25. LtnterhaUungsSeikagr. 1927. Der Proletarier und feine Krau. Don£ajoo Ragu. 4>ie Fra»;var schon zu- berviier: Sie.stanoffelsuppe Hai sie von Ser Oaffimng des Ofens ein wenig fortgoschoben, uirld an Seren Stelle das Bohnengeinüse hin- gegeben. denn es ist gui. iveirn dieses je weicher ist: in einer kleinen Pfanne auf der Ofensckittc prasselte das Schweineste»sch::: fei nein Fen. Es war bereits zwei Uhr vorbei. aber ibr Mann war noch inmrer nicht Va. Drinnen, in deni einzigen Ziinnier, ivar «der Tisch gedeckr. Die Frau stand auf— eine mmelgroße, starke Frau, nui cinein knock:- geu. aber nicht häßlichen Gesicht—, sie schnitt sich«in Siück Brot ab. setzt« sich ,ucüä auf Sen Schemel uns begann in ihrer Langewerte an X’ut Stückchen Bror zu knabber». Die Zeit verging, die runde Wanduhr iickie. sie zeigte viertel Drei, dann hatb Drei. Di« Frau uickre ein ivenig ein, denn es ivar drückens heiß in'der Küche. Plötzlich kam der Älaiin. Alks dem Kor- ridor ivaren seine dröhneikden Tritte zu ver- noliinen, er schlug mit der Faust auf di« Kkiicke und öffnete mit brutaler Kraft die Tür, er stieß sie gleichsam auf. Einige Augenblicke schaute er sich forscheird, witternd unl, er blickte auf den Ofen, auf die Fra», dann bvumnwe er etwas, so ähnlich ivre„guten Tag!" Er trat geräuschvoll in das Zimmer, «vavf sein« Chauffcuvmütze auf das Mit: mit gerunzelter Stirn blickt««r um sich, um sei- iteil Mundwinkel zuckt« ein bitlerzorniger Zug, dann begann er auf und ad zu gehen. Er trug Stiesel, der Bretterboden dröhnte. Die Zimmerlür halte er hinter sich halb offen gelassen, nach einer Minute blieb er in der Türe stellen u»d rief hinaus: .„Ra, gehen wir, gehen wir! Es ist ohne- biu schon spär!" Die Frau be.veg:e sich roahrlich langsam. Sie halte durchaus keine Lust zu springen, denn schon der Blick, der Gruß ihres Mannes gefiel ihr uick:. Sie nahm einen Suppeilschöpfcr hervor, trug den Topf mit dar Suppe hinein und teilte davon in den Teller des Mannes. Der Mann begann zu essen, er'.varf aber sofort den Löffel weg und seine Hand baltre sich zur Faust. „Die Suppe ist schon wieder heiß' Man muß sich ja-den Mund verbrennen", brüllre or.„Das ist denn doch ein Skairdal, wo sie mit Sem Mittagessen schon vor einer Stunde- hä ne fertg sein sollen", schrie«r. als würde er die Sache irgendeiner amveseiÄen dritten Person erklären,„und sie bringt sie doch kochend herein. Naiürlich. sie läßt sie dort auf dem Feuer, sie kann es nicht auf die Seite rücken!" Daun blickte er der Fra» verächtlich in den Augen. „Du hast nicht soviel Bersrand, wie cine Henne!"•- Die Frau unrerdrückl« ihre Gereiztheit, sie sprach doch mit dumpfer, ruhiger Stimme: „Sie ivar zur Seit« gerückt!" „Mtürlich zur Seife! Deshalb:st sie ja so heiß, wie Feuer. Mau urüßte d'ch«inrnal in eine Wanne mit solch ,^ur Seit« genickter" Suppe setzen!... Und dann, weiß Got-, wie lange das schon auf dem Feuer brodelt! Sie ist wie ei» Pflaumenmus.- Tas soll eine Suppe sein'?... Schau, daß du damit hrr» auskonrinst. trag sie zum Teufel- sonst schütte ich sie die auf den Kops." Die Frau ivar schon bleich. Sie wollte seufzen, aber sie unterdrück-e auch das. Sie sagte bloß kurz, heiser: „Sie ist sthoit über eine Stunde fertig. To spät pflegst du nie zu koarnuu." Mit der Suppe ivar es also nicht in Ordnung. Auch gegen das Fleisch, gegen das Bohnengemüse machte der Mann verschiedene Einwendungen. Er zischt«, fluchte, warf der wankenden Frau wahre Schlang-nblicke zu. Tas Fleisch war viel zu mager vkvohl er schon hundertmal gesagt har und die Frau es auch sehr gur iveiß, daß er haibscties Fleisch liebt, lind wozu dieses viele Fei', in dem cs schwimmt'? Die Bohnen si-vd wie Kleister! lind ivelch einen eigenartigen Geschmack sie haben, vielleickr ist es wirklich ein Kleister' Warum Hai sie nicht«'n bißchen Essig hinein-- geschü-e:. dauii: es wenigstens davon Ge -'chmack bekommt. Die Fvau sprach kein Wort. er:vegen des Essigs u:ack:-e sie doch die -lerku.-g: „Du hast doch ohnedies oft Tosbreiiiwu." Der Mau» brauste auf: „Kümmere dich»ich: um nxuintu Magen.' ist denn doch eine n:edek>räcklig«.b!e»lein- fxi . daß, tvas immer-ch auch rage, als wir ede ick zur- Maner reden, und nch: um Welt lvnrxst du etwas so»rachen, wie ich es will,.."- -Der Lkkau» wrtvde ganz rot,-sein« Hals adern schwollen an. er stanS auf, brüllte und fuchtelte mit do» Händen. Er ivar ein großer, starker Mann, seine Stimme dröhnte, aber mairchnral erstickte sic in einem heiseren Röcheln. Seine Augen sprühten Funken und das Zucken des Gesichtes und des Mundes zeigten seine sinnlose Wut so schrecklich, daß cs einem Beobachter scheine» mußte, als würde sein Muud gleich zu schäumen begm- ne« und als wollten seine Augen blntnnter- lanfe» ücrvortreten. Die Frau zitterte, sie fürchreie sich, aber in ihrer Verzweiflung begann sie den Mana jetzr schon mit entschlossener Böswilligkeit wild zu machen, indem sie sich gegen das Fenster wendet« und mit flüsterndem Drohen sagt«: „D.e Rachoarn böron jedes Wort! Sie iverden sich von dir sehr schönes denken!" Der Mann begann fast zu toben. Was küinmern ihn die Rachbarn, diese Bagage, ivie ivagt cs die Frau, ihm mir den Nachbarn zu koinmen, wenn sie noch einmal solche» Unsinn redet, steht er für sich nick: grrt, er weiß nicht, was er tun wird, aber etwas wird geschehen! Und sie soll den Mund halten, ivenn er sprrcht und nicht frech fein' Er ging wütend auf und ab, der Frau hin und wieder ein Schiinpftvorr zmverfenS. Die Frau ließ nur hier und da ein'Work fallen, sie geht auf und davon und kommt nie mehr zurück, dann ging sie hinaus in di« Küche und wollte di« Tür hinter sick schließen. Ter Man.» sprang ibr nach und riß die Tür auf. „Verkrieche dich nicht, ivenn ich dir dei- nen elenden Kopf wasche, daß der Teufel.. Die Frau tagt« nach einer Weile: ,,'L^as fehlt Senn eigentlich dein Essen?" Damit wurde das Glas voll. Der Maio» stürzte zum Tisch, warf das Gemüse zur Erde, der Teller zerbrach in Stücke. Daun pack:.- er seine Mütze und lief davon, die Tür hinter sich zuschlage nö, drin ein T'ück Maner hernnterfiel. Die Frau stand wortlos, sie starrt-e eine We le auf die Türe, huuer welcher der schreckliche Mensch verschwunden war. Dann setz-e sie sich auf den kleinen Schemel und iveim. leise vor sick hnr... Der Mann aber rannte die Treppe Yin- rimer und sttirnn« hinaus arrs die Straß«. Dorr vevlangiamte er ein wenig.sein« Sckritt«, aber er eilt« noch inrurer keuchend. — 2— fast rciincn- dahin. Ms er bei der Ecke in eine andere Gasse einbog, stieß er mit einem vornehliien Herr» zusammen, er stanimelte Verbgen: „Pardo-on!" Ilm» schon nicht nichr in so raschem Tenrpo eilte er weiter. Er g-jg in Ine Garage. Es war dies eine staatliche Garage, der Mann war Chauffeur, ein staatlicher Angc- stcllter, einem höheren Beaniten zugeieilt. Sein Herr hatte ihn für vier Uhr vor seine Wohnung bestellt. Er schaute auf seine Nhr and begann das Auto zu putzen. In diesem Augenblick trat der Garage miuister ein:„Die anderen putzen die Autos immer da:m, wenn sie dieselben cinstcllen! Dann gehen sic zum Mittagessen." Tas ist lvahr. Er wußte darauf auch nichts zu antworten. Aber dann fiel ihm so- gleich ein, daß die anderen schon längst eingestellt hatten und auch schon nach Hause gegangen waren, als«r ankam. Er setzte sich ins Auto, fährt aus der Garage, hinaus auf die Straße. In drei Minuten ist er vor dem Hause seines Herrn. Kaum bleibt er stehen, komnlt dieser auch schon zum Tor hinaus. „Ergebenster Diener, gnädiger Herr." Er öffnet den Schlag des Autos, verneigt sich ein wenig. Der Herr aber bleibt, bevor er einsteigt, einen Augenblick stehen? „Wo zum Teufel haben Sic heute früh solange gesteckt?" Der Chauffeur wird verlegen. Ter Chauffeur kann nicht ontwortcu. Auf das l läßt sich auch nicht antworten. Er kann nicht ! antworten, weil er sich nicht getraut zu ant- wortcu. Und er niüßtc dock) wie folgt sprechen: „Lliber, gnädiger.Herr! Haben Sie sich denn nicht beim BanDirektor bis sieben Uhr früh unterhalten? Zuerst ein glänzendes Nachtmahl, mit Fisch, Braten>md Creme- bäckcrei, dann Tanz mit den parfümierten Damen, und später— wie Ins Dienerschaft erzählte— Bakkarat bis in die Früh, oder wie cs in der Kartrnsprachc heißt: bis Gromoboj! Ich aber habe nuten von acht Uhr abends bis sieben Uhr früh gewartet. Wir, Chauffeure— denn es waren mehrere Gäste mit Mitos— standen auf der Straße herum, für uns war in der Wohnung kein Platz. Ins Auto konnte ich niich nicht hineinsetzen, nm ein bißchen zu schlum- mern, denn das haben gnädiger Herr strengstens verboten. Mich fror, da ein kalter Wind blies, auf dem vorderen, offenen Sitz ließ sich nicht schlafen und das sst auch kein Schlafen, und das geht schon so dir vierte Nacht. Und dann ist cs auch nicht ganz in Ordnung, denn der gnädige Herr dürfte das Auto nur fiir amrliche Wege in Anspruch nehmen. Ter gnädige Herr fährt mich so an? Es scheint der gnädige Herr ist entweder sehr dumm oder ein Schurke!" Nun aber, der gnädige Herr stellte den Chauffeur mit einem Wort zur Rede, weil er sich in der Früh verspätet Hut. Tann fügte er noch hinzu: „Wenn das noch einmal vorkommt, lasse ich Sie ablösen." Tas„Ablösen" ist aber eine schwere, sehr schwere Drohung, sie bedeutet ungefähr soviel, wie„strafweise" Besetzung. Ter Chauffeur schwieg wie rin Hecht. Er preßte den Mliid zusammen, schwieg urid war untertänig. Dieser große, starke Mann vor einer kleinen, bleichen, kahlköpfigen Katze. Jawohl, er war untertänig und er fürchtete sich. Der Proletarier muß sich um sein Brot fürchten. Wir alle fürchten uns! Früher hat man den Sklaven bei Nacht iir Fesseln geschlagen. Seither ist man darauf gekommen, daß körperliche Fesseln überflüssig sind. Eine Fessel ist die Augst— und der Sklave fürchtet, sein Brot zu verlieren. 'Aber, wenn du dich schon fürchtest, elender Proletarier, tvenn du hunderte Erniedrigungen am Tage erdulden mußt, ivenn du nicht dreinschlagen kannst, kein zielbewußtes Wort sprechen kannst, und du täglich von Kopf bis Fuß mit unterdrücktem Arn erfüllt bist— deshalb kränke nicht deine Frau und kränke nicht deine Kinder! Wenn die Suppe auch zufällig ein tvenig heiß ist, wisse, daß die Ursache deiner rasenden Aufregung nicht die Frau ist. Wisse, daß der gnädige .Herr, wenn die Suppe heiß ist, nur den Kellner im Restaurant anbrüllt— aber daheim lachet: er und erzählt seiner Frau mit schmeichelnder Untertänigkeit irgendeinen Witz. Was du mit der Bittcckit machen sollst, die dir fast den Schädel bersten niacht? Tas weiß ich nicht. Oder ich will es nicht wissen, oder ich weiß es und will es nicht sagen. Jetzt sage ich dir nur soviel, die Fran lasse in Ruhe! Die Tagelöhnerin. Sie führt die Sense und den Pflug, Ist tätig gleich in Saat und Ernte. Ihr Herz, das Angst und Sorge trug, Wohl auch das Beten längst verkenne. Man sicht in ihrem Angesicht Das Weh von fünfzehn Witwcnjahren Und keine Falte, die nicht sprach: „Ich hab' des Lebens Zeit erfahren?" Was sic im Tagelohn erstrilt. Gab für die Kinder schmal« Bissen,. Sie aber hungerte und litt In Mutterstolz und Kümmernissen. Eie müht sich ab nstt Hossnungsmut— O, daß ihr Wirken Segen fände!— Und trägt des Lebens schönstes Gut: Ein weiches Herz und harte Hände. Otto Krill» Das System des Ilja Wolkow. Das Moskauer satirische Wochenblatt Krokodil" liefert folgenden heiteren Beitrag zu dem von der Sowjetpresse unausgesetzt erörterten Thema der bedenklichen Bettcniwirtschaft in Iemiern und Betrieben des Diktaturstaais, dem demokratische Kontrolle fehlt: In Dingsda leitet mein Freund Ilja Wolkow eine Abteilung des Porzcllantrusts. Mit ihm zusammen habe ich einst im Erholungsheim der Sowjet-Angcstellien einen Leidensmonat verbracht. Tort lernten wir uns kennen, dort schloffen wir Freundschaft. Jetzt werden Sie begreifen, weshalb ich sofort n^h meiner Ankunft in Dingsda zu Jljnschka in den Porzellan- twst stürzte. „'n Morgen, aller Freund!" .rwhi" > Wir umaruilkn uns. „Dn kannst hier bis Tienstschlnß in meinem Büro sitzen," sagte er mir,„und dann nehm' ich dich nach Haus— dort können wir uns nach Herzenslust aiissprrchcn!" Ich ließ mich in einen Winkel auf dem Ledcrdiwaii unter dem Bildnis Kalinins nie der, zog eine frische Zeitung aus der Tasche und vertiefte mich in die Politik. Ilja verwandte weiter keinen Blick auf mich, drückte auf den Klingriknopf und erteilte dem herbrieilendcn Laussräulein den Befehl: „Schicken Sic mir den Kanzlcivorstchcr zur Unterschrift!" Nach etwa zehn Minuten erschien der Äonz- leivorsteher mit einem Stoß Akten unter dem Arm. „Alles in Ordnung?— Schon wieder strömen Sic einen unausstehlichen Zwiebclgestank aus!" schnauzt ihn Ilja an und runzelt an- gewidert die Stirn. ,sMc Sic zu wiffen belieben, Pflegt bei mir stets alles in Ordnung zu sein. Der Zwiebelduft— ist nicht Ihre Cache!" zischt der Äanz- leivorsteher. „Na, benehmen Sie sich, wenn ich bitten darf! Bergeffcn Sie nicht, wo Sir sind!" knurrt Wolkow und beginnt die GcschästSpapicre zu unterschreiben. Ter Kanzleivorstehcr setzt sich mit einem Kroch und, wie mir scheint, demonstrativ aus den Stuhl, zündet sich eine Zigarette an und mustert Wolkow mit so unverhohlenem Hoß, daß ich jeden Augenblick erwarte, er werde das Tinrensaß ergreifen und es seinem Borgt setzten gegen den Nocken schleudern. „Sie können verduften!" schreit Ilja und schiebt ihm den Aktenstapel zu.„Aber Possen Sie auf, daß alles in Ordnung ist." „Paffen Cie selbst aus sich auf!" versetzt der Konzleivorsteher grob und schlägt die Tür hinter sich zu. » Ich mußte mich für meimn Freund ichä-' men und vc:icnkte mich noch tiefer in meine Zeitung. Ter Buchhalter trat ein. „Ra, Sie alte Wanderratte, haben Sic mir die Tabellen aufgestellt? Oder nicht? Zuni Teufel noch mal!" überfiel Ilja, von einem neuen Wutansall gepackt, den armen Buchhalter. „Jawohl, Genosse Wolkow. Alles da, Gr- noffc. Ich Hobe sie bei mir." Ins Zimmer schlüpfte die Stenotypistin und zwitscherte anmutig: „Hier ist Ihr gedrucktes Referat!" „Wie ost hab' ich Ihnen gesagt, daß Sie ohne lelcphonische Meldung nicht zu mir Herrinstürzen sollen. Diese Disziplinlosigkeit! Berlaffen Sie mein Arbeitszimmer!" Nach der Stenotypistin erschien der Kassierer, darauf irgendein Geschäftsführer, dann der Vorsteher des örtlichen Parteikomitccs— alle raunzte Ilja Wolkow in rüdester Weise an, wobei die einen mit ihm genau so schroff und erbost redeten, während die anderen das Geschimpfe ihres Chefs ruhigen Bluts über sich ergehen ließen, als ginge die Sache sie nichts an. Als die Arbeitszeit um war, tvandir sich Ilja mit demselben verbindlichen Lächeln zu mir, mit den« er mich vorhin begrüßte hatte: „Und jetzt komm mit mir nachhause Mittag essen!" Ich konnte mich vor Verblüffung nicht fassen, als ich am Mmagstijch de» Konzlcivor- jtehcr friedlich dasitzend wieder rraf,— den aranzlcivorstcher, den Ilja während der Dienststunden so grob angrsahrcn Halle, und dazu die von Wolkow aus dem Zimnicr gejagte Tlcno- lnpisiin, die jetzt friedlich die Suppe vorlegte. Ich verkniff meine Neugierde und forschte nicht nach des Rätsels Lösung. Doch als zur Bcspcrstundc der Buchhalter, der Kassierer und der Borstcher des örtlichen Parteikomitees fröhlich ins Zimmer gestolpert kamen, und die ganze Kumpanei, mit dem Betriebsleiter Ilja an der Spitze, in edler Ein- nacht Schwarzer Peter zn spielen begann, konnte ich meine Spannung nicht mehr meistern: „Erzähl'! WaS ist los?" „Was?" „Wie soll ich Las verstehen— diese Rüpeleien.im Dienst und diese Kollegialität hier?" „Ach, das möchtest du wissen? Also, paß mal ans! Das ist uMr System, unser selbst' patentiertes Erfindcrgehcimnis. Doch dir will ichs verraten. Tn weißt ja, augenblitklich wird bei uns die Vetternwirtschaft in Behörden und Betrieben heftig bekämpft. Also, damit keiner auf-en Gedanken kommt, der Kanzleivorsteher sei mein leiblicher Bruder— flegeln wir nnS während des Dienstes an; dieselbe Methode muß ich auch gegenüber meiner Frau— der Steno« typistiu— anwcnden. Aehnlich liegen die Dinge bei den übrigen. Ten einen gestatte ich, bissig zn sein, die anderen müssen es schweifend dulden... Eo ist das Leben, mein Lieber! Glaubst du aber, daß es leicht ist, auf seiner vertrautesten Ehcliebstrn mit Füßen zu trampeln und Grobheiten von dem Kanzleivorstrher anzuhören— dem dämlichen Onkel— Bruder wollte ich sagen?!" Die heiligen Krokodile. Von Hans Otto Henri. In dm labyrinthischen Sälen und Korridoren des Louvre zn Paris ist in einzigartiger Fülle angehäufi, was in den letzten sechs Jahrtausenden die Menschheit an sogenannten schönen Kulturgütern hcrvorgebracht hat. Der genügend interessierte Besucher kauft sich an Ort und Stelle kostbar illustrierte Kataloge und andere Schriftwerke von anerkannten Autoritäten der schönen Wissenschaften und nimmt so schtvarz auf weiß den Glauben mit nach Hause, daß rS eine absolute Schönheit gäbe, die dem Urteil der Jahrtausende standhält. Diese Wertschätzung der ausgegrabenen, restaurierten und registrierten Schönheit ist sogar weit verbreitet. Nur die auf Zcimugspapicr nächtigenden Lum- penprolerarirr an den Usern der Seine kümmern sich nicht darum, weil sie grob materialistisch überhaupt nur an die Befriedigung primitiver Bedürfnisse— Hunger, Kleidung, Obdach— denken. Und natürlich auch nicht die Mammonarchen von Oels bis Detroit, weil ihre Erfahrung sie lehrt, daß in einem Millionenscheck alle Schönheit der Welt ringeschlosjen— sein könnte. Die Probe aufs Exempel ersparen sie sich. Als Bernard und Reinrond zum siebenten Male durch die ungeheuerliche Wüste von Gemälden, Skulpturen, Inschriften, Parzellen, geschnittenen Steinen, kostbaren Geweben, getriebenen Metallen wanderten, ließ Bernard in einem Ansalle von Mutlosigkeit sich aus einen Plüschdivan salleu. Es war in der ägyptischen Abteilung, wo die Sphinxe mit Löwenlrib und Mcnschcnkopf und die Statuen der löwenköpfigen Göttin Scchmcl einen Menschen wohl zu beeindrucken vermögen, der sieben Tage hintcreinan- der das Louvre besucht hat und mit der Besichtigung noch längst nicht fertig ist. »Ich bin cs satt," sagte Bernard,„dieses Gerümpel der Schönheit anzuglotzen, nur weil man mir eingercdet har, daß der Anblick zur Bildung und Veredlung des Geistes beitrüge. Diese Schönheit ist ja tot. Willst du bestreiten, daß sie tot und nutzlos ist? Ah, du meinst, daß jedes einzelne Stück in der Umgebung seines Entstehens dazu beigetragcn habe, die Mensch« heit aus der Barberei zur Gesittung zu führen? Run ja, du hast recht, denn zur Zeil seiner Ent« stehuug und ein wenig darüber hinaus lebt ein Kunstwerk wirklich, weil cs wirkt. Damit gibst du aber mir nur recht nnd sprichst indirekt unserer Zeit das Urteil, die Kunstwerke nicht mehr allgenicm und öfscnilich wirken läßt, sondern sic sammelt. Ist das nicht eine Abart des Besitzwahnsinns, der sich mit Geld Privilegien erkauft? Behaupte nicht, mein Freund, daß Sammlungen nnd Museen vssemlich seien, selbst wenn man kein Eintrittsgeld verlangt! Ten stinkenden Bettler nnd das aussätzige Lumpen» Weib läßt kein betreßter Aufseher herein. Die daß der moderne Staat lieber die tote Schönheit vergangener Zeiten sammelt und konserviert» statt die Häßlichkeit zu beseitigen, die erbarmenswürdig durch den lebensvollen Tag der Gegenwart schreitet. Nimm nur die letzten drei Generationen an. Biele Millionen von ihnen aus alle» Weltteilen sind zu dieser Rumpelkammer der Schönheit gewallfahrt wie in früheren Zeiten die Menschen zu ihren Göttern— bemerkst du rings in der Welt des Heute, daß die Menschen besser geworden sind? Die begüterten Menschen, die es sich leisten konnte», diese hier aufzissuchen— ließen sie sich von der Schönheit begeistern, ihre Mitmerrschen nicht mehr zu unterdrücken, ansznbentcn, zu töten? Rein, cs liegt wohl nicht an der Schönheit selbst, sondern mehr daran, daß diese Wallfahrer vergessen haben, daß der neben ihnen lebende, aber von ihnen verachtete Menschcnbruder auch eine Schönheit in sich birgt, die mehr der Entdeckung und Pflege wert wäre als diese toten Kostbarkeiten um uns. Sie sind ja erst durch unsere nnlebcndigc Wertschätzung kostbar geworden. Wir haben die lote Schönheit überschätzt zuungunsten der lebenden." „Es ist leider wahr," antwortete Reimond, „daß wir die Häßlichkeit unserer Gesellschaftsordnung zu verdecken suchen mit der Zurschaustellung von Schönheit, an deren Entstehung wir keinen Anteil haben. Aber du darfst nicht vergessen, daß dos liebevolle Bewahren, dieses unaufhörliche Betrachten der Schönheit früherer Zeilen, die Menschheit geistig befruchtet nnd zum Besseren gewandelt hat." Bernard mochte nicht sofort antworten, denn zwei Damen in Begleitung eines alten, vollbärtigen Herrn mit goldener Brille und der roten Rosetie der Ehrenlegion im Knopfloch betraten den Raum und stellten sich dicht bei den beiden Freunden auf. Eie betrachteten einige der uralten, mit Bildern und Schriftzeichen bedeckten Lehmzicgcl. Ter alte Herr mußte ein bedeutender Acgyptologe sein, denn er vermochte den Dame» nicht nur die Bilder zu erklären, sondern auch die Inschriften ziemlich fließend zu übersetzen. „Sehen Sie, meine Damen," dozierte er, „diese Tafeln stammen aus dem sogenannten Alten Reich, das wir aus die Zeit von 2980 bis 2475 vor Christi Geburt festgesetzt haben. Diese Dellen bedeuten das llfcr des Nilstroms, nnd ivas Tic hier scheu, ist ein Krokodil, das in scincm Rachen ein spielendes Kind vom User entführte und natürlich nun verspeisen wird. Es brauchte eigentlich nicht zu entfliehen, denn keinem.Menschen würde cs eingefallen jein, dem Tiere die Beute zu entreißen. Es durflc nicht einmal bcrührr werden, denn die Krokodile galicn im alten Aegypten als heilige ^iere. Ten Beweis haben Sre in der danebcn- ösfenllichen Museen sind Privilegien, an denen stehenden Frau mit geöffnetem Munde. Der nicht alte Menschen rcilhabc» dürfen. Schirm- dabeistehendc Text besag!, daß sie ein Preislied »irr noch, sie sind ein sichtbarer Ausdruck dafür, zum Lobe der Göller anstimmt, weil sie ihr die 1 Gnade erwiesen, ihr Kind von einem heiligen Tiere auffressen zu lassen." Man konnte die Reden der beÄen Damen nichr völlig vernehmen, weil auf dem breiten Platze vor dem Louvre gerade eine Militärabteilung mit klingender Musik vorbcizog. Aber die beiden Freunde verstanden doch sehr gut, daß die Damen sehr entrüstet waren. „Aber ich bitte Sie," rief die eine,„das ist doch eine ungeheuerliche Barbarei, wenn Elite Mutter ihr Kind einem blinden Wahne opfert! Hat sie kein Mutiergefühl? Nnd wenn cs Viöl» leicht eine von^en Männern jener Zeii— Männer sind ja zn allen Zeiten grausam gewesen— geforderte Sitte war, warum haben die Frauen damals nicht gegen den Unsinn protestiert?" Tie andere Dame war schon ruhiger geworden.„Das ist leider einmal gewesen," sagte sie, „uns Frauen von heute dürfte man solche Barbarei nicht zumuten. Wir sind vernünftiger geworden, Gottseidank. Wir bestimmen heute mit, daß unsere Kinder in eine Welt der Güte hineinwachscn, und wehe den Männern, die uns zu einem Wahnsinn verleiten wollten, der unsere Kinder schädigt!", Bernard, de: beim Anhörcn dieses Gesprächs bleich geworden war, konnte sich nicht länger beherrschen. Er sprang auf, trat hart zu der Dame und führte die gänzlich Ncber- raschtc die wenigen Schritte bis zum Fenster hin. „Verzechen Sie, bitte, Madame, aber da ich Ihr Gespräch mit anhörte, kann ich unmöglich schweigen. Sie sind vielleicht selbst Mutter, eine von den vielen, die heute noch auf der Stufe stehen wie jene Aegypterin, die sich freuen, wenn ihr Kind von eine»! heiligen Krokodil gefressen wurde. Schauen Sie hinunter auf das marschierende Militär. Glauben Sie, Madame, daß diese Söhne von Müttern freiwillig und mit Freuden sich dem Kriegsgott in den Rachen geworfen haben? Bestimmt nicht! Aber sehen Sie die Frauen und die Mädchen, die kommenden Mütter, wie sie sich lachend fteucn, daß dort die Söhne von Müttern marschieren, Kinder, die im Feuer der unausbleiblichen Schlacht einen ebenso furchtbaren Tod sterben müssen wie der Säugling im Rachen des Krokodils. Und sehen Sie weiter drüben die schwarzgekleidete Schor, bleicher Kinder unter der Obhut von Priestern, die sie zu Aberglauben, Dummheit und Per» achrung der Welt und der anderen Menschen erziehen? Blicken nicht viele Frauen nnd Mütter wohlgefällig zr: diesem Werke der lebenvcr» neinenden Niedertracht? Ist das ein Fortschritt gegenüber der Szene auf jenen altägyptrschen Lehmtafcln? Rein, ihr Mütter opfert eure Kinder immer noch gefräßigen Krokodilen und seid froh dabei. Auch Sie, Madame, reden von Fortschritt, und dabei" Bernard könn e nicht weiterspreche». Tie Dame und ihr« aufgeregten Begleiter riefen und kreischten laut nach Polizei. Ein Aufseher kürzte herbei.„Befreien Sic mich von diesem Wahnsinnigen!" schrie die Dame,„er schmäht die heilige Religion und unser tapferes Heer!" Andere Aufseher kamen hinzu, und der sanfte Reimond, der den Vorfall aufklärcn wollte, kam nicht zu Worte, als er hinter dem Knäuel von Uniformen herlief, die den sich sträubenden Bernard hinanszerrte». „Tenken Sie nur," sagte der zitternde Acgyptologe mit der Rosette der Ehrenlegion Himer dem sich entfernenden Tumult her,„beinahe hätte dieser junge Barbar jenen Sarkophag angerannt, der dem Priester Taho aus der Re- gicrungszcit Pjannnetichs I. ans der sechsund- zn'anzigstcn Dynastie gehörte und unersetzlich, einfach unerfttzlich ist." — 4— Mas mancher nicht weiß. Riecht Mesch«» gut oder schlecht? Hierauf antwortet Dr. G. Hans Müller im ,HosmoS": Die große Menge verpönt den Moschusduft, weil sie ihn nicht kennt. Sie weiß nicht, daß daS, was ihr„nach Moschus" riecht, Patschuli, Denver oder verwandte ätherische Oel« sind, die in ihrer Aufvrinqlichkeit manchem unwillkommen« Düfte sind; echter Moschus ist das edelste Grundmittel der feinen Parfümerie und'die unentbehrlichste Stütze zur Herstellung- ihrer Erzeugnisse. Der kleinste Fisch ist Ser Leonowfisck in den Gewässern der Pvilippinnen. Er ist böchsicus fünfzehn Miltinreter lang. Deutfchland: das Land der Vereine. Es bestehen: 8500 Turnvereine, Müll Gesangvereine, 5000 Fußballvereine,-IWO SchützcngilSen uns Bercin«, 1200 Aihletenotreine. 1275 Rad» fahrcrvereine, 800 Ruder und Seglervereinc und 1000 Keglewereine. Das Wort Heiden verdankt seinen Ursprung der Tatsache, daß bei Eiusührnna des Cbristen- tnms in Deutschland die wilden Bewohner der Heid« am längsten der Bekehrung Widerstand leisteten.|. In Bayern gibt es odne dir zirka 14.000 HÄtar großen Seefläcken rund 27.000 Fischteiche. Ein großer See-Elefant(Robbenart im südlichen Eismeer) wiegt 45 Zentner: er frißt täglich 350 Pfund Schellfische. Di« Berbreituug der Flußperlmuschrl er- streckt sich über die ganze nördliche Erdbälfie. Die größten Exemplare finden sich ini Gebiete der Weiße« Elster(Vogtland), wo sie im Mühl- hänser, Ebers-, ober«» Görnitzbach, der Würschnitz, Sem Boscnbrunncnbach. der Trieb und nach anderen Flüßckcn und Bächen stellenweise noch so bäufig ist, daß man oft mehrere laufend: Meter s«» Bachgrund nicht erkennen kann vor nebeueiuander steckenden, eingekeilten Muschel». Ei« Hecht von 115 Zentimeier Länge und 13 Kilogramm Gewicht wurde im Jahre 1921 in dem kleinen Hörbu-Tee bei Hobro(Jütland) geßlngen, der nur ack: Jahre alt war. Di« mittlrer Tief« drr Ostsee beträgt 55 Meter. Moderne Pflanzen drr Brannkohleazeit. Die Tertiärzeit, in der sich dw Braunkohlen bildeten. liegt Jahrmillionen zurück. In der darauf folgenden Eiszeit wurde dir PflanzenwÄr, di« an der Entstehung drr Braunkohlen den hauptsächlichsten Anteil hatte, in Deutschland zerstört. In anderen europäischen Ländern, die von der Eiszeit weniger beimgesuckt wurde», sind aus dieser Braunkohlrnzeii noch viele Pflanzen in Ser heutigen Flora erhaltrn. Nun ist eine ganze Anzahl dieser Pflanzen, die vor Jahrmillionen in Deutschland blühten, von Weste», Südosten und Osten her wieder zu uns zurück,zekchrt. Nach den neuesten Forschungen über die fossile Flora, wie Rudolf Hundt in der Leipziger„Illustrierten Zeitung" miricilr, sind es baumsächlich Ziersträucher, die jetzt wieder bei uns heimisch geworden sind. Dazu gehören in erster Linie die Sniupfzvpresiengcmälb'e, die in der Braunkohlenzett sehr verbreit«! waren. Heu re gibt er von ihnen nur now zivei bis drei Gattungen, und zu ihnen gehören Ser eigentliche Wacholder und der Sadebaum. Bon Sen Lebensbäumen, die in der Bvaunkoblockzeit sehr häufig waren, har sich die Thuja auf unseren Friedhöfen und in unseren Parks wieder eingebürgert. Bo»»en Tannengewächsen, die vor Jahrmillionen Deutschland bedeuten,- sind mehrere Kiefernarten, ein« Fichtenart und rin« Tanne» art übrig geblieben. Biele Ser einst verschwun denen Pflanzen findet man seht wieder bei uns als Zieckbäume, so Schierlingstannen und Blaüficht«n, Weimutskiefer und Himalajakiefer, die Dwiglasfichte. dir Eibe und den Gingko- baum.* Der geheizte Fluß. Der langgestreckte Was- sevarm, der Rew?)ovk von Long Island trennt, wird gewöhnlich„East River" genannt, ist aber kein eigentlicher Fluß: er enthält zwar beweg les, aber kein fließendes Wasicr. Rack einer von der staatlichen Gas- und Elektrizitätsver Peinigung veröfsenllichtcn Studie ist die Temperatur dieses Wasserbeckens um durchschnittlich 10 Grad höher als diejenige der benachbarten Gewässer, wie des Hudson»sw., und zivar ist diese Erscheinung auf diese Tätigkeit einiger dort gelegener Kraftwerke zuriickzusübren. Innerhalb von 12 Meilen finde» sich an dieser Küste neun gewaltige Elektrizitätswerke, deren Kondensatoren das Flußwasser zum Kühlen benötigen. Diese Anlagen habe» im Durchschnitt eine Lei srnngsfähigkeil von 1,300.000 Kilowatt und verbrauchen stündlich 1000 Tonne» Kohle für die Dampferzeugung zuni Antrieb der Turbinen. Für jede Tonne Kohle sind rund 100 Tonnen Kühnvasser erforberlick, und die Wärme Ser zu diesem Zweck aus dem East River entnommc nen Dasiermengen erhöbt sich nm etwa 20 Grad, wenn sie durch die Kondeniatorröhren sirömrn. Im Hinblick auf die besonderen Snömnngs- vcrhällnisie des Cast River, der fast stehendes Grnndivasjer hat, schätzen die Fickleute, daß das in Sen Maschinen erwärmte Wasser sich um höchstens 10 Grad wieder abkühlr. Da bei den ständig notwendige!! riesigen Wasserniengen jo» zujagen der ganze Inhalt des Flußbeckens fort während durch die Kondensatorröhven strömt und cihltzl wird, ist die Tatsache der höheren Wasiertcmperatur durchaus erklärlich. Man nimmt an. daß der East River schließlich— wir sonst in besonders kalten Wrniern— überhaupt nickt mehr zufrieren dürfte, falls sich noch weitere große Kraftwerke an diesem„Fluß mit Dampfheizung" ansiedrln sollten. Amerikanische Reklame. Es. gibt iu Amerika SS Firmen, die je für Zeiiungs- und andere Reklame mehr als eine halbe Million Dollar (2,100.000 M) jährlich ausgebeir. Henry Ford steht dabei obenan. Seine Rellamerechnung beträgt jährlich 3 Millionen Dollar. Die 09 Firmen zusammen geben jährlich 56 Millionen Dollar aus für Zeitungsreklame und 46 bei Monats- oder Wochenzeitschriften, sogenannten „Magasins". Bei letzteren sind allein dir Re- klamercchnungcn für die 33 größeren Magasins ausgenommen Diese erhalten also jede durchschnittlich ungefähr 1,400.000 Dollar jährlich von den SS größten Firmen. FriedenShelden. Die Sache des Friedens ist nicht für die Memmen! Toll der Friede von Dauer sein, so muß er von tapferen Menschen getragen wer- Sen. von Menschen, die um nichts schlechter sind als Helden, die willens sind, ihr Leben in der Hand zu tragen und es jederzeit fiir ihre Ideale zu wagen— die aber eines vor dem Helden voraus haben, daß sie niemals nach eines anderen Leben trachten—; Menschen, die dank ihrer intellektuelle« Einsicht oder ihrer sittlichen Höbe ihres eigenen inneren Wertes so gewiß sind, saß sie weder ihr Eigentum noch ihr Leben für ein so großes Gut balven, als daß sie es lutt den Preis eines solchen Hochverrats ihrer Grundsätze retten möchten, wie eine Abschlachtung von Menschen M bedeutet. Emerson(1808—1982). weitere*. Der Chinesentöler.„China", erklärte der Lehrer>n der Schule,„ist ein riesiges, stark bevölkertes Land Ihr könnt euch einen Begriff von der großen Zahl der Bewohner machen, wenn ich euch erzähle, haß jedesmal, wenn ihr einen Atemzug macht,»»'Chinese stirbl." Zwei Minuten später bemerkt der Lehrer einen Knirps, der atemlos noch Luft schnappt:.„WaS ist dir denn?" fragte er den Jungen.„Ich mache Chinefcu tot", antwortete Ser Schüler. Der Richter:„Warm» haben Tie Senn diesen cnisetzlichei: Prügel zur B.-rbanalung mit gebrach!, Angeklagter'?"— Der Angerlagte: „Weil irr der Vorladung gestanden hat, ich batte für meine Pericivignng selbst zu sorgen." Im bi«richt.„Warnm ba>.n Tie Sief« Brieftasche gestohten?"—„Ick hab' geglaubt, daß etwas drin» ist." Ein interessanter Fall. In einer.Klasse S«r Töchrersckulc zu M. spricht der Lehrer über das Nibelungenlied, zweiter Teil, wo Kriemhild im Hlinnenland vermählt ist und Sen Besuch Ser Nibelungen empfang!. Neber ras Erzählte hat di« Klasse einen Aufsatz;u schreiben. Eine Schülerin läßt sich dabei unter anderem folgendermaßen ans:„Auf der einen Teile gebar Krtrm» Hits dem König Etzel einen Tobn, ans Ser andere« Teile brütete sie Rache." Im Part.„Ack, ist Ihr Kleiner reizend!" —„Finden Sie?"—„Und so goschick:! War ec es nicht, der hier auf Sem Rasen Reife» spielte?" —„Ja, er war es."—„Drei Mark, bitte. Das Betreten des Ra-ens ist verboten. Ick di» der Parkwächter." Dir sparsame HauSjrau.„Aber, Frauchen, habe ich Senn je was Unnützes angeschafft'?"- „Ganz unnütz war der Feuerlöscher vom vorigen Jahr— wir baden ihn kein einziges Mal gebraucht!" Dir Hochzeitsreise. Maoia wundert sich über die unheimliche stille im Kinderzimmec. Leis« öffnet sie dir Tür und sieht Paulchen und Inge, wie zwei zärtliche Engel auf»em-Sofa nebeneinander sitzen.—„Rann," sagt die Mama arglvöbnisch,„warnm seid ihr denn so stumni?" —„Aber, Mutti, wir machen ja gerade unsere Hochzeitsreise."—„Aber, wo habt ihr den« Mausi gelassen?"—„Mausi liegt unter dem Sofa," sagt Paulchen ernsthaft,„er muß noch ei« bißchen warten, bis er geboren wird!" Freigebig. Sie(in Tränen):„Du hast das Versprechen gebrochen, das du mir gegeben hast!" — Er:„Weine nicht, Schatz! Ich geb: dir ein anderes!" Kreuzworträtsel. Wag recht: 1 Soviel wie selten, 2 Grographiicher Bsgrisi, 3 Europä- sicher T'.aar, 4 Go. tenkönig. 5 Leblosigkeit,(t Teil des Pferdefußes.-- Tenkreckr: 1 Wldart. 4 Geistiger Würdenträger, 7 Französischer Dichter, 2 Bogel, 8 Russisches Gewicht, Ä Teil ses Wohnhauses. Auflösungen der Rätsel aus der vorige« Nummer: Di« Familie:-Hans, Haug.-Hau», Hanf.-