3h 1- 4®« UnterOaltttNoe&eilQiie. 19®ö. Vergilbte GGanbvlütter der Austtz. Wir sehen täglich, daß unsre Strafjustiz noch immer nichts mit der Gerechtigkeit ge- mein hat, weil ihr Auftraggeber, der heutige Staat, die fundamentalen Erkenntnisse der marxistischen Soziologie ignoriert. Nach dem ehernen Gesetze der Entwicklung wird sich natürlich auch einmal in der Justiz die Wahrheit durchsetzen, daß Verbrechen und Vergehen im Zusammenhänge mit den sozialen Verhältnissen stehen und in erster Linie danach gewertet tverden müssen. Der Zeitpunkt hängt vom Siege der sozialistischen Gemeinschaftsidee ab. Dann tmrd aus der Justiz endlich das tverden, tyas zu sein sie bisher unberechtigt vorgab. nämlich ein Organ der sozialen Gerechtigkeit. Eine von der Geschichtsschreibung der berrschendrn Klasie mit Vorliebe gepflegte Lüge ist die, daß im Gegensatz zu unserer beutigen Justiz die des söge,kannten Mittelalters besonders grausam getvesen sei. Nun steht es fest, daß unsre modernen Kreuzvcr- böre, die Gerichtsverfahren, der Strafvollzug in Gefängnissen und Zuchthäusern an Grausamkeit nichts zu wünschen übrig lasten, ja daß sie im Geistigen und Seelischen noch grausamer sind als früher, und daß schon allein die Tatsache einer, unverhohlenen Klassenjustiz ein nicht zu überbietender Makel ist. Und wenn wir'uns an die lächerliche Willkür der Historiker halten, die das Mittelalter bis zum Beginne der Reformation rechnen, sehen wir, daß im Mittelalter selbst die Justiz nicht ohne Gerechtigkeits- gesWhl war. Der weltliche und der geistliche M>el wußte sich allerdings wie überall, so auch hier- Bevorzugungen zu verschaffen, aber immerhin war die Justiz nicht wirklichkeitsfremd. sondern stand in einem gewissen Zusammenhanae mit den sozialen Einsichten jener Zeit. Erst als die Fürsten zu absoluter Macht erstarkten und gleichzcitg in dem Kampfe zivischrn der zerfallenden katholischen und den nengewordenen evangelischen Kirchen das Pfaffentum seinen finsteren Zrlotengeist politisch ungehemmt auszuwirken begann, erst dann wurde die Justiz barbarisch. Sie entfernte sich mehr und mehr von den Einsichten, die Philosophie und Gesellschaftskritik gewannen, Wurde willkürliches Machtmittel in den Händen der herrschenden Oberschicht. Die Stimme des Volkes, die von einem instinktiven Gcrech- Von 9an4 Otto Henei. tigkeitsgefühl aufgerufen wird, wurde am grünen Tische überhört. und die Justiz zu einem Instrumente der Rache und der Ab« schreckung. Erst nach dem Mittelalter, also nach dem Einsetzen jener Kultur, die von der heute herrschenden Klaffe als ein durch sic gewordenes Werk in Anspruch genommen wird, beginnt die gefühllose Grausamkeit-in der Justiz. Man soll ihr diesen traurigen Ruhm lassen, denn sie wird an ihm zugrundegehen, aber man soll ihr entgegentreten, wenn sie ihre eigne ungeheure Schande mit der Herabsetzung früherer Epochen zu verdecken sucht. Die Justiz der letzten 400 Jahre, also der Z-it nach dem Mittelalter, hat mit dem Rechtsbewußtsein des Volkes nichts mehr zu tun, ist ein gelehrt verbrämter und kirchlich beschönigter Strom furchtbarer Barbarei, und die wenigen Beispiele, die man hier auf engem Raume.anführen kann, sind lediglich bezeugende Stichproben. Man soll dabei das eine nicht vergesten, daß die christlichen Kirchen— die katholische sowohl als die evangelische— der Justiz bei ihren Scheußlichkeiten nicht etwa hindernd in die Arme fielen, sondern ihr helfend assistierten, ja häufig sogar bei der Normierung von Verbrechen und Strafe maßgebend waren. Als das entsetzlichste muß man Wohl die juristisch motivierte Ermordung unschuldiger oder verführter Kinder ansehen. Zu Hanau wurde 1681„ein Mägdlein von ohngefehr vierzehn Jahren, so verschiedeUe Feuer angelegt.... verurtheilet, und selbigen erstlich der Kopf abgehauen und hernach verbrannt". Als 1749 die frommen Herren' zu Regensburg wieder einmal, wie oft vor- nikd nachher, eine der Hexerei verdächtigte Frau öffentlich verbrannten, begnügten sie sich nicht damit, sondern„einem unschuldigen 8jährigen Mägdgen, welches diese Zauderey auch schon gelernet hab«! sollte, öffnete man die Adern, daß es sich zum Tode bluten mußte". Und in der Breslauer Gegend mordete man 1732 sogar öffentlich einen Säugling, weil er die Frucht einer Blutschande zwischen Vater.und Tochter war. Die Eltern mußten vor ihrer eigenen Hinrichtung erst noch anfehen, wie dem Kinde „öffentlich an der Gerichtsstatt beim Scheitrr- Hauffen die Adern geöffnet, als aber das arme Kind nicht ersterben konnte, vermutlich, da die 2lderu kvegen Zärtlichket(Zartheit) nicht recht kunten getroffen werde«, und sich in seinem Blut mit erbärmlichen Winseln und Weinen lange hernnüveltzele, hat endlich... der Nach-Richter mit seinem Schwerdt dem armen Kind durch das Hältz« lein fahren und dasselbe also tödteir müssen. Im Berlin des frommen Friedrich Wikhelms I. voit Preußen bestrafte Man den Jude» Hirsch, weil er einige königliche Lakaien beleidigt hatte, mit öffentlicher Auspeitschung. Weil ihkn der Schmerz ,Hroße Flüche und schwehre Gottes-Lästerungen" entpreßte, wurde ein neues Urteil gefällt, nach dem er„allhier vor der Stadt auf der gewöhnlichen Richt-Stätte solchergestalt hingerichtet tvorden, daß ihm zuvor die Zllnge aus dem Halse geschnitten, solche 3n«al aufs Maul gesclrlagcn, und er darauf an den Galgen, die Zunge aber an seine linke Schulter ge'hencket tvorden". Gotteslästerungen, von Juden verübt, lvaren bei der Justiz so unbeliebt, daß sie sogar an Toten noch gerächt wurden. Vielleicht wurden die. selben auch ost erdichtet, um die nnvernünf- tige Menge zu einem Pogrom aufzustacheln, worauf folgender Bericht aus Celle-(1699) schließen läßt:„Nachdem die Hochfiirstliche Regierung vernommen, daß der Jnd Ionas Meyer, indem er gestern gehenket worden, so erschröcklich'Gott gelästert hat, ist selbiger heut wider(vom Galgen) heruntergenonnuen, und abermohls vor das Halß-Gericht geschleppt worden, allwo ihm das Urtheil von neuem gesprochen, daß ihm die Zung sott« auß dem Rachen geschnitten, und auff dem öffentlichen Marckt verbrandt. das Aas aber seines Cörpers bey den Füssen durch die Statt nach dem Galgen geschleisst, und daselbst bey lan)- den Füssen, und ein Hund neben ihn, auffgehangen werden... Bey seiner Außschleppung ficng der Pöbel an, mit Steinen und Erden denen Juden die Fenster einzuwerffen." Ein Bauer, der vielleicht Hans Sachsens Fastnachtsspiel vom Kälberbrütcn gesehen oder wahrscheinlich ein etwas dummes Experinient versuchen wollte, wurde 1724 in der Gegend von Thorn öffentlich verbräunt, weil er nichts anderes verbrochen, als ,/ruf Storch- und Gänfe-Eyer gesessen." Mörder wurden 1628. im deutschen Böhmen„Hingericht, Niehmen aus ihnen ge- — 2— schnitten, mit glüenden Zangen gerissen, die Finger und Zehen abgoschnitten, gespießt, geviercheikt und gerädert". Die hohen Herren hatten dann die Gewißheit, daß der Berur- teilte wirklich tot war. Aber im deutschen Mecklenburg richtete man noch 1698 einen Mörder und Brandstifter nicht, weniger barbarisch: ,Lhm wurde anfänglich mit tzlüenden Zangm das Feiste aus dem Leibe gerissen, das Herz unibs Maul geschlagen, »nd hernacher geviertheilt. Die Stucker (Stücken) seynd an der Heer-Strassen auff- gestecket worden." Die Geistlichkeit sgh zwar mit verschränkten Armen zu, wenn Fürsten und Adel den gemeinen Mann zu Tode quälten, aber wenn dieser aus Verzweiflung Hand an Ach selber legte, verfiel er dem von der Kirche gelenkten Armen der Justiz. Noch 1786 berichtet man aus Oesterreich von einem jungen Selbstmörder,„der sich hier vor kurzem erschoß, hat das Gericht zum Fenster hinuntevwerfen, auf den Schinderkarren legen, und auf den Anger hinaus«: schleifen lassen".. Die Geburt eines unehelichen Kindes, bei den geistlichen und weltlichen Mächtigen häufig und sekbswerständlich, wurde dem niederen Volke als«in verabscheuungswürdiges Verbrechen hingestellt und zog neben kirchlichen und weltlichen Ehrenstrafen auch die soziale Aechtung nach sich. Die uneheliche Mutter aus dem Volke wurde also mit der drohenden Geißel untilgbarer Schande häufig jwtn Kindesmorde getrieben. Aber dieser Zwang durch die gesellschaftlichen Anschauungen wurde bei der Strafzumessung nicht berücksichtigt. Die Todesstrafe traf sie unerbittlich, meist unter den grausamsten Begleitumständen. Im Jahre 1665 noch wurden sie„mit dem Pfahl hingerichtet, das Hertz aus dem Leib gerissen und verbrandt, und(die Tote!) zum Spectacul gerad aufs ihren Füsien stehend mit dicken.Ketten Veste gemacht". In Halle lvurde eine Kindesmörderin 1723„nach eingeholten Urtheil uiid Recht gesäcket und ersäuffet." In Holstein um 1730 nach dem Henken am Galgen „nach ihrem Tode entblösset auf einer Horde durch die Stadt aeschleiffet". Wenn es nicht eine grundlose Beleidigung der Tiere enthielte, würde man die Mischung von kirch- Ichem Ritus Und Justiz, der diese bedauernswerten Opfer der Gesellschaft ausgesetzt wurden, viehisch nennen. Sie war leider nur ru menschlich. Man sehe das an dem folgenden Fall, der sich 1686 zu Celle ereignete: „Bor einigen Tagen wurde.die bekandte Kindmörderin justisiciret(gerichtet), dieselbe lamentierte und schrye Ach und Weh über demjenigen, so sie zu solcher Tat verleitet, und forderte ihn vor Gottes Gerichte. Als nun der Scharfrichter die Todesfurcht an ihr gewahr wurde, sprach er ihr kräftig zu, sie möchte ihr(sich) nur Zeit nehmen, ihr Ge- bät zu verrichten, er wolte sie nicht über- eylen, welches sie trauet«, und ihr Gebät fortsetzte. Ehe sichs aber jemand versähe, schlug er ihr den Kopf im Gehen so glücklich herunter, welches wunderlich anzusehen war. Und schiene es gleichsam, als wenn der Leib selber darüber erstannete, und nicht wußte, wie ihm geschähe, indem er noch eine gute Weile ohne Kopfs bestehn blieb, ehe er zur Erden siel, und sprützete in solchen Stehen Has Blut gleich einer Kunst-Wassernöhre oben heraus. Endlich fiel er rücklings gantz steiff zur Erden, und ward von ihren unibsteben- den Freunden begraben." i Dem deutschen Kaiser Joseph II., dein Sohn der Maria Theresia, mochte mit dem Herannahen des 19. Jahrhunderts das Wahlen, Rädern, Hängen, Verbrennen und Vierteilen nicht mehr ganz zeitgemäß erscheinen. Er führte als härteste AbÄhreckungs-. strafe das Schiffziehen an der Dona» ein. Die Verurteilten mußten, am Ufer wandernd, die schweren Transportschiffe die Donau auf- und abwärtsziehen. Sie trugen vom.Hals herniederhängend Ketten, die an den Füßen anaeschlosscn wurden, nächtigten nachts meistem Freien und'bekamen täglich 4 Kreuzer zur Beköstigung, ausreichend für Wasser und Brot. Sie brauchten di« Strafen meist nicht voll abzubüßen, da sie häufig vorher starben. Joseph II. war den Klerikern und Juristen verhaßt, weil sie fürchteten, daß seine Milderung der Justiz ihre Autorität untergrabe. Aber wie sah diese Milde aus? Zn Graz hatte 1786 ein Wahnsinniger sechs Menschen unigebracht und ihre Herzen gegessen in der abergläubischen Meinung, er würde dadurch Glück im Spiele bekommen, sich unsichtbar machen und verborgene Schätze entdecken können. Rach dem Gerichtsurte1 sollte er lebend mit glühenden Zangen gezw'ckt und drei Riemen aus seiner Haut geschnitten, danach sollte er enthauptet und schließlich Herbstlled eines Chinesen. Bon Hofs mann v. Fallersleben. Wir sind nicht reif? Das ist das Lied, das sie gesungen haben Jahrhundert« lang uns armen Weisenknaben, womit sie uns noch immer beschwichten, des Volkes Hoffen immer vernichten, den Sinn der Bessern immer betören und uns're Zukunft immer zerstören. Wir sind nicht reif? Reif sind wir immer, reif zum Glück auf Erden, wir sollen glücklicher und besser werden. R«if sind wir, nns'r« Leiden zu klagen, reis sind wir, euch nicht mehr zu«rlragen, reif, für di« Freiheit alles zu wagen. 56 Millionen Lichtjahre.. Es war lange ein« Streitfrage der Astronomen, ob das Weltall mit der Milchstraße sein Ende erreicht, das heißt, ob alle am Himmel sichtbaren Objekte— Stern«, Sternhaufen, Spiralnebel und Nahglflecke— zum System der Milchstraße gehören, oder ob es in den Tiefen des Weltraums noch mehrer« solcher Milchstraßensysteme gibt. In den letzten Jahren ist man aber zu der Udberzeugung gekommen, daß die zweit« Auffasiung zu Recht besteht. Unser Milchstraßensystem bildet nach dieser Auffassung nur ein« kleine Insel in einer Unendlichkeit gleichartiger Weltsysteme. So hat der Gedanke des Astronomen Lambert recht behalten, der schon 1760 das Bild eines unendlichen Universums mit einer Vielzahl von„Milchstraßen" entwarf, die sich zu einem System höherer Ordnung vereinigen, das mit anderen gleichen Systemen lvieder ein System dritter Ordnung bildet und so fort. Die Ausgabe war nun,^diesc fremden Weiten zu entdecken. Den älteren Astronomen mit ihren primitiven Instrumenten war das nicht möglich; denn nur durch di« stärksten, vollkommensten Instrumente üud subtilsten Rechnungsund Beobachtungsmethoden läßt sich entscheiden, ob ein Nebelfleck in Milchstraßen-Hutser- nung steht oder tve>it außerhalb dieses Systems seine unendlichen Kreise zieht. Unmittelbare Beobachtung mit Fernrohr und Spektral verbrannt werden. Der Kaiser mildert« diese Strafe dahin ab,„daß der Verbrecher drei Tage auf der Schaubühne ausgesetzt, nachher auf beiden Backen gebrandmarkt, und 3 Tage nach einander jedesmal 100 Prügel bekommen sollte. Wenn er diese Strafe überlebte, alsdann soll er auf seine übrigen Lebenslage kreuzweise geschloffen, in«in unterirdisches Loch gesteckt, und jährlich nur einmal heransgezogen werden, um 100 Brügel zu erhalten." Und von dieser zweifelhaften Art sind viele„Milderungen" getvesen, die in den letzten hundert Jahren in der Justiz eingeführt wurden^ In Wirklichkeit ist sie immer noch grausamer als die Justiz.des Mittelalters. Nominell wurde die Folter adge- schafft, aber in unser» Strafanstalten brechen immer noch.Häftlinge zusammen, geistig und häufig auch körperlich—' unter Verhältnissen, die nichts anderes als Folter sind. Noch gibt- es in Deutschland einen Strafvollzug, der einer langsamen Todesstrafe gleichkommt, noch gibt es Verurteilte, die von dem Spruche im Gerichtssaale bis zu ihrer Todesmistute das• unfaßbare Grauen durchmachen müssen, das eine zur bestimmten Stunde festgelegte legale'Ermordung ihnen auserlegt. apparat, Photographie und Analogieschlüsse mußten zusannnenarbeiten,»m hier einigermaßen feste Ergebnisse zu gewinnen. Schön lange waren dem Astronomen die Spiralnebel verdächtige Objekte, von denen man annahm, daß sic. unserer Welt gleichende Systeme sestzu. Man kann sagen, daß diese Annahme jetzt so gut wie bewiesen ist. In der Tat handelt cs sich bei den Spiralnebeln, von denen man jetzt mindestens eine Million kennt, »in Weltsysteme weit außerhalb unseres Milchstraßensystems. Eine ganz ausführliche und zuverlässige Untersuchung über dieses Problem ist kürzlich von dem schwedischen Astronomen Knut Lündmark veröffentlicht Word«», der auf verschiedenen Wegen übereinstimmende Werte für die Entfernung einiger der größten und lichtstarkste» Rebel gefunden hat. Sie übertreffen weit die Ausmaße unsere» eigenen Weltsystems Di« Entfernung des schon dem bloßen Auge als veoivaschener Fleck sichtbaren Spiralnebels in der Andromeda z. B. schätz! Lundmark auf«ine bis anderthalb Millionen Lichtjahre(zu je etwa 18 Millionen Kilometer). Ein Rebel im Triangel hat ungefähr den gleichen Abstand, ein drittes, kugelförmiges, teleskopisches Objekt ist 8 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Den Rekord hält aber ein bekannter Rebel in der Jungfrau, der wegen des eigentümlichen dunVlen Randes, der ihn umgibt, und der uns einen Teil des spiralförmigen Kernes verbirgt, ost abgebildct wird Rach Lundmark beträgt die Entfernung dieses Nebels von uns nicht tveniger als 68 Millionen Lichtjahre, der Durchmeffer des Nebels 100.000 Lichtjahre,, und seine Gesamtmasse ist dreißig- milliaxdemnäl so groß wie die Connenmassr. Zu solchen unfaßbaren Entfernungen war die astronomische Forschung bisher nicht einmal annähernd gekommen; eine Distanz von etwa 700.000 Lichtjahren galt noch vor kurzem als die äußerste Grenze, bis zu der die Forschung den unendlichen Weltenraunr visuell und rechnerisch zu durchdringen vermochte. Die Größenvcrhältnisse dieser fremde» Welt stimmen aber nach der Schätzung Lund- rnarks mit der unseres eigenen System, eben dem unserer Milchstraße, überein. Und auch die Entfernung entspricht den Fordernngen, die ' der Mathematiker Charlier im Anschluß an die Hypothese von Lambert ausgestellt hat. 8 Die Vdllofophie des Landstreichers. Bon Paul Keller. Unlängst habe ich ritten jungen Menschen kennen gelernt, der ja eigentlich nur«in gewöhnlicher Vagabund und Bettelmann war, der aber durch di« Bewußcheit, mit der.«r seine sozial« Gesinnung bestätigte, und durch di« Konsequenz mit der er sie durchfährt«, sich doch weit über das Niveau bloßen Landstreichertums erhob und in die Welt praktischer Lrbensphilöfophie hineinragte. ■„Ich besitze nichts," sagte dieser Mann, „und ich arbeite nichts. Ich leg« eine Ehr« darein, di««inzig«, die ich besitze, den Beweis zu «rbringen, daß man dennoch leben kann." Ich lächelte ahnungsvoll. „O nein," wehrte der Mann ab.„Unter diesen Worten ist nicht zu verstehen, daß ich betrüge und stehle. Ich will nicht sagen, daß moralische Bedenken mich davon■ abda len, wohl aber meine Faulheit und meine Aengstlich» feit; Ich scheu« nichts so sehr wie di« Betätigung, vor alleni wenn sie nut Aufregung verbünde»! ist,»ind ich fürchte nichts so sehr wie die Unfreiheit, am meisten aber di« Gefängnisse." „So erbetteln Sie sich Ihr Geld?" watf ich «in.„Rur leuchtet mir nicht«in, inwiefern diese Art de« Existtlizsristuug Ihrer Sehnsucht nacy Bequemlichkeit sonderlich entgegen kommen könnte. Si« müssen an Hunderten von Türen poche», müssen treppauf und treppab gehen, und wieviel Tage wird Ihr Arbeitskalender aufzuweisen haben, die nur überaus dürftige Erträge liefern." „Keiney einzigen," sagte der Mann fast begeistert,„der mir nicht das gebracht hätte, was ich von ihm fordert«. Ich weiß Wohl, es gibt Bettler, di« das Betteln als Beschäftiauna auffassen, die einen zuweilen gar nicht so uneinbringlichen Beruf daraus machen. Was sind das für knittrige Gesellen! Wie verbürgerlicht sind sie, wie angefressen von Kairfmannsgrstnnung! Was haben die noch mit der herrlichen Vagabundage zu tun! Mein« Rechnung ist einfach und nüchtern:'"Ich brauche tagsüber eine Tasse Morgenkaffee, eine Schussel Mittagessen,«in paar Aberzdbrotstullen und«in Nachtlager. DaS Nachtlager und den Kaffee beziehe ich von den Herbergen. Ich brauch« dafür R> und 5 Pfennig: sind 40 Pfennig. Das sind aber auch die einzige» Ge dmittel, die ich benötig«. Es ist ein« Kleinigkeit, diesen Betrag zusämmenzubekommen; Selten nimmt»»ich sein Erwerb länger als höchstens zwei Stunden in Anspruch, oft nur eine halbe. Ist er in meiiien Händen, so ist der Hauptteil meines Tagewerks vollbracht. Ich denke dann nicht mehr daran, einen Pfennig Geld von «inem Menschen zu verlangen. Ich brauche«S nicht. Es nützt mir nichts. Ich habe kein Interesse an ihm. Ich gehe dann spazieren. Ich bummele herum. Ich trödele. Bis zur Mittagszeit. Dann lasse ich mich beköstigen. Ist es schon gar nicht so mühselig, eine k eine Summe Geldes geschenkt zu bekomm«», so ist«s noch viel leichter, zu einem Teller Essen zu gelangen. Auch das Abendbrot»nacht mir keine Sorge. Ich habe für die Menschen nicht viel übrig. Ich halt« sie für die lächerliche»» Clowns ihrer eingebildeten u»»d anhrosfler:«»» Bedürfniss«, für die verknöcherten Knechte ihres. Geizes in großen Dingen. Aber ich muß ihnen zugute halten, daß sie" in den k einen Dingen, die ich von ihnen begehre, gar nicht so knauserig sind. Bon ihrer Bereitwilligkeit, eine Schüssel Supp» und ein beschmiertes Brot zu verschenken, kann eine Armee von Bettlern leben." „Sie müssen essen, was Si« bekommen", sagte ich.„Sie..müssen mit dem Bett vorlieb nehmen, das Ihnen, angewiesen, wird. Wie kläglich ist es um Ihr« so gerühmt« Freiheit bestellt, wenn Si« nicht einmal di« Freiheit der Entschließung in bezug aus die Wahl Ihrer Nahrung und Ihres Nachtlagers besitzen." ,-Jch esse, um satt zu»verden, und schlafe, um ausgeruht zu sein", erwidert« der se-'tsam« Mann. ,Zch bin in diesen Dingen nicht verwöhnt. Si« interessieren mich nicht. Aber be- denken Si«, was ich«krsiausche: Unendliche Freiheit... Befreit sein v n Taufenden, Zehntausenden von Sorgen, die de« Bürger drücken: von der Sorge, die Steuern, die Miet«, das Licht, die Heizung, di« Gehälter, daS Telephon nicht zahlen zu können, von der. Sorge, im Geschäft etwas nicht richtig zu machen, di« Gunst des Chefs oder die der Kundschaft zu verscherzen, bei den Kollegen in Mißkredit zu geraten, ausgesperrt oder bestrebt zu werden, keine neu« Stelle zu finden, sich von der Konkurrenz erdrücken fassen zu müssen. Mein Tag ist frei. Er gehört mir ganz-allein. Ich habe immer Ferien. Ich bin iinmer auf Urlaub. Ich muß nie ins Geschäft, habe nie Brief« zu schreiben, habe kein« Pflichten zu ersiillen, keine Aufgaben zu bewäl. tigen, brauche mich um nichts zu kümmern. Ist der Gedanke nicht herrfich, keinen Beruf zu haben, an Bnreauftunden nicht gebunden zu sein, von früh bis abends träge sein zu können! Ich hi» auch an keinen Raum gebunden. Herbergen und Uebcrbleibsel vom Mittagessen gibt's überall in Europa." „Aber Ihre Sonderwünsche", sagt« ich. „Sic wollen nie ein Buch lesen, nie in ein Kino gehen, nie ein Glas Bier trinken?". -„Gelegentlich", sagte der Bettler gering-, schätzig.„Dann bettele ich eben einmal zwei oder drei Stunde»» länger. Aber nur ganz selten scheint es nrir von Vorteil zu jein, di« Mühe, die ich für den Erwerb des Geldes anfbringen muß, gegen solch ein Vergnüge»» einzutauschen. Darin ist ja eben»nein Fanatismus für die Loegelöstheit von aller» Bindungerk^degründet, daß ich mir keine Arbeit denken kann, derer» Erträgnis so lustbereitend ist, wie die Mühe unlnftbereitend ist, di« für sie ausgebracht tverden muß. Es ist schöner, sich in einer großen Wohnung als in einer Höhle aujzuhalten. Aber ich halte cs für vernünftiger, in einer Höhle zu Haufen, als sich mit den Lasten zu beschweren, di« mit dem Erwerb und der Erhaltung einer großen Wohnnng verbunden sind. Da wird irgendeine große Maschine gebaut.» Um die Maschine bauen zu können, müsien andere, kleinere Maschinen in Betrieb genommen werden, die di« Bestandteile der großen Maschine liefern. Die große Maschine und die kleinen.müsien in Häusern stehen, deren Rohstoff mit Hilfe von Maschinen zubereitet wird, zu deren Herstellung andere Maschinen benötigt werden, die in Häusern stehen. Um der großen und um der kleinen Maschinen willen müssen Hunderte von Konto- büchern geführt werden, die unter Benutzung von Maschinen hergestellt werden, für di« i Häuser rrötig sind. Wo fängt das an? Wo hört dos'auf? Die große Maschine aber löst lediglich die Aufgabe, Millionen von Druckknöpfen pro. Tag auszuspeien Ich verzichte aus die Druckknöpfe und befreie damit Tausende von Maurern, Tapezierern, Zimmerleuten, Fabrikarbeitern und Bureauangcstelller» auL der Oede ihrer dunklen Zimmer, aus ihrer Geschäftigkeit und Hast heraus, in die Weite des Lichts, in Muße und Beschaulichkeit." Ich mußte di« Unterhaltung abbrechen. Mich ries dl« Arbeit. D» Brtt«lmann lächelt«. D, würde er erst erfahren haben, daß eS Käuze gibt, di« die Gedankengänge von Philosophen seines Schlages zu Papier bringen, patt sich ihrer zu bedienen, er würde aus dem Kopfe schütteln nicht herauSkomm««. Bei den Vvgmaen von Neuguinea. Di« Untersuchungen, die man über We Pygmäen(Zwergvölker)«»gestellt hat, haben ergeben, daß sie in früheren Zeiten in den ver-, schiebensten Gegenden vor gekommen sein müsien.! Auf Sizilien und Sardinien hat man Spuren» von ihnen gefunden, und zu Beginn dieses Jahrhunderts wurden bei Schaffhausen Skelett«! ausgegraben, die nach Ansicht der Gelehrten» von europäischen Pygmäen aus dem Neolithikum (jüngere Steinzeit) herrührten. Desgleichen fand» man nicht nur in Afrika, sondern auch in Asien: und Ozeanien Zeugnisse dieser merkwürdigen^ Menschen. Schon im Jahr« 1010 hatte«ine von t der British Ornithologists Union ausgesandte, Expedition in Holländisch-Neu-Guinea Pygmäen j entdeckt, sich aber nicht näher damit öefaßt, da sie zu Studien der Bogelwxlt ins Land gekommen war. Holländische Forscher haben neuerdings das Gebiet durchstreift und entwerfen von ihren!' Erlebnissen in holländischen Blättern einen anschaulichen Bericht. Si« wären zur Untersuchung der Bodenschätze in«in« B?rggegend gekommen,, und bezogen an einer Waldlichtung ihr- Lager, j Es wehte eine frische Höteniust, di« die Reisen-| den zwang, während der Nacht ein großes Feuer■ zu unterhalten! Di« schwarzen Träger schliefe»-, am Rand eines Bergbaches; sie suchten»nehr«IS sonst die Nähe der weißen Führer ans; offensichtlich empsanden sie Unruhe. .Mitten in der Nacht," so heißt es in den» Bericht des Führers der Expedition,„wachte ich plötzlich auf und sah in den Blättern des Bau-' mes, unter dem ich schlief, ein schwarzes Gesicht teuflisch grinsen; im Widerschein des brennenden! Feuers schien eS mir wie ein abscheuliches Gespenst. Ich glaubte geträumt zu haben, uztd-lagte mich auf die ander« Seite, um wieder«inzu- schäfen. Da plötzlich fuhr ncben mir ein Pfeil in den Boden. Augenblicklich erhob ich mich, um zu sehen, was«s gäbe, als ich auch schon einen Kameraden rufen hört«:;,Hinüber auf di« andere Seit« des Baches! Die Bäume sind voller Affen; sie wollen angr«ifen!" Wir folgten diesem Rat. Bald bemerkten wir, daß wir es mit Pygmäen zu tun hatten, und während wir den Tag erwarteten, hielten wir Kriegsrat', wie wir uns gegen diese Angreifer verteidigen sollten. ES wurde hell. Zu Dutzenden, dann zu Hunderten sahen wir die keinen Wesen von den Bäumen herabklettern und- sich uns nähern, wobei sie durch Gebärden zu erkennen gaben, daß sie nicht» Böses im Schilde führten. Sie waren außerordentlich kein von Gestalt. Die Längsten unter ihnen maßen höchstens 1.20 Meter. Ihr Körper war mit langen Haaren bedeckt, was meine» Kameraden zur Annahme verleitet hatte, es mit Affen zu tun zu haben. Wir tauschten Höflich- fetten aus, gaben unseren neuen Freunden eiw Morgenkon^rt und vrr'ahen sie mit Tabak, einer Schachtel Streichhölzer und einigen anderen Kleinigkeiten, wovon sie sichtlich entzückt waren. Man unterhielt sich mir Zeichen und 'Gebärden so gut es ging, und schließ ich luden UNS' di« Zlverg« ein, sie in ihrem Dorf zu besuchen. Wir gingen mit und fielen von einem Entzücken ins andere. Wir befanden uns plötzlich in einer Gegend außergewöhnlicher Schönheit. Herrliche Vög.l inir leuchtendem Gesieder sangen in den Zweigen; einige Arten davon waren un» noch völlig unbekannt. Dann mußten wir durch das Gebiet-eines schwarzen Stammes marschi«» — 4— Kn, der>m Gegensatz zu unseren Gastkreunde» anS wahren Riesen bestand. Unser Trupp macht« Halt. Eine Pygmäengrsandrschaft sprach bet b'in Haupt inq d«S Stamme- vor, bei dem offensicht, lich dem Kannibalismus gehuldigt wurde, Und erwirkt« von ihm freies Geleit für unS. Schließ- lich kamen wir in daS Pygmäendorf. Auf dem Platz vor der Hütte des Häuptlings, die. wie die übrigen Behausungen der Zwerge, sehr niedrig War, wälzten sich Schweine im Sch amm. Zu unserer Verwunderung bekamen wir unter dem herbeiströmenden Volk keine. einzig« Frau zu Gesicht. Wir erkundigien uns nach dem Grund «nd erführen, daß die Frauen in den Hütten Waren, und daß es.ihnen, verboten ist, fremde Männer zu sehen. Wir blieben mehrere Tage als Gäst« bei den Zwergen und wurden aufs freundlichst« behandelt. Beim Abschied überhäufte man uns mit Geschenken. Aus die Frage «ach ihrer Herkunft antworteten uns die Pygmäen, daß sie seit vielen Jahr«, in dieser Gegend wobnten, und bah sie aus einem Sonnenland mit vieleu Füssen dorthin gekommen feien." Der glücklichste Lag ihres Lebens. Eine englische Zeitschrift bringt auf Grund eitler Umfrag« und früheKr Aeußerungen von hervorragenden Männern rin« Zusammenstellung, welchen Tag die Männer für den iglücklichsten Tag ihres Lebens halten. Recht charakteristisch für Bernard Shaw ist di« Antwort. die er der Zeitung gab. Sie lautet«: „Wenn der glücklichst« Tag meines Lebens, bereits der Vergangenheit angehören tvürde, dann würde cs sehr schlimm bestellt lein Ich bin davon fest überzeugt, daß mir dieser Tag noch bevorstcht und hoffe, daß ich ihn vielleicht noch erleben werde" Tolstoi hat einmal darauf hingewiesen, daß.er einen besonders bemerkenswerten glücklichen Tag nicht gehabt Me.„Ich glaube." fügt er hinzu,,„daß der ^wnsch den Tag als seinen glücklichste» bezeichnen kann, an dem er sein« geistige Aufklärung oder seine seelische Erhebung verspürt." Auch diese Acußerung ist für Tolstoi bezeichnend. Gabriele d'Annunzio hat es sich nicht nehmen lassen, als den glücklichsten Tag seines Lebens ein politisches Ereignis zu bezeichnen, nämlich den Tag, an dem Italien siegreich aus dem Weltkriege hervorging. Der berühmte Gelehrte Rutherford, dem es zuerst gelang, ein Atom zu zertrümmern, erklärt«, daß, di« Möglichkeit, in das Innere brr Materie ein-' zudringen, etwas so Erhabenes für ihn gewesen sei, daß er in diesem Augenblick wohl das größte Glücksgesühl empfunden habe, wenn man überhaupt imstande sei, die Größe des Glücksgefühls abzumessen. Rutherford ist der Anschauung, daß ein Mensch nicht die Möglichkeit besitze, rückblickend uns viel« Jahr« den Augenblick zu erfassen oder innerlich festzulegen, an dem er sich am glücklichsten gefühlt habe. Glück habe di« VdsoNdere und wunderbare Eigenschaft, daß der Mensch immer glaube, in dem Augenblicke am glücklichsten zu sein, tvenn er sich überhaupt glücklich fühle. Man kann also dann von dem größten Glück sprechen, wenn man tatsächlich aus diesem Augenblick des Glücksgefühls di« llebcrz..igung gewinnt, daß es sich auch um ein würdige» Objekt gehandelt habe. Nach dieser sehr feinen philosophischen Definition erklärte er dälln, daß der würdigst« Augenblick, in dem er sich glücklicb fühlte, der gewesen 7er, als er znm ersten Mal« ein Heliumatom zu zertrümmern vermochte. Lloyd George erwidert« recht melancholisch:„Welches der glücklichste Tag meines Lebens gewesen ist, weiß ich nicht- Vielleicht ist es der Tag meiner Geburt gewesen, vielleicht der Tag meiner Loder." Dostojewski soll nach einer Mitteilung der Zeitschrift einmal«in« Aeußerung getan haben, daß der Mensch im Leben überhaupt nicht«inen glücklichsten Tag haben könne, sondern nur einen verhältnismäßig wenig unglücklichen Tag. Glücklich sei der Mensch erst— darin trifft er mit Lloyd Gevi.gr überein— wenn , er das Leben- überwunden habe. zitiertet. Ein Baum, der verschiedene Frücht« trägt. Der Baum, her die merkwürdige Eigenschaft besitzt, zu gleicher Zeit verschiedenartige Frücht« hervorbringen zu, können, gehört zu den im südlichen Europa vorkommenden Bäumen der Gattung Citrus, zu der auch die Orangen- und Zitronenbäume zählen, und ist also mit diesen nahe vertvandt. Kommt es nun zur Frnchtreife, so kann man von diesem Baum, den die Botaniker als sogenannten„Bizarrie" bezeichnen, zum Teil Orangen, zum anderen Teil Zitronen und gleichzeitig auch Limonen ernten. Oder er trägt Frücht«, deren Inneres teils" als Orangen und teils als Zitronen ausgebildet ist. In selteneren Fällen hat man aber auch an diesen Bäumen Frücht« be- öbachtet, die zu gleicher Zeit die Merkmale von fünf anderen ihnen verwandten Fruchtarten ausweisen, jener saueren Orangen und Zitronen, die der Italiener Agrumi nennt. Auf welche Weise diese ungleichartigen Früchte entstehen, hat sich bis jetzt noch nicht mit Sicherheit feststellen lassen obwohl man annehmen kann, daß die Fruchtbildung in diesem Fall« durch Vermischung mit anderen Arten erfolgt«. Außer den genannten Bizorrien gibt cs indes auch andere Bäum«, di« gleichzeitig Orangen und Zitronen tragen. Auch sie dürften ihre Entstehung einer Kreuzung zwischen Orangen- und Zitronenbaum verdanken. Eine Geschichte des Lössels. Unter dem Tit«l„Alte englische Silberlöffel"- hat ein englischer Löfselsanunler Norma» Gask ein« Geschichte des englischen Löffels veröffentliche, die. bis in die frühesten Zeiten zurückrcicht. Der Verfasser sucht nächzuweiien, daß schon der heilige Dunstan, der Erzbischof von Canterbury, eine Fabrik zu Glastonbury unterhielt, in der goldene und silberne Löfiel ängefertigt wurden. Auch'König Alfred der Große soll persönlich Modelle für Silberlöffel entworfen haben. Der älteste erhaltene Silberlöffel ist der sogenannte„Krönungslöffel", der sich im Tower befindet. Gask besitzt selbst die größt« Sammlung alter englischer Löffel, di« bisher zusammengebracht wurde.£00 berühmte Beispiele der Löfselkunst sind abgebildet Wie hoch solche Stücke bezahlt werden, zeigt ein« kürzlich erfolgt« Versteigerung bei Christus, auf der ein silberner Äffel deS 1ö. Jahrhunderts für 2100 Mark zugeschlagen wurde AuS der Geschichte des Gummis. Sir Henry Wickham, der Vater des Plantagengummis, erzählte dieser Tage in der Londoner Presse die Geschichte^ der Entstehung der malayischen Gumniipflanzunge«. Er ist der Mann, der vor 50 Jahren di« ersten Gummi- baumsaMen' aus den Wäldern des Amazonenstroms nach den malahiichen Staaten bracht«. Er mußte etwa 70 000 Samen, die er mit Hilfe von Eingeborenen gesammelt hatte, auf Schmuggelwegen an Bord bringen, da die Ausfuhr streng verboten war. Bon diesem Schmuggeltransport stammt die ganze^jetzige Gummiindustrie auf den südostindischen Inseln mit einem Kapital von etwa 100 Millionen Pfund Sterling. festere*. „Gut gebrüllt!" Ein bayrisches Bäuerlein fahrt zur Stadt, sein« Frau hat chm ein« Menge Aufträge und Einkäufe zur Erledigung anvertraut. Zunächst besorgt sich Freund Bachhuber«inen gehörigen Rausch. Infolgedessen gerät er— statt in den Kolonialwarenladen — in das nebenan liegende Bezirksamt, und zwar stolpert er in das Bureau des Herrn OberamtmanneS. Statt sich zu entfchuldiaen, fragt er so recht dämlich:„Was wird denn hier eigentlich verkauft?" Aergerlich überdes,Be- trnnkenen Benehmens/ erwidert der Amtmann:„Schafsköpfe!" Hierauf sagt das Bäuerlein bedächtig:^Donnerwetter! Hier muß das Geschäft gut gehen, daß nur ein einziger, übrig geblieben ist." Friede aus Erde». Ein Jndustricbaron zieht Weihnachten di« Bilanz. Er sagt zu seiner Frau: ,-Unser Vermögen dürfte während des Krieges und nach dem Kriege auf zwanzig Millionen Goldmark angcwachjen sein," tv->r auf sie erwidert:„Wenn alle so tüchtig gewesen wären, könnt« die Menschheit jetzt wirklich sagen: Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen." Das Brrkrhrsproblem.„Es ist nicht genug Platz für die Automobile vorhanden! Die Bürgersteige müssen entfernt werden!"— „Und was soll aus den Fußgängern werden?" —„Sehr einfach! Sie sollen sich ein Auto kaufen!" Der Portier kommt die Miere«inkassieren. Das klein« Trudchcn öffnet:„Die Mama bpt vergessen, das Geld rauszulegen."—„So, woher weißt du das?"—„Tos hat sie mir gesagt, ehe sie wegging." Silbenrätsel. ä al ang ar be beich ca chi dein den der du e« eng er geus ho ho irr is k«r land li licht ling lek an« na na nei nie nik no no nu oh ra ra ra reu ri schier stan ße da te t« tech ten ter to tos tri tri u Wald Win.—> Aus' diesen Silben bilde man 24 Wörter folgender Bedeutung: 1. Kaufmännische Gewickts- bezeichnung; 2. Vogel; 3. altgriechischer Könige 4. Schweizer Konton: 5. Längemnaß; 8. männlicher Vorname; 7. Giftpflanze; 8. Erscheinung in sumpfigen Gegenden; 9. Mehlspeise; 10. bekanntes RechtschveibÄmch; 11. Stadt in Schlesien; 12. biblischer Volksstamm; 13. Stadt in Ostasien; 14. Wagnerische Opevnfitzur; 15. Inbegriff der künstlerischen Tätigkeit und Hand- fertiBeit; 16. Stobt in Preußen: 17 Lperx 18. europäisches Königreich; 19. rheinische- Gebirge; 20 religiös« katholisch« Handlung; 21, Fluß in China; 22. musikalisches Zeichen; 28. Beruf; 24. Fluß in Italien. Di« ersten und dritten Buchstaben dicker Wörter nacheinander von oben nach unt«n gelesen ergeben ein merkenswertes Zitat. Auflösungen der Rätsel aus der vorigen Nummer: Kreuzworträtsel. W a g r e ch t: 1. Met; 3. Ole; 6. Ur; 8. Ar; 9. Ate; 11. prell; 13. Mai; 15. Ob; 17. Li; 18. Gad; 19. Sen; 20. Ur; 22. Od; 23. Hut; 24. Lampe.— Senkrechte 1. Mut; 2. er; 4. la; 5. E"z; 7. Staat; 9. Arm; 10. Eli; 12. Mogul: 14. Linde; 16. Bar; 17. Leo; 21. Rum; 23. Ha.