Jlr. 17. Uaicr9altung. Zwischen hohen Fichten, da, wo Jser- und RiHengebirgskomm«in tiefes Tal bilden, ragen zwei Schlote gen Himmel. Altersgraue, langgestreckte Gebäude bilden die Glashütte. Aus dem rauchgeschwärzten Raum dringt Eisen- gerasscl, Wasiergczijch und Lärm von Schritten. iDenn dir Türen stehen weit aus, um der Hitze Abzug zu gewähren. Und innen, rings um den Hochofen, stehen sehnige, junge Gestalten. Nur »mit Hose und Henid bekleidet, schwingen sie lange Eisenstäbe,„die Glaspfeifen", richten sie wie eine Tuba schräg nach oben, blase» und .senken sie wieder, und die rotglühende Glas- masie am Ende der vielen?:äbe nimmt geheimnisvolle Formen an. Und Kinder eilen herzu, rauchgeschwärzte Formen in der Hand, öffnen sie, damit der Glasbläser sein glühendes Glas hineinsenke. Tann schließen sie die Formen nach geübter Weise,«in Zischen und Rauch läßt uns erkennen, wie das Feuer das der Form noch anhaftende Wasser frißt. Oesfnet nach wenigen Sekunden das Kind oie Form, so läßt sich dos Geblasene erkennen. Hier ist es «in Sektkelch, dort ein Römer, da eine Schale; aber noch inimcr ist der Gegenstand gefchlosien, hängt noch an der Glaspfeife. Er wandert mit ihr in eine andere Hand: ein anderer Arbeiter setzt an den Sektkelch den schlanken s^uß, oder den Henkel an den Krug, die einfarbige Schale wird noch in eine gefärbte Glasmasse getaucht, alles wird noch einmal geschwenkt, in der Form «achgeprüft und verbessert. Dan» nehmen wieder dir Kiud«r die Formen ab, bringe» sie in| einen seitlichen, erwärmten Ofen, daß sie dort langsam ausgekühlt werden. Ter Glasbläser aber ruht nicht. Reu« Masse wird dem Ofen entnommen mit der Pfeife, wird geblafcn und geschwungen, geformt und ergänzt, immer von nruem haben die Kinder Formen herbeizuholcn, auszuwechjeln, zu pressen und wieder ins Wasser zu legen zur Abkühlung. Ist der Ofen er- lallet, der die Arbeit birgt, dann werden die Gegenstände in Kisten gepackt, und in die Schleifereien gebracht, dir in dem ganzen Ort Schrei- berhau verstreut sind. Wieder sind viel« Menschenhände tätig, dem Kristall den„letzten Schliff" zu geben. Große Achsen gehe» durch die Säle, viel« Schlrifrädrr sind daran, über ihnen hängt ein Trichter mit pulveMrrtrm Schmirgel, ein dünnes Robr führt Wasser herzu, das, mit Schmirgel vermischt, dauernd über den Schleifstein läuft. Und ein schier unerträgliches Schrillen, Pfeifen und Zischen«nönt, wenn das spitz geschliffene Rad seine Furchen in das Kristall gräbt. Die Stücke aus der Glashütte wandern erst in die Hände eines Arbeiters, der das unnötige Glas obschneidet und einen scharfen Rand hrrslellt. Tann wandern sie zu andern, die Muster vorzeichnen. Und nun beginnt dir mühevolle Arbeit, jede einzelne Rille nachzufahrcn bis zur richtigen Tiese, ganze Stück« auszukehlen, oder aber bei Sachen aus mehrfarbigem Glas ganze Teile wegzuschleifen, um di« innere Glasschicht wieder hervorzubringen. Manche Polierin, geschickte Zeichner schmücken dünnwandige Römer mit zarten Zeichnungen von Hirschen, so mancher kernig« Schlesierspruch wird in die Humpen eingegrabcn. Die Hände der Arbeiter sind vom laufenden Schmirgelwasser beschmutzt und hoben riese Furchen, aber das Auge muß scharf fein und die Hand sicher führen, soll cblcS Kristall erzeugt werden. Nun erst wandert es hinaus in die Großstädte der Welt, steht verführerisch da im Glanze der elektrischen Birnen, um verkauft zu werden. Und an hohen Festen und zu Feierstunden schmückt es den Tisch froher Menschen. M. Schrocder. Der Buschneger als Gittenkehrer. So weit mußte es kommen. Tas Bölkerbundssekretariat hat jüngst eine Friedenskundgebung der Bnschneger von Surinam in Holländisch-Guyana erhalten, die ihres fast biblischen Stiles wegen bekanntgemacht zu werden verdient: „Wir Bnschneger von Surinam hoben vom großen Krieg gehört, den die Menschen jenseits des Ozeans unter sich geführt haben, und könnt«» die große Not, die der Krieg mit sich brachte, sogar selber wahrnehmcn. Deshalb richt« ich, Adjankorso, großes Oberhaupt der Saramaccanrr Bnschneger, folgende Botschaft an den Völkerbund: Wir sind froh, daß der große Krieg zu Ende ist, und daß es jetzt Friede gibt. Tötet einander nicht Mehr, sondern lebt in Frieden miteinander. Dies sagen wir euch nicht ans überheblichem Stolz, sondern in demütiger Liebe. Ich grüße euch mit einem kräftigen Gruß- im Namen meiner Kapitäne und meines ganzen Volks." ' Tas Bölkerbundssekretariat hat für dir Kundgebung gedankt, und daraus hiugewiesen, daß der Völkerbund unaufhörlich für die Aufrechterhaltung des Friedens arbeitet und zu diesem Zweck„jedes Jahr dir Verirrter aller Rationen im großen Bölkerbundssaal in Genf , zusammcnirclcn, nm über ihre Nöl« zu beraten 1 und was im gemeinsam« Interesse getan werden kann." Ferner lrgte das Sekretariat rin« Photographie mit einer Sitzung„der Gesandten aller Rationen" seiner Antwort bri, aus der sich der große Häuptling Adjankoeso nicht ehr viel machen wird, wenn er nur einigermaßen den Blick auf die moderne Kriegsknltur der Weißen lenkt. Es.ist llcberlrgung wert, ob man den Völkerbund nicht nach Surinam verlegen soll unter den sittlichen Einfluß von Adjankoeso, dem grafen Oberhaupt der Saramaccanrr Bnschneger. Der Mensch, den ich achte. Zwei Menschen ehre ich und keinen dritten. Erstens den sich mühenden Arbeiter, der mit von der Erde gcfchafsenen Werkzeugen mühsam die Erde besiegt.und sie zum Eigentum deS Menschen macht. Ehrwürdig ist mir die harte, rauhe, verkrümmt« Hand, worin nichtsdestoweniger ein« unauslöschlich-königliche Majestät liegt, denn sie führt das Szepter dieses Plonr- tenX Ehrwürdig ist auch das rauhe, verwitterte, beschmnhte Antlitz mit seiner schlichten Intelligenz, denn es ist das Gesicht eines Menschen, der so lebt, wie ein Mensch leben muß.... Einen zweiten Manu ehre ich hoch; den, der für das geistig Unentbehrliche arbeitet. Ist nicht auch er in seiner Pflicht, indem er nach innerer Harmonie strebt und diese durch Worr und Tat in all seinen äußeren Bestrebungen cssenbart? Diese zwei Menschen in allen ihren Arten und Abstufungen ehre ich. Alles andere ist Staub und Spreu, die der Wind tvehcn kann wohin er will. Carlyle. Eine zeitgemäße Fabel von S.<8. Lessing. Fäulnis und Beüvcsung zerstörten das stolze Gebäude eines kriegerischen Rosses, das unter seinem kühnen Reiter erschossen wurde. Die Ruine des einen braucht die allzeit wirksame Ratur zu einem Leben des andern. Und so floh auch ein Schtvarm junger Wespen aus dem bcschmeißlen Aas« hervor. Oh, riefen die Wespen, was für eines göttlichen Ursprunges wir sind! Tas prächtigste Roh, der Liebling Neptuns, ist unser Erzeuger. Diese seltsame Prahlerei hörte der ausmcrk- same Fabeldichter und dachte an die heutigen Italiener, die sich nichts Geringeres als Ab- kömmlinge der alten, unsterblichen Römer zu sein einbilde», weil sie auf ihren Gräbern geboren sind. Qcftanten-epHtter. Verdienst und Ehre. Wer wahr fein will, uuiß frei sein. Frei von de» Ketten, in die Erziehung, Bildung, Traditio» uns geschmiedet haben, frei von den Zauberbrillen, mit denen die Priester unser Augenlicht verdunkelten, frei von der Tracht der Lakaien, in die die Machthaber der Erde die Abhängigen zwingen. Was du nicht selbst erwarbst, nicht selbst bist, das ist Lüge und Sklaverei. L i l y Brann. Wahre Ehr«, was ist sie? Ein rühnilichcs Belvußtscin seiner selbst, sich gegen den Anspruch des Rechts, der Billigkeit und Wahrheit nichts zu erlauben; jeder seiner Pflichten Genüge zu tun, vor sich, dem schärfsten Richter.. Ehre kann nnr genießen, wer das Bctvußtsein des Verdienstes in sich hat, sonst wird ihm bei einiger Ehrlichkeit gegen sich selbst die äußere Ehre unerträglich. Herder. Me Anfei Soyti. Bon Emil Ludwig. AuS dem meisterhaft grjchriebeiien Buch von Tmil Ludwig ,Hm Mittelmeer", das soeben im Sei» lag von Ernst Rowohlt, Berlin erschien(geheftet Mk. 650, in Ganzleinen gebunden Mk. 10.—), mit besonderer Erlaubnis des Berlages entnommen. Eine zackige Steilheit, slach emporgrrijsen, als hätte es nur zwei Dimensionen, erschreckt den Kämmling; es scheint nur rin Felsen im Meer. Die TeufelSinscl kann nicht drohender wirken als Capri von der Ferne. Doch auch noch, wenn man es betrat, täuscht rS den Fremden noch der Art großer Menschen: es bietet ein« lächelnde Leite und verbirgt eine einsame. Durch rin paar leicht geschaffene Wege scheint es sich dem Spaziergänger zu erschließen und befremdet ihn doch immer wieder durch Abgründe: überblüht an der Oberfläche, ist es an den Wurzeln untergraben vom ewigen Kampf mit dem Elemente, und wenn der Tag mit Mandolinen und Liedern vorüber ist, rauscht durch die Einsamkeit der Rächt das Meer. Kein Strand des Mittelmeeres wurde von den Deutschen stärker besucht und öfter gemalt als Capri, und doch hat fich's nur wenigen aufgeschlossen. Auch hier stehen die„Hotels ersten Ranges"(„Ouisipaga" oder ähnlich) an Punkte zweiten Ranges gebaut, und da der Reisende die schroffe Wildnis der Klüfte, die große Weite des Meeres gerne meidet, so bietet man ihm gegen den Norden den Blick hinüber zu dem so schön geschwungenen, etwas süßlichen Halbkreis der Neapler Küste. Nach Süden aber, am freien Meer, liegen die Geheimnisse und Entzückungen dieser Insel. Tort steht auf dem Felsen am Meer ein Turm mit Zinnen, ein Stück Burg hat man im Stile jener Sarazenentürme herumgebaut, die auf der Küste von Salerno ragen, Terrassen lagern sich stufenweise sclsab. Dort, am Kleinen Hafen, webt der Geist der Ziegcninsel. Aus dem weißen, rcingowaschenen Kalkfelsen steigt slach vom Strand zum Horizont die Reinheit des Wassers auf, das ich in keineni Teile des Mittelmeeres lauterer sah. Klarheit und Reine sind die Zeichen von Capri, in Wasser,-Lust und Steinen. Rur etwa vierzig Tage im Jahre sind grau, und diese Strahlenhelle, diese Milde n>«d Staublosigkeit sind eS, die den Blumen der Insel die leuchtenden Farben des Hochgebirges geben. Dort, wo sich zackige Felsen gegen den Meerwind stellen und zarte Täler schützen, fast nie erreichbar, wächst ein enzianblauer Strauch, niedrig, holzig, mit Blättern wie Rosmarin, eigentlich unscheinbar. Aber seine fliedergroßen Blüten, vierblättrig, strahlen mit der Kraft eines starken Menschenhcrzens ihr Blau in die Welt; es ist, als sei die tiefe Farbe des Meeres rmporgestiegen. Zwischen dem durstigen Hellgrün der Steine stürzen Kaskaden von Kugelsträuchern bergab, jattgrnne, gelbliche Wolfs- milch, Rosmarin und Berberitze wnchcr» in unbekannter Größe, aber die Myrte wird mannshoch und Höger, und entläßt aus ihren Weißen Blüten einen bittersüßen Geruch, als wollte sie Bräute warnen. An Sonnenwäntcn hängt eine Riesenart der Fetthenne mit gelben nnd lila Blütensternen, die handgroß brennen. Marguerite», Ginster nnd Erika werfen sich mit tropischer Wut ins Licht, baumartig schießend, und so tverdcn diese Sträucher mächtiger als der Wocholdrrbanm, der sich vor dcni Meerwind ergibt nnd schweigeird an den Felsen duckt, um nicht zu brechen. Aber inzwsschrn blühen still, als ständen sie vor einem Landhaus, nur mit etwas größeren Sternen, lila Anemonen, neben dem romantischen Thymian empor und lassen sich von den phantastischen Büscheln des wilden Fenchels beschatten oder von der grazilen Steifheit der rosa Kandelaberlilie. Ein großes Stück Südküste hatte sich Krupp anS Essen in einen Naturpark verwandeln lassen. Heute sind diese etwas schwülen Anlagen in herrliche Ruinen verfallen, und wo sich ein Jahrzehnt lang keine Gärtnerhand mehr rührt«, dort hat die Fruchtbarkeit, der Insel, haben Sonne, Lust und Meer ein knisterndes Farbengewirr von Sträuchern und Lianen, Moosen und Kakteen geschaffen und die Zeit mit leiser Geduld die Menschenspuren verweht. Steigt man von da die Klüfte h«rab, vorbei an einem kleinen, holden Wäldchen von Oliven, und unten wartet das Boot, dann zieht man die Segel ein und läßt sich an den steilen Wänden entlang rudern. Unser Fischer, der uns vor zwanzig Jahren hier ruderte, schön gewachsen nnd immer noch lachend wie ein Knabe, obwohl er bald Enkel hat, versteht die Grotten, der kennt das Meer, er liebt seine Insel, und da er in keinem Reisebuch verzeichnet sst, mag hier in diesem Nichtbaedeker jein Name stehen: Giro Albanosa von der Piccolo Marina; denn er hat die saubersten Zimmer in seinem Fischer- hause, und wer bei ihm wohnt, dem bringt er Hummern und Muscheln, Krabben und Tintenfische aus dem Meere, und wenn man zögert, so lacht er nnd sagt in dem singenden Dialekt dieser Insel:„Tutto ehe viene dal mare, 6 buono,- Was mancher nicht weiß. Di« erste Polarsahrt wurde vor 2200 Jahren unternommen. 325 v. CH. unternahm der Grieche Pytheas eine kühne Nordfahrt, die den nördlichen Polarkreis erreichte. Er brachte Kunde von einem sagenhaften Eiland heim, das an der Grenze des geftonenen Meeres gelegen sein sollt« und später den Namen Thule erhielt. Es waren vielleicht die Shetlandinftln. Rordwrstpassage ist der seit Ansang des 18. Jahrhunderts gejuchte Seeweg nm di« Nordküste von Anierika nach dem Stillen Ozean. Sir wurde 1850 von Mc. Clure entdeckt, aber erst 1905 von Amundsen durchfahren. In Dänemark gibt es eine Versicherung für unverheiratete Frauen. Die Versicherten, di« unverheiratet geblieben sind, erhalten nach ihrem 40. Lebensjahr wöchentlich zehn Mark ausgezahlt. Käsen, die Hauptstadt des ehemaligen Tar- tarenrciches und jetzigen russischen Gouvernements gleichen Namens, ist bereits zwölftnal abgebranm. Spanien ist das Land der Raucher. Ueber- all wird geraucht, nur in der Kirche nicht. Jeder Spanier, der sich im besonderen Ariftrag politisch betätigt, erhält auch außer der Reiseentschädigung eine Rauchrrrntjchädtgung. Es wird in Spanien in der Oeffentlichkeit mehr geraucht als zu Hause. Ter Ursprung der Stadt München war das Dorf Münichen, d. h.„zu den Mönchen". Es war von Angehörigen des Klosters Tegernsee, die dem Fischfang oblagen, bewohnt. 1157 wurde der Ort befestigt. Nördlich von Rome(Alaska) ist ein ständiger Warentransport auf Hundeschlitten ein- gesührt, der an regelmäßige Abfahrt- und An- knnftzcitcn gebunden ist. Jeder Schlitten, der mit acht Hunden bespannt ist, kann eine Viertel- tonne Last befördern. tutto si puö mangiare!(Alles, was aus dem Meere kommt, ist gut; alles kann man essen.) Hier an der Südküste liegen die Grotten, hier haben die Stürme von der offenen Seeseite her stärkere Welle» gegen das Urgestein geworfen als am Neapler Golf im Norden, durch die Jahrtausend«,»ich st» mag sichS' erklären. Die große und bernymre, die Blaue Grotte freilich, liegt drüben am Golf; doch wie sich unser Farbengefühl gegen das der Väter und Großväter ganz veränderte, so übt auch hier das schöne Milchblau dieses Lichtes weniger Zauberkraft aus uns von heute. Zwar nennt man auch die andern nach Farben, die Grüne, Rote, Weiße; doch sollten sie alle Iris heißen, denn es find alles Regenbogengrotten. Rur eine Meisterhand vermag das Boot in ihre schmalen Eingänge in solchen Augenblicken einzufüchren, wo die Welle aussetzt, und nur der Kenner weiß Klipp«? und Felsgestein in diesen Wasserhöhlen zu umschiffen. Dann aber hebt ein Farbenleben an, wie man cs höchstens bei Darstellung spÄtraler Versuche zuweilen erhascht. Auch in diesen Grotten kann man di« Erscheinung durch Spiegelung des Lichtes im Wasser und Rückspicgelung an die Hellen Felskuppeln erklären. Dennoch wirkt es wie Magie und würde Whistlers Auge rasend machen. Oben auf den Felsen strahlen alle Blumen in der Leuchtkraft alpiner Farben; hier unter den Felsen sind alle gebrochen. Ein magisches" Licht wie bei den Müttern schwankt hier, dem Bereich der Sonne entrückt, in den Wassern; alles ist aufgelöst in oyolenen Schimmer und schmeichelt sich mit fließenden Gebärden in die Augen dessen, der wie ein Frevler zu so gehei, -men Schlüffen vordrang. Rußlands Kosten am Weltkriege beliefen sich täglich im Jahre 1915 auf 25.7 Millionen. Rubel, im Jahve 1916 auf 41.7 Millionen Rn» bel, im Jahre 1917 auf 58.7 Millionen Rubel. Außer diesen Beträgen, die von den Behörden! offiziell verbucht wurden, gab es solche, welche, die Zentralverrechnungsstelle nicht erreichten,' als die bolschewistische Umwälzung dem Kriege ein Ende machte. Was kostet der Deutsche Reichstag? Rach dem Etat fiir 1927 erfordert der Reichstag einen Zuschuß von rund 6.7 Millionen Mark. Davon entfallen auf dir Aufwandsentschädigungen für Abgeordnete bei einem Monatssatz von je 618. Mark für die 493 Abgeordnete» insgesamt 3.6 Millionen. Für die Abgeordnetenfreifahrtkar- ten erster Klasse aus allen Strecken der deutschen Reichsbahn sind rund 1.3 Millionen Reichsmark eingesetzt. Zur Vorbereitung des Erweiterungsbaues des Reichstags ficht der Etat unter den einmaligen Ausgaben M.000 Reichsmark vor. DaS größte Krematorium der Welt hat (nach Beendigung des Neubaues) Treptow bei Berkin. Es wird bei Inbetriebnahme des ganzen Neubaues mit fünf Oefen für täglich 48 bis 72 Verbrennungen dos größte Krematorium sein. Die bunten Farben der Schmetterlinge werden, ebenso wie das Gefieder der Vögel und die Haut der Fische, durch die Umwandlungsproduktion der Harnsäure erzeugt. Dieses Abfallprodukt des Stoffwechsels wird so von der Natur noch verwertet und dann regelmäßig, z. B. bei der Mauser der Vögel entfernt. Der Rhein führt nach neueren Bercchnnn» gcn dem Meere alljährlich zirka 700 Kilogramm Gold zu; sämtlich« übrigen Flüsse der Erde dagegen mehr als 380 Tonnen. Ter Salzgehalt im offenen Meer« schwankt zwischen 31—35 pro Mille, so daß in einem Kubikmeter Mecrwasser 31—35 Kilogramm Satz enthalten sind. —« onterlei. Stet Pflanze, He ihr Brtti Uag nur Mei Blätter hat. Die Pflanze He im Laufe ihrer Bebens tatsächlich nur zwei Blätter ausbildet, ist die in den Wüsten SüdwestafrikaS vorkom- »ende Welwitschie(Welwitschia mirabilis), ein Eigenartiger Gewächs- dessen breiter Stamm Wie ein großer Holzbecher fast flach auf dem Boden liegt, während die kätzchen- und tannen- Dapsenförmigen Blüten den wulstigen Rändern des Bechers entspringen.' Die Welwitschie besitzt NUN außer Stammbecher»lid Blüten ihr ganzes Ecken lang mtr zwei Blätter, die sick aber der Bange nach in schmale Streifen teilen und in seltsamen Verschlingungen um die Pflanze Herumrollen, so daß der Stamm dennoch ganz tont Blattwerk bedeckt scheint. Obgleich sie nur zwei Blätter hat, macht daher die Welwitschie hoch keinen blattarmen Eindruck, nm so mehr als die Blätter bis zu zwei Meter lang werden. Neue Lastwagen— Ei des Kolumbus. 2. r. K. Das Belade» offener Güterwagen geht maschinell und daher rasch und billig. Geschlossene Güterwagen aber ersordern mehr Zeit und Sorgfalt, daher viel mehr Kosten. Die Gegen- stände müssen ja in kleinen Mengen zusammengefaßt auf Karre» in den Wagen gefahren werde».‘ Dem hat nun eine eigenartige Erfindung abgeholfen. Man hat das Dach nach Art einer Schiebetüre zum Ausmachen eingerichtet, so daß die Güterwagen nunmehr von oben her, mit Kranen beladen werden können und nachher doch als geschlossene gedeckte Wagen im Zuge laufen können. Das ist namentlich für solche Massengüter von Wichtigkeit, die leicht verderblich sind und nicht dem Regen ausgesetzt werden dürfen, wie Düngemittel, Zement, Kalt usw. Auch für den Transport von Lebensmitteln(Kartoffeln, Zucker, Getreide, Mehl usw.), die in große» Mengen geführt werden, bedeutet diese Harm lose Neuerung einen bedeuteuden Vorteil. Man steig« nach und fällt hinein... Der Pariser„Curosto" erzählt: Ein französischer Großindustrieller halte in der Untergrundbahn eine reizende junge Frau entdeckt. Als sie ausstieg, folgte er ihr, sprach sie an und suchte ihr in glühenden Worte» fein« Verehrung klarzumachen. Die junge Frau antwortete zwar nicht, aber das bindert ihren liebenden Begleiter nicht, immerfort auf sie einzuredeit. Eine Festung fällt nickt beim ersten Ansturm! Schließlich bleibt die Frau in einer einsamen Straße— Is war zehn Uhr abend— vor einem Sause «ehe», bricht zum ersten Mal das Schweigen und sagt, mit einem verschämten Seitenblick, der das Fenercken im Herzen de» Galans zum Biesenbrand aufacht:„Ich wohne hier, bitte, gehen Sie vor." Auf ein Klingelzeichen wird hie Haustür geöffnet, unser Freund, der sich schon am Ziele seiner Wünsche im siebenten Himmel glaubt, schlüpft arglos hinein nnfc— bauz, knallt die Schöne hinter ihm die Tür ins Schloß. Da steht unser Don Juan mitten in der Nacht in einem fremden Hause, aus dem er nicht wieder hinaus kann, ohne die Pförtnerin zu wecken. Es dauert nickt lange, kebrt ein in dem Hanse wohnender Oberst beim. Er entdeckt den EnÄringling, hält ihn für einen Einbrecher, telephoniert zur Polizei.' Zwei Beamte eilen herbei. Und-er gute Mann, der sicherlich damit gerechnet hatte, die Rächt anders zu verbringen, erwacht am nächsten Morgen in der Zelle des Polizeireviers, aus der er erst entlassen wurde, nachdem er Som Polizeitommisiär sein Abenteuer gestanden hatte. Pfarrer, Förster, Setzer— He gesündesten Berufe? Eine neue englische Statistik brschäf- tigt sich mit der Feststellung, welch«» der gesün- I beste Beruf sei, bei dem die Menschen zugleich auch am längsten leben. An der Spitze der Liste stehen di« Pfarrer. Dann kommen die Forstbeamten, an dritter Stell« seltsamerweise die Setzer, dann kommen Gärtner und Kerzenarbeiter. Ein« merkwürdig langlebige Menschenkategori« scheinen auch die Juristen zu sein. Der Lord Mansfield war 88 Jahre, als er starb, und das Alter seiner Nachfolger im Justiz- utinisterium schwankte zwischen neunzig uitd dreiundachtzig Jahren Der jüngste in der Liste bekannter englischer Richter und Anwälte ist schon mit. siebzig Jahren gestorben. Ohne Kveifel scheint die Rechtsprechung, wenn auch nicht immer für di< Betroffenen, so doch für die Urheber eine gesund: Bckckästigung zu sei«. (Erprobte KoMrezevSe Eierbrötchen al» Borgericht. 6 Personen. Sechs hartgekochte Eigelb werden mit 15 Gramm frischer Butter, 1 Eßlöffel feinet» Oel, 70 Gramm entgräteten, feingehackten Sardellen, 1 Teelöffel Senf, 1 Teelöffel fetngehackter Petersilie, 10 Tropfen Maggi's Würze und feinem Estragoneffig zu einein dickflüffigen Brei verrührt, den man gleichmäßig dick auf geröstete Weißbrotscheiben streicht. Gefüllte Eier. Die nötigen Eier iverden hart gekocht, nach dem vollständigen Abkühlen geschält, in Hälften geschnitten imd die Dotter entfernt. Indessen backt man je«inen knappen Eßlöffel Estragon, Thymian, Borretsch und Petersilie sehr fein, vermischt das Eigelb mit der gleichen Menge frischer Butter, den gehackten Kräutern, etwa? Pfeffer und Salz, sowie 10 Tropfen Maggi's Würze, rührt einen glatten Brei davon und streicht ihn wieder in die Eierhälfteu. Einfache Linsensuppe. 6 Personen. 2 stutt- den. Liter gut verlesene Linsen tverden gewaschen, in einer Kasserole mit 1K Liter Wäger imd 10 Gramm Salz zum Feuer gesevl, ausgekocht, und ansgeschäumt. Dann gibt man zwei große in Butter geschwitzte Zwiebeln,«in« kleine der Länge nach zweimal durchschnittene Mohrrübe, ein Kräuterbündel und 200 Gramm recht mageren Brustspeck binem, den man vorher ö—8 Minuten in kockeiides Wäger getaucht hat. Die- alles kocht man ganz langsam weich, woraus man den Speck und das Kräuterbüudel herausnimmt, di« Linsen auf«in Sieb schüttet utrd durchstreicht. Das so erhaltene Mus verdünnt man mit so viel von der Linsenkvchbrühe, daß die Suppe gerade dick genug ist, rührt sie nochmals ins Kochen, nimmt sie dann zurück, zieht 25 Gramm Butter und einen Kaffeelöffel Maggi's Würze darunter, schüttet die Supp« in die Terrine und gibt de« in kleine Würfel oe- scknittenen Speck hinein. Fleischsalat. Zubeveitungsdauer% Stunde. 6 Personen. Ein Matjeshering wird sauber abgewaschen, entgrätet und in klein« Würfel geschnitten. Die Heringsmilch treibt man durch ein Haarsieb, verrührt sie mit 2 Eßlöffeln Olivenöl, 1 Eßlöffel Senf, 2 hartgekochten Eigelb, 2 Eßlöffeln Essig. einem halben Teelöfel Maggi's Würze, Solz, Pfeffer, fein gehackten Schalotte», Petersilie und Schnittlauch. In diese Soße gibt man 2 Suppenteller voll in kleine Würfel geschnittene Reste von gebratenem der gekochtem Fleisch sowie di« Heringswürfel, mischt alles gehörig durcheinander und ticktet den Salat in. einer Glasickügel mit Gurken verziert an. Sardellen-Roftbraten. Sech» Personen. 1 Stunde. Die Rostbratenscheil>en werden gut geklopft, dann mir sein geschnittenen, entgräteten Sardellen, gehackter grüner Petersilie und Pfeffer bestreut und jedes Stück zusammengelegt, so daß die Sardellen nebst Petersilie die Füllung bilden. Diese zusammengelegten Scheiben klopft man mit dem Messerrücken, taucht sie in Mehl und brät sie in einer Pfanne in steigender Butter auf beiden Seiten schnell gar. Wenn di« Scheiben herausgenommen sind, wird di« Bratbutter.mit Wasser oder leichter Brüh« aufgekocht, mit 5 bis 8 Tropfen Maggi's Würz« im Geschmack gekräftigt und über die Fleischscheiben gegossen. weitere*. Gespräch iu der Ehe.„Ich hätte eine Frau mit gesundem Menschenverstand heiraten sollen! „Ha, Eleitder,»ud du bildest dir eilt, eine solche Frau hätte dick genommen?" Medizin.„Nanu, du machst ja eiu so vergnügtes Gesicht? Ich denk«, du warst beim Zahnarzt?"—„Allerdings, aber er war nicht zu Hause!" Garstiges Kind. Die Mutter nimmt ihr 5 Jahre altes Töchterchen mit zum 6-Uhr-Tee.' „Mama schnell, kratz einmal hier hinten, mich beißt«in Floh." Mama sehr errötend:„Aber Kind, das wird wohl nur ein Irrtum sein." Rach einer Weile.„Mauta, mich beißt schon wieder so«kn Irrtum." Ehe und Liebe.„Herr Wachtmeister, meine Frau ist beute stütz sottgegangen, und jetzt, unt Mitternacht, ist sie noch nicht zu Hause. Ich fürchte, es ist ihr was zugestoßen."„Ja, da müsse» Sie uns Ihre Frau beschreiben. Größe?" „Fch— ich weiß nicht."„Wieviel wiegt sie':" „ftetttc Ahnung."„Angenfarbk?"„Na, so gewöhnlich, glaube ich." Wissen Sie, wie sie gekleidet war?"„Sie hat wahrscheinlich Kostüm und Hut angehabt. Und dann hat sie den Hund mitgenommen."„Was für einen Hitnd?"„Einett Terrier, dreißig Zentimeter Schulterhöhe, ackt- einhalb Pfund schwer, weiß mtt schwarzen Flek- keu. Der Kopf«veiß, etwa ein Fünsmarkstück groß, gestnhten Sckrvanz und eine schwarze Pfote, die andere» weiß. BraunkderneS Halsband mit Silberschild und..." —-» OtütfeMMe.«— Silbenrätsel. Aus den nachstehenden 28 Silben sind zlvölf Wörter zu bilden, deren Anfangs- und dritte Buchstaben von oben nach unten gelesen ein LeffingWort«vgckeu: an diel fe furt hont in« kir koa na nan naS tu ni« null rich ten sche fei seit si sinn töt räu rie u u«n der.— Di« zu ertötenden Wörter hab:n folgende Beden« tung: 1. Frucht, 2. Nebenfluß der Saale, 8. Drüsen rn der Bauchhöhle, 4. Waschmittel 5. Ort bei Weimar, 6. Hochschule, 7. novwegi- scher Polarforscher, 8. männlicher Bornante, 9. Dickhäuter, 10. weiblicher Bornante, 11. Gelinge in Wesidenv'ckland, 12. Teil von Rußland. Auflösungen der Rätsel aus der vorigen Nummer: Kreuzworträtsel. Senkrecht: l Bach, 2 Skalde, 3 Tunika, 4 Reck, 6 Elm, 7 Rif, 10 Alfter, 12 Non-ade, 13 Aar, 14 Uri, 15 er, 16 la, 19 ma, 20«S, 22 Esra, 23 Erbe, 27 lloan, 29 ach, 30 Uhu, 82 Ring. 33 Aal, 84 Nab.— Wagreckt: 5 Barke. 7 Sttck.it, 8 Albom, 9 HaSm, 11 Fink, 13 au, 15 Else, 17 Ar, 18 Amme, 21 Rar. 22 Erie, 24 Aas, 25 Eis, 26 Rad, 27 Ur, 2« Raub, 3l er, 38 Aochett. 35 Fanta, 36 Arn».