1 ö Uaier^oitttngdbeiiagr. 1929. Dte Msme Nectria. Qoü üSnaie Iran et^arrui. <3ie wäre eine Qnjirät. roenu wir new an Götter glauben Würden. Sie Wäre rin Hexenj-auberulirwl, Wenn wir von Hexen und ZautermiUeln noch etwas hielten. Sie war eine kleine, prompt sunt-Monierende Plasma, maschine, als wir in übel verstandenen Ma- rcrialisums die Natur für eine Reihe inem- andergreffender, seelen- und perjönlichkeiis- loser maschineller Einrichtungen bieken Nud sie wird eirunal das Symbol eines großen und weltechaiienven Gesetzes sein, wenn wir es erst gelernt tote», Himer Leben und Tod. hinter Form und Funktion te» Gintert der DelPefctze zu sehen, die für die Meisten immer noch cm boffnungslo.' ver- schleierteZ Bild von Cais sind. Borläus.g ist die schone Nectria nichts mehr und nichts Wenger als eine Art Eer« teruS, der den Eingang in die Unterwelt hütet. Sic zieht die Grenze zwischen Sein und Nichtsein der Pflanzen. Was hinter ihr liegt, sind die trüben und ungowffsen Schatten des Gclvcsenen. Bor ihr aber breitet sich Moder, Zerkall. Bevresnvx und Zer- störung ans. Man könnte es auch anders jagen: Der winzig kleine Pilz Nectria— er schtießt ü-brigrns«wa 600 verschiedene Arten in sich, und jedes Jabr werden neue dazu entteikt— ist der tiefste Punkt des pflanzlichen Lobens. Er ist jener Zustand, in dem die Pflanze sich selber verzehrt. Er ist für Busch und Baum, Blume. Frucht' und Strauch Totengott und Friedhof zugleich. Er schafft tent Leben Raum— einzig dadurch, daß er selber lebt. Er ist also einer ter ganz großen De» uiiurge» lBaumeistcr) des Seins. Und was von je mit dem Begriff des Demiurgen ver- buuten war. daß er ein nnschanbar hinter der Zeit Thronender ist das gilt auch für die Nectria. Man sicht sic nicht. Sic ist überall, sie erfüllt Feld und Waid. Ganen und Mumenropf mit geheimer Tätigkeit. Aber man weiß nichts von ihr. Man kennt sie gar nicht. Man— das ist der brave Bürger^ ter fleißige Handwerker oder Beamte, der geniale Künstler. Man— das sind die Leute der tätigen Arbeit oder der philosophischen Wekvcrbes- jevnnI. hi« wirklich Wichtigeres zu tun toben, als darüber uachzudenkeu, warum auf jenem abgebrochenen Zwciglein, jener zusammen- > geschrumpften Blüte, jenem welken Blatt eine Kolonie winziger schwarzer Pünktchen sitzt, die gestern oder vorgestern noch nicht da war... Denn winzig ist die schöne Reciria. Winzig für den Menschen, der nach feinem Matze dir Welt mißt und darum ganz selbstverständlich einem Ding, das er nur mit einiger Anstrenguiig zu erblicken vermag, keine» allzugroßc» Wert beilegt. Man müßte die Delteiilstellung einer Ameise oocr eines kleinen Käfers besitzen, dann sähe mau mit einem Make keine lächerlich geringfügigen schwarzen Pünktchen mehr, die in einem Umkreis stehen, der kaum merkbar fahler verfärbt scheint. Eine jelijame und völlig nnberaunie Welt täte sich auf. Anstar: des blassere» Umkreises wuchert ein bleicher Rasen empor. Ater nein, das ist auch kein Rasen, denn er besteht aus einem Gewirr halbdurchscheincitder Fäden, manchmal milchig, dann wieder goldbraun. Dicht und zabllos schlingen sie sich durcheinander. Dazwischen türmt sich ein läng» isich gewundener Berg. Er sicht ans, wie ans lauter Kügelchen aufgctont. Und un> begreiflich, dicier samtartige Berg öffnet sich mit einem Male und schleudert wie ein lebender Vulkan eine iLavamaffe runder Kügelchen aus, die ringsum niederfallen, oder die der Wind fortweht. Wo sie liegen bleiben, lugt sehr bald ein blaffes Fadcn- cirdchcn hervor, das sich krümmt und feinen toten Wirt cingräbt. Ta und dort wächst ein schlankes und überaus zierliches Bäumchen-ans ihm heraus, das freilich keine Blätter, sondern Dutzende ovaler, geperlter I Tännchen tragt, d:e abjalleu nud auch w:c» I ter zu sprossenden Keimen werden. Alle Geschöpfe, Len Menschen mit eingeschlossen, seiden unter ihrer Vermehrung. So günstig die Lebensverbältniffe auch zu Beginn gewesen sein mögen, iminer kmumr der Augenblick mit unverioeigerlicher Sicher- berr, wo es zu diele von einer Art werten. Wo sic sich den Lebensraum streitag machen und die Näbrung und jede Behaglichkeit des Daseins. Denn ter Trieb ter Fortprstm- zuug ist ein jamwköpftger Gott, ter sich jede Lust mit Sorge nird Schmerz bezahlen läßt und letzten Endes nicht weniger Leb« nimult wie er gibt. Aber all das gilt für-ie schöne Rsctria nicht. Sic steht außerhalb jenes Kreises, in welchem sorgsam und unbarmherzig da- Glück der Nachkoimnenschaft gegen Bermev« rung der LobenssHwierizLuen umgetauscht wird. Sie kann soviel Svoren ausünden wir sie Will. Vielleicht ist das chre ausfchlaggedende Eigenschaft, daß sie nicht ernpsindlich ist und sich ihre Lcbeiisbcquemlichke'rten selber zu• schaffen vermag. Alles, was da siillt und stink, ist ihr anheirngcgeben. Bon tev Frucht bis zum Blütenstaub verzehrt sie alles. Was uns nicht in Gestalt von Torf und Kohle von den Wäldern und der Wan« zenweli der Vorzeit erhalten blieb, hat sie vertilgt. Kein Holz ist ihr zu hart, keine Rinde zu zäh. Sie vernichtet den Flechtenstrauch samt dem tmen Insekt, sie bemach« iigt sich selbst ter hunderterlei AuÄvnrfftoffe ! vflauzenftcssender Tiere. Sie hat den nrerkwürdignen Geschmack, teil mau sich nur verstellen kann. Untev ihre» Verwandten— und alles, was di» Forschung in die große Rumpelkammer tev unvollkommenen Pilze verbannt hat, zählt zu rbren Bertrandlcn— befindet sich ebenso ter Arsen'cksthimmel, ter arsenhaltige Tape« ten mit einem unendlich zarieu. bronzegrünen Hauch verbänal, als ter reizende und höchst teinverameutvolle Pstobolus, ter sei» Spörenköpfchci: regelrecht abzuschictzeu versteht und auf Psertemist gedeiht. Eine ganz große Veücruschaft bevorzug! alte Braud- siclleu. Andere leben in verschwiegenen Keilerwirkeln,'auf Kariofkeln und stnrlen- tem Dbst oder Gemüse. Ater eines ist ihnen allen gbmeiuscmr. Wo und unter Weichen Umständen sie auch Fuß gefaßt baten— überall wandeln sie das Häßlich,'. Lar witzlos Gewordene, ten J-rfall des Gestorbenen in eine unbeschreibliche Fülle reizvollsten Lebens um. Jene Stadien des abwärts gerichteten Lebens- bogens. die unser Bewußtsein so gern ander Welt des Lebenden ausschalten möchte, vetÄärcn sie mit einem Ucbevstuß an Schön« 2 hekt, der unverständlich wäre, bedeutete Schönheit eben nicht Daseinkharmonie und nicht nur ästhetisches Wostlqe fallen. Denn das ist di« letzte Weisbeit, die tiefst«, die wir der schönen Nectria verdau, len. Daß der Tod und das Gestorbensein nicht anßechaD der ewig schöpferischen Wekt- qesetze stehen, sondern daß sie gleichsam nur als andere Form in den Kreislauf des Lebens eingeordnej sind. Ja. daß sie nicht einmal anderer Gestalten bedürfen, sondern daß das liebe und vertraute Bild von Baum und Blume sich nur vervielfacht und verkleinert in ihnen wiederholt. In Wirklichkeit wird in der Nectria und ihren uner- mündlichen Genossen daS liebliche Symbol der Arrt.ke,-die in dem dunklen Thanatos auch nur einen bleichen, schönen Knaben erblickte, dessen Hand, obgleich sie die erloschene Fackel trug, doch immer noch die schreckenlose und woblgcstasttete Form des Kobens war. Mr. Bon Egon Col. Wir fitzen uns den Rücken krumm, Wir an der Dchwrbmaschine. Der Gott in uns ist längst schon stumm. Gemordet vom: verdiene?" Sechs Tage lang peitscht uns täc So» Zur Iren in Todesräum«. Die Lungen geben wir für Brot Und unser Sein für Trämne. Sechs Tage lang kennt unser Hirn Nur Soll- und Habenzahlen. Sechs Rächte fiebert uns die Stirn Bor namenlosen Qualen. Wir lebrn von der Hand gunt Manb, Bon heut« nwr auf morgen. Wir leben ohne jeden Grund, Gejagt von Miagssorgen. Di« Hoffiulnz würgen wir hinab Mit leiderstarrter Miene. Wir fitzen unser Lebe» aL tzb, einer Lchreibmaschn«. Sechs Tage find wir«in Vorsicht Auf jÄ» Menschenregung. Sechs Tage hungern wir nach Acht, Rach Farbe und Bewegung. Und küßt der«ine freie Tag Uns-di« verkrümmten Glieder, Die Furcht, waS morgen kommen ma^ Schlägt uns di« Freude nieder. So schatten wir durch die Ratnr Als Bettler ans der Erde. Uns bleibt als letzte Sehnsucht rmr Dies alte:„Stirb— mrd werde!" Dir sitzen uns den Rücken krumm Im Joche deL„Verdiene!" Wir kommen, gehen und find stumm. Wir Sklaven der Maschine. Jazz! Dieser tolle Riggcrtanz beherrscht zweifellos di«„Saison". Ueberall stößt er sich an den Saaltüren, den Gartenfenstern, den Schloten und den Ben. lilatore» heraus und haut dir sein Getön« schnnrstraks ins Grficht herein: Qnetschtönr, Onictschlaute, Pfiffe, Tudelsackmelodi«! Bald klingt es wie eine Ziehharmonika, die ein alter Seebär elegisch aufklappt und zusammenschiebt. Bald wie eine LäruUrompel« der Feuerwehr. Bald wie der Pfiff aus einer Verbrecher- kolonnc, für die irgendwer Schmiere steht. Bald wie das Froschquatzn aus einem Wassertümpek. Bold wie ein Kanonenschuß oder ein Plat- zender Autoreifen. Mit Recht hat ihn«in Rigger erfunden! Ein Nigger, daS am uieisten gehetzt« Ar- Leitstier in U. S. A.! Ein Rigger, der sonst durch den Pullmann-Wagen rast, im Galopp, lempo die Gläser wischt, durch di« Farmen und Plantagen jagt, wie der Blitz die Stiefel putzt und jeden Augenblick bereit ist, irgend einem Fußtritt durch einen gewandt«» Seitensprnng rnSzuweichea. Man sieht ihn förmlich, diesen Nigger beim Jazz: Er strampelt mit den Beinen und zuckt mit den Armen und rollt mit den Augen, wie wenn ihn Ku-Klux-Klan„teert imd federt" oder an den Galgen hängt! Und doch hat er etwas Revolutionäres in sich, dieser Jazz! Der Ton hat keinen Respekt vor dem Ohr! Er quietscht und jault und gröhlt— allen mnsi- kalischen Gesetzen zum Hohn:„Pängpäng— pängpäng— quinquiiii". Der Rhythmus hat keinen Respekt vor Takt und Notenschlüsseln! Er platzt zwischen die Töne hinein wie«in Esel, der sich den Magen verdorben hat— und wenn du dich zu einigen sanften Schlußschritten bereit machst, hört er plötzlich auf und grient wie ein Niggerboy! Stellen Sic sich, bitte, vor: Sic wären den Polizeipräsident von Berlin! Ich will Ihnen nicht wünschen, daß Sie es find. Aber Sic sollten sich einmal einbilden, daß Sie es wären. Und nun passierte Ihnen folgendes, was dem Berliner Polizrivräjidentcn tatsächlich passiert ist... Es läßt sich ein Herr L. melden und bittet dringend, vorgelassen zn werden. Sie lassen den Mann kommen. Er tritt ein. „Hallo!" sagen Sie,„Sw find doch der Hochstapler U...(Sie kennen den Burschen leider ausgezeichnet; denn er macht Ihnen seit Jahren entsetzlich zu schaffen.) .Jawohl, Herr Präsident," sagt 3L,„ich bin D., und ich möchte Ihnen einen Vorschlag machen". „Aber möglichst rasch", rufen Sie ans, „viel Zeit habe ich nicht". „Wird gemacht", meint der Hochstapler und fährt fort:.Ich bin eben aus dem Kittchen entlassen worden. Und da wollte ich mir die bescheiden« Frage erlauben, wieviel es Eie das letztemal gekostet hat, mich zn erwischen". „Das geht Sie«inen Dreck an!" antworten Sie und gedenken mit Schrecken der Schwierigkeiten, die Ihnen der Kerl seinerzeit bereitete. Wenn man ihn hotte, brach er wieder aus. Präuiien mußten verteilt werden. Privatkommissäre schluckten Geld Wenn alle Verbrecher solche Unkosten vernrsachten, müßten die Steuern erhöht werden. Zehntausend Mark hat dir letzte Jagd bestimmt gekostet... „Ich schätze die Ausgaben, die Sic das letztemal meineiwcgcn hatten, auf mindestens zehntausend Mark", sagt da X. alias$)•, als könnte er Gedanken lesen, und nun wollte ich Ihnen einen Vorschlag machen, Herr Präsident. Ich komme, wie gesagt, auS dem' Gefängnis und habe keinen Pfennig Geld. Anstellung finde ich natürlich keine. Mir kann nur eines helfen, eine selbständig-: Position! Ich dachte daran, ein photographisches Presse- bnro zn eröffnen. Man hat seine Beziehungen und ist nicht dumm. Di« Sache würde sich machen. Tja, nun brauche ich aber Anfangskapital. Zweitausend Mark würden genügen. Sehr geehrter Herr Präsident, möchten Sie mir wohl dos Geld vorlwießcn?" „Sind Sie verrückt?" frage« Sie entrüstet Jaz; ist Revolution! Jazz ist Auslehuung! Jazz ist Verhöhnung des Alten! Wenn Fri- .dericns ans der Flimmerwand lange Gavotte bläst, die Königin Luise ihr Quadrille ranzt oder der olle Schubert im„TreimödcrlhauS" seinen Woher dreht— dann steht dieser Nig- gerboy respektlos in der Ecke und macht sein Schlagzeug bereit, mit dem er alles anSein» anderhant. Ja;; ist Revolte! Er braucht dicke Kapitalisten und ausgepowerte Rigger! Mit Weaner Madeln und Walzerstimmung. hat er nicht? zn tun! Er treibt auf die Spitze, bringt das Feiste zum Platzen und haut in Scherben, was übrig bleibt! Wir grüßen dach Ja;;!— Vänqpänq— | Quinquiiii! H. Sch „Ganz und gar nicht", gibt er zur Antwort,„ich will das Geld doch auch nicht geschenkt haben. Was ich Ihnen da Vorschläge, ist doch für Sic und den Staat ein glänzendes Geschäft! Wenn Sie mir das Geld nicht geben, mutz ich, ob ich will oder nicht, wieder Hochstapeln. Und das kann ich Ihnen jetzt schon in die Hand versprechen,— daS nächst«mal komme ich Ihnen noch teurer zu stehen! Unter zwanzigtanscnd Unkosten, schlecht gerechnet, kriegen Si« mich nicht. Sie können dem Staate und seinen Bürgern ochtzehntansend Mark erhalten, Herr Präsident! Und mir find zweitausend Mark, mit denen ich rin ruhiges Geschäft gründen kann, auch lieber, als zwanzigtausend Mark, di« sie zum Fenster hinauSwer- fen. UnS beiden wäre mit einem Schlage ae- halfen. Wollen Sie?" Und dann klingeln Sie und lassen de» Be- sucher unverzüglich zur Tür bringen. Er zuckt die Achseln, ehe er gebt. Sie tun ihm anscheinend leid. Sie wifleu, daß er mir zweitausend Mark versucht hätte, eine normale Existenz zu werden, Sie wissen, daß ihm niemand das Geld geben oder leihen wird und daß das dem Staat mindestens zehnmal soviel kosten wird. Aber Wae hilft das aller? Sie können ihm unmöglich das Geld geben, um das er bat. Sir stehen keinem Jrqkiiut zur Unterstützung freundlicher Haftentlasseuer vor, sondern der Polizei, die rückfällige Verbrecher wieder einsangen mutz. Trotzdem— ist es nicht blödsimng, das Geld zehnfach zum Fenster hinauszuwerfen, wert» der einfache Bettag gcuügre, einen Menschen anständig werden zu lassen? Der Berliner Polizeipräsident Hai de« Mann, wie gesagt, sortgefchickt,— und nun ist er längst wieder an seiner dunklen Arbeit und kostet uns schweres Geld. Man kriegt ihn nicht. Er bar cs ja damals versprochen. Möchten Sie der Polizeipräsident sein'? Ich nicht. Erich Kästner. QQe(X!QQE(X)GK> Wenn«6«ine Diktatur gibt, fo sind niemals die Diktatoren dafür verantwortlich z» machen, sorwcrn diejenigen, die sich den Dikta- lor gefallen lassen, Parteitag ItzllL Ein VerveeeHer macht TdorfihMge. — s- KarneraSen. Das Kricgsbuch eines unbekanmen Baidaren ,L m Westen nichts Neues" von Erich Maria Re» marque, gibt das aufwühlende Erlebnis einer Generation, die von der Schulbank in den Schützengraben zog und unter Blut und Tod ihre Jugend begrub. Wir geben hier— mit Erlaubnis des Propyläen-Berlages, Berlin, der den Roman soeben erscheinen ließ— eine Probe von dec großartigen und grimmigen Sachlichkeit des Werkes: Reben mir zischt eine kleine Granate ein. Ich habe sic nicht kommen gehört uird erschrecke heftig. Im gleichen Augenblick faßt mich eine fintckose Augst. Ich bin hier allein und fast hilflos im Dunkeln— vielleicht beobachten mich längst aus einem Trichter hervor zwei andere Augen, und eine Handgranate-liegt wurffertig bereit, mich zu zerreißen. Ich versuche mich auf- znrasfen. Es ist nicht meine erste Patrouille und auch keine besonders gefährliche. Aber es ist meine erste nach dem Urlaub, und außerdem ist das Gelände mir noch ziemlich fremd. Ich mache mir klar, daß'meine Aufregung Unsinn ist, daß im Dunkel wahrscheinlich gar nichts lauert, tveil sonst nicht so flach geschossen würde. Es ist vergeblich. In wirrem Durcheinander summe» mir die Gedanken im Schädel — ich höre die warnende Stimme meiner Mutter, ich sehe die Ruffen mit den wehenden Bärten am Gitter lehnen, ich habe die helle, wunderbar« Borstellung einer Kantine mit Äffeln, eines Kinos in Balenciennes, ich sehe quälend, scheußlich in meiner Einbildung eine graue, gefühllose Getvehrmündung, die kauernd lautlos untgeht, wie ich auch den Kopf zu wenden versuche: mir bricht der Schweiß aus allen Poren. Immer noch liege ich in meiner Mulde. Ich sehe auf die Uhr; es sind erst wenige Minuten vergangen. Meine Stirn ist naß, meine> Augenhöhlen sind beucht, die Hände zittern, und ich keuche lei'«. Es ist nichts andere» als ein furchtbarer Angstanfall, eine einfach gemeine Hundeangst davor, den Kopf herauszustecken und tveiterzukriechen. Wie rin Brei zerqnilli»keine Anspannung zu dem Wunsch, liegenbleiben zu können. Meine Glieder kleben am Boden, tch mache einen vergeblichen Versuch;— sie wollen sich nicht löse». Ich presse mich an die Erde, ich kann nicht vorwärts, ich faffe den Entschluß, liegen zu blej. ben. Aber sororr überipült mich die Delle er- neut, eine Welle aus Schaut. Reue und doch auch Geborgenheit. Ich erhebe urich ein wenig, um Ausschau zu halten. Meine Augen brennen, so starre ich in das Dunkel. Eine Leuchtkugel gehr hoch;— ,ch ducke mich wieder. Ich kämpfe einen sinnlose», wirren Kamps, ich will aus der Mulde heraus und rutsche doch wieder hinein, ich sage„du mußt, es find deine Kameraden. eS ist ja nicht irgendein dummer Befehl".— und gleich darauf:„WaS geht eS mich an, ich habe nur ein Leben zu verlieren—". Das macht alles dieser Urlaub, entschuldig« ich mich erbittert. Aber ich glaube eS selbst nicht, mir wird entsetzlich klau, ich erhebe mich langsam und stemnre die Arme vor, ziehe den Rücken nach und liege jetzt halb auf dem Rande des Trichters. Da vernehme ich Geräusche und zucke zurück. Man hört trotz des Artillerielärms verdächtige Geräusche genau. Ich lausche;— das Geräusch ist hinter mir. Es sind Leute von uns, die durch den Graben gehen. Run höre ich auch gedämpfte Stimmen. Cs könnte dein Tone nach Kai kein, der da spricht. Eine ungemeine Wärme durchflutet mich mir einem Male. Diese Stimmen, diese wenigen, leiten Worte, die'.' Schritte im Graben hinter mir reißen mich mir einem Ruck aus der fürchterlichen Vereinsamung der Todesangst. der ich beinahe verfallen wäre. Sie find mehr als mein Leben, diese Stimmen, sie' find mehr als Mütterlichkeit und Augst, sie find das Stärkste und Schübcndste, was eS überhaupt gibt: es find die Stimmen meiner Kameraden. Ich bin nicht mehr ein zitterndes Stück Dasein allein im Dunkel— ich gehör« zu ihnen und sie zu uiir. wir haben alle die gleiche Angst und das gleiche Leben, wir find verbunden auf eine einfache und schwere Art. Ich möchte mein Gesicht in fi-' hiuei»drücken, in diese Stimmen, diese paar Worte, die niich gerettet haben und die mir beistehen werden. Wir Raben einen Hopserich! Bon Werner Peter Larsen. Ich hatte es meinem Sohne Hannes verkrochen— ich mußte also Wort halten: am Nachmittag gingen wir ans. Gedränge, Menschen, Wagen, Pferde. „Biele Menschen", sagte Hannes lakonisch. „In", sage ich.„Biele Brenschen." Und die Sttaßeit rauchen auf und verfin- ken; di« Schaufenster ziehen vorbei. Da ist alles, was das Herz begehrt: der Kramladen mit richtigen Waren, mit Pfeffersäcken und blauen Zuckerhülen und ein Puppentheater mit verschiebbaren Kulissen— mal eine Wohnstube und eilt andernial der schönst« grüne Wald— und daun ein ganzer Hühnerhof und «ine Burg und ei» Segelboot, aber vor allem doch eigentlich ein Teddybär, der im ganzen Schaufenster umherkngelt und kreuzfidele Purzelbäume schlägt. Hannes ist zuerst einfach bass; aber dann drückt er di« Rase an die Scheibe platt und macht riesengroße Augen. „Vater, kauf mir...!" sagt er uud sieht mich ermunternd an. Ich ober schweige und lächle. „Willst du nicht?" ,/Loch", sage ich.„Ich will gern. Aber ich kann nicht." „Warum kannst du nicht?" „Weil ich kein Geld habe." Und Hannes denkt nach. Ich fühle, wie es in ihm arbeitet. „Hm..." sagt er, ,gvarum hast dn kein Geld?" „Weil ich arm bin." „Ach so", sagt Hannes,„arm? Ja, bin ich denn auch arm?" „Ja, du bist auch arm." „Aber ich will nicht arnr sein!" sagte Hannes unwillig und zieht die Stirn kraus. O, Hannes! Er ttäumte einen Traum die ganze Leipzigerstraßc entlang, einen wnnder- lichcn Märcheittraum von Pitppcntheatern und Feen, Konfekt, Dornröschen und Bären. Aus dem Dönhofsplatz aber stand ei» Mann, der regierte eine Welt kür sich, ein« Mäusewunderwelr: rings um ihn herum hopste und sprang, kribbelt« und krabbelte:s. „Ei... in Jroschen..schrie der Mann. „Ei... in Jroschen det Stück: Scheene Krab- belmänskes! Ci... in Jroschen! Krabbel'uäus- keS.... KrabbelmäuskeS.. Krabbelmäus» krS..." Nnd das Gekrabbel« beginnt. ,^krabbelmäuse", sagte Hannes resigniert, >„Ja", sage ich.„Krabb-.mänse." ,flaust mir..." Unsere Blicke begegnen sich; da muß ich lächeln. Und mit enremmal haben wir eine Krabbelmails. Und nun ziehen wir tapker unsere Straße^ kürbaß: Hannes, ich und die KrabbelmouS. I« meinem Mantel hüpft cs wie tankend Flöhe und Heuschrecke»— aber was macht.as? O< nichts, mein Söhnlein Hannes amüllert sich, Er geht neben mir her, aus Zehenspitzen,, den Ann bis zum Ellenbogen in mri wt Tasche, und ist heiter und guter Dinge ,Mrabbrlt es sehr?" „O ja", sage ich. ,Hch danke." „Ich bitte", sogt Hannes höflich. ,»Vielleicht möchtest du überhaupt ganz da hinein?" „Wo hinein?" „Ra, zn dem Hopserich." „Hopserich?" sagt Hannes. ,Hopserich...L, Wo ist denn so einer...?" „Ra, in der Laiche."..•• „In der Tasche? Ach!o... Jo. bin ich den auch ein Hopserich?" „Freilich." „Und bist du denn auch ein Hopserich?" „Rein." Und Hamws denkt nach. „Warum bist die denn kein Hopserich, Baier?"- Er kann es nichr fassen.’A' „Sieh mal", sage ich.„fieh mal da." Da fitzen in einem Schankenster graugekleidete HeinzÄukännchen vergnügt um ein«» Tisch und schmausen. O, wieviel Herrlichkeit..l ,^kauf' mir..." sagt Hannes. Ach, Hannes hat so ein kurzes"Gedächtnis; er hat" längst vergessen, daß er und ich arm find. ,Millft du nicht...?" „Doch", sage ich,„ich will Ivohl. Aber du weißt doch..." ,Mas weiß ich?" „Daß lvir arnr find." Und Hannes schlveigi. Er überlegr lange. Er kribbelt unv krabbelt. „Arm?" sagt er nach einer Weile in maß. losem Staunen. Baier?! An»? Noch iumker? Hm... ach, so... Jo, aber., wir haben doch nun eigentlich den Hopserich...?!" Aus zwei Tieren ein neues. Das fünfte Bei».— Rrudilduug von Ang«. Fesselnde Tierrxperimente. Zu-den Tieren, die fich besonders gut zu wissenschafkiicheu Bersuchszivecken eignen, gehören unsere Wassermolcke(Triton), und dies besonders wegen ihrer Fähigkeit, verlorene Körperteile— sogar die Augen,— neu zu bilden. So ist cs beispielsweise gelungen, der rechte» Hälfte eines Molches die linke Körperseitr.eines anderen Molche» anxifügen, also au» zlvei Tieren künstlich«in Tier zusammenzufetzen. Ta im Körper des Molches in der Regel reichlich Bilduugsmaterial Vorbanden ist, kann umn die Tiere mitunter auch dazu bringe», auf eine bestimmt« Reizung hin ein ururs Glied zu erzeuge«, wie es dem Forsche» Filatow seinerzeir an Molchlarven gelang, die auf eine gewisse Br- Handlungsweise dadurch reagierten, daß sie rin ünfteS Bein bildeten. Neuerdings hat nun bet rnssische Zoologe Dr. Rassenow auch anH? wachs«!» Molch« zur Bildung eines fünften Beines veranlaßt. DaS Mittel, mit dem er daS bildungsfähige Zellmaterial im Molchkörprr zur Entwicklung dieses Deines reizte, war überaus einfach. Am allgemeine« erfolgt Neubildung eines Gliedes immer nur dann wen« doS be- treffende Glied gewaltsam anS dem Körper entfernt wurde, also gewissermaßen auf ei« Wundreiz hin Bei dem erwähnten Experi- ment erfolgte aber nicht Regeneration, sondern vielmehr die Bildung eines bisher noch nicht vorhandenen Gliedes schon auf eine« verbältuiSmSßlg««fache« mechanische« Reiz hin, da der Versuch nur darin bestand, daß um ein normales Bein des MolckeS eine feste Bandage gewickelt wurde, di« daS Bein aber- nicht so fest umschnürte, daß es verletzt weiden konnte D»- Erfolg dieser Ilmbindung deS Be-neS war in der Tai verblüffend: nach einiger Zeit trat eine Schwellung auf. die immer mehr zunahm, bis fin> auS ihr ein ganz normal geformtes fünftes Bein cnlvickelt hatte, doS au-er einen Seite des bandagierten Deine? bcrauswuchS. „LuMoes und MkrkwSkdloes von Zohlen und formen." Im Berlage von Ferdinand Hirt in Breslau ist unter diesem Titel eine auSge- zeichnete Sammlung von allerlei Merkwürdigkeiten aus der Welt der Zahlen und Formen erschienen, die jedem auch nicht mit mothema'i- schen und geometrischen Bork.nntnisten ausae- stattclen Freunde oinüsontrr Probleme reiche? Material für Musestunden zu liefern geeignet ist. Die in drei Hefte geteilte Sammlung sPveiS jedes Heftes kart. Mk. 8L0, auch einzeln käuflich^ ist von Dr. Walter Lictzmann hrranSaegeben. doch haben nach dem Erscheinen der ersten Autlaae viele Leier Beiträge einge- schilkk, die das Dirk zu startlichrm llinfang an'chtvellen ließen, die Hefte sind bereits in dritter Auflage erschienen, ein Beweis, daß sie sich rasch eine große Zahl von Freunden zu erringen vermochten, lind mau darf sagen: mit vollem Reck-, denn sie enthalten wirklich viel des Unterhaltenden und Merkwürdigen Her- vorgeganaen ist das Werk ans einer einstündigen Vorlesung an der Universität Göttingen im Sommcrsemester 1921, die sich zur Aufgabe gemacht hat, die für den Unterricht brauchbaren Gebiete der Untcrbaltungsmalhcmatik zusannnenzustellcn und zu stärkerer Berürksich- iigr-ng solcher Probleme in der Schule anzuregen. Heber die'en Rahmen ist die Sammlung weit hinauSgewachien. Das erste Heft enthält„Allerlei Unterhalt nngs« .Mathematik", das zweite Heft handelt „Bon den Zahleu", das dritte„Bon den geometrischen Formen". Jedes der Hefic enthält zahlreiche in den Text eingedruckte Figuren und mehrer: ganzseitige Bildtafeln, -.welch: die darin enthaltenen hunderte von Bci- spieien veranschaulichen. An der Einleitung sagt Dr. Lichmonn:„Ein Kuchen aus Rosinen" wird hier den Lesern vorgesetzt und ich kann ihn nur dadurch verdaulicher rnachcn, daß ich durch eingestreule Knackmanteln, die erst ge- kimck: sein wollen, ehe man weiter essen kann, dafü> Sorge trage, daß man langsani ißt. An den guten Tagen nannten wir jenes Gemisch von Rosinen und Knackmandeln Stuben:««futter und liebten cs". Liebe verdient auch diese mit viel Emsigkeit und Berstärchnis zusammengetragene Sammlung von unterhaltsamen Merkwürdigkeiten, die in anregender Form auch manche Belehrung vermitteln. r. Wer wer- dos? DaS erst« FindelhanS wurde im Iah« 787 i« Mailand eröffnet. $ An Holland ist eS Sitte, daß unverheiratete Dame« stets an der rechten Seite eines Herrn, verheiratete jedoch an besten linker Seite gehe«. DaS Poft- und Telegraphenamt in Phari 'Tibetl ist wahrscheinlich daS höchstgelegene der Erde. ES liegt 5000 Meier über dem Meeresspiegel. Die erste Bank wurde 1171 in Venedig gegründet. * Die Musiknoten erfand d.'r B:nediktiner- mönch Guido von Arezzo 1022. Ob er auch, wir behauptet wird, die Harmonie und den Kontrapunkt erfunden hat, ist ungewiß. Die Lebensdauer der einzelnen Koxfhaa« beträgt«leistens zwei bis drei Aahre. Man bat festgestellt, daß ein Maikäker rin nndzumnzigmal mehr zu ziehen vermag als rin Pferd, während die Birne drrißigmal mehr zieht. Um das Aahr 1820 wurde in Frankreich daS Dalzertanzen mit Verweigerung der Absolution bedroht. Den Schülern in Oldendnrg war 1704 strengstens verboten, außerhalb der Schule anders als Latein zu sprechen. 1818 bestanden in Köln nachtveiSlich 00 Fabriken von.Kölncrwastcr, deren Befitzer den Namen Johann Moria Farina führten. Wetterprophet in Tibet— ei« gefährlicher Beruf.„Raakpas", ko schreibt der bekannte Tibet» forscher Charles Bell in seinem unter dem Titel,Ihe People of Tibet" kürzlich erschienenen Buch,„beißen die tibetanischen Magier! denen man außer anderen übersinnlichen Eigenschaften die besondere Macht nochrühmr, das Hagelwetter zu bannen. Deshalb hat auch dir tibetanisch« Regierung zwei dieser Zauberer angestellt, die dafür zu sorgen haben, daß Lhasta und die Ebene bei der Hanv stadt vom Hagel verschont bleiben. Ms Entlohnung ihrer Dienste gewährt man diesen im staatliche« Wetterdienst beschäftigten Beamten kleine Landparzellen zu eigener Bewirischafinng. Auch die Bauern sichern sich die Dienste eines Rgakpas, um dos Hagelwetter von ihren Feldern sernznhalten: sie zahlen ihm dafür einen Aahrestribut in Gestalt eines geringen Anteils an der Getreideernte. Kommt trotzdeni der Hagel, so wird dieser Anteil von Le» getäuschten Bauern einbe« ballen. Will es aber daS Unglück, daß die Hagelkörner gar auf die Residenz des Daloi Louia auf dem Berge Potala in Lbosta, auf das bei der Hauptstadt gelegene, als„Anwclenvark" bekannte Landhaus des buddhistischen Oberpriesters oder den große» Tempel in Lhasta, den „Tiuk La Kang", nicdcrsallen, so haben die für Lhasta und Umgebung veranttoortkichcn beiden NgakpaS strenge Bestrafung zu erwarten." Eine Ehe, die eine Minute dauerte. Bor dem Londoner Divorce Court, dem ScheidungS- gericht, wurde ein« Ebe geschieden, di« nur eine I Miaut« gedauert hat. Die Sache lag so, daß eil'. > gewisser Graham vor 18 Fahr«» geheiratet hatte, indeü diese Ehe wegen Kinderlosigkeit geschieden werden sollt«. Der Schridungsrichter bemerkte, daß wahrscheinlich infolge eines Brr- sehenS die Unterschrift deS Priesters unter dem damals ausgestellten Trauschein fehlte, die Ehe also rechtlich überhaupt nicht bestanden ha'te. Um jedoch seine Frau in den Bezug der Alimente zu setzen, erklärte sich Graham damit einverstanden, daß der Priester, der in der Nähe des Gerichte« lebte und der damals dir Ehr vollzogen hatte, herbergerufen werden sollte, um nachträgsich seine Unterschrift unter den Trauschein z» setzen. Die TInt« aus dem Papier war noch nicht trocken, als der Richter dann die Scheidung anSiprack. Krieg erkört... Ein englischer Offizier kommandierte einen entlegenen Wachtposten im dunkelsten Asrika. 1914 erhielt er einen Funk- kpruch von seinem Borgesetzten:.Krieg erklärt Arretiert sämtliche Feind-Untertanen in Ahrem Distrikt."—Mit größter Promptheit langte folgende Antwort ein:„Habe arretiert: fünf Belgier, drei Deutsche, zwei Franzosen, zwei Italiener, einen Oesterreichcr und einen Amrrika- I ner. Erbitte Namrickt. mit wem Krieg." Di« Sousrnuz. Die junge Fron ist halbtot vor Angst. Artur, ihr geliebter Artur, ist zu einer ge- schäftlichen Konferenz gegangen und bis vier Uhr morgens nicht ins ehrliche Leim zurückar- kehrt. Ob Maier und Müller, mit denen er kou- kerierte. Näheres wisten? Die jung« Frau hängt sich anS Telephon, erhält keinen Anschluß, ent- schließt sich, feuert zwei gleichlautende Stadttelegramme ab, einS an Müller, ein? an Maicr: ..Artur noch nickt zurückgckommrn. Wisten Sie Näheres? Rückantwort bezahlt."— Und rrbält nach einer knappen Stunde zwei Rückanlworlen, ! beide gleichlautend, eine von Maier, eine von Müller:.Konferenz spät beendet, kein Mage« ansznlreiben, Artur verbringt dir Nacht bei mir." Der Wisteude. ,,J»V kann e einen Mann, der wußte genau vorher, in tvelchem Jahre und Monat, an wellbein Tage, zu welcher Stunde und ans welche Weise er sterben würde, und da» alle? ist bis'auf die kleinsten Einzelheiten eingetroffen."„Ja, woher wußte er denn bas?" „Der Richter bat eS ihm gesagt." Die Ursache.„Dorf ich fragen, warum Sie die Scheidung wollen?"—„Weil ick verheiratet bin." Vater- Bildung.„Uns weshalb mußlest du Hocksitzen, Aunge?"—„Ach wußte nickt, wo dir Azoren stick."—„Ein andermal merk' dir gefälligst. wo du sie hingelegt hast!" AuSslug aus- Land.„Warum haben Sie Ahrs Billa gra'o an diese einiame Stelle gebaut, Herr Profestor, wo dock-er ganze Wald Ahnen gehört?"— Der Bühneninaler sob di« schöne Tänzerin lächelnd an:„Hot schon seinen Grund, Gnädigste. An diesem Ort hat mir einst meine Frau als junges Mädcken den ersten Kuß gegeben."—„Die entzückend!" lobte die Tänzerin.„So poetisch; So etwa- möchte ich auch mal mir als Huldigung dargebracht seben!" —„Freilich." bemerkt ihr derzeitiger Verehrer, der auch mit dabei war,„und wenn jeder, dem du mal'n Kuß gegeben host, eine Billa drum- rumgebaut hätt', mär' fürs erste der Wohnungsnot abgeholfcn." Vor« Krematorium.„Heute wird m«in Onkel in den Ofen geschoben."—„Hat er dir wo« hinterlasten?"—„Jawoll, die ganze Aiche!"