«r. S. UnterOaltuMoAbeilaae. 192«. (ii) Btctoria 8lt««f4iatc tlN*r Mutt ftamfnn. Kspt)tQa$t Bl> iilbtri gaatnfe Münch«,. JawoP, es sollt««in Fest auf dem Schloß stattfinden; d.« Fremden wurden mit FloMen und Salutschüssen enrpsanxen. In den Wagen saßen einige Militärs; vielleicht war Otto, der Leutnant, dabei. Johannas stieg vom Hügel herab und begab sich nach Harrs«. Er lvurde von einem Mann vom Schloß eingeholt, der ihn anhielt. Der Mann trug einen Brief in der Mütze, er war von Fräulein Victoria gesandt und sollte Antwort haben. Mit klopfendem.Herzen las Johannes den Brief. Bicwria lud ihn trotzdem ein, schrieb ihm herzliche Worte und bat ihn, zu kommen. Dieses eine Mal bitte sie ihn darum.— Antworten Sie durch den Boten. Eine wunderbare und unerwartet« Frerrde war ihm widerfahren, da,' Blut stieg rtun zu Kopfe, r.nd er antwortet« dem Mann, er wolle kommen, ja, Dank, er wolle sofort konimrn. Bitte schön! Er gab dem Boten ein lächerlich großes Geldstück und eilte heim, um sich umzuneiden 8. Zum ersten Mal« in seinem Leben trat er durch das Tor des Schlosses und begab sich über di« Treppe hinauf in den«r>ten Stock. Stimmen summten ihm von dort entgegen, sein Her; schlug stark, er klopfte an und trat«in. Die noch junge Schlossherrin kam ihm entgegen, begrüßte ihn freundlich und drückt« seine Hand. Es freue sie, ihn zu sehen, sie entsinne sich seiner noch aus der Zeit, da er nicht größer gewesen sei, als so; jetzt sei er e n großer Mann... Und es war, als wollt« du- Schloßherrin noch mehr sagen, lange hielt sie seine Hand und sah ihn forschend an. Auch der Schloßherr kam hinzu und reichte ihm die Hand. Wie seine Frau gesagt babc, ein großer Mann, in mehr als einer Beziehung. Ein berühmter Mann. Sehr erfreut... Er wurde Herren>md Damen vorgestellt, dem Kammerherrn, der sein« Orden trug, der Frau Kammerherrin, einem Gutsbesitzer aus 8rr Nachbargemeinde, Otto, dem Leutnant. Bicwria sah er nicht. Ein« geraume Zeit verstrich. Victoria trat ein, bleich, sogar unsicher; sie führte ein junges Mädchen an der Hand. Sie ging«» rund durch den Saal, begrüßten die, sprachen kurz mit jedem. Bor Johannes blieben sie stehen. Bicwria lächelte und sagte: Sehen Sie, hier istCamilla, ist das nicht eine Ueberraschung? Ihr kennt einander. Sie blieb ein wenig stehen und sah die beiden an, dann verließ sie den Saal. Im ersten Augenblick blieb Johannes starr und betäubt auf dem Fleck stehe». Das war die Ueberraschung; Bictoria hatte freundlichst eine andere an ihr« Stelle gesetzt. Hört nun, geht hin und nehmt einander, Ihr Menschen! Der Frühling steht in Blüte, di« Sonn« scheint; macht die Fenster auf, wenn Ihr rotfit, denn im Garten ist ein Duft und in den BirkeNwiPftfn draußen singen auch die Stare. Warum sprecht Ihr nicht miteinander? Aber so lacht doch! Ja, wir kennen einander, sagte Camilla offen. Hier geschah es, daß Sie mich damals aus dem Wasser zogen. * Sie war jung uird hell, munter, rosenrot gekleidet, in ihrem siebzehnten Jahr. Johannes biß die Zähne zusammerr, lachte und scherzte. 9iach und nach fingen ihre fröhlichen Worte an, ihn wirklich aufzumunteru, sie sprachen lange zusammen, sein Herzklopfen nahm ab. Sic ha!!« noch aus ihren jüngeren Jahren die reizende Gewohnheit, den Kopf schief zu legen und abwartend zu lauschen, wenn er etwas sagte. Er erkannte sie wieder, sic überraschte ihn nicht. Bictoria kam wieder herein, sie nahm den Leutnant beim Ann, zog ihn mit sich und sagte zu Johannes: Kennen Sie Otto— meinen Verlobten? Sie erinnern sich seiner roobl noch? Die Herren erinnerten sich. Sie sagen die notwendigen Worte, tnachen die notwendigen Verbeugungen und trennen sich. Johannes und Bicwria bleiben allein zurück.' Er sagt: Dar das die Ueberraschung? Ja, antwortet sie gequält nnd ungeduldig. ich tat mein Bestes, ich wußte nichts anderes. Seien Sie nun nicht ungerecht, danken Sie mir lieber; ich sah, daß Sie froh wurden. Ich danke Ihnen. Ja, ich wurde froh. Ein« unendliche Verzweiflung legte sich auf ihn, sein Gesicht wurde leichenblaß. Hatte sie ihm wirLich einmal weh getan, so war das nun reichlich wieder güt gemacht, uich er war getröstet worden. Er war chr aufrichtig dankbar. Und dann bemerke ich, daß Sie heule Ihren Ring tragen, sagte er dumpf. Nehmen Sic den nun nicht wieder ab! Pause. Nein, jetzt werde ich ihn wohl nicht nirhr abnehmen, antwortete sie. Sie blickten einander in die Augen. Seine Lippen bebten, er deutete niit dem Kopf zum Leutnant hin mü> sagte heiserund grob: Sie haben Geschmack, Fräulein Bicwria. Er ist ein schöner Mann. Sein« Epauletten machen chm gute Achseln. Mit großer Ruhe gab sie chm zurück: Nein, er ist nicht schön. Aber er ist ein gebildeter Mann. Tas wiegt auch ein wenig. Das gilt mir, Dank! Er lochte laut und fügte unverschämt hinzu: Nnd er hat Geld in den Taschen, das wiegt mehr. Sie emfernte sich sofort. Wie ein Friedloser glitt er von Wand zu Wand. Camilla sprach ihn an, fragte n<^ etwas, er hörte es nicht und antwortet« nicht. Sie sagte wieder etwas, berührte sogar seinen Arm und fragte abermals vergeblich. Nein, da geht er umher und denkt, rief sie lachend. Er denkt, er denkt! Bictoria hörte es und antwortete: Er will allein sein. Er schickte auch mich weg. Aber plötzlich trat sie ganz bis zu ihm hin und sagte lam: Sie grübeln gewiß über eine Entschuldigung nach. Darum brauchen Sic sich nicht zu bcniühen. Im Gegenteil, ich muß mich bei Ihnen entschuldigen, well ich Ihnen die Einladung so spät sandte. Das war sehr unaufmerksam von nur. Ich vergaß Sic bis zuletzt, fast hätte ich Sie ganz vergessen.'Aber ich boffe, Sie verzeihen mir, ich hatte an so vieles zu denken. Sprachlos starrte er sie an; sogar Camilla blickte vom einen zum andern und schien erstaunt zu fein. Victoria stand mit ihrem kalten, bleichen Gesicht vor ihnen und Zeigte eine zufriedene Miene. Sie war gerächt. Das sind nun unsere jungen Kavaliere, sagte sie zu Camilla. Wir dürfen nicht — 2— zu diel von ihnen erwarten. Dort drüben sitzr mein Verlobter und spricht von Elchjagden, und hier fleht der Ächter und denkt ... Sagen Sie, etwas, Dichter! Er zuckte zusammen; die Adern an seinen Schläfen wurden blau. Jawohl. Sie bitten mich, etwas zu sagen? Jawohl. Ach n«n, strengen Sie sich nicht an. Sie wollte schon gehen. Um gleich auf di«^ache loSzugehen, sagte er langsam und lächelnd, aber sein« Summe bebte, um mitten drin«uiznsangen: waren Sie vor kurzem verliebt, Främein Victor«? Einige Sekunden lang war«£ vollkommen still; alle drei hörten ihre Heqen schlagen. Camilla antwortete erschrocken: Bictoria ist natürlich in ihren Bräutigam verliebt. Sie hat sich eben erst verlobt, wissen Sie das nicht? Di« Türen zum Speise saal wurden geöffnet. Johannes fand seinen Platz und ttieb davor stehen. Der ganze Tisch schwankte vor seinen Augen aus und ab, er sich vÄe Menschen und hörte ein Summen von Stimmen. Ja, bitte, das ist Ihr Platz, sagte die Schlossherrin freundlich. Wenn sich nur alle einmal setzen Wolken» Entschuldigen Sie! sagte plötzlich Mctoria d'cht hinter ihm. Er trat zur Seite. Sie nahm di« Karte und legte sie einige Plätze, sieben Plätze, weiter unten hin, neben einem alten Mann, der einmal Hauslehrer auf dem Schloß gewesen war unb in dem Ruf eines Trinkers stand. Sie trug eine andere Karte zurück und fetzte sich. Er stand da und sah dem allen zu. Die. Schlossherrin mochte sich, unangenehm berührt auf der anderen Serie des Tisches etwas zu schaffen und vermied, ihn anzusehen. Er wurde noch verwirrter als vorher und ging erregt an seinen neuen Platz. Sein frühner Platz wurde von einem von DittefS Freunden aus der Stadt eingenommen, einem jungen Mann mit Diamarttknöpfen in der Hemderchrust. Zu seiner linken Seite saß Bictoria, zu seiner rechten Camilla. Und'was Essen fing an.' Der alte Hauslehrer erinnerte sich an Johannes, aus der Zeit, als dieser noch ein Kind war, und«s kam ein Gespräch zwischen chnen zustande. Er erzähl«, daß auch er in seinen jungen Togen die Dichtkunst betrieben habe, die Manuskripte lägen noch da, Johannes solle sie bei Gelegenheit einmal zu lesen bekommen. Heute sei er hierher zu diesem Jubeltag des Hauses gerufen worden, damit er an der Freude der Familie über Victorias Verlobung teilnehmen könnte. Der Schloßherr und die Schloßherrin hätten ihm aiü alter Freundschaft diese Überraschung bereitet. Ich habe nichts von Ihnen gelesen sagte er. Ich lese mich selbst, wenn ich etwas lesen will; in meiner Schublade liegen Gedichte und Erzählungen. Sie sollen noch meinem Tode herarlsgcgeben werden; ich möchte doch, daß das Publikum erfährt, wer ich war. Ach ja, wir Aelteren vom Fach« sind nicht so flink mit dem Druckenlassen, wie man es gegenwärtig ist. Ihr Wohl! Die Mahlzeit schreitet weiter. Der Schloßherr klopft an sein Glas und erhebt sich. Sein vornehmes, mageres Gesicht ist bewegt vor Erregung, und er erweckt den Eindruck, als wäre er sehr froh. Johannce senkt den Kopf tief. Sein Glas ist leer und niemand gibt ihm etwas; er füllt, es selbst bis zum Rande und läßt den Kopf Wiede» sinken. Nun. kam es! Di« Rede war lang und hübsch uni wurde mit großem und freudigem Lärm ent> gegengcnommen. Die Verlobung war erklärt Eine Menge guter Wünsche strömte von aller Seiten des Tisches bei der Tochter des Schloß- Herrn und dem Sohn des Kammerherrn zu- flrmmen. Johannes trank sein Glas aus. (Fortsetzung folgt.) Winter. Von Bernhard Moser. Ich gehe einsam auf vereisten Pfaden. In meinem MantA wühl« der rauhe Wind- Mir werden Frost und Flocken nicht mehr schaden. Da meine Dünsche längst erfroren sind. Der Baum vergilbt, den ich durch lange Rächte Mit meinem Blut« kümmerlich betaut. Hier meine Axt! sie selber ist di« R'chre, Mit der vernichtet wird, was ich gebaut? Hohnlachend werfe ich di«'dürren Beste, Dir, kalter Spötter in di« mag'r« Glut! Ich wärme«in« Welt mit diesem Reste, Drin meiner Jugend ganze Seel« ruht? 6fel! Kamel! Hund! Bon Haus Siemsen. „Sage mir, mit wem du umgehst, und Ich will dir sagen, wer du bist" „Sage mir di« Schimpfwort«, di« du brauchst, und ich will dir sogen, mit wem dn umgehst." Und ich will dir sagen, wer du bist, ohne «in Schimpfwort zu gebrauchen. Du bist ein Eurovöer! Und du gebrauchst europäische Slbimpf- wort«. Du sagst zu deinem Freund:„Mann Gottes, bist du ein Kamel!" Tu willst damit sagen, dass du chn für dumm hälft. Aber du weisst nicht, was für«in Tier das Kamel ist. Da weint nicht, ob es klug oder dumm ist. Du weisst n'cht. dass es eines S-.-r seltsamsten Geschöpfe GotteS ist. Du kennst den Zug der Karawanen nicht, am abendlichen Horizont der Wüst«. Du kennst das wild« Auge nicht, das scheu und «instnn, groß wi««in dunkler Stern aus dem Schatten der Augenbrauen sieht Wo ist ein Menschenarme von solch wilder Schönheit? Das weiht du alles»ich-. Und wenn nun ihr beide,«in alles Ka—ei und du, wenn ihr allein wäret eines Abends im Dunkel der Wüste, unter euch nur dn- von der Sonn« noch bren» nevde Sand und über«ich nur die Siern« des Himmels, wer von euch beiden wär« denn da nun klug und wer wäre dumm? Was heisst das überhaupt:„dumm" und„klug"? Du sagst zu deinem Freund: ,/Du bist«in Kamel" Der Araber ober sagt von seiner Freundin, wenn«r von ihr sagen will, wi« schon und gut sie ist und wi« stolz er si« liebt: „Du Kamel meines Hauses!" Er ist nur«in Araber. Du aber bist«in Europäer. Und nun erst das Cchimpfwon:„Du Esel!" Du Esel, du von allen Tieren von Gott so sichtbar geliebter! Du mit dem grossen,«rnsten Kopf des Gelehrten, du mir den zierlich-zottigen Bnnen, du mit so bescheiden nahe beieinanderstehenden kleinen Hufen! Du genüjyamer, geduldiger, störrischer, du kluger, wilder, immer verliebter grauer Esel, mit dein«m atemlosen, rauhen Geschrei! Ein EsclÄuhrtvcrk bracht« uns manchmal im Felde das Eist». Wie langsam setzte er Fuß vor Fuss. Wie klug sah sein grau«r Kopf auS dem Wald. Ich brachte ihm Disteln und Löwenzahn. Und wenn er mich sah, begann er von weither zu schrei».„Hörst du," sagten die lustigen Kameraden,„hörst du? Dein Bnidcr ruft dich!" Ach. wenn sic gewusst Härten, wie gern:ch dein Bruder war, du alter Grauer! Und wi« viel mehr dein Bruder als der ihre! Wenn man aber ganz gemein anfängt zu schimp-en, sogt nian in Europa:„So ein Hund!" So«in Hund, wie welcher Hund, Wie unser alter Pudel Pcter? So klug, so schön, so treu? Wir Menschen, die wir den Krieg, die Sünde, das Recht und di« Lüg« erfunden haben? Peter, alter Zigeuner, mit deinem Schnauz- und Zottelbart,.mit deinen schwarzen Funkelaugen, halb Feldwebel, du, halb Engel! Du Klügster der Klugen, Treuester der Treuen— von wem, von welchem Menschen kann ich sagen, er wäre„so rin Hund" wie du? Esel, Kamel und Hund— drei bös« Schimpfworte! Wir find nicht klug. Sonst würden wir sogen- „So«del w!« ein wildes Kamel!"„So klug wie«in Esel!"„So anständig wie«in Hund!" Die Spiritistin in der Falle. Eine Frau Chedcvillc in Paris Hai durch Monat« ihre alt« Freundin Eugenik Picquart als Näherin beschäftigt. Jeden Freitag kam Frau Picquart zu ihr und erledigt« di« Näharbeiten. Nun geschah«s, dass der Frau Chedevill« im Lause der Zeit verschiedene Schmuckgegenstände abhanden kam«», und zwar war der Unglückstag jedesmal«in Freitag. Da erinnert« sie sich, dass Frau Picquart nicht nur«in« gute Näherin, sondern auch ein tüchtiges Medium ist, das in Spiritistenkreisen grosses Ansehen genießt. Ei« bat daher ihr« Freundin, mit Hilfe der Geister die verschwundenen Juwelen ausfindig zu machen Frau Picquart zog die Geister zu Rate, dann machte sie der Frau Chedevill; di« peinliche Er- öfntung, daß die. Juwelen von deren Sohn gestohlen worden seien. Frau Chrdeville wollt« das nicht glauben und sie richtete nun ihren Verdacht gegen das Medium selbst. Um Fran Picquart auf die Probe zu stell«», legte sie zivei Bairknoien, deren Nummern sie notiert haue, einen Ring und zwei Ohrgehänge in eine Schatulle und stellte diese in ein Zimmer, das au dasjenige stiess, in dem Frau Picquart arbeite:«. Lor di« Berbindungslür spannte sie einen Wollfaden. Am Abend waren Banknoten und Schmuckjachen verschwunden, d.r Wollfaden zerrissen. Frau Chcdcv: l.ess nun ihre Freundin verhaften. Es zeigte sich, daß die gestohlenen Gegenstände im Futter ihrer Handtasche einge- nähl waren. Bor Gericht beteuert« Frau Picquart ihr« Unschuld. Si« s«i das Opfer der Gegner d«S Spiritismus, namentlich des Taschenspielers Dickson, der im Hause Chedevill« verkehrte. Dieser habe ihr« Freundin dazu angelernt, di« Gegenständ« in ihr« Tasch« zu schmuggeln. Eine Anzahl von Spiritisten, die als Zeugen vernommen wurden, unter ihnen ein Hauptmann und«in Polizeisekretär. erklärten, für dir Vertrauenswürdigkeit des M diumS ihre Hand!nS Feuer zu legen. Dagegen ging aus dem Gutachten der Sachverständigen im Rähsach hervor, dass die Naht im Handtäschchen unbedingt vo» — 3 der Hand der Frau Picquart stamme. DaS Täschchen selbst war allerdings in geheimnisvoller Weise verschwunden. UebrigenS verschwanden während der Verhandlung noch zwei Handtäschchen. Men könnt« da daS Wirken der Gei ster der Frau Picquan vermuten. Warum haben die Geister aber daS Medium nicht lieber von der Falle verständigt, di« ihm gestellt war? Die Angeklagte wurde bedingt zu vier Monaten Kerker verurteilt. Sie wird auch den Lauf ihrrS zu tragische» Ende gelangten Ehelebens schildern. Man har von dem Selbstmord gelesen, den kürzlich ihr Gatt«, der russische Dichter und Staatsbeamte Sergius Essenin, beging. Eie lebte mit ihm l» Scheidung. Die Ehe kam 1922 zustande. Isa« 8ora Duncan war nur der englischen Sprache mächtig, ihr Gatt« Sergius Essenin nur der russischen. Sie verständigten sich durch Zeichensprache, und die eheliche Gemeinschaft war am innigsten, solange beide keine sprachliche Gemein» schäft hatten. Dann traten Schatten dazwischen. ES kam zum Bruch, die Scheidungsklage wurde eingereicht. Isadora Duncan gründete in Moskau ein« Tanzschule. Vor einem Jahre hört« man bereits, daß sie am Ende ihrer Mittel sei. Warum soll ne nicht tun, was viel« ihresgleichen längst getan haben. Es sgü einige namhafte Persönlichkeiten geben, die-diesen Enthüllungen mit Unbehagen«mgegensehen. Aber vielleicht wird rs ihnen gelingen, Isadora Duncan de» Mund zu verbinden, wie ihr Gatte ihr angeblich die Angen verband- Mit einer goldfarbigen Binde. Mörder und Henker. In«incm der schauerlichsten Dokumente menschlicher Grausamkeit, den Tagebüchern der Henker von Paris(Gustav Kiepenheuer Verlag, Potsdam), heißt es u. a-:„Die Furcht vor dem Tode ist ein« rein körperliche Empfindung welch« mit dem Triebe der Lebenserhaltung zu» sammenyängt..Hoffe nicht, den Mensche» durch die Aussicht auf einen fernen, ungewisse», von taufend verschiedenen Umständen abhängenden Tod zu erschrecken und zu zügeln! Ist dieser Mann verderbten Herons, so wird die Versuchung zum Verbrach?» immer den Sieg über die Furcht vor einer zufälligen Geiahr, die sich vermeiden läßt, davontragen-" Das sagt der Henker von Paris, der noch das Todesrad zu bedienen und an der Herstellung der Guillotine mitgrwirkt hatte, seinem Sohn«, dem es vergönnt war, nicht weniger als hundert Menschen zu guillotinieren. Dieser ..Schwächling" aber, der gle'ch dem Stammhalter seines Henkorgeschlechts, das fünf Gene» ratioiwn hindurch Frankreich mit Henkern versorgt hat. bei der ersten Exekution. die er vor» zunrhmen hatte, beinahe in Ohnmacht gefallen war, segnet den Tag. an dem er einem der achtzehn Bewerber sein« Henkersvollmachr übengeben durfte. Er hinterläßt seinen Nachkommen das Testament: Fon mit der Todesstrafe! Freilich sind di« Testamentsvollstrecker di«sem Rute nicht nachgekommen. Noch heut« wird nicht nur in Frankreich die Tl^esstraie vollzogen, und jüngst erst wurden in Italien in Verbindung mft dem„Attentat" auf Mussolini Stimme« laut, die die Wiedereinführung der Todesstrafe forderten. Es ist eine alte Erfahrung, daß die Todesstrafe um so wirkungsloser wird, je häufiger von ihr Gebrauch gemacht wird. Di« Statistik j«igt, daß gerade einer Zunahme von Todesurteilen in den nächsten Zähren eine vermehrt« Zahl von Morden folgte, während in den Ländern. in denen di« Todesstrafe abgckchafft iffc die Zahl der Kapftalverbrechen nicht plgenommen hat. Einen schlagenden Beweis für die Wirkungslosigkeit der Todesstrafe bilder Sowjetrußland. Dort folgte den Raubüberfällen. und Raubmorden die Erschießung der Täter fast auwmatisch auf dem Fu^, aber die Zahl der Verbrechen nahm nicht ab. Die Todesstrafe hatte durch ihre übermäßige Anwendung de» schreckhaften Charakter verloren und wurde ge», wissermaßcn als Geschäftsrisiko betrachtet. Di« Todeskandidaten gingen ftick»mürig ihrem täglichen Gefangenenleben nach, und erst wem» Zur Kritik der guten Gesellschaft. » Bon HanS Ratonek. Di« Feirrabcndsirene heult und den geöffneten Toren der Fabrik entströmen Arbeiter und Angestellte, Werksührer und Prokuristen. Tagsüber bildeten sie«in« Arbeitsgemeinschaft, ent vollkommen in«inandergr'eifendeS Räderwerk, ein jeder ist Mitarbeiter am Ganzen, durch das sie miteinander lebendig verbunden sind. Nun aber, mit dem Glockenschlag, ist dies« Einheit hundertfach gespalten, der Abend schafft Rangorbnungen, Klassen und Kreise, die nicht die mindeste Berührung mehr haben. AuS dir Arbeitsgemeinschaft des TageS ist di« Gesell» schairsspaltung des Abends geworden, ein« ganz strenge Hierarchie der Geselligkeit, die mitunter bis inS Lächerliche spezialisiert ist. Eie, di« morgens«ckle dem gleichen Ziel« zustreben, kennen nun keine Gemeinschaft mehr; Rang, G'haltsklasse, politische lieber Zeugungen schaffen ebeiffo viel Schattierungen der gesellschaftlichen Zugehörigkeit. So paradox es klingt: Die Arbeit«int, aber der Feierabend trennt. Nehmen wir an, wir finden am Abend di« gesamte Belegschaft dieser Fabrik, vom jüngsten Kontoristen bis zum Chef, im Theater wilder. Dar Theater hat schon vorgesorgt. ES ist in Ränge geteilt, genau wie im feierlichen Rokoko und im 18- Jahrhundert der Hofgesellschaft. ES b-tont durch den Ausbau di« gesellschaftlichen llnt«rsch'«de immer noch so, wie zur Zeit der Fendalgesellschast, als in den Hoftheatern genau darauf geachtet wurde, daß der Hof, der Adel, die hohe Beamtenschaft in den ersten Rängen saßen und von ihnen gesondert, in den«nt» legeneren Teilen des Hauses, di« Mittelstände untergebracht wurden. Die höfische Rangordnung ist bcibehalten und reguliert sich durch den Eintrittspreis. Die Tradition sitzt zäh iw Blute d-r Gesellschaft. Eitelkeit und Ehrgeiz sind die Stützen d'escs peinlich gegliederken Baues, dessen Bewohnern«S Vergnügen macht, auf di«, die unter ihnen sind, herabzuschauen. Carl Stern- beim bat dielen Gesellschaftsaufbau, bei dem jeder nach unten stößt und nach oben girrt, in feinen dramatischen Satiren umrissen. Aber vielleicht ist diese Doppeltätigkeit: nach unten treten und nach oben wollen, das dynamische Gesetz des gesellschaftlichen Aufstieges. Es muß wohl so sein, wiewohl man wünschen möchte, es gäbe Gelegenheiten, wo di« gesonderten Ränge und Kreise ineinander überflicßen und ihre verschieden« Binttvärme zu fühlen bekommen. Vielleicht kommt einmal ein Architekt, der zugleich Soziologe ist, auf den gar nicht neuen Einfall, unsere Theater nicht»rach dem Schema der allen, in Ränge geteilten Host Heater zu bauen; vielleicht wird man eines Tages das von so vielen ersehnt« GrnrcinschaftStheater errichten, ein Soikscheatcr mit völlig aukgelockertem Gesell- schastsgerügc. w!« das griechische Theater eines war. Mit Einheitspreisen und ohne Ränge«nd Logen, wo die Direktoren neben ihren Arbeitern fiven, was beiden nicht schaden könnt«, und wo man nicht hingeht, um sich zu zeigen, sondern um, des gesellschaftlichen SonderrangeS ledig, aiS Volk und Einheit ein gemeinsames Erlebnis zu habe» *** Dies nur als Exrmpel. Di« grscllschastlich« Hierarchie und Inzucht tritt in den Großstädten übrigen- nicht so augenfällig in Erscheinung. (Am stärksten noch dort, wo man sie am wenig, sten merken sollt«: im Dheater.) Auf dem großen Jahrmarkt der Eitelkeiteit, den man Gesellschaft nennt, findet jeder seine Schaubude, in der er sehen kann unb gesehen wird. Und selbst der, der einsam sein will, ist hier in der glücklichen Lage, nicht aufzufallen. Anders in den Klein- und Mittelstädten: hier fordert di« Gesellschist ihre Recht« uick> rächt sich, wenn man ihr nicht genug tut. Das möchte noch hingehen, aber sie ist überdies tyrannisch nnd verlangt, gleichsam ÄS EintrittSauSweis, ein« gewisse politische Ueberzengung. Di« Gesellschaft der Großstadt ist vorwiegend plutokratifch gegliedert, gesinnungsmäßig aber gesund verwischt, die Gesellschaft der Kleinstadt jedoch übt unausgesprochen einen politischen Druck,«inen Druck auf di« Gesinnung aus: uich das ist weit gefährlicher. In der kleinen Stadt gehört zur guten Gesellschaft, wer als„rechtsgerichtet" obgestrmprlt ist. Wer sich sträubt, diesen Stempel zu empfangen, bleib» aus den besseren Zirkeln ausgeschlossen und muß bereit sein, daS Martyrium eines heimlichen Boykotts auf sich zu nehmen. Wir kennen Fälle von geradezu tragischen Gesellschaftsopfern, unvergleichlich schlimmer als di« kleinen harmlosen Zugeständnisse, die man der Gesellschaft auch in der Großstadt machen muß. DaS Gefährliche an dieser GescllschaftSstrnk- tur der Klein- und Mittelstädte(man findet sie übrigens weniger ausgeprägt auch in manchen Großstädten) besteht in dem Mißbrauch der „guten Gesellschaft" als politischer Köder. ES geht«in Zwang, eine Suggestion von ihr aus, der— wer könnte es ihnen verübeln— auch Andersdenkende erliegen; denn der Kaufmann, der selbständige Gewerbetreibende, kann einfach diese Gesellschaftskreise wirtschaftlich nicht entbehren. So kommt«S, daß sehr viele, um dem Boykott zu entgehen, unter Selbstverleugnung den gleichen Ton airschlagen, den dieses KorpS anstimmt. In Wahrheit spiegelt sich in der „maßgebenden Gesellschaft" gar nicht die tatsächliche politische lleberMgmig. Ein jeder fürchtet nur, in der seinen erkannt zu werden und macht deshalb die deS anderen mit. Auch der Ehrgeiz zur„maßgebenden Gesellschaft" zu gehören. spielt«ine große Rolle bei der Verlcug- imng der politischen Neberzeugung. So kommt In diesc„bevorzugten Kreiie" niemals rin frischer Lmt-lg, den sie so nötig hätten, sic bleiben beim überlieferien Schema, leben nach rückwärts u.Zd treiben mit ihrer politischen Tvpfguckerei«ine Art gesellschaftliche Feme. Isas Liebesbriefe. Isadora Duncan, die all gewordene,«inst viel umschwärmte Tänzerin, befindet sich in R.-t. Sie trögt sich mit der Absicht, all« ihr einmal zugrslogenen Liebesbriefe zu veröffcntlichen, nm anS dem Erlös der Publikation eine Zeitlang ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Sie" wird, wie das so üblich ist, den dramatischcir Verlauf ihres Lebens schildern, und als Höhepunkte der Sensation wird sie den Wortlaut jener zärtlichen Versprechungen veröffentlichen, die ihr von Persönlichkeiten verschiedener Ratio- nalität gemacht wordeu sind. Rot kennt kein Gebot, sagt Isa. — 4— die letzte Svende herannaht«, weim der physische Lod für da» Bewußtsein etwa- Unentrinnbares geworden war, da wurden selbst dir Schlimmsten unter ihnen ost schwach«nd folgten, wandelnde« Leichen Seichs willenlos ihren Henker«. Richt, selten mußten sie auch mi Gewalt auf den HinrichtunAspkatz geschleppt werden- Die einen baten, gleich der Madame Dubarry:„Richt gleich, noch einer. Augenblick, meine Heroen Scharfrichter,.'inen Augenblick, ich bitt« Sie!" Die anderen sprachen gewissermaßen mit Bailly:„Schuelp meine Her««, spater Sie sich, ich bitt« Sie oarum." Daß der Henker von Paris mit seinem Ausspruch über tue Wirkung der Todesstrafe> recht hat, dafür Leimt auch das— ebenfalls bei Krepetcheuer Potsdam— erschienene Buch„Mörder" dMAriminalkommissarS Lehn- erdt ei«« anschaulich» Illustration. Der Ber- fasser sah die Berbvecher Auge in Auge, kurz nach der Tat,«nd er ha« stets versucht, auch die lieferen Ursachen chrer Handlungen zu erforschen. Fast njemqsS ist da bei Begehen einer Verbrechens die Möglichkeit eines Todesurteils in Betracht gesogen; höchstens insofern, als der Verbrecher sich mit einer Waffe»«sieht, um feine Häscher oder Zeugen seiner Tot niederzumachen. Wie den Mörder vor feiner Tat die Borstellung von der MögüchSoft seines TodeS nicht von der Ausführung feines BerbrcchenS abhäir, so verläßt ihn auch später nicht die Hoffnung, daß er doch noch seinen Kopf bchcckten werde. Er nimmt deshalb in der Regel auch dar Urteil ruhig«mgege-., erwart« fast mit Sicherheit die Begnadigung und bricht erst zu- sammen, wen« er von der zu vollstreckenden Hnrrichtung verständigt wird. In der Verabscheuung d«S HenkeramtrS tvuimt daS BolkSempfinden über da» Todes» urteil zum Ausdruck- ES ist lein Zufall, daß hin und wieder mit den HenSerSobliegenheiten verurteilte Mörder betraut werden, wenn das auch eigentlich ein Widerspruch in sich seSst ist. Ms vor einigen Monaten in Bulgarien Massenhinrichtungen erfolgten, wurden sie von Zigeunern völligen. In der Schweiz wo unlängst nach langer Zeit einmal wieder eine Hinrichtung notwendig wurde, fand man durch öffentliches Ausschreiben mit knapper Rot einen einzigen Menschen, der sich trotz der allgemeinen Verachtung, die chm entgegengcbracht wurde, bereit er Kar le, die Henkbrsdienste zu leisten. In anderen Staaten, wie in Deutschland, steht der Henker in Staatsdiensten, aber auch dieser staatliche Beamte fühlt sich in der Gesellschaft nicht so sicher wie andere Beamte. Freilich bleibt di« Frage offen, inwiefern der Bollstrecker eines Todesurteils verächtlicher ist als jener, der daS Urtell fällt. Aber das Problem von Mörder, Henker und Todesstrafe wird wohl noch fange di« Meirschheit beunruhigen. 0rtouten*6p!itter. Der Mensch. Wie daS vortreffliche Instrument nicht eher fein« Wirkung tut, als bis eS so meisterhaft berührt wird daß seine verborgensten, zartesten Töne hcrvorgehen, so ist auch der Mensch mit den edelsten, reichsten Anlagen nicht eher aus dem Wege zu dem möglichsten Grad seiner Boll- kommeriheit begriffen, als bis er alle Eindrücke, welche die Erfahrung ihm geben kann, wirklich empfangen hat mrd von ihrer Harmonie gleichstimmig wiedertönt. G. Forster. * Immer strebe zum Ganzen, und kannst du seiber kein Ganzes werden, als dienende» Glied schließ an em Ganzes dich an. Keiner fei gleich dem andern, doch gleich sei jeder dem Höchsten!' f Wie das zu mache«? ES fei jeder vollendet in sich. Allen gehört, was du denkst; dein eigen ist nur, was du fühlest. Soll er dein Eigentum fein, fühle de« Gott, den du denkst. Willst du dich selber erkennen, so sieh, wie di« andere« es treiben. Willst du di« anderen verstehn, blick' in dein eigene» Herz.' Fr. d. Schiller. Der Meusch vor 30.800 Jahren- In dem am Ausgang de» Berschwatale» gelegenen mährischen Dorfe» Predmost bei Prerau wurde«in auS der Urzeit stammendes Familiengrab aufgefunden, da» vielleicht der älteste oller dieser Fund« ist. DaS Gebiet ist den Archäologen seit langem al» ergiebige Fundstätte von prähistorischen Tierknochen bekannt und«in dankbar«! Studienfeld für di« wissenschaftliche Forschung, der mit der Auffindung de» Familiengrabes jetzt «ine seft langem nicht«ri«ble Sensation beschert worden ist. ES«nthAt zwanzig menschliche Äe- lette, von denen sich einig« in tadellosem Zustand befinden. Die kreisrunde Anordnung der Leichen im Grabe läßt erkennen, mir welcher Sorgfalt man di« Toten bestattet hak. Reben den Menschenknochen befinden sich Rest« von riesigen Säugetieren; im Umkreis sind Waffe« und Gerät« aus St«iu und Knochen verstreut, die di« Pietät der Hinterbliebenen den verstorbenen Angehörigen mit in» Grab gegeben hat. ES handelt sich hier nm daS erste wirkliche Familiengrab, das auf eine Zeitperivde zurückweist, dir chronologisch stvar nicht genau bestimmbar ist, de mit aller Wahrscheinlichkeit aber 30.000 bis 30000 Jahre zurückliegt. Di« ans Knochrn gearbeiteten Geräte lassen erkennen, daß d'e Menschen der Borzeit Felle trugen und Dornen Mr Befestigung der primitiven Kleider benutzten, daß sie also schon llrbegriffe der Zivilisation kannten. Uneinigkeit besteht in der Frag« der Zeit- Pro- sessor Aiqalo« vom Museum in Brünn, der glückliche Entdecker deS Fund-S. spricht von einer Zeit, di« 20.000 Jahr« zurückliegt: aber di« nordamerikanischen Archäologen, di« zur Besichtigung und zum Studium d:s Fv"'s in Predmost«ingctrofsen sind, nehmen«ine noch weiter zurückliegende Zeit an. Man geht wohl in der Annahme nicht fehl, daß«S sich bei den Toten um Mftglieder der ersten Familien bandelt, di» sich in dem heutigen Mähren niederl'eßen, und zwar m einer Zeit, di« sie>em Schrecken der Riesensäugetiere und d?m nicht geringeren der kleineren Raubtiere auSietzte. Ein englisches RiesenwarenhauS. In Liverpool Hal eine englische Tabakgesellschaft ein Warenhaus erbaut, das mit 13 Stockwerken und 40 Meter Höhe rund 750.000 Personen Raum gewähren könnte. Die Länge beträgt 241 Meter, die Breit« 55 Meter. 27 M llionen Backstein« und 6000 Tonnen Eisen wurden für den Bau verwendet. „Teure Frauen" in Kamerun. Di« männlichen Eingeborenen in Kamerun leiden beträchtlich unter den teuren Zeten Es wird ihnen immer schwerer,«ine Frau zu finden, desto pr kaufen, denn die Preis« bewrgen sich von 2000 bis 5000 Frank und haben Neigung, weiter zu steigen. Di« französische Verwaltung sinnt nach Abhilfemaßnahmen, um deu Heiralsmarkt zu beleb««. „Run, Fräulein Meta, singen Sie nicht mehr für di« Gefangenen?"—„N«in. Sie haben sich beschwert, daS wäre tm Strafgesetzbuch nicht vorgesehen." Durchschaut. Lehrling«tzum Chef):„Ach, könnt« ich vielleicht für einige Stunden Urlaub bekommen? Mein« Tante soll nämlich beerdigt werden."— Chef:„Warte noch einen Augenblick. mein Junge, dann können wir gleich zusammen gehen. Ich will mir nämlich auch de« Fußballkampf ansehen." Unser Mädchr« Hal fluchtartig den Dienst verlassen. Wenn ich ehrlich sein soll: ich hat:« eS nicht so lange misgehalten bei unseren Rangen. Infolge des Ereignisse» ist die glückliche Mutter unserer temprramentvvllen Sprößlinge außer stch und droht:„Wenn ihr nicht Rpb' gebt, mach ich's wie die Rosei und lauf euch heut« noch dcwon!"— Der Maxi sieb: den« doch etwas nachdenklich drein, aber Mario, die Sanft«, reibt ihn, wie gewöhnlich, mit Zuversicht zu neuer Tatkraft mit. Maria ichreit triumphierend:„Dös soll d' Mama grob probier«, dös kann st gar nöl macha- Dö hamma ja g'heirat!" Der Rest bleibt. Ein Herr, der ei furchtbar eilig hatte, stürzt« in einen Friseurladen: „Schnell, rasieren Sie mich, ich sehe schon auS wie ein Stachelschwein!"—„Sofort, die Sia« cheln werden gleich weg sein!" Der letzte Ausweg. Ein Student hat seine« Monatswechsel im Spiel verloren und wendet sich hilfesuchend an seinen Onkel. Da dieser sich nicht erweichen lassen will, ruft der Student auS:„Dann bleibt mir nur ein Ausweg!" und zieht— einen prächtigen Revolver aus der Tasche.—„Unglücklicher, was willst du tnn?" ruft entsetzt der Onkel, mit dem Geld« heraus- rückend.—„Den Revolver versetzen!" antwortet der Student. j j I I I■■ —m»«— Silbenrätsel. Folgende 17 Silben bezw. Buchstaben zu 9 Wörtern zusammengejügt lwobei j als i, ch als«in Buchstabe gilt), benennen, die Amanas» buchstaben von oben nach unten, dir Endbuchstaben von unten nach oben gelesen,«in Sprichwort. a arndt di bu cha de e gon jach» kand '.« mar n« reich ron sa tau. Di« Wörter bedeuten: 1. deutschen Dichter, 2. Slaatenbund, 3. Kosenamen, 4. männlicher Bornam«, 5. Boo:s» art, 6. Nadelbaum. 7- Stadt in Rußland, L. Fährmann zur Unlerweft, 9. weiblichen Bornamen. o Herzlos. Ein Künstler der Musik bezaubert sicher dich,— Führt er in's Reich der Töne dich mit zartem Strich.— Nimmst du dem Musiker das Herz heraus,— Dann wird sogleich ein Raubvogel daraus. Auflösungen der Rätsel anS der vorige« Rümmer: Magisches Quadrat: 1. Laub. 8. Agfa. 3. User. 4. Bart- Verwandlung: Lager, Uhu, Drei, Wald, Jfrr, Gemse, Angel, Reger, Zink, Emma. Nebel, Grieg, Rhein, Ulme, Bark«, Erd«, Reuse.— Ludwig Anzengruber.