flammte 1 Y. Fanuar 1H21 >>" Kläffer 3um Mahlkamps m.prsuhsrs brachte unS Frauen dann endlich das heiß ersehnte u»d erstrebte MUbeslimnurngsrecht an der Gesetzgebung. Ohne Kampf wären uns diese Rechte sicher nicht geworden, wie auch die Gesetze tote Buchstaben bleiben würden, wenn wir ihnen nicht lebendige Kraft zu geben verstünden. Es ist schon anders getvordcn, siebe Freundin! In diesen Wochen hast Du viel von dem verstorbenen Organi- saivr Karl Lcgien gehört, der wie so diele andere sein großes Können ganz in den Dienst der Arbeiterbewegung gestellt hat. Sein Lebenswerk sollen wir zu schätzen und zu hüten wissen. Denn: „Das ist das Große, daS Herrliche der Welt, daß das Banner steht, wenn der Mann auch fällt." Dieses Große konnte aber nur durch «inen harten und langwierigen Kampf entstehen, denn viel Unkraut mußte ausgerodet und große Schutthaufen beseitigt werden. Nur fein Beharren im Kampfe brachte den Verstorbenen seinem Ziele näher, und so wollen wir versuchen, ihm nachzustreben. Und Du wirst bis zum 99. Februar Deine politische Müdigkeit abschütteln und Dein Wahlrecht zu den preußischen Landtags- Wahlen ausüben. Für heute wünscht Dir Sonn« und Freude Deine Hanna Reitze. Partei! Aus einem Gewerkschaftsfest lernen sich zwei Frauen kennen. Ich lasse fie Fran E. und Frau H. heißen. Frau E. tst eine ent- zückende Danu; ihr freundlicher Blick beweist, daß fie eS so von Herzen gut meint mit ihrer Umgebung. Frau H. lebt nur für ihre Partei und für ihre Kinder, ihr Leben ist so reichlich belastet. daß ihr gesellschaftliche Umgangsformen fast abhanden gekommen find. ES find schon ernige Jahre her. seitdem fie ein Ber- gnügen besucht hat. Als Letzte war fie in Begleitung ihreS Mannes und ihrer Kinder in den Saal getreten; alle Gäste saßen bereits an der Kaffeetafel. ES waren ihr alles fremde Frauen, obgleich sie fast sämtliche Männer durch die Partei kennen gelernt hatte. Die Frauen trugen, mit Ausnahme einer einzigen, moderne Haarflisuren und Kleidung nach der neuesten Mode. Diese eine war die Frau E.; fie trug ihr Haar gescheitelt, im Racken waren 'die beiden schwarzen Zöpfe anfgesteckt. Sie hatten einander«d> gesehen, aber ihre Blicke sagten ihnen, daß sie gleiche Ideale habe» müßten. Die Kaffeetafel ist inzwischen beendet. Frau E. tritt zu Fr«m H. mit den Worten:.Ach, wie freue ich mich, Sie kennen yt lernen, mein Mann hat mir schon öfter von Ihnen erzählt." Frau H.:„Ich Hab' nichts von Ihnen gehört und doch Haft' ich manchmal an Sie gedacht." Frau E.:„Wie nett von Ihnen; ich Hab immer gern gelese»� was Sie in der Zeitung mitteilten." Frau H.:„Ich Hab einen großen Kummer, und zwar, daß iift nicht mit Worten sagen kann, wie ich eS schriftlich fertigbring«, daß ich kein Redetalent besitze. Wenn ich Ihren Mann in de» Versammlungen sprechen höre. Hab ich immer gedacht: ob wohl di« Frau de« Genossen E. rednerisch für unsere Partei wirken könntet Frau E.:„Ach, wissen Sie. liebe Frau H., ich gehöre zu keiner.� � Frau H.:.Nun, weshalb denn nicht?" Frau E.:„Ja. wissen Sie, jede Partei hat ihr Gutes und ihr Schlechtes. Ich möchte so gern allen helfen, nicht nur denen, Hr in der einen Partei find. Nickt etwa, daß ich religiös wäre." Frau H.:„Wer sich zur Sozialdemokratischen Partei bekenn� braucht noch lange nicht alle übrigen Menschen hasten. Wenn wir unsere Partei nicht hätten, würde eS unS Frauen am allerschlech» testen ergehen." Frau E.:„Ich bedauere oft, daß ich kein Mann bin, dann kau»' man doch ganz anders wirken." Frau H.:.Dazu braucht man heute gar kein Mann zu sei», aber wer leiner Partei angehört, kann für die Allgemeinheit»«cht wenig tun." Frau E.:.Wenn eS zur Wahl geht, weiß ich doch, wa» ich wählen muß. Dann wähl« ich die, denen ich am meisten G»t«« tun möchte, und daS ist Ihre Partei." Etwas getröstet bringt Frau H. das Gespräch in eine and«» Richtung. Frau H.:»Wenn Sie so gern helfen wollen, dann find St» doch gewiß reckt gern im Jugendamt mit tätig? Da Si« ket»» Kinder haben, fehlt eS Ihnen doch nicht an Zeit." Frcrn E.:„Später vielleicht, wenn Ich eine andere Wohn»»»»» habe, daß ich eine Hilf« halten kann. Jetzt haben wir«in« tkot» Wohnung, da mag ich mir keine Hilfe nehmen, und so mach« itft jetzt alles allein. Wäsche waschen. Plätten und Stopfen, alles mach? ich'selber. Wissen Si«, mit Strümpfen war ich so versorgt, daß teft in den acht Jahren, wo ich verheiratet bin, noch keine gekaust haftsz jetzt fange ich dabei an zu stopfen." Enttäuscht schweigt Frau H. Sie hatte gemerkt, daß fit ein« Dame aus einer Well anderer Anflchten vor sich hatte. Run wüßt» sie, weshalb diese nicht zu einer.Partei" gehören konnte. d«r«» Urbegründer jener.EhristuS" war, dessen erstes Lager im Et»! t» der Krippe war._ Chinefistbe Mauern. Von Clara ZilS. Immer noch sagen vergeßliche Menschen, eS hätte fich nicht» gp» ändert. Stehende Redensart tst eS bei den Radikalen geworde», So oft mir Liese dreiste Behauptung in die Ohren gellt, lächl« ich heimlich. Wie sehr daS Alte vergangen und NeneS geworden ist,«mpfazch ich kürzlich an einem schönen Abend besonders klar. Während des Krieges arbeitete ich bei einer Behörde. Hft» einem kaltgrauen Vormittag wurden all die wichtigen Beamt«»« und Asfistentengefichter noch würdiger, feierlicher, man schlich auf den Zehenspitzen und flüsterte, eine hochbedeutsame Kund« ging durch da» ganz vom konservativ heiligen Geiste erfüllte Hau»» Frau Edle von Soundso, geb. Soundso, die Ministertochter t? sei— fast hätw ich gesagt im Anmarsch— sei zu erwarte». Eine Ministertochter, man denke, ein Wesen aus jener Welt, M» dem gewöhnlichen Sterblichen ewig verschlossen, von der er durch eherne Schranken geschieden war.— Di« Ministertochter erledigt» ein paar unbedeutende Sachen, und al» fie ging, lag stille knecht» selige Verklärung auf den Bureaukratengesichtern. Diese Minute» unter den Augen einer so erhabenen Persönlichkeit, da« gnädig» Kopsnicken war den Neinen Untertanmenschen Labsal und Höh«« Punkt gewesen.— E» ist nicht lange her, seit ich wieder eine Ministertochter sah, Sie saß unter Alters- oder richtiger Jugendgenosfinnen und•£«« Nossen im Arbeiterjugendheim, ein schlichtes blondes Mädelchen, Ät den übrigen harmlos froh. Ich dachte an die streng abgeschlossene, hochmütige Offiziers« und Beamtenkaste im alten ObrigkeitSstaat. dem wir vor zwei Jahren unsanft ein Ende machten. Die anscheinend undurchdring» sich chinesische Mauer, von einer dünkelhaften, anmaßenden.Herr««"« schicht in wahnwitziger Berbohrtheit um sich aufgerichtet, fiel bot dem Sturm deS starken Wollen? von unten, von wo gowaltl» frische Sräft« drängen. Da» blondhaarige Kind de« Minister-ArbeiterS wurde ml» lebendiges Zeugnis dafür, daß die Verwirklichung unsere» großsK Ziels, die Klassengegensätze aufzuheben, möglich ist. Sabotage durch die Zrauen! Von Bürgermeister ll. Stall, Lauenburg/Elbe. Auf einem der letzten Provtnztalparteitage der S.P.D. meinte tw Redner, daß wir an unseren Frauen zugrunde gehen Würden, wenn sie sich wie bisher bei den politischen Wahlen auf die Seite der antisozialistischi-n Parteien stellen würden. Er meinte das so, daß auf solche Weise unsere Absicht, eine sozialistische Parlamentsmehrheit zu erzielen, von den Frauen a b o t i e r t werde. Eine kraftvolle sozialistische Politik ist bei einer bürgerlichen Parlamentsmehrheit undenkbar. Wir brauchen aber trotz aller Schwierigkeiten eine solche Politik, denn der Sozialismus allein ist Deutschland« Rettung. Nur ein Volk, dessen arbeitende Schichten erkemren, daß unser wirtschaftliches Leben in Zukunft nicht nur der höheren Ehre de«. Unternehmerprofits zu dienen hat. ist einer Rrbeitsstimmnng fähig, die den Wiederaufstieg auS tiefster klefe gewährleistet. Die kapitalistisch organisierten Parteien sträuben fich dagegen, unserer WirtschafiSversassung auch nur die bescheidensten sozialistischen Züge zu geben. Sie wollen. baß der Arbeiter auch fernerhin in den Betrieben fremdem Willen Untertan, daß er Objekt und nicht Subjekt des Produktions- Prozesse« sei. Der Widersprlich zwischen politischer Machtbedeutung vnd wirtschaftlicher Ohnmacht, der die Ursache fich ständig wiederholender regionaler Erschütterungen ist. kann nur gelöst werden durch eine planmäßige Sozialisierung. deren Trägerin in erster Linie die Sozialdemokratie zu sein hat. Rur die Anwendung ßozialistischrr Methoden unter starker Betonung des demokratischen Gedankens kann uns bor dem Zerfall bewahren. Die Anwendung solcher Methoden erscheint nur dann garantiert, wenn die Sozial- Demokratie zum bestimmenden Faktor wird. ES gibt nur diesen einen Weg zur Rettung. Wer Deutsch- kands Rettung will, muß die Sozialdemokratie stützen. Die Arauen haben besonderen Grund dazu. Wer war eS denn, der ihnen die Gleichberechtigung m i t den Männern gab? Waren c« etwa die Deutschdemokraten, die biederen Volksparteiler oder gar die sogenannten Deutschnattoualen? O nein, es war allein bi« Sozialdemokratie, die als einzige Partei in deutschen Landen seit Jahrzehnten unter dem Hohn ihrer Gegner iür die Gleich- sterechttgung der Geschleckter eintrat und die« auch in ihrem Pro- Hr.. mm ausdrückte. Freilich war da« ein Stück Diktatur, das sie ausübte, alv sie, zur Macht gekommen, den Frauen das aktive und passive Wahlrecht zu den Parlamenten gab. Aber mit dieser Diktatur, die die staatsbürgerlichen, bis dahin vorenthaltenen Rechte stabilisierte, wird sich jeder befreunden können, wenn er auch noch so sehr die bolschewistischen Methoden ablehnt. Keine Partei ist auch sonst so sehr'wie die S.P.D. für die pkecht« der Frauen eingetreten. Bei allen Parlamentsverbandlungen hat sich die« gezeigt. Sie hat sich in einem besonderen Maße der Werdenden Mütter angenommen, sie hat mit hohem moralischen Ernste «uch die Rechie der Unehelichen vertreten. In allen Angelegenheiten, die irgendwie zum Vorteil der Frauen und Mütter gereichen konnten.-stand ste im vordersten Treffen. Sollt««S nun aber etwa da? Schicksal der Partei sein, die, wie keine andere, «icht seit g e st e r n und ehegestern, sondern seit Jahrzehnten daSRechtder Frau vertrat, durch ha» Frauenstimmrecht kontingentiert und in ihrem Aufstieg zu maßgebender Bedeutung ge- hindert zu werden? Im politischen Leben gibt e» keine Dankbarkeit, aber seit wann ist eS Sitte, daß man ha» neugewonnene Machtmittel gegen jene Wendet, denen man eS verdankt? Biel Aufklärung tut not, damit den Frauen dieser Widersinn Aufgezeigt wird. Sie müssen erkennen,.wo ihre wahren und be- währten Freunde stehen. In wenigen Wochen soll das preu« st i s ch e Volk erneut an die Wahlurne geführt werden. Preußen, da« einst so viel verlästerte, ist heute die Hoffnung aller derer. ht« wahren Fortschritt und echte Freiheit wollen. Hat sich Bayern Vach der Räteherrschaft zum Hort der Reaktion entwickelt, so ist Preußen zum Hauptstützpunkt der domo« lratt scheu Freiheit geworden. Diese Stellung zu halten und weiter auszubauen, das muß unser Ziel sein. Die MehrheitSverhältnisie in Preußen dürfen nicht zugunsten der Sicchtsbolschewisten verschlechtert werden. Da gilt eS eine» heißen Kampf zu fähren, der die Einsetzung aller Kräfte nötig macht. Ein Hundsfott, wer in diesem Kamps« parteilos bleibt und hinterm Ofen bockt, während da« Volk im Kampf um die höchsten Besitz- tümer steht. Da wird es auf jede Stimme ankommen, insbesondere '«uf die der Frauen, die in der Mehrheit sind. Darum muß die Agitation der Frauen kräftig eingeleitet werden. Sie darf Vicht erst in zwölfter Stunde einsetzen. .WD-''' Die Frauen und der Sozialismus, der Sozialismus und dle Frauen gehören zusammen. Die Frauen dürfen sich nickt miS Unverstand gegen den Sozialismus stellen. Das würde Sabotage am Wiederaufstieg unsere« Volke» sein. Diese Sabotage�-zu verhindern sei unsere Aufgabe. Wir werden ste lösen müssen mit allen der« ständigen Frauen gemeinsam. Wenn eS un« gelingt, die Männer und Frauen der Arbeit zu einer Kampfeinheit zusammenzuführen, dann ist der Sieg unser k__________ Durch Nacht zum Licht! Im großen Srtale des Krankenhauses war alles in Sonne gebadet. Zehn Augenpaare, junge und alte, sahen sinnend in die goldenen Strahlen. ES war in der neunten Morgenstunde. Alle» war gesättigt, jeder hatte sein Recht bekommen. Nun stellte sich eine allgemein« Ermattung«in.. Viel» hatten eine schmerzensreiche, schlaflose Nacht hinter sich. Kein Auge hatten sie zutun können. Dazu der Sturm draußen in den Bäumen. Mancher Seufzer war durch den schwach beleuchteten Saal gezittert. Ein Wunsch wieder» holte fich immer und immer wieder:„Wäre es nur erst Morgen 1" Und der Morgen kam. Nach dem Sturm in letzter Nacht brach die Sonne mit ihrem wundervollen Glanz durch die Wolken. Wie weggefegt waren alle Sorgen der Nacht. Vergessen aller Schmerz, alles Leid. Da flog mir ein Gedanke durch das Hirn. Was sich hier im engen Raum abspielt, wiederholt sich draußen in der Welt. Dort wie hier kämpft man sich durch die dunkle Nacht. Drinnen wie draußen wartet man sehnsüchtig auf den Morgen, der alle Sorgen der Nacht verscheucht. Du, deutsches Volk, kämpfst den Kampf um die Sonne, kämpfst dich empor aus dunkler Nacht! Ohne Schmerz und Leid geht ci nicht. Aber Geduld I Auch für dich kommt der Marge», an dem die Sonne dir die Augen klar macht. Dann ver- giß, was hinter dir liegt und gehe deiner Genesung entgegen! Minna L u b i tz. �Ursache unbekannt/ Die Akten über die Vorgeschichte des Krieges Huben dem deutschen Volke manches über die Ursachen seines Unglücks bekannt- gegeben, lieber die Ursachen?— Sind die aus den Akten bekannt gewordenen Tatbestände nicht viel mehr Auswirkungen einer tiefer liegenden Ursache? Es gibt heute noch oder— schon wieder— viele, denen diese Ursache immer noch unbekannt ist. Zu ihnen spricht, lebendiger als alleö Akten Material, eine kleine Broschüre„Ursache unbekannt — Aus den Zeiten des preußischen Mtlitoriömus"(Verlag„Der Landbote",.Hohen-Neuendorf(Nordbahn), Preis 2 M., auch durch das Bczirksselretariat, Berlin NW. 40. In den Zelten 22, oder durch die VoNvärtSbuchhmtblung zu beziehen). Einer, der ihn auS eigener Erfahrung kennengelernt, desseer letztes Dienstßchr in den Krieg hineinführte, gibt uns ein« leben- dige Schilderung vom innersten Wesenskcrn des preußischen Mi- litarismuS. Doch zwischen den Zeilen lebt die Sehnsucht nach einer neuen Welt. Sie allein drückt dem Verfasser des Büchleins die Feder in die Hand. Wie arm, wie fade selbst in ihren Frerwen, wie zweizüngig in ihren sittlichen Begriffen ist doch diese äußerlich so glänzend« Zeit des preußischen Militarismus. An den Unwerten der Vergangenheit erkennen wir den Wert bei Gegenwart. Darum kommt dieses Büchlein gerade zur rechten Zeit, eine Mahnung für die Mütter, die sich bei den kommende,, Wahlen zum Preußischen Landtag gegen die Reek- ticn und damit gegen den Militarismus entscheiden sollen, ein Wegweiser für unser» Jugend, die im Parteigeschrei unserer Zeit leicht irregemacht wird. Mögen eS recht viele lesen, um daraus zu lernen, daß unsere Tage, so hart und schwer sie auch sein mögen, doch tausendfach wertvoller zu leben sind, denn je. Sie haben ein Ziel: daS Leben in freiester Form. Minna Todenhagen. Unsere Waffen, unser Ziel! piicbt rnlt den, Rüftzeug der Barbaren, sillt.■pttnt' und Speer nickt kämpfen wir. So führt zum Sieg der freiheit Scharen Des Seikteo Licht, des Rechts panier. Daß friede waltet, Wohlstand blüht, Und freud' und Boffnung hell durchglüht Der Hrbeit Beim» der Hrbeit Leben— Das ift das Ziel, das wir erstreben! .Max K r g c l. Gelesene Nummern nicht fortwerfen! ** Weitergeben!**