ن الملل Feierabend Feierabe Nr. 15 Unterhaltungsbeilage. Der eilige Fahrgast. Es war in Napier, einer Stadt Neufeclands. Der Wellington- Expreß hatte gerade den Bahnhof verlassen, die Leute hatten sich verlaufen und die Taxifahrer schickten sich an, von dem außerhalb gelegenen Bahn, hof zu ihrem Stand in der Hauptstraße zurüdzukehren. Kommt ein Herr aus dem Bahnhof, geht auf den ersten Wagen zu. Doppelie Taxe, wenn wir den Expreß ein holen." Ja, und ich verliere meinen Führerfchein," sagte der Fahrer. Dreifache Taxe!" " Und brechen uns das Genic," brummte der. Was verlangt Ihr denn?" „ Hört, Mann, den Expreß holt Ihr nicht mehr ein, es find zuviel Herden unter wegs und hinter Te Aute alles Down- hillFahrt für den Zug, ich risfiere es nicht." Er fuhr ab. mich. What is your price, man?" fragte er Dreifache Tage und alle Strafen." ,, Gut, zahle auch noch Reparatur." " Nicht nötig! Unser Genic ird nicht zu reparieren sein. Come on. mein Wagen ift gut." Ben Georg Dibbern. 1929. Berworrene Flüche meines Fahra splitter flogen, Blut floß von der Stivn und gastes Hut flog fort. Sand. Whump! Wieder hoch.- Bremsen „ Never mind, laß ihn reisen. Shake... ein Schleudern... ein Baum her up. Gas... Mac! Zwölf Minuten eine Surve... schreiende Menschen haben wir eingeholt. Wir friegen in Wai- mur ruhig... Vollgas! Gerade Straße pawa." ... 80... 85... 90... ,, No, we will not!" Am Ende des Weges fah ich eine Schaf herde. Ich mußte bremfen. Mein Passagier sprang aus dem Wagen und lief vor dem Auto her. Mit Gebell und Geschrei trieb er die Schafe auseinander:„ Whayvohu .. höi, höi." Ich dicht auf seinen Fersen. Es mochten an die viertausend Schafe fein. „ Verflucht!" Vier Minuten batten wir wieder verloren. „ Vierfache Taxe für Waipawa! Zur Hölle mit dem Wagen! Gas. Mac. Gas!" Voll drückte ich den Gashebel herunter und dahin ging es bergauf bergab. Wir friegen ihn in Dannevirke, darauf weite ich." Ein Stolz, wie die Maschine lief! In Dannevirke? Gut; vierfache Tare für Dannevirke- zweisache, wenn du zu spät kommit." ,, Topp. ich halte cs." Ich hatte damals den ersten WillysKnight Wagen, zwar kein überaus schnelles hinauf. Das Geröll flog, der Staub wirWie wild ging es den Te- Aute- Berg Auto, aber ein Wagen, der auf den schlech- belie. testen Wegen ruhig lag und im Bergfahren feinesgleichen fuchte; dabei immerhin feine Die Bahn ist frei,! os! 80." „ Die Svoren, Mac wir machen 70. hundert Kilometer machen konnte. Wir fausten dahin, an der See entlang nach HaYour are a devil, Mac," er schob mir zwei Pfund in die Tasche. Was fostet die Scheibe?" „ Drei Pfund." ,, All right, here!" Wir hatten Dufel 140 Kilometer Teaten wir ohne Panne zurüd und trafen taum ein Fuhrwert auf dem Wege. Takarauebene fatten wir 100 gemacht, durch die Norsewoodberge waren wir geflogen, Maku tufu war längst hinter uns... Jetzt hatten wir den Zug. Aber wir mußten an ihm vorbei, wollten wir ihn in Dannevirke erreichen. Fünffache Tare für Dannevirke!" schrie mein Baffagier. Brausend fausten wir Piripiriflat entlang. Den letzten Bahnübergang mußten wir vor den Zug erreichen. Sehen konnte man ihn nicht, weil er hinter einem Damm und mit abgedrosseltem Dampf bergab fuhr. Salten ging nicht- Go. Los. Leben oder Tod!! Sechsfache Tare!!" Zug wolfe Whumb... Bahnübergang... der Zischen... Braufen... Dampf. Schleudern... aber wir fuhren ja noch... 90... noch einen Berg run--- rauf... Magatera... und wild durch die Stadt zum Bahnhof. Den Berg spürte der Wagen nicht und tings. Zwei Möglichkeiten gab es für uns, lag viel rubiger wie auf gerader Straße. den Zug in Waipawa bei 75 Stilometer oder Eine letzte Kurve—— Da!... ein gter in Dannevirke be: 150 Stilometer zu erreis mit Frau und Kind Bis Hastings hatten wir Glüd und Vor Entsetzen ließ die Frau die Zügel holten von den verlorenen 20 Minuten fünf fallen und schlug die Hände vors Geficht. ein. Ich schlug einen Bogen um die Stadt. Die Maschine ging wie ein Uhrwert, uur das Zifchen des Bergafers war wahrncom bar ,, Nein, das Risiko ist zu groß." Verflucht, schneller, Mann!" Bleß your Eyes! Hell!" Saarscharf fausten wir um die Bergfurve, mit dem Schmußblech den Abhang streifend, gerade, daß ein Wagen, dessen Pferde sich boch aufbäumten, unberührt blieb. Unsere Bremen fuirichten- zehn Meter Gleiten... der Wagen stand Mein Fahrgast führte das Pferd vorbei. und wie vom Teufel besessen ging es weiter ... 50... 60... 70... 80... 85 ... 90... 92... 93... 96 " Zwei Pfund, wenn du die hundert schafft" . 97... 98... vor uns eine Brücke. Brentsen?? 99... ,, Go for the, 100, Mac.. 100! Whimp!... Wie in die Buft gesprengt flogen wir hoch. Nirr! Glas Der Erpreß ftand noch noch eine halbe Minute. Ich bekam einen Saufen Scheine in die Han gedrückt und mein Passagier ities in den Zug. „ Abfahren!-" Er stieg wieder aus und ging an den Beitumstiost. „ Was wollt Ihr? Schnell wieder ein. steigen oder Ihr bleibt zurüd!" rief ich. „ Warun. die Aufregung und die Eile, Mac? Ich wollte den Zug ja nur erreichen. Kommt, laß uns etwas effen; später fannst du mich ganz gemütlich wieder nach Napier fahren." Mutter lieft die Zeitung. Mutter hat den ganzen Tag feine Zeit. Vielfältige Arbeit nimmt jede Minute in Anspruch. Nur nach dem Abendessen gönnt jich Mutter eine halbe Stunde, um die Zeitung zu lejen. Auf dieses Vergnügen verzichtet jie nur ungern. Es flingt sehr einfach: sie setzt sich an den Tisch und lieft. In Wirklichkeit spielt sich diese halbe Stunde Zeitunglejen so ab: Mutter segt sich unter die Lampe an den Familientisch. Hat jemand die Zeitung gefehen?" fragt sie. Nach kurzem Nachdenken meint der Bater:„ Ja, ich glaube, fie liegt im Schlafzimmer." Mutter sucht. Endlich findet fie die Zeitung auf dem Küchentisch. Sie setzt fich an den Tisch und schlägt die„ Geschichte" auf. Ueberschrift, soundsovielte Fortsetzung. Habe ich die gestrige Fortsehung eigentlich schon gelesen?" denkt sie. Aber es scheint zu stimmen. Sie fängt also an zu lesen. Da fragi der Mann, der sich bisher mit fich selbst beschäftigt hat, ganz plötzlich:„ Sag' mal, Mutter, was gibt es denn morgen zu effen?" Die Mutter blidt von der Zeitung auf: Was meinst du? Ach so, morgen, zu essen. Jaaa ich weiß noch nicht recht..." Eine Heine Debatte entſpinnt sich, bis entschieden wird, daß es Kartoffelmus mit Leber geben soll. Dann lieft Mutter weiter. Der Mann, der In Augenblick nichts Besseres zu tun weiß unterbricht fie nad zwei Zeilen:„ Bib mir doch auch mal ein Stüd Zeitung ab; das Politische!" Mutter faltet die Zeitung auseinander und gibt ihm den politischen Teil. Sie liest weiter. Nach drei Zeilen kommt Karl, der Zwölfjäh rige:„ Ach, Mutter, hör' mir doch mal die Volabelu ab! Ich werde morgen geprüft werden." Mutter schiebt die Zeitung zurüd, hört zehn Minuten lang Vokabeln ab, lächelt ihren Aelte ften freundlich an und lieſt die nächstent sechs Beilen. Da kommt die siebenjährige Ilfe, die schon beim Auskleiden ift, ins Zimmer gestürzt: Mutter, meine Strümpfe find alle laputt. Welche soll ich denn morgen anziehen?" Die Mutier erwidert, daß keineswegs alle Strümpfe taputt feien, sondern, daß sich die meisten gerade In der Wäsche befinden, daß Ilfe jedoch im Schranke, links unten, noch zwei Paar gute Strümpfe habe, die sie aber ja recht schonen möge. Ilse trollt sich mit einem müden„ Gu'n Nacht!" " Muiter liest vier Zeilen. Da lacht der Mann auf. Sie fragt:„ Was haft du denn?" Hast du das gelesen?" fragt er.„ Da hats unser Abgeordneter den andern aber wieder mal ordentlich gegeben! Hast du das denn nicht gelesen?" Mutter schüttelt den Kopf und meint mit ftiller Fronie: Wann denn?“ Draußen schlägt es neunmal. Der Mann| nes um Begnadigung seiner über alles geliebten blickt auf und sagt zu seiner Frau:„ Nun sich' dir mal unsre Uhr an! Was ist nur mit der los? Eben schlägt es neun, und hier fehlen noch ganze elf Minuten." Mutter blidt auf sie Wanduhr, steht auf, stellt die Zeiger richtig und liest wieder weiter. Karl sagt:„ Mutter, ich soll dich grüßen. Sch hab's gan; vergessen. Ich traf heute den alten Grumpel, der mal neben uns gewohnt hat. Er hat sich sehr nach dir erkundigt." Gattin blieben vergeblich: die Stra.e wurde an dem blühenden jungen Weibe vollzogen. Am gleichen Tage jedoch verübte der Magaradschah, wie der Bolksmund erzählt, Selbstmord. Nach seinem letzten Willen wurde sein gejamies Bermögen dazu verwendet, feiner Lieblingsfrau.in Grabmal zu sehen, das alle Zeiten überdanern sollte. Noch heute steht das herrliche Grimal der Nadira Begum unversehrt an der Stelle, an der es der Maharadschah von Jahnazir vor mehr als 300 Jahren errichten ließ, und fündet der Nachwelt in lebendiger Sprache von der unendlichen Zuneigung eines indischen Liebespaares. „ Ach, der Herr Grumpel! Wie geht es ihm, wie sicht er denn aus?" fragt die Mutter aufmerksam. Karl berichtet. Dann wendet sich Mutter wieder ihrer Zeitung zu. Gleich darauf unterbricht der Vater sie: Uebrigens, Mutter, da fällt mir eben ein: Meiers haben uns doa) zum Sonntag eingeladen. Ich glaube, der Theodor hat Geburtstag, und das soll wohl gefeiert werden. Wir müssen dem Jungen doch was mitbringen. Was meinst du denn?" Die Mutter blidt auf:„ Ja, ja, natürlich. Der Theo- es dor? Ja, ich weiß nicht recht, was man dem Jungen mitbringen soll. Frag' doch Karl Jungens wissen das immer am besten." Sie lieſt weiter. Der Mann lieſt auch, aber nicht ſehr aufmerkſam, denn er hat das Wichtigste ichon in der Straßenbahn gelesen. Fünf Minuten für die Gefundheit. Bon Dr. Annemarie Durand- Weper. sich. Bedächtig prüft es die Elastizität seiner Wenn das Tier aufwacht, redt und stredt Glieder, die Stärke seiner Muskeln. Auch das Kleinkind turnt" erst einmal in seinem Bettchen, bevor es seine Stimme erhebt, um die Aufmerksamkeit seiner Umgebung auf sich zu lenken. Die Schule zwingt zum frühen Aufstehen, rasch werden die Kleider übergeworfen, niest heftig. Die Frau schricht auf:„ Was sagteft geht verloren, und mit ihr ein wichtiges gefund Es ist ganz still im Zimmer. Der Mann die Behaglichkeit des morgendlichen Dehnens du eben?" Der Mann sieht sie verblüfft an.heitliches Moment. Zum Glüd gibt es in der Beide wissen nicht, was hier Spaß, was Schule noch eine regelmäßige Turnstunde und Ernst ist. der jugendliche Körper findet darin ein Gegenmit den Erwachsenen? Ich habe keine Seit gewicht gegen die Sitschäden. Wie aber steht es Frage schon oft geantwortet worden. zum Turnen," ist mir auf meine diesbezügliche mein Lieber, Sie haben Zeit dazu, denn ich will Do Ihnen fagen, wie Sie es machen können, ohne opfern! Das tägliche Redken und Strecken, vermehr als fünf Minuten am Tage dafür zu bunden mit dem dadurch erzwungenen TiefGesundheit, für unsere Arbeits- und Leiſtungsatmen ist von unendlichem Wert für unſere fähigkeit, für die Haltung, die wir den Anfor derungen des Tages entgegenbringen. lesen. Aber sie hat keine Ruhe mehr. Obendrein Der Mann gähnt. Mutter will noch weiterfängt der Mann an, ihr etwas von Stresemann zu erzählen. Sie faltet refigniert die Zeitung zusammen und sagt:„ Ich werde im Bette weiterlesen." Der Vater ſchüttelt den Kopf:„ Du kann jetzt doch nicht lesen," wendet sie ein.„ Es wirst dir nur die Augen verderben."„ Ich stört dich doch niemand," meint er. Mutter Bater gähnt wieder.„ Ja, wenn du willst. Aber lächelt müde.„ Gehen wir bald zu Bett?" Der im Bette noch lefen? Mutter, ich finde, dazu hättest du doch eigentlich am Tage genug Zeit!" Frank Smetana. Nadira Begum. In kaum einem Lande der Erde spielen die triebhaften Kräfte im Menſcher eine so aus fchlaggebende Rolle wie in Indien. Es gibt dort feinen Balaft, feinen Tempel, fein Grabmal, mit dem nicht irgendeine dramatische Liebesgeschichte verbunden wäre. Besonders die Gräber wiffen eine reiche Sprache vom Sefühlsleben des Inders zu reden Wenn Sie des morgens aufwachen, noch bevor das Fensier, das während der Nacht innner offen stehen sollte, geschlossen ist, die und besonders gründlich ausatmen, damit die Dede zurüdslagen und ein paarmal tief einLunge von den Schlacken der Nacht gereinigt wird und den Organen, insbesondere dem Her zen, wieder frischen Sauerstoff zuführen kann, und das kreisende Blut erneuert wird. Dann werden bei liegendem Oberkörper die Beine senkrecht in die Luft gestreckt und langsam wieder gefenlt. Jest mit anliegenden Armen den In Lahore steht das berühmte Grabmal Oberkörper langsam aufrichten, während die der Nadira Begum, einfimals der Lieblings- Beine fest auf den Betten liegen. Jetzt noch Der Mann liest weiter. Auch Mutter Hest frau des Maharadjchas von Jahnagir. Das zwei bis drei tiefe Atemzüge, ein paar Senicben ein paar Beilen. Da wird sie von Otto, dem Grabmal besteht aus reinstem hneeweißen gungen, immer begleitet von Tieſatmen, und Neunjährigen, unterbrochen: Mutter, bitte, Marmor und redt seine Kuppeln inmitten nie- hr Körper, gut durchblutet und erfrischt, ge gud bir mal meine Rechenausgaben an, ob die mals verblühender Rosen gen Himmel. Die nießt die morgendliche Gangwaschung. Diese richtig find!" Freundlich und hilfsbereit rechnet Geschichte der Nadira Begum ist heute noch in fann je nach Geschmad lalt, warm oder heiß Mutter schnell die leichten Exempel durch. Otto ganz Indien bekannt. Wie bei uns die Mär- sein, darf aber nie als unangenehm empfun hat zwei Fehler gemacht und wird daruber aufen, so ging diese Geschichte in Indien von den werden; sie hat den Zweck, alle Ermüdungsgeflärt. Dann schiebt der Junge mit seinem Generation zu Generation bis auf das Gestoffe aus der Saut zu entfernen, und so den Hefte wieder davon. schlecht von heute. Ein fürzlich ans Jadien Rörper zu entgiften. Nach einigen Zeilen fragt der Mann:„ Saft zurüdgelebrier Reisender gibt uns den nachfoidu das Gas schon abgedreht?"„ Sa!" ant- genden Bericht von der Tragödie dieser Lieb wortet sie beim Lesen. Da tommt Karl wieder. An seiner Mäge ist der Schirm Ioder geworden. Er ist sehr unglücklich darüber, aber er soll boch nicht fahlampig aussehen, fagt die Mutter immer. Mutter fieht sich die Müge an, legt fle auf den Tisch und verspricht, den Schaden noch vor dem Schlafengehen in Ordnung zu bringen. Dann kommt Otto noch einmal, zeigt feine verbesserten Rochenaufgaben xud jagt Cute Nacht". Mutter lieft.. lingsfrau: Radira Begum, die schönste Frau ihrer Beit, ftarb im Jahre 1615, von der despoischen Grausamkeit ihres Schwiegervaters zu Tode gequäit. Weil sie während einer religiösen Feier, bei der alles in strengstem Ernst verharren mußte, ihrem Gatten, dem Maharadschah ven Jahnagir, zugelächelt hatte, wurde sie von dem brutalen Schwiegervater zum Tobe auf dem Shelterhouten vuurtelt. Ane Bitte des boy Auch unier Tags, insbesondere bei sienden Berufen, tun ein paar tiefe Atemzüge, immer gefolgt von tiefem Ansatmen, Wunder in bezug auf Erneuerung der geistigen SpannKraft und förperlichen Frische. Wie des morgens, so ist es auch abends vor dem Schlafengehen wichtig, feinem Röv per noch einmal die Wohltat der frischen Luft von innen und außen angedeihen zu lassen. Wer des abends noch einmal geturnt hat, sdyläft in der Nacht tief und ruhig und wird nicht durch in ber mat tief und Taleh verhindert. Im Zeppelin nach Kleinaſien. Der Leiter des sozialdemokratischen| zahlreiche Dörfer und Städtchen, in denen guja am Abhang des San Sergio. Jugoslawien Pressedienstes, Gen. Erich Alfringhaus, hat griechische Geschichte spielt. Darunter der Flel ist an der dalmatinischen Küste erreicht. Flie die Mittelmeerfahrt an Bord des Bep- en Marathon an der Ostküste Attikas; nach ihm ger entbieten uns Grüße des Landes. In went pelin" mitgemacht, die hier unter Weglas ist der 42.2 Kilometer lange Marathonlauf der ger als sieben Stunden haben wir Griechen fung der Fahrt bis Jerusalem dargestellt ist. modernen olympischen Festspiele benannt. Und land und die Küste von Albanien passiert. Wir Friedrichshafen, 28. März. während wir uns von der Geschichte dieser rei- nähern uns der Heimat. Bor uns wieder eine zenden Gegend erzählen, leuchtet uns in der fast unendliche von Furchtbarkeit gesegnete n Kurs auf Griechenland. Ferne über hellgrünent, serflüftetem Bergland feltette. Wir überqueren sie in flottem Temp. Der Weg führt uns nach dem Besuch von der fast 3000 Meter hohe Olymp entgegen. Dann geht es bei Spalato über Land and Jerufalem an der Küste von Palästina entlang. Bald ist die Oſtſpige von Euboa erreicht. Unter Desterreich zu. Wie gerne hätte Dr. Edener Ringsum ist es dunkel. Der Wind heult und uns liegt ein prächtiges Inselmeer. Ueber Sty- end, Belgrad angesteuert, das auf ausdrücklichen Stemmt sich unserem tapferen Schiff entgegen, rus, einer Insel der nördlichen Sporaden- Wunsch des deutschen Gesandten Dr. Köster als sei auch er beauftragt und bezahlt, uns gruppe, durch den Regäus soll uns der Weg besucht werden sollte. Die ihm vorgelagerten den Zugang nach Aegypten zu versperren. Mit weiter führen. Bergfetten machten es unmöglich. Nuze: vot voller Kraft arbeitet Graf Zeppelin" gegen mußte Dr. Edener den Besuch auf einen spä ihn an. Kilometer um Stilonieter fämpft er sich teren Termin verschieben. vorwärts. Da kommt der Leuchtturm von Port Said, der bedeutendste Handelsplatz von Syrien, in Sight. Die Stadt liegt zu weit entfernt, als daß wir sie in der Dunkelheit erkennen könnten. Nur auf drei Kilometer dürfen wir uns der ägyptischen Stüfte nähern. So hat es die englische Regierung gewollt, so wird es gemacht. Es fann auch sein, daß Dr. Edener den Abstand auf drei Rilometer und 20 oder 25 Zentimeter gewahrt hat. Aber darüber kann er selbst am besten Auskunft geben. Während wir so dahinfahren, um uns die stodjinstere Nacht, unter uns endloses und plötzlich wild gewordenes Wasser, stellt sich Dr. Edener zu einer Blauderstunde in der Bassa giergondel ein. Wir sprechen natürlich in erster Linie von dem Verbot der englischen Regierung, ägyptisches Gebiet anzusteuern. Ein Kapitel für fidh, das zu neuem Haß der Aegypter gegen die englische Oberherrschaft geführt hat. Aus den zahlreichen Telegrammen, die uns aus Nairo an Bord des Schiffes erreichen, spricht Empö rung über Empörung. Amtliche ägyptische Kreise haben Dr. Edener dringend gebeten, ihr Baterland zu überfliegen und in ihm zu landen. Unterdessen hat fich unser Schiff mehrere Hundert Kilometer von der ägyptischen Küste entfernt. Wir steuern, zur Rechten die Jufel Kreta, auf die Cykladen zu, eine zum Teil bewohnte, zum Teil unbewohnte Jnjelgruppe, die Griechenland vorgelagert ist. 3m Morgengrauen es mag 4 Uhr gewesen sein erreichen wir dieses einsame und verlassen in einem tiefen Nebelschleier daliegende Inselfeld. Numittelbar vor uns ruht Athen mit seinen über 200.000 Einwohnern. Die Zeiger der Uhr stehen noch nicht auf 6. Wir verlangsamen das Tempo, fahren mit halber Kraft, um die Athener durch das summende Spiel unserer fleißigen Motoren, nicht allzu früh aus dem Schlafe zu weden. leber Athen. Es wird fast 7 Uhr, che wir uns Athen, der vor und nach Chrifti immer und immer wieder umfämpften Stadt über dem Hafen von Pyräus, nähern. Wie ausgestorben liegt jie ba, in ihrer unmittelbaren Umgebung. Fels block an Felsblod, eintönig, fast ohne Baum und Strauch. Ein steinernes Meer. Aus ihrer Mitte regt auf einem steil hochstrebenden Kalffelsplateau die Akropolis empor; einst der Sig der Könige und Götter, heute wird fie als lafjijches Kunstwerk täglich von Hunderten von Menschen bewundert. In 1500 Meter Höhe laffen wir fie unter uns liegen. Die Zeit drängt; acht Stunden später foll Konstantinopel erreicht fein. Mit 170 Kilometer Durchschnittsgeschwin bigkeit stenern wir weiter der Jusel Cubda zu. Links und rechts von uns zieht der Parnas mit seinem 2400 Meter hohen Lylarusberg Hügel an Sügel. In seinen Buchten liegen Auf dem Wege zur Adria. Die letzte Nacht. Zu der Ferne fündet Patras, die griechische Als wir Land erreichten, stand die Sonne Korinthenstadt, daß der von herrlichsten Gebereits im Begriffe unterzugehen. Vor uns die birgsketten umgebene Meerbusen von Korinth Dinarischen Alpen mit ihren Höhenzügen, um passiert ist und wir uns wieder in der Nähe uns dichter Nebel. Wir gingen höher und höher; der Jonischen Inseln befinden Vor 48 Stun- fliegen hinab und wieder hinauf, um Sicht zu den pendelten wir hier mit dem Kurs auf Kreta gewinnen. Alles ohne Erfolg. die Insel Sjanta an; jezt ist das Steuer auf Cephalonea gerichtet. In jeiner Nähe liegt Sthala mit der Hauptstadt gleichen Namens, Das Dunkel des Abends erschwert die der Heimat des Helden der troischen Sage und Situation. Schwere Böen lassen eine unruhige der homerischen Gedichte, Odysseus. Ein prächNacht vorausahnen. Wir fragen uns gegen tiges, sorgsam gepflegtes Stück Erde. Ein Genus für Auge und Hirn. Wir ziehen an ihm in hal- seitig, wo wir sind, shue den richtigen Kuxs ber Fahrt entlang. Sedem einzelnen will Dr. feststellen zu können. Sicher ist nur, daß wir Edener Gelegenheit geben, die fagenhafte Stadt uns den Dinarischen Alpen nähern und Dr. mit ihren historischen Stätten und Winkeln Edener entschlossen ist, sie zu überqueren. Um eingehend zu betrachten. Ich versuche, sie unter fast halsbrecherischen Umständen zwei, drei und viermal auf der Platte festzuhalten. Hoffentlich hat es sich gelohnt. Der Wind hat sich unerwartet gedreht. Wir S Uhr abends erscheint er in der Passagiergondel. Wir haben es geschafft! Außerordentlich hoch so erzählt der tapfere Führer unseres Schiffes haben wir vor wenigen Minuten die Berge überwunden; jezt geht es bergab ins Tal den Flußlänsen entlang, mit dem Nurs auf Budapest. haben ihn im Rücken und sausen seit wenigen Minuten mit 165 Kilometer Geschwindigkeit, Wien, das wir bereits um ein, dann wa links von uns in Sichtweite der Epirus, der adriatischen Küste entgegen. Stundenlang nichts zwei Uhr ansteuern sollten, finden wir glücklich als Waffer und Wasser; vereinzelt tanchen fleine um 3 Uhr nachts bei strömendem Regen. Wir Injelgrüppchen auf, die nach der Starte zu dem kommen von Preßburg. Auf einen Besuch von Sonischen Inselfeld zählen. Sie liegen da, ohne Budapest mußten wir der Wetterverhältniſſe äußerlichen Reiz, ähnlich wie das durch seinen wegen verzichten. Dunkel in Dunkel liegt die Wein- und Delbau bekannte und an Geschichte Hauptstadt Deutschösterreichs unter uns. Fast reiche Korfu, der nördlichsten Jonischen Insel. unendlich sind die Richter, die wir fehen, soust An seiner Südspitze angelangt, beginnt die erkennen wir nichts. In strömendem Regen, der Suche nach dem Achilleion, fener Stätte, an selbst durch die Fenster der Passagierzonder der sich Wilhelm der letzte in besseren Tagen quillt, nehuten wir Abschied von unseren öſterlabte. Wir suchen vergeblich: es liegt von Wind reichischen Freunden, in Gedanken bereits in der Heimat. Der Weg führt uns über Ling. und Wetter geschüßt auf der entgegengesetzten Starke Gegenwinde verringern die Geschwin Seite. Später durchfrenzen wir die Straße von Otranto, zu deren Zinken die albanischen Steindigkeit des Schiffes auf 80 Kilometer. Jmmer wüsten und zur Rechten fruchtbare Gebiete der elender wird das Wetter. Nebelwollen wechseln italienischen Halbinsel liegen. Auch sie bietet mit Schuceireiben. Nichts ist zu erkennen. Stun weber dem stillen Beobachter noch dent Photo- denlang sind die Schiffsführer auf den Kompag graphen eine Gelegenheit za irgendwelchen und ihre ihr angewiesen. Die Scheiben der Studien. Von der italienischen Stüfte sehen wir Führergonde! sind gefroren, so daß die Sicht nichts, von Albanien zunächst nur ungeheure vollends zur Numöglichkeit wird. schneebedeckte Felsketten. Erst vor Durazzo wird das Bild lebendiger. Wir sehen fruchtbare, wenn auch unzulänglich bewirtschaftete Landstrecken. Che wir die Hafenstadt des albanischen Königreiches in 150 Meter Höhe überqueren, grüßt uns unten ein deutscher Frachtdampfer mit der faum sichtbaren Handelsflagge der Deutschen Republik. Auf gleicher Höhe mit Durazzo liegt Tirana, die Residenz des jüngsten aller Könige. Wir sehen die landeinwärts gelegene Stadt night. Angesichts Durazzos spricht man dennoch von ihr und macht seine Spässe über den von Mussolini abhängigen König der Bergvölker". Jugoslawien in Sicht. In der Heimat. Endlich gegen 6 Uhr morgens ein Lichtblid. Der Nebel wird dünner und dünner. Wir haben Desterreich verlassen und bei Burghausen die deutsche Grenze erreicht. Wiederum seyt Nebel ein; es wird eisig talt. Ein scheußliches Wetter: Sn niedriger Höhe gelingt es dennoch, über München, Augsburg und Wim den Heimathafen glücklich zu erreichen. Von der riesigen Halle begrüßen uns die Farben der Republik: schwarz rot- gold. Graf Zeppelin" daheim! In einer halben Stunde ist die Landung geglüdt. Bald fiegt das Schiff, von Hunderten von Händen geführt, zur wohlverdienten Nuhe Weiter bringt uns das fleißige Schiff über in der Halle. Wir verlassen es mit Dankeswor den Golf von Cattare und die in einem Berg- ten an Dr. Edener und die tapferen Manswinkel gelegene gleichnamige Stadt nach Raschaften. Ein großes Erlebnis liegt hinter uns. Eine Glanzleistung. Das Fazit unserer Tag- und Nachtfahrt nach Kleinasien und zurüd? Jo pieberhole es: eine Glanzleistung des„ Grafen Zeppelin", eine Glanzleistung von Führung und Bejagung, die bisher einzig dasteht. Nur Verblendung und Kurzsichtigkeit fönnen in den Leistungen des imposanten Schiffes und seiner Besagung einen „ Rummel" sehen und seiner Führung militarische Absichten unterstellen. Eric Alringhaus. Geiftesgegenwart. Die nachfolgende Geschichte flingt wie eine gut erfundene Anekdote. Sie soll aber wirklich wahr sein, und sie ist jedenfalls so charakteristisch für ihre Hauptperson, daß man an ihrer Glaubwürdigkeit nicht zu me feln braucht. Der Schüler eines englischen College kam aus der Kirche zurück, in der er einer Trauungszeremonie beigewohnt hatte. Zu Hause mußte er den Weg durch das Speisezimmer nehmen, und als er mehrere ledere Aepfel auf dem Tische liegen sah, konnte er der Versuchung nicht widerstehen. Da er sich nicht beobachtet glaubte, nahm er den größten der Aepfel, näherte ihn seinem Munde und wiederholte die in England übliche Formel, die er bei der Trauung in der Kirche gehört hatte:„ Hierdurch mache ich die Ehe fund zwischen diesem Apfel und meinem Mund. Wenn jemand Einspruch dagegen erheben will, so tue er es jest, oder er schweige für immer!" Die„ Ehe" wurde vollzogen. Unglüdlicherweise hatte jedoch ein Lehrer des Internats Heimlich den Vorgang beobachtet. Er sagte zu heimlich den Vorgang beobachtet. Er sagte zu nächst nichts und rief den Schüler erst am anderen Tage zu sich. Mitten im Schulzimmer crschien der Magister mit einem derben Rohrstock, um den naschhaften Jungen kräftig zu verprügeln. Dabei begann er die Prozedur mit folgenden Worten:„ Hiermit mache ich die Ehe kund zwischen diesem Stock und diesem Hosen boden. Wenn jemand Einspruch dagegen er heben will, so tue er es jetzt, oder er schweige für immer!" Der naschhafte Schüler erkannte sofort, wie er sich retten könne, und rief daher angen. blicklich mit größter Geistesgegenwart:„ Halt! Ich erhebe Einspruch." Mit welcher Begründung," fragte der Lehrer. find." Weil die Parteien nicht einverstanden „ In diesem Falle," erwiderte der Lehrer lächeind und von dieser Geistesgegenwart en: waffnet,„ müssen wir leider die Zeremonie verschieben." Die Zeremonie hat für immer verschoben werden müssen, denn der naschhafte und geiftes gegenwärtige Junge entwickelte sich bald zu einem Muſterſchüler der ganzen Klasse. And sein späteres Schicksal hat vollauf die aroßen Hoffnungen bestätigt, die sein Lehrer schon da mos auf ihn seyte, denn der ſchlagfertige Schüler, von dem hier die Rede war, ist vie mand anders gewesen als der spätere enalte Dichter Bernard Shaw. Was mander nicht weiß. In den Vereinigten Staaten betrug der Wert des verbrauchten Kaugummis im Jahre 1925 mehr als 48 Millionen Dollars. Die Ausfuhr an Kaugummi stellt sich jetzt auf jährlich über 200.000 Dollars. 4Das Gewicht der Erde wird auf 5960 Tril- suchten In ihrem Gepäck befinden sich sechs lionen Tonnen, das des Mondes auf nahezu 78.5 Trillionen Tonnen geschäßt. Die Stärke der Dampfmaschine des früher deutschen Schiffes Imperator" betragen 62.000 Pferdestärken. Zum Zeichen der Trauer trugen im 16. Jahrhundert die Damen in Frankreich zu braunen Kleidern und Schleiern gemalte oder aus Gold gearbeitete Totenköpfe, Totengebeine, Tränen und Tränenseen auf ihren Arm- und Halsbändern. In London gibt es so viele herrenlose Kagen, daß jährlich mehr als 100.000 Stüd vom Tierschutzverein schmerzlos getötet werden müssen. Der Erfinder des Kehlkopfspiegels war nicht etwa ein Arzt, sondern der berühmte Gesangslehrer Manuel Garcis( 1805-1906). Diese Erfindung ermöglichte erst die Laryngoskopie. Die deutsche Sprache hat etwa 30.000 Worte, jedoch werden in der Umgangssprache nur eiwa 4000-5000 gebraucht. Von Geethe wird gesagt, daß er etwa über 10.000 Worte verfügte. Moschus wird aus den Bauchdrüsen des Moschushirschen gewonnen. AMerlei. der amerikanischen Flieger Willins und Byrd Wunder der Technik. Die Südpolexpedition steht in dauernder Funkverbindung mit den New York Times" Manchmal ist der Emp fang in der Schriftleitung der„ New York Times" durch Lufteinflüsse gestört. Der Funler hat für solche Fälle auch in seiner Wohnung einen Empfänger, wo die Luftverhältniſſe gün ftiger sind. Wenn in der Schriftleitung eine Störung iſt, geht er in seine Wohnung und Vor ein paar Tagen nahm der Funker wieder nimmt dort die Nachrichten Byrds entgegen. in seiner Wohnung auf. Die Schriftleitung wollte ihn sprechen, aber der Hörer seines Fern sprechers war abgehängt Rasch entschlossen, funkte die Schriftleitung über 13.000 Meilen Byrd, er möge dem Funker sagen, daß ihn himweg von New York nach den Südpol an die Schriftleitung sprechen wollte. Zwei Minu ten später meldete sich der Funker am Fernsprecher:„ Byrd funkt, daß Sie mich sprechen wollen. Was ist denn los?" Wieviel Kraft braucht man zum Schreiben? Jebe, auch die geringste förperliche Arbeit erfordert einen gewissen Kraftaufwand Daß man auch beim flüchtigen Dahingleiten auf dem Papier Kraft verbraucht, das wird sicher noch feiner verspürt haben. Und doch ist ausgerechDrud von 16.5 Gramm die Feder führt. Schon net worden, daß der Schreibende mit einem der Schüler leistet darin ein ganz Erhebliches im Kraftaufwand. Bei seiner langsamen Schreibweise, den Federstrich zu einer Sekunde Stunde einen Federdruck von 16.5 mal 60 mal gerechnet, braucht er bei täglich nur einer Ein geübter Schreiber macht mindestens zwei 60 gleich 59.400 Gramm, gleich 60 Silogramm. Federstriche in der Sekunde, das sind 33 Gramm Federdruck mal 60 mal 60 gleich 118.800 Gramm gleich 119 Kilogramm Federdruck in der Stunde. Vier Jahre im Fahrradjattel. Zwei Studenten, der Italiener Gibelli und der Tschechoflowake Kundinger, die soeben in London eingetroffen sind, können sich einer tüchtigen Sportleistung rühmen: Vor vier Jahren brachen sie Im Jahre 1927 fonnte insgesamt 3.56 in Rom mit einem Tandem zur Neise auf, Millionen Post sendungen von der deut in deren Verlauf sie Deutschland, Palästina, fchen Reichspost weder an den Empfänger zu Syrien, den Frat, Versien, Indien, Tibet, geftellt noch an den Absender zurückgegeben| Burma, Siam, Kambodscha, China, die werden. Mongolei, Sibirien, Rußland und Polen bedide Bände mit Beurkundungen ihrer Reiseroute. Die beiden Radfahrer haben auch Ghandi besucht und zwar an einem Montag, den Tag, an dem er sich in Schweigen übt. Sie mußten infolgedessen mit ihm schriftlich verkehren. Die Studenten machten die Beobachtung, daß Ghandi mit der linken Hand englisch schrieb, um dadurch zu bekunden, daß seine rechte Hand ausschließlich dem Dienst Indiens gewidmet jei. Heiteres. Ahnungsvoll. A.( zu seinem Reisegefähr ten):„ Daß Sie solche Angst vor der Heimkehr haben?!" B.:„ Ja, wissen S', ich hab' neufich aus einer famosen Gebirgsfneipe meiner Frau eine Ansichtskarte geschickt, und in meinem Dusel hab ich alle Kellnerinnen mit unterschreiben lassen!" Ein sächsisches Geschichtchen aus Dresden wird im Berliner Börsen Courier erzählt: Ich bin in Dresden, will in den Großen Garten, steige in die Elektrische und bitte den Schaffner um Auskunft.„ Da mißnse umsteigen, ich gomme widdr unn sacch Ihnen Bescheid." An der Umsteigehaltestelle holte er mich heraus, nahm mich liebevoll in den Arm und sprach:„ Sähnje da driem die Bahne mit der Neinzähn?" Ja, die seh ich."„ Die ist falsch, die nähmse nich! Wenn da enne Neinfuffzch stäht, dann nähmsese, Großen Garten und frage den Erſtbeſten: die fährd hin."- Ich nahm sie, komme in den Bitte, wie fomm ich hier zum Schloß?" " Enn Schloß? Enn Schloß gibbds hier nich." " Ja, hier im Großen Garten steht doch ein Schloß?!"„ Nä, enn Schloß ih hier nich. Meense frleichd" eenn Resterang? Das is hier, aber enn Schloß, nä, das gibbds hier nich." Ich geb's auf, geh ein Stückchen weiter und frage einen anderen:„ Bitte, ist hier im GroSchloß iß hier nich." Ben Garten nicht ein Schloß?"-„ Nä, enn -„ Aber ich weiß doch ganz genau von früher, hier war ein Schloß mit einem großen Wasserbecken davor und vier fleinen Pavillons---„ Ach sooo, Baläh! Se meen f'Baläh! Ja, wennjes Balah meen, Balāh" da driem um die Biechung, da fähnses fleich, Anspruchsvoll. Das hier, Fräulein, ist der größte Wolfenkraker New Yorks."-„ Um welche Zeit fragt er?" Das tommt nur beim Ersten vor...! Der um die Jahrhundertwende in Frankfurt geſtorbene geistliche Rat Bernhardt zu St. Liebfrauen war ein origineller Herr, der im Bolte sehr beliebt, das Herz auf dem rechten Fleck hatte. Einst tam ein junger Ehemann zu ihm, um die Taufe des ersten Kindes zu erbitten, ein wenig zu früh vom Klapperſtorch ins Haus das, wie das wohl manchmal zu gehen pflegt, gebracht wurde. Darob natürlich große Verkegenheit bei dem jungen Ehemann. Bernhardt flopsie dem jungen Ehemann aber jovial auf ter Deutsch:„ Des iß nit ſo ſchlimm, deß kommt die Schulter und tröstete ihn in gut Frankfurrichtig!" nur beim Erste vor, die annern fomme all Schwedischer Humor. Ein blauäugiges kleines Kerlchen im Matrosenkittel bot einigen Damen, die einem Automobil entstiegen, so strahlend„ guten Tag", daß eine von ihnen sich ver anlaßt sah, den Kleinen zu fragen, ob er alle Menschen so freundlich grüße.„ Nein," antwor tete das Kind;„ nur die Leute, die im Auto und auf Motorrädern fahren. Vater sagt, gegen solche Leute müsse man recht höflich sein, weil sie seine besten Stunden sind"„ Was ist denn dein Bater?" fragte die Dame verwundert. Hat er eine Reparaturwerkstatt?" Nein, -Sargtischler ist er."