9tr. 42.«aterhaltangsveilage. 1927. Die entmensGten Aayre. 9rM0füMe atu» einem Kriegeiiagevueh von ünrt Offenburg. In Itodi und Land werden Sänger bezahlt, die dir Tage des Mordes heiligen; den Rest des Jahres deklamieren diese Herren gegen die Laster des Jahrhunderts... Voltaire. Bor dem Aufbruch. Ich bin Soldat: schlafe, esse, rauche, trinke, mache Dienst, sehe hm und wieder in eine Zeitung, und damit wäre eigentlich alles zu Ende. Sollte zu Ende sein, mir meine Tage füllen. Doch in mir ist ein heimliches Klingen und Singen, das zum Lichte will. Eine Neugeburt meines Denkens, meines Empfindens. Zern dem Alten— Erlebten— Ueberlebten. Noch gehe ich im Joch und innere Freiheit soll nicht zur Sonne. Tränen der Empörung überschwemmen sie,»veil ich zitternd furchte, daß der Gott iin Menschen langsam sterben wird. Ebenso langsam wie Regenttopfe» e-ineu Jahrtausend alten Gra- uitblock abschleifen. So tödlich sicher wie Tränen des Zornes meine Freiheit zerstören. Und tveil ich fiirchte zu vertieren. Ja, ich bin Soldat, und Geistesnahrung und-Tram find Rost und Säure, die Gewehrläufe und Bajonette^rfraßcn. Sind Hand, die Gurgel und Stimmband Pressen, dass nur gequälter Hurraschlachtruf in dcu kalte» Wintermorgen dampft; sind Gebieter, die ein Antikriegsreglcment schreiben und cs nachts in mein Hirn hämmern. Sind Aburteiler. die mich unerbittlich zwingen, selbst Rechenschaft zu geben, daß ich fragen muß, wer ich bin und was ich bin, und was ich geleistet habe. Zwingen mir ihren Willen auf, daß ich frage und eS nicht weiß, und eS doch weiß? Aufbruch. Es ist ein Grauenhaftes, vor dem Horizonte mir auf den Tod zu sehen! Auf der Heerstraße zu niarschieren, in stetem Gleichschritt ihm entgegen. Und weit, weit hinten durch Nebel und Finsternisse die blutrote' Sonne. Vielleicht eine Welt in ihren Glanz getaucht! Wo befreite Menschen leben, die nicht stündlich auf die Folgen des Todes gespannt sind. Wo Menschen atmen im reinen Licht einer helleren Sonne. Wo man durch brefte Ströhen wandert im Schatten bewohnter Häuser. Wo der Boden nicht durch Sohlen brenM; wo nicht Traum und schwere Fäden den Menschen umhüllen. Wo nicht der Geist tropfenweise im Hirn austtocknet! Wo nicht die Kraft verblutet wie roter Mohn. Wo nicht über der Menschen Köpft bleigrau« Wolken hängen— vom Nachdenken schwer. Wo befreite Menschen leben» deren Seele in ein lachendes Schicksal mündet Letzter Trost, ihr nieine Träume. Wenn ihr zur Tat schreitet, rührt ihr den Träumende» nicht in das Land seiner Sehnsucht, sondern schleift ihn in eine lichiloft, lautlose moderne Zelle.— Durch Nacht und Schrecknisse, durch Myriaden qualenzerfetztcr Leiber, durch Not und Hunger und unendlich andere Scheußlichkeiten muß ich zum Leben. Hinweg über röchelnde Geräusch sterbender Organ«.... Wo bleibt der unergründlich Dogmenlose? Ist er nur Hohn in feister Pfaffen plärrendem Maul? Wird di« Nähe ftiner Gedanken meinen'wandevmüden Füßen die Schwere nehmen?.... * Hölle. Nacht: erfüllt von würgendem Erleben, daraus geboren Visionen. Pechschlvarz der Himmel,>vie Trauerfetzen über einem Sarg. Sarg: Erde. Ohne Sternenstickbrci. Wie Mäuse in altem Papier, raschelt Wind in den Bäumen. Zerfetzte Hecken sind große, zusammengekauerie Kater. Verstümnielte Pappelstämme strecken zersplitterte Aest« zu„Gottes" Thron. Ter Leib der Straße ist hundertfältig mit Trichtern gespickt; sie starren wie aufgcrisscne Wunden. lieber der Artilleriebeobachtung gehen Leuchtkugeln hoch. Erinnern an den Srern von Bethlehem! Doch verheißen tausendfachen Tod; Eingang zum besseren Leben. Alle gehen wir zum„besseren" Leben ein: im feldgrauen Smoking und genagelten Lackschuhen. Als Vcrcinsabzeichen: zersplitterte, zerquetschte Schädel; abgehauene Kinnladen; aus den Höhlen gequollene Augen; Armstumpft; Beinstümpfe; außer Betrieb gcfttzte .Herzkammern. Andere haben ihre Knoche», Gedärme, Kopfhaut, Ohrlappen, Zehen, Finger und sonstige Kleinigkeiten zusammengesucht, in einen Tandsack gestopft und bringe« es so zum Schöpfer aller Dinge. Alles stiickt nach Tod und Blut. Nnd Zivilisation—— Maschinengewehre klappern durch die Nacht. Zweizentnerminen poltern plump, schwerfällig durch die Lust, mit dem Geräusch, als ob eine dicke Matrone durch de« Raum fiele. Elegant und leicht huschen die Geschafft der Fcldbatterien durch das Dunkel. Jnfantericftuer fällt dazwischen, wie Hagel an Fensterscheiben. Tann, dann— breitet sich über alles Gas; giftiges, tödliches Gas, wie das Parfüm einer.Halbweltdame:u ihrem Boudoir. Gleich Fontänen, in kunstvoll angelegten Parks, spritzt Erde auf in der Wüstenei von Gräben, zerschossenen Unterständen, Drahtverhauen. Menschen, die der All natur durch ihr ganzes Leben fremd waren, pressen Leib und Schädel an ihren Körper, damit surrende Eisenbrocken nicht ihres Hierseins Lämpchen zerschlagen mögen. Bombenflieger kreisen wie ungeheure Nachtvögel über der Stätte zerfetzter Menschlichkeit, zertrommclicr Kultur. Wie Saiten einer Geige zittern mein« Nerven. Mein Hirn bebt durch den Weltraum. Vor Schrecken und erdrosselnder'Qual schnierzt mein Körper. Zorn und Berach- tungsreißen in meinem Brustkasten. Mit meinen schmalen Händen in das gigantischste Rädcrtvcrk seit Mcnschengedanken eingreiftn, es stillhaltcn nnd den Männern hier, die dem Tod entgegengeworftn sind, sagen: Seht, die jenftiis des Grabens sind gar keine Feinde. Sic schuften wie wir, damit sie ettvas zum Fressen haben. Besehet ihre zerfurchten Gesichter, und betrachtet die eueren! Schauet euch in die Augen! Sehet den Ekel und die Sattheit darin, an dieftm Leben. Bier Jahre! Und mehr!— Doch da lacht mein Wissen in mir! Lacht wie tvahnsinnig! Zioei Mondtvcchftl nach dem Schlachtfest werden alle Schmerzen, Tränen und Flüche vergessen ftin, und Leben wird in alten Geleisen weiter rollen! Deshalb lache ich über meine Brüder hier vorne, und weiß, daß Vergeßlichkeit ihr« größt« Blutschuld ist!... — 2— Wort zur Waytl. Wahltag naht! Durch Sieg juin Frieden Ist die Losung dieser Zeit! Wahltag naht! Es gilt zu schmieden Waffen sür gerechten Str-.it! Denkt daran, um was wir ringen— Unserer Zukunft stolzen Bau'. Jeder mutz sein Opfer, bringe», Greis und Jüngling, Mann und Frau! Was wir fetzt im kleinen säen. Später blühr's im grotzen auf! Was wir aber heut' versehen, Hemmt auch später unseren Lauf. Was wir hurre unterlassen, Röcht sich morgen bitterlich. Mas wir aber fest rrsaffen, Bleibt Besin und mehret sich! Mann iür Mann nur ein Gedanke! Mann für Mann nur eine Tal! Freier Geist schaut keine Schranke! Freies Volk im freien Staat! Freies Vrlk auf freier Erde, Freie Pflicht und freies Recht! Datz es einst zur Wahrheit lverdc Für ein kommendes Geschlecht! Jede Stimme eine Waffe! Jedes Opfer ein Gewinn! Wer erwerben will, der schaffe! Starke Kämpfer— starker Sinn! Kein Versuch zu faulem Bunde! Gleichem Blut-sind wir ciüstammt! Links schwenkt, marsch!— so wills die Stunde! Hin, wo unser Banner flamm:! Beeer Polier. Das„Lat der Zehntausend Dampfe". Ein friedliches, mir Bäumen und Gras.bewachsenes Tal lieg: zwischen erloschenen Vulkanen. Jahrelang, jahrhundertelang, ohne datz irgendetwas Bculerkenslverres geschieht. Zuweilen nur erschüttern'leichte Erdflöhe den Boden. Plötzlich und unvermutet rursch: eines Tages die Stirn eines Berges ab, der das Tal umsäumt, und rollt mehrere Millionen Rauuun::er Gestein in einem furchtbaren Fclsstrom in die Ebene. Ein Wind, den das Nieder stürzen des Gerölls eur'achi hat, faust wie ein Orkan datz Tal hinab, der Himmel wird durch eine grotzc Staubwolke oerduukelt. Der Talboden birst. In den Riffen rauch: sogleich siedender Glutbrri auf, dir Büsche sangen Feuer.'Immer niehr Schlünde tun sich auf, und aus jedem strömen die geschmolzenen Eingeweide der Erde. Gewaltige Fenersäulen schlagen drcihig Meter hrch. Millionen Tazupfftrahlen— Funrorolrn— und mehrer« Vulkan« speien Ranch Und Feuer. Steinblöck«, Tausende von Zenmern schwer, werden umhergefchleudert wie Spielbälle, eine ganz« Bergkuppe wird in die Lust gesprengt und füllt niit ungeheurem Getöse einen grotzen Teil des Tales, Asche regne: melerhoch auf den Boden, und überall herrscht finstere Rächt, dunkle, kantige Geschoffc erschlagen die verzweifelten Tiere, wenn sie nicht schon im glühenden Lavastrom verbrannt sind, und Vcrweiuugsae-uch erfüllt die Lut. Dieses gewaltige Schauspiel in seiner za.:- zrn dämonischen Furchtbarkeit sich auszumalen, übersteigt menschliches Fassungsvermögen. Selbst Dichler, denen die Gnade eindringlicher Ans« drmtskrast eigen ist, vermögen, nur einen blaffen Abglanz dieser Tragödien zu geben. So sagt Profeffor Griggs, als er in seinem Buch„Das Tal der Zehntausend Dämpft" Ws Seiten mit 117 bunten und einfarbigen Adblduugcn und 4 Karten. Geheftet 13.50 Mark, Ganfteinen 16 Mark, Blockhaus, Leipzig- eine„gedankliche H’.- kcnftrukriou" des geschilderten Ereignisses gibt das sich wirklich zug-tragcn hat. Es handelt sich um eine der grötzt-u geschichtlichen Vulkankata- strophen, den Ausbruch des Kaimai auf Alaska. Folgende Ueberlcgung gibt uns eine ungefähre Borstellung von dem Umfang dieser Naturerscheinung: Hätte sie sich in Berlin ereignet, und wäre Berlin doppelt so groß, als es ist, so wäre die ganz« Reichshauptstadt mir allen ihren Vorstädten von der glühenden Lava verschüttet Worden. In Wien hätten die Einwohner durch säurehaltigen Regen schmerzende Brandwunden davongetragen, und Leipzig hätte infolge des Ascheregens sechzig Stunden lang in völliger Tunkührii gelegen! Fünf Expeditione!!, die von der am«rika»ischcn Rational Geographie Society entsandt wurden, haben unter Führung von Profeffor Griggs den Ausbruch untersucht. Das Schöne an ihren ffir die Wiffcnschaft einzigartig aufschlußreichen Arbeiten,(schwierige Erft- besteigiurgen von Vulkanen, Untersuchungen der Fumarolen, Beobachtungen über- die Wiederkehr von Flora und Fauna usw.) ist, daß sic nicht allein für den Fachgelehrten intereffau! sind, sondern jeden denkenden Menschen zu Packen vermögen, weil sie in klarster gemeinverständlicher Form geschildert und warmen Herzens vorgetragen werden, weil es bei ihnen an Abenteuern und Abwechselung aller An nicht fehlt— wenn der Boden unter den Füßen der Forscher zu brechen droht, wenn sich Abgründe hart vor ihnen öffnen, heitze Dämpft ihre Sinne zu umnebeln drohen, Triebsand ihre Glieder in die Tief: zieht, reißende Wasser über ihnen zu- sammrnschlagen oder der Katmai-Bär, der größte der Welt, die ungenügend Bewaffneten angrefft. Außerdem wird in diesem Buche etwas ge« kchildert, dos es nur einmal auf der W:lt gibt und das dem Buche den Namen gegeben hat: auf einem„kleinen Erknnduugsspaziergang" emdeckt Professor Griggs Las Tal, von dem wir in Europa unoegrei lichcnvrisc bisher fast nichts gehört haben. Es ist bei dem Ausbruch des Kaimai entstanden. Der von einer heißen vulkanischen Asck-rnschich: bedeck:« Boden des weiten Tal» fft aus einer Fläche von hunderrunddreißig Geviertkilometcrn überall geborsten. Richt Zehn tausende, Millionen von Fumarolen jeder Größe und Tentpcrawr entströmen dem Schmelzslntz in die Ties«. Sie gaben diesem neuen Weltwunder den Namen„Tal der Zehntausend Dämpft", und die Bereinigte» Staaten erklärten cs zum zweiten Nationalpark! Als Griggs und sein« Begleiter zuerst unter allen Menschen einen Blick daraus Wersen durften, standen sie wie versteinert und sprachlos vor Entzücken. Tas„Tal" leuchtet in unzähligen Farben, die kein Maler phantastischer schaffen könnte, di« Däuzpf« sind so heiß, daß nian alle geivünschien Speisen daraus kochcir und jedes Metall schmelzen kann, und sie sind hrilkräjtig. Die Mitglieder der Expedition blieben Ivährend ihres ArTenthaktes ini„Tal" von vielen Leiden verschont, die sie in anderen Gegeirden heim suchten. Darum sind die Bläue iui Gange, das „Tal" durch Eisenbahnen, Schiffahrls- und Anrolinien d«r ganzen Erde zu erschließen. Wenn sür uns europäisch« Leser das„Tal" auch etwas abseits liegt, das Buch gibt uns doch eine gut« Boxstellung von seinen Schönheiten. Gerechligwt. Es kommen ost Menschen zu mir und klagen ihr Leid:„Wir sind arm; wir komme» zu nichts! Wir sind verachtet und gelte» nichts! Wir sind die Ausgebeuteten! Wir arbeiten, leben dürftig und welken hin wie trockenes Gras, an das nie ein frischer Freudeichanch wehte! Andere leben, und wir.. krüppeln uns nur so dahin..." Diesen allen pflege ich zu sagen: „So geschieh, es euch recht! Tenn: Ihr geht mit dencii, die euch verachten, die euch ausbcuten, die sich über euch lustig machen, ihr seid so duuun, daß ihr auf alle leeren Worre hereinfallt, wenn die Worte nur schön klingen. Ihr glaubt an„Vaterland" allzu blindlings und seid doch imr die Stiefkinder im Vaterland. Ihr glaubt an Gott, obwohl der Teufel euch täglich stückweise holt. Ihr zieht jeden Karren, vor den man euch spannt. Ihr küßt die Hand, die cnch nach dem Schlage» einmal streichelt. Ihr könnt nicht denken! Und ihr arbeitet nicht an eurem Denken. Ihr lebt nur, eßt, trinkt, hungkrr, jammert und ho ft. Ihr test di« bürgerlichen Blätter, die gegen euch gemacht sind. Aber eure Herren sind viel härter, nüchterner tuid zielbcwußter. Es geschieht euch ganz recht so Felix Riem käst en. Das gehei'mnisvosle Wort. SATOR A R E P O TENET OPERA R O T A S Man kann jedes dieser fünf Worte in vier verschiedenen Richtungen lesen, während außer- dem„tenet" in seiner Ärenzgestalt das Ganz« zusammcnhäli,— ehrfurchtgcbietend! Demzufolge findet es sich auf allen möglichen kirchlichen und lvelrlichen Gerät und in höchst weltlichen Zauberformeln, Hexensagen und Beschwörungsformeln ältester, mittelaltcrlichcr und neuerer Zeit in allen europäischen Ländern von Skandinavien bis nach Italien und Spanien, ja bis nach Aegypten und Aethiopirn hinein. Möglicherweise häng: es mit uraltem Sonnenkult zusammen 0e6anfen-6plitter. Ter Unsinn des Krieges. Kein Volk duldet, daß ein anderes an seiner Seit« lebt; und man bläst unserer Dumm- h:ir den Zorn ein. Er ist Ruffe? Erwürge uud schlage ihn! Ein Kroate? Trommelfeuer! So ist eS recht. Warum auch trua dieser Mensch einen Weitz«» Rock? Einen atldenr beseitige ich nnd gehe ruhigen Heizens weiter; har er doch das Verbrechen begangen, jenseits des Rheins geboren zu ftiu, Victor Hugo. Dl« Todesstrase. Ter soziale Bau der Vergangenheit ruht« am drei'Säulen: dem Priester, dem König, den» Henker. Schon vor langer Zeit rief ein« Stimm«: die Göller geben davon. Kürzlich rief rv: die Könige gehen davon. Es ist an der Zeit, daß«ine dritte Stimm« sich erhebt und spricht: der Henker geht davon. Biektor Hugo. 3 Die Männer, die Sie Bestie füttern. Von Wo!s Lärmen Ma, jiß auf dein Ran- des Bettes. „Ein Höllenleben, wie, Zjankee?" Mat fühlte sich zn elend, um Antwort zu »eben. Sern Gesicht lvar bleich: jein Mag-n schien hinabsinfen zu wollen. „Die erste Fahrt!" Der Schwede derrach- fete ihn teilnahmsvoll.„Mach' das Deck nicht schmutzig",' und er wies ans einen Eimer »iahe der Tür. Mat torkelte hin. Er erlin eben den ersten Anfall von Seekrankheit. Das Schiff befand sich noch in der Bai, schlingerte leise«'n der Brandung. Seine Bewegung ließ Mat unsicher zur Tür schwanken. „Hör mit dem verdammten Stöhnen auf!" brninmte der Londoner, aus dem Schlaf schreckend. „Halt's Maul!" schrie der Schwede. Ter Londoner drehte sich abermals der Wand pt und zog die Decke üb.-r den Kopf. Tie Heizer asten. Mat hockte auf dem Beitrand. Der Anblick der Speisen trieb ihn abermals zur Tür. Der dritte Ingenieur kam. Die Mittagspause war zu Ende. Di« Heizer griffen nach ihren Röcken. Ter Schwede nickte Mar zn:„Deine Schicht dsan- fee." Mai foig:e ihm über das Perdcck. Tann eine Leiter hinab in einen Höllenschlund, ans dem Gluthitze aufstieg, alles toie in«in brennendes Laken hüllte. Die Stahlsprosscn der Leiter versengten ihm die Hände. Abermals überkam ihn Uebelkeit. Er wankte durch die Tür zum Kohlenbehälter hin. »Langsam", riet der Schwede.„Tas ist fein Bureau." Er wies auf die Schaufel, „^lewäh'n dich daran, solange die Kohle noch in der Nähe liegt. Wenn du sie vom Behälter herfahren musti, ist es noch ärger." Er öffnete mit der Schaufel die Tür des Ofens. Anter der glänzenden Haut des Schweden spielten die harten Muskeln, da er die lange Eisenstange in die Glut stieß. Er stemmte sich gegen die Stange, zog sie rauchend zurück, Ivars sie ohne Anstrengung fori. Dann schaufelte er die Kohle in den Ofen, mir einer Leichtigkeit und Anmur, die Mar. elend unschwach, voller Bewunderung brobachetc. In wenigen Augenblicken war der Kohtenhanstn Ju Füßen des Schweden in der Glut ver- chwnndcii. Er schlug mir der Schaufel die Tür zn. Wischte sich das verschwitz:? Gesicht, nickte Mat zu und zeigte auf di«.Kohlen. „Rur schön langsam", belehrte er den Reitling..„Es ist noch genng Dampf." Mal belud den Schubkarren, um ihn die wenigen Meier zum feurigen Moloch hinzufahren, den er nun über zwanz'g Tage Während ach: Srund.'n wird fiineru müssen. Dann kehrte er zum Behälter zurück, blieb ans halbem Wege stehen, seekrank. „Du wirsr es schon überwinden,?)au. fee. Da. komm unter den Ventilator." Bier Tage hindurch saniuieüe sich aller Jammer der ganzen Welt in Mats Magen. Tagtäglich, mittags beginnend, schuftete er vier Stunden nach Mitternacht, in der Hitz: des Heizraumes,>vo Menschen dazu verdammt tvarcn, ihr Blut in Dampf zu verwandeln, den Dampf, der das Schiff antrieb. Tas Schiff schlingerte und rollte wie ein tobender Stier. Die Wellen spritzten über das Verdeck, schleuderten die müden Heizer gegen die Reling. Zu den Brandwnndm kamen Beulen hinzu. Jede Bewegung ver- nrsachte Mar einen neuen Schmerz. Sein Geist war leer. Rach vier endlosen Stunden klettert« er die Leiter hinauf, hinaus ans dem Höllcnloch, sog in riefen Zügen den Wind ein, der über das Meer dahinsegt«. Auf dem Vorderdeck saß in einem Käfig ein Papagei. Sobald der Vogel einen rußgeschwärzten Heizer erblick:«, kreischte er:„Asche, du Bastard. Asckjc!" Mat dnrchschauerie es kalt. Mai war nicht niehr seekrank. Währender Rachischicht lehrte ihn der Schwede einige Kniffe seines Berufs.„Wer zum Teilst! hat mehr als«in paar Sricfel? Kein Heizer!" Und ivährend der Ingenieur nicht da lvar. schick:.' der Schwede Mat fort, Tee kochen. Er gab ihm genaue Direkiiven und ein scharfes Messer nnt. Mai kochte Tee; dann schlich er vorsichtig durch die Schatten, bis er den Speistsaa! erreichte.-Hastig beugte er sich nieder, schnitt aus dem dicken Teppich einen Streifen fort und verschwand. Die-Heizer legten den dicken Teppichstosf auf die Sohlen ihrer Stiefel. Di« heißen Kohlen brennen bald ein Loch in die Sohlen. Mat war nicht mehr seekrank, aber sein ganzer Leib war nur noch eine Masse schmerzender Knochen und wunden Fleisches, Brandwunden und Beulen. In stiner Schicht wurde ein Neuling aus dem Heizraum ins Lazarett getragen. Während jeder Schicht gab es er- sthreckende Augenblicke der Schwäch.'. Mat saß auf einem Kohstnhanfen, und der ganze Raum drehte sich vor seinen Augen. Der Schivede gab ihm ein Stück Zitrone, oder eine Zigarette:„Es wird schon besser werden." Tie übrigenen sahen Mai wohlwollend an.„Er hat Schnei-, der verdammte Narr!" „Wer in aller Welt hätte gedacht, daß sich ein Stehkragenideot so gnt halten kann!" Ma' aber gla.ib'e von jeder Schicht sie würde feine letzte fein. Er beganu wie«in Wilder zu essen, schien nie sali werden zn können. Tic ungewohnte Kost verdarb ihm den Magen. Er ging znm Arzt, der ihm ein Senfpflaster gab. Ti« He-- zer und Matrosen waren nie krank, jedenfalls nie krank genug,'.ini nicht zu arbeiten.'Rur Neulinge suchten den Arzt auf. Ter gab jedem. was auch immer ihm sthl'e, ein'Senf- pflaster. Die alten Seebären brachten selbst vom Land ihre Arzneien mir. Das Schiff war zehn Tag: auf hoher See. Mat verlebt« qualvolle Tag«: vier Stunden Arbeit, achr Stunden Rait. wenn cs keine Ueberfkun-eu gab. Der Schtvede schnii: ihm das Haar. Den Beizern ging Xr Alkohol aus. Sie wurden immer reizbarer, schimpften ewig mirrina-iSer. Der Londoner versluchie alles und all«, besonders aber Mai. Der Hafen lag noch drei Tagereisen emstrnt. Mat fühiie. daß er zujammeiibrechen müffe. Der Schwede gab ihm gute Ra'ichläge und half ihm aus dem Heizraum. Als Mat das Verdeck erreichte, kreischte der Papagei: „Asche, du Bastard, Asche!" Wilde Wut über- maunte Riat.„Herrgott." Er begann hysterisch zu fluchcii, warf eine Stange nach dem schreienden Vogel, verfehl'« ihn. Der Schwede packte ihn beim Arm.„Komm.?)l der Gruppe des Platins zählende Iridium die größte Härt«. Nach dem Iridium, das hauptsächlich zur Herstellung der ffüllsederspitzen verwendet wird, kennt mau, nach denr Bericht in der„Umschau", als zwetthärtcstes Metall das Molybdän, während an dritter Stelle das Wolfram steht. Biel härtere Metalle als die Reinmetall« kann man durch Legierungen gewinnen, wie zum Beispiel deu Stahl, der durch seinen hohen Gehalt an Kohlenstoff sehr hart wird. Auch Legierungen von Titan mit Sillium sind so hart, daß man mir Messern, aus solchen Legierungen hergestellt, Diamanten wie Aepfel schneiden könnte. Im Gegensatz zu dieser Legierung steht das Ruü'- dinm als weichstes Metall der Erde, den» es ist §so weich, daß es sich selbst bei 10 Grad Kälte noch kneten läßt. Das Geheimnis von Mizpa. Beim Propheten Jeremias findet sich die Schilderung des Unterganges der Stadt Mizpa vor 2000 Jahren. Bisher war es keinem Forscher gelungen, ! etwas von der zerstörten Stadt zu entdecken. ! Nach der Urtterjochung der Juden durch die Bo- ‘ bylonier hatte König Nebirkadnezar einen Jud»n ans vornehmem Geschlecht namens Gedalja zum ! Statthalter von Mizpa ernannt. Dieser Stait- ' Hatter wurde jedoch von dem Juden Ismael cr- mordet. Ismael lockte dann 80 vornehme Ba- ibylonier in die Stadt, ließ sie gleichfalls umbringen«nd die Leichen in einen Brunnen wer- feu. Nebukadnezar ließ daraufhin dir Stadt Lurch seine Söldner zerstören. Die Ereignisse von Mizpa sind von Jeremias genau beschrieben worden. Ein amerikanischer Forscher, Dr. W. F. Bade, wollt« die Ueberlieserung des Propheten nachprüfen. Dir Stadt Mizpa soll unweit von Jerusalem gelegen haben. Dem amcrika- nsschen Gelehrten fiel es ein, daß während des Weltkrieges Fliegerausnahmen dieser Gegend gemacht worden waren, die er sich zu beschaffen wußte. Was sonst viele Monat« harter Arbeit in einer unbekannten Gegend gekostet hätte, wurde in einigen Stunden gewissenhaften Studiums aufgeklärt. Dr. Bade bemerkte auf einer Photographie ein« Anhöhe, die sich von dem übrigen Terrain auffallend unterschied. Nach der Meinung Dr. Bades muß hier Mizpa gelegen haben. Er begab sich mit einer Expedition nach dem auf der Karte fcstgestrllten Ort und 'fand tatsächlich im Verlauf von Ausgrabungs- arbeiten Reste einer Stadtmauer sowie mehrere Brunnenöffnwlgen. Einer dieser Brunnen wir mit Steinen zugeschüttet. Wahrscheinlich war es der Brunnen, in den man die Leichen der Ermordeten geworfen hatte und der hinfort als unrein gelten mußte. Man fand in den Brunnen Standbilder von Kriegern, Statuen der babylo- nffchen Astarte, Hausgeschirr, Waffen und viel« andere Gegenstände für den täglichen Gebrauch. Auch die Reste der Opfer jenes Verbrechens wurden entdeckt. Man fand in der Tat die Gebeine von 80 Menschen. Rach der Meinung Dr. Bades ist die Erzählung des Jeremias durch diese Funde in ihren wesentlichen Teilen bestätigt. Allerlei Hansrezepte Billige Möbelpolitur gewinnt man durch eine Mischung von zwei Teilen Oliv«nöl und einem Teil Terpentin. Diese Lösung muß in gut verkorkter Flasche aufbotvahrt tverden. Bor Gebrauch schüttelt man gut und trägt mit einem Flanellluch die Flüssigkeit aus, poliert dann den betreffenden Gegenstand mit einem weichen Le- dcrlappen nach. Zur Säuberung elektrischer Glühbirueu, die durch langen Gebrauch bräunlich geworden sind, verwendet man Magnesia und Benzin, zu einem dünnen Brei verrührt; damit reibe man das Glas ab, beichte aber, daß diese Mischung nicht dem offenen Feuer zu nahe kommt. Haud- und Achsesschweiß wird beseitigt durch Waschungen mit einer Lösung von einem halben Liter Wasser und einem Eßlöffel Borax. Kesselstein läßt sich besrittgeu, indem man in dem betreffenden Topf Essig kocht. Holzgeräte, Quirle und Löffel, die beim Obstkochen fleckig geworden sind, lasse man ctrva eine Viertelstunde in Chlortvaffer kochen und reibe sie dann noch tüchtig ab. Der unangenehme Chlorgeruch verschwindet, wenn man die Holzsachen für einige Zeit in frssches Wasser leg:, das öfter erneuert werden muß. Fingerabdrücke au f Oelgemälden werden entfernt, wenn man die fleckigen Stellen mit einem weichen Flanellttich, das in Salmiakgeist getaucht und gut ansgerungen wurde, abreivt. Stockflecke entfernt man, indem man diese gut mtt saurer Milch durchtränkt und nachher auswäscht. Kitt kann man selbst Herstellen durch Knetung einer Msschimg, die aus Scklcmmkreide und Leinöl besteht. Obstflecke a» den Händen verschwinden leicht, wenn man sie mit einer mit Essig angc- fenchreten Brotkruste abreibt, oder die Hände mtt Schmalz einfettet und sie dann mit Wasser und Seife abwäscht. Linoleum bricht nicht, wenn man es mit Oel und Essig, zu gleichen Teilen gemischt, reinigt. Vorzügliches Mundwasser erzielt man durch eine schwache Sodalösung. Die Zähne werden weiß und die Rachenhöhle desinfiziert. Beiße Wollsachen wäscht man, indem man in einem Eimer heißen Wassers ein halbes Päckchen Kaiserborax auflöst, feingeschnitrene Seife hinzutut, und, wenn diese zergangen ist, soviel kaltes Wasser auffüllt, daß die Mischung handwarm ist. Hierin wäscht man die Wollsachen, die dann ganz weiß werden. Dem lauwarmen Spülwasser fügt man auch noch ei» wenig Borax zu und trocknet gestrickte Jacken liegend, damit sie sich nicht verziehen können. Zum Streichen der Kuchenbleche benütze man nie gesalzene Butter, da durch das darin enthaltene Salz der Knchen gern am Blech hängen bleibt. Weitere*. Schnell gefaßt.„Sage mal, Fritz, warum steht denn in dem Ring, den du mir geschenkt hast, B. K.? Mein Monogramm fft doch A. L.?" — Fritz(der schon mol verlobt war, schnell und gefaßt):„Das heißt doch Vierzehn Karat." Besonderer GlückSfall. Dam«(zu einem Bekannten):»Hst cs wahr, daß Sie auf Ihrer Reise um die Welt auch unter Menschenfresser geraten sind?"— Herr:„Jawohl. Die Kannibalen hatten mich gefangen und zum Festbraten bei einer Berlobungsfeier bestimmt."— Dame(erstaunt): „Aber Sie leben doch noch! Wie ist das möglich?"— Herr:„O, sehr eiirach. Die Verlobung ging vorher zurück und nachher konnte ich fliehen."(Kikeriki.) Tauerlauf. Aach der Trauung fragt das Kind eines Hochzeit^astes die glückliche junge Fran:„Taute, du mußt aber furchtbar müde sein?"—„Warum denn, mein Kind?"—„Ra, meine Mutti sagt, du seist dem Bräutigam zwei Jahre lang nackgelausen." Amerikanischer Humor.„Schenken Sie mir einen Schilling, daß ich zu meiner Familie gelangen kann."—„Hier. Wo ist denn Ihre Familie?"— ,Hm Kino." Maust bäckt Kuchen.„Hast du ettva Kuchen gebacken, mein Liebchen?"—„Ja, Schatz, riechst du den Dust?"—„Das nickt, aber der Hund ist unters Bett gekrochen." Di« Mitgiftt Die Tochter:.Lieber Vater» was wirst du mir geben, wenn ich mich verheiraten werde?"— Der Bater:»Was ick dtt geben werde? Meine Einwilligung". Di« kleine Praxis.„Sir machen ein trauriges Gesicht, Herr Doktor, was fft los?"— „Ach, ich habe zwei Patienten verloren!"—- „Wie— sie sind gestorben?"—„Aber nein, gesund geworden.!" srsifel-Gae. Magisches Quadrat. tm Schachspiel, 4. in Deutschland. Aus diesen Buchstaben bilde man fünf Wörter» die von oben nach unten und von links nach rechts gelesen, folgende Bedeutung haben: 1. Fluß in Rußland, 2. weiblicher Vorname, 3. Bezeichnung weiblicher Vorname, 5. Fluß 2 u d e e o e e o l 1 1 1 m u r r r o o s w w Auflösungen der Rätsel aus der vorigen Nummer: Kreuzworträtfel. W a g r e ch t: 1. Pelikan; 8. Masuren; 13. Italien.— Senkrecht: 1. Pol; 2. Lid; 3. Kuh; 4. Nil; 5. Klamm; 6. Raut«; 7. Sperr; 9. Ali; 10. Oka; 11. Uri; 12. Abn.