ilt 1929. UnterOaltanodBetlage Copyryght by Georf Muller Verlaß A.*G. München» Die verhexte Stadt. Jjb)*Iwe Wettere 6vtftt) ubenoeftt>it»te torn Marl Gttlinaer. mit behaglichen Häuschen, auf deren Balkonen und Veranden bei gutem Wetter beschlafrockte Herren und vereinzelt auch halbfrifierte Frauen ihren zur Ruhe gefetzten Geist mit Kafftetrinken und ungefährlicher Lektüre ein balsamierten. Ein angenehmer Hauch von Pensionsberechtigung lag über diesem Villen viertel. Namen wie„Villa Sonnenstrahl", „Mein Ruheplätzchen",„Landhaus Aurora" zeugten von der Friedfertigkeit der Bewohner. An einem der Gartengitter prangte aller dings ein Schild„Bor dem Hunde wird ge warnt", aber das hatte der Besitzer nur aus Pietät angebracht,— der Hund war schon lange vor der Uebersiedlung seines Herrn nach Breckendorf gestorben. So war Breckendorf«ine liebliche Novelle in dem großen Buch der Natur, bis es rbr leider erging, wie so mancher anderen unschul digen Novelle: sie wurde plötzlich Mode. Irgendein spekulativ veranlagter Mensch brachte heraus, daß die Lust von Breckendorf bedeutend mehr Stickstoff enthalte als die! Lust des übrigen Kontinents, daß Stickstoff das beste Heilmittel gegen alle Krankheiten sei, von Cholera bis hinab zum Hühnerauge, und er beeilte sich, diese Entdeckung in tausenden von Broschüren und Zeitungsartikeln der Menschheit mitzuteilen. Daß dieser Menschenfreund kurz mvor fast den ganzen Grund um Breckendorf auf- gekauft hatte, war ein neckischer Zufall. Die Bauernhöfe machten dreistöckigen Häusern Platz, Hotels schossen aus dem Boden, die Kirchstraße wurde in„Hauptallre" umgetauft, und wo ftüher die Kühe und Ochsen gelustwandelt hatten, promenierten alsbald elegante Herren und Damen. Statt der Kuhschwänze wedelten seidene Schleppen, ! statt der Hörner trug die neue Straßenbevölkerung Sonnenschirme, und statt„Muh" sagte sie:^Herrliches Wetter heute, nicht wahr? Oh, dieser Stickstoff!" Die Eisenbahn, die bisher eine» großen Bogen um Breckendorf gemacht hatte, gab ihre vornehme Zurückhaltung auf, legte em großes Ei in Gestalt eines Bahnhofs und gackerte täglich dreimal herbei, um nachzu-I sehen, ob das Ei noch da sei.' Vor sechzig Jahren noch war Breckendorf ein idyllisches Rest, das nur wenige Harzwanderer aufsuchten. Heute widmen dem Kurort Breckendorf die Reisehandbücher vier ganze Seiten. Häuser, di« man ehedem pierät- los alt« Baracken nannte, werden heute ob ihres Baustils von den Kurgästen ehrfürchtig bewundert, und vor dem Rathaus wird den Schaulustigen von den Fremdenführern mehr Gescheites vorgeschwätzt, als je t n dem Rathaus geredet wurde. Der jetzige Bürgermeister empfängt seine Schutzbefohlenen nicht mehr in Hemdarmeln, er redet sernen_Schreiber nicht mehr mit„du" an und unterbricht nicht mehr die Gemeinde- sitzutlg, wenn feine Kuh kalbt,— nein, heute ist der Herr Bürgermeister ein wohlfrisierter, juristisch gebildeter Herr, der zu stinen AmlS- stunden in schwarzem Anzug erscheint, eine stattliche Anzahl Orden besitzt und, je nachdem es die Rathausmehrheit verlangt, konservative, liberale, streng kirchliche und freidenkerische Reden halten kann. Ja, Breckendorf ist Großstadt geworden. Seine herrliche Lage tn einem der schönsten waldigen Ha»täler ward ihm zum Berhäng- nis. Zuerst siedelten sich in Breckendorf nur vereinzelt pensionierte alte Herren an, harmlose Rentenfteffer, die die Ruhe liebten, und die hier vor übermäßigen Ausgaben sicher waren. Die Ureinwohner betrachteten diese Ankömmlinge mit Gleichgültigkeit, waren wohl erstaunt, daß diese Fremdlinge sich Häuser ohne Kuh- und Schweineställe bauten, küm- rnerten sich aber mit der Duldsamkeit der Landbewohner, die jeden nach seiner Fasson närrisch werden lasten, nicht weiter um sie. Der Bürgermeister sorgte dafür, daß die Zu- zöglingc pünktlich Steuerzettel bekamen,'und beschränkte sich im übrigen darauf, die Bauern zu belehren, daß es ihre vaterländische Pflicht sei. den fremden Herrschaften die Grundstücke nicht zu billig zu verkaufen. Aber in dieser Hinsicht waren. die Breckendorfer schon von selbst gute Patrioten gewesen. Es entstand am Hügel östlich des Dorfes eine kleine Billenkolonie mit schönen Gärten, Q AA O flC/l Und jedesmal legte sie dabei einige Dutzend Kurgäste. Ein Park wurde angelegt, Rasenanlageu geschaffte, damit man ihr Betreten verbieten. konnte, ein paar Schwäne dursten sich aus! dem Teich philosophischen Studien ergeben,! ein Kurhaus und ein Kurtheater wurden er«' baut, eine Krieger-Eiche wurde gepflanzt.> Goethe, Schiller und. der Lokalpoet Aloys Katzenberger bekamen ihr Pflichtdenkmal, auf die benachbarte Augustenhohe wurde eine| Drahtseilbahn geheftet, an deren Endstation! man zu allen Tageszeiten kuhwarme Milch,! Ansichtspostkarten und andere Fremden- I nahrung haben konnte,— kurz, Breckendorf! machte sich. Geschäftsleute siedelten sich an, eine Au- denkenindustrie erblühte, Modegeschafte taten sich auf,'ein schlauer Konditor erfand die allein-echten Breckendorfer Zuckerplätzchen, ein Gelehrter schrieb die Geschichte der Stadt, an« gefangen bei Kunibert dem Einäugigen, der dort die erste Sau gehütet hatte, bis aus die Jetztzeit, die Verlobung einer jungen Milliar-» dann machte Breckendorf auch in Offiziers« l kreisen berühmt, Fra» Albertine Friederichftn, geborene Müller, errichtete ein Pensionat fliv I die höheren Töchter befftrer Kreise, in dem man den. guten Ton und das schleckte Klaviev- spiel in allen Lebenslagen lernen konnte, eine Oberreasjchule wurde hingelegt, und als gar eine. Miß, die ihren letzten Atemzug m! Breckendorfer Stickstoff ausgehaucht Hane, i testamentarisch den Bau eines engliscken- Kirchleins gestiftet hatte, war das Schicks! des ehemals so idyllischen OrteS besiegelt. Breckendorf wurde Sitz der Provinzialbehör-> den und damit endgültig Großstadt. Nur auf dem östlichen Hügel blühte noch ein schwacher Abglan; früherer Belwglichkeit, dort, wo die kleinen Billen standen, und wo noch innner- vor dem Hunde gewarnt wurde. Auf der Kurpromenade vor dem Musikpavillon schwirrten alle Sprachen deS Erdballs durcheinander, Toiletten und Brillanten wurden spazierengeführt. In der Hochsaison stiegen die Hotelpreise inS Ungemeffene, und die Soubrette des KurtheaterS sparte in einer einzigen Spielzeit vierzigtaufend Mark, oh» /i/* j/j v /it L 2— wohl ihr neues Gebiß allein achthundert Mark gekostet hatte. Die Breckendorfer waren stolz auf die feudalen Namen, die in der Kurliste prangten. Ehrfurchtsvoll bestaunten sie die reichen Amerikaner und Engländer, weit ehrfurchtsvoller, als ihre wackeren Großväter eine.» Preisochsen bewundert halten, und mit scheuer Andacht flüsterten sie ftdpjie angenommenen Namen der Fürstlichkeiten zu, die inkognito den Breckendorfer Stickstoff ematmeten. Eine dieser Fürstlichkeiten war sogar echt. Der höchste Stolz des großstädtischen Kurorts aber war der Maharadscha von Bungesi, der nun schon zwei Saisons hintereinander in Breckendorf' zu stickstoffeln geruhte. Seine braune Hautfarbe und die Hautfarbe seines zahlreichen Gefolges machten ein Inkognito unmöglich. Aber darauf legte die indische Hoheit auch offenbar gar keinen Wert; er mietete ein ganzes Stockwerk im Palast-Hotel, zahlte fürstlich, ließ sich nur von seinen Untertanen bedienen und kümmerte sich wenig um das Auflehen, das sein Erscheinen auf der Promenade und im Kursaal machte.* Bon europäischen Einrichtungen schien er nur den Kognak zu schätzen, den er, wenn er guter Laune war, aus Waflergläsern trank. Ob dies eine indische Sitte ist, wage ich nicht zu entscheiden. An den vierzigtaüsend Mark Ersparniflen der Soubrette war er durchaus unbeteiligt, wie er überhaupt dem als schöner verschrieenen Geschlecht gegenüber eine hoheitsvolle Interesselosigkeit an den Tag legte. Man munkelte von einem unglücklichen Liebesroman, den Seine Hoheit an den heiligen Gestaden des Ganges erlitten habe und der den Maharadscha nicht nur in den Augen der höheren Töchter des Friederichsen- schen Pensioimts noch intereflanter machte, als es ein lebendiger Ausländer ohnedies ist. Wie der Lokalschristleiter des„Breckendorfer Tageblattes", der Seine Hobest zwei Tage nach dero erstem Eintreffen interviewt hatte, schrieb,„umflorte den edlen Blick der melancholische Zug jenes Seelenschmerzes, der uns Menschenkennern von der Feder von i»n tausend- Wundern und Leiden der tiefen L'ebe so ergreifend zu künden, weiß. Ja, lieber Leser, dieser edle Fürst, ein Vater seines Volkes, ach. er ist trotz seiner Jugend, Irotz seiner Schönheit, trotz seines Reichtums nicht glücklich! Oh, daß mir die blumige Sprache der Dschungeln, daß mir der glühende Hauch der Lotosblume zur Verfügung stände, den erschütternden Eindruck zu schildern, den incscr gütige Herrscher in meinem Innern auslöste!" j Leider stand dem Lokalschristleiter ke:n« Lotosblume, sondern gottlob nur anderthalb Zeitungsspalten zur Verfügung. Uebrigens gelang ihm das große Wunder, ein Lächeln auf die Lippen des sonst so ernsten, verschlossenen Ausländers zu zaubern, der nach Beendigung der Audienz sich mit den Worten an seinen Haushofmeister wandte:„Sprechen die deutschen Lokälredak- teure alle ein so miserables Englisch?" Ganz besonders hatte den Maharadscha iM Bürgermeister in sein Herz geschlossen. Nicht nur, weil ihn die Hoheit zu einem Besuch in Indien eingeladen hatte' wobei er ihm eine Tigerjagd in Aussicht gestellt hatte und ihm versprochen hatte, er dürfe den Tiger auf drei Meter Enflernung persönlich erschießen— eine Ehre, bei deren bloßer Erwähnung den Bürgermeister ein« Gänsehaut von Stopfgansgüte überrieselte—, nein, die unbegrenzte Verehrung des Stadtoberhauptes für den braunen Fürsten hatte noch eine andere, gewichtigere Ursache. Kurz vor seiner letzten Abreise hatte nämlich der Maharadscha den Bürgermeister zu sich bitten lasten, um ihm eine höchst Peinliche Eröffnung zu machen: ihm war em wertvoller Perlenschmuck gestohlen worden. lFortsetzung folgt.)> Wir steigen auf. Bon Liddy Zickmann. Wir steigen aus der Tiefe auf, Mann und Weib und Kind. Wir steigen auf, weil wir hungrig sind Nach des Lebens goldener Frucht... Unsere Hände sind rauh, Unsere Kittel sind grau, Wir kennen nur Arbeit, Mühe und Not, Den ewigen Kampf um das tägliche Brot In der Tage eintöniger Flucht. Doch wir haben von fern eine Welt geschaut Wo allen Menschen der Himmel blaut, Wo alle Menschen ernten und bau'n, Wo alle jubeln auf Blumenau'n.... Und wir tragen ein Sehnen himmeliveit Rach jener Welt voll Seligkeit, Das läßt uns nimmermehr los. Wir steigen ans der Tiefe auf, Mann und Weib und Kind. Wir steigen auf in Mengen, Wir steigen auf und drängen Nach des Lebens goldner Frucht. Der Mensch. Bon Mark Twain. Der Mensch kann nicht im Freien schla- fen, ohne sich tödlich zu erkühlen oder den Rheumatismus zu kriegen. Er kann seine Rase nicht länger als eine Minute unrer Wasser halten, ohne ertrankt zu sein. Er ist, mit Verlaub, die erbärmlichste, unbeholfenste von allen Kreaturen, welche die Erde bewohnen. Er muß gebäflchelt, in Windeln getan und gewickelt werden, um überhaupt leben zu können. Er ist, wie immer du ihn nimmst, ein zerbrechliches Ding, ein regelrechtes Bri- tisches Museum von Inferioritäten. Er muß immer repariert werden. Eine Maschine, di« so unzuverlässig wäre, wie«r, würden keinen Käufer finden. Die niedrigen Tiere, scheint's. bekommen ihre Zähne ohne Schmerz und Unbehagen. Die des Menschen brechen nach Monaten grausamer Marler durch und zu einer Zeit, da der Mensch am wenigsten imstande ist, diese Marter zu ertragen. Sowie er aber d-e Zähne hat, müssen sie ihm wieder gezogen werden. Die zweite Garnitur verbleibt rhm ja für eine Weile, aber der Mensch wird nicht eher eine Garnitur von Zähnen erhalten, auf die er sich verlassen kann, als bis ihm der Zahnarzt eine onfertigt. Der Mensch beginnt mit den Krankheiten als Kind und lebt von ihneu, als regulärer Diät, bis ans Ende. Er hat Mumps, Scharlachfieber, Keuchhusten, Katarrh, Mandelentzündung und Diphteritis als ganz natürliche Angelegenheiten. Späterhin, im weiteren Verlauf, ist fern Leben nach wie vor bei jeder Biegung von Schnupfen, Husten, Asthma, Bronchitis, Halsbraune, Schwindsucht, gelbem Fieber, Blindheit, Influenza, Furunkeln, Lungenentzündung, Gehirnerweichung und tausend anderen Krankheiten dieser ob« jener Art bedroht. Er ist ein Korb voll pestilenzialischer Fäulnis, den Mikroben zu Schutz und Unterhalt bereitet. Sieh dir sein Gemachte in einigen Einzelheiten an: Wozu hat er den Blinddarm? Er hat keinen Wert! Sein einziges Interesse ist, da zu liegen und auf einen verirrten Traubenkern zu warten und dann Leiden zu verursachen. Wozu dient der Bart des Menschen? Er ist nichts als eine Lästigkeit! Alle Nationen verfolgen ihn mit dem Rasiermesser. Aber die Natur versieht den Menschen immer wieder mit einem Bart, anstatt diesen auf den Kopf des Menschen zu verlegen. Ein Mensch wünscht sein Kopfhaar zu behalten. Es ist ein reizender Schmuck, eine Bequemlichkeit, der beste Schutz gegen das Wetter, und der Mensch schätzt es höber als Smaraade und Rubine. Und die Hälfte der Zeit läßt die Natur eS auch wachsen, aber eS will nicht dableiben. Der Mensch ist nicht einmal hübstb und was Stil betrifft, sich dir den bengalischen Tiger an--- dieses Ideal von Annmt, körperlicher Vollkommenheit und Majestät. Denke an den Löwen, an den Tiger, den Leoparden— und dann denke an den Menschen, dieses armselige Ding! An dieses Tier mit der Perücke, dem Hörrohr, dcnz. Glasauge, den Porzellanzähnen, dem höhcr- nen Bein, der silbernen Luftröhre— eine Kreatur, von unten bis oben geflickt! Uebertragung von Max Hayek.- Die Snsei der Einsame«. Zwischen den Zipfeln zweier Kontinente im südlichen Atlantik liegt die einsamste Insel der Welt, liegt Tristan da Cunha. Tristan da Cunha beherbergt kaum mehr als hundert englisch sprechende Bewohner, die von der übngen Welt so gut wie abgeschlossen sind. Denn höchstens alle drei Jahre einmal läuft rin Schiss die Insel an. Tristan da Cunha ist ein erloschener Vulkan mit einem großen Krater al- Gipfel und vielen kleinen Kraterkegeln an den Seitenhängen. Der Gipfel hat eine Höhe von etwa 200 Metern Im Krater selbst hat sich ein großer Regenwasserpfuhl gebildet. Tristan liegt 1600 Seemeilen von Kapstadt entfernt. Im März 1923 lief das Schiff ,^Lluest" die Insel an. Ein Reisender teilt jetzt in der„New Aork Times"« einiges von seinen Betrachtungen auf der Insel mit. Seinem Bericht verdanken wir das Folgende: Obwohl schon die Portugiesen die Insel im Jahre 1596 entdeckten und ihr den Namen gaben, wurde sie nicht vor 1610 besiedelt. Als Napoleon nach St. Helena verschickt wurde, brachten die Engländer auf Tristan eine Garnison unter, um zu verhindern, daß die In>el als Basis für eine eventuelle Befteiungsaktion benutzt werd«. Als nach Napoleons Tode«ie Garnison von der Insel zurückgezogen wurde, blieben der Korporal William Glaß, ein Schotte, und ein paar andere als ständige Ansiedler zurück. Einer der Leute, die sich dort mit Glaß zusammen niederließen, war ein Matrose namens Cotwn, einer der Wärter Napoleons auf St. Helena. Ein anderer war ein gewisser — s— | Swane; voll diesem wird gesagt, daß er in der l Schlacht von Trafalgar den zu Tode getroffenen k Nelson mit seinen Armen aufgesangen habe. 8 Diese wenige» Leute mitsamt ein paar Hollän- . dein ans Amsterdam, rin paar Buren und I einigen anierikanischen Matrosen von Walfisch- ufängern bildeten den Stamm der Siedler. In ncHcrcr Zeit ist etwas italienisches Blnt dazu «gekommen. Bor mehr als einem halben Jahr- ^hundert, als die Bevölkerung zu groß geworden jwar, gelang es, etwa fünfzig der Bewohner von »Tristan zu bewegen, nach der Kapkolonie auszuwandern, uni sich dort niederzulassen. Bald aber war die Zahl der Bewohner wieder über hundert gestiegen. Auf tragische Weise wurde tim Jahre 1885 das Uebervölkerungsproblem gelöst: alle erwachsenen Männer ertranken, alle, «äußer einem. Auf ihren schwächlichen Booten Watten sie sich aufs Meer gewagt, um mit einem wörüberfahrenden Schiff Tauschhandel zu trei- He». Das stürmische Meer aber verschlang sie. |1905 war die Bevölkernngsziffer wieder auf -achtzig gestiegen. Auf Tristan da Cunha gibt es kein Geld. Auch keine Regierung kennen dir Leute von Tristan, kein Gericht, kein Gefängnis, kein schweres Verbrechen, alle die schönen Errungenschaften unserer Kultur sind ihnen unbekannt. Sie kennen nur die einfachsten Werkzeuge und Iciinen keinen Handel, außer den« Tauschhandel mit den Schiffen, die gelegentlich anlaufen. Alle fihre Nahrung und Notdurft, ob sie sie fangen loder von Schiffen eintauschen, wird wahrhaft ikommnnistisch geteilt. Die soziale Organisation «st schlicht patriarchalisch. Die Familie bildet eine Einheit, die der älteste Mann regiert. Zuweilen haben die Bewohner geglaubt, daß sie einen Herrscher brauchten und haben einen aus Ihre Mitte gewählt. Aber dies« Lust zu. einem Oberhaupt ist ihnen immer bald wieder abhanden gekommen und sie haben den Häuptling seines Amtes enthoben.— Ehen werden so geschloffen: daS die Ehe eingehende Paar schreibt leinen Namen in ein statistisches Buch, das von Modert Glaß, einem Nachkommen des ersten Siedlers, geführt wird. Wenn der Bischof von Dt. Helena die Insel besucht, oder ein Kriegsschiff mit eineui Kaplan an Bord anläuft, erhalten die während der letzten Jahre vollzogenen Ehen nachträglich den Segen der Kirche. Das Meer wimmelt bei Tristan da Cunha Po« Fischen, denn niemand außer den einsamen Bewohnern fischt hier. Selbst Walfische lind in Hülle und Fülle da. Das Land dagegen ist Bbe, fast wie eine Wüste, nur überschwemmt von Aasten und von Wildkatzen, Abkömmlinge von Hauskatzen aus der Zeit der ersten Siedlnng. Auch wildes Rindvieh gibt eS, ebenfalls Ab- Mmmlinge von zahmen Tieren, welches so wild A, daß es einen jeden angreift, der seines Weges ütznint. Die Bewohner, schießen das Vieh ab, »>rnn. sie Munstion haben. Pflanzen gibt es »ur wenige, sie beschränken sich auf Margue- wilde Rosen und einen der Mimose ähn- ^'chen Baum. Schmetterlinge gibt es nicht und keine Bienen, keine Singvögel, keine Mücken, kn«« Schlangen. Das Klima ist das ganze Jahr Dadurch angenehm mild, lind den Leuten ist "N langes^Leben vergönnt. Tas ist der Einblick, den der flüchtige ftnsende gewonnen hat von Tristan da Ciii.ba. das jst daS Wenige, was die übrige Welt svciß ban jj cm giland Tristan da Cunha. Es ist richtig, daß Reichtum eine An- von Arbeit ist; nur ist es dabei fi»» so, daß der eine die Arbeit ver- - Met»nd der andere die Archänfimq. Und kir,.'® 11*’ dann von klugen Lent««« ,Llrbeits- lgenannt. Tolstoi.« Ei« Bolkraufwlegler. Bon Erna Büsing(Berlin). Irgendwo in einem Dachstübchen im Londoner Häusermeer sitzt eine arme Mutter bei ihrem totkranken Kind. Das Petrolemn ist aufgebraucht, selbst fiir eine Kerze reichte das Geld nicht und Anlagen für Gas oder elektrisches Licht verirrten sich nicht bis in die Wohnungen der Armen. Schwer und drückend liegt die Dunkelheit im Zimmer. Fieber rast durch den aufgezehrten Körper des Kindes, wirre Träume jagen durch sein Hirn, trüben ihm die Sinne. Das Kind fürchtet sich vor dem Dunkel. Angst würgt es. Die Mutter hat nichts als tröstende Worte, aber die heruntergeschluckten Tränen und das unterdrückte Weinen nehmen der Stimme Wohlklang und Mut. Hätte sie doch nur ein winziges Kerzlein, dessen Flamme in das erdrückende Dunkel des Zimmers flackerte! Dann und wann huscht ein Lichtschein durch die Stube. Denn hoch auf dem Dache des Nachbarhauses thront ein Lichtreflame-Hund. Viele, viele kleine elektrische Glühbirnen ergeben den Hund, eine französische Bulldogge, die eine Zigarette raucht und mit den Ohren wackelt. Immer wenn der Hund die Ohren bervegt, geistert ein Lichtschein durch das Krankenzimmer. Faffungslos starren die müden, brennenden Augen der Mutter in Richtung deS Hundes. Wurde nur eine einzige der dielen Birnen, die zur Zusammenstellung des Hundes gehören, in ihrem Zimmer leuchten, dann würde ihrem Kinde die quälende Angst gemildert, es würde ihm das Sterben erleichtert sein. * Irgendwo an Amerikas Küste liegt Holzschiff an Holzschiff. Man baute sie zur Zett des Krieges in Berücksichtigung ihrer besonderen Eignung zum Entweichen vor Unterseebootangriffen. Der Krieg ist zu Ende und das menschliche Hirn wandte sich anderen profitlichen Erscheinungen zu. Die Schiffe kann man nicht mehr gebrauchen, man vertäut sie schlecht und legt sie Seite an Seite, damit die Winterstürme sie zerschlagen. Im Lande herrschen Kälte und Arbeitslosigkeit. Friereltde Menschen, arbeitenwollende Hande fragen, könnte man daS Holz nicht irgendwie verwenden? Doch man will den Arbeitslohn sparen, die Holzverwendung ergäbe nicht genügend Profit. Und Schiff auf Schiff zerstören Stnrm, Eisgang und Meereswellen. * Irgendwo auf Aegyptens Kulturboden wächst Baumwolle. Einstmals wuchs hier Brotfrucht, aber als die Reichen Erportgut haben wollten, ließen sie Baumwolle Pflanzen. U«rd sie gedieh, die Baumwolle. Baumwollballen auf Baumwollballen konnte von den Handelsplätzen aus in die Welt. wandern. Ueberall war sie begehrt, die Baumwolle und die Knltur stand so prächtig, daß sie^Ueber- erträge lieferte. Da fürchteten die Reichen die Konkurrenz der Baumwolle durch die Baumwolle und schnell entschlossen und geschäftstüchtig, wie sic nun einmal sind, befahlen die Reichem„Die Kulturen liege«« von nun ab brach." In Aegypten umschleichen arbeitenwollende Menschen traurig die verödeten. Arbeitsstätten, draußen in der weiten Welt schreie«« arnie Menschen nach Kleidung. Und ein prächtig uniformierter Schutzmann, mit dem Glanze der eigenen Würde und des staatlichen Rechtes umgeben, paßt gewissenhaft auf, daß keine Baumwolle gebaut wird. * Irgendwo«n der weiten Welt predigt c«n Mann:„Ihr Armen habt auch ein Recht auf's Leben." Es braucht keiner zu hungern, es braucht, keiner zu frieren, für alle ist Brot» ist Arbeit, ist ein Fetzen Glück in der Welt, doch übernehmt ihr Enterbten die Verteilung der Gütet. Da sagte man in aller« Kontinenten, daß dieser Mann An Volksaufwiegler sei. Der Auspeitscher von Michigan Der nordamerikanische Staat Michigan hat das Gesetz angenommen, wonach Verbrecher aus Gewalttätigkeit öffentlich ausgepeitschl werden und in seinem Budget für das lausende Finanzjahr findet sich daher folgerichtig ein Posten, der das Gehalt für den Auspeitscher von Michigan festlegt. Man darf vermuten, daß es an Bewerbern nicht fehlen wird; wenigstens ging noch vor kurzem durch alle Zeitungen unwidersprochen die Nachricht, daß sich für den Scharfrichterposten von Budapest nicht weniger als 580 Kandidaten und Kandidatinnen gemeldet hätten; denn es gibt auch Frauen, die sich nicht darauf beschränken, himmlische Rosen ins irdische Leben zu flechten. Aehnliche Bestrebungen wie in Michigan sind auch in den anderen amerikanischen Staaten und ebenso in unserem Kontinent, der eS auch hierin nicht bester hat. bemerkbar;. wir dürfen uns daher darauf gefaßt machen, daß bald eine Gewerkschaft der Auspeitscher, Henker Und Folterknechte sich gebildet haben wird; der Unterschied zwischen unserer, fortschrittlichen Zeit und einer barbarischen Vorzeit wird bloß darin bestehen, daß der Aus« peitscher von Michigan gewiß nicht eine Minute länger als acht Stunden im Tage seiner bürgerlichen Tätigkeit sich widmen wird. Es wird darauf hingewiesen, daß die Zunahme von T«eb- stahl, Raub und Mord dazu zwinge, zu den schärfsten Mitteln der Abwehr zu greifen und die Verbrecher hätten bloß Angst vor schweren Körperstrafen, während sie das Zuchthaus als reinen Erholungsurlaub betrachten. Aber wer ein wenig in alten Chroniken i«nd Geschichtswerken blättert, der wird wahrnehmen, daß Folter, Martern und Torturen zu keiner Zeit die Verbrecher abgeschreckt haben; nie gab es so viel Uebeltäter wie in jenen Epochen, in denen die Auspeitscher dem Uebermaß ihrer staatserhaltenden Arbeit gar nicht mehr nachkommen konnten. Mit einigem Erstaunen sieht man, wie gerade Amerika, daS-seines Fortschrittes sich rühmt, zu den empörendsten und ältesten Mitteln eines grausamen Strafrechtes greift. Die geringe Achtung vor Menschenleben und Menschenwürde versteht man als traurige Kriegsfolge; doch was mag in der Seele jener wackeren Beamten vorgehen, die sich in Michigan und bald anderswo der Auspeitschung und der' damit bewirkten sittlichen Reinigung ihrer Zeitgenossen widmen? Di« Daumenschrauben, die„eiserne Jungfrau" und ähnliche Erfindungen eines als Gerechtigkeit falschgemeldeten Sadismus werden ja bald folgen, und die Bolksnner- halttrng des Lynchens wird dann vermutlich von den Amerikanern in bestimmte gesetzmäßig vorgesehene Formen gebracht. Die Verteidiger der echten Bestialität lächelt« über die„falsche Humanität" jener, die den Auspeitscher von Michigan für ein noch beschämenderes Zeichen nuferer Zeit halten als alle Verbrechen, die er bestrtten soll. Im Falle eines Jnsttzirrtnms wird ver- nnitlich fiir jeden zu Unrecht erhaltenen Peitschenhieb eine namhafte Dollarsumme gezahlt; man wird wetten auf die sportliche Leistung der verschiedenen Meistcrveittcher Und da wir doch in einer Blüte des Fortschrittes — 4— leben, werden Kino und R-sio bestrebt sein, den weitesten Kreisen die Produktionen der AuS- peitscher vorzuführen. So verbinden sich Vergangenheit und Gegenwart, und wenn auch Azteken und Huronen von den Borfahren der heutigen Amerikaner— na/Ärlich mit peinlicher Beobachtung de« Rechte«— mrSgerottet wurden, die Entdeckungen ihrer t^robten Grausamkeit werden wohl bald wieder ausgenommen, und wenn man Sonntag- in Michigan zur Kirche geht, wird man von dem Folterprogramm der Woche interessiert und angeregt sich unterhalten. Newyorks Autoflut. Während bei uns infolge der hohen Preise der Kraftwagen noch immer ein Luxusgegenstand für wenige ist, ist er in den Bereinigten Staaten längst zu einem Verkehrsmittel für jedermann Geworden Rach den neuesten Ziffern, die*n den Kew Korker Blättern veröffentlicht werden, be- Ntzen die Bewohner dieser Riesenstadt augenblick- Wch 406.008 Kraftwagen, und die Zahl wächst Mglich weiter. Außerdem kommen alltäglich von außerhalb 200.000 Kraftwagen nach New Kork herein, so daß man mit einem Verkehr von über -600.000 Auto- in den Straßen New Korks rechnen muß. 40.000 Kraftwagen fahren täglich durch die Fisth-Avenue, mindestens ebenso viel durch die Park-Avenue und über den Broadway. Wie man diese Hunderttansende von Wagen unterbringen soll, wie man es verhindert, daß sie die Verkehrswege heillos verstopfen, das ist das Problem, mit dem man jetzt in Rew Kork ringt, ohne es bisher befriedigend lösen zu können. Bis zum vergangenen Jahre war eS jebem Automobilisten gestattet, seinen Wagen überall, mit Ausnahme der Fisth-Avenue, solange an der Bordschwelle stehen zu lasten, wie man»vollte. Erst ein Alarmschrei der New Korker Feuerwehr machte dieser Freiheit ein Ende. Man bekam auch heraus, daß die Kaufleute große Verluste erlitten durch den Aufenthalt, den die herumsteheu- den Kraftwagen verursachen, und so wurde denn das Hinstellen der Wagen in den engeren Straßen der Stadt überhaupt verboten und das Stehenlasten nicht länger als 90 Minuten gestaltet. Der Verkehr wurde in bestimmter Weise geregelt, so daß in diesen belebtesten Verkehrsstraßen der Wät sich das Passieren der Wagen ohne großen Aufenthalt und mit automatischer Sicherheit vollzieht. Zur Aufbewahrung der Autos Wurden einige große freie Räume bestimmt, die von Schutzleuten bewacht werden. Aber der größte Teil der Wagen wartet doch noch auf der Straße oder fini^t in Privatgaragen Unterkunft. In allen Tellen von New Kork gibt ss Riesengebäude, viele Stockwerke hoch, in denen tje Wagen in gewaltigen Lifts heraufgezogen «wer auf ansteigenden Rckinpen in die höheren Stockwerke gefahren Werden. Besonders großartig ist das Bild der Rew Vorker Autoflut in der 39. Straße, wo es nicht Weniger als vier große Theater gibt. Während Ger Theaterzeit Warten hier die Autos in einer Linie von 3—5 Kilometer Länge. Wenn die Lichtsignale das Ende der Vorstellung-anzeigen, bann bewegen sich die Wagen v> vier Reihen vorwärts, von denen jede Reihe für eines der Theater bestimmt ist. Auf dies/- Weste entleert sich Gie Metropolitan-Oper in 10 Minuten, Während «s früher eine halbe Stunde dauerte. Aber das Bedürfnis, neue Warteplätze für die Hunderttaufende von Autos zu finden, steigt von Monat zu Monat, und man denkt bere2» daran, eine ungeheure Garage unter dem Zentralpark zu bauen. An einzelnen Stellen sind schon Fußwege aufgehoben und höhergelegt worden, und man beabsichtigt, den Verkehr überhaupt so zu regeln, daß Kraftwagen und Fußgänger sich in ganz verschie- Gener Straßenhöhe bewegen. (deOanfeu-eplitter. Die Satten richten über di« Hungrigen. „Ueberhaupt, die sogenannte Gerechtigkeit ist in den meisten Fällen eine ziemlich leichte Komödie, ein Schwank. Die satten Leute üben sich in der Berbesterung von lasterhaften Neigungen der hungrigen Leute.— Ich pflege ost den Gerichtssitzungen betzuwohnen, aber habe noch nie geschen, daß die Hungrigen über den Satten zu Gericht säßen,— wenn's einmal die Satten beim Satten tun— jo geschieht's wegen Habsucht. Heißt also:„Nimm nicht olles für dich, laß auch etwas für mich!" Maxim Gorki. —— crmerlet.■— I» Kampf gegen Menschenfresser. Der kürzlich von Buenos Aires in Dakar einge- trosfene Dampfer„Mosel" bringt intereffanre Einzelheiten über die Hinrichtung von sechs Menschenfressern, die kürzlich zu Bikwria in Französisch-Guinea stattgejünden hat. Hier, im Flußbett des Rio Dunez, steht die Menjchen- ftesterei bei einzelnen Eingeborenenstämmen noch in voller Blüte. Die Kannibalen veranstalten in ihrer Gier nach Menschenfleisch förmliche Jagden, well sie dem Aberglauben huldigen, daß sie die Eigenschaften der von ihnen Gegessenen erwerben Besonders die Leber gilt bei ihnen als ausgesprochener Leckerbisten. Dank der Aufmerksamkeit eines Zollbeamten von Victoria gelang es nun kürzlich, sechs dieser gefährlichen Jäger zu fangen. Der Beamte war auf der Suche nach einem Knaben, der verschwunden War. Man fand ihn schließlich schreckgelähmt in einem Walde. Er Wußte, daß er in der Gewalt der Menschenfresser war und gab sich über das Schicksal, das ihn erwartete, keiner Täuschung hin. Bei Durchsuchung der Umgebung entdeckte man dann am Fuß eines Baumes, unter Zweigen verborgen, ein großes Tongefäß, das mit Menschenfleisch gefüllt war. Kurz darauf wurden sechs Kannibalen eingebracht, denen man den Prozeß machte und die ausnahmslos zum Tode verurteilt wurden. DaS Todesurteil wurde unmittelbar darauf durch Erschießen vollstreckt. Unter den Verurteilten befand sich auch eine siebzigjährige Frau, die mit Vorliebe kleine Knaben aß, um wieder jung zu werden. In der Umgegend der Militärstation von Maceuta kommt es nicht selten vor, daß ein Eingeborener, der die Unvorsichtigkeit begeht, allein herumzuwandern, von den Menschen- steffern, die im Hinterhalt lauern, abgefanqen wird und spurlos verschwindet. Die Eingeborenen wagen eS nicht, Anzeige zu erstatten, weil sie die Rache der Kannibalen fürchten. Juterestante Zahlen auS dem Bienenvolk. Eine Biene^wiegt 0.06 bis 0.23 Gramm. 10.000 Bienen gehen etwa auf ein Kilogramm.— Die Honigblase der Biene hat in der Ruhe etwa 14 bis 16 Kubikmillimeter Fassungsvermögen. 1000 Kubikmillimeter H»nig wiegen etwa ein Gramm.— Die Honigblase vermag etwa 20 Milligramm aufzunehmen. Zu einem Kilogramm Honig sind also die Füllungen von 50- bis 60.000 Honigblasen nötig. Eine Rotkleeblüte sondert 0,000 793 Gramm Nektar ab Um ein Kilogramm Zucker zusammenzubringen, müsten die Bienen etwa 7,500.000 Rotkleeblüten, 5 Mill. Esparsette— 2 Mill. Akazienblüten be- fl«gen. Eine Bien« vermag bei zehnstündiger Arbeit etwa 7000 Blüten zu befliegen. Man kann danach berechnen, wie lange ein Volk von» 12.000 Bienen braucht, um einen Honigtopf zu» füllen! August Hand sch nb. Liu Land mit dreijähriger Briesbeftcllzeit.1 Die Bewohner der im Süden deS Atlantischen! Ozeans gelegenen englischen Insel Tristan da» Cunhä haben seit März 1923 keine Post mehr er-» halten, da die im Londoner Zentralpostamt qe«l sammelten Pakete und Briese, die nach dorthin» bestimmt sind, noch so wenig zahlreich sind, daß» die Entsendung eines besonderen Schiffes dafür» allzu große Unkosten verursachen würde. Die» zuständige Postbehörde glaubt, im Frühjahr 1926» frühestens die nächste Post dort abliefern xn« können.-I —i Heiteres. Di« junge Fran:„Marie, haben Sie de«i Köchin gesagt, daß ich ihr heute helfen will?"— I Hausmädchen: ,Za, gnädige Frau, aber sie I meint, ob's nicht lieber'nen andern Tag ginge,» weil sie heute zu viel zu tun hätte." Sein letzter Wille. Ein junger Mann zählt I bei seiner künftigen Schwiegermutter eine halbe I Stunde lange auf, was er alles bei der Hochzeit I haben wolle. Die künftige Schwiegermutter sing 1 an, ungeduldig zu werden und sagte zu ihrer« Tochter, als der jung« Manu mit seinen„Ich» will, ich will" usw. auch gar nicht enden wollte» „Sein Zukünftiger will viel!"—„Laß ihnl reden," antwortete die Tochter mtt feinem Lä^tz cheln,„er redigiert seinen letzten Willen!" Ein gutes Beispiel. Der Lehrer erklärte dcn Schülern den menschlichen Organismus nicht führte aus, daß, wenn ein Organ verloren gingtz das andere dann mefft stärker sei. Z. B. wenn man auf einem Ohr« das Gehör verliere, höre' man gewöhnlich desto bester ans dem anderen.« „Wer kann mir ein ähnliche» Beispiel nennen?"» ftagte er am Schluß.—„Ich!" rief ein kleiner! Junge.„Meine Tante hat ein Bein zn kurz und i desto länge» ist das andere."(„Tit-Btts")| Recht hat'er. Hans kann ekste Rechenaufgabe! nicht lösen.„Denke dir," sagt der Lehrer,„hier I liegen vier Eier, und ich lege noch drei dazu, wie« viel wären das?"— Hans lacht.—„WaruNtk lachst du denn?"—„Ach," erwidert Hans,„Sft I können doch keine Eier legen." — StatfeMgtfe. Lehrjahre. Ich kam zum Meister in die Lehre, Schlrmm halt' es da ein Körperteil, Es ging mir wider meine Ehre: Denn selten war'- gesund und heil. Stell um das Wort so ganz und gar, Dann weißt du, wie der Meister war. Emil Pein.^1 Gleichklangrästel. Wenn der Sommer kommt ins Land, Sitzt e- gern am Wiesenrand, Musiziert bei Sternenpracht In der schönen Sommernacht. Aber sitzt dir's im Gehirn, Leuchtet dir kein gut Gestirn, Scheint die Sonne noch so hell, Bleibst ein grämlicher Gesell. K o r y T o w sk a.>> ,*'•Unterschiedlich, Freund will ich gern dich benennen,— Biss du verwandt mir und treu,— Aber heim Spott. auf dem Wasser— Seh ich dich lieber geköpft.