Ma Feierabe Feierabe W Nr. 50. Hinterhaltungsbeilage. Klein Tobrah. Bon Rudyard Kipling. Mit befondever Erlaubnis dem neu| sogleich die Geschichte des Diebstahls ausführerschienenen prächtigen Buche von lich erzählen ließ. Rudyard Kipling: Dunkles Indien", Verlag von Baul List, Leipzig, entnommen.. Ha!" rief der Engländer, jodann dreimal hintereinander. Möglich auch, daß er einen stärkeren Ausdruck gebrauchte. Sted ihn ins Netz und nimm ihn mit nach Hause." Der Kopf des kleinen Gefangenen reichte nicht einmal bis zur Anklagebant," berichteten in einen Karven geworfen und nach dem So wurde denn Klein Tobrah in einem Neß die Zeitungen; viel mehr stand nicht darin, denn wen hätte der Fall eingehend interes Hause des Engländers gefahren; er zweifelte siert? Man kümmerte sich um Leben und Tod keinen Augenblick, daß er dort wie ein Klein Tobrahs so wenig, wie um das Schick- Schwein abgestochen werden sollte. Aber der Klein Tobrahs so wenig, wie um das Schick- Engländer fagte nur wie vorhin dreimal fat eines Strohhalms. Die Herren im roten Hause faßen den ganDie Herren im roten Hause saßen den gan- Ha!" und fügte gleich darauf hinzu:„ Nasses zen, langen, heißen Nachmittag hindurch über Getreide! Pfui Teufel. Man füttere den kleiihn zu Gericht, und wenn sie eine Frage an nen Bettler! Wir wollen einen Reitburfhen ihn richteten, verbeugte er sich nur bis zur aus ihm machen. Nasses Getreide! So was! Es schreit zum Himmel." Erde und wimmerte. Das Urteil lautete auf Freispruch aus Mangel an Beweisen, und der Richter beftätigte es. Die Leiche der Schwester Klein Tobrahs war allerdings auf dem Grunde des Brunnens gefunden worden, und Klein Tobrah war zu jener Zeit das einzige menschliche Geschöpf auf eine halbe Meile im Um Treis gewesen, der als Täter in Betracht kommen konnte, aber immerhin schien es nicht unmöglich, daß das Mädchen durch Zufall berunglückt war. Deshalb wurde Klein Tobrah freigesprohen, und man sagte ihm, daß er nunmehr gehen könne, wohin er wolle. Das klang sehr großmütig, war es aber nicht, denn wohin hätte Klein Tobvah gehen sollen? Er hatte nichts zu essen und nichts anzuziehen. Er trollte sich hinaus auf den umzäunten Hofplatz, setzte sich auf den Brunnenrand und dachte darüber nach, ob ein Sturz in das schwarze Wasser da unten, nebst darauffolgendem unfreiwilligen Tauchen eine gewaltsame Reise über ein anderes, noch schwärzeres und wesentlich größeres Gewässer nach sich ziehen würde, da kam ein Stallknecht des Weges und legte einen leeren Futterbeutel auf die Steine. Slein Tobrah war sehr hungrig und klaubte daher die wenigen feuchten Körner heraus, die das Pferd übrig gelassen hatte. D, du Dieb, du! Und eben erst den Schrecken des Gerichts entronnen!" sagte der Stallfnecht. Komm her, Bursche!"- Er nahm Klein Tobrah am Ohr und führte ihn zu einem dicken, großen Engländer, der sich Erstatte Bericht über dich!" befahl der Oberstallknecht würdevoll, nachdem Klein Tobrah die ihm vorgesetzte Mahlzeit verschlungen hatte, und während die Dienerschaft in ihrem Quartier hinter dem Hause der Ruhe pflegte. Du scheinst nicht der Zunft der Bereiter und Pferdepfleger anzugehören, trotzdem dein Appetit dafür spricht. Was hast du mit dem Gericht zu tun gehabt und warum? Heraus mit der Sprache, kleiner Teufelssprößling!" Ich hab nicht genug zu effen gehabt," sagte Klein Tobrah ruhig. Hier aber ist alles prachtvoll." Mach keine Umtschweife!" mahnte der Oberstallknecht, sonst mußt du den Stall des großen Fuchshengstes auspuken, und das Luder beißt wie ein Ramel." Wir sind Telis Delpresser" berichtete Klein Tobrah und scharrte dabei mit den Zehen in dem Sand.„ Wir waren alle Telis, mein Vater, meine Mutter, mein vier Jahre älterer Bruder und die Schwester." 1926. und die Mutter daran gestorben. Nur wir sind übrig geblieben: mein Bruder, der damals zwölf Jahre alt war und meine Schwester, die nicht mehr hat sehen können, und der Ochse und die Delpresse. Nach und nach haben wir es fertig gebracht, wieder Del Kornhändler, hat uns beim Geschäft betrogen zu pressen wie früher. Aber Surjun Das, der und dann war der Ochs immer so widerspen stig. Wir haben ihm Ringelblumen für die Götter auf den Nacken gelegt und auch auf den großen Mahlbalken unterm Dach, aber wir haben trotzdemt nichts verdient. Surjun Das war ein harter Mann." ,, Bapri- bap!" murrten die Frauen der Pferdeknechte, ein Kind so zu betrügen! Aber wir fennen sie ja, diese Bunnialeute!" ,, Die Presse war schon alt," fuhr der Kleine fort, und wir hatten nicht viel Kraft, mein Bruder und ich. Und wir konnten auch nie den Balken im Bügel festmachen." ,, Das glaub ich gern," fiel die aufgedonnerte Gattin des Oberstallknechts redselig ein und trat in den Kreis.„ Das ist eine Arbeit für kräftige Männer. Als ich noch nicht verheiratet war und im Haus meines Vaters-" ,, Still, Weib!" befahl der Oberstallknecht. Fahr fort, Bursche!" ,, No, weiter nichts!" sagte Klein Tobrah. Nur, eines Tages ich weiß nicht mehr wann da hat der große Balken das Dach beruntergeriffen. Mit dem Dach ist ein großer Teil der auswand eingefallen und dent Och sen auf den Rücken. Es hat ihm das Kreuz abgeschlagen. Wir hatten dann weder Haus mehr, noch die Presse, und auch den Ochsen nicht mehr mein Bruder und ich und die Schwester, die blind war.- Wir sind weis nend fortgezogen, Hand in Hand, quer über die Felder und hatten nur sieben Ananas und sechs Pies Geld. Dann sind wir in ein Land gekommen, da war Hungersnot. Ich ,, Dieselbe, ja!" bestätigte Klein Tobrah weiß nicht mehr, wie das Land geheißen hat. ernst. ,, Dieselbe, die tot im Brunnen gefun- Eines Nachts, als wir schliefen, hat meit den wurde. Einmal ich weiß nicht mehr wann ist eine Krankheit in unser Dorf gekommen, wo die Delpresse gestanden hat. Die Schwester hat es zuerst befallen und, als sie aufstand, hatte sie das Augenlicht verforen. Denn es war mata die Blatternkrankheit gewesen. Dann sind mein Vater ,, Dieselbe, die man tot im Brunnen gefunden hat?" fragte einer der Leute, der von der Verhandlung gehört hatte. Bruder die fünf Ananas, die wir noch hatten, genommen und ist davon. Ich weiß nicht, wohin er gelaufen ist. Der Fluch meines Vaters fomme über ihn. Ich und meine Schwester sind in die umliegenden Dörfer betteln gegangen, aber niemand hat uns etwas gegeben: Immer hats geheißen: ,, Geht - 2- zu den Engländern, die werden euch etwas «den."— Ich hab nicht gewußt, was Engländer sind; ich hab nur einmal sagen hören, sie seien weih und lebten in Zelten. Wir^ind dann weiter gezogen, so inS Un- gewiss« hinein, aber mein« Schwester und ich hatten nichts mehr zu essen.— Einmal, in einer heißen Nacht, da sind wir an einen Brunnen gekommen, und sie hat geweint und nach Brot geschrien. Da hab ich ihr gesagt, sie solle sich an den Rand setzen, und dann hab ich sie hiimntergestohen.— Sie hat ja nicht sehen können. Es ist besser so zu sterben, als zu verhungern." „Ai, Ai,"— jammerten die Weiber im Chor;„er hat sie hinunteraestohen! Es ist besser zu sterben, als zu verhungern!" „Ick hab mich auch hinunterstürzen wollen, aber sie war noch nicht tot und hat vom Grund des Brunnens nach mir geschrien und da hab ich mich gefürchtet und bin davongelaufen.— Und dann ist einer aus den Stoppelfeldern herausgekommen und hat gesagt, ich hätte sie getötet und den Brunnen verunreimgt— und sie haben mich vor einen Engländer gebracht— er war weiß und furchtbar— und dann hierher. Ader gesehen hat niemand, daß ich es getan habe, und es ist doch besser zu sterben als zu verhungern. Und dann war sie ja ein Kind und bat nicht sehen können." „War nur ein Kind und hat nickt sehen können," wiederholte die Frau deS Oberstallknechts..„Aber tvaS bitt du denn? Bist schwach wie ein Huhn und klein wie ein eintagaltes Füllen. Was bist denn du?" „Ich? Ich hab«inen leeren Magen gehabt, aber jetzt, jetzt bin ich— satt," sagte Klein Tobrah und streckte sich im Sand aus.„Schlafen mocht ich jetzig Di« Frau breitete eine Decke über Klein Tobrah und schlief den Schlaf des Gerechten. Wiegenlied des Negersklaven. Stirb, schwarzes Würmchen, stirb schnell, «he der Master dich steht und seinen Hausring dir durch di« Ohrläppchen bohrt, und seinen Namen heiß dir in die Schulter glüht. Stirb, schivarzes Würmchen, stirb schnell, ehe der Master dich sieht. Der elektrische Stuhl. Bon Michael Gold, New Aork. In diesem Raum öffnet sich leine Bresche der Sonne oder dem Himmel zu; hier gibt es keine Fenster. Der Raum gleicht dem feuchten, von Ratten wimmelnden Kellerloch eines verödeten Bauernhauses. Einer, der von draußen kommt, vermeint hier zn ersticken. Ja, es stinkt hier, stinkt nach Mord. Dies ist der Raum des elek- 1 rischen Stühle-. Unter der mächtigen Lampe säubern zwei Männernden Stuhl; der eine Mann ist dick, der andere dünn. Sie plaudern leise und lässig miteinander— find Elektriker, haben in ihrer Tasche das Mitgliedsbuch ihrer Gewerkschaft. „Der linke. Zünder ist fast ausgebrannt," spricht der dicke Mann. „Ja, ich werde ihn später ersetzen. Gib mir rin Stück Kautabak," erwidert der Dünn«. Die Männer sind geschulte Lakaien des elektrischen Stuhles, Knecht« des Königs Mord, de- Beherrschers der Republik. Allwöchentlich einmal müssen sie den elektrischen Stuhl untersuchen, ob auch alles in Ordnung sei. Das Gesetz gebietet diese wöchentliche Untersuchung. Der Stuhl muß immer in Ordnung, e r mutz rein und fleckenlos sein wie das Schwert eines Engels; so will es das Gesetz. Dieser Stuhl ist der wichtigste Gegenstand in der ganzen Republik, ist der Eckstein unserer Demokratie. Er schützt den Privatbesitz und das Heim. Miete, Zinsen un- Profit sind seine Kinder. Ohne ihn könnt« John D. Rockeseller nicht jeden Tag friedlich Golf spielen, noch könnte Herr Morgan in seinem Bureau arbeüen und «in« von Hypotheken zu Boden gedrückt« Welt erobern. Existierte dieser Stuhl nicht, es gäbe überhaupt keinen Staat. Und wie könnten ohne ihn die vornehmen Damen für den Feminismus wirken, in Limousinen fahren, im Rizhotel Tee trinken? Gott bedarf dieses Stuhles, Gott und di« Kirchen und die Tammany Hall; er schützt den Wahlzettel des Freigelassenen. Der Bischof Manning hat diesen Stuhl gesegnet; er ist heilig wie«ine Dollarnote. Wäre der Stuhl nicht, die Schulgebäude könnten nicht di« amerikanische Flagge hissen und in den Klassenzimmern könnten di« Kinder nicht unterrichtet werden. Wäre der Stuhl nicht, es gäbe keine hold errötenden Jungfrauen. Ich brauche den Stuhl, du brauchst ch«, wir all« brauchen ihn. Begreift ihr denn nicht, datz er die Feste der Reichen gegen di« Armen darstellt, Ri« sterben reiche Männer auf diesem Stuhl. Putzt ihn gut, dicker und dünner Mann; er ist notwendig. Wo sst das nächst« Opfer? Noch ist das Verbrechen nicht begangen, und das Opfer wird erst in sechs Monaten sterben; doch mutz der Stuhl bereit stehen. Heute durchwandert er di« Straßen mit seinen Kameraden, der junge Arbeiter. Er singt, ist voll Bier und toller Lustigkeit, der übermütige junge Arbeiter. Er schritt dem Auto Scherzivorte nach, er wirft hübschen Mädchen, denen er begegnet, herausfordernde Blicke zu. Er zieht tief in die Lungen die kühl«, köstliche Nachtluft ein. Ach, es sst gut, jung und hitzig zu sein, wie ein junger Hund! Einer der Kameraden spielt auf der Harmonika, und der jung« Arbeiter tanzt im Takt auf dem Bürgersteig dahin. Das ist sein Komet, sein Slum auf dem Ko- ■ meten. Hier wurde er geschaffen zur Lust, zur Leidenschaft, zum Mord und zyr Armut. Die Lichter, das Treiben-er Straße, der Schmutz, der Lärm, der ungeheure purpurne Himmel: all dies ist seine Stadt. Zum Teufel mit den Polizisten! Es ist Samstagabend, o junger Arbeiter! Und dennoch ist er es, der eines Tages auf dem elektrischen Stuhl sitzen wird. D«r dicke und der dünne Mann werden ihn bedienen, den Regeln ihrer Gewerkschaft zufolge. Blaue Flammen werden ihm in die Ohren kreischen, er wird schreien, sich unter dem letzten Alpdruck krümmen und winden, der jung« Arbeiter. „Die Umschalter müssen geölt iverden," spricht der dünne Mann gelassen und spuckt den Kautabak in den Spucknapf. „Ja. Hat eigentlich die Glocke schon Mittag geläutet? Ich bin hungrig," sagt der dicke Mann. Nein, nein, reiche Menschen sterben nicht auf dem elektrischen Stuhl; er wurde für den jungen Arbeiter aufgestellt. Gasquellen. An vielen Stellen unserer Erdkruste finden sich unter mehr o-er minder großem Druck eingeschloffene GaSlager, die bei Anbohrung mächtige Fontänen emporsenden. In früheren Zeiten, als man mit diesen Boten aus der Tiefe noch nichts anzufangen wußte, ließ man die Schätze unbeachtet, die diese Quellen boten. Heute geht man sorgsam damit um und namentlich in den Bereinigten Staaten ist eine große Industrie damit beschäftigt, diese Quellen zu entdecken, zu erbohren und in Fernleitung über das Land zu verteilen Gegenwärtig hat Amerika über 100.000 Kilometer Naturgas-Fernleitungen. Die Menge des jährlich verbrauchten Naturgases beträgt etwa 50 Milliarden Kubikmeter, während das FabrikgaS nur etwa 10 Milliarden Kubikmeter auSmacht. Naturgas Wick hauptsächlich von-er Industrie verbraucht, Fabrikgas in den Haushaltungen. Der Preis für Naturgas beträgt etwa S Pfennig pro Kubikmeter, während daS FabrikgaS etwa 12 Pfennig kostet. Der Großhandelspreis für Jndustriegas, also bei Lieferung an große Verbraucher, betrug 1925 nur 3 Pfennig. Bemerkenswert, ist, daß di«. Union ungefähr 6 Prozent des ganzen erzeugten Benzins als Nebenprodukt bei der Erdgasgewinnung erhält. In Europa sind Eckgasquellen(abgesehen von einem kleineren Vorkommen bei Hamburg) in Polen, Oesterreich, Siebenbürgen und im Banat. Polen geht gegenwärtig dazu über, diese Gasquellen unter amerikanischer Führung zu modernssieren, man gewann dort 1925 schon gegen 15000 Tonnen Benzin als Nebenprodukt: Die siebenbürgischen Quellen sind unter deutscher Beteiligung in starker Entwicklung begriffen, doch liegen keine zahlenmäßigen Angabe» vor. Edison üder die Stadt der Äukunn. Der greise Erfinder Edison, der so vi«I für den technischen Fortschritt geleistet hat, tut einest Blick in die Zukunft und schildert im„Forum Magazine", wie er sich di« Großstadt in 50 Jahren vorstellt. Zeissparende Maßnahmen werden dann noch weiter entwickelt sei» als heut«, und die Beriehrsfragen werden von dem Mathematiker gelöst werden, der den jetzigen lebende» Verkehrsschutzmann durch wiffenschaftlich arbeitende Maschinen ersetzt. In manchem wird eS den Leuten beffer gehen als heute, aber in manchem auch schlechter. So erhofft der Weise von Menlo-Park eine erstaunliche Herabsetzung der Steuern, iveil dann„bi« Städte von Sachverständigen verwaltet sein iverden", aber er fürchtet eine große Zunahme der Verbrechen. Di« Regulierung des Verkehrs erwartet er von zwei Methoden, einmal von der Anlage besonderer Straßen für di« raschen Beförderungsmittel und dann von der Unterdrückung der Straßenkreuzungen. Die Dächer, die jetzt im allgemeinen unbenutzt find, werden in Landungsstellen für Flugzeuge verwandelt Wecken, da man durch die Vervollkommnung des Helikopters imstande sein wird, senkrecht herunterzugeben. Das wird aber eine Menge neuer Unglücksfälle mit sich bringen, ohne freilich die allgemeine Verwendung des Flugzeuges auszuhalten. Edsson glaubt, daß der Lärm in den Städten der Zukunft sehr viel größer sein wird, so groß, daß die Menschen cs in diesem Höllcngetöse nur aushalten können, wenn sie so ziemlich taub wecken. Ter Verlust des Gchörs, den er voraussieht, Wick eher ein Segen als«in Hindernis für den Stadtbewohner sein. Der Erfinder spricht aus eigener Erfahrung, denn er ist fast völlig taub geworden und empfindet das durchaus nicht als störend, sondern glaubt, datz seine Nerven dadurch"gestärkt worden sind. Durch di« Verkümmerung des HörfinneS wecken nach seiner Ansicht di« anderen Sinn« ein«. bessere Ausbildung und Verschärfung erfahren. Zum Schluß macht er uns Deutschen ein besonderes Kompliment, denn er sagt, daß die Stadtverwaltung durch Sachver-3ständige sich in den Bahnen bewegen wird, die bereits in Deutschland eingeschlagen worden sind. B. Das Glanzstück der Sammlung. Von Hans Otto Henet. strich. Wenige Menschen wird es geben, die jo fana| hält es einen verbindlichen und persönlichen Antisch an ihrem Berufe hängen wie der Dr. Kochler. Aber besser spreche ich in der Vergangenheit, denn wie er mir gestern selbst erzählte, hat er feinen Beruf aufgegeben. Kochler war Jurist in einer niederen Staatsstellung. Er pflegte häufig zu sagen: Swei Dinge gibt es, die es wert sind, daß man sich den Kopf Darüber zerbreche die Juristerei und das Schachspiel. Und dann folgten meistens Vergleiche und Beweise, wie die beiden doch so viel Gemeinsames hätten. ,, Ob er Verteidiger eines Angeklagten ist oder anklagender Staatsanwalt, hat für den wasch echten Juristen wenig zu beduten. Das Wesentlichste ist, daß er die kniffliche Kunst der Gefeyesauslegung mit allen Schikanen versteht und dadurch beweist, daß er ein Mann von Geist ist. Ueberhaupt ist für ihn der Angeklagte und sein Schicksal nebensächlich. Die Anklage selbst ist es, die der Justiz erst den Boden gibt. Sie ist das Schachbrett, und auf ihr schieben Anflagevertre der und Verteidiger die Paragraphen als Figuren hin und her. Hier, bei diesem Spiel, tann der gewiegte Jurist seine Tüftelnabe und seinen Wis leuchten lassen." Stochter war in allen Strafrechtstheorien zu Hause. Wenn er nicht gerade Schach spielte, konnte er sich stundenlang über Besserungs- oder Abschreckungsmethode verbreiten, zitierte er un erichöpflich von Justinian bis Wulffen. Eine glänzende Karriere stand ihm bevor. Sicherlich wäre er bald Staatsanwalt und sonst noch was geworden. Und auf diese Karriere hat er kurzerhand verzichtet. Was sage ich: Verzichtet? Hingeschmissen hat er sie, hingeschmissen wie eine halb aufgerauchte Zigarette. Gestern traf ich ihn nach längerer Zeit wie der im Café. Schachpartie gefällig? Ein Wun der geschieht. Dr. Kochler, der begeisterte Schachspieler, der sich sonst um die Ehre gerauft hat, mit mir, dem Meister, zu spielen, lehnt ab. Er werde überhaupt nie mehr Schachspielen, das erinnere ihn zu sehr an seinen früheren Beruf, den Justizdienst. Neues Erstaunen meinerfeits. „ Ja," sagte er,„ ich verkaufe jest Schreibmaschi nen, und wenn Sie Bedarf haben sollten-?" Er fände, daß dieses Geschäft bedeutend anständiger sei als das Jonglieren mit Gesezespara graphen. Nun mußte er natürlich erzählen. Sie werden wiffen, begann er, daß der Staat Jeinen Juristen, bevor er sie auf den Bürger los läßt, Gelegenheit gibt, alle Zweige der Justiz pflege fennen zu lernen. Bitte, lächeln Sie ruhig über die Großsprecherei der letzten Worte. Sie hat den Vorzug, ein amtlicher Ausdruck zu sein. In Verfolg dieser Bestimmung- lächeln Sie doch, lieber Freund, auch dieses Wort ist amtlich kam ich vor vier Wochen mit noch einigen anderen Herren nach M. Wir sollten uns dort das nach modernen Brinzipien neu eingerichtete Gefängnis ansehen. Das Gefängnis untersteht einem Staatsanwalt, der uns liebenswürdig und follegial empfing. Selbstverständlich wurden, wie immer unter Akademikern, erst die persönlichen Beziehungen erörtert: Wo haben Sie studiert, Bei welcher Verbindung waren Sie aktiv? und ähnliches. Das Ganze ist zwar dienstlich, aber dank dem Korpsgeist, von dem die weitaus größere Menge Juristen beseelt ist, erschweres Geld an die reichen Fabritsherren. Als fie uns nichts geben wollten, nahmen wir, was wir brauchten." ,, Sehen Sie," antwortete der Staatsanwalt, ,, Sie haben sich also gegen die Geseze vergangen und sind mit Recht bestraft worden." Ja, gibt mir denn das Gesetz nur das Recht, zu berhungern, nicht aber das, meinen Hunger zu stillen?" rief der Häftling. ,, Sie sind ein auffässiger Querulant!" rief der Staatsanwalt, als wir uns schon zum Gehen wendeten. ,, Herr Staatsanwalt," rief uns der Gefangene nach ,,, geben Sie mich wenigstens acht Tage frei. Meine Frau muß in diesen Tagen niedertommen, und ich fürchte, sie geht dabei zugrunde." Bevor wir die allgemeine Besichtigung begannen, machte uns der Staatsanwalt mit einigen besonders interessanten Atten bekannt und zeigte uns dann eine Sammlung, die er sich während seiner einjährigen Amtstätigkeit im Gefängnisse angelegt hatte. Diese Sammlung, etwa zwanzig Stücke enthaltend, bestand durch- Bei seinen lezten Worten hatte der Wärter weg aus Werkzeugen, mit denen Gefangene sich schon die Türe wieder verschlossen. Wir gingen das Leben zu nehmen versucht hatten. Da waren weiter, ließen uns noch die Bibliothek, das ärzt Scherben vom Eßgeschirr, Stricke, die aus dem liche Untersuchungszimmer, den Kirchensaal und Strohsackgewebe gedreht waren, Löffelstiele, die einige andere zweckmäßige Einrichtungen zeigen, man zu verschlucken verfucht hatte, und ähnliche und gelangten schließlich wieder zu den Dienst primitive und zum Selbstmord ungenügend ge- räumen des Staatsanwaltes. Wir setzten uns eignete Gegenstände. Der Staatsanwalt erklärte um einen großen Tisch, der Staatsanwalt bot auch lächelnd, daß mit diesen Instrumenten noch Bigarren an, wir tauschten unsere Meinungen feiner das angebliche Ziel erreicht habe, sondern über das Gesehene aus und famen in ein an daß die Häftlinge mit diesen scheinbaren Selbst- geregtes Fachgespräch. In unser fast gemütliches mordversuchen nur bezweckten, in die Kranten Geplander kant der Oberwärter, der dent abteilung des Gefängnisses zu kommen, wo die Staatsanwalt die Meldung brachte, daß der Ge Soft abwechslungsreicher und die Möglichkeit, zu fangene auf Zelle 107 soeben einen scheinbar entfliehen, größer sei ernstlichen Selbstmordversuch unternommen habe, indent er sich die Pulsadern durchschnitt. Der Staatsanwalt ordnete die sofortige Herbeirufung des Gefängnisarztes an und entschuldigte sich dann, da er den Fall untersuchen müsse. Nun, wir lächelten mit dem Staatsanwalt und traten dann mit ihm den Rundgang an. In den Werkstätten und Waschküchen schauten wir bei der Arbeit zu, und in der Küche fosteten wir vom Essen, das wir für ein Gefängnis als gut und ausreichend fanden. Dann durch chritten wir die langen Korridore mit den Bellen, ließen uns die eine oder andere aufschließen und sprachen ein paar Worte mit dem oder jenen Gefangenen, der uns interessant genug erschien. Manchmal schauten wir durch die Gucklöcher, durch die man die Belle übersehen kann, ohne daß der Infaffe es bemerkt. Ich gestehe, daß es menschlich nicht besonders schön ist, eingesperrie unglückliche wie die Tiere in einem zoologischen Garten zu beobachten, aber man ist eben Jurist. Nach einer Viertelstunde kam er zurüd. ,, Er ist tot, und ich bin genötigt, ein Prototoll aufzunehmen. Es ist der Landfriedensbrecher, der Kerl, der sich vorhin so auffällig benahm. Tatsächlich hat er sich die Pulsader durchgeschnit ten und ist verblutet. Sehen Sie, auf welch raffinierte Gedanken die Brüder kommen. Von der fleinen Blechschachtel, die jeder Gefangene für feine tägliche Fettration bekommt, hat er ein Stüdchen losgebogen, hat es auf dem Zement des Fußbodens geschärft und es nun als Messer benut." Der Staatsanwalt zeigte das Stückchen Blech, an dem noch rotes, flüssiges Blut flebte, herum, holte dann aus dem Schranke die Kästen, in denen er seine Sammlung verwahrte, legte den Metallscherben behutsam hinein und sagte: „ Das erste Stüd. das Todeserfolg zu verzeichnen hat, und sicherlich das interessanteste, ja das Glanzstüc meiner Sammlung." Dann empfahl er sich uns, um das Protokoll aufzusetzen. Durch ein solches Türloch spähend, fiel mir ein Häftling besonders auf. Er trug nur Hemd und Hose ohne Hosenträger und ging ruhelos auf und ab, mit gleichmäßigen Schritten. Der auf den Boden geheftete Blid war finster und ohne jenes Sichergebenhaben, das ich an fast allen Gefangenen beobachtet hatte. Ich bat den Staatsanwalt, mir die Zelle aufschließen zu laffen. Er tat es, machte mich jedoch darauf aufmerksam, daß dieser Mensch nicht nur ein ge- ,, Am folgenden Tage" schloß der Dr. Kochler, fährliches Subjekt, ein Bandfriedensbrecher mit habe ich um meine Entlassung aus dem Justiz einer hohen Strafzeit, sondern überdies Queru- dienst nachgesucht, und seitdem habe ich auch das lant und Simulierer aller möglichen Beschwer- Schachspiel aufgegeben. Aber wenn Sie eine den sei, die darauf hinausliefen, freizukommen Schreibmaschine brauchen sollten Adreffe ist Ihnen ja bekannt." oder einen Strafaufschub zu erhalten. meine Berfilmtes Familienleben im Adlerhorft. Als wir eintraten, schaute uns der Gesangene lange wild, aber schweigend an und sagte dann: Ist das endlich die Kommission, die meinen Fall gerecht untersuchen und mich freilassen Der englische Ornithologe Knith gibt in wird?" Der Staatsanwalt verwies ihm seine einem Londoner Blatt einen anschaulichen Be Rede, die eine Beschimpfung seiner Richter entricht über seinen Versuch, das Leben in einem halte, denn die hätten ihn vollkommen rechtlich Adlerhorst zu verfilmen. Der Schauplatz dieser auf Grund der Gesezesbestimmungen wegen ungewöhnlichen Aufnahme war ein bergiges Landfriedensbruches verurteilt. Da fuhr der Ge- Terrain in Schottland, wo Knith in geringer fangene auf: Entfernung von dem Horst eines Steinadler,, Nennen Sie das gerecht? Wir hungerten mit paares seine Kamera aufstellte. Er konnte unseren Frauen und Kindern, weil wir ohne beobachten, wie die jungen Adler von der Mut Arbeit und Verdienst waren. Die Stadtverwalter gefüttert wurden. Merkwürdigerweise fümtung, an die wir uns wendeten, behauptete, nichts für uns tun zu können. Da taten wir uns zusammen und zogen hinans zu den Bauern. Die hatten in Fülle, aber sie verkauften nur für merte sich das Adlerweibchen ganz und gar nicht um den Operateur. Auf dem Film ist auch eine tragische Szene festgehalten, die sich zwischen den jungen Reftlingen, einem Männchen und einem Weibchen, abspielte, und die damit endete, daß der kleinere männliche Adler von dem Weibchen aus dem Horst geworfen und an den Felswänden zerschmettert wurde, ein Vorgang, dem bie Adlermutter gleichgültig susah. In dem Horst konnte Knith die este von zehn Gänsen, sechs Hasen und vier Kaninchen feststellen, die von dem alten Adler in den Horst geschleppt und bis auf die Federn und die Felle verspeist worden waren. Eines Tages wurde der Horst von einem Regensturm von den Felsen gerissen und blieb fallend in den Bäumen am Fuße der FelsKlippe hängen. Die kleinen Adler blieben unverleht, und Kenith froch in die Bäume herauf, um die Tiere wieder in den Horst zu sehen, ohne der Bisse zu achten, die ihm von den Tieren versetzt wurden. Als dann die Mutter zurücktehrte, nahm sie die Fütterung wieder auf, ohne sich über den veränderten Standplatz des Nestes Gedanken zu machen. Merlei. Der größte Weinstock der Welt. Dieser Weinstockriese, der im Jahre 1768 gepflanzt wurde, steht in den königlichen Gärtnereien zu HamptonCourt bei London. Seine Reben, von denen einzelne bis zu vierzehn Meter lang sind, füllen ein 15 Meter langes Gewächshaus, in dem er unterhalb des Daches auf Batten ausgebreitet wächst, fogar- freilich unter der sorgfältigsten gärtnerischen Pflege auch noch immer weiter. 4Gedanken- Splitter. Aus Hebels ,, Schaßkäftlein". Geiz und Verschwendung. Der Geizige rafft Geld und Gut zwecklos zu sammen; der Verschwender bringt es zwecklos einen unnüßen Genuß von dem Seinigen. Der Geizige hat keinen, der Verschwender hat durch. zurückkehren, sobald er will; dem Verschwender Der Geizige kann auf die goldene Mittelstraße wird es immer schwerer, je weiter er sich davon entfernt. Verschwender möchte oft, aber er tann nicht Der Geizige tann, aber er will jelten; der mehr. Der eine macht sich Feinde, der andere erwirbt sich Freunde, die schlimmer sind als Feinde. Jenen peinigt der Wunsch, immer weiter zu kommen; diesen die Neue, daß es schon so weit gekommen ist. Geiz ist die Wurzel alles Uebels; Verschwendung ist ein Baum voll bitterer Früchte. Den Geizigen verzehrt die Sorge, den Verschwender die Ausschweifung. Jenen lohnt am Ende die Furcht, diesen der Kummer. Nicht selten wird der jugendliche Verschwender noch ein geiziger Greis. Sehr oft kommt das Vermögen geiziger Sammler an verschwenderische und im eigent lichen Sinne lachende Erben. -Seiteres. Stiere und rotes Tuch. Die vielfach im Volte verbreitete Annahme, daß rote Farbe aufreizend auf Stiere wirke, scheint nach neueren Untersuchungen nicht haltbar zu sein. Nach Hempelmanns ,, Tierpsychologie" würden dreißig Simmentaler Stieren rote Tücher vorgehalten, vor ihren Augen geschwenkt, ja ihnen sogar leicht Ein bewegtes Leben. Der Angeklagte", um den Kopf geschlagen: Kein einziger von führte der Verteidiger aus ,,, tam in Kinderschuihnen wurde bei diesen Versuchen irgendwie in hen nicht vorwärts, weshalb er sich auf Petroeinen Reiz oder Erregungszustand versetzt."- leumöfen legte. Als er auch damit Pech hatte, Danach scheint das vierbeinige Rindvich immerhin intelligenter zu sein als manches zweibeinige. bereiste er die Provinz in Damenwäsche, was er aber bald aufgeben mußte. Er vertrat nun Eier, kam aber dabei nur tiefer in die Soße. Nachdem er sich vergeblich bemüht hatte, mit Klavieren auf einen grünen Zweig zu kommen, wollte er sich mit Stroh über Wasser halten. Leider mißglückte ihm auch das. Ein Freund griff ihm mit Stacheldraht unter die Arme, aber auch dieses war vergebens. Da warf er sich auf diese unglückseligen Delfarben, und das ich muß es zugeben war eine Unvorsichtigkeit, die er jetzt als Befleckter büßen soll." 11 Mädchen quietschvergnügt in die Klasse gesprungen, nimmt den Finger aus dem Munde und ruft: Liebes Fräulein, meine Mama ist trant. Ich habe einen kleinen Bruder bekommen, aber Papa meint, es wäre nicht ansteckend für Sie!" * Ede, sage mir mal: Essen wir das Fleisch des Schwierig. Du, Junge, da hinten in der Walfisches," fragte der Lehrer.„ Ja," erwiderte ter ,,, machen wir mit den Knochen?"" Wir der Schüler. ,, Und was," fragte der Lehrer wei-. legen sie auf den Tellerrand." In Woischniß steht die Fahnenweihe des Gesellenvereins bevor. Da es bei den erforderhapert, bittet eine Abordnung der fraglichen lichen Ehrenjungfrauen mit den Festkleidern Jungfrauen einen als wohltätig bekannten Kaufmann um billige Ueberlassung von weiBem Stoff. Auf die Frage des Kaufmannes, wozu denn soviel Stoff nötig sei, erfolgt die Antwort: Nu, der Herr Pfarrer hat doch gesagt, wir müßten uns als Jungfern verkleiden." * In Potsdam fragt der Leutnant den Rekruten Kohn: Sagen Sie mal, warum soll der Soldat für seinen Kaiser und für sein Vaterland sein Leben lassen?" Darauf Rohn: ,, Das frage ich mich auch!" * Die beste Kritik. Nun, wie gefällt Ihnen mein neues Stück?" fragte der Autor eine befannte junge Dame. Wundervoll"! ruft diese entzückt aus ,,, ich habe mich im Zwischenakt verlobt." -Rätsel- Ede. Silbenrätsel. Aus den Silben: a bal de del di e ein er fant ga gra ha ho ter to forb forb le le me nit nus ra ra re ri rich ru so trag u ul wun zü sind 13 Wörter zu bilden, deren Anfangsbuchstaben von oben nach unten und Endbuchstaben oon unten nach oben gelesen, ein Sprichwort ergeben( den ersten Wort ist der vorlegte und letzte Buchstabe zu entnehmen). Die zu suchenden Wörter haben folgende Bedeutung: 1. Gesteinss art, 2. Baum, 3. Lastenträger, 4. Teil des Hauses, 5. afrikanische Landschaft, 6. Vertepung, 7. etwas Unvermeidliches für die Hausfrau, 3. Tierschar, 9. asiatische Halbinsel, 10. Stadt in Der Schweiz, 11. Säugetier, 12. Planet, 13. italienischer Freiheitskämpfer.( ch= 2 Buchftaben.) * Zahlenrätsel. 1.) 1 2 3 4 5 6 7 8 9, 2.) 819 48, 3.) 31 55 456 489, 4.) 4 8 6 4, 5.) 54948, 6.) 6 4 4 8 4, 7.) 7 8 5 4, 8.) 87 54 5, 9.) 9 8164 5. Statt der Zahlen sest man Buch staben. Die wagrechten Reihen bedeuten dann: 2. Dt. Stadt, Aufbewahrungsraum, Gattin bangen Herzens den Arzt, der soeben Zuversicht. Herr Dottor," so fragt die den schwerkranken Mann untersucht hat.„ Es handelt sich doch nicht etwa um eine lebensgefährliche Operation." Beruhigend antwortet der Arzt: Gewöhnlich gelingt im vorliegenden Falle unter fünf Operationen nur eine. Aber Sie brauchen sich deshalb keine Sorgen zu machen, gnädige Frau, bei den vier letzten Operationen, 1. die ich vorgenommen habe, sind mir die Patien- 3. Schlachtort im Weltkrieg, 4. Nachlaß, ten gestorben; wir dürfen daher mit Sicherheit 5. Volksstamm, 6. Kleine Frucht, 7. Behä ter, erwarten, daß die fünfte gut verläuft." 8. alte Schriftzeichen, 9. kleiner Wasserabfluß. Die erste wagrechte Reihe von links nach rechts und die erste senkrechte Reihe, von oben nach unten gelesen, sind gleichlautend. Die unlösbare Ehe. Im Jahre 1895 hat der Herzog von Marlborough in der New Yorker Episkopalkirche die damals 17jährige Consuelo Vanderbilt geheiratet. Nach 25 Jahren beschlossen die Ehegatten, sich zu trennen. Da sie aber feine Luft hätten, die Umständlichkeiten eines Scheidungsprozesses auf sich zu nehmen, fanden sie ein einfacheres und gründlicheres Mittel, ihren Chebund aufzulösen Sie traten zum Katholizismus über und verlangten vom Diözesangericht in Southwark die Annullierung ihrer Che. Der Bischof von Southwark verschloß sich den Wünschen des Herzogs und der Milliardärstochter nicht und erklärte die Ehe für ungültig, weil Consuelo Vanderbilt vor 25 Jahren nicht aus freiem Willen, sondern, von ihrer Mutter gezwungen, den Herzog geheiratet habe. Im folgenden Jahre gingen die geschiedenen Ghegatten neue Chen ein. Jezt hat auch der geistliche Gerichtshof in Rom die ungültigkeitserkläTung der Ehe bestätigt. In den protestantischen Kreifen Englands und Ameritas erregt diese päpstliche Entscheidung großes Aufsehen. Der Bischof Manning, in dessen Kirche die Ehe scinerzeit geschlossen worden ist, gab von der Kan- Kindermund. Die Lehrerin einer Berliner zel herab seinen Erstaunen Ausdruck, daß die Mädchenschule, welche in nicht geringer Angst Katholische Kirche, die sich der Ehescheidung so vor den Pockenepidemien sich befand, nicht ihrer unnachgiebig widerseßt, eine Ehe annulliert hat, eigenen Gesundheit halber, sondern weil bei der zwei Kinder entsprossen sind und die lange einem vorkommenden Falle sämtliche SchülerinJahre hindurch von besen Gatten freiwillig nen wegbleiben könnten, bat die Kinder, sobald Silbenrätsel. 1. Anna, 2. Sahara, 3. Schuanerkannt worden ist. Bas Dogma von der jemand in der Familie krank würde, ihr davon bert, 4. Agrippa, 5. Petroleum, 6. Sturmbod, Unlösbarkeit der Ehe läßt eben mit sich veden, Mitteilung zu machen. Wenn aber die Krants 7. Hagen, 8. Antillen, 9. Besen, 10. Brillenwenn man über genügend Einfluß und Geldheit ansteckend sei, lieber gleich zu Hause zu blei- schlange, 11. Stattun, 12. Friedrich, 13. Abel. verfügt. ben. Am anderen Morgen kommt ein kleines, ach getaner Arbeit ist gut zu hn." Auflösungen der Rätsel aus der vorigen Nummer: