4 »imv l I liw n ,* Die verhexte Stadt. Weitere 6pit)6 nbengef<&tc&t* von «an ettimacr. „Soll mir der Teufel sämtliche Tintenfässer am Schädel zerschellen, wenn ich jemals so einen blödsinnigen Brief vom Stapel gelassen habe!" »Ich kenne Ihren Briefstil nicht", wurde der Assessor nun seinerseits boshaft,'„jedenfalls wurde der Auftrag ausgeführt; die Familie Quickborn zog aus, die Möbel Ihres seligen Vaters wurden in schönen, grünen Möbelwagen abtransportiert, und das Haus selbst bis auf die Grundmauern niedergelegt. Verkauft wurde der Grund und Boden allerdings nicht,— die Verbrecher scheuten sich 'Wohl mit Reckt vor der Umschreibung im ^Grundbuch. Weder die Transportarbeiter «och die Bauarbeiter, die die Beseitigung lAhres Eigentums bewerkstelligten, waren bisher zu ermitteln." „Begreife ich. Die haben eben auch den Grundsatz: Geheim, geheim, geheim!" ,Mir haben natürlich di« Witwe Quick- vorn vernehmen lassen. ES ist eine etwas gei- «tesschtvache, kränkliche Frau, aus der kaum Etwas herauszubringen war." „Man scheint überhaupt in di-sem Haus' tticht sonderlich viel herauszubringen?" „Zum Donnerwetter, unterlassen Sie Ihre Randglossen! Meinen Sie, ich erzähle Ihnen das zu meinem Vergnügen? Mein Beruf ist etwas sehA Ernstes—" .„Für Len Zuschauer nicht immer. Sie wiissen, übrigens meine Anmerkungen nicht so tragisch nehmen, Verehrt«fter! Mein Schnall läuft gern'n bißchen Galopp. Hoffe aber, ditr in dem guten Stickstoff noch die hohe Echule des GesellfrhaftStons reiten» zu kernen. Also, was erzählte die Alte?" „Der Ueberbriuger des Briefes sei, soweit sie sich erinnern könne,«in etwa vierzig lahrigre Herr mit blondem Schnurrbart gr- wtskn. Er habe«inen hellen Sommeraazug ^gehabt, daran erinnere sie sich ganz genau, weil ihr Mann einmal«inen ähnlichen An- öug von Ihrem seligen Herrn Vater bekom- S hätte.' Und dann habe der Mann einen «n Hund bei sich gehabt mit ein«m ganz Drückten Raulen, Agacks oder so ähnlich, -"iehr wußte die Frau nicht." „Agacks? Klingt eigentlich mehr nach Papagei, als nach Hund. Vielleicht hat sich die alte Frau versehen?" „Machen Sie doch keine schlechten Witze! Dazu ist der Fall wirklich zu ernst. Natürlich hab« ich der Frau das Verbrecheralbum vorgelegt." „Und?" „Sie hot zehn verschiedene Taschendiebe bestimmt als den Herrn bezeichnet, der als Rechtsanwalt Meier III bei ihr war." Sollten di« Frau bei der Bveckendorfer Kriminalpolizei anstelle», die«st reif dazu!" schwebte eS Bohnkraut auf der Zunge. Aber er schluckte die Bosheit hinunter. „Sie sehen also," schloß Funke seine Ausführungen,„wir sind keineswegs inzwischen untätig gewesen. Hoffentlich haben auch Sie inzwischen gearbeitet und di« erbetene Liste angefertigt über die Möbel und Gegenstände, die sich in der Hinterlassenschaft Ihres Vaterbefinden mußten?" „Ist gemacht. Will nicht garantieren, daß jeder Hoscnknopf drin angeführt ist, aber habe mein Möglichstes getan. Hier ist di« Liste." „Danke. Ich werde im allen Pfandhäu- fern, bei allen Althändlern durch men« Beamten nachsorschen lassen, ob dort etwas dort den Sachen verpfändet oder verkauft wurde." „Glaube kaum, daß Meier HI so unvorsichtig war." „Spucken Sie, bitte, nicht fortwährend auf den Fußboden, Herr Bohnkraut. Und. vergessen Sie, bitte nicht, daß wir Meier III auf Grund feiner Handschrift für ein« Dgm« halten. Verbrecherinnen aber mögen noch so raffiniert sein, irgendeine große, oft unbegreifliche Dummheit begehen sie doch, die sie dann der verdienten Strafe zuführt. Weiber sind mal so. Und mm lassen Sie mich ins Theater, es ist Pflichtvergnügen rind folglich kein Vergnügen, und höchste Zeit." „Well. Gehe"schon. Was kriegt beim Euer allerhöchster Indianerhäuptling vorge- sttzt?" „Lohengrin." „Wird ihm kaum imponieren, der vernickelt« Gänferitter. Es sei denn, daß Äß» im soundsovielten Akt einen Bauchtanz einlegt." Der Assessor schmunzelte. Gegen Boshei- ten, die auf fremde Kosten gingen, hatte er durchaus nicht- einzuwenden.— Er griff nach Hut und Mantel— da klingelte der Fernsprecher. „Hier Kriminalpolizei, Funke— wer dort?... Wer ist dort??... Schnell, Bohn-* kraut, nehmen Sie den anderen Hörer!!..» Wer ist dort?" Eine volltönende, abgrundtiefe Baßstimme antwortete:„Hier Rechtsanwalt Meier III. Hängt Herr Bohnkraut schon am anderen Hörrohr?" ,Halunke rniserabliger!" brüllte Bohnkraut.„Wenn ich dir durchs Telephon eime Kugel in den Bauch jagen könnte!" Der Assessor gab ihm einen Rippenstoß, „Beherrschen Sie sich!" hieß dieser Knuff. „Sie müssen nicht so schreien, man versteht sonst nichts!" fuhr Meier HI fort. Jeyr aber war es unverkennbar eine Damenstimme.„Ich sah Sie vorhin ins Präsidium gehen, und da dachte ich m-r: mußt doch einmal deine« alten schreibfaulen Freund Bohnkraut anrufen. Ihr Haus soll fort sein? Haben Sie ein gutes Logis'gefunden?" „Ein besseres, als Tu in längstens acht Tagen haben wirst, Rabenaas! Denn bis da-' hin sitzt du in Nummer Sicher! Wetten?" -„Danke, aber ich wette nie, wenn ch bestimmt weiß, daß der andere verliert," antwortete eine hell« Jünglingsstimme.„Wolkn Sie sich wirklich die ganz unnütze Mühe machen, mir nachzuspüren?" „Jawohl, mein Fräulein!" ri«f Funke dazwischen.„Das wollen Ivrr!" '„Ah, der Assessor hält inich für ein« Dan«?" klang es im getragerssten Bariton. „Wie galant. Man merkt doch gleich die hauptstädtische Erziehung!" „Sind Sie vielleicht kein Mädchen? He?" „Richt so neugierig, Affessorchen! Sie werdrn noch heute Abend im„Lohengrin" hören, daß Neugier zu nichts Gutem führt." Nun war es, als ob ein zahnloses, altes Weib spräche.„UebrigenS WM ich mich dankbar erweisen, daß Sie mir so diel Zeit zu widmen gedenken und Ihnen einen guten Rat geben: gehen Sie heute abend nicht ins Theater!" „Meinen Sie, ich fürchte mich vor einem Attewat?" Die Baßstimme antwortete: ,Me verkennen uns;.wir arbeiten nicht mit Mord und Totschlaa. Wir sind eine ganz harmlose Er- werbZgestllschaft." „Eine Räuberbande sei- ihr!" brMte Bohnkraut in den Apparat. „Man kann es auch so nennen; aber es Hingt nicht so gut!" lachte es.„Aber ich muß mich verabschieden, sonst wir- das Gespräch doppelt. Auf Wiedersehen im Theater, Herr Assessor!" Das Gespräch brach ab. Bohnkraut und Fuvke hängten gleichzeitig die Hörer ein und sahen sich einen Augen- bnck entgeistert an. ,^Da scheint die ganze Bande im corpore Mn Telephon geweseM zu fein!" schimpfte Bohnkraut. „Sagen Sie lieber: eine außerordentlich Geschickte Bauchrednerin! Wir haben die Bande in Artistenkreisen zu suchen. Aber dovon später." Der Assessor rief das Amt an. „Mit wem waren wir eben verbunden?" „Einen Augenblick. ich weiß nicht, kb ich das noch feststellen kann... Mit der öffentlichen Fernsprechhalle Hauptpost, Zell« sechs." „Der aufsichtbabende Kriminaler der Fernsprechhall« soll mich sofort anrufen. Assessor Funke. Es eilt sehr. Schnell, Fraulein!" Gleich darauf klingelte es wieder an. „Hier Krjminalwachtmeister Schmitz." Bettelndes Kind. Wie war doch dieser Anblick schwer Gelächler zerbrach; schweigend und bitter Sah ich hinter, den andern her. War alles leer, War alles blind Und an dem. Gitter Lehnt« das'"Kind, Berängstet, verstohlen, Mit frierenden, hohlen, Hungrigen Händen; schwieg und sann Und klagt« an. Johannes Schönherr. Die Gebärde. Bon ErichHofmann. Ein großer Raum, Glasdach, Gipssäulen, an den Wänden schwer« Eichentüven, Pulte, M«n- scheu, Telephonlärm, Echrribmaschinengeklapprr, — das Kontor eines großen Hauses. Da, plötzlich Hundegebell. Die groß« Flüg'.l- rlir geht auf. Herein tritt der Herr des Ganzen. Kosend springen zottige Pudel an ihm empor. Ihre Wohlbeleibtheit, ihr gepflegtes Aussehen der Glanz ihrer Augen geben beredtes Zeugnis ab von ihrem— Existenzmaximum. Der Chef des Hauses ist nicht minder gc. Pflegt. Di« vollendet« Eleganz einer letzten Mode- laun«, di« teuerste Havanna und di« Blume im Knopfloch verleihen ihm den allerdings nötigen Unterschied gegenüber gewöhnlichen Sterblichen Auch in der würdevollen Haltung und Bewegung sticht er angenehm ab, von dem hastigen, ruhelosen Hin- und Hereilen seiner— Mitarbeiter, Ai« er sie loyal zu nennen pflegt. „Haben Sie vielleicht beobachtet, wer eben aus Zelle sechs kam?" „Aus Zelle sechs? Nein...Marten Sie >nal. Ja, richtig, das wir- Wohl der Herr gewesen sein,-er—" „Mar es nicht,vielleicht eher eine verkleidete Dame?" „So sah er nicht aus. Das heißt... er hatte einen kleinen Hund bei sich... einen Foxterrier; ich stellt« ihn deshalb Mr Rede.. Ajax hieß der Hund; es war em blonder Herr, Schnurrbart—" .„In hellem Sonunevanzug?" „Jawohl." »Haben Sie ihn denn nicht ausgeschrieben, wenn er einen Hund ins Postamt mitnahm?" „Doch. Natürlich. Es ist«in Rechtsanwalt namens Meiet. Meier in, Höhenftraße 74. Er legitimierte sich mit einer Paßkarte." „Bon wem war die Paßkarte ausgestellt?" „Bon Ihnen." „Zum Donnerwetter, seit wann stell« ch denn Paßkarten aus?" „Aber es war das polizeiliche Fornrular rin- ganz deutlich Ihre Unterschrift unter-'m Stempel!" „Der Monn ist im Wiederbetretungsfallc sofort zu verhaften. Verstanden?" „Jawohl, Herr Assessor." Erschöpft wandte sich Funke wieder zu Bohnkraut. „Nun scheint mir beinahe selbst, es ist kein Frauenzimmer, sondern ein Mann." -.Schade!" meint« Bohnkraut.„Hätte sie vom Fleck weg geheiratet. Das erste Weib, das mir imponiert." Streug prüft sein Mick di« vor ihm liegen- te» Arbeitsplätze. Bon einem Pult«,-essen Inhaber zum. Telephon gerufen wurde, ist ein Schriftstück gefallen. Der Herr-es Hauses bemerkt es, stockt im Gang und wendet seinen Kopf. Zu: gleichen Zeit will ein junger Mann vorbeieilen. Der Chef verliert kein Wort, nur den Ann hebt er— ein stummer Befehl. Der junge Mann stutzt, sieht in der Richtung des erhobenen Arm S und di« zwingende Gebärde führt seinen Blick zum heruntergefallcnen Brief«. Noch zögert er einen Augenblick. Dann geht er hin, hebt den Brief auf und legt ihn auf das leere Palt. Befriedigt konstatiert-er Chef,-aß der junge' Mann seine Schuldigkeit getan hat. Würdigen Schrittes geht er weiter. Freudig bellenspringen die Hunde an ihm empor. Doch des jungen Mannes Gesicht ist von einer flammenden Röte übergossen,„Ich Narr" murmelt er, und seine Gedanken sind-ältlich von seinem Gesicht abzulesen.„Bin ich so nichtswürdig, daß man es für unnötig halt, Wort« zu ver- li«ven? Welcher Hochmut und welch gemeine, arrogant« Einschätzung des Menschen spricht cnS solchem Benehmen. Wie«inen Hund hat er mich behandelt,'wie eiuen Hund! Ein« stumm« G«. bärde, und ich muß wie sein dressierter Pudel springen. O, ich hätte hingehen müssen und ihn fragen, was er wünsche, in ein«r Tonlage, daß er fühlt, wie unwürdig sein Verhalten ist. Bin ich schon«rdrückt-von der Umgebung eines schleichen, -en Krrechertums, daß ich zu.schwach zum Proreft bin? Diese entsetzliche Welt! Und dieft Leute behaupten, daß ihr« hohen Einkünfte die gerechte Bezahlung großer Leistung wären. Sie benehmen sich nicht nur unwürdig, nein, sie sind auch gesrä» ßig« Drohnen, die tun, was ihnen beliebt. S'« rauchen, wo es im Fabriksgrundstück verboten ist, sie erscheinen, wenn es ihnen paßt und dann für des Grund ina« Minuten, sie fahren unter Belastung schäftsunkostenkontos nach Südamerika chen Vergnügungsreisen. Gesetze gibt es nicht DU sie. Wenn sie dagegen verstoßen:«in Scheck und tie Sache ist glatt. Ist das gerecht? Ein Skandakri i JPty ist es. Sein einziges Berdienst besteht darin,-aß er in der Wahl seines Baters glücklich war. das ein Recht, andere Menschen mit Hundegevär« j den zu erniedrigen? Mein teurer Brotherr, du bist ein großer Schuft. Leider kann ich«s mrv nicht leisten, sonst würde ich das mit lau« Stimme in dein Profitinstitut rufen. Das 6nbe von Wildwest. Der amerikanische„Wilde Westen",'as Reich des seligen Bufallo Bill, aus-em so viele Abenteuvergeschichten den spannendsten Stoff gewonnen haben, existiert nicht mehr. Di« fort« schreitende Zivilisation und das Mkoholvc:bot haben diefts romantisch« Gefilde der Ueberfälst und Totschläge, der Spielhöllen und Tollheiten,»^ in nüchtern«, Neinbürgerliche Langweili^eit ut& wandelt.„Der blutdürstige Navajo", schre’bt David Worrall aus Tuofon in Arizona,„man«■ dort noch durch-i« Prärien des Südwestens, k»? nach Beute suchend; aber seine Opfer sind nur kp die unglücklichen Reisenden, denen er sein« billi- w 11 gen Andenken, bunte Tücher und Federschmo/, für teures Geld anschmieren will. Richt mehr werfen die Bufallo Bills das Geld in Mässe» auf die Spieltische von Rorch Platte und bestes' len Whisky für die ganze Gesellschaft. Di« Spiel« Höllen find geschlossen, und sogar der Kaffee, d«r| T 1 in den Restaurants gereicht wird, ist sehr schwach. In jenen vergangenen Zeiten lötete ein Ma>'^ ß< 38 ander« im Pistolenduell zu North Platt«. Edi Jetzt ist eS ein hübscher schläfriger Ort, vo» dessen Berg ngcnheit um noch eine Tafel kündet, j’s gewettet 1k ns 1?^ 1» |S s S At> „Der Kerl muß eine ganze Druckerei m-lM.. seinen Falsifikaten beschäftigen. Auch eine jal-W fche Paßkarte hat er!" ,Menn schon, denn schon. Jedenfalls derM unverschämteste Bursche, den die Erde je g-.-M tragen hat! M i ch anzurufen!" tobte Pohn-D kraut.„ „Wenn nicht das Ganze ein Manöver znM unserer Irreführung war! Die Unverfroveu-M heft wäre fonst zu haarsträubend! BedenkeixI t Sie doch: Seit Jahren hatte der Gauner ZeiW' gehabt, zu verschwinden,— er ist in Brecken-I« darf geblieben! Er erfährt Ihr« Ankunft; crH muß sich sagen, jetzt wird der Boden heiß,—M und, er bleibt ruhig weiter da! Er ruft uns» auch noch telephonisch an, damit wir ja umM. fein« Anwesenheit wissen! Er geht mit«inenrW Hund ins Postamt, obwohl er sich doch sagetW. i muß, das sehr ihn einem Zusammenstoß AstM der Polizei aus! Er legitimiert sich mit fernem» fti Berbrechernamen und gibt als Wohnung JhrM A gestohlenes Haus an! Soviel Frechheit k a n nH ßh gar nicht echt sein! Es muß sich um cmeM«o Mystiftkatton handeln! Nun ist mir wahrhaft». H«ä tig noch der letzte Rest von Lust aufs TheatevM dft vergangen! Aber ich muß wohl. Jetzt erstst sch recht. Sonst bildet sich der Strolch womöglich I yej ein, ich lasse mich einschüchtern!" 1®it Als sie die Treppe hi.nunterstiegen, tagte lief Assessor Funke beiläufig:„Uebrigens, A;ax M zu heißt der Hund. Nicht Agacks." j Da stieß Bohnkraut plötzlich eimen Cotv-M tvz, boyruf aus, als sei ihm ein überaus genialer 4 filz Gedanke aufgeblitzt, und er schrie: „Richtig, der Hund! Der Hund bringt mich auf eimen famosen Plan!— Donnerkiel, wenn der Kerl doch nur mit mir batte!!" s' ei> tfi Die Frauen im Leben Lassalles. Sophie Sontzeff und Helene von Dönniges. walt Hollhoff, vorgestellt. Bei dieser ersten Begegnung machte aber die sonst sehr gefeierte Schönheit wenig Eindruck auf Lassalle. SWSb da», rauf traf er sie wieder auf dem Rigi, wo er sich erholen wollte, während di« Gräfin Hatzfeld in Wildbad weilte. In dieser Zeit war er sehr niedergeschlagen und litt unter der Einsamkeit, namentlich da das Wetter sehr ungünstig war. ^Da trat plötzlich ein Baaernbursch an ihn heran und bat ihn, auf di« Terrasse zu kommen, wo«io- Dam« auf ihn warte. Lassalle war ahnungslos, und«r schildert in einem Brief an die Gräfin Hatzfeld sein« Ueberraschung, als er plötzlich hoch zu Roh mehrer« Damen erblickte, unter ihnen „Helene, den Goldfuchs". So wurde sie allge- ».ein wegen ihrer blendend roten Haare genannt. Sie hatte durch Holthoff Lassalles Anwesenheit erfahren und daraufhin diese Begegnung zustande gebracht. Ein Bekannter schildert dir Frau, die Lassalles Verderben werden sollte, mit diesen Worten:„Das leuchtend rotgolden« Haar saht« wie«in sturiger Rahmen das scharfgezeich- »et« Antlitz mit dem Perlmutter-Teint«in, und die grünlich schillernden Augen funkelten von Geist und Mniitichkeit. Aber ihre ganze Erschei- r.nng macht« bei aller Feinheit der Form keinen liebenswürdigen Eindruck, und ihr Lachen klang beinahe unheimlich. Sie glich den Rixen der nordischen Sage, di« aus dem Meeresgründe heraufsteigen, um Sterbliche zu beglücken und zu verderben.® Lassalle wat von ihrem Besuch in seiner Einsamkeit sehr beglückt und bot ihr schon am ersten Abend an, die Sein« zu werden. Hel«ne versprach ihm«ine schriftliche Antwort. Am nächsten Morgen aber war sein«, Leidenschaft ab» geküßt, und er schrieb ihr nur«in paar höflich« Zeilen. Auch der Gräfin Hatzfeldt gegenüber erwähnt er di« Begegnung nur als nebensächlich. Helene antwortete Lassalle fedoch:„Ich will und werde Ihr Wöib sein." Er soll« bei ihren Eltern nm sie werben und bei Versagung der EmwM- gwng sie entführen. Ja diesem Biiefe berichtet Helen« auch, daß«in watachsscher Student Janko von Rakowicz ihr Geliebter gewesen sei. Run müsse sie sein treues^ Herz„mit kalter Hand töten", bezwungen von Lassalles„riesengroßem Geist". Lassalle war über d«se große Wirkung seiner Werbung sehr erschrocken, weil er dar Ganze nur als flüchtiges Abenteuer aufgesaßi hatte/ Er äußerte gegenüber der Gräfin Hatz- sekdt seine Bedenken, fühlte sich nun aber doch gebunden. Helene dagegen versichert« der Gräfin in einem überschwenglichen Briefe, sie wolle „ihrem Herrn und Gebieter", ihrem„schönen, herrlichen Adler", ein„ihir anbetendes Weib" fein, und auch ihre weiter«« Brief« zeigen, wie Hel«n« immer die leidenschaftlich Werbend:. Lassalle der kühler Zurückhaltende war. Die adelsstolzen Eltern waren über Helenens geplante Verbindung mit einem Manne,„von Ms der M lesen ist:„Cowboys ritten täglich in di.se Stadl, schoflen in den Straßen und zerstörten nach Herzenslust Dinge, di« sie nachher bc- zahlen mußten. Langsam fahren! Größt« Schnel- lOeft 25 Kilometer in der Stunde!" Di« Cowboys im wilden Westen tragen keine Pistolen m-hr. Sie fahren in Fordwagen, statt auf Mustangs zu reiten. Die Mustangs sind längst nicht mchr Mustangs, sondern ganz gewöhnliche Pferde. Einiges von den malerischen und abenteuerlichen Erscheinungen des wilden Westens ist immerhin noch übrig geblieben. Die Präriehund-, di« di« Löcher aufscharrten, in denen fHher öer Müstang d«s Helden stolperte und von den verfolgenden Rothäuten eingeholt wurde, sind noch immer ein« Gefahr für den Verkehr in de: Prärie; aber jetzt bleiben di« Kraftwagen in den Löchern stecken. Auch Klapperschlangen gibt eS noch, aber ihr« zerschund«nen Körper liegen aus den Automobilwegen, stumme Zeugen für den ungleichen Kampf mit d«n Gummireifen der Auto?. oefmoek au Besitzstand durch dieses Abzeichen Linern." La ffalle und Sophie sahen sich in W Berlin wieder. Jedesmal bestürmt« er t pn^E^lKen Liebeserklärungen, aber die Rus- ' sich durch di« Leidenschaft des jungen nk>gestoßen, und so mutzte der ' niie,, Liebling der Frauen zum erstenmal« "w Mißerfolg erleben, den er schwer ver- p'^rzt«,, darauf machte Lassalle di« Bekannt- bij,. do« Helene Von Dönniges, die verhängnisvoll werden sollte. Sie war di« bayrischen Gesandten, und Lassalle » W dqrch seinen Freund, den. Rechlsan- S 3* nicht, der von sich sagte, daß er ,auf Bul> »•■»q,•'» luunvrt* oai unv w|iw nuu und dorthin schrieb Laflall« feine^Lhen» putsch schreiben, so wären sein« Worte„eben- i rührendem Gesänge, .. welche nicht«rst dies« u^^ckenpost nötig hätten; nein, sie würden von davon fliegen und sich vor Ihnen nirderlas- £?>«m Ihre Hände und Füße zu küssen." Di« Gräfin Hatzfeldt, di« im Leben Lassalles ein« so'groß« Rolle spielt« und ihm di« Treu« über den Tod hinaus bewahrt«, füllt« fein leiden- schastliches Herz nicht so aus, daß neben ihr nicht roch für ändere Frauen Platz gewesen wäre. Zunächst dacht« er bei seinen Beziehungen nicht an di« Ehe und hielt sich, wie«r in einem Br.«fe schreibt, an verheiratete Frauen, deren„verzogenes Kind"«r war.„Zweimal nur sprach ich von Liebe zu jungen Mädchen, die mich leidenschaftlich liebten, und di« in mir den Wunsch erweckten, sie ju besitzen,— und in beiden Fällen fing ich mit dem Geständnis an, daß ich sie nicht heiralen würde!"——„Ich wollte nehmen, aber nicht selbst geben." Diese fiwol« Auffassung vom weiblichen Geschlecht sollt« sich rächen. Im Jahr« 1860 resste Laflall« zur Badekur »ach Aachen. Hier lernte«r ein« junge Russin, Sophie de Sontzeff, kennen, di« ihm ein« s« tiefe Zuneigung einflößt«, daß er sie heiraten dvUl«. Das neunzehnjährige Mädchen war weder ^sonders schön, noch geistreich, aber sie verhielt ’ v? gegenüber Lassalles Werbungen sehr zurück- t haltend, und das reizt« den verwöhnten Mann, I noch keine Frau widerstanden hatte. Cr bot t m Zauber seines Geistes und di« ganze seiner Leidenschaft auf, um ste zu fesseln. ’ 6 l Russin hatte jedoch nur wenig Ber» tSll.Iständniz für seine interessanten Gespräche, und -< Leidenschaft machte sie scheu. Auch Sovhi«S MC| f^ter wünschte ihre Verbindung mit einem ~. mu/l, Wl WH jny|vy», wo V-„uh, « wandle". Vater und Tochter reisten nach u uuv um iijin|v;iicv«u||«ux fcntv .hALiebcsbrief« in französischer Sprache. Könnt« schrviorn, jv iviireu • Kein« Vögelchen, mit : itz^Wtldeten Flügelchen, t tt' si^E^tuvostnötiabätten: n JC K'J’"« Ihre Hände und Muge zu rügen." ‘ vWt verstand als Russin kein Deutsch). In Briefe befindet sich auch di« berühmte --- "w>n" ab.„Da mir nichts Geringeres Mitu(KUlf nehAri in hffln üfl mm 9lw. tu- iU' V* yo 6' dem all« Welt spricht", empört und suchten si« zu hint«rtreib«n. Kaum war Lassalle in Genf, wohin.die Familie Dönniges inzwsschen gereist war, augekvmmen, so stürzt« Helene auf senk Zimmer uiit den Worten:„Hier hast du dein« Sache, mach mit mir, was du willst!" Laflall« Uieb kühl und führte das Mädchen wieder ihrer. Familie zu. Ueber diese Zurückweisung war Helene so empört, daß sie sslch nun aus Trotz sofort mit Janko von Rakowicz verlobte. Diesen Schimpf konnte Laflall« nicht ertragen und sucht« Helen« doch roch für sich zu gewinnen. Aber das Mädchen gab ans seinen Brief nur«ine verletzende Antloort und lehnt« ein« persönlich«! Unterredung ab. In seiner Wut schickt« Laflall« ein« Duellforderung an Helenens Vater. Ais Antwort erhielt er eine"Duellsorderug von He ratet«, Bob, dachte ich, du wärst rin Held." f Er:„Das war ich damal» auch, mein« LiebM Verrechnet.„Sie Schlaumeier! AusgerM M nrt mit der Höllentalbahn mußten Sie IN N Sommerreise mit Ihrer Braut machen. NN jeder zweiten Station kommt ein Tunnel." j „Ach, meine Schwiegermutter war auch daN Und in jedem Tunnel mußt' ich pfeifen." (.»Fliegende Blätter."»' I Fern von Europa. Daß ich auf mein».-J früheren innerafrikanischen Posten keine Schrei materiasienhandlung in der Nähe hatte, w» bedauerlich. Von einem-langen, dienstliche Patrouillenritt zurückgekrhrt, fand ich meii» Wäsche- und Uniformvorrat von Termiten völ aufgefreffen vor. Auf meinem letzten BriefboM* erstellte ich die Bitte um Entschädigung für W■* unverschuldeten Verlust. Rach vier Mönch» (die Post zum Tschadsee herauf arbeitete danm nicht rascher) erhielt ich vom Gouvernement«- Bescheid:„Derartig« Eingaben wollen in Grill Format und auf unliniiertem Papier geschriet« werden."— Zur Rückantwort hatte ich lest!' nur noch ein Blatt Klosettpapier. 1 2 den zu setzen, sodaß bei«ntspvecheM lug —— Verbindung folgende Bedeuiun««ng Z 4 entstehen: 1—2 etwas Vergängliche^dick Auflösungen der Rätsel auö der vorige» Rümmer: Magisches Quadrat. Isar— Soda— Aden— Rang » Märchen und Erzählungen. Gullivers Reise«.— Onkel Toms Hutt«. a r Baum, 4—2 Teile des Fahrrades, 1—4 in Rußland, 8—2 Name für in einem Tef^nNste^ ment bestimmte Nachfolger. >* Logogriph. Mit b ist es ein wichtiges Organ, Mit d host du's Wohl eben an d?u Füßen, Mit i trägt's schön« Tön« an dein Ohr, Als Wort mit s darf ich dich froh begrüßen. Gesang erfreut des Menschen Herz. Dann „Sagen Sie, Herr Profesior, wir teuer meit» Sie, wird mich die Gesangsausbildung zu stehn kommen?"— Profesior:„Ja, mein FräultA da» kommt ganz auf ihre Nachbarn an." („Passing-Show."M -M Zahlen-Rätsel. 14 Ml S 12 orientalische Kopfbedeckung.* 5 9 13 14 15 13 9 2 Waffe 3 10 9 1 7 IS S 1 Edelstein 4 12 17 13 9 2 8 17 139 1»iwungSanfiaN 6 18 14 2 19 17 14 12 Epinnentjrr 8 16 19 2 9 5 5 9 Baum 7 14 6-19 17 1 3 IS Nrankonhau- 849273712 Bos» 4 5 9 20 14 10 Stadt in Norddentfchiand 8 17 12 20 7 4 12 20 Hundeart 9 15 17 5 3 11 9 1 7 weiblicher Vorname 10 14 2 19 7 17 4 10 OHft Die Anfangsbuchstaben, don oben nach unten lesen, nennen ein Sprichwort. -i- Kreuzsilben Rüsiel. An der Stelle der Zahlen sind krrg ——— Verbindung folgende Bedeuttlnst^^ng Q x—a VHVU9 3—4 weiblicher Vorname, b^I^brol MW' ÄN, iHeinri Irin sx ! Nicht t ! öbrr i vm tr kc her in radchi Lötven »es Li 2 h'e Hi Griner Nßn A ß Iriden kinnnei j i'n stv