3)r. 20 Unteröaltunodbesiage. 192S. Die GGlaGtyS-e von HSariS. No« tturt Lu«HvI?r« Ein graugrüner stumpfer Hinnnel liegt über La Billette, dem Arbeiterviertel'M Nordosten der Stadl. Em Stückchen.".anal durch schnei de! quer die Straßen, von hier fahren die Kähne mit dem Fleisch durch rußige Wiesen. Es ist sieben llhr srüh. Gegenüber dem begit'ertcn Eingang zu den dunklen Gebäuden des Schiachthofes bocken, sitzen, bummeln vor den Koffchäuscrn merkwürd ge Männer und Frauen. Biele baden blutbespr tztc Hosen, blutgetränkic Stiesel ein grauer Manrel bedeck', das ein wenig. Einer ist nur in Jacke und Hose, unten ist er rot, als lxrbe er im Blu' gewatet, ausdem Kopfe trägt er«.ine kleine, runde, rote Mütze — er siebt genau aus wie ein Gehilfe von Canrsou. Er raucht, eine Nhr schlägt. Die Massen strömen durch die große Pforte, hinten sich! man eine Hammeltzerde durch eine schattige Allee'rappeln, m:t rauhen Schritten rücken die Mörder an. Ich mit. lieber de» großen Vorhof, flank en von Wärter» und Bureaubäuschcn, an einer Uhrsäule vorbei hinein in die„Canes". Das sind lange Hallen, nach beiden zug gen Seiten hin offen, doch, mit S'allöchern an den Seiten. Hier wird geschlachte'. Als ich in die erste Halle trete, ist alles schon in vollem Gange. Blut rieselt mir entgegen. Da liegt ein riesiger Ochse, gefesselt an allen Bieren, er bat eine schwarze Binde vor den Augen. Der Schlächter bol! aus und sagt ihm einen Dorn in den Kopf. Der Ochse zappelt. Der Dorn wird herausgezogen, ein neuer, längerer wird eingesührt. nun beginnt das Hinterteil des Tieres wieder.zu schlagen, als wehre es sich gegen diesen letzten, cntsetz- lichen Schmerz. Eine Vierte lminute svärcr ist die Kehle durchschnitten, das Btm kocht heraus. Alan sieht eine dunkle, rote Höhle in den Ochsen hinein, aus dem Hohlen konnm das Blut geschossen, es kollert wie ein Sprudel, der Kopf-cs Ochsen sicht von der Seite her zu. Dann wird er gehäutet. Ter nächste. Auf einem Bock liegen drei Kälbchen mit durchschnittenen.Kehlen, noch lange zucken d e Körper, werfen sich immer wieder. Rasch fließ das Blut, mit Wasser durchmischt, in den Rinnsalen ab. Dort hinten schlachten sie die Hammel. Zu acht und zehn liegen sie auf langen Böcken, auf dem Rucken liegen sie, den Kopf nach unten, die Beine nach oben. Und alle diese vierzig Beine schlagen ununterbrochen in die Luft, wie eine einzige Maschine sieht das aus, als arbeiteten diese braunen und grauen Glieder geschäftig an etwas. Sie nähen an ihrem Tod. In der Ecke stehen die nächsten; sie sind schon gebunden schnell nimmt der Schlächter eines nach dem andern hock und legt es vor sich auf den Bock. Kein Schrei. Drüben in der nächsten Halle wird„ä la Juive" geschlachtet. Der Mann, der schächtct, ist aus dem Bilderbuch, ein Jude: ein langes, vergrämtes lyesicht mit einen» Käppchen, in der Hand bat er einen riesigen Stahl, scharf wie ein Rasiermesser. Er probt die Schneide auf dem Nagel, er nimmt irgeiweine religiöse Förmlichkeit mit ihr vor, feine Lippen bewegen sich. Die süddeutschen Gassenjungen über- sctzen sich dies Gebet so:„I schneid di nit, i nictz di nit. i will di bloß mal schächtel" Hier wird das Tier nicht vorher getötet : und dann zum Ausbluten gebrach', sondern ! durch einen Schnitt getötet, so daß es sich im i Todeskampf ansblutet. Ich bin auf den | Schnitt gei-annt. Der Ochse'st an den Bordevbeinen gefes- , seit, durch den Raum laufen über Rollen die S'ricke und zwei Kerls ziehen langsam an. Ter Ochse strauchelt, schlägt mit den Beinen um sich, legi sich. Ter Kopf hängt jetzt nach i unten die Gurgel strammt sich nach oben... 'Der Jude ist langsam näher gekomnicn, den Sahl in der Hand. Aber wann hat er den j Schnitt gc an? Er ist schon wieder zwei Meter fort, und dem Ochsen hängt der Kopf nur noch an einem singerbreitcn Streifen, das Blut brodelt heraus wie aus einer Was- I jerleitung. Tas Tier bleibt so länger an» Le- l den, nn'.er der Rückenmusknla'ur arbeitet es I noch lange, fast zwei und eine halbe Minute. Ob es bei diesem System, wie behauptet wird, länger leidet, kann ich nicht beurteilen. Das Blut strömt. Erst dunkelroies. später stt'-rr- I lachrotcs, ein schreiendes 9k” bilde! sein? See» | auf dem glitschigen Boden. Nun ist das Tier I still der Augenausdnlck hat sich kaum vcrän-1 , dert. Lieben ihm hat sich jetzt ein Mann aus ■ den Boden gekniet, der das Fell mit einer i Maschine ablöst. Tauber«rennt der Apparat die.Haut vom Fleisch, die Maschine schrei!, cs I hört sich an, wie wenn Metall gesagt wird, es kreischt. Dann wird dem riesigen Leib ein Schlauch ins Fleisch gestoßen, langsam schwillt er an: es wird komprimierte Luft eingepumpt. Das geschieht, wird gesagt, um die Haut lcich'cr zu lösen. Es hat aber den Nachteil. daß diese Lust nicht rein ist, und das Fleisch scheint so schneller dem Verderben ausgesetzt zu sein. Und es hat den Vorteil, daß sich die Ware, da die Luft nicht so schnell entweicht, im Schaufenster besser Präsentiert. Karrees und wieder Karrees— der Auftrieb auf dem benachbarten Bichmarft der zweimal wöchentlich stattfindct, ist stark genug: gestern tvaren cs 13.000 Tiere. Paris ist eine große Stadt, und es gibt nur noch kleine Abattoirs,»oic das an der Por'e Bangirard, und eines nur für Pferde in Aubcroilliers. Jetzt ist das Pferdefleisch annähernd so teuer wie das reguläre— der Verbrauch hat wohl etwas nachgelassen. La Billette hat das größte Abatioir— keineswegs das modernste—- nti» dem in Nancy und den großen Muster- schlachrhösen in Amerika und in Deutschland nicht zu vergleichen. Stallungen und Stallungen. Biele Tiere sind unruhig, viele gleichgültig. An einer Stalltüre ist ein Kalb angebunden, das be« wcg: unablässig die Nüstern, etwas gefällt ihm hier nicht. Zehn Uhr zwanzig, da ist nich's zu mache». Ein Ochse will nicht, er wird furchtbar auf die Beine geschlagen. Sonst geht alles glatt und sauber und sachlich vor sich. Au einer Türe stehen zwanzig kurz abgeschnittene Rindevsitße,„Pars pro toio", eine kleine Herde. Hier liegt ein'Schafbock und kam zufrieden Heu. Es ist ein gewerkschaftlicher Gekber. Der wird au die Spitze der kleinen Ham- mslherdrn gesetzt, die da einpasfterrn, er führt sie in den Tod; kurz vorder verkrümelt er sich und weis; von nichts mehr, der Anreißer. Er ist ganz zahm und kommt immer wieder zu seinem Futterplatz zurück. Dafür schenkt mau ihm das Leben. Tas soll in den letz en Jahren schon mal vorgekontnicn sein. Hier im große» Stall ist ein Pferch ganz voll von Schafe». Sic werden wohl gleich ab- gebol'. sie sichen so eng aufeinander, daß sie sich überhaupt nicht bewege» können, uns sie stehen ganz still. Sie stehen sturnm auf, ke-u raut, hund-.-tzwan.zig feuchte Augen sehen dich an. Sie warten. Durch Stallstraßen, an Eisfabriken und Konservenfabriken vorüber, zu den Schweinen^ Eine idyllische Hölle,«ine Höllische Idylle. In dem riesigen, runden Raum brennen in den einzelnen Kojen, die durch Bretterwände abgeteilt sind, große Strohfeuer. Die Rotunde hat Oberlicht, und d'e Schlächier, die Männer und die Frauen, die die Kadaver sengen, sehen aus wie Angestellte-er Firma Hephästos u. Ko. Die Schweine rummeln m den Kojen, durchsuchen das Stroh— der Schlächter mit einem großen Croquethammer tritt naher, holt— heiliger Hobler!— weit aus und schlägt das Tier vor den Äovf. Meist pllt es sofort lautlos uni. Zappelt es noch, gibt er eine» Pveiten Schlag, dann liegt cs still. Keine Panik unter den Mitschweinen, lein Laut, 5ün Schrecken. Draußen in den Ställen drilm hcrnm schreien sie, wie wenn sic abgestochcn werden sollten— hier drin- ncn kein Laut. Dem' toten Schwein werde» von Frauen die Borsten ausgeruE, mit denen du dich später«tnpinselst vor oem Rasteren, dann wird cs ans Feuer getragen und abgesengt. Die schwarzen Kadaver, aus kleinen Wägelchen hoch aufgeschichtet, fahren sie in den Nebensaal, wo man sie wciterverarbeitet. Hier, wie bei den Rindern, stehen Leute mit Gesäßen, die fangen das Blut auf. Das Blut raucht, es ist ganz schaumig, sic rühren un- untcrbrochcu darin, damit e£ nicht gerinnt. Die Schlächter stehen sich nicht schlecht: sie verdienen etwa zweihundert Franken in der Woche.(Eine Umrechnung ergäbe bei de» verschiedene» Lebcnsbcdingungen ein falsches Bild; der Realloh» ist sirr deutsche Bcrhält- nisse hoch: der franzHische Arbeiter wohnt schlechter als ein deutscher Genosse, ißt bedeutend besser, kleidet sich fast ebenso gut.) Da an der Ecke stehen vor großen Trägern Männer und Frauen und kochen die Kalbsköpfe aus. Blutig kommen sie hinein, weiß koiilinen sie heraus. Auf deni Boden rollen di« abgeschnittenen Köpfe mit den noch geöffneten Augen— ein Mann ergreift sie und I pumpt sie ebenfalls mit der Lustpuntpe auf. Jtzdesmal bläht sich der Kopf, jedesmal schließt das tote Kalb langsam und wie nun erst verlöschend, die Augen, dann tverden sie gekocht. DaS einseitige Stiergefecht bauen noch an, bis elf wird's so weitergehen. An der Mr, vorn am Eingang, hängen die Marktnotizen. Ta ist zunächst eine große, erzerne Tafel, den Toten des Krieges zur Erinnerung gewidmet, aufqchängl von den vereinigten Großschlächtereien der Stadt Paris. Namen, eine Jahreszahl... Ich studiere die Markttafeln. Und beim Aufsehen bleiben mir Wor'e haften, ein paar Worte von der Inschrift, die di« Gefalleneii ehren sollen. So: La Boucherie en gros(Die Großschlächreress. 1914—1918 Tie Parallel« ist vollständig. (Mit besonderer Erlaubnis des Berlag.'s Ernst Rowohlt, Berlin, dem Buche„Mit 8 P2", , von Kurt T-ncholskY. entnommen.) Deine ArbeiL. Bon Felix Riemkasteu. Das mußt du wiffen, du Mann im Arbeitskleid: Du bist der Same>m Acker der Zeit. Dein Wollen ist es, das Zukunft trägt, und wolltest du jemals ermattet rasten und dich ergeben in deine» Lasten, so stünde die Erde ganz unbewegt. Alle Menschlichkeit ist satt der Qual des öde» Haufens von Zahl auf Zahl. Sie bauen den Tnnn nur höher hinauf, aber die suchenden Blicke schweifen «ach besserem Baugrund— und dennoch streifen sie Alics nicht ab und halten den Kauf. Alle hängen mit Geizen am ersten Wort, dieses ,Herr und Knecht", und das zeugt mm fort. Keiner gibt gern sein Getvinnlein hin, All« fürchten des Uebergangs Frieren, du aber hast nichts mehr zu verlieren, und darum stchst du vor lauter Gewinn. Neige niemals das Fähnlein müd'l Glaube du immer der Zukunft Lied. Das ist deine Arbeit, du Arbeiksmann: Neues schaffen und Neues denken, die Welt hinzwingen zu deinen Geschenken, damir sie gesunden und blühen kann Liebe und Derbrechen! Grygorij Piotrowicz Rytnikow an das Bolksgericht des 13. Bezirkes. Da ich beschloß, mich von der mit mir lebenden Cttphrosine Karpowna Fokina scheiden zn kosten, weil ich sic im allgemeinen und im besonderen zu lieben aufgehörl hatte, trug ich, als ich aus der Fabrik kam, kaltblütig aus meinem Zimmer alle ihre Sachen hinaus, stellte sic nebenan in die benachbarte Stube, di« von dem unverheirateten Bruder meiner.LebenSgenosti«, Kolla Fokin, bewohnt wird. Plötzlich, etliche 20 Minuten nach diesem Borfall, hörte ich, auf dem Bett liegend, die Schritte der Fokina und ihres Bruders Kolla, und dann gegen jede Zensur verstoßende Be- schimpftingen der Mutter von Fokinas Seit«. Da ich gemeine Ausschreitungen von chrer Seite befürchtete, hatte ich die Tür von innen ein und schloß kaltblütig die Augen. Meine eben erwähnten Mittel hielten aber gegen ihr unorganisiertes Verhalten nicht stand. Sie begannen mit Fäusten gegen meine Tür zu donnern, mich vor allen Mitbewohnern zu beschimpfen und das Ber- traurn der Masst» in mich zu untergraben, indem sie mich zum Beispiel einen Beutekschnei- der und unter anderem einen Lumpenkrrl nannten. Aber ich sagte kaltblütig: Genossin Fokina! Habt nicht ein so großes Mundwerk und brecht mir nicht die Tür ein. Eine Rückkehr zur Vergangenheit gibt es auf keinen Fall, denn ich habe mich von euch schon getrennt. Da brach chr Bruder, Kolka Fokin(bestraft wegen eines Skandals mir der Braut), die Tür mit ganzer Kraft auf, und dann stürzten Froska und Kolka in meine Zinnner, begannen mich zn beschimpfen, als wenn ich sie verraten hätte, und nnch des Verhältnisses mit liederlichen Franen- znmnern zu verdächtigen, und er, der Bruder Kolka Fokin, fuchtelte vor nleiner Rast mit der Faust urrd schrie: ,Zch werde es dir zeigen, du Taugenichts, der Schwester so Unrecht zu tun und sie so zu beschmrpfcn." Und als ich das versanunclte Volk bat, Kolka zu erklären, daß ich mich von Froska getrennt habe— und da habe ich doch das Recht, meine Wohnung von den Sachen zu befreien, die meiner Lebensgenostin im allgemeinen und im besondere» gehören—, begann die oben«rwähure Froska nicht nur meine Möbel, sondern auch meine Kleider an sich zu nehmen und ließ mir nur eine alte Jack« und geflickte Hosen. Während ihres Diebstahls stand Kolla, die- ser Halunke, vor mir und hielt mir die Faust unter die Nase, verbot mir, irgend etwas zu unternehmen und ließ nicht zu, daß ich den Uprawdou(Hausmeister) rufe. Alle meine Bersuche, die Teilnahme des Bottes, das dem unverschämten Verhalten meiner Lebensgenostin zuschaute, wachznrufen, riefen gar keinen Eindnick hervor, sondern nur duunnes Lachen. Unter mrderem stempelte mich die Genossin Fotina bestimmt und faktstch öffentlich zum Parasiten und stellte mir bei ihrem Weggang das Ultimatum: Entweder, sagte sie, lebe mit mir zusammen oder bleibe ohne Sachen. Gegenüber diesem Tatbestand bitte ich das Bolksgericht, sie zu verurteilen: 1. Wegen Beschimpfung(das ganz unerhörte Verhalten der Mutter und den Parasiten), 2. wegen Lebensbedrohung (Kolka sagte, er wird mir den Kopf abschneidcn), 3. wegen Aneignung meines Eigentums(Möbel, neue Hosen, Uniform und Gesäße). Ferner bitte ich dem Kolka zu erklären, daß ich feine Schwester zu lieben aufhörte, und da kann ich mich von chr scheiden lasten. Grygorij Rytnikow. Grygorij Piotrowicz Rytnikow an das Bolksgericht des 13. Bezirkes. Ich bitte das Gericht-um Beschleunigung merner Angelegenheit, da Froska Fokina wicder- I uin mit mir lebt, indem sie das körperliche Ueber- gcwicht ihres Bruders. Kolka, ausnutzt, der von I mir verlangt, daß ich mich von feiner Schwester nach dem Gesetz scheiden laste und ihre Ehre nicht beschimpfe. Wie soll ich mich aber von Froska Fokina schellten lasten, wenn sic nur meine unrechtmäßige Lebensgenostin ist? Also kommt es dahin, daß man sich niemals, auch nicht von einer einzigen Lebensgenostin, scheiden lasten kanit.... Tas sind Verhältnistc!... Grygorij Piotrowicz Rytnikow an das Bolksgericht des 13. Bezirkes. Ich bitte, meine Augelegetcheir mit Euphro- fin« Fokina nicderznschlagen, da ich mich wiederum mit chr znsamnicngetan habe, und sie wieder im allgemritren und im besoirderen liebe, ohne jeden Druck seitens Kolka, chres Bruders... Und mau schlug die Sache nieder. (Ans der„Krasnaja Gazeta" übersetzt.) Leben. Wir saßen uns in der Elektrischen gegenüber. Sie Ivar in einen erbärmlichen Mantel gehüllt. Ein Stück Sack bildete die Handtasche. In wilden gelben Strähnen hing das Haar. Der Zeigefinger der Rechten war braun von» Zigarettenrauchen. Auf den Lippen blühte Jugend und Sinnlichkeit. Aber wie eine Wolke des Leides furchte es durch ihr Gesicht. Eine Dam« der „Gesellschaft" stieg ein und rückte bchutsam von ihr ab:— Proletariat! „Sitte Vorsicht," zitterte sie mir entgegen. Ich sah nach unten. Der linke Fuß war unförmlich mit Lumpen verschnürt. Schirm und Stock standen in der Fensterecke. Alles an ihr war so abgeristcn, so unsagbar verelendet, nnd mit dem Begleiter der Armut behaftet, dem Schmutz. Aber quellendes Leben sprang mir entgegen, da sie erzählte. Meine Umgebung versank in däuuncrnde Tiefen... Ich sehe ein Kind über den Straßendamm eilen. Angcbranst komm: die Elektrische. Ein Schrei ertönt, der Schrcckensruf der Mutter, di« ihrem Kinde nachstürzt. Und daun noch«in zweiter wilder Schrei— der gellende Schmerzensrnf eines Weibes, dem die elettrische Maschine den halbe» Fuß zerschnitten und abgefahren. Tann ziehe» Bilder des Krankseins,«in auf filnf Monate sich dehnendes Stilliegen und soviel Sehnsucht noch Freiheit und Kraft an mir vorüber. Aber ein Unglück kommt selten allein. Ein Sarg taucht vor mir auf,«in Mensch wird dem heiligen Feuer übergeben. Das war der Mann. Und nun steht sie allein da mit ihrem gerettete» 8 Jungen. Aber um fie herum lockt und brandet das Loben. Dir Elektrische hält. Verkehrsstockung. Wir schweigen und schauen hinaus. Unwillkürlich folge ich dem Wrgziel ihrer Augen: Ein Konfitürengeschäft und daneben«in Coisfourladrn mit ausgestellten Modellen. Ach, wir das zerrt und gleist, wie daS rüst und bindet! Was weiß der Reiche, der Sott« von dieser Qual! Die Augen werten groß und bekommen ein seltsames Leuchten. Sinnlich formen sich die Lippen und wie im frohen Genuß wiegt sich leise der Obrrlörper. Leben... leben! Erinnerung löst stch aus. Mädchenträume werden lrbritdig. Tanzmclodien erklingen. Wunderweich dir Nacht und heiß und schwül steigt es auf von der Erde w.i« Liebe>md Leidenschaft. Leben... leben... leben! Da wir anssteigen, beuge ich mich zu ihr herüber: Herkules hatte seine sechs Arbeiten vollendet und sollte jetzt die stebcnte beginnen, nämlich den Augiasstall reinigen. Diese Arbeit war die unan- genehmste, wenn auch nicht die schwerste. Dreitausend Ochsen halten dort dreißig Jahr« gestanden und gemistet, ohne daß jemand es gewagt halte, den stall rein zu machen. Es war keine schöne Arbeit, aber er hatte ste nun einmal übernommen. Zurrst machte er einen Versuch mit Schaufel und Besen. Da aber erhob sich ein Brüllen: dreitausend Ochsen brüllten auf einmal. „Laß unseren Dreck sein! Das ist unser eigener Dreck!" „Danach frage ich den Teufel," sagte Herkules und begann auszumisten. „Laß»ms unseren Dreck behalten," brüllten die Ochsen wieder und wendeten ihm die Hörner zu. Rein, sie dursten ihn nicht behalte»! Er schlug fie mit der Schaufel so auf die Hörner, daß sie schwiegen. Er kmtchelte und jchauselte so, daß er bis über die Schullern im Schmutze stand. Da wollten ihn die Ochsen verhöhnen. „Seht doch diesen Schmutzpeter!" sagten sie. ,-Jhr, ihr stid Schmutzpeter," antwortete Herkules;„ich habe diesen Dreck nicht gemacht: daß ich ober schmutzig werde, wenn ich mich mit euch abgebe, dafür kann ich nicht." Die Ochsen schwiegen. Da aber krochen die Mistkäfer hervor, di« in den Kotballen wohnten und bauten. ,^Laß unsere Kotballen sein!" brmnmlen sie. „Es sind nicht eure Kotballen," sagte Her- kttles,„sonder» die der Ochsen!" „Ja, aber wir frieren, wenn ihr sie fortschafft." „Arbeiter, dann braucht ihr nicht zu frieren!" Wenn sie arbeiteten! Am Abend, als sich Herkules schlafen legte, rollten sie alles wieder in den Stall, was er hina>rsgefchaufelt halte; am nächite» Morgen sah der Stall ebenso arg aus wie vorher. T.r wurde Herkules böse. „Hier hilft weiter nichts, als den Stall unrer Wasier setzen!" Ms die Ochsen vom Wäger sprechen hörten, da» sie dreißig Jahre lang nicht gesehen, entstand «in solches Lärmen und Brüllen, daß die Mistkäfer, die nur in drr Dämmernng draußen sind, ausflogen und auf den Rücken der Ochsen Schutz fochten. Aber Herkules tvard nicht ängstlich, sondern lirh das Wasier laufen, und herein stürzten zwei .^Wollen Sie mir bitte eine Frag« aufrichtig beantworten?" -La" „Welcher Verlust war schwerer: der Mann oder der Fuß?" »Der Fuß." Und dann, jäh sich verfärbend, wie wenn sie ihre Seele, die lebensdnrfüge, bloßgelegt, eni- srrnte sie sich rasch und die Wellen der Großstadt verschlangen sie. Ich aber sah ihr nach, wie wenn fie meine Schwester wäre, lmd in mir sprang es auf wie ein Lied, wie eine lockende Melodie, und war doch nur drr große Jsschchmus des Lebens, daS uns alle in seinen Arm ninnm und uns hin- und hrrtmegt als die Kinder der Sehn- stlcht, die vom Himmel reden und doch an die Erde gebunden sind wie mit klamuiernden Organen. Paul Pirchowkki. große Fluten, die den Stallboden unter Wasier setzten. „Er ist«in Bolksfeind," brüllten die Ochsen; „er will die Gesellschaft vernichten, er will di« ganze Erde ertränken." ,AaS will er nicht," sagte Herkules;„er will nur den Mist unter Wasser sehen, und ein Bolksfeind ist«r nicht, aber ein Ochscnfeind und ein Mistkäferfeind, das ist er." Als alles fertig war, ging Herkules fort und legte sich hin, um zu schlafen. „Wie sollen wir uns rächen?" fragten die Ochsen.„Haben wir denn Waffen, di« ihm etwas anhaben können? Die Hörner schaffen es nicht!" „Wir wollen ihn mit Dreck bewerfen," sagte der Stier. „Ten wäscht er ab," sagte sein Nachbar. Die Frage wurde besprochen, und als all« Ochsen ihre klugen Köpfe zusammensteckten, kamen fie zu dem Ergebnis, daß fie keine Waffen besaßen, die Herkules etwas antun konnten. Aber ein Mistkäfer, d«r die Ueberlegung gehört hatte, bckanl eine Ide«. Die war sehr alt und darrun sand sie Gehör bei den Ochsen. „Man müßte ihn mit seinen eigenen Waffen schlagen." Mit seinen eigenen Waffen! Das war die Keule: die aber vermochte keiner zu heben. Es war also eine dumme Idee, wenn sie auch alt war „Setzt ihn unter Wasier, verstanden," siel ein anderer Mistkäfer ein;„setzt ihn unter Wasser, wie er es mit unserem Stall gemacht hat." Das ließ sich hören! Das war seine eigene Waffe. Aber das Wasier? Wo sollte man cs hernehmen? Der Mijtiäscr flüsterte dem Stier etwas zu: der beugte seinen Kopf zum Nachbar, und bald war es allen Ochsen klar, woher ste das Wasier nehmen konnten; aber sie wollten es nich: laut sagen, jetzt, da sic so reinlich geworden waren. Herkules erwachte davon, daß er in eine schnulyige Flut sank. Aber er wußte sich Rai: er kletterte auf seine Keule, di« aus Olivcnholz war und also wie Oel schwimmen konnte. Aus äußerst natürlichen Ursachen nahm der Strom bald ab und Herkules saß auf dem Trockenen. Ta ging er in d«n Stall hinein und hob im Zorn seine Keule. Aber es reut« ihn. „Man schlägt Läufe nicht mit einem Hammer. Ihr hättet euch allerdings reines Wasser leisten können, wie ich es mir geleistet habe. Aber das macht nichts: Ochsen bleiben immer Ochsen. Wenn ich euch nun auf den Hintern schlage, weil i ihr euch so kleinlich an mir gerächt habe, so| kommt nachher nicht und sagt, ich hätte mich an euch gerächt. Ich räche mich nicht, ich strafe." klick» er schlug alle Ochsen auf den Hintern, alle dreitausend, aber di« Mistkäfer ließ er laufen. Seit dieser Zeit fiick» alle Ochsen hinten geborsten. und jedesmal, wenn jemand«inen Stall reinigen will, strecken die Ochse» Len Schwanz in die Luft. Das Lier im Sprichwort. Unendlich sst der Wortschatz unserer Drache an Aussprüchen, Gleichnissen und Weisheiten, die wir aus dem Reiche der Tiere holen. Manch eines dieser Sprichworte hat eine tiefe Bedeutung über den Oberflächensinn hinaus; jedenfalls zeigen sich vielfach die Einstellung des Menschen zu einer bestimmten Tierart, drücken seine Verachtung über seine Liebe dafür aus. Eine kleine Zusammenstellung, die jeder nach seinen Keimtniffen beliebig erweitern kann, soll hier gegeben werden. Ein Sperling in der Hand ist besser als eine Taube auf dem Dache. Wo Tauben sind, da fliegen Tauben zu. Eine Schwalbe»rächt noch keinen Sommer. Jeder Bogel singt, wie ihur der Schnabel gewachsen ist. Der Hahn im Korb. Wenn der Hahn kräht auf dem Mfft. ändert sich das Wetter, oder es bleibt, wie es ist. Ein blindes Huhn findet auch ein Korn. Mädchen, die pfeifen, und Hühner, die krähen, soll man beizeiten die Hälse nurdrehen. Eine Krähe hackt der andern die Augen nicht aus. Wo Aas ist, sammeln sich die Geirr. Man trägt noch immer Eulen nach Achen. Wenn man vom Fuchs spricht, sicht man den Schwanz. Die Vögel, die des Morgens so früh fingen, holt des Abends die Katze. Wie Katze nick» Hund leben. Es sst ein Wetter, daß man keinen Hund vor die Türe jagt. Wenn die Katze nicht zu Hanse ist, tanzen die Mäuse auf dem Tisch. Biele Hunde sind des Hasen Tod. Das pfessen die Spatzen vom Dach«. Seid flng wie die Schlangen, aber ohne Falsch wie die Tauben. Die Größe macht es nicht allein, sonst holte die Knh den Hasen ein. Wenn die Mäuse satt find, schmeckt das Mehl bitter. Falken und Tauben soll man nicht zusammensperren. Dich soll drr Kncknck holen. Fette Hennen legen wenig Eier.(Viel Geschrei und wenig Wolle.) Wie ein Dolf in die Schafherde einbrechen. Wer die Katzen zur füttert, hat am Hochzeitstag schön Welter. Er krächzt wie ein Rabe. Hunde, die viel bellen, beißen nicht. Einem aeichcnkte» Gaul sieb: man nicht ins Maul. Hier sagen stch die Füchse gute Rächt. Srnmm wie ein Fisch sein. Bor die Hunde gehen; auf den Hund kommen. Der über den Hund konunr, komm: auch über den Schtvanz. Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn»s fühlt wie du bei Schmerz. Mit den Wölfen muß man heulen. Die schlechtesten Früchte sind es nicht, daran die Wespen nagen. Sie Kavel bom$?crtu(eö. Von August Strindberg(1883). Die Vergebung. Bon Frank Gnm(New Kork). Als der Mann, der Stimmungen unterworfen, eigensinnig und häufig c*ne Liebe gewesen war, im Sterben lag, bat er seine Frau, chm zu vergeben. Mit Tränen in den Augen beteuert« sie: „Ich habe dir nichts zu vergeben!" - Nichts zu vergeben! Und was hatte er chr nicht alles angetan! Wieviel Unrecht, Kränkungen, Kümmernisse und Berbii'erungen' Wieviele Herabsetzungen! Aber sie hatte ihm nichts zu vergeben! Und hatte wahr gesprochen! Echte Liebe hat niemals etwas zu vergeben. Sic ist die Vergebung. Dies ist die Majestät nnd göttliche Höhe der Liebe. Sie überragt das, was sie liebt, so schr, wie ein großer, mächtiger Baler sein Kind über ragt, dessen Zorn und Empörung er chm nicht anrechncn kann. Die Liebe ist wie der eilende Fluß, der von den unsartbercn Dingen, die in ihn hineingewor- fcn werden, nicht verunreinigt werden kann. Nach einer Meile schon reinigt er sich selbst. Die Liebe ist ein immer zunehmender Borrat an Gesundheit und Leben. Darin gleicht sie der großen Natur. Um die Luft schlechter zu machen, nnrßt du sie abschliehrn. Aber sobald die vier Winde von den Ecken der Welt doherblasen, tragen sie die überwältigenden Kräftigungen lebengebenden Atems mit sich. Du kannst die Sterne nicht auslöschen oder die ganze Erde unfruchtbar machen oder die Sonne anskühlen. Tic Liebe ist eine Schwester der Unendlichkeit und kann nicht beleidigt werden. Nur eines freilich beleidigt sie: deine Weigerung, sie anzn- nchmcn, oder dein Unvermögen, sie zu erwidern. So uiag die Liebende oder der Liebende sprechen: „Verlange-niemals meine Vergebung. Ob völlige Vergebung in der Kirche sich bewährt oder nicht— in-er Liebe bewährt sie sich. Bon heute an sind alle deine Sünden vergeben. Die, die du begangen hast, begehst und begehen wirst. Das will sagen: solange du mich liebst nnd Leine Sünden keine Sünden gegen die Liebe selbst sind. Tue. sei nnd jage, tvas du willst— solange die Liebe in uns beiden brrnm, vermag alles nichts. Du magst mich leiden machen, magst mich zwingen, dich zu vcrlosien, magst mich erniedrigen, verwunden, entstellen— aber sprich mir nicht von Vergebung, solange du mich liebst. Dir ist vergeben!" Im Tenipcl der Liebe gib: cs nur eine Tat der Entheiligung— diese ist: das Feuer am Altar auszulöschcn! Und cs ist nur cin.Tod, den die Liebe furch- tot— dieser ist: dcr Tod in dir Kälte. „Ter Unstcrblickc offenbart sich in der Gestalt der Freude", sagen dir heiligen Bücher der Ostens. ' Tlc Liebe ist die erhabenste Fornr der Freude. Was manrster nicht weiß. — Das Deutsche Reich nntfaß:-108.717 Ona- dratkilometer mi; eurer Einwohnerzahl von 62,592T>75. 1910 umfaßte das Deutsche Reich 510.857 Ouadratkilonicrer mit einer Einwohnerzahl von 6l.925 le.ri Die abgetretenen Gebiete betragen insgesamt 7,057.917 Hektar mit 6,475.610 Menschen. Von diesen aus dem Deutschen Reich Ausgcschirdencn sprachen nur deutsch 3,481.000, polnisch sprachen£.315.000, kassubisch, masurisch oder litauisch 183.000, dänisch 135.000 und französisch 204.000 Die Pyreuäeurepublik(Saust stammt auS Heu Zeiten Karl» des Großen. Ihr« Bewohner, 180 an der Zahl, leben ausschließlich vom Schmuggel, und Frankreich und Spanien, dir d'e Unabhängigkeit des winzigen BcrgstaateS beschützen, besitzen keine Handhabe, inn dem wirkungsvoll cntgegenzurreten. Der Fang^se-kiang, in letzter Zeit vielfach in Verbindung mit den chinessschen Wirren erwähnt. ist der wichtigste Strom Chinas. Seine Läng« beträgt 5200 Kilometer, doch ist er nur 1600 Kilometer für Dampfer schiffbar. New Hork und Chicago. Wie amtlich müge- teili wird, hat die Stadt New Pork im Jahr« 1927 eine Einwohnerzahl von 5,970.800 und mit Einschluß der Vorstädte eine Einwohnerzahl von 7,426.700 erreicht. Chicago zählt jetzt 3,102200 Einwohner. Monten-6plitter. Armut ist die einzige Last, die schwerer wird, je mehr wir daran trogen. Iran Paul. Alle Wahrheiten von heute, die wir einstim- mig anerkennen— cs hat eine Zeit gegeben, wo man sie für falsch hielt, und tvo die entgegengesetzten Meinungen das Dogma, das Glaubensgesetz der gebildeten Welt waren. Alle Liese falschen Dogmen sind nur dadurch gestürzt worden, daß sich mutvolle Männer dagegen erhoben, deren Ansichten dann langsam und freilich nach großem Kampfe und Widerstreben um sich griffen. Ferdinand Lasialle. HHerleL Der Kaktus. Obgleich der Kaktus erst nach dcr Enldeckimg Amerikas nach Europa gelangte, ist er heute in viele» trockenen und rvarmen Gegenden der Erde, sogar in Afrika, wohin sein Same vielleicht durch Vögel verschleppt wurde, heimisch geworden. Zuerst brachien ihn di« Entdecker Amerikas von Mexiko nach Spanien, von wo ans er sich über die Mittelmcerläicker aus- brcitcte. Nach den Forschungen des amerikanischen Botanikers Dr. Rose findet sich dcr Kaktus gegenwärtig auch in Palästina sehr häufig, so daß es heute wirklich möglich ist.„von Disteln Feigen zu pflücken", wie es in dem biblischen Gleichnis heißt, da die Früchte der stachligen Kakteen ganz an Feigen erinnern. Vollständig unrichtig sind natürlich jene alten bildlichen Darstellungen, wie zunr Beispiel die vom heiligen Johannes, der neben einem großen Kaktus steht«Her auch Kakteen auf Bildern aus der Geschichte Ruths, da cs um diese Zeit in Palästina solche Kakteen überhaupt noch nicht gab. Tas Vorkommen des ,Kamels unter den Pflanzen", wie man den Kaktus bezeichnet, weil er so wenig Wasser braucht, war bis zum Mittelalter zweifellos nur a>rf sein Mutterland Amerika beschränkt. Tas Haar aus d«r Wagschale. Die moderne Kriminalistik ist imstande, Rasse und Geschlecht eines jeden Individuums aus einig«« wenigen Kopfhaaren festznstelleir, die man von einem Verbrecher gefunden hat. Dazu ist nicht einmal eine mikroskopische llniersuchung der Haare not- weickig. sondern man hat in neuester Zeit eine Klasiifizierung der Rassen nach dem verschiedenen Gewicht der Menschenhaare vorgenommcn. Auf überaus feinen Wagen wurden zehn einzelne Haare, jedes zwei Zoll lang, von Köpfen der Menschen verschiedener Raffen gewogen. Da- bei sand man, daß die Haare der Chinesen und Japaner die schwersten siird; sie sind um 60 Prozent schwerer als di« Kopfhaare der weißen Raffen. Dagegen ist das Laar eines Weißen um 60 Prozent schwerer als das eines Regers. Auf diese Weis« kann man durch das Gewicht des Haares die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Raffe seststellrn. Doch auch Li« Verschiedenheit der Ge chlcchter läßt sich erkennen, denn das Männerhaar ist um 18 Prozent schwerer als da? von Frauen. Gewinnbringend« Zerstreutheit. Der Professor nnd seine Fran kamen aus dem Thea:cr. „9hm, wer ist zerstreut?" fragte der Professor triumphierend, zwei Schirme unter dem Arm hervonziehend.„Du hast Leinen Schirm vergessen und ich habe nicht nur an meinen gedacht, sondern sogar noch an deinen."„Aber", sagte die Frau,„wir hatten doch beide gar keine mitae- nommen!" Pietät. Ein romanlijch-sentim.niales Mädchen heirateie einen nüchternen Mann. Eines Mcirds meinte sic:„Wärest du traurig, wenn ich stürbe?"„Oh ja", murmelte er.„natürlich iväre ich traurig."„Und würdest du das Grab oft besuchen?"„Gewiß", sagte er etwas lebhafter, „ich gehe doch jeden Tag daran vorbei, wen» ich Golffpielen gebe." Aufreizend« Lektüre. Der Geistliche eines kleinen Landortes harte in feiner Predigt gegen die Schundliteratur ruid aufreizenden Presse, crzeugniffe Stellung genommen und sein n Pfarvkindcrn ans Herz gelegt, jene Schriften, die nur die Köpfe verwirren und das Herz verderben, bei ihm zur Bernichrung abznliefern. Ein gemütlicher Bauersmann brach:« ihm am nächsten Tage seine und seiner Nachbarn Iteuer- bücker Was fehlt. Der Sammler hatrc sich für teures Gew einen kostbaren allitalienffchcn Majolikatopf gesichert, und voller Entzücken zeigt er ihn einem Besucher.„Wieviel haben Die da kür gezahlt?" fragte Lieser interessiert.„200 Mark", sagte der Sammler.„Das ist aber eine Menge Gew", bemerkte der andere,„dafür hätte er Ihnen ruhig noch«Nvas Marmelade binein- run können." WaS hat Shakespeare verdient? Ein Professor dcr Universitär Illinois hat sich der Mühe unterzogen, die Einkünfte Shakespeares nachzurechnen. Er will herarrsvobracht haben, daß der große Dichter im Durchschnitt ein Jahreseinkommen aus seinen Werken von 250 Pfund hatte, wobei zu berücksichtigen ist. Laß er Auror, Schau- spieler und Thraterdirekror war. Begreiflich..Kellner, es sst mir unmöglich, diele Suppe zu essen!"„Findet der Herr sie nicht nach seinem Geschmack?"„Ick weiß nickt, ich habe keinen Löirel!" —— 9tötfel-<£rte. Silbensiichrärsrl. Schiffswerft, Fangschnur, Semiten, Hof- fensthal, Mahnungen, Jagdgcfährt«, Minsk, Weinglas, Mitteliveg, Wandern, Hathor, Indien, Ariadne. Schmutzkonkurrcnz, Zumutung, Wagen- park, Fsschleim, Verkehrsmittel. Diese Wörter enthalten einen alten merkenswerten pcrsiscken Spruch. Die zur Wortbildung benötigten Silben sind den Wörtern ohne AenLernng-er Reihenfolge und ohne Rücksicht auf Silbentrennung ;n entnehmen. Auslösungen der Rätirl aus der vorigen Nummer: Die fehlend« Mitteifilbet'su, Ursula, Masuren, KonMat, Assuan, Mensuren, Versuchung, Basircher, Kassuben, Frisuren, Konsument, Kasuar, Josua.