne. „Solange," heißt es dann weiter,„der Reichskanzler nicht vor aller Augen die öffentliche Meinung in Deutschland von der Veränderung, die anscheinend in seinem Geiste vor sich gegangen ist, unterrichtet hat. von dem Wechsel in seinen schriftlich geäußerten Grundsätzen, können wir nicht an seine Aufrichtigkeit glauben. Andererseits hat der Reichskanzler bereits greifbare V.- weise von seinem doppelten Gesicht gegeben, und die ganze von ihm getriebene Politik straft seine Worte lügen. Hätte er denn mit dem Völkerbund gebrochen, würde er alle finanziellen Hilfsmittel Deutschlands mobilmachen, um mit Hingabe a» einer intensiven Aufrüstung zu arbeite», wenn er im Innern seines Herzens nur de» Wunsch hegte, sich mit lins zu verständigen? Warum hätte er dann au» freien Stücken alle Brücke» abgebrochen, alle Möglichkeiten zu einer Verständigung zerstört? Darum sind alle Zweifel a„ der wahren Meinung des Reichskanzlers erlaubt. Wahr ist allerdings, daß es in seiner Umgebung überzeugte Anhänger der Verständigung mit Frankreich gibt. Wen» Dr. Goebbel» für Krieg ist, so wünscht Heß den Frieden zwischen Fiankreich und Deutschland, und er ist nicht allein. Mehr noch ist wahr, daß die deutschen Mafien i» ihrer Gesamtheit dafür sind, und es ist sogar sicher, daß sie eine sran- zösi'ch-deutsche Verständigung mit Frcndenausbrüche» be- grüßen würden Aber die>e Massen sind völlig überzeugt, daß Frankreich davon>''s w'sse» will. Und gerade darin liegt die große G.'aG fit'-'.'» immer wieder darauf Geni Die Vorbesprechungen Laginnen Genf, 20. Rov. Der französische Außrnmi..istt» L.>.a..st heute vormittag hier eingetroffen. Er findet schon die drei Anßcnniinistcr der.Kleinen Entente hier vor, zwischen denen volle Einigung über die Beschwerde Jugoslawiens gegen lln- gar» besteht. Bevor die Tcnk.chnsi Jugoslawiens beim Völkerbund eingereicht wird, soll sie auch eingehend mit Laval be- sprachen werden. Wie verlautet, soll die Tenkschrist»ach jugoslawischer Dar- stellung das Tatsachenmaterial zusammenfassen, welches die Verantwortung der ungarische» Behörde» bezüglich der Unterstützung und Unterhaltung der an dem Marseille! Attentat beteiligten Terroristen darlege» und nachweisen solle», daß Ungarn auch für eine ganze Reihe terroristischer Aktionen verantwortlich sei. die vor dein Mar- stiller Attentat auf jugoslawischem Boden versucht oder durchgeführt wurden. In dem Dokument ivird betont, daß Ungarn durch seine Handlungsweise das Völkerbiindsstaint verletzt habe. Das Dokument stützt sich a»f ei» umfang- reiches Material, das durch die Untersuchungen in Marseille, Paris, Belgrad und Sofia ans Tageslicht geför- dert ivurde. Ter Schritt des jugoslawischen Außenministers crsolae mit Zustimmung Frankreichs und im Einvernehmen mit Bencich»nd Titnlesc». Es verlaute mit Bcstimii^thcit, daß der türkische Außenminister T c w f i k R u i ch d i Bei. der mit Icvtiisch in Belgrad unterhandelte, die sugoslawi- schen Forderungen in Genf unterstützen werde. hingewiesen Die Appelle des deutschen Machthabers an Frankreich haben nur die Wirkung, die Deutschen immer mehr davon überzeug' zu machen, daß sie Opfer unseres mangelnde» VerständniswtllenS, unserer Unnachgiebigkeit, unserer Ungerechtigkeit, unseres Willens zu herrschen, sind. „Ihr seid Zeugen, Deutschc, daß ich das nicht gewollt habe.. wird Hitler seinen Bolksgcnoffen lagen können, wen» er einmal das große Abenteuer versucht. Und mit einem Schrei werden die Deutschen antworten:„Wir sind Zeugen.. Daniber dürfen wir uns keiner Täuschung hingeben. Die Partie ist äußerst schwer»nd äußerst gefährlich. Wir stehen dg mitten zwischen dem guten Willen der deutschen Massen und ihrer vielleicht morgen gereizten Stimmung: den ver- dächtigen Hintergedanken, den bezeichnenden Taten, der Doppelzüngigkeit der Fiihier irnd möglicherweise auch ihrer Unentichlossenheit: nur stehen zwischen unseren eigenen Wünschen nach Verständigung und Frieden, aber auch unseren bitteren Erfahrungen, unseren notwendigen Vorsichtsmaßregeln— und dem ganzen übrigen Europa. Kritische Fragen, wie man alles preiszugeben, Gefahr laust, so daß mau von einer Illusion in die andere fällt." Die„Fre Nouvelle" will wissen, wann eigentlich Hitler auirichtia ist: wenn er friedliche Reden halte oder wen» er mit gehässigen Worten zu seinem Volke von dem„Erbfeinde" rede. Wenn Hitler Frankreich so liebe, ivie er sage, dann möge er es durchIcinc Taten beweisen! Im„Journal" zerpflückt Saint Brie: Hitlers Worte. Wieder einmal habe Hitler betont, daß nur die Saariragc Deutichland und Frank- reich trenne, daß er endgültig aui Elsaß-Lothringen ver- zichtc. Er habe aber auch betont, daß ein Bedürfnis nach Expansion vorhanden sei. Er habe nicht verheimlicht, daß man im Osten die Lösung suchen müsse unter restloser Beachtung des mit Polen ge- schlösse»!» Abkommens. Hitler habe nicht unrecht, daraus hinzuweisen, daß die Ver- ivirklichung einer solche» Ouadralur des Kreises verdienst- ziviler wäre, als alle kriegerische» Triumphe. Ma» frage sich nur da»», warum ein Volk, das»iemandc» bedrohe um jeden Preis bis zum Uebcrmaß rüste. Hinter de» fried- lichen Worten entdecke inan das politische Manöver, das tatsächlich ein wenig grob sei. Monlagu hält es im „Quotidien" für notwendig," eine Wirklichkeits und entschlossen« Friedenspolitik zu treiben. Wenn Hitler Frankreich di« Hand reiche, müsse man vor der ganzen Welt einschlagen. Die Hitlerbewegung habe mehr, als man in Frankreich glaube, de» Friede» nötig. Sie brauche ihn. um sich fest zu verankern. Daraus müßte Frankreich Nußcn ziehen. Die Stunde sei günstig. Der„Oeuvre" bemerkt, Hitler wolle mit den Franzosen„plaudern". Nichts sei leichter. Es grbc eine Gelegenheit zum Stelldichein: Genf. Hitler tadelte mit ausgezeichneten Argumenten den Rüstungswahnssnn. Aster in Gens gebe es eine Konferenz, die im Sterben liege die im Sterbe» liege zur großen Freude der Kanonen-, Granaten- und Gashändler. Wisse er nicht, daß, als Deutschland diese Konferenzen verlassen und laut die Türen hinter sich zugeschlagen habe, alle diejenigen Bravo geklatscht hätten, die zwar nicht Kriea führten, aber ihn iür sich ausbeuteten? Da» Büro dieser Konferenz träte an, dcutigen Dienstag zu'aiumcn Um wie viel größer wäre das Gewicht dc> tapferen Worte de» Reichsstihrers. wenn er. nachdem er nc ansaeiprochen habe/in Zn z spränge, um nach Genf zn fahren! Vaillani Eouturier incini in der „Humanite", Gon und Monnier betriebe» Hitlers Geschäfte Sie im l beide Faschisten und ihm deshalb gefällig. Aus zuverlässiger O.uelle ivisse man, daß die zweistündige Unterredung mit Hitler nicht, wie Gon behaupte, in dem riesigen Büro in der Willielmstraße stattgefunden habe, sondern während eines„Frühs«ück»-Tete a-Tetc". Die Unterhaltung habe sich nicht nur aus die französisch- deutsche» Beziehungen erstreckt, sondern auch aus die Theorie und Praxis des deutschen Faschismus und auf die Möglichkeit des französische» Faschismus Beide Franzosen seien als restlose Freunde Hitlers zurück- gekehrt: da begreife man leicht die Rolle, die sie nun in Frankreich spielen sollten. Ria» solle die Massen im Sinne der Hitlerlehren bearbeiten, solle an der Verwirklichung eine» faschistischen Blocks arbeiten, um dann zum Angrist ini Osten, d. h. gegen die Sowjetunion vorzugehen. Süiusdiniggs Rom Besprechungen Rom, 20. November. Zwischen Mussolini und dem österreichische» Bundeskanzler Schnschnigg sind Trinksprüche gewechselt morde». Die hic- sigen diplomatischen Kreise nuterstreichcn in diesen Anspra- che» einen Satz in dein es heißt, daß der Beitritt zu dein Abkommen von Rom auch anderen als den Signatarmächtcu freistehe Diese Frage wurde bereits ausgiebig im März er- örtcrt, als Italien. Oesterreich»nd Ungarn die Protokolle »»tcrzcichncten. Heute b«harrt man vor allem darauf, daß dritte Mächte, die dem Dreibund beizutreten ivünschcn, auch bestimmte Bedingungen erfüllen. Das ivurde auch in dem am 7. November anläßlich des Be- suches von Gömbös in Rvi» veröffentlichten Eommunioue ausgedrückt, in dem es hieß,„oaß die in den Protokollen seit- gelegten Bedingungen bestimmend sind für de» etwaigen Bei- tritt anderer Staate» z» oen römische» Vereinbarungen". Tie derzeitigen Prcssekomenlare lassen klar erkennen, daß sich dieser Satz an die Adresse der Kleinen Entente und vor allem auch an Deutschland richtete. Mussolini erläuterte die Vereinbarung von Rom, daß der Veitritt nur zulässig sei, wenn„bestimmte Bedingungen erfüllt werde»", und wenn„die dritten Mächte, die beitreten iovilt.cn. die gleiche» Ideale und Ziele ivie Italic». Oester- reich und Ungarn hätten" Mit anderen Worten. Dcutstlilanö kann nur beitreten, wen» es offen die österreichische Unab» bängigkcit anerkennt. Die Kleine Entente wiederum kann nur beitreten, wenn sie keine gegen Ungarn gerichtete Politik betreibt.° ^DEUTSCHLAND ffiBftHITLER Midi t Plllltär, sondern„Polizeitruppen Massenkundgebungen der Einheitsfront Terroristische Gegenstöße täglich sprechen die Redner der Einheitsiront zur Taar- bevölkerung. In jedem Ort, auch den kleinsten, wird vor- gedrungen. Ueberall sind die Versammlungen glänzend be- sucht. Beso'nders eindrucksvolle Kundgebungen gab es am Samstag und am Sonntag, aber gleichzeitig ist auch der gegnerische Terror wieder gewachsen. Man versucht, durch Drohungen aller Art, auch durch Tätlichkeiten den Besuch unserer Versammlungen zu verhindern und wenn das nicht gelingt, sie zu stören. Nicht nur wurden unsere Anhänger aus dem Wege zum Versammlungslokal angehalten und aufgefordert, zurückzu- kehren und im Falle der Nichtbeiolgung der Warnung be- schimpft und beleidigt, es wurden sogar tätliche Angriffe auf die Versammlungslokale durchgeführt. In Elversberg beispielsweise war der graste Versamm- Lungssaal weit überfüllt und es mustten die Nebenräume auf- geschlossen und zur Verfügung gestellt werden. Kaum war tsses geschehen, so wurde von den Angehörigen der braunen Front ein Steinbombardement ausgeführt, dem Fensterscheiben zum Opsr sielen. Desgleichen wurde eine Tränengasbombe geworfen. In einem andern Orte zog der Gemeindevorsteher von Haus zu Haus und warnte die Bewohner vor der Teil- nähme. Er erklärte, dast zwei Mitglieder der braunen Front genaue Kontrolle über jeden ausüben würden, der es wagen würde, sich zur Versammlung der Einheitsfront zu begeben. Ein« besonders eindrucksvoll« Kundgebung fand in Merch- weiler statt. Da der Versammlungsraum überfüllt war, mustte eine Parallelversammlung anberaumt werden. In Saarwellingen waren alle Zufahrtsstrasten mit An- hängern der braunen Front besetzt, die alle Besucher be- schimpften und belästigten. Ganz besonders unangenehm wirkte die Tatsache, dast der Saal in schikanöser Weise erst unmittelbar im Zeitpunkte des Vcrsammlnngsbeginns ge- öffnet wurde. Wepn die Behörde nicht in der Lage ist, die Versamm- lungen und die Besucher zu schützen, sind im weiteren Ver- lause des Abstimmungskampfes Zusammenstöste unvermcid- lich, da dann die Einheitsfront mit entsprechenden Gegen- mittel» austreten must. Bisher hat sie sich aus die Znsiche rungen der Abstimmungskommission verlosten. Donnerstag: Saalbau Saarbrflthen Große geschlossene Kundgebung am 22. November, Ist Uhr. im Saalbau Saarbrücken. Es sprechen: Dr. Bölklein, Gustav Regler, Dr. Gonter. M. Schneider. Dr. Drucker und Erich Weinert zum Thema: Tie Saarabstimmung und der Friede. Alle Friedensfreunde und kriegsgegncrischen Organisatio- 5ien.sind.zur Mitwirkung herzlich eingeladen. Das Initiativkomitee: Ingenieur Peick: Rechtsanwalt Wertheimer: Hausfrau Anna Wilke: Beigeordneter Brök- meier: Schriftsteller W. Franke: Rentner E. Müller: Dr. med Ha. au: Kaufmann R. Scholz: Augenarzt Karl Schneider. Jiitterismus gegen Katholizismus Die Festtage der christlichen Kirche aber traten an die gleichen Tage wie das Urvolk sie feierte, ob dies nun das Fest der Fruchtbarkeitsgöttin Ostara war, das zum Auf erstehungsfest. oder das Fest der Wintersonnenwende, das zum Geburtstag Jesu wurde. To ist die katholische Kirch: in wesentlichen Formen Nordeuropas auch nordisch-rast'ig bedingt. Das Groteske an dieser Tatsache ist nur, dast sie aus der Not eine Tugend zu mache» sucht, und Reichtum seelischen Lebens ausgerechnet sich zugute schreibt. Allen Ernstes erklärt der kirchliche Zwangsglaubens'atz jede nationale Farbigkeit hätte Raum in der Kirche, alle verschiedene Frömmigkeit stehe unter ihrer Obhut:„nirgends sei d:e persönliche Freiheit des religiösen Ausdrucks" so geschützt, wie in der katholischen Kirche sAdami. Das ist natürlich eine Umkehrunq aller nur zu deutlich sprechenden Tatsachen. Von„Bonifatius" über Ludwig„den Frommen", der alles Germanische mit Stumps und Stiel auszurotten bemüht war. über die neun Millionen verbrannter Ketzer zieht sich bis zum vatikanischen Konzil, bis auf heute, ein einziger Ver- such einen unerbittlichen geistigen Einheitsglauben lUni- tarismusi durchzusetzen, eine Form, einen Zwangs- glaubenssatz, eine Sprache und einen Ritus. Einheitlich sür nordische Punschen. Levantiner. Nigger. Chinesen und Eskimos zu verbreite». sMan vergleiche den euchamstischeu Kongrest zu Chicago INS«, wo Niggcrbischöse die Messe zele- brierieni Sei, 2011» Jahre« empört sich das ewige Blut aller.Rasten und Böller dagegen. Alfred Rosenberg, der vom Führer und Reichs• kontier mit der weltanschaulichen Erstehung der Nation beauftragte Theoretiker des Nationalsozialismus in seinem Buche„Der Mythus des 2 0. Jahrhunderts". Eine Wertung der seelisch-geistigen Gestaltenkämpfe unserer Zeit. 13.—16. Auflage. Seite 168. Das Buch ist von der nationalsozialistischen Regierung allen Lehrerbibliotheken als geeignet empfohlen und in vielen Fällen auch katholischen Büchereien zwangsweise eingegliedert. worden. Pari«, 20. Nov. Austcnminister Laval hat in einem Rund- ichreiben, das er vor acht Tagen den diplomatischen Vertretern Frankreichs im Ausland zustellte, den in- ternationalen Charakter der Saarsrage her- vorgehoben, der auch der einzige Grund ist, weshalb Frank- reich direkte Verhandlungen mit Deutschland in der Plebiszit- frage als ungehörig betrachtet. Wenn die Regicrungskom- Mission von Saarbrücken gemäß den Beschlüssen des Völker- bundsrates von 1023 und 1920 an den französischen Schutz appellieren sollt«, so würde die französische Regie- rung danach trachten, nur Polizeitruppcn sGendar- merix und Mobilgardistens zu verwenden. Eine bindende Erklärung, aus keinen Fall zu Bestandteilen der Armee zu greisen, kann angesichts des möglichen Umfangs der Zwischen- fälle allerdings nicht übernommen werden. Frankreich beweist durch diese Haltung zweierlei: l. dast es keinerlei Sonderabsichten in der Saar verfolgt, und die Generäle, welche Deutschland immer als Inspira- toren einer französischen Prestige- und Erpansionspolitik hinstellt, nicht die gesürchteie Rolle spielen können: 2. dast Laval sür die nationale Empfindlichkeit des deutichen Vol- kes Verständnis zeigt und den Aufmarsch von Heeres- f o r m a t i o n e n, welcher an die Ruhr erinner» würde, vermeiden will. Gewisse diplomatische Kreise verkennen nicht, dost der Gedanke, französische Soldaten als Ordnungs- stifter zwischen hitlerisch und antihitlerisch gesinnten Saar- deutschen auftreten zu sehen, für das deutsche National- gefühl etwas Aufreizendes hat. Da gleichzeitig die internationalen Verpflichtungen Frank- rcichs aus dem Völkerbund seit dem Rückzug Teutschlands aus Gens in der gleichgeschalteten nationalsozialistischen Preste gar keine Erwähnung finden, ist die Rede davon, dast Laval vom Böltcrbundsrat eine öffentlich« Bekräftigung der Beschlüsse von 1923 und 1920 verlange, als Antwort au? die juristischen Einwände der deutschen Note vom 9. November. Wenn der nichtdeutschen Welt die Rechtslage völlig klar erscheint und Frankreich dieser Bestätigung nicht bedarf, so denkt Laval an e:ne wohltuende Rückwirkung im deutschen Volk selbst, dem ein solcher Akt in Genf durch hie Presse nicht verschwiegen werden könnte. Von rechtsstehender Seite wird zwar eingewendet, dast Frankreich durch einen solchen neuen überflüssigen Appell an den Völker bundsrat in den Schein geraten könnte, als zweifle es selbst an seinem Rechte und sühle sich ohne neue kollektive Verantwortung nicht stark genug, um seine Pflicht zu. erfüllen. Korrupte Hitlcrbonzeu Ein Führer der„deutschen Front" Vom Vorstand der Allgemeinen Ortskrankenkasse Saar- brücken wird folgendes mitgeteilt: Es ist dem bisherigen Geschäftsführer A. Bauermann möglich gewesen, durch den Mistbrauch seiner Amtsbesugnisse sich widerrechtlich einen Betrag von 30 900 Fronken aus Kasienmitteln anzueignen und zu veruntreuen. Die Art seines Vorgehens war plump und von vornherein dazu verurteilt, binnen ganz kurzer Zeit entdeckt zu werden. Die betriebsorganisatorische Einrichtung unserer Kasse lästt eine Verschleppung oder Verschleierung rechtswidriger Verfhelungen aussichtslos erscheinen. Die vor- liegende Verfehlung ist in ihrer Art nur einmal möglich. Grund zur Beunruhigung liegt nicht vor. Außerdem hat Bauermann Gelder einer Arbeitsgemeinschaft sVereinigung der Ortskrankenkaiien des Taargebietsl. die er persönlich verwaltet hatte, in Höhe von 78 000 Franke» ver- untren!. Bauermann ist mit sofortiger Wirkung seiner Dienste enthoben und am Montagvormittag verhaftet worden. Der korrupte Direktor Bauermann hatte sich schon sehr früh gleichgeschaltet. Er übte als führende Gestalt der„deutschen Front" einen starken Gesinnungsdruck auf seine Beamten aus. die sich nicht mit gleicher Schnelligkeit zu Hitler bekehren wollten. Er ist den Spuren seiner zahlreichen korrupten Pcges im„dritten Reich" gefolgt. Die Presse der„deutschen Front" an der Saar entschädigt sich. Sie bringt lange Berichte— über KarrnptionSskandale in Frankreich. Maria Carsenius-Spitzel Die Polizeidirektion Saarbrücken teilt mit: Ter General advokat beim Obersten Abstimmungsgericht bat gegen die Stenotnpistin Maria Carienius, geb. 2. 8. 1898 in Aachen, zuletzt wohnhast Saarbrücken, Feldmannstraste 129, Haft- befehl wegen Verbrechens nach 88 92a und 92c erlassen. Die junge Dame ist längst ins„dritte Reich" geflüchtet. Sie empfängt dort die Ehren einer Emigrantin, mit der Aussicht, Nationalheilige des Saargebiets zu werden. ..NMif genügend üeld" England verweigert Saardelegation die Einreiseerlaubnis London, 20. Nov. sInprest.j Der aus einem katholischen, einem sozialdemokratischen und einem kommunistischen Jungarbeiter bestehenden Saar-Iugenddelegation ist die Einreise nach England von den Einwanderungsbehörden mit der Be- gründung verweigert worden, daß die Delegation nicht im Besitz genügender Geldmittel sei. Das englische Jugendkomitee gegen Krieg und Faschismus hat sich daraufhin sofort bereiterklärt, für den Aufenthalt der Delegierten die Verantwortung zu übernehmen, doch blieb das Innen- Ministerium ohne Angaben von weiteren Gründen bei seiner Weigerung. Der Vorfall wird sowohl im Unterhaus, wo James Mario» und Aneurin Bevan ihn zur Sprache bringen werden, wie auch im Oberhans,^wo Lord Marlen intervenieren wird, ein Nachspiel haben. MM„Flüdifitngen Im Saargebtel Aus Ahlen i. W. wird berichtet: Wegen des Verdachtes hochverräterischer Handlungen wurden die Maurer P. P. und W. R vom Ttockpiper erneut festgenommen und in das hiesige Gerichtsgcsängnis eingeliefert. Tie sind dringend ver- dächtig. im Saargebtel mit flüchtigen kommunistischen Funk- tionären zusammengetroffen zu sein und Handlungen be- gangen zu haben, die dem Reich zum Schaden dienen« Alle Welt in Deutschland spricht von korrupten Hitlerbonzen Aus Deutschland berichtet die gleichgeschaltete Presse: Uebcr die Hcrkuust des Materials der deutschfeindlichen Propaganda im Auslände gab eine Sitzung des Düsseldorfer Sondergerichts Klarheit. Der Verleumdung und üblen Nack: rede war der frühere Polizcibeamtc Franz Wolfs angeklagt. Wolfs hatte, wie die Beweisaufnahme ergab, dazu bcigetra gen, von Mund zu Mund die erlogenen Gerüchte von an- geblichen Riefennnlerfchlagungcn des Essener Gaustabsleiters Fischer weiter zu verbreiten. Die Anschuldigungen gelangte» ins Ausland und dienten sowohl dem Lnr^mburger Sender wie auch der„Saarzeitung" als Material für Hcstberichte. Zunächst war erzählt worden,„Gaustabsleiter Fischer habe 300000 RM. unterschlage» und sei in Nürnberg verhaftet worden. Inzwischen wollten Gerüchte wissen, dast sich die un terschlagenc Summe angeblich sogar bis an?°4'.■ Millionen Reichsmark erhöht halte. Nicht weniger als dreimal hat man die Erschicstung des Gaustabsleiters verbreitet, zweimal von feinem Selbstmord berichtet. Erst bei seiner Rückkehr, von einer mehrwöchigen Reise erfuhr der Gaustabsleiter von dem Lüqenseldzug gegen ihn. Wie der als Zeuge vernommene Gaustabsleiter Fischer betont, seien gerade die erlogenen Berichte saldier großen Unterschlagungen geeignet, der Bewegung und der Sache des Winte» Hilfswerks Schaden zu bereiten. Auch der Staatsanwalt weist darauf hin dast durch solche Verleumdungen der Partei und ihrer Organisationen, Jugendbewegung und WHW. sabotiert würden. Im selben Zusammenhang seien noch fünf weitere Strafverfahren anhängig. Mit Rücksicht daraus, dast in diesem Falle bereits die deutschfeindliche Pro paganda im Auslände sich dieser Verleumdungen bemächtigt habe, beantragte der Staatsanwalt acht Monate Gefängnis. Das Sondergericht verurteilte den Wolfs wegen übler Nach- rede und grobsahrlässigcr Verleumdung zu sieben Monaten Gefängnis. ❖ Welche„Saar-Zeitung" gemeint ist. wird nicht gesagt. Ob der Luremburger Sender, der sehr zurückhaltend ist, die „Greuelmeldung" wirklich gebracht hat lassen wir dahin gestellt. Kennzeichnend ist, dast jetzt im Reiche den Hitler bonzen jede Korruption zugetraut wird, und daran ist weder der Luxemburger Sender noch die„Soar-Zeitnng" schuld, sondern allein der stinkende Nazisnmpf. Terror! Altenwald. Die Einheitsfront bat für Mittwoch. 21. No- vcmber 1931, nachmittags 3 llhr, im Saale Kalling. Haupt- strastc, eine Mitglicderkundgcbung angesetzt. Der Vorsitzende der Einheitsfront, Distrikt Altenwald, ist daher bei dem Wirt E. zwecks llcberlassung des Saales vor längerer Zeit vorstellig geworden. Der Wirt hat dem Vorsitzenden den Saal zugesagt, und zwar ohne dast Saalmiete entrichtet werden brauchte. Einige Tage später wurde unseren Genossen die Mitteilung, dast 130 Fr. Saalmiete für 2'/, Stunden zu zahle» seien. Der Brief hatte folgenden Wortlaut:„Auf Grund der Abmachung teile ich Ihnen mit. dast der Saal von 1 bis 5.30 Uhr Ihnen zur Verfügung gestellt wird. Als Saalmiete verlange ich 130 Fr. Nebenbei mache ich Tie darauf aufmerksam, dast der Saal geschmückt ist sdurch die„deutsche Front"l. Für jede Beschädigung mache ich Sie verantwortlich." Nach Erhalt dieses Brieses tauchte sofort beim Einheitskomitee die Befürchtung aus, dast der Wirt Eolling den Anzapfungen und Drohungen der braunen Front nicht standhalten wird. Darausbin ist der Vorsitzende des Komitees bei dem Wirt vorstellig geworden, um die notwendigen Verhandlungen zu führen. Das Ergebnis der geführte» Verhandlung war, dast eine Miete in Höhe von 130 Fr. schriftlich vereinbart wurde. Dieser Brief und die schriftliche Abmachung betreffend der Saalmiete ist handschriftlich erledigt worden. Am 10. November 1931 endlich ist dem Vorsitzenden des Einheits komitees ein eingeschriebener Brief, mit der Schreibmaschine angefertigt, mit der Unterschrist des Wirtes zugestellt worden. Dieses Schreiben lagt:„Da bereits 98 Prozent der Ein- wohncrschait von Altenwald der„deutschen Front" angehört, ist es zwecklos, für die übrigen 2 Prozent meinen Saal der Einheitsfront zur Verfügung zu stellen. Auch kann ich mein Geschäft mir nicht durch diese 2 Prozent schädigen lassen." „Obdachlose. Arbeitslose, Menschen ohne Hoffnung Aber erbitterte feinde des Nationalsozialismus Der nationale Heros Im Lesebuch für die Oberstufe Wir haben kürzlich einige besondere markante«teilen eine einem Kriegslcsebnch veröffentlicht, mit dem im„dritten Reich" die Schüler vergiftet werden. Der denschen Engend wird eingeblaut, dast der„Führer" natürlich die Inkarnation der Tapferkeit und de»»>eldcn!nms sei. Es fahlt deshalb i» diesem Kricgsieiebnch ausser den erfundenen Heldentaten v tlcrs im Krieg auch nicht an Berichte» über sein Helden hanes Benehmen am n November 1028 bei dem bekannten Bürgerbränkcller-Pntsch lieber dieie Heldentaten berichten fl;«iiel ei»^«chnn. Gleich daraus setzte ei» Geknatter ein. Der rechte ,Fahnenträger iant zusammen, bedeckt von schwarz n>eis,rotem Tuch. H itlers B e g l e i t e r erhielt vier«schlisse Im fallen zog er Hitler mit sich, mit einer.«rat d a s, diesem der Arm ans dem G c- lenk sprang. Gudendorfs war aufrecht durch die Kelten gegangen.* tAnS Bei Hägens n. Kla'siiigs Er gänziingslescheii slir die Cbcrftufc. Seite.Vi.) •0 c v r». V e c r s schreibt über das gleiche Ereignis wie folgt: „. eine Kompagnie feuerte plötzlich ohne Warnung ani den Zug an denen Spitze Hitler und Vn&ciit>orff»» bewaffnet gingen. Der Zug nimmt Deckung— zwölf Nationalsozialiste» liegen im Blnic vitler selbst trägt e i n e n K» a b e n ans d e m FcncrhageI f.'ndendvrst»cheht mitten durch die Söldner hindurch ohne verwundet zu werden, und wird festgenommen.. lEbendaselbsr S 40.i Also am zwei aufeinanderfolgenden Seite» wird der deutsche».lugend'olgendes Märchen aufgetischt: Ei» von vier Kugeln getroffener Freund wir'i Hitler nii" einer der artigen Wrart z» Boden, da» diesem der Arm ans dem Ge> lenk wringt Der auf dieie eigenartige Weiic Berletzte trägt aoer. an'cheineiid mit de>» a^rade ausaekuaelteN Arm ein Kind ans dem Fenerhagel. Ein.Kind, das sich ausgerechnet den Rann, zwischen Lanöespoiizei»nd SA. als Spielplan ausgeinchi hat. Merkwürdigerweise ergibt sich>» beiden Erzählungen bei .1 r.^chiiderniig der Haltung Lndendvrns kein Widerspruch. Bei ziitler verwickeln sich abet die beide»»ationalsozialisti ichen Prominenzen>» derartige Widersprüche, das, ihnen die !>>gc ohne weiteres anzumerken ist Warum erzählen Rosenberg und Leers wiche Märchen der deutsche» Schuljugend-' Ganz einfach' sie können die Mir die Perion des„Führers" blamable Wahrheit nicht wiedergeben. Hitler hat nämlich an jenem denkwürdigen 9. November, wie es historisch fest- steht, sich in dem Augenblick, als er merkte, dast es.ernst wird, platt ans den Boden geworfen und ist dann, seine Kameraden im«tich lassend, in die Villa der ihm befreundeten Familie Hau stängel geflüchtet Man kann wirklich nicht gerade behaupten, das, Hitlers ii.nchi ein Heldenstück deutscher Ge'chichte war. Deshalb belügen Rvienberg und Leers die deut'°che Schuljugend. Der eine lästt Hitler de» Arm auskugeln, der andere ist ienti- mental und läsit ihn in keiner Fantasie ein Kind ans dem Feuerhagel retten. So wird heilte deutsche Geschichte gemacht! Die 5 rc di(M!c zc Die„F> ä nkische Tageszeit»» g" schreibt i» ihrer Ausgabe vom h. November unter dem Titel„Immer daran denken...!" folgendes: Xu deutscher Arbeitskamerad, der du heute im Sammel- decken aller ichiMenöen Bolksgenone» der Stirn und der Faust am Neuaufbau»».eres gelieb.cn Baterlandes mit- arbeitest^ du fühlst es>.i:i tedei» Tage mehr, da» o» im H t.er-:l>c:ch mit zu den ersten Söhne» des deutschen Bolkes zählst. Diese Gewißheit schaffte die Deutsche Arbeitsfront mit toier segenbrinaci'be» Arbeit Die Den che Arbei.s.ro». ,oiv. weiter mit alle» M tteln e» ü> das, der ans dit-e: .»ficht»,n e,ii onneiie tulanben.»»ordert>i>,d gcnitir, ivird Di,» geti'.i.'i pol allen Dingen die Alifkl.i''N>ig über die R.isenfrag. II» er Gauleiter Pg. Iniiiis Stri ich-r. der ja über ein volles Diitzenb Jahre icho» landauf uns ab trom nij(;e, Ilm jedem Volksgenosse» den Fc.nd des schaffenden Bolkes kiar z» zeichne», must von jedem Arbeilskameraden i» seinem Aniklärungskamps gegen Atljuda restlos nntcrststtzi werden. Jeder must wissen wie der Jude ist»nd was er will Hier ein Selbstbckennlnis eines wissende» Grostjuden. „Wir haben das politische Gefüge der Staaten verändert Die«tagten sind vo» einer tödlichen Krankheit befallen, von der Blutszerjctziiiig. Wir brauchen nur mehr das Ende des Todeskampfes abzuwarten." „Da,* Wort„Freiheit" führt zur Auflehnung gegen jede Autorität, selbst zur Anflehnnng gegen die Macht Gories und gegen die Natur." „Ilm die öffentliche Meinung zu beherrsche», ist es vor allem iivlweiidm sie zu verwirren. Wir werden dies solange fortsetzen bis sich die Richlinden in dem Labyrinth der Met- nnng.'n a»> keiner Weise mehr zurechtfinde»!" Du deutscher Arbeiter, hier siehst du. was für Mittel ange- wandt.wurden»m dich am Gängelband iiii Alljuda zu führet' vier siehst du den wahren Feind. Merke dies>'nd wisse, drr Fnde ist unser Unglück!„Immer daran denken...!" .... unil ihre friidi'e Xer Indische Ansschns, der Xentschen Akademie in München machi erneut ans d'e» Erlas, des Stellvertreters des Führers vom 22 August MiM-'l. auf die Bekanntmachung des Ministerpräsidenten(Körnig und des Führers der Deutschen «Ttiidentenichast vom Oktober und November vorigen Jahres aufmerkiam. durch die die taktvolle Behandlung vo» Ans ländern. die als Gäste in Dcutichland iveilen, zur Pflicht ge macht wird. Beionders in letzter ,'jeit sei es mehrfach vor gekommen dast indische Gelehrte»» d Studenten —„und zwar gerade solche, die persönlich ein ganz erfreu- lickes Verständnis für das neue Reich in Wort und Schrift 6•kündeten"- von Kindern auf der Straße belästigt war- deck sind. Eltern nnb Eriieher werden»ebeten. in anfklären- dem Linne ani die Kinder einzuwirken. VI e i?lc Owj/o rasen Nachdem eben erst B e r l i» eine»»gewöhnliche Steigerung der Berkehrsuniälle festgestellt hgr. folgt X» i s b» r g- Hamborn mit derselbe» Klage. Nach dieser Statistik wlirden im ersten Halblahr 1034 7li Verkehrs- linialle reaistriert. die 110 Tole und-IIA? Verletzte sn'dert.ii Xiesc Iahten bedeuten gegenüber demselbe» .>'i!"ranm des Vorjahres eine Steigerung der T o d e s' ä l> e um 4 l v. H.. der V c r l c tz t c u" m 2 f),.1 v H. So rücksichtslos jagen die Hitlerbonzen mit ihren Kraft-, fahrzeugen in die Reihen der miscra plcbs. Pari», 2t). November. Bon unserem Korrespondenten Xavicr de Hauieclocqtie. der im„Gringoire"»eil XI oche n eine Arlikelreihe„Hitler am dckieiile- Wege" ,eröfferitlicht. will da» Deutschland kennen lernen, da»..unter der Oberfläche" lebt. d. h., das »i<4i den Späheraugen der Gestapn entzieht und nur ein Ziel kennt: den Untergang de» braunen Systems Dabei gerat der französische Journalist auch in die kreise der wirklichen„Unterwelt", wo er Dirnen begegnet und Zuhältern, die stolz die SS.-Uniform tragen. Fn schwarzer Uniform oder in abgetragenem Anzug tanzen die Burschen des Berliner Milieus, und sie tanzen recht gut nach der Musik der ausgezeichneten, uniformierten Jazzband. Man vergnügt sich im„Münzhof" ohne Furcht, beob- achtet zu werde». Willi beginnt: „Ei» Jude liegt in einem Krankenhaus im Sterben. Ge radc besucht Hitler diese gemeinnützige Einrichtung. Er will beweise», das, er im Grunde gar kein Antisemit ist, und fragt de» Inden„Kann ich Ihnen eine letzte Freude vcr ichaisen. lieber Mann? Was habe» Sie Mir ein'n Wunsch?" Der Filde antwortet:„Herr Reichsführer, lasten Sie doch Göring und Goebbels kommen. Setzen Sic sie zu meiner Rechte» und sinken, damit ich ihnen vor meinem Scheide» die Hand drücke." Ria» ruft Göriltg und Goebbels. Da richtet sich der Jude strahlend ani feinem Sterbebette ans. Er murmelt:„Ich danke Ihnen unendlich, Herr ReichsMibrer. durch Ihre Gnade sterbe ich w!c Ehristus zwischen zwei!" Bruno fährt fort:„Hitler besucht eine Irrenanstalt. Man ossiiel die Tür zu einer Belle, in der sich, zn'ammrngesnnken ein Unglücklicher befindet, der im letzten Stadium geistiger llmvachtiiiia dah'nveaetiert. „Wer sind Sie?" fragt der Verrückte.„Ich bin der Oberste Führer des„dritten Reiches"." erwidert Hitler. Da fängt der Verrückte an zu lachen. Dann sagt er:„Das- selbe habe ich auch geglaubt, mein armer Herr,»nd Sie seben. was man ans mir gemacht hat." Sara gibt nun auch ihren Teil dazu:„In alle» deutschen Schulen must jedes Knid an einem Tage in der Woche eine Geschichie erzählen. Als an dem kleine» Jakob die Reihe ist, erzählt er:„Wir haben zu Haus eine Katze. Sie hat zwölf Junge geworfen. Das sind alles Nationalsozialisten." Der hitlerisch gesinnte Schulmeister gratuliert dem kleinen Jakob zu der ante» Antwort. Am nächsten Tage kommt der Schulrat zu Besuch. Man fordert den Jungen auf. seine Geschichte zu wiederholen. Er beginnt: „Wir haben zu Hause eine Katze, sie hat zwölf Junge ge- morsen. Diese Jungen"... der kleine Jakob macht eine Pause. Der Schulrat»nd der Schulmeister gratulieren sich schon im voraus. „Diese Fungen sind sämtlich Sozialisten", fährt der kleine Jakob iort.-„Tu irrst Dich, mein Funqc." verbes- irrte ihn der Schulmeister„Die Jungen Eurer Katze waren doch gestern Nationalsozialisten. Wie sollten sie denn heute Sozialisten sein?" „Sie habe» doch gerade die A» a t n aufgemacht," antwortet ieelensriiliia der kleine Jakob. Diefe letzten Worte fallen, mäb.enti die Musik aerade aus- setzt. Bruno prcstt Saras Handgelenk. Meine Begleiter schwei- ge». bis die Musik wieder von neuem beginnt. In Frankreich brauchte mau keine Katze vorzii'cktitzen.>"'e iuan es in diefer tut»" der man kich über die Reaiernng lustig mach' I-nfett« Rf>ct»s mürbe das ans- r-ick>en. um einem d>e Ve r an« 4? ck'e'"t de» üWSncniftes in Plötzenscc zu verschaffen»nd vielleicht noch Schlimmeres. Legionär Waldek Fn Paris verbringt der Landstreicher Hie zwei Franken die'Nackt in einer jener wilden»Höllen die man»m den Place Manbert und im Hallenvicrtcl findet. Bis zwei Uhr morgens darf er bei einem Schoppen Wefn wach sitzen Dann treibt man ibn in einen verpesteten Keller. Er lästf sich auf ei» Polster von Unrat und Ungeziefer fallen Der Schlaf um länat dieses menschliche Wrack mi» seiner wunderbaren?ieb f Ofling. In Berlin kenne ich nichts äfrn'iche.-. Tie armen Een'e ae niesten felbst dielen entsetzlichen Komfor« nicht. Rur svärlich sind dieieniqeu. die sich den Eu''»s eines Sckiuuvens Wein und des Kellers, wie bei uns leisten können. Aber die Obdach lafev. hie Arbeitslosen, die l.'cute ohne Hoffnung haben ihre De-fiaric. tst-aül- Bai'SIokale in strabi»ubam er»e«r',ch»»»licht, fr iinnnlich sauber, wo die Rabio-Lautsprecher eine M»N.k hin- ausheulen, die den Todesschrcien der Schweine tn den Schlachthäusern vo» Ehikago ähnlich ist. Das Bier— oa-.- nicht schlecht ist kostet 8 Pfennig die Molle. Die armen Kerle liege» z» viere» oder Hinten zusammen,«ic kommen sehr früh. Eine Molle für zivei oder drei Gäste. Für die vier oder fünf Freunde ein Paket„Trommler", die sehr billige Iigarettensorte, die das Hitlertum eingeführt hat. Bis zum Eokalichlust sprechen sie leise, ohne Handbewegung. Es«» nicht leichi z» erfahren, wovon sie reden. Dann verschlingt sie die Finsternis. Es ist schwer zu criah- reu, wohin sie gehen. Gegen elf Uhr abends führen mich Willi. Bruno und die Dirne in der roten Blnie zur Grostdestillation»,'anirr in der Bergstraste, in jener Gegend von Pankow, die so traurig uns wild aussieht.. Girlanden von elektrischen Glasbirnen, Radiolärin.-t ices »tickt und die wilde Musik ickiaiien mit Verachtung an' bun- derte von stillen mageren Gestalten herab, die ehrbar im meiste Tische herumsitzen Die rnst- oder ichlammiarbiaen Ge- sichfer. die von nie gestilltem Hunger abgemagert sind sind ausdruckslos. D>e alten Kleider beinahe korrekt. Was gibt es denn wirklich fo Wirerfllrfi Beunrnhigendes in diesem Volk mit sc'nem abgrundtiefen Elend? Vielleicht seine Rnbe. Wenn der Wind nick» mebr die Wolken am dunklen»»ivi- mcl dahintreibt nebmt Euch vor dem Sttirm In acht! Furch tet diele armen Menschen mit den zniammengebisicnen Jähneu Kein Ti'ch ist frei Bier iviige?eute in blauen Pieckianikep' sacken machen uns Platz. Sie nehmen höslicki das Bier unH die Zigaretten mit Galdi""ndstnck an. die ich ihnen reiche, aber man nierkt. da» sie«Echt re-sit mitteilsam sind,.'zufällig lvricb« W'lfi m>» frcirfi. Da brummt einer von den Mc- chai'i'er» Nor sich h»!' „Irfi ferne Frankreich auch. Ich habe Mini Jahre in Ihrer i'foion gedient" DMe den'lche Provaaavda hat in unserer paziHftiicheu Prelle so viele Hfiaen über d'e'chönste militärische Einrichtuna aller .steilen gesammelt(Favter de Haiiteelocane steht politiicki ziemlich weit rechts d Korr.t. dast man sicki nicht wundern dari. wenn man einen Deutschen sieht, der die Legion ver- lenwdet. Ich mache mich allo inr Berteidianna bereit Aber ich habe Unrecht. Der ehemalige Legionär Waldck erzählt mir von seinem Regiment idas zweite Fremdenregimentl mit vielem gesunden Menlchenverstand, mit Unvarteilichkcit und sogar mit einem gemisien S'olz. der mir keinen Anlast gibt, mich zu empören. Als ivestsäliicher Bergarbeiter verliest er im Jahre 10!?:, seine Grube,»m im Büro in Metz sich an- werben zu lassen. „Man bat mich in k>'f»e Falle aelockt." sagt er....stch wnstte was ich wollte. Kein Elend war ia aröster als das deutsche. Ich machte dann da unten Dummheiten Darum lehnte man es ab. mich von neuem'u verv'Mchlen Heute tut es mir leid. Das Ef'w'! wird jeden Taa gröster" Elend£»i"c d v ei Begleiter in blauen Jacken>vied'"'bale>t leite das böte Won Alle vier sind ohne Arbeit. Wa'dek. weil er jr meinem Vaterlande gedient bat und niemand(fi ttt deshalb Arbeit peb-n will Die andere», weil sie H'"" A"» h»»tsnfäi»e nationalsozialistischen Parteimitgliedetn überlassen'"nst'e». Alle v'er aehören b-r'e dem aaheimen^k.itatteder bestände der Kvminnnistilchen Partei. Daran kanv'e ich mich, einwandssrei überzeuaen Man würde sich nickt lehr ir'?».' wenn man sagen mürd?, hast bei Läufer, wir in den>-eisten Vicrlnkafen im ausnefiura'erten Norden, eine a»'e<-il'ke der ärml'cken Besucher im Herzen, wenn nicht tatsächlich. Kom invnisten sind In der Rielenstadt'chefnen sich die breiten Masien d"r natianalsozialistischen Anhänger von der zentralen Haupt- ma-i-i trenne». !>si b-es ein Era»buis de., g» Iu»i's stsi dies f"' Geaeinell der be>''uimende Grnnd>>'ir ienen en'ietzlichen Zchtaa ae„e>i e'iie..h'iraei-slche" Politik^ Ich eeinnere m'ch>">r ein-z>*tt- t^-nen Warle das agn ei'zer sehr baben Sterkünlichkeii dee ^an-i-1bo''ck-e't IN lväbren d d-.-".-ap: larachen—I>rde-„Wir lallten"US de, II nia»inna>>a-><," n'-di'n segr bindernd in de,, Weg stellen"Ia„1e dteler-m a— u .Welche» auch immer der A» ,aana dieses PeW>,chs i":<*>a ä a e siearesü, nder dessen» wird cr Dentfchland de!» Kvmmil u' a- Ml.» esfiAv br'teen." Eine Weisigau»g? ...' D'e drei Bealetter von Waldek iraaen mich, ab ich ibnen N'chi den Eintritt in die Fremdenlegion erleichtern kann'e Natürlich kalte ich mich n-cht für berech'iat. ihnen eine Antwort zu aebe«. Waldek leihst brachte mach dann in !r.,'ib>„na mit einem Gek»i>nbnnd ebemaliaer»leaionäre der sich'n bestimmten-leitablAbnille,,»>,s<,>',r,s„-u>»det und allein im Pankviver Viertel zahlreiche Mitglieder hat. Etfrer mttt rDonif Der Herr Landrat Wvhllahrtseriverbsloser von Werder ans Potsdam wurde I».'Ist an Stelle des amtsciilhobenen r'andrats Bohne lBolksparteij zum Eondrar i» Belzig iKr. Jauch- Belzlgi ernannt. Oberpräsident Kube führte ihn in sei» Amt ein. In seiner ülebc sagte er:„Endlich wird spar- s a»i e Wirtschait einsetzen." Vait&rat Böhnes Finanzwirtschaft war natürlich einwandfrei. Bon Werder kaufte gleich zivei neue Autos, stellte einen zweiten Bürodirektor ein, nahm sein Gehalt aus zwei Jahre im voraus und verpfändete dafür dem Kreis«eine lurnrivie Wohnungseinrichtung, die noch gar nicht bezahlt war. Bor acht Wochen hat ihn Kube wieder hinausge- worfen, und nun ist Werder wieder Wohlfahrts- Unterstützungsempfänger in Potsdam. Die Bauern deS Kreises Zauch-Belzig haben in einigen Ber- sammlungen empörte Reden qehal^n und gesagt, dast solche Schweinereien unter den früheren Regierungen nicht mög- sich gewesen seien. Die Empörung der Bauern ist verstand- sich, wenn man bedenkt, dast der Herr Vandrat vo» Werder mit seinen engeren Mitarbeitern in Berlin schwere Orgie-i gefeiert hat. Eines Tages kam er morgens mit seine» Freunden und den i» Berlin ausgegabelte» Mädchen nach Belzig. Die ganze Gesellschaft hat dann im Zimmer des Landrats weiter gefeiert: die Kosten trug die Kreiskasse. „8edm?ungslc>se Pflicht" Innren: Der Breslaner Nazi-Oberbürgermeister erklärt in einem Erlast, es fei„die bedingungslose Pflicht der Mieter, ihre Mieten zu bezahlen, selbst wen» sie nur über ein geringes Einkommen verfügen". Die Ztadt übernehme keinerlei Mietrückständc mehr vcr veftdienlileb Gesühnt mit 500 Mark In der„Fränkischen Tageszeitung" liest man aus Hamburg: „Das soziale Ehrengericht der Nordmark unter Borsitz von Landgerichtsdireklor Rüther trat erstmalig zu- iammen. Ei» Gittsinipeklor in Mecklenburg war angeklagt, böswillig und unter Ausnutzung feiner Machtstellung einem taub st n mmeiiGefolgschaitsangehörige» einen Schlag mit der Reitpeitsche versetzt zu haben, angeblich um ihn zu wecken. Das soziale Ehrengericht folgte in seiner Entscheidung dem Antrage des Treuhänders der Arbeit und verurteilte den Inspektor wegen'unsozialen'Verhaltens zu einer Ordnungsstrafe von.V» RM. Bei Bemessung der Strafe wurde als mildernder Umstand auher der Jugend des Angeklagten berücksichtigt, dast dem Angeklagten bislang allgemein kein böswillig unsoziales Verhalten vorgeworfen werde» konnte und er sich seit jenem Vorfall seinen Gesolaschaftsangchörigen gegenüber einwandfrei verhalten hat." 5 Neulich hat sich der Führer der„Fränkischen Tageszeitung". Siaalsminister und Gauleiter Julius Streicher, öffentlich einer heldischen Tal gerühmt Er ging in die Zelle eines älteren Gefangenen und mißhandelte ihn mit der llieit- peitsche, daß der Arme, ein Nürnberger Akademiker, lange weder sitzen noch liegen konnte. Nach dem groben Vorbilde mar das eine Tat. die„rechtens" war. Sie ent'prach dem nationalsozialistischen Rechtsgeiühl. Ter junge Guts» inspektor scheint noch nicht zum Kreise der Geweihten zu ge- hören. Sonst hätte es diesen demagogischen Prozeß, der für dir Dummen im Lande bestimmt ist, nie gegeben. f Ummer*• zur /Deutsrfren tfreifteW• tweignisse und Gesefkidkien Mit.woch- Donno»tag, den it. und 12, Hoy>wb»r 1»3< ^Bußtag) iwi Cact fatha*) 1 ut Buße und glaubt an das Evangelium. Markus I. lö LcJic- iol Abccchnung mit der Vergangenheit. Sie ist ein r aVoliii un!> V h,>-i« arischer Abstammung bis zum Iahte 1 7 89 geledert wird und die Küstereien vielfach der großen Arbeit der Urkundenbeschaffung nicht mehr gewach-en sind, will jetzt Irr Stadtsuperintcudrnt in Halle für die älteren Kirehrngemein- den ein besonderes kreiskirchlichevAmt für Erforschung der arischen Abstammung schaffen. /Olk« in Sturmxmtnn Nr. 75 Völker in Sturmzeiten Im Spiegel der Erinnerung- im Geiste des Sehers Mittwsck-OaitMrstag. 21., 72. bv. Otto Aus dem Zellengefängnis Briefe aus bewegter, schwerer Zeit 1848—1856 Corvin von Zu dfn interessantesten Gestalten der Revolution von 1818 gehörte Otto von Corvin. Er wurde . in Gumbinnen in Ostpreußen als Sohn eines Postdirektors geboren. 1830—35 diente er als preu- ~b® bald ein.— Die Preußen hatten Ludwigshafen angegriff«®- in welchem Ort die Hauptstraße durch Barrikaden gespef r' war. Oberst Türr, der mit seinem Regiment den Ort V r' leidigen sollte, gab ihn schnell auf. weil, wie er sagte, d' 1" Befehlshaber der Artillerie ihm»eine Geschütze verweigerte- Die Verfolgung der Preußen wurde durch Abfahren ei®«* Joches der Rheinbrücke verhindert." (Fortsetzung folg*') Frankreidis Sorge um die deotsdien Rüstungen»«5 armezamt mmt Sa•_ I IvaMn rf 0«f AVI Man beredinet rar 1933 ein mobilisatlonslählges Heer von 3,3 Hill. Mann "Poris, 20. Nov. Ter Abgeordnete Archimbaud Hot in der Kammer als Verichtcrstatter für das Heeresbudgct Zahlen Uder die deutsche Aufrüstung vorgelegt, die für Ende 1934 zu folgender Berechnung kommen: Reichswehr: 3«I NM Mann? Militärisch verivendbarc Landespolizei: lNNNllN Mann? Kasernierte Hilsstruppen 132., TA.»: 80 00U Mann? Insgesamt: 480 000 Man». Im Jaörc 1933 werden diese Streitkräfte erhöht werden ans mindestens: Reichswehr lohne Fliegers? 400 000 Mann? Landespolizei: 100(MIO Mann? Kasernierte Hilsstruppen: 100 000 Monn? Gesamtbestand der ständigen Streitkräfte:«00 000 Mann. Weiter sind noch hinzuzuzählen: Ausgebildete Reserven der Reichswehr und der militärisch verwendbaren Polizei: 3011(IIIO Mann? Glinge ausgebildete Reserven der Hitlersormatione» und des Arbeitsdienstes: 400 000 Mann? Tic älteren Reserven, bestehend aus Kriegsteilnehmern im Alter von 33—43 Jahren: 1 400 000 Mann? Militärähnliche Formationen: SS.: 200 00« Mann? SA.: 2 300 000 Man»? Automobilkorps: 100 000 Mann. Insgesamt sind sofort mobilifierbar: 4,9 Millionen Mann, die im Jahre 1033 mit den 600(JON Mann der ständigen Streitkräfte eine Armee von 5,5 Millionen Mann bilden werden, die Teutschland binnen weniger Tage aus- stellen kann. Hinzu kommen noch die Greiizschutzformationen. Tas deutsche Flugwesen verfügt über 3500—4000 aus- gebildete Piloten und über eine grobe Anzahl Flugzeuge Tie Kruppwerke beschleunigen die Herstellung schwerer und leichter«beschütze? sie sind mit der Herstellung sehr weit- tragender schwerer Mörser beschäftigt. Tie Pulverfabriken steigern ihre Produktion. In einigen Monaten wird Teutsch- land zu Lande stärker sein als 1014. ,ver neue Doldisfoö Die Sdialien von 1918 s:eifien auf Ter Gauwirtichastsberater des GaUeS Halle-Merseburg erlabt einen Aufruf, worin er alle Parteigenossen bittet, ihm icde Person oder Firma zu nennen, die sich der Hamsterei Ichuldig macht. Wie den Preistreibern das HanHwerk gelegt werde, so sollten auch mit allergrößter Strenge jene Berstö-e gegen das Gcmeinschaftsdcnk«» geahndet iverd^n. die noch l'lfl'hL 1' i)u" c!'^ahf.von Bolksschgdlingcil.hegangev wurden. Mit r»ck,ichtsloier«chärie soll.Rechenschaft von de- nrn getordert werden, die durch das Aufstapeln von ?Oaren eine Verknappung aus den Märkten herbeiführen »eut»chlaud stehe in einem gewaltigen Abwehrkamps? dieser Kamp, erfordere die Einmütigkeit des deutschen Volkes und die auf der Sicherheit des endgültigen Sieges beruhende Haltung. Jeder, der diese(5' i g e n s ch a s t e n v e r= in i| i e n lasse, sei denen gleichzustellen, die i>18 der deutschen Front den T o l ch st o b verletzt haben. * Tic früher katholische, jetzt hitlcrischc II» e r m a n i a" ver- sinkt noch mehr in novemberliche Stimmung: «Ter tiessitzende Wideriville, die tatsächliche Zuchllosigteit, die bewußte Aufsässigkeit,— das alles ist nicht im Schützen- graben gewachsen, sondern aus dem Hinterland in die Front verpflanzt worden. Beim jungen Ersatz des dritten Kriegs- iahrcs war das übliche Geraunze schon nicht mehr gutartig. Mancher«alte Krieger" bat im Urlaub das bereiende «chimpfcu verlernt und dafür die ivortlosc Verbissenheit ein- getauscht. Tas Leben daheim, in der belagerten Festung Teutschland, ivar ja auch ei» Stellungskrieg geworden, ein swjges(einerlei von Ariegseriatz, Kartcnbehels und Hamster- lorgcn. Tazu die Angst um Vater. Brüder und Söhne»nd die Schrecken der Verlustliste. Was sich da an Kriegsmüdig- keit und Ueberdrub laut äußerte, schaffte nicht Vuft, sondern ^stickte und zerfraß den Mut. Je seltener die Flammen der «iegesieiern ausloderte», um so ivciter breitete sich die töd- isthe Vaiifl des Zweifels und der Honnlinaslosiqkeit aus. schließlich war auch die Zuversicht der Gläubigsten nicht wehr stark genug, die schwarze Kruste zu zerbrechen. Ist nicht der gegenwärtige Kamps Teutschlands um seine Nationale Ehre n»d Freiheit, um Gleichberechtigung und Weltgeltung, der Kamps gegen Wirtschasiskrisc und Arbeits- ivngkeit in das Stadium des Stellungskrieges eingetreten? 1933 Ivar das Jahr des Vormarsches. Tie große Mobil- niachnng, die nationale(Erhebung, riß alle mit fort, das Häuflein der berufsmäßigen Schwarzseher ausgenommen. Manche Festung des wirtschaftlichen Stillstandes fiel. Ter Jrontalangrisf gegen die Arbeitslosigkeit wurde stürmisch norangetragen. Außenpolitisch ereignete sich der entscheidende Tnrchbruch mit dem Anstritt ans dem'Völkerbund, mit der Befreiung aus den, Lügengewebe der Abrüstungsverhand Inn gen. Ter herrliche Schwung hat nicht wenig Teutfche nber die Schwere des eingeleiteten Kampfes getäuscht, die ^simmung war weit verbreitet, die sich 1014 in der Prophe- äeiung ausdrückte:«In sechs Wochen ist alles zu Ende". Im »weiten Jahre sehen die Tinge ein wenig anders ans, und gerade die lautesten„HeimkrEger" lauen die Köpfe hängen, ^»imer neue Gegner, neue Widerstände tun sich auf. die u-ronien verlängern sich, der Bau ausgedehnter Stellungen 'st nicht zu umaeben. Ein lanawiciger. ovierreicher. nerven anipnun^vder Grabenkriea ist im Gange. Tarüber wollte der ""«hrer das deutsche Volk nicht im Zweikel lassen. Wieder- lwlt zuletzt a>"' dem Bückeberg, hat er diesen Ebarakter des i'ationalen SelbstbchauptungskampseS unverhüllt und Ichonunqlos an'aczeigt. Auch im jetzigen Stellungskriege wird k» ein ewiges Einerlei werden, und die.,G r a b c n a» g ,t ",'ird nicht ausbleiben Tie Kämpfer der Front, die Truppen "doli Hitlers, werden mai>ch'»al von der Uebermüduva und Unlust angefallen werden, und als echte Soldaten werden sie ..fchimnfen" Möaen sich aber d'e..Zivilisten" die davon 'twas merken, über das Gewicht solcher Entladungen nichts vormachen' Sie brauchen sich weder vor Gespenstern zu "irchten, noch brauchen die andern, die einen bequemen sieg „Gegen London und Paris „Blitzartiger Luftangriff" Paris, AI. Nov.„L'Jntransigcant" schreibt: Tie werdende Luftschiffahrt richtet sich gegen Vondon»nd Pari». Autostraßen dehnen sich gegen den Rhein ans, der mit Hilfe der alten Kriegsbrückcn von 1018 und fünf neuer Eisenbrückcn in Tuisburg, Langenfeld, Ludwigshasen, Maxau und Speyer und fünf neuer Straßenbrücken in Em- mcrich. Tuisburg, Uerdingen, Neuwied und Büdesheim überschritten werden kann. Tas ist ein eisernes Verkehrs- netz von sehr hoher Leistungsfähigkeit. Und diesen in Betrieb befindlichen Kriegsapparat hat Marschall P c t a i n gesehen, B e n e s ch hat ihn gesehen, M a c d o n a l d und E d en sehen ihn jetzt auch. Er schafft die Kriegsgefahr. Welchen Krieg? Ten einzigen, den Teutschland ebenso wie andere Länder beabsichtigt: einen kurzen Krieg mit roher Gewalt, bei dem man von vornherein den Gegner als nur mittelmäßig moralisch und psychisch widerstandsfähig be- urteilt. Eden hat Recht? Schwach sein, bedeutet eine Kriegs- ausiorderung. Ein moderner Angriff, der zu einem schnellen Ende kommen tvill, würde zweifellos umfassen: a» einen blitzartigen Luftangriff, bei dem schonungslos die unmenschlichsten Mittel tBrandgas» benutzt werden. b» Einen Angriff zur Erde, der möglichst gleichzeitig mit dem Luftangriff Hand in Hand geht und der durch mäch- tigc motorisierte und mechanisierte Truppen ausgeführt, mit einer noch nie geahnten Schnelligkeit von einem Ort zum anderen vorwärtskommt»nd die durch den Luftangriff jer- störten Gebiete in endgültige Wüsten verwandelt. c» Hinter dieser Lust- und Erd-Vcrivüstungsstafsel rücken die Besatzung»- und Schlachttruppen vor. Sie sind außer- ordentlich beweglich und gut bewaffnet und sollen in einigen Wochen de» Krieg beenden. „loyal" hingenommen hätten, denen aber das Aushalten in einer belagerten Festung nicht behagt, auf eine überraschende Wendung zn hoffen. Taß-das Hitler-Heer"lest in der Hand der Führung und in seiner Schlagkratf ungebrochen ist, hat der 30. Juni bewiesen. ..„^Allerdings twnnts g n ch im S e l b st b c sta u p- (.nn g s k a m p s.T« u 4 s ch l am d» d a s H int er i a n d zu f^ner Belastung und Bedrohung ftt r die Front werden. Bedenklicher als die" rauhe Musik der soldatischen Schimpfworte ist das mtßtönjge Stöhnen und Klagen der„Heiina!", der vielen, die nur passiv am Kriege beteiligt sind, die nicht begreifen, daß es um das Schicksal der Nation, also anch»n, ihr eigenes geht. Je schwerer und lang- wieriger das außen- und ivirtschaitspolitische Ringe» wird, um. so weiter breitet sich der zähe Schleim der Zwrifelfucht und Besserwisserei, der Nörgelei und Raunzerei aus. Treffen wir nicht allenthalben den Slammtischstrategen von damals, der ganz genau weiß, wie es nicht gemacht werden dar'? Seine eigenen Pläne finden nicht einmal bei der Stammtisch- runde allgemeine Zustimmung, er will auch beileibe keine Verantwortung übernehmen. Es genügt ihm, daß er„seine Meinung" sagen kann, und diese Meinung ist«'Nein", nicht» als„Nein". unfruchtbar und okniuächtig, aber ausreichend, um das Mißtranen und die Mutlosigkeit der Viclzuvielen zu nähre». Tie G e k a h r einer Verseuchung des Hinterlandes IN i t Müdigkeit. Il II l II st. 11 n g e- d u l d und anderen W i l l e n s k r a n k h e i t e n i st nicht zu unterschätzen. Vier Jahre Schützengraben haben den Feldgrauen nicht bis zur Selbstvreisgabe zermürben können. Er harrte aus. er schimpfte sich frei und war kampfbereit, sobald sich seindlvärts etwa» regte. Tic Front hat den Verteidiguiiasgraben nicht im Stiche gelassen selbst dort nicht, wo er im Trichtergclände nur»och als nioraliicher Begriff existierte.— sie ist herausoebalt morde», von, Hinter- land ber. da.,„lieber ein Ende mit Strecken, als den Sck>rc Be- iatznna sich'elegrakisch an die Reichsreaieruna gewandt, aber noch keine Antwort erhalte». T>e Bernstein-Kompanie zahlte nunmehr zur Beruhigung der Besatzung entgegen dem Verbot 100 Franken an den einzelnen Seemann. Die deutsch-französischen Wirtschaftsverhandlungen Paris,-J0. Nov. Ter Handelsministcr Marchendcau hat den Führer der deutschen Handelsdelegation. Karl Ritter, empfangen, mit welchem er eine längere Unter- rcdung hatte. Taraufhin begab sich Marchandean nach dem Quai d'Oriau, wo er eine Unterredung mit dem Außen- minister Pierre Laval hatte. Nachmittags bat Laval die erste offizielle Sitzung, an der beide Telcgationcn voll- zählig teilgenommen haben, eröffnet.' Wie wir bereits in unserem gestrigen Leitartikel fest- gestellt haben, wird Frankreich vor allem die Zahlung, von 130 Millionen Franken bzw. eines großen Teiles dieser Summe vom„dritten Reich" verlangen. Es handelt sich be- kanntlich um die Summe, die im„dritten Reich" für Lieferungen aus dem französischen Zollgebiet eingefroren sind. Von deutscher Seite wird im übrigen, wie wir hören, ver- langt werden, daß die französischen Importeure wieder in der Lage sind, ivie vor Abschluß des letzten Abschlusses mit der Oieajstermark die deutschen Rechnungen zu begleiche». Ans diese Weise hofft mau, den deutschen Export nach Frankreich zn steigern, da die Registermark schon für etwa 3,30 Franken zu kaufen ist. während in den letzten Monaten die Importeure verpflichtet waren, ihre Zahlungen ans der Marktbasis von 6 Franken vorzunehmen. Tie Verbandlunge» in Paris sind von besonderer Beden- tnng für das«Saargebiet, da die saarländische Industrie in- folge der gewissenlos vorgenommenen Propagandakäufe des„dritten Reichs" verhältnismäßig stärker nach dem Reich geliefert hat als das übrige französische Zollgebiet. Unter diesen Umständen sind auch die.Schulden des Reichs an das Saargebict relativ viel größer als die Schulden ai, die übrigen Lieseranten aus dem französischen Zoll- gebiet. Bekanntlich versucht die braune Presse den Spieß umzudrehen und Frankreich die Schuld für den Nichtcin- gang der zahlreichen Forderungen in die Schuhe zu schie- den. Indessen wissen anch die braunen Unternehmer ganz genau, daß sie ihre Gelder nur deswegen nicht herein- bekommen, weil durch die Schachtsche Politik die Forde- rungen ausländischer Exporteure, also auch der saarlän- dischen, im„dritten Reich", ivie es so schön heißt, einge- froren sind. Auf deutsch heißt das: Tas„dritte Reich" kauft zwar, aber zahlt nicht. Danzig Resultat einer Terrorwahl In Tanzig fanden am Sonntag Kreis und Gemeinde- wählen statt. Sie waren vom wildesten Terror der herrschenden Nationalsozialisten begleitet. Versammlungen wurde» gesprengt, wenn sie überhaupt stattfinden konnten, Flugzcttel- Verteiler verprügelt und alle Gegner als Landesfcinde und Verräter geächtet. Jeder Beamte, jeder Torfbürgermeister ivar ein brauner Funktionär, her eine genaue Kontrolle aus- übte. Am schlimmsten ging es den Sozialdemokraten, Kom- munisten, allen„Marxisten". Seit einem Jahre steht ihre Presse unter schärfster Zensur. Kurz vor den Wahlen wurde die„Volksstimme" durch Verhaftung und Ausweisung ihrer Redakteure nahezu vollkommen lahmgelegt. Hitleramtlich werden jetzt folgende Ergebnisse berichtet: Ureistagswahlen Tanzig-Werder: Von 25 618 Wahlberechtigten wurden 23 433 Stimmen ab- gegeben. Tavon erhielten: »NSDAP.- 18l'E o Ehristl.-Nat.(Zentrum und Tt.-Natl.) 2 18« Sozialdemokraten 3 07» Kommunisten 330 Polen 255 Ureistagswahlen Tanziger Niederung(vorläufiges Er- gebnisl: Von den 13 042 Wahlberechtigten wurden 14 014 gültige Stimmen abgegeben. Tavon erhielten NSTAP. 11010 Ehristl.-Nat.(Zentrum und Tt. Nat.j 036?. Sozialdemokralen 1373 Kommunisten 473 Bei den Gemeindewahlen im Kreise Tanzig-Werder er- zielte die NSTAP. 18 730 von 31300 abgegebenen Stimmen. * Als wirkliche Wahlen, in denen eine freie Gesinnungsentscheidung möglich war, sind diese Resultate nicht zu werten. Erstaunlich ist bei. alledem, daß sich die Sozialdemo- kratic in diesen vier ländlichen Bezirken so gut behaupten konnte.| v Japan ülindlgf das r.ollenaühommen London, AI. November. Wie aus Tokio gemeldet wird, hat der Minister für aüd- wärtige Angelegenheiten, Hirvta, gestern mit dem Minister- Präsidenten eine außerordentlich wichtige Besprechuiw gehabt. Tiefe Besprechung bezog sich aus die Frage, wann das Flot- tenabkouimen von Washington von Japan gekündigt werden soll. Es steht auf jeden Fall fest, d a ß I a p a n d a s F l o t t e n- a b k o m ni e n v o n W a j hi n g t o n»ich, m ehr er- neuer» wird, und daß ein Kompromiß bei den gegenwär- tigc» Londoner Flotteubesprechnugen nicht zustande kommt. Japan hat de» englischen Vorschlag, der eine grundsätzliiiie, aber nicht praktische Flottenglcichheit vorsieht, abgelehnt. Tie Japaner habe» ferner als e»n qn« non eine Be schränliing des Baues von großen Schlachtschiffe», sowie die Abschaffung der Flugzeugmuttcrichlfse»erlangt Mit einer solchen vertragliche,, Bestimmung wollte Japan erreichen, daß die USA.-Kriegaflotte außer Stand gesetzt wird, bei de» große» Entfernungen sowohl im westlichen Teil des Stillen Ozeans als auch in den chinesischen Gewässern operieren zu können. General von Hebert Ter Name eines Vergessenen taucht in der deutschen Presse aus, der des Generals von L i e b e r t, des einstigen Gouverneurs von Teutsch-Ostafrika. Er ist in Tscheid(im schlenichen Kreise Kusels im 8,3. Lebensjahr gestorben. Als er 1003 zur Disposition gestellt wurde, begann der Stock- reaktionär aus politische» Gefilden zu marschieren. Er gründete 1004 den Reichsverband zur Bekämpsung der Sozialdemokratie, kürzer und besser„Reichs lügen- verband" genannt. Hier wurden bereits alle Samen- törncr gelegt, die mit dem„dritten Reiche" an(gingen, be- zahlt vv» den Geldern der Schwerindustrie- Adolf Hitler darf den General von Liebcrt getrost in die Reihe seiner geistige» Ahnen eingliedere Furths frutfzlotfi Jene* erlbe Deutschland, das seinen besten Philosophen Kjnste.in(leider noch nicht gehänpt) feierlich in die Acht tat, und seine begabtesten Romanciers, die Brüder Manu, zwingt, das Brot des Exils zu essen, hat Friedrich Schiller jetzt ein kraftiges..Front Heil"' ins Grab hin- ein nachgebrüllt. Vi eich ein Glück. daß der große Schwabe wirklich tot ist und so kaum erfährt, was die Diktatur des I ostbcainten ihm an Ehrungen bereit gehalten hat. Da ist es der Herr Regierungsrat Fabricius, bekannte Schlagetot-Marke in Hitlers Bereich schon vor der Machtübernahme. der nun ein Buch unter dem Titel Friedrich Schiller— ein Kampfgenosse Adolf Hitlers(nein, Irrtum ausgeschlossen!) in des Viortes allerverwegenster Bedeutung verbrochen hat! Und der..Börsenverein des deutschen Buchhandels" übergibt dieses literarische Ungeziefer dem Käufermarkt mit der Feststellung, daß eben Schiller doch wohl „der erste Nationalsozialist" gewesen sei.... Wenn mau von dem Zeit- und Streitgeuosseii Goethes nichts weiß, als daß er den heiligen Grimm des freien Mannes gegen den Geßler- hut mit dem Feuerbraud seiner Sprache geschürt hat, nichts weiß, als daß über jedem Theaterzettel, der zu den„Räubern einlud, in flammender Schrift der kategorischste aller Imperative:„In tyrannos,"„Gegen die Zwingherrn" daher- wehte, dann muß man als Deutscher sein Haupt in wildem Schmerz verhüllen, daß solche Infamie unserem Geiste angetan werden darf, ohne daß die Revolution du reit die '-assen heult und Master Lynch mit unerbittlichen Händen sein Opfer fordert.... Es ist noch nicht drei Monate her, daß wir in jenem Deutschland, dem einst Friedrich von Schiller gesungen hatte, in einer kleinen, ganz deutschen Stadt, mit Efeu um die stillen Stadtmauern, mit spitzen Giebeln am Markt und mit den Rosenstöcken hinter sauberen Gardinen Hitlers Verbrecheralbum. die F ahne, den„Geßlerhut", in der Mitte, durch die Straßen gröhlend marschieren sahen. Aber rechts und links waren diesem dionysienhaften Phänomen. Totschläger in der Hand, die Unterlippe hämisch über die Oberlippe gezogen, das SS.-Kommando auf dem Bürgersteig beigegeben, das mit der Muskulatur zu überwachen hatte, ob sich auch die Arme der Passanten in demütiger Schauer emporhoben, wo nur der Lappen vorbeikam. Man prügelte den Charakter einfach aus den Hausnischen heraus, in denen er Zuflucht gefunden harte. Freilich es ist das nur das Deutschland des Wichts Fabricius! Schiller hat zwar seinen Regionaltyrannen damals überlebt. Der Fabricius aber hätte ihm ganz sicher das Leben gekostet! ♦ Der PapM in Rom hat Einiges, wie man sich aus der Presse des Vatikans in diesen Tagen überzeugen konnte, an dem moralischen Gehalt des faschistischen Dopolavores auszusetzen An den Veranstaltungen, die den italienischen Arbeiter über die Langeweile der klassenkainpflosen Zeit hinwegtäuschen sollen, mag c- nicht grade immer wie in einem von Nonnen geleiteten Töchterpensionat zugehen. Die Kurie erllebt also ilire warnende Stimme und sagt dem Duee, dem sie sein Nietyschennertum schon längst verziehen hat. nicht nur. weil er den Kirchenstaat mit sogar eigener Eisenhahn restituiert hat. er möge doch der alles bewachenden schwarzhemdigen Miliz größere Sehschärfe fiir symptomatische Amoresken anbefehlen, die vielleicht einen solchen „Nach Feferabend" offiziell-faschistischen Stils recht zerstreuend, aller doch auch kanonisch anfechtbar machen W cIch ein gütiges Geschick, könnte man da sagen, bat den Heiligen V ater und seine engeren Vertrauensleute bisher davon bewahrt. Nutznießer, wenn auch nur gelegentlich, des großen Reisebüros zu werden, das sich jetzt in Deutschland „Kr oft d u r ch E r e u d e" nennt, das italienische Dop»- lavore elefautastisch übertrumpfen soll, und zwar weniger eine Angelegenheit der deutschen Arbeiter, die im„dritten Reich" so wie so kein Geld für Ucherfbissiges haben, geworden ist, als vielmehr von vergnügungssüchtigen Spießbürgern. die sich auf Kosten der Beiträge in die„Arbeitsfront" und der terrorisierten Eisenbahn und Sehiffalirts- firoien eine Reise ins Ausalnd leisten. Die Kabinen der Rhein- dampfer könnten aus den Polstern reden, was die Herren Prokuristen und Buchhalter und Kassierer mit den Arbeiterinnen angestellt haben, die hier„Kraft durch Freude" sich als Betriehsgefolgscbaft(oder sagt man in diesem Falle nicht lieber Betriebs-Harem?) zulegen mußteDavon steht freilich in der Presse der jetzigen Schillerdcutsrhen nichts, aber auch gar nichts zu lesen. F. E. Rolli. rranhreidis„Fremdentrage Dte Arbeitslosigkeit und die Ausländer freie Einreise und Niederlassung, günstige Steuern, für Industrien Entgegenkommen, schönes Baugelände, Villen und Wohnungen, gesundes Klima(Schweizer Franken Währung, Schweizer VV rtschafts.ebiet) ALLGEMEINE TREUHAND- AKTIENGESELLSCHAFT, VADUZ AnCagen ini a t i o» a l e. Tie Resolution ivurdc unterzeichnet von den Telegationen Frankreichs, der Schweiz, Spaniens. Ita- ltetts, Polens, Rußlands(Sozialdemokraten) und Oester- reichs. Consulat eines angest henen euro- oäischeu Staates zu verqebtn, Anfragen an Post- taen Basel I. (Schweiz) für alle Zwecke Buckiruckerei Volksstinae SMrfefttckeü Freunde in Zurief). Natürlich helfet der Herausgeber der Zeit schrift„Tie Aktion", de>.e» Enlärung.zugunsten des.Saaraulrut» für den-Status quo" wir in lutfercr Annulier 2")4 leider nur auszugsweise abdrucken konnten, nicht Fritz, sondern Franz Psemsert. Unsere Leier dürsten wohl ohnehin den ihnen bekannten Amttn fungiert haben, aber nur berichtigen den Druckfehler dennoch, da mit nicht Böswillige den Trncksehter mi>,dcutcn können. «achfe. Sie teilen uns über das„freiwillige" Winterhilfswerk in Dresden mit:„Tie Straßenbahn zieht an den 3ottti» und Feiertagen von den Fahrgästen bei Lösung eines einfachen Fahrscheines 2 Pig. und bei der Lösung eines Umsteigers 3 Psg. für das Winter- Hilfswerk ein. Auf diese Leise sind im Dktobcr rund toooo 9tM'. zuiamnicngekoninicn, was 2.XW RM. mehr als im Oktober des vorigen Jahres war." B. V-, Metz. Der von Ihnen eingesandten Zeitung entnehmen wir, dag der Berliner Oberbürgermeister Dr. Lahm dem preupischen Ministerpräsidenten Göring ein von Berliner Hand- werfern künstlerisch gearbeitetes Schreibzeug als Ausdruck der be- sonderen Verbundenheit der Stadt Berlin mit dem iahet der preu,>stchcii Staatsregrerung überreichte. Bei der großen Schreib- arbeit, die dem(Höring durch die Bestätigung von Todesurteilen erwächst, ist das Geschenk recht sinnig. Uebrigens hat Zahm gleich- zeitig dem Goebbels eine kostbare Poizellauvale spendiert, ßt ltuifetc, dast man jedem der beiden Neidhammel etwas schenken muß, wenn man die Eifersucht zwischen beiden nicht reizen will. Lorraine-Parts. Ihre Anregung ist ganz ausgezeichnet. Vir babe» uns sosor, mil der zuständigen Zielle in Verbindung gesetzt, die sie verwirklichen wild. Im übrigen: Dank für gute Wünsche. Irier. Einer der größten Bischöfe der katholischen Kirche war der um das Jahr 310 in Trier geborene heilige Ambrosius. Als katho- lischer Bischof hatte er den Mut, offen und schlicht den Mächtigen dieser West entgegenzutreten, wenn sie durch ihre Daten die sitt- iiche Ordnung gefährdeten und sich zu Uebergrisfen hinreisten ließen.„Möge der Kokser die Stimme des freien Priesters hören", statte Ambrosius in einer Predigt Balentinian II. entgegengiruseii. aus den gleichen Don stimmte er, wie der Bertinei Historiker Caspar in seiner Geschichte des Papsttums berichtet, das erste Be- ichwerdeschreiben an den mächtigen Kaiser Theodosius den Grosten. der zum letztenmal es vermocht hatte, dos gesamte römische Welt- reich'unter seinem Zepter zu vereinen:„Nicht kaiserlich ist es, die Freiheit der Rede zu versagen, und nicht priesterlich, die eigene Meinung zu verschweigen: denn nichts macht Euch, Kaiser. io volks- tümlich und liebenswürdig, als dast Ihr die Freiheit liebt, auch bei denen, die euch militärischen Gehörsinn schulden. Das unter- scheidet|a die guten und die böten Fürsten, dast die guten die Frei heil liefern, die bösen die K nechtscknilt. Nichts ist auch dem Priester so gefährlich voi Gott, so schimpflich vor den Menschen als nicht nti die eigene Meinung zu sagen."— Wir zweifeln nicht, dast Bifchai Bornewasser zur Trier diese Stelle kennt und weist, welche Pflichten der heilige Ambrosius der Stimme des freien Priesters airserlegte. Wann werden wir die Stimme des freien Priesters hören? Frei« Jugend, Saarbrücken. Ihr teilt uns mit, dast Euch u. a. Heinrich Mann wie folgt geschrieben hat:„Tie Zeitschrift„Freie Jugend" hak mich wirklich erfreut: das ist, was die Jugend erfahren muß. Die Gegenstände sind alle so dargeboten, dast junge Leute kaum vermeiden können, weiter darüber nachzudenken. Nicht zu reden von den ergreifenden Enthüllungen. Alles ist verdienstvoll, manches vorzüglich. B. das„Necht" der Jugend Im„dritten Nrich" oder das besonders gute Gedicht vo„ Weinert." Literatur Emil Ludwig: Fünrer Europas. Querido-Perlag. Avisier- dam. Es sind sehr verschiedenartige Persönlichkeiten, die Emil Lud- trug in seinem Buche porträtiert: Nansen, Masarnk. Briand, Rathenau, Moiia, Lloyd George, Keniselos, Mugolini. Stalin. In zahlreichen Partien spürt man. daß der Versager sich an das Goethe-Wort gehalten hat, das aus der Titelseite steht:„Ein be- deutendes Individuum weiß uns immer skr sich einzunehmen, und iPitn wir seine Vorzüge anerkennen, io lassen wir das. was wir an ihm problematisch finden, ans sich beruhen." Emil Ludwig Hai die Männer, die er' uns da schildert, alle persönlich gekannt. Allerdings sagt er, daß er nur Mamrnk, Mugolini und Rathenau in snste» matischen Gesprächen studiert habe. Stalin sei der einzige der Dargestellten, den er nur aus einer einzigen Unterredung kenn«. Um so überraschender ist, dast gerade die Zeichnung Stalins ein- drucksnolle und originelle Züge zeigt und sedensalls ein Gespräch mit dem kaukasischen Schusterssohn widergibt, das in seinen Hori- zonten und ist seiner Klarheit sehr für die geistige Kraft und die beherrschte Energie des russischen Staatsmannes spricht. Freilich ivird das im Wesentlichen doch skizzenhaft bleibende Bild Stalins weit llbertrossen durch dos vollendete Porträt, das Ludwig von dem tschechoslowakischen Staatspräsidenten Masarnk liefert. Wer es noch nicht wußte, wird durch diesen Teil des Ludwigschen Buches davon überzeugt werden, daß große und größte Politik aus den Diesen eines rein ethischen Charakters gestaltet werden kann und ein solcher Charakter gerade in den politischen Kämpfen und Wechsel- fällen seine höchste Entwicklung erlebt. Daß Masaryk aus einer Lakaienftube zum Gelehrten, zum Parlamentarier, zum Diplomaten, zum Siaaienschöpser und zum Staatsoberhaupt emporstieg, ist noch nichts Besonderes, denn die Gegenwart ist an solchen Beispielen reich. Dast aber dieser rauhe und steile Lebensweg nicht mit Lands- knechlsmethoden erzwungen und auch an seinem Ziele nicht mit Kerkern und Morden befestigt wurde, macht ihn für die Gegen wart auttergewöbnlich und in der ganzen Menschheitsgeschichte selten. Es ist so, als siehe in dem greisen Masaryk die Figur eines hochkultivierten Politikers, eines lauteren Menschenfreundes vor uns. der in späteren reineren Zeiten nach dem Vorüberdonnern der noch vor uns drohenden Katastrophen die Regel in der Staats- sührnng bilden wird. In der Gegenwart können wir nur mit Staunen aus diese wahrhast religiöse Erscheinung an der Spitze der tschechoslowakischen Republik blicken. Er ist als Siaatssührer ein Phänomen, das seit Lincoln nicht seinesgleichen hat und sich in Höhen bewegt, hinter denen ausnahmslos alle regierenden und opponierenden Politiker der Welk weit zurückbleiben. Nur einer der von Ludwig geschilderten Männer hätte als Staatsmann Masarnk vielleicht nahe kommen können: Aaller Raihenau. Indes lastete das schwere Geschick aus ihm, in einem Lande zu leben und zu wirken, denen zur Herrschast drängenden sund setzt herrschenden) nationalistischen Kräfte den Politiker von Geist und grosten euro- päischen Konzeptionen ermorden liesten mit dem ihrer und ihrer Führer damals und jetzt würdigen Reimt„Knallt ab den Walter Rathenalt, die gottverdammte Indens«»" ES dürste kaum ciiieu der jetzigen hohen und höchsten Würdenträger des Deutschen Reiches geben, der nicht einst diesen gemeinen Reim mit gleichgestimmten Spießgesellen begeistert gebrüllt hat. Masarnk residiert in Prag und Hitler in Berlin. In zwei Flugstunden ist die Entfernung zu überwinden. Legt man aber die Bilder der beiden Staatsoberhäupter nebeneinander, so scheint es, als sähen uns Wesen von zwei ver- schieden«» Planeten an, die durch Millionen Lichtjahre getrennt im Weltcnraum schweben. Für den Gesamttnhalt verantwortlich: Johann P t tz In Dud» weiter: für Inserate: Ctto Kuhn in Saarbrücken. Rotationsdruck »nd Vertagt Verlan der Votkssttmme GmbH, Saarbrücken 1, Schützenstraße 5. Schließsach 770 Saarbrücken,