9**’««ItfHMtMlMeHMe. 1029. „Paradies Amerika." Eg»» Erwiu jkisch beehrt sich darzu- bteicM: Paradies Amerika. Das ist der Titel eine» soeben im Berlage von Erich Reist in Berlin erschienenen Bucher, das man zu den sensationellsten Erscheinungen deS 2ahreS znzählen must. Niemals wär« »er Autor, der hier eine seiner glänzendsten Reporterleistnngen vollbringt, in die Lage gekommen, als Egon Erwin Lisch Amerika zu bereisen, darum tat er eS in »er dtamenSverkleldung eines Doktor Belker. Dreimal hatte man ihm das Einreisevisum verweigert, das erstemal weil rr in seinem Past russische Bisen hatte, daS zweitemal weil er mittlerweile sich untersangen hatte, zu erkläre», daß die amerikanische Justiz an Saeco und Banzetti eine» Mord zu begehen im Begriffe sei und daS drittemal hatten dir amerikanischen Behörden des angeblich freien Amerika daraus noch nicht vergessen. Der nun daS Buch liest, in dem Egon Erwin Lisch über die Ergebnisse seiner Reise durch daS „Paradies" Amerika Rechenschaft erstattet, der wird zugeben, dast die Behörden dieses Paradieses Ursache hatten. Lisch fernzuhalten. Dast Lisch Amerika mit kalte», objektiven Augen betrachtet, daS wird bei seiner Einstellung niemand erwarten. Er ist parteiisch, oh, so herrlich parteiisch! Die schöne, glänzende Fassade Amerikas ist ja ost genug gezeigt worden, nun leuchtet Lisch auch einmal gründlich ins Innere des Gebäudes hinein und man bekommt in scharfer, krilischcr Beleuchtung auch die Kehrseite der amerikanischen Verhältnisse zu sehen Der Verfasser bietet hier ein Buch dar. das hinreißend geschrieben ist wie kaum je ein anderes über das Dollarland, wo neben den Wolkenkratzern und den Palästen der Reichen die Barbarei nnd die schranken- loseste AnSbeuiung haust. Mit Erlaubnis des Berlages bringen wir nachstehend ein Kapitel„Eine Bank in Wa llstree t“ zum Abdruck: Auf dem Wege, seinen Reisescheck abzuheben, kam der Doktor Becker dtirch Wall Street. Ec glaubte: die Anlassen eines Pavillons von Tobsüchtigen, allesamt davon überzeugt, völlig normal zu sein, hätten sich m eine« Fest vereinigt unter her Devise:„Br, st« WiÄtch Tobsüchtige»." Von«aon«TrtvlM Oder war er in eine blutige Revolution geroreu? Oder ans dem Schauplatz eines Massenmordes? Was ist denn geschehen, fragte der Doktor Becker. Oh, die Börse zeigte sich heute flau, und u»r deshalb sei es hier so ruhig. Kopfschüttelnd setzte der Doktor Becker seinen Weg zur Chase Bank fort, von der er in Europa noch me etwas gehört hatte. Er suchte sich«inen von den neunzehn Personenzügen aus, auf deut„Express" stand. Denn, dachte er, mein Konto ist in einer wirklichen Abteilung, bei der auch ei» Express-Elevator halten muss. Er wurde in taä 35. Stockwerk gehoben, was chn einerseits beleidigte(er hätte sein Guthaben in einer vornehmeren Etage vermutet), anderseits aber über die Solidarität des Unternehmens beruhigt— eine Winkechank kann sich kein Gebäude leisten, das die Wolken kratzt. Uebrigeus war sein Guthaben nicht oben, worauf er einen anderen Express nahm, um wieder hinabzufahren und sich beim Portier genauer zu erkundigen. Zu einer Ueberraschung wurde er nicht 35 Etagen gesenkt, sondern 39. Das Rätsel löste sich erst, als er ausstieg und erfuhr, daß es auch Stockweck unter der Erde gebe. Er war vor jenen Räumen, die mait in nicht-englisch-sprechenden Ländern mit deni englischen Wort„Safes" bezeichnet,»vährend sie hier„Paulis" heissen. Der Doktor Becker betrachtete sie neugierig, ihn betrachtete man nn'ssrrauifch. Und fragte ihn sogar, ob er hier etii Fach habe. Solches verneinte er, ihn hatte ein Privatgeschäft nnd nickt sein Fach hcrgeführt. Aber Kommittent der Bank sei er. Daraufhin setzte der Beamte das fiir den Verkehr mit Kommittenten strengstens angc- ordnete freundliche Lächeln auf und erläuterte den« Doktor Becker die Einrichtungen, vor allem das Tor zu den.tkassengewötben, dessen moderner Mechanismus den Doktor Becker dummerweise an das Werk einer mittelalterlichen Turmuhr mit Wandclfign reu erinnerte. Das Tor. vernahm er, sei aus nicht- rvstrudcm Stahl, einen Meter dick, wiege 45 Tonnen, werde abends von drei Beamten verschlossen und könne nur von diesen zu einer vom Oberkontrvlleur im Uhckerk genau sixieckn Stunde geöffnet werden. Etwa drei Milliarde» Dollar i» Bargeld, Wertobjekten und-papieren, erzählte^ der Beamte, seien hier unterg«bracht, teressant sei ihre llebersiedlung in diese! Räume gewesen: dttrch ein Spalier von De- j- tektiven rasten zwischen dem alten und de»• neuen Bankgrbäude achtzehn Panzerautes' i hin und her, jedes innen bemannt mit fMi I Polizisten mit Tranengasbomben und eine«- Maschinengewehr. Rur einer von den acht-! zehn jagenden Wagen barg die süsse Last, die auderen siebzehn waren Couvoh. Jede Fahrt dauerte fünf Minute», und hundert» zehnmal musste der Weg gemacht werden, bevor der ganze Reichtum, imstande die Rot einer West zu lindern, aus der einen Gruft in die andere gebettet war. Das von der Not und von der Gruft sagte übrigens der Beamte nicht, im Gegenlek«, er fiigte empfehlend hinzu, hier herrsche keinestvegs Grabesluft: so tief die Baust- auch in den Felseugrund von Manhattan gehackt sind, di« Luft sei vorzügliche da sie aut der Höhe des zweiten Stockwerkes durch eine Röhre geleitet werde, an deren Oelschicht aller Ruß nnd Stmib hängen bleibe. Unter solchen Umständen konnte der Dr. Becker nichts anderes tun als versprechen, bei"nächster Gelegenheit eine von de» fünftausend Depofitenboxes zu mieten, unid> zwar nicht etwa eine von den steinen, die für 7 Dollar 50 zu haben find, sondern eine für fiinfzehniausend Dollar Jahresmirte. Unbefriedigt von diesem Geschäft, das dergestalt der Bank in sicherer Aussicht staick, wollte der Beamte jedenfalls auch etwas für sich verdienen, sei cs ein Lob. sei es eine Provision, und der Dvstor Becker versprach;• ihm, bei der Micke des grossen Kassenschranks sich seiner Vermittlung;n bedienen. Vorläufig tam es aber dem Doktor Becker darauf an. den Kreditbrief zu beheben. In seinem Selbstgefühl gegenüber der Bank< bedeutend hcrabgemindcrl, glaubte er nicht> mehr, dass die Exprcssaufzüge vor seinem Konto Station machen, und nahm daher seinen schlichten Local-Elevator. Im ersten, aber noch inuner umerirdi« schell Stockwerk über den Safes gerier er in' den Kreis von zweihundert bis dreihundert- meist jugendlichen Gestalten, die er schon beim ersten Hinsehen für Strossenräuber hielt und beim erste» Hinhöre« als Börst»-* — 2 Her erkannte. Sie waren wenig exklusiv, wenig zurückhaltend, sie umringten den neuen Gch und teilten ihm, der nicht Mußte, ob er da mit Pierpont, Morgan oder mit John D. Rockefeller spreche, zutraulich Geschäftsgeheimnisse mit.-Das wichtigste schien zu sein, daß die Scheibe vor dem Schallerbeamten Ä»s kugelsicherem Glas und die dünne Marmorplatte zwischen dem Beamten und dem -Parteiraum innen mit einbntchücherem Panzerstahl wattiert ift. Befriedigt fuhr der Dr. Becker auf- wärrs. Au seinem Erstaunen sand er alle Räume zugänglich; die Schiebetüren, die fast überall die Wände ersetzten, waren zumeist offen, an Mädchen vor laustosen Schreibmaschinen, an konferierenden, spekulierenden oder Kredite ablehnevdrn Direktoren in prächtigen Sälen schritt er vorbei auf schwellenden Teppichen— völlig unbeobachtet, was ihn hinsichtlich der Direktoren und Prokuristen kaum verdroß. Außer an den Geldschaltern in den dem Porieienvcr- kebr dienenden Räumen erblickte er nirgend eine Scheidewand zwischen Besuchern und Beamten. Sogar in den Sitzungssaal des Verwal- tungsrates, wo Schreibeblocks und gutgespitzte Bleistifte für den Dicktor Becker bereitlagen, trat er ungehindert ein, in den schönen. halbbelichteten Saal, dem des Obersten Gerichtshofes in Washington sichtlich nachgebildet. Auf jedem Klnbftmteuil war eine goldglänzende Plakette befestigt, und der Doktor Becker Ws, wie die KardinAe dieses Finanzkonzils heißen. Im Televbonzimnier rähtre er die Hinterteile von fünfundzwanzig Mädchen: die Borderteile konnte er nicht sehen, weil sie einer durchlöcherten Wand zugckhrt waren, aber der Dicktor Becker hätte auch unigekehr- ten Falles kein Vergnügen genossen, denn alle hatten vor dem Mund ein Sprechrohr geschnallt und über die Ohren je eine Höhrmuschel. „Wieviel.Anschlüsse?" fragte der Decktor Becker, streng tvie ein Kontrolleur, die Anssichtsdame. Sie schaltete das freundliche Lächeln ein:„120 Saatsansch küsse, 900 Re- b-nanschlüsse und 100. direkte Leitungen zur Börse und zu den Filialen." Unbestochen von deni Lächeln, inquirierte er weiter:„Wie- viel Verbindungen stellen Sie täglich her?" — ,^V« der vorigen Woche betrug der Durchschnitt täglich 27.900 Anrufe, das Maximum war 31.200."—„Thartk you." Hart schritt der Doktor in den Rebenraum. Ein unverständlicher Apparat verblüffte ihn nicht. Daß das. was daneben arbeitete, eine Schnellpresse oder eine Berviel- fältigungsmasthine war. erriet er ungefähr. „SBie ist Ihre Arbeit?" fragte er unbestimmt. und die Presse stoppte.„Wir brauchen eine und eine Biertelminute zur Re- produktion samt Entwicklung und Abzug." Das Anilitz deS Doktor Becker blieb kritisch, und er durtete auf dem ihm rätselhasen Riesenapparat:„Und rvas reproduzieren Sie?"—„Ter Phowftat stellt die Kopien von Wechseln und einlaLs^.tden Dokumenten her."—„Thank you." Der Inspekteur Doktor Becker begab sich in einen mit Röhren gefüllten Saal. Erklären!"—.Zier ist die Zentrale für den elektrischen Rohrpostverkehr zwischen den Abteilungen. Unser Tagesdurchschnitt beträgt 8000 Sendungen."--„All right." Auch im„Krematoriun", wo die eingc- löstrn Coupons einbruchsicher und feuersicher verrannt werden» sand er nichts auszusewn. Er ließ sich über die Handhabung der Schot- tn Bortvag halten, die im Falle eines Blondes alle Abteilungen verschließen und nur der brennenden den Zugang zum Feuerschacht öffnen.—„Thank you." Er begutachtete die Garderobeschränke als sinnreiche besonders die Borrichtung, vermöge welcher der Schirm außen aufgehäntzr, jedoch nur nach Aussperren der Schranktür abgenommen- werden kann. Im Einzah- lungs- und Au^ahlungSsaal meldete ihm der Abteilungsvorstanh, daß stündlich 3000 Parteien an den Schaltern zu erledigen find. „All right," sagte der Doktor Becker... -... da sah er die Tafel„Leiters of Cre- Der Kampf ums lanae Kleid. Als vor wenigen Jahren— uns kommt es vor wie eine halbe Ewigkeit— die Haare urtb die KkeSur verkürzt wurden, empörten sich viele Leute über die angebliche Gefährdung der Moral. Rücksichtslose Unternehmer drohten den Trägerinnen von Bubiköpfen mit fristloser Entlassung und reaktionäre Zeitungen priesen die blonden Zöpfe der deutschen Frau. Daß bei dem allgemeinen Haarschnitt sehr wenig dicke, blonde Zöpfe, dafür sehr diele unschöne und dürftige Haarsträhnen gefallen sind,' wurde nicht erwähnt. Keiner von all den Schreiern hat Recht behalten. Der Anblick der zanbestrumpften Beine ist so selbstverständlich geworden, daß die gefürchtete Generalattacke auf die Tugend der deutschen Frau ausgeblieben ist, und daß im ganzen heute nicht mehr und nicht weniger gesündigt wird als jemals vorher. ’ In diesem Jahre nun ertönt ein neues Fekdgejchrei von der entgegengesetzte« Feite. Die sanftesten bürgerlichen Zeitungen zittern um die Errungenschaften der Republik und der Demokratie(!), west eS den Leuten, die die Mode machen, eingefallen sst, für festliche Gelegenheiten den langen Rock einzuführen. Mit größtem Erstaunen kann man da hören, daß sozusagen bis gestern die arbeitende Frau genau so angezogen ging wie die„große Dame". Unterschiede hätte es kaum gegeben, und der neue lange Rock sei die verkappte leibhaftige Reak- rion. Das stimmt ober denn noch nicht. Wir haben die Schaufenster und Modeblätter der letzten Jahre noch gut genug in Erinnerung, um festzustellen, daß zwischen den kurzen Kleidchen, die für daS Einkommen der Arbeiterin oder Arbeitsfrau erschwinglich waren, und den ebenfalls kurzen Kleidern für reiche Leute ein sehr erheblicher Preisunterschied bestaich. Die Industrie war findig genug, um den Berdienst- anSfall, der durch den geringen Etofsverbrauch entstand, durch immer teurer werdende, kostbarere Gewebe wieder auszugleichen. Dazu brachte sie tauftnd kostspielige Kleinigkeiten, die den Frauen mit dem großen Portemonnaie alS notwendige Ergänzung präsentiert wurden, und der kurze Kesamtaufzng kostete ebensoviel wie der lange von früher. Im großen und ganzen lonnte sich die Arbeiterin oder Angestellte, wenn es sehr gut ging und weder Krankheit noch Arbeitslosigkeit bei ihr und den Angehörigen den regelmäßigen Verdienst unterbrachen, bestenfalls alle 3 bis 5 Jahre ein neues Festkleid leisten; der Wintermantel, die Schuhe und die Arbeitskleidung verschlangen den größten Teil der kleinen Beträge, die für Kleidung erübrigt wurden. Run ist man aber nicht immer 17 Jahre alt, und wer den ganzen Tag bei der Arbeit sitzt oder steht, der sicht nicht lange so aus, wie die Schaufensterpuppen. Auch Mutterschaft und schwere Hausarbeit sollen nicht unbedingte Ber- fchönerungSkuren sein. EntfettnngSdiät ist etwas für Leute, die nichts zu Inn haben, und wer dit" über einem Schreibtisch. Er hakte keine Gelegenheit zu zögern, sich'S zu überlegen, ob er der ihm durchaus vertrauenswürdig erscheinenden Bank seinen Kreditbrief noch lassen stillte. Er benötigte den Betrag zufällig. Kurzerhand behob der Doftor Becker den ranzen auf hundert Dollar lautenden Kreditbrief, solcherart auf die glüdglänzrnde Plankette mit feinem Namen verzichtend, die andernfalls vielleicht einmal auf einem Nickfauteust im halbelliptischen Sitzungssaal^>es Verwalfiingsvates geprangt. neben ocm Beruf noch Manu und Kinder versorgt, der hat leider nur wenig Zeit für Turnen und Sport, auch wenn es nichts kostet. Außerdem machen Sorgen im allgemeinen nur in Romanen schlank. Wer dazu neigt, kann selbst bei Kummer und Sorgen, bei schlechter Er- nährung und schwerer Arbeit ganz nett in die Breite gchen. Der kurze Rock bei der Arbeit ist eine Selbstverständlichkeit geworden, die ebensowenig verschwinden wird, wie die zweckmäßige Sportkleidung. Dabei wird die kluge Fra», die sich ohne Illusion im Spiegel sieht, auch ein paar Zentimeter zugeben, wenn es ihr besser steht. Trotzdeui aber hat dir Mob: der letzten Jahre die Frauen zwischen 30 und 10 Jahren, die nicht wie die Backfische anssehen, rin bißchen sfieftnütterlich behandelt. Sie waren gezwungen, wenn sie nicht ganz aus dem Rahmen fallen wollten, Kleider wie die Jüngsten zn tragen ms) sahen oft recht unvorteilhaft damit aus. DaS„Girl" war die mustergültige, einzig begehrenswerte und erstrebenswerte Erfchei- »ung, die große Attraktion für die Männer aller Schichten und Stände. Biele heimliche Tränen der Wut und Eistrsucht sind von den Rundlichen und Arlterwerdendrn darum geweint worden, denn jede Fran will ihren weiblichen Erfolg haben, solange eS einen Mann gibt, für den sie da sst. Jeder Typus hat seine Zeit und Gelegenheit, nnd die„böse prosit- gierige Modeindnstrie" in ihrem sicheren Instinkt für Absatzmöglichkeiten versucht eS nun einmal anders heruni. Wer sich fünf Jahre lang über seine Beine und Hüsten geärgert hat und vielleicht gerade mal wiürer ein neues Kleid kaufen kann, der wird über einen langen Rock gar nicht so böse sein. Die ganz billigen, fertigen Kleider haben immer nur den Schlanke« gepaßt; die Dicken mußten auch bei der kurzen Mode stets mehr auSgeben, und bei den langen Kleidern könnten dafür leichtere und billigere Stoffe vrrweichet werden. Die Revolution wird nicht verraten, wenn bei festlichen Gelegenheiten nur die echten Backfische ihre Beine ausstellen und die erwachsenen Frauen darauf verzichten. Das Gesicht einer Frau kann durch Lebenserfahrung, Mutterschaft, Arbeit und Sorgen unendlich gewinnen, wenn auch die Gesamterscheinung den Stempel der Reste trägt. Hilde Walter. Reue Wunder aus der FNrdwelt. Fische mit Augen an ihren Flossen, und Fische mit Lichlcrn an ihren Schwänzen, Fische, die ganz Maul, und Fische, dir ganz Magen sind— das sind so einige von den neuen Wundern, die der berühmte amerikanische Naturforscher Dr. William Beebe bei seineni neuesten Ausflug in die Tiefen deS Meeres beobachtet hat. Er stt jetzt mit seinen Begleitern von seiner zwölften Expedition zur Erforschung der Ozeanbewohner nach New Park z«rückgekehrt. s— „Niemals in meinem Leben habe ich auf einer einzigen Expedition■ so viel Neues gesehen und so viel Merkwürdiges gesammelt, und niemals wußte ich so wenig über daS, was ich gefangen habe," sagte er in einem vorläufigen Bericht in der Rew-Aorker„World".„Ich habe acht Jahre im Urwald gearbeitet und nicht im entferntesten so viel gefunden, als während die« srr sieben Monate. Etwa rin Drittel aller Tiere, die ich gefangen habe, find ohne Namen und neu für die Wissenschaft. Wir arbeiteten sehr angestrengt in einem Umkreis von etwa 12 Kilometer. EL war nnS möglich, nicht weit von der Küste von Bermuda, in einer Tiefe von lü Kilometer, nur 8 Kilometer von der Küste entfernt, zu arbeiten. Das bttwutrt. daß LV Minuten, nachdem«in Fisch ins Retz gegangen war, er auf den« Tisch meines Laboratoriums lag. Wir haben ebenso Küsten fische wir Tief- frefische studiert, und bedienten unS meist bei der Arbeit der Tauchrrhelme; aber bei den Tiefirrsischen mußten wir Rehe verwenden, um sic zu sangen. Ein einsames Inselchen,- Rie- mandS-Eiland, das St. George gegenüber liegt, wurde der Expedition von der Regierung von Bermuda als Lager überlassen, und man ging sogar soweit, ein altes Wrack an der Küste der Insel zu versenken, damit es bei unfern Arbeiten als Wellenbrecher dienen sollte.". Unter den Merkwürdigkeiten der Fischwrlt, die Beebe enrdeckt Hot, befindet sich ein Tintenfisch, der seine Augen an den Enden seiner Fangarme har. Ein anderer Fisch ist rin einziger Leuchtkörper und sendet Strahlen eines feenhaften Lichtes bis zu einer Tiefe von 1000 Faden. Ein anderer Mecrbcwohnrr, der-die Naturforscher besonders in Erstaunen versetzte, trägt um seinen Hals eine Medaille und ist der .Verkehrsschutzmann" der Fischwelt getauft worden. Ein anderer wieder ist mit weißen Flecken bedeckt, die im Dunkeln wie die Lichter eines Schiffes glänzen; ein kleiner Fisch verzehrt bei einem einzigen kurzen Schwimmaus- fing 500 Garnälen. storbenen Mannes verzichten. Ueber die Kind« besaß lle dasselbe Recht wie der Bat« und sie konnte-um Beispiel eine» ungehorsamen Sohn enterben,, ja sogar brandmarken und aus der Stadt vertreiben lassen. Auf der anderen Seife war die Frau bis zu einem gewissen Grad« in ihren Rechten beschränkt, so dem Manne gegen» über. Ein Mann, konnte nämlich seine. Fra» unter gewissen Bedingungen verkaufen oder auf die Dauer von drei Jahren zur Bezahlung einer Gck>schuL in Sklaverei Weggehen. Auch, konnte er sich(wenn sie nicht durch ein« besondere Klausel im^evertrag geschützt war) bei dein geringste» Anlaß von-ihr scheSen lassen, wogegen sich eine Scheidung für sie weit schwieriger gestaltete und nur bei einem, tadellosen Leumund möglich war.- Die Arznei Eine ganz arme Frau kommt zum Arzt«! „Woran sehlt's denn, liebe Frau?" „Ich habe schon seit längerer Zeit keine» Stuhlgang, Herr Dokwr!"-: „Ra, dann schreib ich Ihnen hier ein Pulver auf, das nehmen Sie zu einem Glas Wasser' und morgen kommen Sie wieder." Am andern Tag:„Run, hat's geholfen?" i „Rein, leider nicht." „Dann nehmen wir Rizinusöl. MorgenL und abends je drei Eßlöffel und übermorgen■ lassen Ei« sich wieder mal seh'n." Zwei Tage später:„Herr.Doktor, ich hohe immer noch. keinen Stuhlgang."-;■ „Nanu?"„Haben Sie denn auch mein Rezept genau befolgt?" „Ja. Aber ich habe hier von jemand ei» alteL Hausmittel bekommen, das hilft sicher^ vielleicht verschreiben Sie mir daS mal.", Erstaunt liest der Arzt das Rezept: 6 Pfund Brot, 1 Pfund Butter, 1 Pfund Speck, 2 Pfund Wurst, 12 Stück Eier, 1 Hähnchen, 5 Pfund Kartoffeln, 1 Pfund Erbsen.. 1 Pfund Bohnen, 4 Pfund Mohrrüben. Morgen-, mittags und abends, je nach Appetit. („Eulenspiegel")| Sln Mißverständnis. Eine Regierung wird vielfach auch Ka-> binett genannt. Ein Junge, der das nicht wisse» konnte, fragte seine Mutter plötzlich, was ei» Kabinett sei. Die Mutter, die den Grund der Frage nicht kannte, antwortete, rin Kabinett sei ein kleiner Raum, ein Nebenzimmer. Da nimmt der Junge die Zeitung, in d«- er geblättert hatte, zeigte auf eine große Heber- j schrist und spricht:„Ja warum schreibt denn' da die Zeitung nicht: Das bulgarische Nebenzimmer ist zurückgetreten, statt wie hier steht: Das bulgarische Kabinett ist zurückgetreten?" Nun erst wuße die Mutter, was gemeint war, und erklärte ihrem Jungen, daß ein Kabinett einmal ein kleiner Raum sein kann und dann wieder eine große Regierung. Denn früher, als es noch keine BolkSregierungen gab, als noch die Fürsten all-in regierten, war eS so, daß in ihrem Wichnznnmer, das auch Kabinett hieß, über dir Regierungsangelegenheiten verhandelt. wurde Die Minister, die damals den Fürsten Bericht erstatteten, hießen damals; Kabinettsminister. Allinählich nannte man dan» daS ganze Ministerium, also die„Regierung",, rin Kabinett. „Vor sooo Sohren." 9M 9Nf. 6. CWHtar«»••■IC«. Zu den sensationellsten Ausgrabungen der Schätze»ntergegangener Kulturen gehören jene von Ur, einstens angeblich die Vaterstadt Abrahams. Seit tausenden Jahren waren alle äußeren Spuren der Existenz dieser Stadt der Sumerer weggewischt, rin Hügel in der mesopotamischrn Mene war der einzige Anhaltspunkt, den die Ueberlirserung als die Stelle, wo einst die Hauptstadt deS Reiches dieses alten Kulturvolkes gestanden fft, bezeichnete. Ein englischer Altertumsforscher, Pros. C. Leonard Woolley hat dieser» Hügel angebohrt und waS er bei Ausgrabungen zutage förderte. das übertrifft in manchem noch die in Aegypten gemachten aufsehenerregenden Furche. Fünftausend Jahre find diese unschätzbaren Werke und Arbeiten einer hochentwickelten Kultur in der Erde gelegen. Es sind dir wunderbarsten Werke der Bildhauerkunst, Basen, Trinkgefäße, Schmuckstücke und GebrauchSgegenstände, welche de>» Beweis erbringen, daß die gerühmte Kultur der Aegypter und Assyrer ihre Vorläuferin hatte in der erstaunlich hohen Kultur der Sumerer, der Atesten, die bis heute bekannt geworden fft. Besonderer Wert fft den ausgefundcncn Keilschrift- vrkundcn brizumrssen, aus denen vieles über die Gesetze, die Rechtspflege, di« wirtschaftlichen Verhältnisse urü» daS gesellschaftliche Leben der damaligen Zeit zu entnehmen ist. Den Bericht über die Erfolge seiner Expedition und Ausgrabungen erstattete Woolley in' einem Buche, das soeben in der Franckschen Verlagsbuchhandlung in Stuttgart unter dem Titel„Bor 5000 Jahren"(in Leinen geb. Mk. 8.20) erschienen ist. Wir entnehmen den» fesselnden Buche daS Kapitel:„Dir Stellung der Frau vor 5000 Jahren": Einer der Prüffteine, der eine sichere Beurteilung einer Gesellschaft zuläßt, ist die Stellung, dir diese Gesellschaft der Frau rinräumt. In Sumer war Monogamie Landrsgesetz. Obwohl dieses Gesetz nun in WiAlichkeit durch die Duldung von Rebrnfrauen eine Abänderung erfuhr, so war doch die Stellung der gesetzlichen Fran so gut geschützt, daß dem Gesetz im Prinzip nicht ernstlich zuwidergehaiidett wurde. Die Ehe wurden von dem Familirnättrste»» »»gebahnt, und die Verlobung damit vollzogen, daß der Bräutigam seinem zukünftigen Schwiegervater eine Geldsumme überreichte. Löste der Bräutigam das Verlöbnis, dann verlor er diese Summe; er konnte sie jedoch bis zum doppelten Betrage zurückverlangrn, falls die Braut von der Verlobung zurücktrat. Das war ein Uebrr- blribsel eines alten Brauches, des BrautkaufeS, der nur beibehalten wurde, um die Verlobung verbindlicher zu gestalten. Im Umgang. der jungen Leute beiderlei Geschlechtes gab es wahrscheinlich mehr Freiheit, als der Brauch der „angebahnten Heiraten" veraiuren läßt. Der Mann, der ein Mädchen verführt hatte,, mußte bei de» Eltern um dessen Hand anhalte»», und eine Verlobte konnte schon vor der Heirat ihre Wohnstätte im Hause deS zukünftigen Schwiegervaters, auffchlagen; schließlich scheint ihre Freiheit nach der Heirat nicht einer strengen Zucht während der Jugendzeit zu entsprechen. Die Trauzeremonie scheint im Beschreiben und Siegeln einer Tontafel— des„Ehebriefes"— bestanden zu haben, auf welcher der Stand der beiden Parteien klar bestimmt, dir Strafe für Untre»»« und die Bedingungen für die Ehescheidungen im voraus einzeln angegeben wurden. Am Hochzeitstage ging die BerlobungSgabe in den Besitz der Braut über, sie selbst brachte die von ihren Verwandten erhaltene Mitgift in das neue Heim mit. Diese Mitgift war chr unveräußerliches Eigentum, daS sie bei ihrem Io!» ihre»» Kinder vermachen konnte; blieb sie kinderlos, dann fiel diese Mitgift an das Ha»»s des Vaters zurück, zu Lebzeiten jedoch gehörte sie beiden Teilen gleicherweise. Vne besondere Klausel im Eheverttag konnte die Frau gegen Gläubiger rhrrS Mannes aus der Zeit vor der Ehe schützen, und der Mann konnte in keinem Falle ohne die Einwiillgung der Frau über gemeinsames Eigentum verfügen. Für Schulden aus der Zeit der Ehr jedoch waren beide Teile verantwortlich. Die Fra»» konnte sich eigene Sklavinnen halte»» und über sie verfügen, sie konnte auch unabhängig ein Geschäft betreiben, wie eine unverheiratete Frau, und als Zeugin vor Gericht erscheinen. Für den Fall der Abwesenheit ihres Mannes verwaltete sie das Vermöge»», wenn zur Uebenrahme dieser Aufgabe kein erwachsener Sich» da war. Statt) ihr Mann, dann erbte sie von seinem Besitz den- sclben Teil»vir jedes einzelne seiner Kinder. Sie konnte auch wieder heiraten; in diesem Fall nahm sie ihre urjprü»»gliche Mitgift mit, mußte aber aiff ihren Anteil am Vermögen des ver — 4 LebensftaUAem^ Achtzlg- Die zu einer wahren Manie auSgeartete Leidenschaft drS Amerikaners für statistische Haarspalterei hat«in« neue absonderliche Blüte Getriebe«. El« amerikanische Monatsschrift ist ans de« Gedanken verfall«, mit tunlichster Genauigkeit ziffernmäßig festz«stellen, wie eia »chtzigj^riger Bürger der Bereinigte» Staate« sein Leben verbracht hat. DaS Material für diese Statistik bot sich in de« Antworten, die bei der Redaktion auf ei« diesbezügliche Umfrage eingegangen waren. Danach hat ei» acht» zigjähriger Amerikaner LK Jahr«, SIS Tage, 18 Stunden und SS Minuten— man kann unmöglich genauer sein— zum Schlafen und Anziehen verwandt. Di« berufliche Arbeit nahm ihn. für 81 Jahre, Sö Tage, 14 Stunden und lll Minuten in Anspruch. Essen und Trinken erforderten einen Zeitaufwand von 5 Jahren, MO Tagen, S Stunden urch 14 Minuten. Die Stunden des Unmuts, der Verstimmung und dir des Wartens an Omnibushaltestellen, Theaterkaffen usw. auf 8 Jahre, 802 Tage, 18 Stunden und 8 Minuten. Auf Feiertage und Ferien entfielen 4 Jahre, 12 Tage, 18 Stunden und 3 Minuten; auf Reisen 8 Jahre, 273 Tage, 18 Stunden und 24 Minuten. Die Lektüre der Zeitungen erforderte einen Zeitaufwand von 1 Jahr, 243 Tagen, 7 Stunden und 18 Minute». Rasieren 148 Tage, 28 Stunden, 18 Minute» und das Umbinden der Arawatte wird auf 18 Tage, 12 Stunden, K Minuten berechnet. 188 Tage, 8 Stunden, Ä Minute« entfielen auf die Reinigung der Rase, während die Zeit, die auf das Suchen des Krageuknopfes verwandt werden muhte, mit 7 Tagen angegeben wird. So wenig man auch außer acht laffen darf, daß diese Zifferangaben amerikanischen Ur» ffrrungS und deshalb mit Vorsicht zu bewerten sind, so bleibt doch die Tatsache bestehen, daß ein Achtzigjähriger, der durchschnittlich acht Stunden in der Nacht geschlafen hat und zwei Stunden täglich zum Essen gebraucht hat, in Wahrheit 28 Jahre seiner Leben? im Bett und 6 Jahre am Eßtisch verbracht hat. Bücher für Haus und Familie. Iugeud-Jabrbücher. „Neuer Deutscher Jugeudfreund". Ein Jahrbuch für Knaben zur Unterhaltung und Belehrung. lGanzlrinen Mk. 6.—.) Ein Blick in das JtchalrsvrrzeichniS des neuesten stattlichen Bandes dieses bereits im 81. Jahrgänge stehenden Knabrn-Jahrbuches genügt, um einen Ueberblick über die reiche Fülle des hier Gebotenen in erlangen. Das Buch enthält acht Erzählungen, zahlreiche belehrende Abhandlungen über Technik und Sport. Anweisungen fiir Baüeleien und Beschäftigungen aller Art, schließlich Betrachtungen über seltsame, Dinge, Zahlen und Erscheinnugen, so daß es Nuter- balkiing und Belehnmg in großem Maße bietet. Die- Beiträge stammen von nainbaften Fach leuien. zahlreiche bunte und schivarze Bilder schmücke» das Buch, das sich zu Geschenkzwecken für 10- bis 16jährige Knaben sehr eignet. „Töchterolbum". Ein Jahrbuch kür junge Mädchen. Mit vielen rin- und mehrfarbigen Bilder,: bernhmtrr Künstler.(Gauflefttkn Mk. 8.—.) Man darf diesem im 74. Jähre seines Bestehens befindlichen Jahrbnche nachsagen, daß an ihm das Bestreben ersichtlich ist, mit der Zeit gleichen Schritt zu halten und literarisch tWertvolles zu bringen. Bon den Mitarbeitern -seien nur geuannt: Selma Lagcrlöf, Lisbeth Dill, Felicitas Rose, Friedrich Lienhard«sw. Erzählungen. Gedicht«, lustige Theaterstücke wechseln mit Beiträge» über Spiel und Sport, Rätseln, Kartenkunststücken usw. ab. Das Buch wird viele» eine schön« Festgabe sein. „HerMättcheu» Zeitvertreib". Sin Jahrbuch für die Kinderwelt. Band 78. lGanzleinr« Mk. 4D8.) DaS zuerst in die Auge» springt, ist der reizende Bildschmuck de» Buche», welche» »egen seiner reiche« Inhalte» und seiner Ausstattung da» Entzücke« jedes 7» bi» 12jährigen Kinde» Hervorrufen wird. Da gibt eS Vieleck!: Märchen, lustige und ernste Erzählungen, Rätsel, ein« Kartoffel-Kasperle-Komödie, Bilder, Scherenschnitte, Gesellschaftsspiele usw. Unter den WechnachtSbanm gelegt, wird es den Beschenkte« hochwillkommen sein. Die vsrfteheud besprochenen Jugendbücher firch sämtlich im Berlage Schmidt und Spring. Leipzig C l erschienen. * Einige reizend« Bilderbücher. Einer der ersten Berlage, der an die Her« ausgabe künstlerischer Bilderbücher schritt, war der Verlag Jos. Scholz in Mainz. Da» geschah um die Jahrhundertwende und junge KünsUer wurden damal» herangezogen, um Bilderbücher zu schaffen, die der Zeit und ihren lÄendigen Strömungen angepaßt waren. Seither hat sich der Verlag bemüht, mit den Fort- schrittrn der Drucktechnik u. a. gleichen Schritt zu halten und so hat er auch im heurigen Jahre eine Reihe hübscher Bilderbücher auf den Weihnachtsmack gebracht. ES seien genannt: „Schnucki-HaS und Miese mau." Deck von Peng, Bilder von Lia Doering(Mk, 2.75). Die Beck sowohl wir die Bilder sind lustig unflott, der Phantasie und Gedankenwelt der 4 biS 7jährigen Kiiwer trefflich angepaßt. Dasselbe ist von dem Bilderbuche„P u ck W i s p e r- wind" von Hans Probst zu sagen, zu dem D. Großmann die Bilder beigestellt hat. Die unzerreißbaren Tirrbildcrbüchcr„Schaut her!" von C. O. Petersen(Mk. 8.—) und„Dau- Wau!" von Norberten« v. Breßlern-Roth lehren die.Kinder die Tiere kennen und lieben. Ein eigenartiges Bilderbuch„Bunte Schau" (Mk. 3.50) haben E. O. Petersen und A. llzarski geliefert und schließlich ist daS Bilderbuch Gänschen klein" kMk. L—) hervorzuheben, welches daS bekannte reizend« Kindergedicht Hänschen flein, der in die weite Welt Rnousgeht und als braungebrannter HanS zur Mutter endlich zurückkcbrt, mit hübschen Bildern illustriert. Was mancher nicht wrttz. Sein Lebe» in vir Schanze schlag«» ist ein Sprichwort, da» jeder kennt. Wer aber nun glaubt, daß daS Wort„Schanze" irgend etwas mit Lebensgefahr, mit der Erstürmung einer Schanze zu tun hat, ist im Irrtum! Das Wort „Schanze" kommt von dem französischen Dorr „chance". Chance war ursprünglich ein Glücksspiel, übertragen bedeutet das Wort„Aussicht auf Erfolg". Einsatz. Man kann deshalb gerade so gnr sagen: Sein Leben einsetzcn! Die Eisenbahnen hatten in ihren Anfängen eine Geschwindigkeit von 16 Kilometer in der Stunde. Heute legt ein Schnellzug in Deutschland und Frankreich bis zu 88 Kilometer zurück. In England gibt es Züge, die eine Geschwindigkeit von 100 Kilometer haben, in den Bereinigten Staaten gibt es sogar Züge mit 111 Kiloineier Geschwindigkeit. Die längst« künstlich« Wasserstraße der Welt ist der Kaiserkanal in China. Er ist 1280 Kilometer lang, kommt also der Länge deS Rheines gleich. Ma» schätzt die Anzahl der in Pari» lebenden Ratten ans drei Millionen. derlei. Ei« Karawane von 8888 DtMtimn Di« größte Wanderung von gezähmten Tieren, die jemals in den Nordgebieten Kanadas unternommen woöden ist, vollzieht sich jetzt in der große» Karawane der 8800 Renntiere, die bei Eintreten des Winter» von der Westküste Alaska» nach dem Ostdelta des Mackenzie-Flusse» gebracht werdrn. Di« Rrnntiere wurden von der kanadischen Regierung von einer Reuyockr Gesellschaft gekauft, die sich mit der Aufzucht und Zähmung dieser Tiere beschäftigt; man will ans dies« Weise dir Nehrungsmöglichkeilen oergrößcrn, die den Eskimo» deS kanadischen Rordwrsttcrritoriums zur Verfügung stehen. Man Hoss.', durch die Einführung dieser Tiere eine neue Industrie unter den primitiven Stämmen zu rutw.ckc!», damit sie während der furcht- bare« Winterzriten nicht so auf die zusällige Erbeutung von Jagdtirren und Fischen angewiesen such. Die meckvürdige Karawane steht unter der Führung des Lappländers Andrew Bahr, eines Angestellten der Aeuvorkrr Firnis, der die größte Erfahrung in der Rcuntierzucht besitzt; er gehört zu denen, die zueck Renntiere von Lappland nach Alaska brachten, als dir Bereinigten Staaten diese Tiere vor vielen Jahren in dem Gebiete ansiedelten. Drei andere Lappländer und sechs als Renntierhickn erfahrene Eslimos begleiten ebenfalls den Zug, zu deut außer den Herden noch 83 mit Rrun- tieren bekpannte Schlitten gehören, die dir Ausrüstung und Nahrungsmittel mitführen. Dir Herde wird ihre lange Reise von Elepbant Point im Tal« des Buckland FluffrS aus antreten und damr quer durch Alaska über zahlreich« Gebirgspässe ihren Weg nehmen. Man hofft, daß dir wandernden Renntiere im nächsten Frühjahr den Colville-Fluß in Alaska erreicht haben weiden, wo dqun dir Herde während der Zeit des Kalbens zlvei Monate bleiben soll. Bon dort weudet sich die Karawane ostwärts, wird im Winter von 1030/81 die Grenze von Alaska überschreiten und schließflch ihr Be- stimmnngsziel im Frühjahr 1081 erreichen. Puder.„Mit was pudern sich die Negerinnen?"—„Mit Kakao".— Diagnose.„Run, Schwester", fragt der Chefarzt,„wie ist denn heute die Herztätigkeit unseres Patienten?"—„Vorzüglich, Herr Geheimrat. Er hat mir bereit? zwei HeiratSanträge gemacht." Musik.„Sie wünschen, Mr. Butt?"— „Kleine Geldsammlung zu wohltätigem Ztvrck, Mr. Hall. Würden Sie auch Ihr Scherflein beitragen? Wir geben jeder 8 Dollar— zu de» Begräbniskosten für den heute nacht vrrslorbe nen Saropbonbläser."—„Hier haben Sie 88 Dollar— begraben Sie sechs Stück." („Arizona Kitlh Ka:."> Ihr Trick.„Aber Ellen, was bringst du denn da?" fragt der junge Mann erstaunt seine Freundin, die er zu einem nächtlichen Bunnn-l abholt»ich dir zwei Milchflaschen in der Hand hält.—„Wenn wir morgen früh hrimkommen". erläutert sie ihm.„dann llappre ich mit den Milchflaschen und dann denkt Papa, es ist der Milchmann." Sein Trick.„Wieso machst du eigentlich so gute Geschäfte?" fragte ein Freund den herumziehenden Hausierer.„DaS verdanke ich den ersten fünf Worten, dir ich zu jeder Frau sage, die die Tür öffnet: Fräulein, ist Ihre Mutter zu H«ck?"