Wr. 43 unterftattaagtfBetlage. 1929. GGaKendes M! GeOßßtteße am Wayttoge deine Reiniger ad! — 2 Me flammende«Ntta. 3*m Ota«a 9tak»amn. Jahrhunderte nach den spanischen Eroberern, die angcktteie Indianer fir sich, in den Goldminen arbeiten ließen, entdeckte der schlaue Rockeseller die Schluchten(KanyonS) von Colorado. Nicht die paradiesische Landschaft lockte chn. Ties unter der Erd« lag der schätz. Und er kaufte Maschinen, ließ Straßen und Bergwerke anlegen, Baracken für die Sklaven bauen, die ihm Reichtum fordern sollten. Sie kamen— kamen von allen Enden der Welt, arbeit-gierig, trotzdem sie wußten, was ihrer harrte— Slawen, Italiener, Mexikaner, Amerikaner,— Schwarze mü> Weiße. In einer Baracke in Trinidad wuchs das Mud Milla auf. Ein dunkles, siawischeS Mädchen, ein einfaches Bauernmädel. Schon fühlte sie sich als Amerikanerin, blickte mit lächelnder Ueberlegenheit auf die bunten. Röcke, die die Mutter in einer Truhe aufbewahrte. Sie sah den Baler in grauer Frühe einfahren, in der Abenddämmerung erschöpft Heimkommen. Und sie wußte, wie viele Väter, Brüder Gatten nicht heimkehrten. In ihre kirchlichen Sviele gellte die Pfeife, die den Tod kündet. Daun stand sie uuter den bleichen, verhärmten Frauen an der Einfahrt und wartete, um zu sehen, wen «an erstickt hinaufbrachte. Als die Mutter starb, übernahm Milla daS Hauswesen. ES war im Jahre 1927, sie zählte 19 Jahre. Ihr einziges besseres Gewand,«in breunendroteS Wollkleid, gab ihr chren Beinamen. Sonntags holte sie ein ßjleichaltrißer Sump«! zum Tanz, nahm sie «ter auch in Versammlungen mit. Anfangs hörte sie mir zu, um dem Jungen, den sie gern hatte, etwa» Liebes zu tun. Dann erwachte ihr Interesse. Der groß« Berg- arbeiterstreik war anSgebrochar, die Frauen mußten die Streikposten verstärken^ Als erste meldeten sich Milka und ihre Schwester Santa. Und nua begann für Milla ein Leben, das mau wohl heldenhaft nennen kann. Sie überwand ihre Schüchternheit, Die Herren der Welt. Die Uv«»»« der 3000 Millionäre. Park Avenue in New Jork das ist heute zweifelsohne die reichste Straße der Welt. Bund 3000 Millionäre wohnen in dieser Straße, 3000 von den 4000 Millionären New Ports, und von den 15.000, di« Amerika insgesamt beherbergt. Die Bewohner dieser einzigen Straße verausgaben jährlich 880 Millionen Dollars. Um «S etwas genauer zu sagen: 85 Millionen werden jährlich für Damrnkleider ausgcgebrn, 18 Millionen für Herrenkleider, 58 Millionen für Wohnung, Einrichtung und Dienerschaft, 82 Millionen für Esten, 20 Millionen für Reisen, 8 Millionen für Schönheitspflege und Parfüms, 7 Millionen für Jagden, 5 Millionen für Theater und Kabaretts, 5 Miilloncn für Blumen und Bonbons, 5 Millionen für Wohltätigkeit. Dabei leben diese Millionäre hier gar nicht einmal in eigener Wohnung, geschweige denn in eigenen Häusern. Sir wohnen hier sozusagen möbliert, und' ihre„bösen Wirtinnen" sind die Grundstücksspekulanten, die hier für sie diese Prachtstraße anlegen ließen. Wollte feder der Millionäre in eigenem Haus« wohnen, so müßte» hier 8000 Paläste stehen. Doch ermutigte die Genosten allerorten iu unzähligen Versammlungen. Bald wurde sie von den Streikenden als ihr« Führerin an- gesehen. Aus den Kämpfen gegen Polizei und Mllitär sei nur«ine Episode erzählt. Die Bergarbeiter von Delagua konnten sich den Streikenden uicht anschließen, weil sie von Militär umzingelt wurden. Milla, die Fahne in der Harch, führte den Zug der streikenden Kumpels über den Canyon von Ludlow zur Eroberung des Bergwerks von Delagua. Auf der ersten Brücke warteten die Soldaten und bemühten sich zuerst, die Herunrückenden mit LassoS zu fangen. Immer wi^er fühlte Milla den Strick um den Hals, immer wieder befreite sie sich. Da es nicht über die Brücke weiterging, müßte man eS eben unterhalb der Brücke versuchen. Milla sprang den Gefährten voran in die Schlucht, die Solllaten nach. Aber schon war sie, sieghaft lachend, von der anderen Seite auf die Brücke gestürmt und rief die Kameraden. Im Handgemenge mit dem Militär wurde Milka gefesselt— die Ketten drückten ihre Handgelenke so, daß sic ohnmächtig wurde. Die Genossen befreiten sie. Die Soldaten schossen. Die Arbeiter sanaen die Internationale und drangen unaufhaltsam vor. Bald mußte daS Militär Weichen. Delagua war erreicht— auf einem Karren, in Jobe erschöpft, aber aufrecht sprach Milla, beschwor die KumvelS, zum Streik zu stehen. Und sic gehorchten. Wochenlang lag Milla Sablie, schwer verwundet, im Spital. Sie hat Gefängnis, Mißhandlung und Schimpf erduldet. Nichts machte sie schwankend. Der Lebenskampf der Bergarbeiter von Colorado erreichte damals nicht ganz das ersehnt« Ziel. Doch war er ein Schritt nach vorwärts. Der flammenden Milla, einem Mädchen, wie es heute unter den Sozialistinnen viele gibt, war er zu danken. wicher dazu den Platz nehmen? Di« Avenue der Millionäre ist überhaupt ein Teil der Park-Avenue. Sie erstreckt sich von der 46. dir zur 96. Straße»Nd nimmt auf jeder Seite nur 50 Häuserblocks in sich auf. Jeder Häuserblock ist 12 bis 15 Stock hoch und au» Beton und Stahl gegossen Bon der 57. Straße an gibt es einen Rasrnstreifen in der Mitte drS Asphalts, rin paar Bäumchen, rin paar Bänke, doch schaut daS alles nach nicht viel aus. Jeder der Millionäre bewohnt ein„Appartement!" dieser ungeheuren Betonhäuser. Bon außen ist nicht daS geringste von der Pracht zu sehen, die in diesen Appartements entfaltet wird. Alte Möbel, Gobelins, die Kunjtfchätze Europas und Asiens sind hier in der phantastischsten Zusammenstellung aufgehäuft. ES soll dort Badestuben geben, die auS Jade und Gold gebaut sind, und die allein 35.000 Dollars gekostet haben. Die teuersten Wohnungen in der Park- Avenue sind die sogenannten„Duplexroosappar- tementS", daS heißt solche Wohnungen, die in sich wie rin abgeschlossenes HauS gebaut sind. Sie bestehen auS 9 bis 12 Zimmern und sind auf da» Dach drS Hauses ausgesetzt. Der Filmkönig Zukor bewohnt zum Beispiel solch eine Wohnung. Diese Wohnungen kosten durch- ' schnittkich 40.000 Dollar» JahreSmirte. 4000 Dollar» pro Zim«er. Bel der Einrichtung dieser Wohnungen gibt eS nur eine einzige Richtlinie und die ist: sie darf nicht weniger kosten al» 100.000 Dollar«. Bon den Kleineren" Millionären wohnen in je einem dieser Häuser 60 dir 70 zusammengepfercht". Diese Häuser find sozusagen die „Mietskasernen" der Millionäre. Die Vornehmeren der Millionärstraße, wie Ford, Rocke- srller jun. und der Staatssekretär und Allumi- niumkönig Mellon, geben sich mit diesen kleinen Kollegen gar nicht ab.' Ob diese Straße eine eigene Rote, einen eigenen Dust hat?— Man könnte denken, e» riecht hier nach Eisen, Standard Oil, Kohle, Eisenbahnen, Film, Zucker, Konserven, Auto» und ähnlichen mehr oder minder schlecht rie» chendcn Geschäften. Doch keine Spur davon! Die Hausftauen und die Haustöchter dieser Häuser duften, wenn fie Sonntag» vormittags auf dem Korso der Park Avenue in Rudeln spazieren gehen, nach französischen Parfüms. Dr. Nikolas Aranhosi. An den Arbeiter von Georg Herwegh. Und du ackerst„d du säst,« nnd du nietest«nd du nähst, nnd du hämmerst«nd du spinnst— sag,» Volk, waS du gewinnst! Wirkst am Webstuhl lag nnd Rächt, schürfst im Er,- nnd Kohleuschacht, PUlst dr» Urberflnste» Horn, pllst e» hoch mit«ein nnd Korn. Doch wo ist del« Mahl bereit? Doch wo ist Ma Feirrkleid? Doch wo ist dein warmer Herd? Doch wo ist dein scharfe» Schwert? Deiner Dränger Schar erblaßt, wenn du, milde deiner Last, in die«e lehnst den Pflug, wenn dn«esst: e» ist|m|! Höflichkeit in Korea. Die Koreaner haben ihn Unabhängigkeit verloren. Ihr letzter König ist entthront,»ich die Japaner sind Herren de» Landes geworden. Aber die Koreaner find konservative Leute. Sie hängen an den Sitten ihnr Vorfahren und wollen auch heute noch nicht davon ablassen. Wenn zwei koreanische Bürger fich auf der Straße begegnen, so grüßen sie sich siebenmal respektvoll, und folgender ewig gleiche Dialog wird gewechselt: „Ihr seid herrlich und groß, Durchlaucht!" „Ich bin nur ein schmutziger Bettler in euren Augen, Allmächtiger!" „Uied wie geht es eurer ehrenwerten Nachkommenschaft?" „Den vier entarteten Geschöpfen, die sich meine Kinder nennen, geht es gut. Ich danke der Nachfrage, mein Fürst. Urck» was machen erue herrlichen Sprößlinge?" „Erlaucht sind zu gütig! Dir Gesundheit meiner zwei Ferkel ist zufriedenstellend!" Dann begrüßen sich die beiden Koreaner wieder siebenmal respekwoll und schreiten mit Würde davon. Zeit ist noch nicht Geld in Korea. Eva onf »OH»Otter CB. OftDUctoKi. An einem öligen Spätsommertage, als das Laub schon braun und staubig durch die Straßen stob und der Himmel wie eine reife Mandel über der Stadt hing, wurde in der grauen Asphaltschenke des kleinen HafenorteS Porto Palo auf Sizilien ein Kind geboren. Lucia Bakus trug es viele Monate unter dem Herzen uik zitterte, als das Blut in den Adern zu saufen begann nnb dann das Fleisch zum ersten Male wieder deboren wurde. An diesen Stunden der heimlichen schmerzhaften Erwartung schien ihr die Welt ein fiebenfarbiger Kristall. Die dunkelste Stunde ihres. Lebens, das Salz der ewigen Tränen, das Einerlei der Arbeit, der Bettelmusik und der Gestank des verschütteten, billigen Weines wurden süötzlich von einem magischen Schimmer überzogen und hatten nun den Dust einer freundlichen Erinnerung: Da es auch schon Abend wurde, sprang die Sonne wie Blut durch das Fenster, und das Her; ward ihr zu einer silbernen Schale. ES war vor Monaten an einem rechten Feuertag in den Pafferver Bergen gewesen. Biktorio Geno war ein wilder Bursche auS Eantania, und sie mochte ihn gern. Er war mit den Eteinhauern und Mauersleuten nach Porto Palo gekommen, um am Bau der Klosterkirche Dienst zu nehmen. Lucia kam aus dem kleinen Städtchen Modica in der Grafschaft gleichen Namens, wo sie einige Tage bei Verwandten wellte, und wallte nach Palo zurück. Al» sie durchnäßt und frierend durch den Regen schwamm, traf sie in der Lava VSspica, einer höllische» Gebirgsschlucht, unweit Spaceaforno, den Steinhauer> Biktorio Geno. BUtorio warf sogleich sein Le- derwamS über ihren Leib mW trug sie bis «ach Pal» hinein. Ws sie so in den Armen dieses fremden Mannes lag, fühlte sie das harte, rindige Fleisch, Hr deine« Herz schien p bersten, feine Brust roch nach Bergkraut und Regen und dampfte wie die Rächt. Ein riesiger Schädel saß ihm wie ein Amboß auf den breite» Schultern; als er Lucia küßte, knallte es geradezu In den Bergen, und das Echo lief bis in die Stadt hinein. Ein Oelzwelg hing immer in seinem Munde und gab der Gepalt, die nur aus Kraft und WUdheit zu fein schien, den Sinn in« Heilige. Die süße Anmut der kleinen Lucia «»achte ihn ost lachen, und sie fürchtete sich Vor ihm, aber gerade darum liebten sie sich und waren ein glückliches Paar. Doch bald mußte Biktorio toiebei nach Eantania zurück. Die Arbeiten an der Kloster- Arche waren beendet, die Maurer uiw Zimmerleute schnürten ihre bunten Bündel, liefen oder fuhren in die heimatlichen Provinzen zurück. Biktorio dachte wieder an Weib und Kind; das Mädchen würde er vergessen, wie man so manches im Leben vergessen muß. Ms er von Lucia Abschied nahm und sie noch einmal küßte, dankte er ihr in seiner unbeholfenen Art für alle abendlichen Feste in den Bergen und in den dunklen Gaffen und fuhr dann heim. Lucia weinte, ihre Gedanken starben, und die Welt war wieder ein dunkle« Haus. Bis sie ungefähr neun Monate nach diesen Feiertagen in der grauen Asphaltschenke zu Porta Palo ein Kind gebar. * Ach, der dieses Beispiel einer immer wiederkehrenden Tragik vorüberziehen sah mw der ich den zwangvollen Ausgang dieses Berhält- nlsseS nur mit dem Ausdruck meiner herzlichen Anteilnahme verbinden kann, wohnte zu damaliger Zeit in der Asphaltfchenke zu Palo. Ach selbst war aus dem Schutt eines»»glücklichen Erlebnisses nach dort geflohen und wollte nach Afrika hinüber. Doch der Wind lag noch zu heiß über dem Meer; ich wollte bis Oktober warten. So geschah in einer blauen und kristallenen Nacht da» Ungeheuerliche, das an die Dumpfheit des Mittelalters oder an die Grausamkeit spanischer Anquifition erinnert. Der Pater der Marco-Kirche ließ Lucia in den Klostergarten rufen, wo sie sich entkleiden»mßte und dann ' mit langen Ruten so lange gepeitscht wurde, bis sie blutend zusammenbrach. Tief während dieser Nacht hörte ich das Schreien und die Hilferufe in»«in Zimmer fallen. Ach fühlte die Schmerzen, als ob man mich schlüge, und bedeckte mein Gesicht. Dann fragte ich: Wer darf zürnen, wenn das Fleisch zu Gott will? Wer darf Richter sein über das Gebot der Liebe? Wer darf sich bekreuzigen und Müttern inS Antlitz speie», wenn der Rausch deS Himmels über uns kommt? Legt doch Feuer in diesen Schwamm! Liebt euch! Am Angesicht de» Todes, der in de» Müttern liegt, im Licht der Liebe, das unser Kreuz ist; unter dem feurigen Himmel, der nicht Sünde kennt, jubelt, preist euch, ö Kinder der gött- lichen Mutter Erbe, um des irdischen Lebens willen! » Lucia zog bald darauf nach Medica. Schmer, faß in ihren Mundwinkel», als sie da« Kind in der Kirche de« heilige» Markus taufen ließ. Einige fremde Frauen, die aus Neugierde in den Wtarraum traten, weinten; bärtige Männer schaute» durch die bunten Fea- ster in den vorüberstürzende» Tag. Der Himmel flatterte in vielen Farben gra»fam und schön. Am Toskanischen, wo ich später durchreiste, um nach Florenz zu kommen, nannte man das Kind Gorgias. Habt Ihr vergessen...? Habt ihr vergessen, wie es geschmeckt? Ahr lagt in den Gräben, vertrust und verdreckt. Sie saßen in der Etappe Und hatten die große Klappe———! Jetzt stehlen dem Bolle sie Lohn und Brot— Was weiß das von unseren Qualen—! Für sie daS Geschäft, für uns die Rot—, Abrechnung folgt!— Bei den Wahlen! AsrikanMe Abenteuer eines fiimenven Ehepaares. Der Kurbellastenmann? Martin Aohnfon hat eine tapfere kleine Frau. Eines Tages— er war damals noch Theatettnrektor irgendwo in USA, und die Geschäfte gingen schlecht, weil das Kino immer mchr in Mode kam— eines Tages also ftagte er sie:„Gehst du mit? Ach will Menschenfresser filmen." Frau Osa sagte ja, obgleich ihr, wie sie später gestand, schon bei dem bloßen Wort„Kannibalen" eine Gänsehaut über den Rücken lief. Dos war der Anfang eines bald zwanzigjährigen Wanderlebens, das die beiden rund um unsere Erde führte. An Afrika hat eS ihnen am besten gefallen, und in den Steppenläiwern nördlich des KUi- mandscharo und Kenjsl haben sie in den Jahren nach dem Kriege eine neue Heimat gesunde». An einem kleine« See in der Nähe der abessinischen Grenze, durch eine wasserarme Wüste von der Kultur der Weißen getrennt, habe» sie ei» festes Haus gebaut mit allem, was dazugehört— Badezimmer, Autoschuppen, photographische Werkstatt, Gästezimmer; sdgar ein Gemüsegarten, Osas besonderer Stolz, fchtt nicht, vier Jahre lang habe» sie an ihrem See gelebt. Pavwiessee haben sie ihn getauft, well sie dort eine Natur gesunde» haben, unberührt wie am ersten Tag, und eine Tierwelt, so reich nrie im Garten Eden, nur nicht immer so friedfertig. Diese» Tieren gehört ihre ganze Liebe; und um ihretwillen flick» sie hierhergezogen. Ihnen habe» sie nachgepellt, jedoch nicht mit Pulver.und Blei; nein, unverwundete« freies Wild in seiner ursprünglichen Umwelt bannte» sie auf die Platte, bevor eS für immer der vordringende» Zivilisation weichen muß. Besonders selten find die Nachtaufnahmen de« Großwildes. Bom Paradiessee aus geht es auf Safari, auf wochenlange Äagdzüge, kreuz und quer durch das ostafrikanische Hochland. Martin Johnson kurbelt. Frau Ofa steht dabei mit der Büchse in der Hand— für alle Fälle. Manchmal zittern ihr zwar die Knie, aber im Augenblick der Gefahr trifft sie doch. Regisseure und Schauspieler zugleich sind die Tiere selbst Sie stehen ihren menschlichen.Kollegen" an Launen keineswegs nach. Martin und Ofa Johnson suchten ihre schönsten Abenteuer und auS rund 60.000 Meter Film und ettlichen tausend Platte» die schönsten' Biker heraus. Sie gebe» sie jetzt in ihrem frisch und uuwrhaltsam geschriebene« Buch„Simbo, Filmabenteuer in Afrika« Busch und Steppe" wieder.(Mit SS Abbildungen und 1 Karte. Geheftet Mk. 6.—, Ganzleinen Mk. 7.50. Brockhaus, Leipzig.) Was mancher nicht weiss. Am erst« Halbjahr 162» hat Deutschlaich 362.8 Doppelzentner Krawatten für ££58.000 Mk. exportiert, ferner 1110 Doppel- zentner Herren- und Knabenkonfektion aus Wolle im Werte von 2,838.000 Mk., 637 Doppelzentner aus Baumwolle für 887.000 Mk. und 773 Doppelzentner Hemdenkragen usw. für 1,659.000 Mk. An Rotterdam werden jährlich rund«0 Millionen Tonnen Güter gelöscht und verladen, von denen Getreide, Erz und Steinkohlen allein chon 38'Millionen ausmachen; in Amste'r» dam„nur" 5.5 Millionen Tonnen. Am Jahre 1927 belief sich die Zahl der von der deutschen Reichspost vernichteten unzu- tellbaren' Briessendungen auf 3.5 Millionen Stück. Jede vierte deutsche Attienaesellschast hat ihren Sih in Berlin, nämlich 2963 von insgesamt 11.690 Aktiengesellschaften. Die Gurke wird in Deutschland in größeren Mengen erst seit ungefähr 300 Jahren angebaut. I» Bayern wurden im Jahre 1900 2817 Personen wegen Blinddarmentzündung behandelt; 16.518 im Jahre 1925 und 17.340 im Jahre 1926. Dagegen ist die Sterb- lichkcit von 5.4 Prozent im Jahre 1908 auf 0.78 Prozent im Jahre 1926 gesunken. I» Deutschland gibt es fast 2.000000 Mm- chen über 70 Jahre; davon fast 350.000 über 80 Jahre. Zwischen den Deinen hindurch. Bon. Ha» Siems«. «ei uns zu Hause auf dem Platt« Land gab eS ein« kleinen Hügel. Er war vielleicht zwanzig—"er schien unS tausend Meter hoch. Mr nannte» ihn den„Berg". Bon da ob« konnte man in unsere flache Ebene sehr wett hineinsehen. Und da- tat« wir auch. Aber da eS immer dieselbe Landschaft war, die man von da oben sehe« konnte, so wurde unS dabald langweilig. Dann drehten wir unS um, bückten ünS und sahen zwischen unseren Beinen hindurch. Und dann sah alle- ganz anders auS. Das haben Sie auch gemacht? Gewiß!— Aber haben Sie auch so viel daraus gelernt wie ich? Damals, als Junge, habe ich das nicht gemerkt. Biel später ist mir das aufgegangcn: daß alles„ganz anders" aussieht, wenn man es zwischen seinen Beinen hindurch— wenn man cS von einem anderen Standpunkt, von einem anderen Gesichtspunkt aus ansieht. Wie wäre es, wenn wir mal, wenn wir waS nicht verstehen, wenn wir so ganz und gar anderer Meinung sind als unser bester Freund, wenn wir dann mal die Sache zwischen unseren Beinen hindurch ansähen?! Wenn wir-uns mal auf den Kopf stellt«?! Das ist schwer? Ich weiß. Wir sind all und - steif und etwas korpulent geworden, und eS fällt uns schwer, zwischen unseren Beinen hin» durchzusehen.. Aber wie wäre cs, wenn wir wenigsten- . versuchten, unseren Aussichtshügel von zwanzig Metern nicht für einen Berg von tausend zu halten? einigt« Kontin«t« kaum mehr aufrechterhal- ten werden können. Der größte Stoßzahn de- afrikanisch« Elefant« soll sich im naturhistorischen Museum New Dork befinden. Der dortige Zahn ist 349 Zentimeter lang. Ein Stoßzahn des indischen Elefant« im Museum zu Bangkok mißt 302 Zentimeter. Ein Mammutswßzahn im Mus«m zu Mexiko hat eine Länge von 8 Metern. Fundamente aus AutoS..Die rund 6000 Autos, die im Geschästsvicftel von Ncuyork herrenlos und unbrauchbar aufgefuiwen wurden, werden jetzt einem guten Zwecke dienstbar gemacht. In den Hafenanlagen von North Beach wird rin Flugplatz angelegt, zu dem ein Teil des Gewässers zugeschüttet werden muß. In daS 15 Fuß tiefe Gewässer werden zur Fun- damentterung auf etwa je 2000 Tonnen Erde 15 AutoS hineingeschüttet, die. die Erbmassen zusammenhalten und dadurch zur Befestigung der Fundamente beitraa« lallen. —i Heiteres. Beneidenswert. Der Pfarrer hatte eine herrliche Predigt über di« Schönheiten und Freuden des Ehelebens gehalten. Nach Schluß des Gottesdienstes gingen zwei ältere Herren langsam und nachdenklich fort.-„Es war eine schöne PrHigt, die unS der Herr Pfarrer da gehalten hat", sagte der eine.—„Das war sie in der Tat", sagte der andere,„und ich wünschte, ich wüßte ebensowenig von der Sache wie er." Boshaft.„Nun, Fred, warum kommst du heut schon so zeitig von Mabel?" fragte Lissy den Bräutigam ihrer Freundin.—„Die Arme, sie hat Zahnschmerzen!"—„Ach, glaube ihr das nicht. Das stigt sie nur, daß du glaubst, daß ihre Zähne echt sind." Reparatur« am Knochengerüst. Auf dem zurzeit in Paris tagenden Chiurgmkongreß konnte der Präsident. die Behauptung wagen, daß bei dem heutig« Stand der chirurgischen Technik der menschliche Körper, mindestens aber sein Knochengerüst, eben so leicht und zu- verläsiig wir Holz oder Metall bearbeitet- werden könne. Der' amerikanische Chlrurg Dr. Ferd. H. Albee, der sich durch seine Operationen auch in Frankreich einen Namen gemacht hat, führte den' Kongreßmitgliedern eine elektrisch betriebene Maschine vor, die der Verpflanzung von Knoch«teilen dient,-ein Ap» rat, der es dem Arzt gestattet, am Operationstisch alle die Reparaturen auzuführen, die in einer Maschinenwerkstatt an Holz- oder Metallteilen vorgenommen werden So kann man beispielsweise mit der elektrisch betriebenen . Maschine in allen Fällen von Rückgratverkrümmungen die deformierten Knochen entfernen und durch mechanisch bearbeitete, korrekt gestaltete Knocken ersetzen. Tie für die Reparatur an der verkrümmten Rückenmarksäule erforderlichen Knochcnieile werden arrs dem Schicn- beinknockcn mit-einer elektrischen Säue herausgesägt und dann zu der gewünschten Form berausaearbeitet. Die Mrbcliäule kann in Wahrheit repariert werden, genau wie ein aus dem Lot geratener Schornstein. Der einstiae Kulamnienbang von Afrika und S^damer-eq- dürfte jetzt als erwiesen gelten. Der cnali'che Geologe?{. S. Du Toit hat in einem Werke:...Tie grnlöaische Bcroleichnng von Südamerika mit Südafrika" Cui ein» hbläaiacn Materialien, welche die geologische Aehnlichkrit answeiscn. zusammengetragcn und so reiche Ausbeute erzielt, daß ein Zweikel an der AuSeinanderschiebung der beiden einst Familieudrama. Ferdinand hatte sich mit Elly verlobt und sein Schwiegervater hielt ihn für vermögend. Bor der Trauung starrte Ferdinand schwermütig vor sich hin.„Was hast du?" fragte besorgt sein Schwiegervater. Abwehrend erwiderte Ferdinand:„Ich habe nichts." Eine Stunde nach der Traunng wußte der Schwiegervater Ferdinands verzweifelten Dalles„Wie konntest du mir das verschweigen?" Empört schrie Ferdinand auf:„Ich sagte dir doch vor einer halben Stunde:„Ich habe nichts!" Englischer Humor. Der Schulinsprktor, der durch ein Areuzfeuer von Fragen die Klasse in Schrecken versetzt hat, schließt mit der Ausgabe: „Und nun sagt mir noch: wer hat Hamlet geschrieben?"—„Entschuldig« Sie, Herr Inspektor", antwortete ein zitte«der Junge,„ich war's nicht."— Am Abend erzählt der Inspektor dies« Vorfall dem Bürgermeister, der interessiert zuhört und in ein Gelächter ausbricht. —„Das ist gut", meint er schließlich,„und dabei bin ich fest überzeugt, der verdammte Bengel hat c§ doch getan!" Mutterblick.„Sehen Sie mal schnell, Frau Wßberger, wie süß Ihre Kleine ausjchaut, wie artig und unschuldig sie zu uns rübrrsieht."— „So?" dreht sich die Mutter hastig um,„Hanni! Was hast du wieder angestellt?" l„Daily Mirror.") Bielversprechend.„Ruhe in Frieden", ließ Frau Schwcpke auf den Grabstein ihres Gatten setzen,„bis wir uns Wiedersehen." WaS ihn krank macht. Der Arzt gab dem Patient« den d ringeichen Rat, er sollte nicht so spät nachts nach Hause kommen.„Glauben Sie, Herr Doktor, daß die Nachtluft mir scha- ,R«in" vcr-l det?" fragte der Patient besorgt.— sagte der Arzt,„das gerade nicht. Aber die Aufregung, wenn Sie nach Hause kommen, ist Gift für Ähr Herz." Billiges Hotel.„WaL kostet bei Ihnen ein Zimmer pro Tag?"—„Äm ersten Stock 18 Mark. Jede weitere Etage 8 Maik weniger."— Dann möchte ich ein Zimmer im vierten Stock." Unglück im Stall. Der Schwarzhof-Seppl will von der zustärckigen Behörde Steuernachlaß. Sein Gesuch begründet er mit: Unglück im Stall. Das Finanzamt schickt die Eingabe zur Bestätigung an den Bürgermeister. Woraus dieser antwortet:„Die Angaben des PP. Schwarchof-Seppl treffen zu. ES handelt sich um eine gewisse Toni Kröpfele, die bei Seppl als Schwrinemägd tätig ist." Opttmist.„Ich habe mir ne Autobrille gekauft."—„Hast du denn ein Auto?"—„Nee, aber'n Los für dir Autolotterie." Immer derselbe. Hrbaunnc:„Herr Professor, eben ist ein Mädchen angekommen!"— Professor:„Wir sind mit unserem jetzigen Mädchen ganz zufrieden. Sagen Sie ihr, sie möge sich um eine andere Stellung bemühen!" Gchacft-6-rkr. Alle Zuschriften und Anfragen an Gen. AloiS Pa y. Druck- und DerlagSan- stalt. Teplitz-Sckönou. Tilchlergasie (16. Fortsetzung.") Doppelschuh. Noch gefährlicher für den König als das einfache, aufgedeckte Schach ist daa Dop- palsebach. Da zwei Figuren in diesem Falle Schach bieten, entfallen für die-Verteidi- Kunr des Königs zwei Möglichkeiten(das Schlauen des schachbietenden Steines und das Verstellen), und es bleibt eventuell nur die Flucht des Königs üb rin. Bild 20 Doppolsoliaoh. Wenn Weiß am Zneo ist, gibt er Matt in zwei Zügen: 1. Te5—h5t+(zwei stehende Kreuze bedeuten Doppelschach) KhS—gö. 2. Th5—bB matt. Nachfolgende kurze Parti« zwischen den Schachmeistern Böti und Dr. Tartakower führt die Gefährlichkeit eines Doppelschachs sehr drastisch vor Auren. 1. e2—ei, c~—<6. Dieser Anfang- heißt , Caro-Kann-Eröffnuag. 2. d2—d-t, d7—d5. Schwan- droht den Königsbauern zn schlagen. 3. Sbl—c3, d5 x e4. Weiß bat den Bauern gedeckt, Schwan schlägt ihn dennoch (Banorntauschl 4. Sc3*e4, Sg8—f6. Schwan greift den weißen Springer an und entwickelt dabei eine Figur. 5. Ddl—d3, e7—e5. Nachdem Weiß seinen Springer geschützt hat. greift Schwan' den Bauern d-t an. 6. d4Xe5. Dd8—a5+. Schwan hat kombiniert, daß er den Bauern auf diese Weise mit Vorteil zurückgewinnt. 7. Lei—d2. Da"> x e5. Damit greift Schwan den weißen Springer e4 zum zweitenmal an, der nicht wegziehen kann, weil er gefesselt ist. Es scheint, daß Weiß ihn decken muß mit ß—f3. Weiß läßt aber überraschenderweise den Springer einstehen und rochiert lang(siehe nächsten Abschnitt ,«D i e B o c h a d e“ in. der nächsten Fortsetzung). 8. 0—0—0. 8(6>-eit Ein Fehler, besser war Lf8—e7, doch Schwan sicht nicht die drohende Gefahr. Mit der Dame zn nehmen, wäre nicht gut, wegen Tdl—ei. Weiß gewinnt die Dame für Turm und Springer. Weiß gibt jetzt Matt in drei Zügen: 9. DdS—dSf(Damenopfer!) Ke8 x dS. 10. Ld2—g5 t+. Kd8—c? 11. Lgö-d8 matt oder KdS—c8 11. Tdl—d8 matt In der nächsten Fortsetzung werden wir die Bochad» besprechen. (Fortsetzung folgt)