Feierabe Feierab Jr. 22 Enterhaltungsbeilage. Die Visitenkarte. Bon Richard Huelfenë: d. 1929. seine Stirn und wußte, daß er nun bedeu-| beiten zu erledigen. Während er den Hörer tend aussah. Steiner sollte es wagen, sich in der rechten Hand hielt, ballte er die linke ihm zu nähern, ihn anzusprechen. zur Faust. Er stellte sich auf die Zehen, feine Stimme hatte einen rostigen Ton. Die große Aufregung ließ sich doch schlecht veze bergen. Er der alte Oberbuchhalter Fö rensen hatte eine Geliebte, eine blonde, blauäugige bepelzte Frau. Er fühlte dabei eine ungewohnte Un ruhe; es war wie der Beginn einer Strantheit, einer Grippe, eines schnell ansteigenden Fiebers. Etwas rührte ihn an, feine Hand, nichts Materielles. Als Jörensen aufjah, blidte ihn ein Mädchen an, eine Blondine, die in einen eleganten Belzmantel gewickelt, den Fensterplay innehatte, den er nicht erNachdem das Unglüd geschehen war, ging der Oberbuchhalter Sörensen tagelang mit Gedanken schwer belastet umber. Er germarterte seinen Kopf so sehr, daß die Zahlenreihen, die er berufsmäßig darin aufzubewahren hatte, in größte Unordmung kamen; die Feder zerbrach, das Tintenfaß fiel um. Die Schreibmaschinen tönten eine mißliche Melodie. Die Stenotypistinnen, die vorher nett und zuvorkommend gewesen waren, sanken auf das Niveau alter Eulen herab. Wie konnte so etwas vorkommen? wischen konnte. Das Rätsel wurde um so größer, je länger Dreißig Jahre ernsthafter pflichtbewuß man sich mit seiner Lösung beschäftigte. ter Arbeit versinken wie nichts, wenn die Jörensen befam Angst vor sich selbst. Hatte er eine zweite Natur, von der er nichts wußte? Lebte in ihm ein Gespenst, das sich manchmal von ihm ablöste, ihn verließ, auf eigene Faust handelte und erlebte? Wenn es das gab, wenn sich wirklich so etwas ereignete, fonnte man sich über die schlimm Sten Ausgänge nicht wundern. Mutter Jörensen wurde aus ihrem alten Pflichtmenschen noch weniger flug als er aus sich selber. Hin und wieder fauchten fich beide wie zwei wilde Katzen an. Der Hausstand geriet in einen Zustand der Verzauberung. Türen knallten, Löffel fielen herunter. Die erwachsenen Stinder blieben fort, weil sie fich sagten, der Alte müsse wahnsinnig geworden sein. Stunde des Schicksals geschlagen hat. Jö rensen fühlte sich von dem Blick des Mädchens so ergriffen, daß er schauderte. Es ist unmöglich zu schildern, was in ihm vorging. Wie durch die Gewalt eines Blizes war seiri Leben in zwei Teile gespalten. Es gab jetzt einen Jörensen, der behauptete, ein Oberbuchhalter zu sein, und es war da ein anderer, der die tollsten Pläne in seinem Kopf wälzte. Der andere Jörensen sagte sich:„ Jezt ist die Zeit der Abrechnung mit dem lang weiligen Beamtendasein gekommen. Jetzt wollen wir tanzen, flirten und elegante Kleidung tragen. Wir wollen den grauen Alltag verfluchen, in eine Bar gehen und einer Flasche Sekt den Hals brechen. Es fönnen auch zwei Flaschen sein, es kommt nicht mehr darauf an Was war geschehen? Die Straßenbahn, die elegant und frischladiert dahinfährt, ist an der ganzen Affäre unschuldig. Jörensen Lächelte das Mädchen? Erriet sie, was begrüßt den Schaffner wie an anderen in Jörensen vor sich ging? Jörensen, der Tagen auch, aber es ist doch ein besonderer sich nicht mehr fannte, stieg hinter ihr aus Gruß. Dieser Schaffner, der einen schweren und sprach sie an. Sie fand darin nichts Dienſt tut, ist ein unbekümmerter unbelasteter Mensch. Jörensen ist dies seit zwei Wochen nicht mehr. Sörensen hat sich nie um fremde Mädchen gefümmert; er ist wie erwähnt verheiratet, hat erwachsene Kinder. Aber vor zwei Wochen an einem Donnerstag geschah Folgendes. Jören sen saß in der Straßenbahn und ärgerte sich, daß er keinen Fensterplatz erwischt hatte. Er fab mißmutig in den Gang des Wagens, wo Billettfnäuel herumlagen. Warum reinigte man das nicht? Verbrauchte die Gesellschaft fobiel Geld für die Gehälter ihrer Direk toren? Jörensen legte eine dide Falte auf Wenn Jörensen an diese Borgänge zu rückdachte, so verzieh er sich jede kleine Gefter alles erklärte sich aus begreiflicher Aufregung. Wenn ein Mensch dreißig Jahre lang den gleichen Trott gemacht hat und nun zum erstenmal ein Erlebnis verdaut... Alles verzieh sich Jörensen, nur nicht die Dummheit, die er in dem Tanzlokal gemacht hatte. Man könnte Schlimmes vermuten, aber im Grunde war es etwas sehr Lächerliches. Wenn es nur nicht durch die besonderen Umstände ein Gewicht bekommen hätte. Jörensen fonnte Elfe gegenüber nicht! als Buchhalter auftreten. Aus jedem Film geht hervor, daß man wenigstens Direktor sein muß, wenn man abends mit einer Frau hinter einer Flasche Sekt fizzt. Hinzufam, daß Jörensen äußerlich wie ein Direktor ausjah, er hatte nicht im geringsten etwas Verstaubtes, Starres oder Abgegriffenes an sich. Zum Beweis dafür, daß er sein eige ner Chef sei, überreichte er feierlich eine Visitenkarte. Das Glück fam ihm merkwürdig zu Hilfe; der Chef vertraute ihm so, daß er ihm Einblick in seinen Privatschrank gestattete. Ein Griff in dieses Heiligtum förderte die Visitenkarten zutage. Wenn man sich als Bankdirektor ausgeben will, muß man Beweise dafür haben. Eine Karte, die man zufällig bei sich trägt, die man nachläs fig auf dem Tisch liegen läßt oder leger überreicht, fann nicht ohne Eindrud bleiben. besonderes, sondern nahm sein Verlangen, sich abends an einem bestimmten Plat, unter einer bestimmten Uhr zu treffen, mit Guade auf. Jörensen strahlte. Ja Bureau sprangen die Zahlenreiben vor seinen Die Visitenkarte war auch nicht ohne Augen, aber die Resultate stimmten. Die Eindrud geblieben; Etse zudte zusammen, Welt war eine einzige große Freude. Di Sörensen sah, wie das Mädchen von Geldihm alten Graufopf noch so etwas pajieren fäden, Automobilen zu träumen begann. mußte! Daß fich noch ein junges Ding fand, Während er mit ihr in der Bar saj, fühlte daß sich mit ihm amüsieren wollte! Nicht er sich ganz in der Rolle des Direktors Hel auszudenken. Mit Gleichgültigkeit und einem bing; es fam ihm nicht im geringsten die leichten Widerwillen dachte Sörensen an Idee ein anderer zu sein. Er nahm die erseine Familie zurüd; er hängte sich ans gebenen und verliebten Blide Elses wie Telephon und teilte wichtig mit, er fame erit etwas Selbstverständliches auf. Wozu hatte spät nach Hause. Es seien noch wichtige Ar- man sich ein Leben lang gequält? Wozu war das alles gut, wenn man nicht einmal| Frau die naffen Handtücher um die Ohren| fragte, wo er sei. Man flüsterte, Jörensen ein kleines Mädchen glüdlich machen könnte? zu schlagen. Die Gute brach in haltloses werde irrfinnig. Schluchzen aus. Er wurde aber feineswegs ix.jinnig; vielmehr ging es ihm nach diesem Zwischenfall beffer. Er hatte das sichere Gefühl, Else verde das Aussichtslose ihres Bemühens einsehen und sich nicht wieder melden. Aber jetzt, als Jörensen bedrückt herumlief, gewann die Ueberzeugung in ihm Die Affäre nahm einen seltsamen Ausan Stärke, daß die Visitenkarte sein dümm gang. Förensen bewachte das Telephon wie ster Streich war. Wie sorgfältig sie fie ein- ein Schießhund, er zuckte zusammen, noch gepadt hatte! Was würde sie nun damit che sich die Schelle in Bewegung seßte. anfangen? Schon zur zweiten Verabredung Seine Nerven waren von einer fast überwar er nicht mehr gekommen. Else würde irdischen Feinheit geworden. Alls er schon einem Donnerstag- wurde Jörensen von Eines Tages ausgerechnet auch an über ihrer Bisitenkarte fizen und Nache fast dem Selbstmord nahe war, läutete eines einer Dame auf der Straße angesprochen. schwören. Ein Blid ins Telephonbuch ge- Tages der Apparat und eine energische Da Ee war Else. Förensen sagte kein Wort, die nügte. Wenn Direktor Helbing erfuhr, daß menstimme fragte nach Direktor Helbing. Dame geriet in Wut. Sie begann laut zu er seine Starten mißbraucht hatte, würde das Förensen wußte sofort, wer sprach. Zum schimpfen, und es sammelten sich einige Unglüd geschehen sein. Förensen zitterte größten Erstaunen des ganzen Bureaus am ganzen Leibe; alle Welt ftaunte, wie nahmt er einen gezierten Ton an, erzählte Leute um das Paar. Jörensen nahm eine Tare und kam erschöpft zu Hause an. schnell er zusammenfiel. Sein Ton wechselte was von verreist sein, in absehbarer Zeit Tage und kam erschöpft zu Hause au. zwischen übergroßer Freundlichkeit und nicht wiederkommen und von anderen den Dann hatte er Ruhe, und er wird nuit gröbster Wut; die Stenotypistinnen be- aufhorchenden Angestellten ganz unverständ wahrscheinlich ein weiteres Menschenalter fchwerten sich beim Chef. Helbing ließ den lichen Dingen. Dann warf er den Hörer im Bureau des Direktor Helbing verbrin Buchhalter fommen, fonnte aber nichts aus hin und fiel zusammen. Man mußte ihn gen. Am Tag seines goldenen Dienstjubi thm herausfriegen. Frau Förensen griff zu lauf ein Sofa schleppen, ihm die Weste öffläums, wenn der Chef kommt und seine einem alten Hausmittel und bereitete heiße nen, ihm die Schläfen reiben. Nach einer Visitenkarte schickt, wird er sich vielleicht Umschläge vor. Jörensen drohte, seiner langen Weile öffnete er irr die Augen und feines Abenteners erinnern und lächeln, Monolog des Blinden. Von Erich Kästner. mit der Hand an der Hosennaht Schlange. Es ging alles romantisch richtig vor sich. Die Schlange erschauerte vorschriftsutäßig, wenn es aus dem Schalter fauchte und zischte Frauen sahen einander ernst ins Auge, und Männern Sieht mich, weil ich blind bin, keiner ſtehn? schossen selige Erinnerungen an den Kafernen und ich steh seit drei... Alle, die vorüber geha, gehn vorbei. Jetzt beginnt es noch zu regnen! Wenn es regnet, ist der Mensch nicht gut. Wer mir dann begegnet, tut fo, als würde er mir nicht begegnen. Ohne Augen steh ich in der Stadt. Und jie dröhnt, als stünde ich am Meer. Abends fauf ich hinter einem Sunde her, der mich an der Leine hat. Meine Augen hatten im August ihren zwölften Sterbetag. Warum araf der Splitter nicht die Brust und das Herz, das nicht mehr mag? Ach fein Mensch fanft handgemalte Ansichtskarten, denn ich hab fein Glück. Einen Groschen, Stüd für Stüd! Wo ich selber sieben Pfennig zahlte. Früher sah ich alles so wie sie: Sonne, Blumen, Frau und Stadt Und wie meine Mutter ausgesehen hat, Das vergeß ich nie. Krieg macht blind. Tas jche ich an mir. Und es regnet. Und es geht der Wind. Ist denn feine fremde Mutter hier, die an ihre eignen Söhne denft? Und fein Kind, dem die Mutter etwas für mich schenkt? ,, Sie mich...!" können mich...!" Von Peter Scher. hof durchs Gemüt. Dacin Mißton! Alle fuhren zusammen und lauschten atemlos. Eine vom Sekretär mit Würde angeblafene junge Dame hatte schnippisch geantwortet. Sie hatte, wenn auch höflich, so doch immerhin ge= beten, ihr statt einer Handvoll Silbergeld einen Schein herauszugeben, und der Beamte hatte es entschieden abgelehnt Denn wie fommt ein junges Ding mit jo einer Knabenfrisur dazu und überhaupt: Bildet die sich etwa ein, daß eine Behörde mit schwerer Mühe im Interesse des gefeßteren Bublikums eine romantische Unter nehmung aufrechterhält, bloß damit ein zufällig hereinverirrter Naseweis der neuen Richtung alles durcheinanderbringt? c) wenn sie sich das gedacht haben, was jie sich gedacht haben könnte wie ist sie zu be langen? Hoffnungslos ausgeliefert!" murinelte er dumpf, und nur der Gedanke, daß die große Schlange auf seine Seite getreten war, als die Kleine ihm das geboten hatte, gab ihm Kraft ( zum nächsten würdevollen Aupfiff. Keine Kurzsichtigen mehr? Bisher meinte man, daß die Entstehung der Kurzsichtigteit auf Vererbung beruhe wo daher nicht verhindert werden könne; doch kann die erbliche Anlage höchstens den Boden für die Citrantung vorbereiten, nicht die Kurzsichtigkeit selbst herbeiführen. Daß bei der Kurzichtigkeit auch die Naharbeit eine große Rolle spiele. wurde schon in den achiziger Jahren des vorigen Sahrhunderts nachgewiesen. Nach Unterinthan. gen von Prof. Lewinsohn in Berlin scheint aber in Wirklichkeit die wichtigste Ursache die Schwer Mrr- brr- da gibt es nichts! Fertig. fraft zu sein, die den Augapfel bei der KopfbenDie in Ergebenheit schauernde Schlange gung nach unten zieht und ihn allmählich dehnt, war sich bewußt, daß der crregte Schalter ihre namentlich im wachstumfähigen Alter. Diese romantischen Interessen verteidigte, und finjie- Theorie der Verlängerung des Augapfels errem Grübeln. Bange Zweifel zerrissen seine Scele. Berschärftes Schaufen. Dann Stille. Die Schlange hielt den Atem an: Um Gotteswillen so ein junges Ding! Da jagte das jungen und blidte dabei dem thronenden Schaltergott furchtlos ins Auge, Jagte mit seiner helfen, ein wenig spitzen Stimme: Dann gestatten Sie, daß ich mir etwas denke!" und war euch schon davon. Schwile Pause. flärt auch die bei den Kurzsichtigen gefundenen anatomischen Veränderungen. Die Tatsacije, daß in manchen Berufen, z. B. bei Juwelieren, und Stiderinnen, tros intensiver Naharbeit we nig Sturzsichtige zu finden sind, rührt wohl daher, daß die Angehörigen dieser Berufe mit geringer Kopfbengung arbeiten. Durch Senkrechtstellung der Augachse fonnte auch bei Versuchstieren fünſtlich Kurzsichtigkeit erzeugt werden. Bei Affen genügten dazu einige Monate; dann zeig ten sich bei ihnen dieselben anatomischen Bere Wen- änderungen wie bei furzsichtigen Menschen. Diese Versuche wurden nenerdings von Forschern auf Java nachgeprüft, die fürzlich in der Berliner Ophtalmologijchen Gesellschaft darüber berich teten. Von sieben jungen Affen wurden fünf in cinem Jahr furzichtig bis zu einem Gred von 2.25 bis zu 4 Dioptrien. Unerhört!" stieß ein alter Herr mit anschauung wollte jagen Vollbart- hervor. " Pfui!"„ Ordinär!" schrien ältere weibliche Schlengenglieder. Birtliche Untertanengemüter jind traurig, wenn sie zusehen müssen, wie Schalterbeante in modernen Verkehrspalästen vor aller Angen höflich mit dem Publitum umgehen. Für solche Nur ein Herr in den berühmten besten Jah gibt es Gott sei Dank auch heute noch jene flei- ren, der die ganze Zeit geschatinzelt hatte, brach wen muffig= verwinfelten Remichen, in denen eine niedliche, lieine Lanze für das fortgeschrit man nach tranter Väterari von einem Sefretär tene Mädchen: Sie fann sich doch etwas Eralten Schlages aus dem Schalter heraus angefreuliches gedacht haben!" pfiffen wird, daß es nur so raucht. Mit der Er wurde von der Uebermacht der ins gute Zeit wird es den Behörden ja immer schiverer| Alte verbissenen Schlange glattiveg abgelehnt. fallen, dem Bedürfnis fonservativer Romantifer Als der Sekretär wieder allein war, ver Rechnung zu tragen und täuschend altertümlichharrte er lange in finsterem Grübeln. Bange schnauzende Sefretäre aufzutreiben; aber das soll Zweifel zerrissen seine Seele: ihre Sorge sein. Eines Tages fand ich mich in so ein Nemt hen verschlagen und stand dort unter anderen a) Die Person hat sich ohne ausdrückliche Bustimmung gestattet, etwas zu denken; b) was hat fie fich gedacht und Um Sturzsichtigkeit zu verhüten, wird daher vorgeschlagen: Aufklärung der Bevölkerung über die schädliche Rumpf- und Kopfbeugung im wachstumfähigen Alter. besonders in Schulen, Einführung geeigneter Pulte und Schulbänke, durch die die Bücher schräg gehalten werden, Anwendung der leichter mit geradem Kopf schreibbaren Bateinschrift in den ersten fünf bis sechs Jahren des Unterrichts und Stählung des Orgonismus durch Leibesübungen. - 3Das Grauen des Heldentodes. Während sie noch röcheln, stöhnen. mit irren Gedanken über die Qualen hinweg an zwischen, wie ein fleines, braunrot überkrustetes Kiffen, das sich in rasendem Takte bläht und Der Bericht eines Sanitätsfoldaten über den Weltkrieg. fenft... Geficht! Hat der noch eines, den sie da bringen? Sein Kopf ist ein schwärzlicher Dem Buch Remarques vom Heldentod"| soldaten. Jedes Mittel, das dazu verhilft, ist Klumpen. von Blutrinnen durchzogen. Hant im Graben, in der Feuerlinie, gesellt sich nun gerade gut genug, man zerschießt sich seine ge- hängt überall losgelöst herab und riecht verein Buch über den„ Heldentod am Verbandplas raden Glieder, man frißt Pulber und Dynamit, brannt. Wo ist die Naje? Kann er sprechen? au.( A. M. Frey:„ Die Pflasterkästen". um die Gelbsucht zu bekommen, man sprißt sich, Nein, er lallt unverständlich. Hat er noch eine Ein Feldjanitätsroman. Gustav Kiepenheuer- wenn man ihrer habhaft wird, Milch in den Bunge? Jedenfalls lebt er und ist bei BewußtVerlag, Berlin.) Ein Sanitätsfoldat berichtet Hintern, um Fieber zu erzeugen man macht sein. Ob die Augen erhalten sind, läßt sich nicht. von der Tätigkeit der Sanität am westlichen auch noch anderes. Der Sanitätssoldat Funk erkennen. Fener ist ihm ins Geficht gesprun Striegsschauplatz berichtet vom Todesröcheln, von erzählt:„ Der Gefreite Köbisch hat zweifellos gen... So liegen viele auf Hen, auf Matrayen, den Todesschreien auf den Verbandplätzen, be- einen Tripper und muß ins Lazarett abgeschoben mit zerstörten Därmen, zerplazien Harnblasen, richtet von der Unzulänglichkeit der Sanität, werden. Wo hat er ihn her? Die Infektionszerhadten Lungen, zerschoffenen Röcheshälsen, dent mechanischen Morden nachzukommen, be quelle ist festzustellen, damit sie möglichst aus eisenverschenen Schädeln die Aufgegebenen." richtet von der tiefsten Erniedrigung der mensch gemerzt werden kann. Aber Köbisch hat zu wenig lichen Sereatur in jener großen Zeit des Seelen Phantasie, um irgendeine Umarmung zu flüchaufschwunges, da die Soldaten mit Tripper tiger Stunde in irgendeinem Winkel zu erfin eiter handelten, sich ihn gegenseitig verkauften, den. Es ist ihm auch nicht leicht gemacht, denn nur um dem erbarmungslosen, von Menschen das Regiment ist seit langem mit Frauen nicht auf Menschen gelenkten Eisenhagel zu entgehen. in Berührung gekommen. So muß er, in die Die ihm nicht entgehen, kommen auf den Ver- Enge getrieben, mit der Wahrheit herausrüden: bandplay. Hier arbeitet der Sanitätssoldat er hat die Krankheit von einem bezogen. der Funk so heißt der Held des Buches, von dem vorige Woche aus deur Heimatsurlaub infiziert erzählt wird. Zuerst ist er Stranfenträger, dann zur Truppe zurückkam. Ehe dieser, in der GroßSchreiber und Helfer, wenn die„ großen Afstadt mit Gift verſchene, dem Lazareti zugefionen" einsetzten. Wer wußte bisher von der führt wurde, hat Köbisch ihm gegen zwei Mark Arbeit der Sanität? Ihre Plätze waren Durch ein wenig Tripper abgefauft und sich damit begangsstationen entweder für die Ewigkeit oder schmiert. Es häufen sich in der Folge die Trip für das Hinterland. Nun erfährt man und perfälle, deren Herkünfte nicht immer so ein schandert zusammen beim Lesen dieses Berichtes, dentig, aber doch sehr verdächtig sind..." wie wunderbar die Armeen fürs Morden und ,, Beliebt ist auch die Erzeugung eines Berwie unzulänglich sie fürs Heilen eingerichtet dachtes auf frische Lues. Man legt sich eine waren, wie der Verwundete wie ein Stüd un- Sublimatpastille auf und hat höllische Schmer brauchbares Fleisch von den Gesunden behanzen auszuhalten, aber es gibt alsbald eine hübdel: wurde. O ja, es war eine große, eine herrsche Entzündung, die den Truppenarzt schleunigst fiche Zeit, die Zeit des Stahlbades... Nachstehend geben wir einige Auszüge des Buches wieder Krantenträger. „ Der Krankenträger schleppe und zerit auf der Frage unbrauchbar gewordenes Soldatenmaterial zusammen: durch Schm, zähen Not, Waffer, über freies Gelände, das uneben iſt, aufgerissen oder fumpfig. Es geht kilometerweit so und immer fönnen in den Gräben nur zwei gleichzeitig tragen nicht vier, wie es schön sauber daheim im Kasernenhof maßvoll geübt wird. Nämlich wegen der Schmalheit der Gräben tragen nur zwei Mann feuchend auf ihren Achseln an die zwei Zentner, stolpernd, schwan fend. halb nieberstürzend unter dem Gewicht, beim Jammergeſchrei des unsanft behandelten Passagiers... Jeder Schritt will fenchend exfämpft sein. Das Kreuz geht schier in Trümmer, die Achseln scheuern sich wund. Schweiz brich so sehr aus, daß er die Augen über Ichwemmt. Gewehrfeuer allt mit nassem Peitschen aus der Richtung, in die sie gehen müssen, um Verwundete zu holen. Sie kommen vald in den Bereich, ohne noch den Laufgraben gewonnen zu haben, der sie auf den Stamps graben zuführen soll. Sie tappen über freies Feld, bösartig ist das Vorbeifingen der Geschoffe." Manchmal bricht da und dort einer von ihnen, die Verletzie. Verwundete, Tote aus der Kampflinie holen sollen, zusammen, bleibt jelbst verwundet, verstümmelt, tot liegen. Ganze Sanitätspatronillen wurden abgeschoffen. „ Die Sanitätswagen aber dürfen An ordnung höherer Stellen!- tunlichst nicht ins Feuer hineinfutschiert werden. Sie müssen Materialknappheit! möglichst geschont blei ben, und wenn die Schonung des Menschen materials darunter leiden sollte...“ Handel mit Eiter. Nur heraus aus der Linic, aus der Hölle, ens dent mechanischen Morden und Gemordet worden ist die Parole Hunderttausender Front veranlaßt, diejen, des Primäraffeltes Verdäch tigen, ins Hinterland abzuschieben..." „ Ausgezeichnete Möglichkeiten bieten die Häufigen Beingeschwäre. Man verlängert and verschlimmert sie so, daß Revierbehandlung nicht mehr ausreicht dadurch, daß man auf die bloßen Wunden, unter die Verbände, Kupfer geldstäde, Stanistpapier, fraßende Strohhalme, Eiſennägel einschmuggeit. Hai man schlaftoje Nächte. von Pein durchzuckte Tage? Was fut es!..." Verwundete. Bater, Mutter, Weib und Kind, an die Braut denken, wird, wenige Schritte von ihnen entfernt, schon das Maſſengrab für sie geschaufeft. Und wie jie gestorben sind. Nein, sie werden nicht einmal fortgeiwafft, die Schwerverwundeten. Ueber dem Bezbandplay der Keller eines ehemaligen Schlosses liegt schweres Feuer, die Straßen nach rüdwäris liegen unter Fener, wenn auch die Saniätswagen angefahren kommen- sie können gerade die leichter Berwundeten aufladen und davonjagen wer hätte Zeit, die Schwerverwundeten zu betten?... Während einer Verschiebung macht der Sanitätswagen, mit dem der Sanitäissoidas Funf fährt, irgendwo auf freiem Felde halt. Da kommt eine preußische Feldküche angefahren. Quer über dem Kochteffet liegt ein Verwundeier: der Arm ist ihm abgeschossen, ein Brei von Haut, Knochen und Blui hängt in der Achselhöhle. Die Mannschaf: der Feldfüche lader ihn sofort ab, obwohl die Sanitätssoldaten verder Mann müsse zurück und sie, die Sanität, ſichern, ihm tönne hier nicht geholfen werden, gehe nach vorn. Nützt nichts, der Verwundete wird auf die regennaſſe Erde gelegt.„ Kamerad... so weh... so falt... und Durst, Kamerad," jamment er. Durst? In einem Trinkbecher wird Regenwasser gesammeit, davon trinkt der Verwundete.„ kamerad, wenn nur der Singend, unter dem Hurragebill der an deren, mit blumen und bändergeschmüdten Arm wieder gut wird! Nicht wahr, das fanust Müßen waren sie in der Heimat zum Bahnhof du mir versprechen? Ich bin nämlich Musiter, marschiert, spielend trich sie vaterländische ich bin Geiger...“ Der Arm ist aber jozuMarschmusik aus der Etappe in den Graben. egen schon nicht mehr da. Funk hat die Stirn, wie kamen Hunderttausende, Millionen von dor: jenem alles zuzusichern, was er hören will. So etwas lernt man ja, man macht sich frech zurück? So:„ Einem Pionier ist die Bauchdede weggenommen. Die Därme quellen her zum Spießgesellen des Krieges-- wenn man vor, blaugran, träge jich rührend, als wollten ihn auch ständlich mehr verachtet und bespeit... sie über die zerfepte Uniform davonkriechen. Dem Verwundeten ist nicht zu helfen, nur finDer Mann lieg: auf dem Rücken, er blutet erdern fann man den Schmerz durch Morphium, schreckenderweiſe fanm. Er sagt nur unabläſſig Sie können ihn nicht mitnehmen, denn sie müßund so werden ihm einige Sprizen verabsolgt. mit hoher, entsetzlich Häglicher Stimme:„ Hu, mich friert... bu mich friert.“ Er hat den jen ja nach vorn, näher heran an den Eisenjah einsetzenden Froſt der Schwerverießten... der Fall von selbst: als sie wegfahren- jind hagel. Was tun? Stüdichenweise erledigt sich Da liegt ein Leutnant einer Maſchinengewehr seine Augen schen glasig... fompagnie: die Brust ist ihm aufgerissen in der ganzen Breite, die Rippen find weggeschlagen, 00000000000000000000000000000 die verletzten Zungen arbeiten schaumig, er feucht gehetzt, Schweiß läuft über ein immer Das Leben magst du wohl vergleichen einem noch fräftiges Gesicht. Man kann ihn gar nicht verbinden, so ungeheuer ist die Zerstörung, rote Blasen steigen und fallen raffeind aber er fcbt noch immer... Für einen anderen aber ist Morphium sehr notwendig, für einen französischen Mitraillensenfeldwebel, der eine schwere Kopfiunde hat. Apfelgroß fehlt ihm ein Stüd Hirnschale über der Schläfe. Das grüne Gesicht ist gedunsen. Er hat den Berband beiseitegezerrt, die Finger zupfen an schwarzgelockten, blut und schmusverklebten Haaren, zupfen an den Wundrändern. Zerrissenes Gehirn pulst doFeste. Doch nicht zur Frende sind geladen alle Gäste. Gar manchen, scheint es, lud man nur, um die Beschwerde zu übeertragen, daß die Zuft den andern werde. Den& sel lud man einft zu einem Hochzeitsschmanje, Weil es zu tragen Hot; und Wasser gab im Hause. Der Esel dachte stolz, geladen bin ich auch, Jawohl, beladen mit dem Tragreff und dem Schlauch. <-4Begegnung mit der Armut. längeren Besuch nach dem seltsamen Fürsten. Bon Jens Balles. Nach dem Mittagessen ging der alte General mit seiner Frau ins Dorf ipagieren. Raum hatten fie bas prächtige Raftell verlaffen, als fe einer Bettlerin begegneten, die ein Kind auf bem Arm trug und ein zweites an der Hand führte. Die Kleiber der drei waren völlig gerfest, aus ihren Augen schrie der Hunger. S fte an dem General borbeilamen, wimmer'e bie Frau mit müber, flebender Stimme ettvas. Der afte General wendete sich an seine Frau: い „ Berstehst du, Liebling, was fie will?" ,, Sie bittet um einige Pfennige." Der alte Herr blieb stehen und fah seine Frau erstaunt an „ Einige Pfennige? Sowohl fie als auch ihre Minder find mager. Sie essen also nicht. Sie gehen in Lumpen, geben also für Kleiber lein Geld aus. Sie wohnen in einer alten baufälligen Scheune, zahlen also auch keine Miete. Wozu brauchen sie dann Geld?" Die Frau des Generals jah mi zustim mender Teilnahme ihren Mann an, der einige Augenblicke schwieg und dann abermals zu Sprechen begann: Wenn diese Fran bettelt, was foll dann enit ich tun, da ich doch ein Vermögen für Essen und Kleider brauche?" Die Infel der Kopjäger. Elektrisches Mafieren. Eine Firma in Neis tum Sarawat, das einstens von einem Dort hat einen flingenlosen elektrischen SelbstAbenteurer gegründet wurde und in dem ganz rasierapparat erfunden. Der Mechanismus unglaubliche Zustände herrschen. Das Buch ent- basiert auf der schnellen Bewegung zweier hält zahlreiche nach Photographien hergestellte parallel gelagerter geschliffener Platten und ist prächtige Abbildungen. Wer sich für Bölfer- so angeordnet, daß jedes Schneiden und jede umbe, fir ferne Bänder interessiert, der wird an Verlegung unmöglich gemacht sein soll. Der Apparat tann an jede Lichtleitung angeschloffen an dem Buche reichen Gefallen finden. werden und ist kaum umfangreicher als ein gewöhnlicher Rasierapparat. f. Was mancher nicht weiß. Die zerstörende Einwirkung der Luft auf Eisen, wobei das Eisen mit dem Sauerstoff der Buft sich zu einer braunroten, zerfallenden Maffe verbindet( oxidiert), nennt man Rosten. Unser Leben wird durch einen Berbrennungsprozeß enhalten. Um den Sauerstoff, der hierzu nötig ift, in alle Bellen zu bringen, werden in der Lunge die roten Blutkörperchen damit beladen. Diese enthalten Eiſen( in Form von Hämoglobin). In der Lunge verbindet sich nun dieses Bluteren mit dem Sauerstoff, es tritt tatsäch lich ein Rosten der Blutkörperchen ein. Diese tragen dann den kostbaren Stoff in alle Rör perteile und somit unterhält das Mutrosten unser Loben. In jebem Pferdeftall in Persien wird auch ein Schwein untergebracht. Man hegt den Glauben, daß dieses auf die Gesundheit der Pferde einen günstigen Einfluß ausübt. Der Rheinfall bei Schaffhausen, der in der Sefunde 250 Kubikmeter Wasser Heralbstürzen läßt, wäre imftande, eine Million 50ferziger Metallfabenlampen zu unterhalten. Die Sonne bewegt sich seit Jahrmillionen in jeder Sekunde mit allen ihren Planeten in gerader Linie 19 Nilometer nach dem Sternbild des Herkules zu. jogenannten siamesischen. Sie werden mit 400 Die schönsten und teuersten Kaßen sind die Mart und noch mehr das Stück bezahlt. lich ist auf rund 4 Millionen berechnet worden. Die Zahl der Hochzeiten in Europa alljähr Die Trodensubstanz des Blutes beträgt bei Männern 21,6 Prozent, bei Frauen 198 Prozent. Die Dehnbarkeit des Silbers ist so groß, daß man Drähte von solcher Feinheit herstellen fann, daß zwei Rilometer des Drahtes nur ungefähr ein Gramm wiegen. Eric Mjöberg, ein junger schwedischer For scher, ist unter unendlichen Mühseligkeiten und Gefahren tief ins Innere von Borneo, der drittgrößten Insel der Weit, eingedrungen und hat dort lebende Eingeborenenstämme, ihre Sit ten und Gebräuche, zum Gegenstand seiner For sungen gemacht. Er hat in dem Sande mehrere Jahre verbracht und die Ergebnisse seiner Untersuchungen über Land, Leute und Tierwelt in einem Buche veröffentlicht, das im Verlage F. A. Brockhaus, Leipzig, vor furzem erichienen ist. Durch die Insel der Kopfjöger." Von Eric Mjöberg. Preis 8 Mt., Die Haut der innerafrikanischen Neger ist Ganzleinen 10 Mark.) Tas Innere von Bor- anderihalbmal dicker als die der Europäer. neo ist von der europäischen Kolonisation unbe- Anfang des Jahres 1927 erzeugten 13 amerührt geblieben, weil es nach seiner Naturbe- rikanische Automobilfabriken in einem Monat schaffenheit wenig Gewinn verspricht. Bon die so viel Automobile, wie 91 deutsche Autoſer weitabgeschiedenen ursprünglichen Tropen- mobilfabriken in einem ganzen Jahre. welt, ihren Bewohnern und den Verhältnissen. unter denen sie leben, gibt der Verfasser eine so plastische und interessante Schilderung, daß der Leser seine Eindrüde und Erlebnisse im Geifte miterlebt. So lang der Arm der weißen„ Kulturträger" auch ist, bis in die schwer zugäng lichen Beige der Insel reicht er nicht und so Tebt hier das Bolf der Dajafen, das heute noch wie vor Jahrhunderten und vielleicht Jahrtausenden dem Sport der Jagd nach Tintenstift ift giftig! Verlegungen mit TinKöpfen, wiflichen Menschenköpfen huldigt. tenstift verursachen, wenn ein abgebrochenes Ginen Menschenkopf zu erjagen, gilt als ent Stiftstädchen im Gewebe zurückbleibt, ein Branscheidender Beweis des Mutes bei den Ange- digwerden der Umgebung, das zu einer fort hörigen dieſes primitiven Naturvolkes. Anfangs schreitenden Geschwulst führen fann und meist begleiten Mjöberg mehrere Soldaten zum erst nach einent chirurgischen Eingriff heilt. Schube gegen die Korfjäger, die aber, als die Besonders gefährlich werden TintenstiftverSchwierigkeiten des Vordringens in dem weg legungen, wenn etwa durch den, mit Tintenstift und pfadlusen Lande zu groß werden, ihn ver- beschmußten Finger das Tintenstiftgift auf die lassen. Mjöberg acht ohne diesen Schutz den- Binde- oder Hornhaut des Auges gebracht wird. noch dem gesetzten Ziele entgegen und bei den Diese schon seit längerer Zeit bekannten Ergefürchteten Wilden angekommen, versteht er es, scheinungen, sowie Tierversuche, die ruffische jich mit ihnen auf guten Fuß zu ſehen und sogar Forscher fürzlich mit Tintenſtiſtſtädchen an Naihre Freundschaft zu gewinnen. Er lebt lange ninchen anstellten beweisen die große Giftigkeit Zeit unter ihnen und gewinnt alle gewünschten des in den Tintenstiften enthaltenen AnilinEinblicke in ihren Gößenglauben und ihre Bräu- Farbstoffes für den Organismus. Es muß des che. ungestört fann er feine naturwissenschaft- balb davor gewarnt werden, angespiyte Tintenlichen Forschungen betreiben und mit reichen stifte wageschützt in der Tasche zu tragen oder Ergebnissen heinlehren. Borher macht er einen gar a Lippen ihren. Allerlei. beim Stuttgarter Vagabundentongreß beteilig Eine Bagabunden- Biographie. Einer der ten Stünstler, der Maler Tombrod, entwirft in der Bagabundenzeitschrift„ Der Kunde" folgendes gedrängtes Lebensbild von sich: Brofetarierfind aus dem Ruhrgebiet. Arbeiter im Bergwerk, in der Fabrik. Ausreizer. Schiffsjunge beim Norddeutschen Lloyd. Heringsfänger, Landstreicher, Abenteurer. faiserlicher Mörder beim Marinetorps in Flandern. Agitator der Kommunistischen Partei, Barrikadenkämpfer. Sträffing Landstreicher Kunde und jest: Bagabund. Seit fünf Jahren Vagabund. Fünf Jahre Herberge, Asyl, Schweinestall, Henboden als Nachtquartier. Meine Mutter ist die Landstraße, Mutter und Freundin zugleich mein Freund ist der Zufall, mein Vater die Not; die Sonne ist meine Schwester ist mir jeder Mensch. Der Hunger ist mein ständiger Gefährte, und Gefährtin ist die Sorge. Auch eine Geliebte babe ich: die Kunst!" = Heiteres. Bruder Vereinfachtes Verfahren.„ Warum gehst du nimmer zum alten Herrn Pfarrer und nur mehr beim jungen Herrn Kooperator beichten, Liese?" ,, Oh, das hat seinen Grund,- dem brauch' ich meine Sünden nicht erst lange auszuzähle, der ist ja daran beteiligt." Vanderbilt gab niemals Trinfgelb. Kürzlich ſtieg er in einem Kalifornischen Hotel ab. Das Stubenmädchen wartete zwei Wochen vergeblich auf einen Obulus. Schließlich sprach sie ihn an: Ach, Mr. Vanderbilt, heute nacht habe ich geträumt, Sie haben mir zehn Dollar geichentt!" Vanderbilt fragt sich am Kopf: biel... Na, macht nichts... Behalten Sie Zehn Dollar... hm... ein bißchen fie nur!" Verkehrte Welt.„ Endlich sichst du also ein, daß deine Gattenwahl unüberlegt war." Gewiß. ich hätte dich heiraten sollen. J glaube, als Hausfreund ist mein Mann intereffanter als bu!" " Der glückliche Mr. Jones. Jones, du hast dich mit einer der füßen Zwillingsschwestern Higgins verlobt?"„ Ja, und ich bin unerhört glüdlich."„ Aber wie hältst du sie beim Küssen auseinander?"- ,, Das tu ich eben nicht!" Erkenntnis. Pfarrer: Was, Jochenbauer, glaubst nicht mehr an die Heiligkeit der ,, Na, seitdem ich Hochwürden bei mei Weib erwischt habe, nimmer." du nem Glüd.„ Ich habe kein Glück bei Frauen." ,, Hast du ein Glück!" Die Kuh. Ein Meister des Pinsels hat sich studienhalber auf der Alm installiert. Am näch sten Morgen spricht er lentjelig: Mine, stell die Kuh' naus, i möcht sie malen." Darauf Mine:„ Na, na, daraus wird nig. Weiß gefallt sie mir besser." Liebe. Fabre mit mir nach Capri!" Bedenke die lange Fahrt, du berträgst doch Schiffahrt und Eisenbahn nicht!" Ach, mein Rarl, die Liebe ist doch das beste Mittel gegent Bedfrantheit!" Schon, schon! er was matt du auf der Rüdree?"