5lr. 37. ttnttrOaltun^eila0t 1926. .«rot. Giire Grzüyirtng aus Spanien von Martin Mudeefen Rexs. An«»deren Orlen war es längst Tag, aber in Granada steht di« Sonne spät ans — dort sind Berge im Wege. Endlich guckte sie über die Gletscher der Sierra Nevada hinüber. Als die gähnende!» Madams und die zotteligen Mädchen mit ihren Leinenbenteln nach dein Marktplatz schlenderten, um für den ganzen Tag einzukaufen, waren die Bauern schon mit ihren Eseln da gewesen und hatten den Verkäuferinnen die Fruchte der Bega und den Schlächtern Fleisch abgeliefert. Und mit dem Morgenznge aus Malaga waren Tintenfische eingetroffen, kleine Haie, Tangflöhe— (die als Krabben verkauft werden), Flundern, Muscheln und ander«„Früchte des Meeres" — alles unter der Bezeichnung Fische. Wo die Morgensonne zwischen die Pfosten der Buden eindringen konnte, bestrahlte sie glänzende Schuppen und Perlmuttermuscheln, Pyramiden von gelben und grünen Melonen, purpurfarbene Tomaten, Granatäpfel, spanische Pfefserfrüchte, güldene Orangen und blaffe Limonen... Und Trauben: die einen klar wie Alabaster, die anderen dunkelglänzend wie nackte Negergesichter. Es tvar Mitte Jänner, die Nacht brachte Frost, und die Leute froren. Die Verkäufer waren verdrossen, und die wenigen Käufer gingen läffig umher uud fragten nach Neuigkeiten. Die Sonne tvar den Leuten noch nicht in den Körper gedrungen. Eine Senjorita schwärmte in blauer Mäntille, ihre tvachsame Mutter oder Antnie auf den Fersen, über den großen Marktplatz hin; längs der Straße lagen arme Fräuxn auf den Knien und fächelten denr Feuer in den Kohlenbecken Luft zu. Aber die' Sonne stieg, und bald wuchs das Gedränge auf dem Marktplatz, und Rufe erfüllten.die Luft— jetzt war das Leben er- tpacht. Tie Verkäufer schrien, und die Käufer akkordierten; mau schob sich und drängte sich, ricf.einander über die Köpfe weg und be- kain Antwort. Zwei Frauen trafen einander in dem Strom und küßtch» sich»ach andalusischer Sitte.„Hallolj!" rief ein Fischmann.„Krieg ich»richt auch einen?". „Ja, wenn dri uns sagen kannst, tvie alt deine Fische sind!" schrie die eine der Frauen zurück. „Cäramba! Di« sind sicher nicht so alt tvie deine Häßlichkeit, du Frauenzimmer!" Barfüßige Knaben liefen durch das Ge- iviinmel und schrien:„Zwanzig Zwiebeln für «inen kleinen Schillings.—„Drei Zitronen für einen großen!" schrie das Obstweib. Sonne lind blauer Himmel— uud«in Reichtum von Früchten, frischen, saftigen, farbenreichen. Und ein Chaos von Lynchen, die sich einen ganzer» Tag lang dränge»» wie hungrige Hunde, um 10 Pfennig für ein Brot zu verdienet». Sie sind nicht hier, um zu kaufen, diese arrnen Geschöpfe; sie komn»en, u»»r z»» sehen, ob nicht ein bißchen für sie abfällt. Nnd jeden Tag kommen sie tvieder, grau vor Kält«, mager vor Hunger, aber immer mit dem gleichen unsterbliche» Funke»» im Auge— der Hoffnung. Und die Hoffnung wird zuschanden. Am Ende der Fischbuden, gerade neben den» Tintenfischverkänfer, stand ein Mann mit ztvei großen Körben Brot. Einladend hatte er mehrere Brote auf dem nackten Bürgersteig zurecht gelegt und er schallte vergnügt drein. Mit kurzen Pausen ergriff er ztvei Brote, sprang in das Gedränge hinein und rief, die Brote wie eine Siegestrophäe hoch über sich hebend:„Brot! Ztvei kleine Schilling fiit ein großes Brot! Wer will Brot kaufen! Wer will—". „Band kaufen!" fiel der Bandverkäufer drüben auf der Straße ein.„Fünfzehn Elle» Band für einen Spottpreis! He, Mädchen!!' Er rief ztvei alten Mütterchen zu:„Knüpft eure Schätze mit farbige»» Bändern an e»»ch! Bänder sind gilt!" „Brot ist besser! Der Sege»» der Armen! Ztvei steine Schilling für ein großes Brot!" Eine Fra»» kanr mit dem Strome zwischen den Bude» heraugeglitten und strich an den» Brotverkänfer vorbei. Er winkle-mit den Broten und rief:„Holla! Senjora Beppa; Maestra!" Sie.kau» zu»hm zurück:„Wie vergnügt du beute aussiehst, Don Rafael! Hast du in der Lorterie gewo»u»en?" „Ja, bald." Strahlend wies er ans die Brotkörbe. „Das hab' ich nicht.erwartet, dich hier zu treffen. Und die Fra»»— und die Kinder? Geht es ihnen gut?" „Es wird ihnen noch besser gehen, wenn ich das verkauft habe!"^ Er zeigte wieder auf di« Körbe.„Ich verkaufe für keinen Bäcker," sagte er.„Es ist das eigen« Brot— gewisser- »naßen tvenigstens." „Die Pfandleihe?" warf Senjora Beppa forschend ein. Er ilickte. Sie»ahn» ztvei Brote und reichte ihm das Geld dafür.„Die Frauen sind gute Lent«, Ma» kennt wenigstens keine besseren," sagte er verschmitzt und warf das Geld in einen schwarzen Krug>»nd stand schon wieder draußen aus der Straße, die Brote hoch in der Lust haltend, daß alle sie sehen mußten:„Brot! Brot! Der Segen der Ar»nen! Ztvei kleii» Schilling für. ein großes Brot!" Seine Frau brachte ihn» Essen in eine»« kleinen Tontops. Sie reichte ihm einen Zinnlöffel, und er setzte sich auf den Rand eines Brotkorbes, den Tontopf zwischen der» Knien, und begann zu essen: Reis und spanischen Pfeffer durcheinaudergekvcht. Sie kauerte sich »vährcnddessen vor ihm hin. Aus seiner roten Schärpe nahn» er ein Messer hervor, langt«»»ach einen» Brot nnd sah sie fragend an. Sie nickte. Er schnitt das Brot mitten durch und gab ihr die Hälfte. „Es ist gar nicht klitschig," sagt« sie. „Es ist süß," antwortete er.„Ich glaube, wir haben jetzt gut angefangen." „O ja, lala.— Es find schwere Zeiten." „Nickst so schwer für den, der Willen hat! Wir sind jetzt über das Schliminstc tveg!" Es»nacht Spaß, fein eigenes Brot zu affen— findest du nicht?" fragte sie nach einer Weile. „Ja, obendrein, lvenn nian es selber ge- backerr hat. Es ist gcwisserinaßen das Brot, das einen» Bro» verschafft," fügt« er mit einen» Anflug von Philosophie hinzu Dani» war er fertig.„Sckö»»«»» Dank," sagt« er;»» seiner Frau und strich das Messer in der hohlen.Hand ab. Und wieder tvar er draußen im Schwarme-und rief sein„Broi, Brot!" noch lauter als vorher. Zw.'i Tchutz- teut« kamen zu ihin hin, und der ei)»« von Ihueu zog eine Wage aus der Tasche.„Hat das Brot volles Gewicht?" fragt« er. Der Brotverkänfer»»»achte dem Schutzmann Platz und dieser begann nachlässig ein Brot zu wiege». Aber»»»»>» stutzte er, betrachtet« Mann und Fran mit einem unheim- lichen Blick—■ und wog noch einmal, mit peinlicher Sorgfalt. ES fehlten zwei Unzen! — 2- Er wog weiter, Brot für Brot, mit unheilverkündendem Lächeln. Und der Brotverkäufer starrte ihn an, zuerst verständnislos, dann vor Schreck gebannt. Alle Brote waren unter dem vorgeschriebenen Gewicht.„Wieviel haben Sie verkauft?" fragte der Schutzmann mit einer Stimme, di« der Fran die Tränen in die Augen trieb. Der Brothändler reichte ihm mit zitternden Händen den Geldkrug; der Schutzmann zählte den Inhalt nach und entleerte ihn in st ine Tasche. Die verkauften Brote konnte man ja nicht aufsuchen, aber das Recht sollte seinen Gang gehen. Er rief einen Eseltreiber herbei und hieß ihn, die Brotkörbe auf seinen Esel laden. Der Brothändler stand wehrlos, gelähmt da und ließ das alles geschehen. Er rührte sich überhaupt nicht, sondern stand vornübergebeugt da und starrte den Schutzleuten nach, mit leeren, erloschenen Zügen. Es sah aus, als wäre ihm seine Seele entglitten, zusammen mit dein Kostbaren Brot. Sie packten nnd schüttelten 8>n. Aber er fühlte cs nicht, gaffte bloß nichtssagend ins Leere. Aber dann fing er di« Klagen der Frau auf, und langsam kehrte das Leben in ihm zurück. Uud-cr begann mitzuklagen, ganz still und mit Tränen verinischt wie sie. Wir find erwacht! Bolkssprechchor. Bon Alfred Auerbach. Mumps war unser Wort!— Am Tage fraß es— bas Surren der Räder, der Schreibstuben Staub. Abends sank es bleiern, wie unser Leib, auf das Lager.— Fremd war uns bas Wort. Die Schule schwatzte es an unstrn Ohren vorbei, ä. über uns glitt es hinweg, eitel, aufgeputzt flatterte es an unstren Sorgen vorüber. Was galt uns das. Wort ans dem Reiche der Herren? In unsere Seele drang es nicht ein.... auf unsren Lippen klang es nicht.— Stumm blieb unser Mund! Bis wir erwacht... uns schufen bas eigene Wort— das Wort unseres eisernen Trotzes, das Wort unstres eigenen Willens... .„Brüder, Schwestern, erwacht!"— Wort ist mehr als das Spiel des Gesanges!— Wort ist der Geist, der unsre Sehnsucht von einem zuni anderen tragt, Wort ist die Kraft, die sich staunend erkennt— wenn sie die Glut der erwachenden Masse zu einem Atem vereint. O! Die Halter der Sklaven, die wußten es wohl, warum sie die Massen zur triebmüden Stummheit ermattet! Wie ei» Wechstlgesang klang es, eins Unglücksgesang, den niemand hörte, we-l er I allzn bekannt war— von Not, Hunger und Hoffnung. Herrgott, das war ja die alte Geschichte: für starke Arme hat niemand Verwendung—, am allerlvenigsten im Winter, und da hatte er gebettelt, und die Frau natürlich! Und dagegen hatte niemand ctivas — man gab bloß nichts! Da hatten sie weiter gehungert; rind diest Kunst machen ihnen taustnde nach, bis sie daran sterben. Aber, d esc beiden haftertMlfo nicht still liegen wolle», lvährend der Tob. an ihnen sog, sondern hatten eine Idee bekommen. Sie batten die letzten Reste versetzt und ein« Arroba Riehl gekauft. Ganze 25 Pfund hatten' sie gekauft und einen kleinen Ofen aus Ziegelbrocken anfgebaut rind ihn mit Brennholz, daß der Flutz anschwemmt«, gefeuert. Aber den Gewichtverlust hatten sie vergessen in Betracht zu ziehen— oder vielleicht hatten sie nicht die Mittel dazu gehabt; und nnn kam also die Behörde und nahm ihnen das Ganze weg. Dazu ließ sich nicht viel sagen. Der Brotverkäufer macht« denn auch keine große Nummer daraus, sondern stand s bloß da rrnd iveinte sein Elend dör Frau hin. I Und sie antwortete ihm, wiederholte die Klage und fügte das ihre dazn— aus vollem-Herze». Es war ein Ucbersluh Vorhände;». Aber plötzlich schrie er auf, daß es über den ganzen Marktplatz scholl. Er schüttelte die geballte»» Fäuste in der Luft, berief sich auf seine Unschuld und seine Armut, erbot sich, das Brot nach Gewicht zu verkaufen, denen, die betrogen worde»» waren, Entschädigungen zu geben— und schwur, ei' werde die Stadt niederbrenncn, wenn er nicht stin Brot wieder bekomm«! Tann fiel er um, getroffen, die Frau warf sich mit lauten Klager» über ihn. Die' Leute scharten sich»im sie zusammen. „Was ist los?" fragte n»ar». „Ach, es hat einer versucht, den Arme» Brot zu verkailfen, das nicht das voll« Gewicht hat!" wurde gcastiwortet-„Da hat der Herrgott ihn sich mal vorgenommen!" „Er liegt, wie er sich gebettet hat, hi!" schrie ein altes Weib, das für«inen Backer verkaufte.„Was hat er sich in das Handlverk zu misch«»!" Und sie begann,' über den Markt hin zu singen: „Brot! Brot! Zwei kleine Schilling ftir ein großes Brot! T«r Segen der Armen! Brot zum vollen Gewicht!" „Wir sind erwacht!" Frei trägt der Atem den Geist von Lippe zu Lippe... Atem vereint sich zur Wucht der erkennenden Masse. Ruseftiegi von Stadt zu Stadt... von Land zn Land, von Volk zu Volk. „Wir sind erwacht!" Und, wie heute elektrische Welle, der alten Schranken spottend, den Erdball umfliegt... so wird morgen die geballte Wucht' unstres Atems... über die trennenden Sprachen hinweg, über di« Erd« rufen: „Brüder, Schwestern, Schaffende, erkennt eure Kraft!" „Wir sind ertvacht!" Mein Schrebergarten. Von Karl Ettlinger. Ich habe mir ein Mietgärtchen zugelegt. Nicht der Poesie wegen, sondern aus höchst profanen Ernährungsrücksichten. Rosen, Tulpen, Beuchen sind gewiß etwas Herrliches, aber man kalln sie nicht esst». Wenn ich den Damen einen guten Rat geben darf: Parfümiert euch nicht mehr mit Blumengerüchen, sondern mit Küchengerüchen— und die Männer werden, euch nicht mehr von der Seit« gehen! Friseure, Drogisten, stellt in enren Schaufenstern Fläschchen aus-mit „Kalbsbratenodeur",„Lebernockerlduft",„Ham- melragout-Parsiim"—- und ihr werdet euch hochverdient nm di« Heiratsstatistik machen! Die Liebe geht durch den Magen, und je leerer der Magen ist, desto mehr Platz für die Liebe ist darin. Also ich bin unter die Mietgärtler gegangen. Der Mann, der den Garten früher hatte, überließ mir sein Gartengerät wegen Aufgabe sehr billig, nämlich einen Spaten ohne Griff, ein« Hacke, bei d«r di« Spitze abgebrochen ist und eine wundervolle Gießkanne, di« nur den «inen Fehler hatte, daß sie rinnt. Von dem Rechen will ich lieber nicht reden, denn als ich ihn das erstenial benutzt«, brach der Stiel an der Stelle, au der er mit Markenpapier zusammengeklebt war, entzwei. Das Ganz« tvar ein Gelegenheitskauf, den»» ich hätte di« Sachen funkelnagelneu iu jeden» Geschäft nm di« Hälfte billiger haben kö»»nen. Uebrigens hatte ich Glück, und das ganze Gelump wurde u»ir schon am zlveiten Tage gestohlen. In meinem Mietgarten steht auch eine Hütt«, da foitit man bei Regentvetter hineingehen, wenn nta», recht naß werd«»» will. Eine selbstgeziinmer!« Bank ziert den Raum, aber ich setze mich nie darauf; denn ich habe mir mit einem der herausragend«»' Nägel nicht nur »»eine Host, sondern auch meine Sitzgelegenheit ernstlich beschädigt. Die Sitzgelegenheit ist von selbst wieder geheilt, die Host nicht. Wenn einmal wieder, int Varietee der Mann mit deut Straußenmagen gastiert, der Glasscherben und rostige Nägel verzehrt, der kriegt von mir die Bank geschenkt. Ter kann vierzehn Tage von der Bank leben. Ein Fenster hat meine Hütte auch. Es ist «in sehr praftisches Fenster; wenn man frische Lust haben will, braucht>nan«8 nicht erst aufzumachen, weil kein Glas drinnen ist..Es darf anch keins drin sein, denn sonst könnte man nicht durch das Fenster einsteigen und das muß man, w«il der Schlüssel zu den» Vorhängeschloß an der Tür schon längst verloren worden ist. Dafür aber ist an. der Hüfte rin Schild:„Villal Behaglichkeit", das heißt, das Schild war daran; denn gestern ist es mir auf den Kopf gefallen. Aber der Doktor hat die Wunde wieder zugenäht. Ich bin neugierig, was ich ftir eine Hypothek auf die Hütte^ kriege Der Boden in nreinem Mietgarten ist sehr gut. Nicht etwa lauter Sand, sondern auch große Steine. Die brauche ich, um nach den Mäusen zu werstn; aber ich habe noch keine erwischt, bloß in ein Wespennest bin ich getreten — jetzt weiß ich wenigstens, wo es ist und' kamt mich in acht nehmen. Ich hab« also dei» Bodeir fachmännifch bearbeitet und habe ihn so tief umgegraben, bis ich dachte,^«tzt kommst du auf der anderen Seite der Erdkugel heraus. I« tiefer ich grub.^desto inniger habe ich an den Wolf aus den„Sieben Geißlein" denken müssen: dem stin Bauch lvar anch mit lauter Wackersteinen gefüllt. Wie ich am nächsten Tage wieder in mein Msttparadies komme, hatte jemand Schutt — 8— taiiit abgetaben. Das war ein« große Mühe, bis ich den wieder entfernt hatte; aber solche kein« Unannehmlichkeiten muß man gern in Kauf nehmen; denn es gibt nichts Gesünderes als die landwirtschaftliche Arbeit. Ties habe ich besonders gemerkt, als ich mir mit der Hack« aus Leibeskräften aus den linken Fuß hieb. Seitdem hink« ich ein bißchen. Jetzt kam die groß« Frag«, was ich säen foHfc. Ich kaufte mir Samen zu Sommervetti- chen, Winterrettichen, Tabak, Bohnen, Erbsen, Zwiebeln und Vergißmeinnicht. Dann grub ich ein großes Loch und warf den Samen hinein. Es ist auch schon etwas herausgewachsen,so grünes Zeug mit zackigen Blättern, und wenn man die angreift, brennt«S. Das hatte ich bisher an den Reisigen noch gar nicht beobachtet, und ich glaube: es- gelingt mir da,«ine ganz besonders würzige Sorte zu züchten. Tas ganz Merkwürdige ist aber, daß das Zeug auch dort wächst, wo ich gar nicht gesäet habe— osfen- bar habe ich ein sehr fruchtbares Stück Land erwischt. Natürlich wollt« ich mir auch Hühner hal- Di« ungeheure Ausdehnung Rußlands läßt es begreiflich erscheinen, daß gewisse Gegenden dieses an Bodenschätzen und natürlichen Reich- tümern so unerschöpflichen Landes für die Russen selbst noch heute terra incognita sind. Völlig abgeschlossen von aller Welt leben im hohen Norden Stämme, deren Existenz und Lebensstil, wie sie soeben in einer russischen Zeitung gezeichnet werden, rin ethnologisches Kuriosum darstellen. Der Bericht eines von dieser Zeitung ausgesandten Forschers führt uns in das Laird der Kaiwanen. Diese nennen sich selbst „Ludirgat", d. h. alt« Knochen;«ine sehr gemütvolle Bezeichnung also, wie es scheint. Ähr Gebiet liegt in der Nähe der Eisfelder, im Herzen der Urwälder mit ihren Sümpfen und Seen, in den Gouvernements Olonetz und Tscherpo- wetz>md umfaßt die Bezirke Borifsowtschinsk, Teldschusinsk, Lubinsk und Kraßnoborsk. Zur Zeit, als die große slawische Völkerwanderung begann, jagten die Nowgoroder Freibeuter den finnischen Stamm Wvsj in diese Urwälder, wo jetzt, als die Nachkommen der Wesj, die Kaiwanen Hausen. Die Gegend, in der sie ihre Wohnsitze haben, isoliert sie von der übrigen Welt. Heute zählen sie höchstens noch zwanzigtaufend Köpfe; sie sterben langsam aus. Di« Kaiwanen sind aschblonde Riesen; ihren Lebensunterhalt gewinnen sie auf der Jagd. Di« bolschewistische Revolution brachte den Kaiwanen die autonome Herrschaft über ihr Land, aber die darauffolgende Verteilung der Wälder hat ihre Freiheit in gewisser Hinsicht wieder beschränkt; die Förster bestehen oft recht brutal auf der Ausführung der Verordnung der Sowjetregierung. Das Land der Kaiwanen ist wenig fruchtbar; aber dafür find sie gute Jäger, und Wild und Fisch gibt cs dort oben in reicher Menge. Andere wieder verdienen sich'ihr Brot als Waldarbeiter. Undurchdringlich ist der Urwald; ein Wagen wird sich nie durch das. Gestrüpp, das keine Wege kennt, hindurcharbeiten können. Die Kaiwanen reiten oder benutzen «in seltsames Gefährt, das aus zwei langen Aesten besteht,' deren Enden am Boden schleifen und mit eincnl schmalen Brett, das zum Sitzen dient, verbunden sind. Sie hausen inmitten des Urwaldes in kleinen Blbckhäusern. Darinnen stehen in der Mitt? Oefen aus Tonerde.. Einten. Aber das mißglückte mir. Soviel ich von Landwirtschaft verstehe, von Hühnern verstehe ich leider gar nichts. Ich bin halt ein Motzstadtkind. Auf«in Inserat bracht« mir ein Mann zwei Hennen, echt« Kalkutta, ganz schwarz. Ein«u Hahn kaust« ich gleichfalls, aber die Hennen kümmerten sich ga« nicht um den Hahn, sondern sie schrien immer„rab, räb!", und gestern sind sie davon geflogen. Dafür legt« ab«r der Hahn am ersten Tage«in Ei, seitdem nicht wieder. Ich glaube, es ist ein weiblicher Hahn. Damit er mir nicht gestohlen wird, werd« ich mir«inen Hund anschaffen. ES ist mir da ein echter Dobermanir angeboten worden, so«in kleiner krummbeiniger, Waldl heißt er, nur ist er noch so jung, daß er keine Zähn« hat. Ter Besitzer gibt ihn umsonst her, das ist jedenfalls «in gutes Zeichen. Ich glaube, ich werd« mich«och ganz der Landwirtschaft widmen. Mein Heimgarten macht mir riesige Freud«, und man spart enorm dabei. Ich habe ausgerechnet, daß mich der Rettich, ohne di« Arztkosten, auf höchstens sieben Mark zu stehen kommt. mal im Mcknat verwandelt sich die einzige Stube des Bloichauses in eine Badestube, wo das nationalrussifche„Banja" zubereitet wird. Der Rauch zieht durch eine Oeffnung in der Decke ab. Streichhölzer sind noch unbekannt; das notwendige Feuer wird aus dem Stein geschlagen. Die Kaiwanen glauben an gute und böse Geister, die nrit ihnen zusammenleben, unb mit denen man sich auf guten FE stellen muß; zwischen ihnen und dem Menschen vermittelt der Zauberer. In jedem Hause lebt, so glaubt der Kaiwane,«in Hauskobold, dem ein guter, warmer Platz hinter dem Ofen zukommt. Dieser Kobold erfreut sich in der Tat großer Achtung. Wenn sich der Kaiwane z. B. ein neues Haus baut/ so wendet er'sich an seinen Kobold mit den Worten:„Komm, Kobold, mit uns in unser neues Heim." Dann nimmt er Asche und eine glühende Kohle aus dem Herd und trägt sie in einem TofH in sein neues Haus; er glaubt dann, daß der Kobold in dem Gefäß mit hin- überwandert. Beim Betreten des neuen Heimes muß man sofort einen Hahn und ein Brot hinter den Ofen werfen.• Für das Baden ist wieder ein anderer Kobold zuständig; bevor man in das Banja steigt, muß man diesem Spezialwesen Reverenz gezollt haben, sonst- kann dieses' sich furchtbar rächen. Auch in den Scheunen herrschen die Geister, die über den Ausfall der Ernte entscheiden. Wenn mit dem Dreschen begonnen wird, muß die erste Garbe zum Fenster hinausgehängt werden; wenn ein Luftstoß sie zu Boden weht, oder wenn sie gar am nächsten Tag verschwunden ist, so hat sie sich der Kobolh geholt. Weniger gläubige Kaiwanen sind der Ansicht, daß sich ärmere Stammesgenoflen gern in dieser Aufgabe des„Erntekobolds" gefallen. Im Wald herrscht wiederum der Waldgeist. Doch ist dieser im Gegensatz zu seinem Kollegen iu Haus und Scheune ein recht unangenehmer Bursche, der es darauf abgesehen hat, den Menschen nach Kräften bös« Streiche zu spielen. Um ihn günstig zu stimnien, Wutz der Jäger,beim Betretcrn des Waldes Silbermünzen, Federn und Samenkörner opfern; wenn der Waldgeist keine Arbeit hat, kann er führ gefährlich werden; in diesem Fall muß dann der Auibercr in Aktion treten, der der einzige ist, der helfen kann. Auch die Seen sind von Wasserkobolden lelebt; über all« diese feuchten Geister herrscht der große Wasiergeist. Die Kaiwane» erzählen, daß das Wasser ihrer Seen oft aus ganz uner-- klärliche Weise verschwindet. So soll an der Südseite-des Koignsch-Sees das Wasser mit Brausen alle sieben Jahre in die Tiefe strömen. Tie Kaiwanen erklären die Sache so: einer der Waflerkobolde hatte sich beim großen Wasiergeist wegen irgendwelcher Verfehlungen unliebsanl gemacht. Der Geivaltige beschloß, ihn aus seinem Reich zu vertreiben und ließ z» diesem Zweck das Wasser des Sees in die Hölle ablaufen. So blieb der Wasserkvbold auf einem FeÄblock sitzen und heulte ztvei Jahre lang. Dort fand ihn ein Kaiwane und brachte ihn aus Mitleid in einen Nachbatfee. Inzwischen hatte der große Wassergeist den See wieder volllaufen lasien; als der Kobold dies hörte, siedelte er wieder in sein altes Reich über. Darob ergrimmt, ließ der große Wassergeist den See wieder lecrlanfcn, und so wiederholt sich das Spiel alle sieben Jahre. Der Richter und der Leusel. In einer Stadt wohnte ein Richter, der wegen seines Reichtums und der vielen Bosheiten und Ungerechtigkeit«», die er begangen hatte und noch jeden Tag beging, überall bekannt war. Eines Morgens, als- gerade Markttag in der Stadt war, ritt er früh von Haus« fort, um einen seiner Weingärten zu besichtigen. Auf dem Rückwege begegnete ihm der Teufel, der wie ein reicher Mann gekleidet war. Der Richter grüßte ihn, fragte nach seinem Namen und seiner Herkunft. Aber der Teufel wollte nicht antworten. Ta wurde der Richter zornig und drohte, ihm Gut und Leben zn nehmen. Der Teufel tat ängstlich und gab sich zu erkennen. Er tvoll«— so teilte er dem Richter mit— auf den Markt gehen, denn heute sei einer der Tage, an dem er alles nehmen dürfe, was ihm ernstlich angeboten werde. Der Richter witterte! einen Vorteil und wollte den Teufel begleiten. Auch als ihm der Teufel abriet, bestand er auf seinem Willen. So gingen sie in di« Stadt. Da erblickten sie eine Frau, die viel Mühe mit einem Schwein hatte, das sich nicht halten ließ. In ihrem Aer- g«r schlug die Frau das"Tier und rief:„So lauf zum Teufel!" Aber der Teufel nahm das Tier nicht und sagte zum Richter:„Es ist ihr nicht ernst mit ihren Worten." Bei dem Weitergehen begegneten sie einen anderen Frau. Die wünschte ihren Mann zum Teufel. Wieder wartete der Richter, aber der Teufel entschuldigte sich, wie das erste Mal. Eine dritte Frau wollte ihr ungeratenes Kind zum Teufel schicken. Der Richter ermim- terte seinen Begleiter, zuzugreifen. Aber der Teufel sprach:„Nicht um zweitausend Pfund Gold gäbe mir die Mutter ihr Kind. So h^be ich auch hier kein Recht." Nun kamen sie in das Gewühl des Marktes und mußten langsam gehen. Da kam ihnen eine alte, kranke Frau entgegen, die sich mühsam auf einen Stock stützte. Ihren Kleidern sah man die Armut und ihrem Gesichte die Sorgen an. Als sie den Richter erblickte, begann sie zu weinen und ihn zu verwünschen: ohne Recht habe er ihr die einzige Kuh genommen und noch obendrein ihre Armut verspottet. Dafür solle ihn der Teufel holen! „Ter ist es ernst? sagte der Teufel, ergriff I lachend den Richter bei den Haaren und fuhr 'mit ihm über die Berg« in die Hölle. Die Kaiwanen und ihre Kobolde. Seifierglaube Im russischen Norden.— Kobolde für jede Lebenslage. Nachkommen finnischer Ureinwohner.— Sin aussierbendes Volk. 4— Tatsachen und Zahlen.. Der Winjerkält« widerstehen die Tiere um so besser, je geringer ihre Fähigkeit ist, Eigeir- wärm« zu erzeugen. Wöhrrnd der Nnrcrikaner jährlich 860 Liter Oel als Brennstoff und der E«rglä>der IM Liter verbraucht, ist in Deutschland b\‘ Zahl nur 10 Liter. Der Verbrauch ist in Deutschland aber stark im'Steigen! Das erste Elektrizitätswerk wurde 1882 in New Aork von Edison in Betrieb gelegt. Im gleichen /Jahre fand die. erste Internationale nektrvtcchnischc Ausstellung in. Miiuchen statt. Das erste. elektrische Werk in Deutschland Ivurde 1884 kn Berlin,.durch die Deutsche Gesell- schäft für augewaikdte. Elektrizität, die spätere AEG., gegründet. Das erste Haussckwcin wurde in den älteren Pfahlbauten der Schweiz gefunden und von Rütiineycr Torfschwcin genannt. In Südwcstafrika gibt es Form«« von einem Grundbesitz bis 20.0Y0 Hektar. Sine gute Lehre. Der Dechain Swift, ein berühmter englischer Schriftstelkr, Uwr nicht sehr freigebig. Er gab selten«ttvas den Dienern derjenigen, die chm Geschenke Micklcu, was häufig der Falk war. Aber einst«mpfing er ein« gut« Lehr« von einem Burschen; der ihm oft Hasen, wilde Enten, R«bhühn«r und andere-; Mid- gebracht hatte. Eines Biorgcus kam dieser junge Bursche Mik einem.ziemlich schweren Korbe voll Eier, prächtigem Obst und Wild. Er llops:« an di« Tür, tvelche vou dem Dechanten selbst geöffn« wurde.„Hier", sagte der junge Mann mürrisch, „schickt Ihnen mein H«rr einen. Korb mir verschiedenen Sachen."— Swift, ungehaiten über des Dieners grobe Manieren, sagte zu ilim: ,Hon>M her, mein Junge, ich will r!r zeigen, wie du deinen Anstrag hättest ein wenig höflicher anssühren können. Denke dir. du wärst der Dechant und ich wäre der Diener." Dann nahm er seinem Hut sehr höflich ab und sag.« zu dem Burschen:„Mein Herr schickt Jl»:«n ein kleines Geschenk und hofft, Sie werden ihm die Ehre erweisen,«4 anzn nehmen."—„Sehr gut, mein Junge," erwidert« der Bursche. Sage deineni Herrn, daß ich ihm sehr verbunden bin, und da sind Mei Schillinge für dich!" Merket.— Gläserne Wolkenkratzer will der New Korker Architekt William Orr Ludlow errichten lassen- Ter Stahl habe den Stein ersetzt. Je ment und Mörtel dienten lediglich noch zur Verkleidung der stählernen Gerüste und der Stahl mache heutzutage allein den Ban. Das Problem der Zukunft sei die Perschmelzung von Stahl und Glas zu einer ueuen bäutechnischen Verbindung. Das Glas müsse aus einer haltbareren und widerstandsfähigeren Substanz bestehen, wie heutzutage. Wen» es gelingt, ein Glas hcr- zustellen, dos auch für Wärme und Hält« uu- eurchlässig sei, dann wäre das Problem des gläsernen Wolkenkratzers gelöst. Ludlow will mich doppelte Glaswände mit einem luftleeren Raum in den Zwischenräumen das Problem lösen und dadurch im Winter Heizung ersparen und' im Sommer kühle Wohn» und Arbeit» räume herpelle«. Ganz nene Perspestiveu«r- öffnen die Möglichkeit, die Farbe des Glases durch Kombinationen verschiedenster Art aus zünntzen, zu einer.Art Architektonischer Far- bensymphonie",, Las grösste Eisenerzlager der Weit. Diel Untersuchung der Magnetanomalie im russischen j Gouvernement Änrak, di« voll dem Professor I. M. Gubkin in mehrjährigen Forschungen durchgesührt wurde, Hai zu einer überaus wichtigen Entdeckung geführt. Es wurde dabei näm kich im Zontrum der Sowjet-Union ein Eisenerzlager festgestellt, das alle bis jetzt bekannten Vorkommen bei weitem übersteigt. Wie in der Umschau mitgeteilt wird, wurde eine genaue magnetisch: Kurve aufgenonunen, und dabei beobachtet« mau, daß der Erzgehalt, den Nord-1 pol der Nadel bereit» ans eine Entfernung von ">00 Kilometer rückwärts ablrnkt. Darnach iaht sich ans Nordpol der Magnetanomalie ein Lager von-ungefähr 18. bi» 20 Milliarde» Tonnen reines Eisen vermute». Durch diese ungeheuere Erzmasse würde die Gefahr eineö Eistumangels, die auf dem letzten Stockholmer Geologenkongreß betont wurde, auf langchin beseitigt, denn die in Frage kommende«« Länder könnten aus dem Lager ans 100 Jahre rnit Eisen versorgt werden. Aus der Entloicklnngsgeschichr« de» Pferde». Das amerikanische Musenm sür Naturgeschichte in New Kork hat jetzt in einer besonderen Abteilung alle Objekte zusammengestellk, die für die Entwicklungsgeschichte de» Pferde» von Bc- dentung sind. Aus den borgeschichtlichen Spuren ergibt sich mit Sicherheit, daß die Gattung Pferd f rüher schon einmal über-ganz Asien, Europa und Amerika verbreitet war, dann aber in Amerika und Europa durch bisher unbekannte Ursachen vertilgt ivurde; bekanntlich kamen erst durch die Entdeckung Amerikas wieder Pferde 'nach dem neuen Kontinent, in dem sie sich rasch verbreiteten. Eine besonder« Serie von versi:«- irerteu Fußahdrücken und Skeletten zeigt, wie das Pferd, das im Eozän noch vier ausgebildete Zehen an jedem Vorderfuß und drei au jedem Hinterfuß besaß, sich allmählich zu der uns heute bekannten Hufticrart entwickelte, Allerdings Ivar das vierzehigc Pferd des Eozän nicht größer als eine ausgewachsene Hauskatze. Heiteres.— Der Richter:„Warnm haben Sir denn diese» entsetzliche» Prügel zur Verhandlung mitgebracht,' Angeklagter?"—. Der Angeklagte: „Weil in der Vorladung gestanden hat, ich hätte .für niein« Verteidigung selbst zu sorgen." DaS Best«. Zänkische Frau(zn ihrem Mann):„Das ganze Vermögen habe ich mit kn die Ehe gebracht. Und du, was hast denn du gehabt, bevor dn mich geheiratet hast,"— Er: „Meine Ruh' hab' ich gehabt." Unbeabsichtigte Wirkung. Eine Mutter, dir ihre Kinder nur mit liebevollen Ermahnungen -erziehen wollte, sagte zu ihrem Töchterchen: ^,Wenn du ungezogen bist, wirst du mich so betrüben, daß ich krank werde. Da muß der Doktor komme» und vielleicht werde ick dann sterben nnd man fährt mich auf den Friedhof."— Die Kleine hatte mit ernstem Gesichtchen zugehört, aber bei den letzten Worten-leuchteten ihre Augen ans. und die Arme um den Hals der Mutter schlingend, sagte sie bittend:„Darf ich dann neben den: Kutscher sitzen?" Glück muß man habe»! Beim gemeinsame!» Mittagstisch'freut cs mich stets, heiter« Gesichter zu sehn. Kürzlich war unsre Kleinste nicht ganz zufrieden, als ich den älteren Geschwistern zwei Knackwürste und ihr nur eine ans den Tel» 1er legte. Ich mache ihr klar, daß es in»«einer Jugend manches Mal sehr knapp zugegangen ist nnd daß oft die ganze Familie mit einer Musst zufrieden sein mußte. Worauf das Kind erwiderte:„Da kannst du ober frob sein, Vater, haß du bei uns bist!". Das Rezept.„Ich schreib: Ihnen- drei Pulver ans, die müssen Sie in warmen« Wasser nehmen."—„Das ist unmöglich, Herr Doktor, >vir haben keine Badewanne." Der Asse. Seemann(zu seiner Frau):„Ja, Liebling, den versprochene«« Affen konnte ich dir leider nicht mitbringcn."— Fran:„Ach, das macht nichts. Ich habe, ja dich." > In einem Theatervrrei«.stellt«in sprach- remigungsfauaiisch.-veraulqgtes- Mitglied den Antrag, die Ausdrücke„aktive.und passive" Mitglieder, die in den Satzungen enthalte» sind, durch.entsprechende. deutsche'Worte zu ersetzen. Ein des Lateinischen' knndigeS Mitglied stellt fest, daß„aktiv"„tätig" heißt und„passiv" „leidend".. Es wird daraufhin beschlossen, diejenigen Mitglieder, die selber Theater spiele««, als„tätige Mitglieder" zu b^eichnen, diejenigen hingegen, die sich das Spiel mitansehen müsse«, als„leidende Mitglieder" z>« bezeichnen. (Steftanten-Gplitter. -Der größt« Feind des W.sscns ist nicht der Irrtum, sondern die Trägheit. Alles, was wir brauchen, ist die Erörterung; dann sind wir sicher, daß alles in Ordnung kou«mt, wenn wir auch ncch sobiet PeLfbheu machen. Henry Thomas Buckle (Grschkch!-.' der Zivilisation). Besäe:: dein-m Geist! Das ist driu höchster Hort, doch wenn dir rhn befreist- beul an des Meisters Wort, das Wobt: Verderblich ist, was deinen Geist befreit nnd nicht zn gle'ch«r Zeit Selbstherrschaft dir verleiht. Fri.drick Rückert. * Fange do-i:c Her^nskrestnr nicht mit dem Ausbau der«sie» Triebe, sondern mit Ausschneiden der jch.-.ch-:>« an. Ist einmal das Unkraut vrrweck« oder c-usgezog:n, dann rich-et sich der-.d.ere Bütnenstor vc-n. selber kräftiger in die Hö he. —-«ülsel-CSe. Sprichworträisel. 1. Wer di« Augen nicht auftut, muß den Bent«l auftun. 2.-Es ist nicht alles Gold) was glänzt. 3. Wer rastet, dec rostet. 4. Kunst unb Lehr« gibt Gunst nnd Ehr«. 5. Nie ruht di« Zeit. 6. Mich dünkt, ich ivähn', ich m«in' ich halt', tirt ost der Wahrheit groß« Gewalt. 7. Am Spiel erkennt man, was in einem steckt. 8. Die Natur kennt keinen Geiz. 9. Seiner Länge«ine Elle zusetzen. 10. Tur dir Gewinnen wohl, so laß dir Verlieren nicht wehe tun. 11. Knrz und gut ists beste.— Aus diesen Sprichwörtern nnd Zitaicn ist je ein Wort zn entnehmen, diele ergebe«,-- richtig' gefunden und nacheinander gelesen,«in beachtenswertes Sprichwort. Auflösungen der Rätsel aus der vorigen Rümmer: Sprichworträtjrl: Kein: Freude ist größer als di«, über«ine gute Tat. versteckt: Aller Aufang ist schwer.