Dss GetzSK see Verte. CezälAruns von Seo Glifforb. Sie ira.cn alte hinaus, als niaii die Opfee des Eisenbabnutifalls brachte. lluS standen wortlos und sahen die Bahren scheu an, ans denen Kameraden tagen: ein Heizer nnd zwei Schaffner und einer von der rrtilof- Ivaget grs.ttsctwst. Die übrigen, sie inan da vorbeiirüg. interessierten sie nicht. Das waren die verte bien Passagiere. Die hatte cs ini Schlafe überrumpelt, die waren ans dein Nichtstun einer närtitlichen Dcknellzngssabrt gerissen worden, nun ja.'.'Iber die vier, die eine eiskalte Hansl aus der Hocktspannung eines verantwortungsvollen Dienstes, an» der Arven, dein.Kamps nm das tägliche Brei heransgefeqt hatte— dir waren ihnen näher.' Da in dieseni Augenblick, als tnan die Bahren vvrbeitrng. als aus stumpfen Gesichtern, unter.Trusten vvn Schmutz und Rnß und Blut kteroor die stumme Dual des Tieres schrie, das unter deut Joche znsammen- gebrachen ist. da fühlten sie sich eins mit den Schwerverletzten, verschweißt durch das nn- heimtiche Unbekannte, das über ihnen allen walkte: Arbeiterlos!... Biclleicht bin ich der nächste, den es reißt ans der Bahn, die ich keuchend durchmesse... Bielleicht tragt ihr mvrgett mich auf einer dieser Bahren und ich averde genau sa stumpf, sa gottserbärmlich ergeben und haffnungslas auf die starren, die darauf tvarten, die nächsten zu sein... Es war wie flüssiges Blei in der Luft. Denn alle fühlten das gleiche und allen kroch etwas würgend die Kehle hach. Mitleid lvar es nicht. Eher Haß. Berbissencr, nacht- schivarzer Haß. Drüben int Aufnahmeaebäudc verschwand der stnmme Zug mit de« Bahren. Dort tvarteteil die Aerzte nnd die Pflegerinnen. Und Amputationswerkzenge warteten und lachten blitzend und fletschend, im Glanze ihrer schweren Bernitklung... „Unsinn!" schrie Tvmariöre. der dunkelbraune Hüne vom Heizhaus, seht.„Ihr habt alte den gleichen Gedanke» und ich habe ihn auch. Aber es ist Unsinn." Keiner antwortete. Eie ginge» ivieder in das Personalbans zurück, über regennasse Geleise, zwischen Kohlenrnischen, an Masten vorbei, in deren Umgebung der grelle Kreis nmherglilt, den die Bogenlampe herabivars. „Und ich sage euch, es ist lächerlich, bei jedem Unfall den Kopf hängen zu lasse» nnd gleich daran zu denken: auch dich kann es das nächste Mal racken." Woher natnn Tamar-re die Brutalität, einen Gedmtken laut werden zu lassen, den sich keiner eingestehen wollte? Was wollte der Tvllkopf, zum Teufel?.! Aber keiner sand ein Wort der Gegenrede... „Ihr seht allesamt aus, als ginget ihr mit dem eigenen Begräbnis' Jede Woche kommt mal so etwas vor. Gar bei dieseut oerdainniten Nr bet..." Die ivaren im Personalhaus angelangt und streckten sich wieder ans Sie Bänke hin, müde nnd unlustig, denn nut jeder Minute rückte der neuerliche Dienstantritt näher, und der Ivar kein Bergnügen, bei diesem Wetter, ob er sich nun int Zuge oder im Bahnhof abspielen sollte. Die schwiegen noch immer. Ivie Leute, die'-das Dchivetgen erlernt haben: Maschinenführer. die stundenlang wgitngslos stehen, die Hand am Regulator, den Blick auf de» glitzernden, eisernen Dchlangen, die da scheinbar vor der rasenden Maschine herlaufen, um im Nichts zu verschwinden, eng vereint... Und Heizer, denen es nichts anhahen durfte, wenn sich die Notwendigkeit ergab, auf Berge von Steinkohle zu klettern, stran- chelnd und klimmend nachzuschaufeln, während die Maschine nnd der Tender sprangen und schlingerten nnd dann wieder vor dem feurigen Oval zu stehen nnd Kohlen einzuwerfen, halb versengt von der ivahusinnigen Hitze, die ins Gesicht schlug. Und andere waren da, die tagaus, taget n über Weichen und Kreuzungen sprangen, ob der Boden nun glatt und regenfeucht oder halb vereist war, zwischen unzähl'gen Signallichtern, Weichenlaiernen, Blinkzeichen, rollenden Wagengarniturcu, langen, keuchenden Berschublokomotiven, Dröhnen und Knirschen, Rauchfahnen nnd heißen Güssen aus den weißen Tampfwolken... Tie alle schweigen, tveil man schive:gsam wird in der Fron des Alltags... Denn das Gespenst war nickt zu bannen. Da draußen, beim ack.uuddreißigsten Kilometer, war es passiert. Der Barone,zug war plötzlich knapp hinter dem Borsignal stehen geblieben, weil die Einfahrt in den Heilten Provinzbahnbos gesperrt Ivar. Und der Blockwärter hatte ahnungslos nnd ohne das Zeichen von der Siation abzmvarten, das ihm melden sollte, daß der Zug aus das Ber« schnbgeleise gegangen ivar, die Strecke freigegeben. Und zehn Minuten später hatte der Schnellzug die Stelle paniert... Da war es eben passiert... Der Blvckwärter hatte sich sofort erhängt. An der Dachtraufe seines kleinen.Hauses. Aber dantit war die Katastrophe nicht ans der Welt geschafft.. Und nun batte der Hilfszug die Berivundeten und Toten in die Hanpistad! gtbracht nnd inr Ausnahmegebäude bet den Aerzte» und Pflegerinnen und Amputanonswerkzeugen, die so infaut ihr blitzendes Nickelzeug fletschten, abgegeben. Tomartöre, der Hüne ans dem Heizhaus, war still geworden. Er gab den Kampf gegen das Gespenst auf. Denn einer hatte ein Wort satten gelassen, das wie siedendes Oel in aller Herzen tropste: „Jetzt lointui das Gesetz der Serie..." Zwanzig Minuten später fuhr Tour- bigny, der Maschinenführer, mit dem Schnellzug Nummer hundertundzwölf aus, nach der nächsten Tirektionsstation. Dort sollte er die Maschine abgeben, nm am nächsten Tag.- mit der korrespondierenden Garnitur Nummer hunderlunddreizebn wieder nach der Hauptstadt zurückzusahren. Als sein Zug die Unglücksstelle in der umgekehrten Richtung passierte, sah er nur einen Augenblick scheu hinaus. Dort Ivaren sie mit dem Abtransport der Trümmer beschäftigt, beim'Scheine der Azetylenlampen, deren grelle Lichtkreise unförmige Ungetüme aus Eisen, verdrehtem Stangenwerk, geborstene Oelgas.zhlinder und zerhanne Blechplatten aus dem Dunkeln steigen ließen... Dann-aber sah er schnell wieder geradeaus. Und dem jungen Hetzer, der ans der anderen Seite des Kessetkr-pscs stand, kam cs schier so vor, als ob die Hand des dienst- gewohnten älteren Mannes am Regulator zitterte... Bür Stunden spater waren sie an ihrer Bestimmungsstation. Gaben die Maschine an das Heizhaus ab, langsam nnd unendlich vorsichtig abwartend, bis ihnen das Signal sagte, daß die Entfahrt quer durch den riesigen Ber» schnbbahnhos frei sei. Und gingen dann in das dortige PersoNalhäns, wortlos und wie unter einem Alpdruck. Tourbignv pflegte WWW — s— sonst immer seine Pfeife anzurauchen, die schwarze Mütze aus der Stirn zu schieben und ein-wenig vom Dienst in den Kolonien zu plaudern. Aber heute war kein Wort aus ihm herauszubriugcn. Denn in feinem Hirn sang es: Das Gesetz der Serie... Kilometer achtunddreißig... unaufhörlich... Ter Zeiger des Geschwindigkeitsmessers stieg, zitternd, als schüttle ihn das Grauen. Fünfundsiobzig. Tann achtzig... „Warum fahren wir eigentlich schneller als alle andern Bahnen des Kontinents?" fragte ihn der Heizer. Etwas wie Groll gegen die französische Bahnvcrwaltung stieg in ihm aus. Ionst hatte er es immer wie ein Gc- B des Gehobenseins empfunden, wenn die sch! ne schier über den Schienen hinzuschweben schien, unter leisen, wankenden Stößen und klingend von Eisen auf Eisen. Neunzig Kilometer.... Ter Zeiger tanzte. Ging die Maschine, ihre gute brave Maschine, mit der sic doch so oft sichren, heute ungleichmäßig? Die Zuglast war doch die gleiche! Hun- derrachtzig Tonne». Der Heizer sah auf die Uhr. Sie hatten etwa eine halbe Minute Verspätung. Machte etwa dies den pünktlichen und pflichtbewußten Maschinenführcr so nervös? Tenn nervös war er, daran konnte der Heizer nicht mehr zweifeln. Das war nicht bloß der vibrierende Schein der Äcsscllampc, der Tourbignys Hand am Regulator zittern ließ... die zitterte wirklich... Jetzt wirkte sich in den Siederohren die unsinnig große Ladung Kohle aus, die der Heizer in die Feuerung geworfen hatte: das sagte der Manometer, dessen Zeiger ebenso zu tanzen begann wie der Zeiger des Geschwindigkeitsmessers. Tourbigny beobachtete dies alles scharf/ das sah der Heizer von der Seite. Jetzt griff er auch nach dem Probevcntil..., dann' blieben seine Blicke an der Grenzlinie im Wasserstandsmesser hängen, wo im ungewisse» Scheine der Lampe ttesschwarz und silberhell hart aneinander stießen... alles in Ordnung! Also nichr Dampf in Gottes i Namen!** Jedes Ausströmen des verbrauchtes Dampfes ans den Zylindern war wie ein harter Schlag, einer nach dem andern, sic hetzten einander, überstürzten sich fast, wurden zu einer regelmäßigen Salve krachender Detonationen. Das Singen ging höher und höher, Eiscii klang auf Eisen. Fünfund- neunzig.... * Ter Heizer hat cs dann später im Spital, als er aus dem Wasserbett kam, noch entstellt von den Brandwunden, erzählt und hinZn- gcfugt, er hätte nie gedacht, daß nian im Bruchteil einer Sekunde so vielerlei denken könne. Tenn was sich dann abgespielt hat, schien unendlich viel zu sein. Und war doch das Werk eines Augenblicks. Ter-Heizer erinnert sich deutlich, daß Tourbigny plötzlich käsig im Gesicht wurde und an seiner Hand, die den Regulatorgriss umkrampfte, die Knöchel weiß hervorkamen. Er hörte auch deutlich den gurgelnden Aufschrei des Maschinenführers, ganz deutlich; der rief nämlich sonderbarer Weise:„Und natürlich ist er wieder vor uns... der Lokalzug!"... Obtvohl um diese Zeit kein Lokalzug sichr Und noch ettvas siel dein Heizer, der mit seinen Brandwunden so böse dran glauben mußte, auf: der Maschinenführcr Tourbigny soll nämlich, darauf will«r schwören, gestöhnt haben:„Also bin richtig ich der nächste in der Serie..." Tann kam alles, wie man cs in den Zeitungen las. Nur eines las man nicht: nämlich den ersten Akt des Dramas vom Kilometer achtunddrcißig. Ter bestand in wenigen Szcncnbildern, wenn man. so sagen darf: Der Maschinenführcr Tourbigny beugt sich plötzlich weit hinaus, starrt in die innner tiefer werdende Dämmerung, während der Zug dahintoft. Tann schreit er auf'.... was er schrie, dafiir kam ja nur noch der Heizer als Zeuge in Betracht, denn Tourbigny selbst war bereits tot, als man ihn aus dem Führerstand der Maschine zog. Tann ein irrsinniges Anreißen an der Handhabe des Regulators, ein kranipsigcr Griff nach dem Hebel— Retourdampf— und den Regulator wieder auf volle Fahrt... Wenn man den-Heizer später, nachdem, sich fein Nervenschock beruhigt hatte, bestagte, was für eine Empfindung er halte, so denkt er jedesmal nach und meint: es wäre ungc- niein spaßig gewesen, wie sich der Postwagen in die fast stchenbleibende Maschine mit dem Tender hineingcbohrt habe, so daß der Riesenkoloß springend und schlendernd davonschoß, um endlich umzukippcn... Er selbst sei oberhalb des Kesselkopses gelegen nnd daher bloß verbrüht worden. Jin übrigen gab es in den Waggons niehr als fünfzig Tote... Aber der stärkste Gedanke des Heizers, als sich der Zug ineinanderschob wie eine Ziehharmonika, war: Was will denn der Tourbigny mit dieser Bemerkung von der Serie...? Mein Vater war nur ein Prolet... -Von Aug. Gräf. Mein Vater war nur ein Prolet, And ich, ich bin sein Sohn, Ter Apfel fiel, wie's halt so geht, Bom Stamm nicht weit davon! Mit Stolz heiß ich mich Habenichts, Kein Ziegelstein ist mein. Ich schaue lachenden Gesichts Auf diese Welt voll Schein. Dem Betteltind als Wiege schon- Wies man den Stroßcnrain, Am Ackerrand der rote Mohn War Spielzeug ihm allein. Der Wind durch Wams und Wanst mir geht. Kann keine Konvention, Mein Vater war ja ein Prolet Und ich, ich bin sein Sohn! Bolschewistische Karriere. Von Hedwig Schwa r z. Auf Menschlichkeitserneuerung und seelische Wandlung hat man in Bolfchewikien immer nur geringen Wert gelegt. Soweit der Vorrat an Marx-Zitaten reicht, redet man sich bei offenbarer menschlicher Unzulänglichkeit mit den „Verhältnissen" heraus und dabei immer tiefer in-den Sumpf der moralischen Korruption, der Verräter« und gemeinen Treulosigkeit hinein. Nunmehr ist man offiziell und von Staats wegen jenseits von gut und böse gelandet. Der»Gipfel des moralischen Tletstandes" ist, wenn man so sogen kann, erreicht. Fünf Fahre lang suchte die Tschcla nach dem zunt Tode verurteilten Sozialrevolutionär Fun- tikow, der angeblich in Baku bolschewistische Ko.nimiissärc hat erschießen lassen. Fünf Jahre lang ist cs ihm gelungen, sich vor den Häschern zu bergen, bis die eigene Tochter ihn den Diktatoren ausiieserle. Ter Staat prämiiert diesen Verrat, dieses angenehme, kleinc Bcrrätchen, mit ehrenvoller Aufnahme in die kommunistische Partei und mit der Ucbertragung der Leitung der Frauenabtcilungen am Ton. Ans dem schlichten Fräulein Funlikow ist über Nacht eine Obergenofsin' geworden. Das Siegel unter die Ernennungsurkunde ist der Schuß ins Herz des eigenen Vaters. Warum eigentlich auch nicht? Wenn die Kuliurstaaten den nahen Angehörigen eines Angeklagten das Recht der Aussageverweigerung gewähren, so dokumentieren sie damit nur ihren „bürgerlichen", familienideologischm Charakter. In Sowjetrußland ist man konsequent nnbürger- lich und unscntimental, da bewegt man sich nur im soliden Unterbau der ökonomischen Interessen und bringt es zu einer ganz respektablen Geniütsathletik. Noch eine Etage tiefer, unterhalb der Ebene des normalen menschlichen Empfindens, spielen sich, umtvittrrt vom eklen Geruch moralischer Verwesung, jene Vorgänge ü la Funtikow ab. Tie Geschichte meldet aus dem alten Rom das Todesurteil eines Vaters über die eigenen Söhne. Junius Brutus, einer der beiden ersten Konsuln der Republik, ließ seine beiden, in monarchistische Konspiration verstrickten Söhne zusammen mit den angesehensten Jünglingen der Stadt hinrichten. Dem Gedanken unerbittlicher Gerechtigkeit brachte er das grausige Opfer.„Genossin" Funtikow liefert ihren Baler den Henkern aus und uiacht eine glänzende Karriere. — Wann werden nach bolschewistischem Pseudomarxismus endlich die„Verhältnisse" in Bol- schetvikicn„reif" genug sein, nm eine schlichte menschliche Anständigkeit zu gestatten? Was ist Vaterland? Einst gab es eine Zeit, da war Vaterland: Das Land der Väter, der Boden, auf dem der Freie arbeitete und an dem er gerne hing, dos Land der Väter, das nun sein Land war und auch der Kinder Land noch bleiben sollte. Es trank seinen Schweiß und gab ihm sein Brot. Ter Mensch jener Zeit begriff vollkommen, was fein Vaterland ihm war. Eine andere Zeit kam. Ta war Vaterland: Das Besitztum der Fürsten, verteilt als Gnadengabe nnd Dienstlohn an seine Kriegsmannenz bevölkert und beackert von untertänigen Gutsbauern. Das Vaterland konnte als Mitgift weggeheiratet und zugeheirater werden, es war ver- schenkbar und war gar nicht Vaterland, sondern Fürstenland. Es gab auch keine Bürger des Landes, sondern nur Untertanen des Fürsten. Ter Fürst war— eben der Fürst von Gottes Gnaden. ' Später hieß Vaterland: Die wirtschaftliche Einheit, Macht und Ausdehnungsfähigkeit des Landes, Aktien, Fabriken, Armee. Die Machtmittel und Anrechte des Staates wuchsen, fremde Konkurrenz wurde geschlagen. Dies alles hieß: Das Vaterland gedeiht. Das Kapital gedieh. Ein paar Strahlen Sonne fielen auch auf den Arbeiter. Aber die Mächtigen badeten in einer wahren Flut von Sonnenschein. Wenn sie dir Kräfte der Nationen schärfer anspannen wollen, nm neue Aktien, Fabriken und Einflußbereiche zu gewinnen, so rnfcn sie nicht: Kapital! Sondern sie rufen: Vaterland! Wir wollen da aber nicht mehr folgen. Sondern Vaterland soll sein: Brndcrland! Es wird nichk mehr angehen, Arbeit unter den gewohnten Bedingungen billig zn erlangen und davon reich zu werben, während Tausende bescheiden danken und sich dumm ver trösten lassen. Sondern künftig ist Arbeit nur zu haben zn hohem Preis. Wo nicht— dann nicht! Di« Welt braucht viel Zeit, um dieses Neue zu lernen. Tann aber beginnt eine neue Zeit. Wenn man dann die Zahl 1v teilt, so liegen auf beiden Seiten je 5. Heute heißt es: mir 8, dir 2 nebst Vaterland. Felix Niemkasten. Assentierung in der Oase. Von Michael M a r e ö- Der Tag bricht an. Die Sahara versinkt in grünen, phosphoreszierenden Nebeln. Aus der Wüste dröhnt das tiefe Poltern von Pauken, tönt der monotone- Schall von Trompeten und Pfeifen. In diese traurige Musik meng: sich von Zeit zu Zeit das klägliche Anfbrüllen der Kamele. Bcduinentrnppen nähern sich der Oase. Man kann bereits die flatternden Mäntel-der Männer, Frauen und Kinder erkennen. Tic graueichasten Umrisse der Ungetüme— Kamele heben sich bereits scharf ab in dem rasch heranbrechenden, beginnenden Morgen, während einige Schüsse, aus den Gewehren der Nomaden, zum -Himmel blitzen. Bon der maurischen Kasbah*) wchi in den kristallklaren blaufrostigen Morgen die französische Trikolore. Bor dem Tor blitzen die Bajonette der schwarzen Tirallcure, der Araber, Söhne des Sudans und Senegals. Tic Kamel« sind niedergcknict und widerkauen still. Die Beduinen lagern vor dem Tor der Zitadelle. In die morgendliche Stille singt ein Derwisch von der Galerie eines Minaretts mit weinerlicher Stimme in alle Winkel der Well' sein Gebet. Eine Schar Frommer küßt den unerbittlichen, aber für alle gleichmäßig gerechten, ausgcdörr trn Boden Gottes. Die Wüste ist groß, die Wüste gleicht der Hölle, aber sie ist gütig. Sie gehört niemanden, und ein wenig ihrer armseligen Gräser, Kakteen und Disteln gibt sie de» herumziehendcn Truppen, ein jeder, wer will, wer findet, mag— nehmen. Die Wüste ist unübersehbar, ist streng, aber frei. Und doch— auch hieher dringen Gen. barmen; sie stellen Listen ans. befehlen und die Jünglinge ziehen hin, um ihre Blutsteuer zu zahlen.— Das ist der schwärzeste Tag für den freien Mann aus der Eandwüste, dessen ganze Seele an dem lichten Ocker des Sandes hängt, an der Herde Kamele, die für ein wenig, von jedem Geschöpf verschmähtes dürres Laub und Wurzeln, seinen menschlichen Gefährten alles gibt: Milch, Kraft, Decken und Fleisch. Wie gnt» bescheiden und geduldig ist das Kamel. Hat es feine Launen, sind sie lächerlich und gleichzeitig .gerecht. Und der nächtliche Himmel über der 'Sahara! Wer hätte nicht von der Pracht der großen Sterne gehört, so klar, daß die Augen über» gehen... Das alles soll der Mensch aus der Ratnr heute verlassen. Bor der Kasbah lagern Brüder, Frauen, Mütter. Sie warten stumm: ja oder nein. Sie wollen in den Hof der Festung dringen, aber ans ihr« Brust richte» sich kühle Bajonette. S heu sic einige Stunden. Frauen, Mütter, wie ein Häuslein Unglück in den Schatten der altertümlichen Festung geduckt, schweigen, schweigen. Die roten Mützen der schwarzen Soldaten leuchten drohend über der unruhigen Männerschar. Und in diesem Augenblick kommt die erste Nachricht:„Ahmed ist Soldat!" Ans der Schar ruhig sitzender Frauen stürzt die Mutter hervor. Sie iritt rhythmisch von einem Fuß ans den andcn«, *) Kasbah— Zitadelle. die Augen voller Träire» und jetzt bricht ihr Schmerz hervor, sie raust sich die Haare, schlägt sich an den Kopf, singt irrsinnig ein Lied von drei Tönen. Im Rhythmus des Liedes zerfetzen sich die übrigen Weiber das Gesicht. Ta— ta-lata, ta ta ta-ta. Und in diesem Moment zerreißt ein dreizehn- oder fünszchnjähriges Mädchen, die Frau eines Assenlierten, ihr Kleid und fährt mit einem scharfen Instrument über ihre entblößte schöne Brust. Schmick, schmick. Blutend läuft sic davon und heult wie ein verwundeter Hund, eine hungrige Hyäne... Und so geht es von früh bis abends. Ter Schmerz der Frauen ist überall derselbe.— befreit!" schreit jemand, und die Mutter des Befreiten, wirft sich dem Sohn vor die Knie, umarmt und küßt sie... Die Fran des Befreiten lößt ihre Haar auf und drückt ihre Brust an die Brust des Mannes, der wieder frei mit seinen Kamelen durch die Wüste ziehen kann, heute hier, niorgen dort. Tic Wüste ist unübersehbar nnd gibt alles, was sie bieten kann. Tie Lust der Frauen, die Liebe der Frauen ist überall gleich.— Und Freiheit ist überall der größte Reichtum. Warum weinen die Männer, wenn sie die Freiheit gewinnen oder verlieren? Ein neuer Morgen. Eine Schar Berber aus der benachbarten Oase geht zur Assentierung. Mit einem Lied aus den Lippen. Alooh, Allah, rloi loi la Allah..." (Aus dem Tschechischen von Grete Reiner.) „Lieber Kiwatins Eisfelder." „Die friedlichen Segnungen der Zivilisation" vernichten langsam und sicher di« Bolksstämme des hohen Nordens. Ter durch seine Borrröge nnd Berichte in der Presse auch dem weiteren deutschen Publikum bekannt gewordene norwegische Polarforscher Christian Leden stellt— im Geist Rasmusserrs und Stcfanssons— diese Behauptung in seinem soeben bei F. A. Brockhaus erschienenen Buch über seine abenteuerliche Nord- fkchrt„lieber Äiwatins Eisfelder. Drei Jahre unter kanadischen Eskimos" unter Beweis. Im Norde» Kanadas, am Westufer der Hudson-Bai, liegen die unendlichen Eisfelder Äiwatins. Diese rauhe Natur kennt nur ein Gesetz, und dies Gesetz heißt: Kampf ums Dasein. Nur Menschen können hier leben, deren Kraft stählern, deren Gesundheit abgehärtet und deren Nerven in ständigem Ringen mit Eis, Meer und Die Kleidung der Eskimos war deshalb weit und lustig, sie ließ einen Teil des Oberschenkels nnd den Hals frei, uni der kalten Luft ungehindert Zutritt zum Körper zu geben. Bevor die Zivilisation kam, benutzten die Eskimos ihre dumpfen, warmen Winterhäuser nur von Winters Anfang bis zum Ende der dunkelsten und kältesten Jahreszeit. Im Frühling, im Sommer wurde das Dach abgedeckt, und die Luft vollbrachte ihr reinigendes Werk, während der Eskimo im Schlitten über Land zog. Mit Mester, Speer und Harpune trat er Eisbär, o sie-' Polarticr erprobt sind. I Walroß und Dal entgegen. Dann kamen die Weis eßen, die den: Eskimo nahelcgten, seine ihrer An. .sicht nach mangelhaft« Bekleidung zu vervollständigen, seine Blößen zu bedeckeir, feste Wohnsitze anzunehu>cn und mit Fenerwaffm zu jagen. Jetzt sind die einst so kräftigen Leute mit Lungen- tuberkulöse verseucht: ihre Dauerwohnungcn wurden zu Brutstätten der von den Weißen Männern eingeschlepptcn Bakterien und Krankheiten — sie selbst starren vor Schmutz, Ungeziefer und Hautausschlägen: ihre neue europäische Kleidung bedeckt zwar alle Blößen, aber die kann nicht mehr das Reinigungswerk verrichten— Hunger und Armut verringern beständig die Zahl der Eski nios: sie haben mit ihren Feuerwaffen auf weiten Strecken Landes alles Wlld verjagt oder getötet.„Hilfloses Proletariat, das weder die eine noch die andere Kultur besitzt", nennt sic Leden. Darum zog er lveiter nordwärts zu den Nctschillik-, Eivillik-, Kap-Jork-, Karnermiut- Eskimos und anderen Stämmen^ die noch Teile ihrer alten Lebensart vor der eindringenden Zivilisation gerettet haben. Mit einer Unmasse Gepäck, wissenschaftlichen Instrumenten und einer„Schiffsladung Schwiegermütter" sticht er im offenen Boot in See. Schon Tage darnach wird das Boot in einem rasenden Orkan zerschmettert. Rur mit Mühe können sich die Insassen retten. Auf der schillernden Weite des nordischen Eises sieht der Forscher schon alle seine glänzenden Hoffnungen gescheitert, und Todessehnsucht beschleicht- ihn: „Fiasko! Tas Spiel ist aus! Da hockt der Böse im Dunkeln und grinst schadenftoh..." Doch die ermatteten Lebenskräfte beginnen sich wieder zu regen. In furchtbarer Kälte und dichtem Schneegestöber zieht die kleine, mutige Schar ins Ungewisse hinaus, dem Tode oder dem Leben ent-, gegen. Menschen und Hunde sind bald am Verenden. Tie Menschen liegen schlaff und erschöpft: ans dem Boden,„die Hunde heulen schauerlich vor Hunger und Frost— es klingt gräßlich, wie uienschliche Schmerzensschrcie... Ich habe mein Testament gemacht, ich habe keine Hoffnung mehr..." Doch Leden hat Glück im Unglück. Er erreicht nach vielen Leiden und Abenteuern die Station, die er vor Wochen verlassen hat.— Ungebrochenen Mutes setzt er die Weiterreise fort; er besucht die Jnland-Eskimos anl Großen Binnensee, deren Leben und Sitten er eingehend studiert. Bon hier bricht er nach dem Rankin- und dem Chesterfield-Fjord auf. Die Chesterfield- Eskimos gehören zn denen, die sich noch am reinsten ihre alte Lebensart und Kultur bewahrt haben. Hier lag einst auch die Ansiedlung eines bl-henden Volksstammes, der Sadlermiut, die im einsamen Norden verschollen sind. Ein Geheimnis liegt über ihrem Schicksal, niemand' weiß, ob sie an Hunger, einer europäischen Seuche oder an Inzucht zugrunde gingen. Noch mehrmals gerät„der junge Norweger, der freiwillig dem Tode entgegenging", in Gr. fahr.„Es geht ums Leben", überschreibt er die-.' fes spannendste Kapitel seiner vielen Abenteuer, die den äußeren Rahmen des Buches abgeben. Ausgezeichnete, fesselnde Beobachtungen über das Leben der Eskimos, ihre alte Kultur, ihre Hygiene, ihre Religion, Aberglauben, Jagd- und Nomaden-Fahrtcn füllen ihn. Aber was noch niemand vor ihm getan hat: Leden hat die Musik der Eskimos erforscht nnd im Phonogrümm sestgehalten! Tas Werk bringt«ine Reihe Notenbeispiele, die des Interesses aller Musikfreunde ichcr sind. Man kann in einer kurzen Besprechung alle diese wertvollen Betrachtungen einer dem Untergang geweihten Kultur nicht einzeln wiedergeben, man kann nur sagen, daß sie sich! mindestens ebenso„spannend" lesen wie all» Abenteuer und Mühsal«. «Srotztter-Sagd auf dem Ozean. Dem„Illustrierten Blatt" entnehmen wir folgende bewegte Schilderung einer Jagd auf Haifische am Kap Horn:„Der Spiegel Led Ozcans, dessen Oberfläche kein Windhauch trübt, dehnt sich in himmlisch blauer Farbe, soweit das Auge reicht... Plötzlich was ist das? Der blaue M e e r e s s p i e gel wird fein geritzt, wie mit einem Mester, Scharen von fliegenden Fischen durchbrechen angsterfüllt die Wasseroberfläche, surren, in der Sonne silberhell blinkend, eine Streike weil fort, klalschru wieder laut in ihr eigentliches Element zurück. Ich siede achtern am Heck des Schisses, starre hinab, nun kommt das ritzende Messer näher, weitere folgen, nnn schimmert es graugrün in der klaren blauen Flut, kommt näher,——— da sind sie, die Bestien, die Hyänen des Meeres, die H a i- fische. In der klaren Flut sieht man alles, als ob es sich in der Lnfl widerspiegele, fünf, sechs, zehn mächtige Haie umziehen nnn dauernd das regungslos in der Flaute liegende Schiff, grauenhaft sind dir Biester anznfchcn, mit schnei» (cm Schlag ihrer mächtigen Schwänze tverfcn sie sich herum, weih schimmcru die Bauchseite«, nnn sperren sie die grimmigen Nachen ans, verschlingen jeden Gegenstand, der ihnen nahekomml. Wehe dem Menschen, der jetzt ins Wäger fiele! Die Haiangcl ist klar gemacht, rin mächtiger Stahlhakcn mit scharfen Widerhaken, gut nm wickelt mit duftendem Speck, meine große Para bellnmpistolc liegt neben mir, mein Photoapparat. mein Kurbelkaslcn,—— die Jagd kann beginnen. Ten größten der Burschen da unten habe ich mir auscrjrhen, den will ich fangen. Einige der kleinen Räuber, hungrig und gefräßig, jedoch vorwitzig, nähern sich nieiucni Speck, die will ich nicht haben, fort mit euch, tzlesindel! Drehend richtet sich der Lauf meiner Parabellnin nach unten, ein scharfer Knall, in der kurzen Entfernung ist die Wirkung fürchterlich, mit zer- schmetterten' Kopf lvindet sich das erste Ungeheuer im Wasser, das rote Blut färbt das blaue Wasser grün, nun stürzen sich die anderen Haie ans ihren gefällten Kameraden, ein fürchterlicher Kampf beginnt, in' Sekunden ist von dein getroffenen Hai nichts mehr zu sehen!..." Was mancher nicht weiß. Kurrende nannte man früher ans bednrfti gen Schülern gebildeie, unter der Leitung eines älteren Schülers(des Präfekten) stehende Chöre, die gegen geringe Geldgaben auf den Straßen, vor den Häusern, bei Begräbnissen»sw. geistliche Linder sangen. Auch Luther war als Knabe zeitweilig Kurrende-Sänger. In Thüringen und Sachsen haben sich die Kurrendaner' bis ins lll. Jahrhundert, in manchen Städten bis jetzt erhalten. Das englische Längenmaß Aard entspricht der Länge des Armes von König Heinrich I., ttom Ellenbogen bis zur Spitze des Mittelfingers., - Dir britische Bibelgesellschaft hat im Jahre 1935 über 10% Millionen Bibeln verteilt, die in 879 verschiedenen Sprachen abgcfaßt waren. Schornsteine— zur Repräsentation! 2TK. Eine.größere Zahl iniposantcr Schornsteine war lange Zeit das Merkmal der großen Schnell dampfer. Obwohl nun die technischen Borans- fetzunpen des Betriebes keineswegs mehr-t oder gar 6 Riesenichlote erfordern, bauen die Reedereien auch heute noch sogenannte ,chlinde" Schornsteine in ihre Dampfer ein, weil nicht nur die Auswanderer, sondern auch das vornehme Publikum unter der Psyche steht, die Anzahl der Schornsteine sei auch ein Gradmesser stir die tcch- «ische Bollendung und Seetüchtigkeit eines I Dampfers.*-’ einerlei. Lange Badehosen schützen nicht vor„ledigen" Kindern. Regensburg in Bauern istlcinc unsilt liche Sozistadt wie Wien. O nein! Regensburg ist Bischofssitz und die klerikalste Stadt des klerikale» Bayern und die tveltliche sowie die geistliche Obrigkeit leistet dort Jahr für Jahr Mustergültiges zur Hebung der Sitte, Zucht und Ord nuttg. Abgesehen davon, daß dafür gesorgt ist daß es nur klerikale Betennlnisfchnlen. gibt und weltliche Schulen als Ausgeburt der Hölle auch nicht in' einem einzigen Exemplar vorhanden sind, wächst jährlich an Stelle der Zahl von Wohnungen die Zahl.der Kirchen. Anßerdeni sorgt das schwarze Stadroberhaupt selbstbetvnßt snr die Sittlichkeit der Kinder durch zielbewnßte Berbote alles nach seiner Meinung Anstößigen. Selbst die Form der Badehosen wurde ortspvli zeilich vorgejchriebe», und das Direktorat der weiblichen Fortbildungsschule schreit gegen tanz lustige Schülerinnen nach dem Polizciknüppel. Aber was ist der Erfolg all dieser Mühen nm die Sittlichkeit? Die Antwort gibt der soeben erschienene standesamtliche Bericht über die Br vollernnpsbeivegnng in Regensburg für l!«2«>. Bon de» t6M in Regensbnrg geborenen Kindern sind nicht weniger als KV! außerehelich geboren, von. 100 also rund 25, rin Prozentsatz, in dem Regensburg wohl von keiner andern Stadt der Welt übertroffen wird, llneheliche Kinder sind den Klerikalen ein Beweis von Unsittlichkeit Also, wie isl's da mit Regensburg? Käsrrfchnaps. In der Herstellung berau- schender oder durch einen besonderen Geschmack ausgezeichnet:r Getränke ist die Menschheit von jeher erfinderisch getoesen. Tie verschiedenartigsten Pflanzen werden verwendet, nm viele„Bedürfnisse" zu befriediget:, und auch manches Tier wird bei der Bereitung solcher Getränke verwendet. Besonders eigenartig ist in dieser Hinsicht wohl die Gepflogenheit mexikanischer Indianer. Sie bcnnhen«ine Sandlanfküferarl(Cincindela rosciventris nennt sie der Entomologe), um sich daraus eine Art SchnapS hcrzusicllcn. Die Tand- lanskäser sondern näm.ich mehr oder weniger akomatische Düfte ab, die bei der mexikanischen Art besonders angenehm sind. Da diese Dnststoffe auch in die Getränkflüfsigkeiren übertreten, ist dit Berivendting des Käsers ohne weiteres vcr- Qwwi Kochgeschirr, i» dem man Milch kocht, Iaht sich leicht reinige», indem man nach dem Ausgießen der Milch den Deckel wieder anflcgl, bevor der Dampf entwichen ist und es so auskühlen läßt: dann weicht man es in kaltem Wasser ein. Wäsche spülen und stärken bciverlslelligl man gleichzeitig, indem man dem Spülivaster ein Hal des Pfund in der üblichen Weife zubcreitele lose Stärke beifügt, nachdem man Handtücher und die nicht;n stärkende Wüsche gespült hat. Tablettdeckchen, feine Kragen und die übrige Stärkwäsche tvird genügend steif, während Taschentücher und Batisttväsche einen feinen Glanz beim Bügeln rrbaiten. Beim Haarwaschen löst sich das anhastende Fett bester, wenn man dem warmen Master einen Teelöffel Borax hinznfngt. Messing reibe nian einmal ivöchentlich mit einem Flanelltuch ab. das nian mit Rähmoschi nenöl angefenchtet hat: man bewahrt es so vor dem Anlaufen. Samt reinigt sich gut, wenn man ihn mit einem in pulverisierte Magnesia getauchten T»ck> abreibt. i HarrSrerepte| Rrio oder ein anderer Milchpuddtng wird ' zweckmäßig mit Mitch und Master zu gleich.» Teilen znbereilet, dem man einen Teelöffel ge riebeneu Rierentalg beigibt. Hellfarbige schwedisch« Handfchuh« lassen sich gut durch Abreil>en mit altbackenem Brot reinigen. Karbid lann lange Zeil hindurch ohne Schädigung ansbewahrt werden, iven» kS mit Petroleum bespritzt ioird. Autosahrer-Handschuhe befreit man vom Schmutz durch Abreibeu mit einer Losung aus einem balde» Liter Milch mit einer Prise koh leilsaniem Natron. ...— Heiteres Kindermund. H a n s l!:„Tante, wo hast du denn dein Gclvchr?"— Tante:„Mein G.- wehr?"— Hansl!:„Ja, Papa sagt, d» gingest ans die Männerjagd!" Eheliche Auseinandersetzung. Sie(empört): „Ich ltkciß, was ich weiß!"— Er„Nichts weißt du, denn was du weißt, weißt d» von mir!"— Sic:„Ich weiß nicht, von wem das Kind die Frb.er hat!"— Er:„Na, von mir gewiß nicht." — Sie:„Da hast du recht, vou dir nicht-- du cast sie ja noch sklt>«r." Englischer Humor..Höre endlich mit deinem Gelärm ans," ries ein vor seinem Laden stehender Schlächiermcistcr einem Jnngen zu. der nn- anshörlich pfiff.„Weshalb pfeifst du den», du Lümmel?"—„Ich habe meinen Hund verloren," war die Antwort des Jnngen.—„Ja. glaubst du etwa, daß ich ihn genommen habe?" schimpfte der Schlächter weiter.—„Das weiß ich nicht," erwiderte der Junge. ,',Aber immer, wenn ich pfeife, bewegen sich die Würste im Schaufenster." Moderner Tanz.„Sieh du diese Fron an! Tanzt sic nicht wunderbar? Wie die den Charleston nud Black Bottom hinlegt!"—„Dummkopf! Siebst du denn nickt, daß sie einen Neiven schock gehabt bat?" Auch ein Berdienjl. Arzt:„Die Rechnung, die ich Ihnen sandte, ist doch wahrhaftig nicht hoch."— Patient:„Mir aber sollten Sie einen Ansnahmepreis machen; bedenken Cie, durch mick sind die Masern hierher gekommen!" Bollmacht. Der Briefträger bringt einen Grldbricf. In Abwesenheit deS Hausherrn will die Hausfrau quittieren.„Haben Sic Boll macht?" fragt der Briefträger.—„Jawohl," antwortet sie. Der dreijährige Hans, an der Hand der Mutter, flüstert dieser diskret zu: „Mammi, Hansel anch!" — e.— Krenzrätsel. Jede Zahl in der Figur ersetze man durch eine Silbe,«s ergeben sich, richtig gesilndrn, dann Zusammensctznngrn folgender Bedeutung: 1—2 Feines Gewebe,">—4 Zufluß der Unstrut, 5—6 Stadt iit Sachsen, 7—8 Nagetier, I—" Gehalt, I—l—.'! Unterstcllranm für Kraftwagen, 1—8 Elastisch-flüstige Körper, 5—8 Sagenhafte Figur, 5—:t Sportliche Abteilung, k>—7—I Wüste, 8—5 Eine bestimmte Reihenfolge. Auflösungen der Rätsel au- der vorigen Wummer: » Figueeuritsel: Kreta, Drache, Fabel, Rütli, Indus, Emback, Adria, Berta.„Friedrich Tilcher".