2tr. 44. Unteröaltunaö&etlage. 1W6. .„Haben Sis denn nicht das Dekret gelesen? Besitzer von Unternehnuulge»., -„Aber ich• „Erbarmen Sie sich, ich bin doch Rotz s""«‘ wuu’ 8 lucrwn' Angestellter und beziehe ein Gehalt nach der'?. Genoss« Iwanow wird aus der Partei ausgeschlossen. Die Sache war sehr einfach. Eigentlich ist«in besonderes Kapitel überflMig.- Er wurde in die Kommnnistische Zelle beordert. In der Sackgasse Von 9nt«$ael Kosnretn. Ein Zimmer unentgeltlich, für jeden, der Aktionär unseres gewinnbrm- Preis der Aktie 30 bis 50 Tscherwonez. Adresse: Chemisches Laboratorium Roites. X-Straße 3. Genosse Iwanow erhängte sich nicht. Genosse Iwanow begab sich nach der ik-Stratze. 3. Wenn daS nicht Glück ist, worin besteht den« sonst das Glück? Das Laboratorium RoiteS. Der Besitzer und zwei Arbeiter, die Roites auSsangt, das .Wohnungsamt, das Roites auSsaugt. RoiteS möchte fünf Arbeiter haben, er möchte weniger für di« Wohnung zahlen.— Wenn er ein Zimmer verkauft, bekommt er Geld, er wird dann noch eine Maschine kaufen, er wird noch mehr Arbeiter einstellen und weniger für die Wohnung zahlen. Aber eine» Fremden möchte er nicht gern in die Wohnung lassen. Wer weiß, auf wen er hereiniMt. Er findet einen Ausweg: der Meter kauft das Zimmer nicht, sondern er wird Mtionär seines Unternehmens. Das Zimmer bekommt er umsonst, aber dafür ist er kein Fremder, sondern Teilhaber. Iwanow überlegte sich die Sache: Wozu sollt« er sein Geld auS dem Fenster werfen, er wird dafür eine Aktie kaufen: so behält er sein Geld und hat ei« Zimmer. Awanow ist einverstanden. DaS Zimmer ist warm und luftig, er kann eS sofort beziehen. Seine Frau ist zufrieden. Die Kollegen beneiden ihn: „Manche Leute haben doch Glück!" 4. Jede Lage hat ihre Unannehmlichkeit««. Genosse Awanow bezog sein Zirnmer und ging in das Wohnungsamt. „Umgezogen? So.... Haben Sie das Zimmer bei Roites gekaufte „Nein, nicht gekauft... ich bin Aktionär geworden." „So— so!" sagte man im Wogungsamt. Iwanow zuckte zusammen:„10 Rudel für den Sashen!" Die nachstehende Skizze des jungen kommunistischen Autors ist mit anderen~ ähnlicher Art in einem Moskauer^Üden'Ünternchmons ist. kommunistischen Verlag erschienen.~“ 1—— Trotz ihrer satirischen Zuspitzung liefert sie ein interessantes Spiegelbild des heutigen Ruhlands. 1. Di« schwierige Lage des Genosse« Iwanow. Genosse Iwanow ist bereit- feit 1817 Kommunist. Er bekleidet jedoch einen Posten vhne Zulagen und Tantieme«. Er hat eine Frau und zwei Kinder. Sie Haufen in einem beuchten und dunklen Keller. Die Frau hustet, die Kinder kränkeln. Bis heute lebte er in der Hoffnung, ein Zimmer Ul bekommen. Er hatte sich in eine Baugenossenschaft einge tragen, der Beitrag betrug 30 Tscherwonez*) und diese 30 Tscherwonez hatte er mühselig $issammengebracht(10 Tscherwonez hatte er am Laufe des Jahres erspart, lv als Bor schuß auf das Gehalt genommen und 10 durch den Berkaus verschiedener Kleidungs stücke beschafft). Es ging nämlich auf den Sommer zu, und daun braucht man bekannt lich keine warme Kleidung. Er geht nun in die Baugenossenschaft, um seinen Beitrag zu bezahlen und hort plötzlich:„Die Unkosten haben sich vermehrt, die Preise sind gestiegen, der Beitrag Wt um 10 Tscherwonez erhöht worden."— Wo soll er bloß das Geld her- Nehmen? Er steckte die 30 Tscherwonez wieder «ein, ging zurück und dachte:„Soll ich in- Wasser springen oder mich aushängen?" ®. Ein unerwarteter Ausweg aus her schwie rige« Situation. Er geht durch ein Gäßchen— an der Ecke steht ein Laternenpfahl. „Ich hänge mich aus!" Er zog eine Schnür aus der Tasche— er trug sie aus jeden Fall innner bei sich—, knüpfte eine Schlinge und warf sie sich um den Hals., Plötzlich erblickt er sin solchen Augenblicken ist die Aufmerksamkeit besonders gespannt) an der Hauslvand gegenüber dem Latevnenpfahk einen Zettes: Ein Zimmer unentgeltlich. Genosse Iwanow nahm die Schlinge ab, ging näher an den Zettel heran rind las ihn vupnerksam durch: -• 1 Tscherwonez Rubel.--- ,/Haben Si««ine« Gewerbeschein?, Wele«r Kategorie?" 1 „Wozu brauche ich«inen Gewerbeschein?"- „Ach, Genosse, Genosse.. Iwanow suhlte sich beschämt und schwieg 5. Aber jede Lage hat auch Annehmlichkeit««. Die Frau hört« auf zu husten. Di« Kinde» erholte« sich. Genosse Iwanow wird behäbig Kein Bevgleich mit den früheren Verhältnissen. Nach vier Wochen kommt Roites und bringt ihm 15 Rubel.- „Ihr Anteil an dem Gewinn. W ist wemg, aber Sie interessieren sich nicht für de« Betrieb..." Alvanow besucht das Laboratorium,«S, muß doch immerhin interessant fein. Dort war nicht viel los. Fünf Arbeiter zerriebe« Pulver und fertigten Tabletten an. Dip Tabletten sind weiss und bestehen alle au» demselben Pulver. Die einen heißen Vanilin, die anderen solle« gut gegen Husten sein, dtp dritten sind Bertilgungsmittel gegen Schaben. Der Arzt findet sie ungefährlich. „Treten Sie unserem Unternehmen näher. Sie sind doch Teilhaber," sagte Roites. „Na, ich bin doch in Wirklichkeit kein Teilhaber," bemerkte Awanow. RoiteS lächelte geheimnisvoll. 6. Di« Unannehmlichkriten überwiegen. Den nächsten Monat betrug fein Gewinnanteil schon zweieinhalb Tscherwonez. ES wird ein« Mieterversammlung einberufen. Awanow erscheint in der Bersamm- lung.•; J „Nur Werktätige dürfen abstimmen." 1 „Aber ich bin doch Angestellter!" „Sie beuten fremde Arbeitskräfte anS!" Awanow fuhr in die Höhe:! „Was? Ach soll Ausbeuter sein? Ich bi« Kommunist!" „Ach was. Kommunist?!" Genosse Jlvanow erblaßte: An der Front hatte er vor niemand Angst gehabt, hier über fiel ihm das Horz in die Hosen. Was sollte I-bloß daraus werden? 2 ,-Sind Sie Teilhaber eines Betriebes?" ^Aa. Aber um HimmeMvillen, ich habe e£ nur wegen deS Zimmers getan." ,Msmr man aus der Partei hinaus'« Pi egt, so hat bas immer seine Gründe," lautete die lakonische Antwort,„Sie Degen Wegen des Zimmers hinaus." Damit mußte Genosse Iwanow sich Wahi ober übel einverstanden»Maren. „Aber wenn ich meine Wtic zurückgebe'." ,Menn Sie die Aktie zuriickgeben, nehmen wir Sie wieder auf. Wir kennen Ihre Treue zur Partei." Iwanow eilte zu Roites: ^Gebrn Sie nur meinen Anteil Mück!" Roites antwovtete: „Das Geld ist im Unternehmen angeregt. Ich bin bereit, es in Raten zuviickzuzahlen. Und was das Zimmer anbelangt, so tut es Mir leid, aber.." Iwanow behielt das Zimmer und seinen Anteil im Unternehmen. Man nmß doch leben.! Und die Sonne scheint auch dein Parteilotsen. 8. Genosse Iwanow wird abgebaut. Das war noch einfacher. Er. wurde wieder einmal abgebaut. Dies geschieht dreimal jährlich, denn bekanntlich wachst die Be- änrtenzahl sehr schnell. In de» le^nden Instanzen erklärte man: ,Awanow kann abgebaut werden— er ist eilt Schieber, Besitzer eines Unternehmens." „Aber das heißt doch nicht Besitzer sein! Sein Anteil beträgt ja nur zwei Tscher- wonez." „Man kann auch für zwei Tscherwonez leben." Und so wurde er abgebaut. 9. In dtn Krallen der Reuen Wirtschasts- politik. Iwanow ging fort und überlegte:„Was wird jetzt aus mir werden? Wie soll ich leben? Soll ich mich aufhängen oder ins Wasser springen?" In solchen Augenblicken kommen einem manchmal unerwartete Gedanken. Genosse Iwanow erhängte sich nicht. Er kam zu Roites und sagte: »Jetzt bln ich Partei- und arbeitslos. Ich kaim Ihrem Unternehmen näher treten." RoiteS lächelte genau so wie im fünften Kapitel und erwiderte: „Das freut mich." Genosse Iwanow arbeitete sich schnell inr Geschäft ein. Epilog. Und weiter? Nichts Besonderes. Iwanow ist rund und dick geworden. Frau und Kinder gleichfalls. Er wird als Schieber betrachtet und ist darauf gefaßt, ins Gefängnis wandern zu müssen. fürchten Sie sich nicht," sagte ihm Roites,„tm Gefängnis wird Ihre Laufbahn erst richtig beginnen. Dort kann man sehr gute Beziehungen anknüpfen!" An der Gifenfäge. Bon Erich Grisar. Lodert ein Funkenmeer durchs Sägehaus, das brennt mir armen Mann . die'Seele aus. Wär ste nicht ausgebrannt, wär's einerlei, hott' sie die Säge langst schnitten entzwei. Säge, die alles frißt, fraß meine Hand, raubt mir das Augenlicht und den Berstand. Was ich besaß und liebt, ist längst verglüht, nichts ist geblieben mir, als dieses Lied. Daß es nicht untergeh' in Lärm und Braus, singt es und denkt an mich im Sägehaus. Kreuzworträtsel. Bon Frieda Edel. Wenn man so im Laufe der Zeit etwa IVO Kreuzworträtsel gelöst hat, kommt man allmählich dahinter, daß man da auch was Gescheiteres Nltte tun können, und man entdeckt, daß diese Rätsel mitunter, etwas geradezu gemeingefährlich Idiotisches an sich haben. Ich will gar nicht von den fast in jedem Kreuzworträtsel wiederkehrenden Bekannten sprechen: von der Muse Erato, dem Flächen- Ar und der Schillerschen Dramenfigur Eboli. Auch daß man die Schere als Schneiderhandwerkzeug bezeichnet, ist schließlich nicht so schlimm, obwohl man darüber auch anderer Meinung sein kann. Wie z. B. mein Junge, der neulich ein Bild-des tapferen Schnetderleins dahin erläuterte:„Der Mann mit der großen Schere, das ist ein Redakteur." Gemeingefährlich werden die Kreuzworträtsel aber, wenn sie Begriffs rubrizieren und durch fortwährende Wiederholung dieser Rubrizierung falsche Begriffsafsoziationen in die Gehirne hämmern. So heiß es in neunundneunzig von hundert Kreuzworträtseln: Männliche Eigenschaft— Mut. Und dagegen muß ich energisch protestiere»! Mut ist eine wundervolle Eigenschaft, ist eine Lebensnotwendigkeit, und daß diese Eigenschaft zu einem Attribut des männlichen Charakters abgestempelt wird— das geht doch entschieden zu weit! Kinder, wir wollen unS doch nichts vormachen! Ein paar Beweise für den. männlichen Mut gefällig? Der ewige Junggeselle. Er zählt dir hundert Gründe auf, warum er nicht heiraten kann, nur den richtigen nicht: daß es ihm am Mut zur Gemeinschaft fehlt, daß er Furcht vor den Aufgaben und der Verantwortung der Ehe hat. Der Bureaukrat, der zwar gegen seine Untergebene« von Löwenmut beseelt ist, der aber ans den Rückgratkrümmungen nicht herauskommt, sobald sich ein Vorgesetzter blicken läßt. Der erbärmlichste Schubiäk, den es gibt: der Streikbrecher. Der Pantoffelheld, der sich um seiner Ruhe willen zum Hampelmann degradieren läßt. D-r deutsche Spießer, der sich 1918 in den Kellern versteckte. Doch davon spricht man nicht.., Mau spricht auch nicht von dem stillen Heldentum einer Arbeiterfrau, die es fertigbringt, nach achtstündiger Fabriksarbeit in einer elenden Wohnung einen Schinmter von Freude und Behaglichkeit zu verbreiten. Man spricht nicht von dem Mut einer„unehelichen" Mutter, die bereit ist, ihr Kind gegen eine Welt zu verteidigen. Man spricht aber von dem, der fin Kriege die meisten Menschen tötete, und nennt ihn mutig. Man spricht von dem Boxer, der feinen Gegner am besten Knockout schlagen kann, und nennt ihn einen Helden... Laßt uns den Mut in die Herzen unsrer Kinder pflanzen als erstes Gesetz: Mut zum Leben, zur Arbeit, zur Gemeinschaft, Mut zum Kampfe für unsere Ziele. Doch laßt uns frei werden von der' Gedankenkette des Spießers: Mut— männliche Eigenschaft— Helden— Krieg—! Das Schaukelpferd. Bon Siegfried von Vegesack. Mein Vetter Leopold ist der größte Kinder- freund, de« man sich denken kann. Wohin er kommt, erobert er die kleinen Kinderherzen im Sturm, und nichts macht ihm größere Freude, als Kindern eine lussige Neberraschung zu bereiten. Mein Vetter ist sehr dünn und sehr lang, so daß es für die Kinder ein besonderes Vergnügen ist, auf seinem Rücken durchs Zimmer zu reiten, oder sich wie Kletten an seine langen Beine zu hängen und so durch die Lüft zu sausen. Am schönsten ist es aber, wenn mein Vetter sich irgend einen Spaß ansdenkt und die Kinder damit überrascht. So wollte er einmal einen guten Freund betuchen, dessen Kinder ganz besonders für ihn schwärmten. Das Mädchen öffnet ihm. ha sieht er im halbbunklen Vorzimmer ein kleines Schaukelpferd stehen, setzt sich darauf, gibt dem Mädchen ein Zeichen, sie möchte die Saaltür ösftlen,— verwundert öffnet das Mädchen die Flügeltür,— und mein baumlanger Vetter kommt, sein Hütchen neckisch schwingend, mit „Hallo! Hallo!" auf dem kleinen Schaukelpferd in den hellerlenchteten Saal munter hineingeritten., Totenstille schlägt ihm entgegen. Völlig entgeisterte, wildsremde Gesichter einer feierlichen Abendgesellschaft starren den vergnügten bauutlangen Reitersmann von allen Seiten mit eisigem Beftemden an, und entsetzt bemerkt mein Vetter, daß er sich in dev Wohnung versehe« und in eine ganz unbekannte Wohnung geraten war. Panikartig dreht er sein Roß um lmd verschwindet im Dunkel. ES wurde ihm nicht Wohler zu Mute, als er späte« erfuhr, daß er eine»ach dem Begräbnis versammelten Trauergesellschast mit seinem Ritt so„ befremdet hatte. Mein Vetter Leopold betritt nur noch mit Herzklopfen jene- HauS, und auf Schaukele Pferde pflegt er- sich nur noch ungern zu setzen« 00000000000000000000000030000 Das Licht vom Himmel läßt sich nicht versprengen, noch läßt der Sonnenaufgang sich verhängen mit Purpurmänteln oder dunklen Kutten;/ den Albiensern folgen die Hussiten und zahlten blutig heim, was jene litten; nach HuS und 2iSa kommen Luther, Hutten, die dreißig Jahre, die Cevennenftreiter, die Stürmer der Bastille, und so Wester. Lenau. 00090000000300000000000000000 Künstlerin Spinne. „Altweibersommer" sagen wir, wenn feine Fäden in Wald und Feld schweben, wenn jnnge Spinnen auf ihren ersten Ausflügen vom Nest sich in die weite Welt wagen, auf GraS oder Hecken landen und munter über Blüten und Stengel hin- und herlaufen. Dann werden ihre seidenen Schifslein vom Lufthauch in fliegende, lange Fäden ausgezogen. Ihre große Feinheit macht diese Fäden nur sichtbar, wenn fie von der Sonne beschienen werden. „Weber und Wanderer." Es soll hier ausdrücklich hervorgehoben werden, daß di« Spinnen in unseren Häusern und Gärten Glieder einer Familie sind, in der man zwei Gruppen unterscheidet, die Weber und die Wanderer, und daß sie nach Größe und Form, Farbe und Lebensart die größte Mannigfaltigkeit aufweisen. Bon diesen wollten wir nur die Weber hervorheben, welche verstehen, Netze herzustellen und Nester zu bauen. Merkwürdig ist, wie sie ihre Spinnkunst den äußeren Umständen anzupaffen vermögen. Zeitweise kann man das Wort von den„garstigen" Spinnen hören, und vielleicht hat mancher schon den Kinderreim gesprochen: „Webe, Spinne, nicht bei mir! Fort, du Langbein, fort von hier!" Die Bauten der Spinnen sind wahre Kunstwerke. Das Werkzeug, deffen sie sich bei der Herstellung der Netze oder Nester bedienen, lind der Fuß und das Material hiezu, eine flüssige .Spinnseide, wird in eigenen Drüsen, den sogenannten Spinndrüsen, erzeugt und durch dazu bestimmte. Kanäle, die Spinnröhren, an die Luft befördert! worauf sie zu feinen Fäden erhärten. -Die Füße sind mit starken,kammartigeuKlauen versehen und mit einer äußerst feinen Tastempfindung begabt. Sie bilden nicht nur treff- kicke Spinnwerkzeuge, sondern werden auch beim Fassen der Bente benötigt und sehr oft zur Säuberung gebraucht, denn die Spinne hält .ihren Körper und ihr Haus sehr sauber- Das Spinnen. Beim Spinnen spielt der Fuß die wichtigste Rolle. Stets leitet die Spinne ihre Fäden»mit dem wunderbar empfindlichen, kammartigen Instrument, in das der Friß ausläuft. Mit -feiner Hilfe zieht sie die Fäden ein und macht fie straff. Die Klaue der Radspinne besteht aus drei hornigen, gezähnten Kämmen. Einer davon, die Vor- und Afterklaue, ist beträchtlich kleiner als die anderen und hat drei Zähne, während die größeren Kammklauen 15 oder 16 haben. Außerdem haben viele Spinnen noch ein bis drei Paar Hilfsflauen, eine Art von gezähnten Borsten, die sich nach den Klauen zu bewegen können. Auf diese Weise»fetzen fie den Daumen und befähigen die Spinne zum festen Faffen ihrer Fäden. Vermittel» ihrer Klauen kann sich die Spinne an ihren allerseinsten Fäden aufhängen. Ebenso erleichtern fie ihr da» Aufsteigen, wenn ihr Faden rasch eingezogen und unter ihr wie ein loser Setdenball zusammengerollt wird. Di« Spinnröhren, aus denen die Sridenfädrn hervorkommen, liegen dicht am äußersten Ende deK. Hinterleibes. Sie sind hier zu den sogenannten Spinnwarzen vereinigt. Diesem Spinnapparate verdankt die Spinne ihren Namen und Ruhm. Die Kreuzspinne hat sechs Spinnwarzen mit etwa 686 Röhren. Durch Muskeln können die Warzen von der Spinne bei der Ausübung der Spinntätigkeit willkürlich bewegt werden. Wir können drei Arten von Drüsen unterscheiden, die je nach ihrer Bestimmung verschiedene Seide liefern. Zuweilen »zeugt fi, ein freies, luftigeS Gewebe, ein ««dermal liefert sie zchere Tröpfchen zur Her stellung des Netzes. Gilt es aber, ein ins Retz geratenes Insekt zu stssrln, muß fie dicke Fäden verwenden. In der Zeit der Fortpflanzung werden goldene Fäden»zeugt und zu Schutzdecken für die Eier gewoben. Für die Anlegung ihres Netzes wählt die Spinne solche Stellen aus, die zur Erlangung der zum Lebensunterhalt nötigen Beute am geeignetsten sind, so z. B. die Ufer ruhig fließend» Gewässer, di« Grenzmauern zwischen Felder«, die Weißdorn«, Brombeer- und Rosenhecken und endlich das Waffer selbst. Zunächst webt die Spinne einen Berfuchsfaden. Vom Lufchauch wird deffen loses Ende an einen Stamm oder Zweig geweht. Dabei spielt rin fleiner Streifen flrbriger Seide am Ende die Rolle eines winzigen Fallschirmes. Dieser Faden bildet die Grundlage de« Netzes. Den losen Teil des Fadens zieht die Spinne mit den Borderfüßen rin und spannt den Faden straff an. Hierauf bringt fie in verschiedenen Richtungen Stützfäden an, damit der Faden dem Wind, Tau und Regen oder dem Anprall der Insekten standhalten kann. Nicht immer laßt die Spinne den Versuchsfaden durch den Wind yerankern. Zuweilen kriecht sie über Büsche, schleppt dabei ihre Fäden mit und verankert von Zeit zu Zeit die Grundlage des Netzes mittels ihrer Spinnmaschine. Sind die Grundfäden gut und recht angelegt, so verbindet die Spinne die Umfaffungsfäden durch einen diagonal gespannten Faden, von deffen Mittelpunkt sie dann die Neuen Fäden wie die Speichen eines Rades zieht. Bon der Nabe ihres vielspeichigen Rades aus verstreicht sie nun ihr Gerüst mit konzentrischen Ringen, die im Mittelfeld das eigentliche Zentralnetz, die Wart«, bilden. Zuletzt setzt die Spinne, am äußeren Umhang des Netzes beginnend, deffen wichtigsten Teil, eine flrbrige Spirale, ein, die die Beute festleimen soll. Beim Weben eines vollen Randnetzes leimt eine Spinn« mehr als 1666 flrbrige Fäden an die Radspeichen. Dabei arbeitet fie so geschickt, daß das ganze Netz in einer Stunde fertig ist. Das gefährlich« Netz. Die gummiartige Maffe haftet an den Flügeln und den Beine» der Insekten, di« sich in das Netz verirren, und hält dir Gefangenen fest, bis die blutdürstige Netzstellerin aus ihrem Versteck hervoreilt und die Beute feffelt. Eilig hüllt fie die Gefangenen in ein seidene- Leichentuch und bringt das wehrlose Opfer als sichere Beute in chr.„Speisezimmer". Motten bilden für hungrige Spinnen eine sehr annehmbare Mahlzeit, und ihre Ueberreste, zerzauste Flügel und dergleichen, sieht man oft außen am Netz hängen, während im Sommer zahlreiche Käf», Schmetterlinge und Wegen ein« leichte Beute der Spinne werden. Zuweilen, z. B. bei andauerndem Regenwetter, versagen die Nahrungsquellen der Spinn«. Dann fitzt die Weberin tage-, ja wochenlang geduldig und gleichmütig in ihrem Versteck und erwartet „ohne Klage" den Anbruch befferer Tage. In Zeiten des Ueberfluffes jedoch legen vorfichtige Spinnen etwas von dem Vorrat für künftige Zeiten zurück. Das erbeutete Insekt wird zu diesem Zweck mit flockiger. Seide umschnürt und umsponnen, um für schlechte Zeiten aufbewahrt zu werden. Bei der Anlegung des Netzes lassen sich jene Spinnen, die in der Dunkelheit arbeiten, nicht vom Gesichts-, sondern allein bom Tastsinn leiten. Dieser ist bei den Spinnen außerordentlich entwickelt. Hauptorgan« des Taststnnes sind die fünfgliedrigen sogenannten Kiefertaper, die, verkürzen Beinen gleich, an die Mundteile gefügt sind, l Sie entsprechen deck Fühlern der Insekten und j dienen mit den Borderfüßen zusammen al» Fühler. Die Taster des Weibchens find mit einer Klane versehen und unt«rscheiden sich wesentlich von jenen des Männchens, welche ein sonderbar keulenförmiges Auslösungen der Rätsel aus der vorigen Nummer: Silbenrätsel. 1. Diamant; 2. Jnbien; 8. Ebro; 4. Wegerich; 5. Atlas; ,6. Hagebutte; 7. Rüssel; 8. Handlet; 9. Elfenbein; 10. Imme; 11. Tiber; 12. Jnowrazjlaw; 13. Stafette; 14. Erker; 15. Invalide; 16. Nikolau»; 17. Senft-liberg; 18. Efeu; 19. Lieferant; 20. Teleobjektiv; 21. Euterpe; 22. Notar; 23. Koboid; 24. Regatta; 25.«lgäü; 26, Übet. 1'—„Die Wahrheit ist Sin selten Kraut, noch seltner, wer«S M Verdaut.",