Nr. 1. Erscheint täglich außer Montage. Abonnements- Preis für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mart, monat= lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags Nummer mit dem ,, Sonntags: Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Eingetrc.gen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Freiheit. reiheit! Freiheit! Du Wunderport, du Wunderwort! Du Jubegriff der herrlichsten der Lieder, Wie klingst du in des Menschen Seele wieder! Ein Wunderwort, ein Wunderhort, Der alles Schönste in sich birgt, Der alles Schönste aus sich wirkt! Freiheit! sie wird nicht ohne Mühe dein; Will wie ein schönes Weib errungen sein. Donnerstag, den 1. Januar 1891. Zum Nenen Jahre 1891. Bum Neuen Jahr! Nur kämpfend dringst du vor Zu ihrem köstlichen Genuß, Nur wenn du sagst: Ich weiß, ich muß Und kann nicht anders! Du bist nicht frei, wenn du das Schlechte willst, Du bist nicht frei, wenn du erwählst, Was dir bequeme Freuden schafft, Ein Sklave bist du deiner Leidenschaft. Doch führt der Weg zur Schönheit auch durch Noth, Droht er im Kampfe selbst den Tod, Expedition: Beuth- Straße 3. Doch du erkennst und weißt, du mußt, Und vorwärts gehst du mit jauchzender Lust, Bleibst deinem Ziel vollendet treu, Dann bist du frei! Die Schönheit ist des Werdens Ende, Die Schönheit ist des Werdens Ziel, Vollendetes Gezwungensein, Den Weg zu wandeln vollbewußt Nach diesem Ziel ist Freiheit! Freiheit! Leopold Jacoby. ersten Blick einen neuen Kurs" der Sozialreform zu ver- hoben hatte, an dem die Arbeiter aller Länder den heißen schienen, und die ganz geeignet waren, eine nicht internationalen Proletarierbund feiern durchaus zielbewußte Partei in Verwirrung zu bringen. wurde am 1. Oktober das Sozialistengesetz sang- und Wir hatten alle Barteien gegen uns und mußten Front flanglos nicht begraben, das wäre zu viel Ehre gemachen gegen alle und unser Kurs blieb immer der wesen, nein verscharrt, bei Seite geschafft, wie irgend ein Ding, das Efel einflößt. Die Jahreswende bietet, nach allgemeiner und sehr natürlicher Sitte, den Anlaß zu einem Rückblick in die Vergangenheit und zu einem Vorblick in die Zukunft wir lassen die Ereignisse und Vorgänge des dem Abschluß alte vorwärts, vorwärts zum Sieg! zueilenden Jahres noch einmal vor uns vorübergehen, und Der 20. Febrnar sprengte die Koalition der Reak- Die Sozialdemokratie hielt am 1. Oktober Rückschau schauen dann dem kommenden Jahr froh ins Angesicht. tionsparteien, genannt Kartell, zerbrach das Sozialisten- und Heerschau und am Jahrestag der Entdeckung von Für uns Sozialdemokraten ist die politische Inventur gefeß und warf das Postament um, auf welchem der Amerita 12. Oftober traten die Erwählten der hipfnahme diesmal eine besonders erfreuliche Beschäftigung: größte der Demagogen des Kapitalismus- Fürst Bis- deutschen Arbeiterklasse zum Kongreß in Halle zuhaben auf eine Reihe großer Erfolge zurückzuschauen. marck fein Ich aufgepflanzt und eine Familiendynastie, fammen, der am 18. Oktober, dem Jahrestag der VölkerAs einer unserer Abgeordneten am Schluß des mit erblichen Hausmeierthum zu begründen versucht hatte. schlacht von Leipzig, seine Aufgabe: die Reorganisation der Am 18. März für Gewalthaber ein ominöses Partei vollendete. vorigen Jahres im Reichstag erklärte:„ Wir haben das Sozialistengesetz besiegt die nächste Wahl wird eine Datum wurde das Urtheil des 20. Februar an dem Die wunderbare Eintracht, die auf dem Halleschen Million anderthalb Millionen Stimmen Urheber des Sozialistengesetzes und der Millionärzüchtungs Rongreß waltete, zerstörte die thörichten Hoffnungen unserer für uns ergeben", da glaubten selbst viele Parteigenossen, Politik vollstreckt: die Prophezeiung sei zu kühn. er wurde " lebendig begraben. Die Nemesis hatte ihn ereilt, und was sie noch übrig ließ Feinde auf selbstmörderischen Bruderzwist der deutschen Und der 20. Februar 1890 hat sie im vollsten an Sympathie für den Gefallenen, das zerstörte dieser Sozialdemokratie dennoch wurde das alberne LügenUmfange wahr gemacht. selbst in wahnsinniger Verblendung. Nie hat falsche, mit märchen von Spaltungen" von der gegnerischen Presse Der 20. Februar 1890 ist ein weltgeschichtliches allen Listen, Kniffen und Künsten zu ungeheuerlichen gedankenlos weiter verbreitet. Unsere Feinde nennen das Datum er bedeutet den endgiltigen Sieg der sozial- Dimensionen aufgeblähte Größe ein jäheres und schmäh- geistigen Kampf". demokratischen Idee und Weltanschauung über die mecha- licheres Ende genommen. Es ist zwar eine alte und gute Erfahrungsregel, daß nische Gewalt die Bankrotterklärung des Sozialisten- Und dem Schöpfer mußte sein Werk folgen. Nach- man den Feind nicht verachten soll; es ist aber wirklich gesetzes, seiner Urheber und des Systems, dem es ent- dem das Fiasto der internationalen Ar- schwer, unsere Feinde nicht zu verachten. Haben sie flossen. beiterschuh- Konferenz aller Welt klar geworden jemals den Versuch gemacht, unsere Ziele vorurtheilslos Um die Tragweite und Bedeutung des Tags voll war, und nachdem die deutsche Sozialdemokratie noch, gemäß ins Auge zu fassen, mit unserem Programm sich bekannt zu begreifen, müssen wir uns ins Gedächtniß zurückrufen, dem Beschluß des Internationalen Arbeiterkongresses zu Paris, zu machen? Haben sie jemals die allgemeinen Verhältdaß heute vor 12 Monaten Fürst Bismarck noch fest trotz aller Hindernisse von oben, trotz des verzweifelten nisse und die Fragen, um welche der politische Parteiim Sattel saß", daß 16 Tage vor dem Wahltag die Widerstandes der Unternehmersippe den ersten Mai fampf sich dreht, zu erforschen getrachtet? Haben sie „ Kaiserlichen Erlasse" veröffentlicht wurden, die auf den auch für Deutschland zum Fest tag der Arbeit er- jemals Ernst, Würde, Muth in dem Kampfe mit uns geFeuilleton. Nachbruck verboten.] Bei Mama. Roman von Arne Garborg. I. [ 1 Frau Solmsens Antlitz zog sich in die Länge. Verstehen Sie das, Frau Mühlberg?" sagte sie. Auch Frau Mühlberg schien etwas verbuzzt. Wahrhaftig, ich kenne mich nicht aus in all' dieser Weitschweifigkeit," erwiderte sie; ich denke, wir versuchen es noch einmal." Sie nahmen das schwierige Dokument wieder vor und versuchten es noch einmal. Frau Holmsen hatte Kopfschmerzen, daher mußte Frau Mühlberg die Vorleserin machen; wenn man es recht bedachte, war diese vielleicht auch die Runenkundigere von beiden. Denn rund und dick und solide, wie sie da saß, schien sie eine Frau, die ein Stück in der Welt herumgekommen. Zum Glück hielt Fanny sich ruhig; sie saß auf ihrem Lieblingsplatz am großen Nähtische neben Mamas Stuhl und arbeitete an einem Kleide für ihre Rosalie. Frau Mühlberg begann: zu Grunde liegenden Vertrages, dessen Abschrift mitfolgt, Wird dem Herrn Untervogt mit dem Bemerken zu ebenso gut wie die übrigen Kinder versorgen; allein da er gestellt, daß der Betreffende d. 3. sich in Kristiansborg keinen Schritt gethan hat, dieser Pflicht nachzukommen, weiß aufhält. sich die Mutter, welche hier in dürftigen Umständen lebt, Christiania, 6 März 1865. teinen anderen Ausweg, als um eine amtliche Resolution in Betreff des jährlichen Beitrages anzusuchen. Wenngleich er es als zweifelhaft betrachtet, daß die Sache durchführbar sei, hat der Gefertigte es dennoch Frau Holmsen nicht abschlagen wollen, dem Herrn Amtmann dieses Ansuchen zuzustellen, wobei noch bemerkt wird, daß besagter Herr Holmisen sich z. 3. in Christiania") aufhalten soll. Stadtvogtei zu Kristiansborg, den 14. Dez. 1864. D. Broch. An den Herrn Amtmann im Oberlands- Amte," " Wird dem Herrn Stiftsamtmann in Christiania zur Verfügung gestellt. Oberlands- Amt, 19. Dezbr. 1864. In Abwesenheit des Amtmanns: Hj. Bye. Wird famt den Beilagen an den Stadtvogt von Chriftianià zu vorbereitender Behandlung geschickt. Stift von Christiania, 30. Januar 1865. Im Auftrag: Joh. Knap." Wird dem Stadtdiener Engh zu der gewöhnlichen Behandlung übergeben. Unterv. v. Chr., 9. Febr. 1865. Für den Untervogt: Edv. Olafsen." Chr. Engh." Wird dem Stiftsamt von Chriftiania mit ehrerbietiger Hinweisung auf Vorstehendes zurückgeschickt. Untervogteiamt von Christiania, den 8. März 1865. P. Rainin provisorischer Leiter." Wird dem löblichen Oberlands- Amte zurückgestellt. Stiftsamt von Christiania, den 11. Dla 1865. Im Auftrag Joh. Knap." Wird an den Herrn Stadtvogt in feciftiansborg mit dem Ansuchen geschickt, über den Vater des Kindes die üblichen Aufklärungen zu geben. Oberlands- Amt, den 15. März 1865, Krohn." Andreas Holmsen ist 39 Jahre alt, nicht beim Militär, arbeitsfähig, doch augenblicklich ohne feften Geverb. Ich kann nicht umhin, beizufügen, daß mir berichtet wurde, er wünsche auszuwandern. Die Beilagen folgen. Stadtvogtei zu Kristiansborg, den 21. März 1865. D. Broch." An den Herrn Amtmann des Oberlandbes- Amtes." Wird dem Herrn Stadtoogt in Kristiansborg mit dem Ansuchen zurückgestellt, Frau Holmsen bekannt zu geben, daß das Amt nach erfolgter Einsichtnahme in den beigelegten Kontrakt nicht findet, da es Mittel giebt, ihren geschiedenen Gatten zu irgend einen Beitrag zur Erhaltung ihres Kindes zu verpflichten. „ Die geschiedene Gattin des Exam. juris Andr. Holmsen hat sich an den Unterzeichneten mit dem Ersuchen gewendet, bei dem Amtmann darauf hin anzutragen, daß ihrem vorgenannten Manne durch obrigkeitliche Resolution auferlegt werde, Beider gemeinsamem Kinde Fanny,*) Die ungleichmäßige Schreibung von Christiania, Kristiania, für deren Alter ein Zeugniß des Pastors beiliegt, einen Kristiansborg ist zu charakteristisch für das Schwanken der jährlichen Sustentationsbeitrag auszusehen. Dieses Kind Bureaukratie zwischen Altem und Neuem, um nicht getreu bei- Oberlands- Ant, den 28. März 1865. sollte nämlich der Vater infolge des der Auflösung der Ehe behalten zu werden. Anm. d. Ueb. Krohn." zeigt einerlei, ob es der rem politische Parteikampf wir in ein neues Jahr. Auch es wird ein Kampfwar, oder der sogenannte Kampf mit geistigen Waffen? jahr sein. Wie unendlich selten ist im Wahlkampf oder sonst in Friede giebt's nicht, nicht einmal Waffenstillstand für Volksversammlungen ein Widersacher mannhaft uns gegen die Partei, welche die Weltherrschaft anstrebt, und die übergetreten, der den Muth seiner Ueberzeugung gehabt Welt erobern will und muß. und Gründe ins Feld geführt hätte? Die Freis. Zeitung" enthält folgende Notiz: Abg. Bebel hat nach der Kölnischen Volkszeitung" in einer Wählerversammlung in Bochum am Sonnabend Abend erzählt: Als er seiner Zeit im Reichstag den Satz aufgestellt habe, der heutige Staat sei nur ein Ausschuß für die besitzenden Klassen, habe ihm der in der Nähe stehende Minister v. Bötticher ein leises„ Sehr richtig!" zugerufen. Es wäre von Interesse, hierüber eine Erklärung des Herrn Ministers von Bötticher zu erhalten, da Abg. Bebel unzweifelhaft dieselbe Geschichte auch in anderen Versammlungen vorbringt. Aber wir kennen unsere Macht, wir kennen die Macht Feiges Vermeiden der öffentlichen Arena Konven- unserer Gegner, wir wissen, wo sie verwundbar sind, tifel hinter verschlossenen Thüren heimtückische Angriffe und wo nicht wir wissen, daß unsere Macht im Wachsen, aus dem Hinterhalt nein, nicht Angriffe, sondern die der Feinde im Schwinden ist wir wissen, daß die Schießen mit vergifteten Pfeilen und Werfen mit 3eit für uns arbeitet, und daß die Feinde und Schmut, und das aus sicherer Entfernung oder die Verhältnisse unsere besten Bundesgenossen Verborgenheit heimtückische Angriffe, die in den abge- sind, wenn wir sie klug zu benugen ver Die Bemerkungen des Abg. Richter zu der Mittheilung schmacktesten Lügen und niederträchtigsten Denunziationen stehen, gipfeln ist mit seltenen, die Regel nur bestätigenden gewiß, den neuen Kämpfen entgegen, die das neue Jahr zweifelt. Nun hat Bebel nicht genau das gesagt, was die und wir gehen, des endgiltigen Sieges der Köln. Volfsztg." und sein Äppell an Herrn von Bötticher zeigen, daß er die Richtigkeit der Angaben Bebel's be Ausnahmen der geistige Kampf" gegen uns jemals in seinem Schooße birgt. mit ehrlichen Waffen geführt worden? Ist nicht mit „ Köln. Volksztg." ihn sagen läßt, denn so wieder Und so schließen wir mit dem Wunsche, dessen Er- gegeben, enthält die Aeußerung einen Unsinn, aber seltenen, die Regel nur bestätigenden Ausnahmen die füllung in unserer Hand liegt: ganze quantitativ so massige Sozialisten- Bekämpfungser hat mitgetheilt, was wirklich im Reichstag vorgekommen Der deutschen Sozialdemokratie und ist, und wir ersuchen Herrn Richter, gefälligst seine Nase literatur qualitativ der verächtlichste Schund, Maku- der internatonalen Sozialdemokratie ein in den Sizungsbericht vom 30. Oftober 1889 zu stecken, in latur, bedruckt mit fadem, seichtem Gewäsch, wüstem Geschimpfe und gemeinsten Hezereien und Verleumdungen? Glückliches Neujahr! * * ** dem er folgendes finden wird: Nachdem Bebel die Partei gegen den Vorwurf in Man denke: das geistvollste, gründlichste Machwerk, Eine Uebersicht über die für unsere Genossen wichtigen Greig- Schutz genommen hatte, daß sie staatsfeindlich sei, sagt er das nach dem Urtheil der verschiedenen feindlichen Parteien nisse der Politik und des Parteilebens während des verflossenen ( Seite 49): in neuerer Zeit gegen uns angefertigt worden ist, sind die Jahrrs lassen wir in der nächsten Nummer folgen. ,, Das Gegentheil ist wahr; sie will den Staat in die Richter'schen Jrrlehren die für jeden, auch nur in Hand bekommen, ihn umwant eln, sie will den Staat zu Gunsten dem ABC der Nationalökonomie Bewanderten blos die Gestern ward die letzte Nummer des ,, Berliner Volksblatt" Ser arbeitenden Klassen, zum gleichen Wohlsein Aller umgebodenlose Unwissenheit ihres Urhebers bekunden, und zur Presse gegeben, heute erscheint es verjüngt als„ Vorwärts". stalten. Sie will die Staatsmacht erobern, genau so, wie Sie, wenn man bedenkt, daß dieser jetzt das größte politische Es ist kein Sterben, es ist eine Auferstehung. ris meine Herren, dieselbe erobert haben, die Sie heute dort auf jenen Bänken( auf die Nationalliberalen deutend) ſizen. Licht der bürgerlichen Parteien Deutschlands ist, zu gleicher Das„ Berliner Volksbkatt" hat nach besten Kräften seine Sie haben, wenn Sie auch nicht auf den Ministerstühlen Beit ein psychologisches Räthsel und ein Denkmal der Schuldigkeit gethan der„ Vorwärts" wird das Gleiche thun. Platz genommen haben, thatsächlich die Staatsgeistigen Verkommenheit unseres Bürgerthums sind. Er ist sich der hohen und schweren Aufgabe wohl bewußt, welche ma cht in Ihren Händen; die Herren Minister Die Sozialdemokratie ist die einzige Partei, welche dem Zentralorgan der größten Partei Deutschlands erwachsen ist, hier am Bundesrathstisch sind nur der Verdie Wahrheit nicht zu fürchten braucht und darum keinen und mit Hilfe der Genossen wird er seine Aufgabe zu erfüllen waltungsausschuß für Ihre Interessen und Grund hat, mit unehrlichen Waffen zu kämpfen. Was suchen. Der Wille ist da, und wo der Wille, da findet sich auch nichts weiter. wir wollen, das haben wir von Anfang an gesagt wir haben nichts zu verbergen, nichts abzuleugnen. Die Wurfgeschosse der Gegner prallen wie Erbsen an unsrer Stahlrüstung ab, und halten auch nicht für einen Moment den Vormarsch der Gesammtpartei auf. Wir haben am 20. Februar in der großen Haupt- Das alte Jahr schließt in aller Ruhe ab, ohne daß in sofern für unsere Partei noch besonders günstig, da diesZur Bochumer Wahl. Das Resultat dieser Wahl ist schlacht die vereinigten Gegner überwunden; wir haben irgend eine dräuende Frage sich vor die Pforten des neuen mal die Wahllisten vom 20. Februar noch in Benutzung am 1. Mai die Fallstricke vermieden, welche man uns ge- marc'schen Desorganisations- Genies regelmäßig der Fall zu den Wohnort gewechselt haben, nicht wählen konnten. In Jahres drängte wie dies unter dem Regiment des Biswaren und dadurch tausende von Arbeitern, die mittlerweile legt hatte; wir haben am 1. Oktober unser Siegesfest sein pflegte. Zum ersten Mal seit Beginn der Kriegsbesondere ist durch die Maßregelung der Arbeiter seitens der gefeiert und die Tücken und Nücken der Feinde zu Schan- ära, die im Jahre 1864 mit dem dänischen Krieg an- Werkbesizer und Großindustriellen, eine große Zahl klassenden gemacht; wir haben auf dem Halle'schen Arbeiter- hub- treten wir in ein neues Jahr ein, frei von jeglicher bewußter Arbeiter um ihr Stimmrecht gekommen. Wären parlament unsere inneren Angelegenheiten geordnet und Befürchtung, daß es einen Krieg bringen werde, der die neue Listen aufgestellt worden, das Resultat wäre viel die durch die veränderten Verhältnisse gebotene Neu- Genialität der Staatsmänner zu beweisen habe. formation unseres Heeres geschaffen; und wir sind jetzt Freilich eine feste Grundlage des Friedens günstiger gewesen. die Erfüllung. ( Staatsminister von Bötticher: Das stimmt. Heiterkeit.) - Herr von Bötticher stimmit dem zu und so ist es in Ist Herr Richter nun befriedigt? Politische Uebersicht. ber That und Wahrheit." Berlin, den 31. Dezember. in der Lage, nicht nur allen Angriffen der Feinde mit ist auch jetzt nicht vorhanden und wird nicht vor- Gegen die Aufhebung des Jesuitengesetzes richtet überlegener Kraft die Stirne zu bieten, sondern auch den handen sein, so lange der kapitalistische Krieg Aller sich eine Petition, zu deren Unterschrift eine Anzahl Krieg tiefer und tiefer in das feindliche Gebiet zu tragen, und Moloch die Welt regiert, aber wir haben direktoren, Innungsmeister auffordern. In der Begründung gegen Alle dauert, und das Zwillingspaar Mam- Universitätsprofessoren, Justizräthe, Pfarrer, Missionsund unsere, in den geistigen und wirthschaftlichen Fesseln wenigstens nicht mehr jenes System der Verheßung, welches der Petition findet sich folgende Stelle:" Toleranz gegen des gemeinsamen Feindes schmachtenden Brüder auf Schwierigkeiten schuf, um an ihrer Ueberwindung die Ge- Alle, nur nicht gegen die grundsätzlich Intoleranten." Dies dem Land zu befreien. schicklichkeit des Urhebers zu zeigen, und welches das Kriegs- ist durch und durch verlogen. Neun Zehntel der Herren, " Vor Schluß des Jahres hatten wir noch einen gespenst heraufzubeschwören liebte, um die Unentbehrlichkeit die den Aufruf unterzeichneten, würden für alle heute be Triumph, der Bestürzung in die Reihen der Feinde trug. des großen politischen Herenmeisters, der allein die Gefahr stehenden Ausnahmegeseze stimmen. Die Professoren, die Während die Anbeter Mammons zur Bekämpfung" der bannen könne, ad oculos zu demonstriren. Und daß diese unterschrieben haben, sind fast ausnahmslos Juristen, di Sozialdemokratie die Altweiber- Frage vom„ Bukunftsstaat" methodische Hetzerei aufgehört hat und die alte Raketen Vertreter der Naturwissenschaften und Medizin fehlen papageiartig herplapperten und das alte stereotype Loblied fifte" glücklich in Friedrichsruhe begraben ist, das muß vollständig. Schmerzlich muß es berühren, daß auch ein Zeller, der selbst wegen der Intoleranz seiner Gegner auf die Welt des Mammons als die beste aller möglichen immerhin als ein Vortheil betrachtet werden. Auf dem Gebiete der inneren Politik sieht es aller einmal eine Professur verloren hat, den Aufruf mitunter Welten, welche fest begründet und so wohl dings ziemlich kraus aus. Die preußische Regierung ist zeichnete. Diejenigen, welche sich flar sind, daß es sich geordnet sei, daß man alle wirthschaftlichen Vor- mit dem Landtag in einen Konflikt gerathen, und statt bei dem Kampfe gegen die Jesuiten nur um die Bekämpfung tommnisse genau voraus berechnen könne", mit eitler das unter Bismarck'scher Aegide gewählte Abgeordnetenhaus eines kleinen Bruchtheils der Vertreter jesuitischer Gesinnung Selbstzufriedenheit herunterleierten, da krachte es plötz- aufzulösen, und dem neuen Landtag ein, das allgemeine handelt, werden den Aufruf nicht unterzeichnen. lich in dem Tempel des Mammon und eine Krisis gleiche, direkte und geheime Wahlrecht einführendes Gesetz brach herein, welche die beste aller möglichen Welten in vorzulegen, und das Abgeordnetenhaus so lange aufzulösen, ihren Grundfesten erbeben und die chaotische Unordnung bis es angenommen ist faßt die Regierung das wider dieser sogenannten Ordnung auch dem Blödesten offenbar spenstige Junkervolk mit Glaceehandschuhen an, und befundet auch hier jene Halbheit und Schöpfungsunfähigkeit, welche sie in den Fragen der Sozialreform und der Schulreform an den Tag gelegt hat. machte. Und noch steht in Flammenschrift das Mene Tekel an der Wand! Aus einem Kampf- und Siegesjahr treten Wird mit zwei Beilagen Frau Holmsen zur Mit theilung gebracht. Stadtvogtei zu Kristiansborg, 30. März 1865. D. Broch." Nein, es half nichts. Der Klassenstaat verträgt sich eben nicht mit echter, gründlicher Reform. Gesicht wurde starr und mager. Und vom Nasenflügel zu dem einen Mundwinkel zeichnete sich ein kleiner, feiner, scharfer Strich ein, über den man sich nicht mehr täuschen konnte; Frau Mühlberg betrachtete ihn und ihr wurde selt fam zu Muthe; da hatte die schöne Frau Holmsen ihre erste Das Organ des Herzogs von Lauenburg, die Hamburger Nachrichten" eifern wieder gegen den Geheimrath Sinkpeter, sie schreiben: " In Zeitungen war u. A. auch Geh. Rath Hingpeter als eventueller Nachfolger des Herrn v. Goßler genannt worden. Darauf hat Herr Hingpeter aufs Neue erklären lassen, er wolle nicht Minister werden. Wir bedauern diesen Entschluß; es würde unseres Erachtens im öffentlichen " Sicher. Ohne Maß und Ziel. Er gebrauchte alle Mittel, die in seiner Macht lagen...." 700 „ Ich vergesse nie, was Sie einmal erzählten-: den Abend nach dem Balle, wissen Sie..." " Aha, als er mir in den Wagen nachsprang und mich Ja, da geschah es. Den ganzen Sie nahmen das Schriftstück noch einmal vor und Falte. studirten es noch sorgfältiger. Sie folgten ihm auf seinem Frau Holmsen nähte energisch und rasch, und ihre Rede nach Hause begleitete? Weg vom Stadtvogt zum Amtmann, vom Amtmann zum flang gezwungen und aufgeregt. Er-, er, dessen Namen Abend hindurch hatte er mir schrecklich den Hof gemacht Stiftsamtmann, vom Stiftsamtmann zum Stadtvogt von sie nicht nennen wolle, er habe natürlich; er war ja und ich war ganz wirr und irr, und natürlich auf mich, Kristiania, vom Stadtvogt von Kristiania zum Stadtdiener, Jurist; dieser„ Kontrakt", dem zuzustimmen er sie bewogen, ein junges, unerfahrenes Mädchen, wie ich damals war, und dann wieder zurück: vom Stadtdiener zum Stadtvogt, den hatte er natürlich so geschrieben, daß er sich von dem machte es wohl immerhin einen gewissen Eindruck, einen dann zum Stiftsamtmann, dann zum Amtmann, dann zum selben wieder losmachen konnte. Das verstand sich ganz großen, langen Menschen so ganz vernarrt zu ſehen; nun, Stadtvogt hier, dann wieder zum Amtmann, dann zum von selbst. Sonst wäre er nicht eben er gewesen. so endete es denn mit einer halben Zusage und ich Stadtvogt zurück, wo es acht Tage liegen geblieben, und Und diese anderen Juristen halfen ihm natürlich. gestehe Ihnen, er benahm sich so heftig, daß ich fast Angst dann endlich hierher. Jedoch es nühte nichts. Das einzige, Er hatte stets gewußt, mit den großen Herren lieb Freund bekam." was die Sache selbst betraf, waren die paar Linien am zu bleiben. Selbst der Amtmann hatte sich seiner Zeit„ Das kann ich mir vorstellen!" Schiuß, daß es feine Mittel gab, zu verpflichten..." " Und seither trat er als mein Verlobter auf, ließ sich nicht für zu gut gehalten, auf Fredheim beim Waldkönig Reine Mittel, zu verpflichten,... das heißt wohl, fie Champagner zu trinken. Nun vergalten sie es ihm mit gratuliren und schickte Karten herum; jeder pries mein Glück Tönnen ihn nicht zwingen?" verdolmetschte Frau Holmsen. Beistand. Eine Hand wäscht die andere. und beneidete mich; und beim Pastor, in dessen Haus Ja, antwortete Frau Mühlberg widerstrebend, höchft In furzer Zeit befanden beide Frauen sich mitten drin ich lebte, wurde man ordentlich stolz darauf, mich so gut wahrscheinlich. Nein, aber das hätte ich doch nie geglaubt!" in alten Fredheim- Geschichten. Wie es in dieser Welt doch versorgt zu haben. Wie es sich ja denken läßt!- denn Oh, ich wußte wohl, daß es so gehen würde!" sagte hinauf und hinab ging! Wer hätte es sich vorgestellt, daß wer konnte ahnen, daß es anders gehen würde als gut?" Frau Holmsen; ihre Augen waren ganz heiß geworden. sie, die Königin von Fredheim", sie, die es vor wenig ,, Bei seinem Reichthum, ja wohl!" " Und er, der ja selbst kleine Kinder hat!" " Pah, feine Kinder sind wohl versorgt; was kümmern ihn da anderer Leute Kinder!" ch fann es noch kaum glauben!" rief Frau Mühl- Jahren noch auf dem Herrenhofe fast zu eng fand, daß sie" Ja, und jung und gesund waren wir Beide, und überberg: Amtmann Krohn, ein so ordentlicher Mensch-!" eines Tages wohnen würde, wie sie nun wohnte, in einem dies er war rein vernarrt in mich und ich.. ich hatte Ach, sie halten alle zusammen. Der Stadtvogt hat feuchtfalten, elenden Loch, auf der Schattenseite der Straße, damals eigentlich nichts gegen ihn, ihn,... das einzige waren dem Amtmann etwas vorerzählt und der Amtmann hat sich all' ihr Hab und Gut in einer einzigen alten Kiste verpackt, vielleicht seine Augen... auf den Stadtvogt verlaffen... ganz umsonst haben sie von Allem entblößt, ja, selbst ihrer Kinder beraubt, denn„ Nun, und darum konnte man sich doch eigentlich nicht wohl nicht so viel Zeit gebraucht!" bald war sie wohl genöthigt, auch Fanny jener... Person kümmern." in Kristiania zu überlassen! " Nein. Ich freute mich, den Fuß unter den eigenen Sie mußte wohl schlechter sein, als andere Menschen, Tisch zu setzen; denn wie gut ich es auch beim Pastor da es ihr so schief erging.- Aber,-liebe Frau Holmsen...!" haben mochte, so wissen Sie ja doch, wie es ist: halb das „ Nein, wahrhaftig, das hätte ich dem Amtmann Krohn- Und doch wußte sie nicht anders, als daß sie gewesen Kind vom Hause, halb Dienstbote, immerhin etwas dennoch nicht zugetraut. Möchte wirklich wissen, was Sie war, wie so ziemlich alle Leute. Ihrem Manne gegenüber unsicheres. nach seiner Ansicht nun anfangen follen." durfte sie jedenfalls behaupten, ihr Gewissen sei rein. Es Ach Gott, ja!" Wahrscheinlich zur Armentasse gehen! Was scheert gab wohl Männer, die von ihren Frauen mehr erduldet, Aber so geht es. Gerade wenn Alles auf's Beste erdas ihn?" als jener Mann von ihr. Und jedenfalls hatte nicht sie sich scheint Frau Holmsen setzte sich mit einem Ruck beim Nähtisch in seine Gunst eingebettelt. zurecht; da war nun nicht mehr Beit, sich auf die Bären„ Nein, er quälte Sie gewiß sehr zu damaliger Zeit, fängt." haut zu legen. Sie zitterte vor Nervosität des bleiche Frau Holmsen." " Ja, es endet selten gut, was mit zuviel Liebe an " Das habe ich auch immer gehört. Doch was sollte ich Interesse liegen, wenn Herr Hingpeter auf den Platz eines| verantwortlichen Ministers herausträte. Das Wort verantwortlich" ist auch in den Hamburger Nachrichten" durch den Druck hervorgehoben. Es ist doch merkwürdig, wie eifersüchtig Herr v. Bismarck, als Mitarbeiter der Hamburger Nachrichten" über die strenge Einhaltung der konstitutionellen Prinzipien wacht. Als der Herr noch Reichskanzler war, hatte er für solche Bedenken mur grobe Abfertigungen und er selbst gefiel sich in der Rolle eines die Krone beherrschenden, das Parlament verachtenden, dennoch als in der eines nach jeder Richtung unverantwortlichen Staatsmannes. Es geht doch nichts über die Konsequenz des Herzogs v. Lauenburg. Wieder ein Mann über Bord einer von der alten Bismarck'schen Galeere. Erst tam der Puttkamer an die Reihe, dann der„ Chef" selbst, hierauf der Krüger, der Lucius, der Stöder u. f. w., und nun hören wir, daß auch der sächsische Ministerchef von Nostiz Wall. mit demnächst von der Bildfläche verschwinden wird. Gleich nach dem Sturze Bismarc's sagten wir dies schon voraus nach dem Fall des Sozialistengesezes, mit dem Herr von Nostiz- Wallwitz sich identifizirt hatte, war für Siesen sächsischen Minister, der es fertig gebracht hat, Beust als einen Engel des Lichts, und die schwärzeste Reaktion" zu Ende der 40er und zu Anfang der 50er Jahre als reinsten Sonnenschein erglänzen zu lassen nicht blos die Existenzberechtigung, sondern auch jede Existenz bedingung verschwunden. Er ist die Wege der Bismarck, Puttkamer und Kompagnie gewandelt, und er muß nun auch ihre Wege gehen. Das ist in der Ordnung. Wie sein Nachfolger sich mit der Hinterlassenschaft abfindet, das ist eine Frage, die uns wenig fümmert. sog sofort all' die sozialdemokratischen Lehren, welche ich täge deren wichtigste die folgende ist: Es wird die Organisirung der lich von den älteren Arbeitern hören mußte, gierig auf, so österreichischen Metallarbeiter nach dem Muster der daß ich mit 17 Jahren einer der eifrigsten Sozialdemokraten englischen Gewerkschaftsorganisationen beschlossen. Gleichwar. Was hab' ich die drei Jahre daher agitirt, Blätter gezeitig spricht sich der Kongreß für die Herabsetzung der tragen und tüchtig gesteuert. Vorigen Sommer wurde beschlossen zu streiken, vorher mußte aber erst die Streikkasse Arbeitszeit auf acht Stunden, Abschaffung der Akkordeines Minimal- Arbeitslohnes, die gefüllt werden; es wurde also erst tüchtig gesteuert, und wir arbeit, Festsetzung Schaffung Des= Unverheiratheten mußten gewöhnlich noch einmal so viel geben, Vermehrung der Gewerbe- Juspektoren und wie ein Verheiratheter. Als die Leiter des Streiks glaubten, eines Fachorgans für ganz Desterreich aus. daß die Kasse start genug sei, stellten wir die Arbeit ein; die gleichen wurde beschlossen, Alles zu unternehmen, um die verheiratheten Arbeiter blieben am Orte, nahmen auch bald Einführung des allgemeinen Wahlrechts in Oesterreich zu die Arbeit wieder auf, wir Unverheiratheten aber wurden ab- erlangen. Der zweite Kongreß wurde von den geschoben, mußten unser Bündel schnüren und uns anderwärts Keramikern, Porzellan- und Glas- und Arbeitern von um Arbeit kümmern. Wir hatten unser schönes Geld in Kasse れ Die Raffe gesteuert, konnten aber während unserer verwandten Gewerben abgehalten. Derselbe beschloß gleichArbeitslosigkeit teinen Pfennig Unterstützung daraus falls die Organisation auf Grund der Gewerkschaften mit erhalten. Ein 3eichen der Gleichheit, Brüderlich einem Zentralverbande und dem Prinzip der Wechselseitig teit und Zusammengehörigkeit, von der so viel feit, sowie die Agitation für das allgemeine Wahlrecht, Vergeschwafelt wird. Ich habe viele Wochen„ bummeln" kürzung der Arbeitszeit und Erhöhung der Löhne. müssen, ehe ich wieder Arbeit bekam. Während dieser Zeit ist In diesen Kongressen sehen wir ein Zeichen für die mir nun eine gewaltige Seifenblase geplant; nach immer mehr sich befestigende Organisation der österreichischen vielem Ueberlegen und Denken hab' ich gefunden, daß der Ar Arbeiter und einen hocherfreulichen Fortschritt der Arbeiter beiter seine verdienten Groschen nur steuert für einige bewegung. Neben den Arbeitern Deutschlands haben die und zwar nicht schlechtleben, dabei aber sehr Desterreichs am meisten Ursache, auf die Erfolge des letzten herrenmäßig, gebieterisch auftreten, gar Jahres hochbefriedigt zurückzusehen. nicht, als ob sie unterstützt würden. Wollen Wenige, welche ganz und gar davon leben " die drei Obersten nach England gehen und einem Die schweizer Regierung ist eifrig an der Aralten Manne zum 70. Geburtstag gratuliren, so mögen sie es beit, das durch die Volksinitiative angeregte Banknotenauf eigene Kosten thun; ein deutscher Arbeiter sollte beide monopol einzuführen. Dies ist eine Forderung unserer Hände auf seine Taschen halten, wenn dazu schweizerischen Genossen, deren energischer Agitation die rasche gesammelt wird. Seit zwei Wochen habe ich Gott sei nangriffnahme der Frage seitens der Bundesbehörden zu Dank wieder Arbeit, ich werde aber von nun an meinem Ar- danken ist. Wenn die schweizer Sozialdemokraten im Gegenbeitgeber ein anhänglicher Arbeiter sein, das habe ich Gott und satze zu den deutschen die Verstaatlichung der Banken, der mir unter freiem Himmel gelobt." Und mit solchem solchem Beug glauben unsere Gegner monopol auf ihre Fahne schreiben, so erklärt sich dies aus den Gegner Eisenbahnen, des Getreidehandels, das Alkohol- und Tabakdenkende Arbeiter der Sozialdemokratie abspenstig zu schweizerischen Verhältnissen. Troß aller Opposition gegen ihre Eine Besserung wird der Pensonenwechsel wohl machen! kaum bringen. Der Geist des Sozialistengesetzes ist zu tief Die Dresdener Nachrichten", denen der Brief ent: Regierung haben die schweizer Arbeiter zu derselben mehr vermuthlich rührt er von dem berüchtigten demokratische Verfassung gestattet auch eine genauere Konin Fleisch und Blut des sächsischen Beamtenthums ein- nommen ist vermuthlich rührt er von dem berüchtigten Vertrauen, als die deutschen zu der ihrigen. Die streng gedrungen, als daß er so leicht wieder herausgetrieben Briefkasten- Onkel her hätten den Auch- Arbeiter, der das trole der Regierung, die bei uns in so wirkungsvoller Weise werden könnte. Ding verfertigt hat, doch um die Namen der diebeWas unsere sächsischen Genossen betrifft, so sind sie mit schen Streitführer fragen sollen. Dann hätte es vielleicht wie in der Schweiz nicht möglich ist. Endlich kann von Was die drei Großen" einer politischen Abhängigkeit der Beamten so wie in DeutschWas die drei Großen" Herrn von Nostiz- Wallwig fertig geworden, und werden einen besseren Eindruck gemacht. nöthigenfalls auch mit dem Nachfolger fertig werden.- betrifft, je nun, so weiß jeder Arbeiter, daß sie dem nächsten land in der Schweiz nicht die Rede sein. So erklärt es sich, Parteifongreß Rechenschaft abzulegen haben, und wo ist der daß die schweizer Genossen im Kampf gegen das Privat Der zweite Luther hat es richtig fertig gebracht, deutsche Arbeiter, der es mißbilligte, daß einem Friedrich fapital auf die Verstaatlichung so großes Gewicht legen. das Juvenal'sche hoc volo sic jubeo zu einem Loyalitäts- Engels an seinem 70. Geburtstag der Dank des Holland in Nöthen. Die Königin- Regentin von Holland erguß an die Adresse derer, die ihm seinen Fußtritt deutschen Proletariats in eklatanter Weise ausgedrückt ist in tiefer Noth. Von den drei Orden, welche ihr Mann applizirt haben, zu verwerthen. Das christliche: Halte die würde? vertheilen konnte, sind zwei luxemburgische und können daher linke Wange hin, wenn Du auf die rechte einen Backen Der Auch- Arbeiter, von welchem die Schnurre herrührt, von ihr nicht mehr verliehen werden und mit dem übrig streich erhalten hast," heißt für den Stöcker:„ Küsse den gehört zu jenen Sördlingen des Kapitals, welche dafür gebliebenen Orden können doch nicht alle Leute mit OrdensFuß, der Dir den Fußtritt versezt hat." Armer Luther, bezahlt sind, die Arbeiter in Dummheit zu erhalten, da sehnsucht beglückt werden. Hoffentlich findet sich ein Ausweg daß Du Dir einen solchen Nachfolger gefallen lassen mußt mit die schönen Arbeitergroschen" nach wie vor und wo aus diesem kritischen Zustand. Es wäre tieftraurig für die Freilich, der Original- Luther hat auch viel gesündigt, und möglich auf ewige Beiten in den Taschen der Unter- holländische Bourgeoisie, wenn diese Noth nicht behoben es ist vielleicht Nemesis, daß sich der Stöcker als seinnehmer verschwinden und zur Züchtung von Millionären werden könnte. Wir sind überzeugt, daß von allen sozialen Nachfolger aufspielen konnte. Fragen diese zuerst ihre befriedigende Lösung finden wird.-Hans Most, der das Schimpfen- das Einzige, was Vor einiger Zeit ging durch die Arbeiterpresse die Ein Kongreß der holländischen Sozialdemokraten ihn früher amüsant machte- neuerdings verlernt hat, kann Nachricht, der Spizel Haupt sei wieder in Deutschland auf- hat vor wenigen Tagen stattgefunden. Wir lesen über jezt bei unseren deutschen Krautjunkern und Pfaffen getaucht. Diese Nachricht war irrig. Haupt befindet sich in hat vor wenigen Tagen stattgefunden. Wir lesen über denselben: eine Lektion nehmen. Er soll nur die Artikel über die sozial- Buenos- Ayres und hat von dort einen Brief an Bebel ge demokratische Agitation auf dem Lande lesenda kann er richtet, in dem er diesen ersucht, verschiedene Anschuldigungen, was lernen. Gelegentlich wollen wir, zur Erheiterung unserer die gegen ihn, Haupt, in der Arbeiterpresse erhoben wurden, Leser, ein kleines Blumensträußlein zusammenbinden, auf richtig zu stellen. Daß er mit Polizeirath Krüger in Be daß Jedermann sehen kann, wie es in den Schädeln der ziehungen gestanden, giebt er in dem vorliegenden Briefe Junter und Pfaffen aussieht, und wie es mit der Bildung ebenfalls zu. dieser unserer natürlichen" Regierer bestellt ist. Und das in der letzten Dekade des neunzehnten Jahrhunderts. Kulturhistorisch hat das Geschimpf unzweifelhaft eine gewisse Bedeutung sonst keine. " dienen. Eine neue amerikanisch kontinentale Die Bertreter von 38 Vereinen der niederländischen Sozialdemokraten waren am Weihnachtstage in Heerenveen versammelt und beschlossen, den Sitz des Zentralraths ihrer 1. Mai d. I. eine Kundgebung zu Gunsten des AchtstundenPartei vom Haag nach Amsterdam zu verlegen, sowie am tages zu veranstalten. 89 * In Amerika ist es doch noch zu einer großen InAuswanderungs- Kompagnie wurde gegründet. Dieselbe dianermezelei gekommen. Die Reste eines ganzen Stamms, will mit einem Grundkapital von 25 Mill. Dollars laut etwa dreihundert Menschen die meisten Frauen und ihrem Kontrakt mit der Regierung von Brasilien zwanzig Kinder sind abgeschlachtet worden. Empört sich denn in Zum Kampf mit geistigen Waffen. Durch die Ackerkolonien gründen und sofort 5000 Familien unentgeltlich den Vereinigten Staaten nicht das öffentliche Gewissen gegen nationalliberale Presse wir entdeckten das Kuriosum in nach Brasilien befördern. der Magdeburger Zeitung"- wird unter der Ueberschrift Wir warnen alle Auswanderungslustigen, den Ver- solche schmachvolle Thaten, die das stolze Sternenbanner" „ Auch ein Bekehrter" nachstehende Schnurre versprechungen der Agenten Glauben zu schenken. Schon viele beschmutzen? breitet: haben es bedauert, nach Südamerika ausgewandert zu sein. Als Knabe hörte ich schon im Gilternhause( da mein Vater Die schlechten Erfahrungen sollten wenigstens weiteres Unheil Neneste Nachrichten. Glasgow, 31. Dezember. eifriger Sozialdemokrat war), nichts als unzufriedene Reden, verhindern. Die ausständigen Eisenbahnbediensteten haben in großer Zwei Gewerkschaftskongreffe haben in Brünn in Bahl ihre Dienste wiederum angeboten; nur ein Theil der a zukäme, um den sie aber von den Arbeitgebern bestohlen würden den letzten Tagen stattgefunden. Der eine derselben, der selben wurde aber wieder angestellt. Der regelmäßige u. s. w. Trozdem mein Vater einen schönen Verdienst hatte, und wir eigentlich auch nicht schlecht lebten, so fehrte boch nie Kongreß der österreichischen Metall, Ma- Passagier- und Güterverkehr ist fast überall wieder aufgerechte Zufriedenheit in unserem Hause ein, denn der Vater schinen- und Hüttenarbeiter, war von 124 Denommen. So telegraphirt das Wolff'sche Bureau. Wir verbrauchte auch viel außerhalb desselben. Nach meiner legirten aus ganz Desterreich mit Ausnahme von Galizien haben alle Ursache zu glauben, daß der Streik ein günstiges Ronfirmation trat ich in einer Fabrik in die Lehre, und beschickt. Der Kongreß nahm eine Reihe von Resolutionen an, Resultat erwarten läßt, z. B. daß die Arbeiter ein eines Menschen unwürdiges Dasein führen müßten, daß ihnen der ganze Gewinn am Unternehmen thun? Wenn er mit Gewalt und Macht wollte und Alle Ruhe ließ, und in Kristiania hatte er sie gar zu Schaaren ihn stützten..." herumgehen." " Es ließ sich nichts Anderes thun, als was Sie thaten, Frau Holmsen!" falls." oben." "! D Von Sergius Schewitsch, dem früheren Redakteur der sozialdemokratischen New Yorker Volkszeitung", der jahrelang hervorragend in der amerikanischen Arbeiterbewegung thätig war, ging fürzlich eine Nachricht durch die Blätter, daß derselbe jetzt in Riga als Beamter des Zaren funktionire. Die Nachricht war zuerst von der N.-Y. Sun", einem Volkszeitung" veröffentlicht nun demgegenüber folgendes gegnerischen Blatt, gebracht worden. Die" New- Yorker Schreiben, das zunächst an die„ Sun" gerichtet, von dieser aber nicht aufgenommen worden war: Riga, 27. November 1890. " Wenn nur die Hälfte wahr ist-; arg war es jeden Und dennoch duldete ich so lang als möglich und fand Und so kam es nachher, wie es konnte und nicht, wie es sollte. Natürlich anfangs, da war Alles gut und schön, mich in mehr, als Jemand glauben würde. Ja, Gott weiß fast zu schön; er überhäufte mich mit Geschenken, es, wenn er nur irgendwie möglich gewesen wäre, so würde hielt mir Wagen und Pferde und putte mich auf, ich es ist mit mir doch nicht schwerer auszukommen, als daß es beinahe allzu fein war für das Bauernland hier mit anderen Leuten!" " Ich glaube nicht, daß Viele ertragen hätten, was Sie Ach ertrugen, Frau Holmisen." " Ich erinnere mich noch, erinnere mich noch!" Manche nehmen mir's übel, daß ich mich scheiden ja, es konnte oft recht traurig sein, so halbuackt hier zu lassen wollte. Und sie haben auch Recht; es war nicht...... In dem betreffenden Artikel Ihres Blattes wird geſizen und an all die Herrlichkeit zu denken und zu wissen, in Ordnung. Allein ich möchte wissen, was ich hätte thun sagt, daß ich nach einer Unterredung mit meinem Bruder, der in daß dieselbe nun in alle Winde zerstreut, verkrümelt, dem ersten Besten zugeworfen, unter dem Auktionshammer für sollen. Ich konnte doch nicht warten, bis er mich um- St. Petersburg einen ,, starken Bull" habe, von der Regierung eine einen Pappenstiel verschleudert, sast verschenkt worden war. gebracht hatte. Und so, wie er damals war, halb verrückt Sinekure mit dem Titel„ Sekretär zum kaiserlichen Notariat Mußte Frau Holmsen nicht oft ganz gewöhnliche Bäuerinnen vor Heftigkeit und Trinken, so vermochte man wirklich nicht erhalten hätte, ein Amt, dessen„ schwerste Pflicht nur darin in ihrem eigenen Schmuck sich spreizen und in ihren Shawls zu sagen, ob es nicht eines schönen Tages ernst würde, besteht, für das monatliche Gehalt die Quittung auszustellen". Jedes Wort in jener Notiz ist falsch. Nach meiner Rückkehr herumstolzieren sehen, gewöhnliche, einfache Weiber, die besonders, nachdem ich Thea fortgejagt hatte." Und einmal wurde es ja nahezu ernst?" nach Rußland, wohin ich ging, wie ich wiederholt vor nicht ahnten, was so ein Ding werth sei, ja, nicht einmal," n jener Nacht, da er die Thür des Schlafzimmers meiner Abreise in Interviews" erklärt habe, um verwickelte wie man es gebrauche!-" Oh, das muß bitter sein," einschlug! Diese Nacht vergesse ich wohl niemals. Ich war und wichtige, persönliche Angelegenheiten zu erledigen, habe meinte Frau Mühlberg. gerade eingeschlafen, da schreckte mich ein fürchterliches ich weder ein Regierungsamt gesucht, noch ist mir ein All das durch seine Verkehrtheit und Thorheit, und Gefrache auf und er kommt hereingestürmt wie ein Wahn- solches angeboten worden. Außerdem, wie Sie sich leicht das war fast das Acrgste dabei. Sie hätten ja ganz gut wikiger, ganz blau im Gesicht, mit blutdurchsprengten überzeugen können, giebt es weder in Riga, noch sonst in von Ihnen erwähnten, bis zum heutigen Tage in diesem Reichthum ſizen können, Augen, Sie wissen, diesen bösen, hellen Augen. Ich Rußland ein Amt mit dem wenn er nur gewollt hätte. Nun hatte er sich's aber in wurde fast gelähmt vor Entsetzen und hatte gerade Stimme lächerlichen Titel. Ich arbeite hier im Bureau eines den Kopf gesezt, daß es schlecht enden müsse. Wenn er genug, um zu schreien; da schlug er mir aber auch schon Advokaten und befleißige mich, nach meinen eigenen nicht in jeder Hinsicht alles haben konnte, wie er wollte, so die Strallen in den Kopf, so daß die Nachthaube in Fezzen Geschäften zu sehen. Alle das Gegentheil behauptenden Ent Nachrichten sind falsch und müssen von niedriger, persön gerieth er außer Rand und Band und betrug sich wie ein ging. Nun möge ich thun, wie ich wolle, brüllte er. Zoller. Ihm war alles gleich, wenn er sie nur ins Elend weder nähme ich Thea wieder in's Haus und bäte ihr ab, licher Malize feitens eines unverantwortlichen Angebers ermehr! Schon fühlte ich seine brennende, feuchte Hand über S. E. Schewitsch. " Na, der arme Teufek, ruinirt hat er sich gründlich!" was ich gejagt, oder ich erblickte morgen die Sonne nicht funden worden sein. Wir haben auch Herrn Schewitsch angegriffen und " Ja, wenn man es darauf anlegt! Von einem solchen meinen Hals taften. Kein Wort brachte ich hervor; es Prassen war, als schnürte sich mir die Kehle zusammen; ich hatte mich drucken deshalb die sehr wenig entschiedene Erklärung dieses Leben, wie es nun auf Fredheim begann, und Rechen und Kartenspielen, die Thüren Tag und schon Gott empfohlen, jedoch zum Glück kam noch der Knecht Herrn ab, bemerken aber hierzu, daß wir dieselbe nicht dem Nacht allen Gästen offen, hat kein Mensch noch jemals reden herbei." Schrecklich, was Sie alles durchmachten, Frau hören. Von allem anderen Gräuel fann man ja nicht einWenn es wahr ist, was die Leute erzählen, Holmsen." ( Fortsetzung folgt.) so war eine Meile im Umkreis fein Mädchen, das er in brachte. mal sprechen. Sun" entnommen haben; sie lam uns auch nicht von persönlichen und politischen Gegnern desselben, sondern von ganz zuverlässigen, in der Sache unparteiischen Parteigenossen zu Theater. Donnerstag, den 1. Januar. Opernhaus. Die Hugenotten. Circus Renz. Karlstraße. Freitag: Oberon, König der Elfen. Donnerstag, den 1. Januar: Schauspielhaus. Der Kaufmann von Venedig. Freitag: Othello, der Mohr von Venedig. 2 Vorstellungen. Um 4 Uhr Nachm.( I Kind frei) Leffing- Theater. Auf der Höhe des Bacchus u. Gambrinus Jahrhunderts. Freitag: Sodoms Ende. Berliner Theater. Rean. Freitag: Der Kaufmann von Venedig. Deutsches Theater. Die HanbenTerche. Freitag: Die Kinder der Exzellenz. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Die Gondoliere. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Wallner Theater.' Nullerl. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Residenz- Theater. Der Kampf ums Dasein. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Viktoria Theater. Die sieben Raben. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Bellealliance- Theater. Mein Freund Lehmann. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Oftend- Theater. Die sieben Raben. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Thomas Theater. Der Soldaten. freund. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Unsere Don Juans. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. oder: Der Sieg des Champagners. Große Pantomime mit Tänzen und international. Charakterbildern 2c. Neu arrang. vom Direktor E. Renz. Abends 7/2 Uhr: Die lustigen Heidelberger oder: Ein Studenten- Ausflug mit Hindernissen. Große Drig.- Pantomime. Neu arrang. und in Scene gesetzt vom Direktor E. Renz. In beiden Vorstellungen Auftreten sämmtlicher Künstler- Spezialitäten, so wie Reifen und Vorführen der bestdressirten Schul- und Freiheitspferde. Komische Entrees und Intermezzos von 16 Clowns. Unserem Pfropfen- Rendanten Herrmann Haseloff zu feinem heutigen Wiegenfeste ein dreimal donnerndes Hoch. Der Pfropfenverein„ Wedding". Unsern Freund und Kollegen Carl Städer, gen. Stachel, Schöneberg, zu seinem heutigen Wiegenfeste gratuliren wir aufs Beste. kollegen von Wildwest e. Große öffentliche Versammlung für Frauen n. Männer am Donnerstag, den 1. Januar, Abds. 6 Uhr, in den ,, Zentral- Festsälen", Oranien- Strasse No. 180. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über:„ Ist unsere heutige Gesellschaft human?" Referent Serr Pinn. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Geselliges BeisaminenDu, Carl, heut' Abend in die sein. Brauerei, wat menst Du woll, wie die 2594 alle Stacheln. 2597 Dem Burjemester H. Wernicke zu seinem heutigen Geburtstage ein fräftiges Hoch. 2573 Die rothen Charlottenburger. Allen Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung, daß mein lieber Mann, der Töpfer Wilhelm Stockmann, nach langen Leiden am 28. Dezember verstorben ist. Die Beerdigung findet heute, Donnerstag, 1 Uhr Mittags, vom Trauerhause, Wienerstr. 56, aus statt. 2593 Die trauernde Wittwe Zu recht zahlreichem Besuch laden ein Die Beauftragten. Verein zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins und Umgend. Am Sonntag, den 4. Januar 1891, Vorm. 102 Uhr, in Kliem's Salon, Hasenhaide No. 14-15: Große Wander- Versammlung. Tages Oronung: 2590 1. Bortrag. Referent Regierungs- Baumeister a. D. Kessler. 2. Berschiedene Vereinsangelegenheiten.- Gäste haben Zutritt. Die Kollegen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Die Fachvereins- Versammlung der Steinmetzen Bertha Stockmann, geb. Pälide. findet am Sonntag nicht statt. Hierdurch erkläre ich Fräulein Therese 2591 Scheele als ein durchaus anständiges Morgen, Freitag: Mädchen und nehme meine gemachten Komiker- Vorstellung. Aeußerungen über dieselbe als unwahr Ferdinand Uement. Heidelberger. Alles Nähere die Tageszettel. E. Renz, Direktor. Circus Schumann. Friedrich- Karl- Ufer. Theater der Reichshallen. Große Donnerstag, den 1. Januar: Spezialitäten- Vorstellung. Concordia. Große SpezialitätenVorstellung. 2 große zurück. HF Den Genofen von Rixdorf und Umgegend ein gesundes und fröhliches 2587 Neujahr. Max Franke, 3eitungs Spediteur, Berlinerstr. 82. Der Vorstand. Gr. öffentl. Steinmeh- Versammlung am Sonntag, den 4. Januar 1891, Vormittags 10 Uhr, Johannisstrasse 20 bei Müller. Tages Ordnung: 1. Abrechnung über die für die Hamburger Ausgesperrten gesammelten. Gelder. 2. Bericht über die Gewerkschaftskonferenz. 3. Verschiedenes. Jeder Steinmetz ist zu dieser Versammlung eingeladen. 2592 Meinen Kunden und Freunden zum Freie Vereinigung der SeifenJahreswechsel Gebr. Richter's Variété. Große Extra- Vorstellungen. Die herzlichte Gratulation. Spezialitäten- Vorstellung. Wintergarten. Große Spezialitäten- admittags 3 Uhr. Vorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Andress, Alexander Clara Conrad, Bieber- und Walzerfängerin. straße 27c. Jenny Reimann, Kostüm- Soubrette. Max Menzel, Gesangskomiter. Mr. Koberstein, Malabarist. Mc. Lean Brothers, Amerikan. Neger- Excentric. Gebr. Willmo, musikalische Clowns. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 5/2 Uhr. Entree Wochentags 1. Sonntags 30 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Gtablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: HUF Grosses Concert. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Entrée Wochentags 10 Pfg., Sonn- und Festtags 25 Pfg. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Bazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. F. Müller. 641 Abends 7/2 Uhr. E Beide Vorstellungen mit verschiedenem Programm. In beiden Vorstellungen: Gircus unter Wasser. Eine ländl. Hochzeit, Sensationelle Wasser- Pantomime. Nachmittags zahlen Erwachsene volle Rassenpreise, Kinder unter 10 Jahren halbe auf allen Plägen. Adends wie gewöhnlich. Freitag, den 2. Januar: Abends 72 Uhr: Große Vorstellung. Eine ländliche Hochzeit. Alles Uebrige Plakate und Anschlagzettel. Kaiser Panorama. Paffage 1 Tr., v. 9 M. bis 10 Ab. Diese Woche: 1. Reise auf der Insel Rügen. 2. Wanderung d. Rußland. 1. Cycl. Pariser Weltausstellung. Hertha- Reise. Eine Reise 20 Pf., Rind nur 10 Pf., Abonn. 1 Mr. Welt- Restaurant. Dresdenerstr. 97. Bratweil'sche Bierhallen Neu! Neu! Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Grosses Concert mit Quartett- Sängern, Neu! Neu! 2583 Julius Lindenbaum, Gr. Frankfurterstr. 139, sieder u. Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Der Einberufer. 2588 Hierdurch die ergebene Anzeige, daß wir dem Herrn Franz Ungering in Köpenick, Grünauerstraße 4, eine Agentur unserer Liverpool u. London u. Globe, Versich.- Gesellschaft für Feuer u. Leben. Berlin, den 30. Dezember 1890, Kommandantenstr. 58. Herren- und Knabenkonfektion. Mitgl.- Versammlung Gesellschaft übertragen haben. Möbel, Spiegel und Polsterwaaren. eigener Gr. Lager, bill. Preise. Fabrik. Emil Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. 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Bericht des Vorstandes. 2. Abrechnung des 4. Quartals. 3. Wahl Revisoren. 4. Resolution des VorF Nur Hüte des gesammten Vorstandes und der mit Arbeiter- Kontrolmarke. ſtandes. 5. Verſchiedenes und Frage: Stalizerstraße 131, und Roßmann, tasten. Bei der Wichtigkeit Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, frühzeitig zu erscheinen, da neben Frister Wilhelm Zapel, Huimacher. die Versammlung pünktlich um 9 Uhr Jede Uhr 2599 eröffnet wird. Der Vorstand. Ethische Gesellschaft. Donnerstag, den 1. Januar, zu repariren ( außer Bruch) unter Garantie fostet bei mir 1,50 Mk. Reine Reparaturen entsprechend billiger. Uhren, Gold- u. Silberwaaren Grenadierſtraße 33, bei Seefeldt, C. Wunsch, Dantas, um 4 Uhr: Kinder- Bescheerung, um 8 Uhr: Fest- Vortrag d. Herrn H. Peus. Nachher gesellige Untern. d. Oranienplay, Artistischhaltung und Tanz. Gäste, Damen und Photographisches Atelier Herren, willkommen. 2567 Ordentl. General- Versammlung der Einsetzer( Tischler) Berlins und Umgegend am Sonntag, den 4. Januar, Vorm. 102 Uhr, eue Friedrichstr. 44. Tages- Ordnung: 1. Rassen- und Revisions- Bericht vom 4. Quartal und Jahres- Bericht. 2. Bericht über den Arbeitsnachweis. 3. Verschiedenes und Fragetasien. Don Carl Graefe, Berlin S., Prinzenstraße 11, empfiehlt sich den Freunden und Parteigenossen zur Aufnahme von Portraits, Gruppen, Landschaft. u. Reproduktionen. Spez.: Vereine u. Gewerkschaftsgruppen. Weihnachts- Aufträge bitte zu beSchleunigen. Roh- Tabake. Grösste Auswahl, billigste Preise von sämmtl. im Handel befindlichen Tabaken 1531a Mitglieder werden aufgenommen. Heinr. Frank, Um regen Besuch bittet 2582 Der Vorstand. Eisenwaaren, Werkzeuge, Haus- und Küchengeräthe Brunnenstr. 141-142. Zither- Unterr.u.Lager. Köll.Fischm.1,111. Das gr. Lager Berlins Kinderwagen. Andreasar. 23,§.p. Schlafstelle für Herren zu verm. E. Vogtherr, Berlin C., R. Martustr. 10, v. 1 Tr. r. 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Gutmann& Meyer, Mendelssohnstr. 2. Hierzu zwei Beilagen, 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Nr. 1. Die Zustände in Rußland. I. Da die Redaktion des neuen deutschen sozialdemokratischen Organs den Wunsch aussprach, möglichst genaue Rechenschaft über die sozialistisch revolutionäre Bewegung in Rußland zu erhalten, wollen wir versuchen, unseren deutschen Freunden, so gut wir im Stande sind, ein deutliches Bild von dem Gang der Verhältnisse in unserem Lande zu zeichnen. Zunächst gilt es, die allgemeine Lage der russischen sozialistischen Partei zu stizziren und nachzu weisen, aus welchen Elementen sie in ihrem Kampf mit der seit Anfang des neuen Regimes in Rußland wüthenden entseglichen Reaktion besteht. Donnerstag, den 1. Januar 1891. Dictionaire de Géographie universelle"( Neues Wörterbuch für allgemeine Geographie), herausgegeben von der Firma Hachette, erschienen ist, mit Aufmerksamkeit zu studiren und dabei im Auge zu behalten, daß diese Firma, konservativ in Allem, was sie veröffentlicht, sicherlich alle umstürzlerischen Ideen sorgfältig fern gehalten hat und daß der oben erwähnte Artikel nichts weiter vorstellt, als eine geschickte Gruppirung von Thatsachen und Zahlen. Doch Was die Kräfte der Opposition anbelangt, so darf man nicht läugnen, daß ihnen augenblicklich jede Organisation fehlt und daß dieses Fehlen im Grunde genommen von allen den ge= nannten traurigen Symptomen das traurigste ist. Aber unver tennbar ist es, daß gerade die russische Regierung mit erstaunlich Denjenigen, welche mit glühendem Interesse den Wendungen selbstloſem Eifer daran arbeitet, die Elemente für eine solche jenes ruhmwollen Kampfes der Partei der„ Narodnaia Volia", Organisation zu schaffen, so daß sie im gegebenen Zeitpunkt mit die sich um ihr Exekutiv- Komitee gruppirte, gefolgt sind, fönnte einem Schlage erstehen kann. Alle Berichte, die aus den verder gegenwärtige Stand der russischen Revolution trostloser er- schiedensten Theilen des Reiches kommen, erzählen von einer scheinen, als er in Wahrheit ist. Seit dem Verschwinden des tiefen geheimen Unzufriedenheit, die sich weiter und weiter ausErekutiv- Komitees fehlt es an jeder Organisation, um ein einheitlich breitet und von Tag zu Tag und allerorten anschwillt, auf dem planvolles Vorgehen der zerstreuten sozialistischen Kräfte herbei- platten Lande, in den Fabriken, in den Schulen, den Zemistvos zuführen. Kein Zweifel, mysteriöse Haussuchungen, fortgesetzte( Landtagen), den Gemeinderäthen und selbst in der Armee. Sie Verhaftungen in verschiedenen Städten des Reiches, zahlreiche zeugen von einer beständigen Vermehrung solcher Menschen, die Ueber ührungen nach Sibirien, in den meisten Fällen ohne Ur- in dem Moment, wo sie sich nicht mehr vereinzelt fühlen in theil, einfach auf administrativen Befehl, das sind für den auf ihrem Hasse gegen die jetzige Lage der Dinge, bereit sind zu Die sozialistischen mertsamen Beobachter ebensoviele Anzeichen, daß in Rußland jeder entschlossensten, verwegensten That. eine tiefe Gährung weiter und weiter um sich greift, ohne daß Prinzipien sind keineswegs zurückgedrängt worden. die Polizei ihrer Herr zu werden vermöchte. Indeß das Schweigen der Ueberdruß, das verhaßte und entwürdigende Joch der aller der loyalen Presse, der von der Regierung der Maulforb an- aufrichtigen Anhänger baaren Autokratie zu tragen, läßt gelegt ist, das Verschwinden von Organen der russischen und aus vielen der russischen Revolutionäre den Fortschritt des Klassenländischen geheimen Presse, mochten sie auch weniger bedeutend fampfes zu langsam erscheinen, als daß man so in absehbarer und einflußreich sein, das alles scheint Zeugniß abzulegen von Zeit etwas machen könnte. Nach Wegfall der Abtrünnigen, der einer allgemeinen Schwächung der oppositionellen Bewegung. Schwächlinge, der Unentschlossenen, der Ungläubigen schaaren sich Man könnte glauben, die Polizeiwillkür triumphire unbestritten in die Kolonnen der Partei, zwar weniger, aber um so entin Rußland, die Geister gäben sich damit zufrieden und wählten schlossenere Kämpfer; und überhaupt kann man bei dem FortEntfagung gegenüber dem Unabänderlichen. Weitere Symptome schreiten der allgemeinen Unzufriedenheit bezweifeln, daß die Zahl find geeignet, diese Ansicht zu bestärken. Eines der maßgebendsten wirklich geringer geworden ist. Die russische revolutionäre Presse Mitglieder des Exekutiv- Komitees, das sozusagen seine Feder" im Auslande ist zurückgegangen, aber nur, weil in Rußland sich war, ist mit Sack und Pack in das Lager der allerertremsten die Ueberzeugung immer mehr Bahn bricht, daß nur in Rußland Reaktionäre übergegangen; Flüchtlinge, mehr oder weniger selbst, angesichts des Feindes, ein ernster Kampf um eine bessere bedeutende, die den Ruf großer politischer Festigkeit und Zukunft aufgenommen werden kann. Es ist unzweifelhaft: wenn Unbestechlichkeit genossen, haben sich dazu herbei gelassen, Amnestie eine Schaar von fähigen und entschlossenen Männern, mag es für ihre Vergangenheit zu erbitten und so nach Rußland heim- sein, wann es will, die Umstände wohl zu benutzen verstände und zukehren; unter den russischen Revolutionären konnte ein Organ ein revolutionäres Zentrum bilden würde, sofort würden von entstehen, fonnten Persönlichkeiten auftreten, die ihren Entschluß allen Seiten todesmuthige Truppen herbeiftrömen; sei es nun verkündigten, für den Augenblick" und aus taktischen Gründen eine Schaar von Sozialisten oder Liberalen, oder selbst von jedes sozialistische Prinzip fallen zu lassen; andererseits religiösen Sektirern oder Palastverschwörern. Freilich macht es wieder betrachtet die Majorität der revolutionären Jugend die die herrschende Stimmung mehr als unwahrscheinlich, daß sich terroristischen Attentate nicht nur als ein„ nothwendiges Uebel", ein derartiges Zentrum außerhalb der Sozialisten bilden wie das Erekutiv- Komitee von 1880-1884 erflärt hatte, sondern könne. entsprechend den Anschauungen, die in den alten, vom Komitee abgewiesenen Broschüren von Morozof und Tarnowsky vertreten wurden, als das beinahe einzig mögliche System des politischen Kampfes; ja, es haben sich unter den russischen Flücht In unseren nächsten Berichten werden wir es unternehmen, nacheinander alle die Fragen zu behandeln, die in Rußland auf der Tagesordnung stehen und so einerseits nachzuweisen, wie sehr der russische Staat jeder Festigkeit entbehrt, und auf der anderen Seite, Bewegung in unserem Lande von wahrgenommen werden können. 8. Jahrg. Der Fabrikant und Schlotbaron Wünscht reichlichen Entbehrungslohn; In's leere Knopfloch mancher Fant Sich wünscht ein buntes Ordensband. Neben der Villa Stöcker hätt' Gern auch noch eine Predigtstätt'. Das Zentrum wünscht ins Land fürwahr Zurück die Jesuitenschaar. Der Hauswirth wünscht für's täglich Brot Sich eine nette Wohnungsnoth. Noch reichlicher besucht säh' gern Die Volksküchen Frau Morgenstern, Und in des Reiches Kolonien Entlaff'ne Strafgefang'ne ziehn Möcht sehen voll Begeisterung Wohl der Verein zur Besserung". So Jeder hat, bescheiden zwar, Ein Wünschlein doch für's neue Jahr! Zu guter Letzt hinkt hinterdran Der Paria, der arme Mann". Nun wohl, auch's Proletariat Gar Manches auf dem Herzen hat, Dessen Erfüllung es erstrebt. Die es dereinst wohl auch erlebt. Erleicht'rung von der Steuern Last Wünscht es, die es erdrücket fast; Es wünscht für Alle gleiches Recht, Nicht geben soll es Herrn und Knecht. Nicht darben will der Mann der Kraft, Der rastlos alle Werthe schafft Zum Vortheil And'rer und Genuß Indeß er hungern, leiden muß! Es wünscht der Arbeit freie Sohn Für seine Müh' gerechten Lohn; Er fordert Arbeit, fordert Brot! Drum hält er hoch die Fahne roth, Nebt Menschenlieb', Humanität, Arbeitersolidarität, Damit auch's Proletariat Dereinst ein frohes Neujahr hat. Bis dahin geb's nicht Nast noch Ruh', Drum rufen wir denn Vorwärts" zu Der Arbeitsbrüder großen Schaar Als Kampfesgruß zum neuen Jahr! lingen Proteste erhoben gegen das einstmalige Prinzip dieses welche Symptome einer revolutionären, und vorzugsweise sozialistischen Antrage den anderen auf Uebergang zur Tagesordnung gestellt des russischen Reiches zu begehen, und ein Glied der polnischen Partei, die der russischen verbündet und gegenwärtig viel fefter organisirt ist als diese, hat auf eigene Verantwortung, ohne seine Partei zu befragen, also thatsächlich dem Prinzip des extremsten Anarchismus folgend in Paris einen Polizisten ermordet. Diefer Mangel jeder Organisation, der bis zur Anarchie führt; Dieser Mangel jeder klaren Auffassung der Prinzipien, der es ermöglicht, daß bald der Sozialismus, bald der Kampf gegen die Willkür verleugnet wird; dieser Mangel an Taktik, der an Stelle des sozialen und politischen Zieles etwas setzt, das höchstens ein Mittel sein könnte, wahrhaftig, das sind traurige Symptome, und man kann sich in die Seele Derer hineinversehen, die da überzeugt sind, daß die Politik der Minister Alerander's III. die Feinde der Autokratie vernichtet hat, und auch Diejenigen begreifen, die an einer besseren Zukunft ihres Vaterlands verzweifelnd ihr Haupt beugen. Nun wohl, ich glaube, daß diese Symptome, deren Bedeutung ich weit entfernt bin zu verkennen, Denjenigen leicht trügerisch irreleiten, der darauf hinausgeht, sich ein Urtheil über die augenblicklichen Zustände in Rußland zu bilden und, daß die Windstille der letzten Jahre, während deren die sozialistischen Revolutionäre sich vielleicht in einer nur weniger wahrnehm baren Weise gestärkt und befestigt haben, ebenso gut der Tag nach einer alles zerschmetternden Niederlage, als der Vorabend eines gewaltigen Kampfes sein tann. Diejenigen im Auslande, die noch auf eine Erneuerung der ökonomischen und moralischen Kräfte der leitenden russischen Kreise hoffen sollten, brauchen nur den Artikel„ Rußland", der eben im 54. Bande des„ Nouveau Rothenburger Tage. Roman aus der Zeit des großen Bauernkrieges von 1525. erflären. Von Wilhelm Blos. ( 25. Fortsetzung.) " Semen Petroff. Lokales. Neujahrswünsche. Kaum daß begann das neue Jahr, So stellet der Petenten Schaar Sich in der Runde prompt auch ein Mit einem frommen Wünschelein. Ein Jeder hofft, das neue Jahr Es werd' sein Wünschen machen wahr! Ob er gleich Alles auch besitzt, Ob er gleich weiß, daß es nichts nüht, Es wünscht sich Jeder was apart Ein Jeglicher nach seiner Art. In erster Reih', wie sich's gebührt! Das liebe Militär marschirt. Daß es doch werden möcht' vermehrt Des Kriegsministers Wunsch man hört, Und neuer Steuern reichen Kranz, Wünscht der Minister der Finanz. Der Einsiedler von Friedrichsruh Wünscht sich noch manches Interview; Es steht nach höh'rer Zöll' Gewinn Der" armen" Gutsbesißer Sinn. Die Leitung der Stadtverordneten Versammlungen durch den Vorsteher Dr. Stryd hat schon oft Anlaß zur Verwunderung gegeben. Die letzte Sigung am vorigen Dienstag liefert wiederum einen Beleg dafür, daß diese Leitung, um uns gelind auszudrücken, start eigenthümlich ist. Zunächst wird es Jedem, der auch nur im mindeſten mit parlamentarischen Gebrauchen bekannt ist, komisch vorkommen, daß der Vorsitzende das Schlußwort zu einem Antrage nicht dem Antragsteller oder einem der Antragsteller, sondern demjenigen geben wollte, der zu dem hatte. Das ist etwas so Merkwürdiges, daß man kein Wort hinzuzusetzen braucht, ja jedes hinzugefügte Wort würde den Eindruck der komischen Thatsache an einem für die Komik durchaus ungeeigneten Orte höchstens abschwächen. Der Stadtv. Dr. Langerhans, als derjenige, welcher den Antrag auf motivirte Tagesordnung gestellt hatte, hat sich an diesem eigenthümlichen Vorgehen des Vorstehers mitbetheiligt, wofern die Angabe des letzteren genau der Wahrheit entspricht. Herr Dr. Stryck erklärte nämlich der Dr. Langerhans, welchem das Schlußwort zutomme(!), habe auf dasselbe verzichtet. Sehr treffend nannte der Stadtv. Singer es furios, daß Herr Langerhans auf das Schlußwort zu einem Antrage verzichte, den er gar nicht gestellt habe. Der Stadtv. Singer erhielt späterhin vom Vorsteher einen Ordnungsruf, weil er die Versammlung fortgesetzt beleidige". Dem Dronungsrufe war unmittelbar vorausgegangen die Aeuße rung des Herrn Singer: Ich habe zu dem Bürgersinn selbst dieser Versammlung das Zutrauen, daß sie" u. f. w. Herr Singer hat mit diesem Satze der Versammlung nicht an sich jeden Bürgerjinn abgesprochen, er hatte ihr vielmehr ausdrücklich einen gewissen Grad von Bürgersinn zugesprochen. Wodurch sich ein Theil der Versammlung beleidigt fühlte, und was auch Herr Stryck als eine Beleidigung der Versammlung mit dem Dronungsruf ahuden zu sollen glaubte, war der Vergleich, in welchen Singer diese StadtverordnetenVersammlung mit einer anders zusammengesetzten stellte und bei welchem er diese Versammlung als die minder von Gemeinsinn beseelte hinstellte. Auch noch durch einen anderen Vergleich fühlt sich die freisinnige" Mehrheit beleidigt, indem Singer nämlich von einem Aussprüche des Regenten sagte, daß er ein größeres schan!" Was die von Rothenburg haben mag! Die ist toll, Erstere, er wird gleich darauf stoßen und sich spießen. Da als wollte sie heute noch des Teufels werden." Oder sie ist verliebt," sprach der Andere. " Mag sein!" nickte der Erstere. In der That war der Falke Agnesens dem Reiher nahe gekommen und hatte sich über ihn erhoben. Voll Wuth Gie ritten rasch weiter und der unendliche Wald dehnte griff er den Feind au; mit wildem Schrei stieß er auf den sich vor ihnen aus; da stieg von einer Wiese ein Reiher Reiher nieder und trachtete ihm die scharfen Fänge in den Värbchen schaute manchmal von der Seite auf ihre empor. Die filbergrauen Federn glänzten im Sonnenstrahl. Leib zu schlagen, während er mit dem krummen Schnabel Freundin; sie konnte sich deren seltsames Benehmen nicht Der Vogel schien sich in der warmen Luft zu baden und nach dem Kopfe und Halse zielte. regte langsam die Schwingen, er schwamm im Aetherblau Die Federn der beiden Vögel stoben umher, der Falke Wie wollen wir dahinfliegen!" rief Agnes, komm' dahin und strebte der Richtung zu, wo er den Mainstrom stieg abermals empor und stieß wieder herab; da hielt Bärbchen, sieh zu, wer am besten reiten kaun!" Und sie wußte. Da sah er auf der Straße die Jagdgesellschaft ihm der Reiher geschickt den spigen Schnabel entgegen, so schwang sich auf den zierlichen Zelter, der ihr eben vor- heranreiten; die däucht' ihm nicht ganz geheuer und er be- daß sich der Angreifer bei dem heftigen Niederstoß spießte. geführt ward.„ Da werd' ich wohl hinten bleiben schleunigte seinen Flug. Sein Blut quoll aus einer heftigen Brustiunde; sein müssen", meinte Bärbchen, denn Du scheinst mir heute Aber die Jägerinnen brausten im Galopp heran, jede Flügelschlag erlahmte und langsam sank der tödtlich vernicht wieder Sturm laufen wollen gegen das Würz- näher gekommen waren, so daß er schier über ihnen dahin Vogel mit vieler Mühe abgerichtet hatte. allerlei Tollheiten im Schilde zu führen. Du wirst doch den Falken auf der zierlichen Faust. Als sie dem Reiher letzte Bogel hinab. " Da fällt er," sagte grimmig der Jäger, der den burger Schloß!" Der ist gerade Die Raubvögel blinzelten in dem grellen Sonnenlicht, " Aber jagen will ich!" rief Agnes und dabei gab sie strich, da nahmen sie den Falten die Hauben ab. so toll gewesen, wie die Rothenburgerin, die ihn hat steigen ihrem Rosse mit der Reitgerte einen Streich, daß es sich dann aber schauten sie mit den scharfen gierigen Augen lassen." hoch aufbäumte. Die wird heute wohl auch noch irgendwo übel an" Das fängt gut an," brummte der alte Burg- umber und entdeckten im Nu den gehaßten Feind in der laufen," meinte der Andere. vogt, dem das Reiten schon etwas sauer wurde, in Bogen stieg er auf. Er ließ seinen schrillen und heisernen Vorsichtig umkreiste er den gefährlichen und tückisch mit dem Höhe. Agnes warf ihren Falken empor und in stolzem Der zweite Falke schien ein erfahrener Jäger zu sein. Die Mädchen sahen stattlich aus zu Roß mit den eng-/ Schrei ertönen und dem Reiher mochte nun unheimlich scharfen Schnabel lauernden Feind. Der Reiher floh, der anliegenden grünen Jagdgewändern und mit den wallenden werden, denn er machte eine Schwenkung. Aber da war Falke verfolgte ihn. Drunten aber jagten Agnes und Bärbweißen Federn auf den Hüten. Die Jäger warsen be- auch der Falke Bärbchens aufgestiegen und kreiste auf der chen hinter den kämpfenden Vögeln her; über Gräben und wundernde Blicke hinter ihnen her. Die Zugbrücke fiel und in dröhnendem Trab ritt die Jagdgesellschaft durch den engen Thorweg über die Brücke hinaus. Der Thurmwächter blies auf seinem Horn eine Lustige Weise hinter ihnen drein. Sie trabten dem Gramschatzer Walde zu. Agnes wurde immer luftiger und übermüthiger; sie setzte über Gräben und Hecken und ließ ihr Pferd halsbrechende Sprünge machen. Der Burgvogt schüttelte hin und wieder das graue Haupt; der eine Jägerbursch aber sprach zum andern: anderen Seite; jetzt gab es ohne Kampf kein Entrinnen. Hecken, durch Felder und Wiesen ging die wilde, tolle Jagd. Als der langbeinige Fischjäger sich von zwei mord- Mit lautem Buruf munterte Agnes den Falken zum Angriff gierigen Feinden bedroht sah, streckte er den langen Schnabel auf und er antwortete mit seinem heiseren Schrei, aber sowie einen Spieß vor und nahm eine kampfbereite Haltung wie er auf den Reiher stoßen wollte, streckte ihm dieser den an, während rechts und links der Schrei der Falken er spißen Schnabel entgegen und der Angreifer wich vorsichtig scholl. Er flog langsam weiter, vorsichtig den Angriff er zurück. wartend. Fluchend und wetternd ritt der Burgvogt hinterher, das war doch bald schier zu toll, denn die triebens wie die Teufelinnen. Die Männer hatten schwere Pferde und konnten nicht so über Stock und Stein dahin jagen, wie die Mädchen " Mein Vogel ist noch jung und hißig," sagte der mit den leichten, flinken Zeltern. So kam es, daß der Buravoat Bass auf," sagte der eine Jäger," da haben wir Unglück. Der Reiher ist tückisch." Glaub's wohl," meinte der Andere. " Urban? = M n fozialpolitisches Verständniß bekunde, als das der Majorität der zu verwenden, können von den Vorstand der Versicherungs-| Breslauerstr. 27. Heindorf, Langestr. 70. Delze, Kl. AndreasVersammlung. Bei dieser Stelle entstand große Unruhe" und Anstalt mit Ordnungsstrafen bis zu 300 Mt. belegt wer- straße 19. Bock, Friedrichsbergerstr. 5. Böhl, Frankfurter auch der Ordnungsruf des Vorstehers galt wohl dieser Aeußerung den. fann von den Arbeitgebern zur Erleichterung Allee 74. Schmidt, Krautstr. 48. Lauschner, Grüner Weg 110. mit, da er ihn ja mit fortgesetter" Beleidigung der Versamm solcher Rontrole eine Nachweisung über die von ihnen be- Riesewetter, Weberstr. 10. Babel, Frankfurter Allee 90. Bolle, Iung motivirte. Nun, wenn dieser Vergleich die Stadt- schäftigten Personen eingefordert werden. Die Quittungstarte Proskauerstr. 37-38. Bolzmann, Andreasstr. 26. Köpnid, verordneten Versammlung beleidigt, so folgt doch logisch, kann von dem Arbeitgeber aufbewahrt werden, doch ist der Magazinstr. 1. Hoffmann, Kaiserstr. 4. Advernat, Fruchtstr. 59. daß derselbe Vergleich, wenn das Urtheil umgekehrt Arbeiter berechtigt, nach der jedesmaligen Einklebung die Aus- Krause, Küstriner Platz 10. Spieckermann, Markusstr. 6. Höhne, lautet, den Regenten beleidigt. Und indem der Vorsteher händigung der Quittungskarte zur eigenen Aufbewahrung zu Eldenaerstr. 2. Schayer, Invalidenstr. 153. Haugt, Weindie Aeußerung Singer's mit dem Ordnungsruf ahndet, fällt er beanspruchen. Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Hälfte des straße 22. Spät, Weinstr. 28. Petersohn, Veteranenstraße 22. implicite dasselbe Urtheil über den Regenten, das Singer über Betrages der eingeklebten Quittungsmarken vom Lohn ab- Pausegran, Wollinerstr. 9. Wilfe, Hochstr. 32. Vilt, Birkendie Stadtverordneten Mehrheit fällte, nämlich daß der Regent zuziehen, doch kann dieser Abzug sich höchstens auf die straße 24. Preuß, Grünthalerstr. 66. Paborsti, Wollinerstr. 9. geringeres sozialpolitisches Verständniß habe, als diese. Es führt für die beiden letzten Lohnzahlungsperioden entrichteten Bei- Boldmann, Rathenowerstr. 49. Riedel, Rathenowerstraße 81. eben zu sonderbaren Konsequenzen, wenn man so reizbar ist, in träge erstrecken. Ginzukleben sind für die Lohntlasse bis zu Einzukleben sind für die Lohnklasse bis zu B. Bigarrengeschäfte in Berlin: Hasenclever, ChausseeBergleichen ohne Grund eine Beleidigung zu erblicken. Gine 350 m. jährlich wöchentlich 14 Pf., für die Lohnklasse von 350 straße 43-50. Hafenclever, Brunnenstr. 122. Diekow, Wiesensolche Reizbarkeit hat aber meist in einem schlechten Gewissen bis 550 M. 20 Pf., für die Lohnklasse von 550 bis 850 M. 24 Pf. straße 18. Boß, Birkenstr. 59. C. Geschäfte in Charlottenihren Grund. und für höhere Lohutlassen 30 Bi. Arbeitgeber und Arbeitnehmer burg: Bathe, Jägerstr. 2. Gose, Wallstr. 46. Grunewald, Am Mit dem Städtischen Krankenhause am Urban haben tönnen sich einigen über eine höhere Duittungsmarke, aber nicht Spandauer Berg 20-22. Bismarcks- Höhe, Wilmersdorferstr. 39. wir uns schon wieder einmal zu beschäftigen, da uns abermals über eine niedrigere Quittungsmarke als nach vorstehendem Tarif Voß, Krummeftr. 19. Koch, Krummeſtr. 83. Wende, Wilmerseine Klage gegen dasselbe zugeht, welche uns ganz berechtigt erforderlich ist. Naturalnuzungen werden bei Berechnung des dorferstr. 169. Krause, Spreestr. 38. Tenge, Wallstr. 38. scheint. Ein Arbeiter brachte am 18. Dezember seine Frau nach Jahresarbeitsverdienstes mit in Anschlag gebracht. Die Höhe Wie man sich im alten Berlin" am Sylvesterabend dem genannten Krankenhause. Hierbei wurde ihm unter anderem der Alters- und Invalidenrente richtet sich seiner Zeit im amüsirte, darüber geben die Anzeigen der Gastwirthe und GeDie Frage vorgelegt, ob seine Frau schon bestraft sei. Welchen Großen und Ganzen nach dem Gesammtbetrage der eingeklebten schäftsleute damaliger Zeit einen ebenso intereffanten wie harmZweck diese Frage haben soll, ist schon nicht recht erfindlich; Quittungsmarken. Das Reich schießt zu jeder fälligen Rente losen Aufschluß. Daß das Punschtrinken auch schon in der jedenfalls ist die Frage, schroff wie sie gestellt zu werden pflegt, einen Betrag von jährlich 50 M. zu. Personen, welche noch in guten alten Zeit" allgemein eingeführt war, beweisen die Anverlegend, namentlich für den ganz unbestraften oder dem Ehe Arbeit stehen und das 70. Lebensjahr vollendet haben, tönnen zeigen in einer Beilage einer Beilage der Berlinischen Nachrichten" mann einer unbestraften Frau. Der Hauptpunkt der Klage be fofort nach Ginklebung einer einzigen Wochenmarte den Anspruch( Spener'schen Zeitung) vom 31. Dezember 1815. Eine ganze trifft indeß das Verhalten der Direktion am zweiten Weihnachts- auf Auszahlung der Altersvente erheben, wenn sie nachweisen Reihe von Kaufleuten preisen ihren ganz vorzüglich feinen, tage. Der Arbeiter wollte an diesem Tage seine Frau besuchen, können, daß sie in den letzten drei Jahren vor dem Inkrafttreten ächten Jamaica Rum à Quart 20, 24 und 26 Groschen" an, erhielt aber den kurzen Bescheid, daß heute kein Besuchstag sei. des Gesetzes 141 Wochen sich in einem Arbeitsverhältniß befunden andere empfehlen beste Zitronen, die von der Kälte durchaus Ebenso ging es den zahlreichen anderen, welche an diesem Tage haben. Die Altersrente beträgt nach den Lohnklaffen 106,40 m., nichts gelitten haben" ut. s. w. Vom Verkauf von Pfannkuchen einen Angehörigen oder Freund im Krankenhause am Urban 134,60 9., 162,80 m., 191,00 m. besuchen wollten. ist weniger die Rede, dagegen scheinen„ Karpfen in Bier" schon Es heißt einfach: es ist kein Besuchstag; Die Thätigkeit unserer Lokalkommission ist schon so vor siebzig bis achtzig Jahren ein allgemein beliebtes Sylvesterund dies, obwohl mehrere der Erschienenen versicherten, daß manchem sozialistenfresserisch angelegten Schwachkopfe ein Dorn essen gewesen zu sein. Daneben werden als Delikatesse ihnen Tags vorher vom Personal des Krankenhauses das Gegen im Auge gewesen. Die staatserhaltende Tagespresse hat wieder für den Sylvesterabend"" große Gänsebrüste",„ Westfälitheil erklärt worden sei. Als sich zulegt etwa 150 bis 200 Per holt auf den" Unfug" der Boylottirungen hingewiesen und die scher Schinken" und von einem Kaufmann Rehage im sonen angesammelt hatten, hielt die Direktion es allerdings für Entscheidungen sächsischer Gerichte sind bekannt. Gewöhnlich Weißen Schwan" Jüdenstraße 39 sogar aufrichtige" Brauns angebracht, nachzugeben; das Publikum war auch schon in Er- thun hervorragende Stügen des modernen Staates fo, als schweiger Schlackwurst à Pfund 16 Gr., sehr gut zum Rohessen, regung gerathen und es wäre im anderen Falle möglicher Weise ob das System der Boykottirung in Berlin und im übrigen am Sylvesterabend empfohlen. Die Restaurateure laden durch zu Störungen der Ruhe und unangenehmen Vorgängen ge- Deutschland von den Sozialdemokraten ausgegangen wäre. Daß folgende und ähnliche Annonzen zur Jahresschlußfeier ein: tommen. In jedem anderen Krankenhause ist der zweite Weih- diese dreiste Unterstellung leicht aufgedeckt werden kann, sollte" Heute, als am Sylvesterabend, ist bei mir Tanzvergnügen, zum nachts- und Osterfeiertag Besuchstag, warum nicht auch am doch den Leutchen eigentlich bekannt sein. Boykottirungen Abendessen Karpfen, Gänsebraten und Bökelfleisch" Der be der schärfsten Art, durchgeführt unter der Die ,, Berliner Zeitung" versucht sich gegen uns zu wehren. der Autorität tannte Puppenspieler Richter, nach dessen Ableben die Berliner Militärbehörden, haben in Zunächst erklärt sie, es wäre ihr nicht eingefallen, den Protest der eine Berlin, lange bevor Straßenjugend das schöne Lied fang: Wer ist todt, wer ist Arbeiterversammlung einen Boykott beschloß, statt- todt? Puppenspieler Richter. Schad' um ihn, schad' um ihn, Gastwirthsgehilfen gegen den Beschluß der Arbeiterschutz- Kom- gefunden. Oder ist das von den Militärbehörden ausgehende War ein großer Dichter." Derselbe kündigte für den Sylvester mission betreffs des§ 121 als einen Ausfluß sozialdemokratischer Verbot des Verkehrs in gewissen Schantstätten, Ver: 1815 an:" Heut werde ich im Lokal des Herrn Wisotky, StallGesinnung hinzustellen. Dann hat sie es gethan, ohne zu wissen, gnügungslokalen, Raufgeschäften und ähnlichen Privatgeschäften schreiberstraße 43, aufführen: Die Schiffer zu Caub oder Ueberwas sie that. Die Berl. 3tg." hat nämlich gleich der Franks. etwas anderes als ein Boykott? Auf die etwaige Verschieden- gang der Preußen über den Rhein, ein Volksspiel für Preußen Beitung" lettere hat ihre Angabe inzwischen berichtigt den artigkeit in der Bezeichnung kanns doch wohl nicht antommen mit Gesang." Im Schauspielhause aber wurde heut vor Protest im Wintergarten ohne Weiteres als einen sozialdemokra- und mit dem Nachdruck und der strengen Kontrole, die von den 75 Jahren gegeben:„ Der Sylvesterabend, hierauf: Die Herberge tischen bezeichnet. Sie spricht auch jetzt noch von" Bemühungen Militärbehörden geübt werden, kann doch so leicht keine Volks- im Walde und zum Schluß: Der gerade Weg ist der beste". sozialdemokratischer Agitatoren, durch verkehrte Darstellungen über versammlung konkurriren; also wozu die sittliche Entrüstung auf Im ungeheizten Zuge werden die Arbeiter der königlichen die Tragweite und Bedeutung der Ablehnung des der Seite unserer Gegner? Artilleriewerkstatt in Spandau von Berlin dorthin und von Bebel'schen Zusages, die Kellner in das Lager ihrer In der letzten Zeit ist die Zahl der militärisch geboykotteten Spandau hierher zurück gebracht. Bei der jest herrschenden Partei hinüberzuziehen." Nun protestirt aber nicht bloß der Geschäfte ganz gewaltig angeschwollen. Wir haben in Berlin grimmigen Kälte ist das wirklich wenig rücksichtsvoll. Die Unter fozialdemokratische, sondern auch der nichtsozialdemokratische allein 84 Schankwirthschaften und Vergnügungsfotale und laffung der Heizung beschränkt sich so ziemlich auf den Arbeiter( ftumpf- oder freisinnige) Theil der Kellner, und im Verein mit 4 Bigarrenhandlungen, in dem benachbarten Charlottenburg zug. Bekanntlich ist es aber gerade die arbeitende Klasse, welche ihm die Prinzipalität, soweit sie sich bisher geäußert hat, gegen 8 Schankgeschäfte. den Eisenbahnen den Haupttheil ihrer Einnahmen liefert; wie den Beschluß der Kommission. Nachdem die Berliner Zeitung" Da wir annehmen, daß den Militärbehörden ein möglichstes rasch würde wohl die Eisenbahn bankerott machen müssen, wenn dann noch einige von uns schon widerlegte Ausführungen noch Bekanntwerden der den Unteroffizieren und Mannschaften der sie auf die Erträgnisse angewiesen wäre, welche die erste und mals vorgebracht hat, meint sie, der§ 121 hindere, mit oder Garnison Berlin verbotenen Geschäftslokale erwünscht ist und da zweite Wagenklasse bringt? Es werden uns zahlreiche Klagen von ohne den Bebel'schen Zusatz, auch in Zukunft feinen Gastwirth, auch vielleicht unsere Leser dieser etwas umfangreichen Liste Arbeitern mitgetheilt, die bei der gegenwärtig andauernden sich von seinen Kellnern Dienstboten- Verrichtungen kontraktlich einiges Interesse entgegenbringen, so wollen wir dieselbe hier Kälte in den ungeheizten Koupees fast erfrieren. Uebrigens auszubedingen. Das ist möglich, kann aber doch vernünftiger folgen lassen. Wenn wir uns nicht irren, ist eines der militärisch befinden die Frauen fich in derselben Lage wie Weise nicht gegen die Einbeziehung der Kellner unter die Ge- geboykotteten Lokale auch von der Lokalfommission auf die die männlichen Arbeiter. Berlin steht in der That hinter anderen werbegehilfen geltend gemacht werden. Wenn die Berliner Boykottliste gesetzt. Die Liste der den Unteroffizieren und Mann- Weltstädten zurück, sowohl was die Nutzbarmachung technischer Zeitung" meint, daß die Bestimmung des§ 121 leicht umgangen schaften verbotenen Lokale hat folgenden Inhalt: A. Schant- Fortschritte für das gesammte Publikum, als was die Gleichwerden könnte, so sollte sie doch etwas besseres vorschlagen. wirthschaften in Berlin: mäßigkeit der Behandlung aller Gesellschaftsklassen angeht. In Die Juvaliditätsversicherung tritt morgen, am 1. Ja Salzwedel, Klosterstr. 83. Guiard, Weberstr. 22. Rubath, Paris giebt es geheizte Droschten und alle Pferdebahnen sind gut nuar, in Krast, indessen sind die Verficherungsbeiträge zu ent- Prinzenstr. 85. Kurth, Hollmannstr. 2. Zirke, Gitschinerstr. 73. geheizt. Bei uns find die geheizte Droschte und die geheizte richten für die ganze Woche, welche mit Montag, den 29. De Muchow, Hasenhaide 35 a. Lindenborn, Gneisenaustr. 17. Schmarr, Pferdebahn gleich unbekannt und in der Eisenbahn seht man zember, begonnen hat. Die Beschaffung der Quittungskarten ist Blumenthalstr. 5. Schneider, Flottwellstr. 6. Wittig, Thurm- fogar in der grimmigsten Kälte die Arbeiter der Gejahr des ErSache der Versicherungspflichtigen, also der Arbeiter, Gefellen, straße 42 a. Kreuz, Admiralstr. 40. Prüfer, Elisabeth- Ufer 16-17. frierens aus. Lehrlinge Dienstboten, Handlungsgehilfen, welche weniger als 2000m. Barthel, Brunnenstr. 38. Steinke, Rüdersdorferstr. 8. Gnadt, Eine schauerliche Szene spielte sich am Mittwoch in der Jahreseinkommen beziehen. Werpflichtet zum Einkleben der Marken Münzstr. 7. Böhl, Wienerstr. 31. Röhr, Alexandrinenstr. 117 a, Beit von 3/412 bis 1 Uhr Mittags in der Mariannenstraße ab, aber ist der Arbeitgeber oder Dienstherr. Da eine Marke nicht Hertel, Markthallenstr. F. Hansen, Bergmannstr. 96. Recke, In der zweiten Gtage des Hauses Nummer 15 war im Komtoir ohne Quittungsfarte eingeklebt werden kann, so ist der Arbeit Leipzigerstr. 59. Hente, Blumenstr. 38. Frau Nürnberg, geb. des Chemikers Herbst während der Abwesenheit desselben Feuer geber berechtigt, nöthigenfalls auf Kosten des Versicherungs- Fels, Anklamerstraße 49. Nieke zu Tempelhof, Berliner- ausgebrochen. Die in Feuer gerathenen Chemikalien entwickelten pflichtigen die bezügliche Quittungskarte zu beschaffen. Die traße 9. Ammer, Heimstraße 1. Werner, Heimstraße 2. einen gräßlichen Qualm, der in kurzer Zeit trog der verschlossenen Quittungskarte wird ausgestellt von der Polizeibehörde desjenigen Schloßbrauerei Schöneberg. Lücke, Chausseestr. 33. Pohl, Chaussee- Thüren in sämmtliche Wohnungen, hauptsächlich die der oberen Bezirks, in welchem der Versicherungspflichtige in Arbeit steht. straße 41. Liepe, Chausseestr. 48. Jakobs, Chauffeeftr. 83. Hütter, Etagen drang. Hierdurch wurde es den in Angst gerathenen Bewohnern Die betreffenden Marken müssen eingeklebt werden bei der Lohn Chausseestr. 85. Sanden, Boyenstr. 4. Möller, Boyenstraße 24. der letzteren unmöglich, sich über die Treppen zu retten. Die Beauszahlung. Dienstherren haben also bei vierteljährlicher Napig, Boyenstr. 25. Niessen, Boyenstr. 32. Dukat, Boyenstr. 40. wohner befanden sich, obgleich das Feuer sich auf zwei Räume Löhnung der Dienstboten mit dem Ginkleben der Marten Gründel, Dresdenerstr. 116. Wendt, Brandenburgstr. 33. Böh- der Herbst'schen Wohnung beschränkte, in Lebensgefahr, der abZeit bis zum 1. April. Für Handlungsgehilfen ist es landt, Bülowstraße 52. Niemetscheck, Staligerstraße 18. Schulz, norme Qualm drohte sie zu ersticken. Ein weiteres Umsichgreifen Zeit bis zum 1. Februar. Für Arbeiter, welche am fünftigen Admiralstr. 40a. Kuhlmay, Rosenstr. 30. Graffunder, Schwerin- des Feuers verhinderte die hinzukommende Feuerwehr. Der sich Sonnabend ihren Lohn ausgezahlt erhalten, muß bis dahin auch straße 9. Müller, Winterfeldstr. 18. Thärischen, Nollendorfstr. 25. immer mehr entwickelnde und riesig schnell verbreitende Qualm die Quittungskarte beschafft sein, um dem Arbeitgeber das Gin Bechlin, Hornstr. 11. Pfister, Eisenbahnstr. 35. Ziemer, Guvry- zwang die Bewohner der dritten und vierten Etage, fich fleben zu ermöglichen. Arbeitgeber, welche es unterlassen, für die Straße 16. Linke, Forsterstr. 45. Ziplinski, Forsterstr. 46. Ebel, auf irgend eine Art vor dem Erstickungstode zu retten. von ihnen beschäftigten, dem Versicherungszwang unterliegenden Skalizerfir. 41. Schmidt, Skalizerstr. 61. Köhn, Naunynstr. 88. Da es den Feuerwehrleuten nicht möglich war, auf dem gewöhn Personen Marten in zureichender Höhe und rechtzeitig Zubeil, Naunynstr. 86. rechtzeitig Bubeil, Naunynstr. 86. Tolksdorf, Görlitzerstr. 58. Tempel, lichen Wege in die Wohnungen der Gefährdeten zu gelangen, mit den Knechten weit hinter den verwegenen Reiterinnen fesselten Naturgewalten durcheinander zum Schrecken der Regen geschützt war, der immer dichter hernieder strömte. zurückblieb. Mit toller Luft jagte Agnes hinter dem Reiher Menschen. Die Hütte selbst war leer; der Kohlenbrenner, der hier und dem Falken her; so hoffte sie des Sturmes in ihrem Agnes und Bärbchen waren in den tiefen Gramschazer gehaust, mußte sie schon vor längerer Zeit verlassen haben. Innern, den Bärbchens Mittheilung entfesselt hatte, Herr Wald hineingeritten; ein breiter Waldweg that sich vor E3 befand sich in der Hütte nichts, außer einigen alten zu werden. ihnen auf und sie jagten noch eine gute Strecke den beiden Säcken; die Thüre, die man nicht schließen konnte, wurde Bei dem tollen Jagen hatte anfänglich Niemand be- Vögeln nach, die sie über sich sahen und die immer noch mit vom Wind auf und zu geworfen, doch bot die Hütte Schutz merkt, wie ein Gewitter über dem Gramschatzer Wald heraufeinander auf Tod und Leben fämpften. Da verschwanden gegen den Regen. gezogen fam. Mit einem Mal stand der Himmel voll mit einem Male die Vögel seitwärts und die kühnen Agnes eilte sofort nach der Stelle, wo sie hatte Bärb dunklen Gewölts; es war hinter den Jagenden daher Jägerinnen konnten ihnen nicht mehr folgen. Sie wollten chen vom Pferde stürzen sehen. Sie fand die Schwester gekommen und ballte sich nun über ihnen zusammen. Ein die keuchenden und dampfenden Rosse anhalten, allein schon des Ritters von Grumbach bewußtlos auf der Erde liegend; heißer Wind strich daher, der den Athem beengte; die Sonne tobte zu ihren Häupten das Unwetter, das über dem Gram- über das bleiche Antlitz rieselte langsam das helle Blut verbarg sich hinter aufgethürmten Wolkenbergen. Da mußte schaker Wald heraufzog. hinab. in kürzester Frist ein gewaltiges Unwetter niedergehen. Der Ein Blitzstrahl zuckte schwefelgelb hernieder und blendete Mit äußerster Anstrengung schleppte Agnes die bewußtBurgvogt, der in seinem Zorn gar nicht auf die Witterung Reiterinnen und Rosse; der Donnerschlag, der darauf folgte, lose Freundin in die Hütte, bereitete aus den alten Kohlenhatte achten mögen, sah nun mit Besorgniß das Gewitter war so nahe und so stark, daß die erschreckten Thiere völlig säcken ein Lager, so gut es ging, und legte Bärbchen darauf herauziehen; er wollte eine Zuflucht suchen. Da stieß er schen wurden und in rasender Flucht dahin jagten. Da nieder. fräftig in sein Hifthorn, um die Fräulein zurückzurufen. half kein Zuruf und kein Zügel, wie toll rannten die Rosse Bärbchen sah kläglich aus; das Gesicht war blutig und Aber die hörten nicht auf ihn, sondern bogen soeben um vorwärts in den Wald und in das Unwetter hinein. das schöne grüne Kleid mit Blutflecken, Kohlenstaub und eine Ecke der Waldung und jagten weiter, dem Reiher und Wohin der Weg führte, wußte Bärbchen so wenig wie Schmutz bedeckt. Bittere Gefühle zuckten durch Agnesens dem Falken nach, die sich in ihrer Kampfwuth eben so wenig Agnes; sie waren den blindlings dahin stürmenden Thieren stolzes Herz, als sie sich so um diejenige bemühen mußte, um das aufsteigende Gewitter kümmerten. überliefert. Es kam eine kleine Lichtung da fuhr aus die sie jetzt als die Verlobte des Mannes fannte, von dessen „ Hol's der Satan," schrie der Burgvogt, hab' ich's dem heiteren zusammengeballten Gewölf wiederum ein Blizz Bild ihre Seele erfüllt war. Aber sie kämpfte ihre doch" immer gesagt, daß der Dokter Luther Recht hat, es trahl hernieder und zerspaltete eine alte Buche, die hoch bösen Gedanken nieder und holte in Bärbchens Hut, sei ein Sack voller Flöhe leichter zu hüten, denn ein Haus darauf folgende Donner schien das Ende der Welt ver- überfließenden ihre Wipfel über die anderen Bäume emporstreckte. Der der ganz ganz verdorben war, Wasser aus einem vorBächlein, nachdem sie der Bewußttündigen zu wollen. „ Wenn sie naß sind, bis auf die Haut, werden sie wieder Schreck, stieg hoch empor und warf seine Reiterin Wasser in das Gesicht und auf die Brust, so daß Bärbchen Bärbchens Roß, in wildem losen das eng anliegende Kleid gelüftet; sie sprigte ihr ab, worauf das Thier weiter rafte und im Dunkel endlich die Augen wieder aufschlug. Agnes wusch ihr das Der Himmel hatte sich verfinstert, es wurde schier Nacht. des Waldes verschwand. Auch Agnesens Pferd bäumte Gesicht ab und es fand sich, daß die Verlegung am Kopfe, Ein solch grimmes Wetter erinnerte sich der Burgvogt lange sich, daß es sich schier rückwärts überschlug, und die Bärbchen durch den Sturz vom Pferde erlitten, eine nicht gesehen zu haben in Franken. Da fuhr mit einem machte gewaltige Anstrengungen, seine Reiterin aus dem unbedeutende war; das Fräulein hatte beim Sturze einen Male ein ungefüger Sturmwind daher, der bog die Bäume, Sattel zu schütteln. Aber Agnes hielt sich fest und es ge- knorrigen Ast mit dem Kopfe gestreift. daß sie ächzten und die Aeste splitterten; dann flammte an lang ihr mit äußerster Anstrengung, das Thier zu bändigen, Ach mein Hut, mein Kleid," jammerte Bärbchen. drei Stellen zugleich der Blitz auf und schoß in zuckenden welches dann auch still hielt, als es das andere Pferd nicht" Darum sorge ich nicht," sagte Agnes etwas unwillig, Strahlen über das ganze Firmament hin, daß mehr sah. ,, weder um Hut, noch um Kleid." voller Weibsleute." tommen", meinte einer der Knechte. Alles in schwefelgelbem Schein stund; darauf rollte Da sprang Agnes ab und hielt das Roß am Zügel; als Um was denn?" meinte Bärbchen, schmollend wie ein so fürchterlicher Donnerschlag daher, daß ein sie sich umfah, bemerkte sie vor sich eine niedrige und roh ein verzogenes Kind, indem ihr die Thränen in die Augen furchtsam Herz hätte glauben mögen, die alte Erde berste aufgeführte Hütte, vor der sich die Reste eines Meilers be- traten. im Innersten auseinander. Ein Regen kam dazu, als würde fanden. Sie führte das Pferd rafch heran und band es mit Rübeln herab gegossen und so tobten alle die ent- unter einem Vordach der Hütte an, so daß es vor dem vor die Thür. Wie wir wieder heim kommen," fagte Agues und trat Gerichts- Beifung. wegen um ihr Rettungswerk zu vollbringen, sahen sie sich gezwungen, I grenzenden Korridor ergriffen waren. Neue Hochstr. 44, Koppen-| welchen der Schwindler verschwunden war, und der arme Handvom Nebenhause aus über das Dach in die Dachwohnungen straße 39, Bergstr. 30 und Köpenickerstr. 8a, während unter die werksbursche hatte das Nachsehen. Eine hartnäckige Selbstmordkandidatin ist die in der einzudringen. Inzwischen war es neun Personen gelungen, sich zweite Kategorie Brände fallen, welche Hollmannstr. 8, Falkenauf diesem Wege zu retten. Fünf Personen retteten sich dadurch, steinsir. 18, Leipzigerstr. 77, Barutherstr. 15, Gharlottenstr. 50/51, Mulachstr. 8 wohnhafte Wäscherin Louise Rösner. Dieselbe hatte daß sie aus den Fenstern des dritten und vierten Stockes in unten Prenzlauer Allee 132, Krausenstr. 4 und Annenstr. 39 stattfanden. sich, in dem festen Vorsatz, aus dem Leben scheiden zu wollen, aufgespannte Nege sprangen. Es war dies für das Publifum Sofern nicht die Dämpfung schon durch Selbsthilfe vor Ankunft am Sonntag Vormittag mit einem Küchenmesser verschiedene ein spannender, grauenerregender Moment. Ein ergreifender An- der Feuerwehr erfolgt war, konnte lettere folche ohne Mühe bedenkliche Schnittwunden an den Füßen, Armen und am Halse blick war es, als eine Mutter ihre beiden neun Monate und drei bewerkstelligen. Auch bei einem Grüner Weg 119 am Montag beigebracht. Als hiernach der Tod nicht eintrat, schnitt sich die Jahr alten Kinder zuerst hinunterwarf und nachdem sie Abend gegen 7 Uhr gemeldeten Brande gab es nichts mehr zu Rösner noch die Pulsadern an beiden Händen auf, wurde jedoch in thun. In einer dortigen Fabrik für Wollwaaren war wahr dabei von ihren Wirthsleuten, von welchen die R. schon seit dieselben gerettet sah, selbst nachsprang. Den und scheuen Wesens zwischen mit bewundernswerthem Muth in die Wohnungen scheinlich durch Selbstentzündung- Wollstaub in Brand gerathen, längerer Zeit ihres unsteten eingedrungenen Mannschaften der Feuerwehr gelang es, der sich an die Wände eines Transmissionsschachtes angesetzt beobachtet worden war, überrascht. Nach sofortiger Hinzuziehung fünf sich noch in den oberen Wohnungen befindende Personen, hatte. Ein energisches Eingreifen mit einer Sprize war dagegen eines Arztes, der Nothverbände anlegte, wurde die Lebensmüde darunter einen Säugling und einen alten blinden Mann zu zur Bewältigung eines Brandes Naunynstraße 20 erforderlich, nach dem katholischen St. Hedwigs- Krankenhause gebracht und retten. Die Feuerwehr wurde nach einer knappen Stunde Herr welcher am Dienstag früh gegen 1/24 Uhr in der im Seiten- streng von den Aerzten beobachtet. Am nächsten Morgen trat des Fetters und begannen die Aufräumungsarbeiten. Nachdem gebäude belegenen Fabrit für Schulmappen aus unermittelt ge- bei der Schwerverwundeten Tobsucht ein, so daß die Unterfich der Qualm verzogen, fonnten die unversehrt gebliebenen bliebener Ursache ausgekommen war. Fast die gesammte Gin- bringung in der Frrenstation der Charitee erfolgen mußte. Bolizeibericht. Am 30. d. M. Nachmittags erschien auf Räumlichkeiten ihrem Zweck wiedergegeben werden. Personen richtung der Arbeitsstätte sowie die in derselben vorhandenen find nicht zu Schaden gekommen. Die Ursache des Brandes Arbeitsmaterialien sind bei der erst spät erfolgten Wahrnehmung der Wache des 21. Polizeireviers der Arbeiter Aßmuß mit einer des Brandes der Vernichtung anheimgefallen und auch das schweren Verlegung an der Stirn, welche er angeblich in der ist vorläufig unergründet. Zwischengebälk des unterliegenden Stockwerks ist eindringlich Annenstraße durch den Husschlag eines Pferdes erlitten hat. Er Von anderer Seite wird über das Feuer noch gemeldet: Die Rettung von fünf Menschen aus hoher Lebensgefahr hat mitgenommen worden. Der legte Alarm am Dienstag Vormittag wurde nach der Charitee gebracht. Als ein obdachloser Ardie Feuerwehr noch am letzten Tage des für sie so bewegten 1/212 Uhr nach Großbeerenstraße 28c war durch die Entstammung beiter zu derselben Zeit aus dem Schanklokal Neue Königstr. 85, wo er sich beim Betteln ungebührlich benommen hatte, gewaltsam Jahres 1890 zu verzeichnen. In der zweiten Gtage des Hauses des Thürvorhangs in der dortigen Portierstube veranlaßt. Die große Wagenbau- Anstalt der Gebrüder Zimmer entfernt wurde, stürzte er zu Boden und brach den rechten UnterOranienstraße 15, Ecke der Mariannenstraße, am Heinrichsein gefahr mann in Potsdam ist vorgestern Morgen ein Raub der Flammen schenkel, so daß seine Ueberführung nach dem Krankenhause am play, tam nämlich heute gegen Mittag drohender Brand aus. In der bezeichneten Etage befindet geworden. Auf dem Grundstück Friedrichstraße 5 und 6 befindet Friedrichshain erforderlich wurde. Abends wurde ein Kriminalsich ein isolirt vermiethetes Zimmer mit separatem Ein- sich das dreistöckige, etwa zwanzig Fenster Front habende Fabrik Schuhmann auf seinem Patrouillengange vor dem Hause Alte gange, dessen beide Fenster nach der Mariannenstraße zu gebäude, in welchem namentlich Postwagen und Hof- Equipagen Jakobsir. 109 von einer Horde Unfug treibender halbwüchsiger belegen sind. Das Zimmer dient dem Agentur- und Kom hergestellt und etwa achtzig Arbeiter beschäftigt werden. Am Burschen, als er dieselben zur Ruhe ermahnte, umringt, zu missionsgeschäft von Herbst u. Cie. als Komtoir- und zum Theil Dienstag Morgen, bald nach vier Uhr, entstand nun, aus nicht Boden geworfen und gemißhandelt, so daß er Verletzungen im auch Lagerraum und ist von der anstoßenden, zwei Treppen rechts aufgeklärter Veranlassung, auf dem Holzboden des Fabrikgebäudes Gesicht, an den Händen und am Knie davontrug. Vier von den belegenen Wohnung abgetheilt, indem man die Verbindungsthür Feuer, daß an dem zahlreichen Material Nahrung fand und sich Burschen wurden zur Haft gebracht. Im Laufe des Tages auf beiden Seiten durch eine sogenannte Tapetenwand ersetzt hat. im Umsehen bald auf das ganze massive Fabrikgebäude ausdehnte. und der darauf folgenden Nacht fanden 13 Brände statt, von Kurz vor 12 Uhr nahmen Hausbewohner einen intensiven Brand: Als gegen fünf Uhr die städtische und um fünfeinhalb Uhr die denen vier durch das Aufthauen von Gasleitungen herbeigeführt geruch und dichten Qualm war, welcher nach und nach das freiwillige Feuerwehr erschienen, konnten diese sich nur darauf worden waren. Treppenhaus erfüllte. Längere Zeit suchte man nach dem Ur- beschränken, die angrenzenden Gebäude zu schützen, was eine sprunge dieser Erscheinung und alarmirte schließlich, als der äußerst schwierige Arbeit war, da das Wasser in den Schläuchen Qualm in besorgnißerregender Weise zunahm, die Feuerwehr, einfror und die Spritzen nur dadurch intakt gehalten werden welche auch nach kaum zehn Minuten erschien. Bei Ankunft der konnten, daß man unter denselben Feuer anzündete. Das Fabrit selben war der Treppenflur dermaßen verqualmt, daß an ein gebäude brannte in zwei Stodwerken vollständig aus, sämmtliches Der 23 jährige amerikanische Bürger Franklin Wilbur Bafsiren der Treppen nicht mehr gedacht werden konnte. Die Handwerkzeug, Hobelbänke 2c. gingen dadurch verloren, ein jenigen Bewohner der dritten und vierten Etage, welche sich Giebel durchschlug einen Schuppen des Nachbargrundstückes, wurde gestern aus der Untersuchungshaft der dritten Strafnicht mehr hatten in Sicherheit bringen können, empfingen die während das Erdgeschoß, wo sich die Schmiede befand, derartig kammer des Landgerichts I vorgeführt, um sich wegen wiederDie Mannschaften der gelitten hat, daß auch dieses für einige Zeit unbrauchbar ge holten Diebstahls zu verantworten. Der Bestohlene war sein Feuerwehr mit lauten Hilferufen. Die Gebrüder Zimmermann, welche versichert sind, Landsmann, ein Herr Whitny aus Amerika, den der Angeklagte Feuerwehr drangen sofort in das bedrohte Haus ein und worden. dem Rauch Abzug auf hoffen indessen ihre Arbeiter in Mieths- Werkstellen zu beschäftigen. hier kennen gelernt hatte. Sie hatten gemeinschaftliche Touren git schaffen, schlugen, unt Bald ermittelte man, Die Ablöschungs- und Aufräumungsarbeiten der Feuerwehr unternommen, um Deutschland kennen zu lernen und zuletzt eine dem Treppenflur ein Fenster ein. aus gemeinsame Wohnung in der Flemmingstraße bezogen. Zwischen dem daß der Rauch oben bezeichneten Zimmer, dehnten sich bis zum Abend aus. Vernuglückt ist am vorgestrigen Abend ein die Annenstraße den beiden Gentlemen bestanden außerdem Beziehungen, welche im dem Komtoir der Firma Herbst u. Cie. drang, deren Inhaber furz vor Entdeckung des Qualmes das Haus verlassen hatte. Bu pafsirender Arbeiter, Namens August Aßmus. A. bemerite ein Interesse der Sitte erheischten, daß die Deffentlichkeit der Vergleich wurden an der Front des Hauses die mechanische und mehrere gestürztes Pferd und hilfebereit eilte er hinzu, um das Thier mit handlung ausgeschlossen wurde. Aus der Urtheilsverkündigung Hafenleitern angelegt, um auf diesem Wege zu den hilferufenden auf die Beine zu bringen.. Bei dieser Gelegenheit erhielt 2. von ging hervor, daß Wilbur seinen Landsmann in mindestens zwei Menschen zu gelangen. Da jeder Augenblick kostbar erschien, breitete dem Pferde einen derartigen Hufschlag gegen den Vorderkopf, Fällen bestohlen hatte, das eine Mal um zirka 1800 Mart man vor der Front des Hauses in der Mariannenstraße auch die daß das Blut sofort aus einer klaffenden Wunde hervorquoll baares Geld, das andere Mal um kostbare Schmucksachen. Das Bralldecke aus, zumal mehrere der gefährdeten Bewohner ohnehin und A. ohnmächtig auf den Straßendamm fant. Der Berunglückte Urtheil lautete auf eine Gefängnißftrafe von einem Jahre schon Miene machten, in ihrer Todesangst auf das Straßen wurde nach dem 27. Polizeirevier geschafft, dort verbunden und 3 Monaten, wovon 3 Monate durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erachtet wurden. pflaster hinabzuspringen. Kaum war dies geschehen, als auch dann nach einem Krankenhause überführt. Tod auf der Lokomotive. Der hier wohnhafte Lokomotiv- Gegen den Zahntechniker Frizz v. Donop, welcher wegen schon Frau Wunderlich, welche in der dritten Etage wohnt, fich in die schüßende Decke hinabstürzte. Sie tam unversehrt führer an der Anhalter Bahn, Köter, hatte vorgestern den gegen Diebstahls und Unterschlagung festgenommen worden ist, sollte an, wenn auch die Angst und Aufregung die ohnehin kränkliche. 8 Uhr auf dem Anhalter Bahnhof von Halle hier eintreffenden am Montag vor der ersten Strafkammer des Landgerichts I verFrau sehr alterirt haben. Nächstdem langten Frau Bieber- Bersonenzug von Bitterfeld auszuführen. Der Zug hatte eben handelt werden. Aus dem Untersuchungs- Gefängnisse kam aber stein und ihr sechsjähriges Töchterchen wohlbehalten auf der diese Station verlassen, als sich K., um ein Signal zu beobachten, die Nachricht, daß v. Donop ernstlich erkrankt sei, und mußte die Als vierte und fünfte Rettung auf diesem Wege aus der Lokomotive herauslehnte. In demselben Moment mußte Sache deshalb vertagt werden. Decke an. Aus der Aera der sozialen Reform. Die letzte Vergelang diejenige der beiden Wittich'schen Kinder, deren der Zug aber auch eine Brücke paffiren. K. mag sich wohl zu Die weit hinausgelehnt haben, kurz der Heizer hörte mit einem Mal handlung, womit gestern die dritte Strastammer des Landjüngstes im zarten Alter von neun Monaten steht. Kleinen waren in Betten 2c. verpackt und haben auf der gefähr einen entsetzlichen Schmerzensruf, dem ein dumpfer Fall folgte. gerichts I die diesjährigen Sigungen schloß, war nicht alltäglicher lichen Luftreise ebenfalls keinerlei Schaden erlitten. Die Mutter Der Zug wurde sofort zum Stehen gebracht, das Personal eilte Natur. Aus der Untersuchungshaft wurde eine etwa 30 jährige, der Kinder verblieb mit ihrem Schwiegervater in der Wohnung, herbei und fand nach längerem Suchen den Körper K.'s in einem bitterlich weinende Frau vorgeführt. Es war die Wittwe Marie bis Feuerwehrleute in ihre Wohnung drangen und Beide über entsetzlichen Zustande. Der Schädel war total zertrümmert und Stieler, welche beschuldigt war, ihre beiden Kinder von 4 und die Treppen hinweg in Sicherheit brachten, ebenso sechs Personen, st. selbst bereits entfeelt. Ein mit Blut bejubelter Brückenpfeiler 6 Jahren in hilfloser Lage verlassen zu haben. Am Spät- NachR. war beim Hinauslehnen mittage des 22. Juli umstand in der Grünstraße eine Menschenwelche vier Treppen links wohnen, darunter ein Kind der Kulnick ließ die Ursache sofort erkennen. schen Eheleute, welches bereits halb erstickt war, jetzt aber sich außer gegen diesen gerannt und hatte so den Tod gefunden. Die Leiche gruppe zwei Kinder, welche wohl das Mitleid der VorübergehenLebensgefahr befindet. Die vier Treppen links wohnenden Miether, wurde vorgestern der von den Vorfall in Kenntniß gefeßten und den erregen konnten. Wie ihre durchnäßten Kleider bewiesen, waren neun an Der Bahl, retteten sich dadurch, daß sie durch die Fenster auf untröstlichen Familie zugeführt. K. war ein in den fünfziger sie lange Zeit dem strömenden Regen ausgesetzt gewesen, das Dach des Nebenhauses fletterten; unter denselben befand sich Jahren stehender pflichtreuer und allgemein beliebter Beamter. weinend erzählten sie, daß sie seit dem Morgen nichts gegessen hätten und mit Heißhunger verzehrten sie ein ihnen dareine Frau Zerbst mit ihren fünf Kindern, deren jüngstes erst ein Er hinterläßt eine Frau mit vier unmündigen Kindern. Der alte Schwindel. Ein vor einigen Tagen hier zu gereichtes Stück Brot. Auf weiteres Befragen war nur von ihnen halbes Jahr alt ist. Das Feuer selbst, über dessen Entstehungsurfache man noch im Zweisel ist, wurde bald gelöscht, so daß die gereister Tischlergeselle lernte in einer hiesigen Herberge einen zu erfahren, daß ihre Mutter fie bereits am Morgen aus der in Feuerwehr nach zirka einstündiger Thätigkeit abrücken fonnte. jungen Mann kennen, welcher vorgab, Destillateur zu sein. Am der Landsbergerstraße belegenen Wohnung mitgenommen habe. Eine große Menschenmenge umstand das Haus, welches soeben Dienstag Nachmittag wußte nun der angebliche Destillateur den Sie hatte angegeben, daß sie zum Kaufmann wolle, um Einkäufe Tischler zu bewegen, mit ihm nach der Lothringerstraße zu gehen, zu machen. Auf der Straße sei ihre Mutter plötzlich davon geder Schauplatz so aufregender Szenen gewesen. Eine endlose Reihe von Alarmirungen hat die Feuer- er wolle bei seinem dort wohnenden Onkel Geld holen. Vor laufen und seit vielen Stunden irrten die Kinder nun im Regen wehr seit vorgestern beinahe unausgesetzt in Bewegung gehalten. dem Hause Lothringerstraße angekommen, bat er den Tischler, in den Straßen umher. Das Publikum war der Ansicht, daß die Wie es die herrschende Kälte schon seit einiger Zeit mit sich bringt, ihm doch auf kurze Zeit seinen noch ziemlich neuen Ueberzieher Kinder ihre Mutter einfach auf der Straße verloren hätten und find naturgemäß am häufigsten solche Brände vertreten, deren zu leihen, damit er vor seinem Onkel ordentlich hintreten könne. daß jedenfalls die besorgten Angehörigen der Polizei schon MitEntstehung beim Aufthauen von Wasserleitungs- und Gasröhren, Der Tischler war so gutmüthig und lieh dem Destillateur den theilung gemacht haben würden. Eine mitleidige Frau führte die oder durch Einflüsse der jest start in Anspruch genommenen Heiz- Ueberzieher im Werthe von 50 M. und wartete am Hauſe ver- Kinder nach dem nächsten Polizeibureau, hier war eine Anzeige anlagen veranlaßt ist. Zu ersterer Kategorie zählen die Brände geblich auf das Wiederkommen seines Kollegen. Der faubere aber noch nicht eingegangen und eine an das Polizeipräsidium gerich Wilhelmstr. 76, Auswärtiges Amt, in welchem über der Durch- Batron war mit dem Ueberzieher verschwunden. Das Haus tete Anfrage hatte dasselbe Ergebnis. Die Behörde mußte einstweilen fahrt Dielung und Balken in der Klosetanlage und auf dem an- besaß einen nach der Linienstraße führenden Durchgang, durch für Unterbringung der Kinder Sorge tragen. Die Ermittelungen bekannt war, rafte in höchster Angst, schlug aus wie toll Das Unwetter hatte sich verzogen, der Regen hatte Seun brach bei Agnes das Mitleid durch; das stark und machte verzweifelte Anstrengungen, fich loszureißen. aufgehört. Das Gewölt, das so eben noch drohend den Himmel bedeckt, war nur noch in weiter Ferne zu sehen. geistige Mädchen tröstete die Freundin, die ein schwaches Allein hätte Agnes wohl in den Sattel tommen mögen; über es war inzwischen Nacht geworden und die filberne Weib tödtlich hätte hassen müssen." Fasse Muth," meinte mit der Laft der Dhumächtigen war es ihr nicht möglich. Da schoß ihr ein furchtbarer Gedanke durchs Gehirn. Scheibe des Mondes zog am Himmel herauf. Die Sternlein Agnes, wir müssen sehen, wie wir heimkommen. Es ist flimmerten so, freundlich herab und Agnes wandte ihr blasses nicht gut, die Nacht hier zu verbleiben in dieser elenden Wie, wenn sie sich auf das Roß schwang und allein davonAntlig nach ihnen empor- ach, die gold'nen Sternlein! Hütte, deren Thür nicht zu schließen ist; es ist aber auch jagte? Dann ward Bärbchen eine Beute der Wölfe und Sie flimmerten unbeweglich weiter in trostloser Ferne, troft nicht gut für zwei schußlose Mädchen, Nachts allein durch Los wie Agnesens todtwundes Herz. Drinnen schluchzte Bärbchen leise und jedes Mal, wenn Agnes dies Schluchzen vernahm, flog ein düsterer Schatten über ihr vom Monde beleuchtetes Gesicht. Ez Gs mochte recht unheimlich sein, so im tiefen Wald bei der Nacht, für zwei schutzlose Mädchen. Zuweilen fuhr noch ein Windstoß durch den Wald und schüttelte die Regentropfen von den Zweigen; dann ward es wieder ganz still und dann vernahm das ángstliche Ohr wieder ein gespenstisches Rauschen, als bräche ein Wild durch das Dickicht, dann ertönte von weit her der heisere Schrei der Käuzchens. Sujuh, Guiritt!" tlang der scharfe Schrei des Nachtvogels, der um diese Zeit sein Astloch im Wipfel der Eiche, wo er den Tag verschlief, verlassen haben mochte. Bärbchen fuhr zusammen. Hu, der Todtenvogel!" fagte sie zitternd.. In jener Zeit lag der Aberglaube in der Luft, aber Agnesens starker Geist war der Zeit vorausgeeilt. Das ist ein ganz harmloser Vogel," sagte das Mädchen er thut Niemanden ein Leid." Suhjuh, hujuh, Guiritt!" Klang es nun ganz in der Nähe. Wer das Waldkänzlein dreimal hört, der muß bald sterben", wimmerte drinnen das abergläubische Burgfräulein. „ Das magst Du von Deiner Amme gehört haben," sagte" Agnes unwillig,„ darum hast Du es noch nicht zu glauben." In diesem Augenblick vernahm man den Schrei des Känzchens zum dritten Mal. Bärbchen fing an laut zu weinen. Schon wollte ihr Agnes ein strenges Wort sagen; da schlang Bärbchen ihre Arme um den Nacken der Freundin und sagte mit zitternder Stimme: Ich fürchte mich so sehr!" den Wald zu reiten. Und wir haben nur ein Pferd!" " Ich weiß nicht zu rathen", schluchzte Bärbchen. In diesem Augenblick begann das Pferd heftig zu Das arme Thier hat kein Futter", stammelte Bärbchen. Agnes horchte auf. schnauben. Was war das?" sagte sie bestürzt. Gin langgezogener Ton, wie ein fernes Geheul, drang durch den Wald. " macht. Das Pferd begann heftiger zu schnauben, zu stampfen, und riß an dem Baum, mit dem es festgebunden war. Gott sei uns gnädig, das sind Wölfe!" sagte Agnes. Bärbchen stieß einen Schrei aus und fiel in OhnMit der ist nichts anzufangen," Knirschte Agnes zornig." So mögen die Wölfe uns fressen; sie ist schuldig Sie rüttelte Bärbchen, aber diese blieb bewußtlos. Und solch eine kraftlose Puppe hat sich Herr Florian ausgesucht," zürnte sie leise vor sich hin,„ er, ein ganzer Mann und Held, und sie, gebrechlich wie ein Kinderspielzeug. baran. Mit dem Aufgebot all ihrer Kraft schleppte sie die Bewußtlose hinaus. Sie dachte dieselbe mit sich aufs Pferd zu nehmen und mit ihr von dannen zu reiten, ehe die Wölfe tämen. Das Wolfsgeheul erscholl wieder von ferne; diesmal war es schon näher. Agnes mußte bald einsehen, daß es ihr nicht möglich war, Bärbchen mit sich auf's Pferd zu nehmen. Das Thier, welches die Gefahr witterte und dem das Geheul des Wolfes verschwand; man fand dann nur noch ihre abgenagten Gebeine im Walde und der Bund zwischen Bärbchen und Herrn Florian war auf's Einfachste gelöst. Agnes hätte dann nur zu sagen, Bärbchen sei auf der Flucht vor den Wölfen mit dem Pferde gestürzt und in die Gewalt der hungrigen Bestien gefallen; das mußte Jedermann glauben. Agnes schaute die wie todt Daliegende mit funkelnden Augen an. Sie empfand zum ersten Mal ein Gefühl grimmen Hasses gegen dies Geschöpf, dessen innere Werthlosigkeit sie wohl kannte und dessen Dasein sie von dem Manne trennte, den sie liebte mit der ganzen Gluth ihrer Seele. " Reite, was geht Dich die Puppe an!" schrie es dämonisch in ihrem Innern. Schon griff Agnes nach dem Zügel des Rosses; da ließ sie die Hand wieder sinken. Wenn er sie aber liebt wie wirst Du ihn betrüben," warute eine andere Stimmie. Sie senkte das Haupt. " Wenn Du bleibst, kannst Du sammt ihr von den Wölfen gefressen werden," schrie es wieder in ihr auf.„ Sie nimmt Dir mit dem Glück auch noch das Leben." Jetzt faßte Agnes wieder nach dem Zügel und schmeichelte dem Pferde; es war einen Augenblick ruhig und das Mädchen schwang sich hinauf. Das Roß wieberte vor Freude und stieg empor. Jetzt war nur noch der Zügel Schlennigft von dannen!" rief fich Agnes zu, wie um sich zu ermuthigen. ( Fortsetzung folgt.) von dem Haken zu nehmen. " Soziale Uebersicht. " " Gesangverein Freundschaft" Abends Gesangverein BregelMusit- und beiten des Kongresses und giebt der Hoffnung Ausdruck, daß sie in Röllig's Salon, Neue Friedrichstr. 43-44. Destillation Böger. Humoristische Pfeifenbrüder", Abends 9 Uhr, nach der Mutter hatten erst nach längerer Zeit Erfolg, da die feiner Befürwortung der Beseitigung aller landesvereinsgesetz-[ verein Weiße Rose", Reinickendorf, Reſidenz- und Solländerfiraße n selbe sich verborgen hielt. Nachdem sie gefunden worden war, lichen Bestimmungen und Einführung eines deutschen Reichs- Göthestraße 9 bei Konrath. bei Garo. Arbeiter- Gesangverein ,, Morgenroth, Rummelsburg, räumte sie ein, daß sie sich ihrer Kinder habe entledigen wollen, Vereinsgesetzes, welches den Grundsäßen der Gewährung eines 9 Uhr, bei Oswald Berliner, Brunnenſtr. 114. und dies Geständniß wiederholte sie im gestrigen Termine. Seit freien Koalitionsrechtes entspricht." Ohne Diskussion wird der schluß" tagt nicht Mittwoch, sondern Donnerstag. fünf Wochen ohne Arbeit, habe sie sich außer Stande gesehen, Antrag abgelehnt, in der Befürchtung, auch der jezige Reichstag Gesangverein" Firm it as", balbertiir,& bei Schneiber. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Gesangihre Kinder zu ernähren und deshalb sei sie zu der verzweifelten würde die reaktionären Vereinsgesetze der einzelnen Staaten zu verein" Freundschaft", Abends 9 Uhr bei Oswald Berliner, BrunnenThat geschritten. Sie habe sich der Hoffnung hingegeben, daß Gunsten der Arbeiterbewegung nicht verbessern, sich aber vielleicht straße. Gesang u. Mufitverein Firm ita s", Abends 9 Uhr bei Schneider, mitleidige Seelen sich bald der Verlassenen annehmen würden. das sächsische Vereinsgesetz zur Grundlage des deutschen Reichs- Boderte, Ballisadenſtr. 47. Adalbertstr. 8.- Stattlub, Rückwärts", Abends 8% Uhr, im Restaurant Der Staatsanwalt beantragte gegen die Angeklagte eine Gefängniß- Vereinsgefeßes nehmen. Eine Resolution, von den Berliner Lübeck'scher Turnverein, Männer Abtheilung, Abends 8-10 Uhr, strafe von 6 Monaten, der Gerichtshof fällte aber ein freisprechendes Delegirten gestellt, wird ohne Debatte einstimmig angenommen; Elisabethstr. 57–58, Königſlädt. Gymnaſium. Urtheil. Bei dem Alter der Kinder und da es Hochsommer war, diese lautet: Geselliger Verein Regina", Sigung mit Damen, Abends 8½ Uhr, tn tönne man deren Aussetzung auf belebter Straße als eine„ hilfden Luisenstädt. Bierhallen, Alte Jakobstr. 89. Geselliger Club Blau In Erwägung, daß die Arbeiterklasse in der heutigen eil chen", Abends 9 Uhr bei Stehmann, Melchiorstr. 15. Pfropfenverein. lose Lage" nicht ansehen Wirthschaftsweise ökonomisch abhängig ist vom Unternehmer- Wedding", Abends 8 Uhr bei A. Engel, Müller- und Antonstraßen- Ecc thum, ihr aber fein gesetzlicher Schutz zur Seite steht; in fernerer marienbad", Badstr. 35-36, Saal 1 Tr. Bergnügungsverein, a price", Abends 9 Uhr, Sigung mit Damen im Vergnügungsverein„ Veil Erwägung, daß die vorhandenen gesetzlichen Bestimmungen hen", 9% Uhr, Sigung mit Damen bei Lülow, Admiralstraße 38. Gäste willschon jetzt den Arbeitern das Koalitionsrecht auf das tommen. Verein ehemaliger Schüler der 98. Gemeindeschule, Abends 9 Uhr, im Gesellschaftshause„ Ostend", Rüdersdorferstr. 45. PrivatAeußerste erschweren, proteſtirt der Kongreß energisch gegen theater- Gesellschaft offnung", Abends 8 Uhr, im Klubhaus, Ohingaſſe 2. die dem Reichstage vorliegende Gewerbe- Ordnung, durch Gäste willfommen. Verein ehemaliger Schüler der 23. GemeindeAchtung! Berliner Glasergesellen! Kollegen! Die hiesige Gäste will: welche, durch die angedrohte Vestrafung des Kontraktbruches, schule. Sigung, Abends 9% Uhr, bei Saeger, Grüner Weg 29. Organisation hat, um unsere wirthschaftliche Lage genau kennen tommen. Tambourverein Jungfernfranz", Weidenweg 12. den Arbeitern das Koalitionsrecht überhaupt illusorisch zu lernen und die Uebelstände derselben festzustellen, statistische Rauchflub Dezimal- Waage", Abends 9 Uhr bei Infinger, Krautsgemacht wird." straße 48. Rauchtlub ernspige", Abends 8½ Uhr bei A. Böhl, RüdersFragebogen herausgegeben. Wir erwarten von unseren Kollegen, Der Vorsitzende giebt nunmehr eine Uebersicht über die Ar- dorferstr. 8. Rauchtlub ,, Collegia", Abends 9 Uhr, Staligerstr. Nr. 65, daß sie uns in unserem Bestreben unterstützen und die Fragen Rauchklub ,, orwärts", wahrheitsgetreu beantworten. Ueber den Werth der Statistik anregend auf die Delegirten gewirkt haben werden, namentlich Abends 9 Uhr, bei Tempel, Breslauerstr. 27. noch Worte zu verlieren, wäre überflüssig. Ueberflüssig wird es auf jene, welche zum ersten Male einem Arbeiterparlament beiaber nicht sein, darauf hinzuweisen, daß der Indifferentismus gewohnt haben. Mit einem Hoch auf die Organisationen, auf vieler Kollegen die statistischen Erhebungen erschweren wird. Das ringende und kämpfende Proletariat, in das die Versammelten Daher richte ich an alle zielbewußten Kollegen die Bitte, begeistert einstimmten, schließt der Vorsitzende die Verhandlungen fleißig einzutreten für die Sache und speziell die Kollegen, welche am 29. Dezember, Abends 8 Uhr. noch nicht Mitglieder unserer Organisation sind, zum Ausfüllen ( Wolffs Telegraphen- Bureau.) der Fragebogen zu veranlassen. Daß unsere wirthschaftliche Lage versammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. RechenschaftsDer Verein Berliner Nagelschmiede hielt eine GeneralHamburg, 31. Dezember. Dem„ Hamburgischen Korresponeine miserable ist, das weiß ein Jeder von uns. Jetzt legt aber bericht des Vorstandes. 2. Vorstandswahl. 3. Verschiedenes. Den denten" zufolge beschlossen die Heizer und Trimmer Hamburgs in auch Mann für Mann Hand daran, um dieselbe zu verbessern. Rechenschaftsbericht erstattete der Vorsitzende, Kollege Miehlte. einer von ihnen abgehaltenen Wassenversammlung, vom 1. Januar Die Statistik ist auch ein Mittel dazu, deshalb frisch ans Werk In den Vorstand wurden gewählt die Kollegen W. Miehlle, Vor- ab auf allen Hamburger Schiffen den Generalstreik zu proklamiren, und die Fragebogen ausgefüllt. Bis 1. Februar bitten wir die figender; D. Hauser, Stellvertreter; D. Gerstenberger, Schrift bis sämmtliche Rheder den ihnen heute unterbreiteten neuen Lohnselben ausgefüllt an untenstehende Adressen abzuliefern. Mit führer; G. Lange, Stellvertreter; 2. Grieger, Kassirer; H. Irr- tarif bewilligt hätten. kollegialischem Gruß R. Stampehl. Die Fragebogen sind jeder gang, Stellvertreter. Unter Verschiedenem wurden fünf Kollegen Norderney, 31. Dezember. Die Mannschaft des im Eise zeit zu haben bei Stramm, Ritterstr. 123; Hadebeil, wegen Zahlungssäummiß gestrichen. Ferner erstattete der Vor- festſizenden Rettungsbootes der Gesellschaft zur Rettung SchiffKl. Hamburgerstr. 17, Hof L. 4 Tr.; Knorr, Schönhauser fihende Bericht über unser Wintervergnügen; dasselbe soll am brüchiger wurde durch den Dampfer" Stadt Norden" gerettet. 31. Januar bei Heise in Gestalt eines Wiener Maskenballes statt- Die Mannschaft war dem Erfrieren nahe. Die Passagiere des finden, zu welchen Freunde und Gönner des Vereins eingeladen Fährschiffes wurden über Bretter auf dem Damper„ Stadt sind. Das Uebrige durch Annonze im„ Berliner Volksblatt." Norden" geborgen. Der Lloyddampfer, Vorwärts" traf zur rechten Die Erkenntniß, daß Arbeiter und Arbeiterinnen den Zeit ein, um die Passagiere zu übernehmen und das Fährschiff gleichen Rampf gegen den Kapitalismus durchzuführen haben, durch das Eis in den Hafen zu führen. beide daher zusammen gehören, hat auch die Arbeiter und Deutscher Tischlerkongreß zu Hannover. Arbeiterinnen der Schäftebranche veranlaßt, statt wie bisher Aus dem Berichte der Delegirten ist noch erwähnenswerth, getrennt in einem Arbeiter- und einem Arbeiterinnenverein zu daß sich überall die Unsicherheit der Arbeitsverhältnisse zeigt, wirken, sich zu einem Verein aller in der Schäftebranche beschäftigten überall große Arbeitslosigkeit vorherrscht, daß sich insolge dessen Personen zusammen zu schließen. In einer Versammlung, die die Löhne fortdauernd verringern. Einige weisen an der Hand am 28. Dezember abgehalten wurde, konstituirte sich dieser neue der Statistik nach, wie reißende Fortschritte die Technit mache Rechten, so daß die männlichen und die weiblichen Mitglieder Verein. Als Vorſtand wurden gewählt; und mit gleichen und verlangen infolge dessen energisch die Verkürzung der Ar- desselben die Geschäfte abwechselnd besorgen werden. Ar- Rechten, Allee 177 b. Versammlungen. Bei der Stellungnahme zu den Streiks wird die Resolution Müller- Hamburg und Glocke- Berlin in ihrem 1. Theile angenommen, die Resolution Glocke in ihrem 2. Theil, Verfürzung der Arbeitszeit auf 8 Stunden abgelehnt, während der 2. Theil der Resolution Hamburg Verkürzung der Arbeitszeit in den nächsten 2 Jahren nicht unter 9 Stunden ange nommen wird. als 10 Stunden betrug; Herr Gabriel,) Frau Lesinsky,) Vorsitzende. Herr Kleinau, Frl. A. Krautwurst, Rassirer. Herr Boll,) Frl. Kurt,) Schriftführer. Herr Rosenberg, Revisoren. Frl. John, Depeschen. Briethaffen der Redaktion. Antwort wird nicht ertheilt. Bet Anfragen bitten wir die Abonnements Quittung beizufügen. Brieflich Keramik. Schreiben Sie nur Alles, worüber Sie sich belichen Wünsche bejten Dank. schwert fühlen, auf und senden Sie es uns ein. Für Ihre freundK. 7. Grunewald. Für einen in Schöneberg Wohnhaften ist das Amtsgericht Berlin 11( Hallesches Ufer) zuständig zur Entgegennahme der Erklärung betreffend den Austritt aus der Kirche. Der Antrag auf Ansehung eines Termines tann von den Eheleuten gemeinschaftlich unterzeichnet werden. R. M., Angermünderstraße. Ein Dienstmädchen ist verpflichtet, den Werth der Gegenstände, welche es durch Fahrlässigkeit zerbrochen oder beschädigt hat, zu ersetzen, auch wenn es sich um Luxusgegenstände handelt. 3. Schm. Es ist teine strafbare Beleidigung, wenn der Schriftführer wahrheitsgemäß protokollirt, daß sich verschiedene Mitglieder mißbilligend über die Saumfeligkeit eines Vorstandsmitgliedes ausgesprochen haben. Alter Abonnent, Küstrin. Die einmal ertheilte Auf Resolution Müller- Hamburg. In Erwägung, daß es weder vom Standpunkt der Zweckmäßigkeit, noch der GeNachdem Genosse Krause die Mitglieder aufgefordert, un rechtigkeit angebracht erscheint, die Arbeitszeit der in dieser Be ablässig bemüht zu sein, die noch abseits Stehenden aufzurütteln, ziehung heute schon besser gestellten Kollegen durch Streits noch ihnen das Licht des Sozialismus zu bringen, die jetzt weiter herunterzusehen zu suchen, so lange die Mehrzahl der deut- noch Stumpfen, Hoffnungslosen zu thätigen, hoffnungsfreudigen schen Tischler eine ungleich längere Arbeitszeit hat, beantragen Genossen zu bekehren, wurde die gut besuchte Versammlung geDie Unterzeichneten, der Kongreß wolle beschließen: Zwei Wettende. Gesangvereine brauchen nicht polizeilich schlossen. Ein gemüthliches Beisammensein, wobei auch der aus- gemeldet zu werden, sondern nur politische Vereine. a) den Kollegen allerorts zu empfehlen, unter sonst gleichen M. L., Hamburg. Ihre Frage ist etwas unklar; zu Boraussetzungen hinsichtlich des Geschäftsganges, des Standes der gesperrten Arbeitsgenossen durch Geldsammlung gedacht wurde, mündlicher Auskunft sind wir bereit. Organisation 2c. an den in Betracht kommenden Orten, sowie hielt die Mitglieder bis nach Mitternacht zusammen. T. R., Dresdenerstr. Ein minderjähriges Mädchen beunter Hochhaltung der früheren auf die Streits bezüglich und Der Fachverein der Lederarbeiter hielt am Montag, den noch in Kraft stehenden Kongreßbeschlüsse in erster Linie nur 29. Dezember, im neuen Vereinslokale seine regelmäßige Vereins- darf zur Verheirathung der Zustimmung des Vormunds. Von solche Angriffsstreits zu billigen und zu unterstügen, wo es sich versammlung ab, in welcher Herr Türk über:" Herenprozesse" dessen Ermessen hängt es ab, ob das Wermögen des Mündels um Abkürzung einer Arbeitszeit handelt, die seither noch mehr referirte. An den von der Versammlung mit großem Interesse dem Ehemann schon vor Eintritt der Großjährigkeit ausgezahlt gefolgten Bortrag schloß sich eine lebhafte Diskussion. Kollege werden soll oder nicht. b) bis zum nächsten Kongreß unter keinen Umständen einen Heinofe ersucht stimmbegabte Kollegen sich dem Gesangverein lassungserklärung kann nicht ohne Weiteres widerrufen werden, Angriffsstreif gut zu heißen und zu unterstützen, durch welchen Freya" für gemischten Chor anzuschließen, der Gesangverein und es ergiebt sich aus Ihrer Darstellung nicht, daß einer der die Arbeitszeit unter 9 Stunden herabgesezt werden soll. steht auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung. Da die Resolution Glocke, Berlin. a) In Erwägung, daß Abrechnung vom Stiftungsfest bis zur Generalversammlung end- Ausnahmefälle vorliegt, in denen der Widerruf zulässig ist. p. G. Es muß selbstverständlich heißen:„ meiner Rechdie technischen Fortschritte des Maschinenwesens auch im giltig erfolgen soll, so werden die Kollegen ersucht, etwaige ausDoch würde, wenn inforrekt die Duittung lautet seiner Tischlergewerbe solch tief einschneidende Veränderung hervorstehende Billets oder auch die Gelder abzuliefern. Die nächste mung." rufen, daß in absehbarer Zeit der Großbetrieb die dominirende Vereinsversammlung findet am 12. Januar im obengenannten Rechnung", dies ohne rechtlichen Nachtheil sein, falls nicht etwa ein Zweifel entsteht, welche Rechnung gemeint ist, z. B. bei Form der Produktion in unserem Gewerbe ist, dieselbe aber von Lokale statt. Jahr zu Jahr eine immer größere Anzahl Kollegen arbeitslos gegenseitiger Lieferung. macht, ist es nothwendig, soll die Verbesserung der Lage der Tischler Deutschlands in materieller wie geistiger Beziehung eine andauernde sein, daß bei jedent Streik die Forderung der Verkürzung der Arbeitszeit die Hauptbedingung für eine Unterstützung Dieses Streits ist; b) die Verkürzung der Arbeitszeit kann, je nach Lage der örtlichen Verhältnisse und Geschäftskonjunktur bis zu 8 Stunden angestrebt werden. Annahme: = In der öffentlichen Schuhmacher- Versammlung, die am dritten Feiertag stattfand, sprach Buchdrucker Werner über die Großproduktion und ihre Folgen". Der Redner schilderte die Entstehung und Entwickelung der Großproduktion und wies ihre revolutionirenden Wirkungen nach. " vertreten. 6. H. 130. Ein ohne gefehlichen Grund entlassener Arbeiter fann 14 tägige Lohnentschädigung verlangen, wenn nicht etwa andere Kündigung mündlich oder schriftlich vereinbart ist. Wenn der Prinzipal beim Engagement sagt: Bei mir ist einDie Diskussion war eine angeregte. Es wurde von den tägige Kündigung", und der Arbeiter, ohne hiergegen zu proRednern angeführt, wie von allen Kanzeln herab jetzt gepredigt tejiren, die Arbeit antritt, so liegt darin eine giltige Vereinbarung. würde: Friede auf Erde und den Menschen ein Wohlgefallen", M. L., Urbanstr. Das Mädchen ist, sofern es das Der Siz des Zentral Streitfomitees, zu dessen Vorsitzenden und der krasse Widerspruch zwischen diesen Worten und den VerKloß- Stuttgart wiedergewählt wird, bleibt in Stuttgart. Zum hältnissen nachgewiesen. Folgende Resolution wurde angenommen: 21. Lebensjahr bei Abschluß des Leibvertrages überschritten hatte, Aufbringen der Unterstüßungsgelder soll auf Beschluß des Kon= Die heutige öffentliche Schuhmacher- Versammlung ist mit dem an denselben gebunden und kann nicht einseitig zurücktreten. Es gresses das Markensystem eingeführt werden. Ferner beschließt Referenten der Ansicht, daß die Produktionsweise gegen tann jetzt nichts thun, als abwarten und, wenn Klage erhoben M., Wafferthorstr. Wenn Sie geschieden werden, und der Kongreß, 2000 M. aus der Streitkasse der Generalkommission die frühere eine andere geworden und sieht in der heutigen wird, den gegnerischen, gerechtfertigten Anspruch anerkennen. in Hamburg zu überweisen. tapitalistischen Produktionsweise die ganzen Schäden und Ge4. Punkt der Tagesordnung: Organisationsfrage. brechen der aus Klaffen zusammengesetzten Gesellschaft. Weil die Ihr Mann für den schuldigen Theil erklärt wird, so brauchen Nach längerer Diskussion gelangen folgende Resolutionen zur Versammlung nun diese Schlußfolgerung gezogen hat, so fühlt sie Sie von Ihren Sachen, zu welchen auch die vor Ihrer Versich in eigenem Interesse verpflichtet, dajur zu sorgen, daß die heirathung auf Ihren Namen geschriebene Wirthschaft gehört, Resolution Wiedemann Berlin. Der deutsche Produktionsweise geändert und verpflichtet sich, in jeder Weise nichts herauszugeben, sondern können von Ihrem Wianu lebensTischler- Rongreß beschließt:„ In Erwägung, daß gegenüber der zu agitiren für Einführung der sozialistischen Produktionsweise.länglichen Unterhalt verlangen. Blau Veilchen. Sie fönnen wegen Unterschlagung Straf immer größeren Konzentration des Kapitals die Lage unseres 2. Die heutige Versammlung der Schuhmacher protestirt ganz Gewerbes nur durch eine alle Kollegen umfassende Organisation energisch gegen das Alters- und Invalidenversicherungs- Gesetz, antrag stellen. Wenn jedoch Klage auf Bahlung erfolgen soll, so gehoben werden kann, ist von den Kollegen allerorts in Deutsch- weil sie darin ein Institut erblickt zur Versorgung der Militär- sind hierzu sämmtliche Vereinsmitglieder nöthig; der Vorstand land auf zentrale Organisation hinzuwirken. Stellen sich jedoch Personen, und zwar auf Kosten der Arbeiter. Und zweitens ift tann die Klage nur dann führen, wenn demselben in Ihrem unübersteigliche Hindernisse seitens der Behörden der Zentral- die vorgeschriebene Rente zu niedrig und endlich erreichen die Statut das Recht eingeräumt ist, den Verein nach Außen bin zu Organisation entgegen, so find lokale Zentral Vereine Schuhmacher in der Regel lange nicht das 70. Lebensjahr, infolge A. B. 1. Wer von außerhalb zu einem Termin vor dem aller Branchen des Tischlergewerbes zu gründen, die für der Ueberarbeitung und Entbehrung. Reichs- Versicherungsamt hier herkommt, muß ausdrücklich bedie Interessen der Kollegen zu wirken haben und über die Große öffentliche Versammlung für Frauen und Männer am heutigen Verhältnisse Aufklärung geben müssen. Um aber Donnerstag, den 1. Januar, Abends 6 Uhr, in den Zentral- Festfalen, Dranien- antragen, daß die Berufsgenossenschaft zum Ersatz der Reisekosten trotzdem eine Zentral- Organisation zu ermöglichen, ist an diesen Straße 180. Tagesordnung: 1. Vortrag über:" Ist unsere heutige verurtheilt wird. Das Reichs- Versicherungsamt wird dem AnGesellschaft human?" Referent: Herr Pinn. 2. Diskussion. 3. Ber- trage nur stattgeben, wenn nach seiner Ansicht das persönliche Orten das Vertrauensmännersystem einzuführen, welches in steter fchiedenes. Geselliges Beiſammenſein nnd Tanz. Genossen und Genossinnen Erscheinen zur Aufklärung der Sache von Werth war. 2. G3 Verbindung mit der Zentral- Organisation bleibt. Antrag Eizinger- Nürnberg. Der Kongreß wolle Achtung! Vereinigung der Drechsler Deutschlands. Das Früh- bestehen da keine festen Satze; doch würden wir rathen, 75 pet. schoppen- Konzert zur Eröffnungsfeier unserer Bibliother, findet am Donners: Rente zu beantragen. 3. Das ist Sache der Vereinbarung. 4. Das beschließen, daß die Tischler Deutschlands die Zentral- Organi- tag, den 1. Januar, im Nestaurant Gründel, Dresdenerstr. 116, statt. C. Dost, Geldstück ist noch jetzt giltig. Sie werden bei einem Bankier etwa sation" als die richtige und maßgebende Form anerkennen, und Stalizerstr. 7, v. 2 Tr. erwartet, daß an allen Orten die Kollegen sich derselben anschließen, s uhr, Borstandssigung im Restaurant W. Gründet, Dresdenerstr. 116. Das Freie Vereinigung der Kaufleute. Freitag, den 2. Januar, Abends 4 Mart dafür erhalten. Arthur Sch. 1044. In solchem Falle haftet der Vater für wenn ihnen keine unübersteigliche Hindernisse vereinsgefeglicher Grscheinen mehrerer Mitglieder ist dringend erwünscht. die Schulden des Sohnes und kann von Demjenigen, der dem ,, Freiheit", Abends Natur oder sonstige behördliche Schwierigkeiten entgegenstehen. Lese- und Diskutirklubs. Donnerstag. Realismus Sohne Wohnung und Kost gewährt hat, direkt auf Bahlung verWerden Lokal- Organisationen an solchen Orten gegründet, dann Uhr, Naunynfstr. 86 bet Zubeil. Gäste haben Zutritt. Verein Bolts flagt werden. Abends 8 Uhr, bet Wuttke, Friedrichsbergerstr. 24. müssen sich die Leistungen derselben in finanzieller, wie in soli- bildung"( Männer und Frauen) Abends 9 Uhr, im Restaurant Nürnberg, A. L. Die Schneiderin kann ihre Auftraggeberin auf Schönhauser Allee 28. Lese- und Distutirklub der Bäcker ,, Wach Auf darischer Hinsicht mit denen der Zentral- Organisation decken. der Gr. Frankfurterstr. 99, Frantfurter Bier Zahlung des Macherlohnes verklagen und bis zur Zahlung das Ein Antrag, der dahin ging, eine allgemeine Holzarbeiter- Nachmittags 5 Uhr, in hallen". Wahrheit, Markusstr. 31. Abends 8 Uhr, Kleid zurückbehalten, dasselbe auch, sobald sie ein vollstrect bares Gewerkschaft anzubahnen, gelangte ebenfalls zur Annahme. Kaiserstr. 4, bet Hoffmann.-Auftlärung", Abends s uhr, in Seindorfs Urtheil hat, durch den Gerichtsvollzieher pfänden und verkaufen Internationale", kl. Ferner wurden die Berliner Delegirten ersucht, nochmals den Restaurant, Langefte. 70. Gäste willkommen. laffen. Andreasstr. 19 bei Delze, Sigung. Gäste haben Zutritt. Versuch zu machen, Berlin der Zentralisation anzuschließen. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend, Abends 9 Uhr, Uebungs- Steinmehstr. 6. Eine Gesangstunde ist keine öffentliche Die Agitation in den verschiedenen Provinzen wurde den stunde. Aufnahme neuer Mitglieder." Seeger'scher Gesangver Versammlung und unterliegt nicht der polizeilichen Uebergrößeren Städten überlassen, welche die Namen der zur Ver- et n", Blumenstraße 46 bet Wend. Uebungsstunde von 9-11 Uhr. 73 wachung. Ginigtett"( Hutmacher), Linienstraße Nr. Gesangverein fügung stehenden Redner in der„ Neuen Tischlerzeitung" bekannt Gesangverein Edelweiß" Melchiorstraße Nr. 15 Gefangverein Echo 2", Alte Schönhauferstraße zu geben haben. Gefangverein Frühlingslust", FlottwellUnserer heutigen Nummer liegt der Wandkalender unseres Beim 6. Punkt der Tagesordnung: Vertretung der Mr. 42 bei Reimann. Männerchor St. Urban", Annenstraße 9 bet Blattes bei. Derselbe unterscheidet sich von ähnlichen UnterTischler Deutschlands auf dem nächsten inter- traße 5 bei Bartels. Prog. Männergesangverein Borar", Admiralstr. 38 bei Bülow. nationalen Arbeitertongreß" lehnte der Kongreß es Gesangverein, ornblum e", Blumenstr. 54 bei Wuttte. Gesangverein, or f- nehmungen anderer Blätter dadurch, daß ihm mit Sorgfalt alle i. ab, speziell einen Delegirten zu entsenden, da auf dem inter- and in san d", Staligerstr. 142 bet Greifer. glödlein" Deutsch- Willmersdorf, Berlinerstr. 40 bei Pietsch. Gesang byzantinischen und für den Arbeiter unwesentlichen Daten fernminationalen Kongreß nicht die Branchen zu vertreten sein brauchten. verein des„ tisch lerverbandes" in Steglis, Restaurant Hildebrand. Zur Berathung verschiedener Anträge will Krüger- Dresden Gesangverein, armonte", Tempelhof, Restaurant Wesenberg.- Gesang- gehalten sind. " werden zu zahlreichem Besuch eingeladen. bet Roth. " bei Stehmann. " 1 " Natur Gesangverein Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. e 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 1. Donnerstag, den 1. Januar 1891. 8. Jahrg. träge zu einer würdigen Feier des Weihnachtsfestes und einer sogleich schlechtes an. Der verblendete Arzt Dr. Zahn, Die patriarchalische Lüge. Christbescheerung, sowie zur Förderung und Wahrung des reli- der im Auftrage des Fraukenthaler Landgerichts die Untersuchung vorzunehmen hatte, unterfängt sich sogar, die Barbara zu betasten, unter den ländlichen Arbeitern hat die konservative Sitte zuwiderlaufendes. Wünschen die fächsischen Amtshaupt- aufzustellen, das sei überhaupt kein Blut. Das geht denn unserm Der Aufruf des Parteivorstandes betreffs der Agitation siösen Sinnes und der guten Sitte nicht geeignet erscheint." Das uns vorliegende Programm enthält nichts der guten die Blutmale mit Baumwolle zu betupfen, und die Behauptung und nationalliberale Presse der Provinz zu Wuthausbrüchen veranlaßt. Man merkt gar gut, daß die„ Besitzenden“ und„ Ge- mannschaften die gute Sitte zu wahren, so müssen sie schon die edlen Ritter Eugen über die Hutschnure und in heiligem Zorne bildeten", die das Lesepublifum fener Blätter bilden, ihren Unterhaltungen anderer Kreise beaufsichtigen, als die der Sozial- besteigt er seine Rosinante, die„ Pfälzer Zeitung", um diesen heuch Die ganze einzigen Damm gegen die sozialdemokratische Agitation in der demokraten. Treffend bemerkt zum Verbot der Riefaer„ Bolts- lerischen Baritätern gehörig" den Tert and fejen. Wundergeschichte geht Euch Häretiker( Ketzer) überhaupt gar Unschuld vom Lande" erblicken, und sie freund", den Styl des Amtserlasses nachahmend: Wir aber, in Erwägung, daß, solange es eine Sozial- nichts an. Was kümmert uns, spricht er, die Untersuchung der trösten sich damit, daß die„ braven Landleute", wie ein herab- demokratie giebt, vielleicht nichts so viel Wasser auf unsere Aerzte. Um hier die Wahrheit zu ergründen, giebt es ganz lajsender Edelmann in einem alten Lustspiel zu den einfältigen" Mühle getrieben hat, als das gegenwärtige Verfahren der königl. andere Instanzen, und diese sind der Bischof, Erzbischof, als letzte Bauern sagt, sich durch die sozialdemokratische Agitation nicht sächsischen Behörden gegen die gesammte Arbeiterbevölkerung, der Bapit. Zum Beweise, daß es mit der Stigmatisirung seine werden verhesen" lassen. Ein größeres Armuthszeugniß wir schließen mit dem begeisterten Ruse: Hoch lebe die königlich Richtigkeit hat, führt er einen ganzen Wolkenbruch von„ wissenhat sich noch Niemand ausgestellt und die Jämmerlichkeit, die darin liegt, ist so groß, daß es auch den„ einfältigsten" Bauern sächsische Verwaltung! auf die Zeit lästig werden wird, von diesem versumpften Spießbürgerthum als Damm gegen neue Ideen benutzt zu werden. politischen Chemnitz. Der Redakteur der Chemnizer Presse", Genosse G. Gladewiß, wurde wegen Beleidigung des Dr. Kunzemüller Chemn. Tageblatt" zu einem Monat Gefängniß ver vom urtheilt. * * " 1 schaftlichen" Verhandlungen ins Treffen, als ganz besondere Kapazität nennt er den Kämpfer für Wahrheit und Recht" Majunke. Aerzte könnte man ja auch hinzuziehen, aber sie müßten vom Schlage des Dr. Nußbaum freilich sein. Es wird deshalb in Bälde das Landgericht Frankenthal sich mit der neugebackenen heiligen Barbara zu beschäftigen haben. Weil ich auch so ein Stück ungläubiger Thomas bin, werde ich zur Stelle sein und Ihnen über das Resultat näheres berichten. Die Junker betrachten immer noch das Land als ihre Domänen und geberden sich, als stände ihnen ein Haus recht" zur Verfügung, wenn sich Jemand, der ihnen nicht genehm ift, Birna( Sachsen). Am Sonnabend, den 27. Dezember cr., mit seiner Kritik die ländlichen Verhältnisse an der das Schleier, große Elend follte hierselbst eine Voltsversammlung mit der Tagesordnung: Der Die seinerzeitige Klassische Aeußerung des Genossen Liebknecht heranwagt. theilweise noch verhüllt, 1. Die Sozialdemokratie und ihre Ziele; 2. Debatte; 3. Wahl auf dem Kongreß von Halle, daß auch die Volksschullehrer für unserer ländlichen Zustände einft den Trojanern ist ihnen so theuer, wie das eines Agitationsfomitees, stattfinden. Genosse Herm. Schönfeld die weitere Verbreitung des Sozialismus sorgen werden, hat an einem Zipfel dieses Schleiers aus Dresden hatte das Referat übernommen. Die Versammlung einen Sturm der Entrüstung bei einem großen Theile der„ Sieger Balladium; wenn nur gezerrt wird, so bekommen sie eine blasse Furcht, die wurde jedoch noch in den letzten Stunden verboten und zwar mit von Sadowa" erregt. In sehr beredten Worten hat noch vor Kurzem der bayerische Lehrerverein durch den Mund seines Vorganze Verhüllung müßte hinweggezogen und der ganzen Welt der folgender Begründung: „ Beschluß des Stadtrathes zu Pirna vom 23. Dezmbr. 1890. standes feierlichen Protest gegen die Insinuation, als seien fie die sonnentlare Beweis geliefert werden, daß die sogenannten patriarchalischen Verhältnisse nur Ueberreste mittelalterlicher Die von dem Steinmetz Herrn C. Weichelt hierselbst für den mittelbaren Bundesgenossen des Sozialismus, eingelegt. Unsere Brutalität find. Als jüngst der Abgeordnete Bebel im 27. d. Mts. angemeldete öffentliche Versammlung, welche im hie Gegner insgesammt empfinden ein Grauen vor dem foziaReichstage die Behandlung der Arbeiter auf dem Lande besprach sigen Gasthof zum Engel abgehalten werden soll, wird auf Grund listischen Zukunftsstaat, der eine Utopie und nur möglich sei, und die Niedrigkeit der ländlichen Arbeitslöhne in ziffermäßigen von§5 des königl. fächsischen Gesezes, das Vereins- und Ver- wenn wir aus den Menschen Engel machen würden. Angaben zeigte, gerieth Herr v. Kardorff förmlich in Wuth fammlungsrecht betreffend, vom 22. November 1850, hiermit ver- nügen auch unsere Ausführungen, daß wir die Menschen wollen, das Elend die Leidenschaften und verstieg sich zu der Forderung, daß gegen solche" Hezereien" boten. Da sowohl nach den Punkten 1 und 3 der angemeldeten veredeln " Was und ein neues Sozialistengeset gemacht werden müsse. Tagesordnung, als auch nach der Person des Einberufers und Gebrechen sind ein Stück göttlicher Weltordnung, die wir Stümper Dies war die einzige„ Widerlegung", die diesem Edelsten der des Referenten außer Zweifel steht, daß diefelbe dazu bestimmt nicht zu beseitigen vermögen, das ist der letzte Trumpf, der gegen Ration" zu Gebote stand. Den Sozialismus durch ein Sozialisten ist, sozialdemokratische Zwecke zu verfolgen, Anhänger für die uns ausgespielt wird. Mit um so größerer Genugthuung nehmen gesek vom Landproletariat absperren wollen ist eben so geistreich Sozialdemokratie zu gewinnen, und die Grundsätze der letzteren wir deshalb Notiz, wenn gerade aus pädagogischen Kreiſen uns als der Versuch Münchhausens, auf einer türkischen Bohnenrante zu verbreiten, und hiernach mit Rücksicht darauf, daß bei den be- in kräftiger Weise das Wasser auf die Mühle geleitet wird. Ich tannten Zwecken, welche die Sozialdemokratie verfolgt und welche habe hier einen Vortrag des Königl. Lokal- Schulinspektors von in den Mond zu klettern. Die spießbürgerliche Presse, die von ländlichen Verhältnissen auf gefeßlichem Wege überhaupt nicht, sondern lediglich durch Ludwigshafen, Herrn Dr. Alois Geist bec im Auge. Derkeine Ahnung hat und ihre Phantasie das Land als mit lauter Uebertretung der bestehenden Geseze erreicht werden können, die selbe hielt vor einigen Tagen in Ludwigshafen einen wohlhabenden, fornzollfeligen Bauern befeht vorzaubert, giebt Annahme gerechtfertigt ist, daß der Zweck der angemeldeten Ber- Bortrag über" Der Boben von Ludwigshafen und Umgebung" sich der Hoffnung hin, das patriarchalische Verhältniß werde sich sammlung der ist, zu Gesetzesübertretungen ünd unsittlichen Hand- wobei er in seinen Betrachtungen über die wissenschaftliche Entauf dem Lande als das beste Mittel gegen die sozialdemokratische fungen geneigt zu machen. wicklung der Mutter Erde der sechstägigen Schöpfungsmythologie gehörig auf den Leib rückte und seine lehrreichen Ausführungen Agitation erweisen. Da das patriarchalische Verhältniß bekanntmit folgenden Worten zum Abschluß brachte:„ Und was wird die lich mit einem Prügelsystem verziert ist, das sich auch auf siehe den Fall Rotenhan Folge dieses ewigen Ringens sein? Bessere und immer Frauen und Mädchen erstreckt bessere Geschlechter werden heraufkommen. und hundert ähnliche Fälle so können wir uns ungefähr vor- hierzu: stellen, was man in dieser Beziehung von dem patriarchalischen Menschen von unbekannter Vollkommenheit, Gin Geschlecht von höherem Wesen wird einsimals heran J. V.: Thieme Garmann, Stadtrath." " Die trefflich redigirte Sächsische Arbeiter- Zeitung" bemerkt Der neue Kurs" wird jetzt also auch bei uns im Kampfe Wesen erwartet. Man glaubt wohl, wenn sich unter den Tage- gegen die Sozialdemokratie eingehalten. Im Uebrigen seien beLöhnern auf einem Gute Spuren sozialistischer Gesinnung zeigen, züglich des letzten Passus des Verbots einige Fragen aufgeworfen. gewachsen sein. so werde der Gutsherr oder dessen Inspektor zur Seitpeitsche kann man uns auch nur einen einzigen Fall nennen, wo in greifen und die„ widerspenstigen" Tagelöhner so lange bearbeiten, einer sozialdemokratischen Versammlung über unsittliche Handbis ihnen die sozialistische Gesinnung wieder aus der Haut hinaus lungen gesprochen worden wäre, oder von sozialdemokratischen folche begangen worden find? E3 giebt geprügelt ist. Die Rädelsführer" aber wären mit Hunden vom Arbeitern zweifeln nicht mehr wir schon wendung daran, " " Unterm ,, nenen Kurs". Gute zu heben und wäre dafür zu sorgen, daß sie keine Be- nur die eine Antwort: Nein! derartige Leute tönnen mit uns fchäftigung mehr befomment. Das wäre etwa die Anwendung nichts zu thun haben. In den Reihen unserer Gegner find Unterm 18. ober 18. unter Tuttlingen ist neben dem " patriarchatischer" Grundsätze gegen die sozialistische Agitation solche Leute allerdings keine Seltenheit. Da es nicht mög; auf dem Lande, wie sie dem angerufenen Geiſt" entspräche, und lich war, in der furzen Zeit das Verbot zur Kenntniß Schuhmacher Schmidt auch Redakteur Eichhoff von der daß in einzelnen Fällen der Arbeiterschaft zu bringen, so waren Abends die Schwäb. Geldstrafe Tagwacht" au 20 W. zur als einmal diese Grundsätze An Genossen zahlreich erschienen, auch von verschiedenen Ortschaften, eventuell 4 Tagen Haft verurtheilt worden, was deckt eben jener große fogar 2-8 Stunden weit hatten viele den Weg nicht gescheut. fie gekommen find; Schleier, den die Junter so forgfam hüten. Aber in Maffe Die Hoffnung unserer Gegner, mit äußerlichen Mitteln die Ver- nachzutragen bitte; ebenso können diese schönen Grundsäge aus der Zeit der Kreuzzüge breitung und Vertiefung unserer Ideen hintanhalten zu können, Novbr. nicht angewendet werden, sonst reicht der Schleier nicht, sie zu ist eitel; überall in unserm Kreise rührt es sich mächtig. Die Genossen waren denn auch durchaus nicht entmuthigt, im Gegentheil, es herrschte die denkbar zuverlässigste Stimmung. Die zahlreichen auswärtigen Genoffen schieden mit dem Versprechen, sich durch nichts abhalten zu lassen, für die immer weitere Aus: breitung unserer Ideen thätig zu sein. Für uns gilt die Loosung: Vorwärts, nur immer vorwärts! Der Erfolg muß uns doch werden." decken. Man wird uns nach Beispielen fragen. Nun, auf dem jüngst stattgefundenen Braunschweiger Arbeitertag ward ein solches an geführt. Auf einem" patriarchalischen" Gut ward eine Tag löhnerin von dem Gutsverwalter geprügelt; ihr Mann beklagte fich und Beide wurden davongejagt. Die bittere Noth zwang sie, bei dem prügelnden Gutsverwalter wieder um Arbeit zu bitten. Echt patriarchalisch! " 1 Aus der Pfalz. Seit nahezu zwei Monaten hat das Das patriarchalische Märchen hat auch seine stehenden Figuren geschaffen. Man sieht den„ humanen" Gutsherrn, eine fatholische und protestantische Muckerthum seine Kampfstellung, ehrwürdige, knorrige Gestalt, etwa wie der Schulze in Immer welche sich in der Hauptsache gegen die Sozialdemokratie richtete, manns Oberhof, an der Tafel ſizen und mit dem Gesinde aus geändert. Unter den beiden pfäffischen Kampfesgenossen ist ein einer Schüffel effen. Diese Gutsherren sind nicht minder Dich Streit ausgebrochen, der ihre bei Aufhebung des Sozialistentungen als der Immermann'sche Roman; sie sind gar nirgends gefeßes bekundeten Vorfäße, uns mit geistigen Waffen zu beDie Jesuitenfrage ist das vorhanden. Keine Dichtung aber sind jene stets gut konservativen fämpfen, ganz bedeutend alterirte. Gutsbesitzer, die als Korpsburschen oder beim Militär ihres Streitobjekt. Trotzdem die ganze Frage für uns bairischen Pfälzer Baters Bermögen geschwächt haben und die mit leerem Hirn, eigentlich gar feine Bedeutung hat, weil wir selbst bei AufTeerem Beutel und stinkendem Hochmuth sich zur Be- hebung des Gesetzes keine Jesuiten erhalten werden, betriegen sich Land Das auf Güter" begeben, doch die feindlichen Brüder in einer Art und Weise, die geeignet wirthschaftung ihrer wo sie durch übermäßige Ausnutzung der Arbeitskraft und durch ist, ihren getreuen Schäflein die Augen zu öffnen. Während noch elende, chinesische ohne wieder einzubringen suchen, was vor kurzem die Sozialdemokratie und ihre Träger als der Ausfie verjubelt. Vor diesen Trägern des patriarchalischen" Wesens bund alles Schlechten, Vaterlandelosen und Gemeinen in Wort hebt in jedem Frühjahr die Massenfluth aus dem Osten nach dem und Schrift bezeichnet wurden, sehen wir uns jetzt um eine ganze Westen an, die Sachsengängerei, die gar keine andere Armee von Auch- Sündern vermehrt. In beiden Lagern werden Ursache hat, als daß die Tagelöhner viel Scheltworte, vielfach in der rücksichtslosesten Weise die Stinttöpfe aufgedeckt. Die Klerisei legt hierbei wieder einen Beweis ihrer mächtigen Prügel und zum Leben zu wenig Lohn bekommen! Aber das ländliche Proletariat nimmt nach und nach die Organisation ab, denn ohne öffentliche Versammlungen ist der sozialistischen Ideen auf, seitdem sich die Industrie ihre Arbeits- ganze Troß thätig, um die armen Gläubigen in eine Brunft gegen fräfte auf dem Lande fucht. Es thut den städtischen Arbeitern ben Protestantismus zu versehen. Vom obersten Pfaffen bis zum web, wenn ihnen die billigen Arbeitskräfte vom Lande Konkurrenz Lehrer und Nachtwächter herab müssen sie alle an dem Strange machen, aber diese unvermeidliche Berührung trägt den Sozialis ziehen, der die armen Jesuiten wieder ins Land bugsiren soll. mus aufs Land und die ländlichen Arbeiter, davon ergriffen, Ihr Erbfeind marschirt unter dem Banner des evangelischen werden Organisationen bilden, oder in die bestehenden eintreten. Bundes". Letztere durchziehen das ganze Land, ihr oberster FeldIn dem Augenblick, wo sie sich mit den städtischen Arbeitern solidarisch fühlen, sind auch der Lohndrückerei Schranken gezogen. Den Sozialisten ist fonach sehr einfach vorgezeichnet, was sie gegenüber den patriarchalischen" Verhältnissen zu thun haben. Korrespondenzen und Parteinachrichten. 3. Riedisheim bei Mülhausen i. E. Schuhmacher Gernhardt wegen unerlaubter Rolportage 40 M. Geldstrafe eventuell 8 Tage Gefängniß. Dezbr. 16. Stettin. Maurer Schmidt aus Feseritz wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt und Beleidigung des Ortsvorstehers( gelegenlich dessen Aufforderung zum Verlassen des Wahllokals) 3 Monate Gefängniß. 20. Berlin. Der Arbeiter K. W. Lassen aus NiederSchönweide 2 Monate Gefängniß wegen Beleidigung des Offizierkorps. " Breslau. Die Genossen Tite in Breslau und Kühn in Langenbielan erhielten ein Polizeimandat auf 80 M. Geldstrafe wegen Vergehens gegen das Vereinsgesetz, weil letzterer beim Stiftungsfest des Arbeitervereins eine Rede gehalten, ersterer als Vorsitzender dies geduldet habe, ohne daß das Redehalten polizeilich angemeldet worden sei. Das Schöffengericht hob diese Strafverfügung auf. 22. Goslar. Vier Vorstandsmitglieder der Ortsverwaltung des Tischler- und zwei solche des Schneiderverbandes wegen Uebertretung des Vereinsgesetzes zu je 15 M. Geldstrafe, ev. 3 Tage Haft. Am 8. Oktober waren bereits fünf Vorstandsmitglieder der Ortsverwaltung des SchuhmacherVerbandes wegen des gleichen Vergehens zu je 15 M., ev. 3 Tage Gefängniß verurtheilt worden. Ebenda wurden auch fünf Vorstandsmitglieder der Schneider- ZentralKrankenkasse zu je 15 M. Geldstrafe, ev. 3 Tage Gefängniß verurtheilt, weil sie sich weigerten, die Mitgliederliste bei der Polizei einzureichen. 29. Berlin. Wegen Beleidigung, begangen durch die Presse Genosse O. Wiemer zu 50 M. Geldstrafe, ev. 5 Tage Haft, D. Lambrecht zu 30 M., ev. 8 Tage Ge fängniß. Verhaftet wurde in Berlin am 16. Dezember der Maurer Schmidt zur Abbüßung einer dreimonatlichen Gefängnißstrafe. Versammlungs- Auflösungen und Verbote blühen noch herr, Rechtsanwalt Bankrah aus Landau, schreit mächtig sein Bürger hilf!" ins Land. Das arme schöne Deutschland, unsere herrliche Pfalz, alle unsere sittlichen freiheitlichen Errungenschaften werden pleite gehen, wenn diese Revolutionäre, diese geheimen Alliirten der Sozzan", die Pestbeulen am Staatskörper wieder ins Land kommen. In fibrischer Aufregung werden Unterschriften erbettelt, erschlichen und erzwungen, um den Reichstag zu be= stimmen, nach ihrem Sinne zu entscheiden. Und diese Gesellschaft bildet sich ein, dem Sozialismus den Garaus machen zu können. Ein neues Wunder ist uns entstanden in der ledigen Bar= bara Pfister aus Wettenheim in der Pfalz. Der Name ist zwar sehr prosaisch, aber warum kann sie nicht als Wunderkind Königsberg i. Pr. Das„ Königsberger Boltsblatt" und außersehen sein. Die fromme Barbara, eine dreiundzwanzig- immer lustig weiter. Nachdem der Löbauer Stadtrath den die Westpreußische Boltszeitung"" hören heute zu erscheinen auf. jährige Näherin, ist stigmatisirt". Der gute Ortspfarrer suchte wochenlang dieses Wunder den Sozialdemokratischen Wahlverein aufgelöst, weil die Bestrebungen So sehr dies auch zu bedauern ist, so kann den Genossen doch teine Schuld zur Last gelegt werden. Die traurigen ökonomischen profanen Augen und Ohren zu verbergen, bis es das protestan- der Sozialdemokratie unfittliche, bez. auf gesetzlichem Wege nicht Verhältnisse sind es, welche es leider den Genossen nicht ermög- tische Staatspfaffenthum" an die große Glocke hing, so daß es zu verwirklichen seien, hat er jetzt auch die Abhaltung lichen, soviel zu ersparen, um den Abonnementspreis zahlen zu auch in Frankenthal hörbar wurde, worauf sich Bruder Staats- sozialdemokratischer Versammlungen verboten, weil auch können. Die Sozialdemokratie ist ohne ein Organ in Königsberg anwalt, der nun einmal in alles seine Hände zu stecken beliebt, diese natürlich zu unsittlichen Handlungen und Gesetzes- Uebermit der Sache beschäftigte, um Dieweil eine protokollarische Vernehmung der Be- tretungen geneigt machen. Und diese Lorbeeren in Gestalt der trügerin" das Resultat war, herrscht unter den Gläubigen eine Verleumdung des politischen Gegners in Gestalt einer amtlichen Grimma( Sachsen). Die königliche Amtshauptmannschaft große Erbitterung. Ja, das sind die materialistischen Auswüchse Verfügung hat jetzt auch der Birna er Stadtrath sich erworben, hat eine Abendunterhaltung des Metallarbeiter Unterstügungs- unserer Zeit. Weil es der Vorsehung beliebte, die Blut indem derselbe eine auf den 27. Dezember einberufene öffentliche vereins für Grimma, Dorna und Umgebung, deren Reinerträgniß male niemals in Gegenwart dritter kommen zum Besten armer Konfirmanden verwandt werden sollte, ver- zu lassen Organs fich weiter entwickeln. * boten, da der größere Theil der im Programm enthaltenen Vor- es schon gesehen # 1 denn der Seelsorger als Protégé mag Boltsversammlung mittelst der gleichen Desinationskunst verbet haben nimmt diese gottlose Welt In Quakenbrück a. D. hatte am 4. Juli der Stadtrath el " Versammlung deshalb verboten, weil am fraglichen Tage die zu Theil wurde, allein seiner Handlungsweise zuzuschreiben hat. I der Diskussion betheiligte sich Kollege Rörsten. Im Schlußwort Nachfeier des Schüßenfest e 3 stattfindet und die hiesigen Wir wünschen nun, daß die Maurer Berlins dem letzten Ber- forderte Kollege Bäßel auf, fest zur Organisation zu stehen und Polizei- Offizianten diese Feier zu überwachen haben und Niemand sprechen in der Resolution gerecht werden und namentlich in neue Kräfte heranzuziehen suchen. Der zweite Punkt der Tageseiner Form, wie sie der großen Zahl der Maurer Berlins zuordnung mußte abgesetzt werden, weil viele Billets noch nicht zur Disposition steht, der die beabsichtigte Versammlung über- kommt. Wir müssen erklären, daß das, was bis jetzt betreffs bezahlt sind, was an der Saumfeligkeit mehrerer Kollegen liegt. wachen kann." Aufbringung von Geldern geschehen ist, uns nicht genügt. Den Es forderte Kollege Jost auf die noch zu zahlenden Beträge so Ein Am 1. November aber verbot er eine Versammlung des Standpunkt, den die Herren Kollegen, welche sich an der Debatte schnell wie möglich an den Kassirer zu entrichten. den machte Vorschlag, vom betheiligten, zur Frage der Zentralorganisation eingenommen Kollege die Fachverein Unterstützungsvereins der Bürsten- und Pinselmacher auf Grund haben, fönnen wir nicht theilen. Uns dünft es, als wenn die Metallarbeiter- Beitung" obligatorisch einzuführen und einer Verordnung aus dem Jahre 1822 betreffend die Sonntags- Betreffenden, so lange sie in der Bewegung stehen, nichts gelernt dafür den Beitrag von 10 auf 20 Pf. zu erhöhen. feier:„ Es tann, verfügt der Quakenbrücker Magistrat, und nichts vergessen hätten. Und wenn in Berliner Versamm: Der Antrag wurde aber nicht angenommen, jedoch den nun feinem Zweifel unterliegen, daß die angekündigte Versammlungen gesagt wird, die sächsischen Arbeiter können sich an einer Kollegen warm empfohlen, dies Blatt in jeder Werkstelle einlung mit den Zwecken der Sonntagsfeier, denen der christ aber die Herren, sich die Köpfe der Sachsen nicht zu zerbrechen. Wir arbeiten, immer 2 und 3 Mann zusammen abonniren. Kollege Zentralisation nicht betheiligen, so ist das richtig. Wir ersuchen zuführen, und zwar dergestalt, daß dort, wo mehrere Mann lichen Andacht und Ruhe, nicht vereinbar ist, zumal die- werden, sollte der nächste Kongreß, wie wir wünschen, eine Zentrali Stobfact beleuchtete dann den Besuch der Matinee und den der selbe zu einer Zeit stattfinden soll, während welcher in der fation beschließen, schon aus den Schwierigkeiten, die für uns bestehen, Versammlung, und führte recht treffend aus, daß viele Kollegen hiesigen katholischen Kirche Gottesdienst abgehalten wird." herauszukommen wissen. Leipzig, den 29. Dezember 1890. G. Jacob. wohl bei Vergnügungen zu finden sind, aber nicht an dem Blake, Uebrigens ließen sich aus der Zeit vor 1822 vielleicht auch. Großmann. R. Beyer. W. Berthold. E. Müller. M. Klare." wohin sie gehören. Kollege Poillon brachte die verleumderischen Wir hielten uns für verpflichtet, dieser Zuschrift unverkürzt Gerüchte über Kollegen Rohland, der nach Amerika gegangen ist, noch Verordnungen ausgraben, mit denen Staat und Gesellschaft, Aufnahme zu gewähren, weil die Angelegenheit, mit welcher sie zur Sprache. Er sollte dem Fachverein 2000 M. unterschlagen christliche Andachte und Nuhe, vor allem Ruhe noch wirksamer sich befaßt, in einer Berliner Maurerversammlung erörtert und haben. Der Vorstand wies diese Verleumdung mit Entrüstung schützen ließen. Alles auf Grund des gemeinen Rechts. von uns mitgetheilt worden ist. Natürlich sind wir bereit, eine zurück. Von Kollege Körsten wurde dann der Ankauf von Heute sind ja glücklich wieder alle Staatsbürger vor dem Gesetze bringen, würden aber, wie wir gleich bemerken wollen, damit die sammlung genehmigt. Es entspann sich dann noch eine Diskussion sachliche Erwiderung aus den Kreisen der Berliner Mauren zu Kennans Sibirien empfohlen, und der Antrag von der Vergleich.," Debatte in unseren Spalten als geschlossen betrachten, da wir über Krankenkassen. Kollege Mewes forderte auf, der Formerunser Blatt nicht für den Play halten, auf dem dieser Streit Krankenkasse beizutreten. Kollege Bernyyky trat dagegen für die ausgetragen werden kann. Die Redaktion. freie Hilfskaffen ein und empfahl die Metallarbeiter- Krankenkasse ( Eingeschriebene Hilfskasse 29) mit dem Sit in Hamburg. Versammlungen. " 1 Die freie Vereinigung der Bauarbeiter Berlins hielt am 27. Dezember Vormittags eine Generalversammlung ab. Be- Vereinigung der Drechsler Deutschlands. Ortsverwal vor in die Tagesordnung eingetreten wurde, erfolgte die übliche tung Berlin. In Zahlstelle I hielt Herr Drechslermeister Von Leipziger Maurern erhalten wir folgende Zuschrift: Ehrenbezeugung für das verstorbene Mitglied Ernst Engel. Mattutat einen Vortrag über„ Menschliche Gesellschaft". Der " In der Nummer 289 des„ Berliner Volksblattes" vom 11. De- Hierauf wurde zur Wahl eines Beitragssammlers für den Westen Vortragende ging aus von den ersten Anfängen der Gesellschaft, zember ist ein Bericht über eine öffentliche Versammlung der geschritten und Kollege Paul Meinas, wohnhaft Bülowstr. 82, ging führte den Zuhörern den Darwinismus vor und ging dann in Maurer Berlins enthalten; nach demselben beantragte Maurer aus derselben hervor. Zum Punkt Vereinsangelegenheiten sprachen längeren Ausführungen auf die menschliche Gesellschaft ein. LebWilh. Schulz eine Resolution, durch deren Annahme sich die die Kollegen Noack, Gutsch, Klinge, Gaßmann, Wernau, Unterlauf, hafter Beifall lohnte den Redner für seinen interessanten Vortrag. Mehrheit der Versammlungsbefucher eine grobe Veleidigung gegen Marasas, Renuthaler und Herr Steinmar aus Nixdorf. Es wurde die Letzteres war ebenfalls der Fall in Zahlstelle II. Hier war auch die übrigen Maurer Deutschlands zu Schulden fommen ließ, in- Gleichgiltigkeit verschiedener Mitglieder sehr getadelt. Auch das der Besuch ein besserer wie sonst. Herr Peus hielt einen Vortrag dem man ihre Vertreter mit der Behauptung beschimpfte, daß sie Kolonnensystem wurde start angegriffen und gegen die obligatorische über Mary Kapital". Der Vortrag wurde den Anwesenden das Herrn Fritz Wilte nicht gestattet hätten, sich zu vertheidigen. Einführung des Organs wurden Zweifel laut, welche aber vom durch verständlicher gemacht, daß der Referent einzelne Stellen Das letztere iſt eine unwahre Behauptung. Der Kongres konnte Kollegen Hennthaler damit zurückgewiesen wurden, daß wir da- vorlas und dann erklärte. In Ortsverwaltung 111 sollte Herr als solcher Herrn Fritz Wilke auf Grund des von ihm bei- durch gerade sehen würden, wer voll und ganz für die Interessen Stadtverordneter Heindorf referiren. Derselbe war jedoch krank gebrachten Mandates als Delegirten nicht anerkennen. Infolge unserer Vereinigung eintritt. Sodann wurde vom Kollegen und Herr Hübsch sprach an seiner Stelle über„ Kapitalistische und dessen hatte derselbe kein Recht, an den Debatten theilzunehmen. Wernau ein Antrag gestellt, den Vorstand zu beauftragen, in sozialistische Moral". Der Redner definirte zuerst den Begriff Daß die Geschäftsleitung in ihrem Bericht über die fürzester Zeit ein Flugblatt an die Bauarbeiter Berlins zu ver- der Moral. Jede Gesellschaft hat andere Begriffe von Gewerkschaftsbewegung der Maurer Deutschlands das Betragen breiten zum Zwecke der Agitation. Dieser Antrag wurde an der Moral. Die fapitalistischen Moralprediger greifen Wilkes bekannt geben mußte, dürfte wohl auch denen einleuchten, genommen. Es werden diejenigen Mitglieder aufgefordert, welche nicht bis an die Wurzel. Wir Sozialisten wollen auch die Sittwelche für die Resolution stimmten. Da das Betragen Willes ihre Adresse noch nicht abgegeben haben, felbige bei der zuständigen lichkeit, wir müssen aber, wenn wir eine bessere Geſellſchaft erden meisten Delegirten durch die ungenauen und beleidigenden Zahlstelle oder beim Vorsitzenden Ernst Gutsch, Oppelnerstr. 24, ziehen wollen, den Stoff ändern. Die kapitalistische Moral findet Berichte im Vereinsblatt" bekannt war, beschloß allerdings der vorn 4 Treppen, abzugeben, damit ihnen das Organ zugeschickt die Ausbeutung moralisch, sie findet den heutigen GesellschaftsKongreß, Wilte hat das Kongreßlokal zu verlassen." Und das werden kann. Die Verkehrslokale für den Norden sind Hoch- boden gut; die sozialistische Moral findet denselben mit Recht. Es mußte lediglich, deshalb geschehen, um ihn die straße 32a bei Wilke und Badstraße 15, Grünthalerstraßen- Ecke schlecht und wir müssen einen Druck ausüben auf den ökonomischen Gelegenheit zu nehmen, über den Kongreß tendenziöse Berichte zu bei Böcker. Gang der Verhältnisse. Der Redner schloß unter dem Beifall der veröffentlichen. So war es auch im Jahre vorher durch den Der Fachverein der Marmor- und Grauitarbeiter Zuhörer mit der Aufforderung, daß Jeder dazu beitragen solle, Freund Wilkes, durch Herrn Reßler geschehen, der über die Kongreß hielt am 21. Dezember seine regelmäßige Mitgliederversammlung die Begriffe kapitalistische und sozialistische Moral in die weitesten verhandlungen einen tendenziösen Bericht im„ Vereinsblatt" ver- ab. Die Abrechnung des Kränzchens ergab einen Ueberschuß von Kreise zu tragen. Vor dem Vortrage wurde Kollege Wagner zum öffentlichte. Bei dieser Gelegenheit wurde ihm allerdings auf 24 M. 65 Pi. Nachdem von verschiedenen Rednern der Nußen Schriftführer gewählt. In Zahlstelle 4 sprach Kollege Luz unter frischer That eine Rüge ertheilt, welcher auch seine Anhänger einer Statistik der Versammlung. largelegt worden war, wurde dem Beifall der Kollegen über Gewerbe- Schiedsgerichte. In allen zustimmen mußten. der Antrag angenommen, von Neujahr ab zur Aufstellung einer Bahlstellen wurde unter Verschiedenem diskutirt über dießentralisirung Die Mehrheil der Versammlung kann wohl nicht verlangen, Statistit Bücher auf 1 Jahr auszugeben; die Eintragungen stehen, des Lohnjonds und der Zahlstellen in Berlin. Sämmtliche Redner daß die Kongresse sich jedes Jahr mit Wilfe und Keßler be- um möglichst wahrheitsgetreu Berichte zu bekommen, unter Ston- sprachen sich zustimmend aus; am 18. Januar 1891 findet bei schäftige, nachdem schon drei Kongresse Gelegenheit hatten, die trole der Vertrauensleute. Sodann erläuterten die Delegirten Reßner, Annenstraße 16, eine fombinirte Mitgliederversammlung Handlungsweise dieser Herren zu verurtheilen. Und dann soll zur Berliner Streif- Kontrolkommission die in derselben gefaßten statt, wo diese Angelegenheit zur Debatte steht. Ferner wird noch, ohne daß Wilte berechtigt war, an den Verhandlungen Beschlüsse und brachten die über die Geschäfte von Sagert, bekannt gemacht, daß die Bibliothek, bestehend aus nahezu Theil zu nehmen, der Kongres vielleicht einen Tag der doch so Markthalle Stand 10, und Kehrberg, Oderbergerstraße, verhängten 70 Bänden, am 2. Januar, Abends 8 Uhr, beim Koll. Reinke, fostbaren Zeit dazu verwenden. Das hieße doch wohl Zeit und Boykotts in Erinnerung. Sie empfahlen ferner, den„ Lokal- An- Holzmarktstr. 18, Hof 2 Tr., zur Ausgabe gelangt. In ZahlGeld verschwenden. Wir glauben, daß es endlich Zeit würde, mit zeiger" gebührend zu berücksichtigen. Der Generalkommission der stelle II wurde Koll. Schubert zum Beisitzer gewählt. Die Zahl= diesen Personen endgiltig abzurechnen. Leider giebt es noch eine deutschen Gewerkschaiten wurden 20 M. bewilligt, der Berliner stellen V und VII hielten im Dezember keine Versammlung ab, Bahl Arbeiter, die diese Personen als Märtyrer für ihre Sache Streit- Kontrolkommission 10 M. Ferner wurden einem Kollegen, während VI feinen Bericht einsandte. betrachten und sich weniger um ihre Thaten fümmern, welch letzteres welcher gegen feinen Prinzipal wegen Nichtinnehaltung der Eine öffentliche Versammlung für Männer und Frauen erforderlich ist, um über einen Menschen richtig zu urtheilen. Kündigungsfrist flagbar geworden, zur Verfechtung feiner Sache tagte am Sonntag, den 21. Dezember, in Nürnberg's Salon, Wilfe und Keßler haben stets in ihrem Blatte seit dem Jahre 1886 15. zugesprochen. Die Entlassung des Kollegen Eidner in der Schönhauser Allee Nr. 28, unter Vorsitz des Genossen Eugen bis heute die Maurerkongresse beschimpft und somit die Berliner Fabrik von Schleicher wurde von der Versammlung als Maß Ernst. Herrr Dr. Lütgenau sprach über Sozialismus und Kirche. Maurerbewegung statt vorwärts rückwärts gebracht. Das beweist regelung anerkannt und demselben während der Dauer seiner Die Diskussion war eine sehr rege. Dann wurden zwei Anträge uns die Erklärung eines Kongreßdelegirten von Berlin, daß der Arbeitslosigkeit pro Woche 10 M. bewilligt. Zur Unterstüßung angenommen: 1. Fernerhin nur den Vertrauensmann die Ver" Grundstein" nur 36 Abonnenten, das Vereinsblatt" aber auch von zwei schon längere Zeit franken Kollegen wurde beschlossen, sammlungen einberufen zu lassen, 2. Den Ueberschuß der Tellernur nahe an 200 hätte. Kongreß- Protokolle sind den Maurern Sammellisten in den Werkstellen zu verbreiten. sammlung der in Berlin neugewählten Streit- Kontrolkommission in Berlin auch wenige zugeführt, denn wenn die Mehrheit der Der Fachverein der Former tagte am 27. Dezember über ganz Deutschland zu überweisen. Der Ueberschuß betrug Versammlungsbesucher das Erfurter Protokoll gelesen hätte, unter Vorsitz des Kollegen Jost. Kollege Pätzel hielt einen Vor- 4 Mt. 33 Pf. Hierauf schloß der Vorsitzende mit einem begeistert tönnten sie überhaupt nicht zur Annahine gelangen, daß Wilfe trag über die soziale Entwickelung Schottlands und Irlands, aufgenommenen Hoch auf die völkerbefreiende Sozialdemokratie Unrecht geschehen sei, sondern daß er die Behandlung, die ihm der den ungetheilten Beifall sämmtlicher Anwesenden fand. An die Versammlung. " Verlag des ,, Berliner Volksblatt" Berlin SW., Beuthstraße 3. In unserem Verlage erschien soeben: Die Invaliditäts- und AltersVersicherung nach dem Reichsgesetz vom 22.16. 1889 übersichtlich dargestellt. Mit ausführlichem Sachregister. ca. 4 Bogen 8º. Preis 20 Pfennige. Das vorliegende Handbuch ist bestimmt, allen an der Alters- und Invaliditäts- Versicherung Betheiligten ein zuverlässiger und unentbehrlicher Rathgeber in allen dabei in Frage kommenden Verhältnissen zu sein. Es ist kein bloßer Kommentar des Gesetzes, sondern eine flare, übersichtliche, gemeinverständliche Darstellung, wie sie allein bei der Komplizirtheit desselben dem Laien von Nußen sein kann. Ein erschöpfendes S a chregister ermöglicht schnellste und zuverlässigste Orientirung. Vereinen und Wiederverkäufern beim Bezuge von Partien Rabatt. Hamburg- Amerikanische Packetfahrt Actien Gesellschaff Express Postdampfschiffahrt und Hamburg- New York Southampton anlaufend Oceanfahrt Tage. Ca. Ausserdem regelmässige Postdampfer- Verbindung Havre- Newyork. zwischen Hamburg- Westindien. Stettin- Newyork. Hamburg- Havana. Hamburg- Baltimore. Hamburg- Mexico. Stuckateure! Am Montag, den 5. Januar 1891, Abends 72 Uhr, bei Zemter, Münzstrasse II: Genossen! Euch zur Nachricht, daß der Schlächtergeselle Carl Aurin, welcher von dem Fleischhändler Sägert, Zentral- Markthalle, Stand Nr. 10 gemaßregelt und entlassen wurde, weil er für die InterVersammlung des Fachvereins der Stuckateure und Berufsgen. essen der Arbeiter eingetreten ist, einen Lages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Peus über: Karl Mary über Affordarbeit". 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. 4. Verschiedenes und Fragekasten. NB.: Vor Eintritt in die Tagesordnung findet Aufnahme neuer Mitglieder statt. 2580 Der Vorstand. Fachverein der Puter. Mitglieder- Versammlung am Sonntag, den 4. Januar 1891, Vormittags im Lokal Bürger- Säle, Dresdenerstrasse 96. Tages- Ordnung: Uhr, 2581 Fleisch- Verkauf in der Central- Markthalle( am Alexanderplat) Verkaufsstand 148 eröffnet hat. Wir ersuchen Euch und Eure Frauen, bei Fleischeinkäufen den Genossen Aurin berücksichtigen zu wollen. 2819 Die Delegirten der Schlächter- Gesellen Berlins zur Streik- Kontrolkommission. J.A.: Schwartze, Oderbergerstr. 45. Rum zu Bunsch- Bowlen, 1/1 Flasche 1,00, 2,00, 2,50. 1. Neujahrsgruß vom Gejangverein des Fachvereins der Pußer ,, Ge- Puusch- u. Glühwein- Effenzen, müthlichkeit. 2. Kassenabrechnung pro 4. Quartal 1890 und von der Statutenausgabe, sowie Jahresabrechnung der UnterstützungsKommission. 3. Wahl des Schiedsgerichts nach§ 7. 4. Verschiedenes und Fragekasten, Billets zu dem am Sonnabend, den 10. Januar, in der Brauerei Friedrichshain( fr. Lips) stattfindenden großen Wiener Maskenball sind bei folgenden Mitgliedern zu haben: H. Neumann, Alvenslebenstraße 8a; Memelerstraße 60; J. Ullrich, Weißenburgerstraße 35; W. Käpernick, Dem minerstraße 66; E. Lufsty, Gubenerstraße 9; 2. Roßmann, Steinmetzstraße 59; 2. Simanofsky, Ackerstraße 57; Hoppe, Badstraße 57a; Scholz, Pallisadenstraße 98. Fr. Schulz, Fürſtenbergerſtraße 10; C. Petrick, Lübbenerstraße 7; C. Schmidt, Der Vorstand. Deffentliche Versammlung für Männer u. Franen des Lese- Klubs ,, Karl Marx" am Donnerstag, den 1. Januar 1891, Nadjmittags 5½ Uhr, in der Berliner Bockbrauerei am Tempelhofer Berg. Tages Ordnung: voll und kräftig, 1/1 Flasche 1,50. 1/1 Flasche 1,50. Roth- und Ungarwein Franz Beyer, Prinzessinnenstraße 15.[ 2508 Filiale: Elisabeth= Ufer 47. Büdesheimer Lager- Weine. Den Rest meiner meist selbstgefelterten, gefunden, ächten Weine verkaufe ich zu nachstehenden Ausverkaufs- Preisen: Im Faß nicht unter 40 Liter resp. 54 Flaschen à 3/4 Liter: 1885 er per Liter 75 Pf., 1883 er per Liter 85 Pf., wovon Proben in 3/4 Literflaschen erhältlich zu 75 Pf. refp. 85 Pf. In Flaschen a 3/4 Liter Inhalt: 1884 er Ruland 1 M., 1878 er Riesling 1,10 m., 1876 er Berg 1,20 m., 1884 er Berg 1,30 m., 1884 er Rothwein 1,50 M. Flaschenglas inbe griffen. Paul Stumpf, Mainz, Gartenfeldstraße 4. [ 2296 Empfehle mein Lokal zum Arbeitsnachweis und für Zahlstellen. Zimmer mit Piano für Vereine. Lorenz, Koppenstrasse 43 e.[ 2315 1. Vortrag des Genossen Th. Metzner über:" Was hat uns das alte Jahr gebracht und was wird uns das neue Jahr bringen?" 2. DisNähere Auskunft ertheilt: Wilh. Mahler, Berlin N., Invalidenstrasse 121 fussion. 3. Verschiedenes. Nachdem gemüthliches Beisammensein mit Tanz. und August Langer, Berlin, Platz vor dem Nenen Thor 3 2569 Der Vorstand. Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 283 Wilhelm