CTr. 39. Lltttertzattunaädettage. 1927. Die Männer, die die Deftie füttern. Mat sag auf dem Rand des Bettes. „Ein Höllenleben, wie, Zjankee?" Mat fühlte sich zu elend, um Antwort zu gebe». Sein Gericht toar bleich; sein Magen schien binabsinken zu wollen. „Die erste Jahrt!" Der Schwede betrachtete ihn teilnahmsvoll.„Mach das Deck nicht schmutzig", und er wies auf einen Eimer nahe der Tür. Mat torkelte hin. Er erlitt eben den ersten Anfall von Seekrankheit. Das Schiff befand sich noch in der Bai, schlingerte leise in der Brandung. Seine Bewegung lieg Mat unsicher zur Tür schwanken. „Hör mit dem vcrdamntteu Stöhnen auf!" brummte der Loudoner, ans dem Schlaf schreckend. „Halts Maul!" schrie der Schwede. Der Londoner drehte sich abermals der Wand zu uikd zog die Decke über den Kopf. Tic Heizer aßen. Mat hockie auf dem Beltrand. Der Anblick der Speisen trieb ibn abermals zur Tür. Der dritte Ingenieur kam. Die Mittagspause war zu Ende. Die Heizer griffen nach ihren Röcken. Der Schwede nickte Mat zu:„Deine Schicht, Iankee." Mat folgt« ihm über das Berdeck. Dann eine Leiter hinab in einen Höllenschlund» auS dem Gluthitze aufstieg, alles wie in ein brennendes Laken hüllte. Die Stahlsprossen der Leiter versengten ihm die Hände. Abermals überkam ihn UebeÜeit. Er wankt« durch die Tür ziun Kohlenbehälter hin. „Langsam", riet der Schwede.„DaS ist kein Bureau." Er wies auf di« Schaufel. „Gcloöhn' dich daran, solange die Kohl« noch in der Nähe liegt. Wenn du sie vom Behälter herfahren mußt, ist es noch ärger." Er öffnete mit der Schaufel die Tür des Ofens. Unter der glänzenden Haut des Schtvedens spielten die harte» Muskeln, da er die lange Eisenstange in die Glut stieß. Er stemmte sich gegen die Stange, zog sic rauchend zunick, warf sie ohne Anstrengnug fort. Tann schaufelte er Kohle in den Ofen, mit«irrer Leichtigkeit und Anmut, die Mal, clcend und schrvach, voller Bewunderung beobachtete. In wenigen Augenblicken tvar der Kohlenhanfen zu s?nßen des Schweden in der Glut verschwunden. Er schlug mit der Schaufel die Tür zu, wischte sich das verschwitzte Gesicht, nickte Mat zu und zeigte auf die Kohlen.„Rur schön Don Walt Garmen. langsam", belehrte er den Neuling.„Es ist noch genug Dampf." Mat belud den Schubkarren, um ihn die rvenigen Meter zum feurigen Moloch hinHU- fahrrn, den er nun über zwanzig Tage wahrend acht Stunden wirb fiittern müssen. Dann kehrte er zum Behälter zurück, blieb aus halbem Weg stehen, seekrank. „Du wirst es schon überwinden, Jsaukee. Da. komin unter den Bentilator." Bier Tage hindurch sammelte sich aller Kammer der ganzen Welt in Mats Magen. Tagtäglich, mittags beginnend, schustete er vier Stunden und bann abermals vier Stunden nach Mitternacht, in der Hitze des Heizraums, wo Menschen dazu verdammt wären, ihr Blut in Dampf zu verwandeln, den Dampf, der das Schiff aittrieb. Tas Schiff schlingerte und rollte wie«in tobender Stier. Die Wellen spritzten über das Berdeck, schleuderten die müden Heizer gegen die Reling. Zu den Brandwunden kamen Beulen hinzu. Jede Bewegung verursachte Mat einen neuen Schmelz. Sein Geist tvar keer. Nach vier endlosen Stunden kletterte er die Leiter hinauf, hinaus aus dem Höllenloch, sog in tiefen Zügen den Wind ein, der über das Meer dahinfegte. Auf dem Vorderdeck saß in einem Käfig ein Papagei. Sobald der Vogel einen rußgeschwärzten Heizer erblickte, kreischte er: „Asche, du Bastard, Asche!" Mat durchschauerte es kalt. Mat war nicht mehr seekrank. Während der Nachtschicht lehrte chn der Schwede einige Kniffe seines Berufs.»Mer zum Teufel hat mehr als ein Paar Stiefel? Kein.Heizer!" Und während der Ingenieur nicht da tvar, schickte der Schtvede Mat fort, Tee kochen. Er gab ihm genaue Direktiven und ein scharfes Messer mit. Mat kochte Tee; dann schlich er vorsichtig durch die Schatten, bis er den Speisesaal erreichte. Hastig beugte er sich nieder, schnür ans dem dicken Teppich einen Streifen fort und verschwand Die Heizer leg ten den dicke:- Teppichstoff auf die Sohlen ihrer Siicsel. Tic heißen Kohlen brennen bald ein Loch in die Sohlen. Ma: war nicht mehr seekrank, aber sein ganzer Leib tvar nur noch eine Maffe schmerzender Knochen und wunden Fleisches. Brandwunden und Beulen. In seiner Schickt wurde ein Neuling aus dem Heizraum ins Lazarett getragen. Während jeder Schicht gab es erschreckende Augenblicke der Schwäche. Mat saß auf einem Kohlcirhanfen, und der ganze Raum drehte sich vor seinen Augen. Der Schwede gab ihm ein Stück Zitrone, oder«ine Zigarette:„ES tvird schon bester werden." Die übrigen sahen Mat wohlwollend an.„Er hat Schneid, der verdammte Narr!"„Wer in aller Welt hätte gedacht, daß sich ein Stehkragenidiot so gut halten kann!" Mat aber glaubt« von jeder Schicht, sic würde seine letzte sein. Er begann wie ein Wilder zu essen, schien nie satt werden zu können. Die unge» wohnte Kost verdarb ihm den Magen. Er ging zum Arzt, der ihm ein Senfpflaster gab. Die-Heizer krünlniten sich vor Lachen. Heizer und Mairosen tvarcn nie krank, jedenfalls nie krank genug, um nicht zu arbeiten. Nur Neulinge juchten den Arzt auf. Der gab jedem, ivas auch immer ihin fehlte, ein Senfpflaster. Die alten Seebären brachten selbst vom Land ihre Arzneien mit. Tas-Schiss war zehn Tage auf hoher See. Mat verlebte quawolle Tage: vier Stuirden Arbeit, acht Smnden Rast, wenn es keine Ueberstunden gab. Der Schwede schnitt ihm das Haar. Den-Heizern ging der Alkohol aus. Sie wurden immer reizbarer, schimpften ewig miteinander. Der Londoner verfluchte alles und alle, besonders aber Mat. Der-Hafen lag noch drei Tagereisen entfernt. Mat fühlte, daß er zusammenbrcchen müsse. Der Schwede gab ihm gute Ratschläge und half ihm aus dem Heizraum. Als Mat das Berdeck erreichte, kreischte der Papagei: „Asche, du Bastard, Asche!" Wilde Wut über- mannte Mat.»Herrgott." Er begann hysterisch zu fluchen, warf seine Stange nach dem schreienden Bogel, verfehlt« ihn. Der Schwede packte ihn beim Arm.„Komm, Iankce, wir wollen nns waschen." Er silleppte ihn zur Dusche. Die Md.ren sahen schweigend zu. „Laßt ten Berschen in Ruhe", flüsterte einer. „So. Mai, wirs deinen verdammten Overall in meine Schüssel und auch dein Hemd. Laß sie weichen." Mat hatte seit Beginn der Reise immer die gleiche Arbeitstracht getragen. Ter Kittel war steif vor Schweiß, Ocl und Kohlenstaub. Wieder ein« Schicht. Weitere Kohlen für — 2— .Hoppla, wir leben!" Sine Szene aus dem neuen Drama von Ernst Toller. den roten Rachen des Molochs, dieses nner- Mtlichcn, großbänchigen Ungeheuers. Run lagen die Kohlen bereits weit zurück im Behälter. Mat schaufelte vorsichtig, ängstlich. Vorsicht mit dem verdammten Haufen da!" brüllte der Schwede.„Vorsicht, wenn das Schiff schlingert!" Mat belud den Schubkarren, machte sich auf Leu Weg. Das Schiff rollte, der Kohlenhaufen bewegte sich., Mat ließ den Schubkarren los. Die ungeheuere Kohlcmnaffe brach krachend zusammen, Koh- lenstückc sielen auf Mat nieder. ,Lesus!" schrie der Schwede auf. Die Männer eilten Mot zu Hilfe. Zogen ihm den Kittel hoch, sahen Wunden und Beule». Ter Schwede tastete Mat die.Knochen ab.„Gott sei Tank, nichts Arges. Ein Viertel Schnaps nach dem Landen wird alles heilen." Mats Nerven gaben nach. Sein ganzer Veib war ein Schmerz. Ter Schwede schleppte chn unter den Ventilator.„Ruhe,?)ankce-. Ruhe, mein Junge..." Der dritte Ingenieur sah teilnahmsvoll auf Mat, nickte dem Schweden zu. Führte dann Manaus dem Heizraum in seine Kabine. Dort gab er ihm ein großes Glas Whisky. Mat rrank, ohne zu wissen, was er tat. Die brennende Flüssigkeit rann durch seinen wunden Körper. Im nächsten Augenblick war alle Müdigkeit verschwunden. „Geht's bester?" Mat nickte. Er kehrte in den Hcizraum zurück. Ztvei Heizer waren erkrankt. Mat erbot sich, zusammen mit den anderen ihre Stelle einzunehmen. Ter Londoner drückte ihm die Hand: „Du bist der erste verdammte Angestellte, den ich kenne ruch der Schneid hat." Ter Schwede grinste wohlwollend. Drei alkoholgctränktc Tage im Hasen, drei Tage, an denen man vergestcn konnte. Drei Tage Rast für die schmerxnden Muskeln. Die weiche Lust der Südsee war wie eine Liebkosung. Das Schiff fuhr über das glatte Master. Der Himmel war ausgesternt. Der Schwede wies auf das Kreuz des Südens. Sie saßen allein auf dem Verdeck, genoffcn eine Zigarette, bis es an der Zeit war, von neuem auf vier Stunden in die Hölle zu steigen. Ein einsamer Matrose hielt Wache.„Elf Uhr, alles gut!" sang er in die Nacht hinaus. Von unten rief gutnuitig neckend ei» Heizer:„Matrosen gehören in die Höllenglut." Ter Schwede lächelte.„Siehst du, dsänke«, es ist gar nicht so arg, auf dem Meer seinen Lebensunterhalt zu verdienen." Mat schwieg einen Augenblick,»»einte dann:„Mag sei». Aber ich würde mir doch lieber meine Beschäftigung selbst wähle»." Der Schwede lächelte im Dunkeln. „Janker, ich lebe nun schon fünfzehn Jahre auf den» Vicer. Zuerst arbeitete ich in Schweden auf einem Bauernhof. Lief dann fort, arbeitete in den Vereinigten Staaten in Betrieben. Ich habe mein Lebtag gearbeitet; cs ist immer dasselbe: Schwitzen, arbeiten, este», schlafen." „Und dann krepieren", sagte Ma:. Ter Schwede warf seine fstftarelie über die Reling. Sic leuchtete noch einen Augenblick, erlosch dann.„So!" Tas Schiff rollte leist. „Wird es nie anders sein, Schtvcde?" Ter Schwede erhob sich. Entschlossenheit klang aus seiner Stimme.„Es gibt Men» schen, die behaupten, es wird anders werden Sc den Arbeiter— und ich", er betonte jedes ovt—„ich gehör« zu ihnen!" Fritz: Darf inan mal reinkommcn? Grete: Wir möchten Sie nämlich sehen. Karl Thomas: Ja, kommt nur. (Fritz und Grete herein, beide betrachten Karl.) Fritz:.Wir müssen nämlich bald gehen. Grete: Dir haben Karten fürs Kino. Fritz: Und heute abend.gehen wir zum BoMmpf. Wollen wir mal boxen? Karl Thomas: Nein, ich kann nicht boxen.. Fritz: Ach so. Grete: Aber tanzen können Sie, nicht? Verstehen Sie Charleston oder Black Bottom? Karl Thomas: Nein, auch nicht. Grete: Schade... Tic waren wirklich acht Jahre im Irrenhaus? Fritz: Sic will's nicht glaubcn. Karl Thoma^s: Doch. Ja. Grete: Und vorher waren Sie zum Tode verurteilt? Fritz: Muuer hat's uns erzählt. Sie las es in der Zeitung. Karl Thomas: Eure Mutter vermietet Zimuicr? Grete: Freilich: Karl Thomas: Eure Mutter ist arm? Fritz: Reich wären heute nur die Schie ber, sagt Mutter immer. Karl Thomas: Wißt Ihr auch, warum ich zum Tode verurteilt wurde'? Grete: Weil Sie im Krieg mit dabei waren. Fritz: Gans! Weil er in der Revolution mit dabei war. Karl Thomas: Was wißt Ihr denn vom Krieg? Hat Mutter Euch von ihm erzählt? Grete: Nein, Mutter nicht. Fritz: In der Schule müssen wir doch die Schlachten lernen. Grete: An welchem Tag sie waren. Fritz: Blödsinnig, daß der Weltkrieg kam- men mußte. Als ob wir nicht schon genug zu lernen hätten in der Gcschichtsstunde. Bon 1618 bis 1618 dauerte der Dreißigjährige Krieg. Grete: Dreißig Jahre. Fritz: Bon dem müsset» wir halb so viel Schlachten lerne» wie vom Weltkrieg. Grete: Und dabei hat der nur vier Jahre gedauert. Fritz: Die Schlacht bei Lüttich, die Schlacht an der Marne, die Schlacht bei Verdun, die Schlacht bei Tannenberg... Grete: Und die Schlacht bei Ipern. Fritz: Es genügt uns. Grete:nd wie! Das letztemal habe ich „uiaugelhaft" bekommen, weil ich 1816 mit 1917 vcrtocchjelic. Karl Thomas: Und was wißt Ihr von der Revolution? Fritz: Von der brauchen wir nicht so viel Zahlen zu lernen, die ist einfacher. Karl T h o in a s: Was bedeuten Leid»u»d Erkenntnis von Millionen,»venn schon die nächste Generation dafür taub ist? Alle Erfahrung rinnt ins Bodenlose. Fritz: Was sagen Sic? Karl Thomas: Wie alt seid Ihr? G r e t c: Dreizehn. Fritz: Fünfzehn. Karl Thomas: Und Ihr heißt'? Fritz, Grete: Fritz, Grete. Karl Thomas: Was Ihr von» Kriege lerntet, ist sinnlos. Nichts»vißt Ihr vom Krieg. Fritz: Oho! Karl Thomas: Wir ihn Euch schildern? Müttern wurden... nein. Am Ende der Straße, was steht da? Fritz: Eine große Fabrik. Karl Thomas: Was wird darin gemacht? Fritz, Grete: Säuren, Gas. Karl Thomas: Das für Gas? Grete: Weiß ich nicht. Fritz: Aber ich. Giftgas. Karl T h o m a s: Wozu dient das Gift-' gas? Fritz: Wenn die Feinde uns'überfallen. Grete: Ja, gegen die Feinde; wenn sie unser Land verwüsten wollen. Karl Thomas: Wer sind denn Eure Feinde? Fritz, Grete: Schweigen. Karl Thomas: Gib mal Deine Hand, Fritz... Was wird mit dieser Hand, wen» eine Kugel sic durchlöchert? Fritz: Tanke schön. Futsch. Karl Thomas: Was wird mir Deinem Gesicht, wenn cs ein' Quentchen Giftgas umnebelt? Hast Tu es in der Schule gelernt? Fritz: Und ob! Zerfressen wirds. Ratze kahl. Und dann stirbt man. Karl Thonias: Möchtest Du slerbc»? G i e t c: Sie fragen komisch. Natürlich nicht. Karl Thomas: Und nun will ich Euch eine Geschichte erzählen. Kein Märchen. Eine Geschichte, die passiert ist, bei der ich dabei war. Während des Krieges lag ich irgendwo in Frankreich im Schützengraben. Plötzlich, nachts, hörten wir Schreie, so, als wenn ein Mensch furchtbare Schnrcrzen leidet. Tann wars still. Wird wohl einer zu Tode getroffen sein, dachten wir. Nach einer Stunde vernahmen wir wieder Schreie, und nun hörte es nicht mehr auf. Die ganze Nacht schrie ein Mensch. Ten ganzen Tag schrie ein Mensch. Jnnner klagender, immer hilfloser. Als cs dunkel wurde, stiegen zwei Soldaten aus dem Graben und wollten den Menschen, der verwundet zwislhen den Gräbern lag, herein hole». Kugeln knallicn und beide Soldaten wurden erschossen. Nochinal versuchtcns zwei. Sie kehrten nicht wieder. Ta kam der Befehl, es dürfe keiner mehr aus dem Graben. Wir mußten gehorchen. Aber der Mensch schrie tvciter. Wir wußten nicht, war er Franzose, war er rin Deutscher, war er Engländer. Er schrie, wie ein Säugling schreit, nackt, ohne Worte. Bier Tage und Nächte schrie er. Für uns waren es vier Jahre. Wir stopften uns Papier in die Ohren. Es hals nichts. Tann wurde cs still. Ach, Kinder, vermöchte ich Phantasie in Euer Herz zu pflanzen wie Korn in durchpflügte Erde. Könnt Ihr Euch vorstellen, was da gesckiab? Fritz: Toch. Grete: Ter arnic Mensch Karl Thomas: Ja, Mädchen, der arme Mensch! Richt der Feind. Ter Mensch. Der Mensch schrie. In Frankreich und ii» Deutschland und in Rußland und in Amerika und in England. In solchen Stunden, in denen nian, wie soll ich» sagen, hinabstcigt bis zum Gruud- wasscr, fragt man sich: Warum das alles? Wofür das alle»? Würdet Ihr auch so fragen? Fritz, Grete: Ja. Karl T h o ii» a s: In allen Ländern grii- bellen die Mensä-en über die gleiche Frage In allen Ländern gaben sich Menschen die gleiche Anltnoi». Für Gold und für Land nnd für Kohlen, für lauter lote Tinge, sterben, hungern, vcrzlveiscln die Menschen, hieß die Antwort, lind dort und dort standen die Mutigsten des Volkes auf, riefen den Blinden zu ihr hartes Nein, — 3— wollten, daß dieser Krieg aufharte und alle Kriege, kämpften für eine Welt, in der es alle Kinder gut hätte». Aber bei uns verloren sie, wurden besiegt Lange Pause F r: v: Ward Ihr viele, Karl Thomas: Nein, das Volk begriff nicht, warum, wir käntpflen. sah nicht, daß wir für sein Leben uns erhoben. Fritz: Auf der andern Seite, waren da viele? Karl Thoutas: Sehr viele. Waffen hatten sie und Geld und bezahlte Soldaten. Pause. Fritz: Und Ihr ward so dumm, zu glatt- ben, Ihr könntet siegen? Grete: Ja, da ward Ihr recht dumm. Karl Thomas:(starrt sie an): Was sagt Ihr? Fritz: Dumm ward Ihr? Grete: Sehr dumm. Fritz: Jetzt müssen wir gehen. Sput Dich, Grete. Grete: Ja. Fritz, G r e r e: Guten Tag. Auf Wiedersehen. Lndianerrevofte in Bolivien. Au- Bolivien komen kürzlich alarmierend.' M.ldunpen über einen gewaltigen Indianeraufstand. den großen seit Pizarro« Zeilen. Mehr al« kV.UM Indianer sollen an der Bewegung beteiligt sein.(5- wurden Beiße ermordet. Farmen nirdergedrannr und alle« z-rstört. was den Kriegern in den Weg kam. Ein großer Teil der Aufständischen ist nur mir Bogen. Speeren und Lasso ausgerüstet. Die Nachrichten besagen werter, daß die Bewegung eine große Gefahr für die Einwohner Boliviens bilde, weil Bolivien auch beute noch ein reine« Indiauerland sei. Soweit ist die Meldung richtig: doch wenn eS Weiler, heißt, baß von den 2 Millionen Menschen, die aus der ungeheuren Fläche zerstreut leben— das Land ist fünfmal so groß wie T-eurschland— die gute Halste rein indianisch sei. so ist dar ein Irrtum. Vielmehr haben die Indianer schon allein eine Stärke von 2 Millionen, während die winzige weiße Oberschicht, die über diese Maisen herrscht, nur aus einigen Tausend besteht. Wer sich für diesen sonderbaren Staat interessiert, dem sei die Lektüre eines Buche- empfodlen, da- der auch letzthin wieder vielgenannte Wrltreisende Colin Roß im Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig, veröffentlicht hat und von dem soeben— ein merkwürdiger Zufall! — schon die vierte Auflage erscheint:^Südamerika, die aufsteigende Welt-(mit 54 Abbildungen und 2 Karten. Leinen 9.— Mk.). Auf Seite ISO des Buche- sagt der Verfasser, daß eS eine Notwendigkeit für die Beißen sei, die unterdrückten, teilweise noch halbwilden indianischen Massen zu erziehen und heranzu- bilden und dem. bisher ihnen gegenüber geübten Au»beutungSsystem ein Ende zu machen: sonst drohe Bolivien der blutige, erbarmungslose Indianerausstand. Vir entnehmen dem beachtenswerten Buch die Schilderung eines Ausstandes, den der Verfasser in Bolivien milerlebt har: Tas Maschinengewehrfeuer war verhallt. Copacabana>bana ist unser bester Schutz. An sie werden sich (bolivianisch peruanische Grenze), s die Indianer nicht wagen. Aber immerhin— es ist besser so." die Revolution hatte gesiegt. Bewaffnete Aufständische an allen Straßenecken, die Gefängnisse voll von Ministern und Beamten an allen Stra- ßenecken, die Gefängnisse voll von Ministern und Beamten der gestürzten Partei. Auf der Plaza von La Paz wollte das Biva-Rufen auf die neuen Machthaber kein Ende nehmen. Aber mit sinkendem Tag legte sich der Jubel. Gerüchte rannten durch die Stadt, Gespenster.' Begegnende tauschten hastige Worte: Was werden die Indios machen? Tie Indianer! Gewiß, die neue Revolu- tiansregierung hatte sich ja auch an sie gewandt. Recht und Freiheit allen Unterdrückten! Aber man konnte nie wißen. Auch als Bundesgenossen konnten sie gefährlich werden. War es nicht in der Revoluttvn der neunziger Jahre, als die Konservativen gestürzt wurden? Damals hatte man die Hachlandsindianer bewaffnet; aber schließlich kannten sie weder Freund noch Feind, nur nach Biancas, Weiße, gegen die jahrhundertelang gebändigter Haß endlich Rachemöglichleit fand. Eine gattze Schwadron, die sich, von den Indios gejagt, in eine Kirche geflüchtet, wurde dort abgeschlachtet, daß Fliesen und Pfeiler im Blute schwamm... Tie Nacht verging ohne Störung;— auch dic folgenden Tage. Aber die Gerüchte blieben. Auf der Puna, dem Andenhochland, waren die Indianer aufgestanden. In graubrauner Monotonie dehnt sich die grandios-traurige Unendlichkeit des Hochplateaus. Alts den Stationen Militär, Gendarmen, Gefangene. Es sind nur einige Fincas, heißt es, auf denen die Indianer sich empörten, die Gnts- hänser angezündet und die Verwalter niedergemetzelt haben. Man wird mit ihnen bald fertig sein. Hinter der Kühle des Kreuzgangs des Klo stcrs am See, den blutrot die JnkablüMe um- rankt, liegt das Zimmer des Priors Wir sitzen beisammen und plaudern. Reben der Bettstatt steht ein Gewehr Auch in den Zellen der Mönche sah ich die Waffe. „Warum?" „Man kann nie wissen"..., über das kluge, faltenreiche Gesicht huscht kaum merkbares Lächeln,„— freilich, die Jungfrau von Copaca- Die heilige Jungfrau van Copacabana ist mehrere hundert Jahre alt. Die ersten bekehrten Indianer schufen sie. Vielleicht wollen sie kommen, sich ihr Eigentum wiederzuholen. Längs des gegenüberliegenden SeeuferS dehnen sich kilometer-, nieilen-, königreichweit die Fincas Goytias. Ein typisch amerikanisches Schicksal: vom indianischen Maultiertreiber brachte er es zum vielfachen Millionär und einflußreichsten Manne im Staat. Heute liegen die Fenster seines Palastes in La Paz in Scherben. Er selbst ist landflüchtig. Die Hörigen auf seinen Gütern» die er mehr bedrückte als jeder Weiße, trotzdem er oder vielleicht weil er eines Stammes, einer Rasse mit ihnen ist, witterten Freiheit. Sie standen auf und schlugen ihre Sklavenhalter nieder.-Die Revolution hatte doch Freiheit und Gerechtigkeit gebracht! Aber keine Revolution kann an den Grundlagen ändern, auf denen dieser Staat ruht. Es ist die barte Herrschaft über die Maffe der Farbigen, die eine kleine Schicht ausübt, die sich Biancos nennt, in bereit Ädern aber viel Jndia- nerblut fließt. Und so schickt auch die neue revolutionäre Regierung Truppen gegen die Empörer, nnitz es tun, um ihrer eigenen Existenz und Sicherheit willen. Die Truppen tun ihre Arbeit wie immer. Kurz, blutig, grausam. Sie tun es, obwohl ihre Haut die gleiche Farbe anfweist, ihre Züge den gleichen Schnitt wie jene, auf die sie ihre Maschinengewehre richten, sie tun es, obwohl sie selbst auf eisig kalter, winddurchbrauster Puna auf dem Lehmboden armseliger Hütten das Le- bcn empfinge» und auswuchsen. Gefangene überall, an allen Stationen, auch in La Paz. Offen werden sie über den Markt geführt. Tie grauen Uniformen säumen die bunten Ponchos ein, aber die Gesichter sind die- sclbeu Eigentlich ist es nur eine dünne Decke, die die Herrschaft der„Weißen" trägt, fatalistischer Glaube an die Mackt der Biancos und die Uneinigkeit der Ureinwohner. In dem Bündel eines der Indianer, das dieser h.imüch fortznwerfen versuchte, fand man noch einen nti! Chunos zusammengekochten menschlichen Arm. Es ist ein uralter, unerbittlicher Haß, der sich unter fllavischen Formen verbirgt und der unter der Decke glüht. Hygiene-Ausstellung. Du siehst auf schön getuschten Aquarellen, Was du zu tun hast, um gesund zu fein;. Ans allerlei Broschüren und Tabellen Gesundheitsregeln dir entgegenschrei'n. Putz' dreimal täglich deine Zähne! Hygiene... Mensch! Hygiene!! Du hörst von Kalorien und Säuglingspuder, Lernst endlich kennen dein Normalgewicht... Wie du's erreichst, das freilich, armes Luder, Verrät man dir in diesen Räumen nicht. Was nützen dir Gesundheitspläne? Es macht nicht fett— Hygiene! Was soll Gymnastik dir und Mensendieken Und alle schönen Atmnngstheorien, Wenn du vor Hunger nicht kannst grade kieken, Und Kirchhofsrasen auf den Wangen glüh'»?! In einer Kammer: Eltern, Töchter, Söhne, Da fällt ganz ans— Hygiene! P. E. Musch. Die Katze im Baum. Eine Parabel von Ernst Moritz Häufig. Die schwane Katze hatte sich bis in die höchsten Wipfel der Ulme verklettert. Die Bewohner der höchsten Stockwerke, die das Fenster sommerlich geöffnet»hielten, härten nicht mehr die Finken. Sie hörten nur noch das Miauen der Katze im Baum. Der Dichter trat an das Fenster seiner Dachkammer und sagte:„Arme Katze, du kannst nicht herunter seit zwei Tagen. Darm» klagst du Tag und Nacht." Dem Dichter.gegenüber wohnte ein Mann, der in Hemdsärmeln aus seinen Balkon trat und ein entschloßenes Aus- sehen hatte. Er rief zu dem Dichter herüber: „Haben Sie nicht einen Revolver, um die Katze herunterzuschießen? Seit zwei Tagen frißt sie uns sämtliche Singvögel weg." Ter Dichter hatte keinen Revolver und wollte nicht schießen. Er rief zu dem Mann in Hemdsärmeln hinüber:„Aber die Katze möchte doch gern herunter, sehen Sie das nicht? Und daß sie sämtliche Singvögel gefreßen hat, das kann ich mir nicht denken." Da kam dir Sturm nird der Regen über den Hof, über die Wohnungen, über die Ulme., Und am nächsten Tage war'die Katze weg vom Baum. Und die Finken fingen wieder an zu singen. Die Katze muß doch, sagte sich der Dichter, so manchen Vogel gefreßen haben. Aber war sie, so fuhr er in seinen Gedanken fort, auf den Bannt geklettert, um die Vögel zu freßen? Oder fraß sie oben auf dem Baum die Vögel nur aus Not, weil sie nicht herunter konnte und sich dort oben ernähren mußte? Nun, sagte der Dichter, der Sturm hat dies Problem auf seine Weise gelöst. So wie der Katze in der Ulme, denke ich mir nun, könnte es auch in der Menschenwelt denen ergehen, die oben sitzen und sich van den schwächeren Wesen ernähren. Von denen, die bei uns oben sitzen, weiß man auch manchmal nicht recht: Sind sie hinaufgeklettert, um die Schwächeren zu freßen? Oder— müßen sie notgedrungen die Schwächeren verspeisen, um nicht aus der Höhe, in die sie sich nur verklettert haben, herunlerzufallen. Und ich glaube: Auch hier wird der große Sturm das Problem am besten lösen. Der Sturm nämlich, der das, was oben ist, nach unten wirft. Ter Sturm, den In« Raubtiere fürchten, aber den alles, was Flügel hat und singen kann und zur Höhe will, erhofft. Ter Sturm, der die Katzentiere aus der Höh« — 4— schmettert, so daß keiner mehr darüber nachzudenken braucht, ob man mit ihnen Mitleid Hoche» mutz, weil sie sich»erklettert haben, ober ob man sie verabscheuen muß, weil sie sich vom Blute der Schwächeren ernähren. Was mancher nicht weiß. Schlingern(auch Rollen) ist die Bewegung des Schiffes von einer Seite zur anderen, während die Bewegung in der Längsachse Stampfe» genannt wird. JÄes Schiff schlingert, je nach dem Zustande der See, mehr oder weniger. Bei tief liegendem Schwerpunkt sind die Bewegungen schnell und heftig, andernfalls sind sie länger und haben eine» größeren Ausschlagwinkel, wie z. B. bei den Panzerschiffen, bei denen dnrch die schweren Geschütze und den Panzer der Schwerpuickt sehr hoch liegt. Vademekum nennt man ein Buch, das als Le'nsaLen, eUva in irgend einer Wissenschaft, oder als Ratgeber, gleichsam als Begleiter tu allen möglichen Lebenslagen, dienen soll und deshalb in bosonders kleinen« handlichen For- mar hergesiellt wird, so daß cs leicht überallhin nlitaefnhrt werden kau». An der Küste von Norwegen und Schwede»» sind auf hervorragenden Punkten Auslugs angebracht, die nur durch steile Leitern erreicht werden können. Bon diesen Auslugs halten schulentlassene Knaben zur Zeit der Wanderfisch- züge Wache. Sobald sich«ine Maffe Fische zeigt, läuten die Knaben eine Glocke, worauf jung nnd alt jegliche Beschäftigung aus der Hand wirst nnd der Küste zu in die bereikliegendcn Boote eili.'mn den Fischscgcn zu bergen. Ein englischer Segler, der im Jahre 1800 gebaut wurde, ist das älteste Schiff, das noch in« Gebrauch ist. Puppentheater. Gur gearbeitete Marionetten werden ost an dreißig Fäden bewegt nnd voir sechs Prisonrn gleichzeitig geführt. Die Flußprrkmuschel, die namenilich im Gebiet der Weißen Elster(Vogtland) häufig ist und in großen Creinplaren vorlommt, ist eine der wenigen Muscheln Deutschlands, die echte Perle» erzeugt. Sie wird 1s Zentimeter lang und 7 Zentiuieter breit und wird 100 und mehr Jahre alt, weist aber selten schöne Perlen auf. Bom Blitze werden in Deutschland jährlich 800 bis 300 Menschen gelroffen und 50 bis 100 getötet, und zwar meistenteils beiin„Schutzsuchen" unter•... men. Auf lebende Wesen wirkt der Blitz so schnell, daß sie meist lautlos und ohne Zuckungen umsinken, wohl auch regungslos in ihrer letzten‘ ung verharren Meist tritt zuerst Lähmung, dann Ersticken eia. Wiodcrbelcbie klagen über Schmerzen wie bei Brandwunden. OOOGOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO Litauische Sprichwörter. Auch über«inen kleinen Banmstrmrpf kippt mancher Wagen. Aus einer großen Wolke kann auch ein kleiner Regen kommen. Wenn der Hund Geld hätte, würde er nicht henlcn. T» sollst den Gast ehren, selbst wenn er keinen Bastschuh>ver: ist. Komm, solange man dich erwartet» und «che,-solange man dich noch gern ha:. Zn jedem Hause führt ein Pfad. Wer verfolgt, der holt auch ein. Wer'in einem armseligen Beu geboren fft, stirbt auch meist darin. Uebcr einen niedrigen Zaun kann jeder Bock springen. Wer Geld lecht, schaut wie ein Falke drein; wer aber znrückzahlt, sicht wie ein verprügelter Hund ans. allerlei. Eine gigantische Hängebrücke. Der gewal- tige Autoverkehr Rttv Jorks stellt dir Architekten und Ingenieure der Stadt vor inimer neue Berkchrsproblcmr. Insbesondere ist es die direkte Verbindung zwischen den beiden Ufern des gewaltigen Hudsonstromes, die immer neue Rüffe zu knacken aufgibt. Zur Zeit ist ein vornehmlich dem Autoverkehr bestimmter Tunnel nnicr dem Flusse im Bau. Nunmehr ist der Bau einer neuen Hängebrücke zwischen New Jork nnd der jenseits des Hudion liegenden Stadl Nnv Zersen beschlossen worden. Mit den Arbeiten, die 1931 beendet sein sollen, wurde bereits begonnen. Die neue Brücke wird die größte Hängebrücke der Welt werden,-.c schwingt sich in einer Höhe von 60 Meter über dem Dnrchichniitswasscripicgel des Flusses, den sie in einer Länge von 1 Kilometer übersetzt. Die Tragetürmc an den beiden Ufern müssen die stattliche Höhr von je 180 Meter bekommen, so daß sic die Gegend umher wcirhin beherrschen. Auf der Netv Iorkcr Seite liegen sie im Stadtteile Manhattan, der nach der Vollendung des NiesenbaiUverkes und nach der Inbetriebnahme des im Bau befindlichen Autotunnels zum Brcmkpunlt des amerikanischen Autoverkehrs werden wird. Platin, das teuerste Metall. In« Jahre 1913 betrug die Platin-Produktion der Welt 8308 Kilogramm, wovon Rußland allein 7750 Kilogramm lieferte. Der Preis betrug damals 3.50 Goldstank pro Gramm. Rach dem Kriege war die Platingewinnung stark znrückgcgangen. Sie betrug für die gesamte Welt 3000 Kilogramm im Jahre 1986. Hauptproduzent ist nach wie vor Solvjetrußland, wo das Platin besonders im Ural gewonnen wird. Daneben beteiligt sich seit einigen Jahren in stärkerem Maße auch Kolumbien in Südamerika sowie Transvaal in Tüdastika. Wie die„Deutsche Bergwcrkszcitung" meldet, soll jetzt durch M. Köhler, Berlin, ein neues elektrolytisches Verfahren entdeckt sein, durch das aus Erzen hier in Deutschland Platin als Nebcnprrünckr gewonnen werden kann. Wieweit dieses Verfahren Erfolg haben wird, müssen die weiteren Versuche noch zeigen. Bor dem Kriege wurde eine Zeitlang viel von einem englischen Verfahren zur Gewinnung von Gold aus Seewasser gesprochen, aber die darauf gesetzten Hoffnungen haben sich nicht verwirklicht. Mit dem stark gestiegenen Preis von 7.50 bis 9 Goldfrank pro Gramm ist heute Platin das teuerste Metall der Welk. allerlei Vansrezepse Flaschen reinigt man, indem man sie mit kaltem Wasser füllt und einen Eßlöffel voll trok- kenen Mostrich hineingibt. Dann schüttele man den Inhalt kräftig, lasse ihn eine halbe Stunde in der Flasche und spüle sorgfältig mit klarem Wasser nach. Abgenutzte Ledermödel reibt man mit einem in Terpentin getauchten, tveichcu Tuche ab. Hartnäckige Flecke bchandeli man mit schwachem Ejsigwasser und putzt das Leder, nachdeur cs getrocknet ist, mit gerührtem Eiweiß blank. Leere Zündholzschachteln benutze nian znui Feurranmachrn, indem man sic mit den Abfällen und Enden verbrauchter Zündhölzer, kleinen Schivartcnstückchcn, Lichtstümpfcn usw. an- füllt. Sie ergeben schr gute Zünder. Rostflecken entfernt man aus weißen Stoffen mit saurer Milch. i fetteres. Die Suppe. Einst fuhr der Narr des Abies von Ft. -Gallen mit seinem Herrn auf dem Züricher See. Dabei äußerle er den seltsamen Wunsch:„Ach! Wenn das lauter Milch statt Wasser lväre!" „Was wolltest du dann hineinbrocken?" fragt« der Abr. „Rur Mönche nnd Nonnen, und der Teufel müßte die ganze Suppe auslöffeln." „Mich auck?" ..Weshalb sollte ich dem Temel den feitcsten Bissen nickt gönnen?" war die schlogicriige Antwort des Narren. Gallischer Humor. In« vollbesttzie» Abteil der ersten Klasse des Schnellzuges Marseille— Paris cntspinnt sich zwischen zwei Fahrgäste»» ein lebhafter Disput. Der Schaffner erscheint. „Herr Kontrolleur," sagt der eine Herr und weist sich als Abgeordneter der Kammer ans, „ich friere schr, kein Wunder, bei meiner Lebensweise und Tätigkeit in geschlossenen Räumen. Ter Herr da will die Tür nicht schließen; wenn das nicht geschieht, werde ich eine Lungcn- cntzündung bekommen."—„Gott sei Dank, Schaffner, daß Sic da sind," erwidert der andere, ein dicker asthmatischer Herr, der ständig nach Lnf» ringt,„ich bin Senator und fahre jetzt gerade zur Tagung; die Tür muß offen bleiben, oder ich ersticke!" Der Kontrolleur fft ratlos; wie imnier er entscheidet, er muß enttoeder dem Deputierten oder den Senator verletzen, es wird eine Beschlverde gebe»»!„So tun Tie doch beiden Herren den Willen," mischt sich da ein gewöhnlicher Reisender ins Gespräch,„machen Sie die Tür auf, nnd der Herr Deputierte wird seine Lungenentzündung bekommen nnd stelbcn, wie er es uns versprochen hak; dann schließen Sie die Tür, damit der Herr Senator ersticken kann. Dann können wir ruhig schlafen und jedem ist güncnt!" Eine gute Antwort. Die Bahuhoss-Restau- ration war voll von Teilnehmern einer nahcit Treibjagd. Es war mir noch«in Platz an dem Tisch stei, too Aristokraten h«rumsaßeu. Deshalb mutzte sich rin rintretender Arbeiter zu ihnen setzen. Offenbar: die Aristokraten störte die An- wcseicheit dieses gewöhnlichen Proleten nnd um ihn zu vertreiben, fragte eiirer höhnisch und anmaßend den Ankömmling:„Würden Sie sich vielleicht mal vorstcllen, Herr Graf?" Der Arbeiter antwortete heiteren Tones:„Oh nein. Sie irren, mein Herr! Ich bin weder ein Graf, noch sogar ein Baron, sondern ich habe ununterbrochen zwei Tage und zwei Rächte gearbeitet und darum habe ich solch' irrtümliches dummes AuSschen."(Esperanto-Ztg.„Sennaciuko") Er keuot sich aus. A.:.Lrdesmal, wenn ich nachtS länger anSblckbe, bin ich am anderen Tage wie zerschlagen!" B.: ,Jch habe gar nicht gewußt, daß Sic verheiratet sind." Kopselrätsel. Waldemar. Glühwürmchen, Bückling, Richter, Sense, Strichlodcn, Gesägt, Knickei, Genesung, Rotunde, Ideal. Aus vorstehenden elf Wörtern sind je drei, aus dem lctzlen Wort zwei austinanderfolgende Buchstaben zu c:::ne^- »nen, die aneinondergerciht, ein altes Sprich» ivort nennen. Auslösungen der Rätsel aus der vorigen Nummer: Magisches Quadrat: 1. Brom; 2. Roda; 3. Odin; 1. Mann.