14. Jahrg. Kbomrkments- Kedwgungt«: Sbonnementi-Preis pränumerando! Sierteljährl. 330 Ml., monatl 1,10 Ml., n-öchentltch 28 Pfg. frei ins Hau». Einzelne Nummer 8 Pfg. Tonntag»- Nummer mit tllufirtrier Tonntag«- Beilag«„Die Neue Welt- 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Marl pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zeitung»- PretSlifte für 1SS7 unter Er. 7487. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für da» übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Die Dnstrtwns-Gebtllsr deträgt für die fechSgefpaltene»olonel- »eile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und versammlungS-Anzetgen, sowie ArbeitSmarlt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen di» » Uhr nachmittag» in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bi» 7 Uhr abend», an Sonn- und Festtagen bt» S Uhr vormittag» geöstnet. Erscheinl liglich«utzer Montag«. Devltnev Volksvl�kt. Fernsprecher i Amt I, Er. 1808. Telegramm-Sdreste: „Lozialdrmokral Serlin". Dentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Deduktion: 8V. 19, Nenty-Straße 2. Sonnabend, den 13. Mai 1897. ßLpedltio»: 8V. 19, Menty-Straße 3. Das eingclöZke Versxverszen. „Unannebmbar",„unbedingt unannehmbar", so lauten die Urtheile ver führenden Organe der ultramontanen und nationalliberalen Partei über das neueste Produkt preußischer Gesctzgebungskunst, durch welches das feierliche Versprechen, das der Reichskanzler am 27. Juni v. I. im Reichstage gegeben hat, aligeblich eingelöst wird. „Unannehmbar" ist ein sehr energisches Wort, eS fragt sich nur, ob demselben entsprechende Tbaten folgen werden. Es darf nämlich nicht vergessen werden, vaß es gerade die vor- stehend genannten Parteien sind, welche dazu beigetragen haben, daß die jetzige Situation überhaupt möglich wurde. Ohne das Ein- greisen der Herren Dr. Lieber und v. Bennigsen wäre die im Bürgerlichen Gesetzbuch enthaltene Bestimmung, welche das Koalitionsvcrbot der politischen Vereine außer Kraft setzte, nicht gestrichen worden und damit der Anlaß zu der jetzigen Gesetzesvorlage fortgefallen. Der Reichstag hatte die Entscheidung in der Hand, die Regierung konnte um einer Bestimmung willen, welche von ihren eigenen Mitgliedern als überlebt und hinfällig bezeichnet wurde, das in langjähriger mühevoller Thätigkeit zu stände gebrachte Werk des Bürgerlichen Gesetzbuches nicht scheitern lassen. Sie mußte nachgeben und sie hätte nachgegeben, wenn die Führer der Mittelparteien nicht schmählich umgefallen wären. Vergebens warnten die Redner der entschiedenen Linken. Herr v. Bennigsen, der alte Uni- tarier, empfand plötzlich ein partiknlaristisches Rühren, und er überwies der Landesgesctzgebung eine Ausgabe, ivelche nach dem klaren Wortlaut der Reichsverfassung im Reichstage gelöst werden sollte. Aber auch Herr Dr. Lieber verzichtete daraus, die Entscheidung im Reichstage herbeizuführen, wo er und seine Freunde den Ausgang in der Hand hatte», und ver- wies sie nach dem Dreiklassenwahlrechts- Parlanient, wo der Regierung für jede reaktionäre Maßregel eine fast nie ver- sagende Majorität zur Verfügung steht. Diese Thatsachcn ninß man sich gegenwärtig halten, wenn man die jetzt von der Presse der Mittelparteien zur Schau gestellte Opposition auf ihren wirklichen Werth würdigen will. Ohne das jämmerliche Verhalten dieser Parteien in einem entscheidenden Augenblick wäre Herr von der Recke gar nie in die Lage gekommen, seinen reaktionären Neigungen in bezug auf daS Vereins- und Ver sammlungswesen so die Zügel schießen zu lassen, wie er es jetzt gethan hat. Wenn aber zur Entschuldigung der kurzsichtigen Nachgiebig- keit am 27. Juni v. Js. auf die Zusagen des Reichskanzlers und des Staatssekretärs v. Bötticher hingewiesen wird, so bedar' es wohl ni»r der Erinnerung an die Thatsache, daß es in Preußen zu den berechtigten Eigenthümlichkeiten gehört, daß Ministerversprecheu nicht oder doch in einer Form eingelöst zu werden pflegen, daß die Vertrösteten in der Regel dabei den Kürzereu ziehen. Wir erinnern hier nur an die mehr als zwanzig Jahre alten Versprechungen wegen der Regelung der Genieindestener- Pflicht der Beamten und Offiziere und an die ungezählten Zu- sagen in bezug auf die Neugestaltung der Militär-Strafprozcst Ordnung. Von so gewiegten und alten Parlamentariern, wie Dr. Lieber und v. Bennigsen es sind, konnte man erwarten, daß sie auf Ministervcrsprechungen nicht mehr gaben und sie nicht höher einschätzten, als was sie eben in Preußen-Dentsch land werth sind. Die Herren haben die in diesem Punkte so nothwendige Vorsicht außer acht gelassen und jetzt haben wir die Be schcerung davon. Herr v. d. Recke, der preußische Polizei- niinister, hat dem Dreiklassenwahl- Parlament den Entwurf eines Vereins- und Versammlungsgesetzes vorgelegt, der in bezug auf polizeiliche Willkür und Kautschuk- bestimmungen einzig dasteht in der Musterkarte des deutschen Vereins- und Versammlungsrechts. Es ist nämlich eine mit der Wirklichkeit sich nicht deckende Behauptung der Motive, welche Herr v. d. Recke seinem Elaborat beigegeben hat, wenn dort behauptet wird, das„die neuen Vorschriften sich anschließen an die Gesetzgebung, welche in anderen deutscheu Bundesstaaten, namentlich in Bayern und Sachsen, gelten." Wir haben wahrlich keinen Anlaß, der bayerischen oder gar der sachsischen Verein?» und Versammlungsgesctzgebung das Wort zu reden, aber Herr v. d. Recke macht sie unver- dient schlecht, wenn er behauptet, die betreffenden Gesetze dieser Bundesstaaten enthielten bereits die Bestimmungen, mit welchen er die preußischen Staatsbürger heimsuchen möchte. Das ist einfach nicht wahr. So dehnbar und vieldeutig die Vorschriften der§Z 5 und 20 des sächsischen Vereinsgesetzes auch sind, indem sie davon sprechen, daß Vereine und Versamnilungen,„deren Zweck es ist, Gesetzesübertretungen oder unsittliche Handlungen zu be- gehen, dazu aufzufordern oder doch dazu geneigt zu machen", verboten sind, sie sind doch noch liberal gegen die für Preußen geplante Vorschrift, nach welcher Versammlungen und Vereine schon der Auflösung und dem Verbot verfallen sollen,.wenn durch sie„der öffentliche Friede gefährdet" ist! Was läßt sich nicht alles unter die Worte„Gefährdung »es öffentlichen Friedens" unterbringen? In dem neuen Gesetze väre mit einen: Male das Mittel gefunden, die den Herren Ausbeutern so unangenehmen Lohnbewegungen, Boykotts und Streiks aus der Welt zu schaffen. Denn was kann den „öffentlichen Frieden" der Unternchmerklasse wohl mehr ge fährden, als Versammlungen oder Vereine, in denen Lohn- bewcgungen, wie etwa die der Hamburger Hafenarbeiter oder die der Bergarbeiter im Ruhr- und Saarrevier, vesprochen und gefördert werden! Und nun gar erst die Wahlagitation der Opposition? Parteien, wie könnte mau dieselbe mit den neuen Bestimmungen einschränken! Gefährdet nicht jede Wählervcrsammlung, welche den Zweck hat, Stimmung für einen Gegner der„uferlosen Floitenpläne' und der„Weltmachtpolitik' zu machen die „Sicherheit des Staates"? Könnten sozialdemokratische Vereine und Versammlungen nach Inkrafttreten des Gesetzes überhaupt noch existiren, da der staatsgefährliche Charakter der Sozialdemokratie und deren„auf den Umsturz der bestehenden Staats- und Gcscllschafts- Ordnung gerichtetes Bestreben" nach der bekannten Entscheidung des preußischen Ober-Verwaltu» gerichtes„notorisch" ist, uota bsvs desselben Gerichtes, welches in Zukunft die letzte Instanz für Vereins- und Ver- sammlnngsverbote sein soll? Man sieht, Herr v. d. Recke stellt sein Verdienst unter den Scheffel, wenn er bescheiden meint, er strebe nur an, was mit der sächsischen„Perle" und der bayerischen Bestimmung, wonach„Vereine zu schließen sind, wenn sie die religiösen, sitt lichen und gesellschaftlichen Grundlagen des Staates zu unter- graben drohen, oder wenn ihre Zwecke oder Beschlüsse den Strafgesetzen zuwiderlaufen", bereits erreicht sei. O nein! Die bayerischen und sächsischen Bestimmungen stellen immerhin eine Reihe von Merkmalen auf, welche erfüllt sein müssen, wenn von rcchtswegen— was willkürlich geschieht steht freilich auf einem anderen Blatte— Vereine verboten und Versammlungen aufgelöst werden können. Der neue preußische Entwurf ersetzt aber alle bestimmten Begriffe und Merkmale durch das polizeiliche Befinden, d. h. die polizeiliche Willkür. Zu welchen Auswüchsen diese aber führt, dafür erlauben wir uns an einen Vorgang vor wenigen Jahren zu erinnern. Zu den Bestimmungen, welche der neue Entwurf ans dem bestehenden Gesetz entfernt, gehört das im§ 8 enthaltene Verbot, daß Lehrlinge keinem politischen Verein angehören oder Versammlungen solcher Vereine beiwohnen dürfen Wenn man dieser Tage gelesen hat, daß in der hiesigen Drechsler- innnng ein 43jährigerLehrling freigesprochen, d.h. zum Gesellen gemacht wurde, so wird man begreifen, warum sogar v. d. Recke ans diese Bestimmung verzichtet. Der Mann konnte zum Abgeordneten gewählt werden, er durfte aber keiner Vereinsversammlung anwohnen, weil er Lehrling war. In welcher Weise nun die Polizei sich diese Bestimmung zu nutze zu machen wußte, daS erfahren wir aus einem Wahl Protest ans Schneidemühl aus dem Jahre 1890 gegen die Wahl des Abgeordneten, Regierungspräsident von Kolmar Meyenburg. In diesem Schriftstücke steht zu lesen: „Als die Zeit der E:öff»u»g der Versammlung heran ge kommen war und der Vorsitzende und Einberufer der Bersannn hing, Arbeiter Julius Dessau, ein dreimaliges Hoch auf den Kaiser ausgebracht hatte, erklärte der überinachende Polizei- beamte, daß sich in der Versammlung Lehr- klinge befänden. Demgemäß forderte der Vorsitzende alle etwa in der Versammlung noch anwesenden Lehrlinge auf, das Lokal zu verlassen. Nachdem einige Minuten vergangen waren und der Vorsitzende dazu schreiten ivollte. dem Kandidaten der deutschsreisinnigen Partei, Rechtsanwalt Flatau, das Wort zu erlheile», unterbrach ihn der Polizeikommissar mit de» Worte»: „es seien noch Lehrlinge in der Versa mmlun g." Der Vorsitzende wandte sich hierauf au den Polizei- kommiffar mit der Bitte, die Lehrlinge, die er in der Ver- sammlung sähe, ihm zu bezeichnen, damit er deren Entfernung veraulassen könnte. Dies lehnte der Polizei- k o m m i s s a r ab, wiederholte vielmehr einfach seine Angabe, daß noch Lehrlinge in der Versammlung seien". Der Vorsitzende wiederholte nun seine Anfforderung feier- lich und dringend, daß etwa anwesende Lehrlinge sich zu ent- fernen haben und als er dann dem Referenten das Wort geben wollte, „trat der Polizeikommissar vor und erklärte: da noch Lehr- linge im Saale sind, schließe ich hiermit die Versammlung; jedermann hat sofort den Saal zu ver- lassen." Zu gleicher Zeit, so heißt es in dem Protest, zog er eine Pfeife und es drangen durch die dichtgedrängten Menschen- massen verschiedene Polizeidiener in den Saal, die ebenso wie der Kommissar selbst auf die Menschenmaffen, die dichtgedrängt sich durch die Thüren des Saales nur langsam entfernen konnten, mit flacher Klinge unter Schimpfreden und Drohungen einschlugen. Das ist ein Versammlung sidyll aus der preußischen Praxis. Die Lehrlinge sollen nun in Zukunft wegfallen, dafür bestimmt aber Artikel II des neuen Entwurfs: „An Versammlungen, in denen politische Angelegenheiten erörtert oder beratheu werden, dürfen Minderjährige nicht theilnehmen." Welche Fundgrube für Chikanen würde diese Bestimmung 'ür schneidige Polizeibeamte nach dem Schlage des Kommissar Tschenscher in Schneidemühl wohl werden? Selbst da also, wo der neue Entwurf Besserungen zu bringen scheint, steckt der Schelm hinter ihm und die Praxis würde bald zeigen, daß wir aus dem Regen in die Traufe gekoinmen sind. Es ist eben ein echte? und rechtes ansgetragenes Kind der Reaktion, dieses Produkt der Gesetzgebnngsknnst unseres Herrn Ministers des Innern. Die DeichstAgsdebskte übev die WlnjeMtsbeieidigungs DeozeATe hat, wenn auch die Kommissionsberathung deS sozial- demokratischen Antrags, dank der Rechnungsträgerei deS sich als Regierungspartei fühlenden Zentrums mit großer Mehrheit abgelehnt wurde, doch im wesentlichen— vielleicht noch in höherem Maße als die Antragsteller selbst es er- warteten— den Zweck erreicht, welchen diese im Auge hatten. Er hat den bürgerlichen Parteien Anlaß ge« geben, die ganze Erbärnilichkeit unseres politischen Lebens zu vollstem Ausdruck und klarster Anschauung zu bringen. Wenn wir die Junkerpartei ausnehmen, die sich gegen den Staatsanwalt immun glaubt, und die kraft ihrer ökonomischen wie geistigen Rückständigkeit ihr Interesse darin sieht, das ab- solutistische und persönliche Regiment nach Möglichkeit zu stärken, so giebt es in Deutschland keine Partei, die unter der Praxis der Majeftätsbeleidignngs-Prozcfse nicht zu leiden gehabt hätte, keine Partei, die diese Prozesse nicht verurthcilte und an deren Ausrottung nicht ein lebhaftes Jutereffe hätte. Jedoch auch nicht ein einziger Redner der bürgerlichen Parteien hat sich für die prinzipielle Beseitigung des Ucbels:„Streichung der Majestäts-Beleidi- gungs-Paragraphen' erklärt. Und ebenso schwächlich und charakterlos ist die Haltung der bürgerlichen Preffe aller Schattirungen in dieser Angelegenheit. Gewisse„Auswüchse" der bisherigen Praxis sollen ent- fernt werden— das ist es, wozu sich der Mnth der Mannes- scelen versteigt. Aber die sogenannten„Auswüchse" ge» hören zu dem System, haben sich organisch ans ihm entwickelt, und würden, wenn mechanisch entfernt, wie ein durch das Messer des Chirurgen an krankem Leib ausgeschnittenes Ge- schwür, sofort wieder in der einen oder anderen Form nach- wachsen. Betrachten wir die gemachten„VerbessernngS'vorschläge. Erster Vorschlag: Es soll unterschieden werden zwischen unbedachten und wohl überlegten Majestäts- beleidignngen. Ja, das thnt der Richter auch heute schon; daS ist seine Pflicht bei Bcurtheilnng jeder Strafthat, und folglich auch einer sogenannten Majeslätsbeleidigung. Eine besondere Vorschrift dieser Art könnte höchstens zur methodischeren Anwendung des famosen: si äuo faciunt idem, von est idem — wenn zwei das gleiche thun, ist es nicht das gleiche— führen, und dann Gnade dem„Reichsfeinde"! Die Vorschrift wäre für ihn ein wahrer Uriasbrief. Wirkung der „Reform": Ein paar arme Teufel und Teufelinnen, denen die Zunge ausglitt, bleiben von MajestätsbeleidignngS- Prozessen verschont— desto schlechter ergeht es den 'Angeklagten mißliebiger Gesinnung. Also statt Milderung Verschärfung der Praxis nach der politischen Seite hin, das heißt gerade in dem Punkt, auf den eS a n k o m m t. Zweiter Vorschlag: Nur auf Antrag soll ver- folgt werden. Gut! Wer soll den Autrag stellen: Monarch persönlich, oder ein Minister, oder sonst eine Hörde? Im ersteren Falle wäre es dem Gutdünken Monarchen, ini andern Fall dem Gutdünken Ministers oder der B u r e a u k r a t i e überlassen. jedem Fall: Zuspitzung der politischen Tendenz Majestätsbeleidignngs-Prozesse. Dritter Vorschlag: Denunziationen nicht achten! Als ob das heute nicht schon ginge,— wenn wollte! Den von Engen Richter befürworteten Vorschlag, der Reichs- tag müsse seine Geschäftsordnung so ändern, daß die Person des Monarchen in den Debatten frei besprochen und kritisirt werden kann, brauchen wir hier nicht zu erwähnen, weil er mit der eigentlichen Frage nichts zu thun hat. Genug— sämnttliche die Frage berührenden Vorschläge sind entweder ganz bedeutungslos oder das Uebel ver» schlimmernd. An den Früchten sollt Ihr sie erkennen— die bürgerlichen Parteien. Haben wir da ein schönes Wort vom„Bürgerstolz vor Königsthronen". Ein schönes Wort— mehr nicht. Das Ding be- steht nicht und h a t inDentschland niemals bestanden. Es ist eines � iener schönen Worte, mit denen man sich über häßliche Wirtlich- keiteu hinwegtäuscht.„Bürgerstolz vor Königsthronen" hat in Teutschland allezeit durch Abweseicheit geglänzt; hätte unser Bürgerthum ihn je gehabt, wir hätten heute nicht die Flnth von Majcstätsbeleidigungs-Piozesscn und so vieles Andere nicht, das an die Zeiten des altrömischen Cäsarenreichs erinnert. Nein— hüten wir uns vor allen Halbheiten! Mit den Majestätsbeleidigungs- Paragraphen, wie mit dem Be- griff der Majestätsbelcidigung läßt sich nicht p a k t i r c n. Paragraphen wie Begriff sind ans dem Strafgesetzbuche zu entfernen. Nichts Anderes hilft. Das ist der Standpunkt, das ist die Forderung der Sozialdemokratie, die hier �ou neuem den Beweis liefert, daß sie in D e n i s ch l u n d di.- alleinige ernsthafte Vorkam vfer i» d e � bürgerlichen Freiheit ist, di« das B t h u m selbst p r e i s g i e b t.— der Be- des de? In der be« mau Der V r t v g. Der Abschluß des Friedens geht nicht so schnell von statten wie vielleichl erwartet wurde. Es liegt sogar keineswegs außerhalb der Möglichkeit, daß noch weitere kriegerische Vorkommnisse sich ereigne» konnten. Die Pforte hat, nach einer Meldung des Wiener Tele graphischen Korrespondenz-Bureaus zwar die Miitheilung der Botschafter, daß sie auf Antrag Griechenlands vermitteln wolle», entgegenkommend aufgenommen, doch habe» noch keinerlei nähere Verhandlungen staltgefunden. Es scheint, als ob die Pforte die Angelegenheit verzögern wolle, um zuvor die im Zuge befindlichen militärischen Operationen, ivelche durch Terrain schwierigceiten und starke Regengusse verzögert wurden, zu beenden und sich vor Einstellung der Feindseligkeiten eine günstige Demarkationslinie für den Waffenstillstand zu schaffe». In diplomatischen Kreisen ist man der Ansicht, daß dieses Bestreben der Pforte gerechtfertigt sei und daß man den Sieger nicht zwingen könne, die Operationen plötzlich abzubrechen und auf der schwierigste» Anmarschliuie im Gebirge stehen zu bleiben, um dort eine ungünstige Demarkalionslinic einzunehmen. Die Mächte könnten den ungeduldigen Reklamationen Griechenlands in.dieser Hinsicht, welches hoffte, daß die türkische Offensive schon vor Donioko eingestellt werde, nicht entsprechen, Griechenland müsse der Lage Rechnung tragen und das Ergebniß der Vermittelung durch die Mächte abwarten. Die Mächte, welche die Friedensvermittelnng unter der Bedingung übernommen hätten, daß Griechenland die Friedensbedingungen akzeptire, seine Truppen von Kreta zurückziehe und die Durchführung der Zlntonomie für Kreta nicht weiter störe, werden die Jntereffe» Griechenlands nach Möglichkeit schützen können, jedoch die Pforte nicht zu der sofortigen, militärisch un> möglichen Einstellung der bereits begonnenen Gebirgsoperalionen veranlaffen. Der Vertreter des„Standard" in Konstantin opel will wissen, daß Edhem Pascha angewiesen sei, die Operationen ohne Rücksicht auf Unterhandlunge» bezüglich der Waffenruhe fortzusetze». Die Türkei sucht also, was auch völlig begreiflich, die Situation möglichst auszunutzen. Ob bei der Festsetzung der Friedens bedingungen schließlich ernstliche Schwierigkeiten erwachsen werden, läßt sich nicht absehen. Aber es scheint in diplomatischen Kreisen die Absicht zu bestehen, daß die Türkei bezüglich der Autonomie Kreta's Einwendungen machen wolle. Die Mächte würden jedoch zu weitgehenden Friedensbedingunge» der Pforte entgegentreten; die selben sollen dahin übereingekommen sei», daß Griechenland eine Kriegsentschädigung von Ivo bis 120 Millionen Franks zahlen und eine Rcgulirung der thessalischen Grenze zuge stehen solle. I» Athen möchte man andererseits auch womöglich die Kriegslage noch einigermaßen günstig zu gestalte», um bei dem Friedensabschluß nicht gar zu schlecht fortzukommen. Besonders in Epirus will man die Operationen wieder lebhafter ausnehmen. Ein Telegramm aus Athen besagt hierüber bereits: Siegustire Truppen landeten mit einer Abtheilnng Epiroten jenseits der Mündung des L u r o s unter dem Feuer einer Batterie von N i k o p o l i s. Gleichzeitig machte das Westgeschwader einen Angriff auf P r e v e s a. Die griechische Avantgarde hat die türkische Avanlgarde zurückgeworfen. Sännntliche Streiikräfte, die auf Kreta gestanden hatten, sind in der Richtung auf Rikopolis vorgerückt. Der Vormarsch der Brigade Bairaktaris gegen Philippiades geht ohne Hinderuiß von statten. Aus A r t a wird berichtet: Oberst Bairaktaris hatte gestern ein Gefecht i» der Umgegend von Jmaret. Ei» griechischer Major, 4 Offiziere und 27 Soldaten wurden verwundet. Die Türken zogen sich zurück bis aus eine kleine Abtheilnng, welche von de» Griechen eingeschlossen ist. Die Brigade Golfinopnlos rückte bis nach Chalikiadei vor, welches beseht wurde, und setzte sodann den Vormarsch fort, um die eiserne Brücke über den Luros in Besitz zu nehmen und so einen Widerstand Prevesa's unmöglich zu machen.; Auch der Golf von V o l o ist, nach Athener Meldung, von griechischen Schiffen blockirt worden. Ob diese Erfolge wirNich so erheblich sind, wie von griechischer Seite behauptet wird, ist jedenfalls»och zu bezweifeln. Ueber die Lage in Thessalien wird den„Times" von» 12. d. M. ans Domoko, dem Zentrum der griechischen Stellung, berichtet, es seien Anfang dieser Woche dort Verstärkungen von 2000 bis 3000 Mann eingetroffen. Während einerseits Gerüchte von einen» unmittelbar bevorstehenden Kampfe»»»laufe», ist ebenso andererseits das Gerücht von de»n Abschluß des Waffenstillstandes verbreitet. Obwohl die griechische Stellung sehr stark erscheint, ist der Korrespondent der„Times" der Ansicht, daß sie keinesivegs»mein« nehmbar ist. Wenn es den Türken gelingen sollte, die Griechen zu »»»»gehen, würde alles zu Ende sein. Nach einer Meldung der „Morning Post" auS Donioko ist die Räumung von Don, oko sogar ,v a h r s ch'e i n l i ch. Eine Anzahl von Truppen fei bereits abgegangen. Jedenfalls seieni keine genügenden Vorkehrungen ge- tröffe», den Türken Stand zu hatten. polikische Mebevjfchk/. Berlin, 14. Mai. Die Antwort des Reichstages auf die preußische Umsturzvorlage. Gestern Abend ist im Reichstage von den Abgeordneten Ehni lsüdd. Vp.), v. Jazdzeivski(Pole), Dr. Lieber(Z.), Richter(srs. Vp.), Rickert(frs. Vg.), Singer (Soz.), Werner(Antisem.) mit Uilterstützung sämmtlicher Mit- glieder der bezeichneten Fraktionen folgender Gesetzentwurf ein- gebracht worden: Einziger Artikel. „Inländische Vereme jeder Art dürfen mit einander in Verbindung treten. Entgegenstehende landeSgesetzliche Be- stimmungen sind aufgehoben." Die nationalliberale Fraktion wird sich der Mittheilung der„National- Zeitung" nach dein Antrage anschließe»». ES wird beabsichtigt, schon ain nächsten Dienstag den Antrag im Reichstag zur Berathung zu stellen, damit der Herr Reichs- kanzler hört, wie die übergroße Mehrheit der deutschen Volksvertretung über die„Einlösung" seines Versprechens denkt. An Deutlichkeit ivird es die„vaterlandslose Gesellschaft" hoffentlich nicht fehlen lassen.— Das preußische Abgeordnetenhaus überwies heute zunächst den Gesetzentwurf betr. die Entschädigung für V e r l u st e durch Schweinekrankheiten i n der Provinz Schlesien an die verstärkte Agrarkommissio». Die Vorlage bestimmt, daß auf Beschluß des Provinzialverbandes für die an Seuchen oder andere» Krankheiteu gefallene»» Schiveine oder für getödtete Schiveine,»velche sich als mit einer Seuche oder einer andere» Krankheit behaftet eriveisen, eine Entschädigung geivährt werden kann, die nicht iveniger als V2 und nicht»»ehr als S/4 des Werthes der Schiveine betragen darf. Zur Bestreitung der Entschädigung und der Kosten des Verfahrens soll von sämmtlichen Schiveinebesitzern in Schlesien nach Maßgabe der gehaltenen Schiveine ein verhällnißmäßiger Beitrag aufgebrachl werden. Obgleich die Agrarier früher selbst eine derartige Vorlage verlangt haben, übten sie doch heute eine scharfe Kritik an Einzel- heiten des Enlivnrfs, namentlich an der für sie ,»it Kosten ver- knüpften und ihnen deshalb unangenehmen Z'vangsversichernngs. pflicht. Jetzt, wo ihnen einmal ein Weg gezeigt»vird, aus dein es ihnen möglich ist, aus eigener Kraft eiiiem drohende», Nothstaude vorzubeugen, wollen sie die ihnen gebotene Hand nicht ainiehnien; sie verlangen eben, daß ihnen auf Kosten der übrigen Steuerzahler geHolsen»vird und forderten deshalb auch heute u'ieder eiiie völlige Grenzsperre gegen das russische Vieh. Die Herren G a m p(fk.) und Ring(k.) hielten es für geschmackvoll, in der Debatte heftige Angriff« gegen de» Landwirthschaftsminifter zu richten. deren Ursachen auf rein persönliche»» Gebiete zu suchen sind; sie setzte» ihre Angriffe auch dann noch fort, als der Minister,»vie er es bereits dem Abg. Ring gegenüber wiederholt gethan, demonstrativ de» Saal verlaffen hatte. Bei der hierauf folgenden Berathung des Gesetzenffvurfs betr. das Berwaltungsstrafverfahren bei Zuwider Handlungen gegm die Z 0 l l g e f e tz e und die sonstigen Vorschriften über indirekte Reichs nnd Landesabgaben so»vie die Beftiinmungen über die Schlacht- und die Wildpretsteuer erhoben verschiedene Redner die bereits zu»viederholle» Malen»n» Reichstage aufgestellte Forderung auf Errichtung eines Reichsgerichtshofes sür Zvllsachen und einer amtliche» Auskunstsstelle. die sich von Tag zu Tag als dringenderes Bedürsniß fühlbar machen. Finanzminister v. M i q» e l verwies die Redner an den Reichstag gab aber zu, daß er selbst der Frage siimpathisch gegenübersiehe »vie das Ministerium sich dazu stelle, könne er nicht sagen. Die Borlage ging schließlich an eine Kommission von 14 Mitgliedern. Morgen: Charitee-Vorlage und Nachtragsforderung für den Bau des Dortmund-Ems'Kanals.— Tie Aussichten der Vereinsgesetznovelle sind keine günstigen. Das fühlen auch die Herren Konservative». Ob wohl sie nichts sehnlicher wünschen, als daß endlich etwas gegen die Sozialdemokratie geschehe, und obwohl sie deshalb den durch den Recke'schen Entwurf zum Ausdruck kommenden Absichten der Regierung lebhaft zustiminen, so zeigt ihnen doch die Haltung der übrigen Parteien, daß ihre Wünsche»veit von ihrer Erfüllung entfernt sind. Sie versuchen es daher mit sauersüßer Miene, die Mittel Parteien,- besonders die Nationalliberalen zu überreden, daß sie doch»»icht von vornherein sich gegen die Novelle stemmen möchten. Sie geben denselben die schönsten besten Worte, sie suchen die auch von rechtsliberaler Seite gefürchteten Folgen des Entwurfs in mildem Lichte darzustellen. So erheben die„Deutsche Tagesztg. und der„Reichsbote" in ihren heutigen Abendblättern beschwörend und flehend die Hände, daß doch nur»venig stens etwas zur Strecke gebracht werden möge. Die abstrusen und lächerlichen Dinge, welche diese Blätter zur Begründung ihrer Wünsche vorbringen, werden wir morgen noch näher beleuchten. Soviel ist aber schon deutlich: Die Junker und Mucker fühlen sich ganz und gar iiicht gemüthlich und ihre Versuche, Herrn v. d. Reckehilfreich zu sein, zeigen nur ihre eigene Hilflosigkeit.— Polizeiminister nnd Nationalliberale. Die Ent- scheidung über das Werk des Herrn v. d. Recke im preußischen Landtage hängt, darüber besteht nur ein Urtheil nnd das »reisen auch die Fraktionslisten jener Körperschaft aus, von der nationalliberalen Partei ab. Sobald dieselbe dem Polizei- machwerk geschlossen ihre Zustimmung verweigert, kann der Entwurf nicht Gesetz werden. Unter diesen Umständen verlohnt es sich wohl, daran zu erinnern,»velche Stellung die'nationalliberale Partei a»lf ihrem letzten Parteitag im Herbst vorigen Jahres zu dieser Frage auf V orschlag des Zentralvorstandes der Partei ein- genommen hat. Der betreffende Beschluß lautet: „Die iiationalliberale Partei strebt nach»vie vor ein Reichs- Vereinsgesetz auf liberaler Grundlage an. Sie»st damit ein- verstanden, daß zunächst durch partikulare Gesetzgebung wenigstens das Verbot beseitigt»vird,»velches die politische», Bereine an der Verbindung mit einander hindert. Jeder Versuch einer reaktionären Gestaltung der Ver- einsgesetzgebung,»vie einer Einschränkung des Koalitionsrechtes wird sie entgegentrete n." Es niuß sich nun zeigen, ob die Herren uuter Bennigsen's Führung zu ihren» Beschlüsse stehen, oder ob sie anch bei dieser Gelegenheit sich als die Fraktion„Drehscheibe" be- ivähren werden.— Eine kaiserliche Berorduung zur Verhütung des Zusammen st oßes der Schiffe auf See, datirt vom 9. Mai d. I.»vird heute»»»„Reichs- Anzeiger" veröffentlicht.— Chronik der MajcstätSbeleidignngS- Prozeffe. Ans Breslau»vird den»„Berl. Tagebl." gemeldet: Der frühere Land- ralh Max B e r» d t wurde wegen Majestätsbeleidigung zu drei Monaten Gesäugniß verurlheilt.— Deutsches Reich. — AuS den, Lande des Diktaturparagraphen »st die königliche Enilächliglliig zur Einbringung der Vereinsgesetzes- Vorlage datirt und z»var von Schloß Urville, den 10. Mai 1397. — v. Hohenlohe— v. d. R e ck e. De Verei»sgesetz»ovelle ist nur von» Minister des Innern v. d. Recke gezeichnet. Sie ent- behrt der Gegenzeichnung des Mini st erpräsidenten! Das läßt auch lief blicken. — G e t ä u s ch t e S V e r t r a u e n. Die„Freisinnige Zeitung" childert die Vorgeschichte des Recke'schen Vereinsgesetz-Eutivurss seit dein HoHmloHe'fche» Versprechen im Reichstage. Sie schließt ihre Darlegung mit der treffenden Bemerkung: „Schlechter als in diesem Fall die Z e n t r u m s p a r t e i ui»d die„ationalliberale Partei sind parlameittarische Parteien kauin je behandelt»vorden. Dergleichen»st unr erklärlich bei einer Regierung,»velche einen enlschiede» reaktionäre» K»trs einschlägt und sich deshalb fernerhin allein auf die Parteien der äußersten Rechten zu stützen beabsichtigt." — Ueber die Friktionen in den„höchsten Kreisen" macht die„Kölnische Zeitung" einige inter- essanle Ausführungen. Nachdem das Blatt vo» dem Versprechen des Kanzlers bezüglich des Aereinsgesetzes gesprochen, fährt es fort: „Alsbald beinächtigte sich das Ränkespiel der antisemitisch-agr arischen Gruppe dieser schein- bar so einfachen Sache. Das Ziel dieser Gruppe» ist es, Gegensätze z»vischen den, Kaiser und der Regierung zu schaffe» oder zn eriveitern, um die ihr verhaßte», begabten S t a a t s n» ä»»» e r zu st ü r z e n und sich der Sloatsleitung zu bemächtigen. Erleichtert»vird dieses Jntrigueiispiel durch den Umstand. daß der Kaiser von Männern aus dem junkerlichen Milieu umgeben ist, ivelche die hochherzigen Ideen des Monarchen»icht verstehen, »vährend die Staatsmänner,»velche die Ideen des Monarchen ver- antivortlich auszuführen habe», nur eine oberflächliche per- s ö n l i ch e Fühlung mit dem Mouarcheu besitzen und de» dauernde» Einfluß der Umgebung zu bekäinpfen haben. Ein günstiger Bode» für Reibungen und Mißverständnisse ist damit ge- geben. Die Methode,»vre die Jnlrigantei» den Konfliktsstoff zu vermehren trachteten, läßt sich im einzelnen leicht verfolgen. Sie verfochten mit edler Entrüstung den Standpunkt, daß die öffentliche Zermalmung des Herrn v. Tausch die Staatsautorität schädige, u.u so g e g e„ den F r h r»». v. M a r s ch a l l Etlmmmig zu machen, der sich durch sei» Wirke», und durch seine Reden die höchste Achtung der Ration erworben hat. Nach dem Grundsatz, daß daS Beffere der Feind des Guten ist, brachten sie die berechtigten Mariiieforderungei» zu Fall, indem sie durch die Verfechtung extremer Mariiieforderungei, im Lande ei» uubestimmtes Graue» vor uferlose»» Pläne» erregten. Ans einer ähnlichen Linie beivegte sich ihre Taktik in Sache» der V e r e i n s 1» 0 v e l le. Aus mancheu auffallende» Aeußerunge», kann man herauslese»»,»velch große Macht in leitenden Kreisen die Vorstellung besitzt, es»verde eines Tages nothivendig sein, eine sozialdeinokratische Volkserhebung mit bewaffneter Macht niederz u« schlagen und die Wohnungen der Bürger vor plündernden und mordenden Pöbelhaufen zu schützen. Bei dieser Vorstellung, die mit der Wirklichkeit der Dinge sehr wenig gemein hat, setzte man n>lt großem Eifer ein, um neue Bemnrriing anzurichten. Man betrieb lebhaft den Plan, dir Aufhebung des Verbiudungsverbots mit scharfen Bestimmungen gegen radikale und sozialdemokratische Bestrebungen zu bepacken." Es dürfte viel Richtiges in diesen Darstellungen des Kölner Blattes stecke». Die große Schwenkung in» preußischen Ministerin», von der Absicht, nur de»§ 8 aufzuheben, z» der Einbringung des jetzigen Entivurfes, ist geiviß auf eine persönliche E i n»v i r k u n g des Kaisers zurückzuführen,»velche durch feudal-junkerliche Rathschläge hervorgerufen sein dürfte. Der Ministerpräsident v. Hohenlohe hat sicherlich nicht aus eigener Initiative und aus Neigung bei der Ein- bringung der Novelle zum Vereinsgesetz mitgeivirkt.— — Zeichen der Zeit. Die„Leipziger Zeitung", da? amt- liche Organ der sächsische» Regierung, deren Kaiser- und Reicks- Begeisterung höchstens»och von ihrer diplomatische» Höflichkeit erreicht wird,„macht", in beziig auf die vorgestrige Majeftäts- beleidignngs-Debalte im Reichstag,„kein Hehl daraus", „daß es in» hohen Grade im Interesse unserer nionarchischen Einrichtungen liege» würde, wen» in unserer überkritische,, Zeit möglichst»venig Gelegenheit geboten würde, an Aeußerunge»», die vo»»in ver- antwortlicher Stelle über Parteiverhält» isse falle», Kritik zu üben, oder,»vie es der Abg. Richter diesmal»icht unzutreffend ausdrückte:»venu t h u n l i ch st vermieden würde, daß s ü r st! i ch e P e r s 0 n e>, ohne 1» i- nisterielle Begleitung in die Arena hinab- steigen." Das»ationalliberale„Leipziger Tageblatt" bemerkt hierzu: „Diese Anslaffung der königlichen„Leipziger Zeitung" kann geiviffe», Politikern, die ab und zu mit dein Gedanken des Staatsstreichs spielen, als Fingerzeig dafür dienen,»vie mal» an maßgebender Stelle im Königreich Sachsen über Staatssireich- Politik denkt." Nun,„die geiviffen Politiker" werden sich um die Gedanken und Gefühle der„maßgebenden Stelle im Königreich Sachsen" den Kopf schiverlich zerbrechen. Bis jetzt hat die sächsische Regierung noch nie,»als gefehlt, wenn es galt, ein Werk der Reaktion zu ver- richten.— — B e i e i n e n» N a ch t n> a n ö v e r in der Ostsee rannte das Torpedoboot 76 in das Torpedoboot 75 hinein. Beide Fahrzeuge erlitten schwer« Havarie, so daß sie»naiiövrirunfähig»vlirden. Von der Bemannung beider Torpedoboote wnrde niemand verletzt.•— Hamburg, 13. Mai.(Eig. Ber.) Die Hamburger Bürgerschaft- sonst vielleicht die zahmste„Volks"-Verlretu»g, die es in deutschen Landen giebt,»st in ihrer Majorität seit einiger Zeit rebellisch ge- worden. Die Fraktion der Linke» hat durch ihr Mitglied Beit, einen der»venig beachtensiverthen Politiker der Hainburger Bürgerschaft eine Skandalgeschichte anschneide» lassen, die schon lange die Köpfe der ehrsainen„Borger" an» Biertische erhitzt hat. Mau»vill der Paschaivirlhschaft des obersten Chefs deS höheren Schlllivefens zu Leibe, der zu all' de» Unthaten, die ma» ihn, auf- mutzt, noch das Pech hat, kein Hainburger, sonder» ein Preuße zu sei» und so in Hamburg gar keine Familiciibeziehuiigen zu haben. Sonst— i Der Schulralh Hoch« soll, oder»vir dürfen sagen, hat seit Jahren schon politische Gegner unter den Lehrern gemäß« regelt. So hat er es»»it einem Herrn Gottschalk gemacht und mit einem Herrn Dränert»vollte er es so machen. so daß der erstere brotlos wurde und der letztere auf seine politische Thätigkeit verzichten mußte. Ganz kürzlich ist auf eine Veranlassung wieder ein Lebrer im Diszipliiiarivege gemaßregelt, der nach der Ansicht des Herrn Schnlraths Hoch« in einer Rede, die er in einer Versammlung in Cuxhaven hielt, sich taktlos über das Deutsche Reich" geäußert haben soll. Diese Ansicht hatte Herr Hoche ans den, Berichte des Cux- havener Tageblättchens, der sehr tendenziös gehakten»var. geschöpft. Solcherlei Dinge sind es mehr, die dem Schul- zeiraltigei» vorgeworfen»verde»», der aus allen Affären, und wurde» »e von der Gegenseite mit»och so großer Energie betrieben, stets als Sieger hervorging. Seine vorgesetzte Behörde, die Ober-Schul- behörde, und der Senat stellte»» sich auf seine Seite und»Viesen die Angriffe auf de», Herr» Schulrath init Entrüstung zurück. Als jüngst die Angriffe in der Bürgerschaft wieder mit Nachdruck erhoben ivurden.Iforderle der Senat von der Ober-Schulbehörde einen Bericht ein, und auf gruud dieses Berichts erklärte der Senat dann in einen» Schreiben an die Bürgerschaft, daß die gegen Dr. Hoch« er- hobeiien Beschuldigungen grundlos seien. Während man sonst, wenn es sich nicht zufällig um Grundeigenthümer-Ailgelegenheiten handelt. mit allen», daS Ein Hoher Senat für gut befindet, gern zufrieden ist, machte ma» diesinal eine Ausnahme, und die Linke beantragte Verweisung des Schreibens des Senats an einen Ausschuß zur Prüfung. Dieser Anttag stand in der letzten Bürgerschastssitzung auf der Tagesordnung nnd ivnrde von den» Mitglied Beil begründet. Da kamen. denn noch allerhand erbauliche Dinge zur Sprache. So wurde dem Herrn Schulpascha vorgeivorfen, er habe die Geivährung eines Stipendiums an einen Volksschüler hintertrieben mit der Begründung, der Bater des Miigen Mensche» habe ein Einkomine» vo»4500M.; dabei habe sich Herr Hoche. der ein Einkommen vo» 14 500 M. hat, für seinen Sohn ein Stipendiiin» erivirkt liiiter Verschiveigen des Unistandes. daß sein Sohn Philologe sei,»vährend das Stipendiun» nur an Mediziner gegeben»verde» kau». Aber abgesehen davon, kam noch ein Uiustaud ur Sprache, der viel interessanter ist nnd aus die vielgerühmte»» »ainburgische» politischen Verhältnisse ei», charakteristisches Licht wirft. Wie oben gesagt, forderte der Senat über die gegen Hoche erhobenen Beschuldigungen einen Bericht von der Ober-Schnlbehörde ei», nnd diese berichtete, daß die Beschuldigungen unbegründet eien. Eine ganze Anzahl der Mitglieder der Ober-Schulbehörde. also der vorgesetzten Behörde veS Schnlraths Dr. Hoche, sind Schick. direktoren nnd als solche direkte Untergebene des Herrn Schul- raths. Also Personen, in die einen»,»vie die Erfahrung ge- lehrt hat, sehr gefährlichen Abhäugigkeitsverhältniß zu dein Schnlgeivaltigen stehe», müssen über die gegen ihn vor- gebrachten Beschuldigungen befinden; kein Wunder, daß bei so- thaner Lage der Sache der Herr Schulralh aus allen Affäre» stets als Sieger hervorgegangen ist. Die Bürgerschaft hat diesem un- erquicklichen Zustande nun ein Ende gemacht»nid die Angelegenheit einem Ausschuß überiviesen. Man darf sich»un auf recht inter- essante Enthüllliiigen gefaßt mache», denn die bisher streng geheim gehaltenen Akten aus all' den Sachen»vird der Ansschuß einer Prüfung unterziehen. — Die Aus»veisn»gspra!tiken der Hamburger Polizei erhalten eine hübsche Beleuchtung durch einen i» einer Ge- richtsverhandlung zu tage getretene» Fall. Bekanntlich hat die Polizei während des Haseuarbeiter-Streiks eine Aiizahl treikender Ausländer aus nichtig«»» Gründen aus- g e»v i e s e». Auch T 0 in Mann wurde betaiintlich ausgeiviesen und zivaugsweise nach England geschafft, obgleich gegen ihn»icht das geringste vorlag,»vas«ine Ansiveisung gerechtfertigt hätte. Mit diesein Verfahren der Polizei vergleiche man ,»»», die folgende Thatsache. In einer Gerichtsverhandlung am Mittivoch stellte sich heraus, daß ein geivisser Stein,«in Handelsmann, der Polizei„Bigilantendienste". d.h. Spitzeldienfte geleistet hat. Der Polizeibeamte Rösler bekundete darüber, daß Stein»vegen verschiedener Straflhaten mit etiva drei Jahre», Zuchthaus vorbestraft worden sei und dann als Oester- reicher auf grund dieser Bestrafungen aus Hau,- bürg ausgewiesen wurde. Er habe sich nun wahrscheinlich durch seine Kundschafterdienste das Wohlwollen der Polizei er, verben wolle».— DaS scheint ihn, denn auch gelungen zu sein, denn es wurde konftalirt, daß Stein trotz der A n s»v e i s» n g ganz unbehelligt i» Hamburg wohnt. »veil seine AuSiveisnug von der Polizeibehörde vorläufig für 3 Monate znrückgenomnien ist. Ueber den Tischlerstreil in NreSlau wird berichtet, daß die Unternehmer gestern(Freitag) über die Schließung sämmllicher Werkstätten berathen wollten. Der Maurerstreik in Hayna» soll, wie bürgerliche Blätter melden, nach vierwöchiger Dauer zu Ungunsten der ZIrbeiler beendet sein. Auf der Dampfziegelei in Wedel in Holstein streiken seit 13. Mai sämmtliche Arberter, weil sie eine Arbeitsordnung unter- schreiben sollen, worin gesagt ist, daß in Zukunft die Hälfte des Wochenlohns einbehalten werde. Der Streik der Hamburger Steinsetzer, der ca. II Monate dauerte, hat 43636,43 M. gekoüet. 43 737 M. kamen ein. Der Streik in der Jntespinnerei und Weberei in Bremen ist durch die Vermittelung des Gewerbegerichts zu kerne», Abschluß gekommen. Der Direktor der Gesellschaft, die vom Streik betroffen ist. lehnte die Verhandlung ab, wenn nicht vorher die bedingungs- lose Wiederaufnahme der Arbeit erfolgt. Wohl ans diese Weigerung hin ist vom Vorsitzenden des Gcwerbegerichls folgender Vorschlag zur Einigung den Arbeitern unlerbreitel worden: I. Die ausständigen Arbeiter nehmen unter der Bedingung die Arbeit morgen, Freitag früh wieder auf, daß der Direktor sich bereit erklärt, noch in dieser Woche mit der Lohnkommissio» bei Richter Blendermann in Unterhandlung zu treten über die Lohnsätze. II. Die ausständigen Arbeiter und Arbeiterinnen crlheilen der Lohrrkommission Vollmacht, mit dem Direktor die Lohnsätze zu ver- einbaren und verpflichten sich, die Abmachungen der Lohnkommission anzuerkennen. In der Versammlung der Ansständigen ist dieser Vorschlag ab- gelehnt und dauert somit der Ausstand fort. I» Magdeburg hat ein Generalstreik der Stein- s e tz e r begonnen. In der Rabc'schen Spinnerei in Halle a. S. sind Disse- renzeu ausgebrochen. 20 Arbeiter und Arbeiterinnen waren entlassen worden, weil sie, wie das„Volksblatt" mittheilt, dem Textilarbeiter- verband beitreten ivolllen und weil sie auch unter dem übrigen Personal für den Beitritt wirkten. Ferner seien allen entlassenen Mädchen, weil sie die Arbeit am Montag Nachmittag versäumt haben, sechs Tagelöbne abgezogen worden!— Das Personal ant- rvortete auf dieses Vorgehen des Herrn Rabe damit, daß es beschloß, folgende Forderungen zu stellen: Zehnstündige Arbeitszeit(statt der bisherigen elfstündige») ohne Lohnerhöhung; Wegfall der Anrede mit Du, die sogar verheirnthete» Frauen oegeuüber gebraucht worden ist; Wegfall aller beschimpfenden Anreden; Beseitigung der hohen Straf- gelber; Wiedereinstellung der Gemaßregellc». Für den Fall, daß diese Forderungen nicht bewilligr würden, beschloß das Personal, am Sonnabend zu kündigen. Herr Rabe, der, beiläufig bemerkt, als Kind durch Zlrbeiterinnen vom Tode des Er- tri» ken s gerettet worden ist, hat inzwischen folgendes bewilligt: 10� stündig« Arbeitszeit, Wegsall der Anrede niit Du, Einrichtung von Airkleideräumen; die Wiedereiirstcllung der Eni- lasiene» lehnt er ab, dagegen will er weitere Maßregelungen nicht vornehme». Das„Volksblatt" ersucht nun darum, daß der Zuzug von Webern, Spinnern und Appreteuren bis auf weiteres von Halle und Giebichenstein ferngehalten werden soll. Die Buchbinder Leipzigs beschlossen, den mit der Prinzipals- kommission gemeinsam ausgearbeiteten Tarif auf die Zeil vom 1. September 1S97 bis zum 31. A u g u st 1300 f e st- zulegen. Alle Streitigkeiten über die Bestimmungen des Tarifs sind, bevor Entlassung oder Niederlegung der Arbeit eintritt, einer von Prinzipalen und Gehilfen zu gleichen Tbeilen gewählten Kommission vorzutragen und innerhalb drei Tagen zu ent- scheiden. In dem Tarif ist als Arbeitszeit die O'/sstiindige (i n k l. Vesper- und Frühstückspause) bestimmt. Sonnabends beträgt die Arbeitszeit nur 8'/z höchstens 9 Stunden. Der Minimal- Stundenlohn beträgt für männliche Arbeiter 33 Pf., bei minder- werthiger Leistung im ersten Gesellenjahr aber nur 3S Pfennige. Hesterinnen und Goldaufträgerinncn erhalten 2S resp. 20 Pf., falls sie ungeübt sind 20 resp. 16 Pfennige. Für lernende Mädchen muß 12 Pfennige Mindestlohn gezahlt werden. Die Ueberzeitarbeil wird an den Wochentagen, außer Sonnabends, während der ersten beiden Stunden mit 10 Pfennigen sür männliches und S Pfennigen für weibliches Personal pro Stunde exira entschädigt. Die sonstige Neberzeitarbeit soll mit 20 resp. 10 Ps. pro Stunde extra entlohiit werden. Die Zustimmung der Prinzipalsversammlung steht noch auS. Unter den Prinzipalen hat sich verschiedentlich Opposition gegen den Tarif gellend gemacht, so daß dessen Annahme noch nicht gesichert ist. Der Streik der Leipziger Kistenbauer ist jetzt in der Hanpt- fache ans drei größere Fadriten beschränkt, da die anderen Unter- nehmer zum großen Theil die Forderungen bewilligt haben. In Meisten forscht, wie die„Sächsische Arbeiter. Zeitung" mittheilt, die Polizei und die AmtSanwaltschafl nach Thatsachen, die ein Jnverbindnngtrelen mehrerer Vertreter durch das Gewerk- schaftskartell darstellen sollen. Der Vorsitzende des Kartells ist schon gerichtlich vernommen worden. Das Kartell besteht seit fünf Jahren, ohne daß eine solche Entdeckung gemacht wurde. Die Delegirten der Gewerkschaften sind alle in össentlichen Branchen- Versammlungen gewählt, die mit den Gewerkschaftsorganisationen nichts zu thun haben. Die Maurer in Ztviika« beschlossen, 36 Pf. Stundenlohn und lOstündige Arbeitszeit zu forder». Die bei Wolff, der größten Baufirma Zwickau's, beschäftigten Maurer werden diese Woche kündigen. Zuzug ist streng fernzuhalten. Der Oberbürgermeister von Hanau, Herr Dr. G e b e sch u s erklärte in einem Schreiben an den Vertreter der streikenden Diamantarbeiter, daß er nicht in der Lage sei, sich noch weiter um die Herbeiführung eines Ausgleichs zu bemühen, weil, trotz seiner Versicherung bei der Besprechung vom 6. Mai, er sei in keiner Weise von den Besitzern der Diamantschleifereien zu dem Vermittelnngsversuch veranlaßt worden, dennoch die unwahre Be- Häuptling ausgestellt worden sei, die Echleifereibesitzer hätten sich hinter ihn gesteckt. In Hof haben die Brauer durch gütliche Verhandlung mit den Brauereien eine 2—3 stündig« Verkürzung der Arbeitszeil und eine ziemlich beträchtliche Lohnerhöhung sowie noch mancherlei andere Bortheil« erreicht. Die Verhandlungen wurden von der dnrch 3 Mitglieder des Gewerkschaftskartells verstärkten Lohn- kommission in einer gemeinsamen Sitzung mit den Vertretern der Brauereien geführt. Ausland. Ans Czernowitz wird uns über den Bauarbeiter- Streik geschrieben: Bisher wurde auf den hiesigen Bauten von früh 4 oder 5 Uhr diS abends 7 oder 8 Uhr gearbeitet, und der beste Arbeiter wurde mit höchstens 1 Gulden 20 Kreuzer, das ist 2 Mark täglich bezahlt. Unsere Forderungen sind: g>/i stündige Arbeitszeit(von 7 biS 6 Uhr), '/»stündige Frühstücks- und einstündige Mittagspause, 1 Gulden 60 Kreuzer Minimallohn für Maurer und Zimmerleute, wöchent- liche Auszahlung des Lohnes in der Zeit von S— 6 Uhr abends. Wegfall der Zivischenunlernehmung, die aufzunehmende» Burschen sollen das gesetzlich vorgeschriebene Alter von 14 Jahren haben nnd täglich mindestens 60 Kr. Loh» bekommen; weiter verlangen wir den Uebertritt aus der genossenschaftlichen(Jnnungs-) i» die Bezirkskrankenkasse, die Anerkennung der gewerkschaft- liche» Arbeitsvermiltelung, gänzliche Aufhebung der Kündi- gungsfrrst und Freigabe des 1. Mai. Diese Forderungen sind den Unternehmern am 22. Dezember v. I. zugestellt worden. Am 10. Mai wurde zu ihrer Durchführung die Arbeit niedergelegt. Da unsere Organisation noch sehr jung und schwach ist, sind wir auf die Hilfe der übrigen Arbeiterschaft angewiesen und bitten deshalb auch die deutschen Berussgenofsen um finanziellen Beistand. Geld- sendungen sind zu richten an Johann W t t i u k in Czernowitz in der Bukowina, Cecinagasse 8. Der Wiener„Arbeiter» Zeitung" wurde über den Ausstand am IS. Mai telegraphirt: Trotz des sehr ruhigen Verhallens der Streikenden wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommer. Unter dem Vorwande, daß die Streikenden Arbeitende von der Arbeit ab- hielten, attakirte die Polizei mit blanker Waffe die Str ikenden, von denen viele verwundet wurden. Die Bevölkerung befind, sich ob dieser unerhörten Provokationen der Polizeiin großer Aufregung Soeben ist Militär ausgerückt. Der um Intervention angerufene Gewerbe- Inspektor ist nicht gekommen. Verhaftet wurden mehr als zwanzig Personen. Moralische nnd materielle Hilfe ist dringend nothwendig. Ter Streik der Landarbeiter in der Provinz C r e m o n a verursacht, wie aus Mailand berichtet wird, bedeutenden Schaden in der Seidenraupenkultur, wodurch die Grundbesitzer in den Dörfern des Oberlandes gezwungen wurden, die Bedingungen der Streikenden anzunehmen, während im Niederlande, wo Militär die Heuernte besorgt, die Aufregung wächst. Ter Streik der Londoner Hufschmiede hat sich insofern auS- gedehnt, als die Hufschmiede der königl. Stallungen, die jetzt nur 30 Schillinge die Woche erhalten, ebenfalls die Arbeit niederlegten. Dagegen haben einige Hundert die Forderungen bewilligt erhalten und sind zur Arbeit zurückgekehrt, so daß die Zahl der Ausständigen nur noch 120 beträgt. Die Great Northern Eisenbahn bot den Streikenden 37 Schilling die Woche, das Angebot wurde jedoch abgelehnt._ Sozinles. Tie Noth unter den Webern von NowatveS hat, wie ein Berichterstatter meldet, auch jetzt, trotz des Eintritts der besseren Jahreszeit, noch nicht im geringsten abgenommen. Zwar werden augenblicklich in geblümten Stoffen etwas höhere Löhne gezahlt, doch fehlen den Webern die Mittel, diese Arbeit, zu welcher kostspielige Vorrichtungen nothwendig sind, gehörig vorzubereiten. Infolgedessen können die vielen Webstühle, die schon seit langer Zeit in Nowawes leerstehcn, nicht bezogen weiden, und die Besitzer dieser Stühle müssen nothgedrunge» weiter feiern oder in der mechanischen Weberei des Ortes als Arbeiter thätig sein. Die Löhne für die übrigen Stoffe dagegen haben sich nicht nur nicht ver- bessert, sondern sind im Gegentheil mit Beginn der Sommermonate noch schlechter geworden, als dies im Winter der Fall war. Kurz vor Ostern hat eine amtliche Untersuchung der Wcbernoth durch den Geheimen Regierungsrath und vortragenden Rath im Ministerium sür Handel nnd Gewerbe, Herrn Simon, stattge- sunden, der anch das Vorhandensein der Mißstände anerkannte nnd Abhilfe versprach. Zunächst sollte den Nowaweser Webern von den Eisenbahn- Direktionen die Anfertigung der in de» Eisenbahnwagen der ersten und zweiten Klasse befindlichen Plüsche übertragen werde, die nicht aus mechanischem Wege, sondern nur dnrch Handarbeit, in der die Nowaweser vorzügliches leisten, hergestellt werden können. Die Weber waren über diese Zusage sehr er- freut, haben aber bis heute noch keinen definitiven Bescheid erhalten. Hinsichtlich der von den Webern erbetenen Uebertragnng der An- fertigung von Militärtuchen für Bekleidungszwecke und der für den miliinrischen Gebrauch bestimmten Schlaf- und Pferdedecken konnte der Geheimralh keine Auskunft gebe» und auch keine sichere Hoff- nung auf Erfüllung dieser Bitte machen, da alle diese Sachen zum größten Theil auf mechanischem Wege hergestellt werden. Zur Dnrchfiihrnng der Sonntagsruhe in den Werkstätten hat der Arbeiterverein in E l b i n g eine Kommission ein- gesetzt, die jeden Fall, wo ein Arbeiter vom Unternehmer zu un- gesetzlicher Sonntagsarbeit angehalten wird, anzeigen soll. Ein Ünlernehmer hat deshalb von seinen Arbeitern den Austritt aus dem Verein verlangt, widrigenfalls er sie entlassen werde. Mehrere andere Unternehmer wollen diesem Beispiel folgen. Um derartigen Schädigungen der Arbeiterorganisationen vorzubeugen, dürste es sich wohl empfehlen, die Wahl solcher Ueberwachungs-Kommissionen nicht von Vereinen, sonder» von öffentlichen Versammlungen vornehmen zu lassen. Ncbcr die Frage deS Ladenschlusses hat der Verein der Detaillistcn in Darmstadt eine Erhebung veranstaltet. Das Ergebniß derselben ist folgendes: Das Bednrfniß sür ein längeres Offenhalten der Läden als bis 9 Uhr abends haben 16 Kolonialwaaren-Händler bejaht, 104 dagegen verneint; 19 Manusakturislen und Kurzwaaren- Händler erklärten sich gegen ein Offenhalten der Läden nach 8 Uhr abends, 3 dafür. Gegen einen ges etzlichen Ladenschluß um 8 Uhr abends erllärten sich 117, dafür 74; gegen einen gesetzlichen Ladenschluß um 9 Uhr abends erklärten sich 31 Kolonialwanrenhändler, dafür 3S. Für einen freiwilligen Ladenschluß um 8 Uhr waren 132 Manu- sakturisten:c., dagegen 24; für einen freiwilligen Ladenschluß um 9 Uhr waren 88 Kolonialivaarenbändler. dagegen 25. Aus grund dieses Ergebnisses hat der Detaillisten-Vcrein nunmehr einen Aufruf zum freiwilligen Ladenschluß spätestens um 8 bezw. 9 Uhr abends erlassen. Die ortsüblichen Tagelöhne für den Stadtdirektions- Bezirk S t n l t g a r t sind vom 1. Januar nächsten Jahres an wie folgt festgesetzt: für erwachsene männliche Personen auf 2,70 M., für erwachsene weibliche Personen auf 1,80 M., sür jugendliche männ- liche Personen aus 1,30 M. und für jugendliche wclbliche Personen auf 1 M. Geviktzts-Dettunlg. RbonncmcntSanfforderung und Preßgefctz. Eine den Kampf gegen die Sozialdemokratie charakterisirende Angelegenheit kam gestern vor der 14S. Abtheilung des Amtsgerichts I zur Verhandlung. In einer in Keller's Festsälen in der Koppenstraße abgehaltenen Ver- sammlung der Metallarbeiter halte der Parteigenosse Klempner Zimmermann ein Flugblatt verthcilt, dnrch welches zum Abonnement aus den„Vorwärts" aufgefordert wurde; unterzeichnet war das Flugblatt von der Preßkommission.I Durch Verbreitung dieser Druckschrift soll Zimmermann gegen 8 10 des alte» Preßgesetzes vom 12. Mai 1851 verstoßen haben, wonach an öffentlichen Orten Druckschriften nur mit polizeilicher Erlaubniß ver- tdeilt werden dürfen. Zimmermann erhielt daraufbin ein Straf- mandat, gegen welches er Widerspruch erhob. Vor dem Schöffengericht gab er den Thatbefiand zu, ebenso daß er eine polizeiliche Erlaubniß nicht gehabt Hab», bestritt aber, daß die betreffende Versammlung eine öffentliche gewesen sei; allerdings habe jeder Metallarbeiter Zutritt gehabt. In Uebereinstimmung mit dem Amtsanwalt gelangle der Gerichtshof zu der Ansicht, daß eS sich thatsächlich um eine öffent- liche Versammlung, die anch an einem öffentlichen Orte staltfand, gehandelt habe; und da die 88 ll, 10 und 41 des Preßgesetzes vom 12. Mai 1851, wonach an öffentlichen Orten Drnckschristen ohne polizeiliche Genehmigung nicht vertheilt werden dürfen, durch daS Reichs-Preßgesetz nicht aufgehoben seien, habe der Angeklagte sich schuldig gemacht. Das Urlheil kantete auf 9 M. Geldstrafe oder 3 Tage Haft. Der Angeklagte will des Prinzips wegen Berufung «inlege» und event. auch die höchste Instanz anrufe». Zum Tausch- Prozeß wird aus Moabit gemeldet: Die Be- Werbung um Erntrittskarten zu dem am 24. Mai beginnenden Prozeß v. Tausch- v. Lützow ist eine besonders starke. Sämmtliche verfüg- baren Karlen sind bereits vergeben(an wen? D. R.) und es hat keinen Zweck mehr, Gesuche um solche an die Gerichts- schreiberei zu richten. Die Vertheidiger Tausch's, Rechtsanwälte Dr. Sello und Dr. Schwindt, von denen der erstere vor- gestern wieder aus Karlsbad zurückgekehrt ist, hatten gestern eine lange Berathnng mit ihren Klienten nnd dürften neben der großen Reihe von'Anklagezeugen noch zahlreiche EnllaftungZ- zeugen vorladen, welche namentlich über den Leumund des An- geklagten, seine Zuverlässigkeit und seine im Leckert- Lützow-Prozesse bestrittene Diskretion auszusagen hätten. Es befinden sich darunter mehrere Polizeibeamte, Schriftsteller, Beamte der Behörden, für die v. Tausch Recherchen ausgeführt hat u. s. w. Die Verhandlung selbst wird insofern ein sonderbares Bild bieten, als sowohl der in der Angelegenheit der Urkundenfälschung mit angeklagte v. Lützow, als auch sein Vertheidiger Rechtsanwalt Dr. Lubszyuski bei dem den Augeklaglen v. Tausch allein betreffenden Theil der Anklage als Zeugen austreten sollen. Ob und welche Schwierig- ketten auS dieser Doppelstellnng sich für die G-schästtsührnnz er» geben werden, wird abzuwarten sein. Eine scharf- Kritik über zwei Berliner Schutzleute bezüg- lich der ganz irrigen Anffaffnng des Widerstands- Para- graphe», 8l� Str.-G.-B., übte der Vertreter der Anklagebehoroe gelegentlich des Strafprozesses, der gegen den Billethändler Johannes Z i r z vor der 2. Strafkammer Landgerichts I zur Verhandlung ge- langte. Der Angeklagte wollte am Vormittag des 30. Januar d. I- an der Kasse des ZirkuS Busch Billets kaufen. Der Andrang war sehr groß, eS kam zu Reibereien und Stößen und der Angeklagte erhielt einen Schlag über den Kopf. Da er wie eingekeilt stand, so erhob er in der Vermnthung, daß ein zweiter Schlag folgen könnte, den Arm zur Abwehr. Inzwischen hatten die Schutzleute Kleiner und Hönning die eigentlichen Schläger entfernt und griffen sich ohne weiteres oen Angeklagten, der ihnen wohl bekannt war, heraus, um ihn zur Polizeiwache zu schaffen. Zirz fragte nach dem Grunde der Sistirung, doch die Schutzleute fuhren ihn schroff an und rissen ihn anS der Menge heraus. Hierbei sollte sich der Angeklagte an der Messing« barriere festgehalten und somit Widerstand geleistet haben. In der That drängte aber das Publikum derartig, daß Zirz nicht von der Stelle kommen konnte. Die Schutzleute sahen diesen Vorgang als einen Widerstand gegen die Staatsgewalt an, obwohl sie keinen strikten Grund zur Sistirung wußten. Das Schöffengericht erkannte deshalb ans 30 M. Geldstrafe und Zirz legte gegen dieses Urtheil Berufung ein. Die Beweisanfnahme in der zweiten Instanz ergab dasselbe Bild nnd veranlaßt« den Staatsanwalts-Assessor Junker, daß er mit warmen Worten sür den Angeklagten eintrat und gewissermaßen als Vertheidiger desselben das Verhalten der Schutzleute scharf rügte. Es wäre wohl zu wünschen, hob der Staatsanwalt hervor, daß die Schutzleute den 8 kIS des St.-G.-B. nicht so weit aiisdehnten, wie leider das Gegentheil so oft der Fall sei. Nach diesem Paragraphen müsse Gewalt an- gewendet werden und er wisse trotz der Bekundung der Schutzleute nicht, in welcher Weise sich die Gewalt geäußert haben sollte. AlS die Beamten befragt wurden, weshalb sie eigent- lich den Mann sistirt hätten, stutzten sie, denn es lag anch keine Veranlassung vor, die Festnahme auszuführen, um so mehr, da der Angeklagte dem einen Beamten persönlich sehr bekannt war. Der Staatsanwalt beantragte die Anshehnng des Urtheils erster Instanz und die Freisprechung auf Kosten der Staatskasse. Der Gerichtshof war jedoch anderer Ueberzengung, denn nach dem Allgemeinen Landrecht seien die Beamten be- auftragt, für die allgemeine Ordnung und die Sicherheit des Publikums zu sorgen. Vor der Kasse war ein großer Menschen- -»»drang nnd außerdem entstand eine Schlägerei, demnach waren die Beaniten wi der rechtmäßigen Ausübung ihres Amtes. Der An- geklagte leistei'e nicht Folge und ebenso erscheine es wenig glaubhaft, daß er vom Pinblikum festgehalten wurde. Die Strafe wegen dieses Widerstandes erscheine nicht zu hoch, weshalb die Berufung kosten- pflichtig verworfen wurde! Zum Fall Tappert kontra Kerr hören wir. daß Herr Tappert vor vier Tagen die Beleidigungsklage gegen Kerr thatsächlich ein- gereicht habe. Richtig ist es, daß Rechtsanwalt Tösfling die Sache nicht mehr führt, diese Thatsache soll aber darauf zurückzuführen sein, daß Herr Tappert neuerdings Herrn Justizrath Kleinholz mit seiner Vertretung beaustragt Hab.-« soll. Ter zn harter Gefänguißstraf« vernrtheilte Verfasser der Broschüre„Der Wucher und seine Hintermänner", Landwirth Krause war gestern auS Plötzensee dem Schöffengericht vorgeführt worden. Er trat«IS Privatkläger gegen einen hiesigen Fabrikanten auf. der in dem Wucherprozcß Pariser als Zeuge vernommen worden ist. Herr Krause fühlte sich dadurch beschwert, daß nach dem Gerichtsbericht jener Fabriknnt zu den Opfern des Herrn Krause gehört haben sollte, da er sich mit 300 M. losgekauft habe, damit sein Name nicht in jener Broschüre erschiene. Krause hatte die Privatklage angestrengt, um gerichtlich die Unwahr. heit jener Behauptung festzustellen. Nachdem der Angeklagt« zu Protokoll erklärt hatte, daß diese Behauptung vom ihm selbst gar nicht aufgestellt worden, sondern wahrscheinlich aus arund einer Be« merkung des Staatsanwalts in den Bericht hineingekommen fei, nahm der Privatkläger die Klage zurück. /Sittenverbrcchcn eines WaifenauffeherS. AuS Hamburg ivin nnS telegraphisch berichtet: Wegen wiederholten Sitten- velbrechcns ist am Freitag der Ausseher des Hamburger Waisen- hanses, S u d h o f f. zu zwei Jahren Gesängniß verurthnilt worden. Der Staatsanwalt hatte drei Jahre Zuchthaus beantragt. Sudhoff, der seine Schändlichkeiten an Waisenknaben verübt hat. steht in der flleihe der Beamten des Hamburger Waisenhauses nicht als einziger Sittenverbrecher da. Bereits in den siebziger Jahren ist ein Waisen- vater, der sich durch besondere Frömmigkeit auszeichnete, wegen ähnlicher Verbrechen ins Zuchthaus gekommen. Depeptzen und letzte Vacheichileit. Frankfurt a. M., 14. Mai.(B. H.) Die„Franks. Zeitung" meldet ans Kanea: Bei der Einschiffung eines Theiles der griechischen Truppen herrschte vollständige Ordnung. Der Zustand der Truppen war ein ausgezeichneter, und als dieselben abfuhren, sangen sie die griechische Nationalhymne. Französische, englische und italienische Boot« brachten die griechischen Soldaten nach dem Handelsschiffe, welches von dem österreichischen Kanonenboot„Tiger" nach dem Piräns begleitet wird. Die europäischen Boote waren nicht armirt. Da» Gros der griechische» Soldaten wird morgen abgehen. 200 In- surgenten sind heute Morgen abgefahren. Wien, 14. Mai.(B. H.) In hiesigen diplomatischen Kreisen verlautet, daß der Vermittelnngsversuch der Mächte in Konstantiuopel auf große Schwierigkeiten stößt. Der Sultan, beeinflußt dnrch eine Großmacht, sei zu gar keinen Konzessionen geneigt; ein Scheitern der Vermittelnngsanstrengnngen sei nicht unmöglich. Rom, 14. Mai.(W. T. B.) Deputirtenkammer. Berathnng von Interpellationen betreffend Afrika. Demarinis wünscht, daß die Truppe» ans Afrika zurückgezogen werden. Jmbriani fordert nicht nur das Aufgeben der erythräischen Kolonie. sondern auch der Küste von Benadir. Marazzi wünscht gleichfalls, daß sämmtliche Truppen aus Afrika zurück- gezogen werden, jedoch solle der Regierung die Verantwortlichkeit über die Art und Weise nnd über die Zeit der Zurückziehung über- lassen werden. Danieli wünscht, daß die Regierung ihre Absichten über die Politik in Afrika bekanntgebe. Hieraus wird die Weiler- berathnng aus morgen vertagt. Konstantiuopel, 14. Mai.(B. H.) Wie verlantet. stellt jetzt der Sultan die Forderung, Thessalien gegen Kreta an Griechenland auszutauschen. Konstantiuopel. 14 Mai.(Meldung des Wiener Telegraphen- Korrespondenz-Bureaus). Der Minister des Aeußeren hat dem Doyen der Botschafter mitgetheilt, daß Domokos nach schwachem Wider- stand von drei oder vier griechischen Bataillonen genommen sei. Die griechische Armee habe sich vorher zurückgezogen. Athen» 14. Mai.(B. H) Aus Domoko wird gemeldet, daß die türkische Armee sich gegen Pharsala zurückgewendet hat. Almyros wurde von einem Detachement der griechischen Brigade EmolenSki besetzt und daselbst die telegraphische Kommunikation wiederhergestellt. Dagegen besetzten die Türken Karditzka und Trikkala. Athen, 14. Mai.(B. H.) Neuere Nachrichten versichern, daß thatsächlich die Griechen im Epirus weiter vorrücken. Die Ein» »ahme Prevesas wird als unmittelbar bevorstehend angekündigt, das es der türkischen Besatzung an Lebensmitteln mangele. Di« Regierung tragt Sorge, daß die militärischen Aklionen im Epiros einheitlich werden, und hofft, daß das in Thessalien Verlorene wieder eingeholt werde. Athen, 14. Mai.(Meldung der„Agence Havas".) Ein Telegramm ans Ana berichtet, daß seit heute srüh l>ei Gribowo in der Richtung aus Pdilippiadha ein blutiger Kamps stattfindet. Die Verluste aus beiden Seiten sollen beträchtlich sein. Der Kauipf dauert fort. Einzelheiten fehlen noch. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Für den Jnserateiitheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mar Babing in Berlw. Hierzu 2 Beilagen. — Vom Milibär-VezirkSaerichtk Manchen wuvde der Gendarm Schäfer von DinkelSbnhl. der ans einem Patrouillengang« ans seinen Wachtmeister geschossen und denselben schwer verwundet hat, wegen Todtschlagversnchs zu 12 Jahren Zuchthaus verurtheilt.—_ — Ein kleiner Kolonialkrieg. Ueber den Abschluß der Wahehe-Expedition hatte Hauptmann Prinee im„D. Col.-Vl." vom I. d. M. eingehend berichtet und die Zuversicht geäußert. daß die Herrschast und der Einfluß Quawa's gänzlich de- seitigt seien. Das Wahehe-Reich war getheilt worden und hatte der der deutschen Hcrrschast anscheinend durchaus ergebene Häuptling Mpangire den östlichen, Morera den westlichen Theil erhalten. Wie nun der„Köln. Ztg." mitgetheilt wird, scheine» die Hosfnnnge» aus Nnhe und Frieden in jenen Gebieten zu hoffnnngs- voll gewesen z» sein; denn Hanptmann Prince soll inzwischen genölhigt geivesen sein, den Häuptling Mpangire aufhängen zu lassen; auch soll der Einfluß des noch nicht gesangenen Quawa beträchtlich im Wachsen begriffe» sei». Oesterreich. Ibgeordnetenhaus.) Vor Uebergang Abg. Dr. Hofmann v. Wellenhos das Wort Wien, 13. Mai.(Z zur Tagesordnung erhält znr Geschäfisordnung. Abg. Dr. Hofmann v. W e l l e n h o f(deutsche Volkspartei): Daß die Mehrheit dieses Hauses fortfährt, i» einer Art nnd Weise vorzugehen, welche geradezu allen Gesetzen des parlamentarische» An st an des Hohn spricht... (Beifall links, lebhafter Widerspruch rechts.) Präsident unterbricht den Redner mit dem Ersnchen, znr Geschäftsordnung zu sprechen. Abg. Dr. H o s in a»» v. W e l l e n h o f(fortfahrend):... haben die jüngsten Vorgänge im L e g i t i m a t i o n s- A u s ch ü s s e. also in einem AnSschnsse, in welchem gewiß selbst der Schein einer Parteinahm« für oder gegen»ine bestimmle Partei vermieden werden sollte, auf das allerdeutlichste bewiesen.(Lebhafte Zustimmung links.) Wir sind aber nicht im mindesten gewillt, uns eine solche Behandlung, eine solch« Vergewaltigung (lebhaste Zustimmung links) nicht bloS der Minder- heit, sondern deS parlamentarischen An st an des u!nd der parlamentarischen Sitten gefallen zu lassen.(Beifall links. Unnche rechts.) Ich habe daher im Namen meiner SesinnungSaeuofsen folgendes zu er- klären: In Erwägung, daß der Legitimalions-Ausschnß zum theil aus Mitgliedern zusammengesetzt ist, gegen deren Wahlen Proteste vorliegen...(Hört! hört! linkS.) Präsident(unterbrechend): Ich bitte, Herr Abgeordneter, eine solche Erklärung ist nach der Geschäftsordnung utcht zulässig. (Lebhafter Widerspruch links.) Abg. Kienmann(deutsche volksp.): DaS ist«ine S ch w ein e- rei! Wir müssen uns doch rühren können! Abg. Dr. v. P e ß l« r(deutsche VaäkSpartei): Solche Schweinereien müssen ja zur Sprache, kommen, wenn es auch der Majorität nicht recht ist. Der öfsrnfliche Anstand verlangt es, daß darüber gesprochen wird. Abg. K i e n ni a n n: Ich habe kein Referat erhalten! Abg. Dr. H o f m a n n v. W-r l l e n h o s(fortfahrend): In Erwägung, daß die Berichterstattung, soweit es sich um die Minorität handelte, vorwiegend, den politischen Gegnern zugewiesen wurde, so daß zum Beispiel über die Wahl eines deutsch-nationaten Abgeordneten ein Jnngczeche, über die italienischen Wahlen Slovenen referiren: in Erwägung, daß uui gekehrt die Beiichterftattung überprotestirte galizische Wahlen den Parteigenossen der Be- treffenden übertragen wurde(Hört! Hört! links), so daß also der Legitimatio-as-Russchuß nach seiner dermaligen Znsammen. setznng und seiner bisherigen Geschäftsführung den erheblichsten Be- denken unterliegt, wird der Antrag gestellt:„DerLeaitimations- AuSschuß ist aufzulösen nnd dessen Neuwahl auf die Tagesordnung einer der nächsten Sitzungen zu stellen."(Lebhafter Beifall links. Gelächter rechts. Neuerlicher lebhafter Beftall und Händeklatschen links.) Abg. Dr. Dyk(Jnngczeche): Die Uebertragung von Referaten an einzelne Mitglieder ist eine rein persönliche Vertrauenssache der Majorität, und Sie werden unS doch nicht zumuthen... Präsident unterbricht den Redner mit der Bemerkung, daß er keine Pebatte zulassen könne «bg. Dr. D y k: Ich bitte, ich bin ganz kurz. Und Sie werden der Majorität doch nicht znmnthen, daß sie von diesem ihr parla mentarisch zustehenden Rechte keinen Gebrauch macht.(Zustinimnng rechts.) Präsident unterbricht den Redner abermals. Abg. D r. Dy k: Ich konstatire nur, daß in der vorigen Session strittige protestirte Wahlen immer nur den Parteigenossen der Majorität zugewiesen wurde». Präsident unterbricht den Redner neuerlich und fordert ihn ans, kurz zu sein. Abg. D r. D y k: Di« Minorität wollte unS zwingen, daß wir dem Herrn DaszynSki ein Referat übertragen. Präsident entzieht dem Redner das Wort.(Große Unruhe.) Präsident ertheilt sodann dem Abg. Epincic das Wort. Abg. Dr. Steinwender(deutsche VolkSpartei): Wozu denn? Präsident: Zum DringlichkeitSantrage, der auf der TageS. ordnung steht,(Rufe links: Es ist ja ein Antrag gestellt worden!) Abg. Dr. S t e i n w« n d e r: Ich bitte um das Wort zur Ge- schäftSordnung. Es giebt keine Debatte mehr.(Lebhafter Eine Debatte ist nicht zulässig. Ich ertheile Epincic das Wort.(Neuerlicher stürmischer Aber ich bitte, meine Herren! Abg. Dr. Stein wender: Herr Präsident, es ist ein Wohl» motivirter ganz bestimmter Antrag gestellt worden. Dieser Antrag muß irgendwie behandelt werden.(Lebhafte Zustimmung links.) Sie können denselben ja ablehnen, wenn Sie wollen, aber Sie müssen ihn in Behandlung ziehen, denn das werden wir unS nicht gefallen lassen, daß unsere Anträge einfach eSlamotirt werden.(Lebhaft« Zu- stimmung links.) Präsident: Herr Abg. Eteinwender, wollen Ei« sich mäßigen! Abg. Dr. Eteinwender: Wir- müssen es unS gefallen lassen, niedergeftimmt zu werden, aber unsere Anträge müssen doch irgendwie in Behandlung gezogen werden.(Zustimmung links.) Präsident: Wenn der Herr Abg. Hofmann einen Antrag gestellt hat, soll er denselben schriftlich einbringen. Abg. Dr. Eteinwender: Ich melde den Antrag als DringlichkeilSantrag au.(Große Unruhe.) Präsident ertheilt hierauf dem Abg. Spinci« da» Wort. (Erneuerter stürmischer Widerspruch links.) Abg. F o l l e r(christlich-sozial) meldet sich zur Geschäftsordnung zum Worte.(Anhaltende groß« Unruhe linkS.) Präsident: Bitte, meine Herren, sind Sie doch ruhig. (Zwischenrufe seitens des Abg. Jax und seitens des Abg. Jro.) Präs.: Herr Abg. Jro, wollen Sie hier schweigen! Abg. Jro(Schönerer-Partei): DaS Volk sagt, wir sollen nicht schweigen!(Rufe recht»: Hinaus!) Präs.: Herr Abg. Jro, ich ritfe Sie zur Ordnung. Ich bitte, meine Herren, doch den Anstand zu wahren.(Lärm.) Abg. Schrammet(Sozialdeniokrat): Schöner An- stand, wenn Sie die Minorität vergewaltigen!(Unter großer Un- ruhe und Lärm ergreift Abg. Foller das Wort.) Abg. Foller: Ich bedauere, daß gerade der Präsident eS ist, welcher die Berhandlungen in so merkwürdiger Weis« verzögert. Ich beantrage die dringliche Behandlung des schriftlich ordnungsgemäß durch den Abg. Hofmann v. Wellenhof eingebrachten Antrages und zugleich die namentliche Abstimmung über diesen Antrag.(Beifall auf der äußersten Linken.) Präsident: Der Abg. v. Hofmann soll den Antrag schriftlich einbringen, i.rnd wenn derselbe ordentlich unterstützt wird, wird er Präsident: Widerspruch linkS.) dem Abgeordneten Widerspruch links.) wie die' übrigen Anträge verhandelt werden.(Widerspruch und Un- ruhe ai? der äußersten Linken.) —. E ozialpolitische Anträge der Liberalen. Die Thatsahe, daß nun auch die Sozialdemokratie im österreichischen Parlamente Sitz und Stimme hat und die Gewißheit, daß die Liberalen auf absehbare Zeit keine Aussicht habe», zur Majorität zu gelangen, veranlaßt sie durch sozialpolitische Anträge auf ungefährlichen Arbeitersang auszugehen. Die liberalen Adgg. Dr. Lecher und Genossen beantragten in der letzten Sitzung desAbgeordnetcnhauses, dieRegierung werde aufgefordert, spätestens anläßlich der im Jahre 1900 bevorstehenden Volkszählung eine?l u f n a h ni e s ä m m t l i ch e r l a n d« und f o r st- wirthschaftlichen und gewerblichen Betriebe sowie der arbeitslosen Bevölkerung zu veranlassen. Ferner brachten sie auch einen Antrag ein, betreffend die Ein- führnng der Sonntagsruhe bei den staatlichen A e m t e r n und Betrieben sowie beim Verschleiße der Staats-Monopolartikel, bei den Geld-, Ver sicher n ngs- und Verkehrsinstituten, Privat kanzleien, ferner beim Großhandelsgewerbe und beim Verschleiße der Fabriksgewerde.— Ungarn. Budapest, 13. Mai. Nach dem heute verkündeten Urtheil deS I n k o m p a l i b i l i t ä t S- Ausschusses liegt bei den Abgeordneten Stefan Tisza, Karl Hicronymi, Rosenberg, Benke, Neuniann, Enyedy und Tolnay kein I n k o m p a t i b i l i t ä t s f a l l vor. Selbstverständlich sind aus Abgeordnete der Majoritätsparteien diese Paragraphen nicht anwendbar.— England. London, 13. Mai. Das Unterhaus nahm mit 221 gegen 90 Stimmen die zweite Lesung der Bill an, welche die E i n s u h r von Maaren verbietet, die in ausländischen Ge- f ä n g n i s s e n angefertigt sind. Im Laufe der Debatte im Unter Hause über diesen Antrag erklärte der Staatssekretär der Kolonien, Chamberlain, im Prinzip sei die Bill wichtig. Obwohl die Vorlage jetzt nur die Interessen der Bürsten- und Mattensabrikanten berühre, wisse inan, daß die deutsche Regierung beabsichtige, die Gefängniß- industrie auf andere Artikel auszudehnen, es sei daher noch nicht bekannt, welche Industrien schließlich davon berührt werden könnten.— London, 13. Mai. Der bimetallistischeParlaments- Ausschuß hielt heute im Unterhanse eine Sitzung ab, an welcher zahlreiche Mitglieder des HanseS und mehrere bekannte Arbeiter- sichrer theilnahmen. Der Vorsitzende Eir William HouldSworth erklärte in feinem Bericht, daß die Aussicht auf eine baldige Lösung der Frage durch ein internationales Uebereinkommen niemals besser gewesen sei. als gegenwärtig. Insbesondere berichtete er über die Verhandlungen, welche in dieser Hinsicht in Europa ans Veranlassung der Vereinigten Elaaten geführt werden sollen. Der Ausschuß be- schloß, eifrig dahin zu wirken, diese Verhandlungen erfolgreich zu machen. Für diese optimistische Anssassung haben die Bimetallisten wahrlich gar keinen Anlaß.— Italien. Rom, 13. Mai. Die D e p n t i r t e n k a m m e r setzte heute die Berathung über die A r in e e- O r g a n i s a t i o n fort. Der Minister- Präsident Marchese di Riibiui erklärte, folgende von Palberti, Chinoglia und Sola eingebrachte Tagesordnung annehmen zu wollen: Die Kammer nimmt Akt von den Erklärungen der Re- gierung. Diese Tagesordnnng, welche den Charakter eines V e r t r a u e n s v o l u m s hat, wurde in namentlicher Abstimmung mit 224 gegen IIS Stimmen angenomnien. Sodann beschloß die Kammer, in die zweite Lesung des Gesetzes einzutreten.— — Das Attentat auf den König bietet den Re- aktionärcn eine willkommene Gelegenheit, eine allgemeine Hätz gegen die S o z i a l i st e n zu eröffnen, obwohl diese mit der That dieses Verrückten absolut nichts zu thun haben. Aus allen Theilen Italiens werden, wie der„ A v a n t i* mitlheilt, Polizeithaten gegen Sozial- demokraten gemeldet. Der Verhaftung wegen der unbedeutensten „Vergehen" oder der in gewöhnlichen Zeiten unversänglichsten Aeuße- ruugen folgt in der Regel in aller Eile der Prozeß und die Ver- urtheilung' man benutzt die Stimmung der Richter. Der„Avanti" ist abermals koufiszirt worden wegen seiner aller- dings scharfe» Stellungnahme zu den rohen Mißhandlungen, welchen der Sozialist Frezzi im Polizeigewahrsam ausgesetzt war. Der Berein der lombardischeii Schriftsteller hat sich infolge der häufigen Konfiskation des„Avanti" und anderer Blätter veranlaßt gesehen, Prolest zu erhebe» und die Aufhebung des betreffenden Gesetzes- Paragraphen zu verlangen.— Für die Familie des im Gefängniß umgekommenen Frezzi hat unser römisches Partei-Orgau eine Sammlung eröffnet. — Um den Körper CriSpi'S wird jetzt in Italien ge- kämpft, wie weiland vor Troja um den Leichnam des Patroklus. Und eigentlich ist ja auch CriSpi ein Leichnam. Moralisch sitzt der italienische Bisniarck längst aus der Anklagebank, ja bereits als Verurtheilter im Zuchthaus. Den» seine Schuld als Fälscher nnd Dieb— von der Blutschuld und anderem gar nicht zu reden--- ist durch ein so erdrückendes Beweisinaterial festgestellt, daß kein Zweifel obwaltet. Aber der Körper des raffinirten Verbrechers ist noch nicht auf die Anklagebank und folglich auch nicht ins Zucht- hauS gekommen. Der Staatsanwalt von Bologna, in dessen Hand einige der Schuldbeweise, in Gestalt falscher Wechsel nnd Quittungen sind, hat den Antrag ans Auslieferung Crispi's bereits sorinnlirt, aber bis jetzt ist er durch die Dazwischenkunft hoher und höchster Personen verhindert worden, den Antrag an die Kaminer zu schicken. Die öffentliche Meinung fängt schon an, ungeduldig zu werden; heftig denunzirt ein Theil der Presse die Versuche zu gunsten Crispi's. und scharfe Angriffe richten sich aus den König und die Monarchie. Der Staalsanwall soll erklärt haben, daß er spätestens am 20. Mai die Auslieferung fordern werde. Und bei der in Italien herrschenden Stimmung ist es sehr fraglich, ob König Umberto feinen Crispi wird retten �können, ohne sich selbst allzusehr zu schaden.— Spa»»ie». — D a die Philippinen-Anleihe gescheitert ist, aber weitere Geldmittel sowohl für diesen wie für den kubanischen Lirieg nöthig werden, so hat sich die Regierung veranlaßt gesehen, weitere 200 Millionen Pesetas gegen succesfive Hinterlegung von Zoll obligationen bei der Bank von Spanien aufzuuehnien. Man darf gespannt darauf sein, wie letztere das Geld beschaffen wird, ohne die Währung weiter zu verschlechtern!— Griechenland. — Di« Industrie und der Einfluß des Krieges auf die Volks wirthschaft in Griechenland. Der schweizerische Konsul in Patras berichtet: Von der Ausdehnniig der Industrie darf man auch manches Gute kür das Land erwarten, ebenso von der Förderung des Fremdenverkehres. Die Industrie entfaltet sich allmalig mehr und mehr, und es ist vorauszusehen, daß dieselbe doppelt nutzbringend werden dürfte, denn sie rednzirt nicht nur die Goldausfuhr, sondern, durch das hohe Goldagio geschützt, ist die Möglichkeit gegeben, daß die griechische Industrie der fremd- ländischen im Oriente eine erfolgreiche und schwer zu bekämpfende Konkurrenz machen würde. Sie zeigt ein stetes Zunehmen. So wurden wieder drei neue Spinnereien errichtet, nämlich in Piräus, Syra und Livadia. In PiräeuS bestehen jetzt sieben solcher Etablissements, welche zirka 4000 Arbeiter heschästigen, und worin ein Kapital von zirka Ib Millionen Franks investirt ist. In Phaleron arbeitet eine Tuchfabrik mit gutem Erfolge. Günstige Resultate haben noch die Glasindustrie sowie die Destillerie anfziiweisen. Elftere deckt nicht nur den inländischen Bedarf, sondern, durch daS hohe Goldagio geschützt, erobert sich die griechische Glas- waaren- Industrie allmälig eine ziemlich bedenteude Ausfuhr nach den orientalischen Märkten. Der Destillerie kommt natürlich das bei der Korinthenanssuhr angewandte Reduktionsgesetz sehr zu stalten, welches sie mit billigem Material alinientirt. Der griechische Kognak bricht sich im Orient immer mehr Bahn, wo er feines niedrigen Preises halber dem französischen Kognak großen Ein- trag thut. Di« Pulverfabrikation hat auch allmälig größere Dimenstonen angenommen. Es bestehen gegenwärtig 29 Pulverfabriken, von denen 3 auf Athen, lö auf Dimizane(im Peloponnes). 10 auf die Nomarchie Phthiotis nnd Phokis und l auf Argos fallen. Außer- dem existiren zwei Dynamitfabriken und eine Patronenfabrik. Man schätzt die jährliche Produktion auf ca. 830 000 Kilogramm Pulver und auf ca. IIS 000 Kilogramm Dynamit. Speziell zu bemerken ist noch, daß auch die Seidenfabrikation einen immer größeren Aufschwung nimmt. Es bestehen zur Zeit in Griechenland 37 Etablissements, die jährlich ca. 3 500 000 Okka---- 8 333 333 Kilogramm prodnziren; davon gelangten ca. 1480000 Okka— 1 897 487 Kilogramm zur Anssuhr, nnd zwar hauptsächlich nach der Türkei. Zante ist der Hauptprodnktionsplatz mit 14 Etablissements. Der Aprilbericht des österreichisch-ungarischen Konsulates in Patras enthält folgende Schilderung der Rückwirkung, welche der Kriegszustand in Griechenland auf die wirthschaftlichen Verhältnisse im Lande übt: Infolge Einberufnng aller wehrfähigen Leute zu den Fahnen erleiden die landivirthschaftlichen Arbeiten schon seit Wochen eine Unterbrechung. Hin und wieder sieht man noch Frauen und Greise damit befchästigts, wenigstens die allerdringendsten Be- wässernngsarbeiten zn besorgen; im übrigen wird alles der Natur überlassen. Die Saaten entwickeln sich indeß bisher völlig normal. Dagegen liegt der Handel und Verkehr mit dem Auslande angesichts des Krieges vollständig darnieder. Abgesehen von der fast ununterbrochenen Waffen- und Milnilionseinfuhr, sowie von großen Mengen Druckpapiers für Zeit, ng», welche viel Extrablätter herausgeben, endlich bedeutenoen Quantitäten von Medikamenten nnd Verbandzeug für die Feldspiläler, wurden im vergangenen Monat nur Kolonialwaaren in beträchtlichem Quantum bezogen. Und auch letzleres hängt mit dem Kriege zusammen. Alles, Arm und Reich, hält sich nämlich einen großen Theil des Tages in den Kaffeehäusern ans, um Zeitungen zu lesen nnd zn politifiren, weshalb der Verbrauch an Zucker und Kaffee belangreich gestiegen ist. Die gewerbliche Arbeit ruht, zunächst weil die besten Kräfte unter Waffen sind und dann wohl auch, weil seit dem am 13. April, vorläufig für einen Monat, verfügten Handelsmoratorinni die Zivilgerichte ihre Thätigkeit so gut wie eingestellt haben, sonach gegen säumige Zahler jedes Rechtsmittel fehlen würde. Die Aus- fuhr von Korinthen beziffert sich auf 3000 Tonnen nnd ist gegen- über demselben Monat des Vorjahres um nahezu S000 Tonnen zurückgeblieben. Afrika. — Zustände im Kongostaate. Londoner Blätter ver- öffentliche» ein fensationelles Interview eines Jonrnalisten mit dem Mifsionar Sjoblom von der amerikanischen Baptistenmission, der v o m Kongo zurückgekehrt ist und das System der Kongo- Regierung als auf Diebstahl, Plünderung und Mord ausgehend bezeichnet. Donnerstag Abend hat uuter dem Vorsitz DilkeS ein Meeting der Tesellschast zum Schutze der eingeborenen Afrikaner gegen die Europäer bei verschlossenen Thür«» stattgefunden. Es waren nur diejenigen Journalisten eingeladen, welche sich verpflichteten, die Namen der Redner nicht zu nennen. Als Redner traten mehrere Missionare ans und behaupteten, Augenzengen gewesen zu sein von den gräßlichsten Szenen. Es wurde eine Resolution angenommen. in welcher man erklärt, es sei die höchste Zeit, daß die Großmächte zu einer internationalen Konserenz zusammentreten, um die Berliner Kongo-Akten zu revidiren.— Amerika. Washington, 13. Mai. Die heutige NommissionSsitzung des Postkongresfes bat den deutschen Vorschlag auf wesentliche Er- leichlerungen in betreff der Transit- Vergütungen mit einigen un- bedeutenden Aendernngen äugen ouimen.— — In der Kubafrage scheint«ine Intervention der Vereinigten Staaten geplant zu sein. Dem Washingtoner Korrespondenten des„New-Iork Herald" zufolge wäre für den nächsten Montag eine besondere Botschaft des Präsidenten Mc Kinley an den Kongreß, betreffend Kuba, zu erwarten, in ivelcher ans die beklagenswerthe Lage vieler Bürger der Vereinigten Staaten auf Kuba hingewiesen und die Ergreifiiiig sofortiger Maß- nahmeil in deren Interesse empfohlen werde.— AtarlmnenkÄrifches. Der BiiiideSrath hat in seiner heutigen Sitzung dem Entwurf einer Verordnung znr Ausführung des Patentgesetzes vom 7. April 1891, einer beantragten Abänderung der Aussührungsbestimmungen zum Zuckersteiiergesetz«. den Ausschußanträgen. betreffend Ergänzung der Bestimmungen über die Tara, sowie betreffend Gewäh»«ng von Zollerlassen aus Billigkeitsrücksichten, und einem Antrag treffend den Abschluß eines Ausliefernngsvertrages zwischen dem Re.ch und dem Oranjesreistaale die Zustimmung ertheilt und über Eingaben Beschluß gefaßt. Die vom gieichstage zu verschiedenen Uebersichten der Einnahmen und Ausgaben der afrikanischen Schutzgebiet« und zu den Allgemeinen Rechnungen über den Reichshaushalt für 1335/86 bis 1392/93 gefaßten Beschlüsse wurden dem Ausschüsse für Rechnuttgs- weseu überwiesen. Außerdem wurde über verschiedene Eingaben Befchluß gefaßt.— Das Gesetz wegen anderweiler Bemessung der Willwen- und Waisengelder wird dem Kaiser zur Vollziehung vor- gelegt werden.— Tic Blidgetkoiilinission deS Reichstags beschäftigte sich am Freitag weiter mit der Berathung der BesoldungSanfbessernugs- vorläge für Beamte und Offiziere. Abg. Dr. Merz für Donau-Eschingen will nach der„N. Bad. Landeszig." sein Mandat niederlege», ohne die Ungiltigkeilserklärung desselben ini Plenum des Reichstags abzuwarten. Bei richtiger Zählung der Slimmen wäre der Zentrumskandidat Schüler mit 2 Stimm«« Mehrheit gewählt geivesen. Polizeiliche«, Gerichtliches ,c. — Das Schöffengericht in Berlinchen sprach den Pa?'«i« genoffen P ä tz e l ans Berlin. Kaiser aus Landsberg und Fisher aus Nürnberg von der Anklage frei, gegen das Vereinsgesetz ver- stoßen zu haben. Der Amtsanwalt hatte gegen Pätzel 3 Monat«, gegen Kayser 4 Wochen Gefängniß beantragt. GrtoevltMÄfHtches. Berlin und Umgebling. Achtung, Etnckatenrel Seit'l. Mai stehen die Stucka- teure Dresdens im Streit. Trotz öffentlicher Bekanntmachung und Verwarnung durch die Presse sind leider schon Streikbrecher. zum theil auch ans Berlin, zu verzeichnen. Wir ersuchen die Kollegen daher nochnials dringend, de» Zuzug nach Dresden streng zu vemieiden. Die Lohnkommission der Stuckateure Berlins. Für die streikenden Wäscherinnen in Neu-Isenburg sind ferner eingegangen: Aus Liste 33 20.60, 28 17,—. 26, 17,35, 71 3.—. 25. ,50. 37 9.50. 53. 57 25,90. Summa: 94,15 M. Bereits quitttrt 333,— M. Eiimnia: 427,15 M. Weitere Beiträge werden dankend entgegengenommeii bei Frau W e n g e l ö, Berlin. Fruchtstr. 30. Deutsches Reich. Der Töpferstreik in Breslau hat nach fast fünfwöchiger Dauer damit geeiidet, daß die Unternehmer die Forderungen der Arbeiter mit geringen Abänderniigen beivilligten. Der Lohntarif, der von beiden Theilen auf ein Jahr festgesetzt wurde(I. April 1397 bis 30. März 1898) und für«in weiteres Jahr gilt, sofern nicht Kün- digung erfolgt, enthält u. a. auch daS Zngeständniß des Nenn- stundcntages; Arbeiten in Lohn werde» in Zukunft mit 40-45 Pf. pro Stunde bezahlt. Am 13. Mai ist in den Fabriken und Mcrk- stalten die Arbeit wieder aiisgenoinme» worden. ».m. M. imtp«;. i. iriidjje des„Nmarts" Kerlim Dldsbllltt. s°«--de».is.WW7. UVeikeve Nvetzltintmen zum Veveins-Gvfetz-Enkmuvf. Rückhaltlose Zustimmung findet der Entivurf des Herrn v. d. Recke eigentlich nirgends. Die konservative und agrarische Presse ist zwar sehr einverstanden, daß gegen die sozialdemokratischen Versammlungen und Vereine vorgegangen werde, hat aber Bedenken gegen die jetzige Fassung der Vorlage, durch welche auch andere politische Richtungen getroffen werden könnten. Sie fürchtet, daß ihre eigene» Freunde einmal in der Schlinge dieses Polizeigesetzes gesangen werden könnten, welche nach ihrem Wunsche lediglich für die Sozialisten bestimmt sein soll. Sie neigen deshalb zu dem Wunsche, daß die Ausdrücke des Entwurfes.fftaatsgefährlich" und„friedenstörend":c. präzise gefaßt werden sollen, so daß aus dem allgemeinen Umsturzgesetz ei» Sozialistengesetz entsteht. Das Bisniarckblatt„Hamburger Nachrichten" sagt: „Wenn man mit uns der Ansicht ist, daß ein Bedürsniß zur Novelle nur in bezug auf die Sozialdemokratie vor- liegt, so hält es schwer, dem Entwürfe zuzustimmen, selbst wenn man sich mit den einzelnen Artikel» einverstanden erklären könnte. Sein Ziveck, so befürchten wir, wird nicht erreicht werden, während er, wenn er Gesetz würde, alle künftigen Versuche, der Sozialdemokratie beizukommen, erheblich erschweren müßt«. Die Klerikalen, Freistnnigen und sonstigen Verbündeten der Sozialdemokratie würden das Vorhandensein des neue» Gesetzes in Preußen, auch wenn es sich nicht bewährte, lediglich als weiteren Vorwand für die Verweigerung eines wirksamen Spezial- gesetzes im Reichstage ausnutzen. Unter diesem Gesichts- punkte müßten wir, entgegen unserer sonstigen Auffassung, daß man das Minus als Nothbehelf so lange akzeptiren muß, als das Majus nicht zu haben ist, wünschen, daß die Novelle im preußischen Abgeordnetenhause scheitere und aus diese Weise der Weg für ein neues Spezialgesetz frei bleibe. Wenn wir diesen Wunsch nicht hegen, so geschieht es in der Erwägung, daß auf absehbare Zeit hinaus a» daS Zustandekomnien eines Reichstages, der ein brauchbares Spezialgesetz gegen die Sozia- listen bewilligte, doch nicht zu denken i st.... Einstweilen haben wir also die preußische Bcreinsnovelle als Nothbehelf. Wir sind nicht prinzipiell gegen solche Nothbehelfe. Im Gegentheil, wir haben oft genug die Ansicht vertreten, daß wenn das Reich der Sozialdernokratie gegenüber versage, es Sache der Einzelftaaten sei, so gut es gehen ivolle, vor den Riß zu treten und ihre Landesgesetzgebnng auf wirksame Abwehrmittel gegen die sozialdemokratische Gefahr zu untersuchen resp. sie durch solche zu ergänzen. Alsdann täuschen wir uns nicht darüber, daß mit der Borlage derselbe Weg beschritten wird, der zu der verunglückten Caprivi'schen Umsturzvorlage geführt hat. Es ist gar k e i n B e d ü r f» i ß nach neuen gesetzliche» Bestimmungen gegen andere als sozial- demokratischeVereine, Versammlungen w dergl. vorhanden. Was an polnischen, dänischen oder sonstigen stnatsgefährlichen Be- strebungen vorhanden ist, kann durch Vre bestehende Gesetzgebung genügend niedergehalten und ungefährlich gemacht werden. Das ist allein der sozialdem akratische nPropaganda gegenüber nicht der Fall. Sie allein wäre also herauszugreifen und zu treffen gewesen. Das ge schieht aber in der preußischen Vereinsnovelle nicht." Aehnliche Saite» schlägt das Bündlerblatt, die„Deutsche Tageszeitung" an: „Der Entwurf enthält Waffen, die wohl geeignet sind, dem Kampf gegen den Umsturz zu dienen Waffen, die aber auch eine weitere Anwendung finden könnten, je nachdem man sie anfaßt. Immerhin begrüßen wir diese» Entwurf aus der Rücksicht mit Befriedigung, weil es immerhin eine T h a t bedeutet. Die Regierung zeigt sich endlich wieder wirklich bemüht, etwas gegen die Ausbreitung umstürzlerischer Tendenzen zu thun. Das muß unumwunden anerkannt werde». Ob das Mittel das recht« ist, ob es u m g e st a l t e t werden muß. und wenn das der Fall ist, ob es so umgestaltet werden kann, daß es «in bedenken freies Mittel wird, das sind Frage», deren Beant wortung erst von der sorgfältigsten Erwägung abhängig gemacht werden muß.... Wenn die Bestimmungen so gehandhabt werden, wie der klare Wortlaut des Paragraphen angiebt, dann läßt sich wenig da gegen sagen... Es wird lediglich auf die Auslegung der Begriffe„Gefährdung öffentlicher Sicherheit" und Gefährdung des öffentlichen Friedens" ankommen. Diese Begriffe sind an sich zwar klar, können aber, wenn der Wille dazu vorhanden ist, verschieden ausgelegt werden. Die Annahme der Bfr stimmungen setzt also ein ziemlich hohes Vertrauen auf die Un> Parteilichkeit und Vorurtheilslosigkeil der Landes-Polizeibehörden und ihrer Abgeordneten voraus. Dieses Vertrauen im allgemeinen zu ver- weigern, habe» wir keinen Grund. Immerhin möchten wir vor- läufig, ohne uns schon jetzt zu binden, der Erwägung anheimgeben, ob es nicht möglich sei, die Begriffe „öffentlichen Frieden und öffentliche Sicherheit" bezw.„Sicherheit des Staats" etwas schärfer zu fassen, so daß möglichen Mißverständniffen der Polizeibehörden von vornherein der Boden entzogen wird, und daß nur die Versammlungen und Vereine ge> troffen werden, die thatsächlich und im eigentlichen Sinne deS Wortes die Sicherheit des Staates und den öffentlichen Frieden bedrohlich gefährden Dagegen kann nur derjenige sein, der wirklich den Umsturz will. Gelingt es also, die Bestimmungen so zu fassen, so kann kein vernünftiger Mensch etwas haben." Wir kommen zu Aeußerungen aus Kreisen. In erster Linie wichtig ist das, gegen da? Gefetz nationalliberalen was das offizielle »sfi, irres po» Parteiorgan, die„Nationalliberale Ko den," sagt: „Völlig unannehmbar sind die Bestimmungen, welche den konservativerseits gewünschten„Garantien" für die Aushebung deS Verbindungsverbots Rechnung tragen. Sie gehen dahin, daß Vereine von der.Landespolizeibehörde" geschlossen und Versamm- lungen von den„Abgeordneten der Polizeibehörde" aufgelöst werden können,„falls Zweck und Thätigkeit de» Strafgesetzen zuwider- laufen oder die öffentliche Sicherheit, insbesondere die Sicherheit des Staates oder den öffentlichen Frieden gefährden". Die Ereignisse der letzten Monate und ihr parlamentarischer Niederschlag sind nicht danach angethan, um de» Polizei- behörde» die Definition dessen zu überlassen, waS„öffentlicher Frieden" und„öffentliche Sicherheit" ist. Die parlamentarische Situation ist klar. Das Gesetz hat nur eine Minderheit für sich, und zwar eine Minderheit, bei der man mit Bedauern auch die Frei- konservative» allem Anschein nach finden wird." Eine nicht recht klare Haltung nimmt die„ K ö l n. Zeitung" ein. Sie bringt zwar allerlei gegen die Vorlage vor. aber eine bündige Erklärung, daß sie dieselbe ans jeden Fall zurück- weise, hat sie noch nicht gegeben. Sie schreibt u. a.: „Die Vorgeschichte dieser Novelle erweckt nicht gerade die Empfindung, daß ihr ein günstiger Stirn leuchten wird. Die Ver- suche aber, auf gemeinrechtlichem Wege Mittel zur Bekämpfung der Sozialdemokratie ausfindig zu machen, haben regelmäßig nur das dürftige Ergebniß geliefert, daß die bürgerlichen Parteien sich untereinander zerfleischte». Diese Versuche kranken zudem von vornherein an der Unmöglichkeit, die gesetzlichen Bestimmungen so klar und deutlich zu fasse», daß gegen einen Mißbrauch derselben gegen die bürgerlichen Parteien genügende Bürgschaften geschaffen würden. Mit diesem Gepräge, mit dem Versuche, unvereinbare Forderungen zu erfüllen, tritt auch die Novelle zum Vereinsgesetz vor uns. Sie will die Möglichkeit schaffen, gegen Vereine und Versamm- lungen einzuschreiten, die geeignet sind, das subjektive Sicherheits- gefühl zu erschütter». Man stelle sich vor, daß doch oft unter- geordnete und politisch wenig geschulte Organe mit der Aufgabe belastet werden, eine so dehnbare und deutungsfähige Bestimmung praktisch zu handhaben. Wir fürchten. man erregt damit so viel Unzufriedenheit, daß der Schaden, den man hier und da damit verhindert, dagegen kaum in Vergleich gestellt werden kann. Eher ließe sich über den Ausschluß der Minderjährigen reden, obschon auch diese Bestimmung leicht zu unerwünschten Chikanen benutzt werden kann.... Damit liegt auf der Hand, daß die diesmalige Session des Abgeordnetenhauses nicht vor Pfingsten schließen, sondern in den Sommer hinein dauern würde. Berücksichtigt man nun, daß vor- ausflchllich bei der Sache wenig oder nichts heraus- kommen wird, so wird man bei den Landboten nicht allzu viel Neigung voraussetzen dürfe», sich bis in die Sommerhitze hinein mit diesem verfahrenen Karren abzuquälen. Die Er- ledigung hat anch keine Eile, denn das Verbindungsverbot steht doch nur auf dem Papier, und von einer stark hervortretenden Tendenz, in Versammlungen und Vereinen staatsgefährlichen Unfug zu treiben, ohne daß die Wächter des Gesetzes ihm zu steuern vermöchten, ist nicht viel zu berichten." Der„Hannoversche Courier", das Blatt des Herrn v. Bennigsen, führt aus:„Die nationalliberale Fraktion, die als solche noch nicht Stellung zu dem jetzt vorliegende» Entwurf genommen hat, wird w ah rscheinlichfürdieKom missions- berathung stimmen, obwohl man in den Kreisen der national- liberalen Landtagsmitglieder überzeugt ist, daß nichts zu Stande kommen wird. Die nationalliberale Partei wird die Artikel 1 und 3 glatt verwerfen. Was den Artikel 1 betrifft, so giebt man offen zu, daß es zwecklos fei. darüber über Haupt zu verhandeln. Gegen den Artikel 3 gäbe es immerhin noch die Anrufung des Ober-Verwaltnngsgerichts, gleichwohl wird auch für den Artikel 3 keine naiionalliberale Stimme zu haben sein. Anders steht es mit Artikel 2, dem die ganze nationalliberale Fraktion oder wenigstens die überwiegende Mehrheit der national- liberalen Abgeordneten zustimmen dürfte. Die Klagen, besonders aus den Fabrikbezirken, daß in den Vereinen und Versammlungen stets unreife junge Burschen die Rolle der Spektakelmacher und Terroristen f?? Red. des„Vorwärts") gegenüber den ältere» Elemente» spielen, lassen das Verbot der Theilnahme Minder- jähriger an politischen Vereinen und Versammlungen angebracht erscheinen." Ferner schreibt die rechtsliberale„Berliner Börsen, Zeitung": „Daß die beiden Artikel des Entwurfs laut Staatsministerial beschluß aufrecht erhalten wurden, obwohl die Nationalliberalen sich aufs bestimmteste als Gegner einer solchen Gesetzgebung bekannt habe», ist nun das Kennzeichen der inneren Situatwn. Die politische Vertretung dieser Artikel gegenüber dem Landtag, wie die srobe Zustimmung der Konservativen läßt sich vor- absehen. Der Weg, ans den der Staatswagen einlenkt, ist nun, wie «esagt, ein gerader Weg— freilich strebt er in gerader Richtung nach rückwärts. Als im Reichstag der Streit um die Schiffe geführt wurde, glaubten wir Merkmale zu erkennen, als bezwecke der nächste Kurs eine Sammlung der uneigennützigen Freunde des Reichsgedankens, als solle dies der Richtpunkt sei», nach welchem alle weitere gesetzgeberische Arbeit vorbereitet und durchgeführt würde. Die Novelle zum Vereinsgesetz, so kurze Frist vor den Wahlen in den Mittelpunkt der öffentliche» Erörterung ge� stellt, läßt weithin sichtbar werden, daß die Sammlung auf ganz anderem Wege erstrebt wird, aus einem Wege, den der feudale Konservative allerdings mit Genugthuung betritt, wohin aber der liberale Bekenner des Reichsgedankens nicht .zu folgen vermag." Zu den gestrigen Ausführungen der„N a t i o n a l« Z« i t u n g" füge» wir den Schluß ihrer heutigen Betrachtung: „Jetzt kommt es daraus an, den Entwurf, welcher Vorschläge wie die der Art. I und III enthält, zu beseitigen. Außerdem aber wird das preußische Volk und, bei dem engen Zusammenhange der preußischen und der Reichsregierung, die ganze deutsche Nation diesen Gesetzentwurf als ein politisches Sturm- zeichen z u würdigen und s i ch danach für die nach st e Zukunft vorzubereiten habe». Wir können die Ein- bringung dieser Vorlage nur so auffassen, daß innerhalb der Regierung der Widerstand gegen eine Politik, welche er zwingen will, was infolge begangener Fehler zunächst anders nicht zu erreiche» ist, gebrochen worden. Die Vertreter einer liberalen oder doch einer wenigstens unabhängige», selbständigen Auffassung scheinen denjenigen Elementen zu unterliegen, welche grundsätzlich reaktionär oder jedem mächtigen Impuls zu Diensten sind. Wenn es so steht, dann wird anch für den gemäß ig- ten Liberalismus nachdrückliche Opposition zur Pflicht." Die„Magdeburgische Zeitung": „Die Vorlage des Staatsministeriums könnte man aber mit recht ei» kleines Umsturzgesetz nennen. Die Bestimmung über die Schließung der Vereine, die im Artikel III enthalten ist. hat einen so kaulschukartigen Charakter, daß ihre Anwendung in Zeiten politischer Gährung in den schlimmsten Folgen führen muß. Ueber das Verbot der Betheiligung Minderjähriger an politische» Versammlungen und Vereinen dürfte sich reden lassen; denn un- zweifelhast ist eine der Ursachen für das gefahrdrohende Anwachsen der Sozialdemokratie darin zu finden, daß den jungen und unreifen Burschen schon fn'ihzeitig in den Berfammlungen und Vereinen das Gist eingeimpft wird. Wie die Vorlage heute beschaffen ist, k a n n s i e u n m ö g l i ch angenommen w e r d e n; da sie auch eine Verfaflungsänderung enthält, so wird ihre Berathung ohnehin schon in der vorgerückten Zeit sich nicht ohne Schwierigkeit ermöglichen lassen. Aber man kann jetzt schon annehmen, daß es zu einer Durchberalhnng im Ab- geordnetenhause überhaupt nicht kommen wir d." Die antisemitischen Organe sprechen sich gleichfalls meist unfreundlich aus. So die„ S t a a t s b ü r g e r- Z e i t u n g": „Nach der Durchlesung der Begründung sind wir erst recht zu der Ansicht gelangt, daß die Annahme dieses Entivurfes voll- ständig ausgeschlossen ist, und selbst was ans den ersten Blick noch unbedenklich erschien, muß bei näherer Betrachtung und infolge der Art der Begründung beanstandet werden, iveil dieser jede Genauigkeit und Sicherheit, die Schutz vor niißbräuch- licher Anwendung bietet, mangelt. Der Entwurf stellt sich als ein Polizeigesetz reinslerArtdar und will es auch sein; er legt in die Hand der überwachenden Polizei-Organe die weitest- gehenden Befugnisse zur Auflösung von Versammlungen, die es ihnen ermögliche», fast jede Versammlung, in der strittige Tagesfragen be- handelt werden, unverrichteter Sache heimzuschicken. Wir bedauern die Vorlage eines solchen Entwurfes namentlich aus dem Grunde, weil er den jüdisch- freisinnig> demokratischen sozialdemokratischen und Zentrums- Organen Wasser auf ihre Mühlen liefert. Sie machen auch schon gehörigen Lärm und werden nicht verfehlen, ihn nach allen Richtungen hin für ihre Zwecke auszubeuten und sich als die alleinigen Hüter der Volksrechte aufzuspielen. Natürlich haben sie kein Recht dazu; denn dieser Entwurf wird wohl auf keiner Seite Zustimmung finden. Wir halten ihn für einen Mißgriff und glaube» nicht einmal, daß es gelingen wird, aus ihm einen brauch- baren Kern herauszufchälen." Die„ D e u t s ch e Zeitung" dcD Herrn Dr. Lange hat bezeichnenderweise an dem Entwurf nichts weiter zu bemängeln, als daß daS Wort„außerdeutsch" durch„außerreichsdeutfch" ersetzt werden niöge. Die ultramontane„Germania" sagt: „Freilich, für die nächsten Wahlen wird diese Vereinsgesetz- Novelle von großer Bedeutung sein. Die Konservativen haben die alsbaldige Einbringung dieser Vorlage verlangt, in der Erwartung, daß die Regierung dieselbe im Abgeordnetenhaufe „durchdrücken" werde. Sie glauben dann in der Wahlbewegung ein gewonnenes Spiel zu haben. Aber es kann auch anders kommen, selbst wenn die Novelle zu stände kommen sollte. Wir halten an der Hoffming fest, daß das nicht geschieht, daß vielmehr die unbedingte Ablehnung erfolgen wird." Von freisinnigen und demokratischen Preßänßerungen wollen wir noch folgende mittheilen. Die„Vossische Zeitung" schreibt: „Blicken wir in die Geschichte Preußens seit Erlaß der Ver« faffung zurück, was alles hat da nicht die öffentliche Sicherheit, ins- besondere die Sicherheit des Staates oder den öffentlichen Frieden gefährden solle»? Weiß man nicht mehr, daß einst die Turnvereine als Brutstätten revolutionärer Gesinnung angesehen wurden? Herr ».Bennigsen ist müde. Er scheidet nächstens aus dem Amt, vielleicht auch aus dem Parlament. Einst war er Präsident des deutschen Nationalvereins. Weiß man nicht mehr, wie dieser Verein verfolgt und verfehmt wurde, weil er die Sicherheit des Staates und den öffent- liche» Frieden untergraben sollte? Von den Vereinen der klerikalen Partei soll nicht erst gesprochen werden. Aber haben nicht leitende Staats- männer behauptet, die Thätigkeit des Bundes der Landwirthe fei gemeingefährlicher als die der Sozialdemokratie?... Die Welt ist rund und muß sich drehen. Eine Partei, die heute Hammer ist, kann morgen Ambos sein. Was doch die konservative Partei sagen würde, wenn einmal eine freisinnige Regierung ein solches Kantschuk- gesetz gegen die Rechte zu handhaben berufen und recht schneidig zu handhaben geneigt wäre?" Die„Franks. Ztg." schreibt: „Ja, man muß sagen, die Aushebung deS Verbindungsverbots scheint nur der B o r w a n d gewesen zu fehl, nm unter dieser Maske der Reaktion freie Bahn zu schaffen, oder wenn nicht, dann ist diese Bepackung mit ein Kunstmittel anzusehen, um bequeme» Zusage im Reichstage aufrichtige Ausführung jenes Vorlage nimmermehr bezeichnet werden. wahre Engel sein, wenn sie eine neuen Einengungen nur als sich der Erfüllung der un« zu entziehen; denn als eine Versprechens kann d i e fe Die Behörden müßten derartige Machtbefugniß nicht zu einem Willkürregiment verleiten würde, und man mag über st« noch so gut denken— als Engel hat man sie doch wahrhaftig noch nicht augesehen. Man hat um so weniger Ursache, ihnen ein so unbeschränktes Vertrauen zuschenken, alsdie größten Willkürhandlungen von Polizeibehörden, die begangen worden sind gegen das Gesetz, erst vor kurzem ausgiebig besprochen worden sind. Da hat der Minister des Innern selbst die Thätigkeit eines Vereins als staatsgefährlich und den öffentlichen Frieden gefährdend hin- zustellen gesucht, dessen einziges Verbrechen darin bestand, die Bauern über den Gegensatz von Klein- und Großgrundbesitz ans- znklären. Hier würde also der Minister bereits die Befngniß zur Auflösung als gegeben angesehen haben, und ganz in der gleichen Weise sind alle Parteien jeden Augenblick der Gefahr ausgesetzt, ihre Vereins- und Versammlungsthätigkeit von übelgesinnten Behörden als den öffentlichen Frieden gefährdend unterdrückt zu sehen. Was die Puttkainer n»d Konsorten bisher gesetzwidrig und willkürlich ver- sucht haben, das soll jetzt die gesetzliche Sanktion erhalten; das ist die Quintefsenz dieser Vorschläge. Man hätte dies GesetzgebungS- werk vielfach einfacher durch eine einzige Bestimmung des Inhalts ausführen können:„Ueber die Zulassung von Vereinen und Ver- sammlnngen haben die Polizeibehörden nach eigenem Ermeffen zu befinden." Die„Berliner Zeitung" bemerkt: „Man weiß nicht, soll man sich entrüsten oder soll man lachen, soll man den Gefühlen des Zornes nachgeben, welche ein so un- verhülltes Attentat auf schwer erkämpfte, verfassungsmäßig gewähr- leistete Volksrcchte erregen muß, oder soll man diese unglaubliche Zumuthung an die Gedankenlosigkeit und Vertrauensseligkeit der Volksvertretung als einen erheiternden Beitrag zu dem bekannten Worte des Kanzlers Oxenstierna hinnehmen...... Wir hegen von der„Volksvertretung" am Dönhoffplatze keine allzu hohe Meinung, aber daß sie der in dieser Vorlage an fie ge- stellten Zumuthung nachgeben könne, halten wir denn doch für ausgeschlossen. Der Entwurf des Polizeiminifters wird bald zu den Erinnerungen, wenn auch nicht zu de» schönen, gehören. Wir betrachten es als ganz selbstverständlich, daß man nicht erst in eine Kommissionsberathung darüber eintrete, sondern den Entwurf fofort und ohne weiteres im Plenum ablehnt." Die„ B r e s l a n e r M o r g e n- Z e i t u n g" meint: „Das einfachste»väre geivefe», einen einzigen Paragraphen zu fornniliren des Inhalts: Verboten sind alle sozialdemokratischen und freisinnigen Vereine, aufgelöst müssen werden alle sozialdemo- kratischen und freisinnigen Versammlimgen; zu verbieten sind endlich zu Wahlzeiten alle Bersanimlunge», in denen ein dem Herrn Land- ralh nicht genehmer Kandidat empfohlen werden soll. Das wäre doch einmal ganze Arbeit gewesen." Uoksles. An die Parteigenossen deS 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Am 2. Juli ist es ein Jahr her, daß eine stark- besuchte Versammlung in Keller's Festsälen die Errichtung eines neuen Wahlvereins beschloß. Dem ist genüge geschehen. Mit be« rechtigten Hoffnungen sahen wir einer großartigen Theilnahme ent- gegen. Wenn nun anch zugegeben werden muß, daß die Zahl der Mitglieder stetig wächst, so muß im Hinblick auf die fortwährenden Kämpfe der sozialdeniokratischen Partei, die bevorstehenden Stadt- verordneten-Wahlen und die demnächst folgende Reichstagswahl ein viel regeres Interesse für unsere Organisationen vorhanden sein. Da ist der Wahlverein, der es sich zur Aufgabe macht, seinen Mit gliedern durch Vorträge und Diskussionen aller Art die bestehenden Verhältnisse, wie sie sind und wie sie sein müssen, vor Augen zu führen. Nur dadurch ist es möglich, sich ein klares Bild zu schaffen und Stellung zu nehme» zu den uns so nahe liegenden wichtigen An- gelcgenheiten. Darum noch einmal: Vergesset unsere Organisation nicht und tretet Mann für Mann ein in den Wahlverein des vierten Berliner Wahlkreises Südosten. Zur Aufnahme»euer Mitglieder, wie zur Entgegennahme von Beiträgen sind folgende Zahlstellen eingerichtet: Erbe, Cuvrystr 25. T r i t t e l w i tz, Falckensteinstr. 7. T o l k s d o r f, Görlitzerstr. 58. Dierberg, Forsterstr. 17. Beyer, Wrangelstr. 136. Roll, Waldemarstr. 61. Gottfried Schulz, Admiralstr. 40 a. Meyer, Lübbenerstr. 80. Seidler, Ratiborstr. 16. O. Nasche, Reichen- bergerstr. 160. Brödenfeld. Mantenffelstr. 69. G o l z. Grünauerstr. 3. Streit, Naunynstraße 86. Metz»er. Oranien- straße 184, und Carl Scholz, Wrangelstr. 32. Außerdem werden Aufnahmegesuche und Beiträge entgegengenommen bei F. Thiel, Zeilungs-Spedition des„Vorwärts", Skalitzerstr. 35, W. G e s ch e, Wrangelstr. 63, und Schilling, Mantenffelstr. 83. Der Vorstand. Der Kampf mit geistigen Waffen gegen die verhaßte Sozial- demokratie geht in der Umgegend von Berlin noch in Formen vor sich, an die sich der hauptstädtische Arbeiter nur aus der Zeit vor zwanzig Jahren erinnert. In begreiflicher Resignation betrachten die Arveiterfeinde das Proletariat der großen Städte als rettungs los verloren, und daher fehlt ihnen der Muth zu jeglicher organi» sirten Propaganda. Höchstens daß der Unternehmer sich dazu versteigt. oder sich wie seinen Ausgebeuteten am Sonnabend neben dem kärglichen Lohn die »ationalliberale„Arbeiter-Zcilung" des beklagenswerthcn SR Hor- witz in die Hand drücken zu lassen; im großen Ganzen aber ist das hiesige Unternehmerthum längst zu der Ueberzeugung gekommen. daß die H u n g e r p e i t s ch e das einzige Mittel ist, um die nach menschlicher Behandlung verlangenden Arbeiter zu knechten Anders ist es außerhalb Berlins. Auch dort bringen Polizei und Unternehmerthum ihre reale Macht gegen die Sozialdemokratie zur Geltung, und zwar weit schärfer als es hier möglich ist. Aber daneben wird auch noch eine Organisation aufrecht erhalten, um die Arbeiter durch Flugblätter patriotischen, kapital-verherrlichenden und religiösen Inhalts vor dem Umsturzgift zu bewahren. Daß da das abgeschmackteste Zeug zu stände kommt, ist erklärlich sür so thöricht, wie sie sich in dein neuesten Flugblatt offenbaren, das die stattliche Nummer Kl führt, hätten wir unsere Gegner aber doch nicht geHalle». Anscheinend in der Erwägung, daß prosaische Betrachtungen bisher nicht viel nützten, kommt man der Arbeiter- sckiaft mit Berscn, und was für welchen. Zuerst ist das servile „Kokardenlicd" abgedruckt, mit dem sich die radauantisemilische „Staatsbürger Zeitung" gelegentlich der Zentcnarseier blamirte. Dann folgt in Reimen das„Bekenntniß eines Arbeiters". Der bekehrte Arbeiter erzählt, wie er einst der schlimmsten einer war; doch Gott Kapital habe ihn in nur gerechtem Zorn für seinen Frevelmuth mit Entlassung aus der Arbeit gestraft. Sechs Wochen lang habe er daheim gehungert, dann aber sei er durch das Vaterunser seines Kindes zur Streikbrecherei bekehrt worden: „Und nun steh' ich am allen Schraubstock wieder Wie ehedem, und scbaff' mit Lust und Fleiß Zwar blickt so mancher zürnend auf mich nieder, Der Euch noch Glauben schenket; doch ich weiß, Daß ich gerettet mich aus' Schmach und Schande, Und nun geht fort!— Der Eure bin ich nimmer!" Unsere Gegner sind doch zu thöricht. Bei Leuten, die weniger Schulung besitzen, könnte es am Ende noch verfangen, wenn man ihnen den Zukunftsstaat mit der üblichen Greulichkeit hinmalte. Aber wer dem Arbeiter das Laster der Zufriedenheit als crstrebens- werth hinstellt, der wird selbst von dem ärmste» Landproletarier aus- gelacht und als Betrüger erkannt. Wir hätten von unser» Gegnern nicht gedacht, daß sie so ungeschickt agire» würden. Zum Pfcrdcbahil Krieg. Die gestrige Magistratssitzung wurde zum größten Theil ausgefüllt mit der Berathung des mit de» Spserdebahn- Gesellschaften abzuschließende» Vertrages wegen Um- wandelung des Pferdebahn- Betriebes in eine» elektrischen. Das Magistratskollegium hat beschlossen, die von der Berlehrsdcputation gemachten Vorschläge, die bereits bekannt sind, mit nur einigen un- wesentlichen Aendcrungen zu genehmigen. Auch in bezug ans die meist streitige Bestimmung, ob die Gesellschaft verpflichtet sein soll. Die Mitbenutzung ihrer Linien ans 400 Meter 650 Meter anderen Unternehmern zu gestatten, hat der Magistrat der kleineren Zahl— 400 Meter— dies die Pserdebahn-Gesellschafte» verlangen, angeschlossen. die jetzt im Betrieb befindlichen Sonnnerwagen betrifft, so sollen di«felben bei der jetzt bestehenden Betriebseinrichtung nur noch drei Jahre in Benutzung genommen werde», jedoch bei Umwandlung des Pferdebetriebes in elektrischen in jetziger Form mit Lausbreltern zur Benutzung für den Schaffner durchaus nicht zur Anwendung kommen. Die Wage» sollen alsdann vielmehr durchweg nur in neuer Konstruktion, unter Wegfall der Trittbretter, mit einem Mittel- gang für die Schaffner hergestellt werden. Zw« Versvonlmungsftreben. In Sachen der äußeren Heilig- Haltung der Sonn- und Feiertage hatte, wie seinerzeit berichtet wurde, gleich nach Ostern das Polizeipräsidium an die einzelnen Reviere die Verfügung ergehen lassen, daß die Vorstände solcher Vereine, die am ersten Osterfeiertag bei Abhaltung von Privatsest- lichkeiten nach 12 Uhr nachts noch eine Tanzlustbarkeit veranstaltet hatten, zur polizeilichen Bestrafung angezeigt werde» sollten. Und in der That sind drei Vcreinsvorstände» und einem Saalbesitzer polizeiliche Slrafmmidate wegen dieser Angelegenheil zugegangen, trotzdem fämmtliche 14 Bereinsvorstände, die wegen Abhaltung von Tanzlustbarkeiten in der Nacht vom ersten zum zweitenWeihnachts- fei er tage in Poiizeistrase genommen waren und gegen diese beim Schöffengericht aus Kosten des Vereins der Saalbesitzer Klage er- hoben hätten, ein obsiegendes Erkenntniß erstritte» haben. Der Verein ?d«! Saalbesitzer hat mm beschlossen, auf diesmal für die drei gemäß- 'regelten Vereinsvorstände einzutreten und die Führung der beim 'Schöffengericht zu erhebenden Klagen auf seine Kosten erfolgen zu kaffen. Bemerkt sei hierbei noch, daß kürzlich die Strafkammer die �Berufung eines Staatsanwalts gegen die vom Schöffengericht er- kannte Freisprechung des Saalbesttzers F. W. Alterstein, Besitzer des Hotels„Altstädter Hof", Kaiser Wilhelmstraße, welcher gleichfalls gegen die neue Potizeiverordnung verstoße» haben soll, ver- worfen hat. Ei« geheimer Regierungbrath auS einem Ministerium will, wie die„Volkszeitung" meldel, die hiesigen landsmannschaftlichen Philistervereine der Provinz Brandenburg zum Kampf siir Ordnung, Religion und Sitte dreffiren. Vorberathungen haben stattgefunden. Nächstens soll eine allgemeine Versammlung sämmtlicher Mitglieder abgehalten werden, zu der aber die Presse nicht zugelassen werden soll. Doch will man sämmtlichen Blätter», mit Ausnahme der „Volkszeitung" und des„Vorwärts", das Protokoll dieser Anti- Umsturzverfammlung zusenden. Wenn die Dummheit des Philisters uns erwürgen könnte, so wären wir schon längst mansetodt. „Apfclfi«en»rdcu" hat, wie bekannt, der Volkswitz die Zentenar- Denkmünze genannt. Die Anwendung dieser Bezeichnung ist nun einem Soldaten in Potsdam recht schlecht bekomme»; er wurde uitt 14 Tagen strengem Arrest bestraft. Die Gartenbau- Ausstellung hat während ihrer fünfzehn- tägigen Dauer etwa 130 000 zahlenoe Besucher aufzuweisen gehabt. Ein Frauenpeitfcher in Berlin. Ueber gransame Miß- andlungen der Samoanerinnen im Passage-Panoptikum durch den Polizeichef von Apia, Marquardt, welcher die Truppe mit Erlaubniß des Königs Malietoa nach Europa herübergebracht hat, bringt ein hiesiges Blatt folgende haarsträubende Einzelheiten: Infolge der tagtäglich an den hilflosen Mädchen ver- übten Grausamkeiten sind sechs derselben geflüchtet. Sie haben sich eine Pause in der über sie geübten Aufsicht zu Nutze gemacht und sind davon gelcnlfen. Zwei derselben, die Mädchen SRolo und M a l i a, wandten sich in ihrer Verzweiflung an eine der Kassire- rinnen, welche in Rixdorf wohnt; dieselbe nahm die bedauernswerthen Geschöpfe, welche in ihren dünnen Kleidern um Mitternacht bei ihr anlangten und weinend und frierend vor der Thür standen, bei fich auf und behielt sie über Nacht bei sich. Am nächsten Morgen wurden sie dann von Marquardt zurückgeholt und von neuem mit Knutenhieben traktirl. Die siebzehnjährige Malia erhielt dreißig K n u t e n h i e b e. die vierzehnjährige Moto fünfzehn Hiebe. Die Strafe wurde, wie bei allen anderen Gelegenheiten vorher. durch die Männer in der Samoatruppe mit einer dreisträhnigen Knute vollzogen. Von den Übrigen vier entflohenen Mädchen hat man noch keine Spur gefunden, trotzdem Marquardt aus ihre Wiederergreifung einen Preis von zwanzig Mark„pro Kopf" gesetzt und die Polizei benachrichtigt hat. Seinerseits hat nun aber Direktor Neumann, der am Montag Abend von seiner Reise nach Afrika zurückgekehrt ist, und der daher Zeuge der jüngsten Vorgänge wurde, die Polizei um Schutz für die Mißhandelten ge- beten. Die Rechte, welch« Marquardt über die ihm anvertraute Truppe hat, stützen sich angeblich auf einen Brief des Königs von Samoa, welcher Marquardt Gewalt über Leben und Tod !der Samoaner giebt. Das ist auch anscheinend der Grund, warum die SNänner der Truppe die grausamen Befehle Marquardts widerspruchslos ausführten. Aber auch in anderer Weise sind die Samoaner mißhandelt worden. Sie haben bei ihrer Ankunft zu- nächst in einem engen, kleinen Raum Schlafstelle angeiviesen er- halten, trotzdem die Direktion geräumigere Plätze zur Verfügung stellte. Dort haben die 32 Menschen seit zwei Monate» die Nächte verbracht. Ihr Essen war, wie der betreffende Gewährsmann schreibt, das denkbar schlechteste. Geld haben sie überhaupt nicht noa>( terrn* erhalten, trotzdem an Herrn Marquardt von der Direktion des Panoptikums 20 000 M. für die zweimonatlichen Vorstellungen be- zahlt worden sind. Hier ist nun kein Tag vergangen, an dem nicht das eine oder andere der SRädchen schwer gezüchtigt worden i st. Die Truppe geht von hier Ende dieser Woche nach Wien und es liegt daher die Nothwendig- keit vor, die Angelegenheit so rasch wie irgend möglich aufzuklären, der Oeffentlichkeit zu übergeben, einerseits damit Marquardt von den deutschen Behörden zur Rechenschaft gezogen werden kann, andererseits damit den armen Geschöpfen eine bessere Zukunft ge- sichert wird. Ueber de» Verbleib der vier»och nicht wicdergesuu denen Mädchen ist alles in großer Besorgniß. In der Angelegenheit wird weiter mitgetheilt, daß gestern Mittag stundenlange Vernehmungen der Betheiligten durch die Kriminalpolizei im Polizeipräsidium stattgefunden haben. Vor- geladen waren Direktor Neumann und sein Inspektor, die in Rix- dorf wohnende Kassirerin, beider, wie berichtet, zwei Samoanerinnen Aufnahme gesunden hatten, mit zwei Freundinnen, der Jmpressario und der Häuptling der Samoaner, welcher die Züchtigung vollzogen hatte, sowie die zurückgeholten und geprügelten Samoanerinnen Motu und Malia. Nachdem Kriminal- Kom missar Pcnzig mit dem Verhör begonnen hatte, ließ sich der Cbef der Kriminalpolizei, Geheimer Negielungsralh Graf Prickler, die Vorgeladenen gruppenweise vorführen und versuchte, gemeinschaftlich mit dem Kommissar den Thatbestand festzustellen. Da aber die Samoanerinnen sich selbst niit den deutschen Mädchen, mit denen sie sich sehr befreundet zu habe» scheinen, nicht genügend verständigen konnten, so wird die Behörde zunächst eine Persönlichkeit suchen müssen, die vermöge einer gründlichen Kenntniß der samoanische» Sprache in der Lage ist, die erforderliche Vernehmung der beiden Samoanerinnen zu ermöglichen. Ueber den Ausenthalt der noch fehlenden vier samoanischen Mädchen, deren Verschwinden gesteri der Behörde angezeigt wurde, konnte nichts ermittelt werden. Im Zeichen dcS Verkehrs. Ein armer Reisender, well das zweifelhafte Glück hat, wöchentlich fünfmal vom Görlitzer Bahnbof über Spindlersfeld nach Köpenick zu fahren, entwirft vo» einer Verkehrsneuernug auf dem Görlitzer Bahnhof folgende erbauliche Schilderung: Seit dem 1. Mai er. fahren die Vorortzüge vom Mittel- perron ab. Man betritt den Bahnhof von dem freien Platz vor demselben und findet zu rechter Hand drei Fahrkarten-Schalter, an welchen ein Zettel mit derAufschrist hängt:„Fahrkarten-Verknuf befindet sich an dem Schalter Wienerstraße." Nun hat man 195 Schritte in> Bahnhos zurückzulegen, um erst zu dem„Schalter Wienerstraße" zu gelangen. Glücklich mit einer Fahrkarte versehen, hat man denselben Weg zurückzulegen, um zu dem Standplatz des Billetschaffners zu ge langen. In der Regel muß man von da aus noch an K— 8 leerstehenden Wagen vorüber, welche nicht zu dem Vorortzug gehören, und man hat nun endlich den letzten Wagen des lieben Borortzuges erreicht, nachdem man abermals 155 Schritte zurückgelegt hat. Um also an diesen letzten Wagen des Vorortzuges zu gelangen, hat man genau 545 Schritte zurückzulegen! I» der That, sehr bequem, nur besonders eilig darf man es nicht habe»! Ter diesjährige Sommer-Fahrplan der Großen Berliner Pferde-Eisciibah» tritt heute in kraft; durch ihn gelangt aus ver- schiedenen Linien ein früherer Betriebsanfang zur Einführung. Ferner wird die jetzige Linie„Dalldorf— Tegeler Chaussee" bis i» das Innere der Stadt, und zwar bis zur Charlottenstraße(Unter de» Linden) weitergeführt, wobei gleichzeitig statt des jetzigen stünd- lichen Betriebes ein 30 Minuten- Verkehr auf obiger Linie platz- greift; die Signalfarbe ist demnächst: weiß mit gelbem Strich. Für die Linien Tegel— Charlottenstraße, Schöneberg— Alexanderplatz und Wilmersdorf- Rathhaus-Spittelmarkt treten einige Verbilligungcn der Fahrpreise ein. Frnn Eugeuie Prager, geb. Schweitzer, die vor wenigen Jahren mit Hilfe ihres Bruders einen Mordversuch auf ihren Gatten Dr. Georg Prager ausgeübt hat. ist an einem Herzleiden dieser Tage gestorben. Sie war während dieser Krankheit aus dem Zuchthaus zu Janer, wo sie fünf Jahre verbüße» sollte, nach zwei- einhalb Jahren entlassen worden. Ihre Leiche soll i» Hamburg ver- brannt werden. Selbstmordversuch aus Roth. Den Tod im Wasser suchte am Freitag morgens um 5 Uhr der 23 Jahre alte Bnreauvor- leher Andreas Warsitz, der seiner Angabe nach erst vorgestern ans Oesterreich hierher gekominen ist und keine Wohnung hat. Warsitz 'prang von der Kaiser Wilhelmbrücke in die Spree hinab, wurde aber au das Ufer der Burgstraße getrieben und hier gerettet. Ein -Schutzmann des 14. Reviers brachte ihn in ein Krankenhaus. Arbeiterristko. In der Patzenhofer Brauerei, Landsberger Allee, ist vorgestern ein Maurer schwer verunglückt. Daselbst werden neue Keller gebaut. Der Maurer Wilhelm Vogel aus der Koppeustraße war beim Ausmauern beschäftigt, als das Erdreich, das nicht abgesteift war, ihm auf den Körper fiel. Vogel erlitt 'chwere Arm- und Rippenbrüche und liegt zur Zeit im Kranken- Hause am Friedrichshain bedenklich danieder. Wahrscheinlich wird der Fall für die Bauleitung, die in den Händen der Firma Zauber und Lachmaun liegt, noch ein gerichtliches Nachspiel herbeiführen. Da um des lieben Profils willen der baupolizeiliche» Vorschrift ent- gegen gehandelt worden sein soll. Durch die Krimiualpolizei sind gestern Morgen zwei Schwestern, die achtzehn- resp. zwanzigjährige Hedwig nnd Klara Sch. aus Weißensee verhaftet worden. Die beiden junge» Mädchen, die in dem Manusakturwaaren-Geschäft von M. in Alt-Moabit angestellt waren, hatten schon seit längerer Zeit ihren Chef gemeinsam be- tohlen, indem sie werthvolle Seidenwaaren und Spitzen uuter ihre» Kleidern verbargen und nach Geschäftsschluß fortschleppte». Aber nicht nur hier, sondern auch in anderen Geschäften, in denen sie Freundinnen hatte», sollen die beiden unter Ausnutzung der Be- kanntschast Diebstähle ausgeführt haben. Der Schlächtermeister Ulrich, der vorgestern Abend feine Frau und sich selbst zu tobten versuchte, wird, wenn nicht alle Zeiche» trügen, mit dem Leben davonkomme». Ein unbckminter Arbeiter im Alter von 32 bis 34 Jahren brach gestern Morgen gegen 9 Uhr auf dem Molken», arkt plötzlich todt zusammen. Die Leiche wurde nach dem Echauhause gebracht. Der Todte hat struppiges dunkelblondes Haar, einen röthtich- blonden Schnurrbart und einen kurzen Kinnbart. Er trug ein bräunliches gestreiftes Zacket, eine dunkelblaue Weste, eine blau-roth- karrirte Hose. Schwer derungliickt ist gestern Nachmittag ein Rennbahn- besncher bei Carlshorst, welcher einen Freiplatz im Walde ein- genommen hatte. Der betreffende, ein fünfzehnjähriger Knabe namens Eckert ans der Cuvrystraße, wollte die Rennen von einem Baume in der Nähe der Bahnstrecke beobachten. Der Ast, auf welchem er stch niedergelassen, vermochte den Körper des Knaben nicht zu tragen und brach; E. stürzte in die Tiefe und zwar so un- ifliicklich, daß er schwere innere Verletzungen erlitt und dem Kranken- >ans Friedrichshain zugeführt werden mußte. Drei Fahrräder sind aus der Handlung von Gebrüder Janz, Grüner Weg 11. gestohlen worden. Zwei der Räder find wieder m den Besitz der Firma gekommen; die Maschine Claes Pfeil Nr. 1557 sowie Zubehörlheile im Werths von 50 M. blieben jedoch verschwunden. Durch eiue explodircude Patroue ist am Donnerstag Abend der 33 Jahre alte Briefttäger Jakob Rehs ans der Dresdenerstr. 17 zetödtet worden. Rehs hatte vor zwei Jahren eine militärische liebung gemacht und davon süus Patronen zum Jnfanteriegewehr nitgebracht. Mit einer dieser Palronen machte sich Rehs, während eine Frau in der Wohnstube war, der Küche zu schaffen, und zwar hörte die Frau ihren Mann Knall nicht vernommen halte. ah sie den Manu blutend daliege» der eine schivere Verletzung feststellte»nd den Verunglückten mit einem Rünzel'schen Wagen in das Krankenhans am Urban bringen ließ. Hier ist Rehs am selben Abend um 10 Uhr seiner Verletzung am Donnerstag Nachmittag in mit einem Messer. Plötzlich fallen, während sie einen Als sie in die Küche kam, Sie holte eiligst einen Arzt. erregen. Ein Theil der Patronen, die bei feinen Hmttirungen platzte, war ihm in den Unterleib eingedrungen. Der Getödtete war seit 10 Jahren bei der Post beschäftigt und im vergangenen Monat fest angestellt worden. Er hinterläßt eine Frau, vie zu ihren beiden Kindern abermals einen Zuwachs erwartet. Uufäkle im Straßenverkehr. Am Donnerstag Bormittag lief auf den, Küstriner Platze der 67 Jahre alte Graveur Eduard Müller gegen einen Postwagen, gerieth unter die Räder und brach de» linken Oberann.— An derEcke der Landsberger- und der Gollnowstraße wurde mittags der 75 Jahre alte Schmied Friedrich Bahr durch de» ans einem Fahrrade Übermäßig schnell fahrenden 25 jährige» Konditor Friedländer Überfahren und am linken Vorderarme und am rechten Oberschenkel schwer verletzt. Der alte Mann wurde in das Krankenhaus am Friedrichshain gebracht.— Nachmittags gerieth die verehelichte Buchdruckereibesttzer Betti Scholen» geb. Hirsch vor dem Grundstücke Potsdamerstr. 141 unter die Räder eines Geschästswagens und erlitt eine schwere Verletzung am Kopf«.— An der Fischerbrücke lief nachmittags der 30jäbrige Arbeiter Wilhelm Reichardt gegen einen Arbeitswagen, wurde überfahren und am Kopfe und an der Schulter schwer verletzt. Das Berliner Aquarium bietet'' in seinen verscknedenen Becken wiederum mancherlei neue Erscheinungen dar. In einer Abtheilung des von Fischen und Krebsen südlicher Meere bewohnten„Achtecks" bemerkt der Beobachter an der aus der linken Seite senkrecht in die Höhe steigenden und vom Durchlüfwngsstrom berührten'Röhre einige etwa fingerlange, länglich- viereckige, durchscheinende Gebilde, die der Kundige als Haifisch-Eier erkennt. Dieselben werden von den Weibchen einer dalmatinischen Abart des Katzen- Hai gerade an dieser Stelle abgelegt und, indem die Fische mehrmals um die Röhre herumschwimmen, mittels rankcnartiger Anhängsel der Eier an ihr befestigt; bis jetzt sind 14 Stück abgesetzt worden, welche dann in einen besonderen Behälter gebracht werden, m dem die Keimlinge ungestört ihre Entwicklung durchmachen können. Passage-Panoptikum. Der kommende Sonntag wird der letzte Sonn- tag und der nächste Tag der letzte überhaupt sein, an dem die Vorstellungen der Samoaner im Passage- Panoptilum stattfinden. Die Direktion des Pasiage-Panoptikums bittet uns, dies mit dem Hinweise bekannt zu geben, daß die Truppe am Dienstag früh Berlin und bald darauf Europa sür imnier verlassen wird._ Ans den Nachbarorten. Achtung, FriedrichSbcrg l Parteigenossen, welche gewillt sind, sich an der morgen, Sonntag, de» 16. Mai, stattfindenden Flngblaltverlheilnng zu betheiligen, werden ersucht, stch an diesem Tage früh 7t/s Uhr in nachstehenden Lokale» einzufinden.� Emil Heinecke, Friedrich Karlslr. 4; Oskar Schultz«, Friedrich Karlsir. 34; Bernhardt Lange, Wartenbergstr. 67. Recht rege Betheilignng der Mitglieder des Arbeiter-Bildungsvereins erwartet der Vorstand. Für Panksw-Niederschönhausen findet am Sonntag Nach- mittag 2 Uhr im Lokale des Herrn Schlack(Niederschönhansen) eine öffentliche Versammlung statt, zu welcher Frau Ihrer das Referat übernommen hat. Wir»lachen besonders die Frauen der betreffenden Ortschaften auf die Versammlung aufmerksam. Näheres bringt die Annonce in der Sonntagsnummer. Der Vertrauensmann. Patriotisches. Vor einigen Tagen hat, so lesen wir im „Berliner Tageblatt", in F r e i e n w a dd e unter großen Feierlich- leiten(Festzug durch die Stadt, Festeffen u. s. w.) und unter Theil- »ahme der Behörden die Einweihung der Fahne stattgefunden, welche der dortigen Schützeugilde kürzlich vom Kaiser verliehen worden ist. In einem Toast bei dem Festmahle sagte Herr Stadt- rath Bräutigam«»ter anderem folgendes:„Nun die Bedeutung der Fahne! Das Fechnentiuh ist das Band nnd das Sinnbild der Einigkeit. SVenu die Schützen nicht darauf achte», so enthält die Fahne noch einen zweiten Gegenstand, der sie daraus hinweisen wird, das ist der Stock der Fahne. Er ist das besteHeil- mittel im Falle eines Unfriedens." Hoffentlich haben die Stadträthe in dem schönen Freienwalde ihre eigene Fahne.... Etwa 20 Berliner Studcuteu wurden gestern wegen ruhe- störenden Lärms von einem Nachtwächter in Spandau verhastet und behufs Feststellung ihrer Persönlichkeiten nach der Polizeiwache sistirt. Die Musensöhne, weiche vo» Pichelsdorf kamen, zogen, mit Radauflöten und sonstigen Mnsikinstrumenten versehen, im Gänse- marsch unter großem Geschrei durch die Straße» der Stadt, um stch »ach dem Bahnhofe zu begeben. Hierbei kamen sie mit dem Nacht- Wächter in Konflikt, der die ganze Gesellschaft für verhastet erklärte Gerichts ikung. Zur Angelegenheit Koscheman» meldet ein Gerichtsbericht- erstalter: Der verurtheilte K o s ch e m a n n. der im hiesigen Unter- snchungsgefängniß das Schicksal der gegen das Urlheil deS Schwurgerichts eingelegten Revision abwartet, bleibt, wie wir hören, nach wie vor bei der Versicherung, daß er mit der Absendung der Attentatskifte nichts zu thun gehabt habe und den Absender nicht keime. Seitens der Vertheidignng ist übrigens eine ganze Reihe von Angriffspunkten der Revision zu gründe gelegt worden. Zunächst sind Anträge ans Ergängung bezw. Berichtigung des Protokolls seitens der Vertheidiger gestellt, von dem Borsttzenden des Schwurgerichts aber abgelehut worden. Hier- gegen ist Beschwerde beim Kammergericht erhoben nnd es wird noch einige Zeit dauern, ehe diese Vorfrage erledigt sein wird. Wie daS Reichsgericht den Glanben stützt. Als„evangeli- schen Humbug" hatte die„Rh. Ztg." die Macht des Glaubens, deffen sitligende Kraft"»nd„geistbesreiende Wirkung" bezeichnet. Dies wurde zwar als Beschimpfung anerkannt, deniwch aber aus§ 166 Str.-G.-B. freigesprochen, weil die Wirkungen des evangelischeu Glaubens nicht als Einrichtung oder Gebrauch einer christlichen Kirche betrachtet werden können und die Bezeichnung als Hnmbng sich nicht auf die Kirche als solche beziehe. Dies sei auch nichr mittelbar der Fall, weil jene Wirkungen des Glaubens nur als eine Lobpreisung desselben erscheine». Auf Revision des Staatsanwalts hob, nach der„D. Jur. Ztg." das Reichsgericht das freisprechende Urtheil auf, weil eine Beschimpfung der Macht. Kraft und Wirkung eines DogmaS eine Beschimpfung des Dogmas selbst sein könne. Die Wirkung des evangelischen Glaubens sei eine Eigenschaft des letztere», welche von ihm untrennbar sei. Me eine beschimpfende Aeiißerung über die Eigen- schaften einer Person von dieser nicht getrennt werden könne, so auch nicht bei Gegenständen des geistige» Löbens. Die Bezeichnung der Eigenschaften und Wirkungen deS Glaubens als Humbug sei also eine Beschimpfung des Glaubens selbst und eS bedürfe der noch- maligen Erwägung, ob die Beschimpfung des Glaubens oder der Lehre einer Kirche nicht die Beschimpfung ver Kirche selbst in sich schließe, wenn jener Glaube die Grundlage der christlichen oder evangelischen Lehre bilde._ VevfnnnttlttttZen. Ter Wahlverein für den fünften Berliner Reichstags- Wahlkreis hielt am Donnerstag in Bu-ke's Saal eine gulbesuwte Mitgliederversammlung ab, in der Genosse Glocke einen mit Beifall aufgenommenen Vortrag über„Die verschiedenen Formen des Klassenkampfes" hielt. Diskussion wurde nicht beliebt. Unter Vereiiisaugelegenheiteu bemängelt Genosse Sassen dach, daß ei» Theil der Genossen des seinerzeit anfgelösien Vereins sich bisher nicht genuißigt fühlte, der bestehenden politischen Organisation anzn« 'chließen und ersucht, durch rege Agitation unter den Säumige» diese dem Verein zuzuführe». Genosse Drescher hält dafür, daß der ehemalige Vorstand aufgefordert werde» müsse, definitiv Rechnung zu lege«, alsdann würden auch die Genossen, die stch bisher»och als Mitglieder des jetzt laut Gerichtsbeschluß wieder in lrast getretenen Vereins betrachtete», ihren Uebertritt erklären. Genosse Oertcl beantragt, den Verein zu gunsten der alte» politische» Organi- salion aufzulösen, zieht aber seinen Antrag, nachdem S a s s e n b a ch und Liep», ann auf das Unzweckmäßige dessen bin- gewiesen, zurück. Eine demnächst stattfindende öffentliche Ver- sammlnng wird stch mit dieser Angelegenheit beschäftigen. Nun- mehr unterbreitet der Vorsitzende Sassen dach den Versammelten den am selbe» Tnge erschienenen Gesetzentwurf des Bereinsgesetzes, fcarait die Hoffnung knüpfend, daß die realtionSren Knebel« destimmungen keine Mnjorität finden mögen. Genosse M a ß ist der Ansichl, daß der Landtag wohl sich dafür erklären werde und ver- weist auf die Schwierigkeiten der Agitation gelegentlich der künftigen Reichstags-Wahl; es heiße also schon jetzt gewappnet und auf dem Posten zu sein. Nach einer nochmaligen Aufforderung zum Anschluß an den Verein schloß der Vorfitzende die Versammlung. Mit der Preiserhöhung im Barbiergewerbe beschäftigte sich eine in der Nacht vom Donnerstag lagende, von etwa 300 Theil- nehmern besuchte öffentliche Versammlung selbständiger Barbiere. Der Referent K o s e r führte aus. man könne der von der Innung beschlossenen Preiserhöhung volle Annerkennung zollen, aber die Innung habe infofern einen Fehler gemacht, als sie in dieser wichtigen Angelegenheit nicht mit den außerhalb der Innung stehenden Bernfsangehörigen Fühlung genommen habe. In den vom besser situirten Publikum bewohnten Stadttheilen ließe sich ja die Preiserhöhung ohne Schwierigkeit durchführen; anders sei es dagegen in den Arbeiterviertel». Hier hätten diejenigen, welche erhöhte Preise fordern, mit einer erdrückenden Konkurrenz der zu den alten Preisen arbeitenden Kollegen zu kämpfen. Wolle man die so nothwendige Preiserhöhung allgemein durchführen, dann müsse man für dieselbe unter der Arbeiterkundschast Sympathie erwecken, was am besten dadurch erreicht werde, wen» die Selbständigen gleichzeitig die Lage ihrer Gehilfen aufbessern. Der Referent legte eine Resolution vor, welche bezüglich der Preise ein wenig von den Junnugsbeschlüffe» abweicht und den Gehilfen eine» Lohn von II M. bei halber und S M. bei ganzer Kost zu- sichert. I» der mehrstündigen Debatte sprachen fast ausschließlich Jnnungsmeister. S t a r o s s o n, der erst nach lebhaftem Tumult zun» Wort kommen konnte, vertrat den Standpunkt der Gehilfe». Die Resolution des Referenten wurde fchließlich abgelehnt und die Versammlung endete somit— wie der Vorsitzende ganz richtig be- merkte— wie das Hornberger Schießen. Zr>d«it»r-Kll»ung«sch«lr. Dte Bibltolhet in der Nordschule, B r u n n e n s> r. es, ist sür die Mitglieder an folgenden Zagen geössnei; Sonntag», vorniiNag» von lo-�ie, D t e»st ag» und Fr e it a g», abend» U bl« 10 Uhr. Mitglied»be>trüge werde» an diesen Zage» in der Nordschule entgegengenommen, evenso in solgenden Zahlstellen: Sotisr. Schulz,«dmtralftr.«oa; Schöning, KöpnWerstr. 68; Reul, Barnimstr. es! Babisl, Rosenthaleriir.»7! Slclnert, Müllerstr. 7a: Burghause, Putbussrstr. 37: Blanlenseld, Etephanstr. 2»: Werner. Bülowstrastc M; Grube, Mariendorserslrahe 6; Kastler, Junlerstraste l; H. König», Dieffenbachstr. so. Alle Zuschriften find an den Vorsitzenden Paul Mücke sr., SV. Man- teusselstr. ns, Geldsendungen an den Kasflrer H. König», S. Dlessenbachstr.»o, zu sende». Krdeiter-Aiingerdnnd Berlin» und Umgegend, vorsttzender Ad. Nenman», Tchwcdenflr. 13, n. l Tr. Alle Aendernngen im BereinSlaleuber stnd zu richten an Friedrich Kort» IN, Mantenfselfir.«9, v. 3 Tr. Kund der geselligen Arbeitervereine Kerlin» und der Zlntgegend. Vorsttzender P. Gent, Zre»denerstr. iov/ios. Alle Zuschriften, den vcreinKkalender deiresfend, stnd an H. Ben dir, Alerandrinenftraße too, zu richte».— Morgen Sonntag, den i«. Mai, Bunde»versamnrlung bei Zubeil, Llndenstr. wo. Aus- »ahme neuer«ereine, BundeSangelegeuhetten. Hieraus Tanzkränzchen. Ansang 6 Uhr.(Siehe morgen Annonce.) Freireligiös, gz»n>»i»de. Sonntag, den 16. Mai, vormittag» 9 Uhr, im groben Feltsaal der Berliner Restource, Kommandantenslr. 67: Berlammiung. Freireligiöse Borlesung.— Um II Uhr, ebendaselbst: Bortrag de» Herr» Tr. Kramer-Magdeburg:„Opserglaube in aller und neuer Zeit." z» der Humanistischen vemeindr, Kommandantenslr. 7», hält am nächsten Sonntag, vormittag» losj Uhr, Herr ffi. S. Schäfer den Bortrag über: Lalvtn, der Reformator der sranzöstschen Schweiz. Hieraus Mttthetlung über de» ReligionS-UnterrichtSzwang. Sozialdeniol, ratischer Agitatio„«»,rein für den Maylkrei» Stralsund- Franzbnrg-Niigen. Sonntag, den 10. d. M., vormittag» 10 Uhr, bei Linie, Jüdenstraße 3«, Sitzung. Allgemeine Kranben-«nd Sterbebasse der Metallarbeiter, Filiale Berlin 3. Sonnabend, den 1». d. M., abend» osj Uhr, Manteusfelstr.»o: Mit- glieder-Berfammlung. AUgemrine Kranben- nnd Sterbebass» der Metallarbeiter. Filiale Berlin«. Sonnabend, den Ii. Mai, abend»«sj Uhr, Mitglieder-Bersammlung Sonntag Dormittag>0 Uhr bei Will«, A»drea»straße 2«, Mitgliederversammlung. Tagetordnung: l. Abrechnung vom ersten Quartal iss?. 2. BereinSangelegen- heile», s. Verschiedene». Allgenieine Krauken- und Kterbekasse der Metallarbeiter, Filiale B erlin i. Heute, abend» si; Uhr, Versammlung bei Zubeil, Ltndenstr. wo. Tischler-Kerein. Heute Abend Uhr, Melchtorftr. w: Versammlung. Sonntag Herren-Fußpartte. Treffpunlt Schlesischer Bahnhof 7 Uhr früh. Freie Perrinigung der Militärmiitzen-Arbeiter. Versammlung am Sonnabend, den>3. Mai, bei BuSte, Grenadierstraste 23. Kheatergrsellschaft„Erika". Heute Abend o Uhr, Vorstellung ii; stoöl's Festsälen, Andreasstr. 2l. Koiiaidemokratischer Mahlverein de» 1. Kerliner Neichotag» Mahl- kreise«. Mitaltederversammlnng am Montag, den 17. Mat, abend» ojj Uhr, tm Lolale de» Herrn Mersrbel, Züdenflratze so. Tagesordnung: Vortrag de» Gen. August Täterow über: Die Bersassungsvcrhältniste tu den modernen St»»i».u bei Frttz Wille, Andreasstr. 2». Lachverein der Kall-«nd Krettertröger Berlin» und Umgegend. VevutiMztes vom Tage. — DieEntartnng der höheren und HS ch st en G es el l- s ch a fts k l n sse» ist eine physiologisch feststehende Thatsache; sie hat jüngst wieder durch das große Brandnnglück in Paris eine er- schütternde Bestätigung und gräßliche Beleuchtung gefunden. Be- kauntlich sind fast ausschließlich Frauen»ms Lebe» gekommen. Man wunderte sich darüber,»ahm aber au, daß fast ausschließlich Frane« im Uuglücksbazar gewesen seien. Allinälig stellte sich jedoch heraus, daß dies nicht der Fall war; daß mehrere hundert Herren. säinintlich Kavaliere der ansgesnchtesten Sorte, Fürsten, Grafen, Marquis, Bankiers». s. w. anwesend waren. Allein wie kam es, daß sie bis ans zwei oder drei säinintlich heiler Haut entkamen, während hunderte der unglücklichen Frauen und Mädchen verbrannten oder schwer verletzt wurden? Antworten wurde» gewispert— so haar- sträubend, daß niemand sie laut wiederholen wollte. Jndeß auf die Dauer ging's nicht mit dem Todlschweigen; und jetzt ist die grausige Thatsache festgestellt, daß die feine» Kavaliere, von denen jeder die Hmnmerstein'sche Pistole virtuos handhabt und vo»„wahrem höherem und höchstem Ehrgefühl" trieft, sich einmal wirk- lich als das„starke Geschlecht" b e t h ä t i g t und die schwache» Frauen und Mädchen niedergeworfen, nieder- geschlagen, niedergetreten habe», um über die Leiber der Gefallenen ins Freie zu gelange». Haarsträubende Szenen werde» erzählt. Einige der Bedienten und einige Dutzend Arbeiter, welche zufällig des Weges kamen oder in den Nachbarhänsern sich befanden, retteten, unter Gefahr des eigene» Lebens, was gerettet wurde. Das gemeine Volk hat zum Glück noch sein gemeines Menschen- nnd Ehrgefühl.— — Um früh blühende, reichlich tragende G n r k e n p f l a» z e n zu erhalte», empfiehlt es sich, de» Haupt- trieb bei der Schiebung des ersten Stengels mit der Scheere abzn- zwicken. Derartig böhandelte Pflanzen treibe» bald eine ganze An- zahl von Seitenziveigen, die frühzeitig in die Blüthe kommen.— — Wie Gewaltiges g i e b t's in Preußen. Doch das Stärkste, das sind diese„M i n d e r j ä h r i g e n". Der Staat fiele um, wenn sie länger politische Versainmlnngen besuchen dürften. — I» Bremen gab ei» Malermeister, der einen Zivilprozeß führte, im VerhandlnngSzimmer zwei Schüsse auf den amtirende» Richter ab. Die Schüsse gingen fehl.— —„Auch er st a r b für das Vaterland", steht ans dein Leichensteine eines im Dnell Gefallenen zu Heldra im Kreise Mansfeld.-- — I» ganz Mitteleuropa hat die Kälte der letzten Tage großen Schaden angerichiet. Auch aus den Appeninen wird starker Schneefall gemeldet.— — I» Brnckhause»(Nheinprovinz) verließ unlängst ein Junggeselle am Mittag seine Wohnung. Als er am Abend heimkehrte, hatte man ihm alle Möbel gestohlen.— — In B i t s ch sind ein Taglöhner»»td ein Maurermeister, der ihn retten wollte, i» einem Ülbzugskanal erstickt.— — Bei Ruhpolding in Oberbayern wurde ein Bauern« bursche, der angeblich wilderte, vo» einem Forstgehilfen erschossen. — Die Züricher Polizei erließ vor kurzem einen Sleck- brief gegen eine» Kesselflicker. Im Signalement heißt es imler anderem:„Trägt eine Pfanne aus der linken Achsel."— Bis er stirbt?-- — In O e st e r r e i ch wurden im Jahre 1896 sür 93 295 869 Gulden Tabakfabrikate konsumirt. Jnsgesammt wurden 1244 Millionen Zigarre» und 1995 Millionen Zigarette» verbraucht.— — I» der Pariser Kunst-Akademie fanden am Donnerstag lärmende Szenen zwischen den männlichen und weibliche» Eleven statt. Die Anstalt wurde provisorisch geschloffen.— — Die' Akademie der Wissenschaften zu Paris erhielt von einem Herrn H. Wilde in Alderlcy Edge(Cheshire) die Summe von 5500 L.(137 500 Franke») zur Unterstützung naturwissenschaftlicher Forschungen. Atls dein Kapital soll jährlich ein Preis von 4000 Franke» für eine wissenschaftliche Entdeckung oder sonstige Arbeit ans physikalischem oder chemischem Gebiete bewilligt werde». Nach dein Wunsche des Stifters sollen hauptsächlich solche Arbeilen berücksichtigt werden, die direkte Fortschritte der Wissenschaft be- zeichnen.— — A n der holländischen Küste herrschte mehrere Tage ein kolossaler Stmm. Zahlreiche Schiffe sind zu Grunde gegangen. Am Donnerstag versanken ganz nahe der Küste zwei Fahrzeuge mit je sechs Mann Besatzung. Zahlreiche Frauen standen am User und erwarteten ihre Männer.— Briefkasten der Redaktion. ,.Freunde in Frankfurt«nd Osfenbach." Es ist wirklich»ichi möglich, mit dem Nationalökonomen der„Frankfurter Zeitung" zu polemi- siren. Er ist von einer polizeiwidrigen Unwissenheit— wie ihm die„Volks- stimme" schon wiederholt nachgewiesen hat. Und aus seiner Notiz über meinen Brief an die„Hoständischen Genossen" erhellt, dost er gar nicht de- griffen hat, woruin es sich eigentlich handelt. Betrachtet er es doch als eine Konzession an Schoenlank, daß die„BerelenduugStheorie" von der Sozialdemokratie niemals anerkannt worden ist! Natürlich ist van einem solchen Nationalökonomen auch nicht zu erwarten, daß er die Möglichkeit, ja Nothwendigkeit des N c b e n e i n a n d c r b e st c h c n s von tiefstem Elend nnd relativ hoher Lebenshaltmig kapirt. Gruß W. L. WillcriingSiibcr S I a I i o» e». icht vom 14. Mai 1807. Swinemünde Hamburg. Berlin.. Wiesbaden. München. Wie»... Haparanda. Pciersbnrg. Eork... Abeedee».. Paris... «cil-r-Ptognosc fiir Sonnabend, den 15. Mai 1807. Ein wenig kühler, zeitweise heiler, vielfach wolkig mit leichten Regensälle» und schwachen nordwestlichen Winde». Für de» Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Pnbliknm gegenüber keinerlei Veranttvortnng. Thestev. Sonnabend, den 15. Mai. Opernhaus. Aida. Schauspielhaus. Biel Lärmen um nichts. Deutsches. Freiwild. Berliner. Renaissance. Lessing. Die Geisha. Westen. Unser Dottor. Nachmittags 3i/, Uhr: Häusel und Gretel. Neues. Trilby. Residenz. Vaterfreuden. Der neue Ganymed. «Schiller. Der Bureaukrat. Linden. Der Vogelhändler. Thalia. Die schöne Helena. Oftend. Zu hoch hinaus. Sllexanderplah. Endlich allein.— Eine tolle Prinzeß. Friedrich- Wilhelmstädtifche». Der Raub der Sabinertnnen. Belle-Alliance. Trilby. Passnge-Pauoptikum. 32 Mädchen ans Samoa. Apollo. Venus auf Erden. Thalia-Theater. (vormals Adolph Ernft-Theater). Vorletztes Gastspiel der Frau Julie Kopaczy-Karczag u. des Herrn Oskar Baub erger vom Stadttheater in Leipzig. Dte schöne Helena. Operette in 3 Akten v. I. Offenbach. Sonntag: Letztes Gastspiel der Frau Julie Kopaczy-Karczag. Dte schöne Helena. Montag: Frau Ltentenant. Oftend-Theater. Gr. Franksiirterstr.13S. Dir. El. Weift. Parquet 1 M.- Zum 2b. Male: Zu hoch htuaus. Anfang 8 Uhr. Sonntag Nachmittag 3 Uhr bei halben Kasscnpreisen, zum letzten Male: Die Räuber. Abends?>/, Uhr, zum 1 Male: Der Hasensnft. Schwank in 3 Atten von Ad. Garbell. Zum Schluß: Die Zillerthaler. Lied erspiel. Im Garten 4 Uhr: Speziali- täten-Vorstellung 1. Ranges. Konzert, Theater. Entree 30 Pf., teservirter Platz 50 Pf. Feen-Palast,„Ä Direktion Winkler A FrUbel. Am 17. Mai: Letzte Vorstellung. Dkenter nnd Spezialitäten Künstler ersten Ranges. Durchweg neues Programm. MM" Kolossaler Lacherfolg."WW n? Uhr Eine«V- Uhr Hauptrollen: R. Winkler und Wilh. Fröbel. Anfang 71/, Uhr, Sonntags 7 Uhr. Entree 30 Pf. Ehren- und Freikarten sind noch bis 17. Mai giltig. Sckiller�T sxeatcv (Wallner-Theatcr). Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Bnreankrat. Sonntag, nachmitt. 3 Uhr: Maria Stuart. Abends 8 Uhr: Bauern- ehre. Der eingebildete Kranke. Urania, Tauben- Strasse 48—49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet von 10 Uhr von», af,1 Eintritt 50 Pst Wiffeuschaftl. Theater abends 8 Uhr. Jnvalidenstr. 57/62(Lehrter Stadt- Bahnhof): Täglich von 5 Uhr nach- mittags ab bis 10 Uhr abends Sternwarte und Mondpanvrama. Eintritt 50 Pf. Näheres die Tagesanschläge. sillzzsze- fsnoptieum. Letzte Woche. 22 Wen aas Samoa. Castan's Panopticum. Pygmäen die N einst eu Die beiden indischen Menschen der Welt! Danien-Wettschwimmcn. Volks-Theater 31. Reichcnberger> Strafte 31. Sonnabend, de» 15. Mai 1807: Erösfmlltg der Sommer- Saison. Mit neuer Ausstattung. Auf tigeut« Mßt«. Votksstück mit Gesang m 6 Bildern von E. Pohl und H. Willen. Musik von A. C o n r a d i. Bor der Borstellung: grosses torlentooiert. Kasseneröffnung O'/z Uhr. Ans. 8 Uhr. Entrce 30 Pf. bis 2 Mark. Apollo-Vdeater und Konzert-Garten. Zum 1. Male mit vollständig neuer u. glänzender Aus- stattnng an Kostitnien u. Dekorationen: Venus auf Erden. Burlesk-phantastifche Operette in 1 Akt von Bolten-BäckerS. Musik von Paul L i n ck e. Ferner: Auftrete« von Spezialitäten I. Ganges. Kassenerössming 0'/, Uhr. Konzert? Uhr. Ans.d.Vorstcllulig8Uhr. ltonvoi'liiA Vartötä-Theater Kriinncnstr. 154. Grosse Theater- und SpcxlalltRtcn-Vorstcllnnsr Groftartiges April- Progran»»! Neu! Grand.4.ttraktion. Gebr. ForrH, Jnstrumeutalist. Neu! Hertha f.orcnzi, brillante Koftümsonbrette. Kuospe und Stellge!. Posse in 1 Akt. Anfang Wochentags 7�- Uhr. Sonntags 6 Uhr. Umtausch- Billets haben Giltigkeit. Sclwelzer-Garten Am Königsthor. Am Friedrichshain. beißen Sonntag: Extra-Yorsteilong und Garten-Konzert. Im Saale!»all.-Mß Aufattg 41/2 Uhr. Entree 30 Pf. An Wochentagen im Mai ist Garte» und Saal zu Privatfcsten zu ver- geben. 15558* Konzerthaus Sanssouci, Kottbufcrstr. 1 a. Juh. H. Pierry. .11 ad«,»,- Sans Gene. »er laampenball. »er Glücklichmacher. »ade zn Hanse. Gr. Spezialitäten. »ins d. Konzerts 7 Uhr, d. Borst. 8 Uhr. WM Entree 30 Pf.» Passe-partouts gelten. Bei günstiger Witternng im IbüvPersonen fassenden gänzlich neu rcnovirten Garten. Bei im Einstiger Witterung im gr. Saal. Vom 0. Jnm (1. Pfiiigstfeiertag) täglich. Passe- parbouts sind schon heute zu haben. � Ostbahn-'Park Rüdersdorserftr. 71. An« Knstrincr Platz. Iliester- u. Spemlttaten-VorLtsttg. Garten> Konzert von der LI Man» starke» HanSkapclle unter Leitmtg des Mustkdircltorö Hrn. Otto GOrner. Kasfeeküche 3-5 Uhr.— Entrce 15 Pf., wofür 1 Glas Bier gratis. Volksbelustigungen jeder Art. 1 Kegelbahncn zur Verfügung.| Gute Viere, ausgezeichnete Knche zu soliden Preisen. SonntagS Entree 20 Pf., Kinder 10 Pf. tä» JmbSa Kuchhandlung Uorwaits» Keuthstr. S. Soeben ist in unserem Verlage erschienen: Uebtr die mittenilltstislhe GeMiUslUlWinlll. Ein Vortrag von Hermann Grenllch. Preis»5 Ps.- Porto 3 Pf. Diese Schrift zeichnet sich vor allem durch die Gemeinverständ- lichkeit der Darstellung aus. Der Verfasser schildert lnrz die der materialistischen vorausgegangenen Geschichtsauffassungen, stellt aus den verschiedenen Schriften von Marx und Engels die genaue Formu- lirnng der Marx'schen Theorie fest und tveist deren Richtigkeit an der Geschichte der Kreuzzüge und mehreren Vorgängen ans der Neuzeit praktisch nach._ 234/5 Ferner empfehlen wir die soeben erschiene Schrift: Konsumertine mid ArbtittckeMgimg. Von Karl KantSky.- Preis 15 Pf. Porto 3 Pf. Ailgkin. Klllilken-«. Cterbe- Kftjse der deiitslheil Drechsler »nd deren Bcrnfsgenosscn. (E. H. 86 Hamburg. Bezirk I) Berlin.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß miser Mitglied Gran am Mittwoch, den 12. d. Mts., nach langen Leiden verstorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet anr Sonntag, den 16. d. M., nachm. 4Vz Uhr, von der Leichenhalle des St. Markus- Kirchhofes zu Neu-Wilhelmsberg statt. 265/17 Die OrtSverwaltnng. fiermit zur besonderen Nachricht, unser Kollege, der Drechsler Guido Gran 2042b aui Mittwoch, den 12. d. M., an der Darm-Tuberlnlose verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sontag, nachm. 4Vi Uhr, von der Leichenhalle der Markus- Gemeinde in Wilhelms- bcrg aus statt. Die Kollege» d. Firma C. Müller, Neue Königstr. 89. Todes-.rl.nseiNe. fierdurch die traurige Nachricht, unser Bereinskollege Carl G ah low am 11. d. Mts. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 16. d. Mts., nachm. 3 Uhr, vom Krankenhause ain Friedrichshain, auö nach Wilhelmsbera statt. 2046b Der Borstand deS Fecht-Club Nord-Ost Berlin. Verband der Vergolder (Filiale Herlin). Den Kollegen zur Nachricht, baß das Mitglied, der Bergoldcr Otto Heinicke plötzlich am Blutsturz verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 16. Mai, nachmittags 2 Uhr, von dem Trauerhause Wrangclstr. 125 aus nach dem St. Thomas-Kirchhofe in Rixdorf statt. Um zahlreiche Betbeiligung ersucht 225/18 Ter Vorstand. Uilterstiitznßsserein her Kttpferschtuiede (Filiale Herlin). Hiermit die traurige Mittheilung, daß unser braver Kollege Ott« Kröger nach kurzer, aber schwerer Krankheit verstorben ist. 99/10 Die Beerdigung stndet am Sonn- tag, nachm. 4 Uhr, von der Leichen- Halle des städtischen Krankenhauses am Friedrichshain nach dem St. Markus- Kirchhof in Wilhelmöberg statt. Um zahlreiche Bctheiliguiin bittet Der Vorstand. Kasseler ohne Knoche» k Pfd. 70 Pf., Rückenfett ohne Schwarte ii Psd. 55 Pf., Liesen ä Pfd. 50 Ps. empfiehlt hochachtungsvoll 2045b Victor Gaebler, Schlächtermeister, Holzmarktstr. 35a. Nachtigallen, schlagend, gr. Ans- wohl in Waldvögeln und Vogelbauern, billig. E. Schnelle, Koppenftr. 60. 19716 Materialw.-Geschäft, gutgehendes, sofort od. späterhin preis- Werth zu verk. 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Anträge. 3. Verschiedenes. NET' Nur Mitgliedsbuch legitimirt.'W WHIreiches Erscheinen erwartet vei» i orstand. 275/8 Rixdorf. G r o tz e öffenilt ch e soMmokM. Volksversammlung fitr den Wahlkreis Xeltow-Bceskow Storkow-Charlottenburg SoilMy, ljen IS. M 1897, Torrnittags 11 Ohr, »m Letale des Herrn Gröbler, Bergstr. 147. Tages-Ordnung! 1. Vortrag deS Reichstags-Abgeordneten Fritz Zubeil liber die tzolitischc Lage.— 2. Diskussion.— 3. Ausstellung eines Reichstags- Kandidaten..— 4. Wahl von Delegirten zur Prehkoinmiision des„Vorwärts 204/3 Der Bertraaensmann. Achtung, Steinarbeiter! Sv»»ntag, den 16. Mai 1897, vormittags MS Uhr, im Lelcale Königshof, Btilowslr. 40: Jnmngsgesklltn- Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Die Arbeitslosigkeit in Berlin.— 2. Die traurigen Zustände auf dem Werkplatz des Herrn Schilling, Mückemstr. 52.— 3. Verschiedenes. Die Kollegen, welche aus Bau arbeiten, hauptsächlich die Vcrsetzer, werden ersucht, zu der Versammlung zahlreich erscheinen zu wollen, um zu erfahren, wie es ihren hungernden Kollegen geht. 172/1»__ Der Gesellen-Ausfchust. Achtung! Mascliinenbaiiei*. Achtung! Sonntag, den IS. Mai, vormittags 1« Uhr, im Feeu-Palast, Burg- und Wolsgangstrahen-Eckc: lliXVd Mikglievev-VerfmnntTuitA der Orts-Krankenkasise der fflaschlncnbanep. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Friedeberg über: Lungen- Heilanstalten und deren Bedeutung. 2. Bericht des Vorstandes: Herr H. Stein- seldt. 3. Verschiedenes.— Der wichtigen Tagesordnung wegen ersucht um 'zahlreiches und pünktliches Erscheinen Die Elfer-Kommission. Sonntag, den IS. Mai, nachmittags L llhr: Ulmlltsversllmmlllllg der Brauer des Zveigrereins der Provinz Brandenburg. T a g e s- O r dn u n g: 1. Vortrag des Genossen»r. Wezd über:„Die Lungenheilstätten und ihre Bedeutung für die Bekämpfung der Tuberkulose". 2. Die Ur- aSftnumimg und Abnahme der Stimmzettel. 3. Abrechnung vom letzten Maskenball. 4. Innere Bereinsangelegenheiten und Verschiedenes. DM" Da der Referent nach der Versanimlung noch anderen Ber- pflichtungen nachzukommen hat, ist es Pflicht eines jeden Kollegen, pünktlich 'zu erscheinen. 41/17 Id«i> Ikorrntaiid. Verband der in Buchbindereien, der Papier- und Leder-Galanteriewaaren-Jndustrie beschäft. Arbeiter uild Arbeiterinnen Deutschlands. (Zahlstelle Berlin.) Zloirtag:, den 17. Mai, abends SVz Uhr, in Fenernteln's _ oberem Saal, Alte Jakobstrasse 75: Mitglieder Versammlung. V 26/16 Tages-Ordnung: 1. Der Kampf um den Nordpol. Referent: Herr Hr. JoSl. 2. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Da der Vortrag bedeutende Zeit in Anspruch nimmt, werden die Mit- glieder ersucht, pünktlich um V/S Uhr zu erscheinen, damit jede Störung während des Vortrages vermieden wird. Der Bevollmächtigte. Am Himmelfahrtstag(27, Mai): Ausflug nach der Pferde- bucht bei Köpenick. Abfahrt früh 7 35 Min. ab Görlitzer Bahnhof nach Nieder-Schöncweide(Restaurant Hanisch), von dort um 9 Uhr Fußpartie nach Pferdebucht._ Verband der Möbelpolirer. Verpammlung m 17. Mi, nbends Uhr, Mmsßr. 26. Tages-Ordnung: 1. Kann einer Arbeitgeber sein, ohne gegen das sozialdemokratische Prinzip zu handeln? Referent: Kollege Weber. Korreferent: Kollege Renter. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.(1t7/15 Die Kollegen, welche mit ihren Beiträgen restiren, werden ersucht, die- selben heute Abend in den Zahlstellen zu bezahlen und die abgestempelten Urania-Billets retour zu geben. Morgen Herrenpartie nach Strausberg. Abfahrt früh 7 Uhr vom Schlestschen Bahnhof. Nachzügler werden bis 12 Uhr in Strausberg. Wilhelmstr. 85, erwartet,»er Vorstund. Wimli aller tut Snnhels- beslhästigten Kilfmbeiter. Am Dienstag, den 11. Mai, verstarb nach kurzem Leiden der Kollege Karl Stolzenlmrg. Die Beerdigung findet am Sonntag Nachmittag 3 Uhr von der Leichen- Halle der St. Andreas-Gemeiude in Wilhelmsberg aus statt. Uui zahlreiche Betheiligung ersucht 67/8 Her Forstand. Achtung! Schuhmacher Mdorfs! Achtung! Sonntag, den 1«. Mai, vormittags IS llhr, in Alb. Hoffmann's oberem kleinen Saal, Bergstraße 151—152: Grosse öffentliche Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Bortrag über die allgemeine Lage im Schuhmacher-Gewerbe. Referent Kollege H am m ach er- Berlin.— 2. Diskussion.— 3. Abrechnung der Agitalionskommissioii.— 4. Wahl derselben.— 5. Verschiedenes. Um recht rege Betheilignng ersucht 188/7 Her Einbernfer. Mgemine MM- M Stttbekujse her RMarbeiter (E. H. 29) Filiale Berlin I. Sonnabend, den 15. Mai. abends 87- Uhr, bei Zubeil, Lindenstr. 106: MUglieder-Pkrsammlmg. 181 Tagesordnung: Kassenbericht und Verschiedenes. 119/8 Um rege Betbeiliguiig ersucht Hie Ortsverwaltangr. Zack Iftt RxMisini, hcijtr md BmsWlW Herlin» nnd Emaesend. Sonntag, den IS. Mai. nachmittags 5 Uhr, in der Orauienstr. 51: UM" Versainmlang. Tages-Ordnung: I. Vortrag deS Herrn Ingenieur G r e m p e Wer Riefen-Fernrohre.— 2. Verschiedenes.— 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 133/1" Her Torstand. ilrrlmnii nHrt in der MkNindnAe btsch. Arhetter Pertius und Umgegeud. RlontnA, den 17. Mal, abend» 8Vz l'br: Ordeull. Keueral-Versawwluug in Marten'» Salon, Friedrichstr. 23k. Tages-Ordnung: 1. Kassenbericht und Bericht der Revisoren. 2. Jahresbericht deS Vorstandes. 3. Bericht des Arbeitsvermittlers und der Kontroll-Kommission. 4. An den Vorstand gelangte Anträge. Pflicht aller Mitglieder ist es, zu erscheinen.- Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. jpM- Ohne Mitgliedskarte kein Zuttitt. HU 282/10 Her Vorstand. Achtung! Achtung! Verband der Bergolder. Am Montax, den 17. Mal, abend» pünktlich SVa Uhr, _ bei©rosse, Annenstrasse 16: gjCf Monuts-Vevsummlnug."WU Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Er. Hansen. 2. Diskussion. 3. Ber- schiedenes und Fragckastcn.— Die Vertrauensmänner werden ersucht, in der Versammlung mit den Billets von der„Urania" abzurechnen. 225/19 Der Vorstand. Steinsetzer und Beruksgenossen Berlins u. ürng. Sonntag, den 16. Mai, nachmittags 4 Uhr, im Lokale von Veereldt, Grenadierstrasse 33: Or. öffeiitliclie Versammlnng M?" mit Frauen."MW Tages-Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Wagner. 2. Diskussion. 3. Bericht und Neuwahl des Vertrauensmannes und der Revisoren. Nach der Versammlung: ©eselllge» Beisammensein nnd Tan». Der Einbernfer. Redakteur-Gesuch. Für ein täglich erscheinendes* Paricisiliii«>ttcld»Al. wird ein geübter Redakteur gesucht, welcher unter Umständen das Blatt selbständig leiten kann. Offerten mit Angabe von Gehalts- ansprüchen unter46 IL4 76 SOI 115001 16 60 83 6g? 64 927 99 8446 500 646 88 739 4010 165 206» 5001 56 61 80 311(15001 57 448 647 «3 5467 87 546 686 775 79«027 1500] 81 165 246 561 81 644 794 858 64 930 78 85(8000) 7024 102 293 314 621 621 800[300]»233 322 418 96 933«068 94[800] 182 216 483 604 802 922 35 10011(500) 214 25 72 368 69 661 659 80 854 11058 67 77 176(800] 212 98 514 61 788 95 803 32 12126 216 888 606 84 688 740 884 I»062 155 63 628 59 692 700 4 25 836 14129 76 90 211(600) 18 408 20 653 63 688 743 59 888 48 955 91 93 15244-»05 747 801 40(300) 96 905 10128 71 346 430 56 715 94 810 910 77 17224 29 61 72 478 519 782 801 10 28 16529 72 94 614[500] 712 19076 325 66 494[500] 667 902 79 80069 85(3000) 325(300) 81084 137 285 471 850 982 8-4047 80 158 437 532 4 7 58 758 99 83057 295 1500] 318 27 426 54(300) 56 691«78 808 15 26 97 980 89 95 84268 388 419 93 504(300) 39[1500] 75 83 99 666 68 99 734 36 859 97 988 8,>083 121 341(300) 535 «07 93 98 802 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Müsse 196. llgT. Prenß. Lotterie. giehung vom 14. Mai Äachuiittagi. Nur die Gewinne über 2,0 Marl sind den tu- essenden Nunimern in Pareniiese beigefügt. (Ohne Gewähr.) 105 12 276 613 20 732 41 80 803 5t 64 972 ,063 97 ,36 281 311 33 69 618 76 817 2078 172 91 407 005 28 82(3000) 745 846 8022 175 230 330 84 433 560 604 73 96 767 79 89 4008 299 345 62 97 463 517 67 673 771 839 84 6063 147 290 363 673 702 59«200 343 401 98 571[300] 88[500] 92 779 887 918 86 70>3 142 51 209 367):I00) 642 130001 795 986(300) 8035 125 298 575 768 837»011 147 70 203 392 512 931 Ol ,0022 221 426 27 51 95 668 736 87» ,1106 31 548 703 30 884 992 ,«580(1500) 671 74 753 91 835 55 940 ,»023 73 171 98 682 777 860 987 1 4233(500) 324 82 488 508 722 88 913 64 ,5170 246[80001 330 39 64 (1500) 83 89 983 ,0344 481 698 743 86 827 33 36 92 93 903 21 88 1 7063 142 296 403 623(500) 812 19 93 949 1*263 45789 697 732(500) 806 96(500) ,»159 223 95 342 93(500) 518 816 932 61 «0017 286 349(300) 422 41 69 672 750 84(300) 811 52 67«1092 157 223 42 98 301 7 445 559 836««001 48(1500) 277 362 406 7 549 665 99 753 90 825«»053 119 272 435 622 51 789 914«4129 84 549 647 973 «5012 56 230 53 64 68 636[3000] 857 85 930 49[1500] 73 82««055 99 243 302 44 470 724[300] 37 63 77 89 27030 227 64 360 93 417 40 52 681 734 64 80 941 «»023 42 188 225 419 21 700(1500)«»176 283 85 405 699 785 30008(500) 97 230 316 78 429 539 630 65 724 41 801 61 82008(3001 45 98274 85 38263 409828 61»»178 244 94 97 84038 107 341 42 448 57 692(300) 8S111 494 618 600 78 798 824 925 86160 460 793 820 87 87031 175 91 217 406(1500) 97 501 609 717 88081 87 268 416 91 775 82(500) 817 935 47(500)»»073 115 44 812 438 60 62 90 94 519(1500) 711 812 69 928 40521 708 837 4,086 170 414 710 22 37 99 884 91 49085 321 700 840 48213 855 86 419 682 701 51 56 70 837 4 4048 168 336 438 57 527 80 603 6 4 5103 25 304 54 636(15001 631 4«078 155 74 94 419 33 542 93 628 65 851 66 84 945 47136 52 62 317 453 60 740(1500) 48215 512 898 49055 56 61 164 259 313 955 50282 451 54 5 7 518 799[500] 957(300) 69 75»1010 241 317 34 492(1500) 601 12 759 947 96(500)»«067 103 316 97 593 666(3000) 760 53010 49 168 2i'3 53 523 82 613 783 905 58 54068 89 105 305 83 94 760 65231 37 448 633 66 714 889 914 5 0046(300) 261 429 83 529 64 59(500) 601 73 823 5 7314 70 417 54 587 609 68 815 934 5»060(300) 168 385 86 428 56 592 859 74 816 68 91 5»199 238 84 332 769 91[300] 99 914 «0109 93 247 97 640 812[300] 953 72«1010(1600) 48 47 52(SoOO) 127 92 278 434 94(3000) 599 763 843 ««002 27(300) 56 214 306 22 39 419 22 539 96 710 33 ««23» 60 85 429 51 682 611 858 900 82«4008 13 25 172 266 460 501 647 820 49 34 62 64[15001»5248[30ul 437 504 58 733 813«0022 120(500) 30 317 36 428 53 61 507 10 27 42 859«7040 89 189 208 75 87 462 565 905«H096 129 615 714 857 916 98«0086 190 230 S£)t> 80 5�3 832 70097 249 91 305 636 660 745 898 935 79 7,043 125 766(3000) 806 963 7«095(300) 105 329 587(300) 601[3000] 836 38 78151 299(1500) 304 bog 688 935 (3000) 74258 96 804[300] 66 75041 105 294 409 27 619[30001 39 45(1500) 703 90 860 99 917 7«Ü49 95 307 517 607 948 77019 236 482 618 47 80(1500) 893 7»023 (1500) 33 66(1500) 96 133 371 601 5 31(300) 749(3000) 899 7»844 80070 290 337 842 83 8,005 117 350 442 653 8»0g7 380 435 595 609 853 83)87 211 41 85 93 309 21 59 61 486 650 92(30001 84007 96 105 232 472 590 983 85196 274 307 407 87 559 751 80006 36 46 1 15 65 66 332 59 90 516 21 645 733 89 87160 86(300'» 94 98 340 42 87 90 572 766 830 34(3000) 954«8009(1500) 39 296'3000) 329 410 16 506 10 663 714 873 941«»103 16 564 820 23 930 »«025 105 75 245 746 800«1027 99 158 219 24 397 711 43 827 909 58»«115 242 61 376 78 474 79 518 638 39(1500) 57 774 872 905 67 76 03358[300] 600 640 78(300) 746 63(500) 863 988»,063 71 154 366 67 70 691 733 60 839»5104 280 431 883»«072 91 136 57 74 201 24(500) 372 458 677 753 883 991 »7156 214[3000] 334 88 559 619 854 912 23»«024 334 449 95 695 867»»125 249 747 87 ,0«>S5 217 33 342 447 59 66 73, 0,246 99 322 11500] 482 519 77 797 816 60 916»»«090 101 42 237 462 1.57 884 908 3? 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Xtuu uuo vorlag von Max Badiug. in BevUu. »t. 112. a MgW. 2. Keiltzt des Jormilrls" Kerlmer Nslksdlstt. s«»«. v>.»i m. Likernvifrlic Nundfrhkru. zweite Auflage, IöS7, Pt'vf. Herkiitt!: Die Arbeiterfrage bei Giittentag, Berti». Preis: 8 M. Der Standpunkt, den Herkner. der Verfasser der„Arbeiter- fragn", cinnilnint, löfit sich am besten mit einem von Jastrow geprägten Wort als soziat-tlberal bezeichnen, liberal, weil die Vcr- treter dieser Nichlung sowohl die allgemeinen Lebensbedingungen der bürgerlich- liberalen Gesestschaftsordnniig, de» Eegensah von ieapilalist und Arbeiter, sowie die freie Konkurrenz erhalten wissen wollen; sozial, weil sie im Rahme» dieses Systems dein Ringen der Arbeiter nach einer verbesserten Lebenslage wenigstens nicht noch künstliche Hindernisse(durch Beschränkung der freien Arbeiter- organisationen und ihrer Selbstverwaltung) in den Weg legen, dasselbe vielmehr, soiveit es der Boden bürgerlicher Gesellschaftsordnung ohne große Schwierigkeiten zuläßt. gerne unterstützen möchten Der humanitäre Charakter, den der Liberalismus des atiskommenden. durch Sozialistenfurcht noch nicht entmannten Bürgcrihums früher trug, ist mit einer solche» Stellungnahme in dem modernen Klasseukampse wohl vereinbar, und lintcr gewisse» Bedingungen kann, ivie das Beispiel der englischen Politik zeigt, dieser sozial aufgeklärte, von den ärgsten Schlacken bürgerlicher Klassenbornirtheit befreite Liberalisnins einen für die soziale Fortentwickelnng der Gesell- schaft bedeutsamen Einfluß gewinne». Für die tieferen Tendenzen der soziale» Bewegung, die zwar nach solchen Reformen strebt, aber zugleich über dieselbe» hinausdrängt, sie zu Mittel» des allgemeinen proletarischen Emanzipationskampfcs herabsetzt, dessen Endziel»ur eine organische Umgestaltung der ganze» bürgerlichen Gesellschaftsordnung sein kann, hiersür fehlt auch diesem aufgeklärten Liberalisnins natürlich Sinn und Ber- ständniß. Die bürgerliche Schranke, in der die Denkiveise seiner Vertreter eingeengt bleibt, zwingt sie, mit ihren Forderungen den Kern der sozialen Frage sorgsam zu umgehen und diese Forderung«» dennoch als Lösung der sozialen Frage auszupreisen. Daher ist der Stempel widerspruchsvoller Halbheit der ganzen Richtung ausgeprägt. Wie es im kommunistifcheu Manifeste heißt:„Die sozialistischen Bourgeois ivolle» die Lebensbedingungen der modernen Gesellschaft ohne die nothwendig daraus hervorgehenden Kämpf« und Gesahren. Sie wollen die bestehende Gesellschaft mit Abzug der sie re- volntionirenden und aitslösenden Elemente... Herkner's„Arbeiterfrage", die zuerst im Jahre 1834 und eben jetzt in zweiter Auslage erschienen ist, spiegelt die Licht- nnd Schatten- feiten dieses, für deutsche Aerhältnisse allerdings bereits fortgeschrittenen Standpunktes getreulich wieder. Theoretisch ist der Verfasser über Brentano, als dessen Schüler er im Jahre 1887 mit seiner interessanten Arbeit über die oberelsässische Banmwvll- Jndlistrie anflrat, nicht hinansgekommen; freilich hat er auch der herrschenden Realtio», ivelche die ökonomische» Professoren aus das geistige Rivean des Herrn Stumm einschwöre» möchte, keine Konzessionen gemacht. Sein Buch, das gegenüber der ersten Auflage vom Jahre 1894 auf das doppelte des llmsanges vermehrt worden, wird trotz des überall festgehallenen bürgerlichen Grundcharaklers dem bornirtcn bürgerlichen Klassengeist, der in Teutschland das große Wort führt, zum schweren Aergerniß gereiche». Die zweite Auslage zeichnet sich vor der erste» durch die außer- ordentlich vergrößerte Menge des verarbeiteten Thatsachenmaterials aus. So ist das Werk, mit einer ausführlichen Inhaltsangabe ver- sehen, ein werthvolles Nachschlagebuch geworden, dessen Reichhaltigkeit es auch denen, die aus einem ganz anderen Standpunkte als dem des Verfassers stehen, empfiehlt. Eine in tieferem Sinne in e t b o d i s ch e Gruppirung und BeHand- lung des Stoffes wird man allerdings vergeblich suchen. Die elegante, sesselndc Tarstellung gleitet leicht von einem Punkte zum anders» hinüber, ohne die entscheidenden Probleme scharf zu forinnliren, sie gründlich zu untersuchen und in klarer Weise die Resultate der Untersuchung zu ziehen. Das Ganze schivebt nnd schillert, die angeschlagenrn Gedankenreihen biegen, ehe sie zu Ende gedacht sind, die Aufmerksamkeit des Lesers bunt zerstreuend, auf andere Gebiete ab. Wesentliche Momente, wie zum Beispiel die Beleuchtung der sortschrcilenden großindnstriellen Kartellbewegnng in der Bedeutung, die ihr für die Arbeiterfrage nnd Sozialpolitik zukonnnt, fehlen außerdem gänzlich, während manche nebensächliche Gesichtspunkte mit nnverhnltniß- mäßiger Ausführlichkeit ansgesponuen werden. Es ist charakteristisch, daß die 24 Kapitel des Buches nicht in Hauptabschnitte eingegliedert, sondern einfach nebeneinander gestellt sind. Die Darstellung beginnt mit einer Kritik der geltenden WlrthschastSordnnng, die den Arbeiter zur Waare herabdrückt und ihn in seiner Vereinzelung allen Schwankungen der Marktkonjunktur schutzlos preisgiebt, eine plntokratische Tendenz der Einkommens- vertheilung, Hemmungen des Massenkonsums und in Wechselwirkung daiuit die stete Prädispostlion z» Handelsstockungcu erzeugt. Diese ökonomische Bewegung strebe dahin, die Familie, nach Herkner die Grundlage aller Sittlichkeit, anfznlösen, die Kriminalität zu erhöhen, die wiffenschastliche Ausbildung zu einem Monopole der Besitzenden zu machen, Literatur, Tagespresse, Theater nnd bildende Kunst kapitalistisch zn korrnmpiren. Hieran gliedert sich eine Schilderung und Beurtheilnng der Gewerkvereine, der staatlichen ArbeiUrver- sichernng nnd Arbeiterschntz-Gesetzgebnng, und der Konsnmgenossen- schasten als derjenigen Jnstiiuiione», durch welche auf dem Bode» der bestehenden Wirlhschaftsordnung die Arbeiter ihre Lage zu verbesser» suchen. Die interessante» Ausführungen über kommunale Sozial- Politik in einem späteren Theile des Buches gehöre» gleichfalls noch in den Kreis dieser Erörterungen hinein. Eine andere Gruppe von Kapiteln(Sozialismus, Staatssozialismus, Bodenresorm-Bewegung, Christenthnm nnd Arbeiterfrage, Anarchismus, Darwinismus und Sozialpolitik) handelt, wenn man eine zusammenfassende Gruppirung hier überhaupt versuchen will, von den verschiedenen Standpunkten, die bei der Auffassung und Benrtheilung der sozialen Frage geltend gemacht werden: zwischendurch laufen Erörterungen über die'Wohl- fahrtSeinrichtungen der Arbeitgeber, denen Herkner mit verständigem Skeptizismiis gegenübersteht, über die ländliche Arbeiterfrage nnd die von Herkner mit großem Eiser vertheidigte„Leistungsfähigkeit des Kleinbetriebes", über die Wohnungsfrage und de» Alkoholismns. Den Abschluß bildet eine Skizze der sozialen Beivegung in Frank- reich, England und Teutschland(Oesterreich und Schweiz eingeschlossen). Nach Herkner's Ansicht, das ist bei seinein allgemeinen Standpunkte selbstverständlich, sollte die deutsche Sozialdemokratie ihre „prinzipielle" Seite abschwören nnd sich zu einer radikalen Arbeiter- reformpartei umbilden. Alles. was sich als Slnzeichen solcher Neigungen in der Parteibewegnng etwa deuten läßt, vor allein das Auftrete» Vollmar's, wird hier sorgsam registrirt und lobend hervor- geHobe». Nachdem Herkner mit einer Kritik der geltende» Wirthschasts- ordnung begonnen, hätte ina» wohl erwarte» dürfen, daß er nun auch die kritische Frage answerfen ivird, inwieweit denn die von ihm befürworteten Reformen elivas Wesentliches an de» von ihm selbst beklagten„Schattenseiten" dieser Gesellschafisordnung etwa ander» könne». Wenn er seine» bürgerlich- liberale» Standpunkt dem sozialistischen gegenüber geltend machen will, so war das doch sozusagen die Hauptsache Freilich durch eine eingehende Prüsnng wäre zugleich die llnzulänglichkcit dieser liberal- soziale» Reformen, wäre die Nothwendigkeit, über sie weiter und weiter im Sinne des sozialistischen Programms hinauszugehen, offenbar geworden und Herkner hatte, wen» er seinen Standpunkt dann dem weitertreibende» sozialistischen entgegensetzen wollte, nicht mehr an allerhand allgemeine Gründe, sonder» an konkrete Interessen, eben die Klasseninteresse» der bürgerliche» Kreise appelliren müssen. Einer solchen, niit Illusionen aufräumende» prinzipiellen Ans- spräche weicht er aber— und das ist es vor allem, was den schillernden Eindruck hervorruft— immer wieder aus. Im einzelnen werden die engen Grenzen, innerhalb deren die besonderen Arbeiterorganisationen nnd Reformen nur zn wirken vermögen, nicht verkannt.?lbcr das»othivendige Facit ans den einzelnen Erwägunge», daß eine zielbewußte Arbeiterbewegung, wen» sie ihre wirklichen proletarischen Interessen nicht de» bürgerlichen Interessen unterordnen will, eben darum mit ihren Forderunge» und Be- strebnnge» über jene Grenzen hinaus muß, ivrrd nicht gezogen. Tas Kapitel über die„Wirksamkeit der Gewerkvereine", von deren Wirksamkeit sich Herkner noch die verhältnißmäßig größten Erfolge für die Hebung der Arbeilerlnge verspricht, ist charakteristisch für dieses Umbiegen nnd Ausweichen. Er erwähnt hier selbst den Einwurf, daß„diese Vereinigungen nicht im stände seien, die Jnter- essen aller Arbeiter in ausreichender Weise wahrzunehmen nnd daß man deshalb in ihnen lein für die Fortbildung des Arbeits- Verhältnisses überhaupt genügendes Prinzip erblicke» könne". Da die Blüthe der Arbeiterverbände wesentlich an die Vor- bedingung gelernter Arbeit und großkapitalistischer Betriebs- form gebunden ist, nnd da das billige'Arbeitsangebot der Arbeits- losen die Lohnpolitik der nicht ganz gesesteten und nicht aus hochqnaliflzirte» Arbeitskräften zusammengesetzten Verbände immer wieder durchkreuzt, muß er den Einwurf anerkennen. Also— statt des also biegt Herkner hier aus die Darstellung und Kritik der deutschen Arbeiterversichermig, der Arbeitslosen- versicherungSpläne(Herkner rvill dieselben ohne Zuschuß des Staates nnd der Unternehmer durch einen Sparzivang(!) der unorganisirten Arbeiter verwirlliche»)»nd der Arbeiterschntz- Gesetzgebnng ab, lauter Reformen, durch die doch a» der Ohnmacht der breiten Zlrbeilerschichlc» gegenüber dem Kapitale, die Herkner anerkenne» mußte, nichts geändert wird. Ebenso ivie die Gewerkschaften, ebenso sind doch natürlich auch diese Reformen »ud das Zusammenwirken beider Faktoren, UM Herkner's eigene Worte zu brauchen,„kein für die Fortbildung des Arbeitsverhältnisses überhaupt genügendes Prinzip". Keine Reform, kein Erfolg der Arbkiterbewegnng innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise kann die Arbeiter, deren Leiden in dem Wesen dieser Prodnktionstveise selbst begründet sind, befriedigen. Jeder Schritt nach vorwärts drängt nothwendig zu weiteren Schritten, jede Lösung einer Ausgabe stellt neue Ausgaben. Was ist aber daS Gemeinsame, das Wesen, die eigentliche Tendenz dieser ganzen Bewegung, wenn nicht das Streben, das Kapitalvorhällniß selbst von innen heraus umzuwandeln, d. h. die Ausbcutersreiheit der Besitzer der Produktionsmittel fortschreitend einzuschränken, nnd damit zugleich eine gcsellschastliche Kontrolle über die Verwendung der Produktionsmittel zn erhallen nnd weiter auszudehnen? Und was ist der Sozialismus anders als die ProNamirnng des Zieles, dein der Prozeß der wirklichen Arbeiterbewegung, kraft dieser ihm eigenen, ruhelose» Tendenz nothwendig zustrebt? Was ist er anders als das Bewußtsein der Arbeiterklasse, daß Produktion nnd Verkehr, die heute im Dienst des kapitalistischen Prosites stehen, durch Einschränkung und Unibildnng des Kapitalverhällntffcs immer vollständiger in den Dienst und nnter der Kontrolle der Gesellschaft gestellt werden müssen, nnd daß diese Bewegung in ciium von Reform zn Reform sortschreitenden Eutwickelungsprozesse den Rahnie» bürgerlich-kapitalistischer Wirthschaftsordnnng von innen heraus sprengen, aus den in ihr gegebenen Bedingungen ein wesentlich neues Wirthschastsgebilde heransgestalten muß? Aber Herkner? Eingekapselt in die Enge libcral-sozialer Re- formen, deren Unzulänglichkeit mit Hände» greisbar, erklärt er die tiefere, in diese» Resormen wirksame, aber zugleich weitertreibende, vom Sozialismus sormnlirte Tendenz der Arbeiterbewegung, durch die das einzelne erst seine wahre Bedeutung erhält, als Utopie: Tie Reformen sind ihm nicht Etappen einer dem sozialistischen Ideale sich nähernde» Entwickelungsbahn, sonder» im Gegentheil, er entdeckt der staunenden Mitivelr, daß durch diese Reformen, die de» Gang der sozialen Entwickelung anders gestaltet hätten, als der Konnnn- nisinus vorausgesagt,„der Kominunismus seine Nothwendigkeit, seine Existenzberechtigung, feine Bernünstigkeit im Hcgel'schen Sinne ver- lorc» Hobe. Er wird sein eigener Todtengräber". Vor- sichtigerweise fügt er dann gleich hinzu, damit solle ja „nicht geleugnet werde», daß auch in den sozial vorgeschrittensten Gebieten noch unendlich viel zu thun übrig bleibt, nnd daß unsere ganze wirlhschaftliche»nid gesellschaftliche Ordnung Um- gestaltunge» entgegengeht". Fehlt leider ivieder»ur das, worauf es ankoiumt, nämlich der Nachiveis, welches den» diese Umgestaltungen sein mögen, wenn sie sich nicht i» der vom Sozialismus iiidizirten Richtung bewegen. Was Helkner sikust i» seiner Kritik des Sozialismus vorbringt. ist etwa eben so überzeugend. Die Tendenz zum Großbetriebe, die nach Ma»x die Vorbedingungen zur Sozialisirnng schassen soll, herrsche allerdings in der Industrie, aber das Tempo dieses Prozesses sei nicht allzu stürmisch nnd lasse niich für das Handiverk noch einen gewisse» Nanin übrig. I» der Landwirthschaft sei vo» einer solchen Tendenz einstweilen noch gar nichts zu beinerken. Wer denkt denn aber auch»nr an die Möglichkeit, den ganzen Produktionsprozeß in» Handumdrehen ans eine» Schlag kollektivistisch zn organisire»?! Ar die Arbeiterschaft die politische Geivalt in die Hände bekommt, ivirc jedenfalls diese Tendenz der Kapitalskonzentration genügend vor- gearbeitet habe», um eine demokratisch-soziale Regulirnng resp. Verstaatlichung der Produktion in außerordentlich iveitem Umfange zu crmöglichen. Unsere Gegner brauchten sich darüber keine Sorge zn machen. Natürlich fehlt auch der beliebte Einwand nicht, daß keine progressive Verelendung der Arbeiterschaft im Kapitalismus zu lonstatiren sei. Thatsächlich rechnet aber auch die Sozialdemokratie pariiicht mit dieser Verelendung als revolutionärem Faktor, sie braucht wenigstens nicht damit zn rechnen. Mag sich die matcriellc Lage des Proletariats im großen und ganzen gehoben haben, u»- endlich schneller sind jedenfalls die Bedürsniffe, ist das Selbstbewußt- sein, ist die Einsicht, daß der Mechanismus der kapitalistische» WirthschastSordniing dem Anfwärlsstreben immer neue Schranken setzt, daß er durchbrochen iverdcn muß, gewachsen. Das sind krästigere Garantie» des proletarisch- sozialistische» Klassenkampfes. als die Verelendung, die stets den Keim dumpf- brütender, passiver Verziveiflnng in sich trägt. Die Polemik schließt mit einer düstere» Prophezeiung, daß der venvirklichte Sozialismus die Freiheit, das edelste Gut des Mensche», erlödlen müßte, daß ans diesem Grunde schon die Gesellschaft einer solchen Organisation sich niemals beuge» werde. Es ist merk- n'nrdig, daß in Freiheitssachen Herkner so genau in der Zukunft Bescheid iveiß, da er doch z. B. die Diskussion darüber, ob in einer sozialistischen Ordnung die produktiven Kräfte freier als in der Gegenivarl sich enlfalten könnte», mit dem Hinweis ans die Dunkel- heil der sozialistische» Zukunftsbilder ablehnt. Soviel ist ja selbst- verständlich, daß jede Organisation der Gesellschaft eben als bestimmte Organisation gewisse Arte» von Freiheits- beschränknngen ihren Mitgliedern auferlegt. Wenn Herkner's 'Appell an die Freiheit irgend«inen Sinn haben solle, so hätte er die Ar» von Freibeitsbeschränkilngen, denen der Arbeiter heute»nterworfen ist, mit den Freiheitsbeschränkungen, die sich ans dem Begriffe einer sozialistischen Wirthschaftsordnung als»otd- ivcndig ableite» lasse», vergleiche» müssen; davon ist natürlich keine Rede. So wenig wie Herkner de» liberal-soziale» Standpunkt positiv durch den Nachiveis. daß die bürgerlichen Reformen irgend wie zur Besriedigung auch nur der dringlichsten Arbeiterforderungen hinreichen, so wenig hat er ihn polemisch durch eine„Widerlegung" der sozialistischen, die nolhwendige Tendenz der Arbeiterbewegung ins Singe fassende» Anschaunng zu stützen vermocht. Aber auch so bei aller vrinzipieller Halbheit ist der Charakter des Buches, an dein Niveau d e u t s ch- bürgerlicher Anffassung gemesse», entschieden fortschrittlich und wohl geeignet, de» Schutt der grobe» Borurtheile aufzuräumen. Heclteeclier Markt 4,§ 0»» n»» c« im Slaiilbakalial M Rm Pmimk. y, Ol Ii Ii Sl"Börse". Zum Wohnungswechsel gelangen große Lagcrbestänbc meiner Teppiche! Gardine«! Steppdecken! Fertige Wäsche! Leiuettwaaren! 7N ganz aaassergewöhnSäch billigen Preisen zum Ausverkauf! Wirthshnus Schmargendorf, Warneniünderftr. 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