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Die Arbeiter flüchtete« Hals über Kopf die Trepp« hinaus, und wenige Sekunden später versagte das Licht. Als der Hund nicht mehr bellt«, traut« sich der tapferste von ihnen wieder in den Maschineirsaal. Das Biest war verschwunden. Das mittelst« Fenster stand offen. Es war künstlich Kurzschluß herbeigeführt worden, jedoch ohne ernstliche Beschädigung der Maschinen. So ließ sich der Schoden in wenigen Minuten wieder beheben. Der Pförtner des Elektrizitätswerkes hattt weder den Hund noch verdächtige Gestalten bemerkt. Er war wiederholt telephonisch angerufen worden, ohne daß sich der Teilnehmer meldet«. Zuletzt halt« er wütend den Hörer eingehängt und hatte auf Anläuten überhaupt nicht mehr reagiert; er ließ sich nicht -um Beste« halten. Also deshalb hatte die Polizei auf ihr Anrufen kein« Antwort erhalten! Während der Dunkelheit fuhren ander« Mitglieder der Baude, di« genau nach der Ahr zu arbeiten schien, in Automobilen vor das Kurtheater. Einer, vielleicht derselbe, der der Garderobefrau mittels des Hundehalsbandes Morphium beigebracht hatte, hielt den Pförtner im Schach; die übrigen räumten in aller Gemütsruhe die Garderobe aus. Spießgesellen stahlen unterdessen im Zu- schauerraum, was sie erwischen konnten. Ei« gut ausgcdachter, folgerichtiger Fetdzuasplan, der achtundneunzig Prozent Wahrscheinlichkeit des Geliitgens für sich hatte, mußte Funke zugeben. Wer ihn entworfen hatte, war kein Dummer. Wenn man ihn nur erst hätte! ftorl ettllnger. Die Haussuchung beim Theaterportier hatte keine Verdachtsmomente ergeben. Der Mann, der schon seit Jahren seinen Türhü- terposteu bekleidete, war natürlich außer sich, daß man ihn nach all dem ausgestandenen Schrecken auch noch der Mittäterschaft verdächtigt« und hatte««gekündigt, er werde sich htz der Regierung beschweren.— Gut, mochte er tun. Auf einem Messingknopf seiner Livree war ein undeutlicher Fingerabdruck gefunden worden, zu dem es aber in der Kartothek der Polizei kein Pendant gab. Photographische Vergrößerungen diese- Fingerabdrucks waren nach allen Polizeibehörden de- Landes unterwegs mit der Anfrage, ob man diesen Abdruck kenn«. • Bisher Ivar aus keiner der vier Himmelsrichtungen eine Meldung über ein verdächtiges Automobil oder Fuhrwerk«inge- troffen. Blieb also als einziger Anhaltspunkt der rätselhafte Rechtsanwalt Meier HI, von dem man nicht einmal genau wußte, ob er ein Männchen oder ein Weibchen war. Ein sehr rissiger Ariadnefaden in diesem Labyrinth. Meier III hatte einen blonden Schnurrbart. trug«inen Hellen Sommeranzug und besaß«inen Foxterrier Ajax, der aber auch «in Pintscher sein konnte. Einen Schnurrbart kann man wegrasieren, einen Hellen Sommeranzug kann man wechseln oder färben lassen— hole der Teufel solche„Anhaltspunkte"! Und der Hund Ajax? Mit dem Hund hatte es offenbar«ine besonder« Bewandtnis. Seit zwei Tagen häuften sich die Anzeigen über Hundedieb- j stähle. Aus allen Stadtvierteln kamen die Anftagen. ob auf der Polizei kein Ami, Butz'-, Hektor, Waldmann, Flock, Lux, Schuauz, Fips und so weiter.abgegeben worden sei. Heulende alte Jungfrauen erschienen und drohten, ins Wasser zu gehen, wenn sie 'hreir süßen Köter nicht wiederbetämen; di: sourhabenden Poiizerbeamten waren der Verzweiflung nahe, und das.Breckendorser Tageblatt" verdient««in Heidengeld an den Anzeigen„Echter Rassehund entlaufen". Assessor Funke war überzeugt, daß auch diese Hundediebstähle von der„Billa Sonnenstrahl- und Lohengrinbande" ouSgingen. Aber was verfolgten sie für einen Zweck damit? Es war, um den Verstand zu verlieren! Der' Maharadscha hatte recht: Di« Stadt tvar verhext., Meier III hatte seit dem Briefchen an der Telephonzelle nichts mehr von sich hören lassen. Ob er überhaupt noch in Breckendorf war? Selbstverständlich hatte Funke dem Fremdenheim Sanitas, das der Bandit so großmütig als seinen Wohnsitz angegeben hatte, einen Besuch abgestattet. Auch hier kein wesentliches Ergebnis. Mit drei Kriminalbeamten war Funke im Fremdenheim emgerückt, zwei weitere Schutzleute in Zivil bewachten den Hauseingang,— eine höchst überflüssige Belagerung, da Meier HI laut seiner eigenen Angabe bereits am Nachmittag zuvor ausgezogen war. Er hatte unter dem Namen Walter von Wartenberg, Schriftsteller aus.Hamburg, gewohnt und war ordnungsgemäß polizeilich angemeldet. Seit drei Jahren erschien er regelmäßig im Sommer für einige Wochen zur Kur, zahlte pünftlich, beschwerte sich ui« über die recht gesalzenen Preise, gast gute, aber nicht auffällig hohe Trinkgelder Bet den übrigen Penfionsgästen war er sehr beliebt, da er ausgezeichnet Witze zu erzählen verstand, lichen Briefen an Sonja Liebknecht und das Ehepaar Kautskys müßte Felix Fechenbachs anspruchsloseres Bändchen beschatten, wenn nicht beide als letztes versöhnendes Ziel di« Veredlung der Menschheit im Sinn« hätten. :\ Kirschblütknfeft am Biwasee. Don Solin Stotz. ! Der Priester zog den langen Klöppel, der wie rin Mauerwidder von außen gegen die Tem- f pelglocke hing, ein Stück zurück und ließ ihn gegen die Bronze schnellen. Sie sandt« einen sanf- | rrn, singenden Ton aus, der wi« ein süßer Ruf weicher Frauenstimme über den See verhallt«. Ts ist dieser Ton, der di« Abendglock« von Mi» ’* I dera über Japan und di« ganze Welt berühmt macht«. ** I Die Tempelbesucher, die der gütigen Kwan- non Opfer darbrachten oder in den offenen Hal» H; len und Lerrassen um den Tempel saßen und ft I Ter tranken, hielten für einen Augenblick still ** j und lauschten dem Klang nach. Wie der klagende Ruf der über Katata ziehenden Wildgänse er- I starb er schließlich über dem See. Di« hohen, schlanken Segel der nach Uabase zurücksegelnden Boote glitten in der ersterbenden Brise langsam ll i und feierlich gleich Frauen in weißen Gewän- t» i dern über den zu schimmernder Mctallplatt« er- I starrten See.' Die Blüten tropften schwer und langsam i von den Bäumen, fielen auf die Steintreppe und wirsen den verspäteten Tempelbesuchern den Weg hinunter zu dem mit rosigen Laternen geschmück. I'en Pfad, der in den Kirschblütenhain führt«. An den Degen und grünen Plätzen saßen auf l Matten Familien und- Gruppen von jungen l Leuten mit Geishas, und darüber hing es wi« J Wolken im Abendrot an den Bäumen, an denen ,{| noch kein grünes Blättchen war, sondern nichts ß| als schneeweiß-rosige Blütenpracht. p-\ Auf der Anhöhe über dem Tempel war noch ja I rin Plätzchen frei. Die flinke, klein« Nesan be- hl 1 reitet« die Matte und bracht« Sake. Ringsum ja W wurde Sake getrunken und di« Nesan mußte .jl j immer neue Flaschen zum Wärmen in den mit 1 heißem Wasser gefüllten Kupferkessel stellen, der ch 1 über glimmendem Feuer auf dem freien Platze ! hing. J. In den Teich zu meinen Füßen tropften di« ? 1 Blüten, ballten sich hier zu rosigen Schildkröten zusammen, di« langsam über das glatt« Wasier .; trieben. Durch di« Lücken i» den Blütenwolken 1 f 4^ wan Teile des Sees, der sich langsam violett : k» färben begann, bis der Mond aufging, der i den See, die Blüten und den Teich in weißlichen ,| Schimmer tauchte. Gleichzeitig aber wurden di« Fackeln und Holzstöße angezündet, di« in kleinen '■! Eisenkörben unter den Bäumen hingen, und in s ihrem warmen, roten Lichte brachen die Blüten» ! Wolken gleich den zarten Blutstropfen einer ge- V.■ I Marterten Heiligen aus dem zitternden Schim» : Mer des Himmelsleibes. *| Rings um die lichten Blütenhain« lag di« (Jt j Rächt in dichtem Schleier, und einzeln« Gruppen 10! feinem Rand begannen im Dämmern zu ver. i.-l schwinden wie Figuren, die der Schwamm auf M; trr Tafel langsam ins Nichts verlöscht. Aber (1t’ wenn die niederbrennenden Holzstoß« frilche t t| Rahrung bekamen, warfen sie ein plötzliches, _jt I s^lles Licht, dos den gokdseidenen Kimono einer &| wnzenden Geisha wi« flatterendr Schmetterlinge > rnd glitzernde Leuchtkäfer aufleuchten ließ, s-> Ringsum klangen die Samisen und die jr- W Etiuimen der singenden Mädchen, und wi« di« Kt i Rächt imürer tiefer sank und der Sake die Ge- ji« 1 wüter erhitzt«, flogen helles Lachen auf und un», N0' Erdrückte Schrrie der Lust. Aber nirgends wurde 1 es laut oder lärmend oder roh oder gab es Streit. Ich schlendert« zwischen den Gruppen der Zechenden mit den singenden und tanzenden Mädchen, und überall wurden mir freundliche, lächelnd« Blicke und einladend« Ruf« und Gesten, mitzutrniken und mich mitzufreuen an den schlanken, sich unter den Blüten drehenden Mädchen. Rings am Rand« des Kirschblütenhaines, der zwischen den dunklen Kiefern lag wi« eine schimmernde Lotosblüte auf schilfbedecktem Teich«, stand ein kleines Tempelchen. Ein unklares Gefühl trieb mich hin, mich, den einzigen Weißen unter all dem fremden harmlos fröhlichen Volk, mein Opfer darzubringen, mich zu neigen und dreimal in di« Hände zu klatschen, um nicht fremd unter den Blüten zu wandern, sondern eins zu werden.mit diesem See, diesen Bergen, dem Lande und seinen Göttern und Menschen, die an den tiefsten Tiefen nieiner Seel« rührten, als sei da ein Gemeinsames, das sich in ewigem Heimweh verzehren müßt«, sobald ich Nippons Küste verlassen. Wi« mein« Münze hart in der hölzernen Opferkiste ausschlägt, zuckt im Dunkeln etwas auf und schreckt an mir vorbei. Wi« es in den Lichtkreis des Holzfeuers tritt, erkenn« ich ein« klein«, zierliche Japanerin. Unwillkürlich schreit« ich ihr nach und sehe sie in einer Gruppe kauernder Flauen verschwinden. Di« Frauen winken mir einladend. Es sind lauter älter« Frauen in dunklen Kimonos. Sie sitzen auf einer Matte hart über dem Hang, der zum See hinunter steil abfällt. Mitten Zwischen sie ist das klein« Mädchen aus dem Tempel untergetaucht, wi««in Kücken unter di« Flügel der Gluck«. Aber als ich di« kredenzt« Sakeschale geleert, sie gespült und sie den Frauen neu gefüllt zurückgereicht hab«, rufen sie di« klein« Geisha. Ein« der Frau«n nimmt das Samisen, und di« Geisha kommt schüchtern heran und beginnt aus der Matte zwischen uns zu tanzen. Wi« ich das Gesicht des Mädchens sehe, zucke ich zusammen: das ist doch O-Auki. Aber wie sollt« O-Auki hierhcrkommen! Nnd dann, habe ich mir ihr Gesicht denn überhaupt«ingr- Prägt, und sind nicht all« dies« zart gemalten Geifhagesichter einander gleich. Aber es sind O-Pukis Hände, di« di« Tanzende jetzt hebt, und die zwischen den hängenden Blüten verschwinden und wieder herabtropfen, als seien sie ein Teil von ihnen. Ein« der Frauen nimmt der anderen das Instrument weg. Sie spirlen und feuern das Mädchen z«t unermüdlichem Tanzen an. Sie trinken— und trinken mir zu. Es ist phantastisch ungewöhnlich: Ich sitze unter Blüten, hoch üb«r dem Biwafc« mitten unter diesen älteren Frauen, als gehörte ich zu ihnen, und diese zarte, kleine Menschenblüte wird mir vorgeführt wie ein edles Tier, das man mir schenken will. All:s ist so anders, so ganz anders, als man es in Japan kennt und erwartet! Wer sind diese Frauen? Di« Unterhaltung mit ihnen ist schwierig. Rur so viel entnehme ich, daß sie von auswärts sind, daß sie ohne jede männliche Begleitung kamen und mit d«m Frühzug wieder abreisen. Vielleicht sind«8 ehe- i malige Geishas, dir sich di« junge mitgebracht I haben, um an ihrem Tanz ihr« eigen« Jugend und die Zeit, da sie sich zum Klang des Samisen drehte, sich ins Erinnern zurückzurufen. Ja, sie wollten mir das Mädchen schenken, sei es auch nur für diese Nacht. Ich hör«, wie die älteste der Frauen der Geisha einige energische Worte zuraunt. Langsam und schüchtern wi« rin scheues Tier kommt sie daraufhin auf -mich zu, und als sie furchtsam und ängstlich, nur für einen Augenblick di« Augen zu mir aufschlägt, erkenn« ich, daß es alles andere als Abneigung ist, was sie so scheu macht. Aus: Colin Roß, Tas Meer der Entscheidungen, beiderseits des Pazifik(Brockhaus, Leipzig). Halbleinen 8 Mark. Zahnpflege und Krankheiten. Wenn von Ärzten und Zahnärzten immer wieder und wieder auf die Notwendigkeit einer gründlichen Zahnpflege hingewiesen wird, so find cs keineswegs nur Schönheitsgründe, welche die berufenen Hüter der Volksgesundheit zu diesen Ermahnungen! veranlassen. Weit mehr sind es di« Zusammenhänge, di« zwischen kranken Zähnen und einer ganzen Reihe von Allgemeinerkrankungen bestehen. Zunächst sind hier di« Störungen von Mundatmung, Neigung zu Katarrhen bei fehlerhafter Stellung der Zähn« und Ernährungsstörungen bei starkem Zahnverlnst zu nennen. Auch Fälle von Tuberkulose und Strahlenpilz-Erkrankungen(Aktinomykose) sind beschrieben worden, bei denen der säulig«?ahn die Eingangspforte der Krankheitserreger bildete. Biel m«hr fällt aber bei Betrachtung über Beziehungen zwischen kranken Zähnen und All- gcmrinerkrankungen der ursächliche Zusammenhang zwischen primären Zahnleiden und anschließender akuter Blutvergiftung ins Gewicht. Gewöhnlich ist der Verlauf hier so, daß di« Zahnpulpa— daS nerv«n- und gefäßreiche Gewebe in der Zahnhöhle— vereitert; die Eiterung greift auf di« Knochenhaut, den Knochen über, eS kommt zu Anschwellung und Vereiterung der umgebenden Weichteile, und der Eiter bahnt sich den Weg in die Tiefe oder er senkt sich unter der Haut des Hals«s nach dem Schlüsselbein bis in di« Achselhöhle bezw. bi^ auf den Rücken hin. In anderen Fällen bricht der Eiterherd in ein Blutgefäß rin, es kommt zu Abzessen, zu Herzin- n«nhautentzündung, es bilden sich zahlreiche eitrige Gerinnsel in der Blutbahn— und wir haben daS Bild der allgemeinen Blutvergiftung. Aber auch unsachgemäße Behandlung der Zähn« kann die Ursache derartiger Unqlücksfälke bilden. Entweder durch das unzweckmäßige Herauszie- hen eines kranken Zahnes od«r durch Herumwühlen in der Wunde mit nicht ganz sauberen Instrumenten werden Krankheitskeime in daS entzündete und gequetscht« Gewebe gepreßt. Hier kann di« Blutvergiftung schon nach wenigen Tagen einsetzen, ohne daß sich vorher nennenswerte Erscheinungen gezeigt hätten. Man kann also jedem, der derartige schtver« Zufälle vermeiden will, nur den dringenden Rat geben, sein« Zähn« sorgfältig zu pflegen, sie all« Halbjahr« bzw. all« Jahr« von einem sachverständigen Zahnarzt nachsehen zu lassen und vor allem diesen bc-r Beschwerden sobald älS möglich cufzusuchen. Teilhaftig sei eirt^ieder der ganzen Fülle dieser schönen Welt durch sein gebildet Herz, durch sein« Seele. Das Schön« rings za schauen und zu fühlen das ist das Recht, das jeder an die Welt hat und an die Menschheit. L. Schefer. Schönheiten und Geheim- nisfe der Natur. Bon Felix Fechenbach. „Erwanderte deutsche Geologie— Die sächsische Schweiz", heißt«in neu«- Büchlein von Wilhelm Bölsche, da- der Verlag I. H. W. Dietz' Nachfolger, Berlin, zum Preise von 2.50 Mark in geschmackvollem Ganzleinenband he/« au»gebracht hat. Einen vorbildlichen Führer durch die Schönheiten und Geheimnisse der Natur hat der weltbekannt« Naturwissenschaftler da geschaffen. Nicht einen„Führer" im üblen hergebrachten Sinn, sondern rin« famose geologische Plauderei, di« durch all di« romantischschönen Partien der Sächsischen Schweiz, bis hinein in böhmisches Land führt und unS mir feinsinniger Erzählerkunst in das geheini« Weben und Wirken der Natnrkräfte einweiht. Dazu ist das Bändchen mit einer großen Zahl mohlgelungener photographischer Aufnahmen ausgrstattet. Ein Büchlein, da- Junge und Alte, Naturfreunde und Pädagogen, alle, die «in offenes Auge für das Schöne und Gewaltige im Naturschaffen haben, von der ersten, bis zur letzten Seite fesselt. Jahrmillionen ziehen an uns vorüber- während wir mil Bölsche durch das schöne Stückchen Erde wandern. Bon der aufhauenden Arbeit des Kreidemeeres, von der Eiszeit, von vulkanischen Kräften und Faltungen des Bodens durch Erkalten de- Erdinnern, tont unermüdlichen Schaffen und Bohren des WassertropfenS, von der Elbe und allen anderen Kräften hören wir, die zum Werden der heutigen Landschaft bcigetragen hat. Und das alles ist nicht trockene, verstaubt« Wissenschaft, sondern köstlichstes Leben in Wilhelm BölscheS plastischer Schilderungskunst vermittelt. In den jusammensassenden Schlußsätzen dokumentiert unt Bölsche nochmals den Geist unbefangenen Denkens, der das ganze Büchlein beherrscht, wen» er sagt: Heute wächst ein neues Geschlecht in diese Ding« einfach hinein. Ihm hängt das olles zusammen. Diese Erdgeschichte, die den Elbfand- stein dort natürlich gebaut hat, hat auch den Menschen nach demselben Naturgesetz gebaut. Und mit derselben Wucht, mit der das Regenwasser diesen Stein in Jahrtausenden zersprengt hat, zersprengt auch das unbefangene Denken den Berg der Vorurteile, in o»e der Mensch sich verwickelt hat. Wenn wir die Elb« auf- wärtsfahren, dies« Berge anschauer:, dieses ganze Raturbitd mit seiner zähen und doch so erfolgreichen Arbeit, dann erstarkt in uns der Mut, daß, wie Goethe sagt,„Der Tag dem Edlen endlich komme". Di« schlichte Arbeit des Einzelnen gleicht dem Sandkörnchen, das einem Wasser» tropfen schließlich di« Gestalt eines ganzen Gebirges erwächst. Auch wir bauen in unsere geistigen, unserer sozialen Arbeit an einem Ge- birgsban der Menschheit, wo gewiss« Wahrheiten, stehen bleiben sollen, di« uns fr«i«r und glücklicher machen, während der Schutt des ,Wertlosen, Verengenden, unfrei Machenden,, hoffnungslos talabwärts sinkt. Wassertropsrn sind wir alle— atzr Tropfen, die Gebirge abtragen und errichten. TierDkobochter. Ein Tier, d«S seinen Magen ausspuckt. Tas ist keine Fabel aus dem Altertum, sondern ein« naturwissenschaftliche Bechmchtitug, di« wir in dem neuesten KosmosbänWtn von Tr. Kurt Floericke, Wundertiere des Mreres, finden. Ti« Seegurke oder See walze, di« sich massenhaft am Meeresufer vorfindw. ist«in sehr reizbares Ge- sthösL Aergert man sie nämlich tüchtig, so üder- sich, aber sie speit nicht etwa nur ihren Mageninhalt aus, wie andere Tiere in ähnlicher Lage, sondern sie macht di« Sach« gleich so gründlich wie nur irgendmöglich, indem sie auch den Magen selbst nebst dem Speiserohr ausspuckt, ja mehr oder weniger sämtlich« Eingeweide, di« von einer ekelhaften Klebrigkeit sind. Diese fürchterliche Selbstverstümmelung, di« für jedes ander« Tier«inen qualvollen Tod bedeuten würde, scheint die Seegurke gar nicht so sonderlich anzufechten, denn di« abgerissenen Eingeweide ergänzen sich durch Nachwachsen in erstaunlich kurzer Zeit noch vollständig, selbst wenn zunächst«in wenig mehr übrig geblieben war, als«in hohler Lederfack mit dem Fühlerkranz am Munde. Der widerlich« Borgang, der vielleicht«in Berte idigungsmittel darstellt, scheint sich sogar recht häufig abzuspielen, denn man findet nur selten Seegurken mit vollständigen Magen.* cuttertet. Bom Stotter». Tas Stotlern beruht nach neuerer Ansicht auf einem Minderwertigkeitsgefühl, das in Gegenwart einer hörenden Menschen auftritt; der Krank« fühlt sich nicht in der Lage, die Worte ordnungsgemäß auszusprrchen. Die Behandlung besteht in erster Linie in Be- einflussung dieser falschen krankhaften Empfindung. So kamen Hypnos« und Psychoanalyse als Heilmittel in Anwendung. Es gilt weiterhin, das Selbstvertrauen zu stärken; gegebenenfalls kommt auch ein« längere Abwesenheit von der Familie in Frag«; Leibesübungen und sportliche Betätigung leiste» mitunter hierbei wertvolle Dienste. Bor kurzem ist nun die Ansicht ausgetaucht, daß das Minderwertigkeitsgefühl ein« Folge von mangelhaftem Funktionieren der Rebenni«r«nrinde sei. Die Nebenniere ist ein kleines Organ, das wie eine Kapp« auf der Niere fitzt. ES wird empfohlen, Nebenntrrenrtnde als Heilmittel gegen Stottern verabreichen zu lassen. Di« bisherigen Erfolge ermutigen jedenfalls zu«iuem Versuche. Der Teddybär als Nährmutter Ein Mitarbeiter des„Kosmos" erzählt: Der jüngste Sohn einer mir bekannten Familie hat!« dir Erlaubnis erhalten, einen jungen Hund zu kaufen. Da- Tierchen war gerade von der Mutter weggenommen und fraß noch nicht selbst. Alle Mitt«!, e- mit der Flasch« oder auf andere W«ise zu ernähren, scheiterten, da daS Der jede Nahrungsaufnahme verweigerte. Man kam deS- loegen auf den eigenartigen Gedanken, einen Mutterersatz zu schaffen dadurch, daß man einem Teddybären«ine Milchflasche zwischen di« Beine schob und den jungen Hund daran legte, und siehe da: er trank mit wilder Gi«r und wird seitdem auf diese etwas eigenartige Weise großgezogen. Diese Tatsache ist wissenschaftlich nicht ohne Belang, da hier von irgend- welchen GeruchSssoziatkonen keine Rede sein kann. Konversation. Montesquieu unterhielt sich rtnes TageS mit«inem Rat des Parlaments in Bordeaux, einem Mann von großer Eigenliebe und wenig Verdiensten. Rach einigen Erörterungen sagte der Rat zu Montesquieu:„Ich gebe meinen Kopf dafür, wenn es nicht so ist, wie ich es Ihnen sage!"—„Ich nehm« ihn an", erwidert« Montesquieu,„klein« Geschenk« erhalten dir Freundschaft." öS»stimmt. Bei Geheimrats war großer Maskenball..In vorgerückter Stunde llopft ein« Maske dem Kommerzienrat Goldbaum vev traulich auf di« Schulter.„Nun, schön« Masst, kennst du mich denn?" sragt Goldbaum.„Frei' lich, ganz gut, ich habe ja«in Kind von dir!' Ein wenig indigniert sucht Goldbaum abzuweh re».„Du meinst sicher meinen Sohn!"„AbW nein," entgegnet die Maske,„den kenn' ich not besser, von dem hab' ich ja drei Kinder." Daß ist Goldbaum denn nun doch zu viel. Enct' gisch besteht er beim Hausherrn darauf, daß M Identität dieser Person festgestellt wird. Her« Goldbaum war sehr überrascht, als nach dm Demaskierung fein« Schwiegertochter vor ihß stand. öiu vierzigjähriger Junggeselle halt« pl«s lich eine reiche Dam« geheiratet. Er lädt einK Freund zum Besuch«in. Dieser sagt zu ijff während dem Essen leise:„Du dein« Frau W fällt mir nicht; sie schielt und scheint auch duiäs zu sein." Ruhig sagtt der Ehemann:„Sage f nur laut, st- hört nichts." l e I ' El ^boko D Senkrechte Reihen: 1. Indische Kaste,- Männername, 3. Handwerkszeug,. 4. Ausruf 5. Pfort«, 6. Biblischer Name, 7. Stadt, 8. E«fs lischer Frauenname, 9. Asiatisch« LandschaV tz., 10. Userbau, 11. Biblischer Ram«, 13. GcdiM rS. Neben den Weg, 14. AmtStracht, 15. BliiirA Im" 1$ stand.— Wagrecht« Reihen: 1. Stadt, 10. Fluß«z 18. Teil einer Sterngrupp«, 17. Monat, 18. N! Hörde, 12. Himmelsrichtung, 19. Gestirn, kk E,s Planet, 8. Waffe, 21. Wahrheitsbeweis, 7. b» H genteil, 22. Abschnürung, 23. Gewicht, 24. Bluts^w«id« R Unterschied«. J„ Es wächst mit H,«S wächst mit D und auö Mensch mit K, indessen— Das erste stößt, daS zwei*^aich■ sticht, daS dritte wird gegessen! Z I qJ- Ae Auflösungen der Rätsel aus der vorige«! Rümmer l'f^n S i l b« n rä t sei: Ulan, Demiurg, JwaU ist Gades, Amu, Chateaubriand, Rousseau, Eiks‘^r grub, Eger, Uran, David, Rohbau, NogH Elster, Wadai, Rahab, Libelle, Junglaub, E-M ffijttt, Urian, Base, Ragaz, Areopag, Timbuktu, 92«®? rod, Miiau, Nitrat, Eider=s Und gings cuH f drunter und drüber, wir bleiben unverzagt e munter. dj * Kapselrätsel: Des Knaben Wundes horu. * Märchen und Erzählungen: gen und Funken. — 1 Kreuzwvrt-RLtsel. ft aT 7 14] ft ■ A RMOM 1 ta|zy' SWSN WN8 U 18 'W 1 10 af WW 12 i\\ R 12. SS 20 Z 0 WW .4 WSW SASS MJWW 4k 1 Ml bi Jl IV ■ 1^ ■•■■»NW *1