Norblandfahrt/ Gpitzvergen. Holländisch« Seefahrer, di« 1594 durch di« nördlich«» Meere einen Weg nach China suchten, entdeckten im Polormeer dos Land ,Aer spitzen Berge", und die Geographen haben lange geschwankt, ob es zu Amerika oder zu Europa gehöre, bis Novdenskjöld erst 1868 die unsularische Beschaffenheit erkannte, und sein« Meeresforschung ergab, daß Spitzbergen durch einen bis ins Meer versunkenen Gebirgszug mit Skandinavien verbunden: ft, denn die Meerestiefe auf der iveiten Strecke ist auffallend gering, nur 50 bis 150 Mnu, während sie weiter westwärts Wer 2000 M. ist. Nur ein Plateau des submarinen Ge- birgszugxS erhebt sich zu beträchtlicher Höhe über dem Meeresspiegel und bildet di« Bäreninsel. Der ergiebige Walfischfang, geivinnbringender als die Goldgräber«! in Kalifornien, hatte die Schiffer aller seefahrenden Nationen des 17.Jahrhunderts, Engländer, Dänen, Deutsche, Holländer, Russen und Franzosen, hinauf ins Polarmeer gelockt, denn in den Buchten von Spitzbergen waren hi« Wale so häufig, daß sie mühelos sogar vom Ufer aus in Booten erlegt wurden. Heiße Kämpfe wurden um die Jagdreviere geführt;, noch heute sind die offenen Gräber, besonders in der Smerenbergbucht, zu. finden, in denen die vor Fäulnis schützende Kälte die Leichen lange erhalten hatte. Das Sprachengewirr, das/damals dort herrschte, klingt noch kn den Benennungen der Buchten nach. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts war der'Wal in diesen Gewässern auf lange Zeit ausgerottet, die Inseln gerieten in Vergessenheit, bis mit den Noidpolexpeditionen ein« ruhnrvollere Periode ihrer Geschichte begann, denn Spitzbergen wurde bald als der gegebene Stützpunkt für die Erforschung her Polargegenden- erkannt und bis in unsere Tage benutzt. Nansen und andere kühne For- scher wußten von den Wundern der Polar- tvelt so viel.zu berichten, daß'Wissensdurst, Jagd- und Reiselust auch manchen Mander-, fxohcn rzach dein hohen Norden lockte. Große Schiffahrtsaesellschasten gab^n bei ihren Novdlandsfahrtcn Gelegenheit, das rätselhafte Eiland zu besuchen.. Aber die Riefenschiffe können, sich mit ihrem Tiefgang nicht iü jede der oft seichten,»och wenig erforschten. Buchten wagen. Wir. wählten daher einen kleineren Dämpfer, der im Winter als Eis- ®O5i ÄoyanneS brecher zwischen nordischen Häfen benutzt wurde, für unsere sommerlich« Fahrt. Solch« Gelegenheiten bieten sich öfters. Nach dreiuUdztvanzigstüudiger Fahrt vgnr Nordkap ist die Bäreninsel erreicht. Sehr plötzlich sinkt die Tenrperatur auf ininus 2 Grad Celsius, denn h-er stößt ein kalter Polarstrom auf den Golfstrom. der sich teilt, osttvärts noch bis an di<> Westküste von Notvaha Soinlia dringt und diese noch vor der Kälte des Polarwmters schützt, und nordwärts mit seine» Ausläufern die West, küste von Spitzbergen bespült. Daher bleiben die Buchten dort meist eisfrei. Die Bäreninsel mit den! 536 Meter hohen Jammerberg(ein Seefahrer sah von ihm aus den Untergang seines Schiffes) ist von vielen aus dem Meer« ragenden Felstürinen umgeben; einer dieser, weiß glänzend vom Guano der Vögel, ist der Vogelberg, die größte Kolonie der gefiederten Bewohner der Polartvelt. Auf einen Schuß erheben sich viele Millionen von Möwen, Eidergänsen und-enten, Tauchern, Seeschtvalben, Alken Ufw. Gleich Mückenschwärmen steigen immer neue Massen auf, der ganze Himmel ist mit Vöglein bed'at, Geschrei und Flügclrauschen verursachen einen ohrenbetäubenden Lärm. Bald begegnet uns ein Walfischfänger auf fröhlicher Heimfahrt, denn ein mächtiger Wal ist angehängt. Gegenseitige Begrüßung durch Böllerschuß'und Sirenenpfifs. Räch vierzehn Stunde» von der Bäreninsel ist das Südkap von Spitzbergen in S cht. Jey- sind wir Plötzlich in einer viel« Jahrtausende zurückliegende» Welt! Spitzbergen bietet heute noch das Bild des geologischen Zeitalters, das dem, in welche» wir leben, vor- angegangen ist, der Gletscherpcriode, während welcher der ganz« Norden Europas von eine»! Eismautel. bedeckt lvar. Von steile», 1000 bis 1500 Meter hohm^Bergen hängen die lÄetschermassen Lis in den Meeresspiegel hinab,»ur die BerMitzen überragen dir .Schire^lache» und viele Hochtäler sind mit. Inlandeis gefüllt. Während.,das stärkste- Bor- rücken der Mpengletscher ejwa drin Lauf des StupdrnzcigerS«»tsprichck, gfe'rckt hier.die Be- lyegnug der Gfctscher schon- dem Gang der, kleiiren-Schnecke. Die nach dem Äicer-zu strebe uden Gletsck;er wrrdeih bei stür»rischem Seegang unlerfpüls, und dann stürzen ungeheure Eismassen ins Meer, um als Eisberge ihre bisweilen verhängnisvolle Fahrt zu beginnen. In den Buchten begegnen wir ihren groteÄen Formen, im Sonnenschein Ritzen ihr« Zinnen und Cistürme. Da sie nur sehr langsam schwimmen, das Meer ruhig und der Tag hell ist,'kann unser Dampfer di« Ungetüme umkreisen, aber stets in respektvoller Entfernung, denn auch ein Eisberg kann„kalben". Von der Dlächligkeit eines schwimmenden Eisberges hat man erst einen Begriff, wenn nian bedenkt, daß kau»! ei« Fünftel der Masse das Wasser überragt; grün schimmert der untere, meist lveit vorspringende Teil ans' der Flut. Am zweiten und dritten Tag waren wir schon sehr mutig geworden, und als uirs in der van Keulenbai der Eislotse, der auf solchen Fahrten mitgenominen werden niuß, von Grotte» erzählt«, die sich in den unterspülten EiSmassen bilden, gab es kein Halten mehr, das Benzinboot wurde flott gemacht, zwei- Matrosen waren zur Fahrt bereit, mih ihnen fuhren wir zu dritt nach der vom Lotsen bezeichneten Stelle, wo die Einfahrt glücklich gefunden wurde. Die Erinnerung an die blaue Grotte von Capri verblaßt nach dem Eindruck dieser nrvrchenhaften, erstaunlich hohe», blanken Eisgroite über dem tiefdunklen Wasserspiegel. Solche Grotten vergehen, ' um immer wieder von neuem zu entstehen. In den Buchten sind di« inneren Fjorde tneist geschützt, nur am langen Somniertag rauschten Bäche nieder, und da dieser Som- mertag vom 21. April bis 21. August tvährt und die Durchschnittstemperatur int Juli plus 3 Grad Celsius beträgt, reicht die Zeit ztvar nicht zur Entwickelung von Holzgeiväch- . sen, wohl aber für manches Blumenlehen. : Di« arktische Flora ist reich an Arten,,, so : erscheint die Begetation hinter den moorigen Fjordufern durchaus nicht arm. Die wilden, aber nicht scheuen Rcnutiere saherp recht wohlgenährt aus;-.sie-mögen iin Winter freilich gründlich abmagern. Bcgelschwärme beleben das Landfchaltsbild, SeRrnude tonnen ssck, am llfcr. blicken uns-mit s chien klugen Augen treuherzig an,.um daun gewandt l-n ihr Element zu gleiten, ans-den« sie-uns sdau«./ gnktauchend, wivder neuqieria betrachten, Die gsnr« Tierwelt; ist zutraulich, da st« im Menscher, den Feind noch nicht fürchten — 2— lernte. Daher ist die Iacch sehr leicht; auf den ersten Schutz eilen die Vögel oft noch herbei, als wollten sie sehen, was es da gäbe; ity großer Renntierhivsch spitzte mit hochanf- gerichtetem Kopf die Ohren, nm dann langsam davonzutraber». Noch l>er Ansboo'nrug trennten wir Touristen uns stets von den Jägern. Auch die Bergtouren waren nicht allzu schwierig; leicht War die Orientierung, da wir auf jedem Bemriickcn den Rückblick auDdie verlassene Bucht mit dem dort ankernde» Schiff hatten. Es gab leinen Wechsel der Tageszeiten, leinen Mchtanbrnch, nie plötzlichen Nebel; große Gletscherspalten waren leicht zu meiden, und trügerisch verdeckte kleine brauchten wir, zu fünf mit Seil und Pickel versehen, nicht zu befürchten. Schön waren die Fern- blicke auf Meer und Buchten, doch wenn wir von einem Berggratörf«r ganz eng angeschloffen an die Palmbäume, die ihnen Datteln, und die wenigen GraSbüschel, die ihren Ziegen Nahrung bieten. Die Araber umdrängen das Auto, und beinahe in jeder Oase trifft« man einen Araber, der ein paar Brocken Deutsch spricht. Krieg und Nachkriegszeit haben selbst die Araber aus der Wüste auf die Schauplätze der europäischen ,Kultur" gebracht. Da erzählt ein junger Araber,«r sei 1983 in Worms gewesen, ein andrer, er sei als Kriegsgefangener in Deutschland gewesen. Ein junger Araber preist den Krieg, weil man da täglich Fleisch zu essen bekomme, und wieder«in andrer erzählt, wie gut es ihm als Arbeiter in Deutschland ergangen sei. Es mutet uns recht sonderbar an, mitten in der Wüste Menschen zu treffen, die uns einmal als„Feinde" grgenübergestanden haben. Tozeuer! Mitten in der Sandwüste taucht die schone, große wafler«iche Oase auf, mit der großen, rein arabischen Ansiedlung. Di« Oasen Algerien, die sogenannten Oasen deS Anres— so benannt, weil sie zumeist am Fuß« deS Aures-GebirgeS liegen—, find viel weniger fruchtbar als die tunesischen Oasen, die deS Dscherid, di« in der Nähe d«r großen Salzseen liegen. Hier ist der Boden zwischen den Palmen von grünem Gemüse anSgefüllt, während er drüben iw Algermt, z. B. in BiSlra oder in Eidi-Okba, der Oase des großen arabischen Eroberers, keine Pflanzen trägt. DaS frische Grün der Manillen- und Pftrsichbäum«, die schon in etwa vier Wochen reff« Frücht« tragen werden, erquickt das von« vielen Grau und Gelb ermüdete Auge. In der Oase zwischen den Gärten fließt das Wasser nicht mehr in kleinen Kanälen,. sondern in stattlichen Bächen, in denen noch kl«in« Staudämme aus der Römerzeit erhalten! sind. Hier baden di« Araber und wasch«» ihre Wäsche. Die Frau, die man sehr selten auf der Gaffe sieht, ist hier ganz verschleiert; mit«inem blauen Tuch über den ganzen Kopf, daS nicht einmal dke Augen sveiläßt, hastet die wie ein Haustier gehalten« Arckberin hier scheu durch dir Straße. Wenige Kilometer von Tozeuer siegt die Schott el Dscherid, ein Salzsee, der sechsnnd- dreißigmal so groß wie der Bodensee ist. Er ist ausgetrocknet, und nur dir grauweiße Oberfläche deutet auf den Salzsee hin. Wie in der Wüst« gibt eS auch hier beim Salzsee zahlreiche Spiegelungen: Häuser, Palmen, ganze Oase» steigen aus dem Salzsumpf aus, um dem getäuschten Auge wieder zu entschwinden.. Der Markt von Tozeuer zeigt uns echtes, von europäischem Einfluß ganz unberührtes arabisches Leben. Man gewinnt den Eindruck, daß di« Araber hier lauter, unruhiger, lärmen« der sind als drüben in Algier. Dann aber sieht ,man wieder einen armen Teufel, der in der Glut der Mittagssonne, die noch viel heißer als in de» algerischen Oasen ist, mit«in paar Zitronen geduldig ans den feilschenden Käufer wartet. In Tozeuer'endet die Wüstenfahrt. Ma» sieht zwar noch lang« n»bewachsene Sandsteppe, wenn man wieder gegen Norden, gegen di« Moscheenstadt Kairouau und gegen Tunis fährt. Aber nur hier lernt man die in ihrer Art einzige Pracht der Wüste kennens nur hier versteht man aber auch, was mitten in der trockenen Wüste das Grün der Oas« bedeutet: erst die Wüstenfahrt erschließt eine auch sonst mit sieben Siegeln verschloffene Welt. Rur Brüder. Bon Maxim Gorki. Man versammelt« sich jetzt schon zweimal wöchentlich,' und wenn di« Mutter sah, mitl welch gespannter Ansmerksatnkeit di« Jugend! den Reden ihres Sohnes und des Kleinrnffen, den imeressanten Erzählungen Saschas, Nataschas, Nikolai Iwanowitsch' und der ander«» Leute aus der Stadt zuhört«, vergaß sie ihrs Unruh« und schüttelt« wehmütig den Kopf, wen» sie an di« öden Tage ihrer Jugend zurückdachte« Manchmal überrascht« di« Mutter ein plötzlicher Ausbruch Heller, stürmischer Freud« bei! ihnen.'Das war gewöhnlich an dm Abenden dev Fcll, wo sie in der Zeitung von ausländische» Arbeitern lasen. Dann glänzten die Augen alle» in lebhafter, mutiger Freud«. Alle wurden sonderbar nach Kinderart glücklich, lachten fröhlich und hell und klopften sich fveundsch Mich auf die Schultern. ,/Brave Burschen, die deutschen Genossen!* schrie jemand wie berauscht von seiner Fröhlichkeit.' „Und di« Genoffen in Italien— hoch!" schrie man«in andermal. Und indem sie diese Ausrufe Freunde» i» der F»r.n« zuschickten, die sie nicht kannte» und deren Sprache sie nicht verstanden, waren sie anscheinend fest davon überzeugt, daß di« ihn«» unbekannten Leut« sie hörte»«nd ihre Begeisterung verständen. Drr Kleinrusse sprach mit blitzenden Außen, erfüllt von einem Gefühl alte» umschließender I Liebe: ,M wär« schön, ihnen einmal zu schreiben, Genossen, wa--meint ihr? Damit st« erfahren, daß im fernen Rußland Freund« von ihnen leben, Arbeiter, die dieselbe Religion, wie sie haben und bekennen, daß hier Genossen leben, die dasselbe Ziel verfolgen und sich über ihr« Siege freuend Und all« sprachen lange mit verklärten Mienen über Franzosen, Engländer und Schweden als.über den Herzen nahestehende Menschen, di« sie niemals gesehen hatten und doch liebten und verehrten. In dem engen Zimmer wuchs ein riesengroßes, unfaßbares Gefühl geistiger Verwandt- schast aller Arbeiter der Welt, di« der Gedanke aus der Gefangenschaft der Borurteile schon befreit hatte und die sich als Beherrscher des Lebens fühlten. Dieses Gefühl vereint« alle zu einem Wesen, rS erregt« sogar di« Mutter, obgleich sie es nicht verstand. „Was für Menschen seid ihr!" sagt«, sie einmal zu dem Kleinrussen.„Alle sind eure Genössen— Armenier, Juden und Oesterreichcr. Don allen sprecht ihr wie von euren Freunden, alle»! ist Kummer und Freude gemeinsam." „Ja, allen, Mütterlein!" rief der Kleinrusse.„Die Welt ist unser. Die Welt gehört den Arbeitern! Für uns gibt es keine Nation, keine.Stämme,«s gibt nur Genossen und Feinde. Alle Arbeiter sind unser« Genossen, alle Reichen, alle Regierungen unsere Feinde. Wenn du sie wohl»vollend betrachtest, wenn du siehst, wieviel wir Arbeiter sind und wieviel Geisteskraft wir verkörpern,-ergreift unsäglich« Freude, unsägliches Glück daS Herz und ein großes Fest trium- phiert in deiner Seel«. Und ebenso, Mütterlein, fichlt der Franzose und der Deutsche, wenn sie dar Leben ansehen, und ebenso freut sich per Italien«!. Wir all« sind Kinder einer Mutter ,— des großen, unbesiegbaren Gedankens von der Brüderschaft der arbeitenden Bevölkerung aller Länder. Dieser Gedanke wächst, er erwärmt unS wie eine.Sonne, er ist die zweit« Sonne am Himmel der Gerechtigkeit, und dieser Himmel thront im Herzen des Arbeiters, und wer der Sozialist auch immer ist, und wie er sich auch imnier nennt— er ist uns stets im Geiste verbrüdert, jetzt und in alle Ewigkeit!" GedanLen-Gptttter. Aphorismen. Bon Ernst Wilhelm. Der Kapitalismus ist der nagende Wurm der freien Geister. Ihn überwinden, heißt Frei- heil der Zukunft.- * Der groß« Kämpfer hat nie an sich gedacht: er könnte nur groß sein durch di« Selbstlosigkeit, * Und käme Jesu in diesen Tempel der Kapitalisten und Schieber, er würde sich beim ersten Seil«r einen Strick holen und die heuchelnden Pfaffen und Juden vertreiben. Der- Pharisäer würde.er mehr finden in seine» Palästen als Fische in den Wassern. * Die Gegenwart ergötzt sich an Zahlen, die Zukunft aber muß sich durch die Bernunft erfreuen. * Fürchtet die Schreier nie, ihr Wahrhaften, denn der Lärm kann nicht Wahrheit noch Ge- «khtigkeit übertönen. Der gut« Kämpfer aber schweigt— und handelt. einerlei. Di« Rekordwut. Wir leben in«iner Periode der Rekorde: Eia Flugzeug durchsaust di« Strecke von Frankfurt nach Erfurt in 7« Minuten, im Berliner SechStage-R«nn«n wurden 3689.19 Kilometer zurückgelegt, Hungerkünstler fasten 35 Tage lang, ein Tanzkünstler vermaß sich, den Rekord eines Rivalen, der 126 Stunden durchgetanzt hatte, mit 13V zu überbieten, fiel dann allerdings um; ein amerikanischer Filmschau- spiel«r fährt in einem Halbjahr zwölftnal von New Jork nach San Franzisko— 75.000 Kilometer; Autos, Schnelläufer, Diskuswerfer, Hoch- Priüger, Brustschwimmer brechen fortgesetzt die Weltrekorde, Flieger Lbergondeln Afrika, rasen um di« Welt. Zu den Rekorden gehört auch, daß in Berlin innerhalb sechs Tagen 77 ver- fuchte und vollendete Selbstmord« zu verzeichnen waren und daß Amerika den schönsten Frauenrücken prämiiert, daß ebenfalls di« Amerikaner über eine Maschine verfügen, di« 60 Mathematiker erseht und deren Messinggehirn imstande !ist, ohne sich jemals abzunühen, das Eintreten von Ebbe'und Flut für sämtliche Seehäfen der Welt auf 1000 Jahre im voraus zu berechnen.! Zu den Rekorden gehört auch, daß di« komplett« Kleidung einer Dam« für den nächsten Sommer nicht mehr als 450 Gramm wiegen darf, daß di« Herztöne eines Kranken auf hoher See zwecks ärztlicher Konsultation nach dem Festland übermittelt tverden können, daß ein Kater als Fallschirmakrobat ausgebildet wurde und schon mehrfach Abstürze vom Aeroplan aus gemacht hat. Ein Musterstaat für australisch« Eingeboren«. Seit längerer iZeit sind in Australien Bestrebungen inf Gange, deren Ziel es ist, den Rest der australischen Urbevölkerung zu erhalten und sie in einem geschlossenen Staatsgebiet vor Zivilisation und Ausrottung zu bewahren. Ter Führer dieser„Betvegung zur Errichtung eines großen Musterstaates für die Urbevölkerung in Mittelaustralien", Oberst Genders, hat soeben au di« Parlamentsabgeordnet«» der Staaten und des Bundes eine Petition verteilt, die den Zweck der Bewegung klarlrgt. Der Zweck ist die Erhaltung der Rass«, die von Weidenviehzucht und Bahnbau imurer»nehr zurückgedrängt wird, denn Viehzucht und Bahnbau verringern ständig die natürlichen Nahrungsquellen der Eingeborenen. Die Petition verlangt di« Schaffung eines Rlnstirstaates, der von einem Eingeborenen tribunal verwaltet werden soll, dem«in eingeborener Verweser vorsteht. Der Staat soll selbstverständlich eine Vertretung im Bundesparlament haben, ähnlich der der Maoris in Neuseeland. Denn es wird jetzt anerkannt, daß die australischen Schwarzen Listig« Begabung besitzen und z. B. durchaus fähig sind,«in Ge- werb« zu erlernen. Kannibalismus und grausame religiöse Sitten sollen verboten werden, sonst würden Gesetze und Gebräuche der Eingeborenen Geltung haben. Weiße dürften den Musterstaat nur mit ausdrücklicher Erlaubnis betretrn. ——Heileres. Italienischer Humor. Erster Sträfling'.„Wie lange sind Sie schon im Gefängnis?". Zweiter Sträfling:„Seit fünf Jahren, weil ich die Ucb«rbank zur.Pleitt gebracht habe. Und Sie?" Erster Sträfling:„Jch sitz« seit zehn Jahren, weil ich di« Urberbank ins Leben gerufen habe." * „Gestern war dein Freund bei mir, um sich von mir 10v Lire zu borgen."—„Du hättest sie ihm geben sollen," antwortet der ander«,„und wenn auch nur aus dem Grunde, um mir einen Gefallen zu tun."—■„Dir«inen Gefallen? Ra, wieso denn?"—„Das ist doch klar, wenn du ihm das Geld nicht gibst, kommt er morgen zu mir, um mich anzupumpen." * Ein Bühnendichter trifft auf der Straß« «inen Theaterkritik«! und richtet di« Wort« an ihn:„Nun sagen Sie mir einmal offen und' ehrlich, was Sie von meinem Drama halten."— „Erlassen Sie mir bitt« di« Antwort," erwidert der eingeschüchterte Kritiker mtt einem äugstli- chen Blick auf die stattliche Figur des Dramatikers,„Sie sind so ungleich größer und stärker als ich." '* Englischer Humor. ml.„Harry, deine Mutter hat mich tödlich beleidigt!" Mit diesen Worten begrüßte di« jung« Gattin den heimkehrenden Mann, der ruhig antwortet«:„Meine Mutter? Das ist ja Unsinn. Sie wohnt ja meilenweit von unS entfernt." Die erzürnt« Frau brach in Tränen aus und schluchzt« nervös.„Ja, heut« Morgen kam rin an dich adressirrter Briefe an, den ich öffnet«, weil ich auf der Adresse die Haudschrist deiner Mutter erkannte. Er war allerdings an dich gerichtet." „Ja, ich verstehe schon, aber wo liegt denn da di« tödliche Beleidigung?"„In der Nachschrift," «rklärt« die junge Frau,^,in der es heißt:„Lieb« Flora, vergiß nur nicht, diesen Brief auch Harry anszuhändigen!" Silbenrätsel: dach bei» bet bro cham che che de der droh dru« e el er«s fel fen fi gan ge i ir kreis lang low ma mud mul mungs na n« ne ner ni nie nor now on op öl'Pag ra ran rho sa sai schlag schwem se si su sulz sus ta tal las ü vi. Aus diese» OO.Srlben bilde man 24 Wörter folgender Bedeutung: 1. römischer Feldherr; 2. asiatisches Hochland; 3. Oper, von Verdis 4 Kurort; 5. Stoffart; 6. englischer Dichter; 7. spanischer Fluß; 8. Wein; 9. Gewichtsabzug; 10. Mittelgebirge; 11. Sittenlehre; 12. Abhandlung; 13. Luftschiff; 14. Nam« eines Kanals; flä. französischer Fluß; 16. Hochtvassergebiet; 17. Pyramidrnerbauer; 18. Gefäß; 19. künstliche Flüssigkeit; 20. schlesische Stadtz 21. weiblicher Vornan«;. 22. Naturerscheinung; 23. Insekt; 24. wertvolles Tierprodukt. Die ersten und letzten Buchstaben von oben nach unten gelesen ergeben«inen Spruch von Geibel.(ch— sl Buchstabe.) Bruchstückrätsel. , Den Buchstabengruppen ero, piru, rnamen, räse, ome, ache, ebek, aarle, solan, legi sind Kopf und Fuß anzufügen. D!« daraus gewonnenen Anfangs- und Endbuchstaben ergeben, beide von oben nach»n eu gelesen, zwei Wissenschaften.' Auslösungen der Rätsel aus der vorigen Rümmer: Silbenrätsel: 1. Elsbeth, 2. Ringelnatter, 3 Sonde,' 4. Tripolis; 5. Bugspriet, 6. Eger, 7. Sibirien, 8. Innung, 9. Nantes, 10. Niagara, ,11. Soda.—„Er st besinne, dann be- ' ginne!"