3tr, to. UnterOaltnng^beilage 192», Die verhexte Stadt. •I«««-»«er* GptfcB taBenaef<«!<««* t»on Karl(Sitlinger. „Uha!" sagt« Eduard, zwinkert« mit den Lugen und schnarchte weiter.-> »Dieser Unglücksrabe hat sicher wieder einen unheilbaren Blödsinn angerichtet!" i»b«s Funke. Auf dem Schreibtisch aber lag der Brief, den Fräulein Dora" im Nebenzimmer geschrieben hatte. Er lautete: W- Lieber.Herr Bohnkraut! Es freut mich aufrichtig, Ihnen daS Bild Ihrer Mutter zurückgeben zu können. -Den« Sie sind mir sympathisch. Ich werde Ihnen demnächst noch«in Geschenk zukom- , men lasten. Für heut« nur noch fünf gute Ratschläge: -s. Erstens. Halte» Si« niemals einen Mann nut deshalb, weil er sich sein«« Monden Schnurrbart rasieren läßt, ein« Perücke aufstülvt und Röcke anzieht, für kin Dienstmädchen. ' Zweitens. Wenn Sie ihn aber schon mr ein Dienstmädchen halttm dann küssen Bie es nicht ohne wetteres. Das schickt sich 'n Ihrem Alter gar nicht Drittens Wenn St« es aber schon Asin, dann lassen Si« sich dabei nicht Ihr«« Tabaksbeutel stehlen. Viertens. Wenn Sie sich aber schon «n Tabakbeutel stehlen lassen, dann rau- Si« nicht das Kraut, das Si« in Mrr fremden Wohnung finde«. ES könnt« vhium darin siiu. , Fünfte»»-. Wenn Si« es aber schon sMchen, daun telephonieren Sie vorher ^kr Polize i ab, damn Sie sich' nicht un- '"fc blamieren. Mein Tagebuch habe ich mitgenom« «s ist keine paffend« Lektür« für «Wsor Funke. Er ist noch viel zu jung (v. Ich benütze di« Gelegenheit, mich von ?M*n zu verabschieden, da ich tn den Mhsten Tage»» abreise. Behalten Sie Humor, Ihre Gutmütigkeit und Ub> Bäuchlein, dann»oird eS Ihne»» . illk LehkN so schlecht gehen, wie«S zeit- 'u>g erging Ihre»« Meier III. VIII. Die Heiligen des Himmel- schienen sich gegen Breckendorf verschworen zu haben. Nur ein Heiliger, der schon einmal im Verleugnen- siin Meisterstück geliefert hatte, verleugnet« di« ollgenrein« Parole und meinte«S gut mit Breckendorf: Sankt Petrus schickte dein großen Flugfest den herrlichsten Sonnenschein. Auf dem Flugplatz, der einige Kilometer östlich der Stadt lag, herrschte«in lebensgefährliches Gedränge. Das»Kreckendovsir Tagblatt" hatt« a« schtvungvollen Reklameartikeln veröffentlicht, rvas nur aus der Feder ging,«s halt« der» Abschnitt Flugtechnik aus dem Konversa« tiouslexikon mit sach»nännisch«m Geschick umgearbeitet, es hatte einen rührende»» Aufsatz über die hungernden Indier, zu deren Besten da- Fest veranstaüet wurde, gebracht und darin wiederum di« Lotosblun»«, di« Dschungeln und das Gange-gestade bemüht, eS hatte Herrn Leutnant von Hertler, unsiren„berühmten"einheimischen Muanreister", interviewt und ihm begeistert« Worte über Brek- kendorf in den Mund gelegt, di« er nie gesägt batte. Die reichsten Leut« der Stadt hatten mit süßsaurer Miene werwolle Preise gestifwt, so oer Bankdirektor Sturm«inen»verwollen silbernen Becher, Konmrerzienrat Billenrot leine Punschbowle, und di« Stadt silbcr das s vergoldet« Modell eii»«s unmögliche»» Zweideckers, das der Gewinner se nach seinem persönlichen Geschmack als Zimmerschmuck verwenden, als Aschenbecher benutzen, oder zum Fenster hinauStversi»» konnte. Der Maharadscha besann sich erst spät auf siine moralische» Protektorverpflichtung,- er hatte in letzter Minute, ain Vorabend dcS Festtages,- zwei Brp»rzeleuchter als Ehrengabe geschickt. Di« Gattin des MajorS Klingenbcrg hatte«in Festgedicht geschmiedet, das bei Ikarus anfing und sihr lange Zeit nicht aufbörte. Da sich keine Gelegenheit finden ließ,«S öffentlich deklamieren zu lasten, wurde es auf dre Rückseite des Programms gedruckt, wo«S nx-itev keinen Schaden«»richten konnte. V An den Litfaßsiule», an jeder Bretter- tvand, in jeder Frisierstube, in jedem Wirtshaus und Hotelvestibül hingen riesige Plakat«, enttvorsin von Gustav August Käsemacher, der für siine Arbeit eine loberche Kritik und keine Bezahlung erhalten hatte. Denn es handelt« sich ja um einen guten Zweck. Und die Gutherzigkeit der Künstler zu Vergnügungen unter der Maske ver Wohltätigkeit auszunützen, galt von jeher als guter Zweck. Die Reklan« hatt« ihre Schuldigkeit getan, der Festplatz war überfüllt. Was sich rur guten Gesellschaft zählte,— und dazu zahlen sich unberechtigterweise die meisten Europäer—, war erschienen. Auch daS Pensionat der Frau Friede- richsin, geborene Müller, zählt« sich dazu. Dennoch glänzte es durch Abwesenheit. Die Penstonsmutter hatte am Abend zuvor ein« schrecklich« Entdeckung gemacht,«ine Entdek- kung, die ihr die Moral ihrer Zöglinge, sowie di« gesamte zeitgenössische Moral in trübstem Lichte ersibeinen ließ: sie statt« unter mehreren Kopfkisten Ansichtspostkarte» mit den» Bildnis des kurtheatralischen Heldentenors gefunden. Unter einer stand sogar mit Bleistift:„Süßer Ottol" DaS Verbrechen tvar zu himmelschreiend, um durch Strafarbeit gesühnt werden zu können, und so hatte Frau Fricderichsin dem Pensionat zur Buhe die Teilnahme am Flug- sist verboten. Um die Wahrheit zu sagen: di« Mlge» Damen versäumten du«h diesen Hausarrest nicht allzuviel. Sturzflüge und Schleisiirfahr- ien sind ein« Viertelstunde lang für den Laie»» «in recht interessanter Anblick, da»»» fangen sie an, langweilig zu werden. Der Zuschauer sieht nicht«in, wcWüb er sich durch tveiteres Indi«luftaucken di« Genickstarre holen soll, und»venvet sich ander«»» Dingen zu, zu»» Beispiel der immer interessanten Speisekart« des Hauptrrstanvllms. Ueberdies»var die Beteiligung vor» sil- teu der Flieger unerwartet schwach: nur sich- Piloten hatten sich gemcll>ct, so oaß gerade drei Preise zuviel da waren. In» Musikpavillon vor der Tribüne spielte die Kurkapell« allerlei Ouverttrren z»t verschollenen Oper», Potpourris und Polkas. f Uier Porte< tie Ein tzE, i! hieier? >«en kl! hie ihr lend üb Äf dos Tav Erklärte: Men Italien > Bet »>tb ihr Echten Evnit k ^Meu e End die if ?Wteit Johnson EEfrichti £>tc Zi ^nsch, c ?ivnen Föfen sshst lei fie Gesinnung. Und wieder unmittelbar dayestk stinkender Schmutz und grauenhaftes Menschs I elend, Höhlenbewohner(Provinz Almeria) zerbröckelnde Mauern und Verfall. Berste Verfall■..•.. Nirgends sieht man soviel scheußlich^ -Körperelend, soviel von Blattern oder SypW zerfressene Gesichter auf einen Haufen'W sammen wie hier. Die. zwerghaften KretiH die der große Belasquez vor dreihnnd«"> Jahren auf. seiner Leinwand unsterblich<*! macht, noch wandeln sie in auffallender in den Straßen umher; unerschöpflich ist Zahl der Krüppel und Bettler, die hier W verschieden von dem liebenswürdigen BettlH Humor Italiens, gemütbedrückend die Schatz ensfteude zerstören. Es müßte nicht so sein. Die Ausrede die Unwirtlichkeit der Natur, auf die gM gischen und klimatischen Verhältnisse ist fa^ Denn menschliche Raubgier ist es, dir hier jj einst blühenden Wälder niedergelegt hat(M lipp ll- hat hie letzten Wälder in der Umgcb»^ Madrids vernichtet) und die spanische Bck Wallung, der der Begriff Vorsorge für M Zukunft vollkommen zu fehlen scheint, hat W Mutterland genau so wie die Kolons (Sealsfield^ Der Birey) bis zur Berwüstu» ausgepowert,- aber der Süden Spaniens, M meilenweit« Obstbaumanlagen gepflanzt>>»^ den, die von der Ferne den Eindruck Wäldern machen, beweist, daß es einem bewußte» Willen durchaus möglich wäre-E Land vom Zustand der Verkarstung und Bep saharisierltüg zu befreien. Di« Gesetze sind heute Spinngewebe, denen die kleinen Fliegen hängen bleiben, R großen aber robust durchkommen. * Die Gesetze über Privatvermögen hab" ausschließlich den Effekt, die Spitzbüberei«« W telligenter Gauner per Entwicklung zu bringt Mit dieser Erklärung, bi« keinen®tW'| spruch. duldete, verließ er den abgesperlÄ Raum und schlug quer über den FlugM! den Weg nach der Tribüne«in. Dort erwartete ihn ein Ehrc'ckou-i^ mit dein Bankdirektor Sturm an der Spitz' Sturm war sehr aut gelaunt. Son^ er sich-och in dem Gefühl, einer große» fahr entgangen zu sein. „Das hätte einen schönen Skandal E geben, wenn ich mit der Cantelli ein Verba« nis angefangen hätte! Jetzt, wo man 8 Person verhaftet hat!" Affeffor Funke hatte unmittelbar, n-erden, die ehrliche Arbeit leisten, nicht aber jene, die rauben und auf die Bedürfnisse der anderen spekulieren.' '■ Ich kenne einen Mensche», der von seiner llebrrlegeicheit über alle anderen Menschen fest überzeugt ist. Er erläuterte mir einmal seine Einstellung dem Leben gegenüber: er Wie für sich selbst sorgen nnd das erlangen, Wozu er berechtigt sei, ohne auf andre die geringste Rücksicht zn nehmen. Ich erwiderte ihm: ,Hhre Einstellung ist die eines. Einbrechers." der Hieb saß, denn er hat diese Worte nie vergessen nnd erwähnt sie bei unfern seltenen Begegnungen immer wieder. MTie Menschen haben eine Phase der Ent- ducklnng erreicht, da all«, di« normal veran- kagt- sind, ihre sozialen Pflichten, ihre Ber- tzsiichtungcn den Rebenmenschen gegenüber, erkennen. Freilich handeln nicht alle nach dieser Krkcuntnis; in der respektabelsten Gesellschaft gibt es viele Leute, die gemäß einer Einbrecher- ikinftrllung handeln, doch halten sie es immerhin für geraten, ihre Taten mit einem moralischen Mäntelchen zu verhüllen. Cs kommt selten vor, daß ein Mensch erklärt:„Ich lebe nur für mich selbst, anerkenne keine andern Beipflichtungen.? Zu Beginn der menschlichen Entwicklung, schuldete das Individuum der Sippe öder dem Stamm Lovalität. Später wurden die Gruppen iunnrr größer, und heute habe" sie sich in Rationen verwandelt,. die öiele Millionen Ändibiduen umfassen. Auch diese Rationen besitzen ihre Regeln und es ist nicht ohne Iutercsse festzustellen. daß sie— die späteren Produkte der Menschheit— eine niedrigere Stufe der Moral haben, als die alten Gruppen hatten. Die Rationen hairdeln nicht nnr gemäß der Einbrecher-Einstellung, sie geben dies auch i«. und zwar durch deu Mund ihrer herrschenden Klassen, also jener Leute, die praktisch Hnommen die Ration darstellen.„Mein Bater- land", sprach Stephan Decatur, einen Toast ausbringend,„mag. es nun andern Ländern gegenüber im Recht oder im Unrecht sein, bleibt immer mein Vaterland." Denkt ihr über diese -Worte ein wenig nach, so werdet ihr in ihnen hie Einstellung des Einbrechers erkennen, und dvlli ihr Amerikaner wissen, wie abscheulich aieker Ausspruch in den Ohren andrer!"iati- °ycn klingt, so erinnert euch an di« Abneigung, stören und Has angestrobte Ziel vereiteln, halb arbeften sie gemeinsam Moralregeln das ist der Beginn der Menschlichkeit Zivilisation, sowie.all dessen, was auf dieser Erde einen Wert'besitzt.. Das gleiche gilt auch für die Nationen. Diese haben heirte ein Stadium erreicht, da sie einander derart ins Elend stürzen können, wie dies keine einzige Nation zu erjagen vermag. Die letzten zehn Jahre haben dafür den Beweis erbracht, und daher sehen sich die Menschen in der ganzen Welt gezwungen, neue Moralgesetze für die Nationen zu erwägen. Ein kleines amerikanisches Buch:„Die Herausforderung zum Krieg" von Norman Thomas bringt Tatsachen über die großen Einbrecher und Schurken die die Welt verwüsteten und das Leben und Glück von Millionen Menschen uzzter die Füße traten„Der Goldstaat der modernen Welt ist eine absolute Gottheit, die von ihren Untertanen unbedingten Gehorsam fordert, und die alles, was ihre Macht und ihren Wohlstand fördern kann,-rechtfertigt" Der Verfasser beschäftigt sich mit den verschiedenen Gruppen der Schieber und Ausbeuter, die in den modernen Staaten einen beträchtlichen Teil der herrschenden-Klassen darstellen und mit der Art, wie sie am Krieg profitieren. Da sind zum Beispiel die Munitionsfabrikanten, die. für. Prosit Mordinstrumeme verkaufen. Auf dem Balkan hetzten sie die eifersüchtigen habgierigen kleinen Staaten dieses Pulverfasses gegeneinander auf, bis es zur Explosion— dem Weltkrieg— kam. Di« französischen Munitionsfabrikanten arbeiteten mit der deutschen Kriegsgefahr, um die Franzosen zum Ankauf von Waffe» und Munftion zu veranlassen; dir deutschen Unternehmer taten das gleiche Heute haben die Bereinigten Staaten nach Brasilien eine Flottenkommisswn entsandt verkaufen dort Kriegsschiffe zum großen Schrecken der Argentinier. Auch die Fraae der Eisenbahnen und der Handelsstraßen muß in Betracht gezogen werden. Alle wissen, daß Deutschland die Berlin-Bagdad-Eisen- bahn wollte, und daß England dagegen war. Das zaristische Rußland verlangte nach Konstantinopel— nicht etwa wegen des Handels im Schwarzen Meer, sondern um andre Völker von diesem Handel fernzuhalten. Deutschland wollteWkohlenstationen im fernen Osten; heute verlangt Frankreich nach ihnen, und England besitzt sie. Italien will die Herrschaft über daS Mittrlmeer und schließt mit Spanien ein Uebereinkommen gegen Frankreich. Dazu konimt noch das Petroleum. Alle großen Rationen wollen Petroleum haben. Sie bestechen, intrigieren, drohen und werden eines Tages darum Krieg führen. Schon heute führt England um des Petroleums willen in Mesepotä- mirn und Persien gegen Frankreich einen verhüllten-Krieg. Und die Bereinigten Staaten tun in Mexiko und Kolumbien das gleiche gegen England. Auch die, Frage der Eintreibung der Schulden für die internationalen Bankhäuser muß berücksichtigt werden. Amerika übernahm die Regierung eines kleinen Staates nach dem andern— im Interesse der internationalen Marinedivffioncn die Sheriffs für ein intrr- nationäles Bankhaus, in Ricarague für ein zweites, in Guatemala für ein drittes. Die Standard Oil Eonrpairp besitzt 90 Prozent aller Protroleumkonzessiönen von Per», und der amerikanische Staat-Hat dafür gesorgt,"daß dort ein amerikanischer Zolldirektor das Land zugunsten der amerikanischen Bankiers kontrvl- Mf das gleiche hinauS. Cavour, der Italien die Freiheit brachte, erklärt«:„Wir wären Schurken gewesen. Men wir für nns selbst getan, was wir für Milieu taten.". Betrachtet jede beliebige Ration Europas, »«d ihr werdet stets dasselbe Phänomen beob- *Wkn können: eine herrschende Klasse, dir ^rnit beschäftigt ist, gegen andre menschliche alle Verbrechen, die es gibt, zu begehen, die• von ihrer eigenen Tugenb fest Lber- g8» ist— nur weil sie die Verbrechen im T’j’wn des Vaterlandes begebt. Dr. Samuel 'ichilion* fällt in dieser Beziehung ein kurzes Wichtiges- Urteil:„Der Patriotismus ist die Zuflucht der Schurken." Wie erlangt ein Wusch, der ein. Einbrecherleben geführt bat, Emen anderen ethischen Standpunkt? Seines W>ünenschen ffnden ibn unerträglich und be- Egot ihn. Viele Menschen, die nur für sich jMt leben, werden zu der Einsicht geswungen, sie auf- diese Art ihr eigener Glück zer- Dramen des Alltags. Von Koloman Szabo. I. Das Mädchen las Märchen, in denen Prinzessinnen von Prinzen auS der Gewalt des Drachen befreit werden. Sie meinte, auch das Leben sei ein solches Märchen. Auch um sie würde einst ein Prinz freien. Und er kam auch, aber nicht im goldstrohenden Gewand«, sondern in einen« gewöhnlichen modernen bürgerlichen Anzug. Sie schloß die Augen und träumte. „Ich liebe dich," flüsterte der Mann. „Ich liebe dich," antwortete das Mädchen. Tann verstummten sie. Ein Taumel über« beide, und als sie wieder erwachten, sprach Mädchen: „Ich bete dich an." Der Mann entgegnete schon etwas kühler: »Ich auch.. Dom Standpunkt des Einbrechers aus. Don Upton Stnelolr., — 4— Dann ging er und kam nicht mehr zurück. DaS Mädchen wurde Mutter. Die gekränkt« gesellschaftliche Ordnung fordert« Genugtuung; sie wurde also samt ihrem Kinde auS-er Gesellschaft. aus der Familie gestoßen, mW sie ging in einer finsteren Nacht allein fort. Lange irrte sie herum, das schlafende Kind auf dem Arme. Sie spürte weder den steinigen Weg, der ihre Füße wundritzte, noch den Sturm,-er ihr den Rege« ins Gesicht peitschte— sie ging nur immer geradeaus, ziellos und verlaflen. Endlich kam sie zum Bewußtsein ihrer traurigen Lage «ich sie sank zu Boden. Dann, als könnte man -en Zeugen ihrer Schänd« verschwinden lasten und-amit auch ihrem Leiden ein Ende bereite», bückte sie sich und drosselte das Kind. Sie kam vorS Gericht. Alte, ernste Richter sanden sie schulltig, und sie wurde verurteilt. Zur selben Zeit aber, als man sie ins Gefängnis führte, präsidierte jener Mann in einem in einer ritterlichen Angelegenheit zusammengetretenen Ehrengericht. II. DaS Mädchen war eine Waise. Ohne Stütz«- und Hilfe stan- sie den vielen Versuchungen gegenüber. Ein alter Freund ihrer Fgmilic, ein beriihmter Frauenjäger, nahm sich ihrer an. „Ich liebe dich," sprach er leise n dem Mädchen. Die Waise antwortete nicht, ihre Augen füllten sich mit Tränen, und sie war glücklich, daß sie nun schon keine Waise ist, denn auch sie wird von jemanden geliebt. Sie Überlegt« nicht und gab sich dem Mann hin,-eg sitz siebte. Ter gute Freund,-«, Fbmilie blieb aber nach kurzer Zeit soft und wich dem Mädchen ans.' Ein zweiter Mann kam ihr in den Weg. Er betrachtete sie verlangend, und sie flüchtete vor ihm. Zuletzt erhöne sie ihn aber doch. ,Lch liebe dich," sprach-er Mann. Das Mädchen trug anfangs Bedenken, dann glaubt« sie ihm aber und wurde sein« Geliebte. Der Mann verschwand bald für immer aus ihren Augen. Da ging da« Mädchen voll bitterer Enttäuschung und gebrochenen Herzen» weiter— abwärts. Ein dritter Mann kam, sie erhört« ihn aber nicht. Sie war schön und fesch, mau kaufte ihr Schmuck und gab ihr Geld. ,^Jch liebe dich," sprach man zu ihr. Sie kümmerte sich nicht darum, sie lacht« und tat, al» würde sie«S glauben. Wieviel« immer cs auch sagten, sie glaubte eS jedem— fürs Geld. (A»tS dem Ungarischen von M. Mezei.) Mutterliebe bei den Dögeln Reue Züge für die ost beobachtete Mutterliebe der Böges, die eine Art überlegten Handelns bei de» Tieren Voraussehen werden von dem englischen Ornithologen Oliver G. Pike in einer Fachzeitschrift mikgeleilt.„Bor einiger Zeit," schreibt er,„beobachtete und photographierte ich aus einem Bersteck das Familien- leben deS Raben. Es war em außerordentlich heißer Tag, und die Sonne brütete über dem Nest. In diesem befanden sich drei junge Bögel, und sie suchten sich vor den Sonnenstrahlen dadurch zu schütze», daß immer eines der Kleinen unter da» andere kroch. Als die Mutier mit Nahrung zurückkam, fand sie die Jungen, ganz ohnmächtig vor Hitze, mit offenen Schnäbelchen im Rest liegen. Sie gab ihnen die Nahrung, rief ihr Ehegespons herbei, und nun schienen sie sich zu beraten, den» sie stießen zahlreiche tiefe Guttural-Töne ans, die man sanft bei den Raben.nur im Augenblick der Gefahr hört. Dann flog die Henn« zu einem Beinen Teich in der Nähe, füllte ihren Schna- bel mit Waffrr; das Gleiche tat, wie ich deutlich sehen konnte, das Männchen, und dann flogen sie zum Nest zurück und gaben das Wasser ihren Jungen. Ein andermal hielt ich mich in der Nähe de- Restes eine» Rohrsängkrs verborgen und wkeder war es die Sonnenhitze, die mir dir UeberlegungSgab«-er Tierchen zeigte. Das Nest war im Vorjahr äils Schilfrohr gebaut worden und bot wenig Schuh gegen die Sonnenstrahlen. Das Weibchen sah mit Be» sorguis, wie ihre Kleinen immer schwächer wurden und suchte ihnen Kühlung zu dringen. Um sie gegen die Sonenstrahlcn zu schützen, setzte pch die Mutter nicht etwa auf sie wie beim Brüten, denn dann hätte sie sie erstickt, sondern st« stellte sich in' da--'Rest und öffnete ihre Flügel, so daß st« einen schützenden Schild bildeten, unter dem die Jungen im Sche icn lagen und doch Luft bekamen. Aber damit nicht genug. Alle Paar Minuten verließ die Mutter das Nest und flog zu einem nahegelegenen Master, in dem sie die unteren Flügelsedern naß machte. Dann eilt« sie zum Nest znrtstl, stellt« sich über-ie Jungen und ließ die Wassertropfen auf sie berunterriesesn" &e&Qtiten-<5plitter. Ich habe den Glauben«r den Fortschritt der Menschheit zum Wseren und Edleren stets in dxr BtzUst getragen und nicht mutlos da» Hllupt gesenkt, wenn da und dort di« Früchte nicht der Au-saat.entsprachen. Aus der Geschichte habe ich gelernt, daß das Echte..ito Wahre ni« ganz verloren gehl, daß et.rach ost jahrelangen Trübungen und Verkennungen doch wieder zur Geltung und zum Siege kommt. G. Weber Was 1924 erfunden wurde. Im Jahre 1924 sind beim Deutschen Reichspatentamt 86.831 Patente, 53.884 Gebrauchsmuster, 37.853 Warenzeichen, 35.277 Geschmacksmuster angemeldet worden. Alle-test Zahlen zeigten«ine beträchtliche Zunahme gegenüber 1923, wo nur 45.209 Patepte, 37.200 Gebrauchsmuster, 20.799 Warenzeichen, 20.943 Geschmacksmuster verzeichne» waren. In den Bereinigten Staate» wurden 1924 76.255 Erfindung-patente, 3625 Muster, 17.687 Warenzeichen, 1788 Etikette und 771 Druck« angemöldet. 993 Patente, die in Amerika genommen wurden, stammen au» dem Deutschen Reich. Die Einnahmen des amerikanischen Patentamtes betrugen 3,152.792 Dollar, die Ausgaben 3,561.396 Dollar, so daß ein Zuschuß von über 400.000 Dollar erforderlich, war. Amerikanische Papier- uud Zeitnng-flnt. Di« Zahl der in deu Bereinigten Staaten erscheinenden Zeitungen und Zeitschriften wird nach einer Statistik der Papierzeitung auf 22 000 angegeben. Die Sonntagsausgaben der Zeitungen haben eine Auflage von über 22 Millionen, die täglichen Zeitungen eine solche von über 83 Millionen. Man hat berechnet, daß in Amerika«ine tägliche Zeitungsnummer auf 3)4 Personen kommt. Der Umfang der Zeitungen nimmt immer mchr zu. 1924 erreichten die Zeitungen mit einer Auflage von über 100.000 einen durchschnittlichen Umfang von 28 Seiten, bie Sonntag-ausgaben einen solchen von 103 Seiten. Für eine SouptagSauSgabe-er Rew- york. Times waren im Ostober 1924 877 Tonne» Papier erforderlich. Die Zeitungspapicr- Erzengnng betrug in Amerika 2,90ÜM0 Tonnen. U«b«rhaupt ist Amerika der stärkste Papiervrr- brauchrr. Ans den Kopf der Bevölkerung betrug die Erzeugung an Papier in den BereinigtSU Staaten 1920 148 engl. Pfund, in England ft I in Deutschland 45, in den skandinavischen WDi der» 12 und in Rußland 5 Pfund. —,— heitere«. Da» Fnndgesetz. Ein Herr-trat an Polizisten heran:„Verzeihen Sie, ich habe dies) rote Katze soeben in der Droschke gefunden""’il „Bringen sie diesen Fund soeben auf das nächst I Polizeibureaü." erwiderte der Mann de- l setzes,„und wenn er nach drei Monaten nist! abgeholt ist, gehört er Ihnen" Aus Gründen der Höflichkeit.„Tante,'♦! danke dir auch noch für das GeburtstagSstM schenk"—„Oh. nichts zu danken, mein Kind-1 —„DaS hab« ich auch gedacht, aber MullM sagte, ich müßte mich trotzdem-bedanken."'s Gentleman und Dieb. Ein eleganter Her» vermißt sein seidenes Taschentuch und beschul' digt einen Iren, eS gestohlen zu haben. Schliß lich fand er eS in seiner Tasche und hat dst Iren nm Entschuldigung.^as mast nichts", sagte dieser- ,Wie dachten, ich wäre et» Dich, u»»ß Ich dachte. Sie wären ein Gentleman »ich da haben wir uns beide getäuscht" Di« neue Sprach«. A.:„Na, wie gehts schäft?"„B: Bubikopf."„Was heißt Bubikopfs „Wie abgeschnitwn. Und bei Dir?"„Tennis schuh." SMnic Abtat-" — gtätfei-fftfe.—1 verwandlungsrätftl. Fest, Manier, Farbe, Red«, Loden, St am** Segen, Saum, Dach, Heu, Gasse, Sole. Bot» stehende Wörter sind durch Aendern einst Buchstabens und durch Umstellen-er Buch staben in Wörter folgender Bedeutung zu vel wandeln: 1 Müssigkeit, 2. Oper, 3. Musiki? strumcnt, 4. Fluß, 5. Europäischer Staat,* Weiblicher Borname, 7. Menschenrasse,* Wohnstätte, 9. Zahl, 10. Bogel, 11. Gewi» 12. Blume. Di« Anfangsbuchstaben dieser Wär' ter ergeben, nacheinander gelesen, den Ramst eines großen Philosophen. * Wunderbar« Wandlung. Was dem Maler uir Arbeit—. Ilnerst behrlich, geköpft*— Wächst«S ins Ungeheure,< Oft von Millionen bewohnt. j'■ I>* Schlimme Wechsel. Ich sttll« meinen Durst am kühlen Mertz — Doch als das Wort erschien-mit anderst Zeichen,— Mußt' ich vom Schauplatz Ist Jdhlle weichen,-- Denn ioa« zurückblieb, wst bewußter Rordl,- Auflösungen der Rätsel au» der vorig«» Rümmer: Kreuzworträtsel. Wag recht: 1. Doge. 2. Pisa. 8. 3** 4 Sau. 5. Eo. 6. Lot. 7. Kl«. 8. Adel 9. H-V< 10. Nie. 11. No». 12. Ab». 13. Du. 14. Elvat» 15. Ten. 16. Rosenberg. 17. Napf. 18.«rst 19. Zu. 20.«mu. 21. ver. 22. Tip. 28. Off»- 24. Edda. 25. NH. 26. etc. 27. Or. 28. Sa»*' 29. Karl. 80. Oha.'31. Bua. 82. CN. 33 T* *84. Sm. 35. Busch. 36. Rebe. 37. Harn. 38. N<- 39. Ott. 40 Tat. 41.«».— Srnkreck«- 6. Leo. 15. Teer. 24. Eck. 33. Duett. 42. 43. Iglo. 44. Auerhahn. 45. Ein. 46. 6» 47. Mop. 48. RF. 49. Este. 50«es. 51* 52. Loiban. 53. mi. 54. Fe». 55. Tal. 56. E 57. den. 59. ab. 60. Safe. 61. Oder. 62. W dorus. 63. Ria-