Jir. 33.««terhattuussvettage. 1927. „Wir sind Gefangene.. „ v Umer diesem Titel hat der Münchner Schriftsteller Oskar Maria Gras ein„Bekenntnis aus diesem Jahrzehnt« aeqebcn. ein Buch, das m leinen 7o0 Seiten eine Fülle der interessantesten Einzelheiten aus dem Leben eines Menschen der als Arbeiter begonnen hat, um ein Dichter zu werden, sammelt. Ueber sein persönliches Schicksal hinaus, hat Graf ein Buch'der Bett oeschrieben das bleibenden Wert hat, weil es ein kulturhistorisches Dokument geworden ist. Hier ist das Privatleben eines Menschen zu einem Kunstwerk gediehen, das umso packender wirkt, als diese Autobiographie in großen Teilen Massenschicksal darstellt. Wir bringen mit Erlaubnis des„Drei Masken"-Berlagc- in München das Kapnel„Idiot" zum Abdruck. Unser Zug stihr durch Berlin und hielt in Görden bei Brandenburg an der Havel. In Berlin schrieb ich eine Feldpostkarte an Kläre Oehring und gab sie irgendeinem Mann ani Bahnhof. Ich glaubte nicht, daß sie ankomme. Ich wußte schon, wo wir hinkamen und gab die Adresse an, wenn es ginge, mich zu besuchen. Schon als der Zug wieder anfubr, hatte ich alles vergessen. Ich kstm mit Verwundeten in ein Ber- einslazarett. Wir wurden gebadet, bekamen frische Wäsche und legten uns in die angewiesenen Betten. Tann kamen die Schwestern geschäftig angeflitzt und brachten uns airf Tellern Tampfwürste und Kartoffelsalat. Was tue ich bei den Verwundeten? dachic ich. Die Schwester reichte mir die Dampfwürste. Platsch!— lagen sie an der sauberen,.weißen Wand. Allgemeine Bestürzung. Die Schwestern kamen angerannt, sahen mich staunend an und bestürmten mich mit Fragen: Das ist's denn? Können Sie das nicht essen?" „Das' ist das Pferd«, sagte ich nihig. Ein allgemeines Kopsjchutteln. Ter Arzt kam, ging von Bett zu Bett, fragte jeden aus und war sehr freundlich. „Na, was haben Sie uns denn von Rußland mitgebracht?" fragte er mich und lächelte gemütlich. „Ich hab' einmal einen Magenkaiarrh gehabt,.Herr Doktor«, sagte ich. „So— und jetzt? Jetzt sind Sie ganz grjund?" fra verändert.' sick ein ivcnig •„Ja, nxtntm bat mau S'e denn dann bere'rneschick'r' , 3-0 iv.'j; n rf::.... Ma,! ba: mich cb.'? Hi*i:*, ammon re ick. fopi— na de- nrnsie:, wir die Pa- p-rr? sag' dar Toi or und sah m c-i au.?r.u< flh Sm eag«!> es niiuaa- Nind- f.:•'>) mit V W:eder warf ich den Tel- In* a*. d*.* Wand. llnd werder kamen die Lchw ir.rn, fraK en. bestürmtet: mch und! sahrn mich mtrlerd g an. iü das pstrd«, sagte ich wieder.! Ich bekam Pfannkuchen, Rühreier oder Biskuit und durfte aufstehen. Der Arzt lächelte mich jedesmal freundlich an, und ich lachte ebenfalls. Endlich waren die Papiere da. Ich mußte ins Zimmer des Arztes. „So, Graf", sagte er ganz freundlich, als ich mich neben ihn gesetzt hatte,„so, jetzt wollen wir mol ein bißchen rechnen." Er hatte einen großen Foliobogen vor sich liegen und fragte:„Wieviel ist zwei und zwei?" „Bier, Herr Doktor", antwortete ich. „Gut, gut", murmelte er beifällig. „Was ist für ein Unterschied zwischen einem Hulrd und einem Hausdach?" fragte er etwas gespannter und beobachtete mich scharf durch seine glitzernden Brillengläser. „Tas Hausdach ist oben, und der Hund! läuft auf der Erde", war meine Antwort. Alles schrieb der Arzt auf. Er wandle sich wieder an mich und zeigte mir einen Apfel: „Wenn ich diesen Apfel in vier Teile zer- schneide, wie beißt man da den einzelnen Teil?" „Ein Viertel, Herr Doktor", antwortete ich prompt. Wieder bekam ich ein Lob, und das Resultat wurde zu Papier gebracht. „Und wenn ich jetzt die ganzen Teile nochmals halbere, wieviel habe ich dann?" Ich stvikte. sah den Fragenden an. Er ermunterte mich noch mal und schnitt tatsächlich ein Viertel des Apfels auseinander:„Na? Na...? „Merkwürdig. Herr Doktor", sagte ich bieder und mach:e mir der Hand einen Wist'er über meine Stirn, ,.grad wie wenn alles I weggew:schk ist da drinnen. Ich kann es I Ihn.'N mit dem test'n W llea i'.ich- ie.e.en"! Der Arzt iah micn ninst.rnd c n. t.'vel-e ein wen:g in® machte sckl erziich eu Stria)> mit k c F d r aue da-, Pa'.er. T< n« mußte ich in'ch et; den C errat ous.i h .he? und wn öe.-u ersuch'. Wieder kam die ih jrnüÜT- d g-e Angeunianipulation. Fert'g da m i, dann konnte stl) geben. „Sie iverden wir zur Mütter bcimschik- ken. mernen Sie nicht?" fragte der Arzt lächelnd an der Tür. „Da bleib' ich schon lieber beim Militär, Herr Doktor", sagte ich darauf,„die daheim haben auch nichts zu essen, und da bin ich bloß überflüssig." Im Tagessaal bestürmten mich alle mit Fragen nach meiner Krankheit. „Ich weiß nicht, der Doktor weiß es", Mb ich zur Antwort. Da— was hatten denn die Kranken, daß sie so um mein Bettende standen? Ich ging heran, und jetzt erst be» merkte ich mein« Fiebertafel. Hinter dem gedruckten Wort Diagnose stand frisch mit Tinte geschrieben: ,Zdiot" und ein Fragezeichen war dahinter. Etliche sahen mich sonderbar an. Ich brach auf einmal in ein wüstes Gelächter aus, lauste förmlich und steckte den ganzen Saal mit meiner Fröhlichkeit an. Die Schioe- stern ließen mich alles machen, und wenn sie glaubten, daß ich sie nicht bemerkte, stöhnten sic:„Ach Gott, der junge Mensch!" Wenn der Arzt zur Visite kam, stellte ich mich breit hin und sagte leger:„Gut'n Mor- g'n, Herr Doktor! Ein Sauwetter hab'» wir heut'!" oder„Henk' nacht hab'n wir eine schöne Hetz' g'habt, fein ivar's. sag ich Ihnen." Weil ich ständig guter Tinge war und jedem Anlaß zum Lachen gab, wurde ich auch demgemäß behandelt Tas gestel mir ausgezeichnet. „Ein Vieh, dieser Graf«, sagten die Hesse». und die Preußen oder Brandenburger stießen sich verständnisvoll und lachten: „Junge. Junge, ein Nulpe!" So ging es Tage. Ich schrieb nun auch Briefe. Hanpt- 'ächlick an meine Freunde:» Berlin Und 's Ta.,es-am«t-cha.d Oehring aus Berlin an. Svforr wurde er vom Ar;! atgefan- gen und«'ne»! eingehenden Verhör un'er- -oae->. Hernach, als>:h mir'hm im Garten jparieren. gehen durste, erzählte er mir mit todernstem Gejicki die mertiourdwiteu Dinge. „Du wirst hier als Minderwertiger be- dandelk. Aber ietz: ist es mit dir geschehen. Mach' dich jedenfalls gefaßt aus eine längere Internierung... Ich wußte ja nicht, was du für eine Krankcnrolle spieltest und habe de» __ o Arzi frei weg alles erzählt, was ich von dir wußte", sagte er zu mir und sah mich dabei unablässig an. Ziemlich deprimiert- verließ er mich. Nm Abend mußte ich zum Arzt. „Also, Graf, Sie sind ja ein ganz intelligenter Mensch", sagte er, als ich zur Türe hereinkam.„Sie sind ja ein Dichter und haben schon in Zuschriften veröffentlicht, sagt Ihr Freund." „Stimmt nicht, Herr Doktor, der bin ich nicht", sagte ich hölzern und machte ein eisiges Gesicht. Einige Sekunden vergingen. Der Arzt wurde weich:„Setzen Sie sich mal..., wir wollen uns ein wenig unterhalten." Er rückte ganz nahe an mich heran und sah mir väterlich in die Augen. Dann faßte er mich an der Schulter, als wollte er mich aus tiefem Traum aufrütteln:„Jetzt denken Sie sich einmal, ich wäre Ihr Freund, Graf... Reden Sie einmal so, wie Sie mit Oehring reden würden." Ich saß steif, fast atemlos da und starrte ibn verblödet an. „Sie sind doch ein Dichter", wiederholte der Arzt immer eindringlicher.„Graf!... Sie, Graf!... Sie haben doch schon in Zeitschriften veröffentlicht, Graf?" Ich holte ein wenig Atem. „Ter bin ich nicht, Herr Tokior", sagte ich dann abermals. „Sehen Sie mich doch an!.. Sie, ich bin ein Mensch wie Sie. Aufgabe ist, ter nichts", biltend. Plötzlich beugte ich mich ganz nahe an sein Gesicht, daß er ein wenig zuckte, und schrie laut und immer lauter:„Sie sind der größte Verbrecher! Sie heilen nur, damit man uns wieder als Kanonenfutter brauche» kann. Sie sind schlimmer als jeder General und Kaiser, denn Sie benützen Ihre Wifsen- schaft nur, damit es wieder Leute zum Umbringen gibt!... Die Generale, der Kaiser, die ganzen Kriegsherren handeln, wie sie es gelernt haben, aber Sie— Sie. Sie haben etwas anderes gelernt und laffen sich zur größten Schandtat benützen. Sie machen zu Tode Geschundene wieder lebendig, dainit man sie wieder morden, wieder zerfetzen kann!... Ein Zuhälter sind Sic, eine Hure sind Sie!" Der Arzt war bestürzt aufgesprungen und faßte mich zitternd an:„Beruhigen Sie sich, Graf! Sie sind schwer krank!"' Er war selber ratlos und stotterte. Aber ich schwieg nimmer. Auch ich war aufgestanden und brüllte auf ihn ein. Eine maßlose Wut hatte mich erfaßt. Tie Türe ging auf. „Sie sind vollkommen zerrüttet, Graf!" sagte der Arzt und fiihrte mich zur Türe. Zwei Wärter standen bereits mit nieinen Sachen da. Tie Schwestern sahen beängstig! . Sehen .. Meine ie baldmöglichst zu heilen, wei- hercin, gedrängte Gesichter von Kranken sah ich undeutlich dahinter. Ich lvar still und schlotterte, der weiße Schaum stand mir auf den Lippen. „Sie kommen in eine Heilanstalt", sagte sagte der Doktor"mild und fast I der Arzt tonlos und die Wärter nahnren mich I in ihre Milte. Sehnsucht. Ans den von Längsten Hughes gesammelten „Liedern des Negers." Mein Vater war reich und hatte ans der bastgeflochtnen Matte dreißig Frauen. Mein Volk war stark und wohnie an dem heil'gen See und lohnte reich mit Sklaven seine Freunde. Mein Land war gut und schön, gelbe Straßen, blaue Seen und für alle reife Datteln. Ich aber wohne in feuchten Höhlen, muß mir das Brot zusammenstehlen und im Hafen arbeiten. Im vierten Dock baue ich Schiffe, seh ich, vorbei am blauen Riffe, sie in weite Ferne fahren. In der Ferne, wo mein Volk seine Heimat harte, holt es Ballen, die ich ans dem Schisse lade. Meine erste Flugmaschine. Von A. H. Länder. Seit meiner Schulet war ich der lieber- zeugung gewesen, es müße möglich sein, mit einem Apparat zu fliegen, der schwerer sei als die Lust. Im Winter erbaute ich in Sr. Ermin ein von einem kräftigen Federmotor angetriebenes Versuchsmodell; das Ergebnis übertraf weit meine Erwartungen. Dann ging ich an die Herstellung eines zur Beförderung von Menschen geeigneten Apparates, eines Eindeckers, mit zwei großen, leicht schwingenden, mit Taft bezogenen Tragflächen. Ter fertige Apparat sah einer riesigen Fledermaus nicht unähnlich. Er hatte vorn ein Höhensteuer und hiiiie» ein senkrech: stehendes Leitensteuer. Er sollte ans Rädern einen steilen Berg hinaitflausen, bis er sich in die Luft erhob und dann durch den Raum schwebte. Benzinmotoren kannte man damals noch nicht, und eine Dampfmaschine kam des Gewichts wegen l nicht in Frage. Tie Metallteile des Apparates bestanden aus nickelplattiertem Stahlrohr, was ihm ern sehr gefälliges Ansehen gab. Ich war immer der Ansicht, eine jede Maschine muffe nach Möglichkeit schmuck aussehen. Tas Gewebe der Tragflächen war straff über lange BambnS- rippen gespannt. Ich schaffte den Apparat nach Italien und führte meine ersten Versuche auf einem kahlen welligen Gelände aus, auf meinem Besitztum in der Nähe des Geburtsorts Lionardo da Vincis. Ungeheuer war die Aufregung unter dem abergläubischen. unwiffenden Landvolk, als ich den Apparat ins Freie nahm. Als sie fahen, wie die riesige„weiße Fledermaus" dahergerolll kam, hörte man von Berg zu Berg rufen. Ueberall sah man Leute aus der Ferne herbeieilen. Als alles bereit war und während unzählige Stimmen ringsum mich beschlvoren, mir nicht den Hals zu brechen, war ich in den Apparat gestiegen und ließ ihn einen steile» Hang hinunterrollen. Bald hatte ich eine hohe Geschwindigkeit erreicht. Halbwegs den Berg hinunter hob sich der Apparat vom Boden und schwebte anuiutig eine ziemliche Strecke weit. Tann überschlug er sich mit einemmal vollständig und stürzte mit einem»»vergeßlichen Krach ab; es war nur eine Höhe von höchstens sechs bis zehn Meter über dem Boden— aber mir genügte sie. Mit Rusen des Entsetzens slürmten die Zuschauer zu mir heran. Man hob mich auf. Abgesehen davon, daß ich am ganze» Körver zerschunden war, hatte ich wenig Schade» genommen. Am Apparat waren Gerüst und Tragflächen beschädigt. Ich machte nrich sogleich an die Wiederherstellung und versuchte es einige Tage darauf znni zlveiienlnal; die Folgen waren verhängnisvoller als beim erstenmal. Ter Apparat wurde gänzlich zerstört und war nicht mehr zn reparieren. Während ich ihn in London erbaute, mußte ich von seilen vieler meiner Bekannten grausamen Spott über mich ergehen laffen; sie meinten, ich sci verrückt geworden. Inslin McCarikv. der berühmte Schrifisteller und irisches Parlamentsmitglied, ohne Zweifel ein sehr kluger i | Mann, den ich häufig sah und dem ich meine I Idee erwähnt harte, schrieb in seiner Selbstbiographie sarkastisch von der„unsinnigen Idee Landors, als würde der Mensch einst fliegen können" oder so ähnlich. Sehr freundlich erklärte er mir, ich sei ein höchst törichter junger Mann, der sein gutes Geld an eine alberne Sache verschleudere. (Aus dem prächtigen, spannenden„Der wilde Landor" von A. H. Savage Landor, Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig.) Verschenke Deinen alten Frack! Bon Tino Pattiera. Es war in Wien, wo ich damals studierte. Ich hatte viel zu kämpfen, wie jeder Künstler am Anfang seiner Karriere. In solchen Zeiten lernt man die Menschen von ihren schlechten Seilen kennen. Auch mich verfolgte das Pech; es ging alles schief, ich sah überall nur Feinde und Intrigen. Ich stand meiner Zukunft peffi- mistisch gegenüber, ich war erbittert. Ta rettete mich ein Frack. Ein Frack, den ich einem Kellner in meinem Stammlokal geschenkt hatte. Es war ein nicht allzu gut geschnittenes Kleidungsstück, schon etwas abgetragen, aber noch gut genug, um einem armen Menschen eine große Freude zu bereiten. Es war gerade nährend, wie sehr sich der alte Mann über das armselige Geschenk freute. Tankbarkeit lag in jeder seiner Gesten, während er mich bediente; es war schon kein Bedienen niehr, es war Fürsorge wie für einen Sohn. , Eines Tages saß ich mit einer bekannten Dame in diesem Restaurant. Ich war sehr aufgeregt, harte an allen Enden Pech gehabt und zeigte ihr wieder ein Telegramm, das ich— diesmal aus Dresden— bekommen halte: ich sollte dort Probe singen. Aber ich dachte gar nicht daran, immer neue zwecklose Fahrten zu machen. „Es hat keinen Zweck," sagte ich,„wenn mir bis jetzt nichts gelungen ist, warum soll ich gerade hier Glück haben." Ta trat mein Kellner plötzlich an den Tisch heran. Er hatte— mit meinem Frack angetan — während der ganzen Zeit in der Nähe gestanden, hatte meine Erregung bemerkt, nieine Worte gehört— und scheinbar fühlte er die Zeit gekommen, sich für das Geschenk auf eine andere Weise zu bedanken. Richt wie der Kellner bei dein Gast, sondern wie der Mensch bei dein geliebten Menschen: „Verzeihen Sie, Herr Pattiera, daß ich mich in Ihre Angelegenheiten hereinmische; aber ich als aller Mann habe vielleicht mehr Erfahrung als Sie. Man darf sich im Leben keine Gelegenheit entgehen laffen. Ich bitte Sie, zu fahren. In jedem Fall zn fahren. Ich fühlte es, daß das Ihr Glück sein wird!" Es ist merkwürdig.. ost überzeugen einen die Worte eines fremden Menschen eher als die des nächsten Freundes. Ich weiß selbst nicht warum— aber die einfache» Sätze dieses Kellners haben mich bewogen, zn reisen. Tarans wurde ein erfolgreiches Menschenleben. Ich fuhr— und wurde engagiert. — Und wenn ich nun meinen Frack nichr verschenkt hätte? EhinEcNe Wer'shett. Ter Bettvorhang. Von Lin H sn n s W e i b(3. Jahrh. n. Ehr). Nach langer Ehe schickte der General Liu Hsün sein Weib zn ihren Eltern zurück, weil er begonnen Halle, ein Mädchen aus anderem Hanse zu lieben. Flieae, fliege, du Vorhang vor unserm 'ette! Einst hängt ich dich dorthin, uns vor dem grellen Licht des Tages zu schützen; ich brachte dich mit, als ich das Vaterhaus verließ. Nun nehme ich dich wieder mit zurück! Ich werde dich zusammcnfalten und flach in eine Lade legen. Vorhang— werde ich dich je wieder hcraus- nchme»? Geschäftsleute. Von C h'e n T z u a n g(656—689). Geschäftsleute brüsten sich mit ihrer List und Geschicklichkeit, aber in der Philosophie sind sie wie kleine Kinder. Sie rühmen sich voreinander ihrer erfolgreichen Gaunereien und vernachlässigen darüber die Betrachtung des endlichen Schicksals alles Irdischen. Was wissen sie vom Meister der dunklen Wahrheit, der die weite Welt in einem Blumengefäß sah, in dessen Gedanken es hell wurde über Himmel und Erde, und der auf dem Karren der Wandlungen einfuhr in das Tor der Un- wandelbarkeit. Hausvaterwünsche. Bon Wang Chi(etwa 700 nach Chr.). „Sag an, was kann«in Mann besseres wünschen, als allein zu sitzen und seinen Becher Wein zu schlürfen?" — Gäste liebe ich mir, mit denen ich philo- sophicrcn kann, und kein Steuereinnehmer soll kommen und Steuern eintrekben. Meine drei Söhne sollen in gute Familien heiraten, und für meine fünf Töchter wünsche ich tüchtige Gatten. Dann könnte ich heiter meine Jahre dahinschlendern und brauchte am Ende keine Seligkeit. Sohnes Ankunft; Bon Sn Tungp'o(1636—1166). Wenn in Familien ein Kind geboren wird, wünschen alle, daß es intelligent sei. Ich, der ich durch meine Intelligenz mein ganzes Leben verpfuscht habe, hoffe nur, das Knäblein möge sich als recht träge und schwer von Bcgrfff erweisen. (Ncbcrtragung von Richard Rainer.) ÄN den römift&en Katnlomven. Von Max Barthel. In Rom wohnten wir zwischen der Engelsburg und der Pctcrskirche im alten Borgoviertel. Unsere Herberge hieß„Albergo International". Sie lag in der Via de Paline und trug ihren Namen mit Recht, denn international waren auch die Gäste des Hauses. Sie gaben sich meistens als Holländer, Schweizer, Russen, Kanadier oder Franzosen aus und waren deutsche Tippelbrüder, die unter den Fahnen fremder Vaterländer liefen, um ihre Nationalität zu verstecken. Andere Kunden schliefen auf den Bahnhöfen oder in den antiken Trümmerfeldern der Stadt, die alte» Bettler klapperten Tag für Tag die Klöster ab. Uebcr den schmierigen Kitteln hingen Konservenbüchsen, das waren die Teller der armen Leute für die warme Klostersuppe. Der Frühling war noch nicht gekommen, um die Landstraßen zu öffnen. Auch das Asyl wurde besucht. Für die Nacht bekam man ein viel zu großes, auf dem Boden schleppendes Mantclhemd. An den ausgelaufenen Füßen steckten hölzerne Pantoffeln. Die alten Kleider wurden durch Cchwcfeldämpfe vom Ungeziefer gereinigt, nnd jeder Morgen brachte den Kampf nm das tägliche Brot. Tas Leben spielte mir diesen Menschen wie mit Schachfiguren., Tie phantastischsten Schicksale rollten sich wie Filme ab. Der kurze Film- von dem ich jetzt berichten will, spielte in t?" Katakomben weit draußen vor der Stadt Rom. Einmal wanderte auch ich mit anderen Kameraden über die Via Appia. Es war später Nachmittag. Die schwarze Campagna war vom letzten Licht vergoldet. Wir bogen von der Straße ab und kamen auf freiem Feld an einen halbverschütteten Stollen. Tas war der Eingang zu einer Katakombe. Wir krochen in das dunkle Loch und bauten uns am Rande der irrsinnigen Gänge in dumpfen Grabkammern nnscr Nachtlager. Um die Katakomben geisterte» grausige Geschichten. Ans Abenteuerlust ging einmal ein junger Bursche mit hinaus und wagte sich allein in di: Tiefe, verirrte sich, brach in versteckte Gruben ein, wurde bald verschüttet nnd schrie zwei Tage und zwei Nächte. Zwei Tage versuchten die Kameraden die tlleitung. Sie seilten sich an nnd liefen die unterirdischen Gänge ab, aber in der kunstvollen Anlage der alten Gräberfelder unter der Erde war alles vergeblich. Sie kanten beinahe selbst um vor Entsetzen, wurden halb verrückt von dem gespenstischen Dimmern und denr tierischen Gebrüll, und als der Verirrte dir Meite Nacht immer noch schrie, verließen sic die Katakombe, wanderten in die Stadt zurück und schliefen unter dem Bogen der Engelsbrücke. Sie haben nicht die Polizei benachrichtigt. Vielleicht hätte der junge Mensch gerettet werden können, aber die Furcht der Gesetzlosen vor dem Gesetz hemnite den letzten Schritt, um den schreienden Mann zu bergen. Unter der Engelsbrücke erzählten sie anderen Kameraden von dem Verirrten. Ter Regen goß. Ter Tiber ging hoch, die Nacht war durchaus nicht lieblich, es war eine endlose Nacht, und trotzdem verschworen sich die Obdachlosen, niemals mehr in den Katakomben zu schlafen. Aber sie schliefen trotzdem wieder in den Katakomben Wir lagen in den Grabkannnern. Eine kleine Totcnlampe flackerte, warf unheimliche Schatten an die Wände, aber cs war doch wenigstens Licht in der Tiefe. Plötzlich begann ein Mann mir gegenüber zu erzählen. Sein Gesicht konnte ich nicht sehen, wußte auch nicht, wer das Wort halte, die Stimme schallte dumpf aus dem schwarzen Grab. „Drei Jahre tippelten sie zusammen, weißt du, drei Jahre, nnd waren in ganz Europa," dröhnte es durch.den Raum,„drei Jahre ist eine lange Zeit, und sie haben immer, znsammcngc- halten nnd standen sich näher als Brüder. Bis sie endlich nach Rom kamen. Da lernte einer von ihnen an der Spanischen Treppe einen deutschen Maler kennen, der erst vor einigen Tagen nach Italien gekommen war. Er gab zehn Lire! Zehn Lire ist ein schönes Stück Geld, und ich kann es verstehen, warum er seinem Freund davon nichts gesagt hatte. Aber der verdammte Maler mit dem verdammten Geld hat eine dreijährige Freundschaft kaputt gemacht, weißt du. Der andere nämlich bekam doch Wind von der Sache, irgendein Kerl wird das verpsisfen haben, und von dieser Stunde an belauerte nun der eine den andern, der ein ungeschriebenes Gesetz der Landstraße gebrochen hatte, das Gesetz nämlich, kameradschaftlich alles zu teilen. Er war freundschaftlich wie immer, vielleicht noch freundschaftlicher, aber das war nur eine Maske, weißt du. Verstellung. Er teilte jeden Saldo, jedes Stück Bror, jede Flasche Wein und sann ans Rache.. Tic Beide» schliefen gewöhnlich im Forum, tveißt du. Einmal überredete der eine den andern, einen nruen Schlafplatz aufznsuchen. Der andere war einverstanden. Sie tippelten nach« den Karakomben. An diesem Abend wird der eine besonders gut aufgelegt gewesen sein. Vielleicht saßen sic lange zusammen, natürlich haben sie lange zufammengesessen und auch Wein getrunken. Wenigstens der eine muß viel Wem getrunken haben. Der andere tat nur so. Er blieb nüchtern. In der Nacht nämlich stand er auf, fesselte und knebelte den Freund, der ihn um fünf Lire betrogen hatte, verbaute und vermauerte das Grab, in dem der andere schlief, mit Steinplatten, türmte los nnd ließ ihn verhungern und ersticken. Rach einem halben Jahr kam ich mit dem langen Karl einmal in diese Katakombe. Und da fanden wir die Leiche, weißt du. Ter Monn, der den Mord beging, war schon lange über alle Berge. Ich habe die beiden gut gekannt nnd bin mit ihnen einmal von Bologna nach Florenz getippelt. Wie zwei Brüder waren sie, sage ich dir. Ja, wir fanden die Leiche, und den anderen habe ich niemals mehr gesehen. Ter Türke hak gesagt, daß er ihn einnial in Smyrna getroffen hat..." Diese Gejchichte hörte ich in einer römischen Kaiakonibc. Ich war ganz wach, eiskalt sah ich die Tinge vor mir, nnd als die andern schliefen, stand ich auf, verließ die Gräber und kroch auS dem Stollen auf das freie Feld. Viele Sterne standen am Himniel. Auch der Mond war sichtbar und goß sein Licht auf die nahe Straße. Wie auf einer Flucht bin ich auf der Bia Appia nach der Stadt Rom znrückgerannt und schlief dann unter dem Bogen der Tiberbrücke. Manten-eplitter. Jeder Mensch trägt eigentlich, wie gut er. auch sei, einen noch besseren Mcnschcn in sich, der sein viel eigentlicheres Selbst ausmacht, dem er aber wohl einnial untreu wird. Und an diesem inneren nnd nicht so veränderlichen Sein, nicht an dem veränderlichen nnd alltäglichen muß man hängen, ans jenes dieses znrücksnhren, nnd manches verzeihen, woran jenes tieferer« Sein unschuldig ist. W. v. H u m b o l d t. Mait beugt uns nur, weil w i r uns beugen lassen! Man haßt uns nur, weil w i r verlernt zu hassen! Man schändet uns, weil w i r geduldig Hnd!‘ Aus Fritz Rosenfeld: Kerker. In einem norme! fühlenden Menschen sind Erkenntnis, Dille und Empfindling nicht getrennte Rocktaschen, die nichts miteinander zu mn haben, sondern wovon das eine Gesäß voll ist, das quillt notwendig in das andere über. Wille und Empfindung stehen im Dienste der Erkenntnis und werden von ihr beherrscht... Die einmal erlangte Erkenntnis von d4r Mangelhaftigkeit oder Schädlichkeit einer bestehenden Einrichtung muß allerdings notwendig in jedem normal fühlenden Mensche» für sein ganzes Lebe» den Willen hervorbringen, diese Einrich- inng, wenn möglich, zu ändern. Lassalle iTie Wissenschaft und die Arbeiter).' Pclnische Sprichwörter. Ruse nicht den Dolf aus dem Walde. * Besser die Tugend im Schmutz, als die Untugend irn Gold:.— * Einem, der Unrecht gelitten Hal, kann man wohl den Schaden ersetzen, aber niemals bit Tränen. Was mancher nicht weiß. Pfähl« war eine ter barbarischen Todesstrafen-früherer Jahrhundert«, die noch bis in das 18. Jahrhundert hinein wiederholt zur Anwendung kam, also in einer Zeit, in der die christliche Kirche auf das gesamte Leben von größtem Einfluß war. Beim Pfählen wurde dem Verbrecher ein spitzer Pfahl durch das Ge- faß gestoßen, der am Halse über an den Schultern wieder herauskam und einen überaus qualvollen Tod durch Verbluten innerer Organe bewirkte. Das erste HeiratSgejuch in deutschen Blättern.findet sich im„Hamburgischen Korrcspon- dentcu" vom 29. Mörz 1793. Es soll nach englischen Vorbilder» verfaßt worden sein. Das höchste Gasthaus in Europa ist das Hotel zum Jungfraujoch, das in 3460 Meier Höhe unweit der gleichnamigen Endstation der Jnngfraubahn liegt. Ter Gipfel des Berges ist von da aus in etwa sieben Stunden;u erreichen. Die meiftgesprochene Sprache ist Chinesisch, das 453 Millionen Menschen sprechen. Tann kommt die indische Sprache, in der sich 230 Millionen Menschen verständigen. In weiten Abständen kommt dann Englisch, in dem sich 163 Millionen Menschen unlerhalien. Auf Englisch folgt Deutsch mit 91 Millionen, Spanisch mit 80, Russisch mit 70, Französisch mit 45, Italienisch mit 41 und Ukrainisch mit 35 Millionen. Sowjet ist ein russisches Wort und heißt Rat. Sowjci nennt man den Bcrtretnngskörpcr des russischen Proletariats, auf dem das russische Rätesystem und die russische Verfassung aufgebant ist. Bei Magdeburg, in der sogenannten Lctz- lingcr Heide, befindet sich der einzige in Tcutsch- kand vorhandene größere Lindcnwald. 9ladikal, ein in unserer Zeit recht oft gebrauchtes Wort, kommt her von dem Lateinischen radix, d. h. die Wurzel. Ein radikaler Politiker zum Beispiel ist also ein solcher, der ein vermeintliches oder tatsächliches Nebel an der Wurzel ergreifen null. Der größt« Friedhof der Erde ist in Indien rund um die Sümpse und Palmenhaine Kcr- belas zu finden. Stundenlang ziehen sich die Hügel und Grabkapellen dahin. Kein Baum, kein Strauch, keine Blume schmückt diese eigenartige Grabstätte. Dem Schauer, der diese heiligen. Stätten umwebt, vermag sich keiner zu entzieMi Hflerlei. Taschentücher als Wetterpropheten. Zu Ende der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts kamen eines Tages ganz merkwürdige Taschentücher in den Handel, denn es hieß, daß diese Tücher das Wetter prophezeien könnten. Und das war in gewiffer Hinsicht denn auch wirklich der Fall. Eine auf die Taschentücher gedruckte Zeichnung stellte einen Mann dar, der einen aufgespanntcn Regenschirm in der Hand hielt. Dieser Regenschirm war nun bei heiterem Werter blau, bei veränderlicher Wiiicrnng grau, wo gegen man ihn bei Rcgcnwctrcr überhaupt nicht say. Erreicht wurde diese seltianic Erscheinung einfach dadurch, daß man den Regenschirm nicht mit Farbe, sondern mir einer verdünnten Lösung von Ehlorkobalr auf den Troff gedruckt halte. Kobaltsalze aber sind bekanntlich sehr feuchiig keitsempfindlich, und somit konnte ein solches Taschentuch ganz gut den Feuchtigkeitsgehalt der Luft und gleichzeitig damit auch das Welter «»zeigen. Fenerwerksuüsie. An den Früchten des in ,Westindien und Südamerika einheimischen Aca- ' joubauuies, den sogenannten Acajounüssen, kann man eine ganz eigenartige Erscheinung beobachten. In den lückenförmigen Mitlelschichlzellen der Acojounüssr ist nämlich ein balsamähnliches Oel enthalten, das seiner blasenziehenden Wirkung wegen früher auch in der Medizin verwendet wurde. Außerdem besitzt das Oel aber auch die Eigenschaft, daß es hell brennt. Bringt man nun eine Acajounuß in die Nähe einer offenen Flamme, so wird durch die Erwärmung die Lufi unter der Fruchtschalc ausgedehnt, und die Folge hiervon ist, daß das Oel aus der Schale hcrausgcpreßt wird. Im Augenblick aber, wenn es an die Lust und nahe an das Feuer gekaiigr. brennt es auch schon,>o daß die Ruß wirklich aussichr, als ob ans ihr eiu kleines Feuerwerk hrrausörcnne. Marr nennt deshalb die Arajonnüsse auch„Fcucrwerlsnüssc". Eiu snrchibares Abenteuer erlebte die Be- mannung eines Tampfers. der von Holländisch Ostindien mit einer Ladung von Tieren jür Menagerien nach Tudcrland juhr. Ter Kapitän| des Schisses schildert das grausige Erlebnis in! einem Londoner Blau Aus dem Schiss befanden sich zahlreiche Affen, Tiger, Schlangen und andere wilde Tiere, und rvährcnd eines Sturms enlstand eine„Meuterei" unter den Tieren, indem einige di: Käsige ausbrachcn. Tie Tiere stürzten auf Teck, und dadurch entstand unrrr den Matrosen eine Panik, so daß alles in sinnloser Angst flüchtete. Tas erste, was der Kapitän sah, als er an Teck stürzte, war ein riesiger Orang-Utan, der einru schweren Kohlcnhammer schtvang. Er drang damit in den Majchincnranm, und auch aus diesem flüchteten die Heizer und Ingenieure. Der Orang Uran machte sich an den Maschine» zu schaffen, und einige Minuten war alles wie gelähmt in der Angst, was dieser seltene Schisssingenieur a»richten würde. Unler- dejfen hatte» die Leute, die in den Kabinen schliefen, die aufregendsten Abenteuer. Bor einenl Matrosen bäumte sich Plötzlich eine zwanzig Fuß lange Cobra auf, und als er seinen Revolver auf sic abseueric. verschwand sie durch eine Lucke und tauchte ins Meer. Schließlich taten sich die Tapfersten, mit schweren eisernen Stangen bewassnet, zusammen, und die Tiere wurden in die Käfige znrückgetrieben, so daß die Weiterreise sicher zurückgelcgt werden konnte. Teppich« erhalte» ihre frischen Farben wieder, wenn man sie mit Salz bestreut, das man einige Zeit darauf liegen läßt, um es dann scharf auszubürsten. Mittel gegen Kopsschmerzen. Man nimmt eine Prise Salz auf die Zunge und trinkt zirka 10 Minuten später einen Schluck kaltes Wasser nach. Grasflecken entfernt man bei Kleidern aus dickerem Stoff durch Abreiben mit verdünntem Salmiak, bei dünnen Geweben tränkt man ein Tuch mit dieser Lösung, legt cs auf die fleckige Stelle, darüber ein Stück Löschkarton und zieht durch Beschwerung mit einem Bügeleisen oder dergl. wehr die Frucht igkci: heraus. Woichlilausleck.- entfernt man ns einem zu stark geblauten Wäschestück, indem man cs für kurze Zei: in Waner cinweicht, den: man etwa» ! Essig bcigefiigi ba- F>: hartnäckigen Fällen! I weiche man den Gegenstand in warmem Wasser I ein und wasche die Flecke mir Raphlaseise ans. I Aüchenausgstjse bestreue man wöchentlich I einmal, und zwar über Aach', mri Chlorkalk; I in der Frühe scheuere mau ihn mit eine- laug stickigen Bürste aus und gieße kochendes Wasser nach. Ter Chlorkalk entfernt das Fe t vom Ausguß und Abflußrohr und wirk! zügle ch des infizierend. Porzellan und Glas bekommen einen schönen Glanz, wenn man es in einer obgekühlten Boraxlösung abtväsch:. Schokoladen-, Kakao- und Obstflecke entfernt man mit Milch. Bei frischen Flecken betupft man sie einige Male mit Milch, ältere legt man in Milch und reibt sie etwas. Bei zartfarbigen Stoffen entrahmt man die Milch. Zum Schluß reibt man mit einem Weichen, mit klarem Wasser angefeuchteten Lappen nach. Angeschlagene Eier legt man vor dem Kochen in eine Papiertüte, die man so faltet, daß sie eng anliegt, um das Auskochen des Eiweißes zu verhindern Farbe» müssen, bevor sie dem Wäger beigefügt werden, durch ein Stückchen Musselin geseiht werden. Blcchgeschirr läßt sich am besten mir Streusand reinigen; cs muß aber nach dem Abspülcn zur Brnneiduug von Rostansatz trocken gerieben werden. Entscheidend« Probe. Der König von Spa- uien wollte sich in diesen aufgeregten Madrider Tagen einmal von der Treue seiner Truppe» überzeugen. Er hielt also vor der Kaserne ciucir Soldaten an:„Du weißt doch, wer ich bin: dein oberster Kriegsherr. Run antworte: wenn ich dir jetzt befehle, du sollst auf mich schießen, was würdest du mn?"—„Ich würde dem Befehl gehorchen.'"— Majestät stellte noch«inen zweiten, dritten, vierten Soldaten mit der nämlichen Frage und empfing immer dieselbe Antwort. Aber der fünfte, ein Soldat von etwas orientalischem Typus, erklärte:„Rein, Majestät, ich würde es nicht tun!"—„Brav, mein Sohn! Endlich einmal ein Soldat, dem das Lebe» seines Königs höher steht, als jedes Kommando; und sage mir auch: Weshalb würdest du nicht auf mich schießen?"—„Wie soll ich denn schießen, ich bin doch Trommler?!" Defizit.„Was verstehen Sie unter Defizit?" —„Defizit ist das, ivas man hat, wenn nian weniger hat als man gehabt hat, als man nichts halte." Ein humaner Kunde.„Warum hast Tu Dich mit deinem Schneider so sehr über de» Preis des Anzuges gestritten? Tu bezahlst ihn doch nicht!"—„Ich wollte nur, daß er an dem Geschäft so wenig wie möglich verliert." Schmerzensgeld..Zwanzig Mark kostet das Zahnauszichcn? Jeder andere Arzt macht es für drei Mark."„Sie haben aber dabei so furchtbar gebrüllt, daß mir das ganze Wartezimmer davongelaufen ist." Auf einer kleinen Bahnstation fragt der Schaffner einen hin und herlaufenden Reisenden:„Suchen Sie ein Restaurant?"—„Nein, gerade das Gegenteil!" —« 3tätfgl-(£cte. Magisches Quadrat. Auslösungen der Zläl-el ans der borgen Nummer: |A A A| A| E! WagrechL u»d scn E G' H! H h recht: l oltilalicnisch .1 l.■ X■ X' X i r»" U^r, 4‘» N R H S S danda Jnkrln: 4 mcd: T T' U U' V. Zahlenrätsel: Ernst Zah»: Reh: Star: Tanzen; Zante; Aster: Haus: Re