w. 32,«Rteryaktungsveilase. 1927. Ein GreSS erzütztt. Ich kehrt« von einer laiigen Wanderung zurück. Bis nach Hause hatte ich noch zwei Werst, war aber so müde, daß ich mich kauni mehr auf den Füßen halten konnte; nichtsdestoweniger war mir aber so wohl, so froh ums Herz. Die zauberhafte Sommernacht stimmte mich gut. Da erblickt« ich im Mondlicht eine mir bekannte Hütte. Hier werde ich Wasier trinken und ausruhen, dachte ich fiir mich. Bald stand ich vor einem niedrigen °Zaun, fand die Pforte und trat in einen kleinen Hof. Die Fenster waren finster, die Einwohner schienen zu schlafen. Ich täuschte mich aber, denn auf der Bank vor der Hütte erblickte ich einen Greis, der auf meine Schritte den Kopf aufrichtete und sagte: „Ah... Sie sind cs?... Ich dachte... weiß Gott wer.. „Ihr schlaft noch nicht?" fragt« ich. „Das Alter... In der Stube ist es dumpf und schwül, ich kann die ganze Nacht weder schlafen noch ein Auge sihließen... Wenn ich einschlafc, so geschieht das erst am Morgen, wenn eS kühl wird." Ich bat den Alten um«in Glas Wasier. »Ja, ja» ich bringe Ihnen sofort aus der Stube... Uebrigens, hier ist der Brunnen, möchten Ei« nicht schöpfen,«s wird kälter sein", meinte der Alte, mit der Hand auf den krummen Schwengel deutend. Ich befolgte seinen Rat, ging durch die Pforte zum nahen Brunnen, schöpfte mir mit dem Eimer Wasier und trank es mit Lust. Dann kehrte ich in den Hof zurück und setzte mich auf die Bank neben den Alten. Wir begannen zu plaudern, über das und jenes, gedachte» der Vergangenheit, des Frondienstes. „Ja... das waren schreckliche Zeilen. meinte der Alle seufzend. Sein Gesicht drückte ein trauriges, tiefes Nachdenken aus. „Auch ich hab: schon einmal den Sirick nm den Hals gefühlt", sprach der Greis nach kurzem Schweigen. „So, so, wie war denn das, Väterchen?" fragt: ich, neugierig werdend. »Ja. Ich diente damals beim Grafen K. als Gärtner. Der Graf war, wen» auch schon ergraut, noch ein rüstiger, starker Mann, Bon K. Jasiukajtis. seine Frau aber um die Hälfte jünger als er, ein wundervolles, engelschönes Weib, wie es kein zweites in der ganzen Gegend gab. Tagsüber tvar ich mit der Arbeit im Gemüse- oder Obstgarten beschäftigt und hatte nicht einmal Zeit, zu rasten. Und das Herze sehnte sich immer, weiß Gott wonach; imnwr war es unruhig. Denn, sehen Sie, Herr, ich habe weder Eltern noch Verwandte, ich war allein auf der Welt. Die alten Leute erzählten mir oft, daß meine Ellern Eigentum eines anderen Herren waren, der sie dem Vater unseres Grafen als Tausch für einen großen Hund überließ. Kurze Zeit darauf ließ der alte Graf meinen Vater für irgendein Verschulden zu Tode prügeln. Die Mutter starb bald danach aus Gram. Ich kann mich ihrer nicht mehr erinnern und war wahrscheinlich sehr klein, als sie von dieser Welt schied. Ich erinnere mich nicht mehr, woher ich einen Leinen Hund bekommen habe,«inen gewöhnlichen Schäferhund, der sich mir eng anschloß; da war ich nicht niehr so einsam: ich hatte einen Kameraden und Freund. Unsere Gräfin hatte die Gewohnheit, im Sommer bei Sonnenaufgang aufzustehen und, ehe noch die Sonnenstrahlen die silbernen Tautropfen aussaugten, im Garten zn lustwandeln. Es war ja nichts Schlechtes dabei, aber, mein Herr, sie ging barfuß, mit aufgelöstem Haar, bloß im Hemd, und hatte nur manchmal einen stidenen Schal um die Schultern geworfen. Diese Morgenspaziergänge sollten die Schönheit der Gräfin konservieren ja sogar erhöhen. Und in der Tat» sic schien von Tag zn Tag schöner zu werden. Oh, ich war danials jung und stark, und es ist ganz natürlich, daß ich bei diesem Anblick nicht gleichgültig bleiben konnte. Ihr weißes Gesicht, von der Morgenkühle gerötet, lächelte den singenden Vögeln, der aufgcheu- den Sonne, den blühenden Blumen und grünen Bäumen fröhlich zu; ihre blauen Augen sendeten ringsum Blitz: aus, das aufgelöst: Haar reichte ihr saft bis zu den Füßen. Ach, diese Haare zierten sic am meisten. Ter Körper: wie gegossen, geschmiedet, frisch und w::ß wie eine junge Birke: durch die durchsichtige Hülle sah man, wie ihre harten Brüste bebten und sich des Lebens freuten. Mein junges Blut kochte. Was würde man nicht alles dafür geben, dicscs herrliche Wesen umarmen zu können, sich tief einzusaugen in di« heißen Lippen, in die glänzenden Augen, runden Arme... Oft träumte ich: Wenn ich an der Stelle des Grafen wäre, wie glücklich fühlte ich mich im Besitze dieser Freu. Eines Morges arbeitete ich wie gewöhnlich im Garten. Auch die Gräfin erschien. Ringsum freute sich die ganze Natur... Plötzlich kam, weiß Gott woher, mein Hund dahergerannt und fiel wie toll über die Gräfin her... Ich erschrak derart, daß mir der Rechen aus der Hand fiel, während die Gräfin entsetzt aufschrie: ,Zefus Maria! Hilfe!" Die Arme erschrak sehr. Ich eilte zu ihr und riß den Hund weg. Die Gräfin war blaß und zitterte wie Espenlaub, aber nicht mehr aus Angst, sondern aus Zorn. „Wem gehört das Luder?" rief sie, über mich hersallend. „Mir!" entgegnete ich, die Mütze vom Kopf nehmend. „Dir gehört es!... Und ich werde deines Hundes wegen nicht einmal im Garten spazieren gehen können! Vielleicht werde ich zar noch krank... Das schenke ich dir nicht!" Und sie lief eilig ins Schloß. Nun, dachte ich für mich, jetzt wird cs ein Dampfbad geben, ein heißes Dampfbad. Ich ging an die Arbeit, aber alles fiel mir aus den Händen, mein Her; pochte gewaltig und ich konntc mich kaum auf den Füßen hasten. Aus der Fern« hörie ich die Gräfin rufen: „Hängen, hängen! Ich hasie die Bauernkerle!... Wie kann es ein Hund wagen, über mich, die Gräfin, herzufallcn!... Hängen! Man führe chn tief in den Wald; hier soll nicht eine Spur von ihm bleiben!..: Und man bring- mir den Strick des Gehängten!" Ich b-kreuzigte mich und begann Gebete herznsage». Und der Garten schien mir in diesem Augenblick, ich tveiß nicht weshalb, noch viel schmier zu sein,«b liebte diese Wege, die meine Hand geebnet haben, noch mehr aber die Bäume, von welchen ich jede« Zweig kannte. Ei war noch keine Viertelstunde vergangen, als mich der Graf zu sich rufen ließ. DaS sollte ich tun, ich ging zu ihm. Er stand im Korridor, mit der Peitsch« in der Hand, und sein Gesicht war so zornig, so schrecklich... Es lief mir bald kalt, bald heiß über den Rücken. »Hier wird mein Ende sein", ging eS mir durch den Kopf. Ich nahm schon von weitem die Mütze dom Kopfe und demütig gebeugt blieb ich einige Schritte vor ihm stehen. „Komm näher, verfluchter Baucrnhund!" schrie mich der Graf an, mit den Füßen aufstampfend. Tas Blut erstarrte mir m den Adern. ,HZic konntest du es wagen, trotz meines Verbotes einen Hund zu halten? Du bist ja selbst nicht so viel wert, wie ein guter Hund! Der Teufel tvciß, was ihr noch olles werdet haben wollen! Genügt dir nicht, daß ich dich ernähre?... Wie, wenn meine Frau krank| wird? Alle Bauernhunde der ganzen Welt| zusammengenommcn sind nicht soviel wert,, wie sie!... Du Luder, du!" Und der Graf| spie mir ins Gesicht und schlug mich mit der Peitsche.> Ich fühlte etwas wie Feuer im Gesicht, und über den ganzen Körper rann mir das Blut aus dem zerschlagenen Gesicht... Hier können Sie auch jetzt noch die Spuren davon sehen." „Tann", fuhr der Greis nach längerem Schweigen in seiner Erzählung fort,„rief der Graf zwei Knechte herbei, ließ mir einen Strick um den Hals werfen, damit man mich im Walde aufhängc. Und obwohl mein Leben traurig und öde war, war mir doch leid, von dieser Welt zu scheiden. Die Knechte führten mich aus dem Hof. Dir tvaren bereits ungefähr eine halbe Werst entfernt, da halten die Henker Mitleid mit mir. Se wuschen mein Gesicht mit Wasier aus der Straßenrinne, verbanden es. soweit es ging, und führten mich weiter. Plötzlich hören wir das Getrampel eines galoppierenden Pferdes hinter uns. Wir schauen uns um: der Hofknecht. Er reitet an uns heran und spricht: „Thomas, die Gräfin hat fich deiner erbarmt, sie läßt dich nicht bängcn, aber deinen Hund an deiner Statt. Und sie befiehlt, daß dein Fuß die herrschaftliche Erde nicht mehr betreten dürfe, gehe, wohin dir beliebt, aber zeige dich nicht mehr..." „Schwer ging.es uns Armen, schtver!" Mit diesem Seufzer beendete er seine Erzählung und senkte den Kopf. In seinem Gesicht spiegelten sich düstere Gedanken wieder, schmerzliche Erinnerungen. _ Wer weiß, woran er dachte: an die schöne Gräfin, an den Garten, welchen er dank der Herrin so liebgewonnc» hatte, oder vielleicht an die schweren Jahre der sklavischen Leibeigenschaft? Auch mir wurde cs traurig und schwer ums Her;.,.. „Lebt wohl, Bätcrchen", sprach ich, mich an den Greis wendend,„es ist Zeit, nach Hause zu gehen." zr 2ebt wohl", erwiderte er leist. Ich verließ den Hof und schr tt auf die Straße hinaus. Irgendwo im Torfe, bei den Nachbarn, hörte man Hähne krähen... Die kurze Sommernacht ging zu Ende... Hafenmbeiterlled. (Aus den von Längsten Hughes gesammelten „Liedern des Negers". Zieh die Hebel, schwarzer Mann, weißer Herr will freßen. Bück die Schulter, Niggerwrib, weiße Frau will Perlen. Faßt— an, Hoh— ruck, B.ur ist rri in beiden Farben. Faßt— an, Hoh— ruck, weißer Herr will freßen. Schaufle Kohlen, schwarzer Mann, Wallstreet giert nach Dollars, Nähre Kinder, Niggerwrib, Sklaven für Fabriken. Faßt— an, Hoh— ruck, Blut ist rvr in beiden Farben. Faßt— an, Hoh— rück, weißer Herr wird sterben. Der letzte Mensch. Bon Wilhelm Cchmidtbonn. Tie Berge waren längst von den Strömen ln die Meere getragen, die Meere ausgefüllt un'c- Land geworden, die ganze Erde eine glatte Kugel, überall in den Horizont gewölbt und von weißem Eis bedeckt. lieber dem Himmel hing die Sonne gelb aus einem braunen Himmel herunter, dir Sterne waren mit der Sonne gleich zu sehen— das ganze Bild dieses Erdtages glich dem Bild einer Mondnacht in den lang entschwundenen Borzeiten, da noch Berge gereck: standen, Wälder tonten, Meere brannten, Städte der Menschen an den Strömen schwarzen Rauch ausatmeten. Ter letzte Mensch schliss über das Eis in langen geraden Strichen, in den Knien gebeugt, als hätte er Schneeschuhe unter den Füßen. Er halte aber nur breite Hornhuse da unten wir ein Pferd. Sein ganzer Leib war mit einem .dichten gelben Pelz bedeckt, die Arme lang bis .fast zum Boden, die Stirn niedrig und schräg Illach hinten abgeschnitten— der letzte Mensch war durch die Umstände der Natur wieder zurückentwickelt zu den ersten Menschen der Urzeit. Rur die Schlankheit der Gelenke, die Schmalheit her Hüsten zeigt« an, daß das schaffend« Blut eines früheren Geschlechts in diesem Leib noch pulste. Bor allem aber sah aus diesen großen, ausgebrannten, blaue» Augen nicht die aus- schaucnde, erobernde Kraft des Urmenschen, sondern nur die müde Traurigkeit des von Jahrtausenden belaste:«» Erben. Der letzte Mensch suchte nach Gras. Wo er bisher an einem grünen Platz geweilt und sich eine Höhle in die b'rdc gegraben yuae, war immer wieder das Eis herangcrücki gekommen. Ein Haß auf dieses Eis zehrte in ihm, ost stampfte er mit wütenden Hufen darauf, um es zu zertrümmern, und mußte doch immer wieder weiter flüchten und im Hunger nach Gras spähen, der schmerzenden Kälte wegen die Arme über die Brust gekreuzt und den Leib ganz an die Schenkel gebückt. Hatte er Gras gefunden und sich gesättigt, so stierte er nach der gelben Scheibe der Sonne, und rings über das Eis, tat hin und wieder einen bellenden Laut in Frost und Weite hinein und lauschte, ob nicht irgendwoher der Ruf eines andern Menschen ihm antwortete. Er hatte längst Eltern, Geschwister und alles, was noch an Mensch und Tier auf den Eisfeldern hernmschiff, sterben sehen— klaglos, von dem unentrinnbaren Anhauch des Eises verzehrt. Er war endlos lange von Haus fort immer der gelben lichtgehenden Scheibe entgc- gengewandcrt, Gras suchend. Die Rächte lag er zu einer Äugel zusammcngerollt und fühlte dann die Wärme seines Blutes so wohlig, daß er leise zu singen anfing. Endlich mußte er erkennen, daß er der Letzte von allen war. Bon da an fürchtete er sich und wagte nachts die Augen nicht mehr aufzutun. Run bewegte er sich schon tagelang über das Eis, ohne Gras zu sehen. Der Hunger biß ihn, und er schlug mit heftigen Fäusten gegeir seine Eingeweide, ward dabei immer schwächer. Auf das letzte Stück Gras endlich, das er sand, setzte er sich und wogte nicht, zu essen, in der Gewißheit, dann keine Nahrung mehr zu haben. Aber bald warf er sich über das Gras hin und fraß, ohne die Halme wie sonst erst mit den Händen abzureißen, gleich mit den breiten, sich schiebenden Zähnen vom Boden weg. Wäb- rend er lag und schäumend kaute, rührte hinten schon das heranrückcnde Eis an seine Füße. Er erschrock nicht, gab sich seinem Schicksal hin, saß gekauert, die Arme um die Knie, und sah dem Eis zu. Bon allen Seiten, von den Nachmaffcn geschoben, selber rin Wesen, selber freßend, I näherte es sich, langsam, aber doch so schnell, daß der Mensch immer wieder seine Füße an sich ziehen mußte. Es war wir ein Spiel, so daß der Mensch sogar einmal, in Sclbstvergeßenheit, den Mund breitzog und lachte. Plötzlich schrie er auf, als drehe sich ein glühendes Eisen in ihm um, brannte nach allen Seiten die erlöschende Glut seiner Augen in die Leere, schrie, schrie, streckte die Arme aus nach irgend etwas, warf sich dann über die Erde hin, wühlte sie mit lächerlicher Geschwindigkeit auf, bis sie in dicken Brocken um ihn her lag. Bon der Furcht, allein zu sein, von einer letzten Wolllust, von einem Schöpfungstrieb gepackt, immer in ungeheurer Hast und bald mit blutenden Fingern, baute er eine Gestalt auf, sich selber ähnlich, die Gestalt einer Frau. Als sie so hoch bestand, wie er selbst, schraubte er die Arme darum, wühlte den Kopf daran, schrie nicht mehr, stöhnte nur noch, winselte, flehte, griff an die erdene Brust» daß sich ein Herzschlag rühre, griff an die Arme, daß sie sich um ihn legen sollten. Tas Eis packte ihn bei den Füßen. Zum formlosen Gesicht seiner Gestalt hochsehend, die Arme um die unbewegten Hüften geklammert, sank er hinunter. Das Eis kroch über ihn hinweg, nicht kauernd. sondern weich und lautlos. Tann schob eS sich unter die Gestalt aus Erde, schnitt sie wie mit einer Meßerklinge von ihrem Platz los, nahm sie auf sich. Ein wenig geneigt stand die Gestalt als das Letzte von Menschheit, und doch wie rin Denkmal der Hossnung, auf der Endlosigkeit der weißen Kugel und starrte aus den leeren Augenhöhlen in das besternte Dunkel. Die Rull-Spoche. Bon Felix Riemkapen. Es war einmal ein Fuhrmann, der wollte gerne rasch reich werden. Ta ließ er sich von einem Professor der Nationalökonomie beraten. Ter Proseffor sagte ihm: „Tein Gewerbe besteht darin, daß du für Lohn Lasten beförderst. Pferd und Wagen sind deine Betriebsmittel. Jede Fahrt kostet Zeit. Zieht dein Pferd in der Zeit viel, so bringt es dir bald hohes Frachtgeld; zieht cs in der Zeit wenig, so bringt es wenig Frachtgeld. Tas Pferd fiißt Hafer; je mehr cs frißt, um so teurer kommt es dir zu stehen. Also geb«ut die Wißcn- schaft: viel ziehen und wenig freßen sind am vorteilhaftesten." — 3 L.Lt S'S S Kr-SSÄ (So etwas Dummes kann nur ein Vrlehr-1 ter reden!)' Tas arme Pferd bekam zehn Stunden Arbeit und kaum eine Handvoll Hafer. Tann holte es der Schinder. * Es war einmal eine Industrie, die wollte gerne rasch reich werden. Da ließ sie sich von den Professoren der Nationalökonomie beraten Tie Professoren sagten ihr: „Tas Wesen der Industrie bestehl darin. Waren billig herzustellen und teuer zu verkaufen. Je billiger die Herstellung ist und je höher der Verkaufspreis, um so höher ist der Gewinn. Und tvenn der Verkaufspreis nicht zu erhöhen geht, dann kann aber immer noch der Lohn gedrückt werden." Ta stürzte sich die Industrie auf den Arbeiter und zwang ihn bis zum Umfallen zu arbeiten und fast nur von Ersatzmitteln zu leben. Wie nun der arme Teufel so wenig verdiente, konnte er fast nichts mehr einkaufen. Er sagte:„Die Ware ist mir zu lener!" Da beschloß man, die Ware billiger zu niachcn, indem man die Herstellungskosten durch noch mehr Lohnsenkung verbilligte. Aber da konnte das unglückselige Kreatur- chen noch viel weniger einkaufen gehen. Und auch die Mchrarbcitspeitsche brachte den lahmen Gaul nicht recht hoch. Es wurde so wenig gekauft, daß jetzt die Industrie genötigt war, die Preise tüchüg zu erhöhen, denn wo der Umsatz gering ist, wo die Masse es nicht bringt, da muß dann aber das einzelne Stück tüchtig'was einbringen. Und um trotzdem mitten in der Teuerung noch billig sein zu können, senkte man nochmals den Lohn. Tas war die Null-Epoche. In der allerletzten Zeit dieser Null-Epoche halten nur noch die Margarinefabriken und die Kartoffelbrotwerke(Volksglück G. m. b. H.) zu tun. Und auch das nur durch Staatsausträge. Alsdann kam der Schinder und holte den ganzen Babel ab mitsamt den Gelehrten der Volkswirtschaft. „Wie man mich erschießen wollte".') Von Donzow. So war ich zum Tode durch Erschießen ver- urteilt und erwartete heute meine Schicksalsstunde. Ich glaubte den beruhigenden Worten meiner Verwandten nicht, es war nur schrecklich kränkend für mich, daß mir das Urteil drei Tage vor der Erschießung verkündet worden war. Jetzt, als man das Abendgebet sang, verstand ich, daß ein solches Gebet, wie alles, sein Ende hat, das für den einen früher, für den anderen später hcranrückt. In diesen drei Tagen waren meine Nerven abgestumpft. Ich war müde zu denken und zu sinnen. Zur„Abschlachtung" zu gehen, war nicht schrecklich, wenn es nur schneller gegangen wäre... Die„Schlepper" erzählten, daß nach dem Schuß ins Genick der sofortige Tod eintritt... Und wenn der Mensch tot ist, fühlt er nichts mehr. Gesund, gut und nach dem Leben dürstend, schläft man zu ewigem, ruhigem Schlaf ein... Solche Gedanken wechselten mit beruhigenden ab, als ob alles bei meinen Verwandten gnr aufgehoben, und sie mich nicht ins Verderben stürzen lassen würden. „Kommt es vor. daß das Präsidium der Tscheka Todesurteile aufhebt?" fragte ich einen der arrestierten Kommissäre, welcher in unserer Zelle saß.„Natürlich kommt es vor, aber erst erschießen sie, und dann können sie aufhrben", antwortete der Kommissär höhnisch. An seinem Gesichtsausdruck sah ich, daß er sich mit mir schon wie mir einem Toten unterhielt, und es schien mir sogar, als ob von mir ein Leichengeruch ausginge... Ein unangenehmes Gefühl, der Teufel hol' mich! Meine Gedanken gingen langsam, und es näherte sich meine Schicksalsstunde... „Heute ist eine große Schlepperei", verkündete der ganzen Zelle unser ältester, Blinder mit Namen. Dieser war Spezialist der Schlepper und sagte die Zukunft fehlerlos voraus. Er kannte ausgezeichnet alle Regeln der Tscheka, und man konnte ihm glauben. Jeder regte sich für sich auf, aber jeder versteckte seine Aufregung. Wirklich verfuhr man an diesem Tage *) Tiefe erschütternde Erzählung ist ein Auszug aus den Erinnerungen des Ingenieurs T nzow, der vor kurzem aus Kiew geflohen ist. Ji Jahre 1921 wurde er als Zeuge vor die Tscheka geladen und von diesem Augenblick an verbrachte er fünf Jahre in den Sowjetgesäng- nissen. sehr streng mit uns. Früher ließ man uns einige Male auf die Toilette, aber heute verkündete man, daß wir nur einzeln und nur einmal dorthin gelassen würden. Ter Bewachung war befohlen, auf uns zu schießen, wenn wir uns erdreisteten, aus dem Fenster zu sehen. Die Ge- fängniskommiffäre liefen hin und her und schauten oft in unsere Zelle. Ihre Augen überflogen alle Arrestanten, als ob sie jemand suchten, und jedem von uns fiel das Herz in die Hosen.„Zum Gebet", rief der Aelteste.„Rur Mut, Genossen, man kann nur einmal sterben", wiederholte der Kommissär. Man betete und legte sich nieder. Seufzen und Stöhnen hörte man in der ganzen Zelle. Niemand schlief an diesem Abend. Einige versuchten die Stimmung durch Erzählungen, Spässe, Anekdoten und Lieder zu heben. Aber vergebens.„Heuie ist große Schlepperei", drehte es sich im Kopfe eines jeden. Sogar einige Kommissäre sprachen kein Wort. Man kommt... Aus der benachbarten Fraucnzelle hörte man schreckliche Schreie von Kindern.„Nein, ich lasse die Kinder nicht", schrie eine.„Erschießt sic, ihr Räuber, erschießt sie, laßt die armen Waisen zurück. Sie sind unschuldig." Die Schreie klangen entfernter und entfernter. Man flihrte die Frau des Eisenbahnbeamien mir den Kindern fort, die angeklagt war, Kinder gestohlen zu haben. Man erschoß sie. Aber der Gatte, der Vater, der Eisenbahnbeamte Utkin, verlor in unserer Zelle den Verstand. Er zerriß seine Kleidung, schlug sich mit der Faust gegen die Brust und schlug mit dem Kopfe gegen die Wand. Er lachte... weinte... und war ganz außevAch. „Barbaren, warum habt Ihr meine Kinder ergriffen? Mitenka, weine nicht, es wird nicht web tun... Laßt, schießt nicht", rief der verrückte Eisenbahnbeamte, sich an uns wendend. Und das berührte uns gar nicht einmal, so sehr war jeder mit sich beschäftigt. Zuerst nahm man die aus anderen Zellen, und endlich näherten sich schwere Tritte unserer Tür. „Naidenow, nimm deine Sachen", sagte leise der wachthabende Kommandant. Gott, was hat der Tschekist ausgefrcssen! Der, der mit seiner Banditenhand Tausende von Unschuldige erschossen hat, fürchtet jetzt selbst den Tod. Zuerst versteckte er sich hinter den Brettern, dann sprang er von dort hervor und fing an, um Schonung zu bitten. Wir freuten uns in der Seele, aber alles ging schnell vorüber. Naidenow wurde erschossen. „Blinder, nimm deine Sachen", ließ sich die Stimme des wachthabenden Kommandanten hören. „Ach, ihr Narren", antwortete Blinder und sprang auf.„Und meine Sachen brauchst du?. Heute ja, aber morgen, du Hundsfott", jchimpfie er und wühlte in seinem Korbe. „Schneller, Blinder, halt' dich nicht auf!" „Warte, Waska", folgte die ruhige Antwort. Er wusch sich, kämmte den Scheitel seiner Haare, zog saubere Wäsche an und säuberte mit einem Lappen seine Schuhe. Der Kommandant' wartete hilflos. Endlich verabschiedete sich Blin». der von jedem einzelnen mit dem Lied:„Ach, Acpselchen, wohin rollst du, in den Keller der Tscheka fällst du und kehrst nicht mehr zurück." Und mit einem Schnalzen der Finger verließ er die Zelle. Bald darauf erwies es sich, daß Blinder ani Leben-geblieben und Vorsteher des Verbandes der allukrainischen Tscheka geworden war. „Utkin, komnr", rief mit zurückhaltender Stimme der Kommandant. Der Eisenbahnbcamie reagierte nicht auf, de» Ruck. Er hielt in Gedanken seinen älteren' Sohn an der Hand und den jüngeren drückte er. an die Brust. Ter Vater lullte seine Kinder in' den Schlaf. „Utkin, du Aas!" rief der Kommandant lauter. Stell' dich nicht, als ob du der einzige hier wärst." Man führte den Utkin aus der Zelle, indem man ihm die Hände auf den Rücken band.' Er bemerkte uns nicht, als er zur Tür ging, son». dern beruhigte wie früher in Gedanken seine er».' schosscnen Kinder. Danach, als man die arrestierten Kommis, järe Noskow und Nag wcggcführr hatte, trat Stille ein Meine Verwandten sind doch tüchtige Kerle, dachte ich. Jetzt kann ich völlig ruhig sein, daß man mich nicht erschießt. Einige, welche fühlten,' daß die Schlächterei ihrem Ende zuging, erhoben l sich von ihren Plätzen und führten ein munteres' Gespräch. Nach einhalbstündiger Pause hörte man' wieder die schweren Schritte der Schlepper. Der, wachthabende Kommandant trat in unsere Zelle und nannte meinen Namen. Welche unbewußte Kraft warf mich von meinem Platz auf den: Boden? Die Haare standen mir zu Berge, das' Herz hörte auf zu schlagen, und ich lag in todesähnlicher Agonie. Ich wollte irgend etwas sagen,' und konnte nicht. Ich war wie stunim. Aber meine Gedanken, meine schwarzen Gedanken lverde ich im Leben nicht vergessen.„Nicht die Tscheka, sondern meine Verwandten erschießen' mich... Was habe ich ihnen Böses getan? Mein'' Vater, für den ich mich lange Zeit gequält habe, führt mich zu Tode. Aber jetzt ist es schon zu! spät, in einer Minute werde ich ein Leichnam sein..." In der ersten Zelle des Kellergeschosses saß um den Tisch die Kommission der Tscheka. Der diensthabende Untersuchungsrichter Geilitsch(junior), der Hauptkommandant der Tscheka Owtschinnikow, der Vizekommandanl der Tscheka Litwinotv, der stellvertretende Vorsitzende der Tscheka Rosanow und ein Vertreter der Arbeiter» und Bauerninjpektion. Daneben standen die Schlepper: die Brüder Richter, Storoschuk, Bu». jalski, Geilitsch(senior), der mit der linken Hand schoß, weil er an der rechten gelähmt war, aber mir der linken schoß er gern und sicher. Vdn dem Geruch des frisch vergossenen Blutes wurde mir schrecklich übel, ich' schwankte hin und her und wurde von zwei SchlepperH gehalten." — 4— „Ihr Bor- und Familienname? Wo geboren und wie alt? Wissen Sie, warum Sie«schossen werben?" Ich schüttelte verneinend den Kopf. Trotz aller KrafMnstrengung könnt« ich kein Wort frechen. Der Untersuchungsrichter la? mir folgendes Ur- teil vor: ,Jm Namen des ukrainischen Sowjet- «publikkollegiumS der GouvernementStscheka ist dir Angelegenheit unter Nr. 72.346 geprüft und beschlossen worden, den Beschuldigten zu erschienen, aber vorher von ihm di« Stell« zu erforschen, wo der väterliche Reichtum sich befindet. Wenn dies der Beschuldigte freiwillig angibt, so ist das Urteil auszuheben." ,Jch weih nicht", kam es aus meiner Brust. „Unterschreibe!" befahl der Untersuchungsrichter. Automatisch erfüllte ich seinen Befehl und unterschrieb. Man führte mich in das folgende große Zimmer, dem sich außer einer Kiste nichts befand. Es war beleuchtet von Hunderten von elektrischen Lampen, die an der Decke und an den Wänden angeschraubt waren. Das blendende Licht war so stark, daß ich vor den Augen nur glühende Flammen sah und neben mir zwei stehende, schwarze Figuren, die Schlepper. „Zieh' dich schneller aus!" befahl einer von ihnen. In diesem Augenblick wurde es mir schon leichter. Ich wollte nur schneller die Kugel ins Genick bekommen und. dann Schluß. Ich kann mich nicht erinnern, ob ich mich selber auszog, oder ob ,Fe" mich auszogen, aber als sich vor mir die Tür des nächsten Zimmers öffnete, erstarb ich. Mehr als hundert blutige Leichen lagen mit der Brust einer auf der anderen. Die Frau des Eisenbahnbeamten Utkin lag mit aufgelösten Haaren, mit dem Rücken nach oben, an der Brust ihren zweijährigen Knaben haltend. Urkin selbst lag an der Wand und hielt das Beinchen seines älteren Sohnes fest. Die Kinder waren auch ausgezogen... „Kriech hinauf", ries der Räuber. Die eine aufgezogene Puppe kroch ich vor- sichtig nach oben, bald auf Köpfe, bald auf Bäuche der Erschossenen tretend. Unverhofft stolperte ich und siel, irgend jemand in der Umarmung ergreifend. Der Körper war noch warm Ich drehte mich um und sah die Schlepper Sto- rnschek und Richter mich beobachten und kichern. Ihnen gefiel meine Qual. „Dreh' die Schnauze zu uns", sagte Richter finster.„Zum letzten Mal« frage ich dich, wo ist das väterliche Geld und wo hast du den Datei versteckt?" „Ich weiß es nicht... schießt schneller", sagte ick mit heiser zischender Stimme. * Am nächsten Tag erwachte ich in meinem einsamen Zimmer. Ausgeschlafrn rief ich um Hilfe und schrie mit herzzerreißender Stimme. Wie«in kleiner Junge'„Papa" und„Mama" ruft, so rief ich wimmernd nach meinen Eltern. Es schien mir. als wäre ich im Sarg aufgewacht. Nein, es war kein Traum, was mir geschehen war! Wer har meine Haare abgcfchnitten? Und wanim sind sie nicht voni Kopf wcagenornmcn? Man brauchte nur auf den Kopf zu sassen, und die Haare fielen wie Flocken Schnee voni Kopf herunter. Sie sind gebleicht durch die nächtliche Qual. An meinem Kopfende stand eine Krankcn- schwcster. Sie überzeugte mich, daß alles Gc- schchene ein Traum war. Mit Tränen in den Augen bat sie mich, zu mir zu kommen. „Gott, mau hat keine Kraft, dieses Alpdrücken mitanzusehen," sagt« sie.»Warum fol-. ,iert man die Menschen so und macht sie untaug- SS wäre besser, sie zu erschießen." »Liebe Schwester", begann ich.»Ich Habel Angst, gehen Sick nicht fort von mir. Sagen Sie,| werde ich leben? Hat man mich nicht getötet? Damm bin ich verbunden?" „Man hat sie gepeitscht", antwortet« sie. .Warum?" fragte ich. „ES ist Ihnen schädlrch, zu sprechen. Beruhigen Sie sich. Schlafen Sie«in... Man hat Sie gefoltert..." Die Schwester hielt sich zurück, dann weinte sic doch. Und ich schlief«in. Unsere Lebensmittel. Beim Koche» von Früchten(Birnen oder Acpfel) tue man in das Kochwasscr ein Stückchen Butler. Dadurch wird das U«berkochcn verhütet. Fleisch ist in Italien nur wenig als Nahrung beliebt. Es gibt in Italien an die fünftausend Ortschaften, in denen Flcssch so gnt wie überhaupt nicht gegessen wird. In Norwegen ist das Fleisch der Walfische ein beliebtes Ernährungsmittel der niederen Bevölkerung. Selbstverständlich nimmt.man nur die zartesten Teile der Wale. Fruchtreis ist heute eine beliebte Nachspeise und rin begehrtes Bolksgenußmittel. 1550 soll es zuerst in Frankreich aufgckommen sein. In Amerika erst nm das Jahr 1800. Fleischbrühe wird wohlschmeckender, wenn man ein Stück ungeschälte, aber zuvor auf der heißen Herdplatte fast schwarz gerösteter Zwiebel darantut. Auch verlecht das der Brühe ein« gufe Färbung. Ei» gesunder ausgewachsener Mensch verzehrt im Jahre etwa: 78 Pfund Flrffch, 31 Pfund Fisch, 220 Pfund Kartoffeln, 400 Pfund Brot, 290 Pfund Gemüse. Die neuzeitlich« Oelseuerung der Schiffe bringt den Fischen und Bögeln große Nachteile. Besonders die Fische und Vögel an den Küsten werden dadurch stark geschädigt, daß die Wasseroberfläche mit Oelrückständen überzogen ist. Seevögel wurden häufig beobachtet, die sich auf dem Meere niedergelassen hatten und dann mit durch Oel verklebten Flügeln nur mühsam wieder aufsteigen konnten, um in den meisten Fällen an der knapp erreichten Küste Hungers zu sterben. Die Fischer behaupten, daß durch die Oelmassen di« Fischbrut vernichtet wird, indem die ftttige Substanz den Luftzutritt ins Wasser verhindert, so daß die jungen Fische in den Küstcngcwässcrn, ihrer dringendsten Lebensbedürfnisse beraubt, ausnahmslos zugrunde gehen müssen. Dir besten SchaffeuSjahre. Die Urber- schätzung der jungen Generation, die sich auf manchen Gebieten bemerkbar macht, äußert sich u. a. in dem heute weitverbreiteten Glauben, ein Mann habe in den mittleren Jahren den Höhepunkt seiner Aistungssähigkrit überschritten, namentlich irrÄoczug auf die schöpferische, dichterische Produktion. Demgegenüber ist es wertvoll, daran zu erinnern, daß Tante, Rabelais, Shakespeare, Rousseau, Goethe und andere den größten Teil ihrer dichterischen Werke im Alter von 40 und 50 Jahren schufen. Andere Dichter wie Milton, Swift, Walter Scott, Cervantes und Biklor Hugo schrieben dir Werke, denrn sie ihren Wellenruhm verdanken, im Alter zwischen 50 und 60 Jahren. Voltaire schrieb drei seiner besten Werke nach der Vollendung seines 70. Lebensjahres. Ebenso alt war Tolstoi, als er seinen berühmten Roman„Auferstehung" vollendete. Wieviel Tire» rmd Pflanzenarten gibt rS? Die Frage nach der Zahl der Tier- und Pflanzenarte» ist heute, da die Erde angeblich„durchforscht" ist, viel schwerer zu beantworten, als noch von wenigen Jahrzehnten. Damals ließ sich befriedigend angeben, wieviel Arten der einzelnen Gruppen bekannt und mit Namen versehe« waren. Ende des vorigen Jahrhundert dürsten ungefähr 300.000 Tierarten und 200.000 Pflanzenarten einschließlich der einzelligen Lebewesen bekannt gewesen sein. Professor Wolff gab jüngst eine dankenswerte Zusammenstellung, in der er die Zahlenangaben einer neuerlichen Prüfung unterzieht. Wolff gibt die Zahl der heute bekannten Tierarten mit 465.000 an, davon 173.000 Käser, 60.000 Schmetterlinge, 55.000 Hautflügler, 44.000 Zweiflügler(Fliegen nsw.), 53.000 sonstige Insekten. Tic Zahl der Wirbeltier« wurde schon 1866 mit 24.700 Arten angegeben. Man sieht also, daß außer den Insekten, Wirbeltieren. Weichtieren nicht viel für die kleinen und weniger„durchforschten" Tiergruppen übrig bleibt.— Für die höheren Pflanzen har Thomas vor einigen Jahren die Zahl von 149.500 Arien angegeben. Außerdem sind etwa 70.000 bis 80.000 Pil^, Farne und Moose bekannt. Die Gesamtzahl der heute unterschiedenen systematischen Arten des Tier- und Pflanzenreiches der Erde beträgt demnach annähernd 700.000. Der Urbrl größtes... Ein Handwerksmeister fand kürzlich in einem aufliegenden Fremdenbuch die Verse eingetragen: „Das Leben ist der Güter höchstes nicht. Der Nebel größtes aber sind die Schulden." Da schrieb ein anderer darunter: „Die Schulden find der Nebel größtes nicht, Das größte Nebel ist die Zahlungspflicht." Aber auch diese Wendung fand ihren Kritiker; denn ein Nächster schrieb: „Auch dieses ist der Nebel größtes nicht; Denn übler ist noch der daran. Der zahlen soll und nicht bezahlen kann." Dazu bemerkt ein vierter: „Du irrst dich, Freund, nicht schlecht. Du kennst des Lebens Not nicht recht; Den Schuldner kümmern Schulden nicht. Er lacht dem Gläubiger ins Gesicht.— Am schlimmsten geht«s diesem ost. Weil er umsonst auf Zahlung hofft. (Aus„Die Frau". Beilage zum Organ der Schweiz. Plattstichweber.) Hygiene.„Dar ist denn daS für«ine Schweinerei? Heut« morgen kaufe ich ein Brot bei Ihnen, und bei dem Ausschneiden bemerke ich, daß Sie«in« Pfeife hineingebacken haben!" — Gott sei Dank! Da wird der Meister zu» frieden sein— er sucht schon den ganzen Tag danach!" — OtötfeMWe.—- I Zahlenrätsel. 1234 5 6783 Schweizer Dichter. 2 18 Wild. 3 7 4 1 Sinnesorgan. 4 5 7 2 Zugvogel. 5 7 3 6 1 3 Vergnügen. 6 7 3 5 1 Jonische Insel. 7 4 5 1 2 Blume. 8 7 3 4 Männlicher Vorname. 3 12 6 Pclzar:. Auflösungen der Rätsel aus der vorigen Nummer: Magisches Dreieck. Griechen, Ramses, Imker, Esel, Cher, es, n. Abstrichrätsel: Freiheit ist der Ehren Hort, Sie krönet jedes Werk und Wort. Mich dünkt, der hab' ein armes Leben, Der freien Willen auf muß geben.