LmzZgs unabhängige Tageszeitung Deuilchkands l^r. 233— 2. Jahrgang BHM VUnistec decken den JCiccken Seite 2 !Rdei aus dem Reiche an einen kathaiischen SaacqeistCickeu Seite 3 Dokumente dec Rohstoffnot Seite 4 Wenn das Zuhälteclied eetönt Seite 7 Chefredakteur: M. Braun MWW'MMh Köiieiiä reschaf Isbrlel eines großen deutschen Texiihmiernehmens Der nachstehende Brief entstammt den Geschäftsbriefen eines der grüßten norddeutschen Textilunter- iiehmungen. Die Dokumente bedürfen keiner Erläuterung: Dir. G. Iii. den...... 31. An unsere Herren Vertreter! U ir haben in den letjtrn Tagen sämtliche getätigten Vorverkäufe. und Abschlüsse genau zusammengestellt und dabei die. Feststellung gemacht, daß uir für ca. 2 5 0— 3 0 0 0 0 0 M a r U Vorverkäufe getätigt haben. Wir machen auch gleichzeitig zu unsere m Entsetzen die Beobachtung, daß damit ein großer Teil unserer alten Warenahschlüsse erschöpft sein dürfte und hüben versucht, mit den Webern neuer Einkäufe wegen zu verhandeln. Die Auskünfte, die wir infolgedessen bekamen, waren geradezu niederschmetternd und zwangen unsere Direktion, sofort zu den Webern zu fahren und persönlich mit ihnen zu verhandeln Was wir in dieser Beziehung gestern erlebt haben, ist für. unsere gesamte Fabrikation trostlos. denn es war fast unmöglich, attch- nur ein Stärk für den laufenden Bedarf neu zu k« u f e n. Sie müssen deshalb damit rechnen, daß Sie Ihre Reisetätigkeit vor der Hand völlig einstellen m ü s s e 7t. Wir haben am 15. d. M. gemeinsam mit den Wr'bereien eine\ erbandssitjung in.... getroffen und hoffen, daß wir Ins zu diesem Termin etwas klarer sehen. Die völlige Einstellung Ihrer Rcisetätigkeit soll einstweilen nicht ausschließen, daß wir kleine schriftliche Bestellungen und eilige Kommissionen t nt R'a Ii m ende- M ö g I i c h e. n zu liefern versuchen, doch muß dieses unbedingt in bescheidenen Grenzen bleiben, denn jetjt scheint auch unsere kleine Kundschaft aufzuwachen, den" gestern und heute haben wir schriftliche Bestellungen in großen Mengen erhalten. Neue I' r e i s I i s t r.\nrhdem. was wir gestern gehört heben, und nachdem uns für evtl. Einkäufe die neuesten ,. Rieht preise'' genannt wurden, würden wir m i t der kleinen Preiser h ö h u n g. die wir unterm 3. Oktober Ihnen bekanntgegeben haben, nicht a n n ä h e r n d auskommen. Auch ist es ausgeschlossen, daß ic- unser Vorhaben, dir Rückseiten der Steppdecken-zu i•erbessern. durchführen können. Wir müssen uns nach den in den einzelnen Qualitäten zur Verfügung hebenden Quantitäten richten und bei den alten Rückseiten bleiben. Beifolgend behähdigen wir Ihnen eine Preisliste, wie sie jept gelten muß und wollen$ie die Ihnen unter tu 3. d. 51. gesandte Liste vernichten. Kripp von ioäSci eil ssss» diKiteri Sit.er sieh zu Was von uns schon längst angekündigt war, wird nunmehr amtlich bestätigt: der bisherige Präsident des Reichs- standes„Industrie" früherer Retchsverband der deutschen Industrie). Krupp v o n B o h I e n undHalbach, ist von seinem Posten zurückgetreten. Der Rücktritt wird der deutschen Oeffentlichkeil in der Form eines Schreibens des Dr. Schacht bekanntgegeben: Seht geehrter Herr Krupp von Bohlen und Halbach! Nachdem Sie Ihr Amt als Präsident des Nekchsstandes der deutschen Industrie niedergelegt und mich imederlio.t und auch jefet uneder in'vlae x VKcr beruflichen^l.ntu.ui gebeten haben von stirer Nennung nie* Leuer der deiche- gruppe Industrie abzugehen and twtt der vci'itttg der Hauptgruppe l der gewerblichen Wivt'rftiitt zu eu-binden, kann ich ut meinem lebhailen Bedauern nicht anders als Ihrem Wunsche entsprechen. Ich erareiie aber dien(de- legenheit um Ihnen nir die acut N^— taale selbstlos ge- leistete Arbeit und Mühewaltung auirichtig'.» danken und der Omiumintct$lii£önicf geben, da h ich auch in>>n!un?l ans Ihre wertvolle Unterstützung rechnen dar,. Mit deutschem Mnu't und Heil Hitler! bin ich Ihr sehr ergebener lgcz.I Dr. Hjalmar Schacht, -iniaen Taaen der Geschäftsführer des frühettn Reichsverbandes" der deutschen Industrie. D r. Serie von feinem Posten zurückgetreten war mutzte auch mit dem Rücktritt des Herrn Krupp von Bohlen und Halbach gerechnet werden. B-rde bisher matzgebe de Ver-' Wer der deutschen Industr.ebelange ziehen sich vom Bei eingehenden schriftlichen Bestellungen schreiben wir unseren Abnehmern wie folgt; .,Nachdem wir trat) der immer schwieriger werdenden Beschaffung unserer Rohmaterialien unserer Kundschaft durch dauernde persönliche Besuche, Offerten usw. lange Wochen Gelegenheit zum Einkauf gegeben haben, stellen wir jetzt fest, daß wir durch die großen Vor- v e. r k ä u f e mit u n s e r n Rohmater i a l i c n• abschlössen am En d e s i n d. Lnserg Webereien sind mit ihfr Produktion durch die Faserstoff Verordnung und die damit bedingte Arbeitszeit- einschrankung sehr behindert. Lieferungen erfolgen stodtend und kleine Preisverschiebungen sind dadurch nicht zu vermeiden. Die Preiserhöhungen wirken sich auch in unseren Preisen aus, denn es sind inztvischen neben den Stof/Preiserhöhungen auch Preiserhöhungen bei den Steppdecken- fäUungen und Daunen unvermeidlich. Je geringer die Qualitäten. desto unverhältnismäßig Höher sind die Preiserhöhunge n. Diese merken Sie zweifellos auch bei Ihren anderen billigeren Geweben. Wir betonen ausdrücklich, daß unsere notwendigen kleinen Pi eiserhöhungen sich unbedingt im Rahmen der Faserstojf- i erordnung lullten. Wir sind aber zu unsercin Bedauern nicht in der Lage, die uns freundlichst bestellten Decken zu den gehabten Preisen zu liefern, sondern müssen Sic vielmehr bitten,' uns die neuen Preise dafür zu bewilligen. Lieferung kann nur. soweit Lagervorrat vorhanden, prompt, resp. in derx nächsten 14 Tagen erfolgen." Die ganze geschäftliche Lage ist für uns nicht rosig. Ersatj- Qualitäten, die t vir teilweise sehen, sind noch in alhrerstcr Vorbereitung und es ist gar nicht abzusehen, wann man damit rechnen kann. Das. was wir gesehen haben, ist allerdings nicht schlecht. Die Weber ihrerseits bemühen sich, mit aller Energie Rohmaterial heranzuschaffen, denn letjten Endes haben sie genau das gleiche Interesse, welches wir haben, unseren Betrieb und unseren Vei kauf sapparat aufrecht zu erhalten. Auch wir könnten eine wochenlang dauernde Verkaufseinschiär.kung gar nicht ertragen und tun alles nur d''nkbai Mögliche, um hier War.del zu schaffen. Sobald wir Näheres wissen, bekommen Sie•Nachricht. Einstweilen miis eri Sie absolute Ruhe bewahren. H ochach tungsvoll (Wir verweisen Red. d...D. F.") # auch auf h^utis Handelsteil. Verfcandüiitf&n all Hitler? Schwache und uneinheitliche Anhängerschaft in Frankreich Paris, 18. Dezember. A. Seh. Die Tatsache an sich unterliegt keinem Zweifel: Es gibt heute in der französischen Oeffentlichkeil Gruppen, Richtungen und Personen, die sich für die direkten Ver- Handlungen mit dem„dritten Reich", für eine General- Verständigung zwischen Paris und Berlin einsetzen. Tie Front dieser Verständigungspolitiker ist aktiviert. Der Tod Barthous, Hitlers Friedensgesänge blieben nicht ohne Folgen, und viele andere Umstände. Motive und Wünsche haben auch mitgespielt. Aber diese Front der Verhand- lungsanhänger ist vor allein uneinheitlich: Sie geht quer durch die großen Flügel der französischen Politik und be- steht aus den Splittern von mehreren politischen Fronien. Die Ausgangspunkte und Voraussetzungen dieser Ver- ständigungspolitiker sind entgegengesetzt. Drei größere Gruppen treten dabei in Erscheinung: Die pazifistische, die„realpolitische" und die pro-saschistische. Tie pazifistischen Anhänger der Verhandlungen stehen im Lager der bürgerlichen Linken. Sie sagen, man mutz mit dem„dritten Reich" sprechen, obwohl es ein faschisti- scher Staat ist, es geht nicht um das politische System, sondern um den Frieden. Aber bereits hier beginnen die ernstesten Meinungsverschiedenheiten, selbst im Rahmen dieser Gruppe. Die einen, gehen über die verschwommenen Friedenswünsche nicht hinaus. Sie präsentieren über- Haupt kein bestimmtes Programm der Verhandlungen. Die anderen sehen in den Verhandlungen nur eine diploinatisch-technische Methode und geben ihnen eine eng beschränkte Aufgabe: Verhandlungen nur über die Beschränkung der Rüstungen. Diesen Standpunkt vertritt' der l.qheiutierte junge außenpolitische. Fachmann des linken Flügels der Kammer,'Pierre V is n rot, der sich gegen leere Verhandlungen schlechthin und Zweiseitige Verträge wendet, und keine Manöver Hitlers begünstigen will Ter Neo-Sozialist Montag- n o n will dagegen die echte Entente zwischen Paris und Berlin, auf breitester Grundlage, mit weitgehendsten Konsequenzen. Bei diesem. Erneuerer" des Sozialismus ist das gesamte Spektrum der Argumente für die Ver- Handlungen vertreten: die pazifistischen, die„realpoliti- scheu" und die profaschistischen. Er erklärt osseu. das „dritte Reich" ist für ihn ein gewaltiges neues Phänomen, das ohne Voreingenommenheit und mit Sympathie ae- handelt werden soll. Man sieht: So viel Leute, so vie. von Willensrich zsrSffigclrclcn öffentlichen Leben zurück, da sie mit dem neuen Kurs des Dr. Schockt nicht einverstanden sind. Diese Meivungs- Verschiedenheiten sind jedoch nicht grundsätzlicher Art, denn sowohl Schacht als auch Krupp von Bohlen sind Anhänger einer hochkapitalistischen Politik. Aber Schach: mutzte dem Nationalsozialismus gewisse Konzessionen machen, indem er durch die Schaffung der Reichs- w i r t s ch a f t s k a m m e r eine gemeinsame Organisation für Industrie. Handel und Handwerk geschaffen hat. was auch dadurch zum Ausdruck kommt, daß der Präsident der Reichswirtschaftskammer er an Stelle des Herrn Krupp v. Bohlen zum Leiter der Reichsgruppe I n d u st r i c ernannte Regierungsrat a. D. Ewald Heck er ist. während zum ersten Vizepräsidenten Professor L ü e r, Leiter der Reichsgruppe Handel, und zum zweiten Vizepräsidenten T ch m i d t. Leiter der Reicksgruppe Hand- iv e r k ernannt worden. Dr. Herle und Krupp von Bohlen waren jedoch der Ansicht, daß die Belange der Industrie viel wirksamer gegenüber manchen Forderungen des Handels und des Handwerks durch Beibehaltung des bis- herigen Auslandes vertreten werden können. Der Rücktritt Krupps zeigt wieder einmal deutlich, datz Tr Schacht heute unbeschränkt die gesamte Wirtschafts- Politik lenkt,'genau so wie die Reichswehr die gesamte Wehrpolitik und darüber hinaus gemeinsam mit den hoben Bürokraten auch die Außenpolitik bestimmt. Der Führer und Reichskanzler" spielt bei all diesen Vorgängen so gut wie überhaupt 1 lt V--—r K. t VSj i vi 4 4 C. z 4» 4• 47 47. V 4,'„ Den außenpolitischen Kurs der Radikalen bestimm: noch wie vor Herr: ot mit seiner starken antihitlexifchen und prorussischen Tendenz. Tie„realpolitische" Gruppe der Derhandlungsanhänger tritt diesmal weniger in Erschein ng. Es sind jene geög- kapitalistischen gemäßigt-konservativen Elemente, die in der Verständigung mit Deutschland eine vor allem gesä.äs.- liche Angelegenheit sehen. Diese Gruppe ist in der Rahe des Eumitä ck* Farges zu suchen, des ichwerinbustriellen Verbandes Für diesen Kreis geht es nicht um den Pazifismus oder um die Ideologie, sondern um die intet- nationale Kartellirrung, Quotenverteil. ng, Einsuhr- und Ausfuhr-Reglung, Saargruben und ähnliche Tinge. Das eigenartige in dem jetzigen Vorstoß für die Ver- ständigung mit Hitlerdeutschland liegt darin, datz diesmal die Initiative von rechts ausgeht. Eine bedeutende Wendung: Als genau vor einem Jahr die Möglichkeiten einer direkten Verhandlung mit Hitler angeregt und be- sprachen wurden, lag das Schwergewicht dieses Kur. s damals ausgesprochen links, bei der Minderheit t r radikalen Partei. Da lad, er war sein einflußreichster Befürworter. Jetzt kommen die aktivsten Gruppen der k e i n e R o l l e. Er ist heute mehr das Aushängeschild für Schacht und Blomberg geworden, gerade noch gut genug, die nationalsozialistischen Ideale zu verraten, die ihn hochgebracht haben. * Bei Redaktionsschluß erhalten wir die Meldung, d.'ss Hecker nur zum lommiflarischeu Leiter des ReichSstandcs „Industrie" ernannt sei und da» im Falle der Rück- gliedern»» der Saarindustrielle H ermann Röchling die Interessen des Kapitals an Stelle des Herrn Krupp v. Bohlen wahrnehmen wird. Thyssen, dem zuerst dieser Posten, angeboten ivurde, hat dankend abgelehnt Die Rulir- Magnaten haben die Nase voll. Jetzt sollen sie durch Neulinge, wie Röchling, ersetzt werden, die den Hitler-Bratcn nur gerochen, aber noch nicht gegessen haben. Jedenfalls Ist aber für Herrn Röchling vorgesorgt, wenn seine„Front" a,n 13. Januar geschlagen wird. S>££|trinbigungepoIitift von rechts her. Tiejeizigen, die Brand am heftigsten kritisierten, die keine Zusammen- arbeit mit dem republikanischen Deutschland wollten, die Nationalisten und Chauvinisten von gestern, stellen sich heule als gute Europäer und leidenschaftliche Perfechter der französisch-deutichen Entente vor. Den Anfang machte der Herr G o i), der an der Spitze der Bewegung vom L. Februar stand. Ihm folgt der Oberst L a R o q u e, der Führer der stärksten faschistisch?» Organisation der Croix de Feu, der in diesen Tagen plötzlich eingesehen hat, daß es ohne deutsch-französische Verständigung keine Gesundung Europas geben kann. Eine pazifistische Maskie- rung ist auch dabei. Die faschistischen Verständigung?- Politiker wissen, was sie tun: Sie wollen eine Versländi- gung mit Hitlerdeutschland, nicht obwohl, sondern weil es faschistisch ist. Es geht um einen innenpolitischen Vor- stoß, und um den Versuch, eine koordinierte Politik der europäischen Gegenrevolution einzuleiten. Die Verständigung mit deni deutschen Faschis- mus soll innenpolitisch auf Kosten der französischen Demokratie, außenpolitisch auf Kosten der Sowjetunion durchgeführt werden. Nun ist aber eine solch deutsch-französische faschistische Verständigung eine Utopie, wenn auch eine furchtbar ge- fährliche Utopie. Die denkenden Elemente der französi- scheu Rechten glauben gar nicht an eine solche Möglichkeit. Derselbe„Matin", der dem bekannten Interview Gays mit Hitler, von dem die ganze Verständigungsaktion ihren Ausgang nimmt, seine Spalten zur Verfügung stellte, und der seil Monaten aus allzu durchsichtigen Gründen keine innenpolitische Information mehr aus Deutschland bringt, muß sich jetzt aus Genf von seinem führenden Mitarbeiter Philippe B a r r e s ganz andere Tinge mitteilen lassen, als die Borausahnung einer künftigen deutsch- französischen Entente. Barres schreibt offen, daß der Krieg, infolge der deutschen Aufrüstung nunmehr zu einer unmittelbaren Möglichkeit geworden ist: daß das„dritte Reich" einen ganzen Staatenblock, ein ganzes Bündnissystem gegen Frankreich zu sammeln versucht: Ungarn, Polen, Italien. Und während „Matin" auf der ersten Seite beinahe täglich gegei^ die Sowjetunion hetzt, schreibt Barres auf der dritten Seite des Blattes, daß es die Sowjetunion ist. die durch ihre Verbindung mit der Kleinen Entente und der Türkei in Osteuropa einen mächtigen Block gegen die deutsch- faschistische Revisionspolitik aufbaut. Also eine glatte Desavouierung der französischen Unterhändler Hitlers. Unter sich uneinig, in der französischen Innenpolitik in der Minderheit. in der Außenpolitik die greifbarsten Realitäten verkennend oder entstellend- die Front der Pariser Verständigungspolitiker von 1934 kann auf keine großen Erfolge rechnen. kleue Vorschläge für Parts Paris, 18. Dezember. In den Kreisen französischer Frontkämpfer erwartet man nun den Besuch des Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß, unmittelbar nach der Saarabstimmung»nd zwar wahrscheinlich am 2". Januar. Heß wird diesmal als vffi- z i e l l c r Beauftragter des„Führer s" erscheinen, nm bestimmte amtliche Vorschläge an die französische Re- gicrung zu bringen. Hauptinhalt der hitlerschcn Angebote sollen ein gegenseitiger Nichtangriffspakt zwischen Teutschland und Frankreich und eine gegenseitige R n sr u» g s g r e n z e fejii. »Itters wahrer Seist Wichtig für Monsieur Goy Inn in den Tagen des Anspinnen» zarter Versöhnungsfäden zwischen Berlin und Paris bringt die parteioisiziellc „Fränki sch e Tageszeit»» g" in Nürnberg am 18. De- zember einen wüsten Aufsah über„D i e V e r j u d u n g Frankreich s". Es genügt die Eingangssätze zu zitieren: „Wenn man von der Veriudung Frankreichs spricht, so springen einem sofort als besonders charakteri stiich die Namen Rothschild und D r? n' u s ins Auge. In der Tat dürfen diese beiden Familien die reichsten „Franzosen" sei», und es ist bezeichnend ittr die Macht und den Einfluß, den besonders die Rothschilds in Frankreich ausüben, daß die Abkürzung des Namens„Üi^publique F r a n c a i s e sR. F.t im Volksmunbc als 91 o I h s ch i l d F r c r e s ausgelegt wird. Raöek gegen Rosenberg Ein scharfer Artikel gegen Hitlerdeutschland Moskau, den 1". Dezember. Anläßlich der fünfzehnjährigen Wiederkehr der Eroberung der Ukraina durch die Roten Truppen bringt die Sowjet- presse eine Reihe von Artikeln, die diesem geschichtlichen Ereignis gewidmet sind. Bemerkenswert sind die Ans- führungen Radeks, die er in der Moskauer„Istwcstija" veröffentlicht. Radek erklärt, daß der Traum der Eroberung der Ukraina durch die imperialistischen Mächte nicht mehr verwirklicht werden kann, lind dennoch haben gewisse deutsche und polnische Kreise nicht aufgehört, mit dem Ge- danken zu spielen, die Ukraina von Rußland abzutrennen. „Ani Vorabend der zweiten Kriegs- und Revolution»- Periode,, in die wir eintreten- so schreibt Radek— i st das P. r o g r a m m der Eroberung der Ukraina die Grundlage der Außenpolitik des d e n t- f ch c n Faschis m u s g e w o r d c n. Es wäre aber irrig anzunehmen, daß auch alle polnischen imperialistischen Kreise Verzicht geleistet hätten auf den Plan einer Eroberung der Ukraina." Karl Radek erinnert dann an die früheren Pläne des Marschalls Pilsudski, der. wie einst vor mehreren hun- dert Jahren, Ukraina und Polen durch Schaffung einer Föderation miteinander verbinden will. Polen sei es aber nicht einmal gelungen, weder zur assimilieren»och eine Genugtuung den Weißrussen und Ukrainern zu verschaffen, die heute unter seiner Herrschast leben. Radek schließt seinen Artikel mit der Bemerkung, daß "heute das industrialisierte Soivjetrußland.Krait genug in sich habe um all diese Pläne zunichte zn machen. Minister drohen den Kirdien Gibt es nach der Saarabstimmung..sdiwerw:egende Folgen? In W ürttcmberg sprach in diesen Tagen der Minister- Präsident und Kultusminister Professor Mergenthaler über das Verhältnis von Nationalsozialismus u ii d Kirche. Er betonte dabei, wie der„NS.-Kurier" bc- richtet:„Wir wollen praktisches Christentum der Tat statt dogmatische Streitigkeiten Ich sehe mich veranlaßt, als Kul- tusminister, dem die Wahrnehmung der Beziehungen zwischen Staat und Kirche obliegt, in aller Form zu erklären, wenn der Friede in der evangelischen Kirche in Württemberg nicht in Bälde einkehrt, die Folgen sehr schwerwiegend sein werden, Folgen, die wir im Interesse sruchlbarer Beziehungen zwi- scheu Staat und Kirche, wie sie in Württemberg und ganz Deutschland historisch geivorden sind, sehr bedauern würden." Zur Frage der religiöse» Betreuung der Hitlerjugend be- merkte der Ministerpräsident u. a:„Ais Kultusminister bin ich gewillt, im Einvernehmen mir der Gebictsführung der Hitlerjugend auch bei den Unterführern durchzusetzen, daß niemand in der Hitlerjugend wie überhaupt in der Bcwc- gung wegen seiner kirchlichen Stellung irgendwie a n g c- feindet wird. Die Buben und Mädchen sollen die Möglich- keil haben ihren religiösen Verpflichtungen nachzukommen. Wenn aber trotzdem gewisse hohe kirchliche Stellen glaube», gegen und Sturm lausen zu können, so erklären wir, daß wir das aus d>e Dauer einfach n'cht dulden nnd die Folge- rungcn daraus ziehen werden." Goebbels Segen die DisdiOfe Die Herren Minister aller deut'chen Länder und aller »trade belieben seit kurzer Zeit immer schärfere Drohworte gegen die Kirchen Sic gelten teils der protestantischen Opposition, teils den deutschen Bischösen, die nicht aufhören, vor dem offiziell unterstützten„Neuheidentum" zu warnen. Noch viel deutlicher als Mergenthaler war Goebbels in seiner Trierer Rede Gegenstand seiner Angriffe war die katholische Kirche Es ginge nicht an, io jagte er, daß Vcr- treter der Kirche„politische Tribünen" bestiegen. Als das Zentrum in treuer Koalition mit der Sozialdemokratie zu- sammengegangen sei,„hätten die höchsten KEchenfürfte» Angst gehabt, gegen die wachsende Gottlosigkeit zn weitern." Die Partei sei— Goebbels schlug sich aus die Brust— positiv christlich gerichtet, aber:„Für Euch die Kirche, für uns die Politik." Goebbels, der Retter des Christentums vor den Gottlosen, bietet für seine Person ein besonders beachtenswertes Bei- spiel eines katholi'chen Christen. Der Albertus-Magnus- Verein spendete ihm die Mittel zum Studium, aber erst aus wiederholtes Drängen entschloß er sich zur Rückzahlung der Unkerstützungsgclder. Inzwischen hatte er sich mit einer ge- schicdenen Frau verheiratet, nach katholischem Begriff Kon- knbinai und Todsünde Er steht als Taufschein-Katholik treu an der Seite Adolf Hitlers, von dem man weiß, daß er seit Jahrzehnten keinen katholischen Gottesdienst mehr besucht hat. Wir. bewiin.iwrii die Geduld her deutschen Bischöfe. Sic werden ausdauernd von der braunen Führer-Garnitur an- dcrcmpell— und schweigen dazu. Sozialdemokratische Führer der Weimarer Acra hätten das wagen sollen! Welch ein Zorneswctterschcin des gesamten Episkopats hätte sich gegen sie erhoben! Heute wäre hinreichend Gelegenheit für die deutschen Bischöfe,„Katakombcugcist" gegen ihre Widersacher einzusetzen. Statt dessen erlebt das gläubige Volk nur An- passung und Taktik und wird irre an der Kirche. Die..Internationale in der Kirdse Aus Goebbels' Trierer Rede „Während wir ein einiges deutsches Volk schufen, war es die Absicht gewisser Kresic, die'28 protestantischen Landeskirchen aufrechtzuerhalten. Wir hielten das für unangebracht und haben den Weg zu einer organische» Gliederung ge- wiesen. Wir drängen uns niemand aus, aber es könnte der Zeitpunkt kommen, wo wir erklären müssen, wenn Ihr die :28 Kirchen aufrechterhalten wollt dann finanziert sie selbst, wir haben dafür kein Geld. Im übrigen ist es sehr vcr- dächtig, daß man in den Kirchen ans einmal s o v i c l S o m- muni st c n sieht. Ich glaube nicht, daß die nationaltozia- listische Revolution sie so religiös gestimmt hat, daß sie sich zn ihrem Gort zurückfanden. Ich glaube der Grund ist darin zu sehen, daß die Kommunisten gar keine andere Möglichkeit sehen. Lpponition zu treiben,«>e sagen sich, wenn wir d e Internationale singen, baun gibt es etwas mit dem Gummi- kniippcl. Wir wolle« unser Vaterunser beten, dann kann uns niemand schaden. Das Gebet aber bedeutet nicht„u.nier Vater", sonder»„Proletarier aller Länder vereinigt euch. Wir merken auch das, und wenn dfv Augenblick da ist, werden ivir Mittel und Wege wissen, dagegen einzuschreiten in» alles zn beseitigen, was schädlich ist," Er rechtfertigt sich Tic Trierer Rede des Reichsrcklamcministers hat in maßgebenden katholischen Kreisen peinlichesAussehe» erregt. Goebbels hielt es daher für nötig, in einer Gauleiter- Konferenz im Berliner Sportpalast„Mißverständnisse" aus- zuraunten. Er sagte: „Ich habe in meiner Trierer Rede daraus hingewiesen, daß in der Vergangenheit eine andere Praxis geübt ivor- den ist als in der Gegenwart. Ich habe nicht bczivcifclt, daß die katholischen Kirchensürstcn in den vergangenen Iahren, als ivir noch nicht an der Macht waren, den Atheismus bekämpft haben. Ich habe behauptet: Für de» Atheismus, sür die Gott- und Sitteulosigkeit und de» charaktcrlichcn Verfall des deutschen Volkes war»eben der Sozialdemokratie vor allem das Zentrum ver- a n l iv o r I l i ch, denn seine Bnndesgenossenschast mit der Sozialdemokratie hat ja das alles erst möglich gemacht. In> habe nicht festzustellen versucht, daß die katholischen Kirchen- siirsten sich nicht gegen den Atheismus gewandt hätte»- sondern nur. daß sie sich nicht gegen die Partei g e- wandt haben, die die Ursache dessen war. Das ist ein kleiner Unterschied von sehr großem Belang. Mich in- tcrcssicrt. was die, die uns heute Heidentum vorwerfen, damals gegen Sozialdemokratie und Zentrum getan haben.' Der„kleine Unterschied" sollte Herrn Goebbels nicht ganz unbekannt sein. Früher gab es keinen Roscnbcrg, dessen kirchenscindliche Bücher zwangsweise in alle Biblio- theken eingestellt werde» mußten. Früher wurden keimt BischofSpalästc gestürmt, keine Priester mißhandelt und wegen ihrer politischen Gesinnung in Schutzhast genommen. Früher konnten die katholiichcn Organisationen und die Iugendverbände tun»nd lassen, was sie wollten. Es wuidc'i keine kalholi>chci! Führer ermordet und ihre Asche nicht ihre» Frauen in Pastpaketen zugeschickt. Goebbels ist Intelligent. Vielleicht gehört es zu seiner Intelligenz, sich manchmal dumm zu stellen. vre> loöesnrielle Mordjustiz: des„dritten Reichs" Durch Urteil des Berliner Schwurgerichts vom m. Juni 1!)34 war gegen zwei Kommunisten die Todesstrafe verhängt worden, während gegen zehn weitere Angeklagte ans empfindliche Freiheitsstrafen erkannt worden war. Die von fünf Beschwerdeführern gegen dieses Urleil eingelegte Revision wurde vom Reichsgericht am Montag als»nbe- gründet verivorien. Damit sind die Angeklagten Friedrich Broede nnd Mar Pf a t e r n i wegen geincinichaitlichen Mordes rechtskräftig zum Tode verurteilt worden unter Aberkennung der Ehrenrechte ans Lebenszeit. Gleichzeitig haben die wegen Beihilfe zum Mord verhängten Zuchthaus- strafen in Höbe von fünfzehn Jahren aeacn Erich Wichert und von je vier Jahren geacn Hans Brvll und Rudolf Konrad Rechtskraft erlanat. Es handele sich dabei nm die Ermordung des Polizeihauptmanns A n l a n f»nd des Polizeioberwachtmeisters Lenk im Jahre 10:51. =* Da kaum zu erwarten steht, daß der Reichejägcrmeister Göring von seinem Begnadigungsrecht Gebrauch machen ivird, muß man damit rechnen, daß wieder zwei Köpfe»nier dem Mordbeil des„dritten Reiches" fallen iverdcn. Die Mitschuld der drei Verurteilten an der mehrere Jahre zurückliegenden Mordtat, die in der Atmosphäre schwerer Straßcnunruhen geschah, ist durch nichts erwiesen. Man konnte sie lediglich als Beteiligte an den Unruhen ermitteln und hätte mit demselben Grunde hundert andere vor die Schranken stellen können. Die vom Scharfrichter Bedrohten sind nur zu retten, ivcnn die Weltöffentlichkeit sich gegen die Mordjustiz im„dritten Reiche" erhebt. „rreiheh" in Oesterreich Bürgermeister Seitz— weiter ein Gefangener Aus Wien wird uns berichtet: Auch nach der formellen EntHaftung wird Bürgermeister Seid wie ein Strasgeiange- ner bewacht und behandelt. In der Wohnung des Bürger- meisters machen zwei Kriminalbeamte ständig Dienst nnd überwachen ihn ständig. Im Stiegenhans stehen zwei weilen- Kriminalbeamte auf Beobachtungspvstcn. Briefe, die Seitz bekommt, stehen unter derselben Zensur ivic die Korrelpv» Venz von Häftlingen. Bor alle», darr Seitz keine Besuche empfangen. Die Regierung hat angeordnet, daß nur die nächste» Anverwandten mit ihm sprechen dürfen. In der Unter- snckninashatt durfte Seitz wenigstens einmal in der Woche Besuche'einer Freunde empfangen,' auch das ist ihm jetzt verwehrt. Jagtikönig" Göring Hannover, 17. Dez. iInpreß.) Der Rcichssorstmcister Görina ist zum„König der Jagd" ausgerufen worden. I' 1' Wildpark von Springe schoß er an einem einzigen Tage Wildschweine von den insgesamt vorhandenen<57 nieder. Die Mordlust des Generals ivird mit der Bchauptunä verbrämt, daß die erlegten Wildschweine der„Winterhil^ zugeführt werden sollen. vie Ablenkung Pensionierter Beamter in Schutzhaft Franlsurt, 18. Dez. Das„Frankfurter Bolksblal!" am Samstag unter der Ucberschrift„An den Pranger einen illustrierten Bericht über die Weihnachtsspcnde eine-- nnheren Ürcisdircktors gebracht, der iobglcich er eine«<>»!: Imttc Pension bezog' als»labe tttr die RSB ein Paket alter Wäsche und alten Kleidungsstücke» gegeben Hab«, k-r lo zerrissen gewesen seien, daß die NSB für solche Lumpe" keinerlei Verwendungsmöglichkeit gehabt habe. Infolge der Erregung, die über diesen Fall in der Bevölkerung c»>- MrtiiPcit ift. fjflt 6ic©ctjcimc 3tnüt£po(i ,^ci öcii^ v 1 maligen K reisdlrekkor II II d s e i II e F ran' n Schutzhaft gcnom m c v U Kluge Antwort. Wie geht« in Deutschland? "Wir können uns nicht beklagen. (Notenkraker, Amsterdam). ^DEUTSCHLAND Der Pferd sn ha Itoüsdien Führern Denkt an den 30. Juni Zwischenruf aus Luxemburg Tas amtliche„Tcuilche Nachrichtenbüro" verbreitete eine Meldung über die Abwanderung von Status-quo-Anhängern *• 1 v it)uu|{ Ulli luv<1&'IUliiil»v. 1 Ii ii M Ui'll wiuiMi»-q«v-lyuuijvi»» Uiid b>migraine»»ach der Rückkehr des Saargcbietes zu 5euticha»d i» die Hauptstadt des Großherzogtums Luxem- bürg, eine Meldung, die im Großherzogtum geradezu grotesk ■>*.w viiiv«vi v< v* ti 1 1 ij/ imv im i'uvp'ivmvjntun«»««»»o».,.^^.. gewirkt Hai. Ten» dieses, de» Name» Nachrichtenbüro anscheinend z» Unrecht führende Unternehme», bezog sich in seiner Meldung an> lnxemburger Blätter, die das behauptet hätten. Was halte diese Behauptung für eine Grundlage? In einigen luxcnibnrgerZ,ciningeii stand im Ziisaniiiienhang v»il itfvil i Ii 1 l II11' 11 l l|l l y)V l•** Ii H v i» innii'.... vi",........ ii'.it einem Bericht über die Gelände- und-Terrainkäufe im (S'ivnkfi.iix......Vi.»»l'.nitrtoMtn,! Nnü iit Qfit\ilillft? 'rvsther.ogtnm die Bcnicrtung, da» in letzter Zeit Käufe ans dem Zaargcbiet zu beobachten feien, da verschiedene ivohlhabende Leute, die sich»ach dem I-'!. Januar dort nicht mehr ivohlsiihlen würden, in Luxemburg sich anzusiedeln beliebten. Das amtliche Tentsche Nachrichtenbüro macht daraus, dast Skatiis-gilp-Ailhänger und Emigranten ihr Agitationsgebiet' in die Hauptstadt des Großherzoglums lege» wollten, weil st' von der Rückkehr des^aa ige b lele.- Ulm Reich in Kürze überzeugt feien. Man ichlägt zwei Flie- gen mi, einer Klappe: Einmal will man damit lagen, sah das Saargebiet so bombensicher zu Tcntichand kommt, dag icho,i jetzt..Emigrantenmassen" in Luxemburg clnz.ehcn und l> nu to.ll man cl.vas Tennnzianteüarbc.t be, der.llcgicruug besorge», die».an aus die an.narlch ercnden Heere der Em>- aran.en und-latus guo-Anhänger hin.venen will. Was war der Erioln-> Tie sozialistische und ltberale hielte reagierte »'cht an, diesen Käse. Sie schwieg die M''^'""ä dcs ami- l'chcn Teutschen Nachtrichienbüros tot Tas klerik^e Re gierungsorgan erklärte, dast es bisher von einer..^^ sledlung aus dem Zaargebiet nichts gemerkt»„|llcr j, aber lioüc. dast eine Ueberlreindung lilchi zugelatirn tre "»er hoffe, dast eine Üeberfreindung...jj,,.,, Einige unabhängige Zeitungen de'ne'''wNe'' d^-^ biirv. So werden auf Grund von Ntchtlgkeileil Hetzen gegen die Emigranten in die Welt gesetzt. .Darf man in diesem Zusginnienhang überhaupt einmal d>». . s/uvotn ntr.x M'l M UM, - u I I III II 11 III l'K II III V* w'•".»Ii,«i ii«1! "rage der Niederlaunngsmöglichkeit in ä rt ,.sV-L ?. a,! n'".nächst die Feststellung, dast nnter^'»-anre. znnaryu oic ,,e,n>e»»>„>, fc i„ wohnern". iiihiO Ausländer und hiervon annähernd d e w» putsche sind. Taß die Regierung bei d-e.e»)»Wen. der ''"lassnng von fremden vorsichtig"». wer wol te ihr 0^^ be'rdenke». Iii Luxemburg uiederlasten lolinei st>. «"der. die keine andere Absicht haben, als'hr l^e d'i on lw'rzvginm aits'.ngebcn. Tie Mögl.chkc.. einer Beta'««»«"» einer Hinsicht gegeben, nämlich«sich an 1 beteiligen SS'J» v" ,ÖC die keiner Ermächligi.i.g Angehörige der treten Bcinie. Ott_»»"'' aenüaend Mc->!«gi-e""g^"^^e'der' Fremden isti.^de» Geldmittel'vetsügen. Tic.Konirvur öcn Mona.en.chärser ocwoi Mc Politik des lu"dcr„' gegenüber lonal. die um"-'bliche,, Bor- .'g»des kümmern und ück aenau an die g.c^...^ 5"^-»<«.>„». 5lcriu«t.. IH beule Euer Sdiwciöcn madit Eudi zu Komplicen der braunen Pionier und Brandstifter! 1*1 Tas„Weißbuch" über den 30 Juni, das in diesen Tagen in der Edition du Earreionr in deutscher Tprache erschienen in. bringt bekanntlich neue interessante Einzelhe'ten über den Massenmord am 30. Ouni und über die Eriist-Tokumente. in denen der erschossene Obergruppenführer das Geständnis, an dem Reichstagsbrand teilgenommen zu haben, ablegt. Tas Buch enthält auch Einzelheiten über die Er- in o r d n n g d r r ,v ii h rrr d c r t a t h o l i i ch c n O p p o- sition am 3 0. ii n i. Gerade für den Saarkamp! ist es erforderlich, daran zu erinnern, ivic damals aui Brie hl Hitlers die Führer der katholischen Opposition hingeschlachtet wurden. Es ist allgemein bekannt, dast unter de» ermordeten Führern der katholischen Opposition Ministerialdirektor Erich Kl an sen er. der Leiter der katholischen Aktion, und Adalbert Probst, der Leiter der katholischen Jugendbewegung im Rheinland, sich befindet. Weniger bekannt ist dagegen, dast am 30. ,"ui»i unter anderen der Generalsekretär der katholische n G c s e l l e n v e r e i» e. Winkler. der stch bei den katholischen Gesellen größter Belieblieit erneute, ermordet wurde. ;}ii den Ermordeten des:!>>. ,1nni gehört auch r> tz B e ck. t ii h r e n d e s:v> i t g l! e d der katholischen Aktion, der am Abend des 30. Aiiui i» einem Kraktmagen a»s seiner Wohnung entführt und in der Nacht erschossen wurde. ferner ist am 30.>"nini P' a r r e r M Ii l>(er. 2 t u d t- Pfarrer i n ii n ch e n. ü h rc r d e r k a t h v l i i ch e» ?! k t i o n i n Bauern, erschossen worden, der in heiligster Opposttio» gegen Hitlers Kirchenpolitik stand.^^P'arrcr Mnhler wurde am Abend des 30. elnni durch ein 22 Koni- mandv verhaftet, in das Gefängnis Ttadclheim gebracht und dort erschossen. Auch der ehemalige Leiter des„Miesbacher Anzeigers". Pfarrer 2tcmpile, der die nationalsozialistische Bc- ivegnng als das«Werk des 2atans" bezeichnete, ist am Abend des 30. o»ni von einem 22.-Rollkommando erschossen worden. ?llle diese Morde werden amtlich nicht bestritten. . ii den II ,1 n Ii v c n d e r„m a r x i st i s ch c n H e r r- I^ch a> l" i st v o n M arxi st e n keinem katholische n P ü h r e r a u ch n u. r ein Haar g e k r ii m m t iv o r d e n. Tas landfremde, undcutsche Regiment Hitlers mußte kom mcn. um den deutschen Katholiken aus so grausame Weise '.'i zeige«, wer ihr wahrer sH'iud ist. Alle diese katholischen Männer sind am 30. ,)nni ohne Perhör, ohne Gerichts- Verhandlung, auf^einfachen Befehl des„obersten Gerichts- Herrn" durch die 22 Horden ermordet worden. Hitler hat ausdriieklich in seiner Reichstagsrede erklärt, dast er die volle Beraiitwortung für diese Morde übernimmt. Tie 2 a a r- "b e v v l t r r» n g hat ihm dafür am>3. Kalinor die O. u i t t u n g z u geben. Nachstehender Brief, von dem wir durch Zufall Kenntnis et hultcn, ist an einen katholischen Geistlichen in einer saarländischen Stadt gerichtet. Der Schreiber steht dem ..Christlichen Volksbund" nahe und ist tief erschüttert, daß die saarländische Geistlichkeit immer noch nicht den Mut aufbringt, offen und insgesamt der Bevölkerung zu sagen, was in Deutschland vorgeht. Der Brief ist an manchen Stellen etwas stark für einen Christen, aber er zeugt eindringlich von der ungeheuren seelischen\ot. in der sieh viele Saarchristen, hauptsächlich verantwortungsbewußte Familienväter augenblicklich befinden und zu deren Beseitigung besonders die saarländischen Geistlichen wesentlich mitbeitragen könnten, liier der Brief: Lieber Onkel...! Heute schreiben wir den 13. Tezember. Am 18. Januar wird sich das 2chicki'al der 2aar entscheiden. Hie Christentum Hie Heidentum, Hie Recht Sie Unrecht, Hie Freiheit Hie Sklaverei. Warum schweigen die Geistlichen dazu? Warum erheben sie nicht ihre Stimme? Seid Ihr damit einverstanden, daß unsere Töchter BdM.-Huren und unsere Jungens HJ. stiowdies werden?„Unsere Seele dem Teufel, unsere Herzen den Mädchen, unser Leven dem„Jtthrer" ist die Parole der HJ. Warum lastet Ihr Hoffmann mit seinen Getreuen den Kampf allein führen?„Hoffmann trägt zu dick aui," so sagen viele.Katholiken,„denn wenn es so wäre, wie er schreibt, würde» unsere Geistlichen sich nicht damit bc- gniigen, aus der Kanzel nur vom Neuheidentum z» stammeln, sie würden laut und kür alle vernehmlich ihre Stimme erheben. Sie würden den Kamps ganz anders führen." Euer Schweigen macht Euch zu Komplicen der braunen Ni'vrdcr und Brandstifter. Tie Bischöfe in Trier und Speyer haben Euch, wie es heistt. den Mund zugebunden. Ihnen steht ja das braune Messer an der Kehle. Blclleicht fürchten sie auch den Kulturkampf in Teutschland, wenn die hiesigen Priester aktiv in den Kamp» eingreifen. Es ist eine nutzlose Rücksichtnahme. Nach der Abstimmung wird es io- wieso losgehen. Ter Kirchenkamps wird noch toller werden als in Rußland, wo die Bolchewikcn„nur" Gottesl-'uqncr sind, während die Nazis ihren Blu-Bo-Glauben einführen wollen, llm den Kampf werden die Kirchen in Teutschland »1 fiel Lärm am nichfs Ter nächtliche Zwischenfall in Saarbrücken, der zur leichten Berletznng eines Polizciyffiziers und einiger Zivinstcn siihrtc, ha» in der englischen und in der sranzösi che» Presse selbstverständlich auch in der deutschen, ein großes Echo ge- fnndcn. Tas Richtigste zur Beurteilung scheint uns L I n- tranfigcant zu treffen, wenn er schreibt: „Bei dem Zwischenfall spielte» Rhein- und Moselwein und vielleicht auch Whisky eine größere Rolle als die politischen Leidenschaften." Tie Presse der„deutschen Jront" im Saargebiet kann sich gar nicht beruhigen.'Nicht etwa vor Zorn, sondern vor kaum verhohlener Jreude. Seitenlang wird losgezogen, um den Nachweis zu versuche», daß die Saarbevölkerung unter wer weiß welcher Bedrückung lebe, wenn einmal früh um drei Uhr ein fremder Polizeioffizier und von Politik und Alkohol g5eichcrmasten erregte Deutschfrontler die Nerven verloren haben. Ter Polizeioffizier I u st i e e gibt folgende Auskunft über den Borfall: „Als das Automobil auf den Bürgersteig geriet habe der Kotflügel e> n e n M an» g e t r o»f e n und . dieser sei unglücklicherweise gegen eine Jrau gestoßen worden, die zu Boden fiel und sich den Juß leicht verletzte. Sie befindet sich jetzt im Krankenhaus, aber ihre Bettlägerig- keil sei mehr aus'einen Nervenschock zurückzuführen, da sie ein Kind erwarte, als auf den Unfall. Er, Justice, sei gleich aus dem Wagen gestiegen, habe dem Mann sein Bc- dauern ausgesprochen und habe ihm. da er nicht verletzt war,■> 0 I rank e n a n g e b o t e n. Ter Mann habe nicht erwähnt, daß eine Iran verletzt sei und bevor die Tatsache durch die Untersuchung festgestellt morde» sei, sei er keines- wegs davon überzeugt, daß die Iran tatsächlich von dem Auto getroffen wurde Inzwischen habe»ich eine kleine Menschenmenge angesammelt. Er habe, da er den Zwischen- fall für erledigt hielt, weiterfahren wollen, sei aber daran gehindert worden. Tie Leute hätten stch vor den Wage» gestellt und eine drohende Haltung eingenommen. Er Habe deshalb zu dem Revolver gegriffen und einen Schrecks ch u ß aus die Erde abgegeben. Ein zweit e r C'emenceaus Saar(raniose.i Tie„2 aar- B olks st i in m e" setzt heute ihre Ent hüllungcn über Elemenceaus Saarfranzosen fort. Tiefe Enthüllungen werden für die„deutsche Jrvnt" immer pein- lichcr und mache» ans die örtliche Bevölkerung einen starken Eindruck. Heute bringt die„Saar-Bolksstimmc" ein Schrei be» der Einwohner des Ortes Oelsberg vom II April 1019, das folgenden Wortlaut hat: „Herrn Ministerpräsidenten Elcmcneeau Wir Unterzeichnete wenden uns hiermit an Herrn Ministerpräsidenten Elemencea« mit der Bitte, dasür ein- zutreten, daß wir möglich st bald der sranzö- fischen Republik als gleichberechtigter Bestandteil angegliedert werden. Geschickt- (ich haben wir seit jeher zu Lothringen gehört und auch geographisch sind wir nicht von ihm zu trennen. In Sitten und Gebräuchen sind nur mit ihm stammverwandt und nicht herum kommen: auch nicht, wenn Ihr Euch au der Saar duckt. Soll vielleicht Rosenberg Recht behalten? Gelle» Euch nicht in der'Nackt die'Namen Klauiener, Probst, Gerlich in den Ohren? Erkennt Ihr nicht daß Ihr 800 000 Menschen von dem sittlichen Untergang rette» könnt wenn Ihr sprecht? Erkennt Ihr nicht daß au der Saar den Eondortien. den Landsknechtführern und ihrem Anhang die erste große sichtbare Niederlage bereitet werden muß. damit Deutsch lands Ehre in der Welt wieder hergestellt und damit der Befreiungökampf in Deutschland beginnen kann. Hört Ihr die Stimmen der Katholiken aus dem Reiche nicht, die uns zurufen:„Wenn Ihr freiwillig zurückkehrt so salli Ihr uns in den Rücken, so seid Ihr wert, erschossen zu werden" Warum reißt Ihr der„Landeszeitung" das braune Messer nicht vom Halse? Warum? Kannst Tu mir eine Antwort geben? Ihr wollt doch und Ihr solltet- die Jührer Eurer Herde sein Tansende katholische Laien, die wissen, um was es geht, stellen sich die Jührcrschasi anders vor. Wollt Ihr, daß wir unsere Kinder totschlagen, damit sie' nicht von der braunen Pest verdorben werden? Tann schweigt weiter. Woll Ihr das nicht, wollt Ihr. daß da- Christentum, die Freiheit und das Recht weiter Geltung behalten, so ist es höchste Zeit, daß Ihr Euch rührt, daß Ihres laut herausschreit, daß Hitler der Antichrist ist. daß es Pflicht eines jeden Katholiken ist. keine Stimme gegen Hitler abzugeben. Ihr müßt den Leuten lagen, daß eine zweite Abstimmung später möglich ist. Ihr müßt setzt endlich trommeln, aber so. daß auch der einfache Mensch, der in dem Abstimmungskamps der entscheidende Jaklor ist. weiß, worum es geht. Perpaßt nicht die Stunde Es ist nicht genug, daß Ihr um die Erleuchtung der Masten betet Ihr müßt mehr tun. Sprecht, sprecht deutlich und Hundert lausende werden Euch folge».-Zerlaßt Eure Herde nicht in diesem schweren Kamps Zeigt daß Ihr Jührer seid Lieber Onkel.' verzeihe mir wenn manches Wort hart Hingt, aber ich mußte mir Luit machen. Ich konnte es nicht mehr aushalten. Ich mußte es mir von der Seele schreiben. Kannst Tu mir einen Trost geben, dann bitte schreibe gleich. Besser wäre es vielleicht, wenn Tu nach hier kämst, oder wir würden ani zweiten Weihnachtstag zn Tir kommen. Bitte, bitte, schreibe bald und empfange von uns allen die herzlichsten Grüße. Tein Neffe Inzwischen ist auch die Anwort des Saar.Geistlichen ein getroffen. Auf einer offenen Karte. Sie 1'aiitetk„Bravo!" - ch n ß müsse losgegangen sein, als die Leine versuchten, ihm den Revolver zu entreißen. Tic saarländischen Behörden und die Kommandenre der anrückenden fremden Truppen werden aus der^vurnalisti ichen Behandlung des Zwischeinalles durch Sitz Presse der „deutschen Jront" erkennen daß die'e entgegen' ihren Be lcuerungen Zusammenstöße sucht Es ist io, wie wir immer dargelegt haben: sie will keine ruhige Abwicklung des Ab- stimmungsgcschäftcs. Taraus iulltcir Pitfttfi Mid fremde rUppen die nötigen Folgerungen ziehen. Es piup. alles vermieden werden, was der„deutschen Jront" Anlaß geben könnte. Zusammenstöße zu provozieren. Ter nächtliche Porsall hat übrigens wieder bdiviese», daß junge Schläger der„deutschen Front" in Saarbrücken ver teilt und kaserniert sind. Wo hätten sonst i» der vierten Morgenstunde plötzlicksgestiefelt und gespornt ganze Gruppen von SS.-Leuten herkommen'ollen? Gegenüber der„deutschen Front" sind größte Energie und strengste Tiszipli» gleichermaßen am Platze. Tic„Saarbriicker Zeitung", ein Organ der„öeut'chcn Front", überschreibt ihre langen Berichte Kommentare und Aussätze über den Zwischenfall„Biel Lärm um nichts". Aber warum mach, denn die„deutsche Front" den großen Lärm um nichts? Weil sie Zwischenfälle für ihre Parteiiuteressen braucht! Nene Befehle London, 18. Te.;. Wie„Tail» Mail" berichtet, sind den für das saargebiet bestimmten britiichen Soldaten im Hinblick aus den Zwischenfall in Saarbrücken neue Weisungen für il>> Berhalten gegeben worden. Am Montagabend sind j» Calai'- 100 Mann des Rachrichtenkorps mit 00 Kraftwage» gelandet worden Tienslaa werden noch weitere Truppen und Kraftwagen gelandet werden Am Mittwoch wird sich die Truppe auf der Landstraße»ach dem Saargebiet in Bewegung setzen wirtschaftlich binden uns unzertrennliche Bande. D: e preußische Verwaltung war uns stets verhaßt und besonders in diesem Kriege hat sie an uns schwer gesündigt, ohne daß uns bisher Sühne geworden ist. Indem wir Holsen, dast uns Frankreich Gerechtigkeit bringe» wird, wiederholen wir unseren Herzenswunsch, Franzosen zu werden und bitten, uns unsere Gefangenen gleich zurücksenden zu wollen. Fe l aberg, den 14 April 191!)." Dieses Tokumcnt ist von einer Anzahl von Personen unterzeichnet worden, deren Namen die„Saar-Bolksstimme" veröffentlicht, und die Ii e» t e a k t i v c M italiedei der R öchli ii g- F r o ii t sind Genau iv. wie die Wellen oer Gleichschaltung nach Westen hin nach Kriegsende iiber dieie Personen schlugen, so treten heute die gleichen Leute mit derselben Begeistern n g i" ii r Hitlerdcut>' rii- 1 g n d ein. Diese gesinnungslosen Männer und Frauen be- schimpfen heute die Antifaschisten als„Landesverräter" weil sie sich im Gegensatz zu ihnen gegen jede Unterdrückung wenden, und für ein freies Teutschland kämpfen ,Deutsche Freiheit", Nr. 283 ARBEIT UND WIRTSCHAFT Saarbrücken, Mittwoch, 19. Dezember 1934 Aasfuhrrlickgang im November Nach einer Mitteilung des Statistischen Reidisanits weis! in November die Einfuhr im Zusammenhang mit den Di os-rliiiigsmaßiiahmeii eineut einen Rückgang auf. D i e Einfuhr stellte s i<• Ii auf 3 13.8 M i II. gegen li b e r 3 t<). 5 M i I I. i In I.» k t ,i I, e r II II d 3 2.2 M i I!. i'II S e|) t e III Ii e r. Bemerkenswert i-| bieriiei die I al-i.ihe. dal! in normalen Zeiten die Einfuhr im Oktober und November, stets eine•teiaemle und nicht, wie diesmal, eine fallende J enden/ aufweist. Insbesondere sind in früheren Jahren in den Monaten Oktober und November b e t r ä e Ii t 1 i c Ii» M e n jj n von Rohstoffen e i n g e f ii Ii r I wurde n. \ im Interesse ist die F i»l-tellung. rlall die Einfuhr von Ie ieiismitteln. die im Oktober um rund ein Drittel Hill llti Millionen Mark gestiegen waren, im November kaum abgenommen bat— ein Zeichen dafür, daß sich die Devise n- -'"Heu genötigt sehen, angesirhts der I. c b c n s m i I t e I• k n a p p b e i t im Heidt in stärkerem Umfange fieiirh inijrungen zur Einfuhr von Lp|>p»o«injtte!i) zu»pbeu. Hie Ausfuhr isi im A 01 rmher um iihtfr JO Mill. ficsuuL f•;>. .'iu stellt«* sieb auf 35.*), i Mill. Mark gegenüber Mill im vorfranjjpnen Jahr. I)p? Rückgang>n November 1933 forderten die Nationalsozialisten „volles Arbeitsverbot für Kinder unter 11 Jahren". Adolf Iiities läßt«ich ständig mit Kindern fotografieren und al- „Kindrrfreund" feiern Jetzt legen die voll Hitler ernannten Treuhänder Kinderarbeit mit Gesetzeskraft fest; Dokumente der Rohstoffs? ot NN ii erhalten nach wie vor zahlreiche Urigtnalbriefe.fem- ,(!ier Firmen, au- denen deutlich hervorgeht, wie schwierig unter dein..'gloreidien Regime der nationalen Erhebung" die Lage der deutschen\V: rts'halt geworden ist. Die-c Briefe. denen rou Malerialltnapphetl. ran Liefet ungseinstellungcn. icm Qualitälsver sdtlethlet utig usiv. die Rede ist.-piegelii Ii- Not der deutschen W'rt-chafl vviedei NX jr sind an- ie- wi" folgt lalltet: tun dem Reichsvetband der Lederhand diuhfabrih-tmlcn. Fachgruppe Ledeihandsihuhherstcllung, erhalte ich heute ein S du eilten und gebe ich Ihnen hiervon Abtut; 3 bekannt. Den.: Qualität der Leder Ii a n il s ch ti h e. Die Pflicht aller Mitglieder, das vorhandene Rohmaterial stiiiher als bisher autzulinken und die unbedingte Notwendig- keil, l.ederprovenienzen hereinzunehmen, nie sie gerade vor- hau den sind, klingt es mit slth. daß anrh li-nle Handschuhe mitgeliefert weiden, die gewisse Schönheitsfehler auf weisen, ohne dali dadurch die Tragfähigkeit und Haltbarkeit im geringsten herabgemindert wird: IV ii bitten die Mitglieder, sielt kleinliche Reklamationen • on ihren Abnehmelkreisen nicht gefallen zu lassen lind diese zurücktun eisen. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf Nr. 42 des..Handschuh". Seite 416. in der folgende Mitteilung enthalten ist: ..Ohne daß deren tatsächliche Haltbarkeit in Frage steht, besifjen manche Lederhandschuhsorlen aus naheliegenden Gründen der jefjigen Rohfellbeschaffung nicht mehr ihr früheres sozttsagen..schönes Gesicht". Diese sachliche Tutsache nehmen die Ledei handschullfabi ikanlen ohne weiteres mit in Kauf. Iis wird jedoch auch an der Zeit, daß sich ihr alle Abnehmer von Lederhandschuhen, ohne Voreingenommenheit gesagt, gewissermaßen auch nolens colens bewußt werden. Mit anderen Worten ausgedrückt, k I e i n I i ch e- Beanstan- .dungen au gekauften Li derhandschuhen sollten doch endlich einmal im beiderseitigen Interesse aufhören! Natürlich gehört eine angemessene Aufklärung des kaufenden Publikums ebenfalls hinzu." Ich kann vorstehenden Zeilen nur beipflichten, da ich die Er fahl ung gemacht hebe, daß s i ch d i e Q u a l i t ii I e n s elir v e i s ch/ e r'i t e r t habe n. Es ist natürlich selbstverständlich. daß dies mit der llnllbnihoit nichts zu tun hat. sondern lediglich das Gesicht des Handschuhes ist nicht mehr so wie es sein müßte. Sie wollen bitte die Kundschaft entsprechend hierüber aufklären Da« /weile Rundschreiben N'> folgenden Wortlaut* \ illi. ülevle G. in. i». II— Sluwgarl Fabriken liir gestrickte Oberkleidiin c In lusicirkung Jet Ihnen zwcij-Uos u- I«"./'• r.tllciiunil in der Tages, und Fachpresse bekannten f,i-e, sicff 1 e< O d- iimg com 19. Juli 19 Ii. sowie de- Mär: d J best-he mn; i Einkaufst eihols fi'u Walle sind a u. genau wie aride, ,■ I!- iriebe der Textil-Indnstrie. genötigt n ord'n. d.e Aibeilsz'it ■ml 16 Stunden wöihcntliih herabziiser;ca I n I o I g e des d u d ii r ch entstehe n d e n s ehr I ü Ii I Ii ar e n P r o- ,1 ii k t i o ii s ii u s I a 11 s müssen wir lins zur SicheisteRu:e • nur gleichmäßigen Belieferung unserer gesamten Kuni- sehofl bei der H e r e i n n u Ii m e von A u f t r ii g>' ti s Hion g e r a u m e Zeit 11 e s ch r ii n k u n g e n auf' erlegen- Wenn wir iilirh alles tun. um den bei uns corgi urin.il' i Lieferungsu ünsrhen nach i.ester Möglichkeit zu entspi e,Jien. so sind unserem guten Willen infolge der oben ei wähnten l instand; doDi leide, Grenzen gesetzt, die wir nicht überschreiten können. Nehmen Sie bitte davon V ort/t e r k it n g. daß nur n o ch in den ic e i t c r u n l e n a ii g e I ii'arten Artikelgruppen für Ihre ic e r t e F i i in a Bezug s in ö g I i ch k e i t e n bestehe u ii n il d a ß w i r deshalb jede Bestellung a n f a n d e i e. I r t i Ii•' l. sei e s« u ch il i e kleinste F. i n- z e l b e s t e 11 ii n g. bedauerlicher ic e i s e n i ch' in e Ii r her e i n n e'i m e n Ii ä n n e n. In- -rhleiern. verstieg sich Dr Goerdeler zu der Behauptung. daß der Reith*ntilit stand es ei möglich/ habe, die Preise niedrigei zu gestillten, als sie sich bei fieier Konkurrenz liejitc stellen würden Man ist also im..dritten Reich'-chnn glücklich daliin gelangt, daß man mit Dreistigkeit behauptet, dal! die überböten Preise fIi■ landwirtschaftliche Erzeugnisse parniiht überhöht seien. Bemerkenswert war auch di- „Feststellung", daß die Fleisettspannen heute bereits an der Grenze de- Tragharen liegen. Wörde man hei ihrem Abbau weitergehen, so könnten, nach den Ausführungen Goerdelers. Rückwirkungen auf die Umsatztätigkeit auf den Vich- mürkteu und damit auf die Erzeugerpreise eintreten, die bisher vermieden wurden Wenn es richtig ist. was Goerdeler behauptet, so muß man sieh unwillkürlich die Frage stellen, warum er als Preisiiherwachnngskommissar geduldet hat. dal! in zahlreichen deutschen Städten Fleischerläden polizeilieh geschlossen wurden Sehr bemerkenswert war es, was Dr. Goerdeler über das Kai tellivesen gcsprodicn hat. Er mußte in seiner Rede zugeben, dal! wie er sagte, die deutsihe Wii tschaft..über- Geringere Kohlens und Kaliverladungen Die„KZ." schreibt: Der V rrkolir auf den westdeutschen Kanälen zeigt im November gegenüber dem Vormonat einen teilweisen Rückgang. Die K o Ii I e n v e r 1 a d u n g e n u a c Ii E in den sind g e g e ii d e ii Vormonat zurückgegangen. Der Erzverkehr hielt sielt dagegen etwa auf der Höhe des\ ormonats. Neben Erz und Kohle sind im Dortmund-Ems Kanal zu erwählten Sand- und Kies- Verladungen vom Rhein nach Kanalstationen sowie einig- Ladungen Zement und im Bergverkehr verschiedene Ladungen Grubenholz und Getreide. Die Getreideankünfte in gebunden" sei. Bindungen in preislicher Beziehung seien augenblicklich in allzu reichlichem Maße vorhanden. Wenn jeder an der Deckung des Bedarfs beteiligte Berufsstand seino Preise ohne Kürk-icht auf die Kaufkraft festsetzt, so kann die Folge nur die sein, daß die Kaufkraft versagt, dal! also der Umsatz sinkt, daß also zwar ein höherer Preis, alter eine verringerte Absatzmöglichkeit vorhanden i; t Diese Worte de- Preisiiberwachung.skoniniissars offenbaren die ganze Hilflosigkeit und die Schwankungen der Wirt -chaftspolitik de, Hitlerregierung. Die Anfänge der glorreichen„sozialistischen" Wirtschaftspolitik äußerten sich a. auch darin, daß die Unternehmerschaft Preisbindungen zwangsweise festsetzte, wodurch eine Preissteigerung ein- lieten mußte Heute aber heißt es, nachdem da- Unglück bereit» ge-chcheu ist, daß die deutsche Vi irtschaft..über- gebunden" sei. Dennoch hatte Dr. Goerdeler nicht den Mut aufgebracht zu erklären, daß nunmehr die Kartelle, insbesondere in der weiterverarbeitenden Industrie, aufgelockert würden Goerdeler hat sich lediglich damit begnügt zu er klären, daß di- Preisbindungen der Kartelle nachgeprüft" würden. Es zeigt sich also so recht deutlich auch bei dieser Rede des Prcisübcrwachungskommissars, daß seine Mission jetjt sdion nadi sediswödientlidier wenig ersprießlicher Tätigkeit als mißlungen gelten kann. Dies konnte an dt bei dem ganze? kapitalisier,- und junkerfrei,ndlichen Kurs der HitlcrregX rung nicht anders sein. Emden waren gut: der glC^e Teil wurde jedoch auf L genommen. Im Hannitf*- Verkehr zeigte sich e b e n f t I I s ein Rückgang, und zwar am stärksten i in Umschlag des Hafens II i I d e s Ii e i in. Hier sind die Kaliverladungen gegenüber d e in Vormonat nicht unwesentlich g c- s u ti k e ,1. Audi die Kohlen Verladungen nach Peine waren schwächer, dagegen halten sich die Erztransporte weiter belebt. Neben Kali sind besonders die Rohzuckertransporte zu erwähne», die in ßraunsdiweig gegenüber dem\ ormouat zugenommen Italien Stimmen• töeifage zur.ü&eutsdien Freiheit'-«treignisse und Geschifften BK r;' m 4.?MM ^,-.! kmmm ■ M. Mittwoch, den 19. üe^ember i 934 iüüiii Das,peinliche Jlceui llan laut ZDeutheim dec i'oriü* f■-t. Von der Höhe herab.knallt nämlich ■'i- rler Laicd-cbaft heraus, das l.andschaftshild zerstörend, al» I.iL mal Fi, r..Wilhelm den Großen" ein bombastischer •Stenn..,i W ,et seinerzeit, als-r errichtet wurde, wußte man arm I leimaiscticitz noih nichts, sondern hatte seine null!! ii» 'ige Freude am Zerstören schöner Landsihaftshilder. Dem weiteren Denkmals-Bedürfm- entsprechend, soll hier, ebenfalls..weit ins I.and siiblbar". noch ein Schlageter-Dcnkmal erriihtet werden I nd zwar eine Wiederholung d-s Sehlageter Kreuz.es, wie es in der Golzheimer Heide hei Düsseldorf steht. Der Denkmals- Sockel ist bereits aulgetnauert. Da alter ergaben-och auf einmal die»ller-chw ersten Bedenken. Als Symbol der nationalen Bewegung— ein Kreuz! Sollte Baidur von Schiraeh etwa die Hitler Jugend hinführen zu einem al- Svmhol errichteten Kreuz?! Kenn man einem\euheiden. Papst- und Christentums- verachter wie Alfred Rosenherg zumuten, unter dem Zeichen de- Kreuzes Wotanskultur zu predigen?! Untragbar, da' Kreuz an der Porta Westfalica war einfach »»»tragbar für d i e nationale Bewegung. Zum Glück wurde da- noch rechtzeitig erkannt und nach Fertigstellung des Scukels die weitere Arbeit eingestellt. Der..Führer." wurde angerufen. Der„Führer" tat. was er in Sache» des Kreuzes immer zu tun pflegt, er entschied sich nicht für das Kreuz und wälzte dir Verantwortung auf andere all. In diesem Kalle auf den Ganleiter von West- falen-Nord. Meyer. Meyer hat nun im Sinne des Führers -e.tsdiieden. daß das Kreuz als Symbol im„d ritten Reich nicht in Frage kommt. Iii einer Fr klärung. die er veröffentlicht heißt es. daß das Kreuz als Zeichen der Trauer über den Tod Schlageters an der Fr- schieß,ingsstätte berechtigt war. Darüber hinaus will er »her von einer Berechtigung des Kreuzes niihts wissen, vielmehr..bestehe der berechtigte W unsch, diesem Denkmal den Charakter eines Denkmals der nationalsozialistischen Revolution zu gehen und das nmh durch Symbole der Bewegung zum Ausdruck zu bringen Da« sei die Einstellung der Bewegung und ihrer Führer". Natürlich ist das allein der Grund, warum zwar überall im I.and irniinsäiilen ei- richtet werden- können, das Kreuz aber an der Porta W estfalica untragbar ist. Und zur Beruhigung derer, die von solch bewußter Ablehnung des Kreuzes beunruhigt sein könnten, schließt er seine Erklärung:..Es kann nicht die Rede davon sein, daß wir das Kreuz an sich altlehnen oder die Nichtaufrirhtung des Kreuzes aus christentumsfeiiid- lichcr oder kirchenfeindlicher Einstellung betreiben. Ich habe meine Entscheidung abhängig gemacht von der Ansieht 11 n d d e in Wunsch der m a ß g e 1) e 11 d e 1, Stellen von Partei. Staat und Stadt des Kreises Minden. Hinter(lein neuen Plan stehen in einmütiger Geschlossenheit Partei. Regierung und Sind t." Auf jeden Fall, wenn auch aus nicht zugegebener Christen- tumsfeiu,Iiichor, so doch aus ausgesprochen nationalsozialistischer Gesinnung. Da- bereits fertige Kreuz, das..eines Denkmal« der nationalsozialistischen Revolution" nicht würdig i«t.«oll in Minden auf dem Friedhof zum Gedenken ... die Toten des Weltkrieges aufgestellt werden. » Seiner Zeit, als es Propagandaministerium. Bäche,- Tc-rl,reinere, usw. in Deutschland noch nicht gab. wurden d c.1 t s c Ii e B ü eh e r auch im A u s I a 11 d stark gekauft. Bis zu dem Tag der Bücherverbrennung galt Deutschland als das Land der Dichter und Denker und was deutsche Geiste, dichteten und dachten, wurde in vielen 1.andern der Welt mit vielem Interesse gelesen. Zum größten Teil freilich gerade die Autoren, deren Bucher Goebbels verbrennen ließ. z. B. L i on Fe uc h t» an ge r der in England und Amerika seit langem zu den best Seilers gehört. Das deutsche B ich war b e g e h r t e r Expo r l- artikel, der dem Reich auch allerhand Devisen ein- brachte, denn der Rohstoff: der deutsche Geist, war ja autark im Land vorha, Damals nochi mzwischen ha, die Sache sich ja geändert. Jene Autoren, d.e das Ausland 9?'£ä&()-£C(fiOttl Gebete in deutschen ifchuteu 1 Otto Thörner 1 blassen: Gott, von deinen Glanzgestirnen sieh zum deutschet» Volke her. Gib den Händen und den Hirnen Kraft zum Kampfe. Mut zur Wehr. Laß uns nur für Deutschland brennen, stets zu opfern froh gewillt. Sei mit allen, die dich nennen, und dem Führer Schirm und Schild * leih lassen: Heil und Segen sollst du senden Lieber Gott, auf Deutschlands Aua 'Ulf auch unserii jungen Händen \Jit am neuen Reiche bau». Daß den Tag ein jeder nütze, jedes Herz an Deutschland glaubt Gott im Himmel, und beschütze unseres Führer« teueres Haupt. Unterklassen: I«t auch unser Herz noch klein. Glüht es doch schon heiß und rein Für das deutsche Vaterland. Mach es wieder groß und neu Lieber Gott und halte treu Uebei Hitler deine llaud. Lieher Gott, wir sind noch klein, I aß uns deutsche Jungen sein Und bewahr in deiner Hand Hitler und das Vaterland. Gegangene" >-o iders--m relesen ii.it. haben, als sie außer Landes gehen mußten, zwar sonst nicht viel, aber immerhin loch 'liren Geist mitnehmen können und ihre große Leser gemeinde außerhalb des„dritten Reiche»" bezieht ihre Bücher nunmehr aus Holland, der Schweiz, der Lschech» slowakri. der Saar usw. Hingegen die Biubodichterei——— Nicht einmal heimisch int„dritten Reich" wird das Zeug gelesen. Die von früher her noch vorhandenen besseren Verleger drucken, 11111 mögliehst auch ein paar verkäufliche Bücher zu haben, irgendwelche skandinavischen Autoren ikanduiavisdi ist aul jeden Fall„nordisch": dagegen kann -ogur die Reichskulturkammer nichts machen. Im übrigen hält es der gebildete Deutsche mit den neu erscheinende» Büchern wie mit der Goebbels unterstellten Presse: er kauft on.i liest sie nicht mehr.„D a s Ergebnis de 1 D e 11 t s e ti e 11 B u e Ii w o e Ii c",»o wird im Dezember lieft des..Schrill tellc-r" beruhtet,„steht in keinem Ver hältnis zu den großen Aufwendungen.111 Arbeit und Unkosten.".Natürlich wird» nicht vorne im Hauptteil berichtet da stehen abgedruckt Ansprachen vom„Führer", von Goch hels usw und ist überhaupt alles Begeisterung, sondern bloß hinten in den Gauberichten. Bei Fassadenkultur ist« immer -o: vorne die verlogene Stnckprachl und hinten über die Hintertreppe komm! die- Wahrheit doch noch, Ihr du- Ausland gac scheint de-, was im„dritten Reich" an»cliöoci Literatur g' schrieben und gedruckt wc, den dar!. noch-»eiliger Anziehungskraft zu haben. Mail konnte si-g.-ii» gm gera lezu Aicsjoßungskraft reden In einem Weihiiachtsbücherberith' der„DAZ." wird festgestellt:..Das Auslandsg,.hält mit Bücher» hat sich in den letzten Wochen schon wieder etwas gebessert, allerdings wird nur noch deutsche Wis«,»schuft, kaum deutsche Literatur ins Ausland verkauft." IJeher die katastrophalen Verhältnisse in Holland, wo man deutsche Bücher in der* Hauptsache vom Qnerido- Verlag, de Lange oder van Kampen. nicht aller aus Leipzig bezieht, wurde vor einigen Monaten schon, wenn ich mich redet entsinne, im..Börsenblatt für den deutschen Buch handel". lebhaft geklagt und es wurden Maßnahme>1 gefordert, um in Deutschland produzierte. Bücher auch in Holland wieder an den Mann zu bringen. Selbstverständlich V ,-rlegc-n he it.-maß» ahmen nur: die einzige erfolgversprechende Maßnahme wäre doch, in Deutschland wieder Schriftsteller zu drucken, die der Welt etwas bedeuten. Doch die scheinen ja nicht zu wachsen auf dem Blnhomisl. Was Oesterreich betrifft, so schreibt die Wiener „Sonn- und Montagszeitung" nach der Feststellung, daß der Büchermarkt sich erfreulich wieder belebe:„Allerdings i«l es bemerkenswert, daß dabei die r e i c h s d e u t t c- Ii e 11 Verleger fast völlig ausscheide 11." Sie nennt auch die Bücher, die die W iener in diesem Jahr mit Vorliehe kaufen: Stephan Zweig..Erasmus von Rotterdam", Karl Tschuppik„Maria Theresia". Alfred Neumaiiii„Der neue Cäsar". Egon Erwin Kisrli„Eintritt verboten"....Aus Deutschland." so fügt die..Sonn- und Montagszeitung" hinzu...erwarten wir vorläufig nur ein ei zi gr s Buch, nämlich den dritten Bau d v 011 T h o m a« M a 11 n« Jo«e p h• 1! o m a n„J o s e p h in Ä g y p t e 11". Was den„Völkischen Beobachter" so sehr erregt, daß er -ogar in Ironie gerät, zugleich aber auch nach Oesterreich hinüber hundeshriiderlieh volksverbundcn ein bißchen mit Boykott droht:„Angesichts dieser Liste", schreibt er. „bh'iht uns in Deutschland nichts anderes Übrig, als„ans Oesterreich" für den kommenden deutschen Herh»thücher- markt„vorläufig" gar nichts„zu erwarten". In der Tschechoslowakei veranstalten„I.idnve Noviny" jedes Jahr vor Weihnachten hei einigen hundert Promilleten: Politikern. Beamten. W irtschaftem. Militärs, Gelehrten. Künstlern eine Umfrage nach den interessantesten Büchern des Jahres. Zu dem Ergebnis dieser Umfrage bemerkt die„Prager Presse":„Die neben Werfel vorkommenden deutschen Namen sind Felichtwanger. Wassermann, Tb. Mann. J- Roth, H. I'atlaga. O. Wöhrle. Ii. Brecht. A. Schweitzer. E. Kästner. A. Schnitzler. G. Keller. V. Sehollis(das starke Buch polnischen Fronvolks„B den und ihre Kinder"). B. Brehm. 0. Make. E. Lewisohu. W. Hegemanci und ein paar andere. Während ein agrarischer Politiker eine Schrift des Ministers Darre als fachmännische Lesung nennt, geht die rechtgläubige Kernbelletristik des „dritten Reichs" in der Flut von Buehnennungen ohne eine einzige Stimme aus. ein Ergebnis, wie e« in Dingen der Kcclturexpansion vernichtender überhaupt nicht denkbar ist." Jeden Margen singt uns ein Vogel Kiwit. kiwit, er umkreist uns schimmernd und sieigt und flieht. Hang hiir ich meinen Namen rufen 'o nett, so weit. i oget singt Jus Uriniere Lied dieser /.eil. II ir korke,1 die Erde und giubi'n litnuh, hl nah. I 1 U*ivhl In eiset Uer\ogcl bul.I aber ein Grab. Eliigilialtiit hinter dem Simheldrnhl, die Seele wund. blick ich dem dunklen) ug>'l nmh mit stummem Mund. \\ ir legen uns nieder reu/. Stroh, der Ei innerling lliium dehnt sein Geäst iilier uns Gefangene aus. W ir sind bei der Liebsten im'Einum. Mancher flüstert leise im Schlaf, es verzittert im Rntun. II ir gehen in ihm Gm hm, du Cnviiehe ich /."Ii. ich lirmlt.In'ine lins,, im Einum. Dm imif i Sinnen entgleitet der Verlorlrttng Sc /um. Die Seele nur ein Falter um dein Lockenhmtpl im Träum... I)"s Sommers Fülle ist dahin, entblättert steht der Wald. Die Emilien zittern im Rauhreif, es ist killt. Die tückischen l\cl,elschtrndcn zieht1 liei iilier com Moor. Das Hnngergekreisih der Raben gellt ans Ohr. Ihr srbirarzen Bolen des Unglücks iniigt unsrr Gäste sein! U"nn wir verbissen schweigen, diu ft ihr seht eEn... -(/ l\ 1 1 n e r, Saugen! Saugen! Der doppelte Gruß >t«i Icn„Völkischen Beobachter"(Nr. 317) lesen„ ,r niesen Bericht, der— wir bekennen es offen— auch uiisnac Leser sehr erschüttern wird:''Fl#«5» „Man sieht ihn noch häufig, den doppelten Gruße Er ist eine I ebergangserscheinnng und mag als solche'jffehlgentiielc entschuldigt werden: aber es wäre doch zu wüitseh-en. wenn er möglichst bald an seiner eigenen Lächerlichkeit zugrunde ginge. Oder csc es etwa nicht lächerlich, wenn ein Herr auf der Straße eist mit erhobenem Arm grüßt, eine dann nach altem Muster seinen Hut zu lüften? Bloß weil der' Gegrüßte seinerseits ans alter Gewohnheit, aus Boekheinigkeif oder als bewußte Remonstration den deut-chen Gruß mit einem Ziehen des Hutes beantwortet? Es i-t ein Zeichen d e r S c h w ä c h e, wenn man sich in der Art des Großes durch sein Gegenüber beeinflusse«» läßt. Wer glaubt, durch nachträgliches Lüften des Hut« seinen Gruß erst vollgültig machen zu können, zeigt, daß c< noch!» zwei Welten leid. Wer gar seine Bekannten vor vorneherein in zwei Klassen einteilt, in solche, die er durch liehen des rechten Armes, und in solche, die er durch Hut abnehmen grüßt, beweist, daß er Konjunkturpolitiker ist. Oder Icabeic wir die verflixte Objektivität immer noch lcicbf» genug abgestreift, daß wir auch heim Grüßen dein Andersgesinnten gerecht werden wollen"? Daß wir nicht von vorneherein annehmen, unser Gegenüber müsse sich durch da» Hut- ziehen eher gekränkt denn geehrt kühlen? Denn das Hutziehen bedeutet doch nichts anderes, als daß man sein Gegenüber fiir zu verkalkt und verknöchert erachtet, als daß e» noch fähig wäre, den Gruß des wiedererstände neu Deutschlands richtig zu erfassen! Diejenigen aber, die beharrlich einen, ihnen gebotenen deutschen Gruß durch Lüften des Hutes zu beantworten pflegen, soll man aus der Liste der zu Grüßenden streichen. Wenn sie sich nicht mit den veränderten Verhältnissen abfinden wollen, mögen sie ihre Grußkünste untereinander üben, aber nicht harmlose Restegnungen dazu mißbrauchen, schnell rtoch eine D>n, 11- t r a I i o n an den Mann zu bringen." Juden ahne Gasschutz! Gör! 11 g. Herr der deutschen Luft, hat fiir den künftigen Krieg Luftschutz-Bestimmungen ausgearbeitet, die noch geheimgehalten werden. Es ist aber bereits durchgesickert, daß hei den verschiedenen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung hei feindlichen Luftangriffen die Juden, sobald sie nicht Frontkämpfer gewesen sind, ausgenommen werden sollen. So sollen ihnen die bomben- und gassicheren Unterstände verschlossen bleiben. Sowohl in christlichen Krei-en wie an de hei der Reichswehr haben diese grausamen Ihitim- »mengen Proteste ausgelöst und man hat schon wiederholt versucht, diese Exzesse eines Sadistengehirns durch Abänderungen zu beseitigen. Bisher aber erfolglos. Völker in Sturmzeiten Im Spiegel der Erinnerung- im Geiste des Sehers m trurmzeiten Nr. 57 „Preußischer Kommiß" Soidatengeschichten/ von August Winnig August VX iiiuig.«Irr Verfasser der vor dem Kriege erschieneuen Sdirifl„Preußischer Kouimiß". ist heute glühender Nationalsozialist Er dient der braunen Sache in Wort und Schrift, unter Preisgabe seiner Vergangenheit. Einst, al« junger Proletarier, war er zum Sozialismus und zur Sozialdemokratie gekommen bewegt von den hoben Gedanken der Freiheit und der Menschenrechte. Es gelang ihm. im freigewerk schal t liehen l»au arbeit er verband einen führenden Posten zu gewinnen. Nach der Uiutv älziing von 191Ö wurde er OberpraKident in Ostpreußen, damals freilich schon in seinem alten Bekenntnis zögernd und schwankend,^ein politische* Ende in der Republik führte dei Kapp-Putsch vom März 192(1 herbei. Es ei wies sich, daß er der zweideutigen Haltung der Rc:chswchrkomniandeijre in jenen kritischen lagen Vorschub geleistet hatte. Dann rutschte August Winnig immer weiter nach rechts. Er wurde der Vertrauensmann Hilgenbergs und Stinues. für deren Blätter er seine flinke Feder in Bewegung setzte. Heute ist er einer von den I H) Pro zentigen: wildester Nationalsozialist, begeisterter Militarist und nationalsozialistischer Sehrittleiter. Sein Buch..Preußischer Kommiß" hat er längst verleugnet, weil es die denkbar schärfste Anklage des militaristischen Kadavergehorsams darstellt, zu dessen Anbetern er heilte gehört. Ein Grund mehr liir uns, unseren Lesern einige Kapitel aus dein Buche Vugiist Winnie vorzulegen. Mittwoch, 19. Dezember 1934 Finale 14. Fortsetzung Endlich war die schreckliche Zeit der Vorbereitung zum Kai&ermanöver vorüber. Es herrschte bei uns eine Freude, die augenscheinlich sehr wenig angebracht und gerechtfertigt , war. denn großen Annehmlichkeiten gingen wir ja sicher niehl entgegen: aber sie war doch echt, diese Freude. Abgesehen davon, daß das Manöver den Abschluß unserer Dienstzeit bildete, waren wir froh, daß endlich dieser schier ewige Drill aufhörte. Seit März war keine Woche vergangen, in der wir nicht Parade-marsch geübt hätten, in den letzten vier Wochen kaum noch ein Tag: und da hierbei mit aufgepflanztem Seiten- gewehr marschiert wurde, so hatten nicht nur die Beine, sondern auch die Arme viel auszuhallen. In den letzten l agen übten wir das Hurrarufen und die Antwort auf des Kaisers Gruß. Das war meistens so: Nach dem Parademarsch sagte der..Alte": Also damit Euer Gegröle nun halbwegs anzuhören ist. wenn Majestät Guten Morgen wünscht, wollen wir das gleich mal durchnehmen. Also ich nehme an, ich bin Majestät und kommen von rechts an Euch heran. Dann wird noch nicht gerufen, sondern jeder-sieht Majestät ins Auge. W enn Majestät in nun ungefähr vor der Milte stellt, dann ruft er:..Guten Morgen, Kameraden!" Und Ihr antwortet: „Guten Morgen. Euer Majestät!" Daß da nicht irgend ein Kerl denkt, er könne den Hut schwenken! Es wird bloß gerufen! Und die Gewehre werden dabei still gehalten, das bitte ich mir aus! Also wollen wir nun mal üben. Sli 11- gestanden! Achtung! Präsentiert das Gewehr! Also ich nehme jetzt mal an, ich hin Majestät.—„Guten Morgen, Kameraden!" Ein fiirchf erliches Geheul antwortete. Einige riefen Majestät, einige Herr Hauptmann, einige Hurra. ..Na. rief, der Alle, noch ziemlich rullig,„ich kann Euch bloß sagcp,.>vemi Ihr so schreit, da wird Majestät denken, er ist ans\.ersehen, in den zoologischen Garten hineingekommen und hat.pine, Horde Wald menschen vor sich: besonders wenn er diesen Diekflahs hier im ersten Gliede sieht. Also. Feldwebel, bringen Sie mir dies Aas hier aus dem ersten Gliede raus, bringen Sic den Kerl möglichst unauffällig unter; Sie haben es sonst zu verantworten, wenn Majestät flau wird. Wir üben das noch einmal." Das geschah denn auch, bis das Gebrüll mit leidlichem Gleichklang herauskam. Aber damit war es nicht genug. Nun übte es jeder, sobald er konnte. Die Offiziere, der Feld- w ehel.„die Unteroffiziere, jeder wollte das Vergnügen haben. Seine Majestät zu markieren und sich anschreien zu lassen. In der Mittagstunde, am Abend hei der Paroleausgahe, und nachher noch auf den Stuben, immerfort erdröhnte die Kaserne unter schrecklichem Gebrüll. Es machte uns viel Spaß: liiicI da es weniger auf die Worte, als auf die Lautstärke und den Gleichklang ankam, so wurde nicht immer „Guten Morgen", sondern oft auch etwas anderes gerufen. Aber zu dieser ja sehr harmlosen Uebuug kam das endlose und ermüdende Verpassen von allerlei Kleidung und Ausrüstung. Bald mußten wir mit Helmen, dann mit Mänteln, dann mit Röcken, dann mit Tornistern, dann mit Stiefeln antreten und oft stundenlang stoben bis alles richtig gemustert war. Das war der widerlichste Dienst für 1111s gewesen. Und darum war unsere Freude berechtigt; denn das alles war je tzt vorbei. Wenn wir erst auf der Landstraße marschierten oder im Sturzacker lagen, wer sah dann noch auf den Helm, oh er einige Millimeter tiefer oder höher saß: der Schweiß würde ihn schon passend machen: wer auf das Koppelschloß, das zehnmal am Tage sein..Gott mit uns" in den Staub oder Schlamm drückte! Dann herrschte Manöver zu cht. die uns von all dem kleinen und kleinlichen Krimskrams befreite, der uns viel mehr als die Beschwerden des Marsches das Lehen heim Kommiß vergiftete. So rückten wir denn aus mit klingendem Spiel und straffen Brotbeuteln, aber auch mit schweren Tornistern Es war ein frischer Septemhermorgen mit leichtem Wind und lauem Sonnenschein. Der Chausseestaub war noch vom Tau gebunden, der schon mit etwas silbrigem Scheine auf dem Grase des Crahenbordcs lag. Noch marschierten wir ruhig im sichern Gebinde, wo noch keine plötzlichen Gefechte drohten. Wir mußten erst drei Marschtage durchhalten und in diesen drei Tagen 120 Kilometer zurücklegen, ehe wir ins richtige Manöverfeld hineinkamen. Als wir die ersten zehn davon abmarschiert hatten, hielten wir das erste Rendezvous, und wir fanden, daß dies Kaisermanöv&r bis jetzt ganz gut gewesen sei. Na eh mittags um drei Uhr hatten wir das erste Ziel erreicht, ein leidlich großes Dorf, wo wir Quartier erhielten Ich quartierte mit dem Feldwebe! hei einem Müller, der uns mit vielen Freuden in Empfang nahm. Nachdem wir uns gereinigt hatten, folgten wir der Einladung zum !-sen. Der Anblick des gedeckten Tische« überwältigte mich. Wie lange war es her. seit ich zuletzt vor weißem Tischzeug gesessen hatte! Als dann gar das Essen aufgetragen wurde. dr> fühlte ich mich emnor«roU' e/i über mein elendes Grenadierdasein. Zwei vollständige Enten setzte mau uns vor. und zum Nachtisch Käse und frisches Obst. Und als wir diese Mahlzeit mit einigen Glas Wein genossen hatten, schob uns der Müller gar in unbegreiflichem Vertrauen eine halbvolle Kiste Zigarren auf den Tisch. Des Feldwebels Augen leuchteten, und in seinem Wesen war er die fleischgewordene Freundlichkeit seiher. Ich pries im Stillen mein Geschick und konstatierte abermals, daß das Kaisermanöver keineswegs so schlecht sei. wie der Ruf. der ihm vorausgegangen war.* , Doch wie alles Gute, so hatte auch dies Mahl sein Ende und die Arbeit rief. Als der Müller das Zimmer liir einen Augenblick verlassen hatte, griff der Feldwebel noch einmal in die Zigarrenkiste und sagte mir. daß wir nun die Quartier- listen aufzustellen hätten. Ich gehorchte und ging mit ihm hinaus, allerdings nachdem ich mich ebenfalls erst durch einen Griff in die Zigarrenkiste für die weitere Dauer des 1 ages verproviantiert hatte. Bald darauf saßen wir in des Feldweheis Quartier in dichtem Tahaksqualm vor unserm Schreibwerk. Wir schrieben fürs Vaterland, bis es dunkel wurde. Dann richtete ich schnell noch die Sachen liir den nächsten Tag zu und benutzte den schönen Abend zu einer einträglichen Streife durch den großen Obstgarten des Müllers. Am andern Morgen überraschte mich der Feldwebel mit der erfreulichen Mitteilung, daß ich heute nicht mit der Kompanie. sondern mit dem F ourierkomniando marschieren solle.. können auch mal einen Druckpunkt haben, meinte er.„Den Tounister können Sie heim Konapaniegepack abgehen. Nehmen Sie sich aber in Acht und setzen Sie sich nicht auf den Wagen. Der kommandierende General hat besondere Offiziere zur Revision der Fourier© befohlen und will jeden mit Arrest bestrafen, der auf dein Wagen betroffen wird. Das w ar nun nicht gerade hol lieh von dein kommandierenden General; aber leider mußte ich einsehen, daß er sich kaum durch mich bewegen lassen würde, seine Absicht zu ändern. Zunächst mußte ich nach dem Sammelplatz, um meinen Tornister abzugeben. Unten im Hausflur lagen auf einem Tische in feuchtes Leinen eingeschlagen zwei Brotrationen. Auf einer Schiefertafel daneben stand mit Kreide geschrieben:„Frühstück! Glückliche Heimkehr. R. Daneben standen zwei große Kannen mit frischer Milch. Wir füllten Brotbeutel und Feldflasche und tranken uns an dem Kest der Milch satt. Ich wischte die Tafel rein und schrieb mit Kreide darauf: ..Glück und Segen für gutes Quartier," dann setzten wir beide unsere Initialen darunter. Bald waren wir mitten zwischen den einzelnen, zum Sammelplatze ziehenden Gruppen und tauschten Gruß i^nil Gegen gl n ß aus. An der als Sammelplatz bestimmten Stelle herrschte bald ein frohes und lautes Treiben. Man erzählte sich, was man im ersten Quartier erlebt hatte und knüpfte daran seine stets kritischen Bemerkungen. Freund Seele hatte mit Hans, dem langgebeintcn Geistertänzer aus Lüneburg, und mit Jochimsen, dem kleinen munteren Dänen, ein fürchterliches Quartier gehabt. Man halte sie auf einen großen Gutshof geführt, wo sie in Massen abgefüttert worden waren. Zum Schlafen hatte man ihnen eine mit Stroh vollgestopfte Scheune angewiesen. Seele fand sich damit in einer phlegmatischen Bemerkung über..die Preußen" ah, von denen er nie etwas Gutes erwartet habe: Hans schimpfte giftig und beklagte sein ewiges Pech, und Jochimsen machte seine Witze darüber. Und doch hatte gerade er gar keinen Grund zur Fröhlichkeit. Er war, um sich die elende Massenkost etwas bunter"iid individueller zu gestalten, in den Gutsgarten eingefallen und war dabei von dem Hauptmann erwischt worden. Der hatte ihm fünf Tage strengen Arrest aufdiktiert. Vir waren empört über „Ehre" Ich denke nach, wie viele Im Meer der I hre fahren mit dein Kiele Der scheußlichen, höchst mißgeschaffenen Sthantle. Denn was ist Ehr" als Widerschein vom Brande, Den das Gewissen in uns angeschiiret? Wurinfräß'ge Frucht, nach außen rot geziert? Drum hin ich tief betrübet. \\ eil der. so Ehre sucht, nur Schande übet. Iiiimermann(,,Merlin*") Thyssen, Siemens, Krupp an Hitler I)a wendet sich der Gast mit Grausen: ..So darf ich liier nicht länger hausen. Dein Freund kann ich nicht länger. sein. Die Götter wollen dein Verderben! Fort eil ich. nicht mit dir zu sterben." Und sprach's und schiffte schnell sieh ein. Schiller(„Der Rius des Polvkrates") diese Strenge, aber Jochimsen machte sich nicht viel Gedanken darüber. l.r war aufgeräumt und lustig wie immer. Dieser kleine Kerl mit den hellen, blitzenden Augen, die so hübsch zu der straffen Gestalt paßten, war flink und sehlau wie ein XX iesel. Kein Mißgeschick konnte ihn beugen, und das einzige was ihn plagte, war der Hunger, den er freilich nie los wurde. In den ganzen zwei Jahren der Dienstzeit erhielt er keinen Brief, kein Geld, kein Paket, nur gleich nach dein Eintritt ein Strafmandat aus seiner Heimatstadt Apenrade wegen ruhe- strörenden Lärms. Das war das Einzige, was die Heimat für ihn hatte, und auch das machte ihm keinen Kummer. Mehrere Jahre später erfuhr ich. daß er. im Winter, auf der Landstraße tot aufgefunden worden sei, erfroren oder v erhungert, In einem kleinen Dorfe Schleswigs bat mau ihn unter irgend einer Nummer verscharrt, und keiner hat sich um seinen Tod gekümmert, so wenig wie um sein Leben. An diesem Morgen aber stand er vor uns wie das ewige Leben, mit roten Backen und lachenden Augen und tröstete sich ni't der baldigen Erlösung vom Kommiß über die fünf Tage strengen Arrest. Ich konnte weiter keine Neuigkeit berichten, als daß ich nicht mit der Kampanie. sondern mit dem Fourierkoniiiiandci weiter ginge. Das weckte allseitiges Interesse. ..Ein famoser Druckpunkt." kicherte der Kleine, und Hans meinte grollend, daß für ihn nie ein..Druckpunkt" dabei sei. ..Hoffentlich vergißt Du uns nicht als Fourier!" mahnte Seele mit bedeutungsvoller Gebärde. Ich versprach ihnen, zu tun. ua> in meinen Kräften stände und rüstete mich zum Abmarsch. Bald zog die Kompanie mit den andern Teilen des Bataillons vereinigt zum Dorfe hinaus und als sie in dem den Feldern entsteigenden Dampf verschwunden war. setzte si-h auch unser etwa zwanzig Leute zählendes Kommando in Marsch. Es war ein leichtes, fröhliches Marschieren. Die Luft war mild und von einem sanften Morgenwind aufgefrischt, die Felder dufteten nach reifen Früchten, so daß es eine Lust war. clahinzn wandeln, ohne Beschwerde, ohne ärgerliche, harsche Mahnungen, ohne den drückenden Tornister und mit der Aussieht auf einen leichten I ag. Gegen Mittag waren wir heim Manöverproviantamt angelangt. Auf einein weiten Platze vor einem größeren Dorfe waren die Dinge aufgestapelt. Mächtige Strohdiemen, Holz- häufen, langgestreckte Leinenzelte. die Breit und Konserven bargen, dazwischen Feldbäokcreien. fliegende Schmieden und anders mehr. Ueherall herrscht ein witnmeldeg Leben: lange Reihen von Fuhrwerken standen, leer und beladen, auf den vorbeiführenden Straßen, in eleu Gräben lagen 1-uhr- leule. Soldaten. Zivilisten, Männer und Kinder. Marketender- karren hielten an den Wegkreuzungen, stets von einem dichten Schwann zechender Leute umstanden. Hier hieß es Geduld fassen, ehe man mit dem Beladen der Wagen all die Reibe kam. Nach einigen Stunden hatten wir unser Teil erhalten, doch nicht ohne viele Reklamationen und Einreden: denn jeder suchte dabei den anderen zu übervorteilen. Bei dem Abmarsch war uns genau an gegeben worden, welchen Weg wir mit dem Proviant fahren sollten. Kaum hatten wir den Ort hinter uns und zogen in gemächlicher Ruhe dahin, als ein Genera Ist absof fixier auf uns losgesaust kam und uns schnaubend befahl, von der Heerstraße abzuweichen und auf schlechten Feldwegen weiter zu fahren. Natürlich mußten wir gehorchen. Einige Zeit ging es auch auf diesen NX egen gut: aber bei einer Biegung sahen wir eine Artillerieabteilung vor uns. die sich nicht com Flecke rührte und uns auch verwehrte, um sie herum zu fahren. XX ir faßten uns in Geduld und rieten, was diese Leute wohl veranlassen könnte, sich Iiier in der Sonne braten zu lassen. XX ährrncldem verstrichen Stunden und wir hielten noch immer hinter den Kanonen. Schon senkte sich die Sonne, als sich die Truppe endlich in Marsch setzte. XX er ließen sie erst ein gutes Stück voraiisfahren und folgten dann langsam. Bald verloren wir sie ganz aus den Augen; aber mit ihr hatten wir auch den richtigen Weg verloren. Der Trainoffi- zier. der die XX ageil leitete, ließ halten und studierte eifrig die Karte. Das Ergebnis seiner Studien war ein Kehrt; wir zogen wieder zurück, bogen einige Male ab und waren richtig bald soweit, daß wir nicht mehr wußten, ob wir rechts oder links, vorwärts oder rückwärts von dfr Truppe wareil. Wieder mußten wir hallen und wieder vertiefte sich der Trainoffizier in die Karte. Er bekam dabei einige keine- wegs anerkennende Bemerkungen der ungeduldigen Fuhrleute zu hören, und als er gereizt darauf erwiderte, ertön e von allen Wagen polnisches Gesehimpf. Wir fuhren an I- Geradewohl weiter, bald Felder und Wiesen, bald Sumpf und XX asser zur Seite, und die Sonne sank immer tiefer. Als wir endlich in einen Wald gerieten, war es schon last dunkel, und noch immer waren wir nicht am Biwackplaße. Endlich, nachdem schon lang die Sterne aufgegangen waren, sahen wir auf einer Lichtung vor dem XX aide die Truppen lagern. In weitem Umkreise dehnte sich die Zeltstadt und die Gruppen der Soldaten standen und lagen dazwischen umher, den Proviant abwartend. Die Wagen mußten halten und wir rannten zwischen den Zeltreihen hindurch und suchten unsere Kompanie. Auch darüber verging noch eine gute Weil''- und als ich ganz erschöpft meine Kompanie endlich gefunden halte, empfingen mich Flüche und Scheltworte. Ich machte dem Feldwebel klar, woher die X erzögerung kam, und daß ich ganz gewiß unschuldig daran war, aber er hatte kein Diu dafür. Mein XX ort vom Morgen aller konnte ich ein'ösen und meinen Freunden einige hei Seite geschaffte Fleischkonserven spendieren. Bald flammten die Feuer auf und im ganzen Lager herrschte zufriedene Geschäftigkeit. Wir saßen am Feuer und erzählten Schnurren, und unsere von Staub und Schweiß beschmutzten Gesichter strahlten die Freude wider, die wir darüber empfanden, einen langen Tag des großen Manövers glücklich überstanden zu haben. Noch waren es ja nur Marsch!age, noch war von Gefechten und den damit verknüpften Atemsprüngen keine Rede, aber diese Marschtage waren oft das Schwerste der ganzen Uebnng- hatten an diesem Tage aebtundvierzig Kilometer zurück- üeleat Wenn dos Ztfiälterlied ertönt „So ziemlich die eanze Wirtschaft wandle sich Segen die SA.Manner Wenn der liinis'er Ausbleibt Und ein Junggeselle über Kinderreichtum spricht „P i rmasc N ier 3 c i t u n n" berichtet: Tic„P i r in a s e» s c r Zeitung" vom 12. Dezember bc ricfjtct: ^Es gehört auch zur A n st a n d s v f l i ch t eines jeden -i entschen, daß er sich, wenn die National li» m» e in einem lokale bei irgend einem Anlas; gespielt ivird. von seinem 2 i tz c erhebt, Wenn es noch Nienschen gibt, die das nicht verstehen ivollcn, so muß es ihnen ans andere Weise begreiflich gemacht werden da» ihr Verhalten in einem solchen Falle in höchstem Masse provozierend wirft. Am<>. -eptember wurde in der Wirtschast Ttnctn in H i l st aus Anlas; der Fertigstellung der 2tras;e eine kleine Abschieds frier mit den Arbeitern veranstaltet. Es herrschte eine schöne Stimmung. Ter Vanflihrer hielt eine kleine Ansprache, in der er daraus hinwies, das; dieser Straßenbau auch aus d> e I n i t i a t i v e de s Führer s zurückzuführen sei. Im An- schlug hieran spielte die kleine Kapelle das Horst-Wessel-Lied und das Tcntschlandlicd. Während sich alle An- ivescndcil von den Sitzen erhoben, blieb ein gewisser >'i o s e f M i st l e r ans sei n e m Stuhle sitze n. Er wurde schliesslich von den beiden anwesenden SA.-Männern Viktor Stuck» und Theobald Stuck» aufgefordert, sich von seinem Sitz zu erheben. Toch Mistler rührte sich nicht. Tai ans wurde er von den beiden SA-Männer» gepackt und sie versuchten, ihn ans der Wirtschaft zu entfernen. Tics war der Anitakt zu einer Schlägerei. So ziemlich die ganze Wirtichast wandte sich gegen die SA.- Männer. Mit Stühlen, Maßkrügen und Biergläiern wurde geschlagen und die beiden SA.-Männer wurden schwer ver- letzt. Tie beiden Angegriffenen haben natürlich auch zugeschlagen. Einschließlich der obengenannten SA.-Leute haben sich heute insgesamt 0 Personen wegen gefährlicher Körperverletzung zu verantworten. Außer den Genannten sind es noch: Georg Mistler, 86 Jahre alt: Joses Mistler 4» Jahre alt: Oswald Hochländer. 20 Jahre alt: Bcrthold Stuckn 22 Jahre alt: August Karg, 22 Jahre alt: Karl Stuck». 88 Jahre alt: und Ernü Stuck». 2k Jahre alt. sämtlich von Hilst. Tie letzten sieben Angeklagten ivollcn sich alle nur gegen die Angriffe gewehrt habe». Es steht zivcifellos fest, das; die Haupträdels- sührcr bei diesem Streit die Angeklagten Karl Stuck» und Joses Mistler waren. Mistler soll sogar die Wirtschaftsinsas- scn aufgefordert haben, die SA.-Leute mit ihrem Sturm- sührcr anzugreifen. Tas Urteil wird am 18. Tezcmbcr gefällt. Tie In der Turnhalle sollte Pg. Staatsminister Adolf W a g- ner lMiincheni über das Thema:..Arbeit und Er folge im Tritten Reich" sprechen. Tas Thema und vor allem auch die Persönlichkeit unseres Staatsministers Wagner gaben der Pirmascnser Bürgerschaft Veranlassung, in Massen zu erscheinen. In der Tat, die Turnhalle war bis ani den letzten Platz besetzt und zwar schon lange vor Ver- iainmlungsbeginn beider konnte die Versammlung wegen Nichterscheinens des Staatsministers nicht durchgeführt wer- den. Nachdem die Standartenkapellc die Versammlung bis etwa um halb 10 llbr mit schneidigen Märschen unterhalten hatte, nahm Kreisleiter Tr. R a in m das Wort, um den An- weienden einen kleinen Vortrag über Nation aliozia- l i st i s ch e R a s s e n- und Bevölkerungspolitik zu halten. Tr. Ramm erwähnte einleitend, daß die Rassenfragc die Kardinalsrage für die Zukunft des deutschen Volkes dar- stelle. An Hand von Beispielen wies er darauf hin. wie die alten Kulturen der Perser. Griechen und Römer infolge der Nichteinhaltung ihrer Raiic nnterginaen. Auch das deutsche Volk habe ans diesem Gebiete in der Vergangenheit sehr ge- sündigt. Unserem Führer Adolf Hitler sei es zu danke n, d aß da s V o l k von dem bereits b e- s ch r i t t e n c n nn he i l v v l l cn Wc g e abgebracht worden iei. Tie Ausnordung unserer Rasse müsse mit allen Mitteln betrieben werden. Diejenigen deutschen Menschen. die noch die wertvollen Eigenschaften der nordischen Rane in sich tragen, dürften n i ch t d a s E i n- o d c r Z iv c i- K i n d e r- 2» st e m einführen. Allerdings werde auch in Zukunft der deutsche Staat dafür sorgen, daß diesen Mrn- scheu günstige Lebensbedingungen geschaffen werden, damit die Vermehrung ihrer Familie keine soziale Not hervorrufe Eines stehe fest, wenn Teutschland noch 60 Jahre lang mit dem heutigen Kinderkuitem fortfahre— Teutschland fehlten infolge.Krieg und Wehen der Nachkrieaszeit 8 Millionen Kinder— werde das Volk rein zahlenmäßig v o n de m a n- grenzenden P ölen w e i t ü b e r k l ii g e l t s e i it. Jede gesunde deutsche Familie habe also die Pflicht, zur Vernich- rnng des Volkes beizutragen. Damit das Kranke im den:- schen Volk das Gesunde nicht überwuchere, habe die Regierung entsprechende Maßnahmen getroffen sStcrilisation und Unkruchtbarmachu ngi. Herr Ramm iß leider ko ledig wie Adolf Hitler und hat wie sein Führer für die Ausnordung der Rasse nichts getan. liolläntiisdic Zwisdienrufe Deutsche Greuelmärchen Wir entnehmen ans der„Post Scripta" der Haag s ch c n Post:„Tic Berichte aus Teutschland bleiben traurig. Vor einem Jahr konnte es noch passieren, das; die Leute, die das Land besuchten und mit vielen Deutschen gesprochen hatten, mit dem Eindruck zurückkamen, das; außer den direkten Opfern der neuen Regierung wobei es sich im übrigen um Greuelmärchen handelte! jeder dort zufrieden war. Wer jetzt noch mit diesem Eindruck nach Hause kommt, muß blind oder taub oder- außerordentlich voreingenommen sei». Das Murren nimmt zu und ist nicht mehr zu unterdrücken. Ter Widerstand in den Kirchen ivird zu einer allgemeinen Er- scheinung. In einer Fabrik der AEG. in der Brunnenstraße in Berlin weigerten sich die Arbeiter, das geforderte Opfer von 30 Pfennig pro Kops für die Winterhilfe zu bringe». Sic fanden ihre eigene Lage iv schon traurig genug. Auch wollte» sie nicht zum jetzt eingeführten Fabrikappcll er- scheinen. Ter Radau war so groß, daß die Fabrikleitung die Polizei zur Hilfe rief. Diese weigerte sich jedoch einzugreifen, als sie vernommen hatte, warum es sich handelte. Solche Tinge sind heute möglich. Aber solche demonstrative Unzu- sricdcnhcit ist nicht nur aus die arbeitende Bevölkerung bc- schränkt Mit ängstlicher Spannung sieht man darum dem Monat Januar entgegen. Viele erwarten ernsthafte Zwischen- fälle nach der Abstimmung im Saargebiet. Sic haben bereits ihre Schatten voraudgeworfen, da diese Woche schon Ver- Haftungen in großem Umfange stattgefunden haben, auch in de» K reiten der nationalsozialistischen Partei Man tat dies unter dem Mäntelche» des Kampfes gegen die Homosexuali- tät. die augenscheinlich noch eine weit verbreitete Krankheit in diesen Kreise» ist. Aber wenn wir gut unterrichtet sind, dann war dies durchaus nicht das Hauptziel dieser Aktion. Klagen und Gerüchte über das Verschwinde» von Personen dauern fort. Tic allgemeine Heimlichtuerei, die Tschekamcthodcn der Gestapo und der im geheimen verurteilende» Bolksgerichte tragen noch dazu bei. Harmlos sind diese Bolksgerichte sicher nicht. Wii hörten dieser Tage durch persönliche Beziehungen von einem Bernssrichter. daß er seine erzwungene Teilnahme an dieser Rechtssprache moralisch unerträglich sand. Ten Mut, sich dessen zu entziehen, besaß er indessen nicht." ..kleine vame Und andere deutsche Jorgen Wir finde» in de»„L eipzigerNeuesten N a ch r i ch- t e n" folgenden Brief:. „Gnädige Frau!" oder„Meine Dame!" Ueber diese Einsendung in der vorigen Sonntagausgabc kann man»ch wirklich nur wundern! Gerade im„dritten Reich nnd wieder Titel eingeführt worden. Warum soll nun ei»„ft o>nmer- zi ch rat" usw. nicht mit leliiei» Titel angeredet werden? Mit..Standesdünkel" hat das nichts zu tun. ondern es it ein Akt der Höflichkeit, der Hochachtung und nicht zulctzil ein Art iVr Tis» ivliII Mit„Steilheit und„Ausgcblahthcit hat eine Anrede mit dem Titel des Betreffenden nichts zu "und«NU zur Anrede für die deutsche Frau. Auch dieser Beziehung i c i a u i u n s c r c» Fi. h r c r Hitler hingewiesen, von dem man des v,tc- Anrede„Gnädigste Frau" hören'und lesen konnte. Dame" Iß jedenfalls eine vollkommen unmögliche und viele deutsche Frauen. werden sie ablehnen, ienn junge Mädchen ober Männer e.ne altere, ihnen unbe- n'Mti'"tr.ii, mit Gnädige Frau" anreden, fo zeugt das .wer?on au-r Kinderstube. Rede, ein Geschäfts- häber eine bei ihm kaufende Frau mit..Gnädige Frau" an. klinat das jedenfalls viel beiicr w,e die Anrede Re ne Dame" Und wenn eine Fron mit dem Titel ihres .leine Toftoi ober„Frau Generalkon- r'niw. ange^dct"'nu'd io iß das ebcni'alls von dem An tdcndcn nur Höflichkeit." doli •it die Meine »rede. Diplomaten-Kontrolle in Berlin Unter dieser Ueberschrist lesen ivir in der H a a g s ch e n Post einen Artikel. Ter Verfasser setzt auseinander, daß im „dritten Reich" keiner dem andern mehr traut. Selbst die Diplomaten des neuen Regimes scheinen nicht Vertrauens- würdig zu sein, da man sie standig durch Spitzel bewachen läßt. Ter Verfasser erzählt in seinem Artikel einige dieser Spio- nagegeschichten. Tie Spionage wird natürlich auch häufig von unbefugter Seite betrieben, von Leuten, die sich einmal ein paar gute Tage machen wolle» um dann spurlos von der Bildsläche zu verschwinden. Wir zitieren nun ans dem oben genannten Artikel im Wortlaut: „Angesichts des beispiellosen Verrätersystems, das im „dritten Reich" üppig blüht und das bezeichnend iß für den chaotischen Streit, der hinter den Kulissen der gewaltigen, Einheitsfront geführt ivird, sind derartige Verdächtigungen nichts besonderes. Jedenfalls ist es Tatsache, daß vor ei» paar Tagen zwei Berliner Parteikontrolle»« unerwartet in von Popens Büro austanchten, um das ganze Tun und Treiben der Gesandtschaft einer gründlichen Untersuchung zu unter- werfe». Von offizieller deutscher Seite wird versichert, daß dieser Besuch einen höchst unschuldigen Charakter trug: zwei Funktionäre, die ans der Durchreise nach dem Balkan in Wien verweilten, hätten eben aus der Gesandtschaft ihre Auf- Wartung gemacht. Tas nimmt natürlich nicht weg. daß der Befehl an von Pape», unverzüglich vor der Parteikontrolle zu erscheine», in unverkennbarem Zusammenhang steht mit dieser harmlosen Durchreise. Tie deutschen Gesandten in den Balkanstaatcn wie sag: man das nun? freuen sich letzt darauf, auch diese Parteikontrolle»« bei sich empfangen zu dürfen... Das ist charakteristisch siir das Mißtrauen, das Berlin seinen eigene» ausländischen Diplomaten gegenüber hegt, und das für die erzwungene» Dienste, die diese Tiplo- maic» der Partei erweise»! Deutsche Diplomaten, die mit Herz und Hand Anhänger der Nationalsozialistischen Tent- scheu Arbeiterpartei sind, gibt es augenscheinlich nickt. Auch die neu ins Leben gerufenen Arbeitslager, durch die sich die inngcn deutschen Diplomaten durchdringen müssen, bevor ne ihren Beruf ausübe» können, scheinen als Erziehungsmittel versagt zu haben. Ter Nationalsozialismus erachtet es darum siir besser, in den Gesandtschaften wie auch in den großen Generalkonsulaten seine eigenen Spione sitzen zu haben." wer die Wahrheit sagt... --. Kommt noch immer ins Konzentrationslager Tie„Rheinisch Westfälische Zeitung" meldet aus Glad- bach-RHeydt:„Eine verdiente Strafe traf nach einer Mit- teilung des Polizeipräsidenten den ehemaligen Kriminalassi- sienten K. vom Polizeipräsidium Gladbach-Rheydt. K. war früher Mitglied der Zentrumspartei und hatte 1028 an den damaligen Polizeipräsidenten Isenrath in M.-Gladbach ein Gesuch um Anstellung gerade in M.-Gladbach gerichtet, um sich hier für seine spätere politische Laufbahn schulen zu kön- neu. Trotz seiner Belastung wurde er nach der Machtergrei- iung in großzügiger Handlung des Berufsbeamteugesetzes in seiner Tätigkeit belasse» und leistete auch den Eid auf den neuen Staat. Er versuchte, sich in die national- sozialistische Bewegung einzuschleichen und entfaltete gegen seinen Behördliches, den neuen Polizeipräsidenten, als des- sen„ehrlichen G e g n c r" er sich bezeichnete, sowie gegen seine ihm»ich« genehmen Vorgesetzten eine Hetze unter V e r- breitung von G r e u e l m ä r ch e n und L ü gen gemeinster und niederträchtigst,er Art. Auch die örtliche Leitung der Partei nahm er dabei nicht aus. Nunmehr ist er ans Anordnung des Geheimen Ttaatspolizeiamtes Berlin kür die Dauer von zunächst S Monaten ins Konzentration»- läge r ü b e r s ii h r t worden" Weltpolitische Bilanz des„dritten Reichs"? Vereinsamung und Mißtrauen in aller Welt Zieht man heute eine knappe Bilanz dessen, iv a s das„dritte R c i ch" seit dem Triumph des Hakenkreuzes w eltpolitisch ereicht hat. so ergibt sich folgendes: schärfster Gegensatz zwischen T e u t s ch l a n d u n d Towjetrußland, die einst zu Rapallos Zelten»nier dem Weimarer republikanischen Regime, so etwas ivie Freunde und Verbündete waren, A u flock e r u n g, ia Z e r s e tz u n g der Zusammen- arbeit zwischen Teutschland und I t a l i e», dessen Delegierten im Völkerbund, jahrelang zuvor, als treue Helfer der Wilhelmstraße auftraten, Entstehung einer unendlich stickigen Mißtrauens- a t m o s p h ä r e; w i i ch e>> T e u t s ch land u;i d Frankreich, dessen öffentliche Meinung sich von 102> bis 1038 langsam aus die Notwendigkeit und Nützlichke't der Annäherung eingestellt hg'te. Zerstörung aller T» m p a t h i e n, deren sich Teutschland während der Vor Hitlerperiode in Ivetten K reisen Englands und der Vereinigten S t a a t e n von Nordamerika erfreute. Zertrümmerung des Anschlnbgedankens in Oesterreich, das in Kamps nnd Haß gegen Deutsch- land hineingetrieben wurde,— Erkaltung der Beziehungen zwischen Deutschland und fast allen Staaten Zentral- und Südost europas lmit Ausnahme von Korridor Polen»,- Entfremdung zwischen Teutschland und den bat tischen Staaten,— Abstoßung der doch von nordisch-germanischen Stämmen bewohnten skandinavischen Staaten, zielsichere A n n ä h e r u n g zwischen S o w j e t ruß land und Frankreich(dessen Vernichtung einst von Hitler als wesentliches Ziel völkischer Auferstehung proklamiert wurde, was der Führer aller Führer heute nicht mehr wahr gelten lassen will, rasches Zerf ch m eise n der G e g e n s ä tz e zwischen Italien nnd Frankreich, die drauf und dran sind, im Namen südländisch-lateinischer Verbundenheit alle Freundschaftsbande neu zu knüpfen, organisches Z u s a m m e n g e h e n zwischen Frankreich und England,— immer engere Verknüpfung zwischen Frank- reich und den Staaten der K leinen E n t e u t e.- kurz, immer stärker werdende Position Frankreichs.auf dem internationalen Schachbrett. So hat Adolf Hitler, Juden-, Sozialisten-,.Kommunisten und Katholikenfresser, Diktator vom Hakenkreuz, Kirchen resormator, Wotans-Psediger, Herrscher von Elends Gnade», mit dem Los Teutschlands gespielt! Gespielt.nnd verspielt! Einstweilen mag der Führer Kanzler seine E m i s s ä r e aus»{eisen schicken. Ob sie von Ribbentrop, von Lersuer, Aschmann oder gar Rudolf H e ß heißen, nirgends werde» ihnen Demütigungen erspart bleiben. Denn ob sich die Türen, an denen sie, bescheiden geworden, anklopfen, vor ihnen ohne weiteres öffnen oder nicht, ob, auf Grund der internationalen Höflichkeitsgesetze, man ihnen lächelnde G. sichter zeigt oder nicht: eins steht fest, daß man sie weder als g e n t l e»; c n, u o ch a l s v e r t r a u e ü s w ii r d i a erachtet. Meitfcreuz homiM von den Homeien Feststellungen Labriölas A r t n r o Labriola kommt in der„Ere Nouvelle".» einer absonderlichen Erklärung des„Tvdesgedantens-- Hakenkreuzes". Er sagt:„Das Hakenkreuz ist nur ds-< Multiplikationszeichen X, von dem jeder Arm eine Siebe» ist. Das Hakenkreuz ist also sieben mal sieben, das heißt I'. Reuiiundvierzig Tage aber vergehen nach der Geheimlebre des thibetanischen Buddhismus zwischen dem Tode und d-r Wiedergeburt, ivas auch dem Ritual seinen Namen gib«, denn Bardo-Thodvl heißt„zwischen de» beiden Zuständen". Tie neunundvierzig Tage zwischen dem physischen Tod und der Wiedergeburt der Staudas(einem psnchiichen Zustand i teile» sich in sieben Abschnitte von je sieben Tagen. Daraus erklärt sich die Wichtigkeit der Zahl-1» in der bnddhi(tischen Gchcimlchrc und die Notwendigkeit eines diese Zahl ver körpernden Symbols. Daher die 7 im Mulliplikativnszeichen. wodurch das Hakenkreuz entsteht. Tic Arier des„dritten Reiches" hätten also, so meint..Ere Nouvelle", als Zeichen ihrer Existenz ein m o n g o l i s cl> e• Todeszeichen iibernvinmen. das durch ein»ichlariir Volk criunden wurde. Sie hielten das nir„nordisch",„aris>>". kurz gesprochen„germanisch". Tie alldeutsche Torheit werde ausgezeichnet durch diesen Schnitzer charakterisiert. ins Zuchthaus! Dessau, 10. Dez. Vor der Großen Slraskammer hallen»ch in zweiter Instanz der frühere Kreisleiter der 2! STA P. für T e s s a u- S t a d t, So m in er, und seine Mitarbeiter in der Kreisleitung, T c m p l i n und E zuratis, zu verantworten. Alle drei waren im Oktober vom Schöffengericht wegen Untreue in Tateinheit mit Unter- schlagung zu G c f ä n q n i s st r a s e n von anderthalb Iah- reu(Sommer und Tcmplinj bzw. von-sieben Monaiev lEzuratisj und«Geldstrafen verurteilt worden. Ter Ober staatsanwalt hatte gegen dieses Urteil Berufung eingelegt, da die Strafe nicht ausreichend sei. 2teben den Zeugen wurden als Sachverständige zwei Revisoren der Reich leitnng der NSDAP, vernommen. Im Mittelpunkt der Verhandlungen standen außer sechs anderen Fällen Unstimmigkeiten bei der Hitlcrspende. Tie anderen Fälle von Untreue bezogen sich meistens aus T o p p e l b u ch u n g e i. nur einmal gemachter Auiwendungen siir Bürobedars, cixcn Benzivagen niw. Das Gericht verurteilte Sommer vnd Templin gemäß dem Autrage des Staatsanwalts weg.» fortgesetzter Untreue in Tateinheit mit fortgesetzter Um. schlagung zu je zweieinhal b I a h r e» Z u ch l Ii a n s und 1000 Mark Geldstrafe, Eznratis(gegen den der Staa-- anmalt anderthalb Jahre Zuchthans beantragt hatte! eine m Jahr Zuchthaus und 500 Mark Geldstrafe Alle drei Angeklagten wurden die bürgerlichen Ehrenrechte au, drei Jahre aberkannt. Werbt llir die„Deutsche Freiheit 4 &M2T€fks Gudziodk So las man es jeftt im..Daily Telegraph":„Eine große Gruppe brauen war von der Polizei gehindert worden, auf eine Plattform zu steigen, um die Prinzessin zu sehen. So konnten sie aber wenigstens ihr Reisegepäck betrachten, das gerade, von einem Lastauto abgeladen wurde. Viele gingen sogar ganz dicht an die Koffer heran und berührten das ,.M", das auf jedes Gepäckstück monogrammiert war, mit den Fingern."„Daily Telegraph" ist ein Blatt Ohl-Englands und, was sich da angesichts einer blaublütigen Hochzeitsreise abspielte, das geschah auf jenem grünen Eiland, wo einst der Kopf des Königs Karl vom Henker den versammelten right lionourablcs Mitgliedern des Parlaments gezeigt wurde. Biblisch gesprochen: Wenn das am grünen Holze geschieht, uas wird dann erst am dürren geschehen? Freunde, in Deutschland wird /etft jede SchülfCnfahne, die vom. Begräbnis kommt und von prächtigen Bierbäuchlein und ausgeprägten Krumm- keinen, die ihre Regenschirme militärisch straff geschultert tragen, mit gravitätisch erhobener Rechten gegrüßt... \ ein. uir sind noch nicht von den Briten geschlagen. The Germans to tlie front— allerwege! Das wäre gelacht! Ein anderes englisches Blatt, die„Daily Mail", gestattet dem liebenswürdigen Reporter G. Ward Price folgendes Klagelied über das Europa von 1934 anzustimmen:„Vor einundzwanzig Jahren(vor dem Krieg) konnte man ohne Behinderung oder lief ragung durch Europa reisen. Gelegentliche Zollinspektion. Das war alles. Auf meiner jetzigen Rundreise hatte ich bei jedem Grenzwechsel je aiht Examina zu bestehen, und zwar jeweilig hüben und drüben: Paßkontrolle, Zoll Untersuchung. Politische Polizei, Währungsinspektion. An zwei Grenzen wurde ich angehalten, weil ich die„Maily Mail" hei mir trug. In den meisten Zentrul-Europa-Lündern hält man ausländische Zeitungen für politisches Dynamit." Dieser englische Gentleman hat ohne Zweifel bitter, bitter recht! Aber wenn schon die Zolluspiranlen und Grenzjäger um der Verkehrs-Autarkie willen ihre Existenzberechtigung allenthalben in der Schikane nachweisen, was soll man zu einem Lande sagen, in dem dir grünen Litewken doch eigentlich noch geradezu als Schönheitsflecke gellen können?! Zu einem Lande, wo die Professoren die geistige Autarkie und die ideologische Inzucht betreiben und wo ein ganzes Schrifttum daran ist, nuclizuweisen. daß die ewigen Menschenrechte, die den Trapper am Orinokko doch genau so angelten wie die Telephoneuse in Bordeaux oder den Sänftenträger in Kalkutta, ausgerechnet von einem gewissen Piejke abgeschafft worden sei und daß dus Ende des Liberalismus in der Sitzung der PO. linier dem Vorsitj von Pg. Rosenberg definitiv beschlossen wurde. Lieber tausend schikanöse Zollsergeanten als c i n deutscher Professor! Das möchten wir uns doch von dem Engländer ausgebeten haben. F. E. Roth. „Scfjr Besorgter", Ihre Vermutung ist richtig: t. B., bic nb> gens freigesprochen wurde, entstamm« der Ihnen bekannten Familie. »oloman Wallisch. Am 15. Tczcmbcr ist ein Buch erschienen, das jeder lesen wird. Paula Wallisch:„Ein Held stirbt." Tie Frau des grasten Kämpfers der österreichischen Arbeiterbewegung Kolonien Wallisch schildert in erschütternder Weise das?ebcn, die Mämpsc n»i> den Heldentod ihres Mannes. TaS Buch umfaßt austcr 200 Seilen Text noch 16 Bildseite» mit interessanten Fotos. In Ganzleinen gc- bnndcn mit farbigem Schutzumschlag a»f holzfreiem Papier gedruckt, Preis!)!M. 4,20. Bestellungen vermittelt die Verwaltung„Ter Kampf", Prag 2, Llltzowova:!?. C. Amsterdam. Sic stellen uns einen Brief aus dein Reiche zur Verfügung, dem wir diese Stellen entnehmen:„Ter riesenhafte Aufschwung der Rüstungsindustrie Hai zu einem Mangel an Fach- arbeitcrn geführt. Arbeitslose Trchcr und Schlosser gibt es nicht mchr. Die ehemals entlassenen Marxisten sind ausnahmslos wieder eingestellt worden. In einem Falle hat eine Firma sogar einen Konzentrationshästling zurückgefordert und auch erhalten! Dabei wissen die Firmcninhabcr sehr genau, daß sich die weltanschauliche Einstellung dieser Arbeiter nicht geändert hat. So kennen wir einen Fall, daß ein Arbeiter in seinem Spind ein Bild vo» Karl Scvc- ring angehcstct hatte. Aus einer Ueberschrist einer gleichgeschaltete» Zeitung schnitt er sich die ursprünglich für Hitler bestimmten Worte „Unser Führer" und klebte diesen Ausschnitt unter das Bild. Der Vorgang sprach sich im Betrieb herum. Niemand forderte, daß er es abmache. In einem andern Fall ist den einstigen Marxisten bei der Einstellung gesagt worden, man wisse, wcs Geistes Kind sie seien. Man verlange von ihnen auch kein„Heil Hitler". Nur<>o» eigener Tätigkeit politischer Art sollten sie sich freihalten und sich den NTBO.-Leuten nicht gerade auffällig inachen." „Ar. 8". Wir danken für Ihre interessanten Mitteilungen' über Stimmung und Arbeit in den von Ihnen beobachteten Betrieben: „Vertrauensräte sind meistens die alten NSBD.-Zellenführcr gc- worden, also die arbeiisrcchllich»ngcschultestcu Trottel. Ansehen haben nach wie vor allein die alten Bctricbssiinktionärc der Gc- ivcrkschastcn. Bei einer Firma kam es vor, daß eine Mitteilung des Bertranensrates von der Belegschaft wegen ihrer llnsinnigkcit mit großem Gelächter ausgenommen wurde. Der Vertranensrnt bat dann den ehemaligen Betriebsrat, ihm vor der Belegschaft Gc- hör z» verschossen. Um den Gegen sah zwischen einst und seht zu unterstreichen, geben die alten Betrtebsjunktionäre jederzeit Ans- tunst in arbeitsrechtlichc» und sozialpolitischen Dingen und erweisen sich als achtenswerte Kollege». In jedem Falle einer nnso- zialcn Anordnung der Arbeitgeber wird der Bertranensrat in die .'Zwickmühle genommen und gedrängt, zum BctrirbSsübrer zu gehe», lind jeder Mißerfolg reduziert seine Geltung und steigert das Au- sehen des alten Betriebsrates."— Kerle wie Ihr sehen sich auf die Dauer immer durch! „Illegal". Sie berichte» uns unter anderm:„In einem Statt- dartenbcfchl der SA. in Hannover wurde gefordert, die Angehörigen der Standarie hätten„bis Januar>n der neuen feldgraubrau- neu Uniform feldmarschmäßig zu sein".— In einem Standarten- besehl-der SA.-Standarte in Misburg heißt es wörtlich:„Am 14. Januar marschbereit."— Uebercinstimmend ans mehrere» Arbeits- lagern NiedersachscnS wird von Vorträge» der Gauschulungsleiter berichtet, in denen jolgendc Sähe vorkamen:„Im Januar ist der Zeitpunkt gekommen, wo jeder Arbeitsmann zeige» kann, daß er bis zum letzten Blutstropfen hinter dem Führer steht."— Iu einem hannoversche» Stnndartenbeschl der SS. wird die SS. für den Kriegsfall als erste Linieutruppc bezeichnet. Darüber herrscht unter der Führung große Unruhe. Sic behauptet, die SS. sei nicht fclddienftfähig: der Arbeitsdienst schieße viel besser." Den letzte» Sah halten wir für absolut richtig. Der Arbeitsdienst liefert ans- gezeichnete Truppen, die nach kurzer Ergänzungsatisbildiing gute Pioniere oder Infanteristen sein werden. Aus Bremen schreibt man uns:„Anläßlich der Schillcrseiern wurde in Bremen„Don Carlos" aufgeführt. Eine Reihe Stellen waren bös ziiianimcngcstrichcn. Es waren mchr Kenner des wirk- lichen Textes im Theater, als gemeinhin anzunehmen war. Und bei jeder oder fast jeder Stelle einer Korrektur der Regie fühlte man "ine allgemeine Unruhe im Theater. Als aber dann gar die große Szene zwischen Philipp und Marquis Poia kam und der Satz„Sir, geben Sie Gedankenfreiheit!'' ausblieb, weil auch er gestrichen war, setzte ein orkanartiger Beifall ein. der minutenlang anhielt und degcn demonstrativer Eharaktcr nicht zu verkennen war. Auch die Honoratoren der Partei und des Staates empfanden die Demonstration und verließen das Theater während der Vorstellung."— Ter Knabe Ton Karl sängt an, mir fürchterlich zu werden. H. R, Brüssel. Auf einer Reise in Württemberg haben Sie au einer Schlosserei diese» Spruch gelesen: „Wenn nur an jedes lose Maul Ein Schloß müßt angehängt werden, Dann wäre die edle Schloncrkunsl Tie beste Kunst aus Erden." Ihr Vorschlag ist, allen„Gerüchtemachern" im Reiche ein Mund- schloß zu verpassen, da dadurch ein ricscilhaslcr»euer WirtschastS- auffchwung zu erziele» wäre.— Mag sein, aber es blieben kaum noch genügend Deutsche übrig, um die Schlöger anzufertigen und den andern anzubringen, denn Gerüchte verbreitet und glaubt drüben jeder. S.ite?atHT Ruth Reinald:„Ianko, der Junge aus Mexiko". Tebaitian- Brant-Berlagf.-Ztrostburg. Auslieferung: Editivns du Carre- iviir, Paris.(175 Teilen gebunden, mit einer dreifarbigen Uinschlagszeichnung und zahlreiche» Textillustrativnen von P. Urban.» Preis: 15 ffr., 1,50 Hfl., 3 ffr., 20 Kc. Der kleine Ianko ivird sich im Sturm die Herzen der Jugend er- ober». Aich: nur weil er ein frischer und mutiger Kerl ist. an dem alle ihre Freude haben Ianko ist ein Ausreißer. Er läuft von der mexikanischen Hazienda, wo Verwandt« den elternlosen Jungen beherbergen, davon, als er merkt, daß man ihn nicht gern sieht, flieht i» einsamen Rächten durch den Busch, verdient sich als Schuhputzer und Zeituiigsvertäufer— schwer genug oft— seinen Hcbcnsnnter- halt. Hunger und Kälte kriegen ihn nicht unter. Er behält den Kopf oben, schlägt sich durch nach Rcuyorf, wird schließlich nach Europa mitgenommen. Ianko, der Ausreißer, kommt zum erstenmal in eine Schule. Wie er sich auch hier gegen alle Widerstände durchzusetzen ivciß. ein guter Kamerad seiner Kameraden wird, das alles erleben die jungen Pejcr mit Begeisterung mit. Aber Ianko ist nicht»nr ein Ausreißer, er ist durch die Tücke des Gesetzes staatenlos. Wie der staatenlose Ianko sich mit den ihn verfolgenden Aktenbündeln herumschlägt und doch z« seinem Ziel zu kommen weiß, das ist eilte Frage, die für viele tausend Kinder in der Welt von Bedeutung ist. In der Sprache der Jungen geschrieben, wird dieses Buch von Ruth Rewald, deren Erstlingswerk„Müllerftraße" bei Gundcrt in Stuttgart erschienen, ihre großen Fähigkeiten als'Jugcndschrift- stcllerin bewies, bei allen Jugendlichen begeisterte Ausnahme finden. Alle Eltern können dieses spannende Abcittcuerbuch ohne Bedenken in die Hände ihrer Kinder geben, denn die Schicksale Iankos, des .Jungen aus Mexiko, zeige» die Unvernunft von Rassenhaß und Nationalismus. Für»en Gesamttnhalt verantwortlich: Johann Pitz in D»d- weiter! für Inserate: Cito Kuhn tn Saarbrücken Rotationsdruck und Verlag: Verlag der Volksstimme GmbH, Saarbrücken 3, Schützcnstraße 5.— Schließfach 770 Saarbrücken. Gestern noch wurden che Siege der Arbeitsschlacht stolz verkündet, und heute wächst die Arbeitslosigkeit. Fragen über Fragen wirft die Wirtschaftspolitik Adolf Hitlers auf. Sie ist ein Kampf, dessen Erfolg die wenigsten klar sehen,— ein Kampf, der über das tägliche Brot des deutschen Volkes entscheidet. Und zugleich über die Dauer des Hitler-Regimes mitentscheidet. Warum Arbeitsbeschaffung? Wem soll die Wirtschaft dienen? Ist Hitler Freund der Bauern? Das Geheimnis der Arbeitsbeschaffungswechsel? Warum ist die Währung fest? Zwangswirtschaft oder Planwirtschaft? Was hat Schacht geleistet? Gibt es Auswege aus der heutigen Wirtschaftslage? Rettet der Erfindergeist Hitler? Was sind Kompensationsgeschäfte? Wohin muß der Weg Hitlers führen? Ueber all diese Fragen, die jeden angehen, gibt die Schrift, die jeden interessieren wird, eine Auskunft, die jeden überzeugen muß: Erhältlich in den Preis 3,- Fr. VON DR. NORBERT MÜHLEN Buchhandlyoiigen der Volksstimme GmbH., SAARBRUCKEN NEUNKIRCH^N SAARLOUIS