Rr. LL.«nteryattungsveißage ISLS. Die verhexte Stadt. ®in»»etter» 69t»» ubeuoef t»lt»te vo» Start(Ettlinger. I Aber ich tu« euch Unrecht, ihr trauri- Ünd er las, ein« ganze Handvoll Blätter miltvendend, weiter: Paris, 22. Mai. Ich habe ein Glas vchnaps vor mir und spüle zugleich mit «m Gift den Rest meines Gewissens hinunter. Meine Puppen, mein Fvack sind ver- istzk. Die letzten drei Nächt« habe ich auf ''«er Promenadenbank geschlafen. Entsetzet Lager,— da schlief sichs auf der Ge- Wgnispritsche noch weicher. Nun lasse ich «m Schietsal noch zwei Tag« Zeit, sich eines Efferen zu besinnen, dann springe ich in die deine. Ich bettle bei meinen Kollegen herum, uni nicht zu verhungern. Mein Haß gegen die Menschen wächst »Uhl Wahnsinn. So lange ich diesem ztvei- ^uigen Pöbel den Hanswursten machte, tuhlte man mir Pharratasiepreise— nun, da A im Elend sitze, fragt kein Mensch nach ^..Mer doch wenigstens ein Hund. Er ist ?Ur zugelaufen, als ich mich auf einer Bank Wasen legte, schmiegte sich an mich, leckte mir Hand und ist nicht zu vertreiben. -»Du, Hund, ich bin vorbestraft! Fünf Ähre Gefängnis!" sagte ich zu ihm, aber >p* n| aJ, jiuvyv» yuvc.yit ejiQ genannt(obwohl eS«ine Hündin ist), M dem homerischen Helden, der die Leiche ™ Achilles rettete. Auch ich bin ein« Leich«, ach, Ajax, wenn du mich retten könntest! ^Las für ein Gelachter würden wohl die ^"achtigen Gestalten,' die in dieser Kneipe wich herumsitzen und vergebens zu er- suchen, was ich da kritzele, anstiminen, sie wüßten, daß in meinem Kopfe ur- Sagcngestalten spuken? Weshalb habe HL kin« gute Schule besuchen müssen, stu-- t^-kn müssen, wenn eS mit doch bestimmt im Schmutz zu verkonrnien? »^..Schnaps her, damit ich keinen Tob- ^'sanfall bekomme! 'kh tu««uch Unrecht, ihr trauri- Enterbten der Großstadt, di« ihr hier ZaM^nlungertl Ich Hoche unter euch noch suchen Lumpen gefunden, wie unter M k" Frackmenschen. Vielleicht nur deshalb, 1^ •j hlik' yiF Jjube scheinen weniger vorurt«ilsvoll zu sein Kck f^Äenfchen. W W Ez Ist«in kleiner Foxterrier, muß noch W 2 ganz junges Tier sein. Ich habe ihn weil ich euch noch nicht so gründlich kenn«. Aber selbst wenn chr tausendfach bester wäret als jene, ich könnte nicht mit euch leben, ich kann deu Geruch der Armut nicht ertragen, lieber will ich sterben! Mein armer Ajax, winsle nicht, gleich gehen wir durch di« Straßen, einen Knochen für dich suchen. Halt« dich eng bei mir, mein Hund: es gibt in diesem Viertel gar viele Menschen, di« nach einein Hundebraten lüstern siich. Paris, 28. Mai. Ich bin gerettet. Um den Preis meines bißchen Selbstachtung, aber ich bin gerettet. O Adele, du treue Seele, laste dir dein« Diebsfinger küssen! Ich wohne in einem behauchen Mietszimmer, ich habe einen satten Magen und «in« gefüllte Brieftasche. Als ich gestern abend durch die Rue Laffitte streunte, rief mich plötzlich auS einem Wagen ein« Stimme an:„Stefchenson!" Ich drehte mich um, lief auf das Ge- fährt zu und fühlte mich im Nu in den Wagen gezogen. „Stephenson, um Gottes willen,' wie siehst du aus?" „Genau so, wie es meiner Lage entspricht. Laste den Kutscher halten, Adele, und mich aussteigen.— Es ist keine Ehre, Adeles mit mir geschen zu werden!" „Keine Ehr«, mit dem fabelhaftesten Bauchredner der fünf Erdteile zu sichren?" „Das war ich einmal, Jetzt bin ich nur noch ein erwerbsloser Bvgavurtt», der einmal fünf Jahre im Gefängnis gesisten hat!" „Du mußt dir nicht so viel darauf einbilden! Da habe ich schon bedeutend länger gesessen!" „Du, Adele?" rief ich eutsitzt. „Jawohl, ich. Und tvenn ich alle die die Strafen absitzen müßt«, die ich seit meiner letzten Entlastung verdient habe, müßte ich älter werden, als Methusalem. Aber ich laste mich nicht mehr erwischen." „Du bist nicht mehr bei der Bühne?" „Daß ich närrisch wäre! Ich bin Impresario." „Bon wem?" „Bon einer Hochstaplergesellschaft." „Adele, laß mich aussteigen! Ich flehe dich an: laste mich fort!" „Und wieder Hungertuch kauen? Nein, mein Lieber! Wenn du nicht selbst weißt, tvas für dich gut ist, dann müssen es dir andere sagen. Du llleibst bei mir! Leute- wie dich, können wir brauchen." „Du verkennst mich, Adele, ich bin«in Mann, der Gewissensbisse hat—" „Die werden wir dir abgewöhnen!" „Ich werde beim ersten Gaunerstreich erwischt werden!" „Beim dritten und vierten nicht mehr. Das last« mein« Sorgx sein. Du kommst bei mir in die beste Schule." ,Hch werde—" „Du wirst zunächst mit mir nach Hause fahren, ich wohne im Grand-Hotel, und du wirst wieder Mensch lverden.— Was ist das übrigens für ein Hund, der»eben dem Wagen herläust? Gehört er dir?" „Ja." Kutscher, halten Sie und nehmen Sie den Hund auf den Bock!" Dieses Gespräch wird in englischer Sprache geführt, denn Adel« versteht nur. wenig Deutsch. Sie ist in Italien geboren, hat aber lange in Amerika gelebt. „Sie ist es!" fuhr Eduard Bohnkraut auf.„Kein Zweifel mehr möglich. Alles stimmt: der Name Adele— Artistin— Italienerin— es ist Adel« Cantelli! Na wart«, du schlaukbeinigcr Satan, du wirst baü> dein letztes Tararabumdieh gesungen haben!— Mmn nur Meier endlich käme! Ich kann mich kaum noch wachhalten! Nicht mal das Rauchen hilft!" Er begaun, das Tagebuch voü rückwärts nach vorne zn blättern, zerstreut nnd schläfrig. Flüchtig las er: Gotha. Zwei Monate Gefängnis. Unter dem Namerr Westerburg. Rom. Anderthalb Jahre und ausge- wiesin. Schweinerei, die italienrschen.Gefängnisse! Da war's ja i« Marseille noch bester. — Und daMischen iinnrer wieder die Lobhymnen auf Adel«: — 2— Adele macht ihre Sach« unübertrefflich ... Adele ist«in Genie... Adele sagt: wenn sie einmal erwischt wird, mutz ich di« Führerschaft übernehmen. Si« findet es köstlich, mit welcher Unverfrorenheit ich di« Polizei überall an der Nase herumführ«. Aber das ist mein Privatsport. Di« Voliz klein die ganzen Familienverhältnisse seines Herrn aus. Es ist da nur«in verkommener Sohn, namens Eduard, der irgendwo in Amerika haust. Da müßte doch«in Ding zu drehen sein? Ich will Adelens Meinung hö.en. — Bor Bohnkrauts Augen begannen die Buchstaben zu schwimmen. Nur mühsam las er weiter: Breckendorf, 4. August. Adele sagt, man muß warten können. Nächstes Jahr sei auch ein Jahr. Sie hat sicher etwas Großes vor, aber sie sagt nicht, was. Ich soll unter dem Namen Rechtsanwalt Meier III ein Techtelmechtel mit einem Dienstmädchen anspinnen, deren Adresse ich für meine Korrespondenz benützen könnte. Möglichst«in Mädchen bei einer Juristenfamilie, damit«S der Post nicht so auffällt.„Die wird dann schon lag- lich den Briefträger abfangen und deine Briefe beiseite schaffen", meinte Adele.„Ein verliebtes Weib ist zu feder Dummheit bereit." Breckendorf, 19. August. Meine Wahl siel auft Auguste Weber, Köchin bei Amtsrichter Bergmann, Kolonnade 34, H. Schön ist sie nicht,— der Gerechte muß viel leiden. .—,— Jin. Halbschlaf drehte Eduard einige Blätter um: vier hohe, graue Häuser, die nackt sind und jeder Farbe entblößt. Und wenn man hoch stehl, erscheint vor den Augen«in kleiner blauer Fleck, der Himmel, oder«in trübes Etwas, eine Wolke. Das sind so dl« Höf«, die ich kenne. Ganz einfach in ihrer Art. Wenn man auf dem Hof steht und aufwärts sieht, dann ist es einem ungefähr so, wie es einem Bergmann ist, der in den Schacht fährt und noch einmal zurückbltckt nach der Oberwelt. Licht kenM so«in Hof nicht, nur Schatten. In heißen Sommertagen ist es wohl kühl, aber di« Luft auch so stickig und dumpf, weil sich aller Staub da unten, sammelt. In kühlen Herbsttagen sucht man aber vergebens einen kleinen Flecken, wo es warm ist. Di« Sonnenstrahlen zerbrechen an den vier steilen Wänden, wie dünnes Rohr bricht. Und so still wär««8 auf den Höfen, so still wir in einem tiefen Grab, wenn nicht di« Kinder mit ihrer schwachen unreinen Stimme lärmen würden, und wenn sie nicht mit ihren klappernden Pantoffeln über di« spitzen Stein« stolperten. Die Gesichter der Kinder sind fahl, so fahl wi« di« Wände, so fahl wie die Gesichter der Bergleute, die Tag für Tag im tiefen Schacht sitzen. In allen Ecken liegt der Schmutz. Die Aschengrube kann gar nicht allen Unrat fassen und wenn«8 regnet, ist der Hof«in dreckiger Tümpel, in dem der Schmutz sich badet. Aber der Schlamm bleibt zurück. Er ist aller so trostlos auf so einem Hof. Manchmal springt eine Ratte erschrocken aus dem Schmutz der Aschengrube, jagt über den Hof, läßt di« Kinder jäh auffchreien, und verkriecht sich in einem anderen schmutzigen Winkel. Ratten sind in den Löchern straft. So sehen di« Höf« aus, die ich keime. Wie«in Bergwerk, denke ich zuweilen, wie I'ein Bergwerk. Nur, daß«in Bergwerk von oben nach unten gegraben worden ist. Aber auS beide« Löchern holt der Kapitalist die Schätze. geflogenen Lur oes«eoen», oes« n Großen, der Erwachsenen. Und beklockl 4ah harrt« sie der Dinge, di« da kommen W ö? Sie wußte zwar schon, daß hinter jener die Arbeit lauerte, um sie in ihren kargen I Ffytli zu nehmen. Sie wußte, daß ihr Lebelku Mgtt 'ne»' Das Lausmööel. Von W. Deh m« l. Klein ist sie, blaß, mit eckigen, una^I wach sc neu Gliedern, und verschüchtert wii kleiner, in di« Fremd« verschlagener Vogch' jüngste Arbeiterin der Fabrik. Vor vier Wochen stand sie noch vor geschlossenen Tür des Lebens, des Lebens gegebenen vortrefflichen Erziehtkngs^iW „DaS prvlctarischc Kind", Verlag: Am an^s Ufer, DreSden-Bnchholz.) A Ei 4 Breckendorf, 2. Juli. Alles nach WM gegangen. Adele ist der Napoleon des N breche ralbums. Es ist da ein Bild, das I ich mir als persönliche Beute ausgW Adel« wollt« es anfangs nicht zugeben, 4. mir kann sic nichts abschlagcu. Ich*1 nicht, was ich an dem B:8> für einen*5 reu gefressen habe. Aber wenn ich W Frauenporträt ansehe, so ist mir, alS?!I mir"alle mein« Sünden vergebet^ 4 glaube, vor diesem Bild könnte ich N Beten wieder lernen. Nervenschwäche H mir?... Ich will dieses Bild als W man bei mir behalten, bis ich GclegkE finde, eS dein Sohn persönlich...| Nachdem Assessor Funke dreimal J geblich geläutet harte, befahl er:„SH schlag«« Sie di« Türe ein!" Die fünf Bcanlten, di« Funke uE bracht hatte, verteilten sich austragsgW Zwei blieben an der Flurtüre stehen, U anderen folgten ihrem Vorgesetzten von W mer zu Zimmer. Di« Küche>var leer. Auch das Schlafzimmer. Aber im Wohnzimmer sand.'n Sie ard Bohnkraut, laut schnarchend auf« I Boden vor dem Schreibtisch. Er ivaGl Schlaf oom Studl gerutscht. „Wachen Sie auf!" schrie Funkes rüttelte ihn heftig an der Schulter. (Fortsetzung folgt.) AuS dem Bergwerk di« Kohlen, die die M 1 Heizen, daß di« Maschinen laufen, und rai Höfen dir Menschen, die er an di- Mo!^ stellt. tAnS der von Otto und A.icc Rühle IjtJj i anders werden sollte; sie wußte, daß ihrrz gen, im Kreise der Spielgefährten verbrG Bkt, Freistunden xusammenschrumpsen würdeM Masche einige kurze Atempausen, abends vor de« sengehen. Und doch. Sie fühlte«in so wov? dgz Gehobensein, einen vor sich selbst erschoß i^?«rw Swlz bei dem Gedanken, daß sie nun**«in nommen werden sollt« in dir Schar der 6 1* Cty senen. Denn Kindsein, daS war doch, wer«! sehr schön und vergnüglich, immer nur«i^ w*; duldetsein,«in Mitgeschl«pptwvarz Zahllose Dörfer sind infolge der Blutrache so gut wie auSgestorben; die Uebrrlebenden sind von anderen Dörfern ausgenommen worden; ihre eigenen Hütten und Bambusumzäunungen sind verfault und verfallen und wurden schließlich vom Dickicht überwuchert. So erging es auch dem Dorf Oro-Lopiku, in dem Payeye** geboren war. Seine eigene Familie war infolge der Blutrache so dahingeschmolzen, daß er im Alter von 15 Jahren nur noch allein übrig war- Ohne Vater oder älteren Bruder, der ihn hätte anletten und beraten und in die Pflichten eines Erwachsenen einweihen können, war er übel daran, als sein Dorf sich aus Menschenmangel auflöste.. Da war«S natürlich, daß er an den einzigen Blutsverwandten dacht«, von dem er etwas wußte— Former, den Dorfpolizisten in Rar«i im fernen Mekeolande. Denn PayeyeS Mutter war kein« Frau aus den Bergen gewesen. Sein wilder Vater hatte sic bei einem Ueberfall fortgeschleppt, und sie hatte sich mit der Glcichgülti^leit einer Papuafrau schicksalsergeben dis Verbannung von ihrem eigenen Volke auf sich genommen, hatte di« Gärten bebaut und dem, der sie geraubt, Kinder geschenkt. Fornier war ihr Bruder, und einmal hatte er «ine Regierungsstreife in di« Berge begleitet, so sein« Schwester wiedergefunden und so auch Päyeye zum erstenmal gesehen. Verwaist und geztoungen, selbst sein Schicksal in di« Hand zu nehmen, hatte sich Payeye auf den Weg über die Berge nach Rarai gemacht. Aengsttich mied er alle Dörfer, versteckt« sich im Busch, wenn er jemand kommen sah, und lebt« nur von den paar Jamswurzeln und Bataten, die er mitgenommen hatte oder aus den Gärten stahl, deren Besitzer abwesend waren. So hatte«r das zivilisiert« Mekeoland sicher erreicht und erfragte sich den Weg zum Dorf« seines Onkels, indem er ganz einfach zu jedem, den er traf,„Rarai" sagte und der Richtung folgt«, die ihm gewiesen wurde. Fornier nahm Payeye freundlich auf; derm das Blut seiner Mutter gab ihm nach den allgemein unter den Wilden auf Neuguinea geltenden Gesetz Anrecht auf«inen Teil von seines OnkelS Besitz. Aber die Knaben und Mädchen MekeoS und Payeye blieben einander fremd. Er verstand ihr« Sprache nicht und sie verstanden nicht di« seinige, und zwischen sie schob sich ein« — unsichtbare, aber darum nicht minder mächtige— Schranke, der Haß der Stämme, der daher rührt«, daß in längst verklungen«« Tagen h vor l Gebens!» bckioe^- len solN jener i argen«. Leben' d ’ ih«^ Verbri" 'iirderi. dem& v tooiiij jchauk^ Nun«" ber Er^ . wen«! tur«i«! Blutrache auf Neuguinea? Don Merlin Moore Taylor. i m F^7»haus bringen wir eine Textprobe aus dem Ba, n. erschienenen, spannend geschriebenen rtatÜl M. Taylor: Bei den Kannibalen von leinl' rfft 10'^luzleinen 15 M. Eine fremde Welt in di« uns Taylor führt, das nebelum- Bergland im Jnnern von Britisch-Neu- - tha'^ ent Pastualand. Dort ist«in« der weni- ' W MAellen der Erde, wo noch unberührter Kan- c herrscht, und so nimmt es nicht E^?der, daß uns Taylor auf jeder Seit« seines iklichstb in Spannung hält. Wenn rin Eingeborener aus den Bergen trfchlagcn wird— es macht keinen Unterschied, "b in offenem Kampf oder aus feigem Hinler- ^l:— so folgt dir Blutrache der Tat auf dem Ein nicht gerächter Mord ist«in Flecken dem Stolz und der Ehre eines jeden Ver- dxindien des Toten, und imr durch neues B!ut- Mießcn kann er getilgi werden. Di« Schande t!M nicht in dem Tod an sich,, sondern darin, M die Knochen des Toten, wenn sie sorgfältig ibgelecki sind, den Bastardhunden vorgeworfen virden, die jedes Torf unsicher machen. Der wirkliche Täter'ist nicht immer bekannt, Ar über sein Dorf ist man nie im Zweifel, «ährend t«r Leich« die Haut abgezogen wird di«-Röststeine in einem Feuerloch erhitzt ^rd«n,. schreien es Leute mit kräftigen Lungen Gipfel, auf d:m das.Dorf steht, aus, bis Ale Kilometer im Umkreis weder Freund nocb nkind darüber im unklaren sind. • So lenken die Verwandten deS Toten, durch Hohnrede aufs empfindlichst« gekränkt, die E'.ntiache gegen das Dorf des TäterS und nicht ^Sen den Mann selbst. Wenn er oder jemand Jj’it seinen Verwandten für seine Tai mir dem ^öen büßt, so jubeln die Rächer desto mehr. umsomehr rasen deren Feinde: doch sonst k?8gt auch das Blut eines seiner Freund«. Eine Blutrache führt unvermeidlich zu einer ^dcrn— mir vertauschten Rollen— und so Mg wird das Gesetz„Auge um Auge, Zahn M Zahn" beobachtet, daß Fehden, die vor vie- Geschlechtern ihren Anfang nahmen, noch ^vsler ansgetragen werden, obwohl der ur- ^»«»glichr Anlaß längst vergessen sein mag. ^Mr ist der Mord auch untrennbar mit dem WHtgesetz verbunden, das einem Jüngling die xwat untersagt, der nicht durch Vergießen von Wsschenblut das Recht erworben hat,«inen Wtschmuck auf dem Kopse zu tragen. Wieder M dar Gesetz den Wilden weiten Spielraum, ^erwachsener Mann, ein« altersschwache Frau I/y rin hilfloses Kind können in gleicher Weise ^Opfer sein. * Mit Genehmigung des Verlags F. A. BHh.9 t. o k ihre Ahnen hatten sterben müssen, um den Bauch seiner Ahnen zu füllen, und di«„Regierung ihnen nun di« Blutrache verbot. Selbst Fornieurs Kinder konnten das nicht vergessen; denn ihr« Mutter hielt die Erinnerung daran bei ihnen lebendig. Allmählich wurde sich Payeye dieser Tatsache bewußt. Er merkt«, daß«r in Mckeo nur eben geduldet war. Mehr und mehr zog«S ihn nach den heimatlichen Sergen, und die Verlassenheit und Einsamkeit seines täglichen LebenS vermehrten nur noch die Sehnsucht nach den nebelumbrauten Gipfeln, di««r täglich von ferne sah. In seinem Heimatdorf wär« er nun schon zum Mann« geweiht; vielleicht hätt« er sich schon das Recht erworben, das Zeichen des Mordes zu tragen. In dem kleinen Netzbeutel, der ihm von der Schulter hing, bewahrt« er sorgfältig«ine Handvoll Kakatmfedern auf, aus denen sein Kopfputz angeseriigt werden sollt«. Er wußte, so lange er in Rarai blieb, würden sie nie ihren eigentlichen Zweck erfüllen; denn Mekeo halt« sich der geheimnisvollen Regierung ergeben, di« fürchterlich aufregt« und di« bestrafte, die töteten — sie wegschleppt« und nie wieder zurückbrachte. Alles das wußte Fornier natürlich, und so wollt« er den Jungen nicht gern zurücklassen, wo er allen möglichen Grausamkeiten ausgesetzt war, di« seine Erbfeinde auSklügeln konnten. Konnte der Junge indessen mit uns gehen, so war di« Frage gelöst; wir hätten für das Land von Oro-Lopiku einen Dolmetscher; und bei der Rückkehr wär« der Junge sicher«in gut Test zufriedener. Das Unausgesprochene. Bon Frank Crane(New Bork). Neber« tragung von Max Hayek. ES gibt Gedanken, di« von den Menschen nicht ntcdergeschrieben werden und di« sie verbergen, alS ob sie sich ihrer schämen müßten. Jeder Dichter und Schriftsteller hat Schonungen und Ideen, von denen er nicht berichtet, Befürchtungen, die er nicht ausspricht, Hoffnungen, di« er nicht äußert. Wem: sein« schweigende Seele Stimm« würde, welch' ein Buch gäbe daS! Die Welt sst voll großer Verschweigungen. Es gibt ein« dunkle Mondeshälfte, die unbeleuchtet und also unsichtbar ist. Da sind die dichtgesäten Geheimnisse der Stern«. Wir empfangen von ihnen nichts weiter als winzige Lichtfunken. Was geht auf jenen Welten vor, von denen viele über die Erde'hin- aus gewaltig sind? Wir und das Sternenvolk bestaunen einander, ewig stumm. Dein Hund sieht dich mit so forschenden Augen an. Wie gern« möchte er erfassen, waS du denkst, was du meinst! Und er und daS ganze Tierreich sind uns ein dunkler Abgrund. WaS denken die Bienen und Bogel? Unter der spiegelnden Fläche des Ozeans lebt«in reicheres Leben als in der Luft. Und zwischen ihm und unS ist ein« geschlossene Tür. AlleS, was dort unten geschieht, ist undurchdringliches Geheimnis. Wir Menschen sind einer dem anderen Rätsel. Und selbst im Beichtstuhl der Lieb« wird ein Unausgesprochenes zurückhalten. Da sind Dinge, die du noch keiner Menschenseele anvertraut hast. Eingebungen, die dein innerstes Ich dir zuflüstert, betörende Impulse, di« du sogleich verdrängt hast. Ja, du weigerst dich sogar, dir selbst einzugestehen, daß du sie gehabt hast. Welch verbrecherische Kräfte, welch' lockere Anarchien, welch wild« Rufe sind da, sie all« niedergeschlagen von den Aexten der Seele! Zwei, die lange Jahr« Seit« an Seite gelebt haben, hielten gespenstische bleiche Gefangen« der Erinnerung in ihren Herzen verborgen und in den Verließen des Geiste- eingesperrt, Gefangene, die wie au- vergitterten Fenstern hervorgucken, in Träumen oder trübsinnigen Augenblicken, und die nut den Zweien sterben. Wir kennen nur di« Oberfläche der Seelen, mir die Symbole der Dinge. Keiner von uns wohnt« j« der Vermählung de- Wasserstoffes mit dem Sauerstoff oder der Geburt de- Gewissen- bei, keiner sah je den Tanz der Atome. Die bedeutenden Geschehnisse der Welt vollziehen sich hinter Schleiern. ,Est-ce la vie d’une fetntne ne racoate?“ fragte Sainte-Beuv«.„Kann man da- Leben einer Frau erzählen?" Urteilen wir den andern nicht ab! Vermeiden wir strenge und hart« Einschätzung! Demr wir wissen wenig von dem, was in den Tiefen der Seele, geschieht. Der Zwergclown. Bon Hans Wesemann. Jeden Abend tritt er in dem Sketch„Spuk in der Backstube" auf. Seine Voll« besteht darin, daß er sich zu einem Paket zusammenkneten läßt, mit dem dann Mei„Riesen" Fangball spiele». Zn komisch sieht das ans! Das Publikum wälzt sich jedesmal vor Lachen, wenn er wie auf dem Kasperltheater hernmgewirbelt wird, daß seine dünnen Bein« fliegen, und wenn er dabei gar einmal auf den Boden fällt und die Riesen ihn als lebendigen Fußball rumkugeln, dann dröhnt der groß« Saal von berstender Heiterkeit. Ein«? Abends aber fällt er sehr heftig; er hat es wohl gemerkt, der ein« Riese hat chn absichtlich so gestoßen. Und als er zornig sich anfrappeln will, tritt ihn der Riese vor den Hintern wieder und wieder, daß er wie ei» Bündel Lumpen durch die Lust fliegt. Der Kleine schreit vor Wut und Schmerz. Er fuchtelt mit den lächerlich kleinen Fäusten, die Tränen laufen über das gekleistert« Gesicht er will kratzen und beißen, wir eine gemarterte Katze. Und der grobe Stiefel des Riesen tritt ihn nieder und das Publikum schreit und kreischt vor Lachen, bis der Vorhang fällt. Da steht mit einem Male die komische kleine Figur vor dem Vorhänge und droht mit den Händchen, streckt die Zunge raus in ohnmächtiger Wut und kreischt mit hoher Fistelstimme Schimpfwort«. Da langt aber schon eiüe Riesenhand durch den Spalt, packt ihn