3tr. 38 UttterOoüMi8«Ml(ige. 1929. Wn Selbstmord. Es ist einige Zeit hei^— eine so befremdlich lange Zeit, daß es mich schwindelt, wenn ich die inzwischen durchklommenen Jahressprossen der schwanken Leiter niederblicke. Ich war damals recht genau acht Jahre alt, und das weiß ich daher, daß ich zu meinem achten Geburtstag den Löwenkopf bekam, in dessen aufgesperrtes Maul man mit Bällen warf, er hatte eine Feder in sich und schnappte danach. Diese Feder brach bald, das Tier ward auseinandergenommen und wanderte dann den Weg alles Spielzeuaacriimpels, aber dieser Löwe (er roch nach Kleister und Lack— noch heute weiß ich seinen Geruch), dieser Löwe war schuld an allem. Ich schlief damals im Speisezimmer auf einem Diwan. Daneben war eine Kammer, und hinter dieser Kammer erst lag der Schlafraum der Eltern. Eines Nachts erwachte ich und sah an der Wand gegenüber den Löwenkopf, auf dem ein Laternenschimmer, sich von der Gasse her durchs Fenster verirrend, ein knöchernes Widerspiegln und eine gräßlich vereinfachte Lebendigkeit wachrief. Ich schrie auf, schrie dreimal, mein lieber Baler kam, weiß, im Hemd, langen Unterhosen und Socken, fragte, waS los sei, schalt dann und warf die Tür hinter sich zu. Um diese Tür, um diese beiden Türen von meinem Speisezimmer zu jener Kammer und von der Kammer zum Echlafraum der Eltern ging dann der Kampf— ein Kampf, der von mir mit allen Fasern des Herzens, mit einer zitternden Aufgewühltheit geführt wurde. Ich bat, man solle die Türen nachtüber offen lassen, wenigstens zur-Hälfte, wenigstens einen schmalen, ganz schmalen Spalt— nein, man wollte meiner Torheit nicht nachgeben und man ließ mich allein. Und dieses Entsetzen vor den Gesichten meiner verstörten Nacht muß lange gedauert haben, denn ich kann heute nachrechnen, daß cs beträchtlich später, erst ein paar Monate nach meinem neunten Geburtstag war, als meines Baters Bater starb. Ich kannte ihn nicht, er wohnte irgendwo in der Slowakei, im Gebirge, aber ich erinnere mich der Nacht nach seinem Heimgang und der zwei dann folgenden Nächte als besonders glückhafter, als fast festlich erregter: mein lieber Bater hatte am Sims der Speisezimmerkommode ein Oel« Don Ototrrt lenmon flämmchen angesteckt, ein winziges Tölenlicht; das brannte zweiundsiebzig Stunden tagaus und»achtem und gab meinem Schlaf eine schüchterne, schlichte und traulnye Helle. Aber auch das ging vorübrr und mit meinen Acngsten ward eS so arg, jedes Knacken der Möbel, jedes widergespicgelte Licht von der Straße her versetzte mich so sehr in einen Taumel schreienden Entsetzens, daß ich schließlich wiicklich in eine fiebrige Krankheit verfiel und ein paar selige Nächte herrlich geborgen zwischen Bater und Mutter in deren breiten Betten verbringen durste. Man ging dann sehr sanft und liebevoll mit mir um und am Tage meines ersten Schulgangs nach der Genesung bekam ich dann das Geschenk, das mich fast das Leben kostete. Mein lieber Bater brachte es heim. (Er hat es von seinem Frühstücksgeld gekauft— ich weiß heute, daß es meinen Eltern damals recht knapp zusammenging.) Es war eine Schachtel mit Mineralien: drei, vier GesteinSsorten, drei, vier Arten besonderen Glimmers, ein Bergkristall, zwei rohe Halbedelsteine, eine Pracht, die mich fast von neuem in Fieber warf. Es war Schulzeit, die Schachtel mit den Steinen steckte ich zu mir und machte mich auf den Weg. Gewiegt von meinem stillen Glück, wie schwerelos und immer wieder nach der Schachtel in meiner Tasche lastend, brachte ich die zwei Schulstunden hin und machte mich dann auf den Heimweg. Nun war aber in unserer Klaffe einer, der hieß v. Herz, ein blonder, magerer, gesitteter Junge, ein Junge wie andre— von uns allen abep wurde er seines Adels wegen verehrt und angestaunt wie ein Mcerticr. Ich vornehmlich verband mit seinem Namen und dem kleinen Wort davor die Vorstellung eines Kavalleriegefechts und eines Empfangs bei Hofe, wobei v. Herz auf die kriegerischen Geschicke des Staates entscheidenden Einfluß nahm. Diesem v. Herz in Freundschaft mich anzuschließcn, war seit je nieine Sehnsucht, und war es das durch den Schatz in meiner Tasche vermittelte Hochgefühl, das mich gerade auf jenem Heimweg mutig machte, war es noch ein Rest von Fieberkühnheit aus meine» Krankheitstagen— an der Ecke der Kranenstraße und der Pilgergasse trat ich auf den Blonden zu, trat ihm in den Weg, rief chn an, rief: „v. Herz!", und hielt ihm die Hand hin. n. Er blickte aus und reichte mir, verwundert ein wenig, doch wohlerzogen die seine und fragte höflich:„Wünscht du etwas?" Ich hatte mancherlei sagen wollen, aber all daS wäre nicht das rechte gewesen, denn mit cinemmal war mir die Kehle eng. So war es mir im Augenblick nm nichts so sehr z« tun, als darum, meinem Anruf einen Borwand zu schaffen. Die Steine! Die Steine aus meiner Tasche wollte ich chm zeigen. Stumm zog ich die Schachtel hervor, stumm öffnete ich sie, stumm ließ ich Stück um Stück in der kalten Nachmittagssonnc aufleuchten und reichte es dann dem andern zu besserer Betrachtung. Der Blonde... oh, mein Reichtum machte aus ihn Eindruck, das sah ich. Stück um Stück ließ ich leuchten und legte es ihm in die Hand. Er nahm sie alle, und hielt sie behutsam, daß sie nicht fielen. Dann hob er sein offenes, verwundertes und erfreutes Gesicht zu mir und ftagte:„Wirklich? Das alles schenkst du mir?" Die Kehle war mir eng— ich sagte nicht nein. Ich wurde sehr rot. Vielleicht habe ich sogar ja gesagt. Bon Herz schob die Steine in seine Tasche.„Auf den Glimmer mußt du achtgeben, da ist echtes Gold drinnen",.sagte ich mühsam— die Kehle war mir eng. Von Her; nickte froh und rief mir einen frohen Dank zu und lief. Ich mag dort noch eine Weile gestanden haben: viele Menschen gingen an niir voüber in der kalten Nachmittagssonnc. Ta die schon niederer stand, wehte em strenger Wind. Ich knöpfte den Mantel auf, breitete den Rock und ließ mir die harte Luft an das Hemd wehen. Sterben— krank sein—, sterben, ging cs mir durch den Kopf. Als ich heimkam, war der Tag gesunken. Beim Abendbrot sprach ich kein Wort. Die Mutter sagte:„Er ist noch krank." Aber daS mit dem Wind hatte nichts genützt— ich fühlte kein Fieber. Ich ging zu Bette. Daß jene beiden Türen geschlossen würden, verlangte ick selbst und wurde dafür belobt.„Er nimmt Vernnnst an", sagte mein lieber Vater. Ich hätte ihn umarmen mögen vor vielen! Weh— aber das hätte mich verraten. So stellte ich mich schlafend, bis alles still war. Dann erhob ich mich behutsam und drehte das Licht auf. Ein Glas Wasser hatte ich neben mir. Zwei Schachteln mit Zünd- — s— hölzern hatte ich schon vorher unbemerkt auf die Kommode gestellt. Die nahm ich. Hch brach die Köpfe ab und legte sie alle ins Glas. Aßnes hatte einmal der Mutter berichtet, em Dienstmädchen aus dem Nachbarhaus habe sich so vergiftet. Ich fand Innen Löffel, den Trank zu rühren; so besorgte ich das mit einem Fwerstiel. Nun wollte ich' trinken, aber da besann'ich mich, daß in jenem Bericht auch von einem AbschiedS- brief die Rede gewesen war. Ich ritz mit einem Gefühl grimmiger Freude zwei Seiten aus dem neuen Schrerbbeft, nahm Tinte und Feder, setzte mich an den Speisetisch und schrieb:„Don Herz soll die Steine behalten. Es ist nicht deshalb. Sondern well die ganze Welt keinen Sinn hat. Man stirbt und die Tage gehen doch immer weiter." Dann zeichnete ich drei Kreuze darüber und je ein Kreuz rechts und links. Ich zeichnete sie mit Sorgfalt und sauber, zweistrichig und mit einem kleinen Schatten dahinter, daß es aussah als wären sie eingepflanzt in emen schneeigen Kirchhof. Ich legte mich hin, ich legte das Blatt auf meine Brust und griff nach dem Glase. Da ich kostete und da das Gebräu sehr bitter schmeckte, erhob ich mich wieder und suchte nach einem Stück Zucker. Das fand ich nicht. Doch in der oberen Lade der Anrichte lag ein Säckchen mit Rosinen und eines mit Mandeln. Daran zu rühren war sehr streng verboten. Aber darauf kam es ja zu der Zeit nicht mehr an. Ich kostete. Mochte die Mutter sich ein wenig ärgern— ich kostete noch einmal, mit einer grinimigen Freude—, Die Wolgaschlepper. Bon Ernst Waldinger. Ewig schlaflos schleppen sich die Fluten, Einen Ruck noch! Wie die Finger von den Stricken bluten, Emen Ruck noch! Tag um Tag, wann dämmen schon die Frühe? Zieh noch einmal u'nd noch einmal. Zieh fester an, daß doch einmal, Ein Ende sei der Mcnschenmnhe. Einen Ruck noch! Kraft ist da, um nicht mit Kraft zu geizen. Einen Ruck noch! Gute Erde trägt den blonden Weizen, Einen Ruck noch! Krumm der Rücken unter Seiles Zwang, Zieh rwch einmal und noch einmal, Ter straffe Strick reißt doch einmal, Inzwischen hilft uns ein Gesang. Einen Ruck noch! Knechte wolltet ihr und macht uns schuldig! Einen Ruck noch! Breites Land liegt still und trägt geduldig Einen Ruck noch! Wenn der Frost das grüne Korn verzehrt. Zieh noch einnral und noch einmal. Es kommt die Zeit, daß doch einmal Der Acker sich der Frucht verwehrt. Einen Ruck noch! Wir sind schnsuchtsiräg und tatenlos. Einen Ruck noch! Uns ist Sendung und SarmatrnloS, Einen Ruck noch! Schollensromm sind wir ans Ackererden, Zieh noch einmal und noch einmal. Spring. Funken, drein, daß doch einmal Wir Flammen im Feuer wrrden! Einen Ruck noch! mochte sie sich ärgern, das trat ja doch zu-1 rück hinter ihrem Schmerz.„Wir hätten die Türm offcnlaffcn sollen, wie er eS immer wollte", wird mein lieber Bater sagen und weinen. Mir kamen die Tränen in die Augen— ich nahm eine Mandel und zwei Rosinen. Ja, dann werden sie weinen, aber dann ist es zu spät, dann liege ich bleich, kalt und einsam und Agnes mag es im Hause und in allen Häusern der Gaffe erzählen, waS in meinem Abschiedsbries zu lesen war. Ich stellte den TodeStrank aus den Seffel neben dem Diwan, ich nahm das Säckchen mit den Rosinen und daS mit den Mandeln und kroch aufs neue unter die Decke. Bon beiden kostete ich ein wenig und dachte: Bon Herz wird die Steine aus meinen Grabhügel legen, alle im Kreise und den Bergkristall in die Mitte. Vielleicht wird er auch bei Hof davon erzählen. Mandeln schmecken b^ser, wenn man sie mit Rosinen zusammen itzt, dachte ich schon verschwommen. Auch des unberührten GlaseS nebenan auf dem Seffel gedachte ich. Aber da schlief ich schon beinahe. Und dann schlief ich e'-n. O Weg, o Welt, o Weh, das die Brust sprengt! Es ist einige Zeit her— eine so befremdlich lange Zeit, daß es mich schwindelt, wenn ich die inzwischen durchglomme- nen Jahressproffen der schwanken Leite: niederblicke. Ich bin damals nicht gestorben — ich bin es bis heute nicht. Und sitze nun da, plumper Mann, dem die Haut gilbt, und taste und kann ihn doch nicht halten, denn feinen Sand, der mir durch die Finger rinnt. Afrikanisches. j Lady Dorothy Mills, eine Forschungsreisende, ist vor kurzem aus dem schwarzen Erdteil zurückgekehrt. Nun gibt sie in einer englischen Zeitung ihre afrikanischen Erlebniffc wieder. Dabei geht Lady Mills nicht von der Frage aus, wie stelle ich mich zu Afrika, sondern wie hat sich Afrika zu mir gestellt. Und sie erzählt von vielen lustigen Episoden mit schwarzen Häuptlingen und ihren Frauen. Sie erzählt unter anderem, daß sie auf der Durchquerung der Sahara zum Stamm der Tuareg gelangte, die auch heute noch von Raub und Menschenraub leben. Dir Männer der Tuarcgs hatten eine ritterliche Art, ihr zu begegnen, wie sic auch unter Europäern nur schwer zu finden ist. Sie wurden darin aber von den Frauen, die bei den Tuaregs das Zepter der Herrschaft führen, noch weit übertroffen. Denn die Frauen verzärtelten und verwöhnten Lady Mills auf jede Weise und bemühten sich, die weiße Frau um jeden Preis bei sich zu behalten. Eines Tages bot ihr die Frau eines Cchriks einen ihrer jüngeren Krieger an, von dem sie wußte, daß Lady Mills ihn gern sah. Aus den Einwand der Lady, daß sic ja schon verheiratet sei, erwiderte die Häuptlingsfrau, das mache nichts aus. ES sei zwar anzunehmen, daß der englische Gatte mit dieser neuen Heirat nicht ganz einverstanden sein werde, aber ihr neuer Gatte werde den anderen suchen, sinken und— beiseite schassen. Ein größeres Entgegenkommen kann man nicht verlangen! Ein andere« Mal in Südtunesien. Da war rin Häuptling, der schon mit drei Frauen lztvei schwarzen und einer braunen) verheiratet war. Eines Tage« läßt er bei Morolhy Mills anfragen, ob sie nicht Lust hätte, als vierte ins Fraucnhans zu übersiedeln. Allerdings ließ er der Lady gleichzeitig sagen, daß sie als Gattin »eines so bedeutenden Häuptlings viel zu dünn I sei; er muffe daher die Bedingung stellen, daß sie einen aus einer bestimmten Wurzel bereiteten Tee trinken werde. Eie würde dann in einem Monat jenen Umfang erreicht haben, der seiner Würde entspräche. Und damit die Werbung unterstützt wird, schickt er gleich sein'ck-t afrikanisches Brautgeschenk: einige hundert Schafe, dazu Schalen aus getriebenem Silber und ein Kästchen kostbarer Auwelen. Lady Mills hat sein Angebot trotzdem abgelehnt und der Häuptllng war fast beleidigt. Was konnte eS schließlich noch besseres geben, als die(wenn auch vierte) Frau eine« Häuptlings zu werden und über Rinder und SUavinnen nach Lust zu verfügen? Der vielleicht originellste Heiratsantrag, den die Forschungsreisende erhielt, kam aber von einer Frau, die die Lady mit ihren eigene» Mann, einem alten, dicken Häuptling, verheiraten wollte, der ebenso dumm wie gutmütig war. Die kleine, schwarze Häuptlingsfrau war achtzehn Jahre alt und ein entzückendes Ding. Sie nahm die Lady kurz nach ihrer Ankunft beiseite und bat sie, ihr einen großen Dienst zu erweisen. Und dann erzählte sie, daß sie sich in einen jungen, hübschen Menschen, der am Abend zuvor mit einer Karawane dort angekommen war, verliebt habe und sich gern mit ihm treffen wolle. Nun habe der Häuptling beschlossen, der Lady zu Ehren— deren Klugheit und Kenntniffk er sehr bewunderte— ein Fest zu geben. Diese sollte also die Güte haben, den Häuptllng möglichst lange zu beschäftigen. Der Wunsch der kleinen Frau wurde erfüllt. Das Fest dauerte bis zum frühen Morgen. Alles in allem— schließt Lady Mills,— ist die weiße Frau in Afrika beinahe so beliebt, wie der weiße Mann verhaßt ist, und sie hofft, daß ihr die vielen ausgeschlagenen Heiratsanträge bei ihrer nächsten Afrikareise nicht hinderlich sein werden. Ach, das verstehst du nicht... Sie war eine von den Millionen ewiggehetzter Proletarierinnen, die die Stunden der Tage und der Nächte teilen zwischen der Fabrik^ dem Haushalt, dem Manne und den Kindern. Nie hatte sie Zeit für sich— nie hatte sie Ferien. An den Arbeitspausen in der Fabrik beschäftigten sich ihre Gedanken mit ihrem Los, las sie die Zeitung u>ch baute sich ihr Weltbild. Manches gab es, das sie nicht verstand— sie hatte ja Pflichten, Pflichten und keine Zeit, sich mit Problemen zu befassen. Ahr ganzes Leben war ja„Problem". Ach weiß nicht, weshalb sie eines Tages zu mir kam. Einmal hatte ich sie irgendwo gesprochen.„Zeit" hatte sie nicht viel; sie wollte mich nur einmal etwas fragen. Wir plauderten über alltägliche kleine Dinge im Proletarierleben und über politische und sonstige Frauen- fragen.—„Ob sie wiederkommen dürfe", fragte sie beim Abschied.„So oft Sie wollen"; ich sagte das ruhig und freundlich. Als Arie hätte ich es singen mögen! Aber vielleicht hätte sie nicht verstanden, daß ein Mensch singen kann, weil ein anderer Vertrauen zu ihm hat. Dann habe ich ernsthaft über die kleine Frau nachgedacht. Was hatte sie doch noch gesagt? „Mit den Männern kann man sich doch nicht unterhalten, die sind immer so überlegen und gleich ungeduldig." Hatte sic recht? Tausendmal batte sie recht! Ach war ja erst einige Tage vorher Zeuge, als eine Frau von ihren« auf dem Sofa liegenden, in„blauen Dunst" gehüllten Gatten auf eine politische Frage die ungnädige Antwort erhielt:„Ach, das verstehst du nicht!" Ach möchte tausend Frauen fragen, ob sie es kennen, dieses:„Ach, das verstehst du nicht!": sicher würde ich 990 Fragen mit„Ja" beantwortet bekommen. Ob die 990 Männer, Brüder und Bäter wissen, daß sie mit dieser Antwort Berge von Vertrauen erschüttern, daß sie sich damit Steine in den Weg legen, die ihnen das Ziel»och schwerer erreichbar machen? Und du, Genosse Bater, Bruder, Ehemann? Gehörst auch du zu den 990? Rein! Du bist sa Sozialist und weißt, daß die Frau erst seit der Revolution Stimmrecht und damit dir Möglichkeit hat, die Politik zu beeinflussen, du siehst täglich, daß die Frau bei der unglü«Äich-notwen- „So ging also, wenn wir immer weiter in die Vergangenheit zurückblicken, unserm Vater der Großvater, dem Großvater der Urgroßvater usw. voraus. Run, Jungens— ich richte diese Frage an Schüler der Oberstufe—, sagt mir mal, wieviele Bäter sind das wohl zurück bis zur Zeit von Christi Geburt? Ihr habt ja im Geschichtsunterricht erfahren, was sich alles seit der Schlacht im Teutoburger Wald dis zur Gegenwart Wichtiges ereignet hat. Wie- Virle Vätergencrationen, meint Ähr, haben diese historische Entwicklung hervorgebracht? Aber bitte, nicht erst lange rechnen! Sagt mir rasch, wieviel Ihr schätzt!" Einer ruft:„Dreihundert!"—„Das scheint mir aber doch zu viel! Denn 1928 Jahre durch 40 Väter gibt ja noch nicht mal ganze 5 Jahre und würde bedeuten, daß jeder der Vorväter bereits im Alter von 5 Jahren feinen erstgeborenen Sohn besaß!"— Die Jungens lachen. Am nächsten Tage errechnen wir gemeinsam— die Schüler haben sich über die Geburtsjahre ihrer Bäter unterrichtet—, daß das Durchschnittsalter der Bäter bei der Geburt ihrer in der Klaffe versammelten Söhne 32.7 Jahre betrug. Das stimmt gut überein mit statistischen Untersuchungen an größeren Bevölkerungsgruppen, nach denen sich innerhalb eines Jahrhunderts drei Geschlechterfolgen ablösen, also der Geburtstag des Urgroßvaters durchschnittlich rnnd hundert Jahre vor dem eigenen liegt. Bis zur Zeit vor Christi Geburt ergibt das also 19.29 mal S= S8 Vorväter oder Generationen. Unser 58. Borvater kann also dabei gewesen sein, als unter Hermann dem Cherusker die römischen Legionen des Quintilius Barns im Teut.oburger Walde vernichtend geschlagen wurden. Als unser 100. Vorvater aber lebte(14. Jahrhundert v. Chr.), lag ganz Germanien noch im vorgeschichtlichen Dunkel; in Aegypten wurde ungefähr in dieser Zeit dem Könige Tut auch amon ein prunkvolles Grabmal errichtet. Und unser§00. Borvater im 5. Jahrtausend v. Chr. genoß möglicherweise innerhalb seiner Mcnschenhorde besonderes Ansehen, weil er die Fertigkeit, aus Feuersteinen Werkzeuge und Speerspitzen zu schlagen, recht gut verstand. So läßt unsere Berechnung sicher sür viele überraschend erkennen, daß wir es innerhalb von ungefähr 200 Generationenfolgen von der Steinzeittechnik bis zum elektrischen Kochtopf, drahtlosen Fernsehen und Tonfilm gebracht haben. Und wie gewaltig hat sich während dieser Borväterrcihc auch die Borflellungswelt der Menschen verändert! Uebcrrascht beim vorangcgailgcnen Rückblick die niedrige Zahl, so ergibt sich für eine andere Betrachtung unserer Borfahrcnreihe das Umgekehrte. Ein jeder von uns hat einen Bater und «ine Mutter, durch diese zwei Großväter und digen Verbindung von Erwerbsarbeit und Haus- t krauen- und Mutterpflichten nicht Zeit hat, sich s so intensiv mit politischen Fragen zu belchm-' tigen wie du. Und deshalb gehst du mit frinenl Ber-. ttändnis aus ihre Fragen ein und sagst nicht: „Ach, das verstehst du nicht!" Schließlich weißt du ja, daß wir seit Beendigung des Krieges einen Frauenüberschuß haben, daß die Frauen- stimmen die Wahl entscheiden, und daß wir sie alle, die Frauen, Schwestern und Töchter, fiir den Sieg des Sozialismus brauchen. zwei Großmütter, durch diese wieder vier Urgroßväter uird vier Urgroßmütter usw. Und da es inlmer so war, daß ein Mensch Bater und Mutter hatte, muß jede weitere Generationenreihe, die wir i» die Vergangenheit zurückgehen, die Zahl unserer direkten Borfahren verdoppeln. Die sogenannte.theoretische Ahnenzahl" schwillt dadurch in der gleiche» Weise immer rascher aik, wie die Anzahl der Weizenkörner, die sich der indische Erfinder des Schachspiels angeblich von seinem Fürsten als scheinbar recht bescheidene Belohnung erbat: anfs erste Feld ein Korn, aufs zweite zwei, aufs dritte vier usw.; das ergab auf dem 64. Felde eine so ungeheuer große Meikge von Weizenkörnern, die beim beste» Willen nicht zu beschaffen war. Die gleiche Berechnungsart ergibt so sür die 58. Borsahrengeneration, die ungefähr ani Anfänge unserer Zeitrechnung lebte, die unvorstellbar große Zahl von 304.614 Billionen Ahnen für einen jeden heute lebenden Menschen. So viele unseres Geschlechts hat aber unser Planet selbst durch die paar Jahrhundrrttau- sende hindurch nicht getragen, seit Menschen sind. Heute leben auf der Erde etwa 1.5 Milliarden, und damals ums Jahr 0 waren es sicher viel weniger; denn als Kaiser Augustus befahl, daß„alle Welt geschähet würde", ergab sich eine Gcsamtbevölkerung des römischen Weltreichs von rund 100 Millionen. Die germanischen Stämme umfaßten damals zusammen sicher nur einige Hunderitausende. So besteht also zwischen unserer zweifellos doch richtig berechneten Ahnenzahl und den tatsächlichen Verhältnissen eine recht erheblich große Differenz, die wir zu überbrücken verpflichtet sind. Zwei in logischem Zusammenhang stehende Tatsachen gestatten das in völlig befriedigender Weise: Bor allen! haben wir uns gegenwärtig zu halten: nnserc Großväter und- Großmütter sind zugleich auch Großväter und Großmütter einer ganzen Reihe anderer, mancher wahrscheinlich sogar unbekannter Angehöriger unseres Berwandtschaftskreises. Das gilt von jeder weiter zurückliegenden Reihe im gesteigertem Maße. Trotzdem wurde dieser Umstand allein nicht genügen, die Berechnung mit den Tatsachen auszuglcichcn. Wir werden vielmehr mit zwingender Konseiuenz noch zu einer anderen Erklärung gedrängt: iir den Generationen vor den Urgroßeltern müssen außerdem, ebenfalls in immer zunehmendem Maße, Verknüpfungen zwischen den heute nicht mehr als verwandt angesehenen und nachzuweisenden Familien er- solgt sein. Mit anderen Worten: wenige Geschlechter zurück hat innerhalb der einzelnen Völker unbewußte Inzucht in sehr starkem Maße statt- gefilnden. Diese uns unbekannten Berwandt- schastsbeziehungen umschließen je weiter zurück desto größere Krcije, zu denen die meisten der heute Lebe, den in Beziehungen sichen Lingeyvvene«Schatze lm Loten Meer. Von allen Binnensalzseen hat keiner von jeher so sehr das J:.teresse der Chemiker wachgerufen wie das Tote Meer. Der ungeheure Salzreichtum dieses merkwürdigen Gewässers hat schon seit langer Zeit zur Ausbeutung gelockt und neuerdings mehren sich wieder die Nachrichten, daß englische Gesellschaften sich mit Plänen zur Erschließung des im Toten Meer enthaltenen Mineralreichtums tragen. Dann würde das Tote Meer die längste Zeit„tot" gewesen sein, und gar bald würden Maschinen und Fabrilschlotr, Motore und Automobile Leben an seine Ufer bringen. Vorläufig liegen seine Gestade fteilich wüst und öde. Aus dem unfruchtbaren, rissigen Bodcngrund sproßt kaum hier und da ein kümmerlicher Halm, und ohne Leben starren an den Ufern die in der Sonne glitzernden, von Salz verkrusteten Tonhügel. Auf hundert Teile Wasser des Toten Meeres, dessen Spiegel 394 Meter unter dem des Mit- tclmceres liegt, kommen 23% Teile Salz, und zwar 6.7 Prozent Natriumchlorid(Kochsalz), 11.8 Magnesiumchlorid, 3.3 Kalziumchlorid, 1.1 Kaliumchlorid, und 0.5 Magnesiumbromid. Von diese» Bestandteilen känic als wirtschaftlich verwertbar allerdings wohl nur das Chlorkalium in Betracht; Magnesiumchlorid und Kalziumchlorid wäre» praktisch werttos, und auch der Brom- und Kochsalz-Ertrag würde nicht den gewaltigen Apparat lohnen, dessen Aufbau zu ihrer Gewinnung erforderlich wäre. Somit steht und fällt das Projekt der praktischen Ausbeuttlng des Toten Meeres mit der wirt- chastlichen Möglichkeit einer lohnenden Gewinnung von Kalisalzen aus seinen Wassern. Ließe sich hierfür ein brauchbares und ergiebiges Ge- winnungsderfahren finden, was freilich bei der überaus ungünstigen Lage des Toten Meeres ehr zweifelhaft erscheint, so dürsten die gewonnenen Kalimenge» in der Tat einen spürbaren Einfluß auf den Weltuiarktpreis dieses wichtigen Düngennttcls gewinnen. Sine wahre Geschichte aus dem Schwarzwald. War ein Bauer in dem Schwarzwald an Typhus erkrankt. Der Arzt verordnete ein heißes Bad. „Wieviel Grad, das Bad?" „Siebenundzwanzig!" „Wie hoch die Zimmertemperatur?" Der Arzt möchte die prächtige alte Bauernrau dem ganzen Glottertal als Muster hin- tellen! „Achtzehn Grad, liebe Frau!" Als der Arzt wiederkommt, steht ein dampfender Kübel im Zimmer. Der Arzt steckt den Finger ins Wasser... zieht ihn mit einem Auffchrei znrück. „Was niachen Sie mit dem heißen Wasser?" „Ha, des isch's Bad vom Mann!" „Ja, um Gottes Willen, das ist ja viel zu heiß! Wieviel Grad hat's denn?.. „Ha, genau wie Sie's g'sagt hen! 27 Grad Ars Wasser und 18 Grad fürs Zimmer, das macht 46 Grad!" „Ja, aber Frau, da dürfen Sie Ihren Mann nicht-drin baden!" „Ha! Mer hen ihn schon badet! Er ist schon verbrüht.,." Unfrcr oiftnen 9tei0' nn6 Zayl. xjom«ran 3R■• l» a«. -- 4 Dom kommenden Krieg. Im Kreise Ponewesch in Litauen erzählen sich die Bauern neuerdings dieser Märchen, das die litauische Schriftstellerin G. Petkevicaite ausgezeichnet hat. Im vergangenen Winter während der starken Fröste fuhr ein Mann züm Markt. MS er eine Strecke im Walde zurückgelegt hatte, begann sein Gaul plötzlich zu scheuen und sich zur Seite zu werfen. Aus dem Gebüsch trat ein Greis hervor und bat den Bauern um wärmere Kleidung. Der Mann lehnte zunächst ab, sagte, er hätte keine mit. Aber plötzlich tat ihm der frierende Greis leid, er hieß in an derselben Stelle warten, machte kehrt, fuhr nach Hause, nahm einen Pelz mit und fuhr in den Wald zurück. An derselben Stelle fand er den Treis vor, der geduldig aus ihn wartete. Obwohl der Gaul beim Anblick des Greises vor Schreck schnob und zitternd zurückwich, übergab der Bauer dem Frierenden den Pelz. Der Greis nahm den Pelz und forderte den Mann auf, mit ihm ein wenig tiefer in den Wald zu gehen. Der Bauer lieh sein Pferd stehen und folgte dem Greise. Als sic eine Weile' gegangen waren, gewahrte der Bauer im Gebüsch drei Fässer. Der Greis aber sagte: „Paß gut auf und merke es dir! Hier siehst du drei Fässer— eines voll Wasser, eines voll Getreide, eines voll Blut. Da du dich meiner erbarmt und mir Gutes erwiesen hast, will ich's dir vergelten und dich warnen. Wisse denn, dieses erste mit Wasser gefüllte Fatz— das ist der vergangene Regcnsommer, der eure Felder mit Hochwasser überschwemmte; das zweite Fass voll Getreide— das ist der Sommer dieses Jahres, der euch die reichste Ernte bescheren wird; das dritte voll Blut— das ist der dritte Sommer, der euch einen grossen Krieg bringen und dir ganze Well in Blut ertränken wird." (Aus dem Litauischen von G. W.l Der gute Ton von 1024. In, Äahre 1624 machte das rüpelhafte Benehmen der jungen österreichischen Kadetten nachstehenden Ukas des österreichischen Hosmar- schallamtcs notwendig, der einen äusserst interessanten Einblick in die Sitten der damaligen Zeit gewährt. Er lautet: „Sci.ce königliche Hoheit haben geruht, verschiedene Offiziere zur Tafel zu laden, und haben häufig Gelegenheit gehabt, zu bemerken, dass der grösste Teil der Offiziere sich mit der grössten Höflichkeit und guten Erziehung benimmt und sich gleich wahren und würdigen Cavalirrcn anssührt. Ncchtsdrstoweingcr erscheint cs Höchstdemsclbcn aber ratsam, den minder erfahrenen Kadetten Ordnungsvorschrift zu machen: Sie sollen: 1. Seine Königliche Hoheit gleich nach Ankunft ihre Hochachtung beweisen, hübsch gekleidet, mit Rock und Stiefeln versehen, und nicht in das Zimmer in halbtrunkenen Zustand treten. 2. Bei der Tafel nicht mit dem Stuhle schaukeln oder sich darin rekeln, noch die Beine der Länge nach ausstrcckcn. 3. Richt nach jedem Mundvoll trinken; dcni, wenn sie das tun, so werden sie bald berauscht sein. Sie dürfen also den Becher nicht mehr als zur Hälfte nach jedem Gang leeren und müssen sich vor und nach dem Trinken den Mund und Schnurrbart rein abputzen. 4. Die Hände nicht in die Schüsseln stecken und die Knochen nicht unter den Tisch werfen. & Nicht die Finger ablecken, noch in die Teller ausspucken und ebensowenig die Rase am Tischtuch abputzen. 6. Richt so bestialisch trinke», um vom Stuhle zu fallui und verhindert zu fein, aufrecht zu gehen." Und diese Herrchen waren nun Sprösslinge der ersten Familien des Landes. Wie mag wohl ihr Benehmen gewesen sein, wenn sie zufällig mal mit dem„Boll" zusammenkamen? Gotthard Brodt. Exotische Delikatessen. Die Ansichten über das, was als eßbar anzusehen und als besonders wohlschmeckend zu schätzen sei, gehen innerhalb der verschißenen Böller unseres Erdballes erstaunlich west auseinander. Auf der Tafel der Chinesen und Japaner erscheinen die seltsamsten Leckerbissen"; afrikanische Stämme verzehren mst Vorliebe Heuschrecken und sogar Termiten und Skorpione. Verspürt der fischende Samoaner Hunger, so nimmt er einen Fisch, befreit ihn von den Flossenstachcln und verzehrt ihn„mit Haut und Haaren". Eine Holothurie oder Seegurke(Stachelhäuter von Wnrmform mit lederavttgcr Haut) ist ihm auch wilkommen; er befreit diese von der Haut und dem Inhalte und das dabei übrigbleibende. weißrote„Fleisch" ist derartig kalkhaltig, dass es knirscht- Jedoch auch im Urwalde kann man Hunger bekommen, aber hier ist gleichfalls für ein kräftiges Mahl gesorgt, dem zuzuschauen starke Nerven erfordert. Die Mode des grössten und seltensten Bockkäfers SamoaS lebt in vennodcrten Baumstämmen, die ja jeder tropische Urwald sehr zahlreich ausweist. Bei der Stärk« eines Daumens erreicht diese Made eine Länge von über lü Zentimeter, und durch ihr zahlreiches Aufttetcn wird der stärkste Stamm in kurzer Zeit zerstört.- Entdeckt der Samoaner «inen solchen hämgesuchren Stam-nr, so lässt er alles stehen und liegen, um sich mit Axt und Haumesser des verlockenden Gerichtes zu versichern. Diese Tier« werden nun mst wahrem Behagen bei lebendigem Leibe verzehrt; nur der winzige Kopf bleibt auf dem Schlachtselde. Was mancher nicht weiß. Der Pariser Architekt Ronsard baute um 1600 zuerst die später nach ihm benannten Dachkammern. Der belgische Musiker Adolf Fax erfand das nach ihm benannte Saxophon. Der Platinbedarf der Welt befindet sich zum weitaus größten Teil im Besitz der Compagnie Industrielle de Platin in Paris, die je nach Bedarf den Markt mit den erforderlichen Mengen versorgt. In Indien gab es nach der letzten BolkS» zählung rund 250.000 Menschen, die noch nicht fünf Jahre alt und dennoch schon verheiratet waren. Der Bollmoud besitzt nur den 57.000. Teil der Leuchtkraft der Sonne. Bei den afrikanischen Buschmänner» sind keine HochMitszcremonicn üblich. Wenn man alle Zigaretten, die in den Bereinigte» Staaten Nordamerikas in einem Jahre geraucht werden, hintereinander legen würde, könnte man damit den Aequator 126mal umspanne»;. Dir älteste noch vorhandene Neujahrskarte stammt aus dem Jahre 1530. Wenn man 70 Jahre alt geworden ist, hat man rund 1160 Zentner Nahrungsmittel aller Art zu sich genommen. Kein Bogel fliegt gern, wenn er einen starken Wind im Rücken hat. Bei Sturm verkriechen sich fast alle Vögel. Ein revolutionäres Metall. Ein Metall, mit dem man Stahl wie Butter schneiden kann, ist werwoller als Gold. Das Metall ist gefunden— es kostet doppelt soviel als Gold. Die Kruppschen Werke in Essen stellen es her, das wie Mamant schneidende Gemisch von Wolfram, Kohlenswff und Kobalt. Natürlich ist es patentrechtlich geschützt. DaS amerikanische Herstcllungsrecht ist von zwei Firmen erworben worden, die eine davon(Genral Electric) bringt es unter dem Namen Carboloy auf den Markt und verkauft das Pftind für 500 Dollar, während Gold etwa 290 Dollar kostet. Arbeitsersparnis wird auf 30 bis 40 Prozent bewertet, ebensoviel Material-Ersparnis durch Berringerung des Verschleisses. DaS Metall hat fast die Härte dcS Diamanten. Es steht gegenwärtig erst am Anfang seiner Entwicklung, da es z. B. Taschenmesser oder Küchrnmesicr daraus noch nicht gibt, ebenso viele andere GebrauchSgrgenstäude mit Schneiden nicht. Widiamesser brauchen nie geschliffen zu werden. Eine Rirseatalsperre wird jetzt am Saluda» Fluß, 16 Kilometer von Kolumbia in Süd- Karolina errichtet. Die Anlage liefert nach einem Bericht der„Umschau" das Wasser für rin Elektrizitätswerk von 300.000 PI. Die Sperre besteht in einem gewaltigen Erddamm, der 69 Meter hoch, am Grunde 400 Meter breit und etwa 2400 Meter lang ist. Ueber die Tammkrone soll eine breite betonierte Fahrstraße führen. Der Stausee wird 65 Kilometer lang und an der breitesten Stelle über 22 Kilometer breit sein; er bedeckt bei vollkommener Füllung eine Fläche von 215 Quadrat- Kilometern und faßt genug Wasser, um das Werk auch bei einer halbjährigen Trockenheit in Betrieb zu erhalten. n Heiteres. Unerwartet. Der Sohn einer sehr reichen Familie in Amerika ist wegen einer Jugend- torheit angeklagt und die Familie befürchtet, daß der Sohn Zuchthaus bekommen werde.— Um die Schande, ein Familienglied im Zuchthaus zu haben, abzuwenden, bittet der Verteidiger den Geschworenenobmann, doch dahin zu wirken, daß der Junge lediglich Gcfängnissttase bekommt.— Man verspricht den Geschworenen zehnrauserch Dollar für den Fall, daß der Junge lediglich Gefängnis statt Zuchthaus erhält.— Nach der Verhandlung, bei welcher das Urteil auf zwei Jahre Gefängnis lautet, gibt der Verteidiger dem Geschworenenobmann das Geld und bedankt sich im Namen der Familie.— Da sagt der Obmann:„Einmal habe ich das gemacht, mach's aber nie wieder, was meinen Sie, was ich hab' reden müssen, daß der Jung« Gefängnis bekam, mir tut jetzt mein Mund noch weh."— Verteidiger:„Ja, warum wollten denn die anderen durchaus Zuchthaus haben?"— Obmann:„Zuchthaus, gar keine Idee, absolut freisprcchen haben sie ihn wollen." DaS Erkennungszeichen.„Kunze hat sich doch jetzt einen Bart stehen lassen. Ich habe ihn gestern getroffen und hab« ihn kaum wiedererkannt."—„Und wieso wusstest du, daß eS Kunze war?"—„Ich habe ihn schließlich an meinem Schirm erkannt."(«Life.") Geiz. Flossie kommt aufgeregt zu Mr Karten gelaustn.„Edgar hat eine» Pfennig verschluckt, Vater!"—„O," sagt der schottische Vater,„dar macht nichts, laß ihm den Pfrnuig, er hat ohnehin übermorgen Geburtstag*