Jlr. 22 tttierOottnuoAMloge. 192S. Jenny Marx. Don Marianne VoNak, LV en. „Frauen-er deutschen Revolution 18-18" heißt ein Buch, das jetzt im B e r lag Kaden& K omp., Dresden, erschienen ist. A n n a B l o s schildert darin die Lebensläufe von zehn Frauen, die entweder unmittelbar oder durch dir Verbindung ihres Schicksals mit dem ihrer Kalten nn„tollen Jahr" eine Rolle gespielt haben. Das Buch, gut gebunden, mit Leinenrücken, mit zehn Abbildungen ans Kunstdruckpapicr, kostet Mk. 3.50. Es eignet sich ausgezeichnet zum Geschenk für Frauen und Mädchen. Als Probe drucken wir hier ein Kapitel ab, das von Karl Marx' treuer Lebensgefährtin Jenny erzählt. Tapfer wie Johanna Kinkel Kat Jenny Marr die schrveren Tage mitgetrage«, von denen ihr Gatte in vielleicht noch stärkerem Maße verfolgt wurde als die anderen Kämpfer des Jahres 1848. Es läßt sich denken, daß Karl Marx, einer der größten Gelehrten der Welk, der Verfasser des Kommunistischen Manifests", des„Kapitals", der Gründer der Internationalen Arbeiterassoziation, gewiß hohe Ansprüche an die Frau gestellt Hai, die er sich zur Lebensgefährtin erkor. Halte er doch zelbst den Tatbestand der bürgerlichen Elie iw„Kommunistischen Manifest" so stark gegeißelt, Ivo er schreibt:„Der Bourgeois sieht in seiner Frau ein bloßes Prodnktionsinstru- mem. Er hön, daß die Produkrionstnstru- inenic gemeinschaftlich ausgebcutcl werden sollen, und kann sich natürlich nichts anderes Senken, ats daß das Los der Gemeinschastlich- teir die Weiber gleichfalls treffen wird. Er ahnt nicht, daß cs sich eben darum bandel', die Stellung des Weibes als bloßes Produk tionsinftrumcilk aufzubebcu." Tie Ehe von Kari Marr und Jenny Marx ist der jchlageiidste Beweis dafür, daß Meusihcn glücklich miteinander sein können, sie uiögrn von noch so verschiedener Rasse, Herkunft, Familie sein, wenn nur das gleiche Streben nach Ideale», nach Freiheit iic erfüllt. Und glücklich waren sie iroy allen schweren Prüfungen, die ihnen das Schicksal aufcrlogke.„Tas Flüchtlings» lend ii seiner schärfsten Form bat für Marr und seine Familie jahrelang gedauert. Es wird wenige Flüchtlinge gegeben haben, die mehr zu lei den hatten. Jahrelang, und da war das Schlimmste schon vorüber, bildete das Pfund Sterling(zwanzig Mark), das Marx wöchentlich für sein« Artikel an die Rew Horker „Tribüne" gezahlt wurde, die einzig sichere Einnahmsqnellc", schreibt Wilhelm Lieb- schlechtest bezahlte Taglöhner in Tcnrschlaud in vierzig Jahren nicht mehr ai. Lohn be zogen Hai als. Marx au Honorar für das „Kapital", eine der größten wisicnsürast-1 ließen Schöpsungcil seines Jahrhundcris. an der er vierzig Jahre lang gearbeitet l>ai,„und I wie gearbeitet!" Es ivar der Fran, die in schwerer ,'seii so tapfer durchgehalien Hai, nick»: an der j Wiege gesungen, daß sic den Hunger in seiner i furchtbarsten Bedemurg keun.iiler..rn st'llre. Im Hanse Westphalen. Jenny v. Westphalen,„das geiieöie l Weib von-Karl Marr", wie es in der Grab-- schrijl heißt, stammte aus einer vornehmen begüterten Familie. Ihr Großvater war der geniale Gencralftabschef des Prinzen Ferdinand von Brauukchwcig im Siebenjährigen Kriege. Ihre Großmuticr entstammte der be- riihoilen schottischen Adelsfamilie Argyle. Die Familie war seit 1861 in Trier ansässige wo auch die Eltern vou.Karl Marx lebte«, Jennys Vater war Regienlngsrai in Trier, Karl Marx, der dort am 5. Mai 1818 geboren wurde, verkehrte von Jugend auf im West» phale»scheu Hause. Jenny, die Tochter, wurde am 12. Februar 1814 geboren. Ihr Barer war ein hochgebildeter preußischer Beamter^ dessen Lieblingsdichtcr Körner und Shakespeare waren. Obwohl er nicht mehr jung Ivar, liebte er es, sich mit dem klugen jungen Marx zu unterhalten und seinen Bildungsgang zu beeinflussen. Marr verehrte ihn wie einen väterlichen Freund. Karl Marx wuchs mit den Söhne» des .Hanfes v. Westphalen in enger Gemeinschaft auf. Jenny beteiligte sich sowohl an ihre« Spielen als auch an ihren Studien. So wurde aus der Kinderfrenndsthafr Liebe. Seine Mutter nannte damals ihren Sohn Karl„das Glückskind". Mit siebzehn Jahren bestand er das Abitiiricmenerameu und ging als studio- fus iuris auf die Universität Bonn, wo er ein flottrs Siudcnienlcben führte. Bon daging er 1836 nach Berlin. Vorher verlob'e er sich mit der Jugcndgespiclin ohne Wisse« ihrer Eltern, aber mit Einwilligung seiner Eltern, die sie mir der„Gutmütigkeit wahrer Romancltern" gaben. Schon damals beschäftigte sich Marr mit den ichwierigstcn Problemen. studier:« vor allem Hegel eifrig. Tabes war sein Her; erfüllt von fchwärmeriichen Gefühlen für seine heimliche Brants und er dichtere sic an in romantischen Versen. Das schönste Mädchen von Trier. Im Jahre 184! promovierte Marx zum Doktor. Als er nm die Hand Jennys warb, zeig e sick der Gegensatz zu io vielen Menschen ihrer Kaste. Tiefe hätten die Tochter gelade!. wenn nicht verstoßen. Die Eltern Westphalen billigten den Hcrzeiisbnnd mit Marx, dessen glänzende Gaben sic ja von i.i'-l-er Jugend kannten.„Die Braut bewährte von Anbeginn die seltene» Eigen- sckasteu des Herzens und des Kopses die sie al! ihr Lebiag auszeichnen sollten", schreibt Mehring. Er weist auf die Dornen hin, die das Verhältnis der Brau» eines um vier Jahre jüngeren Studenten in der Atmosphäre einer bureaukralischen Kleinstadt bot.„Aber nicht darum sorgte sich das schönste Mädchen — 2— ausgab, ging die Wanderschaft der Familie s auch die letze kleine Behausung war'hm über Paris nach London, dem Exil, das sie I sänge versagt." Nach dem Tode des kleinm Im Exil. freilich halte keinen Raum Paar. Mit 500 Taler Re- daktionSgehalt siedelten sich die Neuvermählten zunächst in Paris an. Bald wurden sie von dort ausgcwiescn und zogen nach Brüssel „Fran Marx lebte ganz in den Ideen ihres Mannes", schreibt T'cphan Born,„sic ging dabei ganz in der Sorge für die Ihrigen auf und war doch so himmelweit von der strnmpsstrickenden, den Kochlöffel rührenden deutschen-Hausfrau entfernt." Der Aufstand von 1848 in Brüssel brachte der jnngcn Fran schwere Stunden. Karl Viarr wurde in das Gefängnis gebracht. Sie blieb allein mit ihren kleinen Kindern. Als sie auf die Straße eilte, um zu erfahren, wohin man ihren Mann gebracht ha'tc, wurde sie feslgenommen und mit Prostituierten in einen Raum gesperrt. So groß waren ihr Entsetzen und ihr Schmerz, daß selbst diese durch chrcn traurigen Berus verrohten Wesen verstummten und Mitleid mit ihr hatten. Nach kurzem Aufenthalt in Köln, wo Marx die"' Die Heimat für dieses seltene vakionsgchall sie von Trier. Sie fürchtete nur, als Aeltere, Reifere, ein hoffnungsvolles Leben zu belasten, das eben in die Halme schoß."„Sie ha' auch etwas Genialisches", schrieb der begeisterte Baier Marx seinem Sohn«.„Du kannst sicher jein, daß ein Fürst nicht im- i'lande wäre, sie dir abzuwenden. Sie hängt ür mit Leib und Seele an. und du darfst cs nicht vergessen, in ihrem Mer bringt sie dir ein Opfer, wie gewöhnliche Mädchen es ganz gewiß nicht fähig wären." In seiner Liebe zu seiner Braut war Karl Marx, wie er später seine» Kindern erzählte, ein wahrer rasender Roland Sieten Jahre, wie einst Jakob um Rahcl, muß'« Marx um seine Jenny dienen, und sic dünsten ihm, als wären cs einzelne Tage, so Leb hatte er sic. Am 19. Juni 1848 wurde endlich die Ehe geschlossen, von der Stephan Born, der das Paar in Paris kennenlernic, schrieb:„Ich habe selten eine so glückliche Ehe gekannt, in der Freud und Leid, das Leid in reichlichem Blaße. geteilt und aller Schmerz in dem Bewußtstin vollster gegenseitiger Angehörigkeit überwunden wurde." Mutter, Freundin, Beraterin. Frau Marx war die erste Frau, so er- zählt Wilhelm Liebkncchr. durch die ich die «rzicherijchc Kraft und Macht der Frauen kennenlcriite. Meine Mutter war so früh gestorben, daß ich von ihr nur schattenhafte, verschwommene Vorstellungen habe; und wäter sand ich mich auch- außer auf ganz kurze Zeit, und auch das in sehr früher Kindheit— von wcittichcr«Gesellschaft, die mich hätte emporheben und zur Milderung und Schleifung meines Wesens beitragen können, völlig ausgeschlossen. Ehe ich Frau Marr Iras, hatte ich die Wahrheit des Goethischen Wortes nicht begriffen: Willst du genau er- ^hren, was sich ziemt, so frag« nur bei edlen Frauen an! Sie war mir bald Iphigenie», die den Barbaren sänftig' und bildet, bald Eleonore, die dem mit sich Zerfallenen, an sich Zweifelnden Ruhe gibt— Mutter Freundin, Vertraute, Beraterin. Sie war mir das Ideal eines Weibes, und sie ist es mir. Und — es sei hier wiederholt— wenn>ch in London nicht zugrunde gegangen bin, gersttg und körperlich, dann verdanke ich es zum großen Teil chr, die, wenn ich dachte, in dem brandenden Ozean des Frühlingselend« zu versinken, mir wie Leukothca dem schiffbrüchigen Odysseus erschien und wieder Mut gab zu schwimnien." dauernd nicht mehr verließen. Wohl manche Frau wäre zusammengebrochen bei den vie-' len schweren Schicksalssihlägen, tue sie trafen.‘ Jenny Marx blieb immer stark und stolz.' Die Not war ost so groß, daß das schöne werwollc Silberzeug, die Erbschaft der schot« ttscheu Verwandtschaft, zum Teil drei- bis< vierhundert Jahre alt. mit der Krone der| Argyles und dem Familenmotto:„Wahrheit; ist mein Wahlspruch", zum Pfandleiher getragen werden mußte. Aber war Gelegenheit. zur Fröhlichkeit, so wurde sic mit Freuden< ergriffe»». Eines der größten Vergnügen waren die Sonntagsausflügc an denen groß und klein teilnahm, auch das ge'reue Len- che» Demuth. die, wie Licbsticcht sagt. d:e Diktatur im Hause ausübte, während Frau Marx die Herrschaft hatte. Seit Beginn der Ehe war sie, wie«ine der Töchter es ausdrückte, die Seele des Hauses und im höchsten edelsten Sinne des Wortes Mädchen siir alles. Als Kind war Leuchen in das Haus der Großmutter v. Westphalen gekommen, wuchs mit den Kindern auf, und Frau v. Westphalen schickte sie dem jungen Paar Marx als das beste, was sic ihnen schicken könnte. Sic sorgte für die Stärkung des Körpers. Tie Familie und die Gäste sangen Volkslieder aus der-Heimat. Marx deklamierte mit seinem erstaunlichen Gedächtnis lange Paffagen aus Dantes„Göttlicher Komödie" oder Szenen aus Shakespeare, wobei seine Frau, ebenfalls eine vorzügliche Shakespeare-Kennerin, ihn öfters ablöste. Opscr de« FlüchtlingslebenS. Karl und Jenny Marx warcit zärtlich liebende Eltern. Wie furchtbar traf sic daher der Verlust der Kinder, die Opfer des Flücht- lingslebens wurden. Liebknecht beschreibt den namenlosen Jammer der Eltern, die mi‘ so nnendlicher Zärtlichkeit an den Kindern hingen. Rlchige Pflege und ein Aufenthalt auf dein Lande oder an der See Härten ihr Leben vielleicht erhalten.„Allein in dem Flüchtlingsleben, in der Hetze von Ort zu Ort und s im Londoner Elend war es trotz zärtlichster Elternliebe und Mutterforqe doch nicht möglich. die zarten Pslänzlcin für den Kamps ums Dasein genügend zu kräft'gen." Alle ihre in London geborenen Kinder hatte Fran Marx verloren.-bis auf das.jüngste Töchterchen Tussy, später Frau Eleonore Marr-Avcling. Als dieses Kind erwartet wurde, wurde großer Ra- gekästen. Ter Familienarzt. Dr. Allan, erklärte, cs gäbe nur eine Möglichkeit, das Kind am Lebe» zu erhalten, und das sei. es bis zum snnstcn Jahre ausschließlich und bis zum zehnten Jahre vorwiegend mit Milch zu ernähren. Herzzerreißend lauten die Worte, die auf einem losen Tagcbnchblati nach dem Tode von Fran Marx gesunden wurden, als ne rinen ihrer kleinen Lieblinge verloren hatte: „Drei Tage rang das kleine Kind mi' dem Tode. Es litt so viel. Sein kleiner, entseelter Körper ruhte in dem hintere» Stübchen, wir alle wanderten zusammen in das vordere und wie die Nacht kam, betteten wir uns ans die Erde. Ta lagen die drei lebenden Kinder mit uns. und wir weinten um den kleinen Engel, der kalt und erblichen neben»ns ruhte. Ter Tod des lieben Kindes fiel in die Zeit unserer bittersten Armut. Ta lief ich zu einem französischen Flüchtling, der in der Näbc wobmc. Er gab mir gleich mit der freundlichsten Teilnahme zwei Pfund Sterling. Mir ihnen wurde der kleine Sarg bezahl', in dem mein , armes Kind nun im Frieden schlnmmeri. Es „Reue Rheinische Zeitung" her-«hatte keine Wiege, als es zur Welt kam, und in London geborenen„Föxchen" hatte die Mutter 1853 auf«in loses Papierblatr geschrieben:„Mein Schmerz war so groß. Es war das erste Kind, das ich verlor." Die Sterbend«. Von den letzten Tagen von Jenny Marx berichtet ihre Tochter Tussy das beißt Eleonore Marx-Aveling. an Wilhelm L'cb- knecht. Schon im Herbst 1880 war Frau Jenny Marx so krank, daß sic sich nur selten von ihrem Schmerzenslager erhebet» konnte. Da bekam Marx, von allen mit dem Kosen» namen„Mohr" genannt, eine schivere Brust- fellcntzündung. Er lag in einer kleinen Stube neben der Krankenstube seiner Frau. Tas "reue Lenchcn und d:e Tochter Pfleg:«» die Eltern Tag und Nacht. Tank dieser'"rührenden Pflege wurde Marx wieder gesund.„Nie werde ich den Morgen vcrgcffen", schreibt die Tochter,„an welchem er sich stark genug fühlte, in Mütterchens Stube zu gehen. S'« waren zusammen wieder jung— sie ei» liebendes Mädchen und er ein liebender Jüngling, die zusammen ins Leben«intratcn— und nicht ein von Krankheit zerrü teter alter Mann und eine sterbende alte Frau, die fürs Leben voneinander Abschied nahmen." Frau Marx hatte monatelang die Qualen erduldet, die das Krebsleiden mit sich bring:.„Und doch bat ihr guter Humor, ihr unerschöpflicher Witz sic keinen Augenblick verlassen. Sie erstrndigte sich ungeduldig wie ein Kind nach dem Ergebnis der da mal-gen Wahlen in Teu'schland(1881), und wie jubelte sie über die Siege! Bis zu ihrem Tode tvar sie heiler und suchte durch Scherze unsere Furcht um sie zu zerstreuen. Ja, sic, die so ftlrchtbar litt, sie scherzte, sie lachte, sie lachte uns alle und den Arzt aus, weil wir so ernsthaft»raren. Bis zu ihrem letzten Augenbl ck hatte sie ihr volles Bewußtsein, und als sie nicht mehr sprechen konnte— ihre letz en Worte waren an Karl gerichtet—. drückte sie uns die Hände und versuchte zu lächeln." Als Friedrich Engels kam, der treueste Freund der Familie, sagte er:„Ter Mohr ist auch gestorben." Und es war wirklich so. Rur die Hingabe an sein großes Werk, das er vollenden wollte, hielt ihn noch am Lebe». Bei der Beerdigung seiner geliebten Jenny ha'te aber Engels alle Mühe, ihn daran zu hindern, daß er sich in das Grab stürzte. Auf der Grabplatte auf dem Kirchhof von Highgate steht die Inschrift, die in deutscher Uebersctznng lamet: Jenny von Westphalen, Das geliebte Weib von Karl Marx, Geboren 12. Februar 1811. Gestorben 2 Dezember 1881. Und Karl Marx, Geb. ö. Mai 1818. gcsl. 11. März 1883. Warum Koben Sie nickt geheiratet Eine Umfrage an ledige Fronen und 12ü» Antworten. Tas Bureau für Sozialhygiene m New Park hak vor kurzer Zeit eine Umfrage an , un. erheiratete Frauen ergehen lassen, die iol- - gendcrniaßen lautete:„Warum haben Sie nicht - geheiratet?" 1200 Antworten liefen ein. Aller- - rings war die Rundfrage nur an akademisch . gebildete Frauen gerichtet. Die Antworten sind i aber von so allgcencinrm Interesse, daß sie wohl i auch für andere Frauen Gültigkeit haben > dürften 305 Fiaucn auiworicten:„Wir sanden niemals den„richtigen" Mann", 07 waren in Man» 3 Die Spinne. Bon Franz Krrh. ner verliebt, dir sie niemals erringen konnten, 89 waren nie verliebt. SS erklärten kurz und trocken:„Um mich hat nie jemand gefreit." SS Mädchen waren einmal verlobt gewesen, bann wurde die Verlobung aufgelöst und sie liebten nie mehr einen andern Mann. Bon 33 war der Bräutigam geswrben, und sie blieben ihm über daS Grab hinaus treu. Und A Frauen gehören in eine Gruppe, deren Geschichte von einer von ihnen lakonisch erzählt wurde:„Nie den geliebt, der freite, urtö derjenige der geliebt wurde, hat nicht gefreit." S von den 1200 hatten vor einer sexuellen Verbindung Abscheu und 4 hatten nicht geheiratet, weil sie Männer liebten, die selbst verheiratet waren, und ihnen trotzdcnr treu bliebei«. Das Märchen vom Storch. Trat ich neulich im Tämmerschein, Ganz leis ins Kindcrzimmer ein. Hab' schnell mir ein Lansthercckchen gewählt, Wollt hören, was sich mein Pärchen erzählt- Und wie ich stehe und wie ich horch, Ta, richtig, konnnt die Geschichte vom Storch. „Nein, Liesel", spricht Hans mit viel Bedacht, „Ter Storch har uns beide nicht gebracht. Er hat sich gar nicht um uns gequält, Mama hat Ulir's neulich selber erzählt. Tas mit dem Storch sind alles nur Sagen, Daß er uns hat im Schnabel getragen, Und daß er die Mutter ins Bei» gebissen. Ra. davon müßte sie doch was wissen. Und daß wir vorher lagen im Teich, alles nicht wahr, ick dacht' es mir gleich. Zn Wirklichkeit ist cs viel schöner, du! Ta liegt so ein Kindlein ganz in Ruh, So lang' es noch zart und winzig klein, Ail Mutters Herzen. Du, das ist fern. Die Mutter muß das Kindlein hegen. Sie darf sich nur ganz sacht bewegen, Daß sie ihm keinen Schaden tut. So lang' es an chrem Herzen ruht. Allmählich wird das Kindlein groß. Es löst sich von der Mutter los, Tic leidet dabei sehr viele Schmerzen; Es löst sich ja von ihrem Herzen.— Doch schön ist's, wenn das Kind eist da. Da freut sie sich und schenkt cs Papa."— Liesel hat schweigend zugchörl. Ten großen Bruder nicht gestört. Jetzt hebt sie zu ihm das kleine Gesicht, Und ernsthaft sie die Worte spricht: „Eins kann dabei ich nicht verstehen. Warum muß das immer der Mutter geschehen? Äann's Kind an des Baters Herzen nicht liegen? Können Papas keine Kinder kriegen?" „Ach nein", spricht Hans, der kluge Mann, Tas gehr doch ganz und gar nicht an. Sie wärcit ja sicher dazu bereit, Haben ja aber zu wenig Zeit"— Und dann spricht Liesel, und sie lacht: „Papas bewegen sich auch nicht sacht. Ich iah es neulich selbst mit an. Sie springen ja von der Straßenbahn, Laufen hinterher oft ganze Strecken, Da würde das Kindlcin sich schön erschrecken. Ta ist cs doch besser bei Mama!— £>. sich mal Hans, da ist sie ja! Und beide hatten mich schon ULnschlungen, Rechts hab ich das Mädel und links den Jungen, Und als ich mich zu guter Letzt Zu ihnen ins Schlnmmereckchen gesetzt. Spricht Liesel mit strahlendem Augenpaar: „Mutter, tvas Hans sagt, ist das wahr? Als ich ganz klein gewesen bin. War ich da bei dir im Herzen drin?" Fest schmiegt sic sich mir in den Arm hinein,— „Mutter, wie muß das schön doch sein!". (Verfasser nicht zu ermitteln.)\ Der Gedanke kam dem alten Hauer Stephani ganz plötzlich, imd zwar, als er beim heutigen Ausfahren in das Eifeickoirftruktions- gewirr des Förderturmes sah. Aber wie er ihn nun gefaßt hatte, wunderte er sich, daß er ihm eist jetzt gekommen war. Er lag nahe, zum Greifen nahe, hatte er von Anbeginn feines, des Kohlenhauers Stephani, Leben gelegen. Er hätte darüber stolpern müssen,»vierzig Jahre", murmelte er, als er durch das breite Zechentor noch draußen schritt. Beim Kaczmarek trank er einen Schnaps. Er tat das ganz mechanisch. Er hatte das vierzig Jahre lang getan. Als Lampenjuuge hatte er damit angefangen. ,Iach, Franzek!" begrüßte ihn Kaczmarek(er war mit dem Pütt dick und fett geworden; die beiden hatten es verstanden), „'nen Bitrern?" Ter Häuer Stephani stürzte den Schnaps runter. Das hörte ab uiorgen auf.„Verdammt!" knurrte er. „Biste krank?" sagte der dicke Kaczmarek. „Warum?" fragte er lauernd zurück „Nu, ich uiein' nur, du bist so komisch heute. Willste noch einen?" Da lachte er böse aus, schmiß das Geld ans die Theke und schrie in« Hinansgehen:„Die Spinne!", und lachte dröhneikd, als er das blöde Gesicht von dem Dicken sah. Draußen blieb Stephani unschlüssig sichen. Er sah nach dem Förderturm, auf dem sich surrend die große Seilscheibe drehte und von dem die Fahrtsignale ihm in die Ohren klopften. „Aus!" zischle er wütend.„Seilfahrt aus!">:nd lief seinen gewohnten Weg. An der zweiten Kreirzstraße bog er aber schon ab und lief auf Umwegen zum Schacht zunick. Er tat das unbewußt.„Verfluchte Spinne!" schimpfte er, als er den Förderturm wieder vor sich sah. Mit hart«««, hastig««« Schritren marschierte er jetzt nach Hause. „Tach, Mutter", sagte er, als er in die dunstige Wohnküche trat. Er letzte sich an den Tisch und stierte durch das Ferner. Die Frau klapperte mit den Schüsseln. Kommst spät", sagte sie nach einer Weile, während sie aufdeckle. „So?" knurrte er. „Sie entlassen jetzt wieder?" fragte sie in das erneute Schweigen. „Ja!" schrie er,„hör' doch endlich mit dem Gequassel mif. Laß uiich in Friede««" Und rief die Kinder von der Straße znm Essen rein. Aach dem Essen ging er fort. Darüber wunderte sich seine Fran. Das hatte er seit Jahren nicht getan. Er irrte ziellos in den Straßen der Berg- arbeiterkolonie umher. Wenn er einen Bckannten auf sich zukommen sah, bog er in eine Nebenstraße ab. Später marschierte er nach der nahen Stadt. Dreimal fragte er an diesen« Nachmittag um Arbeit an, zlveimal bei Zechen, einmal bei der großen Fabrik der Stadt.„Jetzt nach Arbeit ragen", wunderten sich die Pförtner,„und noch so'n Alter." Und zitterten plötzlich, von einer eisigen Kälte ersaß'„Aus!" mnrnrelte Stephani jedesmal.„Die verdammte Spinne!" Ter Gedanke ho're sich in sein Gehirn ein- gefressen wie Rost in feuchtes Eisen. Sein Denken kreiste darum wie die Erde um die Sonne kreist. Immer nur Spinne, immer dasselbe, immer im Kreis: Spinne. Ausgesogen. Pierzig Jahre. Armenfürsorge. Hungern. Einmal hat» er mitten auf der Straße und im Gehen eine Vision. Er stand am Rande der Stadt und sah die Fördertürme über das Land kriechen. Sie kro«hen hochbeinig wie di« Spinneu und woben ein Retz, das sie mit einem plötzliche«« Ruck über die Stadi warfen. Dann krochen sie in die Mitte des Netzes und streckten ihre Wickel-, T- und U Ersen, die Saugröhcen waren, in die Häuser hinein. Sie wurden dicker und dicker, die Fördertünue. Er befürchtete, sie würden platzen. Aber mit einm Male waren I sie keine Fördertünue niehr, sondern fette Kühe, die von großen, breiten, schlvercn Männern in schwarzen Frackröcken gemolken wurden Unter diesen Männern sah cr de» Zcchendirektor und sah er Kaczmarek, den schwammigen Wirt von der Zechenkneipe Lächerlicherweise melkken die Männer in ihre Rocktaschen und Hüte, und keine Milch, sondern weiße Papiere. Um sie herum standen' die Kohlenarbeiter mit ihren Frauen irnd Kindern und sahen erstaunt zu. Tau«« kau« Polizei auf zwei Lastautos und jagte die Kohlenarbeiter mit Ginnmiknüppeln auseinander. Der Häuer Stephani wurde z««lctz: rich:ig tvütend. Er kam nicht von diesem verdammten Ipinnengedanken los. Der glühte in seinem Schädel wie die große elekirifche Lampe am Schach«. Man sieht sie schon von« dritte«« Querschlag, sie drückt in die Augen, ivenn mau daraus in die Strecke biegt. Er sah eine Eisenbrücke — und sein Gehirn meldete: Spinne! Er sah Kanallöcher und sein Gehirn telegraphierte: Ausgcsogen! Er kam an einer Müllkippe vorbei— und in seinem Gehirn flammte es beiß und rot auf: Hunacr' Bon dem irren Herilmlausen müde gcioor- den, setzte er sich auf eine Ban? im Stadrpark. Die Männer und Frauen, die im Parke prome- nierken, sahen ihn, den Kohlenarbeiter mit den schwarAbraunen Rändern um den Augen, erstaunt und befremdet an. Hier war ihr Bereich. Er merkte davon nichts, in Grübeln versunken. Ein kleines Mädchen mit einem Fräulein kam vorüber. „Was sür ein schmutziger, alter Mann", sagte es. Da sah cr das Kind so böse an, daß es erschreckt zu weinen begann. „Schämen Sie sich", schrie das Fräulein, „das Kind so zu erschrecken!", und sah sich ängstlich nach Schutz um. Am Abeird, als seine Frau das Brot sür die nächste Schicht fertig machen wollre. käme er: „Laß, Mn,ter." „Was?" fragte sic und setzte sich, sie wurde plötzlich ganz schwach in den Knien. „Die Spinne", sagte cr so rrrhig, als ginge ihn das gar nichts an. „Was Spinne?" schrie die Frau,„red' doch vernünftig!" „Entlassen!" brüllte er da.„Vierzig Jahre geschuftet! Ausgebcutct! Alt! Nirgendwo Arbeit mehr zu kriegen! Hungern! Hungern!" „Und die Kinder?"(Wie müde sie war.) „Auch hungern— oder totschlagen. WaS fragt die Spinne danach...!" Aber da irr«« sich der alte Häuer Siephani gewaltig. Die Spinne fragt sehr viel danach. Die Spinne braucht immer frische Fliegen- Ein Vater darf seine Kinder nicht wtschlagen, wenn cr sie auch nicht mehr ernähren kann; das Gericht würde ihn dafür zum Tode verurteilen. Cr darf sie nicht totfchlagen! Verhungern dürfen sie, wenn sie die Spinne nicht' mehr braucht. — 4— Allerhand Urlaub. Bon Ludwig Eid«rsch, Wien. Der Großrentuer(am Telephon): Lili ist schon sechs Wochen nuten. Danke gut. Das ewige Rummyjpirlen hat st« kaputr gemacht.. Rur beklagt sie sich über schlechte Golfplätze... Natürlich hat sie gespielt! Ra hören Sic, iu Monte?... Leider mit Pech... Tja 40.000 Franken... Wenns ihr Spatz macht... Wunderbares Klima... den ganzen Tag komnit sie nicht aus dem Waffer... Ich könnte Ihnen nur Royal empfehlen... bei allem Gc- botcmur 800 Franken... ja täglich... Sagen Sie Herr Ehrcnzweig, was machen meine Rima?.. na also... wir sehen uns also noch vorher..." * Die Tochter des Enterbten(im Lichlhof): Da fchan Hansl, mci Schmalzbrot is Volta Quark. Tö verfluchte Fabrik, allaweil der Gstankn. Murgn gengan ma in Park. Waatzt, da is liachier... Oder gengan ma auf d G'stcttn bei der Gummifabrik. BurigS Jahr haut ma duri an tote Ratz ausgroben... Jesses, die Lintschi hats guat! Die fahrt nach Floridsdorf zum Grotzvaticru. Der hat an Schrebagor- ten... Kumm, geh ma, sunfi mnatz i der Mmnia waschen helfen... Orgien von Disharmonie.„The fool Jazz. Monte Hall im Royal. Lili(unter Negerrhyrh- men):„Ich ve'.flehe wirklich nicht, was di« Lcuic eigentlich wollen. Genügt es nicht, wenn uian auf dem FriWngsfcst für sie ranzt? Eigentlich habe ich nichts gegen die Proleten. Wenn sic nur nicht so häßlich wären... Ist das nich: von Oskar Wilde?... Selten Sie mein lieber Freund, gerade dieses Kleid ist von Ferrol. Mein Mann will alles aus Paris... Sie finden es zu dezent... Pfni, warten sie doch bis wir allein sind!..." Lichtkegel schießen durch das Gewirr: Tuten, Stöhnen, Krächzen. Syrnphonie der Groß- ftadi. Straßenecke. Die Geduldete:„Wissens was,' fahren sic mi: mir nach Italic», hat er gjagr. zn mir, hörst Mizzl? I mnatz mit, hat er gsagi. I natürli volla Frcid. ianrft dar deuku. ,» schwänz mi aamm, cs vergeht a Tag, au anderer, no ancr, der Hnndiancr rihrt si net. Heit triff ihm. Glaubst er bett sic grührl? ... Ansch... soll man... Du waatzt schon von dcr Toni... die Hanis gestern ins Spiiol.. Tcr Staatsbürger l liest seiner Frau vor): An dem exklusiven Wohltäiigkcirsfest der östcr- reichischcn Gesellschafi iu Manie EaAo nahmen teil: Legationsrat Tr. Karl Rückenkrumm, Hofrat Ferdinand Radicrgunlmi samt Gemahlin, Scilionschcf Nepomuk von Leisetreter, Minister a. T. Franz Frankcnjälsckcr, Kommerzialrat Samuel Korrupter, Grcnrialra: AugiLt Mirsau- wcr. Rittmeister Ego-; Würstelrittcr und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Tas Fest sand seinen Höhepunkt in einer Apothcofc der Nnchstc-tlicbc... Tn sichst, meine Teuerste, die Gesellschaft opfert sich. Ja leben und leben lassen! Ich weiß nicht, was die roten Nörgler wollen?... Eine ZinÄaserne. Menschcngcdrängc am Pfllflrr. Tas Khaki eines Schutzmannes, Signale der RettungsgeicUschafl. Eine Grauhaarige: „Na. ist denn geschchgn? Jössas, a Leich! Was hats denn ghabr. Abigsnirzt har sic sich? Ja warum denn? Ah so!... oorbeitslos wars.. Alle Tag*und alle Tag... Gengans herns auf... bald wird lauer mehr übableiben... Was mancher nicht weiß. Spika ist ein Fixstern, dcr am weitesten von uns entfernt ist. Sein Licht braucht 300 Jahre, um auf die Erde zu gelangen. Würde man die Entfernung dcr Erde von der Sonne durch einen Zentimeter darstellen, so müßte dieser Stern in einer Entfernung von 200 Kilometer eingetragen werden. Der Nil hat von allen Flüssen der Erde di« größte Anzahl von verschiedenen Fischen. Eine Expedition sammelte vor einiger Zeit über 9000 Arten. Walfische, namcnffich Poitwalc, di« ihr« Nahrung aus dem Meeresgrund suchen, können bis zu ein«r Stunde unter Wasser bleiben. Der Bau des Surzkaual dauerte vom 25. April 1859 bis 19. November 1809. Es arbeiteten ständig gegen 25.000 Arbeiter daran. Willst du Elefanten jagen? Eine Lizenz, die zur Elefantcnsagd in Nordafrika berechtigt, kostci 1260 Akk. Für jeden erbeuteten Elefanten sind ferner 250 Mk. zu erlegen. Bei Baku soll durch die Entzündung von Petroleum ein Feuer brenne», das schon:m zehnten Jahrhundert enistandett ist. In Brasilien gibt cs noch über fünf Millionen Quadratkilometer unerforschtes Gebiet, also eine Fläckc, die elstnal io groß ist wie Deutschland. Knut Hamsun» dcr 1860 geborene norwegische Dichter, war Schuhmacherlehrling, Koh lcuträger, Schulthcißbote, Steinbrecher, Bergarbeiter, Holzhauer, Löscharbeiter, Heizer auf einem Ozeandampfer, Landarbeiter, Straßenbahnschaffner, Schlastvagenkontrollcnr und schließlich Schriftsteller. Der Ausruf„Heureka!" oder„Ich hab's ge- funden!" stammt von Archimcdcs, der im dritten Jahrhundert v. Ehr. lebte. Er tat den Ausruf, als er das bvdrostanfche Grundgesetz gefunden batte. einerlei. England versinkt allmählich? Alle Nachrichten über das Versinken Englands sind Irr tümcr. Ein im Jahre 1907 erstatteter Bericht einer Kommission von Geologen und Jngenicu- rcn ergab das Gegenteil. In den letzten 50 Jahren hatten England und Wales an ihren.ttüstcn einen Landvcrlust von 1900 Hektar und einen Landgewinn von 14.000 Hektar. Schottland verlor 300 Hektar und gewann 1900 Hektar und Irland verlor 450 Hektar und gewann 3100 Hektar. Au dcr Steilküste von Dover werden allerdings jährlich zwei Fuß forrgebrochen. Bei Tnngeneß ist die Küste dagegen von 1792 bis 1850 in jedem Jahre drei Meter gnvachsen; von 1856 bis 1871 im Jadre 4.5 Meter und in den Jahren l>7l bis 1897 im Jahre drei Meier. Entschleiert« historische Geheimnisse. In dcr Gcichichic aller Länder und Kölker gibt c? gewisse geheime Kapitel, die sich dem Lichte der Forschung hartnäckig verschlossen habe», und um die sich daher nin so üppiger Sage und Legende rankten. Neuerdings gelingt es jedoch, nanrent sich seil die Archive zugänglich«: geworden Und — auf den Grund so mancher t'iehcimkapitel zu dringen. So har jetzt C. I. S. Thompson in London ein Werk veröffentlicht, in dem er einigen dcr lleberlieferringen der englischen Geschichte, an die bisher niemand zn rühren wagte, unbekümmert auf den Leib rückt. In seinem Buche stellt Thompson u. a. die Unwahrheit folgender besonders verbreiteter Ueberlieferrin- gen fest: daß der Herzog von Clarence, weil er rin großer Säufer>var, von seinem Bruder, dem Könige, gegen den er sich verschworen batte, in einem Faß Malvoisier ertränkt wurde— daß König Johann von England am Genuß von zu vielen Pfirsichen starb— und daß König Heinrich der Erste von England sich den Tod holt«, indem er sich den Magen mit zu viclen Aalen verdarb. Thonlpfon konstatiert, daß der Herzog von Clarence durch Gift, das einem Becher voll Malvoisier beigemsscht war, vergiftet wurde— daß der König Johann einer banalen Lnnprn- cntzündung erlag und daß der König Heinrich l. das Opfer einer Vcrgfftnng mit Ptomain wurde. Den Tod des Herzogs von Clarcnrc in einem Fatz Malvoisier haben sogar englische Dichter besungen. Aber so ist es meistens: die poetischsten historische» Anekdoten sind mehr oder tveui- ger gut erfundene Legenden, denen oft nicht einmal das berühmt: Körnchen Wobrbcir innewohnt. Weitere*. Boshaft:„Was hast du in der neuen Revue zu tun?"—„Oh, nicht kehr viel... ein hübsches Mädchen darzrftcllen."—„Du Arme, was die alles verlangen!" Das Alibi. Tas Stück ist ja schon zu Ende, da brauchen Sie doch kein Programm mehr."— „Dock, dock! Als Legitimation fiir mein-: Frau!" Der Uebersahreur uuterm Auto.„Sind Sie verunglückt?"„Denken Sie vielleickr, ick seh' mir von hier die Aussich: an?!" Wirtschaftslage. Silberhaarige: Greis: „Herne, an unserer diamantenen Hochzeit, liebcs Weib, hab' ich dir eine llebcrrafchnng beschert. Für den Trauring, den ick dir vor Kl Jahren schenkte, hab' ich die letzte Rate bezahlt— er ist jetzt dein Eigentum."- Frech. Zn Rops kam ein« Scharteke und wollic sich malen lassen.„Ich mal« in neuer Sachlichkeit", warnte Rops. Sie lirtz aber nickt ab. Rops malte sie. Als das Bild fertig war, sah man daraus: eine Perücke, einen Büstenhalter. Atropin. Ocl und einen Kilotopf mi: Anilinfarben. Di« Erklärung.„Ihr Mann bar sick gestern schändlich betragen, er fft während dcr Predigt aus der Kirche gelaufen."—„Entschuldigen, Herr Pfarrer, mein Mairn ist Schlafwandler!" Selbstverständlich.„Warum haben Sic denn keine Gans mitgebrachr, wie ich Ihnen aufge- iragen habe?"—„Es war keine einzige auf dem Markt, gnädige Frau!"—„So? Nun, das nächste Mal wei-e ich mitgcben, da wird schon eine da sein!" Fortschritt. 1855:„Ach, da ist ein Fußgänger!"— 1885:„Sieh mal, ein Auto!"— 1925: „Sckau. da ist ein Pferd!" Silbenfuchrätfel. Sprichwort, Mitternacht, Solling, Schneemann, Bamberg, Rendsburg, Mandel, Nationaltracht, Srcndal, Dienstgrad, Wclti, Anzug, Kriria, Bierzchnender, Rnudlauf, Siegfried, Nichtsnutz, Versmaß, Gebirgsback, Tnsckkastcu. Tiefe Wörter enthalten einen bemerkenswerten Reimspruch. Die zur Wortbildung benötigten Silben sind den Wörtern ohne Rücksicht auf Silbentrennung und ohne Acnderimp dcr Reihenfolge zn entnehmen. Auflösungen der Rätsel aus der vorige» Nummer: Abbau: Brogeirz, Regen.