Jir. 7. UnteröottunoÄbeiloge. 192S. AMVMcher Fasching. i Die braven Buben in der Schule. Ein Klassenzimmer mit dem gewöhnlichen Zubehör.— Die ominöse Bank, dir sonst einen anderen Namen führt, heißt hier Ministerbank. Herr Lehrer Kramaf betritt bas Zimmer, worauf sich de: Lärm legt. warte mal! Sag mir etwas vom Frauenwahlrecht! Die Schüler beten: Wir sind der schwarze Bürgerblock und zittern vor des Lehrers Stock, wenn wir recht brav gewesen sind, kriegt große Knödel jedes Kind. Zölle, Steuern, Kongrua find für fleiß'ge Kinder da, mit Galgen, Kerker und Zensur bestraft der Herr die Bösen nur. Doch Wahlen halte von uns ab, bie brächten uns ins frühe Grob. Der Lehrer trägt ins Klassenbuch rin: Welches Datum haben wir denn heut«? Schüler: Faschingssamstag. Lehrer: Ich habe euch di« Mitteilung zu machen, daß euere Mitschüler Mayer und H a n r e i ch wegen frechen Benehm:ns gegen die Herren Lehrer aus der Schule ausge- fchlosien wurden. Der Herr Oberlehrer Kvehla läßt euch sagen, chr sollt euch ein Beispiel an dem traurigen Schicksal dieser beiden nehmeu. Nun wollen wir mal wiederholen. Wir sprachen in der letzten Stunde von der Brr- waltungsresorm. Was ist die Berwaltungs- reform? Nun Spina! Spina: Die Berwaltungsreform ist eine Toten- gräberarbeit— Lehrer: Daß ich dir nichr einen Karzer onhänge, fauler Bursche! Schlecht studiert. Sog du mir's Windirsch! Windirsch: Die Berwaltungsreform ist etwas, worüber man abftimmen muß, ohne viel zu fragen. Lehrer: Das ist schon besser, aberin Anbetracht deiner guten Leistungen aus Ge- schichte, wo du unlängst so tadellos über die deutschböhmffche Landesregierung Auskunft gegeben hast, ist das unbefriedigend. Es scheint, daß du weniger lernst, seit du als Belohnung in den Landeskulturrat gekommen bist. Wer weiß es bester? Kruurpe: Die Berwaltungsreform ist, wo man die Sozis unterdrückt Lehrer: So geradeheraus darf man das wieder nicht sagen. Euer Mitschüler Mayr-Harting hat«inen sehr schönen Aufsatz über dir Ber- waltungsrefonn geschrieben, leider ist er stumm und kann euch nichts darüber erzählen. Welches ist denn das wichtigste Gesetz? Feierseil: Tie Kongrua. Lehrer: Das möcht dir so Pasten; weißt du nicht,« daß ihr die Kongrua nur kriegt, weil andere, wichtigere Gesetze bestehen? Hodiua: Das Prügelpatent. Lehrer: Schr richtig.— Nun wollen wir zu etwas anderem übergehen. Diesen Stoff beherrscht chr noch gar nicht und wenn ich wieder so blöde Antworten bekomme, werd« ich einige von euch in die E— in di« Ministerbank setzen. Wir haben in der Bürgerlunde auch über die Arbeitskofen gesprochen, was sind den« dir Arbeitslosen? Wagmr: Das ist arbritSschemS Gesindel. Lehrer: Bravo, nur etwas zu ungehobelt im Ausdruck, lleberhaupt ist dein Stil nicht sehr gut. In deiner letzten Schularbeit kam zchn- mal das Wort Jauche vor Du bist hier doch nicht zu Hause. Wenn dich dann rin Mitschüler ohrfeigt, darfst du dich nicht brfchwe- rrn. Heller, du paßt schon wieder nicht auf. Heller: Wenn ein« Frau die Klasse betritt, gehen wir Lanvbündler hinaus. Die Arbeiterfrauen sind überhaupt leichte Personen und gehen auf den Strich. Lehrer: Ihr Landbündler habt alle so rin ungewaschenes Maul. Ihr schadet dadurch kehr dem Anfehn der Klasse. Bedenkt doch, es könn. ten einmal Wahlen— Gepolter in der Ministerbank. — Was ist denn? Ist der M a y r krank? Ein Glas Wasser! Spina: Ockpuskte Pano uöltele— Lehrer: VybornS Spina! Ty jsi hodnym, stäto- tvornym zäkem, ale jen ml uv nbmeckK! Spina: ES ist ihm nichts, er ist nur erschrocken, wie der Herr Lehrer von den Wahlen grrrdrt haben und da er sehr schreckhaft ist, hat's chn unter die Bank gchaut. Lehrer: Du mußt dich mehr zulammennrhmen. llobrigens haben sie dich, ich erinnere mich eben, für den mosaischen Religionsunterricht reklamiert. WaS ist das für eine Wirtschaft? Hast d:: deinen Tanffchrrn in Ordnung? Mayr-Harting nickt und weist ein Papier vor. Lehrer: Na affo, möcht wissen, was sie immer mit dir habe«. Hätt'st dir halt eine andere Fassade bestellen sollen — Also, was ich sogen wollte, euer unar- schliffencs Benehmen schadet sehr unserer Reputation. Nehmt euch rin Beissriel an den ikhriftlichfojialen, die sagen das alleS viel seiner. Was fft denn Böhr, warum zeigst du auf? Böhr: Bitt schön Herr Lehrer, der Kfepek treibt immer solche Sachen, ich kann es nicht ansehen, ich werde rot— Lehrer: Unsinn, du wirst rot, du bist dein Lebtag ein Schwarzer gewesen. Hllgeureiner: Aber bitte, Herr Lehrer, es ist wirklich wahr. Ter Kfepek singt auch in der Banse immer ungehörige Lieder, die jüngeren Buben werden von ihm ganz verdorben. Lehrer: Daß ich nicht wieder etwas dergleichen höre! Das Alter sollte mit gutem Beispiel vorangehen, nicht die Sitten der Jugend verderben.— Stcnzl sag mir etwas über den Mieterschutz! Strnzl: Indem daß tveil wir und als unter dieien Umständen trotzdem nichtsdestoweniger vielleicht gar oder kaum wenn schon dann doch lieber oder eher— Lehrer: Hellmer Gajdl! Tas fft eine Anrwort! Setzen! Soll ich vielleicht euch noch deuffch beidringen Wart' nur, bis die neuen Schüler aus der BorbereitungSklasse kommen, die werden euch auSstechen. Da ist rin gewisser Wenzel, der spricht wie ein Buch, da werde!'s sehn! Zierhut meldet sich. Lehrer: Was ist schon wieder? Zierhut: Bitt' Herr Lehrer, ich möcht einmal hinaus. Lehrer: Hier fft keine Offiziersschule. Wird nichts Gutes sein, was du draußen vorhast. Hast fortwährend Händeleicn mii den Sozis Ich hab euch eh' gesagt, ihr sollt euch nicht l so mit ihnen klagen. Es schaut nichts heraus j dabei oder vielmehr, es schaut zuviel heraus. Man soll nicht in die Sonne gehen, wenn mau Butter— Luffch: Bitte der Luschka spielt mit einem blechernen Bogel. Lehrer: Laß ihm die Freude,«8 fft der schlest s ch e Adler, er hat ihn als Geschenk bekommen für seine Fleißausgabr über die Brr- waltungSrekorm.— K-ben wir zur Sozialversicherung über. ZajiLek, was weißt du von der Sozialversicherung? Zajikek: Ich habe zwar für die Sozialversicherung gestimmt, aber nur aus Furcht vor den Sozi, dann habe ich dafür gekchrieben, aber nur wegen der Wahlen, setzt sehe ich ein, daß sie geändert werden muß. Lehrer:— widrigenfalls ihr den Marmaogl nicht in Prag seht. Wer lärmt dort? Hlinka, wenn du nicht sofort ruhig bfft, nimm ichs Staberle. lldrial: Jetzt haben wir die ganze Stunde noch nicht von Kanonen geredet. Lehrer: Das kommt nächste Stunde dran. Bereitet euch ordentlich vor. Daß mir jeder über den Rüstungsfonds unterrickter fft und daß niemand den G c i d l mir dem Redl verwechselt. — Jetzt kommt der Herr Lehrer ZrLmek und wird euch in Religion unterrichten. Es wird auch bald Inspektion von Rom kommen, lernt brav!— lind was-ch noch sagen wollt«! Daß mir keiner wieder alte Kaiserbilder auf den Lokus hängt; ick vertrag di« Frozzcleien nicht: nehmt alte Wahlpro« grawme oder die„Deutsche Presse". Und schwätzt mir in der Pause nicht mit den Rega- tivisten, Bagage elerwige! Das neue Vroommm der Bolschewisten. Riga, im Februar(Sonderdirnlls. Soeben«ressen hier di« ersten Eremvlore der vom Zentralrat der sowjet-uffffcheu Regierung herauegegebeuen neuen Richtlinien für bolschewistische Beamte und Parteigenosse« rin. Di« Richtlinie« trage« die Ueberschrift:„Halts Maul". Sie wurde« dem Inhalte«ach auch grundsätzlich von den kürzlich verbannten Führer« der Opposition, darunter Trotzki, Sinow. jew, Kamenew und Rakowski angenommen. Za Ostern wird man sich«ach alter rassischer Sitte durch Brnderknß in Moskau wieder versöhnen... LiS Ostern wird sich dann wohl wieder chn« neu« Opposition gebildet habe«, damit Sibirien««neu Zuwachs erhalten wird. — 8— MMtoner 9trtoute. Dar ist«in Drängen, ein Schieben, ein Schleifen, feie einen muffen tanzen, wie feie anderen Pfeifen. Die Tscheka spielt ans und Stalin dirigiert, Madame Komintern ist stark engagiert. Sie trägt ein Kostüm, wie kommt nnS das vor? ach bitte, sie mimt bloß feen Thermidor. Radikal und revolutionär setzt pe feen Fuß, immer drei Schritt zurück— feer neueste Blues. Man hört zu feen Tätern zärtlich sie hauchen: Gebn'S acht, daß'S auf der Plattform nicht feie Plattfüß verstauchen. Frau Kollontay ist schlank wie eine Pinie, feie Hot die modernst leninistische Linie. Der Charleston erfordert besondere Mühen, feer 8 m e r a l, feer kaiin's, der hat Sulz in feen Knien. Bei feer Hakenkreuzpolka kann man sich erholen, aber feer Stalin-Trotr geht über feie Sohlen. Zwar kann jeder Trottel da ruhig mittrotteln, aber können tun'» doch nur feie größten Fallorten. Man fears nicht nach links und nicht vorwärts schreiten, nur sachte nach recht» und rückwärts gleiten. Der Bucharin-Step mit 500 Thelen ist doch der Clou vom Ganzen gewesen. Die Rußlandfeelegierten treten an zur Quadrille. weil ste längst gedrillt wurden in der Stille; nun sehen sie, das ist Stalins Dille, eben alles durch die rosarote Brille. Rur„Chaine anglaise", feie„englische Kette" wird auSgelaffen, gib acht, ich wette. Bon feen englischen, Tänzen will Stalin nichrS wissen, fei« sind ihm ein unverdaulicher Bissen. Ter Wiener Walzer ist auf diesem Kränzchen ebenfalls ein wenig beliebtes Tänzchen. Da sind ihm feie russischen Tänze schon lieber, Kulakenpolka und Rep-Bürger- Schieber. Besser sind noch fei« chinesischen Schlager, wenn auch nicht feurchwegS ohne Versager; die große Polonaise mit Tschang-Kei» Schek war bei Licht besehen ein großer Dreck. Der Ballsaal ist schön, doch noch schöner, ich seh's, sind bei weitem feie Separäes. Da ist eines genannt„Zur Einheitsfront", aus feem einer kaum wieder herauögekonnt. Kaum tri« man ein bei feem süßen Mädel, kriegt man von oben eins über den Schädel. Und kann man die Schwelle schon überbrücken, macht einen das Derb in der Umarmung erdrücken. S' ist«in Ungeheuer, halb Drachen, halb Schlange, vor solcher Maste ist einem bange. „Sibirische Diele"— da gehen wir rein, hier wird die wahre Einheitsfront sein. Hier sieht man die Garde vom roten Oktober, bewacht vom sowjetrussischen Schober. Da fehlt keiner, der sich Verdienste erworben, mir Lenin, der ist ihnen zn früh gestorben. Sonst säße er längst schon im fernen Open, dar ist für Sozialisten der einzige Posten. „Zur GPU" heißt eine andere Kammer, da hört man alkqeit das Gejammer über den russsschen Tschekaschrecken— ein Fastnachtsscherz ist's, hier kann man's ent- decken. Bei gebratenen Hühnern und Radio lebt feer Sträfling in Dulci judilo, Champagner tröpfelt aus Kerkermauern— und diese Leute soll man bedauern! Schöne Maske wer bist Du? Den birgt die Ber- zierung. um Mitternacht ist MoSkan-DemaS» k i e r u n g. DaS Ekki tanzt eine Solopiiee, das Agitprop dafür eine Polonaise. Der Sinowiew kommt in Sack und Asche, die Reue im Herzen, ein Mandat in feer Tasche. Der Kamenew wäre ein Linker geblieben, hätt'S ihm seine Alte nicht auSgetrieben. Sie wollte nicht mit nach Sibirien wandern, so wurde er reuig, er gönnt sie kau andern! Der Reurath ist am Erscheinen verhindert, hat strafweiS in Südb^men überwintert. FafchMgs-Mpdabet. Der Anfang ist gewöhnlich schwer— Der Asquith lckt nun auch nicht mehr. vessozar war ein grimmer König, Herr Dr. BeneS reist zn wenig; Will er den Lechen Lorbeern holen. Sei dckok wärmstens ihm empfohlen. Der Domela war voller Finten, Der Dolchstoß kommt zumeist von hinten. Herr SngliL macht feen Reichen Freud', Europa weiß um uns Bescheid. Der Fisch vom Kopfe sttukt zumeist, FasriSmuS gleichfalls, wie du weißt; Bon vajda wird man lang noch fingen. Fast wie vom Götz von Berlichingen. Die Hähne gern am Miste krähn, Hier sollten Hakenkreuze stehn. Mit I? Es ist nicht aktuell: Der Iltis stinkt halt furchtbar schnell. Der Jobber sagt zuui Geld: non ölet. Die Juden essen gerne Schöler. Die Kinder machcn's wie feie Alien, Herr Kfepek ist sehr gut erhalten. Der Lindbergh ist ein großer Mann, Fast so berühmt wie Lceian. Gar mancher lächelt jetzuufe hämisch: Der Mayr-Harttug, der lernt böhmisch. Run weilet sich sein Horizont— Der Nepomuk hat's gleich gekonnt. Zu Ochsen die Proleten machen, Nennt Ordnung gern man. Du wirst lachen. Die Pubertät fft sehr gefährlich. Der Parlamentsbesuch nur spärlich. Der k. k. Fes ch a k ist allen bekannt, Karli, der tapfere Leutenant. Der kleine Reimann an» Reichenberg— man sah schon manch einen größeren Zwerg. Der Pfeffer tritt auf mit Freund Weih» rauchen, wo der Pfeffer wächst, könnt man ihn nicht brauchen. Der Weihrauch aber umnebelt die Hirnh der Vierer hot eine Denkerstirne. Der Weißkopf ist zn Stalin„nmge» stiegen", wer» nicht rechtzeitig tut. lernt statt„nmstei» gen"— fliegen. Der Wünsch ist stets des Gedankens Bater, Vorsicht ist der Aparatschiki Berater. WaS Hänschen gelernt, kann bei Han» man schauen, feer Hanslitschek übt Barrikadenbauen. Der Viktor Stern kennt' nur ein Ziel auf Erden: bei den Freidenkern wollt er Rabbiner werden. In der übrigen Sowjetsterne Gewimmel leuchtet er wieder am Moskauer Himmel. So wird bis früh das Tanzbein geschwungen, der Trotzkismus ist enfegülttg nickergerungen. Der eine qnatfcht vor leeren Bänken Und andre quietschen, statt zu- denken; In Rußland kommt das nicht mchr vur: Dort redet jetz: halt einer nur; Stalin, in wildesten Delierien, Schickt alle andern nach Sibirien; Dort lckt auch Trotzki jetzt bescheiden. Die Tscheka könnt ihn Hali nicht leiden. Mit U? O welch Geschrei! Die Sparta spielt in Uruguay! Stets ruhig fließt feie Lltava, Doch Loska war schon lang nicht da. Die Welt ist voller Trug und Graus, Bon Wotan bi» zu Wenzislau». Der Zahn der Zeit, eS iS em G'frett, Benagt das Alpha und das Zer. Elge. Was mancher nicht weiß. Justizminister Matzr-Harttug ist feer Autor zweier ausgezeichneter wissenschaftlicher Bro- tchüren; feie eine handelt vom„Wert feeS Plagiars", feie zweite ist betitelt: jüdische Abstammung, aber christlichsoziale Weltanschauung", Beide Schriften find im Verlag der Kocholiichen Jungfrauenvereinigung, Abteilung der Prager israelitischen Kittturgemeinde, erhältlich. »-• Herr Gajda, zuletzt GeneraistabSchef, früher Feldwebel und vormals Drogist, Ist setzt zu seinem ersten Beruf zurückgekehrt und verschleißt ein im eigenen Laboratorium erzeug:«» Präparat:„Absolut schmerzstillende» Mittel bei Verletzungen durch Prügel". * Reue Staatspreise. Reben den StaatSprei» sen für Wissenschaft, Kunst und Literatur werden nun auch Preise für Staatsmänner und Politiker eingeführt, deren hohe Sittlichkeit und — 4— makelloses Borleben als Barbild die«» kann; tschechischerfrits ist Herr Stklbrnh, deu'- scherseitS Herr Abgeordneter Zierhvi als Pretsträger vorgeschlagen. * Der Bund deutscher BichmuauDestellter in der Tschechoslowakei hat die Redaktionen sämtlicher Toablättcr zu einer Enquete eingeladen, die den Wert einer unparteiischen Kunstkritik -untersuchen soll. Als erste Zeitung har das „Prager Tagblatt" die Beteiligung»' dieser Enquete abgelehnt. Die deutschen Bühnen» und Buchautoren in-er Tichrchoilowakei haben einen Verein gebildet. dessen Mitglieder verpflichtet find, ernan- der unter allen Umständen zu loben. Präsident de? Vereins ist Herr Max Brod. |£e£te ftafdiino*- Lnlerbrochene&öuberua(KtätigTeit Bräun, 17. Feber Mir heutigem Tage wurde dir SäuberungSakrion in der kommunistischen Partei unterbrochen Dir Ausschlüsse sollen erst wieder ausgenommen werden, bis durch eine vierwöcheniliche Werbeaktion«in hiezu geeignetes Mtglirdcrmotrrial gesichert worden ist. Durch liberale Handhabung der Statuten soll. eS ermöglicht werden, daß besonders befähigte Parteimitglieder dis zu dreimal im Jahre ausgeschlossen und wieder ausgenommen werden können. Stn verlorenes Dokument gefunden. Prag. 17. Feber. Ein einzig dastehender Fall beschäftigt die Oeffentlichkcit. Bei der Reinigung eines verstopften Kanalrohrcs im Ge- bäude deS MmistrrratSpräfidiumS tourdr ein wichtiges politisches Dokument gefunden, dessen Abhandenkommen bisher von uicmandeu bemerkt wurde. Es handelt sich um die schriftlichen Per- einbarnngen, die bei der Bildung brr gegenwärtigen Regierungsmehrheit abgeschlossen wurden, und die auch die Bedingungen der deutschen aktivistischen Parteien enthaften. Wie dieses Schriftstück an einen solchen unpassenden Ort kommen konnte, ist umso rätselhafter, als die in Frage kounnendrn Klosett? ausschließlich von tschechischen Äoalitionspolitikern benütz: werden. Sowci: sich das Dckumeut in seinem heutigen Zustande noch entziffern läßt soll nun— wie verlaute:— das seiuerzeir vereinbarte Aus- glrichsprogramm Angriff genommen und durcharrührk werden. Fortschritte In der Laadvnrtfchaft. Durch reichliche Verwendung von Seifen- sch° um versuch:«in branchekundiger Reichsparteisekretär die Erträgnisse der Landwirtschaft zu beben. Vorläufig ist noch unficher, ob dir per. föulichen Erfolge, die der Erfinder dieicr Methode erzielt hat, auch den«inzelucit Laudwir. ten zugute kommen. Ei« neue Obstsorte will man durch di« Anpflanzung von KnödeLäumen erzielen. Sie gedeihen ans Koalitionsmist und müssen mit aktivistischem Speichel täglich begossen werden. Die Frucht ist reichlich und sättigend, bar aber einen bitteren Nachgeschmack. Die Drohte» Kartoffel« in ganz Deutschböh- men wachsen, wie durch dir deutsche Sektion des Sandeskulturrates amtlich fepgestrvt wurde, ans tat Gründen des Herrn Abgeordneten Mhöb in Eber-Riedersdorf. NachtchmungSverfuche sind zwecklos. Edle Rmderraffrn werden zur Auffüllung der Siallbestände des Musterlandwirtes tzvehla in Hostivaf bei Prag gejocht. Bon der»ordböh- mischen Firma Eschor liegt bereits ein billiges Offert vor. Die letzte» Aubauversuche mit Rcstgütern ergaben, daß sich diffes Gewächs in der Nähe von Jauchengruben züchten und vermehren läßt. C- müßten aber tausendfache Erträge erzielt wt.den, um der ungewöhnlich regen Nachfrage entsprechen zu können. SooUdge verkündet die Welt- friedensboiftvatt. Rew Hark. im Februar(SonderdiensN. Angesichts der gewaltigen Wirkung, tvrlchc die Rede des Präsidenten Cootidge auf dem vanamerikanischcn Kongreß zu Havanna auS- löste, angesichts des frenetischen Beifalls, den sein« Weltkriedensbotschaft unter den Vertretern der amerikanischen Staaten auS Nord und Süd. abgesehen von Nikaragua und Mexiko sowie vor allem auch unter den anwesenden europäischen Diplomaten hcrvorries, hat man in Washington jetzt beschlossen, dir unter Anwendung der neuen matrrio-psychopaiho-kinemalo graphischen Methode des berühmten Profess-rS Uankec-Toodlcstik gemachte B i l d a u i n a h m e des Präsidenten, wie er in höchster Ekstase spricht, zu veröffentlichen. Air geben hier das ans drahtlosem Dege hcrübergcfunkte Bild: Eoolidge. Sei» Bahlsprnch:„Zwei Seele» wohne», ach, in meiner Brust:„Ab- und Wettrüsten!" Oe(anten-6pHtter. „Auch mir bleibt nichts erspart" Masaryk. ** „Wenn ein Mann sein Wort gibt u>td eS nicht hält.— dann muß er dafür seine Gründe haben." Zvehla. „In unserer demokratischen Zeit ist kein Platz mehr fiir den altrömischen Gedanken: „Wer den Frieden will, rüst« zum Krieg"; heute gilt vielmehr nur die Parole: ,Der den Krieg will,, rüste zum Friede»'." B e n e 8. ♦ „Alles Symbiotische ist nur«in Gleichnis." Spina. „Ich bi» klein,»»ein Wunsch ist klein, di« Pfaffen sollen glücklich sein." Mayr-Harting. „Schön find dir Mädels von Prag...* Seipel. „Ju der Krim, do wohnt die Frrthrit." K r a m&?. * „Kennst du das Land, wo di« Schkubanlen blüh'n? Dorthin möck»' ich aas Moskau flieh'«" 5 m r r a l. * „Ewig schwankend bleib' ich..." Karl K r r i b i ch. a> „Ich höre mich so gern..." Viktor Stern. * „Wer das Hakenkreuz nicht ehrt, ist des Talers nicht wert." HauS K r c b s. „Kramür, gib mir meine Legionen wied.r." Rudolf Seid!. * Solang wir teinru elektrischen Stuhl haben, freut mich die ganze Republik nicht!" Dobisckläger. |jHHerlei&auöre»epie] Faule Eier, gut geschüttelt, erhalten allen Nährwert zurück und find für den Genießer ganz ungefährlich, tvenn man sie nach drm Nachtmahl in christlichfozialrn Berjannnlungrir verwendet. Landbundknödel, aktivistisch gespickt, in Re- girrnngstunke und mit Kohlentinfuhr-Seroi.r- ten serviert, eignen, sich ausgezeichnet für de» Sonntagstifch. Wegen etwaiger Berdauungs» störunpen ober nur sehr kräftigen Nature» zu empfehlen. Zum Feuermachen verwende matt gut abgc. lrgenes ZeitunaSpapier. Am besten brenuen die kräftigen, gutvöllisckcn Leitartikel landbündkc-i- schcr und chrisrlichiozialer Blätter ans den Jahren 1919 bis 192K. Furchtsame» Kindern, die schwer eimchla- fen, zeige man vorher Bilder lieber nnd schöner Männer. Mit den Porträts B a x a s und Maur-Hartings wurden insbe-oud-re bei Mädchen die besten Erfahrungen gemacht. Bei Magrubefchwerdtn itehme»tat: ein Feuilleton des„Tag" oder eine» Aufruf des Effi zu sich; man kohl sofort und fühl: sich erleichtert. —-< Matfei>(Stte.— Silbenrätsel. a— ar— be— chi— denz— dra— en— ge— hall— i— ko— ko— ma— m«— mk — tri— o— ra— r«— re— r«— rhä — ri— fi— Jill— fper— statt— to!— tekt — lha— ti—wehr— ygg. Aus vorstehenden r.F Silben sind elf Wörter zu bilden, dir folgend« Bedeutung haben: 1. Schloß an-er Adria; L. Erdteil; 8. Baum aus der twrdischrn Sage; 4. gallische Provinz; 8. Stadt im Salzkammergut; 6. Baumeister; 7.-Hauptstadt; 8. künstliches Wasserbecken; 9. jonische Insel; 1V. Frau drr griechischen Soge; 11. Waffe.— Di« Anfangsbuchstaben dieser Wörter von oben nach nnrcn und di« drifte« Buchstaben in um gekehrt c r Reihenfolge gelesen ergeben zwei um die tschechoslowakische Justiz hochverdiente Männer.