3fr. 24. flnteröaltungtf^rtlage. 1927 Wie 2tom einem GGwinvler anfsesessen ist. Dee veave Laxil zieht Sie KierhenMesten an der Nase herum—«nglauviich^ GefeWshten, Vie steh ivtrEIieh zugetrugen Haven. M Es sind gerade zwanzig Jahre her, daß der "tonn starb, der das große Verdienst für sich -st Anspruch nehmen darf, die Kirche bis auf '^e Knochen blamiert und einen ganzen Welt- Ml zum Lachen gebracht zu haben. M Leo Taz.il(sein wahrer Name war Gabriel Mgand) war in Paris im Jahre 1854 geboren Mden und hatte eine strenggläubige Crzie- Mg genossen. Gerade weil er in frommk.rrholi- . Mn Kreisen ausgewachsen war, begann er sich M» den verlogenen Zwang auszulehnen und ^kämpfte die Kirche mit einer Fülle von ernsten und höhnenden Schriften. Bis eines Tages '' so schien es tvenigsiens— die Wendung kam. M Taxil warf sich der Kirche als reuiger Sun- *r 5» Füßen und begann ihr zu huldigen. M Er schrieb die abenteuerlichsten Geschichten ststber dix Freimaurer, wurde durch die Ver- Mentlichung der Schriften, die seinem Verleger Kruilich aus der Hand gerissen wurden, schwer stich und konnte sich noch überdies den Bauch st>r Lachen halten, daß ihm der Papst, die hohe Aistlichkeit und dir kirchengläubige Presse jedes i"ort seiner frechen Lügen glaubte. In seinem Hauptwerk„Die Drei- stunktebrüder"(damit waren die Freimaurer gemeint) setzt« er diesen beispiellosen vor. Er erber höllischen werden Teu- Ju den Frauen"logen "stoben(Logen nenut man bekanntlich di« Beringungen der Freimaurer)— müssen die Neu- "sttretenden Minmköpfeu folgende Geschichte Mlte, daß di« Freimaurer in Sommer zusammenkommen. Dort Isiibrschwörungen vorgenommen. Muenlogen— es hat niemals ,, einem Mopshund den Hintern küssen, ^Nn erst werde die eigentliche und unsittliche ^fnahmc durchgeführt. [_ Das Werk wurde mit bcispicllosent Jubel den Katholiken aufgenomine«, der Jesuitenöler Gruber übersetzte das französisch geschri?- sssN Buch in die deutsche Sprache und die glimmen aus M a r i a L°a a ch", das be- Mnnte Jesuitenblatt, jubelte» dem Verfasser in Me», Fcberheft 1888 zu und erklärten. !"baß Taxils Enthüllungen gauz im Sinne . ms vom Papst Leo XIII. selbst gutgeheiße« l>e» Programms geschrieben seien und füg- «n hinzu, daß von Taxils Werk bereits stohr als IW.vüü Stück im Umlauf seien". Aber es kommt noch schöner. Taxil sah, daß er den Ansprüchen allein nicht gewachsen sei> und sah sich nach einem Helfer nm, den er in den ganzen Schwindel cinweihie Die Frucht dieser. Zusammenarbeit war das Werk. däZ unter dem Namen eines Dr. Hacks und dem Titel „Der Teufel des 19. Jahrhunderts" herausgegeben wurde. Dr. Hacks, der sein Buch im Jahre 1832 erscheinen ließ, berichtet, daß er nahezu di« aanze Welt bereist habe und daher in der Laae sei, genaue und verläßliche Berichte bring«» zu. könizen über den Teafelskultus, wie er überall getrieben wird. Ans seinen Reisen, erzählt er, kam er auch nach Singapor« in Hinterindien, wo eine Engländerin ihre Reize, ihre Jugend, ihre Intelligenz ganz in den Dienst des Teufels stellt, dessen Apostelin Md Stellvertreterin sie ist. In den Höhlen von Gibraltar wohnen Legionen von Teufeln, di/ Stoffe für verheerende Krankheiten herzustellen haben. Der Chef der Teufel, Tubalkain mit Namen, begrüßte den Dr. Hacks in geläufigem Französisch und überreicht« ihm beim Abschied ein Fksisch- schen, mit dessen Inhalt er in Paris eine mörderische Choleraepidemie hätte bewirken können. Er lernt auch den Satanspapst Pike kennen, der seine Befchle und Weisungen durch ein Teufelstelephon den Oberteufeln zu Charleston, Rom, Berlin, Washington, Montevideo, Neapel und Kalkutta übermittelt. Dieser Pike besaß ein Zauiberarmband. Dr. Hacks war Augenzeuge, wie Pike mit Hilfe dieses Armbandes den Höllenfürsten Luzifer herbeirief. Dieser nahm den Pike sanft in seine Arme unreiste mit ihm nach dem fernen Stern Srrius. In wenigen Augenblicken waren mehr als 50,080.000 Meilen zurückgelegt. Nach Besichtigung des Sternes langte Pike wieder wohlbehalten in seinen, Arbeitszimmer zu Charleston an. In London sah Dr. Hacks, wie sich durch teuflische Künste ein Tisch an die Decke des Zimmers erhob und in ein Krokodil verwandelte, das sich ans Klavier setzte, fremdländische Melodien spielte und dabei die Hausfrau durch ausdrucksvolle Blicke in arge Verlegenheit brachte. Ganz großartig aber war der Einfall des genialen Taxil, ein Lieferungswerk herauszugcben, dar monatlich, zwei Jahre hindurch(vom Juli 1835 bis 1897) erscheinen konnte und von den Lesern förmlich verschlungen wurde. Es nannte sich: „Miß Diana Vaughan, Erinnerungen einer ehemaligen Teufelin" und enthält das hirnrissigste Zeug, das jemals geschrieben wurde. Miß Diana, die Tochter deS Teufels Bitru, soll schon als Säugling dem Teufel geweiht und mit zehn Jahren Meister einer Freimaurerloge geworden sein. Sie vermählte sich in Amerika mit dem Teufel A s m o- deus und erhielt als Hochzcitsgeschenk.men Löwenschwanz, den Asmodeus dem Löwen des Evangelisten Markus aibgeschnitten hatte! Dieser Schwanz legte sich nm ihren Hals und küßt« sie. Mit ihm unternahm sie ihre Weltreisen. Nachdem Taxil in einer Reihe von Fortsetzungen von den höchst unsittlichen und unfrommen Handlungen der.Diana berichtet hatte, verkic-.dete er, plötzlich Triumph:- cs sei ihm gelungen, die Teufelin zu bekehren! Und nun kommt das, was jedem menschlichen Hirn, wenn es nicht mit Kirchcnglänbig- kett verpickt ist, unfaßlich erscheint: Man riß sich in Rom darum, die Bekehrte kennenzulernen. Der Kardinal Parorchl sandte ihr den römischen Segen— ihr, dir gar nicht existiert«, nur in der fabelhaften Borftrllungs- krast Taxils!— und schrieb ihr unter Taxils Anschrift am 18. Dezember 1835:„Mein Fräu- lein und liebe Tochter in Unserem Herrn! ... Seit langer Zeit gehören Ihnen meine Sympathien, Ihre Bekehrung ist ein« der herrlichsten Triumph« der Gnade, die ich kenne. Ich lese in diesem Augenblick Ihre Memoiren, die von einem brennenden Interesse sind Ich werde daher sehr getröstet sein, Sie segnen und ermutigen zu können auf dem Wege der Wahrheit, auf den Sie getreten sind. Inzwischen glauben Sie, daß ich Sie in meinen Gebeten, besonders beim heiligen Meßopfer,»ich, vergessen werde Ihrerseits höre» Sic nicht auf, unserem Herrn Jesus Christus für die große Erbarmung zu danken, die er gegen Sie angewandt, und für das augenscheinliche Liebeszeugnis, das er Ihnen gegeben hat." Da Zweifel an ihrem Dasein auftaucht«», denn Taxil konnte begreiflicherweise den Wunsch Roms nicht erfüllen, und täuschte vor, die Bekehrte befinde sich in einem Kloster, das sic aus Angst vor der Rache der Freimaurer nicht zu 2— verlassen wage, so schrieb ihr der Geheimschreiber Papst Leos XIII., Monsignore Vin- zenzo S a r d i, um alle diese Einwände zu entkräften: „... Bon vielen liegt eine Verleumdung über Ihre Existenz und Ihre Identität vor. Ich glaube, daß da ein Kunstgriff der Sekte (der Freimaurer) vorliegt, um Ihren Schriften das Gewicht zu nehmen..." Ein frommer Pater, namens Dr. Michael Germanns, ließ sogar ein eigenes Büchlein erscheinen, in dem er für Miß Diana Partei nahm und seine Ucberzeugung auf die Gutheißung ihrer Berössentlichun- gen seitens des Papstes stützt«. Er schreibt wörtlich:„Ein so gelehrter, erfahrener und kluger Mann würde sich Wohl hüten, so etwas irgendwie guiznheißen und zu segnen, wenn er nicht gute Gründe für die Wahrheit dieser Tinge hätte. Ein Mann an der Montmartre. Von Adolf Abter, Paris. Eine Negerdirne in Maulwurfpelz und Lackschuhen stelzt über den Boulevard. Bor denk großen, weltbekannten Bergnü- gungspalast stauen sich brave Pariser Bürger und genießen das Schauspiel der anfahrenden Auws. Taxis und Privatwagen in langen Reihen rollen vor. Fremdeninvasion. Amerikaner und Engländer in der Mehrzahl. Bon wegen der Valuta: 1 Dollar= 25 Frank. Schlanke Frauen, strahlend in Juwelen und Straß, gepflegte Frauen, brillcntragende Frauen huschen in den breiten Eingang und schweben die Treppen empor Tie Männer, im Smoking, greifen in die Hosentaschen und ziehet! Bündel Geldscheine hervor.. Taxichauffeure schmunzeln.(Bei den Amerikanern.) Taxichauffcure schimpfen.(Bei den Engländern.) In der Hall« des Palastes stinkt es nach Geld. Pfui Teufel, wie schön— wenn man es'hätte. Die Bogenlampen am Boulevard lachen mit, strahlenden Kerzen auf die Menschen hernieder: Pariser Koketten, rouge-mandariNe'und ocre, junge, alte und noch ältere. Bieten für zwanzig Frank Freuden— hm— und Leiden. Diese stellen sich nachträglich teurer. An den Ecken der Nebenstraßen dunkle Gepalten, Halstuchkavaliere. Hände in den Taschen, Stummel im Mund. Lassen ihre„Bräute" nicht aus den Augen. Ein besserer Herr ist mit einem Schutzmann in ein temperamentvolles Wortgefecht geraten. Im Handumdrehen sind sie von einer dichten Menschenkette umschlossen. Der Herr:„Sie haben mir höflich zu antworten!" Der Schutzmann:„Habe ich getan. Ihr« Papiere, Herr!" Der Herr:„Sie haben mir höflich zu antworten!" Der Schutzmann:„Ihre Papiere, Monsieur!"» Der Herr zum Publikum:„Wen von den Herren darf ich bemühen, mein Zeug« zu sein?" Ein Kerl mit Schirmmütze und schielenden Augen:„Wieviel zahlen Sie?" Es beginnt zu regnen. Aber die Menge läßt sich nicht stören im Auf- und Abfluten. Montmartre ist znm Vergnügen da. Eh bien... Bor den Kaffeehäusern schweigsame, ernste Kabylen in braunen und weißen Burnussen. Ordengeschmückt. Betrachten aus wundervolSpitze der Kirche wird Wohl vieles über das Satansreich und seine Kampfweise zu erfahren imstande sein, was gewöhnlichen Gläubigen entgeht." M O armes, gutgläubiges Paterlein, was mußr du für ein Gesicht gemacht haben, als du erfuhrst, daß dein Papst einem Schwindler ausgesessen ist! Denn schließlich kam es ja doch heraus, und zwar durch die Enthüllung Taxils selbst; aber nicht früher als bis er vom Papste den Segen empfangen und auf dem großen Antisreimanrer- Kongreß in Trient im Jahre 1896 die größten Tiumphe gefeiert hatte. In einer Versammlung der„Gesellschaft für Er.dk ü n d e" in Paris, an der hauptsächlich Jesuiten, Kleriker und katholische Zeitungsschreiber teilnahmen, sprang er plötzlich auf und erzählte den Zuhörern, deren Gesichter länger und länger wurden, daß er sie seit zwölf Jahre» an der Rase herumgeführt hab«, und daß"es ihn freue, aller Welt gezeigt: zu haben, daß man den Herrschaften den albernste» Blödsinn vormachen könne, der sofort geglaubt werde. Zehn Jahre später, im März 1907, Ä Taxil, fast vergessen, in Paris gestorben. Wir haben uns verpflichtet gefühlr, M großen Spötter dieser Bergesienheit, die ix* Kirche natürlich sehr angenehm war, zu entreißen, und wir enkpfehlen unseren Lesern, die den Taxil-Schwindel noch genauer kennenlernen wollen, als wir ihn hier auf beschränktem Raume schildern konnten, die eben erschienene Schrift von Franz Hirsch:„Ter Tarik- Schwindel oder Roms größte Blamage" i ä lesen, die vom Freidenkerverlag, 1. Bezirk, Wipplingerstkaße 8, hcrausg.-goben wurde und der wir die vorstehende Darstellung größtenteils entnommen haben. len Augen das Treiben. Wenn der weißbärtige Scheit nach seinem Glas Kaffee greift, klimpert der Klempnerladen an seiner Brust.(Ich frage mich: Warum hat er nicht die Skalve seiner erlegten Gegner am Gürtel hängen? Da wüßte man, wieviel Menschen er umgebracht hat. Daran würde man seine Heldentaten hochachtungsvoll ergebenst bewundern können. Aber Olden? Pah! Wieviel tote Menschen kommen auf einen Orden?) Die„Tote Ratte" läßt Schilderirägcr Herumlaufen, die verteilen Zettel mit dem Programm unter lautem Gebrüll:„Nur in der „Toten Ratte" amüsieren Die sich!" Während das„Restauranr zur Ratte, die nicht tot ist", durch grelle Lichtreklame seine Speisekarte wirken läßt. „Die zwei Esel", das politische Kabarett, lockt durch die Namen seiner Vortragskünstler an. „Die Hölle" überstrahlt in allen Lichterfarben den,,Himmel", Und die„Schwarze Katze", das älteste Pariser Kabarett, hat sich durch Nruanstrich der Fassade verjüngt: Aber der„Montmartre-Keller, liegt immer noch in dunkler Gruselsensation für die Fremden da. Ein Jahrmarkt, Herrschaften, ist der Montmartre... Aus einer Kneipe tönr Jazzmusik. Ich trete ein. Beißender Zigarrettenrauch schwängert den Laden. Alle Tische sind besetzt. Eine so zusammengewürfelte Gesellschaft findet man nur in Paris: Ehepaar« aus dem guten Bürgerstand neben Kokotten mit Anhang. Reger mir ihren weißen Freundinnen am gleichen Tisch mit Leuten der sogenannten besseren Stände. Hinter der Bar thront eine Schöne aus Algier. In ein« Ecke steht ein Mann mit Halstuch und Mütze, auf einem Auge blind, und betrachtet unbeweglich die Beherrscherin der Bar. Ein Mulatte, Hausknechtschürze unterm Rock, wackelt gutmütig und heiter mit dem Kopf nach dem Takt der Musik. Drei wüste Apachen flachsen sich mir dem Kellner. Die Tür geht auf, ein fleißiges Mädel tritt ein. Reicht dem einen Kerl einen Fünffrankschcin und verschwindet wieder. Der Brave bestellt:.„Encore nne fine!" Die Jazzband besteht aus drei Männern und vollsührt auf allen möglichen Instrumenten und Gegenständen einen Musiklärm für zwanzig. Ein Zeitungsverkäufer steckt den Kopf ins Lokal und brüllt:„L'Jnfran. Les fix jours!" wobei er die Zeitung NJntranfigeant mit bcffl Bericht vom Sechs-Tage-Rennen anbietet. Ein Jahrmarktsrummel dies« Bude. Regen am Boulevard im Montmarirr. Freche Dirnen. Autos mit Ausland. Und dann: Zwei Individuen. Menschen. Männer Hungernde, elende, verkommene, zerluuipte, bärtige Gestalten. Herrgott, man könnte schreien vor Weh.„Diner 20 Frank." Das Schild leuchtet unter gemeinem Licht. Da gehen sie vorüber. Sehen nicht links, nichr rechts. Auge» immer auf die Erde gerichtet. Bücken sich. Greisen. Stecken in die Taschen Sie sammel" Zigarettenstnmmel. „Zur Herberge." Ein Schlemmerlokal ras- siniertester Art. Wo an primitiven Tischen nuserlesen« Leckerbissen für teures Geld serviert werden. Wo der Luxus vorgeräujchtc Hand; werksburscheu-Eiufachhcit genießt gegen innd- haftes Geld. „Zur Herberge." Ta fahren die Autos vor. „Zur Herberge"— da wandern die beidr" Menschen— vorbei. Im Regen. Im Elend- In schreiender Zerlumpthcit. Hungernde W auf die Erde gerichtet. Menschen Menschen-—— I Ein Lebensspiegel der Boulevard am man re... Heiteres aus der Volitik. Nacherzählt von A. S. Ein antisemitischer Amtsrichter hält stin« Jungfernrede. Nach dem zweiten Satz stockt er- Di« Anke ruft immer wieder laut: Hört! Hkirl! -wenn er weitersprechen will. Der Arme ringt mit seiner Stimme, ringt mit sich und tritt leichenblaß ab. Der schlaue Liebermann von Sonnenberg erkennt die Situation, stützt den Lampenfieber- kranken und führt ihn unter dem Gelächter der Linken aus dem Saal. Liebermann von Sonnenberg, in den saal zurückgekehrl, zur Geschäftsordnung: „Mein Fraktionskollege£. I. ist soeben von einer Herzbeklemmung auf der Tribüne creiu worden, die es notwendig machte, daß er|w sofort in ärztliche Behandlung begeben mnßlr- Jch nehme an, daß die Herren dort drüben, di* Vorhin gelachi haben, sich ihrer Handlungsweist schämen werden!", (Eine Stimme aus dem Hintergrund):„Te> is doch keene Herzbeklemmung, wenn einem do Her, in de Hose fällt, bet is— Herzaweiternng- Raort. Ge- von Expedition hätten die Müdigkeit Ich suche eine Woftnunq. gekommen ist,... Ganz einfach! Ich kannte fii schon seit einigen Jahren, und einmal, in der Dämmerung kam sie... Sie kam unter dem Borwande, ihre Freundin, Madame Sehnsucht, zu'besuchen, die schon seit einigen Jahren bei mir wohnt. Sie tat mir ein wenig leid. Um di« verwelkten Lippen hatte sie das Lächeln eines verführten Mädchens, große, ermüdete Augen und frühzeitig ergrautes Haar! Ich habe sie selbst eingeladen, sic soll bei mir übernachten, und seit dieser Zeit will sie meine Wohnung nicht mehr verlassen. Auf meinem eigenen Bette ruht sie aus, trinkt meinen Tee, setzt sich auf meinen Platz vor dem Schreibtisch, an sonnigen Tagen verstellt sie mir das Fenster mit einem dunklen Schleier, wirft meine Blumen auf den Misthaufen oder rupft von ihnen ein Blatt nach dem anderen ab und fletscht ironisch die Zähne über all mein Bitten, meine Wohnung zu verlassen... Vorigen Samstag mußte ich mich die ganze Nacht im Wirtshaus herumtreiben, denn sie wollte" auf keinen Fall von meinem Belte abtreten, in das sie sich einzenistet hat. Um das Maß voll zu machen, hat die bei mir ständig wohnende Madame Sehnsucht ihre alte Freundin, die Langweile, anfgestöbert und brachte diese für einige Wochen in die Wohnung.■ Ich besitze nicht die Kraft, um diesen neuen Gast einfach vor die' Tür zu setzen.'.. Es geht nicht. Sie ist sehr distinguiert und bester erzogen als alle meine Mitbewohner... Ich habe je- doch den Verdacht, daß di« Langweile in boshafter Absicht das Bild des von mir geliebten Mädchens grau angestrichen hat, daß sie mir das Opernglas zerschlagen hatte uni) mit den Uhren im Komplott ist, di« so hoffnungslos ticken, daß ich trotz dem Regen und der finsteren Nacht gezwungen bin, aus der Wohnung zu flüchten... Am Montag kam der Briefträger mit einem oickcn Brief. Hinter dem Briefträger schlich sich ein alter Bettler ein, der sich Kummer nennt. Er weint«, wand sich, bettelte, bis er endlich bei mir»erbl'cd Der Kummer stellt mir das Geschirr zunt Mittagessen,• macht mir das Bett und weckt mich des Morgens aus dem schweren Schlafe. Ich haste ihn, aber meine Mitbewohner hindern mich, diesen zu entfernen i Ein Aast im Hause, Gotr im Hause!.... Du lachst, Mädchen,... Wahnsinnige schichten?... Es stimmt, meine Liebe!... Heute nacht erhob sich der Schrecken seinem Fauteuil und iproch zu» rrst-nmal zu mir. Zuerst habe ich nichts verstanden, aber jetzt verstehe ich schon alles!... O jo, alles... Welch verständiges, intelligentes und voraussehendes Subjekt er ist! Nur di« gläserne», glotzenden Augen... O, diese Augen!.. Es kam so: Ich konnte lange nicht einschlafen. Brom, Bcroual— hat nichts genützt! Ich schau«: Da haben meine Mitbewohner alle Türen und Fenster ireit geöffnet, oh re. Rücksicht, ob cs mir angenehm oder unangenehm ist. Durch das offene Fenner schlich die Nacht mit ibren samtweichen Gelenker und nvt einer geräuichlosen Bewegung ein, wie der Flug einer Fledermaus legte sie sich mit ihrer dumvf:» Last uif me ne D' ii! Der Schrecken erhob sich oomcheinem Fauteuil und, sich am Rande nieines Bettes hinsetzend, erklärte er mir irgendetwas sehr lange and sachlich... Bon«. eine Wohnung, meine Herren... bescheiden« Ansprüche, ganz be- Jch suche L.34 stelle Icheidenc...' c Ich wünsche mir gerne eine stille Ecke, wo- W ich eine alte Kommode hinstcllen kann, mit t>nrr gestickten Decke und mit einer Danziger W, die unter einer Glasglocke tickt; weiße Ausselinvorhänge am Fenster, in besten Schei- sich feuerrote Fuchsien in schartigen Blu- Wtöpfen emporwinden; ein altes, verschoffe- H Fauieuil aus dem Rauchzimmer des Großölers, in welchem ich, bequem sitzend, auf die iruchic gegenüberliegende Mauer sehen könnte, die zerschlagenen Ziegel, von olivenfarbigenr «oos, purpurroten Wildbeeren und vergilbten Aselholzblättern bedeckt; auf ein Fleckchen »itnmel, grau und still wie das Schicksal eines «hrcrs in einem einsamen Dörfchen; auf die ui der Unendlichkeit der finsteren Nacht und des Milchweißen Weges blitzenden Sterne, wo die kiäubchen und Atome der zerschmetterten Menschlichen Sorgen und Wünsche zittern, die d>n der schrecklichen Kraft des Lebens gegen Himmelstore geschleudert wurden, von ivo "Ne Rückkehr unmöglich ist... Ich möchte gerne einen so stillen Winkel Mcn, in welchem die Melodie eines romanscheu Liedes irrt, gesungen von einem Mäd- chrn aus der Zeit der Literaten Madame de Wel und George Sand.. s Ich such« eine Wohnung, meine Herren! :Jc$ See-Elefanten, die Haifische ganz fressen, versteinerte Bäume, die die Wistenschaf: nicht kennt, Meerungelüme, die selbst Riesenwale zu töten vermögen, die Boa constrictor als Haustier traf Georg« Hugh Banning auf seiner Reis« durch mexikanische Gewäffer und Länder an, die er in seinem bei F. A. Brockhaus, Leipzig, soeben erschienenen Buch„Im Zauber mexikanischer Gewässer(mit 69 Abbildungen und 1 Karte, Leinen Mk. 9.50') beschreibt. Sehnsucht nach„unberührten Orten" nach „Inseln des Nichts" hatte Banning einst getrieben, sich als gemeiner Matrise auf einem in die Südsee bestimmten Segelschiff anheurm zu lassen, vom heißen Wünsch durchdrungen, daß es irgendwo Schiffbruch leiden würde.„Wo das geschah, darauf kam es nicht an, solange es eine gottverlastene Oertlichkeir war, di? das Wasser allseits umgab. Aber", fährt Banning fort,„das Unglück verfolgt« mich." Der Schiffbruch blieb aus, man lief nur„iniereffante" Inseln an, wie Oahn und Tahiti. Endlich wurde ihm der Wunsch vieler Jahre erfüllt, er wurde Zweiter Steuermann und Gast auf dem Belero II., der ersten Dieseljach: mir. elektrischem Antrieb an der pazifischen Küste. Ihr Eigentümer hatte sie für eine Emdeckungs- fahr; in die mexikanischen Gewäster besonders bauen last«n. Hier war der Mann nach dem Herzen Banifings, der Besitze: eines prachtvollen Fahrzeugs, der Mann mit der Sehnsucht nach unberührten Orten. Die Jacht besucht unter anderem Guadalupe, Clarion, Socorro, Las Tres Marietas, Isabel, Carmen und San Josef, alles Inseln, die abseits der gewohnten Straße liegen. Teufclsrochen, Wale, Tintenfische, Delphine, Seeschildkröten, Grotten und Höhlen, Schweins- und Schwertfisch«, seltsame Vögel, Salzseen, eine Feigenwildnis, die ganze Wunderwelt dieser untereinander p verschiedenen Inseln schildert uns Banning in seinem Werk. Rach diesen Inseln des Nichts" werde» Seitenpfade in Mexiko besucht, San Blas, Nayarit, Tepic, Manzanillo, Colima, Guadalajara, Palmita, Mazatlan, La Paz, alles Orte, deren Dasein nicht vom Fremdenverkehr abhängig ist und die das ursprüngliche Mexiko zeigen,„glückselig faul, glückselig arm, Mexiko, wie es widerwillig aus dem Schlaf eines Jahrhunderts erwacht. Seine Einwohner leben und lächeln. Sie lauschen dem ebenmäßigen Dröhnen der Brandung und dem Palmengefächcl oder dem gelegentlichen Grunzen eines Schweines, dem Hahnenschrei und dem Quietschen eines nackten Kindes. Sie pflanzen Korn und backen Tortillas; st« brauchen den Kopf, um Wasterkrüge darauf zü tragen; sie brauchen die Hände, um den Mücken zu wehren." Nicht nur wegen der glänzenden Schilderung einer fast unberührten Natur, sondern auch weil der Forscher als echter Humorist das Groteske und Bizarre an Menschen und Tieren erkennt und wertet, ist dieses Werk wertvoll. Urkomisch z. B. Begegnungen mit dicken, schwerfälligen See-Elefanten, die aufrecht den größten Mann überragen. Der Zoologe der behauptet zunächst, dies« Ungetüm« Schlafgrippe, weil sie mit ständiger zu kämpfen scheinen. Plötzlich aber reißt eins der Tiere sein riestges Manl auf, und die For- Er sprach davon, daß ich als gut erzogener I scher starren in einen gähnenden Rachen, der Mensch von dieser Wohnung ausziehen sollte, I geräumig genug ist, ihre Köpfe zu schlucken, oenn der ohnehin kleine Raum kann so viele Mitbewohner nicht bergen, um so mehr, als er in allernächster Zeil seinen Gönner, den bezaubernden Herrn-- Sen Tod— hierher einzu- I führen beabsichtigt. Ich suche eine Wohnung, meine Herren! £ Tu willst mich nicht verstehen, Mädchen! «Zwar ist das Gesetz über den Mieterschutz '4 in Kraft und kein Mensch vermag mich meiner Wohnung herauswerfen, aber es M Wohnungen, in welchen man absolut nicht Wen kann... Es ist einfach unmöglich! , Gesetz bleibt Gesetz, und das Leben fordert H Seinige... Es ist schwer, meine Liebe... Ich habe zwar alle Bequemlichkeiten, elek- ^jches Licht, Badezimmer, Gas, ein Klosett, Jtä in der größten Ordnung. Und doch suche P eine Wohnung: ich ziehe aus, und zwar un- Hingt. Die Ursache?... Aber ich habe hundert Wichen; oder bester gesagt, ich habe keine ein- g*. die„logisch" einer Kritik standhalten Wie... Ich kann doch keinesfalls gestehen, *4 der Grund, aus welchem ich meine Woh- tauschen möchte— meine Gäste sind... ^Ja, ja, die Gäste!.... Du meinst, daß man D»nangknehmen Gästen die Tür schließen M?..: Cha, cha, cha!,. Nein, meine Liebe! Wie Gäste sind sonderbare Gesellen, die mich gM meinen Willen besuchen und sich in meine Mttung sogar durch das Schlüsselloch drängen. W habe solche Gäste, die für ständig zu mir D Untermieter einzogen und nicht einmal 7» Groschen Zins zahlen... . sinlängst kam zu mir mein flüchtiger Be- W>er, der Schrecken, und machte sich's in mei- Arbeitsstube bequem. Ich drohte ihm mit ßj* Browning, und denkst du etwa, daß er Mieten ist?... Aber wo! Er setzt« sich in der Bptteit Ecke auf das Fauteuil und sitzt. Wenn W,diese ausgeglotzten Augen, die mich uu- kfnrbrochcn durchdringen, dann Hols der Ten- er wohnen! Ich hätte ihm schon längst Äugel in den Schädel gejagt,' wenn nicht. »Furcht vor einem Skandal... Sofort ko in- K n Jie mit. Polizeihunden, Zeitungsreporicrn, &"üveis, und der Skandal ist da!:. Zwar lächerlich, aber wahr!... Du denkst twel» ■£> daß ich meine zweite Mitbewohnerin, die Berznreiflung, dulden würde, wenn nicht 8urchr vor einem Skandal?... Wie diese etwa wie man die Spitzen vom Spargel abbeißt. Oder Banning wird mit seinen Gefährten von einer Manta, einem ungeheueren Polypen, im Boot angegriffen, den selbst di« Kugeln eineguten Gewehrs nicht im geringsten stören. Als die Seefahrer schon einen furchtbaren Kampf «rwatten, kehrt das Tier aber um, denn die Wissenschaft weiß, daß diese Polypen nur Muscheln und anderes Kleinzeug kauen Ebenso komische wie gefährliche Abenteuer erlebt die Expedition in Mexiko-Land. Die Mexikanerinnen sind schön und feurig, aber di« Männer tragen lange, spitze Dolch« im Gürtel. Auch ist es unangebracht, sich nachts aus der Straße blicken zu lasten. Der Wanderer spaziert, falls er keine befliegende Auskunft über sein« nächtlichen Zwecke geben kann, nniveigerlich in dunkles Gewahrsam. Noch viel unangebrachter ist es, den Männern des Gesetzes Widerstand zu leisten. In der Schilderung Banniirgs wird ein Mezsiko mit seinen Bewohnern lebendig, das pauz verschieden ist von dem, das wir aus der Durchschnittsliteratur kennen. Die T-arstrllung wird von einer Reihe schöner Bilder unterstützt. Was mancher nicht weiß. Mekka, di« heilige Stadt der Mohammedaner, liegt in der arabischen Provinz Hedschas, südlich von Medina, in einem engen, sandigen, unfruchtbaren und von dürren, kahlen Höhen und öden Sandflächen umgebenen Tale, des sich von Norden gegen Süden senkt und in dieser Richtung von den« Regendach Wadi-el- Tarafey durchzogen ist. Fisch« müßen ihre Nahrung hastig ver- ichluckcn, weil sie, um zu atmen, gezwungen sind, die Kiefer auf und ab zu bewegen. Könnt« man das Mrer völlig eindLmpfen, so daß zuletzt nur die Salzbestandteile znrück- blieben, so erhielten wir eine solche riesig« Menge Salz, daß man damir die gesamte^Erdoberfläche mit einer 40 bis 50 Meter hohen Schicht bedecken könnte. Diese ungeheure Satzmenge bestände zu etwa 89 Prozent aus reinem Kochsalz(Chlornatrium/ zu 7 Prozent aus Kali, Magnesia, Brom und Jod, Alles übrige wären dir sogenannten Bittersalze(schwcfelsaure Salze), welche dem Meerwasser den charakteristischen widerlichen Geschmack verleihen. D«r Golfstrom ist für die Walfischfänger von großer Bedeutung insofern, als die Walfische das warme Golfstromwasier vermeiden und die benachbarten kalten Strömungen bevorzugen, hauptsächlich nach der Seit« von Neufundland hin, wo dem Golfstrom ein kalter Strom ans der Baffinsbai entgegenkommt. I» Deutschland werden an einem Tag« durchschnittlich 3208 eheliche und 380 uneheliche Kinder geboren. 117 sind Totgeburten. An einem Tage sterben bei uns im Durchschnitt A90 Personen. In Japan wurde im Jahre 1900 ein Gesetz angenommen, nach dem der Mann erst nach dem 20. Jahre rauchen darf. Hase» habe» keine Augenlider. Die Hasenaugen sind daher niemals geschlossen.' Di« Gesamteinnahmen der Drntschen Reichspost betrugen im Geschäftsjahr 1924/25 1654 Millionen Rmk^ sie stiegen rm Geschäftsjahr 1925/26 auf 1782,7 Millionen Rmk. Marens Ansidins Lureo erfand das Verfahren, Pfauen zu mästen und verdiente damit, wie Plinius berichtet, in einigen Jahren M.000 Se- strrzirn, das find 10 Millionen Mark nach deutschem Gelde. Der Bär liegt halbwachend während der Wiutermonat« im Lager, ohne etwas zu fressen. Di« Bärin wirft sogar während dieser Zeit, und was das Wunderbarste ist, säugt, ohne Nahrung t« nehmen, ihr« Jungen. Maiifeii-GpHtter. Bürgertum und Sozialismus. Da^ macht den eigentlichen Unterschied der bürgerlichen und proletarischen Politik aus: di« erstere spricht fortwährend von Allgemeininter- essen, will aber den Staat nur ihrem Sonderinteresse dienstbar machen und kann auch gar nichts anderes. Es gehört zum Wesen der bürgerlichen Politik, die Worte von Volkswohl und Volksfreibeit zu bloßen Phrasen und Berhül- lnngen von partiellen Herrschastsiinercsten zu machen. Die proletarische Politik dagegen spricht prinzipiell nur von Klassen!irteressen, sie will das Interesse, der Besitzlosen und Ausgebeuteten zur Herrschaft bringen, aber nur, damit Besitzlosigkeit und Ausbeutung überhaupt verschwinden. Während also die proletarische Politik nur für Sonderinteresten des Proletariats zu wirken scheint, vertritt sie in der Tat— und sie allein— Allgemeininteresten. Tenn sie will den Staat nur erobern, nm an seine Stelle eine solidarische Gesellschaft zu setzen, eine Gesellschaft, in der die Lasten der Gemeinschaft aus alle gleichmäßig verteilt werden, aber auch der Genuß der gesellschaftlichen Kultur allen gleichmäßig zuteil werden wird. Tr, Max Adler(Die Kulturbcdeutung des Sozialismus). einerlei. Was Menschen noch begeistern kann. In Cardiff in England gibt es einen Fußballklub. In allen englischen Städten gibt es Fußballver- enie. Also nichts besonderes. Aber vor kurzer Zett war in London ein großer Fußballkampf um die Meisterschaft. Auch bei uns geraten die Leute aus dem Häuschen, besonders wenn hart gekämpft und schwer gesiegt wird. So auch in England. In London gewann Cardiff. Auch nichts besonderes. Sehr erfreulich für einen Fußballvercin, die Meisterschaft zu gewinnen. Wir gratulieren. Aber weniger faßbar ist, daß der Zug von London bis Cardiff, in dem di« .siegreiche Mannschaft saß, durchsdrei große Walliser Flugzeuge begleitet wurde. Schwamm drüber. Als aber die siegreiche Mannschaft aus dem Zuge steigt und 50.000 Menschen auf dem Bahnhofplatze und weitere 150:000 Menschen in den Straßen zum festlichen Empfang der Mannschaft stehen, wurde sie(die Mannschaft) von einigen hundert verrückten Weibern durchgeküßt, als ob sich Braut und Bräutigam schon 200 Jahre nicht«ehr gesehen hätten. Da mußt« doch in einem besinnlichen Menschen, der Gedanke auftauchen, hier ist etwas nicht ganz rich- tig. Nämlich im Oberstübchen! Begeistern kann man sich für«in Spiel. Warum auch nicht? Aber 200.000 Menschen auf die Beine trommeln. sämtlich« Spitzen der Behörden mobil und keusche Jungfrauen und sittsame Ehefrauen des Städtchen Cardiff kußwütig machen, nur um eines Sieges im Fußballspiel willen, das übersteigt doch den natürlichen Grad von Manie, das ist schon ausgesprochene Berrückrheit im vorgeschrittensten Stadium. Die Sportbegeisterung nimmt schon bedenkliche Formen an. Warten wir nicht die vollendete Idiotie ab und wenden wir uns gegen eine solche„Begeisterung". Sie läßt Menschen vergeßen, daß eS noch wichtigere Dinge zwDhen Himmel und Erde gibt, als nur ein— gesonnenes Fußballspiel. Ein natürliches Berjungungsmittel. Wie der Forschungsreisende Baron Gagern in einer russischen Zettung erzählt, macht« ihn der Maharadscha von Dschaipur auf ein merkwürdiges I Kraut genannt Lukutate, aufmerksam, das I einen verjüngenden Einfluß auf Tiere n« Menschen haben soll. Elefanten, die in der Gefangenschaft durchschnittlich nur' 70 bis Ä Jahr«,,aber nicht länger als 90 Jahre leb«, erreichen in der Freiheit ein weit hpherü Alter. Der Maharadscha schreibt dieses Resultat- der Einwirkung von Lukutatebeeren zu, vaa denen sich di« Elefanten in der Wildnis nähr«. Dieses Kraut wächst auf steilen, schwer zu cr- reichenden Höhen, die von den Elefanten weh- rere Mal« im Jahre erklettert tverden. si» Auftrage des Maharadscha wurde eine genaue Untersuchung der Pflanzen»nd ihre Einwirkung auf Elefanten vorgenommcn. Der 011*3* Elefant in'Dschaipur, der bereits an Altttk'- schwächc litt, erholte sich infolge dieser Nahnns dermaßen, daß er nochmals Jnnge zeugte. wurde festgestellt, daß Papageien und Hadi itzt nach Genuß dieses Krautes ein neues GefW erhielten. Versuche mit Menschen- sollen eb* falls erfolgreich gewesen sein. Ach sooo...!- In eine Konditorei iu Tre>-- den kam ein Fremder, augelockt durch folgens Aufschrift im Schaufenster: Englifh spoken.'< On parle francais.— Si parle italiano. ScR fragender Blick fällt auf eine junge, hüdM Ladentochter. ,Zts you, who speaks Engliih^ Das Mädchen verneint lächelnd.„Mais Nlfl parle; francais?" Wieder ein lächelndes ÄH nein««.„Allora lei parla italiano?" Nochmalig ein lächelndes Verneinen. Ter Mann M 1* seine wenigen deutschen Brocken zusammen fragte:„Ja, wer sprecken denn hier.EngM Französisch und Italienisch? Das TöchleW erwiderte treuherzig:„Meistenteils die Fn*' den." Rekord«.„Pfui, Kärtchen, du hast Schwester geschlagen, und du versprachst“’l doch, brav zu sein."—„Ja, Mutti, aber del wollte absolut braver sein als ich,'"1 das brauchte ich mir doch nicht gefalle» M lassen." Ein Mädel mein» Klaffe vcrnachsäE über dem Poussieren sein« Schularbeiten-«gi bestelle mir den Bater und halte ihm di« vor. Nachdem ich geendet, sagt er beruhige»^? mir:„Lasten Se man gut sein, FräuleinsB- se poussieren, sonst bleibt sie och sitzen wie Wenn man die Wahrheit sagt.„Sichst* Papa, du hast gesagt, ich soll immer di« ÄU heit reden, dann wird es mir gut gehen, n”l nun hat mich der Lehrer deshalb verhol: —„Wieso denn?"—„Er hat mtt dem in mein Buch gezeigt ünd gefragt, was dai‘7 und da hab' ich gesagt,„«in dreckiger I—1 — Jlätfel-Cröe. Di« Famili«. Der s, ein kleiner Tunichtgut,— ßen g zum Uebermut.— Als er den g gesetzt,— Hat er sich seine d verletzt-— Bater, braver Bauersmau,— Baut,: anderm, f auch an.— F liefert Webftost,^ die Mutter— Nimmt gern ihn auch all"’l futter. Auslösung«« der Rätsel auS der vorige Nummer: Figurenrätsel: 1. Fröhlich; 2. Rui^ Italien; 4. Zeebrügge; 5. Depesche;«> 7. JkarioS.— Friedrich Engels.